„Island verbietet ungleiche Bezahlung“

Gerade geht ein Gesetz aus Island durch die Presse, in dem es um den Gender Pay Gap geht:

Sie leisten die gleiche Arbeit, kriegen aber weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen – für viele Frauen ist das Alltag. Island hat nun als erstes Land der Welt ein Gesetz eingeführt, dass grundsätzlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit garantiert. Der „Equal Pay Act“ ist seit Jahresanfang in Kraft.

Betroffene Frauen müssen jetzt nicht mehr beweisen, dass sie schlechter bezahlt werden. Stattdessen ist es ab sofort Pflicht der Unternehmen, eine faire Bezahlung zu dokumentieren.

Die Regelung gilt für Betriebe mit 25 und mehr Mitarbeitern, der Nachweis muss alle drei Jahre erbracht werden. Seit 2012 konnten isländische Unternehmen ein entsprechendes Zertifikat schon freiwillig erwerben, nun ist es verpflichtend geworden.

Zwar ist eine durch das Geschlecht bedingte Benachteiligung bei der Bezahlung in Island schon seit Jahrzehnten gesetzlich verboten. Doch die Unternehmen argumentierten bisher oftmals mit der Art der Arbeit – mit dem Effekt, dass Frauen trotzdem weniger Gehalt bekamen.

Meine Prognose ist, dass sich nicht viel ändern wird, wenn man einfach nur darauf abstellt, dass gleiche Arbeit gleich bezahlt werden muss. Denn auch in Island wird der bereinigte Gender Pay Gap nahe Null liegen. Interessant ist insofern nur, ob sich daraus neue Belege dafür ergeben

 

Dauer der Ausbildung und Qualifikation als Kriterien

Der „Equal Pay Act“ soll diese Benachteiligung jetzt beenden. „Nun müssen die Firmen beweisen, dass sie gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit zahlen“, sagt Maríanna Traustadóttir vom isländischen Gewerkschaftsbund. Entscheidend sei dabei der Begriff der Gleichwertigkeit: „Das heißt zum Beispiel, dass Kindergärtnerinnen nicht weniger verdienen dürfen als ein Chauffeur, der bei der gleichen Gemeinde angestellt ist und der mit dem Lastwagen Sand bringt für den Spielplatz.“

Nach der Neuregelung müssen jetzt die Dauer der Ausbildung und die Qualifikation verglichen werden, „sodass klassische Frauenberufe grundsätzlich bessergestellt werden“, sagt Maríanna Traustadóttir. Nur so könne wirkliche Lohngleichheit erreicht werden.

Das wäre allerdings schon deutlich einschneidender. Also egal was man macht, egal welche Faktoren sonst hineinspielen, und wer eine gleich lange Ausbildung und in dieser eine gleiche Qualifikation hat muss genauso bezahlt werden, auch wenn zB in diesem Bereich Fachkräftemangel herrscht oder man in diesem Bereich sehr viel mehr Geld mit einem Arbeiter verdienen kann? Das wäre ein ganz erheblicher Eingriff in die Privatwirtschaft und in Deutschland aus meiner Sicht ein Verstoß gegen die Tariffreiheit

Nach Experteneinschätzungen gilt Island schon lange als Vorreiter in Sachen Lohngleichheit. Das Weltwirtschaftsforum etwa bescheinigt dem Land bereits seit neun Jahren eine weltweite Spitzenposition bei der Gender-Gerechtigkeit. Trotzdem verdienen Frauen dort im Schnitt immer noch fast 17 Prozent weniger als Männer.

Nirgendwo auf der Welt schaffen es Frauen das gleiche zu verdienen wie Männer. Das Patriarchat ist eben mal wieder nicht zu schlagen.

Aber dazu ist ja auch schon genug gesagt. Frauen bewerten eben Status und ein sehr hohes Gehalt anders als Männer und sind eher interessiert an Jobs, die eine andere Work-Life-Balance zulassen. Hier ein paar gesammelte Beiträge dazu

Zum  Gender Pay Gap:

 

Zur Berufswahl von Frauen und andere Prioritäten als Beruf

 

In einem anderen Artikel klingen die Folgen allerdings weniger gravierend:

Passed by Parliament last summer, the new law has been in the works for several years. Researchers created a complicated model to make salaries comparable, even if official job requirements or work schedules may differ on paper. Governmental auditors will examine all companies with more than 25 employees over the next four years, even though it remains unclear whether companies that fail to obtain the certification — known as “Jafnlaunavottun” — will face any sanctions, aside from public opprobrium.
Rather than outlawing gender pay gaps, the new law is conceived as a mandatory and government-enforced version of other public shaming efforts already introduced in other countries

Und aus einem anderen Artikel über Island erfährt man auch interessantes:

Reasons why employers try to pay women less for equal work range from patriarchal prejudice to women’s tendency to negotiate less aggressively than men do. But the most persistent of these reasons has to do with the perception that once a women has children, her priorities shift away from work. The only way to completely eliminate that perception is to get men to accept an equal share of child-rearing responsibilities. It’s doubtful that any government or civic-minded employer can do that, but they can at least try, mostly by adjusting parental leave policies.

Iceland has the world’s most equal parental leave system. It’s the only country where men and women get the same amount of nontransferable leave — three months each. The couple is also given an additional three months to be shared as the parents please — but in practice, only 19.7 percent of men use any of the transferable leave. That’s what happens in every country that allows parents to decide how much leave each will take. In Spain, only 1.6 percent of fathers use transferable leave; in far more egalitarian Denmark, 24 percent do.

Gender stereotypes of the man as the provider and the woman as the caregiver survive every attempt at equalization. During Iceland’s prolonged economic crisis after the 2008 financial crash, men’s uptake of paternity leave declined because they were the ones expected to draw their full salary, not the partial one paid while taking care of the kids. 

That division of gender roles won’t go away even with obligatory payroll certification. The tough new requirements will make it harder for employers to compensate for women’s perceived family orientation by paying less, so, all things being equal, they’ll be inclined to hire fewer women. That won’t be easy to discourage. While it’s relatively easy to legislate gender equality, say, for corporate boards, proving that a certain candidate wasn’t hired because of her gender can be daunting. Most rejected candidates will keep looking for a job rather than sue.

Even in Iceland, the equality-promoting measures treat the symptoms of inequality without altering the underlying gender roles. That can work up to a point, but absolute equality can’t be achieved in that way. And in Spain, Poland or Italy, where only tiny numbers of men use transferable paternity leave — or in the U.S., where only the mother gets mandatory parental leave — applying Iceland’s equal pay certification law would almost certainly deal a serious blow to women’s employment.

Hier also die Idee, dass es Frauen sogar schaden könnte, weil man dann einfach weniger Frauen anstellt. Das wäre ja auch eine interessante Frage: Wer keine Frauen anstellt, der kann sie auch nicht ungleich bezahlen.

Ich bin gespannt, was das Experiment in Island bewirkt oder ob man noch mehr über die genauen Regelungen erfährt. Wer was gutes findet: Bitte Bescheid sagen!

Vik / @iBlali Wie ICH über (radikalen) FEMINISMUS denke…

Unterschiede in Empathisieren /Systematisieren bei Männern und Frauen und Geisteswissenschaftlern und Naturwissenschaftlern

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Abgrenzung des alten Feminismus vom intersektionalen Feminismus

Ich hatte mich in dem Artikel über den Streit zwischen Schwarzer und den intersektionalen Feminismus, der unter dem Stichwort „Hetzfeminismus“ lief, einmal an einem Vergleich mit einem Spiel versucht, den ich noch einmal etwas ausbauen möchte.

  • Der „alte Feminismus“ (2.Welle?) ist recht einfach gehalten: Männer und Frauen befinden sich in einem Nullsummenspiel um Macht, welches man insofern mit Fußball vergleichen kann. Die Männer sind die gegnerische Mannschaft, man gewinnt das Spiel, wenn man Tore schießt und Gegentore verhindert.
  • Der „intersektionale Feminismus“ (3. Welle?) spielt hingegen ein gänzlich anderes Spiel: Sie sammeln Punkte, die man auf vielfältige Weise gewinnen kann und auch wieder verlieren kann. Der mit den meisten Punkten gewinnt.Dabei sieht es teilweise so aus als würden sie das gleiche Spiel spielen, weil man auch dadurch Punkte machen kann, dass man gegen die andere Mannschaft (die Männer) ein Tor schießt oder eines von diesen verhindert.  Gleichzeitig kann man in diesem Spiel aber auch dann Punkte gut machen, wenn ganz andere Leute ein Tor schießen und Punkte verlieren, wenn man diesen ein Tor verhindert oder gar gegen sie ein Tor schießt.

    Auf Fußball übertragen bedeutet das beispielsweise, dass die Mannschaft der intersektionalen Feministen einen Punkt bekommt, wenn sie einen schwarzen Spieler der Gegenmannschaft ein Tor machen lässt und ihnen ein Punkt abgezogen werden kann, wenn sie ein Tor von diesem verhindern. Genauso gewinnen sie Punkte, wenn sie zu einem behinderten Mitspieler oder Gegenspieler abspielen und dieser ein Tor macht. Sie bekommen bereits Punkte, wenn sie in ihre Mannschaft PoCs aufnehmen oder Dicke oder muslimische Mitspieler oder anführen, dass sie nicht in der Frauenmannschaft spielen, sondern in der neutralen Mannschaft und das es eigentlich gar keine Mannschaften  gibt, weil einige Trikots der Mannschaften schon ganz ausgewaschen sind und man damit die Mannschaften gar nicht mehr zuordnen kann. Oder sie gewinnen einen Punkt, wenn sie auch den Schiedsrichter mal den Ball ins Tor schießen lassen.

    Und es gibt auch Punkte für den einzelnen Spieler, wenn er anderen aus „seiner“ oder der gegnerischen Mannschaft Regelverstöße nachweist. Was das Spiel von einem Mannschaftsspiel zu einem Einzelspiel macht.

Es ist dann verständlich, warum sich der alte Feminismus und der neue Feminismus nicht verstehen. Beide spielen schlicht nicht das gleiche Spiel.

Und es wird auch deutlich, warum vieles im intersektionalen Feminismus so irrational wirkt: Die meisten Leute gehen nach wie vor davon aus, dass sie Fußball spielen, während sie ein ganz anderes Spiel spielen, welches nur entfernt mit Fußball zu tun hat und bei dem es mehr darum geht, strikte Regeln um Punkte einzuhalten und selbst Punkte zu sammeln als ein bestimmtes Ergebnis für die Mannschaft zu erzielen.

Guter Vergleich oder nicht?

Was wäre gegebenfalls ein besserer?

Selbermach Mittwoch 145 (03.01.2018)

Der erste Mittwoch des Jahres

#timesup Hollywoodstars rufen einen Rechtsfond ins Leben, der Opfer sexueller Belästigung unterstützten soll

Viele weibliche Hollywoodstars haben anscheinend einen Rechtsfond zusammengestellt, der Opfer von Belästigungen finanziell bei der Klage unterstützen soll.

Das Schreiben dazu:

December 21, 2017
Dear Sisters,
We write on behalf of [over 1,000] women who work in film, television and theater. A little more than two months ago, courageous individuals revealed the dark truth of ongoing sexual harassment and assault by powerful people in the entertainment industry. At one of our most difficult and vulnerable moments, Alianza Nacional de Campesinas (the National Farmworker Women’s Alliance) sent us a powerful and compassionate message of solidarity for which we are deeply grateful.
To the members of Alianza and farmworker women across the country, we see you, we thank you, and we acknowledge the heavy weight of our common experience of being preyed upon, harassed, and exploited by those who abuse their power and threaten our physical and economic security. We have similarly suppressed the violence and demeaning harassment for fear that we will be attacked and ruined in the process of speaking.

We share your feelings of anger and shame. We harbor fear that no one will believe us, that we will look weak or that we will be dismissed; and we are terrified that we will be fired or never hired again in retaliation.

We also recognize our privilege and the fact that we have access to enormous platforms to amplify our voices. Both of which have drawn and driven widespread attention to the existence of this problem in our industry that farmworker women and countless individuals employed in other industries have not been afforded.
To every woman employed in agriculture who has had to fend off unwanted sexual advances from her boss, every housekeeper who has tried to escape an assaultive guest, every janitor trapped nightly in a building with a predatory supervisor, every waitress grabbed by a customer and expected to take it with a smile, every garment and factory worker forced to trade sexual acts for more shifts, every domestic worker or home health aide forcibly touched by a client, every immigrant woman silenced by the threat of her undocumented status being reported in retaliation for speaking up and to women in every industry who are subjected to indignities and offensive behavior that they are expected to tolerate in order to make a living: We stand with you.

We support you.

Now, unlike ever before, our access to the media and to important decision makers has the potential of leading to real accountability and consequences. We want all survivors of sexual harassment, everywhere, to be heard, to be believed, and to know that accountability is possible.

We also want all victims and survivors to be able to access justice and support for the wrongdoing they have endured. We particularly want to lift up the voices, power, and strength of women working in low-wage industries where the lack of financial stability makes them vulnerable to high rates of gender-based violence and exploitation.
Unfortunately, too many centers of power – from legislatures to boardrooms to executive suites and management to academia – lack gender parity and women do not have equal decisionmaking authority.

This systemic gender-inequality and imbalance of power fosters an environment that is ripe for abuse and harassment against women.

Therefore, we call for a significant increase of women in positions of leadership and power across industries. In addition, we seek equal representation, opportunities, benefits and pay for all women workers, not to mention greater representation of women of color, immigrant women, and lesbian, bisexual, and transgender women, whose experiences in the workforce are often significantly worse than their white, cisgender, straight peers. The struggle for women to break in, to rise up the ranks and to simply be heard and acknowledged in male-dominated workplaces must end; time’s up on this impenetrable monopoly.
We are grateful to the many individuals- survivors and allies- who are speaking out and forcing the conversation about sexual harassment, sexual assault, and gender bias out of the shadows and into the spotlight. We fervently urge the media covering the disclosures by people in Hollywood to spend equal time on the myriad experiences of individuals working in less glamorized and valorized trades.
Harassment too often persists because perpetrators and employers never face any consequences. This is often because survivors, particularly those working in low-wage industries, don’t have the resources to fight back. As a first step towards helping women and men across the country seek justice, the signatories of this letter will be seeding a legal fund to help survivors of sexual assault and harassment across all industries challenge those responsible for the harm against them and give voice to their experiences.

We remain committed to holding our own workplaces accountable, pushing for swift and effective change to make the entertainment industry a safe and equitable place for everyone, and telling women’s stories through our eyes and voices with the goal of shifting our society’s perception and treatment of women.
In solidarity

Oder durch den Übersetzer gejagt:

Liebe Schwestern,
Wir schreiben im Namen von[über 1.000] Frauen, die in Film, Fernsehen und Theater arbeiten. Vor etwas mehr als zwei Monaten enthüllten mutige Einzelpersonen die dunkle Wahrheit der andauernden sexuellen Belästigung und des Angriffs durch mächtige Leute in der Unterhaltungsindustrie. In einem unserer schwierigsten und verwundbarsten Momente hat uns die Alianza Nacional de Campesinas (die Nationale Allianz der Bauernfrauen) eine kraftvolle und mitfühlende Botschaft der Solidarität übermittelt, für die wir zutiefst dankbar sind.
An die Mitglieder von Alianza und die Frauen der Bauern im ganzen Land, wir sehen Sie, wir danken Ihnen, und wir erkennen das schwere Gewicht unserer gemeinsamen Erfahrung an, dass wir von denen, die ihre Macht missbrauchen und unsere physische und wirtschaftliche Sicherheit bedrohen, ausgebeutet, belästigt und ausgebeutet werden. Ebenso haben wir die Gewalt und erniedrigende Schikanen unterdrückt, weil wir befürchten, dass wir während des Redens angegriffen und ruiniert werden.

Wir teilen Ihre Gefühle von Wut und Scham. Wir haben Angst, dass uns niemand glauben wird, dass wir schwach aussehen werden oder dass wir entlassen werden; und wir haben Angst, dass wir gefeuert oder nie wieder eingestellt werden, um Vergeltung zu üben.

Wir erkennen auch unser Privileg und die Tatsache, dass wir Zugang zu riesigen Plattformen haben, um unsere Stimmen zu verstärken. Beides hat die Aufmerksamkeit auf die Existenz dieses Problems in unserer Branche gelenkt und gelenkt, dass es nicht möglich war, Frauen in der Landwirtschaft und unzählige Beschäftigte in anderen Industriezweigen zu beschäftigen.
Zu jeder in der Landwirtschaft beschäftigten Frau, die unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche von ihrem Chef abzuwehren hatte, zu jeder Haushälterin, die versucht hat, einem angreifenden Gast zu entkommen, zu jedem Hausmeister, der jede Nacht in einem Gebäude mit einem räuberischen Aufseher gefangen war, zu jeder Kellnerin, die von einem Kunden gepackt wurde und erwartet wurde, sie mit einem Lächeln zu nehmen, zu jedem Kleidungsstück und Fabrikarbeiter, der gezwungen war, sexuelle Handlungen für mehr Schichten zu tauschen, zu jedem Hausangestellten Hausangestellten oder Hausangestellten: Wir stehen zu Ihnen.

Wir unterstützen Sie dabei.

Heute hat unser Zugang zu den Medien und zu wichtigen Entscheidungsträgern das Potenzial, wie nie zuvor, zu einer echten Rechenschaftspflicht und zu Konsequenzen zu führen. Wir wollen, dass alle Überlebenden der sexuellen Belästigung überall gehört, geglaubt und gewusst werden, dass Rechenschaftspflicht möglich ist.

Wir wollen auch, dass alle Opfer und Überlebenden Zugang zum Recht und zur Unterstützung der Opfer haben.
die sie erduldet haben. Wir wollen vor allem die Stimmen, die Macht und die Stärke von Frauen in Niedriglohnindustrien stärken, wo sie aufgrund mangelnder finanzieller Stabilität anfällig für hohe Raten geschlechtsspezifischer Gewalt und Ausbeutung sind.
Leider mangelt es zu vielen Machtzentren – von der Legislative über die Vorstandsetagen bis hin zu den Vorstandsetagen und dem Management bis hin zur Wissenschaft – an Geschlechterparität, und Frauen haben keine gleichberechtigte Entscheidungsbefugnis. Diese systemische Geschlechterungleichheit und das Ungleichgewicht der Macht begünstigen ein Umfeld, das reif ist für Missbrauch und Belästigung von Frauen. Daher fordern wir eine signifikante Zunahme von Frauen in Führungspositionen und Führungspositionen in allen Branchen. Darüber hinaus streben wir eine gleichberechtigte Vertretung, Chancengleichheit, Sozialleistungen und Entlohnung für alle Arbeitnehmerinnen an, ganz zu schweigen von einer stärkeren Vertretung von farbigen Frauen, Migrantinnen und lesbischen, bisexuellen und transgender Frauen, deren Erfahrungen in der Arbeitnehmerschaft oft erheblich schlechter sind als die ihrer weißen, geschlechtsspezifischen und heterosexuellen Kollegen. Der Kampf um den Einbruch der Frauen, um ihre Position zu verbessern und einfach nur gehört und anerkannt zu werden, muss ein Ende haben; die Zeit für dieses undurchdringliche Monopol ist vorbei.
Wir sind dankbar für die vielen Einzelpersonen – Überlebende und Verbündete -, die sich zu Wort melden und das Gespräch über sexuelle Belästigung, sexuelle Übergriffe und geschlechtsspezifische Vorurteile aus dem Schatten und ins Rampenlicht drängen. Wir fordern die Medien, die über die Enthüllungen von Menschen in Hollywood berichten, nachdrücklich auf, die gleiche Zeit mit den unzähligen Erfahrungen von Einzelpersonen zu verbringen, die in weniger verherrlichten und aufgewerteten Berufen arbeiten.
Die Belästigung hält zu oft an, weil Täter und Arbeitgeber nie mit Konsequenzen konfrontiert werden. Dies liegt oft daran, dass Überlebende, insbesondere diejenigen, die in Niedriglohnindustrien arbeiten, nicht über die Ressourcen verfügen, um sich dagegen zur Wehr zu setzen. Als ersten Schritt zur Unterstützung von Frauen und Männern im ganzen Land bei der Suche nach Gerechtigkeit werden die Unterzeichner dieses Schreibens einen Rechtsfonds einrichten, um Überlebenden von sexuellen Übergriffen und Belästigungen in allen Branchen zu helfen, die Verantwortlichen für den Schaden gegen sie herauszufordern und ihren Erfahrungen Ausdruck zu verleihen.

Wir setzen uns weiterhin dafür ein, unsere eigenen Arbeitsplätze zur Rechenschaft zu ziehen, auf rasche und wirksame Veränderungen zu drängen, um die Unterhaltungsindustrie zu einem sicheren und gerechten Ort für alle zu machen, und Frauengeschichten mit unseren Augen und Stimmen zu erzählen, mit dem Ziel, die Wahrnehmung und Behandlung unserer Gesellschaft zu verändern.

Dabei scheint so ziemlich alles zu sein, was Rang und Namen in Hollywood hat.

Unter „Was du beitragen kannst“ finden sich die folgenden Tipps:

What You Can Do

Don’t be part of the problem. For starters, don’t harass anyone.

If a person who has been harassed tells you about it, believe them. Don’t underestimate how hard it is to talk about these things.

If you know someone who has been harassed, connect them to resources who can help, such as the ones found here.

If you are a witness or bystander and see a harassing situation, you can help the person being harassed. You could actually intervene. You could confront the harasser. You could also help the person get out of the harassing situation. If you cannot do any of these things, you can still support the harassed person by corroborating and confirming the account of what happened.

You can support those affected by sexual harassment by donating to the TIME’S UP Legal Defense Fund.

If you are part of an organization, look at the workforce and the leadership (management, officers, board of directors). Does it reflect the market where you operate and the world we live in? If not, ask why not and do something to move it closer to that goal.

Acknowledge that talent is equally distributed, but work and career opportunities are not. Mentor someone from an under-represented group in your industry. If you are in a position to do so, hire someone who can diversify the perspectives included in your organization; your team will be better and stronger for it.

You can vote with your wallet: in your purchasing, in your investing and in your charitable giving. Spend or give to companies and organizations who have more equitable leadership and opportunities for all.

Oder übersetzt:

Was Sie tun können

Sei nicht Teil des Problems. Belästigen Sie zunächst niemanden.

Wenn eine Person, die belästigt wurde, Ihnen davon erzählt, glauben Sie ihnen. Unterschätzen Sie nicht, wie schwer es ist, über diese Dinge zu reden.

Wenn Sie jemanden kennen, der belästigt wurde, verbinden Sie ihn mit Ressourcen, die helfen können, wie die hier gefundenen.

Wenn Sie ein Zeuge oder Zuschauer sind und eine belästigende Situation sehen, können Sie der Person helfen, die belästigt wird. Du könntest tatsächlich eingreifen. Sie könnten den Belästiger konfrontieren. Sie können der Person auch helfen, aus der belästigenden Situation herauszukommen. Wenn Sie nichts von all diesen Dingen tun können, können Sie die belästigte Person trotzdem unterstützen, indem Sie den Bericht über das Geschehene bestätigen und bestätigen.

Sie können die von sexueller Belästigung Betroffenen unterstützen, indem Sie an den TIME’S UP Legal Defense Fund spenden.

Wenn Sie Teil einer Organisation sind, schauen Sie sich die Belegschaft und die Führung (Management, Führungskräfte, Vorstand) an. Entspricht es dem Markt, in dem Sie tätig sind, und der Welt, in der wir leben? Wenn nicht, fragen Sie, warum nicht und tun Sie etwas, um es näher an dieses Ziel heranzuführen.

Erkennen Sie an, dass Talente gleichmäßig verteilt sind, nicht aber Arbeits- und Karrieremöglichkeiten. Betreuen Sie jemanden aus einer unterrepräsentierten Gruppe in Ihrer Branche. Wenn Sie in der Lage sind, dies zu tun, stellen Sie jemanden ein, der die Perspektiven in Ihrer Organisation diversifizieren kann; Ihr Team wird dafür besser und stärker sein.

Sie können mit Ihrem Portemonnaie abstimmen: beim Einkauf, bei der Investition und beim Spenden. Geben Sie Geld für Unternehmen und Organisationen aus, die eine gerechtere Führung und Chancen für alle haben.

Es würde mich mal interessieren, wer die Seiten geschrieben hat, es ist insoweit klassischer intersektionaler Feminismus.

Dem Opfer ist zu glauben, Diversity ist die Rettung, die männlichen Strukturen sind an allem schuld.

Ob der Fond mit seinen gegenwärtig 13 Millionen viel Unterschied machen wird, wird man sehen.

Er ist natürlich auch Virtue Signalling, mit dem man deutlich machen kann, dass man aktiv gegen Belästigungen vorgeht und insofern eine gute Investition, zumal steuerlich absetzbar.

 

„Frauen empfinden eher hemmende Empfindungen wie Schuld und Scham“

Was hält japanische Männer ab, Elternzeit zu nehmen?

Ein Artikel legt dar, warum japanische Männer nach wie vor sehr selten zur Kinderbetreuung aussetzen:

Japan has one of the most generous paternity-leave policies among developed countries, but a look around the average Japanese office might not seem that way. Only about 2% to 3% of men in Japan take their allotted parental leave, and last year, a politician became the first ever in the country to take paternity leave.

Also noch ein sehr wenig genutzer Bereich für Männer.

According to a recent study by researchers at Kyushu University published in the peer-reviewed journal Frontiers in Psychology, peer pressure—or rather the perception of it—plays a big role in deterring Japanese men from taking time off after having a child. The study found that men wanted to take paternity leave regardless of others’ perceived positive or negative attitudes about it—meaning that any decision not to take paternity leave was due to a “perceived group norm,” and that the perception others have a negative attitude toward it is an “inaccurate assumption.”

„Das Patriarchat schadet auch Männern“ würde man im Feminismus hier sagen. Dabei aber nicht beachten, dass es eben auch die Wertungen von Frauen sind, die dabei eine Rolle spielen und das Männer damit das Gefühl haben, dass sie in der intrasexuellen Konkurrenz um Rang und Status, der gerade im Wettbewerb um Frauen eine Rolle spielt, zurückfallen.

“[O]ur findings suggest that the social issue of paternity leave in Japan is characterized by pluralistic ignorance,” said the study, which surveyed 299 married, working men between 20 and 49 years old. The authors define pluralistic ignorance as a “situation in which almost all members of a group privately reject group norms, yet believe that virtually all other group members accept them.”

Also viele Männer meinen, dass ein Vater Elternzeit nehmen können sollte und dass das kein Problem sein sollte, aber sie glauben dennoch, dass sie damit in den Augen anderer an „Wert“ verlieren.

Ich finde das nicht so ungewöhnlich, denn beide Bewertungen sind ja durchaus unabhängig voneinander. An einem Beispiel aus einem anderen Bereich ist es denke ich besser zu verstehen:

Die meisten Leute werden auch vertreten, dass eine Frau nicht super sportlich und schlank sein muss, sondern es vollkommen okay ist, wenn sie sich was gönnt und etwas zulegt. Gleichzeitig finden sie schlanke und sportliche Frauen attraktiver.

Ebenso denken eben Männer auch, dass es natürlich okay ist, dass man wegen des Kindes aussetzt, aber sie wissen auch, dass erfolgreiche Männer, die nicht ausgesetzt haben, besser dastehen.

According to the OECD, Japanese, as well as South Korean, men are entitled to paid paternity leave for as long as 12 months. The Japanese government has said it hopes (paywall) that 13% of men will take paternity leave by 2020. South Korea is another country that is trying to encourage more men to take paternity leave—just 4,874 men took paternity leave in 2015, when 438,000 babies were born, according to official statistics. The number of men who took leave rose to 7,616 in 2016. In 2005, just 208 South Korean men took paternity leave. Both countries are trying to reform labor and welfare policies to address a host of issues, such as an ultra-low birthrate, poor female participation in the workforce, and inefficient work practices.

Eine geringe Arbeitsbeteiligung der Frauen verschärft das Problem natürlich noch. Denn damit sind die meisten Männer die Haupt- oder Alleinverdiener und können es sich noch weniger erlauben entsprechend auszusetzen.

The researchers who conducted the study ruled out traditional gender norms as a reason why so few Japanese men take paternity leave. While a vast majority of men in the 1980s still believed that “men make houses, women make homes,” the researchers said studies show that norm had lost widespread support by the 2000s. Indeed, the term ikumen (paywall)—iku meaning to nurture—is now broadly used in Japan to refer to a sort of stay-at-home dad who assumes child-rearing duties.

Dass es einen Begriff dafür gibt bedeutet erst einmal nicht, dass Männer, die dieser Tätigkeit nachgehen, eine gleiche Attraktivität oder ein  gleiches Ansehen besitzen wie andere Leute. Und auch wenn man heute betont, dass natürlich auch der Mann zuhause bleiben kann, muss dies nicht bedeuten, dass man das in jeder Situation als unproblematisch begreift.

One reason that might still hold sway, the researchers contend, is that many men still believe they could suffer from negative evaluations in the workplace if they take paternity leave (though Japanese law prevents unfair treatment of employees who take parental leave).

Vorschriften müssen nicht dazu führen, dass man keine Nachteile hat. Wenn jemand anderes in der Zeit großartige Arbeit macht, dann ist es nicht unfair, wenn er gegenüber jemanden, der in der Zeit ausgesetzt hat, besser behandelt und eher befördert wird.

The current attitude of Japanese men toward paternity leave is neatly summarized by the researchers as: “I want to but I won’t.” Though personal attitudes have clearly moved on from the conservative gender norms of previous generations, the continuing prevalence of “pluralistic ignorance” is still inhibiting men from adopting an attitude of “I want to, therefore I will.”

Eher sind es denke ich Umstände, die durchaus rational sind. Denn einfach nur zu wollen und es als etwas anzusehen, was eigentlich okay sein sollte, bedeutet eben nicht, dass es keine Nachteile hat.

Fragen zum neuen Jahr

Nachdem nunmehr alle hoffentlich gut in 2018 angekommen sind ist die Frage, was ihr so von dem neuen Jahr erwartet und wie es allgemein weitergeht.

1. Was erwartet ihr im Jahr 2018? Welche größeren Ereignisse stehen an, welche Probleme werden auftauchen, wie wird die allgemeine Entwicklung sein?

2. Zu welchen Themen würdet ihr gerne einen Artikel hier lesen oder diskutieren? Welche Themen waren schon zu oft?

3. Was wäre aus euer Sicht etwas, was die Männerbewegung voranbringen könnte? Wie setzen wir es um?

4. Welche Aktionen plant ihr oder würdet ihr gerne sehen?

5. Wie wäre es denn im neuen Jahr mal wieder mit ein paar Blogparaden, also in jedem Blog werden zu einem gemeinsamen Thema Beiträge veröffentlicht wie zB hier. Wenn ihr interessiert seid: Zu welchen Thema? Und wer würde mitmachen?

6. Was läuft gegenwärtig im Blog nicht so gut? Sollte mehr moderiert werden oder weniger? Was stört euch, was gefällt euch?

 

Frohes neues Jahr und auf ein schönes 2018!

Auf ein schönes 2018, dass schon aufgrund der politischen Situation sehr spannend werden wird, aber sicherlich auch sonst einiges Neues und Unerwartetes mit sich bringen wird!

Ich wünsche euch alles Gute im neuen Jahr!