Wie man merkt, dass man Teil eines Hasskultes ist

Ein Tweet, der, da von einer Feministin, etwas unreflektiert in Hinblick auf ihre eigene Bewegung ist, aber dessen Definition ich gar nicht so schlecht finde:

Und noch mal als Text:

Du merkst, dass du Teil eines Hasskultes bist, wenn: Du deine Meinung nicht einfach ändern und die Gruppe verlassen kannst, ohne dass die Ingroup dir das als Hochverrat auslegt und dich zu zerstören versucht. #TERFs

Passt sie?

Irre Feministische Thesen: Sibel Schick: JK Rowling ist die kleinere Putin

Sibel Schick haut ein Statement raus, welches mich zu einer neuen Serie inspiririert: Irre feministische Thesen:

Noch mal als Text:

Putin ist einer der größten und bekanntesten lebendigen Faschisten der Welt. Putin kriminalisiert, verfolgt und tötet queere Menschen. Putin verteidigt JK Rowling öffentlich. Die Gleichung ist nicht so schwer, liebe Leute. JK Rowling ist die kleinere Putin. Jede*r TERF ist.

Ist das noch rational zu erklären?

„Nur 35% widersprechen der Aussage „Der Feminismus richtet mehr Schaden an als er Gutes tut““

Arne berichtet über einen interessanten Beitrag in der Hochrhein-Zeitung:

Hamburg, 05. März 2021 – Zum internationalen Weltfrauentag, der am 8. März weltweit begangen wird, zeichnet sich ein weiterhin eher konservatives Bild ab, was die Meinungen zur Gleichberechtigung der Geschlechter betrifft. Allerdings stimmen laut einer internationalen Umfrage, die Ipsos in Zusammenarbeit mit dem Londoner Kings´ College durchführte, nur 18 Prozent der Menschen in 30 Ländern der Aussage zu, es gebe gar keine Ungleichheit zwischen Frauen und Männern, in Deutschland sind sogar nur 12 Prozent dieser Meinung.

Die Umfrage habe ich hier gefunden. Sie ist ganz interessant und enthält noch einige andere Grafiken als dieser Artikel. Diese etwa:

Man kann dort auf die einzelnen Länder klicken und die Zahlen dafür sehen.

In Deutschland haben wir

  • 12% strongly/tend to agree
  • 62% strongly/tend to disagree

Leider ist es nicht nicht nach Männer und Frauenbenachteiligung aufgeschlüsselt.

In Saudíarabien haben wir:

  • 35% strongly/tend to agree
  • 24% strongly/tend to disagree

Das macht natürlich auch deutlich, dass alle Aussagen über den Schnitt eine sehr starke Streuung haben werden.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass Männer (21%) eher als Frauen (14%) der Ansicht sind, dass die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern nicht wirklich existiert (in Deutschland stehen 15% der Männer 10% der Frauen gegenüber). Gleich in mehreren Ländern ist der Anteil der männlichen Befragten, die keine Ungleichbehandlung sehen, sogar mehr als doppelt so hoch wie der Anteil der weiblichen Befragten (u. a. Australien, 30% gegenüber 14%; Rumänien, 27% gegenüber 13% und Russland, 30% gegenüber 12%).

Es bliebt natürlich auch noch die Rubrik „bin mir nicht sicher“. Wobei die Frage ja auch aus meiner Sicht nicht einfach zu beantworten ist, weil sie ein unglaublich weites Feld abdeckt. Schaut man jetzt zB auf das Familienrecht oder die Wehrpflicht oder auf den Gender Pay Gap? Oder auf das große und ganze im täglichen Leben bzw im Beruf?

Männer skeptischer gegenüber Feminismus

Jeder dritte Mann weltweit ist darüber hinaus der Überzeugung, dass Feminismus mehr schadet als nützt (32%) und glaubt, dass die traditionelle Männlichkeit bedroht ist (33%). In Deutschland sehen 23 Prozent der Befragten mehr Schaden als Nutzen im Feminismus (27 Prozent der Männer gegenüber 18 Prozent der Frauen). Die Ansicht, dass in unserer heutigen Zeit die traditionelle Männlichkeit bedroht sei, teilen hierzulande 26 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen. Etwa ein Fünftel der Befragten weltweit (19%) ist gar der Meinung, dass der Feminismus dazu geführt hat, dass Männer in wirtschaftlicher, politischer oder sozialer Hinsicht an Macht verloren haben, wobei Männer dieser Meinung erneut eher zustimmen als Frauen (23% gegenüber 15%). Auch in Deutschland teilen immerhin 15 Prozent der Befragten diese Auffassung (21% der Männer gegenüber 10% der Frauen).

Infografik

Interessant ja insoweit, dass es immerhin 18% der Frauen bejahen, wobei das ja auch nicht bedeutet, dass die anderen die Ansicht vertreten, dass er nicht schadet. Auch hier gab es die Möglichkeit „weiß ich nicht“. Interessant wäre „in einigen Bereichen/Ländern nutzt er, in anderen nicht“ bzw „es kommt darauf an, welchen Feminismus man meint“

 

Schuldzuweisungen an Opfer sexueller Gewalt bestehen weiterhin

In 18 der 30 befragten Länder stimmen die Befragten mehrheitlich nicht der Aussage zu, dass Gewalt gegen Frauen häufig vom Opfer provoziert wird (64% Ablehnung in Deutschland). In 21 von 30 Ländern teilen Mehrheiten zudem nicht den Vorwurf, dass Frauen, die angeben missbraucht oder vergewaltigt worden zu sein, diese Behauptungen oft erfinden oder übertrieben darstellen (55% in Deutschland). Dennoch bleibt in einigen Ländern der Anteil der Befragten, die eine Schuld bei den Opfern sexueller Gewalt sehen, relativ hoch.

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Noch mal eine andere Grafik darunter:

Da zeigt sich ein etwas anderes Bild, man könnte etwa auch formulieren, dass nur 35% der Aussage widersprechen „Der Feminismus richtet mehr Schaden an als er Gutes tut“

Ich habe das einfach mal als Überschrift verwendet um mal das Narrativ etwas anders auszurichten.

Und bei einer Frage wie „violence ist often Provoked by the Victim“ ist auch der Abfragemodus schwierig. Was sagt man da, wenn man meint, dass das durchaus vorkommt, aber „often“ zu viel findet oder meint, dass es vielleicht nicht provoziert ist, aber beide ihren Anteil daran haben?

Etwa jeder Siebte (15%) ist der Auffassung, dass Gewalt gegen Frauen oft vom Opfer provoziert wird, darunter 13 Prozent der Frauen. In Deutschland ist der Anteil der Frauen, die dieser Aussage zustimmen, mit 15 Prozent sogar größer als bei den männlichen Befragten (13%). Fast jeder zehnte Deutsche (9%) findet darüber hinaus, dass es die Pflicht einer Frau ist, mit ihrem Partner oder Ehemann Sex zu haben, auch wenn sie keine Lust dazu hat. Drei Viertel der deutschen Befragten (74%) stimmen dem jedoch nicht zu.

Auch dazu noch eine Grafik:

In der Stadt Genf sollen sie in städtischen Einrichtungen – etwa im Schwimmbad oder im Theater – bald zwanzig Prozent weniger bezahlen als ihre männlichen Mitbürger.

Ein Bericht über eine Idee in Genf:

Preisnachlass für die Frauen: In der Stadt Genf sollen sie in städtischen Einrichtungen – etwa im Schwimmbad oder im Theater – bald zwanzig Prozent weniger bezahlen als ihre männlichen Mitbürger. Das Genfer Stadtparlament hat in der Nacht auf Donnerstag nach hitzigen Debatten eine entsprechende Motion verabschiedet.

Die links-grüne Mehrheit der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte will damit auf die noch immer bestehende Lohnschere zwischen den Geschlechtern hinweisen. Mit noch mehr Diskriminierung? Die Forderung spaltet die Gemüter.

Zu den zentralen Köpfen hinter dem Vorstoss zählt Brigitte Studer (74). Sie sitzt für die Linksaussen-Partei Ensemble à Gauche im Genfer Stadtparlament. Gegenüber «SRF News» sagt sie: «Die Idee entstand am Frauenstreik 2019. So machen wir die Lohnungleichheit sichtbar.» Dabei handle es sich um eine rein symbolische Massnahme. Die Motion lasse der Stadtregierung den nötigen Spielraum zur Umsetzung.

Dem widerspricht Staats- und Verfassungsrechtler Bernhard Waldmann (53) vehement. Er sagt: «Eine solche Regelung ist klar verfassungswidrig.» Auch die Stadt Genf müsse die Grundrechte der Bundesverfassung befolgen. Differenzierungen nach Geschlecht dürften nur vorgenommen werden, wenn triftige Gründe vorliegen würden.

Gemeinederätin Studer kontert, dass die Lohngleichheit, die auch in der Verfassung stehe, seit Jahrzehnten ebenfalls nicht eingehalten werde.

Dass man im Feminismus den Unterschied zwischen Ergebnisgleichheit und Chancengleichheit nicht versteht ist klar.

Ich habe auch wenig Zweifel daran, dass man damit rechtlich nicht durchkommt.

Aber es ist typisch für die Denkweise von Feministinnen: Nur in Gruppen, irgendwie Symbole setzen, eine Bevorzugung von Frauen kann nicht falsch sein, weil diese ja sonst schon überall benachteiligt sind.

 

„Der gefährliche Aufstieg von Männern, die sich nicht mit „woken“ Frauen treffen wollen“

Ein Artikel, der eine gewisse Aufmerksamkeit im Netz erhalten hat ist „The Dangerous Rise Of Men Who Won’t Date “Woke” Women

Aus dem Inhalt:

Not wanting to date „woke“ women, far from being laughable, is actually one of the more insidious aspects of it. Spend an afternoon on any major dating app and you’ll come across (generally white) men saying openly sexist and misogynistic things. They might say „no psychos“ or that they „fucking hate big eyebrows“ in their bios. And, by and large, they also tend to hold extremely right-wing views and see themselves as victims of liberal thinking.

In fact, as I was writing this, a dear friend sent me a screenshot of a guy she’s just matched with who describes Jordan B Peterson as his „dream dinner guest“. Yes, the same Jordan B Peterson who thinks that white privilege is a „Marxist lie“ and wants millennials to drop their obsession with „social justice“.

I, meanwhile, recently had to block someone who after matching with me launched into a vile rant about how women are „evil“, „only want sex“ and treat men as though they are „disposable“. When I asked him if he hated women he replied that he had „only moderate disdain“ for us before asking me whether I didn’t want to date him because I’m actually „pretty rough“.

(…)
The reactionary influence of these ideas doesn’t stop at dating, though. As the campaign group Hope Not Hate reported last year, a hostility towards feminism is feeding directly into far-right movements online. They found that a third of young British people today believe that feminism is marginalising or demonising men and warned that these beliefs were a „slip road“ to other far-right ideas.

Mir fällt allerdings auch kein Grund ein ein Woke Frau als Partnerin in Betracht zu ziehen.

Was soll dabei positives herauskommen.

Und die untere Zeile ist wie eine Kommentatorin anmerkt, in der Tat ein Beispiel dafür, wie wenig die Autorin reflektiert:

I’m extremely concerned at the lack of self-reflection in this article:

„As the campaign group Hope Not Hate reported last year, a hostility towards feminism is feeding directly into far-right movements online. They found that a third of young British people today believe that feminism is marginalising or demonising men and warned that these beliefs were a „slip road“ to other far-right ideas.“
I look at this statistic in two ways:
1) Is our movement marginalising or demonising men? What are the ways we are doing this and what is the impact of this?
2) If we aren’t demonising men, then something about the way we are communicating our message is not clear to the audience. Let’s improve the way we communicate.

Das wäre in der Tat mal eine wesentlich interessantere Idee. Aber die typische radikale intersektionale Feministin würde dazu wohl sagen: Es ist nicht meine Aufgabe Männer zu belehren, warum der Feminismus richtig ist, schon gar nicht gegenüber Männern

Ein anderer Kommentar:

So everyone who isn’t an SJW/Has no idea what all the Tumblr buzzwords are, is ‚far right‘? Don’t overthink this. People in general don’t want to spend their time in a relationship walking on egg shells, or hearing shrill, scolding shrieking every time they say or do anything. No one wants to do that anywhere, let alone in their own home with someone who is supposed to be their partner.

und ein weiterer Kommentar:

It’s one thing to advocate for legal equality, social respect, and all-around fair treatment. No problem with that whatsoever. It’s quite another to become yammering, obnoxious, grating, lecturing fools. I can apply this directly to my own „LGBT“ tribe. I am 62 years old and have seen a truly vast improvement in both the legal and social climate. It’s truly night and day compared to what it was 45 years ago when I was coming to grips with all of it. These days, my tribe includes a minority with a minority who will not take „Yes“ for an answer. These people seem to thrive on victimhood that is now a faint shadow of what it once was. Yes, it’s a big country, and bad things happen. But those are now outliers and not cause to go on a jihad against our hetero brethren. Acknowledge the overall victories and then do what those activists were always fighting for: Live your life. You cannot force people to love, celebrate, or even like you. As long as you have your liberty and enough social respect to get by, you are ahead of the game. Society is not your enemy, yet like nature itself, it’s not necessarily your friend. Society cannot provide happiness, success, or personal fulfillment, and on a personal level you cannot hector your way into those things. Harsh, I suppose, but also true. People need to grow up and take responsibility for themselves.

Ich würde ihr vielleicht zustimmen, dass die Aussage, dass man keine woken Frauen datet im Profil mir auch eher als Red Flag erscheinen würde, wenn mich eine Freundin  fragen würde, was ich von dem Profil halte. Einfach weil es eine zu starke Betonung ist für meinen Geschmack.

 

Der Fairness halber hier ein Auszug aus einem Artikel, der erläutert, warum es vorteilhaft ist woke Frauen zu daten:

1. We will get turned on (not off) by your emotions

Das ist aus meiner Sicht eine sehr unvollständige Aussage dessen, was Frauen interessant finden.

Gegen Emotionen ist grundsätzlich nicht zu sagen. Nur eben zur richtigen Zeit und ohne das der andere als Weichei rüber kommt.

2. You will have the best orgasms of your life

Also die Ankündigung, dass woke Frauen nichts auf Geschlechterrollen geben und insofern eher einen Prostataorgasmus bewirken werden. Wäre interessant ob das so wäre,  ich bin etwas mißtrauisch. Aber ansonsten reicht eigentlich eine Erklärung über die Prostata und ihre Stimulation ebenfalls häufig aus.

3. She will push you to success

Das klingt etwas bizarr. Weit eher wird sie dir vorhalten, dass du erfolgreich bist, weil du ein Mann bist und sie nicht, weil sie eine Frau ist. Und dir etwas über Privilegien erzählen.

4. You will save money

Männer meinen häufig sie müssten so viel ausgeben. Dabei ist das nach meiner Erfahrung gar nicht erforderlich.

5. She will make you a better man

I believe empathy is the key to many of our problems, whether they be societal or personal. As much as empathy is innate, I also think it is a skill that needs to be practised on the regular. As we have seen time and time again through history, it is a lot easier to hate and fear what you don’t understand. It is challenging to be empathetic to issues that don’t concern or affect you because they don’t feel real.

Dating a woke woman is a sure-fire way of becoming a better person. They will have you practising empathy regularly and caring for people and situations you had no idea where real. (…)

Man sollte schon nie eine Frau daten, die meint, dass Männer nicht von sich aus zur Empathie in der Lage sind.

Merkwürdig, dass ihr das gar nicht auffällt. Würde eine weiße Frau in „Warum Schwarze mich daten sollten“ anführen, dass sie von ihnen endlich lernen könnte,  „Geld durch Arbeit und nicht mehr durch Straftaten zu erhalten“ dann würde der Rassismus sofort auffallen. Aber klar, wenn man aufgrund seine Idologie denkt, dass Männer zu Empathie nicht in der Lage sind, dann erscheint das als Argument.

„Übertreibe ich, wenn ich sage, ich hasse Männer? Nein. Date ich sie trotzdem weiterhin, obwohl sie mich nerven? Ja.“

Das Missy Magazin lässt eine Autorin, die das Pech hat, heterosexuell zu sein,  mal wieder ihre Männerfeindlichkeit ausleben

Es ist Sonntag und ich habe einen Kater. Die einzig logische Konsequenz, die jetzt daraus folgt: Ich packe mein Handy aus und swipe um mein Leben. Manchmal swipe ich so schnell, dass ich nicht mal die Gesichter der Menschen erkenne. Während ich so vor mich hinswipe, stelle ich mir vor, ich wäre ein fiktiver Charakter in einer linken Telenovela, in der ich jetzt von irgendeiner Grit verurteilt werden würde, weil ich mit meinem bösen iPhone Menschen zur Ware mache und die Grundprinzipien des linken Aktivismus verrate. Ich muss grunzen. Ein bisschen schlecht fühle mich aber auch, weil ich es andersrum genauso kacke finde, objektiviert zu werden.

Die Autorin, Huyen Trang Nguyen Le, ist also auf Tinder unterwegs und wischt sich so durch. Und natürlich muss sie erst einmal darstellen, dass es ja alles irgendwie schlecht ist, unmenschlich, und irgendwie ein zum Objekt machen.
Dabei ist es letztendlich insbesondere unserer Gabe geschuldet uns von einem Bild bereits einen guten ersten Eindruck von einer Person zu machen, der meist schon recht präzise dafür ist, ob uns derjenige als Partner interessant vorkommt.

Zu ihrer Person:

Huyen Trang Nguyen Le
*1990, Redaktion Online & Social Media
studierte Linguistik  und vereint in Netzwerk- und Bildungsarbeit postmigrantische und generationsübergreifende Perspektiven.  In den letzten Jahren war sie in unterschiedlichen Projekten mit dem Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit und Eventmanagement involviert. Als Mitgründerin der Grassroots-Organisation Justice is Global Europe ist sie neben ihrer Arbeit beim Missy Magazine weiterhin politisch aktiv.

Auf der Justice is Global Seite findet sich auch ein Foto:

Trang Nguyen

Trang Nguyen

Als intersektionale Feministin dürfte sie sich als doppelte Minderheit sehen, einmal als Asiatin und dann als Frau. Das Dating für sie in einem überwiegend weißen Land dann schwierig sein muss, weil die Leute zum einen nicht ihren besonderen intersektionalen Status hinreichend beachten werden und zum anderen weil sie sich sowohl mit Männern als auch noch mit weißen Männern auseinandersetzen muss, was ja ohnehin schon eine Zumutung ist.

Ich nutze Dating-Apps jetzt schon seit einer Weile, obwohl ich sie ätzend finde. Außerdem denke ich, dass der Algorithmus mir mit Absicht das Leben zur Hölle machen will, weil ich ständig weiße Typen mit Dreadlocks, irgendwelche schlimmen Social Entrepreneurs oder FDP-Wähler vorgeschlagen bekomme und mich frage, was die Scheiße eigentlich soll.

Weiße Typen mit Dreadlocks sind natürlich Rassisten, Entrepeneurs und FDP-Wähler sind Kapitalisten und damit auch nichts, mit dem man etwas anfängt. Ein „intersektionaler Feminist“ Algorithmus für eine eigene Flirtseite wäre eigentlich interessant. Vielleicht müsste man beidseitig alle möglichen Fragen beantworten oder eine Privilegsberechnung anstellen, wäre aber interessant, wie man dann die jeweiligen „Matchen“ kann. Weiße mit „PoCs“ nur, wenn sie besonders viel Privileg zugeben?

Neulich schrieb mich z.B. ein bekannter Ökonom und Professor an, der mich in seiner Nachricht dazu aufforderte, ihn zu googlen (okay?), bevor er mich dann fragte, ob er mich denn mal „ans Meer entführen dürfte“. Wie nett von dir, dass du da noch schnell Konsens abfragst. Ich möchte nur noch schreien.

„Sogar ein bekannter Typ will mich aber ich lehne ihn natürlich ab“ ist auch so ein klassisches Element. Ich habe gerade den Namen dafür vergessen. Es klingt etwas arrogant darauf hinzuweisen, dass sie ihn googlen kann, aber anderseits kann es ja in der Tat der einfachste Weg sein, wenn man viel über ihn im Internet findet.

Sich über die Formulierung „ans Meer entführen“ aufzuregen finde ich etwas merkwürdig, denn es ist ja nicht als etwas gegen den Willen durchgeführtes gemeint. Es geht darum etwas spontanes zu machen und das einfach so aus dem Alltag heraus. Aber gut, Sprache drückt ja im intersektionalen auch schon Macht aus und da geht so etwas natürlich gar nicht.

Ab und an passiert dann noch das: Ich denke, dass ich einen Typen gut finde, und treffe mich dann mit ihm. Dass Infos wie „Berghain = Kirche“, „ich gehe gerne bouldern“ oder Bilder beim Bierpongspielen mir schon davor zu denken hätten geben müssen, blende ich erst mal aus, denn schließlich hat er einen süßen Schnauzer und hört auch gern Hunx and his Punx.

Als Nichtberliner musste ich das erst einmal googlen, anscheinend geht es beim Berghain um einen sehr angesagten Club, der für Elektromusik bekannt ist und dessen Fans ihn religiös verehren.

Was nun an Bouldern schlecht sei soll weiß ich nicht, es ist als Klettersport  etwas, was zum einen einen guten Körper machen kann und zwar eher ein Einzelsport ist, bei dem man aber auch häufig jemanden braucht, der einen sichert etc. Bierbongspielen würde dann wohl für Alkohol und Party spielen.

Schon merkwürdig, dass sie solche Punkte ausblendet, wenn sie ihr anscheinend nicht passen.

Ich tu also das, was jeder Mensch, der zu viele Romcoms in seinem Leben geguckt hat, tun würde: Ich ignoriere die Red Flags und rede mir ein, dass ich meine Datingfaulheit und Bindungsangst überwinden kann, wenn ich nur ihn date. I got news for you: Hätte ich von Anfang an auf die Red Flags gehört und meine Bedürfnisse an erste Stelle gestellt und Grenzen gezogen, dann hätte ich mir Zeit und Energie und viele Vaginalpilze ersparen können. Dabei verstärken solche Erfahrungen in Wahrheit meine Datingfaulheit und Bindungsangst sogar noch. Wenn ich daran denke, wie der Großteil der Männer sich ihrer Verantwortung entzieht, indem sie Konflikten mit Sätzen wie „Es tut mir leid, dass du dich so fühlst“ oder „Wenn es dir damit nicht gut geht, dann sollten wir es lassen“ aus dem Weg gehen, bekomme ich direkt Puls.

Da ist sie ja endlich das Opfer. Faszinierend: Sie blendet alles mögliche aus, was ihr anscheinend an ihm stören wird und dann wirft sie ihm vor, dass die Männer (die diese Vorbehalte ja gar nicht haben, jedenfalls ist das nicht aus dem Text ersichtlich) sich der Verantwortung entziehen. Was sollen die denn sagen? „Oh ich klettere gerne, aber das könnte dich ja irgendwie stören, da lassen wir es doch lieber?“.

Sie hat eine Datingfaulheit und Bindungsangst und sucht sich trotzdem die falschen Männer aus und das verstärkt dann wieder ihre Datingfaulheit und Bindungsangst und das das ist dann die Schuld der Männer.
Zudem Scheidenpilze? Was will sie denn damit sagen? Können da die Männer was für?

Ich zitiere noch mal von oben:

Wenn ich daran denke, wie der Großteil der Männer sich ihrer Verantwortung entzieht, indem sie Konflikten mit Sätzen wie „Es tut mir leid, dass du dich so fühlst“ oder „Wenn es dir damit nicht gut geht, dann sollten wir es lassen“ aus dem Weg gehen, bekomme ich direkt Puls.

Ich kann mir ja vorstellen, dass sie den Männern alles mögliche an Fehlern, die sie begangen haben sollen, vorgehalten hat, weil ein (weißer) Mann bei einer intersektionalen Feministin eh nichts richtig machen kann.  Da finde ich dann die Aussage „Es tut mir leid, wenn du dich so fühlst“ oder „wenn es dir damit nicht gut geht, dann sollten wir es lassen“ sehr nachvollziehbar. Wahrscheinlich hatte sie gedacht, dass sie ihnen erklärt, dass sie sich fürchterlich unterdrückt, benachteiligt und ausgebeutet fühlt und das die Männer irgendetwas fürchterlich falsch gemacht hatten und die hatten keine Ahnung, was sie eigentlich falsch gemacht haben und die sie dann schlicht zu kompliziert fanden um da noch viel zu investieren.

Sie hatte vermutlich erwartet, dass sie ihre Fehler einsehen und hart an sich arbeiten um ihre Privilegien oder ihren Rassismus abzubauen. Aber anscheinend hatten die Mistkerle keine Lust dazu.

Ganz ehrlich? Ich glaube, alle elf Minuten radikalisiert sich eine single hetero Frau über Dating-Apps. Zu keiner anderen plausiblen Schlussfolgerung komme ich, wenn ich über Onlinedating nachdenke.

Ich befürchte, dass jeder, der für Missy schreibt, eh schon radikalisiert ist. Und klar: Ist man schon radikalisiert hat man sich eigentlich sein Datingleben schon so kaputt gemacht, dass man sich wahrscheinlich immer weiter reinsteigert. Alles ist, gerade bei einer PoC, dann ja irgendwie ein Angriff auf sie, um so mehr, wenn man sich ausserhalb der intersektionalen Szene bewegt.

Wenn ich nur auf meine letzten Liaisons zurückblicke, frage ich mich, wie es meine Freund*innen überhaupt mit mir aushalten konnten. Seit Monaten agitieren sie mich zum selben Thema und predigen mir: Hör auf, in Menschen zu investieren, die nicht auch in dich investieren. Da war z. B. Lukas (so heißen doch alle Almanboys, richtig?), der meinen Namen nicht richtig aussprechen wollte, weil er ein ignoranter Hund war, oder Lukas, der mich als Vorspiel ungewollt an einer zweistündigen Cry-Session über seine Scheidung teilhaben ließ.

Schwierig jemanden zu finden, der auch in sie investiert, wenn sie ein so merkwürdiges Verhältnis zu Männern hat. Wenn die sich alles mögliche an intersektionalen Blödsinn vorhalten lassen müssen, dann lohnt sich eben für sie die Investition nicht. Und es wäre auch interessant, was sie als Investition betrachtet: Ihnen beizubringen, dass sie Sexisten und Rassisten sind? Oder schlicht mit ihnen zu schlafen und zu hoffen, dass sie sich bessern?

Das man den Namen Huyen Trang Nguyen Le  nicht gut aussprechen kann finde ich sehr nachvollziehbar, ich bin noch nicht einmal sicher, was hier eigentlich ihr Rufname ist. Es spricht auch etwas dagegen, dass sie so viel in die Leute investiert hat, wenn sie eine „Cry-Session“ so abwerten.

Übertreibe ich, wenn ich sage, ich hasse Männer? Nein.
Date ich sie trotzdem weiterhin, obwohl sie mich nerven? Ja.

Warum nur findet sie keine Beziehung?? Ihr Männerhass ist doch vollkommen berechtigt, dass müssen die die Männer doch einsehen und gerade in sie investieren.
Und die Arme bringt hier ein solches Opfer, das sollten die Männer doch bitte anerkennen.

Dass ich mich dabei komplett ambivalent zu meinen Wertvorstellungen von einer freien und gleichgestellten Welt verhalte, muss ich an dieser Stelle hoffentlich nicht mehr betonen. Und wofür das alles? Für Aufmerksamkeit? Einen netten Plausch? Anerkennung? Oder suche ich etwa insgeheim doch nach der großen (Disney-)Liebe?

Was ist jetzt das ambivalente? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich selbst kritisiert und merkt, dass ihre Einstellung zu Männern nicht mit einer freien und gleichgestellten Welt in Einklang zu bringen ist.

Also vermute ich mal, dass sie es als weiteres Opfer ansieht, dass sie, obwohl die Männer ihr Bild der freien und gleichgestellten Welt nicht stützen und sich nicht entsprechend verhalten, diese weiter mit der Gnade bedenkt, sie dennoch, obwohl sie sie hasst, weiter zu daten.

Aber leider kommt ja nichts dabei raus.

Ich halte inne, verziehe meine Augenbraue und lege das Handy beiseite. Ich glaube, unterschwellig bin ich permanent auf der Suche nach einer Person, einem Gefühl oder einem (sexuellen) Erlebnis, das mich vom gesellschaftlichen Druck befreit.

Nur das das eben nicht möglich ist. Denn den Druck innerhalb der intersektionalen Theorien ist ja nun einmal nicht abzubauen. Im Gegenteil: Für sie muss es immer wieder zu mehr Druck führen, weil sich aus ihrer falschen Ideologie heraus alle anderen falsch verhalten und auf den richtigen Weg gebracht werden.

Alexandra Kollontai hat 1911 geschrieben: „Wir sind Menschen, die in einer Welt der Eigentumsverhältnisse leben, einer Welt der scharfen Klassengegensätze und zugleich der individualistischen Moral. Wir leben immer noch unter dem schweren Zwang einer unvermeidlichen Einsamkeit der Seele.“ Ich lese diese Zeilen und kriege Bauchschmerzen, weil ich realisiere, dass ihre Worte immer noch Gültigkeit haben. Und Widersprüche auszuhalten, heißt nicht nur, diese zu tolerieren, sondern auch, dass ich auf Dinge verzichten und toxische Beziehungen kappen muss und im „schlimmsten“ Fall „allein“ bleiben werde.

Das zeigt schön, wie schädlich die intersektionalen Theorien sind. Eben weil sie Probleme zwischen Gruppen und für das Miteinander aufwerfen, die eigentlich gar nicht bestehen. Sie vergrault alle Männer, die evtl an ihr interessiert sein könnten, weil sie alle möglichen Probleme sieht, die eigentlich gar nicht bestehen und wahrscheinlich auch keine Vorstellung davon hat, wie sie als Asiaten sich überhaupt mit einem weißen Mann vernünftig einlassen kann, ohne das sie ihm dauernd etwas vorwirft und ihn umerzieht.

Stattdessen aber habe ich im Laufe meines Lebens eine tolle Strategie entwickelt, die ich vor allem im Dating konsequent auslebe und die bestimmt der einen oder anderen von euch auch bekannt sein dürfte: Ich spreche von der guten, alten Selbstsabotage. Oft rede ich mir vor einem Date ein, dass ich mit den Männern kein Wort reden und sie dann nur ficken werde, aber wen veräppele ich hier eigentlich? Das Machtverhältnis bleibt asymmetrisch und ich werde nicht freier – ob ich sie für meine sexuellen Bedürfnisse benutze oder nicht. Auch die Gespräche mit meinen Freundinnen zeigen mir immer wieder: Hetero Liebesbeziehungen sind für den Arsch, weil Gleichstellung in dem System, in dem wir leben, nicht existiert.

Sehr schön. Sie hat eine gewisse Einsicht, dass sie da was falsch macht, sie versteht nur nicht, dass es nicht ominöse Machtverhältnisse sind, sondern die intersektionalen Theorien, die ihr schädliche Machtverhältnisse vorgaukeln, die sie sabotieren.

Sie ist anscheinend nicht der Typ Frau, der einfach so mit Männern schlafen kann und sich dann nicht schlecht fühlt. Sie findet aber auch keinen Weg mehr, wie sie vernünftig mit dem von ihr gehassten Geschlecht umgehen kann.

Dafür wirft sie mit vagen Begriffen um sich wie „Machtverhältnis“ ohne wirklich zu sagen, was die Männer überhaupt für eine Macht ihr gegenüber ausüben. Sie kann nur noch ungesunde Beziehungsmuster leben, weil sie sich nicht auf Männer einlassen kann, sie eine zu ungesunde Einstellung diesen gegenüber hat, und die auch keine Lust darauf haben, das mitzumachen. Man könnte dem Foto nach sagen, dass sie nicht hübsch genug für ihre Verrücktheit ist bzw vielleicht bei den Männern nicht bereit ist sich auf Männer einzulassen, die sich auf ihre Verrücktheit einlassen.

hot crazy scale

Aber weiter im Text:

Zugegeben: Die Zuckerbrot-und-Peitsche-Erziehung meiner Migra-Eltern hat nicht dazu beigetragen, dass ich ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt habe. Und auch die patriarchale Kackgesellschaft und die rassistische deutsche Leitkultur geben mir nicht gerade das Gefühl, ein wertvoller Mensch zu sein.

Puh, da kommt ja einiges zusammen. Ich kann mir vorstellen, dass ihr geringes Selbstvertrauen auch etwas war, was die intersektionalen Theorien für sie besonders interessant gemacht hat. Endlich hat sie ihren Platz in der Welt gefunden und dazu noch einen Sündenbock, der an allem, was schief geht schuld ist.

Aber das ist eben keine gesunde Einstellung. Und daraus entsteht eben auch kein wirklich besseres Selbstbewußtsein, weil man ja immer wieder merkt, wie man bei anderen ankommt und dann immer mehr gegen eine Mauer läuft. Ich hatte das schon einmal bei dem Artikel einer Pro-Fat-Aktivistin, die sich immer wieder aufpusht und sich einredet, dass sie schön ist, dann aber immer wieder merkt, dass sie nicht so wahrgenommen wird, ausgeführt. Auch da führte der Versuch sich immer wieder ein Parallelwelt aufzubauen, in der sie besser ist, eher dazu, dass sich ihr Zustand verschlechtert. Ich finde aber gerade den Artikel nicht.

Und ja, ich setze mich mit meinen Traumata auseinander. Aber muss ich das jetzt wirklich auch noch machen, wenn ich Lukas daten will? Kann mein Leben bitte nicht immer nur Kampf sein?

Das ist auch das Problem, wenn man in Gruppen denkt. Männer schulden ihr nichts. Wenn sie als Person diverse Nachteile hatte dann muss sich deswegen dennoch kein Mitglied der Gruppe man auf sie einlassen. Da kommt immer ein gewisses Entitlement hoch, welches bei Männern wahrscheinlich besser erkannt würde. Und wenn sie nicht mit sich selbst im Reinen ist, dann werden eben viele Männer besserer Qualität sich lieber andere Männer suchen.

Es ist gar nicht mal so leicht, Männer nicht zu hassen, wenn man von Mehrfachdiskriminierung betroffen ist und verstanden hat, wie Unterdrückung und Ausbeutung funktionieren. Und es ist fast noch schwieriger, das eurozentrische Schönheitsbild zu verlernen, patriarchale Verhaltensweisen zu benennen, gegen Gaslighting gegenzuhalten und tagtäglich die Grundpfeiler einer gesunden Beziehung neu zu verhandeln, wenn die Grundbasis für mein Datingleben wie folgt aussieht: (weißer) linker fragiler cishet Dude aus Akademiker*innenfamilie, der Theorie nicht in Praxis umsetzen kann.

Der Absatz fasst ganz gut zusammen, warum ihr Beziehungsleben schlecht läuft. Sie hasst Männer, sie macht sie für alle möglichen Diskriminierungen verantwortlich, für die die einzelnen Männer gar nicht können, sie sieht überall Ausbeutung. Dazu haben diese sie gefälligst für hübsch zu halten (wobei sie dem Foto nach auch in einem asiatischen Bereich, wo die meisten Leute noch eher schlank sind, wahrscheinlich Probleme hätte). Dann sehen die Männer noch nicht mal ein, dass sie ihr dankbar sein sollten, dass sie sie auf ihre patriarchalen Verhaltensweisen hinweist. Statt dessen versuchen die sie zu Gaslighten, indem sie anführen, dass da gar kein Patriarchat ist. Dabei ist das doch ganz klar da!!!1

Und dann noch diese Cishet Dudes, die eigentlich links sind, aber dennoch nicht verstehen, wie sie die linke Theorie umsetzen müssen!

Schlimm. Da sollten die Männer doch wirklich einsehen, dass sie sich mehr anstrengen müssen!

Ich frage mich oft: Ist der Preis für den Kampf um Freiheit Einsamkeit? Und ist Einsamkeit „nur“ ein Gefühl, das ich überwinden kann? Kann ich das vielleicht, indem ich mein Selbstwertgefühl stärke und mich von dem Gefühl der Knappheit befreie? Verliere ich dann die Angst, in dieser Gesellschaft „nicht genug“ zu sein? Und was bleibt mir als Singlefrau in dieser anomisch-patriarchalen Welt, wenn ich mich vom linken Dogmatismus löse? Ich stelle mir wieder das Szenario in einer linken Telenovela vor und frage mich, wie das Staffelfinale ausfallen würde: Bleiben die Charaktere konsequent und gehen keine hetero Liebesbeziehungen mehr ein? Und wie sieht es mit Sex aus?

Sie hat ernste Probleme. In der Tat sollte sie ihr Selbstwertgefühl stärken und sich von dem linken Dogmatismus lösen. Aber dazu ist sie wahrscheinlich schon zu weit drin und empfindet deswegen die Gesellschaft als entfremdet. In einer spanischen Telenovela wäre eine verrückte Feministin allerdings nicht die Hauptfigur, sondern allenfalls deren Hindernis. Aber das ist eine andere Sache.

Ich trete meine Decke weg und stehe auf. Genug geswipet für heute, denk ich mir. Denn Gott sei Dank ist mein Wohlbefinden nicht nur davon bestimmt, wie „gut“ es mit Männern läuft. Meine mentale Gesundheit und mein Glück kann ich durch bedeutungsvolle Beziehungen zu meinen Freund*innen steuern, durch heilende Momente mit meiner Familie und befriedigende Stunden mit meinem Vibrator. Und zu wissen, dass es okay ist, Sex zu haben und die Hoffnung behalten zu dürfen, vielleicht eines Tages einem Mann zu begegnen, den ich nicht komplett hassen werde, aber gleichzeitig auch das Patriarchat stürzen zu wollen, gibt mir zumindest temporär Frieden – bis es wieder heißt: Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung.

Ich denke, da macht sie sich etwas vor. Sie will eine Beziehung und sie wird immer wieder in die Versuchung kommen zu swipen oder es wird immer mal wieder jemand mit ihr flirten. Aber es wird eben nicht gut gehen, solange sie Männer hasst und ihre Einstellung nicht ändert.

Die Hoffnung „Dass sie vielleicht eines Tages einen Mann begegnet, den sie nicht komplett hasst“ kann sie natürlich haben. Das Problem ist aber, dass die meisten Männer nichts mit einer Frau anfangen wollen, die sie „nicht komplett hasst“.

Aber mal sehen, wer einen Artikel von ihr sieht, der da neue Erkenntnisse bringt, der möge es dann mitteilen.

Kristina Lunz und das Centre for Feminist Foreign Policy

Ein interessantes Interview mit Kristina Lunz, die als Feministin Mitgründerin des „Centre for Feminist Foreign Policy“ ist.

ZDFheute: In den regionalen Gremien sehen wir sehr wenig Frauen, im bislang nominierten Kabinett der künftigen Regierung sind es dagegen 50 Prozent. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz?

Kristina Lunz: Ich komme aus einem Dorf mit 80 Einwohnern. In der Gemeinde sind alle Machtpositionen von Männern besetzt.

Die Diskussionen, die wir in Berlin über Gleichberechtigung führen, haben dort keine Relevanz. Im politischen Berlin ist der Druck dagegen größer, Frauen höhere Ämter zu geben. Es gibt in größeren Städten keine Akzeptanz mehr dafür, Frauen von Ämtern fernzuhalten.
Das Land ist üblicherweise konservativer. Allerdings sind in größeren Einheiten letztendlich auch einfach mehr Frauen vorhanden, was dazu führen kann, dass auch eine kleinere Auswahl ausreicht um Kandidatinnen zu haben, die Posten wollen.

ZDFheute: Leben wir noch immer in Strukturen, in denen Männer Frauen die politische Karriere erlauben müssen?

Lunz: Von vielen politisch marginalisierten Gruppen wird oft Dankbarkeit erwartet, wenn sich etwas ändert. Aber tatsächlich entspricht es der Expertise der Frauen, die Ämter zu bekleiden, in denen sie sind. Nur wird die Expertise von Frauen nicht in gleichem Maß anerkannt wie bei Männern. Deshalb kann es durchaus sein, dass sie in ihre Position gebracht werden müssen. Ich bin aber kein Fan davon, dem mit Dankbarkeit zu begegnen.

Das sind ziemlich viele Annahmen. Einmal die Annahme, dass die Frauen steht die tatsächliche Expertise haben, die Ämter zu bekleiden (und anscheinend im höheren Maße als die Männer, die auch für die Posten kandidieren). Die Expertise wird dann nicht anerkannt. Und die die ihre Expertise nicht anerkennen, bringen sie dann anscheinend trotzdem in die Positionen, obwohl sie meinen, dass sie keine Expertise haben.
Und was sie anscheinend auch nicht versteht, ist, dass Politik über Beziehungen läuft und die, die einen in gute Positionen bringen können, immer davon ausgehen, dass man sich bewusst ist, was man ihnen geholfen hat. Und das dann eine Hand die andere wäscht.

Und auch wenn wir künftig 35 Prozent Frauenanteil im Bundestag haben: Diese Frauen werden massiv bekämpft. Ihre Daseinsberechtigung im Amt wird attackiert, ihre Fähigkeiten werden ihnen abgesprochen und sie werden belächelt. Die Widerstände gegen Frauen sind noch immer sehr stark.
Gerade werden Abschiedsreden auf Merkel gehalten, aber klar allen Frauen wird ihre Existenzberechtigung abgesprochen. Dabei sollten doch alle – anscheinend parteiübergreifend – die Frauen toll finden. Das Politiker (m/w) Kritik ausgesetzt sind hat man ja auch abseits von Politikerinnen noch nie gehört.

ZDFheute: Wie sehen diese Widerstände aus?

Lunz: Die Geschichte des Patriarchats war es, Frauen im Häuslichen zu halten. Sie durften nicht wählen, nur mit Erlaubnis des Ehemannes arbeiten. Die Geschichte des Feminismus ist es, aus diesen Strukturen auszubrechen. Um das zu verhindern, wird schon der Versuch oft delegitimiert und sanktioniert. Dies soll die patriarchale Ordnung aufrechterhalten.

Da hatte ich was zu:

Die Frauen im Häuslichen zu halten hatte zunächst erst einmal mit den Kindern zu tun. Und natürlich war es auch ein Privileg, welches viele Frauen energisch verteidigt haben, die sehr zufrieden damit waren, dass sie einen  Mann erwischt hatten, der ihnen ermöglichte nicht arbeiten zu müssen. Am besten natürlich wenn es auch noch für Bedienstete reichte, die auch im Haushalt die Arbeit erledigten.

Und ich habe volles Verständnis für den Feminismus, der Frauen – auch gegen den Widerstand anderer Frauen  und mit Unterstützung vieler Männer – ermöglichte tatsächlich gleichberechtigt zu sein und den Beruf auszuüben, den sie wollten.

Aber auch schön, dass sie da einfach mal als Antwort, was denn konkret gegen die Politikerinnen gemacht wird, ins vollkommen abstrakte und die Geschichte abgleitet.

Je selbstbewusster eine Frau im öffentlichen Raum auftritt, desto stärker die Widerstände. Heute sind es Hass und Gewalt im Internet, mit der Frauen angegriffen werden.
Männer hingegen erleben null Widerstände. Hatte ich schon hier einmal näher erörtert. 
  • Laschet: 77%
  • Baerbock: 14,5%
  • Scholz: 8,4%

Wie man sieht hat Laschet einen vollkommen unwesentlichen Anteil von nur 77% des Hasses, während Baerbock den allermeisten Hass auf sich zieht, nur weil sie eine Frau ist.

ZDFheute: Wie gehen Sie mit diesem Hass um?

Lunz: Während meiner ersten öffentlichen Kampagne bekam ich zahlreiche Drohungen von Gewalt und Vergewaltigungen, auch meine Familie wurde bedroht. Mir hat es geholfen, zu verstehen, dass diese Drohungen nichts mit mir persönlich zu tun haben. Es geht darum, dass dem Versuch von Frauen, das Häusliche zu verlassen und sich zu engagieren, noch immer mit Gewalt begegnet wird. Ich habe dann eine Trotzhaltung entwickelt: Jetzt erst recht.

Drohungen, gerade mit Gewalt, gehen natürlich gar nicht. Aber so konfrontativ wie sie klingt, kann ich mir auch vorstellen, dass sich viele ebenfalls angegriffen haben und dann natürlich auch Leute dabei sind, die übertreiben.

ZDFheute: Welche Strategien helfen Frauen, die in der Politik aufsteigen wollen?

Lunz: Es hilft, sich mit den Geschichten anderer Frauen zu beschäftigen. In der Schule und an den Hochschulen lernen wir nichts über die Geschichte des Patriarchats und nichts über die Frauen, die vor uns gekämpft haben. Aber es ist wichtig, dass junge Frauen diese Mechanismen verstehen.

Oder sie bringen sich richtig ein und engagieren sich in der Sache wobei sie gleichzeitig deutlich machen, dass sie bereit sind, für Posten zu kandidieren. Die „Geschichte des Patriarchats“ ist dabei wahrscheinlich wenig hilfreich.

Warum nur haben sich Leute mit ihr angelegt? Sie wirkt so sympathisch?

Hier können auch Coaching und psychologische Beratung helfen, sich zu wappnen. Die Anfeindungen werden immer kommen. Und je erfolgreicher und selbstwirksamer eine Frau ist, desto mehr Wucht werden diese Anfeindungen entwickeln. Ich wünsche mir, dass sie souverän weitergehen.
Das gewisse „Abhärtung“ und der Umgang mit Kritik wäre in der Tat etwas, was viele Frauen gut

ZDFheute: Welche Rolle spielen Netzwerke?

Lunz: Eine große. Ich habe mir für meine Arbeit ein Netzwerk von Frauen aufgebaut, die ähnliche Wege gehen und rate das auch anderen.

Mir wurden viele Türen geöffnet und ich kann Türen für andere Frauen öffnen. Umso mehr Frauen in machtvollen Positionen sind, desto angenehmer wird das Leben für uns und für die, die nach uns kommen wollen.

Aber für sie eben nur Netzwerke unter Frauen. Andere kennt sie anscheinend nicht.

 

Toxische Männlichkeit Definition

Ich sammele mal ein paar Definitionen:

Englische Wikipedia zu Toxische Männlichkeit

The concept of toxic masculinity is used in academic and media discussions of masculinity to refer to certain cultural norms that are associated with harm to society and men themselves. Traditional stereotypes of men as socially dominant, along with related traits such as misogyny and homophobia, can be considered „toxic“ due in part to their promotion of violence, including sexual assault and domestic violence. The socialization of boys in patriarchal societies often normalizes violence, such as in the saying „boys will be boys“ about bullying and aggression.

Self-reliance and emotional repression are correlated with increased psychological problems in men such as depression, increased stress, and substance use disorders. Toxic masculine traits are characteristic of the unspoken code of behavior among men in prisons, where they exist in part as a response to the harsh conditions of prison life.

Other traditionally masculine traits such as devotion to work, pride in excelling at sports, and providing for one’s family, are not considered to be „toxic“. The concept was originally used by authors associated with the mythopoetic men’s movement such as Shepherd Bliss to contrast stereotypical notions of masculinity with a „real“ or „deep“ masculinity that they say men have lost touch within modern society. Critics of the term argue that its meaning incorrectly implies that gender-related issues are caused by inherent male traits.[1]

The concept of toxic masculinity, or certain formulations of it, has been criticized by some conservatives as an undue condemnation of traditional masculinity, and by some feminists as an essentialist concept that ignores the role of choice and context in causing harmful behaviors and attitudes related to masculinity.

Deutsche Wikipedia zu toxische Männlichkeit:

Toxische Männlichkeit (auch „giftige Männlichkeit“) ist eine Bezeichnung für ein Verhalten von Männern, das als schädlich für die Gesellschaft oder Männer selbst gesehen wird. Der Begriff wurde in der mythopoetischen Männerbewegung der 1980er- und 1990er-Jahre geprägt und fand von dort ihren Weg in die akademische und politische Literatur. Er wurde anfangs überwiegend für Männer am Rande der Gesellschaft gebraucht, etwa in Gefängnissen, um deren aggressives und kriminelles Verhalten zu beschreiben. Als wesentlich für die Ausbildung eines solchen Verhaltens wurde eine fehlende oder gestörte Vater-Sohn-Beziehung gesehen.[1]

Feministen benutzten den Begriff seit den 2000er-Jahren – insbesondere seit 2016 im Kontext von Donald Trump und #MeToo – in Literatur und Medien. Die Begriffsverwendung, insbesondere in feministischen Kontexten, ist umstritten. Oftmals fehlt eine klare Definition des Begriffs oder der Bezug zu anderen theoretischen Konzepten über Männlichkeit. Generell wird Gewalt, Dominanz, Aggressivität, Misogynie und Homophobie mit dem Begriff assoziiert. Der Begriff wird in feministischer Literatur auch als Antwort auf die Wiederkehr rechtsgerichteter maskulinistischer Politik verwendet.[1]

Missy Magazin zu toxischer Männlichkeit:

Toxic masculinity ist Englisch und bedeutet toxische, also schädliche Männlichkeit. Das Konzept beschreibt eine in unserer Gesellschaft vorherrschende Vorstellung von Männlichkeit und umfasst das Verhalten, das Selbstbild und Beziehungskonzepte von Männern sowie kollektive männliche Strukturen. Männer sollen keine Schwäche zeigen, höchstens Wut, sie sollen hart sein, aggressiv und nicht zärtlich oder liebevoll, schon gar nicht miteinander. Männlichkeit muss immer wieder bewiesen werden, z. B. durch die Einordnung in eine Hierarchie, die mit Mutproben und erniedrigenden Ritualen gefestigt wird – auf dem Schulhof genauso wie in der Bundeswehr.

So findet toxische Männlichkeit in der Kindheit ihren Anfang und setzt sich nicht zuletzt in Männerbünden als Organisationsform auf allen Ebenen der Gesellschaft fort. Sie findet aber nicht nur „unter Männern“ statt, sondern richtet sich auch nach außen: In Form von Gewalt gegen andere, vor allem Frauen und Queers, und sexualisierter Gewalt gegen Menschen aller Geschlechter. Es geht immer auch um Sexualität: Nach den Vorannahmen von toxischer Männlichkeit muss ein Mann immer (heterosexuellen) Sex haben wollen und können. Dies ist ein wichtiger Baustein der Vergewaltigungskultur (Rape Culture) und verstärkt zudem das gefährliche Vorurteil, dass Männer nicht Opfer von sexualisierter Gewalt werden können.

100mensch.de

TOXISCHE MÄNNLICHKEIT

Der Begriff bezeichnet ein Verhalten bzw. Selbstbild, das auf einem traditionellen, stereotypen und patriarchalen Männerbild basiert. Die Bezeichnung „toxische Männlichkeit“ (toxisch = giftig, vergiftend) meint nicht, dass alle Männer generell toxisch sind. Sie bezieht sich auf übersteigerte und für die ganze Gesellschaft schädliche Verhaltensweisen und Einstellungen, wie z. B.:

Gefühle (außer Wut und Aggression) werden unterdrückt bzw. nicht gezeigt Gewalt als Mittel der Problemlösung / Recht des Stärkeren Aggressives und dominantes Auftreten (z. B. auch in Gesprächen)
„Recht“ auf sexuelle Aggression, Übergriffigkeit, Grenzüberschreitungen
Übersteigertes Konkurrenzdenken
Selbstanspruch, alles unter Kontrolle haben müssen
Selbstanspruch, alles alleine schaffen zu müssen
Abwehr von vermeidlich „weiblichen“ Eigenschaften als Schwäche
Dieses Verhalten hat negative Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft, da toxische Vorstellungen von Männlichkeit zur Diskriminierung aller anderer Geschlechter, z.B. in Form von Misogynie (Frauenfeindlichkeit) sowie Homo- und Trans*feindlichkeit, führen.

Viele dieser Vorstellungen sind noch immer in der Erziehung von Kindern in Aussagen wie „Jungen weinen nicht“, oder „Gewalterfahrungen gehören zum Mann-werden dazu“ verankert. Das toxische Männlichkeitsbild und die Gewalterfahrungen der Väter werden so auf deren Söhne übertragen (Traumavererbung).

Toxische Männlichkeit geht mit der Angst einher, Privilegien zu verlieren oder nicht als „richtiger Mann“ bzw. als „weiblich“ angesehen zu werden. Sie schränkt die eigene Individualität ein, kann aber auch ein Gefühl von Sicherheit geben. Dabei hat toxische Männlichkeit ausgeprägte negative Auswirkungen auf Männer: z.B. selbstschädigendes Verhalten wie das Vermeiden von Arztbesuchen und das Verschweigen von Depressionen, was sich in Krankheits- und Selbstmordstatistiken niederschlägt. Männer sterben außerdem früher und werden häufiger Opfer von Gewalttaten.

Frauenseiten Bremen zu toxischer Männlichkeit:

Was ist eigentlich … toxische Männlichkeit?

Ab und zu tauchen im feministischen Diskurs Begriffe auf, die vielen von uns neu sind. Eine Zeit lang bin ich immer wieder über den Ausdruck toxische Männlichkeit, beziehungsweise Maskulinität, gestolpert und habe mich gefragt…was genau ist das eigentlich?

Maskulinität und Femininität
Fangen wir erst einmal einfacher an. Was verstehen wir unter Maskulinität? Maskulinität beschreibt eine Reihe von Verhaltensweisen, Gepflogenheiten und Einstellungen, die in unserer Kultur typischerweise mit Männern und Mann-Sein in Verbindung gebracht werden. Das Gegenteil, Femininität, bezeichnet demnach Eigenschaften, die meist Frauen zugeschrieben werden. Jeder Mensch verfügt aber in gewissem Maße über maskuline und feminine Merkmale.

Anerzogene Verhaltensmuster
An sich ist Maskulinität nicht problematisch. Wenn bestimmte ‚maskuline‘ Verhaltensweisen aber Menschen Schaden zufügen, werden sie als toxisch bezeichnet. Dominanz, Aggressivität, Einschüchterung, Kontrolle, emotionale Distanziertheit – das sind einige Beispiele. Auch die Sexualisierung von Frauen, sowie jegliche Formen von Gewalt zählen dazu. Oftmals wird toxisch-maskulines Verhalten mit Männlichkeit gleichgesetzt und somit als natürlich wahrgenommen. Es ist wichtig zu verstehen, dass es hier aber um anerzogene Verhaltensmuster geht, mit denen Jungs nicht geboren werden.

Menschen, die toxische Maskulinität praktizieren, definieren diese immer als der Femininität überlegen. Eigenschaften wie Mitgefühl, Fürsorge oder Emotionalität werden als schwach dargestellt, während gegensätzliches Verhalten als stark empfunden wird. Daraus folgt, dass Menschen, die sich eher durch feminine Eigenschaften auszeichnen, suggeriert wird, anderen unterlegen zu sein. Das kann Personen aller Geschlechter betreffen. Auch kann jede*r toxisch-maskulines Verhalten ausüben oder fördern, wie beispielweise eine Mutter, die ihrem Sohn beibringt: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“.

Die Angst vor ‚Entmannung‘

Toxische Maskulinität geht Hand in Hand mit Sexismus und Homophobie. In unserer patriarchalen Gesellschaft zählen Männer oftmals nicht als ‚wahre Männer‘, wenn sie in ihrer Beziehung nicht das Sagen haben. Die Anliegen der Partnerin zu respektieren gilt als Schwäche oder Unfähigkeit, sich durchzusetzen. Auch die Angst, Zuneigung für andere Männer zu zeigen, äußert sich in toxischer Maskulinität. Denn unsere Gesellschaft ist heteronormativ konzipiert. Dementsprechend wird die Liebe zu Männern allein von Frauen erwartet. Wenn aber Männer sich gegenseitig Zuneigung bekunden, wird dieses Verhalten als frauentypisch und somit schwach verstanden. Daraus resultiert häufig eine emotionale Verschlossenheit von Jungen und Männern. Sie schämen sich, Zuneigung zu zeigen, aus Angst sich zu entmannen. Wer kennt nicht das anscheinend obligatorische „no homo“, das jugendliche Jungs jedem Kompliment anhängen, das sie einander machen.

GenderIQ.de

Was ist eigentlich ‘Toxic Masculinity’?

‍“toxic masculinity,” a (heterosexual) masculinity that is threatened by anything associated with femininity (whether that is pink yogurt or emotions) – Sarah Banet-Weiser and Kate M. Miltner.

Der Begriff  toxic masculinity wird oft benutzt, wenn es darum geht aggressives Dominanzverhalten von heterosexuellen cis-Männern zu beschreiben. Toxic masculinity (zu Deutsch ‚schädliche /toxische Männlichkeit‘) ist ein Konzept, das gerne mal falsch verstanden wird. Ganz schnell endet man bei der Gleichung Männer = Toxisch. So einfach diese Gleichung auch erscheint, sie ist leider falsch, denn bei dem Konzept geht es nicht um ‚Männer‘ (sex), sondern um ‚Männlichkeit‘ (gender). Also darum, was wir als männliches Verhalten anerkennen und was nicht. Genauer gesagt, geht es darum zu erkennen, dass bestimmt Aspekte die traditionell zum Mann-werden dazu gehören, schädlich sind. Schädlich für sie selbst, aber auch alle anderen um sie herum.

Bei ‚Toxic Masculinity‘ geht es nicht darum, dass Männer schädlich oder schlecht sind

Grundidee dahinter ist, dass wir bei männlich gelesen Kindern bestimmte Verhaltensweisen fördern, die ihnen vielleicht momentan weiterhelfen (zum Beispiel, um auf dem Schulhof nicht gehänselt zu werden), die aber auf Dauer toxisch sind. Deshalb dürfen Jungs gerne mal wild sein und über die Stränge schlagen, auch wenn das für andere unangenehme Folgen hat (‘Boys will be boys’). Jungs sollen sich durchsetzen können und keine Schwäche zeigen, damit ja keiner auf die Idee kommt sie zu dominieren. Nach dem Motto ‚Indianer kennt keinen Schmerz‘ ermutigen wir Jungs nicht zu weinen und versuchen sicher zu gehen, dass sie nicht am Ende noch ‚verweichlichen‘.

‚Wer toxische Männlichkeit erlernt hat, lebt mit einem Mangel‘, schreibt Frederik Müller. ‚Diese Personen haben meist kein gutes Verhältnis zu ihrem Körper, können ihre eigenen Grenzen ebenso wenig respektieren wie die anderer und haben Schwierigkeiten damit, Gefühle zuzulassen, zu zeigen und zu verarbeiten. Konsequenzen hieraus sehen wir etwa im schlechten Umgang heterosexueller cis Männer mit dem eigenen Körper, ihrer Nachlässigkeit gegenüber der eigenen Gesundheit und ihrer Tendenz zu Depressionen, Sucht und Suizid.‘

Olympes Erben

Toxische Männlichkeit meint klischeehafte und einengende Verhaltensweisen oder Umgangsformen zur Demonstration von Männlichkeit, die ein eindimensionales Bild vom Mann-Sein entwerfen. Diese Vorstellungen von Männlichkeit werden zum Teil gesellschaftlich eingefordert und schränken Emotionen und Verhaltensweisen von Jungen und Männern ein.

Zu diesen Umgangsformen und Verhaltensweisen von toxischer Männlichkeit gehören zum Beispiel diese:

  • Männer sollen hart sein und keine Schwäche zeigen.
  • Männer sollen Gefühle verstecken oder unterdrücken (außer Wut und Aggression).
  • Männer lösen Konflikte mit Gewalt.
  • Männer packen Probleme an und bewältigen sie ohne fremde Hilfe.
  • Männer verhalten sich nicht „weibisch“ oder „verweichlicht“ (schüchtern, liebevoll, zärtlich).
  • Männer sind auf Wettbewerb und Dominanz, nicht auf Kooperation ausgelegt.
  • Männer wollen immer Sex und können auch immer.
  • Männer und Frauen verstehen sich nicht und können nicht befreundet sein.
  • Männer sind breitschultrig, muskulös, hochgewachsen und schmerzresistent.

Im Zusammenhang mit toxischer Männlichkeit fallen häufig auch Begriffe wie Macho oder Alpha-Mann.

Das Problem an toxischer Männlichkeit ist, dass sie oft von der Gesellschaft eingefordert wird – also viele Leute erwarten, dass sich Männer so verhalten wie oben beschrieben wird. Wenn Jungen oder Männer diesen Stereotypen nicht entsprechen, müssen sie auch heute noch mit negativen Folgen rechnen, zum Beispiel indem sie ausgelacht, beleidigt oder bloßgestellt werden. Ihnen wird abgesprochen, ein „wahrer Mann“ zu sein und oftmals wird es so dargestellt, als ob Frauen eben nur solche „wahren Männer“ attraktiv finden (auch von Frauen selbst).

Toxische Männlichkeit bedeutet auch, dass diese stereotypen Verhaltensweisen immer wieder bestätigt werden müssen, zum Beispiel durch die Abwertung von Frauen oder anderen Geschlechtsidentitäten, von Männern, die nicht „Alpha“ genug sind, aber auch durch „typisch männliche“ Verhaltensweisen wie Bier trinken oder Fleisch essen. Ein Mann, der lieber eine Saftschorle als ein Bier bestellt, eher einen Salat statt eines Steaks isst? – In diesem Konzept von Männlichkeit schwach, lächerlich, unmännlich. Und das ist schädlich.

Doch nicht nur auf den eigenen Lebensbereich einzelner Menschen kann sich toxic masculinity negativ auswirken. Auch gesellschaftlich-politisch gesehen kann toxische Männlichkeit ein Problem sein, weil sie ein Geschlechterbild aufrechthält, das rechtsgesinnten Menschen zusagt. Denn mit toxischer Männlichkeit gehen nicht nur traditionelle Bilder von Männlichkeit einher, sondern auch von Weiblichkeit. Toxische Männlichkeit äußert sich häufig (auch) in Frauenfeindlichkeit, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit.

WMN.de

Was ist toxische Männlichkeit?

Der Begriff ist in erster Linie auf destruktive und schädliche Denk- und Verhaltensweisen von Männern bezogen. Diese Handlungen richten sich vorwiegend gegen Frauen, Kinder, queere Menschen – und gegen sich selbst. Das eigentliche Problem liegt aber viel tiefer.

Toxischer Männlichkeit beruht auf Stereotypen über männliche Eigenschaften. Männer nehmen bestimmte Rollen ein, weil die in der Gesellschaft weit verbreitet sind. Das begrenzt den Spielraum, sich frei auszuleben. Stattdessen werden Klischees bedient. Zum Beispiel: Männer sind stark und emotional extrem unempfindlich. Sie lassen sich nichts sagen und sind in ihrer unerschütterlichen Heterosexualität gefestigt.

So entsteht das veraltetes, konservative Bild eines Mannes, das unüberlegt übernommen wird. Toxisch ist es noch nicht. Die Toxizität entsteht später.

In Zeitungen wird toxische Männlichkeit wird nicht selten für Vergewaltigungen und Gewalt verantwortlich gemacht. Tatsächlich stehen maskuline Verhaltensweisen laut Studien in Zusammenhang mit Aggressionen, Misogynie, schlechter Gesundheit und Depressionen.

Das birgt zum einen eine Gefahr für sie selbst. Männer lassen sich ungern helfen, wollen keine Schwäche zeigen und gehen seltener zu Ärzt:innen oder Psycholog:innen.

Zum anderen zeigen Nachforschungen auch, dass Jungen und Männer mit sexistischen Verhaltensweisen häufiger genderbezogene Gewalttaten ausübenDas verinnerlichte Verhaltensmuster begünstigt also Gewalt und Missbrauch.

Feminismus vs. Männerrechtsbewegung

Auf die Dinge gibt es natürlich auch andere Sichtweisen. Vor allem Konservative sind häufiger der Meinung, der Begriff „toxische Männlichkeit“ sei eine Attacke auf die Männlichkeit selbst. Sie berufen sich dabei auf die hohen Raten an Suiziden und dem Drogenmissbrauch von Männern.

Die Debatte wird so nicht als Denkanstoß gesehen, eher als Angriff feministischer Bewegungen. Als Gegenstück bildeten sich Männerrechtsbewegungen. Dort werden traditionelle Männerbilder, teilweise aber auch antifeministische und frauenfeindliche Positionen vertreten. Stattdessen werden Verhaltensstereotypen aus der herausgekramt.

Die weiteren Argumente sind genauso wenig überzeugend. Sie verwechseln Opfer und Täter, indem sie sich selbst als Geschädigte darstellen. Belegbare politische Ungerechtigkeiten gibt es dagegen zu selten. Während sich feministische Bewegungen gegen belegbare Ungleichheiten wie den Gender Pay Gap stellen, sind beispielsweise männerfeindliche Haltungen im Gesundheitssystem aufgrund häufig fehlender geschlechterspezifischer Medizin mehr als fraglich.

„The Future is female“ – Die Zukunft ist weiblich

Ein Slogan, den man häufiger hört, beispielsweise auch im Zusammenhang mit den neuen Starwars Filmen aber auch bei anderen Gelegenheiten, ist „The Future is female“

Es soll irgendwie ja wohl ausdrücken, dass Frauen in der Zukunft eine größere Rolle spielen werden oder sogar die bestimmende Rolle, es hat also etwas von „das Patriarchat ist vorbei und die glorreiche Zukunft der Frauen beginnt“.  Was ja aus humanistischer Sicht eine fürchterliche Aussage ist, die irgendwie beinhaltet, dass Frauen etwas besseres sind. Es erscheint mir als das Gegenteil von Gleichberechtigung und einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer gleichberechtigt nebeneinander stehen.

Eine der ersten, die anscheinend eine Form dieses Slogans benutzte war wohl (?) Sally Miller Gearhart. Aus deren Wikipediaseite:

In her early career, Gearhart took part in a series of seminars at San Francisco State University, where feminist scholars were critically discussing issues of rape, slavery, and the possibility of nuclear annihilation. Gearhart outlines a three-step proposal for female-led social change from her essay, „The Future–-If There Is One–-is Female„:

I) Every culture must begin to affirm a female future.
II) Species responsibility must be returned to women in every culture.
III) The proportion of men must be reduced to and maintained at approximately 10% of the human race.

Da wäre immerhin der Aussagegehalt ganz klar, die Zukunft ist weiblich, weil man die Männer stark reduzieren will und sie nichts mehr zu sagen haben werden.

Gearhart does not base this radical proposal on the idea that men are innately violent or oppressive, but rather on the „real danger is in the phenomenon of male-bonding, that commitment of groups of men to each other whether in an army, a gang, a service club, a lodge, a monastic order, a corporation, or a competitive sport.“ Gearhart identifies the self-perpetuating, male-exclusive reinforcement of power within these groups as corrosive to female-led social change. Thus, if „men were reduced in number, the threat would not be so great and the placement of species responsibility with the female would be assured.“ Gearhart, a dedicated pacifist, recognized that this kind of change could not be achieved through mass violence. On the critical question of how women could achieve this, Gearhart argues that it is by women’s own capacity for reproduction that the ratio of men to women can be changed though the technologies of cloning or ovular merging, both of which would only produce female births. She argues that as women take advantage of these reproductive technologies, the sex ratio would change over generations.[14]

Immerhin also ein friedlicher Ansatz, eine Art friedliches Ausschleichen der Männer, damit diese keine Männerbündnisse schließen können, bewirkt durch ein Frauenbündnis.

Daphune Patal in her book Heterophobia: Sexual Harassment and the Future of Feminism summarizes Gearhart’s essay as, „The future must be in female hands, women alone must control the reproduction of species; and only 10% of the population should be allowed to be male“.[15]

Mary Daly supported Gearhart’s proposals, stating: „I think it’s not a bad idea at all. If life is to survive on this planet, there must be a decontamination of the Earth. I think this will be accompanied by an evolutionary process that will result in a drastic reduction of the population of males.“[16]

Wer Mary Daly auf seiner Seite hat, der sollte überlegen, ob er eine humanistische Position vertritt, aber das ist eine andere Sache.

Würde man das als den Ursprung der Formel benennen, dann wäre es etwas, auf das Feministen nicht stolz sein könnten. Einen tatsächlichen Bezug darauf findet man allerdings selten, die Formel wird eher ohne weiteren Inhalt einfach als Zeichen für eine bessere Welt und ein „Ende der Unterdrückung“ gesehen, aber wie man bei Stars Wars sieht durchaus auch in dem Zusammenhang, dass Frauen in weiblichen oder weiblicheren Teams arbeiten und die Posten entsprechend besetzen.

Ich habe mal noch etwas gegoogelt:

Hier:

While the slogan has a long history, for our panel the future is female because it means that we must look to the female archetype, and into the myriad of women’s experiences to define alternative forms of leadership. The female energy is to be found in a world that is emotionally intelligent, that is collaborative, a global society in which individuals are “linked and not ranked”. “The Future is Female” means that hierarchy in industry, in technology, in art, in sport etc. is not the only valid form of social organization.

Our world is facing complex challenges and these issues need comprehensive solutions. It is time, better late than never, to integrate the female ingredient in the definition of these solutions. Wallonia-Brussels wants to bring her fair share and create a forum for the voices of women, with very different backgrounds, to be heard. The goal is of course not to raise the female against the male archetype. To the contrary, we believe that “the whole is greater than the sum of its parts”.

Together, we will try to outline the upcoming forms of leadership, the future of work and inclusion for our global society. Let’s convene and get valuable insights from the 6 “ecosystems” we managed to have on stage: Venture Investment, Government Agency, Startup, Incubator, Sport Industry and Civil Society Association.

Das klingt etwas nach einem Differenzfeminismus, in dem Frauen irgendwie eine „Female Energy“ haben. Die weiblichen Stimmen sollen gehört, aber nicht gegen die Männer gestellt werden, sondern ein neues großes Ganzes ergeben.

Oder hier:

The Reality

  • THE NUMBERS ARE NOT GOOD. No matter how many times you hear about female advancement on the news or read about it, the numbers are NOT changing. There are a few companies that are making inroads when it comes to gender pay parity and equality at their workplaces (Salesforce being one of them, and they glow in the spotlight). The top workplaces for women and working mothers to be employed are also widely documented. And that’s it. That’s the summation of the progress we have made.
  • MEN CONTINUE TO PUSH BACK ON WOMEN’S DEMANDS. Women are called unreasonable, dumber (because our brains are smaller), inferior, not committed, distracting, and not as qualified. All this backlash over women asking for something that is pretty rudimentary. Women don’t want to be punished for being mothers. We do want equal treatment that addresses women’s issues. Not the issues of men—that’s a different set of issues. As a result, not much is happening. We are spinning in circles.
  • WOMEN FAIL TO COLLABORATE WITH EACH OTHER. This means that we are not well organized to ask for what we need. Infighting amongst women—accentuated by She Tyrants and Queen Bees—is alive and well. Just because you know one woman who has figured it out doesn’t move the needle. Young women think older women (like me) are feminists, and while they often don’t know what that term means they are adamantly against it. After all, it’s we who have these issues, not them. Give it time, I say. It’s easy to overlook the issues when you haven’t yet experienced the glass ceiling, or discrimination against mothers, or the horrible guilt you feel when you have to juggle both your sick child and your job.
  • ORGANIZATIONS ARE FOCUSED ON OPERATIONS AND PROFITS. A company will make changes when it is mandated (i.e. forced). Despite the hundreds of thousands of dollars forked out to pay damages and fines for sexual harassment charges (including one case where the company was ordered to pay a 1.6 million dollar settlement because the company knew but didn’t do anything about it), many companies believe a two-hour online harassment training will do the trick. Wait, you think that a $3000 program will do a good enough job over two hours delivered every two years for you to limit your exposure to these massive settlements? Think again. Organizations also don’t seem to understand how to find and hire women. That’s why I wrote an article about it.
  • ON THE POLITICAL FRONT, WE STILL HAVE MEN WHO ARE DECIDING WHAT WOMEN SHOULD DO. What our health programs and care programs should look like, what we should be covered for, and what we can do with our bodies. How a man can say that a woman’s visit to her OB/GYN is “extra care” and not the standard care, or that birth control can’t be covered, is so caveman that it leaves me speechless every single time. Women need to be in charge of deciding what care we need. We keep rehashing the exact same issues again and again. There is so much time wasted that I’d like to fire them all for failing.


The Future is Female

The future is female because we are at a point in history where the question women have is simple: “Can you see who I am?” 

Why do we have to beg for things that we shouldn’t have to ask for, like equality in every area of our lives and the right to make our own decisions?

The future is female because men built the systems and the systems are failing women. Women are now ready to step up because our trust has been eroded.

While we’ve been pro men all along because we love our men, we have now run out of patience. No more waiting.

The future is female because men make the majority of decisions in a system that works for them, and that has no allocated room for women. Why do we feel bad for being a woman?

See us for who we are. Women are not men. I repeat, women are not men. We do not need the same things as men. We want something equivalent that works for us. It has to be created now.

The future is female because women are so fed up that we’re exploding. If we see one more image of a roomful of men deciding on healthcare for women, we will explode.

If we see one more comment on locker room banter… If we hear one more excuse for why something can’t be done because it would be an unfair advantage for women, like time off to give birth and care for a newborn… If we hear one more time that because we took a year off our entire education is worthless… ENOUGH!

The future is female because most male decision makers have failed to understand that there is a difference between men and women.

They don’t understand that just because we want equality, we don’t want to be treated like men. We want to be treated like women. And just saying that is setting off men crying unfair. At the same time, men are upset that women are asking for what men have! Wait, which one is it going to be?

Because of snail-like pace that systems are moving in, women have no choice but to step up. And when women organize it is an earth-shattering event. If you still don’t hear us, we’ll do it again and again until we have it figured out.

The answer—and I have been standing on my soapbox shouting it out loudly—is very simple. Let men be men and let women be women. Give each what each needs, as long as it is the equivalent. THAT’S BALANCE. That’s what we should aim for.

If you like to listen to the podcast interview in Pablo’s segment of the Small Business War Stories – check it out in the link below. Here we talked about community, supporting one another, the realities of starting a business, and much more.

Auch hier wieder eher ein Differenzfeminismus, Frauen wollen Frauen sein und Männer Männer, jeder hat das zu bekommen, was er braucht und es muss Gleichheit bestehen. Im oberen Teil wird deutlich, dass sich die Männer zu viel nehmen

Was ist Antifeminismus?

Lucas Schoppe bespricht in einem wie immer lesenswerten Artikel die Reaktionen darauf, dass das Forum soziale Inklusion 400.000 Euro vom Staat erhalten soll (der Link auf meinen Artikel dazu)

Dabei hält er den Kritikern vor weniger auf Inhalte einzugehen, sondern eher mit Schlagwörtern wie Antifeminismus zu arbeiten und stellt dabei die Frage, was eigentlich genau Antifeminismus ist:

Nun ist der Begriff „Antifeminismus“ heute allerdings kaum noch zu definieren, schon weil der Begriff „Feminismus“ kaum noch zu definieren ist. Zu vielen Fragen – zur Transsexualität zum Beispiel, zum Islam oder zur Prostitution – haben Feministinnen heute radikal konträre, unvereinbare Positionen. Es ist kaum möglich, irgendeine feministische Position zu beziehen, ohne damit aus anderer Perspektive als irgendwie antifeministisch dazustehen.

In der Tat gibt es da einige Grabenkämpfe, die gerade führende Ideologie, der intersektionale Feminismus lehnt eh alle anderen als Falsch ab und verteilt Schuldzuweisungen wie „Terf“, „Swerf“ oder auch schlicht Rassist. 

Aber natürlich ist klar, dass etwa Alice Schwarzer, auch wenn sie von vielen intersektionalen Feministinnen abgelehnt wird oder sogar nicht als Feministin bezeichnet wird, weil sie kritisch dem Islam gegenüber ist (Zum „Altfeminismus vs intersektionalen Feminismus“ vergleiche hier) deswegen noch keine Antifeministin ist. Hingegen werden sich viele Feministinnen durchaus einig sein, dass jeder Männerrechtler, mit Ausnahme derer, die eigentlich feministisch argumentieren und damit keine wirkliche Vertretung von Männern vornehmen, sondern allenfalls Schuld der Männer abbauen wollen, „antifeministisch“ sind.

Lucas möchte dann auch Hedwig Dohm abstellen, aber eine solche „Historische Auslegung“ des Begriffs greift für den heutigen Feminismus etwas kurz bzw das Zitat geht schon in die richtige Richtung, ist aber noch nicht abschließend zu sehen.

Lucas schreibt:

Hedwig Dohm  hat 1902 „Die Antifeministen“ am Beispiel der „Herrenrechtler“ so beschrieben:

Die Charakterschwachen machen Front gegen die Frauenbewegung – aus Furcht. Sie haben immer Angst, von der Frau – besonders von ihrer eigenen – unterdrückt zu werden. Weil sie sich heimlich ihrer Schwäche bewußt sind, betonen sie bei jeder Gelegenheit ihre Oberhoheit.

Antifeministen bestehen bei Dohm aus religiösen oder egoistischen Gründen auf einer klaren Geschlechterhierarchie, auf einer klaren Trennung der Sphären von Mann und Frau, und sie betonen ihre Stärke, weil sie Angst davor haben, Erfahrungen der Schwäche einzugestehen.

Das ist exakt das Gegenteil dessen, was das Forum Soziale Inklusion vertritt: Dem geht es darum, dass die Sorge für Kinder gleichermaßen Verantwortung von Müttern und Vätern ist – und dass offen darüber gesprochen werden kann, wenn eben auch Männer Erfahrungen der Schwäche, der Hilflosigkeit und der Gewalt machen und dabei Hilfe brauchen.

Wer das als „Antifeminismus“ bezeichnet, zeichnet damit ein erbärmliches Bild des Feminismus.

Ich würde es etwas anderes fassen (aus der Sicht des Feminismus). Ich hatte hier schon einmal eine wie ich finde sehr schöne Darstellung der Gemeinsamkeiten aller feministischer Theorien von Griet Vandermassen zitiert:

„Sie beginnen regelmäßig damit, dass Frauen (und gelegentlich Männer) die Quellen der Unterdückung in ihrem Leben suchen und versuchen, sich von diesen zu befreien“.

Antifeminismus muss damit das Spiegelbild des Feminismus sein, also:

Männer, die die (im jeweiligen Feminismus angenommen) Unterdrückung der Frau nicht anerkennen wollen und ihre in Geschlechterfragen alleinige Opferrolle nicht akzeptieren, sondern meinen selbst Opfer sein zu können oder aber die Unterdrückung der Frau dadurch zu schmälern, dass sie Frauen für Aspekte davon selbst verantwortlich machen (und so die Befreiung der Frau verhindern)

Man lese unter dieser Definition die Kritik aus dem TAZ-Artikel noch einmal:

Der Verein diskreditiere alleinerziehende Mütter und die Gleichstellung von Frauen, so Ulle Schauws. Auf der Webseite des „Forums Soziale Inklusion“ heißt es zum Beispiel: Die Belange von Jungen, Männern und Vätern würden durch die Bundespolitik oft „vorsätzlich unsichtbar gemacht“. Deshalb sehe sich der Verein gezwungen, sich „deutlich den Bedürfnissen“ von Männern zu widmen.

Das sei ein typisch antifeministisches Argumentationsmuster, so Schauws: Die Benachteiligung von Frauen einfach umzudrehen und die Bekämpfung von Diskriminierung als unberechtigte Bevorzugung von Frauen darzustellen.

Das passt aus meiner Sicht durchaus. Denn der Angriff auf die (Allein)stellung im Geschlechterbereich als Opfer ist das große Problem. Das darf nicht wirklich sein.

Dohm könnte man auch einordnen:

Bei ihr sind die Männer feige Angsthasen, die Frauen kleinhalten wollen. Sie akzeptieren die Opferstellung auf eine andere Weise nicht: Sie sagen, dass Frauen keine Opfer sind, sondern ihr natürlicher Platz unterhalb der Männer ist, weil Männer eben überlegen sind. Wobei dies für Dohm eben selbst aus Sicht der damaligen Männer eine Scheinposition ist, die nur dazu dienen soll die Frauen kleinzuhalten.

Lucas hat Recht, dass diese Definition auf das Forum soziale Inklusion nicht zutrifft. Aber das bringt wenig, weil die Opferstellung durch diese ja dennoch angegriffen wird. 

 

 

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