„Überlegenheit der weißen Rasse“ (white Supremacy)

Gerade machen in Amerika Demonstrationen von sich reden, bei denen Leute für eine „White Supremacy“ im Sinne einer Überlegenheit der weißen Rasse eintreten, Naziflaggen mit sich herumtragen und den Nazigruß verwenden.

In Amerika hat diese Auseinandersetzung eine durch die frühere weite Verbreitung der Sklaverei eine tiefe geschichtliche Bedeutung.

Dazu auch aus der (bei politischen Themen dieser Art sicherlich mit Vorsicht zu genießenden) Wikipedia:

Noch im selben Jahr, in dem die Sklaverei endgültig abgeschafft wurde (1865), entstand auch der Ku-Klux-Klan, der eine Gleichstellung der nunmehr freien Afroamerikaner mit den Mitteln des Terrors zu verhindern suchte und sich für eine Rassentrennung einsetzte.[11]

Enge Beziehungen zur White-Supremacy-Ideologie bestehen auch in manchen kleinen amerikanischen Glaubensgemeinschaften, besonders in der Christian-Identity-Bewegung, die die angelsächsische bzw. nordische „Rasse“ als „Gottes auserwähltes Volk“ betrachtet und deren Mitglieder seit 1984 mehrfach durch rassistische und antisemitische Gewaltakte in Erscheinung getreten sind.[12] Das 1973 gegründete Creativity Movement fordert eine „weiße Religion“ und die Ausweisung aller Andersfarbigen aus den USA.[13] Obwohl die Ásatrúar („Odinisten“) die White-Supremacy-Ideologie mehrheitlich verwerfen, bekennt sich ein kleiner Teil der White Supremacists auch zu dieser neuheidnischen Religion.[14]

Eine der ältesten White-Supremacy-Organisationen in den Vereinigten Staaten ist der Pioneer Fund, der am 11. März 1937 von Wickcliffe Preston Draper gegründet wurde. Draper war der Auffassung, dass Schwarze anderen „Rassen“ genetisch unterlegen seien, und forderte, dass Afro-Amerikaner nach Afrika ausgesiedelt werden.[15] Der erste Präsident des Pioneer Fund war Harry Laughlin, Autor des Buches Eugenical Sterilization in the United States (dt. „Eugenische Sterilisation in den Vereinigten Staaten“). Laughlin sowie der zweite Präsident der Organisation, Frederick Osborn, waren in die Eugenikprogramme der Nationalsozialisten in den späten 1930er Jahren verstrickt.[15] Von 1958 bis 2002 war Drapers Anwalt, Harry F. Weyer, Präsident des Pioneer Fund, 2002 übernahm John Philippe Rushton diese Position. Eine wichtige Aufgabe des Pioneer Fund besteht in der Finanzierung von Forschung, die weiße Vorherrschaft stützen soll. Beispielsweise investierte der Pioneer Fund 3,5 Mio. $ in die Forschung von Charles Murray und Richard Herrnstein, die in ihrem Buch The Bell Curve die Behauptung aufstellten, dass Schwarze im Vergleich zu Weißen über eine minderwertige Intelligenz verfügten. William Bradford Shockley, der der Ansicht war, dass Schwarze genetisch bedingt weniger intelligent seien als Weiße, erhielt finanzielle Mittel in Höhe von mindestens 170.000 $ für seine Forschung. Darüber hinaus wurde auch Rushton selbst finanziell bei seiner Forschung über die intellektuellen Fähigkeiten verschiedener „Rassen“ unterstützt.[15] Der Pioneer Fund war nach Angaben des Southern Poverty Law Center 2013 noch aktiv.[16]

Der Gründer der American Nazi Party, George Lincoln Rockwell, schuf in den 1960er Jahren in Anlehnung an den schwarzen Kampfbegriff Black Power das Schlagwort „White Power“, das in der amerikanischen Neonazi– und Skinhead-Szene bis heute verbreitet ist.

Bereits vor seiner Wahl zum US-Präsidenten versuchten offenbar mehrere Rassisten, Barack Obama umzubringen.[17] Aus diesem Grund waren die Sicherheitsvorkehrungen für den damaligen Junior Senator aus Illinois so hoch wie bei keinem anderen Kandidaten bisher.

Zu Rushton hate ich bereits etwas in dem Artikel zur r/K Selektion geschrieben. Er geht von einem sehr niedrigen IQ Schwarzer Menschen, einem höheren IQ weißer Menschen und einem noch höheren IQ asiatischer Menschen aus, jeweils im Schnitt-

Warum dann entsprechende Vertreter nicht zu einer „asisan/Yellow Supremacy“ kommen wäre eine andere Sache.

In der Tat schneiden Schwarze auch in diversen akademischen Tests schlechter ab und Asiaten zumindest aus bestimmten Teilen Asians sehr gut. Gleichzeitig machen Adoptionsstudien deutlich, dass dieser Unterschied dann auch zu einem großen Teil verschwinden kann.. Auch dazu finden sich bereits einige Diskussionen hier im Blog.

Nehmen wir aber mal an, dass es tatsächlich eine Grundlage geben würde, nach der Schwarze im Schnitt einen geringeren IQ hätten und Weiße einen höheren und Asiaten einen noch höheren, dann wäre dennoch zu Bedenken, dass die Unterschiede eben nur im Schnitt bestehen und üblicherweise einer Normalverteilung folgen. AUch hier ist das von James Damore verwendete Schaubild wieder sehr hilfreich:

Damore Populationen Normalverteilungen

Damore Populationen Normalverteilungen

 

Rassisten sehen das untere Bild: Alle Schwarzen hätten dann, wenn die Hypothese stimmen würde, einen niedrigen IQ als zB die Weißen, die wieder einen niedrigeren IQ hätten als die Asiaten.

Tatsächlich aber wären es eher Normalverteilungen mit sich unterscheidenden Mittelwerten, aber sich stark überlappenden Trägern. Ein großer Teil der Weißen wäre damit immer noch deutlich dümmer als ebenso großer Teil der Schwarzen. Und viele Schwarze wären, wenn man die Asiaten dazu nimmt, immer noch intelligenter als viele Asiaten.

Ich hatte dazu schon mal bei meinem Artikel über den Sozialdarwinismus angeführt:

Zuallererst ist der Sozialdarwinismus ein naturalistischer Fehlschluß. Weil in der Biologie eine Selektion erfolgt, ist sie nicht gut und hieraus ergibt sich insbesondere auch kein Grund, sie auf andere Lebensbereiche zu übertragen.

Des weiteren geht der Sozialdarwinismus unzutreffenderweise davon aus, dass es eine „Höherentwicklung“ gibt, dass also die Evolution ein Ziel hat, welches man erreichen muss.

Es wird zudem verkannt, dass es in der Evolution nicht auf eine Auslese der Besten ankommt, sondern um eine Anpassung an Gegebenheiten. Eine Evolution stellt zwar häufig einen Wettbewerb dar, dieser kann aber auch dazu führen, dass sich soziale Wesen entwickeln, die dann eben den anderen helfen.

Zudem wird nicht erkannt, dass Evolution als Ansatzpunkt nicht das Individuum oder das Volk hat, sondern Gene, die untereinander darum konkurrieren, wer sich die besseren Fortpflanzungsmaschinen baut. Nicht wer überlebt „gewinnt“ in der Evolution, sondern wessen Gene sich im Genpool anreichern.

Es stimmen zudem zumeist die Kriterien für eine echte „Bestenauslese“ nicht. Wer tatsächlich auf bestimmte Gene selektieren will, der muss die Startbedingungen mit einbeziehen und schauen, ob Erfolge aus eigener Kraft erreicht worden sind. Eine echte sozialdarwinistische Selektion würde kaum vor Familien, Völkern oder Ständen halt machen und ein Aussortieren über all diese Ebenen hinweg verlangen.

Zudem wird übersehen, dass der Genpool unter verschiedensten Gesichtspunkten Vorteile bringen kann. Eine Fixierung auf eine Eigenschaft kann dazu führen, dass andere Eigenschaften, die eigentlich gewünscht und benötigt werden, verschwinden. Wer auf Wettbewerb selektiert, der läßt eben auch gleichzeitig viele soziale Eigenschaften wie Altruismus etc verschwinden.

Ein echter Sozialdarwinist würde daher nicht Rasse als Ansatzpunkt nehmen, sondern zB Intelligenz und dabei dann eher die Hälfte der Menschheit, aber über die Rassen hinweg, ausrotten. Wahrscheinlich wäre die Gruppe der Neonazis überproportional für die „Weiße Rasse“ davon betroffen.

Für eine Überlegenheit des „Weißen Volkes“ würde wenig sprechen, weil es eben dort auch genug Idioten gibt. Aber auch eine solche Selektion – neben der Unmenschlichkeit an sich in diesem fiktiven Beispiel – auch geneigt eine sehr einseitige Selektion zu bewirken, in der evtl andere Eigenschaften verloren gehen.

Der Gedanke der „White Supremacy“ zieht aber seine Attraktivität auch nicht aus Logik, sondern ist eine klassische Gruppentheorie:

  • Die eigene In-Group wird über die anderen erhoben
  • eine bestimmte Outgroup wird herabgesetzt und zum Feind ausgebaut, der einen bedroht

Da unterscheidet sie sich insofern nicht von radikalen linken Theorien, die das Spiegelbild dazu liefern und sich selbst nicht über genetische oder äußere Eigenschaften, sondern eben über gemeinsame Werte eine Ingroup schaffen und alle, die sich dieser Ideologie nicht unterordnen und ihr Folgen zur Outgroup erklären.

Beide ergänzen sich dabei hervorragend, da die Ingroup des einen die Outgroup des anderen ist.

  • Die „White Power“-Fraktion sieht den Hass auf (privilegierte) Weiße als Angriff auf sich, verbunden mit den bizarren Forderungen von „Black live matters“ und einer Diversitypolitik, die Weiße per se als Unterdrücker und schlecht darstellt ist das auch sehr einfach.
  • Die „Antifa“ bzw die „Intersektionellen“ sehen die „White Power Fraktion als Verkörperung der „privilegierten Weißen“, die ihre Macht nicht abgeben wollen.

Tatsächlich radikalisieren sich damit beide Seiten und helfen der anderen Seite Mitglieder anzuwerben.

Der Umstand, dass Leute bei kleinsten Abweichungen einem Lager zugeordnet werden, eher noch aus der linksradikalen Seite, für die alle, die nicht ihrer Meinung sind, Nazis sind, erleichtert es auch eher nach dem Schema „wenn die mich angreifen, dann scheinen die anderen ja berechtigten Widerstand zu leisten“ erleichtert das  noch.

Dazu interessant fand ich auch die folgende Aussage:

SJWs und White supremacy

SJWs und White supremacy

Aus meiner Sicht wichtiger: Beide haben eine sehr starke Gruppenidentität, aus der heraus sie meinen, für den Schutz von etwas einzustehen, was bewahrt werden muss und beide sehen sich als diejenigen an, die sich ggfs für andere wehren und den gerechten Kampf führen.

Tatsächlich wäre die Welt ohne beide Gruppen besser dran.

Siehe auch:

Feministische Pornos verstehen weibliche Lust nicht

Ein interessanter Beitrag behandelt feministische Pornos:

Der ganzen Diskussion um feministische Pornos liegt ein Missverständnis zugrunde. Wir alle wissen, dass Männer stärker über visuelle Reize funktionieren und Frauen eher auf erotische Geschichten reagieren. Das bestätigen psychologische wie neurologische Studien. Aber heisst das, dass nur ein Pornofilm mit einer Handlung ein guter Porno ist? Natürlich wird Pornografie vornehmlich für Männer gemacht, und manches ist für Frauen schwer erträglich. Aber es sei hier etwas verraten: Auch Männer können nicht mit jedem Angebot etwas anfangen. Und es gibt nicht wenige Frauen, die auch herkömmliche Porno­grafie ziemlich scharf finden.

Wenn feministische Pornografinnen betonen, Frauen brauchten vor allem schöne Kleider und eine tolle Geschichte, um in die Gänge zu kommen, dann tönt das so, als müsse man ihnen die expliziten Szenen fast heimlich andrehen. Als ob sie das nötig hätten. Viele Frauen können mit den verquasten feministischen Pornofilmen einfach nichts anfangen und stehen eher auf Herkömmliches. Denn Frauen und Männer mögen unterschiedlich begehren, aber eines haben sie gemeinsam: Der Lust sind die Erfordernisse des politisch Korrekten egal. Frauen, die schon die Kompatibilität von Feminismus und Stöckelschuhen fragwürdig finden, stossen in Tiefen des weiblichen Begehrens auf noch viel grössere Widersprüche. Kann man im normalen Leben Stärke und Unabhängigkeit propagieren und sich im Bett dennoch gern dominieren, vielleicht sogar schlagen lassen? Wie kann eine Frau die Darstellung einer Vergewaltigung erregend finden, wenn die reale Vorstellung zu den tiefsten Ängsten gehört? Darüber sprechen Frauen ungern, weil sie glauben, es könne etwas nicht stimmen mit ihnen. Sie fürchten, missverstanden zu werden – und das wohl zu Recht.

Der kleine Unterschied

Tatsächlich gibt es aber eine Reihe von einleuchtenden Gründen für diese verwirrenden Empfindungen. Erstens ist die Grenzüberschreitung an sich schon erregend, wie jeder Fremdgeher weiss. Zweitens funktioniert das weibliche Begehren narzisstisch: Wo Männer begehren, wollen Frauen begehrt werden. Und sind Pornostars die Verkörperung dessen, das Objekt besinnungsloser Begierde. Drittens spielt der Kontext für weibliche Lust eine grosse Rolle. Neurologische Untersuchungen zeigen, dass weibliches Begehren auf eine Vielzahl von Reizen reagiert. Während Männer beim Pornokonsum vor allem den weiblichen Körper betrachten, wechselt der weibliche Blick zwischen Gesicht und Körper. Nicht nur demjenigen des Mannes, sondern vor allem auch der Frau. Sie können sich dort mit der Frau identifizieren, ohne sich den realen Risiken einer solchen Begegnung aussetzen zu müssen.

Für eine feministisch orientierte Generation von Frauen mag das vielleicht schwierig zu akzeptieren sein: Aber auch Feministinnen haben zuweilen ganz unfeministische Gelüste. Sie sollten sich deswegen nicht schämen.

Das feministische Vorstellungen von Sex und Lust oder auch nur Begehren von vielen Frauen nicht geteilt werden, war ja schon häufiger Thema in diesem Blog. Interessant finde ich auch die Passage zum narzisstischen Begehren: Es passt nicht zu den Gefahren des Male Gaze

„Würden wir Astrophysik so behandeln wie Gender Studies..:“

Ich lese über den nachfolgend zitierten Tweet einen kurzen Auszug aus einem Buch von Margarete Stokowski:

Tatsächlich ist ja die Kritik an den Gender Studies, dass sie reine Ideologie verbreiten und nicht tatsächliche Wissenschaft.

Wenn man Astrophysik so behandeln würde wie Gender Studies, dann würde man kein Problem damit haben, wenn Sie „Vulvaförmige Raketen“ bauen würden und in Fachzeitschriften würden erbitterte Artikel stehen, dass diese gefälligst genauso gut fliegen können müssten, wie lange, spitze Raketen.

Wir dürften uns auf weitere Artikel im Stil von Sandra Harding freuen:

One phenomenon feminist historians have focused on is the rape and torture metaphors in the writings of Sir Francis Bacon and others (e.g. Machiavelli) enthusiastic about the new scientific method. Traditional historians and philosophers have said that these metaphors are irrelevant to the real meanings and referents of scientific concepts held by those who used them and by the public for whom they wrote. But when it comes to regarding nature as a machine, they have quite a different analysis: here, we are told, the metaphor provides the interpretations of Newton’s mathematical laws: it directs inquirers to fruitful ways to apply his theory and suggests the appropriate methods of inquiry and the kind of metaphyiscs the new theory supports. But if we are to believe that mechanistic metaphors were a fundamental component of the explanations the new science provided, why should we believe that the gender metaphors were not? A consistent analysis would lead to the conclusion that understanding nature as a woman indifferent to or even welcoming rape was equally fundamental to the interpretations of these new conceptions of nature and inquiry. Presumably these metaphors, too, had fruitful pragmatic, methodological, and metaphysical consequences for science. In that case, why is it not as illuminating and honest to refer to Newton’s laws as „Newton’s rape manual“ as it is to call them „Newton’s mechanics“?

Der Wichtigste Forschungsansatz in der Physik wäre nicht mehr, wie man Leute zum Mond oder zum Mars bekommt, sondern wie genau man die Quoten an Behinderten, Schwarzen, Homosexuellen und sonstigen nicht privilegierten Menschen in der Mitarbeiterschaft oder dem Lehrstuhl erhöht. Statt Berechnungen durchzuführen, die für die Raumfahrt erfoderlich sind, würde man erst einmal „critical  astrophysics“ einrichten und die Geschichte der Astrophysik auf ihre weißen Ursprünge hin überprüfen.

Ein Schwerpunkt: Die Nazis nutzen die ersten Raketen, dabei haben sie das nur von den Chinesen gestohlen, also Cultural Approbation betrieben, weswegen man gleich für die Abschaffung der Astrophyisk in allen westlichen Ländern stimmt, solange diese nicht von chinesischstämmigen betrieben wird. PoCs führen an, dass auch ihre Kultur reich an Vorläufern waren, immerhin hätten die Afrikaner die ersten Speerschleudern entwickelt und jedenfalls schon die Sterne beobachtet. Im prähistorischen schwarzen Ägypten sei Astronomie eine wichtige Wissenschaft gewesen und die Mesopotanier hätten alte Aufzeichnungen über den Verlauf der Sterne gehabt.

Daraufhin bildet sich noch eine Untergruppe „colonial astrophyisks“, die erforscht, wie den Schwarzen dieses Wissen entwendet worden ist.

Man beschließt, dass es nicht länger zu dulden ist, dass Planeten in unserem Sonnensystem ganz überwiegend nach weißen, männlichen Göttern benannt sind und nur einer nach einer weiblichen Göttin, die dazu nach klischeehaft für Liebe zuständig ist.

Demnach bildet sich sofort ein neues Feld, die „Black Astrostudies“  in dem es darum geht, dass die Planeten umgenannt werden, nach alten, PoC-Namen, vorzugsweise nach queeren Gottheiten. Es wird zudem beschlossen, dass es unfair ist, wenn einem Planeten eine höhere Anziehungskraft zugesprochen wird, alle sollen fortan in dieser Hinsicht gleichberechtigt sein. Alle noch bestehenden Missionen von Sonden, die gegenwärtig noch laufen, werden entsprechend umprogrammiert, um dieses neue Wissen zu nutzen. Leider kommt dieses umprogrammieren aber zu spät bzw. patriarchale Kräfte behindern die Umstellungen, so dass die Missionen ohne verschulden des neuen Weges scheitern.

Keine einzige der neuen Vulvaförmigen Raketen wird tatsächlich auf eine Startrampe gebracht. Das Satellitennetz der Erde kann nicht erneuert werden. Die Raketen sind dennoch richtig und wichtig und außerdem ein Vorbild für alle Mädchen.

Erbitterte Streitigkeiten unter der Astrophysik brechen auf, wer die bestehenden Ungerechtigkeiten effektiver beseitigt und wer doch noch ein paar phallusförmige Raketen nutzt. Einige Richtungen erklären, dass sie Transraketennutzen wollen, weil man das nicht ausblenden dürfe, man müsse in jede queere Richtung forschen.

Zudem beschwert man sich, dass dieser neue Weg kritisch gesehen wird. Warum sollte all das unwissenschaftlich sein? Man verwende da ganz moderne Ansätze, die eben nur ganzheitlicher vorgehen würde als die alten Denkweisen. Das müsse sich sicherlich noch einspielen, die Kritik werfe einem zu unrecht vor, dass man keine neuen wichtigen Thesen aufgestellt hat und das die neuen Formeln allgemein wenig akzeptiert seien.

Denn die sozialen Verhältnisse sind komplex, und das, was Menschen empirisch für sich und mit anderen draus machen, ist es auch. Das ist eine lebensweltliche Binse, das ist noch unterhalb von Astrophysik 101 (@Intersektionalität). Critical Astrophysik diskutiert – ob im aktivistischen, akademischen oder policy Rahmen – die Universalisierung und Unsichtbarmachung einer partikularen Form (das „weiß-Sein“), dessen historische Dynamik (Kolonialismus, Rassismus, Exotisierungen usw.), kulturellen Verhandlungen, individuellen Effekte, Institutionalisierung. Wer von Astophysik sprechen will – ob forschend oder politisch –, kann dazu nicht schweigen

Um der Zurschaustellung eigener moralischer Überlegenheit willen bedienen sich diese Kritiker einer Strategie, die – mit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt fatalen Folgen – zu Prozessen der Entsolidarisierung beiträgt. Indem sie der Empörung den Vorzug geben vor dem Ausloten der Aporien von Solidarität, betreiben sie das Geschäft der Herrschaft, das anzuprangern sie vorgeblich angetreten sind. Und diese Herrschaft macht eben auch vor der Astrophysik nicht halt und ist auch dort zu thematisieren. Das nunmehr erst die lange vernachlässigten Wichtigen Verbindungen und Dynaimiken wie etwa der Rassismus und der Kolonialismus aufgschlüsselt werden muss, ist diesem neuen Ansatz wohl kaum vorzuwerfen.

Wo sind die Feminazis?

Lisa Wölfl schildert in „Broadly“ ihre verzweifelte Suche nach den „Feminazis“. Sie hat bei Blogs wie „Männerstreik“ nachgefragt, es will ihr aber niemand welche zeigen. (ich selbst mag den Begriff „Feminazis“ nicht, aber es geht letztendlich um radikaler Feministinnen. Da sie aber den Begriff in den Vordergrund stellt sei es drum)

Sie schreibt:

Sind Feminazis also mehr urbaner, frauenfeindlicher Mythos, als tatsächlich existierende Personen, die den männlichen Teil unserer Gesellschaft bedrohen? Wenn es sie gibt, wo sind dann ihre Zusammenschlüsse, ihre modernen SCUM Manifeste?

„Sie werden nichts finden“, sagt mir Ulli Koch, Literatur- und Genderwissenschaftlerin, als ich ich ihr von meiner erfolglosen Suche nach männerhassenden Feministinnen berichte. Koch kennt selbst keine aktuelle, deutschsprachige Literatur, die in irgendeiner Form zu Gewalt gegen Männer aufruft. Solanas‘ SCUM Manifest sei unter Feministinnen im deutschsprachigen Raum weitgehend unbekannt.

Woher der Vergleich von Feminismus mit dem Nazi-Regime kommt, kann sie sich ebenfalls nicht erklären: „Im Gegenteil. Wenn man sich feministische Literatur ansieht, geht es vielmehr darum, die Lebensrealität von Frauen sichtbar zu machen. Feministinnen lesen zwar vereinzelt Literatur, in der das Matriarchat ausgerufen wird, diese wirkt sich aber nicht auf reale Forderungen aus.“ (Gleichzeitig steht ein „Matriarchat“ aber eben auch nicht zwingend für das gewalttätige Vorgehen gegen die Vertreter des männlichen Geschlechts, wie beispielsweise dieses Dorf in China zeigt.)

Valerie Solanas ist keine feministische Ikone. Ihr folgen keine Scharen an gewaltbereiten Frauen, die Männer morden wollen. The Valerie Solanas ist kein Name einer radikalen Gruppierung, sondern der einer belgischen Band. Die Solanas-Fan-Page mit den meisten Likes hat 69 „Gefällt mir“-Angaben. Selbst die Männerpartei kann mir keine konkreten männerfeindlichen Gruppierungen nennen.

„Die Lebensrelalität von Frauen sichtbar machen“ ist eine nette Nichtaussage. Prominente Theorien im Feminismus sind beispielsweise die Rape Culture Theorie, nach der Männer ein System der Angst vorhalten, in denen sie Frauen folgenlos vergewaltigen können und dies bei 1/3 aller Frauen auch passiert. Der deutsche Blog „hollaback Berlin“ beispielsweise schreibt dazu:

“A rape culture is a culture of intimidation. It keeps women afraid of being attacked and so it keeps women confined in the range of their behavior. That fear makes a women censor her behavior – her speech, her way of dressing, her actions. It undermines her confidence in her ability to be independent. The necessity to be mindful of one’s behavior at all times is far more than annoying. Women’s lives are unnecessarily constricted.

As a society, this one issue hampers the best efforts of half our population. It costs us heavily in lost initiative and in emotional energy stolen from other, more creative thoughts.

Andere Seiten wie die Störenfridas stehen Sätze wie:

Ein Schwanz aber ist eine potenzielle Waffe. Er kann benutzt werden, um Frauen gegen ihren Willen zu pentrieren, vielleicht in einer Situation, in der sie hilflos, ungeschützt oder schlichtweg unachtsam sind. Opfer sexueller Gewalt müssen ein Recht auf schwanzfreie Räume haben.

Und Anne Wizorek sieht die Lage der Frauen so:

Viele Frauen wehren sich schon allein dadurch, dass sie jeden Tag trotzdem noch auf die Straße gehen anstatt sich zuhause zu verbuddeln. Für ganz viele Frauen ist es extrem schlimm einfach schon auf die Straße zu gehen.

Weiteres interessantes von ihr findet sich hier.

Und es finden sich im intersektionalen Feminismus maßenhaft rassistische Äußerungen, also Herabwürdigungen und Abwertungen wegen der Hautfarbe, nur das sie sich eher auf die Abwertung weißer spezialisiert haben.

Das feministische Magazin Edition F lässt eine Feministin wie folgt vortragen:

Weil das Jetzt schon weiblich ist. Soziale Netzwerke sind weiblich. Das Internet ist weiblich. Digitalisierung ist weiblich. Deswegen bäumen sich ja auch die alten weißen Männer gerade noch mal auf. Wie ein Tier kurz vorm Tod. Sie spüren sehr wohl, dass die Zeit für sie gekommen ist.“(…)

„Wir müssen eine feministische Terror-Gruppe gründen und die alten weißen Männer aus dem Weg schaffen.“

Julie Bindel sagt über Männer:

I would actually put them all in some kind of camp where they can all drive around in quad bikes, or bicycles, or white vans. I would give them a choice of vehicles to drive around with, give them no porn, they wouldn’t be able to fight – we would have wardens, of course! Women who want to see their sons or male loved ones would be able to go and visit, or take them out like a library book, and then bring them back. 

I hope heterosexuality doesn’t survive, actually. I would like to see a truce on heterosexuality. I would like an amnesty on heterosexuality until we have sorted ourselves out. Because under patriarchy it’s shit.

And I am sick of hearing from individual women that their men are all right. Those men have been shored up by the advantages of patriarchy and they are complacent, they are not stopping other men from being shit.

I would love to see a women’s liberation that results in women turning away from men and saying: “when you come back as human beings, then we might look again.”

Es liefen feministische Parolen wie „#Banman oder ‚#killallmen“

Frustration with men became as vocal in 2014 as it’s ever been – especially online. Instead of commiserating behind closed doors, women and sympathetic men started increasingly bringing our anger to social media. Ban men, we said when tweeting a link about the latest rape apology or nude photo theft. #KillAllMen. Launch men into space. I can’t wait until we send them all to Dude Island.(…)

We were joking, sort of, but we were also very serious. A lot of feminists are very fond of individual men, but it’s hard to ignore that men as a group are responsible for an ongoing parade of offenses – indignities at best, violence at worst. And while recent circumstances have demanded that many of us take a break from banning men in order to ban white people instead (it’s an emergency), 2014 demonstrated that “ban men” could be a rallying cry, a banner under which we could mass and direct our frustrations.

Und „in Männer Tränen baden“ war ebenfalls ein gern verwendete Phrase

Es finden sich durchaus Artikel wie dieser, in denen dargestellt ist, dass es ganz verständlich ist, dass Frauen Männer als ihre Unterdrücker tot sehen wollen:

And this is because misogynists completely fail to understand how power works. They miss the fact that in this society, violence against women and girls is rife, that it is an everyday occurrence which is seen to at best utterly unremarkable and at worst funny or aspirational. Saying “kill all men” and violence against women and girls are completely different. There is no serious threat of the women rising up and actually killing all men, all the while the hum of background noise of another women raped, murdered or beaten by a man. That this culture of violence is gendered, and the system is set up in favour of keeping things that way.

So is it any wonder that sometimes women are angry enough to express a wish to see their oppressors dead? And that this violent revenge fantasy remains just that–a revenge fantasy?

Oder Suzanne Moore:

Men. You can’t live with them. You can’t shoot them. Well, you can, but this is the New Statesman. (…)

All the special boys. What about the ones who were abused at public school and now run everything but can’t express their emotions properly? All the man victims, trapped by masculinity. Who could hate them? Their oppression is structural. You can’t hate them individually, can you?

You know what? I can. Please don’t confuse that with bitterness. I am in touch with my emotions enough to know the difference between personal hurt and class hatred. As a class, I hate men. I’ve changed my mind. I am no longer reasonable.

Oder in einem Beitrag auf der Seite Feministing:

I admit it–I’m a feminist who hates men. I feel nothing but revulsion, disgust, and distrust for men. I’m that type of woman everyone makes stereotypical jokes about.

I haven’t always hated men. I used to have a high sex drive, and I wanted to get married and have children and a family of my own just like everyone else I knew. In fact, deep down I still wish I could do those things. But I know that just won’t be possible. I didn’t start hating men because I was a feminist who was angry at men for having more rights and privileges than me or because I think women are better than men.  I began hating them because they outright HURT me.

Ich hätte noch weitere entsprechende Beiträge bei Bedarf.

Allerdings ist es insbesondere das totalitäre, welches dem modernen Feminismus sehr eigen ist, welches sehr gut in das Bild passt:

Alles ist sexistisch, alles ist rassistisch, und man muss muss das alles aufzeigen, so der Ruf vieler Feministinnen. Sie können selbst aus Kleinigkeiten erhebliche Skandale machen und fallen entweder im Shitstormschwarm über jeden her, der eine abweichende Meinung vertritt oder werten diesen ab und grenzen ihn aus.

Sie sind nicht bereit über Grundlagen zu diskutieren, sie können sich nur noch in ihren starren Denkgerüsten zu bewegen. Jeder, der ihnen widerspricht, ist dabei der Feind.

Gibt es ein Beispiel, wo die feministische Theorie die kausalen Faktoren richtig benennt?

Gute Frage eigentlich. Gibt es irgendein Beispiel, wo die feministische Theorie mit ihren Erklärungen richtig liegt?

 

 

„Läuft bei uns“ – Menstruation und Feminismus

Die Taz am Wochenende wird verschiedentlich für dieses provokante Bild gefeiert.

Die Faszination des Feminismus für Menstruationsblut hatte ich bereits hier behandelt:

Ein der merkwürdigeren Ideen im Feminismus ist, dass nichts, das im Zusammenhang mit Frauen steht, irgendwie schlecht sein kann oder in irgendeiner Form eine Abwertung erfahren kann.

Die Menstruation ist dabei so weiblich, wie etwas nur sein kann, also sind alle Reaktionen darauf, die in irgendeiner Form als Unbehagen verstanden werden können, nach dieser Einstellung sexistisch.

Im Feminismus wird insofern dafür geworben, dass Menstruationsblut etwas ganz normales ist (was es ja auch ist) und demnach in keiner Weise abgewertet werden darf.

Natürlich ist Nasenschlein, Kot und sonstiges Blut auch etwas ganz normales. Dennoch sehen wir es nicht gerne, finden es unrein und wollen nicht gerne damit in Berührung kommen.

(…)

Und niemand möchte in seiner Timeline unbedingt die Resultate eines feuchten Traum eines pubertierenden Jungen sehen, was auch etwas ganz natürliches ist oder dessen vollgewixte Taschentücher.

Natürlich: Die Menstruation ist etwas ganz normales und als solche muss sich eine Frau nicht für sie schämen. Aber wie bei allen Körperflussigkeiten muss man sie auch nicht in die Kamera halten.

Es ist insofern sicherlich schlicht die Freude an der Provokation, bei der man sich dann wieder über diese Aufregen kann und damit Virtue Signalling betreiben kann.