Was Männer bzw Frauen erregt

Advertisements

Schlechter Sex

Bei Bento wird schlechter Sex geschildert:

Irgendwann haben sie ein richtiges Date. Das läuft ziemlich schlecht, Robert verhält sich merkwürdig, Margot hat das Gefühl, an der angespannten Stimmung schuld zu sein. Sie will ihm ein besseres Gefühl geben, stellt viele Fragen, schmeichelt ihm, obwohl er sich die ganze Zeit ein wenig über sie lustig macht. Es funktioniert. Und es kommt zum ersten Kuss:

„Er machte eine Art Satz auf sie zu und versenkte seine Zunge in ihrem Hals. Es war ein schrecklicher Kuss, schockierend schlecht.“
Trotzdem löst es in ihr irgendwie ein zärtliches Gefühl für ihn aus: Er ist so tollpatschig und sensibel – da will sie ihm nicht auch noch seine schlechten Kuss-Fähigkeiten zum Vorwurf machen.

Margot schwankt im Laufe des Abends zwischen Ernüchterung und Zuneigung. Und „beim dritten Bier denkt sie darüber nach, wie es wohl wäre, Sex mit Robert zu haben. Vermutlich wäre es wie der schlechte Kuss, unbeholfen und viel zu exzessiv. Aber als sie sich vorstellt, wie aufgeregt er sein würde, wie hungrig er wäre und wie sehr er sie beeindrucken wollen würde – da fühlt sie ein kleines Ziepen der Lust in ihrem Bauch.“

Er will sie nach Hause bringen, doch sie trifft eine Entscheidung: Sie will mit ihm schlafen – und geht mit ihm nach Hause.

Doch leider läuft es auch dort ziemlich bescheiden. Schon als Robert sich auszieht, merkt Margot, wie ihre Lust schwindet: „Als sie ihn so ansah, merkwürdig nach vorne gebeugt, sein Bauch dick und weich, mit Haaren bedeckt, schreckte Margot zurück.“

Aber: „Jetzt zu beenden, was sie eben initiiert hatte, würde viel mehr Taktgefühl und Sensibilität erfordern, als sie gerade aufbringen konnte.“ Also zieht sie es lieber durch, als Roberts Stolz zu verletzen.

Der Sex ist furchtbar.
Robert zieht eine vorgefertigte Choreografie der Stellungen durch, nichts davon ist schön für Margot. Doch bei der kleinsten negativen Regung ihrerseits wird er kühl und distanziert. Also sagt sie nichts. Stattdessen kämpft sie abwechselnd mit Gefühlen der Abneigung und dem Verlangen, über die Absurdität ihrer Situation laut zu lachen.

Hinterher will sie einfach nur nichts mehr mit Robert zu tun haben. Als sie ihm das schreibt, reagiert er zunächst verständnisvoll – bevor er sie mit verletzten Nachrichten bombardiert und als Hure beschimpft.

Die Schilderung ist wohl aus einem Roman entnommen und so wohl auch reichlich unrealistich oder zumindest selten. Einen Mitleidsfick beim ersten Date, da werden die meisten Frauen keine Lust zu haben.

Und es wäre für sie ja auch relativ leicht vermeidbar gewesen.

Im Text heißt es:

Wieder andere sehen die Geschichte als Beispiel dafür, dass wir im Bett viel mehr darauf achten sollten, was unser Gegenüber (oder Drunter/Drüber) eigentlich möchte. Auch hier sehen viele Leute Frauen im Nachteil. Sie würden häufig zurückstecken, während Männer ihr Programm durchziehen – so der Tenor vieler Tweets.

Merkwürdiger Vorwurf, wenn es ja im wesentlichen ein Auswahlverschulden ihrerseits ist, schlicht weil er – auch interessant für das sonst so feministische Bento – einfach nicht den üblichen Schönheitsnormen für Männer entspricht. Der Text in dieser Art ist natürlich dünn, aber mir würden auch schon genug Sachen einfallen, wie sie es hätte besser machen können, eben in dem sie auf ihn eingeht, sagt was sie will, ihn auf Ideen bringt oder selbst die Lage verbessert.

Sie scheint es aber einfach nur durchziehen zu wollen, was für ihn wahrscheinlich auch nicht der beste Sex war (aber immerhin Sex). Er hätte wahrscheinlich mehr Spass gehabt, wenn sie auf ihn zugegangen wäre und er nicht irgendwie das Gefühl gehabt hätte, dass er einfach nicht ankommt.

Auch interessant wäre natürlich die umgekehrte Situation gewesen – er hat nur Sex mit ihr, eher widerwillig, weil sie eher dick ist etc und will danach nichts mehr mit ihr zu tun haben. Wenn sie ihn dann ein Schwein genannt hätte, dann wäre es eben wieder ganz verständlich gewesen. Das seine Gefühle verletzt sind ist hingegen eben klassische toxische Männlichkeit

Unterschiede in der Orgasmushäufigkeit bei Schwulen, Lesben und Heterosexuellen

Eine interessante Studie befasst sich mit der Orgasmushäufigkeit bei Schwulen, Lesben und Heterosexuellen:

There is a notable gap between heterosexual men and women in frequency of orgasm during sex. Little is known, however, about sexual orientation differences in orgasm frequency. We examined how over 30 different traits or behaviors were associated with frequency of orgasm when sexually intimate during the past month. We analyzed a large US sample of adults (N = 52,588) who identified as heterosexual men (n = 26,032), gay men (n = 452), bisexual men (n = 550), lesbian women (n = 340), bisexual women (n = 1112), and heterosexual women (n = 24,102). Heterosexual men were most likely to say they usually-always orgasmed when sexually intimate (95%), followed by gay men (89%), bisexual men (88%), lesbian women (86%), bisexual women (66%), and heterosexual women (65%). Compared to women who orgasmed less frequently, women who orgasmed more frequently were more likely to: receive more oral sex, have longer duration of last sex, be more satisfied with their relationship, ask for what they want in bed, praise their partner for something they did in bed, call/email to tease about doing something sexual, wear sexy lingerie, try new sexual positions, anal stimulation, act out fantasies, incorporate sexy talk, and express love during sex. Women were more likely to orgasm if their last sexual encounter included deep kissing, manual genital stimulation, and/or oral sex in addition to vaginal intercourse. We consider sociocultural and evolutionary explanations for these orgasm gaps. The results suggest a variety of behaviors couples can try to increase orgasm frequency.

Quelle: Differences in Orgasm Frequency Among Gay, Lesbian, Bisexual, and Heterosexual Men and Women in a U.S. National Sample.

Aus einem Artikel dazu:

Here’s a bit of news that will probably shock no one except the very people it’s about – straight men are the worst people in the world at sex.

We’re not just talking about the 16-year-olds who have no idea what the fuck they’re doing with it all either (you probably know what we mean here), nope, we’re talking about all straight men. Yes all men. We’re all rubbish at sex, compared with every other group, anyway.

This is according to a new study of 52,600 people which aimed to explore the “orgasm gap” (like the gender pay gap, but for banging) between people of different genders and sexual orientations.

The study found that straight women have the fewest orgasms, with 65% saying they usually climaxed during sex.

And what makes this worse is that the group that orgasmed most was… straight men, with 95%. So yeah, that stuff about straight men being lazy in bed really isn’t a myth.

Und etwas später:

The study, which was carried out by Indiana University, Chapman University and Claremont Graduate University, showed that the number of people who said they normally came during sex were:

  • 65% of heterosexual women
  • 66% of bisexual women
  • 86% of lesbian women
  • 88% of bisexual men
  • 89% of gay men
  • 95% of heterosexual men

It’s not really a surprise that of the six groups studied, the three who said they came most were men, and the three who came least were women.

And this study also seems to show pretty unequivocally that gay people are better at sex than straight people.

Ich finde die Angaben etwas schwer zu interpretieren, wenn man nicht die Häufigkeit des Sex dazu nimmt.

Denn ein wesentlicher Faktor könnte aus meiner Sicht der Unterschied in der gewünschten Häufigkeit sein. Ich zitiere aus einer anderen Studie:

Ard (1977) reported a survey of couples who had been married for over 20 years. He found that “husbands continued to prefer intercourse more frequently than wives” (p. 274). In fact, wives consistently reported that they were quite satisfied with the amount of sex they had in their marriages, but men on average wished for about a 50% increase. M. Brown and Auerback (1981) likewise found that a majority of husbands (60%) but only a minority of wives (32%) said they would prefer to have sex more often. A more recent study by Julien, Bouchard, Gagnon, and Pomerleau (1992) found that husbands and wives agreed that the men were more sexually active and frisky. Even more relevant, Julien et al. (1992) found that men were more likely than women to report having less sex in marriage than they wanted. With a sample of couples ages 51 to 61, Johannes and Avis (1997) found that women were more likely than men to wish for less frequent sex than they were having, whereas husbands were more likely to wish for more frequent sex than they were having. A study of elderly couples in Sweden likewise found that men wanted more frequent sex than women (Bergström-Walan & Nielsen, 1990). Indeed, the authors of that study concluded that “men are significantly more sexual than women, in all ages and in all respects” (p. 289).

Wenn dann Homosexuelle Paare näher beieinander liegen, was die gewünschte Frequenz angeht (die Schwulen Männern häufiger, die lesbischen Frauen seltener), dann ist es auch verständlich, dass die Frauen häufiger kommen und die Männer weniger. Es wird dann insbesondere auch eher Sex geben, bei der die Frau gar nicht so scharf darauf war, selbst wenn sie es vielleicht schön findet. Das erschwert zum einem den Orgasmus und zum anderen führt es eher dazu, dass man eben nach seinem Orgasmus aufhört.

Eine zweite Variabel könnte noch sein, dass die Verteilung der Orgasmen auch dem Testosteronspiegel folgt:

lesbische Frauen haben häufiger einen höheren Testosteronspiegel als heterosexuelle Frauen, Schwule Männer eher einen niedrigeren als die heterosexuellen Männer. Daraus kann natürlich auch bereits ein Unterschied in der Erregbarkeit folgen.

Ich halte insofern die Abwertungen für etwas übertrieben. Gerade wenn man das „Lesbian Bed Death“ Phänomen dazu rechnet.

Auch dazu aus der vorhin bereits verlinkten Studie:

They found that gay men had higher frequencies of sex than lesbians at all stages of relationships. Within the first 2 years of a relationship, for example, two thirds of the gay men but only one third of the lesbians were in the maximum category of having sex three or more times per week (the highest frequency category). After 10 years together, 11% of the gay men but only 1% of the lesbians were still in that category of highly frequent sex. At the other extreme, after 10 years nearly half the lesbians,  but only a third of the gay men, were having sex less than once a month. Even that difference may be a substantial underestimate of the discrepancy in sexual activity: Blumstein and Schwartz reported that the gay men who had largely ceased having sex after 10 years together were often having sex with other partners, whereas the lesbians who had ceased having sex together had generally not compensated for this deficit by finding other sexual outlets. A lack of sexual desire and activity in women is reflected in the phrase “lesbian bed death,” (e.g., Iasenza, 2000) which has been coined to describe the low levels of sexual activity among lesbians in long-term relationships. Similar conclusions emerged from an earlier study by Bell and Weinberg (1978), which did not limit its sample to people in committed relationships and is thus a useful complement to the Blumstein and Schwartz (1983) study. White homosexual men were more likely than lesbians (47% vs. 32%) to report having sex more than once per week. A similar difference was found among gay Blacks (65% vs. 56%) (…)

Klar, wenn man nur einmal den Monat Sex hat, weil da beide besonders geil ist, mag da für Beide der Orgasmus deutlich wichtiger sein als bei einer niedrigeren Frequenz.

Umfrage zu Sex und Partnerschaft: Sex attraktive Männer und unattraktive Frauen haben die meisten Sexualpartner

Wie ich über das Nachdenken über einen feministischen Artikel realisiert habe, dass man sich dadurch sexuelle Gewalt einreden kann

Ein Artikel bei dem feministischen Blog „Kleiner Drei“ mit dem Titel „Wie ich durch das Nachdenken über Konsens realisiert habe, dass ich sexualisierte Gewalt erfahren habe“ schildert erlebte sexuelle Gewalt:

Mit 15 war ich von vielen Dingen verunsichert in meinem Leben. Meinen Körper mochte ich nicht besonders. Er und ich waren uns nicht gerade einig darüber, was für uns Schönsein bedeutete. Ich wusste nicht, wen oder was ich begehre, aber ich wusste genau, dass ich das dringende Bedürfnis danach hatte, begehrt zu werden. Die Kombination aus meiner Verunsicherung, meinem Körpergefühl und der Tatsache, dass ich nicht einmal wusste, was genau ich wollte, war nicht förderlich für mein Begehren. Ich streckte meine Fühler in alle möglichen Richtungen aus und lernte über Freund*innen schließlich U. kennen. Er war 3 Jahre älter als ich und im Gegensatz zu mir wusste er genau was er wollte.

Also sie ist auf der Suche und findet einen älteren, selbstbewußten Typen, der sich für sie interessiert.

U. hat mich begehrt. Sehr sogar. So sehr, dass ich komplett davon überfordert war. Ich habe es genossen, Aufmerksamkeit zu erfahren, Anerkennung für meinen Körper und das Gefühl, dass es da jemanden gibt, der mich scheinbar gut findet. Gleichzeitig wusste ich nicht einmal, ob ich das überhaupt möchte. Wie weit möchte ich mit U. gehen? Wo sind meine Grenzen? Was fühlt sich noch gut an? Und an welchem Punkt kann mein 15-jähriges Ich nicht zwischen Neugierde und Grenzüberschreitung unterscheiden?

Sie stellt fest, dass es sehr angenehm ist, wenn jemand einen begehrt und einem Aufmerksamkeit gibt, einem sagt, dass man schön ist und einen gut findet. Sie ist aber unsicher.

Nach ein paar Wochen wurde es körperlich zwischen U. und mir, ich war schließlich neugierig. Mit der Neugierde kamen aber auch Angst, Scham und Zweifel. Wollte ich das alles überhaupt? Allen anderen 15-jährigen schien es so leicht zu fallen, also versuchte ich mich darauf einzulassen. Eines Abends lagen wir bei ihm im Bett, er fasste mich an und ich war wie gelähmt. In meinen Gedanken wusste ich genau, was ich wollte. Ich wollte, dass U. aufhört, aber es blieb bei einem stummen Aufschrei. Also lag ich regungslos da und wartete. Ich weiß noch genau, dass sich jede Sekunde so unbeschreiblich lang anfühlte. Schließlich kam es U. merkwürdig vor, dass ich seine Berührungen nicht erwiderte, also versuchte er mich mit Worten zu betören. Er sei in mich verliebt, sagte U., und, dass ich ihm das nicht antun könnte, es nicht zu erwidern. Sein Gerede löste mich aus meiner Starre und schließlich brachte ich ihn dazu aufzuhören. Danach blieb mir nur die Scham und der Gedanke, dass ich mich selbst in so eine Situation begeben hatte.

Unglaublich. Sie flirten, ihr gefällt es, er macht Komplimente und macht deutlich, dass er sie begehrt und dann liegt sie auf seinem Bett und das Schwein denkt, er könne jetzt tatsächlich, nach nur ein paar Wochen der Vorankündigung und dem Umstand, dass sie gemeinsam als Teenager auf einem Bett liegen körperlicher werden! Was für ein Schwein. Und dann hört er auch noch auf als sie das nicht will.

Ich traf U. noch häufiger und jedes Mal war es ein auf und ab zwischen Neugierde und Grenzüberschreitung. In allen Situationen war U. derjenige, der die Handlungen initiierte.

Ich traf ihn noch häufiger. Ich traf ihn noch häufiger. Ich traf ihn noch häufiger. Und es war jedesmal das Gleiche: Er versuchte jedesmal körperlich weiterzukommen. Auch hier: Wer hätte es gedacht. Gerade wenn sie immer wieder kommt, neugierig ist, anscheinend gewisse Sachen zulässt und es dann irgendwann abbricht.

Ich vermute mal so etwas, ein Herantasten an mehr, ein immer neuer Versucht, weil man davon ausgeht, dass sie sich daran gewöhnen wird und Vertrauen gewinnt und ihre Angst irgendwann überwindet, so etwas dürfte jeder zweite in seinem Leben erlebt haben.

Der besagte Abend war prägend für mich, aber er wiederholte sich nicht noch einmal in dieser Form. Nichtsdestotrotz war U. gut darin seine Gefühle noch einige Male nach diesem Abend, als Vehikel für körperliche Zuneigung zu benutzen.

Nochmal: Was für ein Schwein. Er hat Gefühle, und dann will er auch noch körperliche Zuneigung, nur weil sie jedes Mal wiederkommt und es so aussieht als könne man sie irgendwann überzeugen. Männer sind eben doch Schweine.

Er konnte mich aufgrund meiner Schuldgefühle gut dazu überreden, auf den Anblick meiner Füße zu masturbieren, weil es dafür keinen Körperkontakt braucht.

Er konnte sie dazu überreden, auf den Anblick ihrer Füße masturbieren zu können. Das finde ich schon irgendwie eine interessante Lösung. Wobei „überreden“ ja bedeutet, dass sie zugestimmt hat. Aber das ist sicherlich noch nicht gut genug:

So habe ich es zumindest versucht mir damals einzureden. Heute weiß ich: Es braucht jedoch auch keinen Körperkontakt für Grenzüberschreitungen! Ich hab mich schlecht gefühlt, weil ich seine Gefühle nicht erwidern konnte und im gleichen Maße empfand ich Ekel vor mir selbst. All das hab ich gleichzeitig gespürt und elf Jahre später kämpfe ich immer noch damit.

ICH habe mich schlecht gefühlt, weil ich SEINE GEFÜHLE nicht erwidern konnte. Und das hat er zugelassen. Sexuelle Gewalt, ganz eindeutig.

Wie geht es dann mit ihr weiter:

Jedes Mal, wenn ich mit jemandem körperlich intim wurde, fühlte ich Scham und Ekel. Ich war richtig angewidert von mir und wusste jahrelang nicht wieso. Ich habe es einfach nicht verstanden. Es fühlte sich so an, als ob ich irgendwas falsch gemacht hätte, dabei wollte ich es einfach nur genießen. Vor ein bis zwei Jahren hat dann mein 15-jähriges Ich an die Tür meines Bewusstseins geklopft und mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Plötzlich ergab es einen Sinn, ich verstand, wieso ich mich die ganze Zeit über unterschwellig schlecht, schuldig und voller Scham gefühlt habe. Ich sprach zum ersten Mal bewusst mit einer meiner Partnerinnen über Konsens und weinte viel –  es fühlte sich an wie eine Erleichterung.

Die wenigen Male die ich in den ersten neun Jahren über die besagte Situation mit U. nachgedacht habe, habe ich das, was damals zwischen uns passiert ist, selbst abgetan. Vermutlich, um meine größte Angst vorwegzunehmen: Dass andere mich nicht ernst nehmen würden, wenn ich es erzählen würde. Selbst jetzt, wenn ich darüber schreibe und es als sexualisierte Gewalt definiere, tue ich mir schwer damit nicht dranzuhängen: “Aber es ist nicht so schlimm, es gibt Schlimmeres.” Ich tue mir schwer damit zu akzeptieren, dass ein einziger Abend so viele Auswirkungen auf mein Leben haben konnte. Ich will nicht die Kontrolle verlieren und schäme mich für meine Unsicherheit damals und dafür, dass ich nicht klar sagen konnte, was ich wollte. Und dann werde ich wütend. Wütend auf mich selbst und dann auf U. und dann wieder auf mich selbst. Wie hätte ich auch mit 15 wissen sollen, dass es so etwas wie Konsens gibt? Ich hatte es nie gelernt.

Sie tut sich schwer damit. Vielleicht weil es tatsächlich vollkommen unlogisch ist und sie ihn in nachhinein überbewertet und sich jetzt einredet, dass es daran lag. Weit eher dürfte die Kausalität andersherum sein: Weil sie schon vorher eine vollkommen verkorkste Einstellung zur Sexualität hatte hat sie nicht das normalste der Welt gemacht und einfach ihrerseits Zärtlichkeiten ausprobiert oder es eben abgebrochen.

U. ist hier aus meiner Sicht vollkommen unschuldig. Er konnte nicht wissen, wie verkorkst sie ist. Und das sie den an sich vollkommen harmlosen Vorfall so umdeuten würde, weil sie sich zu tief in feministischer Literatur vergraben hat, die ihr eingeredet hat, dass ihr hier sexuelle Gewalt angetan worden ist.

Sie überträgt hier komplett die Verantwortung auf U, statt sich einzugestehen, dass sie hier selbst hätte handeln müssen und das er davon ausgehen konnte, dass ihre Beziehung zu etwas körperlichen wird und sie zwar schüchtern ist, dass aber auch will.

Es ist diese Einstellung, die aus meiner Sicht so schädlich für Leute ist: Wer sich einreden lässt, dass ihm bei einem so harmlosen Vorfall (jedenfalls ist den Schilderungen nichts außer etwas fimmeln zu entnehmen, was nun besonders bedrohlich sein könnte) sexuelle Gewalt vorliegt statt sich einzugestehen, dass man selbst das Problem ist, dem hat die feministische Theorie geschadet.

Wohlgemerkt: Wenn jemand merkt, dass er ein enormes Maß an Vertrauen braucht und jede einzelne Handlung absprechen muss, weil er sie sonst nicht verkraften kann, der kann und soll das natürlich so praktizieren und seinen Partner darauf hinweisen. Das ist jedermanns eigene Sache. Er soll aber nicht diesen abstrusen Maßstab auf andere übertragen oder als allgemein verbindlich und wünschenswert ansehen. Die meisten Menschen haben schlicht diese Probleme nicht. Ich vermute sogar eher, dass viele junge Frauen ganz dankbar darüber waren, dass jemand immer wieder am Ball geblieben ist, wenn sie Angst hatten und das als gute Möglichkeit gesehen haben, wie sie evtl Angst überwinden, in dem man sich immer etwas weiter treiben lässt.

Einen Mann zum (besseren) Orgasmus bringen

Nachdem wir darüber geredet haben, wie man eine Frau zum Orgasmus bringt ist es nur Recht und Billig, dass wir nun auch beim Mann darüber reden.

In den Kommentaren führte dazu Adrian an:

Zu den Arten von Orgasmen:

Es gibt sechs Formen männlicher Orgasmen
– Penis-Ejakulation Regulär (den Mann prinzipiell immer bekommen kann)
-Penis-Ejakukation Premium (bei ausdauernder Stimulation und Edging ab 15 Minuten aufwärts)
– Prostata-Penis-Ejakulation
– Prostata-Ejakulation
– Penis trocken
– Prostata trocken

Und zum „besseren Kommen“:

Ganz allgemein gesagt. Je mehr Stimulation und je länger der Orgasmus herausgezögert wird, umso besser.

Die Intensität ist sehr hoch, wenn man Eichel und Penis gut stimuliert. Das geht am besten mit Gleitgel oder Massageöl; am wirksamsten überdies wenn man abwechselnd schnell und langsam massiert, die Vorhaut zurückzieht und mit der geschlossenen Faust allein die Eichel bearbeitet und/oder sanft das Frenulum stimuliert.
Wichtig ist hier, den Mann nicht zu sehr zu „quälen“, ihn zwar nicht kommen zu lassen, aber ihm auf der Plateauphase kurze Ruhepausen zu gönnen (Edging). Faustregel: Wenn er kurz davor ist zu kommen, Massage kurz einstellen und nach etwa zehn Sekunden erneut beginnen. Dies kann man theoretisch bis zu einer dreiviertel Stunde praktizieren – das Ziel ist allerdings erreicht, wenn der Mann mindestens drei Mal (Anfänger) bis zehn Mal (Standard) darum gebettelt (Nicht: angekündigt!) hat, kommen zu dürfen.

Ich praktiziere gerne die Kombination der obigen Technik mit Prostatamassage. Hierfür nimmt man zwei oder drei Finger um die Prostata sanft bis härter zu stimulieren. Profis schaffen alleine dadurch eine Ejakulation, aber das ist abhängig von der Ausdauer und Physiologie des empfangenden Mannes.

Der Orgasmus ist in beiden Fällen sehr „weiblich, sehr intensiv, man erreicht Ganzkörperorgasmen und Männer die sich winden, lustvoll jammern, stöhnen und betteln.

Wenn man gut ist, kann man mit der Edging-Methode mehrere Ejakulationen bewirken, hier ist aber darauf zu achten, dass man in der Post-Ejakulationsphase die Stimulation dem Bedürfnissen des Mannes anpasst, da je nach Grad des vorherigen Orgasmus und der Reizung der Eichel, eine Post-Ejakulations-Stimulation wahre Folter (auf eine schlechte Art) und für den Mann sehr schmerzhaft sein kann.

„Gibt es allgemeine Favoriten? Welche Art ist am schönsten, am befriedigendsten, m beglückendsten?“

Mein Favorit ist Edging im Zusammenspiel mit Prostata. Prostataorgasmen unterscheiden sich von Nur-Penis-Orgasmen auch wenn ich nicht genau sagen kann inwiefern. Die gleichen Männer reagieren aber unterschiedlich auf beide. In Kombination ist das der Hammer. Was ich interessant finde ist, dass Männer danach unheimlich anhänglich werden, sehr schmusig und liebevoll. Nachteil ist, dass viele unter Umständen eine Woche lang keinerlei Bock auf Sex haben 🙂

„Wie „erleben“ Männer ihren Orgasmus? Wie fühlt sich das an?“

Schwierig zu beschreiben. Der gewöhnliche Allerweltorgasmus erscheint bei vielen Männern tatsächlich nicht allzu intensiv.
Für mich ist ein Schuss Droge, ein schmerzhaft-schönes Ziehen. Man möchte abspritzen, man möchte „zeugen“

Und ergänzend:

Ergänzung:

„Deshalb finde ich es schon erstaunlich, dass Orgasmen trotzdem für Männer so wichtig zu sind.“

Man kann es sich glaube ich, am Besten „wörtlich“ vorstellen: Nimm die Hoden als etwas, das sich immer wieder auffüllt und das Sperma als etwas, das raus muss. Wie bei nem Dampfkessel.

Weitere Tipps und Tricks oder allgemeine Meinungen dazu gerne in den Kommentaren

Eine Frau zum Orgasmus bringen

Dies ist ein Gastartikel von Aurelie

Der weibliche Orgasmus ist kein „Mythos“, den es zu entschlüsseln gilt, und er ist auch nicht kompliziert. Komplex, ja – aber welcher körperliche Vorgang ist nicht komplex?

Wenn ich im Folgenden über Frauen schreibe, so heißt das nicht, dass sich darin jede Frau wiederfinden muss. Es geht vielmehr um eine grobe Richtung, deren individuelle Ausgestaltung jeder Frau oder jedem Paar selbst obliegt. Da ich alles andere als allwissend bin, ergeben sich sicherlich in den Kommentaren noch weitere Anregungen. Man lernt schließlich nie aus.

Der wichtigste Faktor, wenn es ums Kommen geht, ist Zeit. Frauen haben in der Regel eine andere Erregungskurve als Männer. Wie ein Elektroherd, der etwas braucht, bis er so richtig warm ist, dafür aber lange (nach)glüht. Das männliche Äquivalent ist der Gasherd: an – aus bzw. Flamme da – Flamme weg. Ein Orgasmus braucht also – neben der richtigen Technik – Zeit. Die gute Nachricht: Während der Aufwärmphase gibt es viel Richtiges und wenig Falsches. Spricht: Es geht vor allem darum, den Körper und insbesondere die Vulva bereit zu machen, sie aufzuwärmen. Dazu braucht es kein Kerzenlicht-Eros-Ramazotti-Getue, sondern angenehme und stimulierende Berührungen. Eine praktische Stellung, die das gegenseitig entspannt ermöglicht, ist sich gegenüber zu sitzen mit angewinkelten Knien. Wer sich nur der Frau widmen möchte, der kann sie bitten, sich auf den Rücken zu legen, während man sich neben sie legt oder zwischen ihre Beine setzt.

Beim Aufwärmen geht es wie gesagt nicht darum, so schnell wie möglich alle möglichen „magische“ Knöpfe zu drücken, um endlich am Ziel anzukommen. Langsame, wertschätzende Berührungen ebnen dagegen den Weg. Der ganze Körper kann miteinbezogen werden.

Wenn sich der Schwerpunkt der Berührung langsam Richtung Vulva nähert, kann ein hochwertiges Öl (bspw. reines Mandelöl), das Ganze intensivieren. Viele gehen automatisch davon aus, dass die eigene Feuchtigkeit ausreicht. Für eine ausgiebige Massage der gesamten Vulva trifft das in der Regel nicht zu. Manche Frauen scheuen sich, zusätzliche Lubrikation einzufordern, weil sie denken, das würde dem Mann sexuelle Unlust signalisieren. Davon sollte man sich freimachen.

Von dem Gedanken, dass die Vagina jederzeit sexuell aufnahmebereit ist, sollte man sich ebenfalls freimachen. Auch wenn das zugegebenermaßen ein schöner Gedanke ist 🙂 Viele Frauen haben verlernt, auf sich zu hören und zu spüren, wann sie wirklich bereit zur Penetration sind. Je länger man(n) also abwartet, bis man mit den Fingern oder dem Penis eindringt, umso angenehmer wird das in der Regel für die Frau sein. Die Vagina wird mit steigender Erregung weiter, größer und besser durchblutet.

Kleiner Exkurs beendet. Wir sind also bei der Vulva bzw. deren Massage. Dabei es gibt einige Massagetechniken, die ich im Folgenden aufzähle. Wichtig ist, dass du diese Massagegriffe ohne Hektik und möglichst langsam ausführst. Wie gesagt: Je länger du bei jedem Griff verweilst, umso größer ist die Chance eines Orgasmus. Am besten können die Massagegriffe ausgeführt werden, wenn die Frau auf dem Rücken liegt und ihre Beine gespreizt und leicht angewinkelt sind.

Nimm deine ganze Hand und lege sie mit den Handflächen nach unten über die gesamte Vulva. Übe dabei leichten Druck aus, sodass sie deine Hand gut spüren kann. (Dieser Griff eignet sich auch gut, um zwischen den anderen Griffen durch eine kleine Pause die Erregung zu steigern.)

Nimm die großen und danach die kleinen Schamlippen jeweils einzeln zwischen deine Finger und massiere sie (sanft).

Drücke die kleinen Schamlippen mit deinen beiden Daumen zusammen und verschiebe sie gegenseitig (auch versetzt).

Mit den äußeren Handkanten die inneren und äußeren Schamlippen umfassen und wie beim Feuermachen sanft gegeneinander reiben.

Mit zwei Fingern fährst du die inneren und äußeren Schamlippen nacheinander oder gleichzeitig in langen Strichen von oben nach unten entlang und umgekehrt. Ein Finger kann dabei gleichzeitig (bewegungslos) auf der Klitoris liegen.

Die Klitoris zwischen Daumen und Zeigefinger mit leichten Drehbewegungen massieren, ohne die Vorhaut vorher zurückzuziehen. Die andere Hand ruht auf der Vulva.

Mit der einen Hand die Vorhaut der Klitoris zurückziehen und wieder loslassen, mit der anderen Hand die Vulva halten.

Die Klitoris mit einer Fingerspitze direkt massieren. Probiere sehr, sehr sanfte, jedoch kontinuierliche Bewegungen.

An dieser Stelle unbedingt auf genügend Lubrikation und die Reaktion deiner Partnerin achten oder fragen, ob die direkte Berührung der Klitoris so angenehm ist. Falls nicht, beginnst du von vorne oder bittest sie, dir zu zeigen, welche Berührungsintensität für sie angenehm ist. Manchmal reicht eine kleine Modifikation. Wenn ihr eine Intensität gefunden habt, die für sie angenehm ist, bleib dabei. Je nachdem, wie erregt deine Partnerin ist, ist dies bereits der Punkt, an dem sie nach einer gewissen Zeit einen Orgasmus erreicht. Falls nicht, kannst du wieder die anderen Massagegriffe anwenden und später auf die direkte Massage der Klitoris zurückkommen.

Nach der Massage der Klitoris könnt ihr zur Penetration übergehen. Falls du mit den Fingern vorfühlen möchtest, um ihre Bereitschaft (und ihre Lust) weiter zu steigern, erkunde den Scheideneingang (nur den Eingang) langsam mit einem Finger. Das ist der empfindlichste Bereich der Scheide. Umfahre Klitoris und Scheideneingang in einer Achter-Bewegung. Auf die G-Punkt-Massage gehe ich an dieser Stelle nicht mehr ein. Mit den beschriebenen Griffen erreicht man denke ich bereits angenehme Ergebnisse. Selbst wenn sich kein Orgasmus ergibt, so ist die Penetration nach einer solchen Massage etwas völlig anderes.

Wer sich nach dem Beitrag nach dem männlichen Massage-Äquivalent fragt – keine Sorge, das gibt es. Und es lohnt sich für jede Frau (jeden Mann), das ebenfalls zu erlernen.