Der Gipfel-Trugschluß (Apex-Fallacy)

Eine interessante Bezeichnung für das „Auf die Spitze schauen“ im Feminismus und den daraus folgenden Trugschluss, dass der Mann durchgehend privilegiert ist, ist die Apex Fallacy. Ich würde das mit dem „Gipfel-Trugschluß“ übersetzen, bessere Übersetzungen bitte in den Kommentaren.

Eine Definition zur Apex Fallacy findet sich hier:

.Apex fallacy is the idea that we assign the characteristics of the highest visibility members of a group to all members of that group. This fallacy has a particularly damning effect on the feminist construct of patriarchy.

Women have looked up, and seen that the top of society is made up of men that hold power. They then attribute that characteristic to all men. The line of thinking goes, all CEO’s are men (mostly true), therefore all men are CEO’s (not even close). Feminists fail to look at the men at the bottom of the pyramid.”

Dieser Fehlschluss liegt denke ich auch der Privilegientheorie zugrunde.

Hellen Smith zu diesem Komplex:

Bernard Chapin: Dr. Helen, first off allow me to compliment you on the excellence of your columns and the advice that you have proffered. I greatly enjoy your work. My initial question is, overall, are American women oppressed today?

Dr. Helen Smith: Thanks very much for the kind words. In answer to your question, I would say that women in America today do still have some hurdles, such as sexism towards women in politics and other areas but the sexism is often promoted by those of the liberal persuasion, and often by women, as we have seen recently with Sarah Palin (for an example, see my column entitled, „How to Cope with a Palin Hater“). I think that women are now the new nobility in our society and they expect to be catered to-especially by men. More women than men are going to college, in many larger cities, women outearn men, they win most of the child custody cases and alimony cases, despite men spending more time with their kids and they control much of the wealth in this country.

Bernard Chapin: In contrast, what are your impressions of the male sex?

Dr. Helen Smith: More men tend to be at the high end or low end in our society and because of this, people mistakenly believe that all men dominate in our culture because they see a few men at the top. Professor Roy F. Baumeister explained this in an invited address to the American Psychological Association:

„When I say I am researching how culture exploits men, the first reaction is usually ‚How can you say culture exploits men, when men are in charge of everything?‘ This is a fair objection and needs to be taken seriously. It invokes the feminist critique of society. This critique started when some women systematically looked up at the top of society and saw men everywhere: most world rulers, presidents, prime ministers, most members of Congress and parliaments, most CEOs of major corporations, and so forth – these are mostly men. Seeing all this, the feminists thought, wow, men dominate everything, so society is set up to favor men. It must be great to be a man. The mistake in that way of thinking is to look only at the top. If one were to look downward to the bottom of society instead, one finds mostly men there too. Who’s in prison, all over the world, as criminals or political prisoners? The population on Death Row has never approached 51% female. Who’s homeless? Again, mostly men. Whom does society use for bad or dangerous jobs? US Department of Labor statistics report that 93% of the people killed on the job are men. Likewise, who gets killed in battle? Even in today’s American army, which has made much of integrating the sexes and putting women into combat, the risks aren’t equal. This year we passed the milestone of 3,000 deaths in Iraq, and of those, 2,938 were men, 62 were women.“

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44 Gedanken zu “Der Gipfel-Trugschluß (Apex-Fallacy)

  1. Das wird imho vom Intersektionalismus erschlagen. Die Idee ist, dass Männer ja eben nicht nur Männer sind, sondern auch aus der s.g. Unterschicht kommen, Schwulsein, einen niedrigen IQ haben könnten etc pp. Ein männliche CEO ist also CEO, weil er ein Mann ist. Ein männlicher Obdachloser ist aber nicht Obdachlos, weil er ein Mann ist, sondern vielleicht weil er aus der falschen Schicht kommt.

    Aber auch als Obdachloser Mann hat er die Privilegien, die halt ein Mann hat, sozuagen ein Obdachloser CEO.

    • Ist das Sarkasmus/Zynismus oder meinst du das (im wesentlichen) ernst?
      Falls letzteres: Ernst als Charakterisierung des Durchschnittsmengenismus oder als eigene Meinung?

      • Ich habe erklären wollen inwiefern der Feminismus auflösen kann, dass viele Männer im Knast sitzen, auf der Straße leben oder Selbstmord begehen und dennoch der Meinung sein kann, alle Männer seien als Männer gegenüber allen Frauen als Frauen priveligiert. Eine Stellung dazu habe ich nicht bezogen.

        Btw. gibts noch ein weiteres Erklärungsmodell, das mir eine Feministin(TM) so zugetragen hat: Wenn Männer irgendwo benachteiligt sind (konkret ging es um schulische Ausbildung), dann sind die einfach selbst Schuld; sprich, sie sind als Individuum nicht in der Lage ihre männlichen Privilegien für sich zu nutzen.

        • Der Feminismus ist halt keine Wissenschaft. Kritik kann man da nur üben, wenn man da bereits eine anerkannte Autorität ist. Ich sehe keine Chance, in naher Zukunft einen konstruktiven Diskurs über den Konsens des Feminismus, wie etwa die Privilegien-Theorie zu führen.

        • Also ratloser hat in gewisser Weise recht damit, dass es dir schwer fällt, offensichtlichen Schwachsinn als solchen zu erkennen und auch zu bezeichnen.
          Aus diesen apodiktischen, selektiven Begründungen trieft doch die Misandrie und auch Unlogik, weil sie auch noch die Frage, warum Menschen mit priviligierten Merkmalen in unterprivilegierten Gruppen ÜBERrepräsentiert sind, geflissentlich ignorieren. Und du begegnest das mit „hmm das ist aber ganz schön kritikimmunisiert“ 🙂

          Am Ende landet man wahrscheinlich wieder bei der Letztbegründung Patriarchat, das schließlich auch schlecht für Männer sei.

        • @Kinch
          „Ich habe erklären wollen inwiefern der Feminismus auflösen kann“

          Ich fände die Formulierung „aufzulösen versucht“ treffender.

          Es sind halt bloße Behauptungen wie die, dass die Eigenschaft „Mann sein“ viel entscheidender sei als die Eigenschaft „Herkunft aus sozialem Hintergrund mit schlechtem Zugang zu Bildung“.

          Das Erklärungsmodell ist aber eine schöne Illustration für die Immunisierungsleistungen – dagegen sind manche Sektenmitglieder ja Chorknaben.
          So schön hin- und her zu switchen zwischen „sind selbst schuld“ im einen Fall und „oh, sind arme, unterdrückte Hascherl“ im anderen Fall – Hut ab.

          Insgesamt finde ich diesen Trugschluss-Hinweis aber ganz treffend. Wie beurteilt man sinnvoll die Situation einer Gruppe? Sicher nicht, indem man eine kleine, garantiert nicht repräsentative Teilmenge nimmt. Die Auswahl ist dann nur Ausdruck der selektiven Wahrnehmung, sonst gar nichts.

          Ein aussagekräftigeres Gegenmodell wäre, quasi das Integral über die verschiedenen Situationen der Gruppe zu verwenden.
          Wird das irgendwo gemacht? Kennt jemand was dazu?
          Beispielsweise Zahlen, wie viele Männer und Frauen absolut und prozentual in Billigjobs stecken, von denen sie ohne staatlichen Zuschuss gar nicht leben könnten?

        • Die gleiche Logik kommt häufiger zur Anwendung, z.B. wenn Weiße Menschen rassistisch diskriminert werden, ist dagegen nichts zu unternehmen. Dann wissen die eben auch mal, wie sich das anfühlt. Oder wenn das Schulsystem Jungen benachteiligt, dann müssen nicht etwa Gegenmaßnahmen ergriffen werden, sondern letztere müssen ihre Einstellung dazu verändern. uswusw…

        • @ David

          *Aus diesen apodiktischen, selektiven Begründungen trieft doch die Misandrie und auch Unlogik, weil sie auch noch die Frage, warum Menschen mit priviligierten Merkmalen in unterprivilegierten Gruppen ÜBERrepräsentiert sind, geflissentlich ignorieren. *

          Ich sehe Feminismus nicht als unlogisch an, weil er der Logik des Egoismus folgt.

          Feminismus ist eine Ideologie des Frauenlobbyismus, der narzisstisch-egoistischen Selbstpromotion der feministischen Kader in Wirtschaft, Politik, Medien: meist wenig feminiine, eher „männliche“ Frauen mit nicht besonders ausgeprägtem Kinderwunsch, die eher ein „männliches“ Lebensmodell präferieren, aber doch noch insoweit Frauen und vor allem insoweit egoistisch sind, dass ihnen freier, fairer Wettbewerb mit Männern schwer fällt/zu mühsam ist.

          Weshalb es völlig logisch ist, dass sie, wenn sie im Wettbewerb nicht so erfolgreich sind wie sie es gerne wären, sich als OPFA eines unfairen Wettberberbes darstellen, den inhärent unfaire Männer („Patriarchenmachos“) so orgnaisiert haben, dass Frauen nicht gewinnen können.

          Daraus leiten sie das Recht auf Rosinenpickerei, Quotensänften, gleichen Lohn für ungeliche Leistung etc. ab.

          Völlig logisch.

          Wenn man sich davon verabschiedet, im Feminismus eine eigentlich gute, Gerechtigkeit suchende Ideologie zu sehen, die nur ein wenig fehlinformiert ist.

          Es ist eine Ideologie des weiblichen Egoismus (genauer: des Egoismus des eher „männlichen“ Stratums der Frauen, ca. 25 – 30 % der Frauen, die aber aufgrund ihrer eher „männlichen“ Eigenschaften öffentlich dominieren, weil weiblichere Frauen, siehe Tippse, es schwer fällt, sich öffentlich zu äußern, weil sie sich dort unwohler fühlen coram publico und die Bühne den Lauten, Dreisten und Vulgären überlassen).

          Der Egoismus tarnt sich mit Tugendphrasen, spielt mit denen sehr geschickt, z.B. erst Gleichberechtigung, nachdem die nun seit Jahrzehnten erreicht ist – für Frauen, nicht für Männer – nun Gleichstellung, eine ganz fundamentale Veränderung, die aber kaum auffällt.

          Gleichstellung – die erlaubt weitere flagrante Diskriminierungen gegen Männer wie etwa die Frauenförderquote.

        • @ Seitenblick

          *Das Erklärungsmodell ist aber eine schöne Illustration für die Immunisierungsleistungen – dagegen sind manche Sektenmitglieder ja Chorknaben.*

          Egoman.I.nnen vollbringen erstaunliche Rationalisierungsleistungen, wenn es darum geht, ihren in Tugendphrasen verpackten Egoismus allegemeinwohlverträglich und der Gerechtigkeit dienend erscheinen zu lassen.

          Wundert mich also nicht.

          Viel spannender finde ich die Frage, welche Art Egoismus welche Art Alphamänner dazu treibt, diesen dreisten Egoismus der „männlichen“ Frauen zu unterstützen.

          Welchen Vorteil haben die davon?

          Naive Gerechtigkeitsapostel sind das ja auch nicht.

          Im Gegenteil.

        • @ Seitenblick

          *Beispielsweise Zahlen, wie viele Männer und Frauen absolut und prozentual in Billigjobs stecken, von denen sie ohne staatlichen Zuschuss gar nicht leben könnten?*

          Wäre ja auch wenig aussagekräftig.

          Da Frauen sehr viel häufiger materiell von Männern unterstützt werden als Männer von Frauen > Frauen können sich Billigjobs eher leisten, weil sie nebenher noch von einem Lebenspartner/Geliebten unterstützt werden, oft sogar unter der Hand (damit’s das Amt bei Hartz-IV etc. nicht merkt).

          Integrelisierungen sind da viel eher die Lebenserwartung, die absolute Zahl der Obdachlosen, die Zahl der Selbsttötungen, der allegemeine Gesundheitszustand.

          Aber da kann man nicht einfach jeden Unterschied als soziale Benachteiligung verrechnen, weil Männer TATSÄCHLICH anders sind als Frauen, sich als Gruppe IM SCHNITT anders verhalten, z.B. riskanter.

          Feminismus bringt es aber fertig, die Nachteile, die Frauen durch frauentypisches Verhalten entstehen (Risikoscheu, Wettbewerbsscheu > weniger erfolgreich bei der Karriere, um mal die IQ-Verteilung außen vor zu lassen) zu politisieren („POLITIK HAT DIE AUFGABE, UNS GLEICHZUSTELLEN!!!“), während die Nachteile, die Männern durch männertypisches Verhalten entstehen, im Ordner „SELBER SCHULD – NICHT BEARBEITEN!“ abgeheftet werden.

          Nur die Vorteile, die Männern durch männertypisches Verhalten gegenüber Frauen entstehen, die sollen ihnen genommen werden.

          Es ist so dreist, so offensichtlich, dass es genau das ist, was mich erstaunt.

          Man muss wohl Frau sein, um damit durchzukommen.

          Kann ich mir nicht anders erklären als durch das Wirken von Instinktdispositionen, die der Feminismus hier ausbeuten kann (die ein Maskulismus nicht wird ausbeuten können, weshalb ich auch nicht an seinen Erflog glaube).

    • @kinch

      stimmt, so kann man versuchen die Lücke zu schließen. Gerade zusammen mit hegemonialer Männlichkeit, die ja nur wenigen nutzt.

      allerdings würde es nicht wirklich erklären, warum Männer am unteren Ende häufiger vertreten sind oder? man müsste ja annehmen, dass sie durch ihre Privilegien besser gestellt sind als Frauen aus der Unterschicht

      • Ja, ist ein guter Punkt. Keine Ahnung, wie das da erklärt wird. Der Tenor den ich kenne ist, dass die Gesellschaft die Männer eher zum Extremen hin erzieht. D.h. Männer werden dazu erzogen dominant und aggressiv zu sein und die Priveligien helfen ihnen dann in entsprechende Positionen zu kommen. Diese Charaktereigenschaften können aber auch problematisch für das Individuum werden.

        Oder allgemeiner gefasst: Durch die Privilegien haben Männer eben mehr soziale Mobilität in der Gesellschaft und können sich dann in beide Richtungen entwickeln.

        Obwohl ich das selbst so nicht glaube, muss ich sagen, ist da imho etwas dran. Rücksichtloses, manipulatives Verhalten, Aggressivität und Dominanz können einen sowohl sozial isolieren, als auch in höhere Positionen befördern. Die Frage ist, ob sich diese Charakteristiken in gesellschaftlich akzeptieren Richtungen fokusiert oder nicht.

      • @ Christian

        „allerdings würde es nicht wirklich erklären,
        warum Männer am unteren Ende häufiger vertreten
        sind oder?“

        Wie an anderer Stelle auf diesem
        Blog bereits mehrmals erwähnt
        wurde, sind die Eigenschaften
        und Fähigkeiten der Männer über
        einen breiteren Bereich verteilt.
        Also salopp gesagt mehr Hochbegabte
        aber auch mehr Grenzdebile.

        Wenn die Natur nichts besonderes
        vorhat macht sie XX. Experimentiert
        wird mit XY. Pech für viele
        Otto-Normallooser.

        • @ Red Pill

          Ja, in vielen Merkmalsverteilungen sind Frauen die „mittelmäßigeren“, Männer die „Extemisten“.

          Rechnet sich eben, den limitierenden Faktor der Fruchtbarkeit (Frauen aufgrund des höheren, minimalen, parentalen Investments) im sichereren Mittelfeld zu halten.

          Mit Männer kann man mehr „herumspielen“, ohne die Fortpflanzungsfähigkeit insgesamt allzusehr zu gefährden.

          Das führt über evolutionär bedeutsame Zeiträume hinweg dazu, dass Frauen sich um die sichereren Mittelwerte herum gruppieren, Männer weiter ausgreifen auch zu den gefährlichen Rändern, weshalb eben auch mehr Männer als Frauen über selbige kippen in den Abgrund.

    • @ Kinch “Das wird imho vom Intersektionalismus erschlagen. Die Idee ist, dass Männer ja eben nicht nur Männer sind, sondern auch aus der s.g. Unterschicht kommen, Schwulsein, einen niedrigen IQ haben könnten etc pp.” Das stimmt, so wird argumentiert, beispielsweise von Rieske in der GEW-Studie “Bildung von Geschlecht”, die Bildungsnachteile von Jungen u.a. mit dem Hinweis darauf leugnet, dass ja nicht Jungen generell, sondern nur bestimmte Gruppen (z.B. Jungen “mit Migrationshintergrund”) von den Nachteilen betroffen seien.

      In meinen Augen haben solche Argumentationen allerdings nichts mit Intersektionalität zu tun, jedenfalls nicht mit einem seriösen Verständnis davon. Hier wird einfach nur eine Benachteiligung gegen die andere ausgespielt, mit der Konsequenz, dass am Ende die Folgen beider ignoriert werden. Argumentationen wie die von Dir skizzierten erwägen nicht einmal probehalber die Idee, dass es ja auch eine Wechselwirkung zwischen verschiedenen Arten von Benachteiligungen geben könnte (etwas, was z.B. selbst Connell einräumt). So haben z.B. Jungen aus schlechteren sozialen Verhältnissen natürlich auch geringere Ressourcen, ihre Nachteile als Jungen zu kompensieren, als Jungen aus bildungsbürgerlichen Familien. Auch bei Obdachlosen lässt sich das durchspielen: Von prekären sozialen Situationen können Männer wie Frauen betroffen sein, allerdings wird dies bei Männern in besonderer Weise durch die Folgen von Scheidungen und Unterhaltszahlungen verstärkt (http://www.cuncti.net/haltbar/272-obdachlosigkeit-ein-maennliches-schicksal) Es verstärkt das Problem weiterhin, dass es kaum spezifische Hilfsangebote gibt und dass ein Mann, wenn er als schwacher, schutzbedürftiger Mensch erscheint, dafür mehr als eine Frau womöglich noch mit Verachtung rechnen muss.

      “Ich sehe keine Chance, in naher Zukunft einen konstruktiven Diskurs über den Konsens des Feminismus, wie etwa die Privilegien-Theorie zu führen.” Das kommt vielleicht darauf an, mit wem man spricht – es gibt ja sehr wohl Feministinnen, die auch spezifische Benachteiligungen von Männern einräumen (wenn sie womöglich auch finden, dass sie dafür nicht zuständig seien). Dort, wo kein Gespräch möglich ist, hat man es – und das müsste klarer werden, gerade im “linken” Spektrum der Politik – mit einer quasi-rassistischen Haltung zu tun, die Verletzungen der Rechte anderer, oder auch das Leid anderer bewusst ignoriert bzw. klammheimlich oder offen genießt.

      • @Schoppe

        Zustimmung zum ersten Teil deines Kommentars.

        „Das kommt vielleicht darauf an, mit wem man spricht – es gibt ja sehr wohl Feministinnen, die auch spezifische Benachteiligungen von Männern einräumen (wenn sie womöglich auch finden, dass sie dafür nicht zuständig seien).”

        Ich habe das etwas anderes gemeint. Es gibt durchaus einzelne Feministinnen von denen ich den Eindruck habe, dass ich (bzw. man generell) mit ihnen sehr interessant und konstruktive Gespräche führen kann. Ich denke aber nicht, dass es zur Zeit möglich ist einen Diskurs im Feminismus selbst anzustoßen oder daran zu partizipieren.

        Ich denke, es ist schade aber legitim wenn Feministinnen meinen, nicht für Männer-Anliegen verantwortlich zu sein. Und ich habe kein Problem, wenn Feministinnen spezifische Benachteiligung von Männern leugnen.

        Ich habe aber in den letzten Wochen sehr ernüchternde Erfahrungen bezüglich der Diskussionsfähigkeit im Feminismus gemacht. Das Problem sind weniger divergierende Meinungen, sondern die Unfähigkeit mit divergierenden Meinungen konstruktiv umzugehen.

        „Dort, wo kein Gespräch möglich ist, hat man es – und das müsste klarer werden, gerade im “linken” Spektrum der Politik – mit einer quasi-rassistischen Haltung zu tun, die Verletzungen der Rechte anderer, oder auch das Leid anderer bewusst ignoriert bzw. klammheimlich oder offen genießt.”

        Ich denke, dass ist leider ein sehr komplexes Problem, dass in der menschlichen Psychologie verortet ist.

        • @Kinch

          zuerst mal vielen Dank für obige Erläuterung.

          »Ich habe aber in den letzten Wochen sehr ernüchternde Erfahrungen bezüglich der Diskussionsfähigkeit im Feminismus gemacht. … Unfähigkeit mit divergierenden Meinungen konstruktiv umzugehen«

          [freundlichaufdenarmnehm]
          Och Mensch, Kinch, das tut mir aber leid. Da hast bestimmt nur Pech gehabt. Ein paar verbohrte Fanatiker (m/w) gibt es eben überall, Versuche es doch noch einmal mit einer anderen Gruppe. Schlimmer kann es ja nicht werden.
          [/freundlichaufdenarmnehm]

          @schope

          »mit einer quasi-rassistischen Haltung zu tun, die Verletzungen der Rechte anderer, oder auch das Leid anderer bewusst ignoriert bzw. klammheimlich oder offen genießt«

          Komme auf die dunkle Seite der Macht, junger Jedi. Jede enttäuschte Illusion ist ein Stein auf dem Weg zur dunklen Seite. Wir warten auf dich, junger Jedi …

          • Du guckst zu viele schlechte Filme ;-).

            Den Jedi-Kram haben wir doch schon lange hinter uns. Danach kam als Zwischenspiel Finchers fight club – bei dem man viel über Männer lernen konnte. Aber es ging ja weiter …

            „Wir warten auf dich, junger Jedi …“
            Ne, das klingt zu sehr nach Kaas „hör auf mich, vertraue mir“ – auch das Dschungelbuch war keine Lösung. Neuer Film, bitte.

  2. Neben dem bereits erwähnten Faktor „Intersektionalität“ vermute ich, dass der sogenannte „wohlwollende Sexismus“ ein weiteres gängiges radikalfeministisches Erklärungspostulat für das genannte Phänomen darstellt.

    Auf diese Weise kann von radikalfeministischer Seite versucht werden, selbst beim Spaziergang über einen Soldatenfriedhof, das Verheizen von Männern im Krieg noch als Ausdruck eines männlichen Privilegs zu deuten.

  3. Also ein männlicher Obdachloser hat immer noch männliche Privilegien, offenbar gegenüber weiblichen Obdachlosen, von denen es nur wesentlich weniger gibt. Ebenso wie bei Drogenabhängigen, Gefängnisinsassen, Opfern von Arbeitsunfällen usw. So hat man sehr schön die ganz offensichtlichen Benachteiligungen von Männern in teilbereichen der Gesellschaft hinweginterpretiert.

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