Zum Stand der Verhaltensgenetik

Ein interessanter Artikel zum Stand der Verhaltensgenetik:

Behavior genetics studies how genetic differences among people contribute to differences in their psychology and behavior. Here, I describe how the conclusions and methods of behavior genetics have evolved in the postgenomic era in which the human genome can be directly measured. First, I revisit the first law of behavioral genetics stating that everything is heritable, and I describe results from large-scale meta-analyses of twin data and new methods for estimating heritability using measured DNA. Second, I describe new methods in statistical genetics, including genome-wide association studies and polygenic score analyses. Third, I describe the next generation of work on gene environment interaction, with a particular focus on how genetic influences vary across sociopolitical contexts and exogenous environments. Genomic technology has ushered in a golden age of new tools to address enduring questions about how genes and environments combine to create unique human lives.

Quelle:  “Reports of My Death Were Greatly Exaggerated”: Behavior Genetics in the Postgenomic Era

In dem Artikel gibt es eine interessante Grafik, die den in Studien festgestellten Grad der Vererblichkeit mit den Annahmen in der Bevölkerung zur Vererblichkeit vergleicht:

Da sieht man zum Beispiel, dass die Veerbbarkeit politischer Ansichten unterschätzt wird, die der sexuellen Orientierung hingegen überschätzt wird. Letzteres dürfte aber auch damit zusammenhängen, dass sexuelle Orientierung oft weniger eine genetische Sache ist, sondern eine hormonelle (was zusammen hängen kann, aber nicht muss) und die Leute das nicht so passend differenzieren.

Interessant ist auch, dass die Kosten für Genanyalsen stark zurück gegangen sind:

The Human Genome Project, which took over a decade to complete, sequenced a complete human genome at a cost of approximately $3 billion. Now, a few decades later, the cost of whole-genome sequencing has plummeted, now being less than $1,000 per person. And the cost of whole-genome sequencing, which measures every DNA letter in a person’s genome, still far exceeds the cost of genotyping a person on a genome-wide single nucleotide polymorphism (SNP) array. Unlike whole-genome sequencing, a SNP array measures only a fraction of the genome, focusing on several million genetic variants that commonly vary between humans. SNP genotyping from noninvasive samples of human saliva is now available for less than $60 per person

Von 3 Milliarden pro vollständige Gensequenzierung auf ca 1000 Euro.

Gleichzeitig bringen große Datenbanken mit „Genmaterial“ auch neue Formen der Analyse:

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„Ist das Konzept Monogamie veraltet?“

Ein Artikel in der Jetzt beschäftigt sich mit Monogamie und polyamorie.

Erst werden ein paar idyllische Beschreibungen von nichtmonogam lebenden Paaren geschildert. Und dann folgt die Zusammenfassung und Problemstellung:

Dafür habe ich mit vielen Paaren wie Livia und Thomas gesprochen. Menschen, die Treue anders definieren. Lehrerinnen und Ingenieure und Tänzer und Studenten. Manche davon sind 20, manche fast 50 Jahre alt. Manche sind erst kurz zusammen, andere schon 15 Jahre. Manche brechen in kurzen Abenteuern aus ihrem vertrauten Liebesleben aus. Sie nennen ihre Beziehung „offen“. Andere leben dauerhaft Dreiecks-Konstellationen. Sie bezeichnen sich als „polyamor“, viel-liebend. Manche vermeiden alle Etiketten.

Eines aber haben sie alle gemein: Sie sind glücklich miteinander. Zumindest meistens. Genau wie in „normalen“ Partnerschaften führen sie mehr oder weniger feste, stabile Beziehungen. Aber eben ohne Dritte grundsätzlich auszuschließen. Obwohl sie sich lieben? Oder gerade weil sie sich lieben? „Wenn du wirklich aneinander glaubst, ist diese schonungslose Offenheit die höchste Form der Liebe“, sagt einer von ihnen. Hat er Recht?

Ich finde das ja bemerkenswert naiv oder ideologisch dargestellt. Denn natürlich gibt es genauso polyamore Beziehungen, die kaputt gehen, die an Eifersucht zerbrechen, bei denen einer der stärkere ist und der andere mitmacht, vielleicht in der Hoffnung, dass es eine Phase ist, die sich legt, bis er keinen Bock mehr hat.

Und „schonungslose Offenheit“ ist ja eine nette Sache, aber es ist mitunter auch nur Macht.

Die Monogamie ist, was die nackten Zahlen angeht, ein Desaster. Fast jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden, Tendenz steigend. Unsere Beziehungen halten durchschnittlich vier Jahre. Rund die Hälfte der erwachsenen Deutschen ist schon einmal fremdgegangen. Affären sind der häufigste Grund für Scheidungen. Kein Wunder: Ihre sexuellen Wünsche sehen über die Hälfte in ihrer Partnerschaft nicht erfüllt. Monogamer Alltag ist: Lügen, betrügen, verletzen, verlassen.
Ich bezweifele, dass die meisten Menschen in Polyamoren Beziehungen glücklicher wären. Weil es eben beständige Konkurrenz bedeutet. Nicht im Idealfall, da muss  ja keiner eifersüchtig sein. Aber abseits des Normalfalls bedeutet es, dass der neue Partner hübscher, interessanter, besser sein kann und man sich noch nicht einmal wirklich beschweren kann, dass der Andere sich mit ihm trifft.
Es kann bedeuten, dass einer polyamor ist und der andere keine anderen Sexpartner bekommt oder haben will.
Ich kann mir vorstellen, dass es einige gibt, für die es ideal ist. Menschen sind verschieden. Aber selbst wenn es für bestimmte Leute die beste Lebensart ist oder selbst wenn alle polyamor lebenden Leute glücklich sind bedeutet das nicht, dass es für andere auch funktioniert.
Dann geht es in die unterstützende Literatur, die Monogamie für überholt halten soll:

Das behaupten neben Johansson auch viele Anthropologen. „The Myth of Monogamy“ heißt das Buch von David P. Barash, Professor für Psychologie in Washington, und seiner Frau Judith Eve Lipton, einer Psychiaterin. Darin weisen sie nach: Monogamie ist, quer durchs Tierreich und damit auch für uns Menschenaffen, nicht die Normalität.

Sie haben natürlich recht, dass Monogamie nicht die Normalität ist, aber natürlich gibt es monogame Tiere. Es sei hier zB auf die Gibbons als Affen verwiesen, die monogam leben.
Monogamie findet sich dort, wo man zwei Elternteile braucht um das Kind aufzuziehen. Geht das auch alleine hat bei Säugetieren der Vater den Vorteil, dass er sich nach dem Sex absetzen kann und die Kosten und die Arbeit der Kindererziehung auf die Mutter abwälzen kann.

Wenn aber beide Arbeit investieren, dann ist nichts wichtiger als die Vatersicherheit. Solange die nicht hoch ist lohnt es sich für den Mann nicht zu investieren. Daraus entsteht eine (serielle) Monogamie (ggfs mit Seitensprungoption).

Abgesichert wird diese über eine Liebeschemie. Tiere ohne Paarbindung können eine solche nicht entwickeln, es bringt ihnen ja nichts. Wir Menschen haben aber eine.

Christopher Ryan und Cacilda Jethá – er Evolutionspsychologe, sie Ärztin – schreiben in ihrem Bestseller „Sex – die wahre Geschichte“: Als sich unsere Sexualität über Jahrhunderttausende ausformte, in den Jäger und Sammler-Kulturen der Steinzeit, lebten wir keineswegs monogam. Weil uns die Evolution anders konstruierte. Woher sie das wissen wollen? Die Indizien sind zahllos.

Da ist wieder „Sex at Dawn“ (der Originaltitel). Ich hatte dazu schon einmal in ein paar Artikeln geschrieben. So etwas wie die Vaterwahrscheinlichkeit blendet er dort vollkommen aus. Ebenso die Liebeschemie. Man merkt, dass Evolutionsbiologie nicht gerade sein Hauptgebiet ist („He received a B.A. in English and American literature in 1984, and an M.A. and Ph.D. in psychology from Saybrook University, an accredited hybrid low-residency/online learning program based in San Francisco, twenty years later“)

Zum Beispiel das spermienfeindliche vaginale Milieu, oder besser: das spermienselektive. Es filtert den einen Eindringling heraus, der es wert ist, die Eizelle zu befruchten. Weswegen die Evolution den Männern wiederum Spermien mitgegeben hat, die wie eine Fußballmannschaft darauf spezialisiert sind, die Hindernisse zu überwinden und gegnerische Spermien auszuschalten. Das wichtige, wenn auch hässliche Stichwort dabei ist: „Spermakonkurrenz“. Die wichtigste Selektion des Erbgutes soll von der Natur nicht wie heute vor dem Sex, sondern nach dem Sex, im Körper der Frau eingeplant worden sein.

Die Theorien der Spermienkonkurrenz, die unter anderm in dem Buch „Sperm Wars“ vertreten werden, haben sich meines Wissens nach als falsch herausgestellt.
Ich verweise mal auf diese Studie:

No evidence for killer sperm or other selective interactions between human spermatozoa in ejaculates of different males in vitro

This study examines one of the possible mechanisms of sperm competition, i.e. the kamikaze sperm hypothesis. This hypothesis states that sperm from different males interact to incapacitate each other in a variety of ways. We used ejaculates from human donors to compare mixes of semen in vitro from the same or different males. We measured the following parameters: (i) the degree of sperm aggregation, velocity and proportion of morphologically normal sperm after 1 and 3 h incubation in undiluted semen samples, (ii) the proportion of viable sperm plus the same parameters as in (i) in ‘swim–up’ sperm suspensions after 1 and 3 h incubation, (iii) the degree of self and non–self sperm aggregation using fluorescent dyes to distinguish the sperm of different males, and (iv) the extent of sperm capacitation and acrosome–reacted sperm in mixtures of sperm from the same and different males. We observed very few significant changes in sperm aggregation or performance in mixtures of sperm from different males compared with mixtures from the same male and none that were consistent with previously reported findings. The incapacitation of rival sperm therefore seems an unlikely mechanism of sperm competition in humans.

Einen guten Überblick zur Kritik an dem Buch findet man auch hier
(Klarstellend: Ich fand Sperm Wars beim Lesen auch super überzeugend, bis mich ein Kommentator hier im Blog eines besseren belehrt hat, ich finde aber die Diskussion gerade nicht, insofern noch einmal vielen Dank für die Belehrung)

So ergibt einiges – die männlichen Hoden, die weiblichen Lustschreie, unser auf der Welt einmaliger sexueller Appetit – mehr Sinn in einer promiskuitiven, „freien“ Sexualität.

Dazu hatte ich schon was:

Und einmaliger sexueller Appetit? Das ist ja sehr relativ. Im Vergleich zu Gorillas durchaus. Im Vergleich zu Bonobos eher nicht.

 

Vermutlich verliebten wir uns auch in der Höhle ineinander, zeugten Kinder, hielten zusammen. Aber eben nicht exklusiv. Und nur auf Zeit. Für die typische Horde von bis zu 150 Individuen war es vermutlich besser, wenn sich nicht einzelne Familien bildeten, sondern die gesamte Gruppe durch sexuelle und biologische Beziehungen, durch Kinder und Viel-Liebe verbunden war.

Nur das es eben dann keinen Grund mehr gibt sich zu verlieben. Es wäre in einer Lage, wo jeder es mit jedem treibt sogar eher schädlich. Für die Männer wäre es eine Verschwendung von Möglichkeiten und Ressourcen. Und für die Frauen würde jeder Grund wegfallen sich mit einem „Statusniedrigen“ abzugeben, wenn der Statushöhere nur Sex investieren muss und das normal wäre.

Deshalb existiert das Konzept der direkten Vaterschaft nicht bei Naturvölkern, die heute noch als Jäger und Sammler leben. Sie glauben an die „akkumulative Schwangerschaft“. Wenn eine Frau schwanger werden will, sammelt sie genug Sperma, und zwar von mehreren Männern, um deren gute Eigenschaften auf ihr Kind zu vereinen. Und alle Männer kümmern sich um alle Kinder. So leben die meisten der menschlichen Gesellschaften und Naturvölker auf diesem Planeten nicht-monogam. Nur wir großen, modernen, westlichen Horden tun seit Jahrtausenden so, als wäre es die einzig wahre Art zu leben
Ein einziger Stamm hat das Konzept des „Spermaansammelns“. Und es gibt Gründe dafür, dass er noch als Jäger und Sammler lebt. Es gibt aber keinen Beleg dafür, dass das jemals ein vorherrschendes Modell war. Es kann sich in einem kleinen abgelegenen Stamm halten, der einen hohen Verwandschaftsgrad hat, aber ist sonst nicht wirklich konkurrenzfähig.
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Manche sehen das als Folge des „schlimmsten Fehlers der Menschheit“. So bezeichnet Jared M. Diamond, Evolutionsbiologe und Pulitzer-Preisträger, die Sesshaftwerdung. Sie gilt als Geburtsstunde der Monogamie. Wenn man nach einem Leben voller Mühsal den Hof vererbt, will man Kuckuckskinder ausschließen. Die „Nuklearfamilie“ – also Vater, Mutter, Kind(er) – entsteht als kleinste soziale Einheit, die große Gesellschaften und ihren Fortschritt erst ermöglicht.

Jared Diamond führt aus, dass es damals eine überaus harte Zeit war, die mit Krankheiten etc einherging. Aber er führt ebenso aus, wie sie zur Zivilisation geführt hat, zur Möglichkeit Spezialisten auszubilden, die andere Tätigkeiten hatten als Essen zu besorgen und damit Wohlstand schafften.

Deshalb leben wir seitdem in einem ständigen Konflikt zwischen unserer Natur und unserer Kultur. Um ihn zu lösen, wollen wir Selbstoptimierer heute immer noch reflektierter sein, noch besser kommunizieren, noch mehr Sex-Spielzeug kaufen. Bloß um nicht das zu tun, was unsere Natur uns einflüstert.

Es ist etwas anderes deutlich zu machen, dass die Monogamie deswegen in so starke Regeln eingebunden ist, weil es biologisch interessant ist andere Möglichkeiten für Sex zu nutzen.

Aber natürlich bietet auch die Monogamie sehr viele biologische Vorteile, sie erlaubt überhaupt erst die gemeinsame Kinderbetreuung, die gerade bei den Menschen sehr wichtig ist, wegen der langen Unselbständigkeit des Kindes und der Einschränkungen der Schwangerschaft und der Geburt.

Natürlich sind wir nicht der Biologie nach absolut monogam, aber schon gar nicht sind wir das gegenteilige Extrem

„Letztendlich kaufen die Menschen vier Dinge und nur vier Dinge“

Über diesen Tweet las ich eine interessante Aussage:

 People buy 4 things and 4 things only. Ever. Those 4 things are

  • time,
  • money,
  • sex, and
  • approval/peace of mind.

If you try selling something other than those 4 things you will fail.

Deepl sagt:

Die Menschen kaufen 4 Dinge und nur 4 Dinge. Immer. Diese 4 Dinge sind

  • Zeit,
  • Geld,
  • Sex und
  • Anerkennung / Seelenfrieden.

Wenn Sie versuchen, etwas anderes als diese 4 Dinge zu verkaufen, werden Sie scheitern.

Ich habe das Gefühl, dass man das noch evolutionär klarer formulieren könnte.

Vielleicht:

  • Zeit: Finde ich durchaus passend
  • Geld: Vielleicht eher Ressourcen und Geld ist die beste Form davon?
  • Sex: Würde ich nicht ändern
  • Anerkennung/Seelenfrieden: Status in intrasexueller Konkurrenz und intersexueller Selektion evtl?

Natürlich: Letztendlich sind alle Handlungen beim Menschen auf „Sex bzw Möglichst lange  Weitergabe der Gene“ zurückzuführen. Was wären da die wichtigsten Elemente, die dabei helfen?

 

 

„Meins, meins, meins“ – Ein Verständnis von Eigentum: Angeboren oder gelernt

Fräulein Schmidt hat ein Konzept von Eigentum entwickelt: „Mein“, verkündet sie, und hält diverse Sachen fest, einen Ball oder einen Kugelschreiber, an den sie herangekommen ist oder was auch immer.

Wenn sie am Spielplatz in der Sandkiste mit Eimer, Schaufel und ein paar Förmchen spielt, dann ist sie sehr kritisch, wenn ein anderes Kind sich etwas „ausleihen“ will. „Meins“ hört man zuerst, und man muss ihr erst einmal versprechen, dass das Kind es ja wieder gibt und sich nur kurz leiht, so wie sie auch, wenn sie selbst mal kein Spielzeug dabei hat.

Ihre Eigentumsvorstellung erstreckt sich mitunter auch recht weit: Wenn wir am Spielplatz zuerst auf der Schaukel waren und dann zu einem anderen Spielgerät gehen, dann schaut sie auf, wenn ein anderes Kind sich der Schaukel nährt und möchte dann auch dorthin zurück. Es ist schließlich ihre Schaukel!

Ich denke andere Eltern werden gleiche Erfahrungen gemacht haben ohne das sie ihre Kinder nun zu einem besonderen Egoismus erzogen haben oder sie Angst haben müssen zuwenig zu haben oder das man ihnen wirklich etwas wegnimmt.

Es ist auch durchaus nicht so, dass sie nicht teilt. Sie ist nur vorsichtig damit, gerade bei Sachen, denen sie eine hohe Bedeutung zuspricht.

Evolutionär wäre eine Vorstellung von Eigentum auch sehr verständlich: Ressourcen zu besitzen ist nützlich. Sie nicht zu einfach abzugeben kann sehr vorteilhaft sein. Sie mit den richtigen zu teilen ebenso. Aber nicht einfach mit jedem und nicht so, dass man den Eindruck erweckt, dass man derjenige ist, dem man leicht etwas leicht wegnehmen kann.

 

Die Realität und die evolutionäre Bedeutung der menschlichen psychologischen Geschlechtsunterschiede

Eine interessante Studie stellt Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit darf und untersucht ihre evolutionäre Bedeutung:

The aims of this article are:

(i) to provide a quantitative overview of sex differences in human psychological attributes; and
(ii) to consider evidence for their possible evolutionary origins.

Sex differences were identified from a systematic literature search of meta-analyses and large-sample studies. These were organized in terms of evolutionary significance as follows:

(i) characteristics arising from inter-male competition (within-sex aggression; impulsiveness and sensation-seeking;
fearfulness; visuospatial and object-location memory; object-centred orientations);

(ii) those concerning social relations
that are likely to have arisen from women’s adaptations for small-group interactions and men’s for larger co-operative groups (person-centred orientation and social skills; language; depression and anxiety);

(iii) those arising from female choice (sexuality; mate choice; sexual conflict).

There were sex differences in all categories, whose magnitudes ranged
from (i) small (object location memory; negative emotions), to (ii) medium (mental rotation; anxiety disorders; impulsivity; sex drive; interest in casual sex), to (iii) large (social interests and abilities; sociosexuality); and (iv) very large (escalated aggression; systemizing; sexual violence).

Evolutionary explanations were evaluated according to whether:

(i) similar differences occur in other mammals;

(ii) there is cross-cultural consistency;

(iii) the origin was early in life or at puberty;
(iv) there was evidence for hormonal influences; and

(v), where possible, whether there was evidence for evolutionarily derived design features.

The evidence was positive for most features in most categories, suggesting evolutionary origins for a broad range of sex differences. Attributes for which there was no sex difference are also noted. Within-sex variations are discussed as limitations to the emphasis on sex differences.

Quelle: The reality and evolutionary significance of human psychological sex differences

Also für das Thema dieses Blogs eine hoch interessante Studie.

Zuerst zu den Geschlechterunterschieden:

Ich greife mal ein paar Unterschiede heraus:

Bei Aggression finden sich sehr große Unterschiede.

Bei Risiko etc ist es auch interessant:

Harm avoidance –0.33 1
Sensation-seeking 0.39 2
Risk-taking 0.49 2

Also Frauen versuchen eher Schäden zu vermeiden und Männer waren eher bereit Risiken einzugehen, Männer suchten auch eher den „Thrill“

Bei Fearfullness finden sich auch sehr große Unterschiede:
Fear questionnaires –0.41 2
Fear in real-world situations –1.16 4
Pain threshold 0.51 2
Pain tolerance 1.17 4

Der „Angstfragebogen“ zeigt, dass Frauen mehr Ängste haben. Sie haben auch mehr Angst in Situationen in der realen Welt, und zwar deutlich mehr. Männer haben eine höhere Schmerzgrenze  und eine größere Toleranz bei Schmerzen.

Räumliche Fähigkeiten

Mental rotation 0.66 3
Visuospatial ability 0.48 2
Spatial visualization 0.23 1
Line angle judgment 0.49 2
Object location memory –0.31 1

Männer schneiden beim räumlichen Denken besser ab, Frauen können sich eher merken, wo sie etwas hingelegt haben.

Die Werte finde ich auch interessant:

Wissenschaft und Objektzentrierte Ausrichtungen

Mechanical reasoning 0.98 3
Science 0.28 1
Systemizing quotient scale 1.21 4
Occupational interests 1.39 4
Engineering interests 1.11 4
Interest in things 0.97 3

Sie waren hier schon wiederholt Gegenstand von Diskussionen, es sind sehr große Unterschiede gerade in Bezug auf den Dinge-Leute-Unterschied.

Soziale Beziehungen:

People-things dimension –0.93 3
Social interests –0.68 3
Emotional intelligence –0.47 2
Face recognition –0.36 2
Decoding non-verbal cues –0.27 1
Peer attachment –0.51 2
Implicit affiliation motivation –0.45 2
Smiling –0.41 2
Seek emotional social support –0.41 2
Disclosure (to same sex) –0.37 2

Hier zeigen sich nicht ganz so Unterschiede, aber gerade in Verbindung mit den obigen großen Unterschieden summiert sich das zu erheblich anderen Interessen.

Es geht weiter in den Sozialen Beziehungen:

Empathy –0.91 3
Empathy quotient –0.87 3
Reading the mind in the eyes –0.18 1
Helping behaviour –0.34 1
Cooperation (overall) –0.05 0
Moral norms vs consequences –0.57 2
Moral self-esteem –0.38 2
Attitudes to cheating 0.35 1
Moral orientation (care) –0.28 1
Moral sensitivity –0.24 1
Justice-based moral reasoning –0.21 1
Leadership (task) 0.41 2
Leadership (social) –0.18 1
Democratic leadership style –0.22 1

Also Frauen schneiden im Bereich Empathy wesentlich besser ab, Männer bei einer auf einen Auftrag bezogenen Anführerstellung und Frauen dafür bei einer sozialen Anführerstellung. Frauen neigen eher dazu die anderen mitentscheiden zu lassen, Männer eher dazu zu entscheiden.

Die sprachlichen Fähigkeiten sind auch interessant:

Overall verbal abilities –0.27 1 NA
Language ability –0.37 2 –
Speech production –0.33 1 –0.46, –0.20
Talkativeness 0.14 1 0.08, 0.19
Affiliative speech –0.12 1 –0.18, –0.06
Tentative speech –0.23 1 –0.32, –0.13
Interrupting 0.15 1 0.07, 0.23
Vocabulary –0.10 0 –0.11, –0.09
Verbal reasoning –0.15 1 –0.16, –0.14
Reading –0.36 2 –0.48, –0.24
Writing –0.57 2 –0.72, –0.42
Spelling–0.50 2 –0.51, –0.49

Frauen schreiben besser, lesen besser, sind besser in Rechtschreibung und in Fremdsprachen. Allerdings kleinere bis mittlere Unterschiede.

Im Bereich der Sexualität zeigen sich auch deutliche Unterschiede:
Sociosexuality 0.74 3
Pornography use 0.63 2
Sex drive/arousal 0.62 2
Masturbation 0.53 2
Casual sex 0.49 2
Preferred number of partners 0.46 2
Perceptions of sexual interest 0.30 1 (Mean of three values for flirtatiousness, seductiveness and promiscuousness)
Mate poaching 0.41 (Mean of values for short- and long-term mate poachin)

„Mate Poaching“ wäre das Ausspannen von Partnern.

Es ist wenig verwunderlich, dass die Werte hier für Männer deutlich höher ausschlagen, wobei ich sie eher für höher gehalten hätte. Andererseits rückt das die höheren Bereiche an anderer Stelle auch in ein deutlicheres Licht. Wenn „Pornos“ eine 0,63 sind, dann wird deutlich wie groß der Unterschied etwa beim Interesse für Dinge ist

Partnerwahl:

Age difference –2.00 4
Financial prospects –0.76 3
Good looks 0.55 2
Ambition/industriousness –0.50 2
Social status/dominance –0.34 1

Bei „Age difference“ wäre es interessant, wie das ausgewertet wurde. Es würde zu meiner Vorstellung passen, wenn die Frage auf einen älteren Partner gerichtet war. Ein jüngerer Partner wäre aber natürlich genauso ein Altersunterschied und viele Männer wären da sicherlich nicht abgeneigt.

Frauen wollen auch eher einen Mann, der gute finanzielle Aussichten hat, Männer eine gutaussehende Frau. Frauen wollen einen Mann mit Ambitionen und einem hohen sozialen Status.

Sexuelle Konflikt:

Rape 2.32 4
Sexual aggression 0.62
Perceptions of sexual harassment –0.30 1
Convictions in rape/child abuse cases –0.32 1
Verbal partner aggression –0.25 1 NA
Physical partner aggression (any) –0.02 0

 

Bei Vergewaltigung also weitaus eher Männer,  bei allgemeiner Aggressivität des Partner fast Gleichheit. Männer sind eher sexuell aggressiv, Frauen sind eher verbal gegenüber dem Partner aggressiv.

 

Es geht dort weiter:

Physical partner aggression (severe) 0.42d 2 0.32, 0.52
Partner homicide 1.06 4 NA
Sexual jealousy overall –0.20 1 –0.36, –0.04
Sexual vs emotional jealousy 0.87 3 0.83, 0.91

Also nach den dort ausgewerteten Studien mehr schwere Partnergewalt von Männern, mehr Tötungen von Partnern, Frauen sind im sexuellen Bereich eifersüchtiger.

Bezüglich der evolutionären Erklärungen sind die Ausführungen sehr interessant. Ich muss sie mir noch einmal für eine andere ausführlichere Besprechung vormerken.

Diese Tabelle gibt aber schon einen guten Überblick:

Adaptive Erklärungen

1 = direct inter-male competition;
2 = greater parental investment of females;
3 = greater importance of social relations for women than men, probably as adaptations for small close-knit groups versus larger cooperative groups, respectively; 4 = female choice;
5 = sexual conflict;
6 = hunting by men;
7 = plant gathering by women;
8 = extensions of inter-male competition in specifically human environments (Baron-Cohen, 2003), such as tool-use, hunting and tracking, trading, and achieving status; 9 = menopause and prolonged parental care.
Parentheses indicate that for reasons discussed in the text this explanation is regarded as unlikely.

Evidence: other mammals i.e. comparable sex difference in other mammals (
1 = mammals;
2 = non-human primates;
3 = chimpanzees);

cross-cultural i.e. cross-cultural consistency (
1 = evidence from at least one non-western sample;
2 = evidence from over 30 diverse nations;
3 = evidence from surviving hunter–gatherers;

develop-origin

– evidence of an early (= 1)

or pubertal (= 2)

hormones

– evidence for organizational (= 1) or
activational hormonal effects (= 2);

mechanism

– evidence for adaptive flexibility in mechanism underlying one or more of these features (= 1 if present). O indicates no evidence on a specific topic;

NA is not applicable, M indicates mixed evidence; C indicates contrary evidence.

Wie man sieht lassen sich viele Bereiche durchaus ganz gut zuordnen.

vgl auch:

 

Selbstlosigkeit bei Kleinkindern

Der Spiegel berichtet zu einer Studie zur Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft bei Kleinkindern (1,5 Jahre alt)

Ich hatte hier schon einige Artikel zu den evolutionären Ursprüngen von Kooperation und da auch von Altruistischen und Kooperativen Verhalten. Der wichtigste Grundsatz ist dort wohl die „Do ut des“ Strategie, also die Strategie, dass man selbst gibt, damit einem auch der andere einem etwas gibt bzw die „Tit for tat“ Strategie: Solange du dich kooperativ verhältst verhalte ich mich auch kooperativ.

Ich verweise etwa auf diesen Artikel:

Jetzt könnte man anführen, dass Kinder nicht viel zu geben haben und lieber nehmen sollten, da sie es ja besonders brauchen. Aber gerade da Kinder besonders abhängig von einer Kooperation sind kann es sich gerade für sie lohnen, dass sie Zeichen für „Selbstlosigkeit“ oder „Altruismus“ oder zumindest gegen reinen Eigennutz senden. Denn der Erwachsene kann es ihnen natürlich erst recht wegnehmen, wenn er will und findet vielleicht eher ein Kind, welches es freiwillig anbietet besonders förderungswürdig.

Allerdings scheinen Kinder auch früh ein Konzept von „Eigentum“ zu entwicklen. Fräulein Schmidt beispielsweise weis schon welches Spielzeug ihr gehört und zuletzt bei einem Spielkontakt war sie gar nicht einverstanden damit, dass ein anderes Kind die Spielzeuge nutzen wollte oder auch nur Aufmerksamkeit von Südländerin bekommt. Es ist eben ihr Spielzeug und ihre Mama.

Es kann sinnvoll sein teilen zu können aber auch sinnvoll sein, dass eigene zu bewahren.

 

„Wenn der andere es nicht haben will, dann scheint es nicht wichtig zu sein“ könnte auch ein interessanter Grundsatz sein.

Einmal noch der Abstract der Studie:

Altruistic behavior entails giving valuable benefits to others while incurring a personal cost. A distinctively human form of altruistic behavior involves handing nutritious food to needy strangers, even when one desires the food. Engaging in altruistic food transfer, instead of keeping the food, is costly, because it reduces the caloric intake of the benefactor vis-à-vis the beneficiary. Human adults engage in this form of altruistic behavior during times of war and famine, when giving food to others threatens one’s own survival. Our closest living primate relatives, chimpanzees (Pan troglodytes) and bonobos (Pan paniscus), exhibit notable constraints on the proclivity to engage in such food transfer (particularly chimpanzees), although they share many social-cognitive commonalities with humans. Here we show that in a nonverbal test, 19-month-old human infants repeatedly and spontaneously transferred high-value, nutritious natural food to a stranger (Experiment 1) and more critically, did so after an experimental manipulation that imposed a feeding delay (Experiment 2), which increased their own motivation to eat the food. Social experience variables moderated the expression of this infant altruistic behavior, suggesting malleability.

Quelle: Altruistic food sharing behavior by human infants after a hunger manipulation

Dass der Konflikt „Nährstoffe für sich vereinnahmen“ und „Signalisieren, dass man teilt, Eigentum respektiert und nicht eigennützig ist“ bei Mangel an Nährstoffen, also Hunger eher zu dessen Gunsten aufgelöst wird, erscheint logisch, wenn man bedenkt, dass man früher eher Nahrungsmangel hatte. Beides kann das Überleben erheblich beeinflussen, Nahrungsmangel ist allerdings dann die größere Gefahr.

Faulheit, Behäbigkeit und Bequemlichkeit als menschliche Eigenschaften

Bevor es mit den Neujahrsvorsätzen beginn t, lohnt es sich noch einmal einen Artikel zu den gern als schlechte Seiten bezeichneten Eigenschaften des Menschen zu machen. Hier soll es insbesondere um Faulheit, Bequemlichkeit und Behäbigkeit gehen.

 

Evolutionärer sind sie gut verständlich. Wenn man etwas nicht tun muss, dann spart das erst einmal Energie. genauso wenn man sich in den Zuständen einrichtet und wenn man den für einen selbst bequemen Weg geht.

Diese Eigenschaften bestehen natürlich nicht absolut. In gegenübersteht der Wunsch einen hohen Status zu erlangen, erfolgreich zu sein oder auch anderweitig eine hohe Position zu erreichen.

und natürlich stehen diese Eigenschaften auch gerne mit unserer Intelligenz in Konflikt, und zwar in der Hinsicht, dass wir sie überwinden müssen um einen besonderen Erfolg zu erzielen, also um etwa ein langfristiges Ziel zu erreichen. Hier geht es dann darum den sogenannten inneren schweinehund zu überwinden und sich aufzuraffen für ein abstraktes Ziel, dass man so vielleicht nicht so direkt vor Augen hat wie bei kurzfristigen Zielen.

Umso ungreifbare das Ziel, umso weiter entfernt es ist, umso weniger es bezüglich der Umsetzbarkeit für einen ohne weiteres erreichbar ist und auch umso eher ist nicht einem selbst direkten Vorteil bringt, sondern allenfalls indirekten , umso schwerer ist auch der Kampf gegen den inneren schweinehund. In einer Jäger und Sammler Gesellschaft war eben das Erreichen langfristiger abstrakter Ziele wesentlich weniger bedeutsam, so dass es unsere Denkweise nicht so gut entspricht und es daher Kraft fordert, solche Ziele umzusetzen.

sie eignen sich daher auch meiner Meinung nach ganz gut zum Verständnis der Biologie und ihre wirkungsweise in Abgrenzung zu Intelligenz im allgemeinen. wir sind gerne faul, wir geben gerne anderen getrieben nach, wir lassen uns auch gerne ablenken. Es erfordert häufig ein Gewissen Einsatz, sich dagegen durchzusetzen und nicht bequem zu sein.

Faulheit, Bequemlichkeit und andere Ausprägung dieser negativen Eigenschaften haben uns in unserer evolutionären Vergangenheit viele gute Dienste getan, eben weil Sie unnötige Energieverschwendung verhindert haben. Sie haben uns natürlich auch als Menschheit viel schlechtes getan, weil wir mit dem arbeitseinsatz von Ameisen oder anderen Tieren sicherlich noch weiter gekommen wären.

Evolution kann eben nicht in die Zukunft schauen und ein sesshaftes Leben führen wie erst seit relativ kurzer Zeit.

Geschlechterunterschiede im Gehirn und deren Erkennung

Ich hatte schon Artikel, die sich mit der auch sehr frühen Erkennung von Geschlechterunterschieden direkt am Gehirn, etwa durchs Scans, beschäftigen:

Hier einige weitere interessante Studien in die gleiche Richtung:

1. Brain Differences Between Men and Women: Evidence From Deep Learning

Do men and women have different brains? Previous neuroimage studies sought to answer this question based on morphological difference between specific brain regions, reporting unfortunately conflicting results. In the present study, we aim to use a deep learning technique to address this challenge based on a large open-access, diffusion MRI database recorded from 1,065 young healthy subjects, including 490 men and 575 women healthy subjects. Different from commonly used 2D Convolutional Neural Network (CNN), we proposed a 3D CNN method with a newly designed structure including three hidden layers in cascade with a linear layer and a terminal Softmax layer. The proposed 3D CNN was applied to the maps of factional anisotropy (FA) in the whole-brain as well as specific brain regions. The entropy measure was applied to the lowest-level image features extracted from the first hidden layer to examine the difference of brain structure complexity between men and women. The obtained results compared with the results from using the Support Vector Machine (SVM) and Tract-Based Spatial Statistics (TBSS). The proposed 3D CNN yielded a better classification result (93.3%) than the SVM (78.2%) on the whole-brain FA images, indicating gender-related differences likely exist in the whole-brain range. Moreover, high classification accuracies are also shown in several specific brain regions including the left precuneus, the left postcentral gyrus, the left cingulate gyrus, the right orbital gyrus of frontal lobe, and the left occipital thalamus in the gray matter, and middle cerebellum peduncle, genu of corpus callosum, the right anterior corona radiata, the right superior corona radiata and the left anterior limb of internal capsule in the while matter. This study provides a new insight into the structure difference between men and women, which highlights the importance of considering sex as a biological variable in brain research.

2. Gender Identification of Human Cortical 3-D Morphology Using Hierarchical Sparsity

Difference exists widely in cognition, behavior and psychopathology between males and females, while the underlying neurobiology is still unclear. As brain structure is the fundament of its function, getting insight into structural brain may help us to better understand the functional mechanism of gender difference. Previous structural studies of gender difference in Magnetic Resonance Imaging (MRI) usually focused on gray matter (GM) concentration and structural connectivity (SC), leaving cortical morphology not characterized properly. In this study a large dataset is used to explore whether cortical three-dimensional (3-D) morphology can offer enough discriminative morphological features to effectively identify gender. Data of all available healthy controls (N = 1113) from the Human Connectome Project (HCP) were utilized. We suggested a multivariate pattern analysis method called Hierarchical Sparse Representation Classifier (HSRC) and got an accuracy of 96.77% for gender identification. Permutation tests were used to testify the reliability of gender discrimination (p < 0.001). Cortical 3-D morphological features within the frontal lobe were found the most important contributors to gender difference of human brain morphology. Moreover, we investigated gender discriminative ability of cortical 3-D morphology in predefined Anatomical Automatic Labeling (AAL) and Resting-State Networks (RSN) templates, and found the superior frontal gyrus the most discriminative in AAL and the default mode network the most discriminative in RSN. Gender difference of surface-based morphology was also discussed. The frontal lobe, as well as the default mode network, was widely reported of gender difference in previous structural and functional MRI studies, which suggested that morphology indeed affect human brain function. Our study indicates that gender can be identified on individual level by using cortical 3-D morphology and offers a new approach for structural MRI research, as well as highlights the importance of gender balance in brain imaging studies.

3. Beyond a Binary Classification of Sex: An Examination of Brain Sex Differentiation, Psychopathology, and Genotype

Objective
Sex differences in the brain are traditionally treated as binary. We present new evidence that a continuous measure of sex differentiation of the brain can explain sex differences in psychopathology. The degree of sex-differentiated brain features (ie, features that are more common in one sex) may predispose individuals toward sex-biased psychopathology and may also be influenced by the genome. We hypothesized that individuals with a female-biased differentiation score would have greater female-biased psychopathology (internalizing symptoms, such as anxiety and depression), whereas individuals with a male-biased differentiation score would have greater male-biased psychopathology (externalizing symptoms, such as disruptive behaviors).
Method
Using the Philadelphia Neurodevelopmental Cohort database acquired from database of Genotypes and Phenotypes, we calculated the sex differentiation measure, a continuous data-driven calculation of each individual’s degree of sex-differentiating features extracted from multimodal brain imaging data (magnetic resonance imaging [MRI] /diffusion MRI) from the imaged participants (n = 866, 407 female and 459 male).
Results
In male individuals, higher differentiation scores were correlated with higher levels of externalizing symptoms (r = 0.119, p = .016). The differentiation measure reached genome-wide association study significance (p < 5∗10−8) in male individuals with single nucleotide polymorphisms Chromsome5:rs111161632:RASGEF1C and Chromosome19:rs75918199:GEMIN7, and in female individuals with Chromosome2:rs78372132:PARD3B and Chromosome15:rs73442006:HCN4.
Conclusion
The sex differentiation measure provides an initial topography of quantifying male and female brain features. This demonstration that the sex of the human brain can be conceptualized on a continuum has implications for both the presentation of psychopathology and the relation of the brain with genetic variants that may be associated with brain differentiation.

4. Patterns in the human brain mosaic discriminate males from females

In their PNAS article, Joel et al. (1) demonstrate extensive overlap between the distributions of females and males for many brain characteristics, measured across multiple neuroimaging modalities and datasets. They pose two requirements for categorizing brains into distinct male/female classes: (i) gender differences should appear as dimorphic form differences between male and female brains, and (ii) there should be internal consistency in the degree of “maleness–femaleness” of different elements within a single brain. Based on these criteria, the authors convincingly establish that there is little evidence for this strict sexually dimorphic view of human brains, counter to the popular lay conception of a “male” and “female” brain. This finding has broad implications not only for the ontology of gender, but also for the statistical treatment of sex in morphometric analyses.

Critically, however, the conclusion that human brains cannot be categorized into two distinct classes depends largely on the level of analysis. Although the set of properties that distinguish one category from another is rich and flexible, there is rarely a diagnostic form (e.g., what singular physical characteristic reliably distinguishes cats from dogs?) and there is often substantial within-category variability (e.g., breeds of dogs) (2). The failure of the brain to meet these two requirements does not mean that “human brains cannot be categorized into two distinct classes: male brain/female brain.” In fact, an individual’s biological sex can be classified with extremely high accuracy by considering the brain mosaic as a whole.

To demonstrate this, we acquired T1-weighted structural MRI scans for 1,566 individuals, aged 19–35 y (57.7% female), from the freely available Brain Genomics Superstruct Project (3). Cortical thickness and subcortical volume estimates were calculated using the FreeSurfer automatic segmentation algorithm (v5.3; surfer.nmr.mgh.harvard.edu/fswiki). First, 400 subjects were retained as a held-out validation set. Next, penalized logistic regression [elastic net (4, 5)] was used to predict the sex of each individual based on their mosaic, or pattern, of morphometric brain data. Within the training set (n = 1,166), a regression model was built using three repeats of 10-fold cross-validation. The model was then used, without modification, to predict the sex of each individual in the held-out sample. Classification accuracy was extremely high [accuracy: 93%, 95% confidence interval (CI) 89.5–94.9%, P < 10−16] and remained significant if head-size-related measurements were excluded [92% (CI 88.9–94.5%), P < 10−16] or regressed out [70% (CI 65.0–74.2%), P < 10−6]. To borrow the framing of Joel et al. (1), the human brain may be a mosaic, but it is one with predictable patterns.

Despite the absence of dimorphic differences and lack of internal consistency observed by Joel et al. (1), multivariate analyses of whole-brain patterns in brain morphometry can reliably discriminate sex. These two results are not mutually inconsistent. We wholly agree that a strict dichotomy between male/female brains does not exist, but this does not diminish or negate the importance of considering statistical differences between the sexes (e.g., including sex as a covariate in morphometric analyses).

5 Machine learning of brain gray matter differentiates sex in a large forensic sample

Differences between males and females have been extensively documented in biological, psychological, and behavioral domains. Among these, sex differences in the rate and typology of antisocial behavior remains one of the most conspicuous and enduring patterns among humans.

However, the nature and extent of sexual dimorphism in the brain among antisocial populations remains mostly unexplored. Here, we seek to understand sex differences in brain structure between incarcerated males and females in a large sample (n = 1,300) using machine learning. We apply source-based morphometry, a contemporary multivariate approach for quantifying gray matter measured with magnetic resonance imaging, and carry these parcellations forward using machine learning to classify sex. Models using components of brain gray matter volume and concentration were able to differentiate between males and females with greater than 93% generalizable accuracy. Highly differentiated components include orbitofrontal and frontopolar regions, proportionally larger in females, and anterior medial temporal regions proportionally larger in males. We also provide a complimentary analysis of a nonforensic healthy control sample and replicate our 93% sex discrimination. These findings demonstrate that the brains of males and females are highly distinguishable. Understanding sex differences in the brain has implications for elucidating variability in the incidence and progression of disease, psychopathology, and differences in psychological traits and behavior. The reliability of these differences confirms the importance of sex as a moderator of individual differences in brain structure and suggests future research should consider sex specific models.

6. Neuroanatomical morphometric characterization of sex differences in youth using statistical learning.

Exploring neuroanatomical sex differences using a multivariate statistical learning approach can yield insights that cannot be derived with univariate analysis. While gross differences in total brain volume are well-established, uncovering the more subtle, regional sex-related differences in neuroanatomy requires a multivariate approach that can accurately model spatial complexity as well as the interactions between neuroanatomical features. Here, we developed a multivariate statistical learning model using a support vector machine (SVM) classifier to predict sex from MRI-derived regional neuroanatomical features from a single-site study of 967 healthy youth from the Philadelphia Neurodevelopmental Cohort (PNC). Then, we validated the multivariate model on an independent dataset of 682 healthy youth from the multi-site Pediatric Imaging, Neurocognition and Genetics (PING) cohort study. The trained model exhibited an 83% cross-validated prediction accuracy, and correctly predicted the sex of 77% of the subjects from the independent multi-site dataset. Results showed that cortical thickness of the middle occipital lobes and the angular gyri are major predictors of sex. Results also demonstrated the inferential benefits of going beyond classical regression approaches to capture the interactions among brain features in order to better characterize sex differences in male and female youths. We also identified specific cortical morphological measures and parcellation techniques, such as cortical thickness as derived from the Destrieux atlas, that are better able to discriminate between males and females in comparison to other brain atlases (Desikan-Killiany, Brodmann and subcortical atlases).

Hängt die Anzahl Homosexueller und Bisexueller in einer Gesellschaft von Faktoren wie ökonomische Entwicklung, Gleichberechtigung oder Individualismus in dieser Gesellschaft ab?

Eine interessante Studie hat untersucht, ob der Stand einer Gesellschaft in den Bereichen Gleichberechtigung, ökonomischer Entwicklung oder Individualismus eine Voraussage erlaubt, wie häufig dort von der Norm abweichende sexuelle Orientierungen auftreten:

The prevalence of women’s and men’s heterosexuality, bisexuality, and homosexuality was assessed in 28 nations using data from 191,088 participants from a 2005 BBC Internet survey. Sexual orientation was measured in terms of both self-reported sexual identity and self-reported degree of same-sex attraction. Multilevel modeling analyses revealed that nations’ degrees of gender equality, economic development, and individualism were not significantly associated with men’s or women’s sexual orientation rates across nations. These models controlled for individual-level covariates including age and education level, and nation-level covariates including religion and national sex ratios. Robustness checks included inspecting the confidence intervals for meaningful associations, and further analyses using complete-cases and summary scores of the national indices. These analyses produced the same non-significant results. The relatively stable rates of heterosexuality, bisexuality, and homosexuality observed across nations for both women and men suggest that non-social factors likely may underlie much variation in human sexual orientation. These results do not support frequently offered hypotheses that sexual orientation differences are related to gendered social norms across societies.

Quelle: Prevalence of Sexual Orientation Across 28 Nations and Its Association with Gender Equality, Economic Development, and Individualism

Eine Überprüfung diverser Faktoren wie dem ökonomischen Faktor, den Grad des Individualismus und der Gleichberechtigung hat also nicht dazu geführt, dass sich die Häufigkeit von Bisexualität oder Homosexualität verändert hat. Dabei wäre das nach hängigen soziologischen Modellen ja durchaus zu erwarten: Um so ökonomisch unabhängiger die Leute sind, um so eher ein Individualismus gefördert wird, um so eher dort „Gender Equality“ gefördert wird, um so eher, müsste man eigentlich meinen, könnten sich die Leute auch ausleben und von der Norm lösen.

Aber den Ergebnissen nach ist dies nicht der Fall, auch nicht wenn man weitere Faktoren wie Religösität, Alter etc als weitere Faktoren untersucht.

Aus der Studie:

Across nations, mean rates of male and female heterosexual identity (90.0% and 90.7%) did not differ, independent t(54) = − .72. However, a higher percent of men (4.9%) than women (2.1%) reported a homosexual identity, t(54) = 5.22, p < .001, whereas a lower percent of men (5.1%) than women (7.2%) reported a bisexual identity, t(54) = − 3.25, p = .002.

Heterosexualität

  • Männer:   90%
  • Frauen:  90,7%

Homosexualität:

  • Männer:   4,9%
  • Frauen:  2,1%

Bisexualität:

  • Männer:   5,1%
  • Frauen:  7,2%

Weiter aus der Studie:

There was no consistent evidence, across nations, for sex differences in the variability of sexual orientation prevalence rates. Levene’s test for the equality of variances showed no significant differences in the variance of prevalence rates for men’s and women’s self-reported heterosexual or bisexual identities across nations. However, prevalence rates of men’s homosexual identity were more variable, across nations, than prevalence rates of women’s lesbian identity, p = .009. When sexual orientation was assessed in terms of participants’ same-sex attraction, women were more variable than men, across nations, in their prevalence of being moderately attracted to the same sex, p < .004. However, women and men did not differ significantly in the variability of their prevalence of not being attracted to the same sex and being predominantly attracted to the same sex (all ps > .05).

Finally, the relatively small cross-nation SDs reported in Table 4—particularly for prevalence rates for homosexual identities and predominant same-sex attractions—suggest substantial consistency across nations. Thus, despite the existence of variations across nations, sexual orientation rates were nonetheless relatively stable across nations.

Und:

The central question addressed by the current research was: Are national factors such as gender equality, economic development, and individualism-collectivism related to the national prevalence of various sexual orientations, across 28 nations? Our analyses also tested the frequently offered hypothesis that sexual orientation rates may be associated with gender norms and social roles (Bearman & Bruckner, 2002; Greenberg, 1988; Terry, 1999). The use of a large international dataset allowed us to test whether countries that differed in gender egalitarianism and rigidity of gender roles (as indexed by national indicators of gender equality and gender empowerment) also differed in the prevalence of various sexual orientations. We found no compelling evidence that this was the case.

Was ja eigentlich ein weiterer Sargnagel in den diesbezüglichen feministischen Theorien ist, die von einer kulturellen Prägung der Heterosexualität ausgehen, etwa zur Unterwerfung der Frau etc.

vgl.

Und noch ein paar zur Biologie der Homosexualität:

Hier noch mal kurz etwas zu biologischen Theorien zur Homosexualität: