Etwa 150 Personen in Deutschland sind bisher nach Pass „Divers“

Man hat einmal nachgerechnet, wie viele Leute das „Dritte Geschlecht“, also „Divers“ bisher gewählt haben:

Hamburg – Deutlich weniger Menschen als bisher angenommen definieren sich in Deutschland weder als Mann noch als Frau. Wie die Zeit jetzt berichtete, handelt es sich lediglich um einige hundert Personen hierzulande.

Die Wochenzeitung beruft sich auf eine eigene Umfrage bei den Standesämtern der elf größten deutschen Städte. Diese habe ergeben, dass bislang lediglich 20 Personen bean­tragt haben, ihren Geschlechtseintrag auf „divers“ ändern zu lassen (Stand Mitte April 2019).

Rechne man die Zahlen, die von ähnlichen Umfragen der vergangenen Wochen bestätigt würden, auf ganz Deutschland hoch, seien es rund 150 Fälle, schreibt die Zeit. Eltern me­dizinisch intersexueller Neugeborener, die ihr Kind als „divers“ eintragen ließen, gibt es in den befragten Städten laut Umfrage bislang keine, heißt es weiter.

150 Fälle. Das finde ich erstaunlich wenig, weil ich vermutet hätte, dass einige Linke SJWs das aus Prinzip machen würden, weil es ja immerhin noch mehr Hingabe zur Sache zeigt. Aber die Geschlechteridentitäten sind eben eine sehr harte Sache und der Schritt wird dann anscheinend doch vielen zu weit gegangen sein.

Auch im Rahmen der Studie eines europäischen Forscherkonsortiums (DSD-Life) unter Personen mit einem intersexuellen Syndrom bezeichneten sich von 1.040 Befragten nur zwölf selbst als „intersexuell“, die übergroße Mehrheit kreuzte als Geschlecht „männlich“ oder „weiblich“ an. „Menschen mit einer Besonderheit der Geschlechtsentwicklung ord­nen sich fast immer einem der beiden Geschlechter zu“, sagte Olaf Hiort, Intersexualitäts­experte an der Universitätsklinik Lübeck.

Also wohlgemerkt nicht unter 1040 Befragten, sondern unter 1040 Befragten mit intersexuellen Syndrom.

Auch das ist durchaus zu erwarten, viele intersexuelle Syndrome lassen ja weiterhin eine eindeutige Geschlechtszuordnung zu, etwa „Mann mit einen niedrigeren Testosteronspiegel“ etc.

Es zeigt mal wieder, dass es weit eher eine Symbolpolitik ist als die wirkliche Lösung dringender Probleme.

Transsexualität, Beliebigkeit und soziale Ausformbarkeit der Geschlechterrollen und Selektion der Geschlechterrollen

Transsexualität ist etwas, was abseits der biologischen Theorien gerade bei Leuten, die einer sozialen Konstruktion anhängen immer wieder zu Problemen führt.

1. Die biologische  Ausgangslage

In den biologischen Theorien ist es einfach. Frauen und Männer waren aufgrund insbesondere des Umstandes, dass Frauen schwanger werden können und Männer nicht und der Selektion auf Intelligenz, die  lange Tragzeiten, einen großen Kopfumfang und lang anhaltende Unselbständigkeit des Kindes zur Folge hatten einen unterschiedlichen Evolutionsdruck ausgesetzt, der zu erheblichen Geschlechterunterschieden führte. Dieser Selektionsdruck führte neben dem übrigen Körper auch zu entsprechenden Unterschieden im Gehirn bei Vorlieben und Fähigkeitsausprägungen. Umgesetzt wurde dies insbesondere durch Hormone, gerade Testosteron. Je nach Menge des Testosterons wurde eine männlichere oder weiblichere Ausprägung vorgenommen und die Menge des Testosterons hing stark davon ab, ob man Hoden oder Eierstöcke hatte. Im Gehirn ist allerdings der Vorgang noch etwas anders, hier wird das Testosteron aromatisiert und in Östrogene umgewandelt, die dann im Gehirn ihre Wirkung entfalten. Geht bei diesem Vorgang etwas schief, dann kann es einen zB männlichen Körper mit einem weiblichen Gehirn geben.

2. Beliebigkeit der Transsexualität vs. Stützung der Geschlechterrollen

Gerade im radikalen Transfeminismus, bei dem TransFrauen Frauen sind und Transmänner Männer und damit auch ihre jeweiligen Körperteile entweder männlich oder weiblich sind, wird der Transsexualitätsbegriff entweder beliebig oder man muss bestimmte Geschlechterrollen damit verbinden.

Ein Beispiel wäre die Aussage, dass bei einer Transfrau (oder M->F Transexuelle) ein Penis zwangsläufig weiblich sein muss, weil sie ja eine Frau ist. Wenn man dann argumentiert, dass ein Penis dazu da ist, dass er männliche Geschlechtszellen transportiert und damit zwangsläufig als männlich anzusehen ist, dann wird angeführt, dass dies nicht richtig ist, weil es allein darauf ankommt, wie sich derjenige sieht. Allein seine Selbstpositionierung bestimmt welches Geschlecht er hat.

Diesbezüglich können dann aber keine Kriterien benannt werden, da ansonsten ja feste Geschlechterrollen als weiblich oder männlich definiert werden. Man könnte also beispielsweise nicht sagen, dass ein Kind, welches häufiger mit Puppen gespielt und Kleider mag transsexuell ist, weil dann angeführt werden müsste, das mit Puppen spielen und Kleider tragen weiblich ist und zwar gerade zu unabänderlich weiblich

Insoweit bleibt dann letztendlich nichts anderes übrig als zu sagen, dass beispielsweise ein Mensch in einem männlichen Körper, der sich absolut männlich verhält, geradezu der letzte Macho ist, auch anführen kann, dass er Trans ist. Die ursprüngliche Definition, nach der man sich nicht mit dem ihm nach Geschlechtsmerkmalen von Anderen zugewiesenen Geschlechtsrolle identifiziert geht dabei unter. (wobei das dann meist nur das alte Spiel mit Feld und Festung ist, natürlich wird eigentlich von einer Transfrau eine gewisse „weiblichkeit“, sei es in Kleidung oder Verhalten erwartet.

Derjenige kann dann anführen, dass er in seiner Funktion als Trans genauso Geschlechterrollen bekämpfen kann, er wäre als Frau eben nicht darauf festgelegt, sich weiblich zu verhalten. Letztendlich hat Transsexualität damit keinerlei greifbare Grundlage mehr.

Führt man an, dass bestimmte Position männlich oder weiblich sind, dann stellt sich die Frage, warum diese dann bei Transpersonen besonders schützenswert sein sollen bzw warum sie bei diesem nicht auch rein sozial konstruiert sind und demnach Transsexualität ebenso zu dekonstruieren wäre wie jede andere Geschlechterrolle auch.

3. Unveränderbarkeit der Transexualität vs Unveränderbarkeit der CIS-Geschlechterrollen

Gleichzeitig versuchen sich dann auch wieder einige radikale Transaktivisten an einer biologischen Begründung der Transsexualität, die zum einen eine Untermauerung der Geschlechteridentität sein soll („ich habe ein weibliches Gehirn also bin ich  (unabänderbar) eine Frau“) wobei im übrigen gleichzeitig mit dem intersektionalen Feminismus geliebäugelt wird, was alle anderen Geschlechterrollen angeht, die dann sozial konstruiert sein sollen und veränderbar sein sollen

Aus meiner Sicht ist es biologisch nicht erklärbar, dass Transsexualität eine biologische Grundlage hat ohne dass im gleichen Maße auch die Geschlechterrollen biologisch bedingt sind und dann der Maßstab, dass transsexuelle nicht umerzogen werden können genauso für Nicht-Transsexuelle in ihren jeweiligen Rollen bestehen muss.

Eine genetische Selektion, die nur bei Transsexuellen dazu führt, dass diese bestimmte Geschlechterrollen aufbauen, wäre schon aufgrund der Seltenheit von Transsexuellen nicht vorstellbar. Der Aufbau der Geschlechterrollen über eine genetische Grundlage würde eine ganz erhebliche Selektion erfordern, da hier sehr kompliziert Regelungen bestehen. Dazu müssten sich letztendlich entweder Transsexuelle untereinander quasi exklusiv fortgepflanzt haben, damit in einer kleinen homogenen Gruppe dann diese genetische Selektionen eintreten können oder es müsste eine Selektion bei Menschen allgemein stattgefunden haben die, die dann heute lediglich noch bei Transsexuellen zum Tragen kommt.

Beide Selektionen sind so unwahrscheinlich, dass sie auf einer logischen Ebene keinen Sinn machen. Wie sollte sich eine Gruppe gerade von Transsexuellen über einen so langen Zeitraum quasi separat von Nicht-Transsexuellen gehalten haben und warum sollten die Selektionen auf diese Weise verlaufen sein, komplett abweichend von der Selektion anderer Tiere unsere nächsten Verwandten? Warum sollte nur bei Transsexuellen eine sehr komplexe Regelung erhalten bleiben, die genau den sozialen Rollen entspricht, bei anderen aber ausgeschaltet sein, obwohl sie dort mit wesentlich weniger Widerstand verbunden wäre und sogar vorteilhaft gewesen wäre?

Letztendlich bleibt damit nur die These, dass die Geschlechterrollen, die bei Transsexuellen dazu führen, dass diese sich auf eine bestimmte Weise verhalten und sich einer bestimmten Denkweise und Geschlechteridentitäten nahe fühlen, nicht bei Transsexuellen entstanden sind, sondern eben bei Nicht-Transsexuellen. Es würden dann bei Nicht-Transsexuellen genau die gleichen Regeln und biologischen Vorgänge zur Anwendung kommen, was wiederum bedeutet, dass auch deren Plastizität und deren soziale Abänderbarkeit gleichen Regeln unterliegen würde (nur eben in den dazu passenden Körpern). Wenn man bedenkt, welchen erheblichen Druck Transsexuelle ausgesetzt sind, ohne dass sie ihre Transsexualität aufgeben, dann spricht dies dafür, dass auch bei Nicht-Transsexuellen ein entsprechender Druck wenig ändern würde und diese genauso wenig wie Transsexuelle ihre Geschlechterrollen aufgeben oder umkonstruieren können und wollen.

Es ist erstaunlich, dass das schon in einigen Diskussion auf erbitterten Widerstand gestoßen ist, bei dem derjenige nicht einsehen wollte, dass eine Exklusivität biologischer Regelungen für Transsexuelle wenig Sinn macht.

 

Die sieben weltweit befolgten moralischen Regeln

Eine Studie will sieben moralische Regeln gefunden haben, die weltweit beachtet werden. Es sind die folgenden:

Auf Englisch:

  1. Help your family
  2. Help your ‚group‘
  3. Return favours
  4. Be brave
  5. Defer to superiors
  6. Divide resources fairly
  7. Respect the property of others.

Und als Übersetzung hinterher:

  1. Helfen Sie Ihrer Familie
  2. Helfen Sie Ihrer „Gruppe“.
  3. Gefälligkeiten zurückgeben
  4. Seien Sie tapfer
  5. Füge dich sozial höher Gestellten
  6. Ressourcen gerecht verteilen
  7. Respektiere das Eigentum anderer.

Man merkt sofort, dass diese Regeln leicht mit evolutionären Prinzipien in Einklang zu bringen sind und das sie zudem Konflikt bieten.

1.

„Helfe deiner Familie“ ist evolutionär verständlich: Sie teilen die meisten Gene mit dir und ihnen zu helfen ist damit evolutionär vorteilhaft. Zudem bietet die Familie auch aus den gleichen Gründen häufig die beste Gewähr dafür, dass sie das helfen erwidern. Noch klarer ist es bei der „Kernfamilie“ und dem eigenen Nachwuchs: Wer keinen Nachwuchs hervorbringt und bei dem der Nachwuchs nicht seinerseits wieder Nachwuchs möglichst guter „Qualität“ hervorbringt, dessen Gene werden sich schwerer im Genpool anreichern und eher aussortiert werden

2.

Die Gruppe steht dann an zweiter Stelle, weil sie eben die nächste Stufe ist, auf der Kooperation am ehesten mit reziproker Kooperation belohnt wird. Wer die Gruppe als kooperatives Spiel betrachtet, bei dem man zusammen mehr leistet als es jeder Einzelne alleine könnte, kann diesen Mehrwert erstellen und andere dazu motivieren ebenfalls daran mitzuarbeiten und damit auch den Wert für einen selbst erhöhen.

3.

Das wäre quasi die dritte Stufe: Wenn jemand kooperativ spielt, dann spiele auch kooperativ, damit eine Zusammenarbeit entsteht und er nicht das Gefühl hat, dass du ihn ausnehmen willst oder alle Vorteile nur für dich behalten willst. Nur so kann letztendlich Kooperation entstehen,

4.

Das wäre die Einordnung in eine gesellschaftliche Hierarchie. Natürlich nicht absolut, auch der Rebell hat seinen Platz indem er die Hierarchie innerhalb bestimmter Grenzen testet. Aber wer (gerade in kleineren Gruppen) eine bewährte und richtig aufgebaute Hierarchie stört ohne sie tatsächlich in Frage stellen zu können, der schadet letztendlich allen, indem er Statuskämpfe unnötig veranlässt.

6.

Bei der Verteilung von Ressourcen nach „Gerechtigkeit“ dürften bereits ganz verschiedene Ansichten bestehen. Es kann durchaus gerecht sein, wenn höher gestellte oder wichtigere mehr bekommen. Es kann auch gerecht sein, wenn sich Leistung lohnt. Und selbst die unglaubliche Anhäufung von Vermögen, wie heute bei den Superreichen, kann gerecht sein, wenn es innerhalb des Systems dadurch den Leuten besser geht und sie für ihre Mitarbeit entsprechend gerecht bezahlt werden und ihrerseits die (theoretische) Chance haben reich zu werden.
Anderen schwebt dann vielleicht bei gerecht eher eine noch stärkere Umverteilung vor als sie jetzt schon durch Steuern geschieht, etwa ein „jedem nach seinen Bedürfnissen“ oder gar ein „jeder muss gleich viel haben“ oder ein „niemand darf absurd viel Geld haben“.
Natürlich ergeben sich auch Konflikte mit den oberen Regeln: Ist es gerecht in der Verteilung, wenn Leute Vermögen erben, die sie nicht selbst erarbeitet haben oder ist die Regel eins wichtiger, nachdem man seiner Familie geben soll? Und auch bei der Gruppe werden etwa „Refugee Welcome“ Leute andere Vorstellungen haben, wie der Reichtum eines Landes zu verteilen ist als weniger linke Personen.

7.

Was dann die Diskussion gleich zum nächsten Punkt bringt: Eigentum des anderen akzeptieren beißt sich für einige mit der gerechten Verteilung. Das Eigentum überhaupt besteht erscheint dann vielleicht einigen schon merkwürdig. Aber ohne Eigentum ensteht eben auch kein Frieden und es lohnt sich Arbeit weitaus weniger.

Was sagt ihr zu den Regeln?

Eine feministische Biologin zu Geschlechterunterschieden aus ihrer Sicht

Ein interessanter Artikel aus der Sicht einer feministischen Biologin und was sie nach der gegenwärtigen Forschung zu Geschlechterunterschieden sagt.

Sie führt zunächst an, dass sie nicht mit dem klassischen Feminismus auf einer Linie liegt:

In basically all animal species, males and females do tend to behave in distinct ways, and these distinctions are largely presumed to be biologically hardwired rather than resulting from acculturation — a presumption that is itself fairly safe because most animals don’t have complex cultures.

So, from the perspective of biology, it would be very surprising if human males and females did not have distinct, hardwired behavioral tendencies. As someone who is both a biologist and (I like to think) a feminist, this puts me at odds with much of traditional feminist theory.

 

Dann führt sie an, was sie als zutreffend ansieht. (die Zahlen stehen für die Fußnoten, diese bitte im Originalartikel nachschlagen)

Here’s my understanding of what the currently available data say about human sex differences*:

  • Men and women are very similar neurologically, and the distributions of gender-correlated traits fall on a continuum; hardly anyone has a purely male-like or purely female-like brain [2]. Some brain areas are a bit larger in men, some in women. Overall brain size is larger in men, but in similar proportion to body size [3].

Sie sind relativ gleich, aber es liegen eben auch entscheidende Unterschiede vor. Zumal man keine anatomischen Unterschiede sehen muss, damit dort ein anderes Programm laufen kann. Wir sehen auch bei einer Festplatte nicht, was die dortige Software macht, allenfalls können wir aus der Hardware herleiten, dass sie in einigen Bereichen besondere Anfoderungen zu stellen scheint, etwa wenn sagen wir mal eine besonders leistungsfähige Grafikkarte installiert ist.

  • There are no consistent gender differences in average IQ, though male variance is higher [4]. Sex-specific differences in certain abilities tend to show up in studies [5], but can often be eliminated by avoiding certain biasing cues [6].

Die durchschnittliche Intelligenz scheint in der Tat gleich zu sein, wobei es mehr dumme aber auch mehr kluge Männer gibt. Die Kurve der Männer ist sozusagen  flacher, aber breiter. 

  • Normal adult humans of all genders can understand and identify with people of other genders using theory of mind. Women are a bit better at this on average [7]. Males dominate most competitive areas. This is probably due to two factors we can’t readily disentangle: (a) wider variance in ability, which means that even if the average is the same for men and women, the absolute best individual at a given task is more likely to be male [8] and (b) intransigent cultural factors. Females more often choose lower-paid careers. And females tend to compete well (often better than men) until childbearing and then fall behind or drop out [9].

Klar verstehen sich Männer und Frauen – jedenfalls so ungefähr. Es gibt genug Unverständnis  und Fehleinschätzungen in den Gebieten, in denen Männer und Frauen von einander abweichen. Etwa bereitet vielen Frauen die Einstellung von Männern zu Sex Verständnisprobleme und umgekehrt genauso. Hingegen kann man sich durchaus einig sein, dass reziproker Altruismus eine wichtige Grundlage des Lebens bildet und jemand, der nur nimmt, aber nicht gibt, ein schlechter Mensch ist.

Ich denke schon, dass Männer allgemein in sehr wettbewerbsorientieren Bereichen stärker vertreten sind. Viele Frauen, die das nicht mögen werden den Bereich schlicht meiden und die Frauen, die es mögen sind dann eben selten, auch wenn sie dann ebenso die nötige Wettbewerbshärte aufweisen wie die dort arbeitenden Männer. Ein wichtiger Faktor scheint mir hier sexuelle Selektion auf eine andere Form von intrasexueller Konkurrenz um Status und Ressourcen zu sein, die beides für Männer einfach attraktiver macht.

  • The neurological similarity of human males and females is a recently-evolved feature. Our brains are much less gender-distinct than the brains of our near relatives, chimpanzees and gorillas. However, in more distantly-related apes, monogamy and similar sexes also occur [10].

Oder uns fällt es einfach nicht so deutlich auf, weil unser Leben inzwischen friedlicher geworden ist und uns erlaubt unser Leben nicht mehr in so deutlichen Geschlechterrollen zu leben. Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit sind nach wie vor in Studien im großen Umfang nachweisbar

  • Human males engage in much more substantial nurturing behavior toward the young than any of our near relatives [11].

Wir sind ja auch die Spezies mit der größten Unselbständigkeit des Nachwuchses im Tierreich und wir sind zudem eine relativ monogame (wenn auch serielle Monogamie mit Seitensprungoption) Spezies. Die Evolution der Vaterschaft an sich ist dabei eine durchaus interessante Frage.  Sie ist insbesondere geprägt von einer hohen Vatersicherheit und eben auch davon, dass die Unterstützung des Vaters notwendig war (ist) um die Chancen des Nachwuchs auf eigene erfolgreiche Fortpflanzung zu erhöhen.

  • Men are responsible for an overwhelming proportion of serious violent crime [12]. They are also overwhelmingly responsible for the dangerous, exhausting, and unpleasant physical work that confers little money and less status [13].

Würde ich als zutreffend ansehen. Dreckige Arbeit aller Art (vielleicht mit Ausnahme der Prostitution wird eher von Männern erledigt)

  • Humans are much more socially monogamous [14] and egalitarian than any surviving near relative; but not perfectly either [15]. Across species, these features go along with greatly reduced sex differences (in monogamous birds, the sexes are often practically identical). And we are, indeed, much less sexually dimorphic than our near relatives [16].

Das ist relativ. Wir haben natürlich auch andere Voraussetzungen. Wo ein Gorilla auf reine Kampfstärke setzt setzen wir weitaus eher auf Intelligenz, Werkzeuge und natürlich Verbündete. Wer die besseren Waffen hat und sie schlauer einsetzt kann erheblich mehr Vorteile haben als ein besonders starker Mann. Wer aufsteigt ohne zu kämpfen, sei es durch Rat, Handel oder besonderes Geschick bei der Herstellung wertvoller Dinge, der hat erhebliche Vorteile, weil andere ihn evtl schützen. Und natürlich sind die körperlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen vielleicht nicht so groß wie bei anderen Primaten, aber durchaus deutlich vorhanden.

  • The term patriarchy, as used by contemporary feminists, often seems kind of meaningless. I think when we talk about patriarchy, what we’re really getting at is the re-emergence of social hierarchies that resulted from sedentary farming starting around ten thousand years ago. Individuals in sedentary communities were better able to control and monopolize resources, including women. This led to greater specialization, technological innovation, and social inequality [15].

Eine interessante Einsicht. Der Begriff des Patriarchats erscheint oft relativ sinnlos.

  • In patriarchal societies, elite males are able to support and protect multiple mates, enabling a renewal of polygyny; an underclass of unmated, low-status males make useful slaves and cannon fodder [e.g. 17]. Low-status males are duped into accepting their fate via manipulative social norms. Being treated as property is bad for women, but at least they are generally a valued resource in patriarchal societies; low-status men have it worse.

Auch ein interessanter Blickwinkel: In sehr patriarchalen Gesellschaften können es niedrigstehende Männer schlechter haben als Frauen. Einfach weil die Frauen zumindest einen Wert haben.

  • Whilst social monogamy is the most common mating pattern, human males and females enjoy diverse short and long term mating strategies [18]. Males are slightly more promiscuously inclined on average, which results in a demand/supply imbalance that is commonly corrected through material exchange. Since humans are naturally fairly socially monogamous, none of this is a threat to the social order, and the main effect of stigmatizing any sexual behavior is that people fail to learn safe ways to express their sexuality [19].

Männer sind  nicht etwas mehr promiskuitiv, sie sind enorm promiskuitiver, haben meist nur nicht die Gelegenheit das auszuleben.  Ich denke das Ergebnis wäre recht eindeutig, wenn man zehn Männern und zehn Frauen beliebig viele gutaussehende begierige Sexualpartner zur Verfügung stellen würde und dann das Ergebnis vergleicht.

Es wird auch deutlich, wenn bestimmte Männer unkontrollierte Macht haben, wie sagen wir Inkakönige. Sie bilden dann eben Harems und monopolisieren Frauen.

  • Fairness is a central social norm in all human societies, presumably deriving from our egalitarian heritage; what is considered fair varies [20], and can be co-opted in modern hierarchical societies to enforce social inequality. (If I have ten oranges and you have none, is that fair? Inherently, no. But what if the gods/the king/my father gave them to me? Then maybe…)

In der Tat.

  • Diversity in decision-making roles leads to better decisions for groups, organizations and societies [21].

Das ist sicherlich ein sehr streitiger Punkt.

  • Power corrupts. Sometimes slow, sometimes fast [22]. But as a general rule, there’s no such thing as a benign ruler; so long as gender-based power inequalities persist, so will gender-based disadvantage.

Nur ist es eben nicht so einfach Power einem Geschlecht zuzuordnen, weil Mitglieder eines Geschlechts normalerweise Vorteile für sich und Familie, Freunde etc rausholen statt für ihr Geschlecht.

To me all of this suggests the following conclusions and directions for feminist thought:

  • Our species is unique among great apes in being adapted for egalitarian societies with substantial paternal care, diverse mating behavior dominated by social monogamy, and only minor cognitive sex differences.

Dazu hatte ich oben bereits etwas geschrieben

  • Egalitarianism can and should extend to both sexes under the universal social norm of fairness. This implies that where one sex is biologically disadvantaged, for example females in childbirth (or males in reproductive control), societies should actively work to counteract power inequalities that flow from this disadvantage.

Nur muss man dazu eben schauen, was wirkliche Nachteile sind und was auf anderen Verhalten begründet ist, welches wieder andere Vorteile (zb weniger Zeit im Büro) mit sich bringt.

  • Increased gender equality benefits society through better decision-making and a reduction in violence, as well as increasing overall productivity and quality of life in countless ways.

Aber nicht, wenn es über Chancengleichheit hinausgeht und in Ergebnisgleichheit umschlägt.

  • Patriarchy (as defined above) doesn’t just hurt women by treating them as property. In fact, the worst victims of patriarchy are the low-status, unmarriageable men who do the most dirty, dangerous jobs in society for peanuts. Unfortunately, we’ve done a terrible job at understanding and communicating this, to the point that most men in this situation are convinced that feminism, not patriarchy, is actually the root of their problems. So long as middle-class feminists ridicule and demonize them while enjoying relatively pampered lives, these men will continue to hate us. And who can blame them?

Etwas durcheinander: Wir leben nicht in einem Patriarchat. Beide Geschlechter haben Vor- und Nachteile. Dem zweiten Teil würde ich aber zustimmen.

  • Stereotyping aggravates and perpetuates oppression whether it is statistically accurate or not. Every human deserves the respect of being approached as an individual, not as a representative of their gender.

Zustimmung.

Spielen als Vorbereitung auf das spätere Leben als Erwachsener, Geschlechterrollen und Schimpansen

Sexuelle Orientierung und Neurokognitive Eigenschaften

Eine interessante Meta-Studie untersucht welche Eigenschaften Schwule und Lesben abweichend von hetereosexuellen Männern und Frauen haben. Wenn die Theorien stimmen, dass sowohl die sexuelle Orientierung als auch bestimmte geistige Eigenschaften durch insbesondere pränatale Hormone geprägt werden, dann müssten bei Schwulen die kognitiven Eigenschaften im Schnitt eher zu dem sonst bei Frauen anzutreffenden verschoben sein und bei den Lesben wäre es genau umgekehrt. Jeweils sofern beide durch pränatales Testosteron geprägt sind.

Aus dem Abstrakt:

Highlights

We conducted a meta-analysis on sexual orientation difference in cognitive ability.

Gay men were sex-atypical in both male- and female-favouring cognitive performance.

Homosexual women were sex-atypical only in male-favouring cognitive performance.

Effect size differed across cognitive domain and exclusivity of homosexuality.

Implications for the neurobiology of sexual orientation are discussed.

Abstract

The cross-sex-shift hypothesis predicts that homosexual men and women will be similar in certain neurobehavioral traits to their opposite-sex counterparts. Accordingly, it predicts that homosexual men should perform in the direction of heterosexual women, and homosexual women in the direction of heterosexual men, on neurocognitive tests that show normative sex differences. We conducted a meta-analysis on the relationship between sexual orientation and cognitive performance, and tested the effects of potential moderating variables separately by sex. A total of 106 samples and 254,231 participants were included. The meta-analysis revealed that homosexual men performed like heterosexual women in both male-favouring (e.g., spatial cognition) and female-favouring (e.g., verbal fluency) cognitive tests, while homosexual women performed like heterosexual men only in male-favouring tests. The magnitude of the sexual orientation difference varied across cognitive domains (larger for spatial abilities). It was also larger in studies comparing exclusive heterosexuals with exclusive homosexuals compared to studies comparing exclusive heterosexuals with non-exclusive homosexuals for both sexes. The results may narrow down potential sites for sexual orientation-related neural differences.

Quelle: Sexual orientation and neurocognitive ability: A meta-analysis in men and women

Der Artikel bietet einen guten Überblick über die Forschung zu Unterschieden in den kognitiven Fähigkeiten:

Sex differences in cognitive abilities are well documented.

Typically, men score higher than women, on average, on spatial tasks involving mental rotation of three-dimensional figures, spatial visualization (such as paper folding), disembedding (finding simple figures hidden in more complex forms), spatial perception (determining horizontal and vertical angles), maze navigation, spatial learning and navigation (including tests of way-finding in real-world settings as well as on computerized tests such as the Morris Water Maze), and targeting and intercepting objects.

Women score higher than men, on average, on tests of phonetic and semantic fluency, verbal memory, object location memory, visual memory, facial emotion recognition, and some tests of social cognition (e.g., Coluccia and Louse, 2004, Hyde, 1981, Kimura, 2002, Voyer et al., 1995).

Das sind hier auch schon häufiger besprochene Unterschiede.  Räumliches Denken vs. Sprache etc

Aus den Ergebnissen:

und eine nähere Aufschlüsselung nach Eigenschaften:

Das Ergebnis, dass Frauen, die gut im Bereich räumliche Fähigkeiten sind oft auch gleichzeitig gut im Bereich sprachlicher Fähigkeiten sind, war hier auch schon besprochen worden.

Aus der Diskussion:

This meta-analysis produced five main findings.

  • Firstly, homosexual men were sex-atypical in both male- and female-favouring cognitive performance, while homosexual women were sex-atypical only in male-favouring cognitive performance.
  • Secondly, the magnitude of sexual orientation difference was larger in spatial than non-spatial domains for both sexes (but largest in men).
  • Thirdly, moderator analyses showed that the difference was larger in studies comparing exclusive heterosexuals with exclusive homosexuals comp ared to studies comparing exclusive heterosexuals with non-exclusive homosexual groups for both men and women.
  • Fourthly, there was no effect of age or education level on the sexual orientation difference in either sex.
  • Finally, there was considerable heterogeneity in the data, especially for men.

Auf homosexuelle Männer treffen die geschlechtsuntypischen Leistungen also zu, bei homosexuellen Frauen haben sich nur die Eigenschaften verbessert, die sonst bei Männern besser sind.

Im Bereich des räumlichen Denkens waren die Unterschiede am größten (ich vermute, weil dabei die meisten Gemeinsamkeiten bestehen in Bezug auf zB pränatale Hormone zum richtigen Zeitpunkt)

Ausschließlich Homosexuelle zeigten diese Unterschiede eher als nicht exklusiv Homosexuelle.

Alter und Grad der Ausbildung hatten keinen Effekt auf die Unterschiede.

Es bestand eine größere Spanne in den Effekten, besonders bei Männern.

Cognitive domain was an important factor for both sexes. For men, effect size was highest for spatial tasks, moderate for verbal tasks, and small for other tasks. For women, effect size was higher for other tasks and spatial-related tasks (the effect size difference between other and spatial-related tasks was very small, 0.01), and small for verbal-related tasks.

[…]

In sum, the present findings suggest that there are sexual orientation-related differences in certain cognitive functions that follow the pattern of a cross-sex shift, especially in men. Cognitive domain and exclusivity of homosexuality appear to be significant moderators of these differences. Future work should examine whether sexual orientation-related cognitive differences are associated with structural and functional brain differences and quantify the neurodevelopment of this association over the life-course.

Diese weitere Forschung würde ich in der Tat sehr interessant finden.

Es stellt sich die Frage, ob die Ergebnisse abseits der Biologie begründet werden können.

Mit Theorien, die auf eine unterschiedliche (frühkindliche) Erziehung von Männern und Frauen abstellen scheint mir das schwer vereinbar zu sein.

Allenfalls könnte man anführen, dass es eine Art Identitätsding ist: Weil sie mit Männern schlafen sehen sich Schwule eher als Frauen und unterwerfen sich den diesbezüglichen Klischees. Macht aber wenig Sinn, denn Schwule sehen sich ja als Männer. Zudem hätte es dann auch eine gewisse Beliebigkeit und es wäre auch unklar, warum Frauen bei der Sprache nach wie vor gleich gut abschneiden.

Fällt euch eine Erklärung ein, die das rein sozial begründet?

 

vgl auch: