„Ich bin ein Mann, 23 Jahre alt und hatte noch nie eine Freundin, ich habe noch nie ein Mädchen geküsst, ich hatte noch nie in meinem Leben Sex und noch nie hat sich eine Frau in mich verliebt“

Ein Leser schreibt mich an, weil es mit den Frauen nicht so richtig klappen will (und ich stelle es mit seiner Zustimmung als Artikel ein):

Hallo,

Ich habe seit vielen Jahren folgendes Problem: Ich bin ein Mann, mittlerweile 23 Jahre alt und hatte noch nie eine Freundin, ich habe noch nie ein Mädchen geküsst, ich hatte noch nie in meinem Leben Sex und noch nie hat sich eine Frau in mich verliebt.

Ich werde in der Öffentlichkeit oder in der Disko nie von Frauen angesprochen oder angelächelt und niemals von Frauen über Facebook oder sonstige Plattformen angeschrieben. Ich selbst spreche keine Frauen mehr an, das habe ich bereits vor einigen Jahren aufgegeben, weil es keinen Sinn hatte. Ich habe außerdem oft genug beobachtet, dass attraktive Männer keine Frauen ansprechen müssen, weil die Frauen selbst auf diese Männer zugehen.

Ich bin ein sehr realistischer Mensch und bin davon überzeugt dass ich zu hässlich bin und deshalb abstoßend auf Frauen wirke. Das Aussehen ist das wichtigste und ein gut aussehender Mann wäre sicher nicht gegen seinen Willen Jungfrau.

Ich bin kurz davor, in den Puff zu gehen, weil ein sehr starkes Bedürfnis nach Sex und wirklich große Lust dazu habe. Ich will auch endlich wissen wie es ist und ich will meine verpasste Erfahrung so schnell wie möglich nachholen. Aber ich möchte es lieber schaffen, ohen dafür bezahlen zu müssen. Nur, ohne sexuelle Erfahrung halte ich es nicht mehr aus. Ich habe ein paar Bücher und Artikel zu PICKUP gelesen, aber das hat mich nicht wirklich weiter gebracht.

Meine Frage ist, wie kann man denn auch wenn man so hässlich wie ich aussieht bei frauen begehrt sein und Sex mit verschiedenen Frauen haben bzw Freundinnen bekommen? Wie kann man es mit so einem Aussehen erreichen, dass eine Frau sich in einen verliebt? Wie kann man es schaffen, dass Frauen von selbst auf einen zukommen und mich ansprechen?

Ich habe viele Artikel auf ihrer Website gelesen. besonders gut daran gefällt mir, dass alles sehr logisch und realistisch beschrieben und erklärt wird.

Dem Bild nach sieht er ganz normal aus. Insofern ist seine Idee zu hässlich zu sein, erst einmal merkwürdig. Er ergänzt:

Ich dachte, vielleicht kann ich hier ein paar Tipps bekommen, die wirklich helfen. Alle Frauen sagen immer zu mir, ich würde gut aussehen und sei nicht hässlich. Aber gleichzeitig sagen Frauen, die mir gefallen, dass ich nicht ihr Typ bin.

Das bestätigt eher meine Einschätzung, dass es nicht am Aussehen liegt. Eher ist „Antigame“ zu vermuten, evtl zu schüchtern, zu unselbstbewußt etc. Ich schrieb darauf hin:

also ich kann mir nicht vorstellen, dass es am Aussehen liegt. Das ist doch vollkommen okay. Was findest du denn so schlecht an dir? Es dürfte weitaus eher das schlechte Selbstbewußtsein sein. Du scheinst doch einige Frauen um dich herum zu haben, wie kommst du denn mit denen zurecht?

Seine Antwort:

Ich bin eigentlich auch zufrieden mit meinem Aussehen. Weiß nicht, was ich verbessern soll. Aber trotzdem habe ich bis heute keine Freundin und keinen Sex gehabt. Und leider sagen Frauen die mir gefallen meistens dass ich nicht ihr Typ bin. Ich habe schon einige Frauen um mich herum, aber mit denen bin ich nur befreundet. Und zu mehr reicht es dann leider nie. Ich bin auch ständig unterwegs und lerne Leute kennen, aber es passiert einfach nichts. Ich bin nur 1,75 groß und Bin ziemlich dünn vllt hat es damit etwas zu tun.

Kannst du mir ein paar Tipps geben? Ich erlebe auch öfter mal, dass Jungs sogar von Frauen angesprochen werden. Wie kann man so etwas schaffen? Kannst du mir einen Ratgeber bzw ein Buch empfehlen, in dem alles komplett steht, wie man diese Anziehung in Frauen auslöst? Ich habe Lob des Sexismus und Der Kompass gelesen. Bin halt auch ein bisschen schüchtern, aber verklemmt bin ich nicht.

Auf jeden Fall will ich jetzt gerne mal sexuelle Erfahrung sammeln und auch die verpassten Jahre nachholen.

Ich denke mein größtes Problem ist, dass ich für mein Alter krass zu jung aussehe. Ich bin 23 und werde meistens auf 16-17 geschätzt. Das würde mir auch von vielen Frauen bestätigt, dass ich so ein babyface bin. Leider kann ich daran nicht viel ändern. Habe mir einen Bart wachsen lassen, aber viel bringen gut das nicht. Vielleicht habe ich ja zu wenig Testosteron.

Also als Problem:

  • sehr jung aussehend, „Babyface“
  • nicht groß, aber auch nicht sehr klein
  • eine gewisse Widersprüchlichkeit bei Aussehen (bin abstoßend/weiß nicht was ich ändern soll)
  • Frauen sagen „er ist nicht ihr Typ“

Mein nächster Kommentar:

warum meinen sie denn, dass du nicht ihr Typ bist?
Dein Ziel sollte nicht sein von Frauen angesprochen zu werden, sondern das Frauen, wenn du dich mit ihnen unterhältst dich attraktiv finden.
Es gibt ein Audio-Programm von David Deangelo, Cocky Comedy, dass erklärt einiges dazu ganz gut. Kann man auch als Torrent bei den einschlägigen Seiten finden. Das würde ich dir empfehlen.

Hast du dir schon mal das Grundschema angeschaut:
An welcher Stelle fliegst du raus / hast du Probleme?

Sein nächster Kommentar:

Okay ja das habe ich mir schon mal angeschaut. Aber würden sie mir nicht zustimmen, das ein wirklich sehr gut aussehender Mann so etwas nicht beachten muss? So jemand wird doch grundsätzlich auf der Strasse von Frauen angelächelt oder sogar angesprochen. Ich werde nie angelächelt, die Frauen schauen nur auf den Boden. Und bei Lovoo und Tinder habe ich auch keine Matches

Es klingt für mich als wolle er sich letztendlich gar nicht wirklich ändern, allenfalls wäre er gerne hübsch und dann verändern die Frauen ihr Verhalten.

Damit ist natürlich schwer zu arbeiten. Sich in den Gedanken hinein zu steigern, dass man hässlich ist, ist erst einmal nicht hilfreich, es ist sowohl ein „limiting belief“, also ein Weg sich selbst zu beschränken, es ist „Antigame“, weil man damit eben auch ausstrahlt, dass man meint ihrer nicht wert zu sein und es ist auch eine Flucht vor den tatsächlichen Ursachen, denn er sieht ja okay aus. Um mal ein Beispiel zu nennen: Leonardo DiCaprio hat ein Babyface und hatte schon die ein oder andere Frau.

Er ergänzt:

Warum sollte es mein Ziel sein, dass Frauen mich erst dann attraktiv finden, wenn ich mich mit ihnen unterhalte? Das kostet doch viel mehr Energie als wenn man gut aussieht

Das geht aus meiner Sicht in die gleiche Richtung. Er hofft auf einen einfachen Weg.

Nur er wird eben nicht über Nacht eine 10 werden. Klar kann er Sport machen, aber das macht ihn nicht größer und sein Selbstvertrauen und sein Typ wird sich auch nicht ändern.  Selbst wenn er einen sehr guten Körper hat, wird er sich dann eben noch zu klein und sein Gesicht als zu jung ansehen.

Was nicht bedeutet, dass ich dagegen bin, dass er seinen Körper verbessert. Das würde ich jedem raten: Ein paar Muskeln und ein sportlicher Körper können einen attraktiver machen und ein anderes Selbstvertrauen bringen. Man sollte nur nicht NUR darauf setzen, gerade wenn wie hier aus meiner Sicht die Probleme in anderen Bereichen liegen.

Meine Antwort:

“ Aber würden sie mir nicht zustimmen, das ein wirklich sehr gut aussehender Mann so etwas nicht beachten muss?“

dazu habe ich einen Artikel
https://allesevolution.wordpress.com/2012/10/14/game-pickup-fur-gutaussehende-manner/

Aber es ist aus meiner Sicht wenig effektiv sich auf Schönheit zu konzentrieren. Du siehst ja bereits okay aus. Du müsstest Frauen bekommen. Wenn das nicht klappt, dann machst du etwas grundlegendes falsch. Und solange du das falsch machst wirst du dich selbst behindern.

Etwas an dir ist vielleicht schlicht „Antigame“. Arbeite daran statt nur am aussehen. Frauen sind weit weniger optisch als Männer

Und dann noch:

du scheinst nicht der Aktive sein zu wollen. Du suchst einen Weg, bei dem Frauen die Arbeit machen. Sehe ich das richtig?
Dabei hast du doch weibliche Freunde, wenn ich das richtig sehe. Gehst du mit denen nicht normal um? finden die dich witzig?
Aus meiner Sicht ist „cocky comedy“ ein sehr einfacher Weg wesentlich attraktiver zu wirken. Und eine andere Einstellung hilft auch. Du scheinst dir selbst keinen hohen Wert beizumessen. Das wäre „inner Game“
https://allesevolution.wordpress.com/2012/04/19/inner-game/

Wie man sieht waren meine Antworten relativ kurz. Das liegt einmal daran, dass Facebook ein mieses Interface hat, wenn man mit einem Profil nicht den Messenger nutzen möchte und vom Smartphone aus antwortet. Und zum anderen daran, dass eine solche Ferndiagnose natürlich immer schwierig ist.

In einem Artikel zu einem Beitrag aus einem „Absolute Beginner“-Forum habe ich mal verschiedene „AntiGame“-Faktoren aufgelistet:

Hier werden starke „Anti-Game“-Mechanismen aufgeführt, die bei evolutionärer Einordnung auf einen geringen Partnerwert bzw. Sexual Market Value (SMV) schließen lassen.

  • negatives Verhältnis zu eigenen Sexualität
  • sexuelle Minderwertigkeitsgefühle
  • Jammern
  • Passivität
  • Selbstmitleid
  • Fishing for Compliments
  • Needyness in Bezug auf Sex
  • Entitlement („so langsam steht mir eine Frau zu“)
  • Frau wird nicht als emotionale Verbindung, sondern als reines Statussymbol gewollt (aber gleichzeitig dabei aufs Podest gestellt)
  • keine hinreichendes Interesse an einer emotionalen Verbindung.
  • kein „willing to emote“

Viele dieser Mechanismen sind Indikatoren dafür, dass andere Frauen nicht an einen interessiert sind und man auch ansonsten keinen Status hat.

Das Gemeine an diesen Faktoren ist, dass sie sich gegenseitig verstärken können. Wer keinen Erfolg beim anderen Geschlecht hat, der entwickelt Minderwertigkeitsgefühle, verkrampft, Jammert, meint, dass ihn „die Frauen“ doch nun langsam mal besser behandeln müssten, entwickelt negative Gefühle gegenüber Frauen, wertet sie ab und kann noch weniger eine Verbindung zu ihnen eingehen.

In diesem Fall hilft wohl nur, eine vollkommen neue Perspektive auf sich selbst und Frauen zu gewinnen, damit man aus diesem Kreislauf ausbrechen kann. Das ist allerdings verdammt schwer

Ich sage nicht, dass die obigen Punkte bei ihm vorliegen. Er scheint ja weibliche Freunde zu haben, es klingt eher als wäre er „zu nett“.  Er schafft es nicht, dass Frauen ihn in einem romantischen, sexuellen Kontext sehen. Es wäre also in gewisser Weise ein Friendzone Problem.

Dort schrieb ich bereits:

Der Fehler, den derjenige hier gemacht hat ist klassisch und folgt meiner Meinung nach aus dem verschiedenen Aufbau von sexueller Lust bei Männern und Frauen.

Während Männer üblicherweise bei einer Frau, die ihren optischen Ansprüchen genügt, bereits Sex haben wollen und insofern noch das Kennenlernen hinzukommen muss für eine Beziehung, bauen Frauen sexuelle Lust zwar auch über den Körper, aber eher über das Verhalten des Mannes auf. Wer also nicht extrem gut aussieht, der muss entsprechendes Verhalten bringen, damit eine Lust auf Sex entsteht. Er muss also sozialen Status demonstrieren, vielleicht etwas positive Dominanz, oder um es in der Pickupsprache zu sagen

Er muss Attraction aufbauen, also Attractionswitches  bedienen.

Und die klassischen „Switches“ sind eben:

  • Pre-selected by women („Von anderen Frauen für gut befunden)
  • Leader of men. (Anführer anderer Menschen)
  • Protector of loved ones (Beschützer von ihm Nahestehenden)
  • Willing to emote (In der Lage gesunde Gefühlsbindungen einzugehen)

Im Grundmodell nach Mystery stellt sich das wie folgt dar:

A2: Female-to-Male Interest

In A2 phase, you should create attraction. Some pickup routine in this stage like:

1. DHV: Demonstrate high value, using gimmick, magic, psychic routine, humor ……

2. Storytelling

3. AMOGing

4. Coky&Funny

5. Push-and-Pull

„Attraktion aufbauen“ ist etwas, was man lernen kann und was eine enorme Wirkung hat. Es ist nicht wichtig, dass man dazu diese oben genannten Techniken verwendet, es sind nur Krücken, die bestimmte Punkte eben sehr gut bedienen. Man muss das für sich richtige finden, aber dazu muss man erst einmal verstehen, wie es funktioniert.

Es ist in vielen Fällen schlicht die Darstellung eines hohen Status, aber auch gerne kombiniert damit, dass man herausfordernd ist, lustig, Interaktionspotential gibt und Interaktion einfordert. Es ist die Darstellung, dass man jemand ist, der sich lohnt, an dem sie Interesse haben sollte, für den sie aber auch selbst etwas tun muss und für den man auch etwas machen muss.

Ich hatte dazu auch etwas in diesem Artikel zu „Gib Frauen beim Flirten keine direkte Antwort, es sei denn es ist Nein“ geschrieben, in dem es darum geht Gespräche interessanter und herausfordernder zu machen.

Ich fand damals die Erklärungen von David DeAngelo dazu gar nicht schlecht und sein „CockyComedy“ hat mir viel geholfen. Andere mögen es auf andere Weise angehen und natürlich hängt es auch von der Frau ab, die man für sich interessieren möchte. Aus meiner Sicht wäre ein Grundsatz: Wer eine Frau im Guten herausgefordert hat, so dass sie sich in einem spaßigen Wettstreit mit einem sieht, der hat ganz gute Karten.

Wer nur davon träumt, dass er besser aussieht, der wird hingegen nicht viel erreichen. Natürlich muss man jeweils entscheiden, ob einem das die Sache wert ist. Aber das ändert ja nichts an dem Weg.

Dann noch ein Hinweis auf eine andere Falle: Wer natürlich meint, dass er als erstes gleich (oder jemals) eine 10 bekommt, der wird sich ebenso selbst ausbremsen. Es mag auch schlicht daran liegen, dass man zu hoch ran geht. Wer sich selbst für eine 6 hält, der sollte es eben bei einer weiblichen 6 probieren. Und weiter Abstriche für den Stand seines „Games“ machen.

Was wären eure Tipps?

Crazy Stupid Love und männliches Auftreten

Neulich kam „Crazy Stupid Love“ im Fernsehen und ich schaute mal kurz rein:

Die Handlung des Filmes aus der Wikipedia:

Der etwas gesetzte und langweilige Familienvater Cal Weaver wird bei einem romantischen Essen in einem Restaurant von seiner Frau Emily mit der Nachricht überrascht, dass sie einen Geliebten habe und ihn verlassen werde. Er verbringt die folgenden Abende in einer Bar, wo er sich betrinkt und seinen Trennungsschmerz zu erkennen gibt. Der jüngere Aufreißer Jacob nimmt sich seiner an, gibt ihm Flirttipps, kleidet ihn komplett neu ein und besucht mit ihm ein Fitnessstudio. Cal trägt nun andere Kleidung und wird sichtlich schlanker, was ihn schließlich attraktiver erscheinen lässt.

Er entwickelt sich zunehmend zu einem Womanizer, was auch seiner Familie und seinen Bekannten nicht verborgen bleibt.

Es ist ein Film, der Anleihen bei Pickup macht und dabei im ganzen sogar positiv bleibt. Natürlich: Ryan Gosling sieht eh sehr gut aus, es wäre wohl nicht die Vorstellung, die die meisten Frauen von einem „Pickuper“ haben und sie sind eh schon hin und weg, dennoch hat Ryan in der Rolle ein sehr gutes Auftreten:

Interessant die Szene bei 0:25:

Jacob lässt sie mit Cal alleine und verabschiedet sich mit „if he gets handy let me know“

Cal versichert sofort, dass er das niemals machen würde, selbst wenn sein leben davon abhängen würde.

Und wirkt damit erstaunlich creepy, obwohl er ja feministisch korrekt angibt, dass er sie nicht anfassen wird.

Doch all die Affären, die Cal unter anderem auch mit Kate hat, die sich im weiteren Verlauf der Handlung als Lehrerin seines Sohnes herausstellt, lassen ihn seine Liebe zu Emily nicht vergessen.

Robbie, der älteste Sohn der Weavers, ist unsterblich in das vier Jahre ältere Kindermädchen Jessica verliebt. Obwohl sie diese Liebe nicht erwidert, belästigt er sie die ganze Zeit mit Briefen, Nachrichten und Liebesgeständnissen. Jessica wiederum ist heimlich in Robbies Vater Cal verliebt und macht Nacktfotos für ihn, die sie ihm jedoch nicht übergibt.

Cal sucht sich eine eigene Wohnung, seine nun getrennt von ihm lebende Frau Emily bandelt vorsichtig mit ihrem Arbeitskollegen David Lindhagen an, mit dem sie bereits einen One-Night-Stand hatte, der zur Trennung der Ehe führte. Unterdessen lernt Jacob die junge Hannah kennen, die – enttäuscht von der Langeweile ihres Freundes – diesen verlässt. Jacob verliebt sich in sie, und Hannah bringt ihn von seinem Schürzenjäger-Dasein ab.

Auch hier sind viele Szenen sehr interessant. Der Freund verdirbt es sich mit ihr, weil er in einer Szene auf einer Party eine große Ankündigung macht und sie erkennbar und zu recht denkt, er würde ihr einen Heiratsantrag machen. Er erklärt aber nur, dass er ihr eine Arbeitsstelle in der Rechtsanwaltskanzlei anbietet. Sie erklärt, dass sie dachte er macht einen Heiratsantrag, auch wenn sie selbst davon ausging, dass es zu früh wäre und er meint, dass er doch nun wirklich Zeit brauchen würde um zu sehen, ob sie die richtige ist. Es ist eine dieser klassischen Szenen, in der Hollywood eine Trennung herbeiführt, bei der sie nicht Schuld ist, sondern der alte Freund ein Idiot ist (auch wenn er durchaus recht haben mag, aber er bringt es eben vollkommen falsch rüber, was ausreicht. Sie ist daher so sauer, dass sie direkt nach dem Kerl sucht, der sie neulich in der Bar angemacht hat um mit ihm zu schlafen. Sie fällt in dem vollen Wissen, dass er ein Aufreißer ist, in der ersten Szene über ihn her und küsst ihn und sagt er solle sie eben aufreizen, wie die anderen Frauen. Er nimmt sie also mit zu sich und es kommt zu der folgenden Szene:

Ich finde sie sehr lehrreich, weil sie sehr ruhig ist. Obwohl sie erklärt hat, dass er gefälligst mit ihr schlafen soll ist sie erkennbar noch nervös und unsicher. In der klassischen Vorstellung, die sonst von einem Pickupers in Filmen gemacht wird würde er jetzt irgendwie zudringlich werden. Aber dies ist ein Film für Frauen, in dem diese Ryan attraktiv finden sollen, er spielt hier die klassische Rolle des Aufreizers, der sich von der richtigen Frau zähmen lassen wird und für sie von allen anderen Frauen ablässt, also darf er nicht verbrannt werden.

Das gelingt, indem er einige wichtige Punkte rüberbringt:

  • Outcome indifference: Er ist vollkommen entspannt, er hat keine Eile, er sitzt da ganz ruhig, mit überschlagenen Beinen, und strahlt Selbstsicherheit aus- macht ihr erst einen Drink, bedrängt sie nicht und lässt ihr Zeit. Es wirkt so als würde es ihm eben nicht wichtig sein, ob er mit ihr schläft, weil er eben genug Sex mit anderen Frauen hat.
  • Er ist Herr der Situation und führt sie durch den Abend: Typischerweise werden Routinen als etwas dargestellt, was die Frau täuscht, was sie irgendwie dazu bringt mit ihm zu schlafen, auf eine dreckige Art und Weise. Hier fragt sie immer wieder nach, was er sonst so macht, und er stellt es ihr in aller Ruhe dar, wobei einiges unausgesprochen bleibt. Natürlich lebt er in einem tollen Haus, alles sieht hochwertig aus, was zu ihm passt, er hat einen perfekten Körperbau, schon übertrieben gut, wie sie selbst betont und er ist der perfekte Gastgeber: Ein Drink, die richtige Musik. Das Thema auf Dirty Dancing lenken, sagen, dass man die Hebefigur kann und sie es ausprobieren kann, ihr etwas besonderes geben, was Vertrauen aufbaut und gleichzeitig recht natürlich überleitet zu Körperkontakt und bei dem er gleichzeitig seine Stärke darstellen kann. Das es alles „Tricks“ sind wird hier nicht als Manko dargestellt, sondern zeigt um so mehr, dass er Ahnung hat und die ruhige Art lässt es unbedrohlich wirken. Gerade weil sie danach fragt und verführt werden will ist der „Täuschende Charakter“ aufgehoben (wobei viele Frauen bei Ryan Gosling eh nicht daran denken würden, dass man sie täuschen müsste).

Natürlich folgt etwas Drama.

Als sie ihn mit nach Hause nimmt, um ihn ihren Eltern vorzustellen, erkennt Jacob, dass Hannah die Tochter Cals ist. Dieser ist von der neuen Beziehung seiner Tochter alles andere als begeistert, hat er Jacob doch als Aufreißer kennengelernt. Cal ist der Meinung, dass Jacob einerseits zu gefährlich, andererseits nicht gut genug für seine geliebte Tochter ist.

Er will gerne Gut mit Frauen sein, aber er will nicht, dass jemand, der das Gleiche bei Frauen will, bei seiner Tochter landet.

Ein klassischer Konflikt, der hier in dem Film angelegt ist. Der Beta wird etwas mehr Alpha, aber nicht Alpha genug, er kehrt als bessere Version seiner selbst zu seiner Frau zurück. Sein Lehrer stellt gleichzeitig die dunkle Seite dieses Alphaseins dar, was er eben nicht für seine Tochter möchte. Damit es aber insgesamt gut aussieht hat dieser dann bereits der dunklen Seite abgeschworen und meint es wirklich ernst – mit einem Mädel, welches von seinem Verhalten gerade in der obigen „Verführungsszene“ schon fast etwas nervig ist, weil sie es so kompliziert macht, so zurückhaltend ist, was man aber gerade braucht, um Jacob als guten Typen darzustellen, der sie nicht ausnutzt.

Bei diesem unglücklichen Zusammentreffen von Emily und Cal sowie Hannah und Jacob tauchen auch noch das Kindermädchen Jessica und deren Vater Bernie auf. Letzterer hat den Umschlag mit den Nacktfotos entdeckt, auf den Jessica den Namen Cal geschrieben hatte. Er geht irrtümlicherweise davon aus, dass Cal mit ihr ein sexuelles Verhältnis habe, und stellt ihn aufgebracht zur Rede. Zusätzlich erscheint David Lindhagen bei den Weavers im Garten, er möchte Emily ihren – in seinem Auto vergessenen – Pullover vorbeibringen. Es kommt zu einer handfesten Prügelei zwischen Bernie, Cal, Jacob und Lindhagen, bei der schließlich die Polizei schlichten muss.

Wenig später nehmen die Weavers, Jacob und Jessica an der Schulabschlussfeier Robbies teil. Dieser ist ausgewählt worden, die Festrede zu halten. Doch weicht er vom Manuskript ab und macht Jessica vom Rednerpult aus eine Liebeserklärung. Daraufhin tritt auch sein Vater Cal ans Mikrofon, er spricht darüber, dass Liebe mehr sei als ein romantisches Gefühl, Liebende müssten im täglichen Leben viele Bewährungsproben bestehen und an sich arbeiten. Seine Frau Emily, von der er noch offiziell getrennt ist, schaut ihn bewegt an.

Cal und Emily gehen anschließend lächelnd aufeinander zu; ob sie wieder zusammenfinden, bleibt allerdings offen. Doch kann Cal mittlerweile die Beziehung zwischen seiner Tochter Hannah und Jacob akzeptieren. Zum Schluss übergibt Jessica Robbie mit einer freundschaftlichen Geste noch den Umschlag mit ihren Nacktfotos und fügt augenzwinkernd hinzu, dass die Bilder ihn „durch die Highschool bringen sollen“.

Also ein Happy End für alle. Der Beta ist etwas mehr Alpha geworden, der Alpha etwas mehr Beziehungsmensch, selbst der Sohn bekommt noch etwas ab und die Tochter hat eh einen heißen Typen gefunden.

Es ist ein erstaunlich positiver Film über „Pickup“ im weiteren Sinne und über „Männlichkeit beim Flirten“. Auch eben, weil der Hauptdarsteller hübsch genug ist, um die Tricks nicht in den Vordergrund zu stellen. Der lehrnende Vater ist gleichzeitig der, der die Verhaltensänderungen und die daraus gewonnene Attraktivität rüberbringen muss und er ist auch der, bei dem man den Unterschied am Anfang sieht, er ist auch der Comic relief am Anfang und er ist auch der, der vom Skript abweicht und deswegen menschlicher bleibt, wahrscheinlich, weil es eben ein Film für Frauen ist und so romantischer bleibt.

 

 

 

„Ich habe meine Sexualität unterdrückt, weil man mir eingeredet hat, sie sei Schuld an allem“

Auf dem Blog von Sternenleben fand ich einen interessanten Kommentar:

Mir ging es jahrelang so, dass ich mich nicht getraut habe, irgendwelche Zeichen des Interesses an Mädchen zu senden. Denn jedes Mal habe ich mich in Gedanken verstrickt, ob ich zu aufdringlich bin, oder etwas mache, was sie nicht will, etc. Obwohl mir durch mein großes Hobby Gesellschaftstanz Berührungen selbstverständlich waren, so habe ich doch das sexuelle in mir stets verschlossen gehalten.

Wie groß die sexuelle Verunsicherung ist, sehe ich jetzt, da ich seit einem viertel Jahr eine Freundin habe. Es fällt mir unglaublich schwer, mich ihr auf irgendeine Art sexuell zu nähern, denn immer habe ich die große Angst, von ihr „nur für einen triebgesteuerten Mann“ gehalten zu werden, auch wenn sie mir sagt, dass das vollkommen in Ordnung ist. Ein schlechtes Männerbild hat sich bei mir so stark eingeprägt (auch durch das Elternhaus, in dem mein Vater nichts zu sagen hatte und „immer schuld war“), dass meine Sexualität nichts mehr zu melden hat. Sogar jetzt, wo ich weiß was die Ursache ist (schlechtes Männerbild, „Männer sind triebgesteuerte A*schlöcher, die nur das Eine im Sinn haben und danach Abhauen vor jeglicher Verantwortung usw.“ => Ich will nicht so sein) kann ich mich dennoch nicht dagegen wehren.

Durch die dauerhafte Beschäftigung damit („Bin ich zu aufdringlich, komme ich ihr zu nahe“) sind mir sicher so einige Signale, die Frauen mir gesendet haben entgangen. Meine Freundin hat da sehr stark die Initiative ergriffen, sonst wäre mir das auch entgangen. Wie fein solche Signale sein können, ist mir erst einige Monate später aufgefallen, als ich dafür sensibilisiert war und diese bei einer Kommilitonin festgestellt habe. Früher hätte ich darauf nie reagiert, denn dazu hätte ich ihr ja sexuell nahe kommen müssen. Jetzt reagiere ich nicht, da ich meiner Freundin treu bin, aber es fällt mir auf.

Immer in der Angst zu leben, sie zu belästigen, und der nächste Schritt könnte zu weit sein, führt dazu, keine Schritte mehr zu machen. Das mag ganz schön für Freundschaften sein, zerstört aber jede Basis für eine Beziehung im Keim. Denn man kann sie nicht anfangen.

Und da möchte ich auf dein Zitat zurückgreifen und dir erzählen wie das schlechte Männerbild entstanden ist: Jahrelang habe ich in den Nachrichten und „von der Welt“ gesagt bekommen, dass Männer übergriffig, gewalttätig, verantwortungslos, etc. sind. Jeden Monat gab es einen neuen Skandal über irgendeinen Mann irgendwo auf der Welt der über die Stränge geschlagen hat. Und immer war das begleitet mit einem Aufruf an die Männer „nur ja nicht so zu sein“. Das ist das was man *Männern täglich sagt*.

Und in meinem Willen, gut zu den Menschen zu sein, habe ich meine Sexualität unterdrückt, weil man mir eingeredet hat, sie sei Schuld an allem. Das hat mich nicht glücklich gemacht, denn für die Mädchen, in die ich mich damals verliebt habe, war männliche Sexualität essentiell für eine Beziehung, sodass diese nicht zustandegekommen ist (wie gesagt, sie konnte nicht anfangen, da ich keine Berührung dieser Art einsetzen konnte, weil ich meinte diese wäre übergriffig). Deshalb hatte ich vier unerfüllte Lieben, die alle sehr schmerzhaft für mich waren. Außerdem haben sie mein Selbstwertgefühl zerstört (Ich, der Mann den man nicht lieben kann), was nochmal sehr sehr schmerzhaft war (übrigens „nur“ vier, weil ich dazwischen oft für sehr lange Zeit „außer Gefecht gesetzt war“ und nachtrauerte).

„Wenn du aber dein ganzes Leben lang erzählt bekommst, dass du nur aufgrund von deinem Geschlecht [übergriffig bist] oder [sexuell belästigst], dann beginnen viele das zu glauben.“

Im Nachhinein ist das natürlich dennoch wunderbar, denn so konnte ich auf meine unvergleichliche Freudin warten, die mich mit ihrer Unterstützung und Akzeptanz (so, wie ich bin) für alles entschädigt, was vorher war.

Doch etwas derartiges muss nicht sein. Bei meinem Bruder sehe ich die selben Anzeichen. Er wurde lange von einem Mädchen umschwärmt, die sich wirklich für ihn interessiert hat und die sehr nett gewesen wäre, doch er hat das nicht wahrgenommen. Und in meinem Bekanntenkreis gibt es auch Leute, die damit Schwierigkeiten haben. Sie alle sind gebildet und „von Natur aus“ nette Menschen, die für alle das Beste wollen, und das in diesem Fall auf eigene Kosten.

Es trifft uns alle, dass wir Dinge erzählt bekommen und mit Vorurteilen angegriffen werden. Mit jedem Bericht über eine Frau, die „nicht einparken kann“ oder „für Technik zu doof ist“ wird dein Frauenbild geformt. Mit jedem Bericht über einen Mann, der „sexuell übergriffig war“ oder „sie begrapscht hat“ wird mein Männerbild geformt. Und beides ist nicht gut – aber betroffen sind wir beide.

Die Einsicht, dass schüchtern und zurückhaltend nichts bringt und man dann schlicht Single bleibt, bis eine Frau dann einfach doch mal so aktiv ist, dass es trotzdem klappt, habe ich auch gemacht.

Gut, der Kommentator scheint mir hier sehr schüchtern zu sein. Denn bei seiner eigenen Freundin sollte sich ja diese Angst eigentlich schnell legen, wenn er eine Weile mit ihr zusammen war. Aber auch das ist natürlich eine Typsache und die Frage, wie sehr man sich von feministischen Vorstellungen beeinflussen lässt, dass Frauen allesamt Mimosen sind, die jeden Gedanken an Sex als Übergriff ansehen, auch bei ihrem Freund.

Tatsächlich sind die feministischen Theorien da eher weit entfernt von der Realtität: Die meisten Frauen mögen tatsächlich lieber Männer, die „sich etwas trauen“ (jedenfalls mit einem gewissen sozialen Gespür) als zu schüchterne Männer, die nie den ersten Schritt machen. Und viele mögen es auch, wenn es etwas Hin und Her gibt, wenn ein Mann sie „erobert“ oder sexuelle Spannung aufbaut und danach handelt.

Natürlich gibt es es aber nicht entweder „belästigend“ oder „auf ewig alleine“. Das Problem dürfte eher sein, dass viele Männer zwar Interesse bemerken, aber keine Ahnung haben, wie sie vom Plaudern zum Mehr als Plaudern kommen.

Es gibt aber auch ansonsten weitaus eher als der Feminismus das vertritt eine Grauzone, in der man nicht übergriffig ist, aber frech, in denen man auch Grenzen überschreitet, aber das durchaus eben gewollt sein kann. Ich hatte schon mal etwas geschrieben, was in die Richtung geht und mich etwas an den oberen Text erinnert:

Ich muss etwas gestehen: Auch ich war früher, noch lange bevor ich über Pickup überhaupt etwas gehört hatte, ein „Nein-heißt-Nein“-Vertreter. Wenn eine Frau leichten Widerstand zeigte habe ich mich zurückgezogen, mit ihr darüber geredet, darauf gewartet, dass sie in ihrem Tempo vorgeht. Wer hat das geändert? Frauen selbst!

Typische Konversationen in dieser Zeit waren: „Warum hatten wir eigentlich nie was?“ Du hättest ja was machen können?“ Aber du hast nein gesagt?“ „Du darfst halt nicht so schnell aufgeben“.

Im Partynachgespräch meinte ich zu einer Freundin, dass der Eine ja recht aggressiv vorgegangen wäre, ich hatte schon überlegt, ob ich einschreiten soll. Die Antwort war zuverlässig ein „Immerhin hat er was versucht, auch wenn es vielleicht etwas viel war. Besser als jemand, der sich nichts traut“.

Ich hatte eine Freundin, bei der eine gewisse erotische Spannung in der Luft lag, die mich besuchte und (mit eigener Decke) in meinem Bett schlief. Vor dem Hinlegen sagte sie „Wenn du was versuchst, dann schneide ich dir den Schwanz ab“. Natürlich mit einem Grinsen. Also versuchte ich nichts. Wieder folgte eines dieser Gespräche. Und wieder ein „Du hättest ja was versuchen können“. Das tat ich das nächste Mal, trotz eines ähnlichen Spruches. Natürlich hatten wir Sex.

Auch beim Sex selbst war es nichts anderes. Frauen sagten, dass sie beim ersten Date nie mit einem Mann schlafen würden. Brachten alle möglichen Neins. Und dann, wenn man immer neue Versuche an dem Abend machte – als hätten sie jetzt genug deutlich gemacht, dass sie ja anständige Mädchen waren – hatte man wunderbaren Sex.

Frauen, die die ganze Zeit erzählten, dass man nicht einfach so Sex haben sollte, es wäre nicht richtig. Und ich habe ihnen die meiste Zeit über zugestimmt und auch gesagt, dass ich es nicht gut finde, aber DAS würde sich richtig gut anfühlen.

Ich hatte eine Frau, die etwas Angst vor Sex hatte und bei der es etwa 20 Versuche, immer mit kurzen Pausen brauchte, die sie alle abwehrte und die ich immer wieder neu, allerdings recht vorsichtig aufgenommen hatte, die mir hinterher sagte, dass sie gerade dadurch, dass sie wusste, dass ich ruhig darauf reagiere und wieder anfange, obwohl sie nein gesagt hatte, langsam die Sicherheit aufbauen konnte mit mir zu schlafen.

Ich hatte Sex, bei dem jeder einzelne neue Schritt zurückgehalten und erobert werden musste und es war dem Sex keineswegs abträglich.

(Ich hatte auch Sex, bei den es kein Nein und keinen Widerstand gab)

Sex ist nicht nur Ja und Nein. Nicht nur Lust und Belästigung. Es gibt eine Mittelzone, die sicherlich viel mit Rollenbildern (seien sie biologisch oder kulturell) zu tun hat. Frauen mögen, denke ich, Männer im Schnitt lieber, die es schaffen sich – nach entsprechenden Signalen – in diese Mittelzone vorzuwagen und die Sache voranzubringen als Männer, die zu vorsichtig sind. Sie wissen, dass sie den allermeisten Männern deutlich machen können, dass sie außerhalb der Mittelzone sind und diese es dann lassen. Frauen vorzuschreiben sich klar und deutlich zu verhalten scheint mir eher „hegemoniale Männlichkeit“ zu sein als der andere Weg.

Und auch mein Versuch ein „Nein“ mal mit dem Thunschen Kommunikationsquadrat zu analysieren, passt dazu: Auch ein „Nein“ muss eben nicht bedeuten, dass man sie belästigt hat, es kann auch viele andere Inhalte haben:

Nein heißt Nein betrifft die Sachebene. Nein heißt Nein.

  • In der Selbstoffenbarung kann Nein heißen, dass die Neinsagerin deutlich machen, dass ihre Wert einen One-Night-Stand nicht zulassen oder aber auch nur, dass sie deutlich machen will, dass sie nicht mit jedem ins Bett steigt, sondern es schon ein besonderer Anlass sein muss oder aber, dass sie diese bestimmte Handlung nicht mag oder aber, dass es ihr zu schnell geht und sie noch etwas mehr Sicherheit benötigt, dass er sie nicht verurteilt oder sie als Schlampe abwertet. Dies alles steht nicht zwangsläufig gegen Sex.
  • in der Beziehungsebene kann mit dem Nein angesprochen werden, dass man sich zu fremd für Sex ist oder aber auch nur, dass sie sich nicht klar ist, ob man eher ein Freund ist oder wirklich auch ein Liebhaber. Vielleicht will sie deutlich machen, dass sie nicht nur eine Bettgeschichte ist oder nicht nur eine Kerbe in seinem Bettpfosten, sondern sicher sein muss, dass sie danach in einer respektvollen Beziehung stehen werden.
  • der Appell kann sein, dass man sofort aufhören soll, er kann aber auch sein „versichere mir, dass du mich liebst/auch nach dem Sex noch an mir interessiert bist/unsere Freundschaft nicht kaputt geht/du nicht jedem erzählen wirst, dass ich mich dir geschlafen habe und ich als Schlampe dastehe/du einfühlsam sein wirst/du meine Grenzen beim Sex akzeptierst.

Das alles beseitigt aber nicht die Probleme damit, wie man vorgeht, ohne zu belästigen.

Es wird wenig verwundern, dass ich hier dazu rate, sich mal mit Pickup vertraut zu machen:

Da hätten wir erst einmal das recht einfache 3M System:

The attraction phase is divided into :

A1 – Approach

A2 – Attracting the HB or Female-to-male Interest

A3 – Male-to-Female Interest

The comfort phase is divided into :

C1 – Building rapport

C2 – Building emotional connection and physical connection

C3 – Intimacy

The seduction phase is divided into :

S1 – Foreplay

S2 – LMR

S3 – Sex

Wenn man daraus mitnimmt, dass körperliches im wesentlichen erst in der Phase C2 stattfindet, dann kann man sich bewußt machen, dass man davor noch viele Phasen hat, die in ganz ohne Belästigung in eine normale Konversation eingebunden werden können.

Und man sieht auch, dass der Schritt nachdem sie einem Zeichen gesendet hat, dass sie einen gut findet, einfach der ist, dass man nun etwas an ihr entdecken kann, was toll ist, wobei man etwas finden sollte, was nicht einfach gutes Aussehen ist, sondern etwas darüber hinaus, also dass man in ihr etwas sieht, was andere nicht haben, und sie deswegen respektiert und schätzt.

Ich finde den einfachsten Weg dorthin, sie etwas herauszufordern, beispielsweise, in den man auf eine freche Weise witzig ist (cocky/funny) oder etwas push und Pull macht und dann gut zu finden, wenn sie kontert. Aber da muss eben jeder seinen eigenen Stil finden.

Das nächste wäre dann eine Verbindung mit ihr aufzubauen, eben Comfort.

Ein zweiter wichtiger Punkt wäre, dass man eben nicht gleich zu radikal werden muss, Körperkontakt ist etwas, was auch in „kleinen Dosen“ schon sehr viel aussagt. Es reicht vollkommen, sie zunächst beiläufig am Arm zu berühren etc.

Im Pickup läuft das unter Escaltion Ladder. Beispiele finden sich zB hier:

• Hände schütteln
• Arme streifen
• Leichtes Berühren ihrer Arme zur Betonung deiner Standpunkte
• Leichtes Berühren ihres Ellbogens während des Gesprächs
• Nähe beim Gespräch bis zum gegenseitigen Berühren der Arme

• Umarmung von vorne (am besten als positive Reaktion auf eine verständnisvolle Aussage ihrerseits)
• Begleiten durch die Bar mit der Hand auf ihrem unteren Rücken
• Lege ihr Bein über deins, wenn du neben ihr sitzt
• Sie sanft seitlich am Bauch halten, wenn ihr euch zum Reden hinsetzt
• Ihre Hand auf deinen Oberschenkel legen

• Etwas aus ihrem Gesicht streichen oder so tun als ob
• In lauter Umgebung beim Reden nahe an sie heranrücken, bis sich eure Gesichter leicht berühren
• Berühren einer hübschen Halskette, die sie trägt, und dabei leicht die Finger über ihre Schulter oder Hals streifen lassen
• Spielerisch die Wangen zwicken, Haare zur Seite streichen

• Ihren Kopf auf deine Schulter legen
• An ihrem Hals schnuppern
• Leichte Berührung am Nacken vor dem Kuss bei direktem Blickkontakt
• Mit den Fingern in ihrem Haar kraulen vor dem Kuss bei direktem Blickkontakt
• Leichtes Berühren ihres Halses mit der Handfläche vor dem Kuss bei direktem Blickkontakt

Hier gehen die Berührungen von solchen, die sozial akzeptiert sind, über solche, die man auch als zufällig und unabsichtlich darstellen kann bis zu solchen, die deutlich gewollt und absichtlich sind.

Natürlich noch einmal zu diesen Punkten: Schema und Beispiele dienen dazu, dass man eine Orientierung hat, sie sind kein verbindlicher Plan, den man zwingend abarbeiten muss. Bei passenden Signalen kann es auch schlicht das Passende sein, gleich rumzuknutschen. Es geht nur darum, dass man einmal aufzeigt, dass man auch so etwas sich langsam steigern lassen kann.

Er will immer zahlen

Eine Freundin von Südländerin hat einen neuen Freund und wir waren abends schon häufiger mit beiden weg.

Was ich an ihm etwas stört ist seine Tendenz dauernd alles zahlen zu wollen. Er scheint etwas konservativ von der Einstellung her zu sein, aus seiner Sicht gehört es sich wohl so, dass man für die Frau zahlt.  Er verdient wohl auch sehr gut und kommt aus einem reicheren Haus, insofern kann er sich das leisten. Aber für mich betont er es etwas zu sehr und nimmt es zu wichtig. Es ist okay, die erste Runde Glühwein zu zahlen, aber er scheint irgendwie ein Problem damit zu haben, dass dann andere die nächsten Runden zahlen.  Er zahlt so nachdrücklich, dass die Freundin ihm schon immer ihren Anteil gibt, weil sie es anscheinend etwas zu viel findet.

Südländerin und die Freundin haben sich dann darüber unterhalten, dass sie gerne Ski fahren lernen wollen. Ich kann zwar Ski  fahren, aber teilte mit, dass ich es ihnen nicht beibringen kann. Also beschlossen sie, dass sie dann einen – natürlich gutaussehenden – Skilehrer nehmen würden.

Er meinte dann: „wenn ich danach feststelle, dass du kein Ski fahren kannst, dann musst du ihn selbst zahlen“.

Vorher war weder die Rede davon, dass er da was zahlt noch war es sonst von den Mädels angedeutet worden.

Er scheint sich etwas zu viel über das Geld zu definieren. Kennt ihr so etwas?

Cockblock

Das Wort „Cockblock“ aus der „Pickupsprache“ hat es auch durch die Verwendung in diversen amerikanischen Serien schon recht weit gebracht, es ist verhältnismäßig gut bekannt.

Ich hatte das Konzept dahinter schon einmal hier kurz angerissen:

Es steht für die Behinderung eines Flirtens durch eine weitere Person und beruht auf der Feststellung, dass insbesondere in einer Frauengruppe häufig eine Frau vorhanden ist, die Anmachversuche gegen eine andere Frau für diese abwehrt. Böse Zungen behaupten, dass es gerne mal die nicht so attraktive Freundin ist. Dies beruht auf einer Gruppendynamik in Frauengruppen. Wenn Frauen als Gruppe weggehen, dann gebietet ein gewisser Ehrenkodex, dass die Gruppe zusammenbleibt, alle miteinander nach Hause gehen und gegenseitig auf sich aufpassen. Dieses Aufpassen kann auch dazu führen, dass durch die Gruppe Annährungsversuche an eine Freundin, selbst wenn diese von dieser gut aufgenomnen werden, abgewehrt werden. Wie man mit einem Cockblock umgeht ist daher eine gerne diskutierte Frage im Pickup Bereich.

Das Wort wird aber nicht nur in diesem Zusammenhang gebraucht, sondern bei jeder „Blockierung“ und auch wenn Frauen ein Annährungsversuch blockiert wird.

Ich fand als ich mich seinerzeit mit Pickup beschäftigt habe, vieles an den dort diskutierten „Gruppentheorien“ sehr interessant.

In einem Interview aus der „Dating Guru“ Reihe schlüsselte beispielsweise der Interviewte einige interessante Dynamiken auf, die Frauen in Gruppen betreffen. Der „Cockblock“ kann hier eine beschützende Funktion haben, jemand der hilft den anderen vor blöden anmachen zu schützen. Es kann auch schlicht deswegen dazu kommen, weil das andere Mädchen nicht allein sein möchte, weil die Freundin mit einem Typen rummacht. Insofern ist es auch ein Appell an das Gruppengefüge und den eigenen Schutz. Und es kann auch eine Wahrung der Gruppenidentität sein: „Wir sind keine Schlampen“ bzw eine Form des Shittests, mit dem man eben störende Leute los wird, die nicht interessant genug sind. Und es kann auch eine Form intrasexueller Konkurrenz hineinspielen, wenn ein Mädchen immer angemacht wird und sie indirekt ermahnt wird, jetzt keinen Wettstreit um die Aufmerksamkeit von Männern loszutreten, sondern diese eben auszublenden und wieder loszuwerden.

Etwas entsprechendes passiert in Männergruppen nicht oder seltener. Es geht vielleicht ein Wettstreit um ein interessantes Mädchen los, welches die Gruppe anspricht, aber die Regel in der Männergruppe ist weit aus eher, dass man einen Freund allein zurücklassen darf, wenn man Aussicht auf Erfolg hat und dieser weit eher Wingman sein muss und nicht Verhinderer.

Die Theorie zur Vermeidung von Cockblocks ist, dass man in der Gruppe, aus denen einen Frau interessiert, nicht das „Target“ anspricht, sondern eher den Rest der Gruppe und diesen zuerst zu Freunden macht, während man zum Aufbau von Attraction das Target zuerst ignoriert und irgendwie merkwürdig findet, also etwas neggt, etwas herausfordert, bis man, weil sie passend dagegen hält und IOIs sendet, schließlich doch Interesse an ihr zeigt.

Weil man sich zuvor mit dem Cockblock gut verstanden hat und er zugestanden hat, dass man ein toller Typ ist kann er nunmehr nichts mehr gegen einen sagen.

Ebenfalls beliebtes Mittel gegen den Cockblock ist natürlich der Wingman, also ein Freund, der sich um die andere Person kümmert.  Allerdings kann das ein ausdauerndes kümmern erfordern, denn gerade wenn beide zusammen gekommen sind, wollen sie vielleicht auch wieder zusammen gehen und eine Freundin, die frustriert ist, weil sie allein in einer Kneipe/einem Club steht, während die Freundin mit einem Typ flirtet, wird eben schnell anfragen,  wie lange sie noch bleiben wird und ob man nicht langsam gehen sollte.