„Wenn Frauen an eineZustand der Ungleichheit selbst etwas ändern sollen, dann bin ich raus“

Ich hatte mal wieder eine Diskussion, in der dann auch angeführt worden ist, dass Frauen ja selbst zB an der Differenz des Durchschnittslohns etwas ändern können.

Es kam dann dieser Tweet dazu:

Und Vergleichbares ist ist mir schon häufig untergekommen:

  • Unterschiede werden mit Diskriminierung gleichgesetzt
  • Diskriminierung kann immer nur von einer Seite ausgehen und liegt daran, dass eine Seite alle Macht hat
  • Die Seite mit der Macht muss sich ändern, damit die Diskriminierung abgebaut wird.
  • Wer von der diskriminierten Seite verlangt, dass sie selbst etwas ändert, damit sie besser abschneidet, der betreibt Victim Blaming und das ist eine unerhörte Frechheit.

Ich stelle mir dann immer vor, wie albern so etwas klingen würde, wenn ein Mann es über seine Arbeit sagen würde:

Er: Alle haben sich gegen mich verschworen! Da ist diese Gruppe von Leuten, die alle ´Geheimabsprachen sprechen und deswegen kommen Leute wie ich nie nach oben! Ich bin überall benachteiligt. Ich verlange, dass die Leute wie mich auch nach oben lassen

Anderer: Aber die arbeiten auch viel mehr als du und haben die Jobs studiert, die man für das Nach-oben-kommen braucht.

Er: Es ist total ungerecht, weil das nur an der Art liegt, wie die Gesellschaft strukturiert ist. Warum wird ein Studium in rhythmischen Ausdruckstanz nicht genauso gut bezahlt wie ein Studium in den Ingenieurwissenschaften? Die hätten mich so erziehen sollen, dass ich genau so gerne Ingenieurwissenschaften studiert hätte wie Leute, die nicht in meiner Gruppe sind! Sonst ist das Diskriminierung

Anderer: Aber es hat dich doch niemand abgehalten, dass zu studieren und du kannst doch auch in deinem Bereich aufsteigen, wenn du hart arbeitest und damit wettbewerbsfähig bist. Fang doch mal bei dir an, die passenden Änderungen zu machen

Er: Nein, ich verlange, dass sich alle anderen ändern, ich bin ja das Opfer dieser Machenschaften und muss daher gar nichts machen. Die müssen dafür sorgen, dass Leute wie ich nach oben komme!

Man würde ihn für ein trotziges kleines Kind halten, dass zu recht nicht nach oben kommt.

Wer nie die Fehler bei sich sieht, aber immerimme anderen, der ist eben auch nicht fähig sich zu verbessern.

Und da man den Gender Pay Gap beispielsweise stark bereinigen kann bleibt eine Menge Platz für eigene Verbesserungen. Selbst wenn man ihn teilweise bereinigen kann bliebe Platz für Verbesserungen. Und Teile davon liegen natürlich auch in den Händen der Frauen (die aber häufig wiederum gar kein Interesse daran haben eine schlechtere Life-Work-Balance einzugehen).

Gerade im übrigen wenn die Gehirnwäsche durch das Patriarchat so schlimm wäre, dann würde sich vieles anbieten: Von Abhärtungstraining für Frauen bis zum absoluten Drillen auf Status und Ressourcenerwerb durch eigene Arbeit oder auch das Abstellen darauf, dass man für eine Partnerwahl gelobt wird, bei der der Partner sehr gut dafür geeignet ist einem den Rücken für die 60 Stunden Woche im Büro freizuhalten.

Aber natürlich macht es die schöne Opferhaltung kaputt, in der man einfach nur fordern kann.

 

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Feministin fragt, wo eigentlich das Problem dabei ist, wenn man Männer hasst

Ein Artikel, der die letzte Zeit für einige Resonanz im Netz gesorgt hat:

Suzanna Danuta Walters, a professor of sociology and director of the Women’s, Gender, and Sexuality Studies Program at Northeastern University, is the editor of the gender studies journal Signs.

Also eine Professorin an einer Universität, die hier in der Überschrift die Frage stellt „Warum dürfen wir Männer nicht hassen“. Sie hat sich sicherlich tiefgreifende Gedanken dazu gemacht.

It’s not that Eric Schneiderman (the now-former New York attorney general accused of abuse by multiple women) pushed me over the edge. My edge has been crossed for a long time, before President Trump, before Harvey Weinstein, before “mansplaining” and “incels.” Before live-streaming sexual assaults and red pill men’s groups and rape camps as a tool of war and the deadening banality of male prerogative.

Seen in this indisputably true context, it seems logical to hate men.

Dann müsste es für sie auch logisch erscheinen, dass man etwa Schwarze hasst, weil sie in den USA die Verbrechensstatistik anführen. Oder Frauen hasst, weil sie die meisten Kinder umbringen. Kurz: Wann immer eine Gruppe in einem Bereich, den man schlecht findet, mehr vertreten ist, auch wenn insgesamt die meisten der Gruppe nichts mit dem Bereich zu tun haben, müsste man die ganze Gruppe hassen und nicht nur diejenigen, die sich nach der eigenen Auffassung schlecht verhalten.

I can’t lie, I’ve always had a soft spot for the radical feminist smackdown, for naming the problem in no uncertain terms. I’ve rankled at the “but we don’t hate men” protestations of generations of would-be feminists and found the “men are not the problem, this system is” obfuscation too precious by half.

Das ist immer ein guter Ansatz: Einfach die ideologische Position als „die Wahrheit“ darstellen, die sich sonst nur keiner auszusprechen traut bzw die einfach gesagt werden muss. Einfach ehrlich und gerade heraus! Dann die weniger extremen Positionen als höflichere oder Konflikt vermeidende Version der eigenen Variante und diese als unausweichlichen Schluss darstellen.

But, of course, the criticisms of this blanket condemnation of men — from transnational feminists who decry such glib universalism to U.S. women of color who demand an intersectional perspective — are mostly on the mark. These critics rightly insist on an analysis of male power as institutional, not narrowly personal or individual or biologically based in male bodies. Growing movements to challenge a masculinity built on domination and violence and to engage boys and men in feminism are both gratifying and necessary. Please continue.

Wenn sie mal eine wirkliche Analyse der „Macht der Männer“ durchführen würden und dabei tatsächlich auch die schlechten Seiten und den Preis, den man zB für Karriere bezahlt betrachten würden, dann wäre das vielleicht interessant. So ist „Analyse“ etwas hoch gegriffen. Es ist ein nicht belegtes Gedankengerüst, in dem man eine Menge Hass verarbeitet hat.

But this recognition of the complexity of male domination (how different it can be in different parts of the world, how racism shapes it) should not — must not — mean we forget some universal facts.

Fakten sind immer gut. Mal sehen, was sie hat.

Pretty much everywhere in the world, this is true:

Women experience sexual violence,

Tatsächlich leben wir in den sichersten Zeiten jemals und unsere Welt, zumindest in den Industrieländern der westlichen Welt, ist so sicher wie lange nicht. Die allermeisten Frauen erfahren eben keine Gewalt, oder jedenfalls auch nicht mehr als Männer.

and the threat of that violence permeates our choices big and small.

Auch das dürfte falsch sein. Sicherlich haben Frauen in bestimmten Situationen Angst und sind auch vorsichtig. Aber sie haben heute trotz all dieser Vorsicht eine äußert geringe Chance, dass sie in eine sehr gefährliche Situation geraten. Oder jedenfalls stehen ihnen genügend Möglichkeiten wie Taxis oder öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung um ungestört ihr Leben zu leben und sicher von A nach B zu kommen, wenn sie Abends ausgehen können.

In addition, male violence is not restricted to intimate-partner attacks or sexual assault but plagues us in the form of terrorism and mass gun violence.

Auch das ist alles sehr selten. Und natürlich sind auch Frauen am Terrorismus beteiligt, unterstützen diesen direkt und wollen etwa, dass ihre Söhne Märtyrer werden etc. Die Konservativen in den USA sind nicht nur  Männer, auch viele Frauen sind für den freien Zugang zu Waffen. Und genug Frauen suchen sich eben auch brutale und dominante Partner aus. Und natürlich profitieren auch viele Frauen von Gewalt, etwa als Freundin oder Frau des Gangmitglieds oder des Gangsterbosses.

Und natürlich erneut: Auch in Bezug auf Partnerschaften leben wir in den sichersten Zeiten jemals und Männer sind ebenso häufig wie Frauen Opfer häuslicher Gewalt. In vielen westlichen Ländern gibt es überaus wenig tatsächliche Gewalt, sowohl normale als auch sexualisierte Gewalt.

Women are underrepresented in higher-wage jobs, local and federal government, business, educational leadership, etc.; wage inequality continues to permeate every economy and almost every industry;

Das sind leider auch nur Scheinfakten, denn Frauen sind eben auch unterrepräsentiert bei Überstunden, bei Ausbildung zu Jobs, die hohe Löhne geben, bei der Bereitschaft nebenher noch Freizeit für öffentliche Ämter zu opfern, bei dem Interesse an solchen Jobs etc. Frauen setzen weitaus eher auf eine bessere Life-Work-Balance als auf Karriere, Status und Geld. Sie setzen aber durchaus gerne auf einen Partner, der diese Faktoren für sie in ihrem Leben ergänzt.

Und der Gender Pay Gap ist nun wirklich hinreichend widerlegt.

women continue to provide far higher rates of unpaid labor in the home (e.g., child care, elder care, care for disabled individuals, housework and food provision);

Sie ist in den meisten Fällen nicht unbezahlt, gerade innerhalb der Ehe bezahlt sie der Mann aus seinem Einkommen und es gilt beispielsweise im deutschen Recht der Halbteilungsgrundsatz, wonach ihr Verlust auch sein Verlust ist, denn er muss dann eben mehr von seinen Versorgungsanwartschaften bei der Rente, dem in der Ehe aufgebauten Vermögen und dem Gehalt über den Unterhalt abgegeben.

Aber natürlich steht es auch vielen Frauen frei, sich wieder weitaus früher in das Berufsleben einzubringen, was dann häufig nicht gemacht wird.

women have less access to education, particularly at the higher levels; women have lower rates of property ownership.

Aber nicht in der Gesellschaft, in der du die Männer hasst. Nicht in den USA oder in der sonstigen westlichen Welt. Im Gegenteil, hier studieren Frauen eher und schneiden auch oft in der Schule besser ab.

The list goes on. It varies by country, but these global realities — of women’s economic, political, social and sexual vulnerabilities — are, well, real. Indeed, the nations in which these inequities have been radically minimized (e.g., Iceland) are those in which deliberate effort has been made to both own up to gender disparities and to address them directly and concretely.

Und auch in Iceland dürften die meisten Arbeiten noch eine starke Geschlechterunterteilung ausweisen. Und natürlich kann man auch schauen, inwiefern es nicht an der Zeit ist Männern mehr Rechte zu geben: In Island haben beide Geschlechter Anspruch auf 3 Monate Elternzeit.  Und Iceland dürfte in der Hinsicht auch zu Gute kommen, dass es relativ klein ist und dort wenig Leute wohnen.

Zu Island auch noch:

The labour force participation rate of women in Iceland has never been higher than in 2016, or almost 80%. The rate was 87% for men. The unadjusted gender pay gap was 14% for full-time employees in 2015. The share of women aged 25–64 years with tertiary education has now reached 48% compared with 33% of men.  On the other hand 45% of men and 30% of women in that age-group had upper and post-secondary education. Women are now 48% of elected members of Althing and 44% of local government members but their share in many other positions of influence is lower. The proportion of women as managers of enterprises varies by size, e.g. it was 22% in enterprises with 1-49 employees but 9% where the number was 250 or more in 2015.

Im Vergleich: Der „Die Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt“ liegt in Deutschland bei etwa 55%.  

Und auch die Halbtagstätigkeiten bei Frauen sind deutlich niedriger als in Deutschland. 

Und Männer sind dort schlechter ausgebildet als Frauen, vermutlich, weil man eben gute Arbeit auf den Fischfangflotten und in der Aluminiumindustrie findet.

Deswegen vermutlich auch diese Quoten bei den Todesfällen:

In Denmark, Sweden and Finland 92 percent of fatalities are men, while figures for Norway and Iceland are 96 and 100 percent respectively.

Aber so etwas taucht natürlich in dem Weltbild von Feministinnen nicht auf.

So, in this moment, here in the land of legislatively legitimated toxic masculinity, is it really so illogical to hate men? For all the power of #MeToo and #TimesUp and the women’s marches, only a relatively few men have been called to task, and I’ve yet to see a mass wave of prosecutions or even serious recognition of wrongdoing.

Nur wenige Männer haben ja auch etwas gemacht und sehr viele Frauen haben es ebenso gedeckt, weil sie gute Geschäfte mit diesen Männern gemacht haben.

Sie verlangt aber nach „einer großen Welle von Anklagen und Erkenntnissen, dass man etwas falsch gemacht hat“. Sie will eben Köpfe zu ihrem Feindbild rollen sehen.

On the contrary, cries of “witch hunt” and the plotted resurrection of celebrity offenders came quick on the heels of the outcry over endemic sexual harassment and violence. But we’re not supposed to hate them because . . . #NotAllMen.

Diese verdammten Männer, die doch tatsächlich so etwas wie einen fairen Prozess wollen und keine Verurteilungen auf Zuruf bzw die Beendigung von Karrieren durch bloße Gerüchte darüber, dass er eine andere Person am Knie berührt hat. Natürlich haben sich auch viele Frauen so geäußert, aber das sind ja Kleinigkeiten, wenn man endlich Männer lynchen will. Es wäre eine so schöne Bestätigung ihres Weltbildes und natürlich wartet dahinter die schöne feministische Welt, in der man totalitär jeden, der einen nicht passt sofort verurteilt.

I love Michelle Obama as much as the next woman, but when they have gone low for all of human history, maybe it’s time for us to go all Thelma and Louise and Foxy Brown on their collective butts.

Thelma und Louise scheint eine Lieblingsfantasie vieler radikaler Feministinnen zu sein. Einfach so Leute über den Haufen schießen, Männer bestrafen, weil sie eben Männer sind. Was wäre das herrlich!  Mit dieser Gewalt würde man endlich diese gewalttätigen Männer los!

The world has little place for feminist anger. Women are supposed to support, not condemn, offer succor not dismissal. We’re supposed to feel more empathy for your fear of being called a harasser than we are for the women harassed. We are told he’s with us and #NotHim. But, truly, if he were with us, wouldn’t this all have ended a long time ago? If he really were with us, wouldn’t he reckon that one good way to change structural violence and inequity would be to refuse the power that comes with it?

Bitte mach uns die Welt so, dass alles gleich ist. Aber ohne die unangenehmen Seiten, bis gleiche Macht im Halbtagsjob. Ich selbst ein Amt übernehmen? Nein, lieber den Unijob, in dem ich mich unkündbar ganz meinem Hass hingeben kann und mich um entgegenstehende Fakten und Ergebnisse nicht wirklich kümmern muss.

So men, if you really are #WithUs and would like us to not hate you for all the millennia of woe you have produced and benefited from, start with this: Lean out so we can actually just stand up without being beaten down. Pledge to vote for feminist women only. Don’t run for office. Don’t be in charge of anything. Step away from the power. We got this. And please know that your crocodile tears won’t be wiped away by us anymore. We have every right to hate you. You have done us wrong. #BecausePatriarchy. It is long past time to play hard for Team Feminism. And win.

Nicht etwa der Aufruf an Frauen, dass sie genauso hart arbeiten wie viele Männer, die dann Karriere machen oder für mehr Frauen, die überhaupt für Ämter zur Verfügung stehen. Nein, Männer sollen einfach so umfangreich verzichten, dass nur noch Frauen übrigbleiben.

Der Weg zur Macht ist eben zu beschwerlich. Da wünscht sie sich lieber eine Sänfte nach oben.

„Ja, alle Männer sind schuld“ (Teil 2)

Der zweite Teil (Teil eins findet sich hier) der Besprechung des Artikels bei Everyday Feminism, der uns erklärt, warum wirklich alle Männer schuld an der Unterdrückung der Frau sind:

3. The Impact of Your Actions Is More Significant Than the Intent

Cool. You didn’t mean to contribute to the objectification of queer women when you made that lesbian porn joke. Perhaps you even think that you’re so “enlightened” as a “feminist man” that we should just know that you “didn’t mean it like that.” In fact, maybe you even think that you were being “subversive” when you said it. Okay.

But from a woman’s perspective, that doesn’t matter, because we still have to feel the effects of that mindset every single day – and your bringing that to the foreground has a negative impact on us, no matter what the hell your intent was.

Geil, sie schreiben einen Artikel darüber, dass wirklich alle Männer schlecht sind und regen sich darin darüber auf, dass Frauen jeden Tag damit leben müssen, dass sie abgewertet werden. Weil ja nicht alle paar Tage ein Artikel in einer Zeitung erscheint, der (weißen heterosexuellen alten) Männern erklärt, dass sie schuld sind.

Und einen Witz über Lesben – es dürfte auch genug Frauen geben, die Witze über Lesben oder Schwule machen oder über Männer oder die ihrem Mann deutlich spüren lassen, dass sie in der Beziehung die Hosen anhaben. „Männer sind Schweine“ ist eine Aussage zu der es erst einmal kein so allgemeines Gegenstück über Frauen gibt.

Und natürlich sexualisieren alle Leute bis zu einem gewissen Grad die Leute, an denen sie sexuell interessiert sind. Es sind keineswegs nur Heteros und keineswegs nur Männer. Frauen machen es auch, nur ist für sie eben Status häufig interessanter als reines Aussehen, man erinnere sich etwa an kreischende Fans einer Band, aber natürlich werden auch hübsche Männer sexualisiert oder eben bei lesbischen Frauen andere Frauen. Nur liegt bei Frauen und Männer eben eher ein anderes Verständnis von Sex vor, und eben ein im Schnitt deutlich stärkerer Sexualtrieb.

Many men don’t do hurtful things maliciously. They may be doing them subconsciously, adhering to the ways in which they’ve been taught to behave, as all of us do.

Other men, of course, are intentionally violent. But the effects of both can be incredibly damaging.

Surely, we’re less likely to harbor resentment towards someone who stepped on our toes accidentally than we are towards someone who stomped on them with malevolence – especially when accountability is had and an apology is issued. But our goddamn toes still hurt.

To a gender minority, there’s very little difference between the impact of inadvertent and intentional harm. A man who makes you feel unsafe by accident is as harmful to you as one who does it on purpose

Man hat kein Recht darauf, dass man vollkommen angstfrei durchs Leben kommt. Weil andere Leute weder etwas dafür können, dass bestimmte Leute tatsächlich eine Gefahr darstellen und weil man sein Verhalten nicht so ändern kann, dass andere Leute auf keinen Fall Angst haben.

Der Klassiker ist, dass man einfach mit einer Frau einen gemeinsamen Weg hat und ihr Unwohl ist, weil eine ihr unbekannte Person hinter ihr geht. Ihre Angst ist in den allerallermeisten Fällen vollkommen unbegründet und ich muss wegen dieser Angst nicht meinen Weg verändern.

Der andere Grund ist, dass man Angst lernen kann. Wer das Gefühl hat, dass etwas bedrohlich ist, der kann in allem eine Bestätigung einer Gefahr sehen. Etwa der Mann, der ihr folgt, und bei dem sie dann schnell abbiegt und dadurch gerade so der Gefahr entgeht, obwohl der Mann  nie eine Gefahr darstellte. Oder das Pfefferspray in der Tasche, welches der Frau immer notwendiger erscheint, weil sie es jedes Mal in der Jackentasche umklammert, wenn sich ein Mann nährt und sich so selbst das Gefühl gibt, dass sie wieder nur knapp einem Übergriff entkommen ist. Um so mehr man damit Sachen als Gefahr definiert, um so mehr Angst werden Frauen haben.

So no matter how well-intentioned you are, you’re not off the hook when you hurt people. And because of everything we’ve discussed above, you are likely (yes, all men) to hurt and violate. And you need to be willing to take responsibility for that.

Natürlich muss ich genau so wenig Verantwortung für andere Männer übernehnen, wie Frauen Verantwortung für andere Frauen übernehmen müssen. Und solange mein Verhalten ein normales Verhalten ist schulde ich einer Frau nichts. Tatsächlich ist es aus meiner Sicht weitaus eher die übertriebene Gruppenschuld aufgrund der Identitätspolitik, die dazu führ, dass Leute verletzt werden. Einmal, weil sie dazu getrieben werden immer striktere Regeln einzuhalten und zum anderen, weil ein Keil zwischen Gruppen getrieben wird, der vollkommen unnötig ist. Denn die meisten Männer und Frauen kommen sehr gut miteinander aus. Hört auf Leuten eine Gruppenschuld aufzuzwingen, sie können nichts für das Verhalten anderer, gerade wenn es bereits allgemein als schlechtes Verhalten anerkannt ist.

4. The Depth of Work to Be Done Is Avoided By Most Men

It’s understandable that we react by distrusting even “safe” men as a rule when even safe men can hurt us – because even “safe” men have been raised in and shaped by a patriarchal society that both actively and passively harms us every day. There’s no escaping that, regardless of anyone’s best intentions, so it’s useless to talk about intent as a mitigator of harm.

Dieses Selbstmitleid und diese Darstellung als die Einzigen, die es in dieser Gesellschaft schwer haben ist wirklich erstaunlich. Wie Ichbezogen muss eine Perspektive eigentlich sein, wenn man davon ausgeht, dass das andere Geschlecht quasi ohne Sorgen durchs Leben geht während das eigene Geschlecht geradezu durch die Hölle geht? Kennen sie keine Gemeinheiten des eigenen Geschlechts? Sehen sie nicht, wie auch Frauen dazu beitragen, dass die Gesellschaft so ist wie sie ist? Und glauben sie wirklich in einer so unglaublich schlechten Welt zu leben, wie es hier anklingt?

Und es ist auch eine nette Überspielung eines sehr wichtigen Punktes, nämlich dem Punkt der Schuld des Indivuduums vs der Schuld der Gruppe. Sie haben einfach festgestellt, dass unsere Gesellschaft ein Patriarchat ist und das Männer darin eine Sozialisiation haben, die Frauen schadet. Und dann festgestellt, dass weil es eine Welt „für Männer“ ist auch Männer als Gruppe die Verantwortung dafür haben, die Gesellschaft zu ändern und sie für Frauen besser zu machen. Ein wirkliches Argument dazu, ein Nachweis, dass es tatsächlich die Regeln für Männer sind, dass die Frau keinerlei Anteil an der Gesellschaft haben, dass es nicht einzelne Männer sind, die Regeln brechen, statt Regeln, die Leid erzeugen, dass alles fehlt. Der Mann ist schuld, ist schuld, ist schuld. Und er muss es ändern, weil Frauen leiden.

Dass dieser Appell überhaupt nur dann sinnvoll ist, wenn Männer tatsächlich wesentlich besser sind als es diese Theorien unterstellen, dass scheint ihnen auch nicht bewußt zu sein. Warum sollten so fürchterliche Männer, die alle an allem Schuld sind und die ein für sich vorteilhaftes System geschaffen haben, überhaupt das System ändern?

Add to that the constant stream of disappointment and hurt we feel when self-proclaimed “safe” or “feminist” men do turn out to harm us – which happens way too often to be treated like an anomaly – and it’s easy to see why women react with distrust or even outright hostility when “safe” men show up in feminist spaces.

Ich finde es vollkommen okay, wenn Männer sich radikalen Feministinnen überhaupt nicht mehr nähren und ihnen insofern ihre Safe Spaces lassen. Solange sie diesen zumindest mit eigenen Mitteln schaffen und Männern nicht von Positionen ausschließen, die gesellschaftlich relevant sind.

We want to trust that your good intentions will lead to positive actions, we do. But here’s what we need you to understand before that can possibly happen: What you’re asking us to accept from you will take a hell of a lot of work on your part – and we’ve seen over and over again that many self-proclaimed “allies” just aren’t willing to do it.

Ja, jeder Mann sollte Feminist werden. Denn dort ist man bereit zu glauben, dass er es vielleicht doch schaffen kann, kein Monster mehr zu sein. Also im Gegensatz zu allen anderen Männern. Wenn er wirklich wirklich hart an sich arbeitet.

Merkwürdigerweise scheinen einige dieser fürchterlichen Männer gar nicht den gleichen Bedarf zu sehen wie diese Männerhasser… äh Feministinnen wollte ich natürlich sagen.

Being a “safe” man – hell, being a feminist man – is more than just believing yourself to be and collecting accolades from others about the minimal work that you’re doing not to be an asshole.

Doing the work means really doing the work – getting your hands dirty (and potentially having an existential crisis in the process).

Consider it like this: If you go through life assuming that your harmful behavior is appropriate and most of society provides a positive feedback loop, why would you stop to examine yourself? You’ve never been given any indication that you should.

If you never learn to see your behavior within the context of the broader harm done to gender minorities, what motivation will you have to change? And if you keep passively absorbing toxic attitudes towards male entitlement, will you really move to check bad behavior in other men?

Erkenne deine Sünden und die Sünden deiner Gruppe und tue Buße bis keine bösen Männer mehr da sind. Du schuldest es den geknechteten Frauen in Kanada! Ein Mann soll also anscheinend im Innenverhältnis jede Männlichkeit ablegen, im Außenverhältnis aber ein unerbittlicher Kämpfer für die gute Sache sein, der sich mit jedem anlegt, der ein politisch nicht korrektes Verhalten zeigt. Ein ganzer Mann eben. Ansonsten ist er es nicht wert, sich Ally nennen zu dürfen und von den Feministinnen akzeptiert zu werden.  Es reicht nicht einfach passiv zu hoffen, dass Männer sich ändern, um alle Schuld an eine andere Gruppe abzugeben und einfach nur Änderungen allgemein einzufordern und selbst keinerlei Verantwortung für den Zustand der Gesellschaft bei sich zu sehen muss man Feministin sein. Der Mann hingegen muss aktiv Verantwortung übernehmen dafür, dass Männer die Welt gestalten. Sonst ist er nicht gut genug für die Frauen.

Merken die Feministinnen eigentlich nicht, dass sie hier ganz klassische Geschlechterklischees bedienen? Die Frau, der nichts gut genug ist und die daher will, dass ein Mann, der ihre Gunst will, die Welt für sie besser macht.

Because here’s the truth: Even when it’s not conscious, male entitlement is a choice – a choice to be uncritical, a choice to continue to passively benefit. And attempting to fight that entitlement is also a choice ­– one that has to be both conscious and ongoing. You’ve got to choose it every day, in every instance.

Ihr seid zwar besessen von einem Dämon, der durch diese Gesellschaft in euch gefahren ist, und zwar in jeden Mann, und der eure Gedanken verseucht, aber ihr müsst wenigstens versuchen ihn auszutreiben. Wobei der Dämon natürlich niemals auszutreiben ist – weil es in einem Race to the Bottom wie der Identitätspolitik keinen Zustand des „Gut genug“ gibt, sondern die Verantwortung für die Gruppe immer bestehen bleiben wird. Und natürlich auch, weil Männlichkeit etwas ist, was viele, viele positive Seiten hat, genau wie Weiblichkeit, was viele Frauen (und schwule Männer) sexy finden und was eben nur diese kleine Gruppe radikaler Ideologen als Quelle alles Übels ausgemacht hat, unter Ausblendung all dieser positiven Faktoren (wie etwa Sorgen für die Familie, Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand in der Gesellschaft, Beschützer, guter Vater, Erfinder und was noch nicht alles, ).

But how many well-meaning men are truly choosing that path, instead of just insisting that it’s “not all men” and that they’re “not like that?”

Hint: You are “like that” – especially if you’re not actively fighting patriarchy. And claiming that you’re “not like that” doesn’t negate patriarchy – it enforces it.

Es reicht schon, dass man nicht die Auffassung teilt, dass alle Männer schlecht sind, nicht alle von dem Dämon toxische Männlichkeit besessen. Wer meint, dass nur ein Mann, evtl er selbst, gut ist, der unterstützt schon das Patriarchat. Charming indeed!

Fighting learned male entitlement means assuming the burden of vigilance – watching not just yourself, but other men. It means being open to having your motives questioned, even when they’re pure. It means knowing you’re not always as pure as you think.

Der Dämon ist in dir und du wirst immer der Feind sein! Niemand kann dir ganz vertrauen, denn jederzeit kann sich deine dunkle Seite zeigen. Es gibt keine Kekse für gutes Verhalten, denn gutes Verhalten ist überhaupt erst etwas, was dich auf die Stufe einer Person bringt, mit der wir uns abgeben. Du musst nicht weniger machen als jeden Mann, der sich falsch verhält, kritisieren, sonst bist du einer von denen (und sie sind Bestien)!

It means assessing the harm you’re capable of causing, and then being proactive in mitigating it.

Most of all, it’s a conscious decision to view every individual’s humanity as something exactly as valuable and inviolable as your own.

Wir müssen allerdings nicht selbst die Menschlichkeit jedes Menschen anerkennen, wir können eine Gruppe davon ausnehmen, weil sie ja das Böse sind.

And it means doing it every single moment of your life. Point blank, period.

Jeden. Einzelnen. Moment. Deines. Lebens! Nicht weniger!

If you really want to stop the “all men” cycle, that’s the only place to start.

***

Well-meaning men, if we’re being honest, we love many of you. And those of you whom we don’t know, we want to believe and appreciate. We want to feel safe around you.

We don’t want to fear or distrust men. We don’t want to have to perform risk assessments on every man that we meet. Trust us – it’s a miserable life! We’d gladly abandon this work if it wasn’t absolutely necessary to our survival.

Wir wollen Männer mögen können, aber die Voraussetzungen, unter denen wir das machen können, sind eben unüberwindbar hoch. Dafür können wir nichts, wir stellen es Männern ja frei die gesamte Gesellschaft und fast alle Menschen darin zu ändern (auch genug Frauen fördern ja toxische Männlichkeit) und sich beständig die Büßerpeitsche auf den Rücken zu hauen, dann mögen wir ihn ja. Oder wir hassen ihn etwas weniger, denn er könnte ja jederzeit sein Verhalten ändern.

But it’s not our job to be vigilant against harmful behaviors that we can’t possibly hope to control, though. Nor is there anything that we alone can do about this.It’s incumbent uponmen to make themselves safer as a group.

Die meisten Männer –  man kann es gar nicht oft genug wiederholen – sind auch vollkommen sicher. Sie tun niemanden etwas und sind hochproduktive Mitglieder unserer Gesellschaft. Sie verhalten sich dennoch männlich und die allermeisten Männer und Frauen haben damit kein Problem. Männliche Männer mit gutem Beruf und Selbstbwußtsein sind bei vielen Frauen sehr bliebt und relativ dominante Männer sind bei vielen Frauen eher gefragt als „Weicheier“.Arbeitet ihr Tag und Nacht daran dieses Verhalten eurer Gruppe zu ändern? Sagt ihr all euren Freundinnen, dass sie aufhören müssen,soziale Arbeit und Gender Studies zu studieren und es statt dessen ein technischer Beruf sein muss und das sie sich einen Mann suchen sollen, der wesentlich weniger verdient und bereit ist,für die Kinderbetreuung auszusetzen, damit ihr 60+ Stunden die Woche in einem Büro verbringen könnt? Wahrscheinlich nicht. Aber das wäre wahrscheinlich auch schon wieder toxische Männlichkeit.

And there’s no way that you can do that until you accept that yes, it is all men – including you – and start working against it.

Love always,

Aaminah and Melissa

Aaminah Khan, die eine der Autorin, selbst macht bei sich selbst natürlich auch keine Kompromisse, wenn es das Hinterfragen ihres eigenen Lebens angeht:

Aaminah Khan, a.k.a. jaythenerdkid, is a refugee support worker, writer and some-time human rights activist living in North Queensland. Her greatest accomplishments include quitting medical school and getting Richard Dawkins to block her during a Twitter debate. Find her on Twitter (@jaythenerdkid) or Facebook (/itsjaythenerdkid), where she fangirls the Indianapolis Colts, rants about social justice and gushes about her long-suffering mother’s infinite patience.

Wie man sieht hat sie alles gemacht, damit sie mit ihrer Arbeit den Gender Pay Gap verkleinert.  Natürlich würde sie auch nie einer Gemeinschaft angehören, die wohl mit die konservativste Einstellung zu Geschlechterrollen propagiert oder gar diese gegen Kritik verteidigen. Sie würde eine solche Mitgliedschaft natürlich sofort beenden, da sie niemals etwas von anderen fordern würde, was sie nicht selbst zu machen bereit wäre.

 

 

„Ja, alle Männer sind schuld“ (Teil 1)

Die Seite Everyday Feminism spricht sich noch einmal ausdrücklich dafür aus, alle Männer in die Haftung für die Unterdrückung der Frau zu nehmen:

Dear Well-Meaning Men Who Believe Themselves to Be Safe, Thereby Legitimizing the “Not All Men” Argument,

Let’s start here, even though this should go without saying: We don’t think that all men are inherently abusive or dangerous. Plenty of men aren’t.

There are men that we love very much – men around whom we feel mostly safe and unthreatened; men who, in fact, support, respect, and take care of us on familial, platonic, romantic, and sexual levels. Not every man has violated us individually; for most of us, there are plenty of men that we trust.

We know what you mean by “not all men” – because on a basic level, we agree with you.

But the socialization of men is such that even a good man – a supportive man, a respectful man, a trusted man – has within him the potential for violence and harm because these behaviors are normalized through patriarchy.

Es gibt also einige Männer, die sie persönlich noch nicht verletzt haben und die mögen sie. Auch eine schöne Formulierung: Uns haben sie noch nichts getan. Anderen vielleicht schon. Denn es sind ja Männer.

Und Männer haben alle das Potential zur Schadensverursachung, eben die toxische Männlichkeit, weil alle eben im grauenhaften Patriarchat aufgewachsen sind. Und da gibt es kein Entkommen, weil wir Männer eben die Sache vollkommen im Griff haben, auch wenn Männer ganz wesentlich von Frauen erzogen werden.

And as such, we know that even the men that we love, never mind random men who we don’t know, have the potential to be dangerous. Surely, all people have that potential. But in a world divided into the oppressed and the oppressors, the former learn to fear the latter as a defense mechanism.

Natürlich ist diese simple Unterteilung in die Unterdrücker und die Unterdrückten etwas, was einfach vorausgesetzt wird, denn Frauen können niemals nie Macht haben oder in irgendeinem Bereich gar Männern etwas wegnehmen können. Wer hätte so etwas auch je gehört?

So when you enter a space – any space – as a man, you carry with yourself the threat of harm.

Of course, in most cases, it’s not a conscious thing. We don’t think that most men move through the world thinking about how they can hurt us.

Ha, sie haben unser Spiel immer noch nicht durchschaut! Natürlich wollen alle Männer nur Frauen schaden. Die patriarchale Dividende verdient sich ja nicht von alleine.

Die naiven Dinger!

We don’t believe The Patriarchy™ to be a boardroom full of men posing the question “How can we fuck over gender minorities today?” You would be hard-pressed to find a feminist who actively believes that.

Dafür denken sie nur, dass Männer alle einen unterbewußten Hass auf Männer aufgenommen haben, der sie zu einer Zeitbombe macht, die jederzeit explodieren kann. Was für ihr Feindbild auch wesentlich besser ist, denn so können sie darauf verweisen, dass Männer eben demütig an sich arbeiten müssen, damit sie „das Böse“ aus sich heraus bekommen.

But what makes (yes) all men potentially unsafe – what makes (yes) all men suspect in the eyes of feminism – is the normalized violating behaviors that they’ve learned, which they then perform uncritically.

Make no mistake: When you use the phrase “not all men” – or otherwise buy into the myth of it – you’re giving yourself and others a pass to continue performing the socially sanctioned violence of “masculinity” without consequence, whether or not that’s your intention.

Er gibt sich und anderen einen Freipass sich weiterhin männlich zu verhalten und das bedeutet natürlich Gewalt. Was sind wir Männer alle schrecklich.

In truth, the only thing approaching defiance against this kind of violence is to constantly check and question your own learned entitlement – and that of other men. But you can’t do that if you’re stuck in the space of believing that “not all men” is a valid argument.

Es gibt keine guten Männer. Alle Männer sind der Feind und wer sich nicht beständig die Büßerpeitsche auf den Rücken haut und sich seiner Privilegien entsagt, der ist ein Schwein. Aber sonst mögen wir Männer eigentlich ganz gerne, zumindest die, die uns noch nichts getan haben (was nicht bedeutet, dass sie unschuldig sind – Büßerpeitsche muss weiter genutzt werden).

So we wanted to call you in, well-meaning men, to talk about these four points that you’re missing when you claim “not all men” as a way to eschew responsibility for patriarchal oppression.

Because it is all men, actually. And here’s why.

Mal sehen was als Begründung für die Erbschuld des Mannes kommt:

1. All Men Are Socialized Under (And Benefit From) Patriarchy

Here’s the truth: Most of the time, when we generalize and use the word men, what we’re actually referring to is the effects of patriarchy. What we’re actually intending to communicate when we say “men are horrible,” for instance, is “the ways in which men are socialized under patriarchy, as well as how that benefits them and disadvantages everyone else, sometimes in violent ways, is horrible.”

But that’s kind of a mouthful, isn’t it? So we use men as a linguistic shortcut to express that.

And before you come at us with “But that’s generalizing,” it’s actually not. Because it is true that all men are socialized under and benefit, to some degree, from patriarchy.

That is to say, the only thing that we truly associate all men with is patriarchy – and that’s hella reasonable, even though it affects men differently, based on other intersections of identity.

Because here’s how it works, my friends: Living in the United States, every single one of us is socialized under patriarchy – a system in which men hold more power than other a/genders, in both everyday and institutionalized ways, therefore systematically disadvantaging anyone who isn’t a man on the axis of gender. As such, we all (all of us!) grow up to believe, and therefore enact, certain gendered messaging.

We all learn that men deserve more than anyone else: more money, more resources, more opportunities, more respect, more acknowledgment, more success, more love. We all internalize that. To say that “not all men” do is absurd – because, quite simply, all people do.

Was für ein erschreckendes Weltbild und sie glauben das wirklich. Männer erhalten nicht einfach so mehr Geld, sie arbeiten hart dafür, machen mehr Überstunden, suchen sich die Jobs, die mehr Geld bringen, auch wenn sie weiter weg sind, sie dreckiger sind und man eher stirbt oder sich verletzt und dann – diese Schweine – teilen sie es meist auch noch einfach so mit ihrer Familie. Stellen ihre Frau häufig ganz oder teilweise davon frei, selbst der Erwerbstätigkeit nachzugehen. Gehen Ehen ein, in denen der Halbteilungsgrundsatz gilt und damit zB in Deutschland alle Gewinne der Ehe hälftig geteilt werden, ein Verlust innerhalb der Ehe, wenn man etwa mit einem Unternehmen pleite gegangen ist, aber nicht. Und dann haben die Töchter (und natürlich auch die Söhne, aber das ist ja klar) sowie die Ehefrau auch noch ein garantiertes Erbrecht über den Pflichtteil und erben im übrigen wenn sie nicht enterbt worden sind das komplette Vermögen. Sie sind auch ohne die Erwerbstätigkeit direkt in Krankenkassen und Rentenkassen (zB über Witwenrenten) eingebunden. Häufig schließen Männer sogar Wetten auf ihren Tod mit anderen ab, bei den der Gewinn an die Frau ausgezahlt wird, um sie auch über den Tod abzusichern (über eine Lebensversicherung). Und natürlich sind Frauen auch in vielen Bereichen mehr respektiert: Ein Mann, der nicht arbeitet, sondern nur die Kinder betreut, gerade wenn er eine gute Ausbildung hat, ist ein Versager, eine Frau eine Mutter, die ihre Karriere für die Kinder opfert. Überall werben Hilfeorganisationen mit den Fotos von Mädchen, weil sie wissen, dass diese eher Spenden generieren, weil man Mädchen eben eher hilft und Frauen leben in diesem schrecklichen Patriarchat sogar länger als die bösen Unterdrücker. Die Liste lässt sich noch lange fortsetzen, aber das alles passt eben nicht in das einfache Bild des Feminismus, der lieber den Mann als Unterdrücker sieht.

For people who aren’t men, this means that we’re socialized to feel less-than and to acquiesce to the needs of the men in our lives. And this doesn’t have to be explicit to be true.

Vor allem ist es nicht wahr. Im Gegenteil: Eine schöne Frau beispielsweise bekommt so viel Beachtung und Wertschätzung wie wohl kaum jemand. Und es sind Männer, die sich weitaus mehr um Frauen bemühen und lernen, dass die Wertschätzung einer Frau etwas ist, was nicht unbedingt einfach zu erhalten ist und die weitaus deutlicher Ablehnungen erhalten, weil sie ansprechen müssen.

When we find it difficult to say no to our male bosses when we’re asked to take on another project that we don’t have the time for, or to our male partners when they’re asking for emotional labor from us that we’re energetically incapable of, it’s not because we actively think, “Well, Jim is a man, and as a not-man, I can’t say no to him.”

Auch dreist. Es sind Männer, die weitaus mehr Überstunden machen und die auch weitaus eher von ihren Chefs dazu angehalten werden oder bei denen eben die Karotte der Beförderung wesentlich effektiver ist. Und natürlich erbringen auch Männer „emotionale Arbeit„. Die Zufriedenheit der Frau ist der Maßstab für die allgemeine Zufriedenheit in einer Ehe („Happy Wife, happy life“).

It’s because we’ve been taught again and again and again since birth through observation (hey, social learning theory!) that we are not allowed – or will otherwise be punished for – the expression of no. In the meantime, what men are implicitly picking up on is that every time they ask for something, they’re going to get it (hey, script theory!).

Immer wieder erstaunlich, was Feministinnen so denken. Natürlich lernen Frauen Nein zu sagen. Sie haben weitaus eher die Gelegenheit im Geschlechterverhältnis es zu sagen, sie sind weitaus häufiger der „Entscheider“, sie haben auch häufig die strengeren Vorstellungen von ihrem Partner als die Männer.

A sense of entitlement isn’t born out of actively believing oneself to be better than anyone else or more deserving of favors and respect. It comes from a discomfort with the social script being broken. And the social script of patriarchy is one that allows men to benefit at the disadvantage of everyone else.

Als ob es nicht genug Frauen geben würde, die glauben, dass sie besser sind als alle anderen. Allein schon im Feminismus mit seiner Tendenz dazu, immer noch mehr Diskriminierungen aufzuspüren, die andere noch nicht gesehen haben und immer noch etwas „woker“ zu sein ist das weit verbreitet.

And all men are at least passively complicit in this patriarchal system that rewards male entitlement. We see it every single day.

The thing about privilege is that it’s often invisible from the inside. It’s hard to see the scale and scope of a system designed to benefit you when it’s as all-encompassing as patriarchy. And that might lead you to buy into the idea of “not all men.”

Aber gleichzeitig können wir sagen „Frauen haben keine Privilegien, sonst würden wir die ja sehen“. Es ist schon faszinierend, dass der Feminismus aufstellt, dass die Sicht auf die eigene Gruppe beschränkt ist, und dann aber so tut als sei das nur bei einer Gruppe der Fall und die andere könne nichts übersehen.

To those on the outside, however, the margins are painfully visible. That’s why men who really want to aid in leveling the playing field have a responsibility to listen to people who can see the things they can’t.

When gender minorities tell you that you’re harming them, listen. Listen even when you don’t understand. Listen especially when you don’t understand.

You can’t see all the ways in which your maleness distorts the fabric of society, but we can. And if you want to help dismantle patriarchy, you have to make the choice to accept that a thing isn’t less real just because you haven’t seen it – or don’t believe yourself to have experienced it.

Das Patriarchat bringt allen Männern Vorteile, aber ihr solltet mithelfen es abzuschaffen. Eine Gruppe sieht nicht, wie sie anderen schadet und welche Privilegien sie hat, aber wir gehen davon aus, dass nur ihre alle Schuld habt und es uns in keinem Bereich besser geht. Deswegen müsst ihr die Welt bitte so ändern, dass wir es besser haben. Und das weil ihr einfach schlechte Menschen seid.

2. All Violations (Big and Small) Are Part of the Same Violent System

Picture this: A well-meaning man offers a woman a compliment at a bar. He has no sinister motive, and he is – after all – in an appropriate setting for flirting.

When the woman rebuffs him for whatever reason (she’s in a relationship, she’s not into men, she’s just not interested), the man feels snubbed – because he was polite and respectful, but not rewarded for it.

This well-meaning man would probably tell you that he’s not owed a woman’s affection; he knows that. But he still feels hurt that he didn’t get it. And that’s fair. Rejection hurts.

But maybe he believes himself to have approached her in a kind enough way that he should have at least gotten to talk to her a bit. After all, men know that being gentlemanly is the “right” way to “get” women, and therefore expect on some level to be rewarded for that good behavior. But if that sentiment drives some of his disappointment, then that’s a sense of entitlement, however small.

Such a man isn’t an outright abuser. But his learned entitlement makes him potentially unsafe for women to be around. And it’s hard to see that sense of entitlement from the inside, let alone question it or start to break it down.

As such, when we generalize and say, “Men feel entitled to our bodies,” this man would be wrong if he said, “Not all men are like that – I’m not.” He just doesn’t connect the bitterness of rejection with the broader sense of entitlement he’s learned and internalized. Furthermore, he may not realize how this sense of entitlement is symptomatic of a larger patriarchal culture in which men are taught that they’re owed romantic and sexual interest from women.

Also nur Männer verspüren eine Verbitterung bei einer Zurückweisung? Das wäre mir neu. Frauen reagieren da nicht anders. Sie gehen eher noch viel mehr davon aus, dass sie einen Anrecht auf seinen Körper haben, weil ein Mann eben weitaus seltener ablehnt und die Frau ihm damit „mehr“ gibt als im umgekehrten Fall.

Männer glauben auch nicht, dass Frauen ihnen romantisches und sexuelles Interesse schulden – sie glauben weitaus häufiger, dass sie hart dafür arbeiten müssen, dass viel Glück dabei ist und das es ihr Fehler ist, dass keine Frau dieser Welt etwas von ihnen will. Genug vergöttern Frauen und stellen sie auf ein Podest, sind bereit alles für sie zu tun, damit sie ihnen ihre Gunst schenken, arbeiten mit Bestechungen und Geschenken, weil sie sich  selbst nicht als wertvoll genug ansehen.

This may seem like a tiny sliver of the patriarchal pie, but it’s poisoned nonetheless.

Here’s another example: A well-meaning man, in a conversation with a woman, talks over or mansplains to her without recognizing the behavior. He would probably never intentionally do this. Maybe he’s read Men Explain Things to Me by Rebecca Solnit and wouldn’t dream of patronizing a woman. He just wants to voice his opinion. And that’s fair, right?

Here’s the thing about opinions, though: They’re actually not all equally valid or worth sharing, no matter what you were taught in grade school. You’re actually not automatically entitled to share your opinion; in fact, your opinion might be pointless or even harmful in some conversations.

Und zwar ist deine Meinung aus Sicht einer Feministin mitunter wertlos oder schädlich, weil du das falsche Geschlecht hast.

Natürlich „mansplainen“ Männer untereinander auch gerne, lieben es allgemein Fakten darzulegen und Wissen zu verbreiten.

This well-meaning man thinks he’s contributing to a discussion, which he feels entitled to do, because he has a right to his opinion. He doesn’t see the pattern of being talked over, belittled, or dismissed that his female friend experiences daily, to which he’s just contributed.

Nein, Männer haben noch nie das Erlebnis gehabt, dass Leute über sie hinweg reden, dass sie abgewertet werden, dass sie nichts zu sagen haben. Weil Männer untereinander stets die Regeln eines vornehmen Debatierclubs beherrschen. So muss wohl die Vorstellung im Feminismus dieser Autorinnen sein. Ihr kommt gar nicht der Gedanke, dass Männer solche Diskussionen auch unter sich austragen und  Frauen weitaus eher als Männer in Schutzräumen leben, in denen ihnen gegenüber strengere Regeln gelten als anderen Männern gegenüber.  Männer wachsen damit auf, dass sie sich gegenseitig Sprüche drücken und das Männer höher in der Hierachie ihren Platz dadurch verteidigen, dass sie andere klein machen oder über sie hinweg reden.

And why would he? He was just offering his opinion. He wasn’t trying to make her feel small. From his perspective, it’s just a discussion.

How could this – in any way, shape, or form – be similar to something as potentially career-damaging as gender minorities not being invited to share their thoughts in academic or professional settings, or being passed over and not asked to sit on a panel of experts? How could this be similar to an intimate partner believing that his word is the end all, be all, never letting his partner get a word in to express her needs?

We hate “slippery slope” arguments, but that’s exactly what this is – a series of sometimes unintentional microaggressions that enables a larger culture of silencing and marginalizing people other than men. In that context, all of these violations matter.

Wer Frauen nicht aussprechen lässt, der wird eben zum Vergewaltiger oder bereitet das Klima dafür vor.

Think about it: If you never unlearn the entitlement inherent in offering unsolicited compliments or talking over a woman, will you really stop there?

One man expects a reward for good behavior, the next for unsolicited “compliments,” the next for street harassment. One man stays quiet about rape jokes, the next actively makes them, the next learns that if he commits rape, his friends will laugh it off. There’s a very clear line that leads from “benign” entitlement to harm and violence against us.

So sure, maybe “not all men” street harass or commit sexual violence. But how have your own actions contributed to a culture that allows those things to happen?

Wenn sie wenigstens auch solche Reihen für Frauen aufmachen würden: Die eine sagt, dass Männer gerne unterbrechen, die nächste sagt, dass Männer alle zur Gewalt erzogen werden, die nächste sagt, das alle Männer von der Unterdrückung der Frau profitieren und die nächste sagt dann, dass man alle Männer in Lager sperren sollte. 

Weiter geht es morgen im Zweiten Teil.

„Feministinnen opfern eher Männer“

Gerade macht eine Studie die Runde, nach der alle in einem theoretischen Szenario lieber Männer opfern, unter anderem auch Feministinnen:

Der Abstract:

We examine women’s responses to subliminal gender stereotypes, that is, stereotypes present outside conscious awareness. Previous research suggests that subtle stereotypes elicit acceptance and assimilation, but we predict that subliminal exposure to gender stereotypes will trigger resistance in some women. Specifically, we expect resistance to occur among women who are relatively strongly identified with feminists, but not with the broader group of women. We predict that resistance takes the form of persistence in stereotypically masculine domains and (implicit) in-group bias. Indeed, we found that subliminal exposure to stereotypes (vs. counter-stereotypes) led women who identify relatively strongly with feminists, but less strongly with women, to (a) persist in a math task, (b) show increased willingness to sacrifice men in a Moral Choice Dilemma task, and (c) show implicit in-group bias on an evaluative priming task. This evidence of resistance suggests that members of devalued groups are more resilient than previously thought.

Quelle:  Subliminal Gender Stereotypes: Who Can Resist? (Volltext)

Aus einem Bericht über die Studie:

The study—“Subliminal Gender Stereotypes: Who Can Resist?”—sought to explore how women’s perceptions of men change after exposure to subliminal stereotypes, which were predicted to “trigger resistance in some women.”

„[Women] who are strongly identified with feminists, but not other women, sacrificed men more readily after subliminal stereotype exposure.“   

“We expect resistance to occur among women who are relatively strongly identified with feminists, but not with the broader group of women,” the researchers wrote, suggesting that feminists might try to resist gender norms by devaluing men.

Das ist ein interessanter Versuchsaufbau, der allerdings einige Vorannahmen verlangt, die man aus meiner Sicht nicht so ohne weiteres machen kann.

Sie „widerstehen Geschlechternormen“ indem sie den Wert der Männer niedriger ansetzen. Das ist bereits eine sehr schwierige Aussage. Denn Männer wurden ja über die ganze Geschichte der Menschheit eher geopfert und Frauen eher geschützt. Männer waren weitaus eher das „entbehrliche oder das entsorgbare Geschlecht“.

Es ist nichts emanzipiertes daran, an diesen Klischee, dass im Zweifelsfall der Mann zu opfern ist und die Frau zu beschützen, festzuhalten. Aber natürlich ist das in einer feministischen Vorstellung gar nicht denkbar. Da ist der Mann per se mehr Wert und deswegen opfern man ihn weniger.

Zum Versuchsaufbau:

To assess this, researchers led participants through a fictional Moral Choice Dilemma Task, which consisted of eight scenarios “in which sacrificing one person can save several others of unspecified gender.”

“In four scenarios, participants are asked to sacrifice a man to save several others (of unspecified gender), and in four other scenarios they are asked to sacrifice a woman,” the study explains.

While the researchers concede that the task may seem “extreme,” they note that other academics have found that it “can provide information about the social value given to different groups: Socially valued individuals are less likely to be sacrificed.”

Indeed, the authors say the study confirmed their suspicions, revealing that women “who are strongly identified with feminists, but not other women, sacrificed men more readily after subliminal stereotype exposure.”

Sie gehen also davon aus, dass dies eine Form des Widerstandes der Frauen ist. Die Ergebnisse sind insoweit ganz interessant:

Aus der Studie noch einmal der Aufbau:

In-group bias task. The third dependent variable was the MCD task (Bauman, McGraw, Bartels, & Warren, 2014; Thomson, 1986). This task examined women’s evaluations of men and women after subliminal exposure to stereotypes versus counter-stereotypes. Previous research has established that responses in the MCD task can provide information
about the social value given to different groups: Socially valued individuals are less likely to be sacrificed (Cikara, Farnsworth, Harris, & Fiske, 2010; De Dreu, Greer, Van Kleef, Shalvi, & Handgraaf, 2011). The task consists of eight short scenarios in which sacrificing one person can save a number of others. In each scenario, the gender of the protagonist is manipulated: In four scenarios, participants are asked to sacrifice a man to save several others (of unspecified gender), and in four other scenarios they are asked to sacrifice a woman. The scenarios in which men and women appeared were counterbalanced across participants. In each scenario, participants indicate whether they would sacrifice the protagonist by answering the Yes/No question, “Would you sacrifice this man [woman] to save the others?” Willingness to sacrifice was computed by summing the number of scenarios in which participants sacrificed the target individual. As such, the willingness to sacrifice in the MCD task can show evidence for in-group favoritism and/or out-group derogation. For instance, increased tendencies to sacrifice out-group members (men) would be indicative of out-group derogation (Brewer, 1999). We believe that the use of the MCD task as a measure of in-group bias has several benefits. First, the MCD task is an indirect measure, in which participants are not made aware
of the role played by gender. In the context of the current study, we consider this to be an important benefit, as it ensures that the gender component is not referred to explicitly until the very end of the procedure and any effects of the subliminal manipulation are not altered by explicit reference to gender. Second, avoiding explicit reference to gender means that participants’ responses are less likely to be affected by conscious correction of gender bias. Third, the MCD task does not discourage out-group derogation. People are generally reluctant to derogate others because it is difficult to justify (Mummendey et al., 1992). The MCD task assuages this concern by the fact that sacrificing saves a greater number of others. Thus, although this task is extreme, sacrificing is morally justifiable in utilitarian terms.

Man hat also getestet, ob Frauen die sich entweder eher feminin oder nicht so feminin fanden, die eher feministisch oder nichtfeministisch eher in einem moralischen Dilemma Personen eines bestimmten Geschlechts opfern, und ob sich dies verändert, wenn sie vorher Bilder mit Frauen bzw Männern entweder mit dazu passenden Bildern von eher klischeehaften Tätigkeiten der Geschlechter finden.

Zu den letzteren findet sich das in der Studie:

The manipulation subliminally exposed participants to (counter-)stereotypical gender role divisions by combining subliminal gender primes with target pictures of stereotypically masculine and feminine activities, such as shopping or watching sports on television. Neither the prime nor the target picture was (counter-)stereotypical in isolation. Instead, (counter-)stereotypes were conveyed by the combination of certain primes with certain targets, such as “woman” paired with “cooking” or “cleaning.” The target pictures did not show actors of either gender. The pictures were pilot tested, and 20 pictures (five female-typical leisure activities, five female-typical chores, five male-typical leisure activities, and five male-typical chores) were chosen that were considered stereotypically masculine or feminine, but similar in valence. In the stereotype condition, the prime “woman” was paired with female stereotypical pictures and the prime “man” with male stereotypical pictures in 95% of trials. In the counter-stereotype condition, female primes were paired with male stereotypical pictures and male primes with female stereotypical pictures in 95% of trials. The manipulation consisted of 120 trials. The gender prime was presented for 42 ms, with supraliminal forward and backward masks (a random-letter string for 100 ms).
Then the target picture appeared, and participants answered a question about the target picture (“Is this a leisure activity or a chore?”) that was unrelated to gender stereotypes. To control for the effort of response switching (Rogers & Monsell, 1995), the number of response switches was kept constant between participants.

Das Bild stellt sich dann wie folgt dar:

Feministinnen opfern eher Männer

Feministinnen opfern eher Männer

Also: zeigt man Frauen, die sich nicht als sehr weiblich sehen und nicht sehr feministisch sind Stereotype Bilder, dann zögern sie eher den Mann für die anderen geschlechtsunbestimmten zu opfern, zeigt man ihnen Bilder, bei denen die Botschaften nicht zu dem Geschlecht passen, dann opfern sie eher.

Bei Frauen, die sich nicht sehr mit dem weiblichen Identifizieren, und die sehr feministisch sind, wird bei Stereotypen anscheinend die „Opferlust“ begünstigt, passen die Bilder nicht zu den Stereotypen scheinen sie eher zu denken, dass der Typ ja vielleicht doch ein Ally ist und opfern etwas seltener.

Sehr weibliche Frauen, die sich nicht als Feministinnen sehen opfern den Mann bei Stereotypen eher als nicht so weibliche, wahrscheinlich weil sie solidarischer zu ihrem eigenen Geschlecht sind.

Dagegen opfern weiblichere Feministinnen den Mann eher, wenn sie Botschaften erhalten, die sich gegen die Stereotypen richten. Wäre interessant, ob das andere feministische Richtungen vertreten werden und weiblichere Feministinnen schlicht sich bei den Stereotypen eher ihrem eigenen Geschlecht verbunden fühlen.

Bei den Frauen, die geopfert werden sollen ist es häufig relativ egal, welche Botschaft gesendet wird,

Wenn ich es richtig sehe scheinen Frauen sogar insgesamt eher die Frau, die gegen Geschlechtslose Personen aufgrechnet wird, zu opfern als sie Männer opfern.

Aus der Besprechung dazu:

Indeed, the authors say the study confirmed their suspicions, revealing that women “who are strongly identified with feminists, but not other women, sacrificed men more readily after subliminal stereotype exposure.”

“We argue that both these responses reflect resistance because they do not assimilate to but instead go against subliminal stereotypes, attempting to counteract them,” they explain, adding that this may be how feminists fight the notion that men are more socially valued than women.

Oder eher männliche Frauen erleben schlicht Geschlechterstereotype als störender, weil sie ihnen selbst nicht entsprechen und sind dann für einen Feminismus empfänglicher, der Männern an allem die Schuld gibt, während weiblichere Frauen sich in Stereotypen eher wiederfinden und daher weniger mit Hass auf diese reagieren.

The study was spearheaded by Jolien van Breen of the University of Exeter, and was published in the latest issue of the Personality and Social Psychology Bulletin.

In an interview with Campus Reform, van Breen said her team’s research is the first to show that feminists are more willing to sacrifice men, though previous studies have found similar results with other marginalized groups, such as racial minorities.

“If a person wanted to counteract that and ‘level the playing field’, that can be done either by boosting women or by downgrading men” van Breen told Campus Reform. “So I think that this effect on evaluations of men arises because our participants are trying to achieve an underlying aim: counteracting gender stereotypes.”

However, van Breen was quick to note that there’s “no evidence that feminists behave more negatively towards men” outside of a psychology research lab. 

“To sum that up: I don’t think the finding says anything specifically about how these women view men, but rather this is a means to an end: the effect is produced by their desire to counteract the implications of stereotypes,” she explained.

Aus meiner Sicht eine sehr merkwürdige Studie, die sehr gewagte Schlüsse zieht.

Interessant wäre es, wenn sie Männer auch mitgetestet hätten.

Denn es ist zu vermuten, dass die noch weitaus eher „Geschlechterstereotypen“ widerstanden hätten und eifrig Männer geopfert hätten. Dazu aus einer anderen Studie auf die ich hingewiesen worden bin

In one experiment, study subjects read one of three versions of a “Trolley Dilemma”—a commonly used technique in psychology studies and akin to the “Lifeboat Question” (i.e., if you could save only three of five passengers in a lifeboat, whom would you choose?). In the trolley scenario, subjects read one of three versions of the dilemma, where each vignette described a man, woman, or gender-neutral bystander on the bridge. The participants were then asked how willing they were to “push the [man/woman/person] onto the path of the oncoming trolley” in order to save five others farther down the track.

The results showed that both female and male subjects were much more likely to push the male bystander or one of unspecified gender than they were the female bystander.

In a second experiment, a new group of subjects was given £20 and told that any money they held at the end of the experiment would be multiplied up to 10-fold, giving them as much as £200. However, there was a catch. In the experiment, the subjects interacted with other individuals—the researchers’ confederates. The subjects were told that if they decided to keep the money, these individuals would be subjected to mild electric shocks. However, if they gave up the money, it would prevent the shocks from being administrated.

As with the first experiment, women were less likely than men to be subjected to shocks, suggesting an aversion to harming females—even when this came at the subjects’ own financial expense. However, while both female and male subjects were less likely to shock females than they were males, women in particular were less willing to shock other women.

A third experiment was a survey in which a new set of more than 350 subjects was asked a series of questions relevant to the study’s focus—specifically, the researchers aimed to sort out the thought process that might explain the behaviors exhibited in the first two experiments.

The questions included the following: “On a sinking ship, whom should you save first? Men, women, or no order”; “According to social norms, how morally acceptable is it to harm (men/women) for money?”; “According to social norms, how fair is it to harm (men/women)?”; and, “According to social norms, how well do (men/women) tolerate pain?”

Overall, the answers of both female and male respondents suggested that social norms account for greater harming behavior toward a male than a female target—women are less tolerant to pain, it’s unacceptable to harm females for personal gain, and society endorses chivalrous behavior. Furthermore, these perspectives were not linked to emotion—subjects found harming men and women to be equally emotionally aversive.

There is indeed a gender bias in these matters: society perceives harming women as more morally unacceptable,” explains co-author Dean Mobbs, an assistant professor of psychology at Columbia University.

Was die Autoren der oben genannten Studie dazu sagen würden wäre interessant.

„Männer, überwindet eure Identitätskrise und werdet Feministen“

Edition F lässt den Feministen Philipp Zilles erklären, warum alle Männer Feministen werden sollten:

Seine Einleitung:

Die Stärkung der Frauen in den letzten Jahren hat viele Männer scheinbar in eine Identitätskrise gestürzt. Daher stehen manche Männer dem Feminismus aggressiv ablehnend gegenüber. Dabei kann der Feminismus den Männern helfen, die Identitätskrise zu überwinden, wenn Männer selbst Feministen werden. Aber auch Männer, die dem Feminismus gegenüber positiv eingestellt sind, müssen ihre Passivität ablegen und aktive Feministen werden, damit sich die theoretische Gleichberechtigung der Geschlechter endlich in der Praxis realisiert.

Meiner Meinung nach lehnen die meisten Männer und Frauen den modernen Feminismus ab, weil er schlicht vollkommen übertreibt und alles zu einem Geschlechterkrieg macht, während sich Männer und Frauen ansonsten durchaus gut verstehen und sich nicht im Krieg sehen

Kampf der Geschlechter?

Die Diskussionen um sexualisierte Gewalt und Sexismus der letzten Monate lassen mich relativ irritiert zurück. Viele Menschen, überwiegend Frauen, beklagen erschreckende Gewalt, die gegen sie verübt wird und alltäglichen Sexismus. Andere, überwiegend Männer, nehmen eine Gegenposition und Verteidigungshaltung ein: „Auch Männer sind von sexualisierter Gewalt betroffen,“ und: „Man wird ja wohl noch ein Kompliment machen dürfen,“ sind häufig zu lesende Kommentare. Viele Medien sehen Männer in der Krise und manche Männer verhalten sich in den sozialen Netzen, als befänden sich die Geschlechter im Krieg gegeneinander. Dabei liegt die Lösung für viele Probleme auf der Hand: Männer müssen Feministen werden! Denn der Kampf ist kein Krieg von Frauen gegen Männer, sondern von richtig gegen falsch.

Anders gesagt: Wenn ihr zu unserer fanatischen Ideologie konvertiert, die euch alle Schuld an allem zuweißt und das auch so einseht, dann müssen wir euch ja gar nicht mehr bekämpfen und alles ist friedlich! Ist doch ein super Vorschlag.

Ist ungefähr so wie die Forderung, dass alle Frauen einfach das Patriarchat (so wie Feministen es sich vorstellen) anerkennen, dann gibt es ja auch keinen Kampf mehr.

Es ist richtig, wenn keine sexualisierte Gewalt ausgeübt wird. Ist es richtig, wenn Männer und Frauen gleichberechtigt miteinander leben. Es ist richtig, wenn Männern und Frauen die gleiche Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht wird.

Da werden auch die allerwenigsten Männer widersprechen. Nur üben eben auch die allerwenigsten Männer (genau wie die allerwenigsten Frauen) sexualisierte Gewalt aus.

Und auch beim gleichberechtigt Nebeneinander leben wird sich wenig männlicher Widerspruch finden. Allenfalls werden die Männer anführen, dass sie dann eben auch die gleichen Rechte wollen und das die Frauen dann auch die gleichen Pflichten übernehmen müssen.  Und Frauen haben bereits die gleiche Teilhabe wie Männer an der Gesellschaft. Sie üben sie nur anders aus.

Diesen Zustand zu erreichen, ist das Ziel des Feminismus.

Das ist für den modernen Feminismus nicht richtig. Er sperrt sich dagegen bei Männern überhaupt nur die Möglichkeit zu sehen, dass sie diskriminiert werden, Feministinnen haben sich bisher auch noch nicht dafür eingesetzt, dass Bereiche, in denen Frauen Vorteile haben (etwa im Familienrecht) angeglichen werden und sie predigen im vorherrschenden intersektionalen Feminismus ein ganz simples Weltbild, nach dem Menschen nach ihren Gruppenkategorien in Gut und Böse einzuteilen sind, in privilegiert und benachteiligt und immer eine Gruppe in einer Kategorie absolutes Opfer und der andere absoluter Nutznießer ist. Sie sehen alles als Beleg für die Schuld insbesondere weißer, heterosexueller Männer und nicht als Verantwortung der Frauen oder anderer „benachteiligter Gruppen“ an.

Schaut man sich diese Ziele an, ist offensichtlich, dass Feminismus keine Frauenangelegenheit ist. Eine gewaltfreie und gerechte Gesellschaft zu erschaffen, muss das Ziel aller Menschen sein. 

Dafür kann man allerdings den gegenwärtigen Feminismus gerade nicht gebrauchen. Denn eine gerechte Welt weißt nicht einseitig Schuld nach Hautfarbe und Geschlecht zu, sondern sieht die Handlungen des Einzelnen, ohne die Gruppe dafür verantwortlich zu machen. In einer Identitätspolitik kann es keine gerechte Welt geben.

Und eine gewaltfreie Welt wird es eben auch nicht geben. Eher heizt der Feminismus durch seine Schuldzuweisungen das Klima weiter auf.

Es gibt keine Akzeptanz sexualisierter Gewalt

Die gute Nachricht der letzten Wochen ist, dass es einen großen gesellschaftlichen Konsens für die Ächtung von sexualisierter Gewalt gibt. Es ist noch nicht so lange her, da hat eine Volkspartei versucht Vergewaltigung in der Ehe mit: „Die Frau hat vor dem Altar doch mit ‚Ja, ich will.‘ geantwortet,“ zu legitimieren. Eine solche Argumentation kommt uns heute mittelalterlich vor, auch wenn Menschen, die so argumentierten, heute noch im Parlament sitzen.

Zur Vergewaltigung in der Ehe hatte ich hier schon etwas geschrieben. Sie war natürlich nicht per se straffrei und die Frau Freiwild. Verschwiegen wird hier, dass es keineswegs einfach nur das Patriarchat war, auch viele Frauen sahen es eben damals so, dass es eine andere Situation war.

Aber in der Tat ist da ja ein Wandel eingetreten und das ist auch gut so.

Obwohl sexualisierte Gewalt täglich passiert, ist die Ächtung doch eine wichtige Voraussetzungen, um Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken. Niemand möchte mit sexualisierter Gewalt in Verbindung gebracht werden. Vielleicht reagieren auch deshalb manche Menschen mit heftigen Gegenreaktionen auf Beiträge, die den Sexismus verurteilen, auch wenn dies auf den ersten Blick paradox erscheint. 

Sie, Männer und Frauen, reagieren heftig, weil Männer allgemein in die Haftung genommen werden und teilweise bereits das Gerücht für sie überaus ernste Folgen hat, ohne das ein Nachweis notwendig zu sein scheint. Sie reagieren heftig, nicht weil sie sexuelle Gewalt gut finden, sondern weil teilweise normale Flirtsituationen kriminalisiert werden und alle Verantwortung einseitig verschoben wird. Sie reagieren so, weil sie der Meinung sind, dass Frauen in der Lage sein sollten, ihre Meinung zu sagen und deutlich zu kommunizieren.

Anders als sexualisierte Gewalt findet Sexismus öffentlich und von beinahe jedermann statt.

Auch von den Frauen?

 

Doch während eine Person, die Gewalt ausübt, sich ihres Fehlverhaltens meistens sehr bewusst ist, kann beim Sexismus nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden. Viele Menschen handeln so, wie sie sozialisiert wurden, ohne ihr Handeln zu hinterfragen. Jetzt werden sie damit konfrontiert, dass ihre Handlungen mit Sexismus in Zusammenhang gebracht werden. Dies kommt für viele überraschend, da sie selten negative Resonanz auf ihre Handlungen bekommen haben.

Wenn sie vorher nie eine negative Resonanz erhalten haben, dann vielleicht weil die meisten das Handeln schlicht nicht als sexistisch angesehen haben. Die wenigsten Leute legen einen so strengen Maßstab an wie Feministen und würden sich wohl in einer solchen Welt auch nicht wohlfühlen. Sie haben ein ganz anderes Verhältnis dazu.

Das Schweigen der Sexismus Erlebenden in der Vergangenheit heißt aber eben nicht Zustimmung, sondern nur, dass sich viele mit Sexismus arrangiert haben. Und natürlich gibt es sowohl Übergangsbereiche zwischen Kompliment und Sexismus, also auch zwischen Sexismus und sexualisierter Gewalt. Aufgrund der Ächtung sexualisierter Gewalt möchte aber keine Person damit in Zusammenhang gebracht werden. Darauf ist es möglicherweise auch zurückzuführen, dass manche, teilweise bis ins Absurde hinein auf dem Ausspruch „nur ein Kompliment“ beharren. 

Ich denke viele sehen es natürlich als unangenehm an, wenn jemand eine Grenze überschreitet. Aber sie sind sich auch bewußt, dass die wenigsten bösartig eine Grenze überschreiten, Flirten eine Geschichte voller Mißgeschicke sind und haben genauso Erlebnisse gehabt, wo sie gewünscht hätten, dass der andere etwas macht und dieser sich nicht getraut hat. Sie wollen kein Klima in dem man gar nichts mehr machen kann und sie wissen auch, dass das bei denen, die ganz bewußt Grenzen überschreiten, in dem Wissen das es nicht erwünscht ist, eh nichts bringt. Es ist viel zu mühsam gegen einen übergriffigen Boss vorzugehen, es kann einfacher zu sein, die Stelle zu wechseln oder eben darauf zu achten, dass man nicht mit ihm alleine ist.

Die Absurdität wird offensichtlich, wenn man eine Parallele zwischen einem Kompliment und einem Geschenk macht. Beides soll dem Empfänger eine Freude bereiten. Angenommen ein Schenkender erfährt, dass der Empfänger keine Freude an z. B. seinen mitgebrachten Blumen hat. Natürlich kann er enttäuscht äußern, dass er nur eine Freude machen wolle, aber hoffentlich wird er sich beim nächsten Mal trotzdem etwas anderes überlegen. Es wäre doch sehr befremdlich, wenn er beim nächsten Treffen wieder die gleichen Blumen kaufen würde. Wenn sich der Vorgang wiederholen würde, könnte man dem Schenkenden eher Boshaftigkeit unterstellen, aber nicht mehr, dass er dem Empfänger eine Freude machen möchte. Der Vergleich zeigt aber auch, wie man mit Sexismus umgehen kann.

Oh, es gibt genug Frauen, die „hartnäckige“ Männer belohnten. Und dann mit ihnen langjährige Beziehungen führen.

Und natürlich gibt es auch hier andere Geschenke als Blumen, die dennoch nicht gefallen. Und bei denen der Schenker jedesmal hofft, dass er diesmal eine Freude macht.

Und es gibt auch Situationen, wo sie jetzt keine Blumen von ihm will, aber später durchaus.

Oder solche, wo sie gar nicht deutlich macht, dass sie keine Blumen will. Oder wo sie Blumen will, aber nicht von ihm. Oder wo sie Blumen will, aber ihn nicht dazu.

Zeigt jemand sexistische Handlungen, so ist die Person noch lange kein schlechter Mensch. Erst, wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass ihre Handlung in dieser Situation unangemessen war, die Person aber ihre Handlung wiederholt, muss man anfangen, sich über den Charakter der Person Gedanken zu machen.

Da ist wieder der alte Gedanke, dass man die Leute eben einfach nur aufklären muss, dass es sexuelle Belästigung gibt.

Was für ein merkwürdiges Menschenbild. Natürlich ist das den meisten Männern bekannt. Es ist beim Flirten häufig ihre größte Furcht, dass die jeweilige Frau angewidert aufspringt und sagt „Iihhh, der perverse Widerling hier will was von mir!!“ Sie wissen häufig nur nicht, was sie besser machen sollen, sie lesen Signale falsch oder (im selteneren Fall) es ist ihnen vollkommen egal. Genug Männer haben auch die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, was zu probieren, als gar nichts zu machen, weil sie bei vielen Frauen zu vorsichtig waren.

Denen, die schlicht Macht ausüben und denen es egal ist, die hoffen Frauen durch Macht Sex abzupressen, mit denen muss man nicht reden. Weil auch sie keine neuen Erkenntnisse brauchen.

„Auf Komplimente und heiße Flirts muss auch in Zukunft nicht verzichtet werden, es geht nur um das Wie und Wann.“

In den letzten Wochen haben vor allem Frauen vermehrt geäußert, welche Handlungsweisen sie als sexistisch empfinden. Anstatt auf einem „nur ein Kompliment“ zu insistieren, sollten Männer besser ihr alltägliches Fehlverhalten einräumen und versuchen, es zu ändern.

Nur das die allermeisten Männer kein Fehlverhalten zeigen. Sie machen Frauen keine ungefragten Komplimente, sie pfeifen ihnen nicht hinterher, sie schauen ihnen nicht ungebührlich auf die Brüste, sie benehmen sich ganz normal. Es gibt für sie nicht zu gestehen, sie haften nicht für das Verhalten anderer Männer.

Auf Komplimente und heiße Flirts muss auch in Zukunft nicht verzichtet werden, es geht nur um das Wie und Wann. Es wird auch in Zukunft Missverständnisse geben und es wird in Zukunft Sexismus geben. Aber wir sollten versuchen, unsere Handlungen zu ändern, wenn wir uns dessen bewusst werden. Denn nur so können wir das Ziel erreichen, dass alle gut miteinander leben. 

Das ist ja immerhin schon fast eine gemäßigte Position. Aber die meisten Leute sind schon der Auffassung, dass Männer und Frauen gut miteinander leben.

Männer müssen den Feminismus voranbringen – inner- und außerhalb der Parlamente

Problematisch wird es im Bereich, in dem Sexismus in sexualisierte Gewalt übergeht. Es ist gesellschaftlicher Konsens, dass es bei sexualisierter Gewalt nicht damit getan ist, die Handlung zukünftig zu unterlassen. Nach sexualisierter Gewalt fällen Gerichte Urteile. Daher muss es eindeutige Definitionen und klare Gesetze geben. Die Grenze zwischen Sexismus und sexualisierter Gewalt kann immer wieder von der Gesellschaft neu ausdiskutiert werden. Ist „Nein heißt nein“ ausreichend, oder sollte es „Nur ja heißt ja“ heißen? Welche Strafen sind bei sexualisierter Gewalt angemessen? Diese Diskussionen finden zwar auch außerhalb der Parlamente statt, aber Gesetze werden letztendlich nur in ihnen verabschiedet.

Und man hat sich auf bestimmte Gesetze geeinigt.

Gleiches gilt für andere Gesetze, die das Miteinander der Menschen regeln. Braucht man Quotenregelungen oder Fördermaßnahmen, damit beide Geschlechter möglichst zu gleichen Anteilen an Entscheidungsprozessen teilhaben? Helfen mehr Krippenplätze oder Kindergeld, damit Familien sich frei für ein Erziehungskonzept entscheiden können und nicht ein Elternteil durch einen wirtschaftlichen Zwang zu etwas gezwungen wird, was es nicht möchte? Werden Eltern eher durch Elternzeit oder durch Anspruch auf Teilzeit in ihrem Leben unterstützt? Welche Änderungen an Steuermodellen muss es geben?

Auch hier fehlen interessanterweise all die Bereiche, in denen Männer schlechtere Karten haben. Jedenfalls passen die Beispiele eher auf die klassischen Bereiche, in denen der Feminismus Nachteile für Frauen sieht.

„Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau könnten die Männer theoretisch wieder abschaffen.“

Viele dieser Regelungen wirken sich im Augenblick auf die Geschlechter unterschiedlich aus. In vielen Fällen sind Frauen benachteiligt. Da sich in den Parlamenten aber eine gewaltige Mehrheit an Männern befindet, müssen Männer die feministischen Ideen verfolgen, um Verbesserungen für alle zu erreichen.

Was für eine geile Logik:

  • in den Parlamenten befindet sich eine gewaltige Mehrheit von Männern, deswegen besteht Handlungsbedarf für Männer
  • Männer können, wenn sie feministische Ideen verfolgen, für Frauen handeln und ihre Lage verbessern

Dass dasArgument für das behauptete Defizit durch die zweite Aussage bereits seine Grundlage verliert, dass fällt ihm wahrscheinlich nicht auf. Wenn zB die Männer ganz überwiegend feministisch wären, dann könnten Frauen bereits mehr Interessenvertreter haben als die Männer.

Frauen alleine haben für die bevorstehenden wichtigen Entscheidungen der Zukunft im Augenblick keine Mehrheit.

Tatsächlich haben sie die. Denn sie stellen die Mehrheit der Wähler. Sie wählten aber mit über 50% CDU/CSU, FDP und AFD. Hätten die Frauen mehrheitlich Grüne gewählt, dann hätten sie auch weitaus mehr Frauen in dem Parlament. Anscheinend sehen aber Frauen selbst ihre Interessen zum großen Teil eher durch die Wahl anderer Parteien umgesetzt.

Sie können auf Probleme aufmerksam machen und Vorschläge einbringen, aber für die Umsetzung sind sie auf den Willen der Männer angewiesen.

Auch wieder Nein. Eher sind die Politiker auf die Stimmen der Frauen angewiesen. So zu tun als könnten Frauen keine Politik mitgestalten, nur weil sie seltener Politiker sind, ist sehr naiv. Nicht zuletzt ist die Bundeskanzlerin seit Jahren eine Frau und genug Frauen waren Minister

Wie extrem diese Abhängigkeit von Männern ist, wird einem bewusst, wenn man sich verdeutlicht, dass die Männer problemlos über eine Mehrheit zur Änderung des Grundgesetzes verfügen.

Nein, männliche Politiker mögen darüber verfügen, aber das bedeutet nicht, dass sie sie per se für Männer einsetzen. Es kann auch bedeuten, dass sie an einer ganz anderen Politik interessiert sind, etwa für große Wählergruppen, wie etwa die der Frauen, die über 50% der Wähler ausmachen.

 

Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau könnten die Männer theoretisch wieder abschaffen. Die fehlenden parlamentarischen Möglichkeiten der Frauen sind besonders problematisch, da Frauen deutlich häufiger als Männer durch Ungleichheit und Machtgefälle benachteiligt werden.

Was für ein geniales Schreckensszenario: Zwar will keine Partei und kein Politiker die Gleichberechtigung abschaffen, aber sie könnten ja und es sind überwiegend Männer, diese machtgeilen Patriarchen! Da schwebt das Damoklesschwert schon über den Frauen. Deswegen: Männliche Feministen to the rescue! Mehr Männer werden das Problem auf jeden Fall lösen, welches darin begründet ist, dass die Mehrheit der Frauen Parteien gewählt hat, die mehr Männer aufgestellt haben!

Viele Männer scheinen jedoch fatalerweise aus dem Feminismus abzuleiten, dass es primär die Aufgabe der Frauen ist, die vorhandenen Probleme zu lösen. Dies ist bei der augenblicklichen parlamentarischen Zusammensetzung schlicht nicht möglich.

Deswegen gibt es alle 4 Jahre freie, geheime, allgemeine Wahlen.

Und natürlich ist es möglich: Indem Frauen in Parteien auftreten, politisch aktiv werden, Einfluss auf die Politiker nehmen, und diese davon überzeugen, dass eine entsprechende Politik ihnen Wählerstimmen gibt. Eben mit normaler Lobbyarbeit, wie sie alle Gruppen machen und wie sie ja auch umfassend über Frauenverbände etc gemacht wird.

Anstelle gleichgültig abzuwarten, was die Frauen so machen werden, wäre es wichtig, dass Männer die Diskussion endlich weiter voranbringen und Entscheidungen fällen. Wenn Männer auf massive Berichte sexualisierter Gewalt gegen Frauen nicht mehr mit „es gibt auch Männer, die davon betroffen sind“ reagieren, sondern Gesetze erlassen, die sexualisierte Gewalt zurückdrängen, würden davon alle Menschen, auch die betroffenen Männer, profitieren. 

Frauen haben keine Möglichkeit zu handeln, weil überall Männer sind. Deswegen müssen da noch mehr Männer sein, die was für Frauen ändern. Denn mehr Männer ist dann der richtige Weg. Die anderen Männer, die schon da sind, die müssen alle böse sein. Aber wir, wir wären die richtigen Männer.

Ob ihm mal jemand sagen könnte, dass der normale Mann kein Gesetz erlassen kann, weil er auch nicht im Parlament sitzt?

Und was wäre überhaupt, wenn man davon ausgeht, dass bereits Gesetze erlassen sind? Die sexualisierte Gewalt hat ja nicht zugenommen. Und wenn sie in den letzten Jahren zugenommen hätte, dann wären die meisten Feministinnen wahrscheinlich gegen Gesetze, die das ändern…

Die Forderung, dass die Männer die Probleme lösen sollen, birgt ein gewisses Risiko.

Natürlich, denn Männermenschen sind ja die Schlimmsten.

Wir kommen immerhin aus einer Gesellschaft, in der Männer die Entscheidungen für die Frauen gefällt haben und auch heute noch fällen. Einige Männer könnten sich ermutigt fühlen, unter dem Deckmantel des Feminismus weiter über Frauen zu bestimmen.

Oh nein, dabei waren Männer doch die letzte Hoffnung, denn Frauen sind absolut entrechtete Wesen, die selbst einfach gar nichts daran ändern können, wie sich ein Parlament zusammen setzt!

Und auch diese letzte Hoffnung birgt Gefahren!

Gleichzeitig kann eine Enthaltung der Männer aus Diskussions- und Entscheidungsprozessen aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ebendiese zum Erliegen bringen.

Wenn sich die 48% der Männer enthalten, dann bringt diese Mehrheit alle Entscheidungsprozesse zum Erliegen. Denn Männerstimmen zählen doppelt im Patriarchat und damit haben sie eine Mehrheit von 96%.

Auf die Idee, dass Frauen seine Reformen vielleicht gar nicht wollen kommt er nicht. Sie ist auch zu abwegig für jemanden, der sich gerade als letzte Rettung aller Frauen vor den bösen anderen Männern sieht.

Noch dazu ergibt sich bei allen Entscheidungen, die Frauen betreffen, ein Legitimationsproblem, wenn die Entscheidung zum großen Anteil von Männern getroffen wird. Auch die Männer, die ihren Frauen bis vor noch nicht all zu langer Zeit erlauben mussten, ob diese arbeiten durften oder nicht, waren vermutlich der Meinung im Interesse der Frau und Familie zu handeln. Aufgrund des Legitimationsproblems sollten sich die Parteien deutlich mehr bemühen, eine annähernd paritätische Besetzung der Parlamente zu erzielen.

Wie wäre das in einer Demokratie mit freien, geheimen und allgemeinen Wahlen nur möglich? Weiß irgendjemand einen Weg abseits fester Quoten der Parteien wie Frauen in die Parlamente kommen können?

So etwas wie eine Aufforderung an Frauen wenigstens im gleichen Verhältnis Parteimitglied zu sein oder sich im gleichen Verhältnis um Ämter zu bemühen oder zur Not eben eine Partei der Frauen zu gründen wäre sicherlich nicht möglich, denn Männer haben ja überall die Mehrheit.

Der Weg dahin kann durchaus verschieden sein: Quote, Mentoren oder andere Formen der Förderung. Aber das Ziel muss klar sein und es sollte schnell und nicht nur halbherzig in Angriff genommen werden. Bis dahin müssen sich die Männer mehr ihrer Entscheiderrolle mit Legitimationsdefizit bewusst werden und dies in ihrem Handeln berücksichtigen. 

Denn auch Mentoren können nur Männer sein! Frauen bekommen das eben nicht hin. Es bleibt nur, dass Männer sich bewußt werden, dass sie nicht legitimiert sind, wenn Frauen und Männer sie in freien, geheimen und allgemeinen Wahlen gewählt haben. Denn ein Wählerwille, der sich nicht in 50% Frauen niederschlägt ist gar kein Wählerwille. Legitimiert können nur gerechte (TM) Wahlergebnisse sein!!

„Eine Demokratie lebt nicht nur davon, dass es gerechte Gesetze gibt. Die Gesellschaft muss die demokratischen Werte auch im Alltag vertreten.“

Während einige Menschen dem Feminismus gleichgültig gegenüberstehen, gibt es auch immer wieder welche, die einer Weiterentwicklung der Gesellschaft hin zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern aktiv bekämpfen. So sind beispielsweise Feministinnen in sozialen Netzwerken massivem Hass ausgesetzt. Diese Haltung ist mit demokratischen Werten nicht vereinbar und muss stärker bekämpft werden, als dies bisher der Fall ist.

Ja, grauenhaft, diese armen Feministinnen, die ja nur etwas Teilhabe wollen:

Warum nur schlägt ihnen da keine Zustimmung entgegen? Warum jauchzen nicht alle fröhlich, wenn ihnen erklärt wird, dass weiße heterosexuelle Männer die allerschlimmsten sind, weil durchgängig privilegiert, vom Obdachlosen bis zum geschiedenen Vater, der seine Kinder kaum sieht, weil die Frau 500 Kilometer weggezogen ist.

Warum sehen Männer nicht endlich ein, dass sie miese Unterdrückerschweine sind, die sich alle Vorteile zuschanzen und die allesamt davon profitieren, dass 0,000001 Prozent von ihnen Führungspositionen haben? Und die dann versuchen, dass klein zu reden indem sie darauf verweisen, dass sie früher sterben, die gefährlicheren Jobs machen, Frauen im wesentlichen den gleichen Lebensstandard haben wie Männer, Frauen weniger Überstunden haben und mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und all solche Nebensächlichkeiten.

Eine Demokratie lebt nicht nur davon, dass es gerechte Gesetze gibt. Die Gesellschaft muss die demokratischen Werte auch im Alltag vertreten. So ist die theoretische Gleichberechtigung von Mann und Frau schon lange Gesetz, in der Praxis gibt es aber weiter bestehende Ungerechtigkeiten. Auch außerhalb der Parlamente wird die Gesellschaft durch Männer in Machtpositionen dominiert. Männer müssen aufhören, dies stillschweigend hinzunehmen.

Ja, nur sind diese Machtpositionen eine Menge Arbeit und die meisten Frauen wollen sie schlicht nicht machen. Weil es bedeutet, dass man sein Leben vollkommen auf diese Arbeit ausrichtet, Familie auf einen Partner verlagert oder eben keine hat und sich alles im Leben darum dreht, dass man oben ist und oben bleibt.

Hier eine Grafik, die deutlich macht, dass mit dem höheren Lohn immer mehr Überstunden verbunden sind:

Hier eine Grafik, wieviel Arbeit Männer und Frauen in einen Idealen Job investieren wollen:

 

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Schon bei 60 Stunden sind es mindestens doppelt so viele Männer wie Frauen, also ein Verhältnis von 1 zu 3.

Was ein Feminist tun kann

Ah, endlich mal jemand, der konkret wird.

Was kann der Anteil der Männer am Feminismus sein?

  • Mit Frauen über das Frausein zu sprechen und ihnen zuzuhören.

Die allermeisten Frauen sind gerne Frauen. Und wenn man ihnen zuhört, dann sagen sie einem viele, dass sie später auch Zeit mit den Kindern verbringen wollen, dass sie einen Partner wollen, der zumindest genauso viel verdient wie sie, gerne mehr und der ihnen das ermöglicht etc. Natürlich gibt es auch genug, die Karriere machen wollen, aber gerade nach dem ersten Kind ändert sich das wieder bei vielen.

  • In Diskussionen mit anderen Männern auf Probleme aufmerksam zu machen. Männer sehen die Probleme von Frauen häufig nicht, weil sie selber davon nicht betroffen sind. Ein Problem nachvollziehen zu können ist aber die Voraussetzung, um an seiner Lösung mitzuarbeiten.

Frauen sehen auch häufig die Probleme von Männern nicht. Und teilweise hätten Männer gerne die Probleme von Frauen.  Und nicht selten sind die Hauptprobleme von Männern und Frauen auch sehr gleich: finanzielle Sorgen, Liebeskummer, ein Partner, um den man sich Sorgen  macht oder Freunde, denen es nicht gut geht. Das Kind, welches schlechte Noten hat und der Hauskredit, der die Möglichkeiten stark einschränkt. Die Chefin kann genau so eine schwierige Person sein wie der Chef und Intrigen unter Kolleginnen können dramatisch sein. Wenn man Frauen fragt, was sie gerade am meisten Sorgen macht wird „es sind zu wenig Frauen in Führungspositionen“ noch nicht einmal unter den Top 10 sein. Und sexuelle Belästigungen werden auch nicht das Feld bestimmten.

  • Sich solidarisch mit einer Frau zu zeigen, wenn sich in Diskussionen herabwürdigend über sie geäußert wird. Dies gilt auch, wenn die Frau nicht anwesend ist. Ideen von Frauen werden häufig nicht mit Argumenten, sondern mit sexualisierten Beleidigungen bekämpft. Dabei ist es problemlos möglich, einen angemessenen Umgang miteinander einzufordern, also auch Argumente gegen die von einer Frau geäußerte Idee zu nennen, wenn man anderer Meinung sein sollte. Denn Männer müssen Frauen gegenüber im gleichberechtigten Menschsein solidarisch sein, und nicht bezüglich jeder Meinung.

Oder: Sie einfach wie jeden Menschen behandeln und sie weder bevorzugen noch benachteiligen. Was Frauen auch machen sollten. Und wenn man diesen Maßstab als Frau haben will, dann müsste man eben gleichzeitig auch alle Lästereien und Herabwürdigungen über bzw von Männer lassen (was das Ende des Feminismus wäre) und (feministische) Frauen müssten insbesondere aufhören sich hinter ihr Frausein zurückzuziehen und hinter allem eine Diskriminierung zu sehen

  • Bei Parteien und Firmen nachzufragen, weshalb der Anteil der Frauen in Machtpositionen so niedrig ist.

Weil so wenige Frauen in Machtpositonen wollen und die eine Menge Arbeit sind? Firmen und Parteien suchen händeringend nach Frauen. Aber es ist schwer welche zu finden, die die Arbeit auch machen wollen.

  • Die eigenen Denkweisen und Handlungen auf unbewussten Sexismus zu überprüfen. Eigene sexistische Denkweisen und Handlungen im Alltag wahrzunehmen und dann zu versuchen, weniger sexistisch zu sein.

Das wäre ein wirklich guter Vorsatz für den Feminismus und auch für den Autoren des zitierten Artikels, der anscheinend Frauen für vollkommen unfähig hält selbst etwas zu ändern.

Auf in den Kampf

Häufig wird von einer Identitätskrise der Männer gesprochen. Diese wird vermutlich zum Teil auch durch die Passivität verursacht, in die manche Männer verfallen, weil sie den Feminismus den Frauen zuordnen. Dabei wäre es nötig, aktiv zu sein. Eine gerecht Welt entsteht nicht von alleine.

Ja, es ist die Passivität des Mannes, die dazu führt, dass Frauen nicht in Führungspositionen vertreten sind. Wessen Passivität könnte es auch sonst sein?

Und sind wir Männer nicht so sozialisiert worden? Gibt es etwas, was männlicher sein könnte, als das Kämpfen für eine gerechtere Welt? Die meisten Helden, vom Blockbuster bis zum Comic, kämpfen dafür. Dabei nehmen sie Entbehrungen auf sich und stellen sich vermeintlich übermächtigen Gegnern.

Bizarr. Männer, wir sind doch eh die Macher, die die immer kämpfen wollen, die immer eine bessere Welt erkämpfen wollen. Macht was dagegen, dass Frauen in Führungspositionen, in denen man ja auch Macher sein muss, mehr vertreten sind, indem ihr Macher seid und in dem Bereich die Führung übernehmt!

Er bringt selbst eine besondere Veranlagung des Mannes, aktiv zu werden und zu kämpfen, sich Herausforderungen zu stellen, als Argument das Männer den Sexismus als Anführer bekämpfen sollen, dass Frauen seltener Anführer sind, weniger aktiv sind und sich  nicht den Herausforderungen der Karriere stellen.

Das muss einem doch auffallen, wenn man es schreibt. Er schreibt selbst den Alternativgrund neben Sexismus.

Männer, auf in den Kampf! Schüttelt eure Passivität ab und stellt euch solidarisch neben die Frauen. Wir müssen Feministen werden, um die Welt zu verbessern. Es gilt, mehr als eine Schlacht zu schlagen und Entbehrungen sind garantiert. Aber am Ende wird das Gute siegen.

Männer werden zu Machern erzogen, aber sollen bitte ihre Passivität abschütteln! Und gut, dass Männer Frauen ansonsten bisher nicht unterstützen. Nur eben in einer  Lebensplanung, die dieser Feminist hier anscheinend für falsch hält oder jedenfalls als Beleg dafür, dass die Frau diskriminiert wird.

Es wird Zeit, dass die nächste Generation auch von Superheldinnen sozialisiert wird. Mit Superkräften und Menstruationsschmerzen. Lasst zukünftig auch Heldinnen die Menschheit vor dem Atomkrieg retten. Lasst Atombusen keine Voraussetzung mehr dafür sein, Heldin zu werden. Ein Mensch zu sein ist ausreichend.

Ja, weil Atommuskeln oder ansonsten männliche Attribute bei den meisten männlichen Helden ja keine Rolle spielen.

Und auch die sonstigen körperlichen Funktionen der Superhelden immer thematisiert werden. Man weiß ja mehr über Supermanns Stuhlgang und die nächtlichen Samenergüsse des jungen Spidermans als über die Menstruationsschmerzen von Wonderwomen. Ein Skandal.

vgl auch:

„Ich bin nicht davor gefeit, der Versuchung zu erliegen, mich übertrieben feiern zu lassen. Einfach weil ich ein Mann bin“

Nils von Pinkstinks hat mal wieder einen wunderbaren Artikel geschrieben:

Er stellt erst dar, was sie für ein gutes Paar sind und das alles wunderbar ist, aber dann wirft leider etwas einen Schatten auf die Beziehung:

Sie leben in verschiedenen Welten

Denn in meiner Welt ist es zumeist vollkommen ausreichend, mit dem Selbstbewusstsein eines mittelmäßigen weißen Mannes aufzutreten.

In der Welt des Feminismus mag das durchaus so sein, denn mit mehr Selbstbewußtsein aufzutreten würde ja auch gleich zu Tadel führen.

Aber ernsthaft, er fügt gleich noch einen sexistischen Tweet dazu um seinen Punkt zu unterstreichen:

Der Tweet ist in so viele Richtungen sexistisch, dass es erstaunlich ist. Männer, will er wohl sagen, sind so privilegiert, dass sie einfach nicht mehr brauchen. Frauen könnten froh sein, wenn sie alles mit nur dem Selbstvertrauen eines mittelmäßigen Mannes angehen könnten, aber sie werden ja immer niedergemacht. Würde natürlich auch bedeuten, dass Männer eben viel selbstbewußter sind und damit auch weitaus eher für Führungspositionen etc geeignet. Es ist also genauso eine Frauenabwertung: Sie sind noch nicht einmal so selbstbewußt, wie ein durchschnittlicher Mann.

In ihrer Welt ist es viel zu häufig nicht einmal ausreichend, die professionellste, klügste, anpackendste, witzigste oder mitfühlendste Person im Raum zu sein, um Gehör und Beachtung zu finden. Ich erlebe immer wieder Situationen, in denen ich mich einfach nur informiert, selbstsicher, dreist oder tatkräftig geben muss, um das zu erreichen, was ich will. Ich brauche bei Fragen und Problemstellungen nicht lange zu überlegen – zu fast allem habe ich eine Meinung parat. Sie hingegen zieht oft klügere, sinnvollere Schlüsse als ich – ohne dass davon wirklich jemand Notiz nehmen würde.

Das ist eben der Effekt, wenn man einer radikalen Ideologie angehört, in der man meint Schlaues zu sagen, es aber tatsächlich gar nicht sagt. Soweit ich weiß ist seine Lebensgefährtin irgendwo Gleichstellungsbeauftragte, was auch etwas ganz anderes ist als Artikel darüber zu schreiben, wie schlecht Männer sind. Bei dem einen ist man häufiger Leuten im Weg, die einen für vollkommen überzogen finden, bei dem anderen lebt man in einer Filterblase, bei dem einem ähnlich radikale gratulieren, dass man ihre Ideologie teilt.

Während ich vor ein paar Jahren mit unserem Söhnchen ein bisschen im Rock durch die Altstadt spaziert bin, und viele Leute darum viel Aufhebens gemacht haben, hat sie im Gleichstellungsbereich gearbeitet und tagtäglich sehr verbohrten Herrschaften erklärt, wieso Geschlechtergerechtigkeit eine gute und lohnende Sache ist.

Vielleicht sollte sie dann schlicht auch in eine Filterblase ziehen, in dem man ihre Theorien teilt. Dass ist glücklicherweise noch nicht überall so.

Nun könnte man einwenden, dass das einfach unser Ding ist. Wir sind eben verschieden, introvertiert versus extrovertiert, Rocktragen bringt mehr Aufmerksamkeit und was nicht alles. Stimmt aber nicht. Es ist eine Geschlechterkiste. Wenn eine Kollegin mir erzählt, dass sie ein Bewerbungsgespräch mit einem leitenden Redakteur hatte, der die Füße auf den Tisch gepackt und sich über ihren Lebenslauf lustig gemacht hat, dann denke ich nicht mit Schrecken daran, dass mir das auch passieren könnte. Ich überlege, dass ich womöglich meine Füße dazugepackt und den Job genau deshalb bekommen hätte.

Und das wäre auch die bessere Lösung, weil souveräner.

Denn egal wie sehr ich mich um Gleichberechtigung bemühe: Ich bin nicht davor gefeit, der Versuchung zu erliegen, mich übertrieben feiern zu lassen. Einfach weil ich ein Mann bin.

Geil! „Ich komme leider so häufig in die Gelegenheit mich feiern zu lassen, es tut mir leid, dass mich das freut. Hat jemand meine Büßerpeitsche gesehen? Seht ihr wie eifrig ich sie benutze? Ich bin wirklich ein echter Feminist, ich lasse mich noch nicht einmal gerne feiern.“

Der obige Satz sagt eigentlich alles, was man über den Feminismus und Männer in diesem wissen muss.

Mich in einer ziemlich ekligen und ausgesprochen schwachen Sekunde besser zu fühlen als die Frau, die mir vier Kinder geboren hat, jeden Job rockt, in vielem professioneller ist als ich und die ich so sehr liebe.

„Habe ich schon gesagt, dass ich als Mann ein elendiger Wurm bin? Ich vergesse das aber leider ab und zu in wirklich ekelhaften, schwachen Stunden und dann fühle ich mich einfach wohl, obwohl ich ein Mann(!) bin“

 

Die für alle ein freundliches Wort hat und sich schon so lange mit meinen Macken abgibt. Das Ringen um Gleichberechtigung muss viel früher ansetzen als beim zähneknirschenden Anerkennen, dass Frauen über Jahrhunderte und Jahrtausende bis in die Gegenwart benachteiligt wurden und dass es Zeit ist, diesen Missstand zu beheben.

„Ich mag mein Leben, obwohl es auf der jahrhundertelangen Unterdrückung aller Frauen beruht! Was sind wir Männer doch widerlich! Aber wirklich: Ich werde Buße tun! Ich weiß, dass ich schlecht bin!“

Es muss damit beginnen, dass Männer sich eingestehen, wie sehr sie diesen Zustand genießen und von ihm profitieren. Es muss anfangen beim reflexartigen Übertünchen männlicher Unsicherheiten durch Überlegenheitsgebaren auf Kosten des anderen Geschlechts. Es muss sich mit der Frage beschäftigen, wieso Männer ganz allgemein die Leistungen von Frauen eher geringschätzen.

„Ich hingegen schätze die Leistungen von Männern als gering ein, wenn ich nicht gerade eine dieser schwachen Stunden habe (Ekelhaft!)“

Heldinnen täten uns ganz gut. Gerade uns Männern. Je länger wir uns einreden, dass es an ihnen mangelt, desto mehr übersehen wir die so zahlreich vorhandenen: Sportlerinnen, Politikerinnen, Aktivistinnen, Künstlerinnen. Oder eben naheliegender: Meine Lebenskomplizin. Jeden Tag wacht sie in einer Gesellschaft auf, die

ihr Aussehen kritisiert,
ihr Alter moniert
ihre Bedürfnisse ignoriert,
ihren Körper objektifiziert und
ihren Anspruch auf Teilhabe negiert.

Ja, Männer hingegen werden so mit Privilegien vollgestopft, dass sie kaum gehen können. Sie werden nie für ihr Aussehen kritisiert, wer hätte je gehört, dass „alte (weiße) Männer“ abgewertet werden? Oder das ihre Bedürfnisse ignoriert werden? Männer gehen stets vollbefriedigt durchs Leben, während es für Frauen keinerlei Luxus gibt. Gar keinen. Und wo dürfen Frauen schon mitmachen? Dürfen die etwa Studieren, was sie wollen und sind frei in einem Wettbewerb einzutreten, der mit Überstunden etc hart geführt wird? Natürlich nicht!

Sie erhebt sich und ist einfach großartig. Sie lässt sich dort nicht entmutigen, wo mir kein bisschen Mut abverlangt wird. Sie erkämpft sich Räume, in denen ich nur stattzufinden brauche. Sie besteht auf Dinge, die mir einfach zuerkannt werden. Sie ist meine Heldin.

Das ist schön für ihn. Es ist wunderbar, wenn die Beiden so glücklich sind.

Aber ich brauche diese Männerabwertung nicht und ich muss auch nicht künstlich Frauen zu Heldinnen machen.

Das ist keine Gleichberechtigung. Das ist ein Kult, in der der Mann der Sündenbock und die Frau die erlösende Göttin ist.