Wie man den Gender Pay Gap endlich beseitigt

Endlich einmal konstruktive Vorschläge für die Beseitigung des Gender Pay Gaps:

But enough of this rationalisation. It’s 2018 and the gender pay gap should have been laid to rest a long time ago. To this end, I’d like to present some suggestions for tackling this sexist scourge on our society, four small proposals for campaigners to rally behind.

Konkrete Vorschläge, mit denen man den Gender Pay Gap endlich beseitigen kann. Was kann man mehr wollen?

Firstly, we need to stop letting girls choose which subjects to study. Although there are more women than men at university, men still dominate in physics, economics and engineering. If we’re serious about addressing the gender pay gap, then women need to be banned from gender studies, sociology, psychology and all branches of arts and humanities. Perhaps then they’ll aim for higher paid careers in the science and technology sectors. And if they don’t, then perhaps quotas should be instigated so women are compelled to take their fair share of places in labs.

Das wäre in der Tat ein wirksames Mittel: Denn Frauen entscheiden sich in freieren Gesellschaften eher gegen die Naturwissenschaften als in weniger freien. Also muss ein Gegendruck aufgebaut werden.

Then, we need a campaign to cut back on maternity leave and for far more bosses to step up to the plate and refuse women permission to work part-time once they have children. As a recent report from the IFS shows, part-time work plays a major role in the gender pay gap. Women who work part-time initially earn the same as their male colleagues but over a number of years their pay begins to lag. They are not actually at work as much as full-time colleagues and so they gain experience more slowly, miss out on some training opportunities and are less likely to apply for promotion. Women need to be prevented from sabotaging their career prospects in this way.

Wahrscheinlich der einzige Weg, ein langes Aussetzen zu verhindern: Ein Arbeitszwang möglichst kurz nach der Geburt und zwar in Vollzeit. Endlich kann man nicht mehr als Rabenmutter bezeichnet werden, man wird ja gezwungen und darf nicht anders.

After that, we need to consider cutting men’s wages. Fortunately, this is already being given serious consideration and is actually happening at the BBC. John Humphries set men everywhere a noble example when he agreed to a pay cut. As an added bonus: bosses will love this measure. Not only will wage bills be reduced but they get good feminist points too. Indeed, Tesco could easily solve its impending equal pay law suit by paying male warehouse staff less. If families that pool money to pay the bills lose out well, so be it. It’s not about demanding higher wages but principles and equality, right? Women will just have to spend more time at work to make up the shortfall. Win win!

Richtig, man muss einfach mal den Lohn reduzieren, denn anders geht es nicht. Wenn die Männer das ungerecht finden, weil sie zB mehr Überstunden machen oder ungünstigere Schichten übernehmen, dann können sie ja einfach die Frauen animieren, dies künftig für sie zu machen, damit die Haushaltskasse ausgeglichen bleibt.

Finally, but perhaps the most obvious measure of them all, simply pay women more. Again, there’s a precedent. In 2016, the University of Essexgave all its women professors a one-off salary boost to wipe out a gender pay gap pay. Disciplinary differences, length of service and publication record were all ignored; as the university’s Vice Chancellor said:

‘This decision ensures we reward people in a fair way, based upon their contribution to our community, regardless of their personal characteristics.’

The beauty of this measure is clearly its simplicity. Got a vagina? Have £5000! These easy-to-follow steps will soon put an end to the gender pay gap. And women everywhere will be eternally grateful: who wouldn’t want to live in this brave new world?

So einfach ist es natürlich nicht, wenn man nicht ein TERF (Transexklusiv radical feminist) sein will, denn nicht jede Frau hat eine Vagina. Aber andererseits wäre es schön einfach. Jeder Frau einfach mehr Geld geben, damit sind dann alle Probleme erledigt.

Ganz einfache Schritte, ich hoffe auf eine schnelle Umsetzung

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Raushalten ist als feministischer Ally keine Option (Aktiv sein ist aber wahrscheinlich auch schnell falsch)

Beim Missy Magazin gibt es nach diesem dieses Artikels  einen weiteren interessanten Artikel, der mal wieder deutlich macht, dass es kein richtiges Verhalten gibt:

Vor Kurzem diskutierte ich mit mehreren Menschen – weiß, nicht-weiß, Frauen, Männer und solche, die sich als weder noch definieren – darüber, was „Linkssein“ heute bedeutet. Gemeinsam sprachen wir über feministische Themen und ob und wie es möglich ist, Allianzen zu bilden. Eine Aussage, die im Gespräch fiel, hatte mich stutzig gemacht, weil ich sie in abgewandelter Form schon öfters gehört oder erlebt habe. Als wir über nicht-weiße feministische Allianzen sprachen, antwortete ein weißer Mann, dass er dazu nichts sagen könne, weil es ihn ja nicht betreffe und er keinen Sprechraum einnehmen wolle.

Das ist eigentlich eine Antwort aus dem Lehrbuch: Er ist weiß und ein Mann, er läuft also Gefahr, dass er mansplaint oder meint, dass er mehr weiß als die eigentlich Betroffenen und diese nicht zu Wort kommen lässt, sondern wieder mal als weißer Mann meint, in einer solchen Debatte Raum einnehmen zu müssen.

Natürlich war es auch hier – obwohl so genau häufig gefordert im Feminismus – nicht gut genug:

Das klingt auf den ersten Blick respektvoll und auch ein bisschen reflektiert. Doch auf den zweiten Blick ist es der falsche Ansatz. Denn mein Kampf für ein besseres Leben und Gerechtigkeit betrifft ihn genauso sehr wie mich, egal ob Mann, Frau, weiß oder nicht-weiß. Nur weil er ein weißer Mann ist, heißt es nicht, dass er mit den Problemen, die ich aufgrund des mir von der Gesellschaft zugeschriebenen Geschlechts und meines nicht-weißen Daseins einnehme, nichts zu tun hat. Alle Diskriminierungserfahrungen, die ich aufgrund meiner Position in der Gesellschaft mache, erfahre ich ja erst in Abgrenzung zu seinen Privilegien, die dieser Position gegenüberstehen.

Sich aus solchen Themen wie dem Bilden von nicht-weißen Allianzen rauszuhalten, weil „Mann“ – im wahrsten Sinne des Wortes – nichts damit zu tun habe, ist ignorant, unsolidarisch und ziemlich bequem für ihn. Wenn man schon nichts dazu sagen möchte, um nicht-weißen Menschen in einer Diskussion den Raum zu lassen, dann kann man wenigstens erkennen, dass das Problem einer Woman of Color das Problem eines jeden Menschen in unserer globalisierten Gesellschaft ist.

Das hat er ja auch gar nicht bestritten, dass Thema sollte „nicht-weiße Allianzen“ sein. Sein Fehler war wahrscheinlich, dass er nicht hintenan ein Schuldbekenntnis und bedingungslose Unterstützung bekundet hat.

Er hat wahrscheinlich sein Mantra nicht hinreichend auswendig gelernt:

Ich entschuldige mich dafür, dass ich nicht verantwortungsvoller bin. Ich werde es besser machen. Ich werde mehr tun. Ich werde zuhören.

Aber wahrscheinlich ist auch das zu passiv. Oder zu leer. Er darf nichts wirkliches sagen, dass könnte ihm als Einnehmen von Sprechraum ausgelegt werden. Er darf auch nicht schweigen, dann ist er zu passiv.  „Damned if you do, damned if you don’t“ würde man im englischen sagen.

Leider habe ich diese Verhaltensweisen schon oft in der linken Szene erlebt. Wenn man selbst nicht betroffen ist, meidet man die Diskussion.

Eine andere  Autorin in einem anderen Artikel im Missy Magazin:

Es reicht nicht, sich „korrekt“ verhalten zu wollen, es geht auch darum zu sehen, was „inkorrektes“ Verhalten mit denen macht, die sich das jeden Tag geben müssen, die sich nicht aussuchen können, ob sie es jetzt unangebracht finden (zum Beispiel als Scheiß-Ausländer bezeichnet zu werden) oder nicht. Sprich: Einfach mal zuhören und Deutungshoheit an der Garderobe abgeben. Sich einzugestehen, dass man bestimmte Dinge im Leben nie erfahren wird, weil man schlicht und ergreifend anders aussieht und sozialisiert wurde, heißt manchmal auch einfach: Deine Realität ist nicht meine und wird nie meine sein. Oft passiert es aber leider doch, dass man sich, wenn man von seinen Erlebnissen und Erfahrungen erzählt, anhören muss: Das ist nicht so. Das hast du dir bestimmt nur eingebildet. Du übertreibst.

Natürlich: Verschiedene Leute innerhalb der feministischen Szene können verschiedene Ansichten dazu haben, wie Leute sich korrekt verhalten. Das an sich ist erst einmal nicht zu beanstanden. Aber es ist doch interessant die beiden Ansichten einmal so direkt nebeneinander zu stellen. Es ist schade, dass das im Missy Magazin nicht thematisiert wird. Aber ich vermute ein Artikel mit dem Inhalt „Stimmt, wir sollten mal ausdiskutieren, was wir eigentlich genau von „Allies“ fairerweise erwarten können“ wird es nicht geben.

 

Eine Frau mit bildungsbürgerlichem Hintergrund beispielsweise – unabhängig davon ob sie weiß oder nicht-weiß ist – redet gerne über Sexismus, aber wenn es um Klasse geht, wird geschwiegen, weil man dann auf einmal die privilegierte Buhfrau ist. „I see you nice white ladies at the next #Black Lives Matter march, right?“ stand auf dem Schild des Schauspielers Amir Talai, das er bei einem Women’s March im Januar vergangenen Jahr hochhielt und das das Problem des Kreisens um die eigenen Betroffenheit thematisiert.

Es ist eben immer Nicht gut genug. Das ist wirklich der große Vorteil des intersektionalen Feminismus: Man kann immer noch etwas mehr Virtue Signalling betreiben. Kommen sie alle auf den Black Lives Matter March, dann muss man eben ein Schild hoch halten „Ich hoffe euren nächsten Protest gestaltet ihr so, dass auch stark behinderte Personen einfach daran teilnehmen können oder?“ oder eben eine andere Form der Steigerung.

Statt des Rückzugs fordere ich aber Einmischung und Solidarität. Es ist ja nicht ein bestimmtes identitäres Merkmal, das einen dazu legitimiert, sich einzumischen oder nicht. Was ist das denn auch für ein Ausgangspunkt? Schauen dann alle auf ihre Hautfarbe, bevor sie sich für eine bestimmte Sache einsetzen? Ich muss nicht erst Schwarz sein, um mich gegen Rassismus und für die Rechte von Schwarzen Menschen starkzumachen. Und ich muss mich auch nicht vor einem Gespräch über Rassismus oder Sexismus drücken, weil ich Angst habe, meine Privilegien sehen dabei nicht gut aus. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass ich als privilegierte Person weniger privilegierten Menschen den Raum wegnehmen sollte, sondern überlegen kann, wie ich mich dafür einsetze, dass Menschen, denen sonst wenig Gehör gegeben wird, welches geschaffen wird. Wer sich aber einfach raushält, nimmt zwar keinen Raum ein, hilft aber auch nicht anderen dabei, Raum zu verteidigen.

Passivität ist natürlich Stärkung des Gegners und kann niemals gut genug sein. Aber keinen Raum einnehmen dabei.

Während ich mir als Women of Color beispielsweise die Frage stelle, wie ich meine Überlebenschancen in einer Welt vergrößern kann

Auch wunderbar: Ihre Überlebenschancen. Weniger Dramatik wäre natürlich auch nicht gegangen.

…, die strukturell Frauen diskriminiert, kann sich eine männliche Person fragen, wie er mich dabei unterstützen kann, beispielsweise indem er sich auch die Füße am Internationalen Frauenkampftag im langen Demozug abfriert. Ich gehe auch nicht ständig auf feministische Demos, weil es nicht nur jene Themen sind, die mich als Person ausmachen oder mit denen ich mich 24/7 beschäftige. Beispielsweise finde ich genmanipuliertes Essen ziemlich ekelig, gegen TTIP zu protestieren kommt für mich daher genauso infrage.

Auch interessant: Er erklärt zu dem Thema „Nichtweiße Allianzen“, dass er dazu nichts sagen kann. Sie kritisiert das und schlägt vor, er solle dann wenigsten auf Demos für den „Frauenkampftag“ gehen. Hätte er also dann in die Runde werfen sollen: „Ich kann leider nichts dazu beitragen, möchte aber meine Unterstützung zeigen, indem ich demnächst auf eine Demo für Frauen gehe“? Wäre ja auch interessant, wenn dann jeder „Ally“ erst einmal der Reihe nach erklärt, welche „Ersatzprojekt“ er gerade fördert-

Mir ist klar, dass man nicht alles im Blick haben kann. Mir geht es auch nicht darum, dass alle über alles Bescheid wissen müssen, sondern für mich ist es eine Frage der Haltung, die ich gegenüber Themen und Dingen habe. Wenn es einen Satz aus meiner Kindheit gibt, an den ich mich ziemlich gut erinnere, dann ist es derjenige, den ich auf den Schultern meiner Großmutter auf Demos mitschrie: „Hoch die internationale Solidarität.“ Ich wusste früher zwar gar nicht, was das bedeutet, aber mir wird immer bewusster, wie wichtig diese vier Wörter sind. Sie können aber auch genauso problematisch sein, beispielsweise wenn der schwarze Block der Autonomen bei einer Kurd*innen-Demo aus Solidarität ganz vorne mit marschiert, jedoch mit ihrer kompletten körperlichen Vermummung und antistaatlichen Attitüde die Kriminalisierung der Kurd*innen nur noch weiter vorantreibt. Aber diesem Thema gebührt ein eigenes Kapitel.

„Seid wir Kinder und brüllt einfach Formeln, die euch andere Vorgeben und die ihr nicht versteht“?

Aber natürlich gleich der Zusatz, dass auch das wieder falsch sein kann, wie dann das Antifa-Beispiel zeigt.

Feministischer Ally sein ist eben ein Minenfeld. Alles ist gleichzeitig falsch und richtig.

„Männliche Inkompetenz ist eine subtile Form von Frauenhass“

Bekanntlich kann im Feminismus alles Hass sein, selbst Unfähigkeit. Zumindest wenn sich daraus Hass gegen eine der als unterdrückt anerkannten Gruppen ableiten lässt.

Ein entsprechender feministischer Text, der Unfähigkeit als Hass ansieht:

Have you ever dated a man who ‘can’t cook’?

Do you know a guy who’s rubbish at cleaning or any other kind of domestic chore?

Of course, you do.

It might not be their fault; many men are raised in traditional families where women do all the household tasks, ironing their little prince’s pants and serving up regular, large dishes which his future girlfriend then has to try to replicate.

Male incompetence is tolerated far more than female ineptitude.

Mir fehlt da immer die klassische Gegenprobe: Ein ernsthaftes Nachdenken inwieweit Frauen zugestanden wird, dass sie auf einem Gebiet keine Kompetenzen haben. Man kommt da meiner Meinung nach sehr schnell auf diverse Punkte:

Der einfachste Punkt wären bereits alle Formen von Handwerkerarbeiten. Eine Bohrmaschine in die Hand nehmen? Genug Frauen würden das niemals machen. Die Reifen an einem Auto wechseln? Wofür hat man denn einen Freund/einen Mann? Selbst „durch die Waschanlage fahren“ hatte ich schon als etwas, was vielen Frauen nicht geheuer war.

Weiter geht es mit auch ansonsten vielen technischen Vorgängen, die gerne an Männer verwiesen werden.

Aber genug Frauen haben sich auch schon in die Position begeben, dass sie eben für den Haushalt zuständig sind und das Geldverdienen seine Sache ist.

Our society has a number of loveable buffoons who fool around and are excused from acting like prats because they’re funny. They might be rubbish at most things but as long as their banter is flowing, we put up with it.

Da könnte man gegen halten „Solange die Frauen gut aussehen sehen wir ihnen alles nach“. Wobei ich auch die Grundbewertung angreifen würde: Männern wird Inkompetenz eher weit weniger nachgesehen, sie gelten weitaus eher als Versager und sind damit uninteressant. Und natürlich ist witzig sein durchaus auch ein Talent, weswegen man hoch im Kurs stehen kann.

These types are almost exclusively men. You don’t get hilarious, idiotic women being lorded as icons of our culture. Diane Abbott is dismissed as a cretin while Boris Johnson is a joker.

Ich bin bei ausländischen Politikern wahrlich kein Experte, aber Boris Johnson scheint einiges an Kritik abzubekommen.

 

Which begs the question: is conscious male incompetence a form of misogyny?

If you labour the point that you can’t cook, then chances are that you won’t be made to cook. If you make a hash out of doing the laundry or hoovering, you’re forcing someone else to take over.

Und wenn du kein Ikea-Regal zusammenbauen kannst, dann zwingst du jemanden anderen es zu tun.

Few have the patience to watch someone do a job badly over and over again and so often, they’ll just take it upon themselves to do your chores as well as their own.

Emotional labour is doubled when you’ve got an incompetent clown on your hands.

Die emotionale Arbeit ist auch so ein Schlagwort. Es kann als einfacher Multiplizierer der weiblichen Mühen verwendet werden. Seine emotionale Arbeit kommt dabei gedanklich gar nicht vor. Etwa wenn er zusätzlich zur Erwerbsarbeit noch die Launen seiner Frau aushält, die plötzlich die Arbeitsteilung ändern will, ohne dabei zu sehen, dass sie in vielen Bereichen auch Arbeit auf ihn überträgt.

Genug emotionale Arbeit wird auch in Beziehungen von Männern geleistet. Es ist die Zufriedenheit der Frau, die bestimmt, wie gut die Beziehung läuft, nicht die des Mannes. (A happy wife, a happy life)

 

I was recently listening Semi Circles, a BBC radio comedy starring Paula Wilcox, first broadcast in 1989.

It’s about a housewife who recently wakes up to the fact that she’s spent the past eight years being a slave to her kids and nice-but-emotionally-dim husband.

Part of this awakening is the realisation that she does all the housework because her husband is crap at it.

Left alone, he makes inedible food. He lets the kids stay up well beyond their bedtime. He leaves the house a tip.

He doesn’t even try to do a good job because he fears that if he’s too good at these jobs, his wife will make him do more of them.

Ich bin mir sicher umgekehrt würde sie eher von einer Überforderung ausgehen, bei der er nicht hinreichend berücksichtigt, dass sie durch ihre Geschlechterrolle, die ihr von Kindheit an aufgezwungen wurde, eben gerade solche Arbeiten nicht ausführen durfte. Oder irgend etwas in der Art.

As I spent the evening meal prepping for two and worrying what my partner could have for breakfast, it struck me that not an awful lot has changed over the past 30 years.

While I’ve dated some very domesticated guys who are far better than I at cooking and ironing, I’ve also had relationships with men who don’t even know how to cook porridge.

Is that a result of being de-skilled as a child by overbearing mothers? Or is it a conscious choice not to hone ‘worthless’ skills because they know someone else will do it for them?

Auch dazu müssen sie eben die passenden Frauen finden, die das mitmachen und es gibt genug, die sich gerne auf den Handel einlassen.

Und wieder könnte man es natürlich auch leicht auf Frauen übertragen: Studieren sie bewußt eher Fächer, in denen sie weniger verdienen, weil sie wissen, dass ihnen ein Mann die Erwerbsarbeit abnimmt?

Suchen sie sich bewußt eher Jobs, bei denen man leichter aussetzen kann, damit sie die Erwerbsarbeit um so leichter auf ihren Mann verlagern können?
Suchen sie sich bewußt Partner, die nicht kochen oder putzen können, damit sie einen Grund haben keiner Erwerbstätigkeit nachzugehen?

Es ist wirklich einfach solche Schuldzuweisungen zu konstruieren. Für beide Geschlechter.

I’m inclined to think it’s the latter. Plenty of people are raised in boarding schools or by all-encompassing parents and have the gumption to learn to cook or at least Google how to throw a simple meal together (porridge is literally oats and milk or water – how hard can it be?).

Eine Bohrmaschine ist auch überaus leicht zu bedienen. Und auch das kann man googln. Wie schwer kann das schon sein?

But those who choose to remain ignorant and then ask their girlfriends, wives, partners to do it for them are participating in a very subtle form of misogyny that burdens women with low-level emotional labour.

Wie immer im Feminismus kann man solche Sachen gar nicht hoch genug aufhängen: Es ist Frauenhass, der Frauen zusätzliche Arbeit aufhalst. Nicht weniger.

Hazel Brugger zur Benachteiligung von Frauen und Frauenförderung

Hazel Brugger von der Heute Show wurde interviewt und hat einige sehr interessante Antworten gegeben:

SPIEGEL: Für die „heute-show“ führen Sie auf Parteitagen oder Wahlpartys überfallartige Interviews. Reagieren Politiker anders, weil Sie eine junge Frau sind?

Brugger: Bestimmt. Ich glaube, Frauen sprechen nicht so gern mit mir. Weil ich mich, platt gesagt, nicht davon mildern lasse, ob sie einen tiefen Ausschnitt haben. Ein Mann hingegen findet es schon geil, wenn ich sage: Herr Kubicki, Sie haben aber einen tollen Anzug an!

Die erwartete Antwort war wahrscheinlich eher „natürlich nehmen mich die Leute als Frau nicht ernst, Sexismus Sexismus Sexismus“. Sie kehrt es um und erwähnt eher die Vorteile der Frauen bei Männern.

Der Spiegel fragt entsprechend weiter:

„SPIEGEL: Haben Sie mal einen Job nicht bekommen, weil Sie eine Frau sind?

Brugger: Ich wüsste nicht. Manchmal wurde ich nur deswegen engagiert. Viele Sendungen leiden darunter, dass sie fast nur männliche Gäste haben. Frauen haben es deshalb einfacher, eingeladen zu werden. Was wiederum bedeutet, dass der Qualitätsanspruch an Frauen nicht so groß ist. Das hindert mich, mir mehr Mühe zu geben und besser zu werden.

Da will der Interviewer verzweifelt eine Diskriminierung rausholen aus der Interviewten und die sieht eher eine Bevorzugung.

 

SPIEGEL: Das kommt jetzt überraschend.

Brugger: Es geht noch weiter. In 20 Jahren beißt sich das nämlich alles in den Arsch. Wenn man jetzt junge Frauen fördert, bleiben die schlechter. Männer hingegen müssen sich doppelt anstrengen, ins Fernsehen zu kommen, wenn es nur noch halb so viele Plätze gibt. Am Ende gibt es dann wieder mehr gute Männer.

Und dann macht sie sogar noch weiter. Wer Frauen aus dem Wettbewerb nimmt, der hindert ihre Entwicklung – das ist ganz gegen die Doktrin, dass eher nur Männer eingeladen werden, weil Patriarchat

SPIEGEL: Ist das Ironie – oder ein ernst gemeintes Plädoyer gegen Frauenförderung?

Brugger: Es ist ein Fingerzeig, dass ein Teil der Lösung schon das nächste Problem sein könnte. Ein gutes Beispiel war vor zwei Jahren der Versuch, ein Remake der Fantasykomödie „Ghostbusters“ zu drehen, ausschließlich mit Frauen. Es war – leider – ein Scheißfilm. Mit einer Frauenquote steigt auch die Verantwortung, denn man darf nicht enttäuschen. Wenn eine Regisseurin schlecht ist, schadet sie den Frauen noch mehr, weil hinterher alle sagen: Siehste! Ich rege mich auch viel öfter über schlechte Frauen auf als über schlechte Männer. Weil ich dann denke: Jetzt reißt euch doch zusammen!“:

Der Reporter kann es anscheinend gar nicht glauben. Ganz gegen das sonstige Opferschema. Wer Frauen als die Besseren darstellt, wer ihnen deswegen einfach Plätze gibt, der könnte das Problem eher verschärfen.

Frauenvolksbegehren in Österreich

In Österreich wird gerade für ein „Frauenvolksbegehren“ beworben:

Es ist Zeit
Wir erheben unsere Stimmen!
Für unsere Großmütter und Mütter.
Für uns.
Für unsere Kinder und Enkelkinder.
Für alle, die nach uns kommen.
Wir sind stark.
Wir fordern gleiche Chancen für alle Menschen.
Ungeachtet von Status, Bekenntnis und Herkunft.
Unabhängig von Beeinträchtigungen.
Solidarisch mit jenen, die Diskriminierungen
und Mehrfachdiskriminierungen erfahren.
Wir halten zusammen.
Es ist Zeit, sich zu lösen.

Wir wollen frei entscheiden, wie wir leben.
Selbstbestimmt wählen, wen wir lieben.
Ohne Geschlechterrollen und Klischees.
Gelöst von gesellschaftlichen Normen.
Für eine Welt voller Vielfalt.
Es ist Zeit, zu kämpfen.
Wir fordern Sichtbarkeit und Mitsprache.
Für alle Bevölkerungsgruppen.
In Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur.
In allen Bereichen des Lebens.
Für echte Gleichstellung.
Es ist Zeit, zu handeln.

Wir begehren Veränderung
In Österreich und überall sonst auf der Welt.
Heute für morgen.
Einfach und klar.
Wir sind in Bewegung.
Die Initiatorinnen des Frauen*Volksbegehrens

Wir wissen, dass die Welt vielfältiger ist, als das binäre System es definiert, daher benutzten wir einen inklusiven Frauen*begriff. Mit Frauen* meinen wir daher Cis-Frauen, Trans-Frauen, nicht-binäre Frauen und Interpersonen.

Selbst bestimmen.
Mädchen* und Frauen* sollen aufgeklärt, unabhängig und frei von
Zwängen über ihre Körper und ihre Sexualität bestimmen dürfen.

Daher fordern wir:

• Die Verankerung und Finanzierung von zeitgemäßer Bildung zu den
Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft in Schulen und
Bildungseinrichtungen
• Staatlich finanzierte, rechtlich abgesicherte, anonyme und kostenfreie
Beratungsstellen in ausreichender Zahl zu Sexualität, Geschlechtsidentität, Verhütung und Schwangerschaftsabbruch
• Gratis in Beratungsstellen zur Verfügung gestellte Verhütungsmittel
• Die volle Kostenübernahme von Schwangerschaftstests,
Verhütungsmitteln, die eine ärztliche Untersuchung und Beratung
voraussetzen sowie von Schwangerschaftsabbrüchen durch
Krankenkassen
• Angebot und Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen in allen
öffentlichen Krankenanstalten
Gewalt verhindern.

Jede fünfte Frau* über 15 ist in Österreich von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen, von sexueller Belästigung sogar nahezu drei Viertel aller Frauen*.

Daher fordern wir:
• Den bundesweiten Ausbau von staatlich finanzierten und rechtlich
abgesicherten, leicht zugänglichen, kostenfreien Einrichtungen für alle
gewaltbetroffenen Frauen* und ihre Kinder
• Den Ausbau der Kooperation zwischen Behörden, Gerichten und
Gewaltschutzzentren
• Verstärkte Sensibilisierungsprogramme in Schulen, der Justiz und der
Polizei sowie Präventionsprogramme und Antigewalttrainings für
Gefährdende

Schutz gewähren.

Auf der Flucht werden insbesondere Mädchen*, Frauen* und
LGBTIQ-Personen Opfer von Menschenhandel und sexueller
Gewalt. Sie sind besonders schutzwürdig.

Daher fordern wir:
• Die gesetzliche Verankerung von frauen- und geschlechtsspezifischen
Fluchtgründen, sowie eine geschlechtersensible Auslegung und
Anwendung von Migrationsrecht (entsprechend internationalen
Standards wie den UNHCR-Richtlinien, der UN-Frauenrechtskonvention
und der Istanbul-Konvention)
• Verpflichtende Weiterbildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für
Polizei, Dolmetschende sowie behördliche und gerichtliche
Entscheidungsträger*innen
• Sowohl das Recht auf schnelle und sichere Familienzusammenführung
wie auf einen eigenständigen und vom/von der Ehepartner*in
unabhängigen Aufenthaltsstatus
• Die geschlechtergetrennte Unterbringung, spezielle Schutzräume sowie
Zugang staatlich finanzierter, geschlechtsspezifischer, medizinischer und
psychologischer Therapie und Beratung

Einkommensunterschiede beseitigen.

Österreich hat nach wie vor einen der höchsten Einkommensunterschiede der EU. Frauen* mit und ohne Lehrabschluss, als auch Akademikerinnen*, sind davon betroffen.

Daher fordern wir:

• Volle Lohntransparenz durch eine detaillierte Aufgliederung aller
betrieblichen Einkommensberichte in sämtliche Gehaltsbestandteile
• Die verpflichtende Erstellung konkreter Maßnahmenpläne zum Abbau
von Einkommensunterschieden bei gleichwertiger Arbeit aller
Unternehmen, deren Einkommensberichte geschlechterdiskriminierende
Unterschiede aufweisen
• Sozial- und wirtschaftliche Maßnahmen, die eklatante Lohnunterschiede
zwischen verschiedenen Arbeitsmarktsegmenten, Branchen und
betrieblichen Hierarchien eindämmen und zu ausgewogenen
Geschlechterverhältnissen in allen Branchen und auf allen Ebenen
führen
• Pilotprojekte mit Vorbildwirkung im öffentlichen Dienst im Bereich der
objektiven Bewertung von Arbeit
• Die Koppelung von öffentlicher Auftragsvergabe und Förderungen an
Aktivitäten zur Gleichstellung im Betrieb

Arbeit verteilen.

Frauen* stemmen zwei Drittel aller unbezahlten Haus- und Sorgearbeit und werden daher oft in zeitlich befristete und niedrig entlohnte Teilzeitarbeit gedrängt.

Daher fordern wir:
• Eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei
Lohn- und Personalausgleich
• Die staatliche Förderung von kleinen und mittelständischen
Unternehmen, um eventuelle Wettbewerbsnachteile auszugleichen
Wahlfreiheit ermöglichen.

Eltern – vor allem Frauen* – können nach der Geburt oft nicht wieder Vollzeit arbeiten, weil die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung fehlen.

Daher fordern wir:
• Den Rechtsanspruch auf kostenlose, qualitativ hochwertige Betreuung
für jedes Kind bis zum 14. Lebensjahr unabhängig vom Alter und
Wohnort des Kindes
• Die Vereinbarkeit der Betreuungseinrichtung mit einer
Vollzeitberufstätigkeit der Eltern, also ganztägige und ganzjährige
Öffnungszeiten sowie leichte Erreichbarkeit
• Vereinheitlichte bundesweite Qualitätsstandards für eine
bedarfsorientierte Betreuung und eine individuelle (Früh-)Förderung

Macht teilen.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Frauen*. Trotzdem
nehmen sie an Entscheidungstischen in Wirtschaft und Politik
nicht die Hälfte der Plätze ein.

Daher fordern wir:
• Die Hälfte aller Plätze für Wahllisten und in Vertretungskörpern auf
Gemeinde-, Landes- und Bundesebene
• Die Hälfte aller Plätze in politischen Interessensvertretungen und der
Sozialpartnerschaft sowie in diversen öffentlichen Beiräten, Gremien,
Kommissionen etc.
• Die Hälfte aller Plätze in Leitungs- und Kontrollgremien von
Kapitalgesellschaften und Genossenschaften unabhängig von der Größe
der Gremien
• Wirksame Sanktionen, wenn die Quoten nicht erfüllt werden

Vielfalt leben.
Werbung, Spielzeug, Schulbücher: Die meisten Medien- und
Kulturprodukte beschreiben Frauen* und Männer* nach wie vor
klischeehaft oder sogar abwertend.

Daher fordern wir:
• Das Verbot von Stereotypen und die Entfaltung beschränkenden
Darstellungen in Text und Bild in Kinder- und Jugendmedien,
insbesondere in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen
• Gesetzliche Verankerung einer geschlechtersensiblen Ausbildung aller
Pädagog*innen mit bundesweit einheitlichen Standards und
Evaluationsmaßnahmen, sowie staatliche Finanzierung und gesetzliche
Verankerung von Institutionen, die in diesem Bereich Schulungen, Ausund
Weiterbildung anbieten
• Das Verbot von Werbe-, Marketing- und anderen kommerziellen
Medieninhalten, die Menschen in abwertender, klischeehafter oder
sexistischer Weise darstellen
• Einen Presseförderungsbonus für alle Medien, die sich in der Blattlinie zu
einer geschlechtersensiblen, klischeefreien Berichterstattung bekennen

Armut bekämpfen. Das ist gerecht!
300.000 Alleinerziehende – darunter über 90 % Frauen* – leben
mit ihren Kindern in Österreich. Mehr als die Hälfte von ihnen sind
armutsgefährdet.

Daher fordern wir:
• Einen staatlich garantierten Anspruch auf Unterhaltsvorschuss solange
Familienbeihilfe bezogen wird
• Die Anpassung des Betrags an angemessene Regelbedarfssätze
• Entkoppelung der Zahlung von der Leistungsfähigkeit des*der Unterhaltspflichtigen,
gleichzeitige Beibehaltung der Verpflichtung zur Rückzahlung
nach Leistungsfähigkeit

In einem Artikel in der TAZ wird angeführt, dass es alles sehr überzogene und zu teuere Forderungen seien, die damit letztendlich Frauen schaden würden.

Einige Forderungen des Frauenvolksbegehrens sind horrend teuer und in der Folge gerade auch für Frauen kontraproduktiv. Gleichzeitig gibt es die eine oder andere ähnliche Vorstellung, wie die Chancengleichheit für Frauen erhöht werden könnte. Schön wäre, wenn Frauenorganisationen, die im Endeffekt ähnliche Vorschläge machen, jene der Agenda Austria nicht ablehnen, bloß weil ihnen der Absender vielleicht nicht gefällt. Es sollte doch kein Problem sein, in einem bestimmten Bereich an einem Strang zu ziehen, auch wenn die Meinungen über andere Fragen auseinandergehen. Zum Wohle der Frauen.

Eine erste Hürde, nämliche 8400 Stimmen hat das Frauenvolksbegehren bereits genommen, man braucht für die zweite 100.000 Stimmen, damit sich dann die Politik damit beschäftigen muss:

Trotz mancher technischer Probleme in den Gemeinden war es am Dienstag, dem zweiten Tag für die Einleitung fix: In Österreich wird 21 Jahren nach dem ersten Frauenvolksbegehren wieder ein  Frauenvolksbegehren offiziell zur Unterschrift aufliegen.
Die dafür nötigen 8401 Unterschriften als Voraussetzung hatte man nach Angaben der Initiatorinnen schon am Dienstag am frühen Nachmittag beisammen. Die genaue Eintragungswoche wird dann vom Innenministerium festgelegt.„Wir sind überwältigt von dieser Welle an Zuspruch“, erklärte Sprecherin Andrea Hladky ein einer Aussendung.

Noch ist es aber möglich, bis 12. März Unterstützungserklärungen abzugeben. Diese zählen dann auch bereits als Unterschriften für die offizielle Eintragungswoche. In dieser müssen letztlich zumindest 100.000 Unterschriften erreicht werden, damit sich der Nationalrat verpflichtend mit dem Frauenvolksbegehren und dessen Anliegen beschäftigen muss.

Ziel des Frauenvolksbegehrens ist unter anderem eine allgemeine 30-Wochen-Stunde. Weiters wird eine 50-Prozent-Frauenqoute in allen Bereich gefordert. Zu den Anliegen zählt außerdem die kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln. Für das erste Frauenvolksbegehren 1997 gab es insgesamt knapp 650.000 Unterstützungsunterschriften.

Allerdings erscheinen die Forderungen ja recht radikal. Mal sehen, wie viele dort zustimmen.

„Ein Ministerium für Frauen behindert die Gleichstellung“

Larissa Holzki schreibt in der Süddeutschen:

Wer immer in der künftigen Regierung den höchsten Posten im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zugesprochen bekommt, sollte als Erstes das Wort „Frauen“ aus dessen Namen streichen. Damit wäre keinesfalls gesagt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern nunmehr realisiert ist: Das Zeitalter der Gleichstellung könnte überhaupt erst anfangen.

Wer Frauen in einer Reihe nennt mit Kindern, Jugendlichen und Senioren, stellt ihre Autonomie in Frage. Bis zum Alter von 18 Jahren dürfen Menschen in Deutschland nicht wählen, weil ihnen nicht zugetraut wird, ihre Interessen wahrzunehmen. Sie dürfen ohne die Zustimmung ihrer Eltern auch keinen Arbeitsvertrag abschließen und ihren Wohnort nicht selbst bestimmen. Deshalb muss jemand für ihre Rechte einstehen. Ältere Menschen verlieren zwar ihre Recht auf Teilhabe nicht, können sie bedingt durch Altersschwäche oder Demenz jedoch in vielen Fällen nur noch bedingt selbst wahrnehmen. Weil stützende familiäre Netzwerke heute keine Selbstverständlichkeit mehr sind, muss sich mehr denn je jemand dafür einsetzen, dass sie nicht vereinsamen und in der digitalisierten Welt unsichtbar werden.

Für die ansonsten eher im Opferfeminismus zuhause seiende Süddeutsche schon ein erstaunlicher Artikel.

Frauen in Deutschland sind hingegen selbstbestimmt und mächtig wie nie zuvor. Dass mal ein Mann das Kanzleramt geführt hat, daran können sich Abiturienten von heute kaum erinnern. Barrieren auf dem Arbeitsmarkt werden nicht zuletzt durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen durchbrochen: Bedingt durch den demographischen Wandel können Unternehmen auf Frauen schon jetzt nicht mehr verzichten; Aber der globale Wettbewerb verbessert die Chancen von Frauen noch mehr: Wenn Kreativität und Talent gleich verteilt sind – zwischen Geschlechtern und Nationen, dann muss ein kleineres Land wie Deutschland bald in Geburtsvorbereitungskursen Führungskräfte rekrutieren, um mit der Konkurrenz aus China, Indien und Russland mithalten zu können. Unternehmensberatungen sprechen schon jetzt von einem „War for Talents“ – auch und vor allem um Frauen, die bisher gezwungen oder aber gewillt waren, Familienarbeit zu leisten.

Frauen können die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt also mehr und mehr diktieren, egal ob es um Bezahlung, Arbeitszeiten oder Kinderbetreuung geht.

„Frauen haben die Macht“ und „Frauen können die Bedingungen diktieren“. Die männlichen Feministen wie Dörr werden spätestens hier in Schnappatmung verfallen und sich sicherheitshalber selbst geißeln, irgendwie sind sie sicherlich auch schuld, dass so etwas in der Zeitung geschrieben werden darf

Das zu erkennen, wird ihnen jedoch schwer gemacht. Zum Beispiel weil Konzerne behaupten dürfen, es gäbe nicht genug qualifizierte Frauen, um Führungsgremien paritätisch zu besetzen. Das verdreht die Tatsachen und schadet dem Selbstbewusstsein des ganzen Geschlechts. Viele Frauen zweifeln deshalb selbst an ihrer Eignung und streben höhere Positionen erst gar nicht an.

Und da sind wir dann wieder beim internalisierten Sexismus. Die Frau könnte alles haben, wenn sie nur an sich selbst glauben würden.

Das mangelnde Selbstvertrauen hat aber auch mit dem Namen des Ministeriums für „Frauen und Gedöns“ (Altkanzler Schröder) zu tun. Denn ein Schulkind, das lernt, dass es ein Frauenministerium gibt, verinnerlicht: Jungs können für sich selbst sorgen, um Mädchen muss sich jemand kümmern. Ein solches Rollenbild lässt Frauenquoten aussehen wie Hilfsprojekte.

Auch ein interessanter Ansatz, der aber dann eigentlich weiter gedacht werden müsste: Wenn Frauen Förderung brauchen, wenn ihnen immer wieder erzählt wird, dass alle Männer sie unterdrücken, wenn es einen Feminismus gibt, dann lernen Frauen, dass sich jemand um sie kümmern muss. Gerade dann, wenn dieser immer wieder die Opferrolle betont. Der männliche Feminist als Retter, der Mann, der sich ändern muss, damit es der Frau besser geht, das alles ist höhst passiv. Einen wirklich aktiven Feminismus, der also Frauen auffordert, dass sie etwas verändern, weil nur sie die Veränderung bewirken können und bei dem sie sich in Konkurrenz mit den Männern durchsetzen müssen und nicht darauf hoffen können, dass man für sie Sonderregelungen einführt, gibt es nicht.

Oder die Kinder nehmen den Frauenminister eher als Vertreter wahr. Dann prägt sich viel mehr ein, dass Frauen jemanden brauchen, der für sie spricht. Es ist gruselig, wenn für diese Aufgabe ein Mann ausgewählt wird. Es wird aber kaum besser, wenn eine Frau alle anderen repräsentiert.

Diese Überbewertung solcher einfachen Punkte finde ich ja immer wieder erstaunlich. Als ob alles an der Person hängen würde. Als ob Leute nicht einen Schritt weiter denken und dieses einfache Bild des Mannes oder eben der Frau im Frauenministerium ihnen ausreicht, damit sie in absolute Hilflosigkeit und Passivität verfallen. Dekonstruktive Sozialkonstruktivisten haben da häufig ein sehr sehr einfaches Bild, quasi eine stark vereinfachte Black Box, in der nicht tausende von Vorlieben, Wünschen, Planungen zum Leben, Fertigkeiten, Reaktionen anderer etc eingehen, sondern schlicht ein Bild einer Frauenministerin, das den Schalter auf Passivität umlegt.

Was für eine ungeheuerliche Reduzierung! Die Landwirte haben einen Minister, die Soldaten haben einen Minister und die Frauen eben auch. Als wären sie eine gesellschaftliche Gruppe mit besonderen Bedürfnissen. Etwa die Hälfte der Gesellschaft ist weiblich. Wer an einem Ministerium für Frauen festhält, der sorgt dafür, dass Männer die Norm bleiben.

Herrlicher Satz. Mal wieder ein Beleg, dass alles sexistisch sein kann, eine Sonderbehandlung, aber auch eine Gleichbehandlung. Ein durchaus richtiger Gedanken: Frauen sind keine Minderheit. Aber dann wieder in etwas eingebettet, was sozialkonstruktivistisch ist und eine Unterdrückung herbeiredet. Hört auf Frauen zu unterdrücken, indem ihr sie fördert, als wären sie förderungsbedürftig!

Das Argument, Frauen bräuchten trotz alledem Schutz, weil sie schwanger werden könnten, häufiger mit dem Kind alleingelassen und von Arbeitgebern schon prophylaktisch gemieden würden, darf nicht gelten. Diese Denkweise versucht immer nur eine Benachteiligung auszugleichen, die sie selbst verursacht, weil sie alle Herausforderungen von Schwangerschaft bis Erziehungsverantwortung bei der Frau verortet – auch wenn sie diese davon entlasten will. In einem Gesellschaftsmodell, in dem die Kinder von wenigen Bürgern die Renten von allen bezahlen müssen, muss aber radikal umgedacht werden: Dass Kinder geboren werden und sich gesund entwickeln können, liegt in der Verantwortung von Wirtschaft und Gesellschaft – nicht primär bei den Frauen und der Familie. Fragen der Vereinbarkeit mit der Berufstätigkeit wären deshalb beim Arbeitsministerium besser aufgehoben – sie betreffen Arbeitgeber ebenso wie Arbeitnehmer.

Die Frau hat eben den Nachteil, dass sie diejenige ist, die schwanger wird und den Kosten damit wesentlich schlechter entfliehen kann. Wobei das eben auch eine Frage der gesellschaftlichen Normen ist: In Frankreich sind die Unterbrechungen wegen Schwangerschaft deutlich kürzer.

Frauen aber brauchen nicht eine Ministerin oder einen Minister, sondern ein gesamtes Kabinett – genau wie die Männer. Für die Gleichstellung müssen alle Ministerien gemeinsam eintreten, ob Arbeit, Wirtschaft, Justiz oder Verteidigung. Solange es aber einen Regierungsvertreter gibt, der ganz explizit damit betraut ist, wird das nicht geschehen, weil alle auf das Bundesministerium für Familie, Jugend, Frauen und Senioren verweisen können.

Ihre Argumentation scheint zu sein: Frauen brauchen Förderung (sie will ja Gleichstellung), aber man darf kein spezielles Dezernat dafür einrichten, sondern muss in allen Dezernaten eben diese Förderung mitdenken. Allerdings dürfte das in der Praxis wohl heißen, dass es spezielle Mitarbeiterinnen dafür gibt, die das im Auge behalten, denn zum einen werden die entsprechenden Feministinnen ihre Posten behalten wollen und zum anderen will der Feminismus ansonsten ja gerade die Opferrolle haben. Es könnte ein vernünftiger Ansatz sein, wenn es nicht schlicht zu Unterabteilungen führt, die dann nur einfach aus der Sicht sind. Denn sonst wäre ja auch ihr Ansatz nach hinten losgegangen: Man hätte kein Frauenministerium mehr, aber Frauenabteilungen in jedem Ministerium, was dann den Frauen nach ihrem obigen Ansatz ja noch mehr das Gefühl geben müsste Opfer zu sein.

Das Frauenministerium hat eine Feigenblattfunktion. Anders lässt es sich nicht erklären, dass das Arbeitsministerium unter seinen Themen auf der Internetseite das Thema Gleichstellung nicht mal nennt. Wenn Gleichstellung erreichbar werden soll, darf es im nächsten Kabinett keinen Frauenminister mehr geben.

Sie will also anscheinend schlicht mehr Frauenförderung, in jedem Bereich, aber dezentraler, damit die Frauen es nicht merken und sich deswegen nicht als Opfer fühlen.

#ichwars

Endlich gestehen Männer ihre schändlichen Taten: