„Was denken Sie über Domestic abuse Statistiken? Wie viel häusliche Gewalt geht von Frauen aus? Wie viel davon ist Selbstverteidigung? Außerdem wollte ich über Vergewaltigungs Statistiken nachfragen“

Ich finde es immer schön, wenn sich neue Leute in den Kommentaren zeigen und möchte daher eine Diskussion aus dem Selbermach Mittwoch rausziehen

Ein Leser stellte eine Frage:

Ich wollte einige Fragen stellen. Was denken Sie über Domestic abuse Statistiken? Wie viel häusliche Gewalt geht von Frauen aus? Wie viel davon ist Selbstverteidigung? Sind Murray A. Straus und Richard J. Gelles wiederlegt?
Angeblich gibt es neue Studien, die zeigen, dass die meiste wirklich schlimme Gewalt von Männern ausgeht.

Außerdem wollte ich über Vergewaltigungs Statistiken nachfragen. Angeblich sind zwischen 6% und 16% der männlichen US Uni Studenten Vergewaltiger…..davon sind 2/3 Mehrfachvergewaltiger. Wenn 20% der Frauen Vergewaltigt worden waren machen nur 6-8% einen Sinn, da 11% Mehrfachvergewaltigern unter den Männern wohl mindestens 40% der Frauen vergewaltigt haben müssen….
Wie viele % der Männer sind Vergewaltiger eurer Meinung nach?

Da ist noch die Frage von PTSD…..10% der Frauen haben (irgendwann in ihrem Leben?) PTSD https://www.ptsd.va.gov/understand/common/common_women.asp#:~:text=Women%20are%20more%20than%20twice,PTSD%20than%20many%20other%20events.

Angeblich haben zwischen 90 und 30% der Vergewaltigungsopfer PTSD

Sagen wir 50%……dann ist aller PTSD den Frauen haben wegen Vergewaltigung…..
Entweder werden weniger als 20% der Frauen vergewaltigt oder die „drunk and drugged“ Vergewaltigungen, welche ja 70% aller Fälle ausmachen sind nicht so traumatish.

Ich meine zwischen 15 und 40% der gebärenden Frauen haben PTSD von der Geburt…..

Danke im Voraus

Ypsiloniks hatte folgende Antwort:

Es gibt eine Vielzahl von Studien, die belegen, dass Häusliche Gewalt gleichverteilt ist oder Frauen öfter zuschlagen:

https://uepsilonniks.wordpress.com/2018/11/24/haeusliche-gewalt/

Ausmaß von Vergewaltigung:

https://uepsilonniks.wordpress.com/2019/04/06/rape-culture-unzaehlige-faelle/

Also: Nur verschwindend wenige Männer sind Vergewaltiger.

Und es werden mehr Männer als Frauen vergewaltigt, Arne Hoffmann arbeitet zu der Thematik an einem Buch, lies hier mit, damit Du die Veröffentlichung nicht verpasst, bis dahin:

https://uepsilonniks.wordpress.com/2017/10/20/mentoo-sexuelle-gewalt-von-frauen-an-maennern/

Dimitry antwortete darauf:

Vielen Dank für die Information.

http://freenortherner.com/2013/08/09/schroedingers-rapist/ Hier sind Studien, welche zeigen, dass 6% der Männer auf die eine oder andere Art vergewaltigt haben (70% haben die Frau betrunken gemacht oder Drogen verwendet).

Was die Domestic violence angeht, kann man sich die Diskussion hier ansehen: https://www.feministcritics.org/blog/2016/01/03/a-great-rebuttal-of-female-privilege-part-ii/

„When violence against men consist more of getting shit thrown at them or hit with an object while 85 percent of them endorsed no fear in respond to such violence, then obviously they are not going to report the incident. It is merely a couple altercation gone bad not the typical “control” behavior that male domestic abusers express. Hence there is no under-reporting of male domestic violence, it just that severe violence for both genders are reported and majority of the victims are women.“

„The Gender symmetry theory by MRA researchers Strauss and his male colleagues have totally destroyed any potential for awaring the public for the amount of female victims that suffer from domestic violence every year particularly those that die as a result of such violence usually carried out with homicide committed by the partner. 50 years of flawed research not contextualizing the crime have done this.

Finally a Hong Kong researcher who used context to to analyze IPV found more support for Gender assymetry, and was his study that I quoted in one of the paragraphs. Here is another line from his meta-analysis:

However, when taking into account the severity, motives, and impacts of the IPV
incidence, findings may be more favorable for a gender asymmetry that men often initiate and perpetrate more severe IPV which lead to more severe consequences or injuries.

http://hub.hku.hk/bitstream/10722/134467/1/Content.pdf?accept=1 “

„Exploring gender differences in the patterns of intimate partner violence in Canada: a latent class approach.

Women and men were equally likely to experience less severe acts of physical aggression that were not embedded in a pattern of control. However, only women experienced a severe and chronic pattern of violence and control involving high levels of fear and injury.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19833606 “

„I suggest you look at both gender symmetry and gender asymmetry arguments. You would see that most international researchers side with gender asymmetry while only a handful of conservative western males (strauss and gelles) side with gender symmetry.

https://en.wikipedia.org/wiki/Intimate_partner_violence „

Ypsiloniks wieder dazu:

Vielen Dank für die Information.

du hast die Informationen gar nicht zur Kenntnis genommen, sondern drückst jetzt mit aller Gewalt deinen feministischen Dreck hier rein.

du kommst mit 6% Vergewaltiger, obwohl ich dich auf einen Text hingewiesen habe, dem zu entnehmen ist, mit welchen schmutzigen Tricks Feministen Vergewaltigungsepidemien herbeifälschen. Und „Schröders Vergewaltiger“? Stell dir vor, unsere Gesellschaft wäre tatsächlich frauenfeindlich und man würde den Umstand, dass die meisten Kindsmorde auf das Konto von Frauen gehen, zum Anlass nehmen, von „Schrödingers Kindsmörderin“ zu sprechen und Frauen einem derartigen Generalverdacht auszusetzen. Wäre das vielleicht… nun ja? Frauenfeindlich? Was denkst du, kannst du überhaupt denken?

du kommst mit feministischen Studien zu häusliche Gewalt, obwohl ich dich auf hunderte Studien hingewiesen habe, und zitierst, fast alle würden zu feministisch korrekten Ergebnissen kommen. Wobei politisch, feministisch unkorrekte Ergebnisse gecancelt werden, auch mit Gewalt, da werden Kinder von Gewaltforschern mit dem Tode bedroht, schon vor Jahrzehnten, auch davon könntest du wissen, wenn du meinen Quellen gefolgt wärst, Stichwort Erin Pizzey und weiterführende Quellen. Dass Feministen oft von vornherein allein Frauen befragen, lässt dich auch nicht aufmerken, oder? Es steckt immens viel Geld – Steuergeld – dahinter, feministische Ideologie durch pseudowissenschaftliche Forschung zu stützen, die aber nicht im geringsten seriös ist: Häusliche Gewalt allein gegen Frauen wegen des „Patriarchats“, Basta! Um überhaupt Gelder für solche Forschung bewilligt zu bekommen, muss man von vornherein beweisen, dass man auf der „richtigen“ „progressiv-diversen“ Seite steht; es wird massiv politisch manipuliert, unerwünschte Ergebnisse werden gecancelt, damals schon, ich zitiere ein Beispiel:

Ich hatte vor einigen Jahren (so um 2000 herum) beruflich mit einer Studie zu tun, die häusliche Gewalterfahrungen in Partnerschaften erforschte durch Befragungsmethoden. Durchgeführt durch eine deutsche Universität und finanziert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ministerin damals Christine Bergmann.

Mein Job dabei war, einige Datenaufbereitungen und statistische Analysen mit diesen Daten durchzuführen. Das Ergebnis war – was mich damals schon überrascht hat, ich war noch auf Stufe 1. – dass Gewalterfahrung in der Stichprobe ziemlich gleichverteilt war zwischen den Geschlechtern – und zwar auf allen Stufen der Gewaltintensitätsskalierung. Der Anteil der männlichen Befragten lag bei 30% in dem Sample.

Und dann rief mich ganz aufgeregt und verzweifelt eine Doktorandin aus dem Projekt an und sagte: „Wir müssen die Männer da raus nehmen, die gehören da nicht hinein“.

Ich war etwas überrascht und meinte, technisch sei das über Filter kein Problem, aber es würde mich etwas wundern, warum die männlichen Befragten nun nicht gezählt werden sollten.

Darauf kam sie ins Stottern und stammelte – es war wirklich so, das waren keine zusammenhängenden Sätze mehr – etwas davon, dass es ja eigentlich nur um Gewalterfahrung von Frauen ginge und die Männer da nur versehentlich hinein geraten seien.

Was mich sehr verwunderte. Weil ich den Fragebogen ja kannte, und da stand oben drüber „Gewalterfahrung in Partnerschaften“. Nicht „Gewalterfahrungen von Frauen“. Und vor allem, weil: Wenn von Anfang an nur auf Frauen eingegrenzt werden sollte, dann machte ja die Erfragung des Geschlechts der Befragten im Fragebogen keinen Sinn. Das hatte mich doch stark irritiert.

Und da fing sie dann an zu weinen und meinte zwischen den Schluchzern: Ihre Professorin habe ihr gesagt „die Ministerin will das so“ und „wir müssen die Männer rausnehmen“.

Ich war einigermaßen perplex. Es ist für mich bis heute ein Lehrstück, wie speziell in Deutschland bei diesem Thema „geforscht“ wird. Wenn die Ergebnisse nicht passen, dann werden einfach die Daten angepasst. Ich denke, über die wissenschaftliche Ethik eines solchen Vorgehens brauchen wir nicht weiter zu reden.

So läuft das im Patriarchat!

du bist an keiner Diskussion mit Austausch von Argumenten interessiert, du unterstützt stattdessen eine Bewegung, die Hass zwischen den Geschlechtern sät und mit einer massiv einseitigen Politik für immenses Leid unter Kindern wie Männern verantwortlich ist, häng dich auf.

Weis auch nicht führte an:

„Angeblich gibt es neue Studien, die zeigen, dass die meiste wirklich schlimme Gewalt von Männern ausgeht.“
Ein Mann, der richtig zuschlägt, richtet mehr Schaden an als eine Frau (die keine Waffe in der Hand hat). Das ist offensichtlich und soll hier den feministischen Basisgedanken „Männer sind schlimm“ belegen.

Ein paar Gedanken dazu:
Eine feministische Standardklage ist: „Alle 3 Tage wird eine Frau von einem „(Ex) Partner getötet (<= SO SCHLIMM sind Männer!!)“
In der gleichen Zeit sterben 60 (!) Männer durch Selbstmord. Es gibt, da wir in einem Patriarchat leben, meines Wissens keine Studien dazu, wieviele dieser Verzweiflungstaten von einer Frau verursacht werden. Sollten es mehr als 5% sein, hätte ich Diskussionsbedarf über den Begriff „wirklich schlimme Gewalt“. Ist Psychoterror nicht schlimmt genug für die Definition?
Sind es mehr als 5%?
Alle 3 Stunden verliert ein Vater gegen seinen Willen das Sorgerecht für seine Kinder.
Es gibt Studien dazu, dass das Suizidrisiko nach einer Scheidung immens ansteigt.
Es ist also sehr plausibel, dass es mehr als 5% sind, aber Forschung zu dem Thema „Welche sozialen Katastrophen werden durch weibliches Verhalten ausgelöst“ ist leider selten. Weil wir in einem Patriarchat leben, weißt du?

Können wir auch mal bitte über die Prioritäten reden, wenn 100 tote Frauen im Jahr VIEL größeren Handlungsbedarf bedeuten als 6000 tote Männer?

Auch:
Es gibt Studien, die Menschen über einige Zeit begleiten, die in Beziehungen mit Gewalt leben. Bei Frauen gibt es eine signifikante Korrelation: Eine, die einmal in einer gewaltsamen Beziehung lebte, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit immer wieder in einer Beziehung mit Gewalt zu landen. Bei Männern gibt es diese Korrelation nicht.
Salopp gesagt: Man könnte die Gewalt gegen Frauen um rund 80% reduzieren, indem man Frauen beibringt, ihrerseits den Mann nicht zu schlagen und Streits nicht endlos zu eskalieren.
Wer den Ansatz nicht verfolgt, hat überhaupt kein Interesse daran, Gewalt gegen Frauen zu reduzieren.

Beim Feminismus geht es so gut wie niemals um das, was die vorgebrachten Wörter eigentlich bedeuten. Es geht immer nur darum, Emotionen auszulösen, die Feministinnen zum Machtgewinn ausnutzen können.

Es ist ein Fehler, auf der Ebene der Wörterbedeutungen dagegen zu argumentieren.

und ysiloniks ergänzte:

Noch eine extrem gute Quelle zu allen möglichen Themen (Häusliche Gewalt, Vergewaltigung…)

https://feministischeirrtuemer.de/uebersicht-dieses-online-lexikons/

Zum Beispiel: Opfer von Vergewaltigung sind überwiegend Frauen, Täter Männer

Billy Coen führte an:

Oh man, danke auf jeden Fall für die Erinnerung daran, mit was für einem geistigen Niveau wir es auf „der Gegenseite“ zu tun haben. Die verlinkten Quellen sind wahrhaft aufschlussreich

„When violence against men consist more of getting shit thrown at them or hit with an object while 85 percent of them endorsed no fear in respond to such violence, then obviously they are not going to report the incident. It is merely a couple altercation gone bad not the typical “control” behavior that male domestic abusers express. Hence there is no under-reporting of male domestic violence, it just that severe violence for both genders are reported and majority of the victims are women.“

Ah ja, die Gewalt besteht nur daraus, mal so harmlose Gegenstände an die Birne geschmissen zu kriegen wir Geschirr oder Bügeleisen. Na da bin ich ja beruhigt. Nie vergessen: die Arschlöcher, die diesen Rotz in die Welt pumpen, sind dieselben, die schon das Beenden eines Streites durch wortloses Verlassen des Zimmers als Gewaltakt gegen Frauen verstanden sehen wollen und so statistisch bewerten.

Und natürlich findet nie und nimmer eine Untererfassung männlicher Gewaltbetroffenheit statt, in einer Gesellschaft, in der Mitleid nur für Frauen reserviert ist und männliche Gewaltopfer erschreckend regelmäßig erleben, dass Ihnen Ermittlungsbehörden beim Versuch, Hilfe zu erhalten, gar nicht ers glauben oder sie sich gar selbst auf einmal mit Fragen konfrontiert sehen, die man eigentlich nur Tätern stellt während sich die prügelnde Frau im Nebenzimmer in den Armen einer verständnisvollen Polizistin eine Krokodilsträne nach der anderen rausquetschen kann. Nein, solche Fakten spielen gaaar keine Rolle, wenn eindeutig hardcorefeministische Quellen etwas anderes sagen. Und bitte hier nie vergessen: die Arschlöcher, die das verzapfen, sind dieselben, die meinen, die ganze Welt immer nur im eigenen Sinne durch die niemals auch nur annähernd erläuterte Hohlphrase „strukturell“ erklären zu können. Dabei sind sie selbst zu dämlich, Strukturen zu erkennen, wenn sie von ihnen in ihre faulen, fetten Ärsche gebissen werden.

Und natürlich, um die Dreifaltigkeit feministischer Blödheit perfekt zu machen, können sie natürlich immer in die Köpfe aller Täter und Opfer gucken und wissen darum, dass von Männern ausgehende Gewalt stets mit Macht und Anspruch und Kontrolle zu tun hat, während die von Frauen irgendwie… naja was eigentlich… irgendwie süß ist…? Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Das alte Mantra aller charakterlich, moralisch sowie intellektuell verkommenen Heuchler.

Ehrlich, dieses Relativieren, diese offene Herablassung gegenüber Gewaltopfern, die massiv unter ihren Erlebnissen leiden, einzig und allein weil sie aus Sicht der Autoren nicht das richtige Geschlecht haben, um für sie so etwas wie Mitgefühl oder zumindest ein Mindestmaß an Verständnis aufzubringen, ist schon in hohem Maße brechreizerregend und für mich ein weiteres unter unzähligen Beispielen, warum eigentlich jeder Mensch mit nur einer Unze an Anstand diese faschistoide Ideologie nur fundamental ablehnen sollte.

UNISafe Studie „Ein Drittel erfährt an der Uni sexuelle Belästigung“ – Geschlechtsspezifische Gewalt und ihre Folgen in der europäischen akademischen Welt

Eine Studie zu Gewalt an Hochschulen geht durch die Presse, hier zB der Spiegel:

Sexuelle Belästigung trifft einer Umfrage zufolge häufig auch Studierende oder Mitarbeitende von Hochschulen. Fast ein Drittel der Befragten hat demnach im Studium oder bei der Arbeit sexuelle Belästigung erlebt, wie aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Kölner Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften hervorgeht. Sechs Prozent berichteten von körperlicher Gewalt, drei Prozent von sexueller Gewalt.

Das Institut hatte die Befragung gemeinsam mit europäischen Partnern im Rahmen des EU-Projekts Unisafe an europäischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen durchgeführt. Im Zentrum der Untersuchung standen geschlechtsbezogene Gewalt – also Übergriffe, die mit der Geschlechtsidentität der Person in Zusammenhang stehen – und deren Konsequenzen.

Insgesamt gaben 62 Prozent der befragten Personen an, an ihren Einrichtungen mindestens eine Form von geschlechtsbezogener Gewalt erlebt zu haben. In der Studie wird eine umfassende Definition des Begriffs verwendet. Erfasst wurden körperliche, sexuelle, psychologische, wirtschaftliche und Onlineformen geschlechtsbezogener Gewalterfahrungen.

»Ein systemisches Problem«

57 Prozent der Befragten berichteten von psychologischer Gewalt. Dazu zählen laut den Fragebögen etwa Drohungen, Wutausbrüche, respektlose Anrede, Unterbrechen oder ungerechtfertigte negative Bewertungen. 31 Prozent berichteten von sexueller Belästigung

Frauen waren laut der Studie in fast allen Kategorien häufiger betroffen als Männer – außer bei körperlicher Gewalt, die häufiger von Männern angegeben wurde. Am meisten gefährdet sind der Untersuchung zufolge aber nicht-binäre Menschen. Nicht-binäre Menschen haben weder eine männliche noch eine weibliche Geschlechtsidentität

Die Studie findet sich hier. Ich habe mal reingeschaut.

Zuerst immer interessant: Was wurde überhaupt als Gewalt gewertet (S.5):

Definitions of the six forms of gender-based violence used in UniSAFE Survey

Physical violence is any act which causes physical harm as a result of unlawful physical force, e.g. somebody threatened to hurt you physically or pushed you.

Psychological violence is any act which causes psychological harm to an individual, e.g. somebody directed abusive comments towards you, interrupted you or spoke over you.

Economic violence is any act or behaviour which causes economic harm to an individual, e.g. harmed your work/studies through restricting access to financial resources.

Sexual violence is any sexual act performed on an individual without their consent.

Sexual harassment includes unwanted verbal, nonverbal or physical conduct of a sexual nature, such as comments on looks or body, sending of images with sexual content, making sexist jokes or touching you.

Online violence can take many forms, for example, cyberbullying, internet-based sexual abuse, non-consensual distribution of sexual images and text.

Nicht klar ist mir hier, wie sie da „geschlechtsspezifische Gewalt“ herausfinden wollen. Viele dieser Punkte müssen keineswegs im Zusammenhang mit der Geschlechtsidentität stehen. Und das ein solcher Zusammenhang besteht kann auch nicht schlicht daraus gefolgert werden, dass zB ein Mann eine Frau schubst.

Wie man sieht mal wieder äußert weite Formen der Gewalt bzw der Belästigung, etwa

  • hat Gewalt angedroht oder geschubst
  • jeder Akt der psychische Unwohlsein bei dem anderen verursacht wie etwa einen unterbrochen hat oder jemanden übergangen hat
  • ein Kommentar über das Aussehen oder den Körper oder ein sexistischer Witz etc

Die Umfrage wurde anscheinend über interne Kanäle der jeweiligen Unis verschickt. Zu den Personen, die teilgenommen haben:

With a sample including data from 42,186 respondents, the UniSAFE survey is the largest cross-cultural survey in Europe on gender-based violence in the context of universities and other research organisations.
In the unweighted sample, 67% (28,214) identify as women, 30% (12,762) identify as men, and the remaining 3% (1,154) identify as non-binary (or a gender identity not listed). In total, 43% of the respondents are staff and 57% are students. Overall, 11% of respondents report having a disability or chronic illness; 6% identify as belonging to an ethnic minority group; 6% report being international staff or students, and 18% identify as asexual, lesbian, gay, bisexual, or queer (LGBQ+).

Also kein sehr repräsentatives Sample. 11% mit einer Behinderung oder einen chronischen Krankheit erscheint mir auch ungewöhnlich hoch. Und dann erst 18% LGBQ+

Scheint etwas als hätten sie die Umfragen gerade an die Gender Studies Fakultäten geschickt…

Aus der Auswertung:

Wie man sieht sind Männer und Frauen gar nicht so weit auseinander, die meisten Männer haben auch bereits Gewalt oder Belästigung erlebt.  Gänzlich offen bleibt hier natürlich wer die Handlungen vorgenommen hat.

Dann die Aufschlüsselung nach Formen der Gewalt.

Interessant dort die sexuelle Gewalt: Obwohl in der Definition sehr breit gehalten („any sexual act performed on an individual without their consent.“) geben nur 3% an, dass sie da was erlebt haben.

Auch körperliche Gewalt ist vergleichsweise selten dafür, dass dort bereits „schubsen“ ausreicht.

Auch die nächste Grafik ist interessant:

Es geht darum, warum sie den Vorfall nicht gemeldet haben. Da hätten wir:

  • 31% Ich habe zur damaligen Zeit das Verhalten nicht als Gewalt erkannt
  • 47% ich war unsicher, ob der Vorfall ernst genug war um eine Meldung zu machen

Das heißt die meisten Fälle sind eigentlich von sehr geringer Natur, was angesichts des Umstandes, dass einen jemand beim Reden unterbrochen hat auch wenig verwunderlich ist.

Die nächste Grafik:

Wenn ich das richtig verstehe, dann haben sie Mitarbeiter gefragt, ob sie etwas von den dort beschriebenen Punkten schon mal gemacht haben und dann verglichen, inwiefern dies bei Leuten die „Gender Based Violence“ erfahren haben häufiger vorkommt oder nicht.

Da gerade „psychische Gewalt“ der allergrößte Teil der Gewalt ist muss man allerdings davon ausgehen, dass Leute, die eher gemobt werden, die eher nicht ins Team passen, oder die wegen jeder Sache beleidigt sind, auch eher erhöhte Werte haben.

Da fehlen noch eine Menge Auswertungen. Insbesondere, wenn man sich die Fragen hier anschaut

Daraus greife ich noch einmal die Frage zu „psychischer Gewalt“ auf:

In the next set of questions, we would like to ask you about your experiences of
psychological violence and harassment with persons connected with your institution.
Since you started at your institution, has someone ever done any of the following to you?
(Please choose one answer for each line.)

(A) Directed abusive comments towards you (e.g., demeaning, humiliating, offensive or ridiculing comments)
(B) Made threatening comments towards you
(C) Gave you hostile looks, stares, or sneers
(D) Interrupted you, spoke over you or addressed you in disrespectful terms in front of others
(E) Unfairly rated you lower than you deserve in an evaluation or assessment
(F) Ignored you or did not speak to you
(G) Subjected you to an outburst of anger

„Bewertete dich schlechter als du es verdienst in einer Evaluation“ ist ja auch eine sehr objektive Frage. Ebenso „Ignorierte dich“.

Mich würde auch gerade eine Aufschlüsselung nach Täter- und Opfergeschlecht interessieren.

Wer eine weitergehende Auswertung findet, der sagt bitte bescheid.

Vergewaltigungen und die Kriminalstatistik

Aus einem Bericht des Spiegels über ein Urteil zu vielen schrecklichen Taten:

Im Prozess um den jahrzehntelangen Missbrauch seiner eigenen Tochter hat das Landgericht München I den 75 Jahre alten Antonino D. zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die zehnte Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann allein in den Jahren 2017 bis 2020 die heute 55 Jahre alte Frau mindestens 270 Mal vergewaltigt hatte. Außerdem zeugte er mit ihr einen Sohn.

(…)

Nach den Aussagen von Vittoria D. (Name geändert) soll ihr Vater sie bereits im Alter von sieben Jahren missbraucht haben. Die Taten aus ihrer Kindheit sind verjährt. Was in Sizilien geschah, darauf hat der Arm des deutschen Gesetzes keinen Zugriff.

(…)

Die Kammer konnte die Zahl der Vergewaltigungen und auch der Schläge und Bedrohungen im genannten Zeitraum von drei Jahren nur schätzen. Es sei völlig nachvollziehbar, dass Vittoria nicht jede einzelne Tat zeitlich benennen könne. An den Aussagen der Zeugin hatte die Strafkammer keinerlei Zweifel. Sie sei sachlich, geordnet und konstant gewesen. Sie selbst soll bei ihrer Vernehmung gesagt haben, dass sie es jetzt selbst nicht verstehe, warum sie sich aus der Einschnürung nicht habe lösen können.

Es wäre interessant, dazu die tatsächlichen Zahlen zu haben, die in die Kriminalstatistik eingegangen sind (zum Großteil für die Vergangenheit, da ja die Tatzeit relevant wäre).

Ich die Polizeistatistik gehen die Zahlen ein, die die Polizei gemeldet hat, vor der Abgabe an die Staatsanwaltschaft. Da hier das Gericht von „jedenfalls 270 Fällen“ spricht würde ich vermuten, dass in die Kriminalstatistik wesentlich mehr Taten eingegangen sind. Es ist üblich, dass davon von der Staatsanwaltsschaft die rausgesucht werden, die am besten belegt werden können und ein Teil dann bei Taten dieser Art gar nicht eingeklagt wird, weil sie sich etwa nicht sicher war, wann es eigentlich genau anfing oder ob es in einem Jahr 30 Vergewaltigungen oder vierzig waren.  Das soll nicht abwertend gegenüber ihrem Leiden sein, aber natürlich wird sie kein Buch geführt haben. Hier werden also schon einige Taten „folgenlos“ sein, weil es egal ist, ob man ihn wegen 270 Taten oder 350 Taten anklagt.

Ich vermute, dass das auch die vermutete Opfer- und Täterzahl und damit die Risikoeinschätzung bei Taten gegen Kinder und Taten in Beziehungen verändert. Liest man in der Kriminalstatistik 270 Taten, dann hat man schnell 270 vergewaltige Frauen vor Augen und es erfordert dann eben 270 Vergewaltiger, die einer Frau ohne sie zu kennen auflauern, damit subjektiv das Risiko gleich ist.
Gerade Kindervergewaltigungen geschehen aber in einem gewissen sozialen Näheverhältnis, bei dem es dann immer wieder zu Übergriffen kommt, was dann eben dazu führt, dass es eine sehr hohe Zahl von Taten gibt, aber eben nur eine vergewaltige Frau (die um so schlimmeres erlebt hat) und einen Vergewaltiger. Auch bei Beziehungen kann es dazu kommen, dass die Handlungen durch Druck etc über einen längeren Zeitraum anhalten, so dass dann bei der Trennung gleich eine Vielzahl von Taten angezeigt werden. Auch dadurch dürfte die Gefährlichkeit von Beziehungen überhöht dargestellt werden.

Es wäre interessant, ob man dazu die Zahlen irgendwo herbekommt. Werden irgendwo Täter/opfer im Verhältnis zu den angezeigten Fällen dargestellt? Ich habe erst einmal nichts dazu gefunden.

 

Mal wieder: Wer etwas erfindet, was Frauen schützt ist ein Schwein!

Als ich diese Meldung las dachte ich mir schon, dass der Shitstorm nicht weit weg sein kann:

Eine Schülerin und ein Schüler der 11. Klasse in Stuttgart haben eine Unterhose entwickelt, die Frauen vor einer Vergewaltigung schützen soll. Damit haben sie es jetzt sogar in das Finale von „Jugend gründet“ geschafft.

Es ist das Gefühl, das vor allem Frauen kennen. Die Angst abends auf der Straße, die unsicheren Blicke nach links und rechts, die Schritte, die sich beschleunigen, sobald jemand auf der anderen Straßenseite auftaucht. Genau diese Angst wollen Jana Klein und Fynn Bukschat vertreiben. Beide besuchen die 11. Klasse des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Stuttgart.

Schüler tüfteln monatelang an Unterhose mit Alarmsystem

Die erste Idee kam von Fynn. „Ich habe eine Doku über eine Vergewaltigung gesehen, die auf offener Straße passiert ist. Das hat mich so geschockt, dass ich unbedingt etwas für die Sicherheit von Frauen tun wollte!“ Schnell holte er Jana ins Boot und zusammen tüftelten sie monatelang an der Unterhose. Der fertige Slip ist mit einem Alarmsystem versehen. Wird mit einem Ruck an der Unterhose gerissen, geht ein ohrenbetäubendes Signal los. Das soll den Täter verunsichern und Passanten aufmerksam machen.

Dass ein Alarm im Slip nicht die endgültige Lösung für Frauen sein kann, wissen Fynn und Jana. Sie wollen erstmal einige Unterhosen produzieren und Frauen testen lassen, ob sie sich damit sicherer fühlen. Ein Versuch ist es wert, sagt Jana. „Ich habe Freundinnen, die in blöde Situationen gekommen sind. Und ich glaube, denen hätte sowas eventuell helfen können!“

Unterhosen-Idee steht im Finale von „Jugend gründet“

Ob die beiden mit ihrer Erfindung auch die Jury von „Jugend gründet“ überzeugen können, wird sich beim Finale am 16. Juni zeigen. „Jugend gründet“ ist ein bundesweiter Wettbewerb für Schüler, Schülerinnen und Auszubildende. Die Teilnehmer stellen in dem Wettbewerb ihre innovativen Geschäftsideen vor. Eine Jury kürt nach mehreren Runden das Gewinnerteam. Gefördert wird „Jugend gründet“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Also eine Unterhose mit eingebauten Alarmsystem, welches gerade auf Gewalt reagiert. Eigentlich keine dumme Idee. Und er war sogar so schlau eine Frau mit ins Boot zu holen.

Aber im Feminismus gilt natürlich der alte Grundsatz:

Wer etwas erfindet, mit dessen Hilfe sich  Frauen vor einer Vergewaltigung schützen können, der führt an, dass Frauen etwas machen müssen und sich schützen müssen.

Das darf aber niemals sein, denn wer von einem Opfer verlangt, dass es etwas tut, der weißt allen die dies nicht machen eine Schuld zu und betreibt insofern Victim Blaming.

Nicht Frauen müssen etwas machen, sondern Männer müssen eben aufhören zu vergewaltigen.

Dazu hatte ich schon Artikel:

Auch schon entsprechenden Protest gab es bei einem Nagellack, der Vergewaltigungsdrogen anzeigen sollte und bei Selbstverteidigungskursen.

Hier ein paar Tweets:

„Die Unschuldsvermutung gilt nicht nur für Männer“

Stokowski weist zu recht darauf hin, dass die Unschuldsvermutung nicht nur für Männer (=richtiger: Nicht nur für Leute, die Sexualstraftaten begangen haben sollen) gilt:

Eine Frau, die öffentlich von Übergriffen erzählt und den Täter benennt, muss damit rechnen, dass ihr nicht geglaubt wird und sie der Lüge bezichtigt wird. »Unschuldsvermutung« ist ein Zauberwort, das alle Erzählungen, die außerhalb des Gerichtssaals stattfinden, zu Staub zerfallen lassen soll. Aber mit der Unschuldsvermutung ist es so eine Sache.

Denn die Unschuldsvermutung gilt auch für Frauen, die Männern Übergriffe vorwerfen. Man muss erst mal davon ausgehen, dass sie nicht lügen: Wer erklärt, dass eine Frau, die von Übergriffen spricht, lügt und das Ansehen dieser Person zerstören will, wirft der Frau mindestens üble Nachrede vor – und das wäre dann auch eine Straftat, die diese Frau begehen würde.

Richtig ist, dass die Unschuldsvermutung für alle Menschen gilt, die einer Straftat beschuldigt werden. Sie gilt insbesondere für den Staat, der immer berücksichtigen muss, dass jemand unschuldig sein kann und das er insbesondere Anspruch auf ein faires Verfahren hat, in dem der Staat ihm seine Schuld beweisen muss und nicht er seine Unschuld.

Wer sagt, dass man den Beschuldigen einer Sexualstraftat nicht vorverurteilen soll, weil eben die Unschuldsvermutung besteht, der muss dann ebenso den Beschuldiger nicht als jemanden, der eine mittelbare Freiheitsberaubung oder eine Verleumduung begehen will, vorverurteilen, weil die Unschuldsvermutung besteht.

Stokowski weiter:

Das bedeutet nicht, dass man jedem Menschen alles glauben muss. Es bedeutet aber, dass mehr Gewalt passiert als Gerichtsurteile bestätigen können und dass man dementsprechend natürlich Meinungen zu Fällen haben darf. Eine solche Meinung kann zum Beispiel sein: Ich neige dazu, Frauen zu glauben. Oder: Ich sehe die Auftritte oder Filme dieser Person inzwischen mit einem schlechten Gefühl. Oder: Ich wünsche mir, dass dieser Fall eines Tages aufgeklärt wird.

Eine Meinung zu haben hat wenig mit der Unschuldsvermutung zu tun. Denn diese gilt erst einmal nur für den Strafprozess, dessen Regeln müssen die Leute für ihre persönliche Meínung zu einem Fall aber nicht gelten lassen. Sie können in der Tat voreingenommen sein, sie können auch die bereits bekannten Fakten bewerten und darüber zu einer Einschätzung des Falls kommen. Sie können auch der Auffassung sein, dass weder eine Straftat vorliegt, noch eine Verleumdung bzw eine mittelbare Freiheitsberaubung, etwa weil der Sachverhalt bereits keine strafbare Handlung hergibt oder der Vorsatz nicht bewiesen werden kann, etwa weil beide eine bestimmte Wahrnehmung des Falls gehabt haben können.

Man wird Leuten, die nicht am strafrechtlichen Verfahren beteiligt sind, auch nicht verbieten können, eher oder immer einem bestimmten Geschlecht glauben zu können, auch wenn das weniger eine Meinung, sondern eher eine ideologische Position ist.

Das Problem ist: Solange keine Namen genannt werden, gibt es eine breite Öffentlichkeit, die bereit ist zu sagen, wie schlimm es ist, dass Frauen immer noch so viel Gewalt erfahren und dass endlich etwas passieren muss. Sobald allerdings Namen von mutmaßlichen Tätern genannt werden, verschiebt sich die Diskussion auf die Frage, ob hier die Karriere eines unschuldigen Mannes zerstört werden soll.

Das eine abstrakte Diskussion etwas anderes ist als eine konkreter Fall ist eigentlich wenig überraschend. Es ist erstaunlich, dass Stokowski den Unterschied nicht versteht.

In einer abstrakten Diskussion über sexuelle Gewalt wird ja nicht bestritten, dass es solche Fälle gibt und das sie für die Betroffenen schlimm sind.

Bei der konkreten Situation muss man aber natürlich die Umstände des jeweiligen Falls bewerten und schauen, ob sie einen überzeugen.

Sie greift da den „Luke Fall“ auf. Interessanterweise führt sie an, dass es da wohl sogar ein Verfahren gegeben hat:

 Ein Presseanwalt ließ später mitteilen, dass es ein Verfahren gab und dass dieses trotz Beschwerde rechtskräftig mangels hinreichenden Tatverdachtes zugunsten des Mannes eingestellt wurde.

Die Schilderung nochmal bei Stokowski:

Im ersten Fall erzählte eine Journalistin und Podcasterin von der Beziehung zu einem Mann, der direkt nach einem Gespräch über ihr Unwohlsein in der Beziehung körperlich übergriffig geworden sei. Er habe sie aufs Bett gedrückt, ihre Hose runtergezogen und angefangen an ihr »rumzuspielen«, bis er aufhörte und sagte, »boah, ich wollt dich jetzt einfach vergewaltigen, aber ich hab’s dann doch nicht gemacht«, woraufhin er eine Panikattacke bekommen hätte – »und dann hatte ich Mitleid mit ihm und hab ihn getröstet«.

Eine Schilderung an anderer Stelle, die ich hier zitiert hatte:

Als sie beide gemeinsam im Bett lagen, habe sie mit ihm darüber gesprochen, wie verletzt sie sei und distanzierte sich von ihm. Genervt davon, habe er zunächst angefangen, sie zu schütteln und kitzeln. Er habe ihren Oberkörper auf das Bett gedrückt, ihr die Hose ausgezogen und angefangen, an ihr “herumzuspielen”, wie sie sagt. “Ich war gerade kurz davor, dich zu vergewaltigen”, habe er demnach zu ihr gesagt und dann von ihr abgelassen. Das sei nur eine von vielen Geschichten, die sie selbst zunächst verdrängt habe.

Da merkt man bei ihr etwas die Belastungstendenzen heraus, denn in der anderen Version leitet er von kitzeln zu sexuellen Kontakt ein, während sie beide in einem Bett liegen, er zieht sie aus, merkt, dass sie keine Lust hat und hört auf, bevor er wirklich begonnen hat. . In dem hier verlinkten Beitrag sagt sie auch noch zu dem rummachen „Ich lag einfach so dar und dachte mir „Ja komm, lass es jetzt einfach über dich ergehen“.Seine Äußerung kann gerade deutlich machen, dass er gemerkt hat, dass sie nicht wollte und das beinahe übersehen hat und darüber erschrocken ist. Es lässt in der Version auch wen man ihre Äußerungen so als wahr übernimmt, einen ganz erheblichen Interpretationsspielraum und soweit ersichtlich sagt sie selbst auch nicht, dass sie vergewaltigt worden ist, sie sagt nicht, dass sie deutlich gemacht hat, dass sie nicht wollte, sie sagt nicht wie ihre Hose ausgezogen wurde etc.

Insofern hat der Artikel von Stokowski schon einen verleumderischen Anteil.

 

 

Falschbeschuldigungen: Häufigkeit und Strafen

Über Arne bin ich auf diesen Artikel bei Focus gestoßen, der sich mit Falschbeschuldigungen bei Sexualdelikten beschäftigt:

Das Institut für Rechtsmedizin in Essen hat rund 100 Ermittlungsverfahren zu Sexualdelikten ausgewertet. Eines der überraschendsten Ergebnisse: In 12 Prozent der untersuchten Fälle hatten die „Opfer“ eine Sexualstraftat nur vorgetäuscht.

Eine Studie des Instituts für Rechtsmedizin in Essen hat in einem größeren Rahmen untersucht, wie deutsche Gerichte Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ahnden und welche Rolle Rechtsmediziner bei der Aufklärung dieser Delikte spielen.

Eines der brisantesten Ergebnisse: In elf der 93 untersuchten Fälle (12 Prozent) stellte sich heraus, dass die bei der Polizei angezeigten Sexualstraftaten nur vorgetäuscht waren.

Studienautor Kurt Trübner sagte zu FOCUS Online: „Das bestätigt unsere Erfahrungen, wonach sich in 10 bis 15 Prozent solcher Delikte die angeblichen Opfer ihre Verletzungen selbst zugefügt haben und unschuldige Personen der Tat bezichtigen

Auch hier muss man berücksichtigen, dass es um die Fälle ging, in denen man nachweisen konnte, dass die Sexualstraftaten vorgetäuscht waren. Das lässt eine Dunkelziffer zu, bei denen dies gerade nicht nachgewiesen werden kann, etwa auch weil es keine Verletzungen gibt, die man untersuchen kann.

Es wurden ja anscheinend Fälle ausgewertet, in denen es Gutachten gab. Aber in vielen Fällen werden schlicht der Beschuldigte und die Anzeigenerstatterin angehört bzw als Zeuge vernommen werden und dann entscheidet der Richter, wem er glaubt oder er lässt evtl ein Glaubwürdigkeitsgutachten durchführen.

Für die Essener Studie, die kürzlich auf einer Rechtsmediziner-Tagung im schweizerischen Luzern vorgestellt wurde, werteten die Verfasser sämtliche forensische Gutachten zu Sexualstraftaten aus, die das Essener Institut in den Jahren 2000 bis 2011 erstellt hatte. Unberücksichtigt blieben Fälle, bei denen die Opfer Kinder unter 14 Jahren waren.

Insgesamt lagen den Rechtsmedizinern 125 Ermittlungsverfahren zur Auswertung vor. In 93 Fällen (74 Prozent) gelang es den Studienautoren Kurt Trübner und Vivi Reuter, die entsprechenden Polizeiakten bzw. Gerichtsurteile einzusehen. Auf diese Weise konnten sie feststellen, welche juristischen Folgen sich für die Beschuldigten – zu 98 Prozent Männer – ergaben.

Die Auswertung zeigte: Bei den insgesamt 93 Ermittlungsverfahren zu Sexualstraftaten, in denen die Akten vollständig vorlagen, erhob die Staatsanwaltschaft in 60 Fällen Anklage (65 Prozent), wobei drei Fälle kurz danach eingestellt wurden. 33 Verfahren (35 Prozent) hatte die Staatsanwaltschaft bereits zuvor eingestellt, ohne dass es überhaupt zu einer Anklage kam.

Also von 93 Verfahren wird in 33 Fällen keine Anklage erhoben, was beispielsweise auch damit zu erklären wäre, dass der Täter nicht ermittelt werden kann. Es kann auch daran liegen, dass die Beweislage nicht ausreicht oder die Aussage bereits im Vorfeld zu widersprüchlich ist.

Wenn das Verfahren dann in drei Fällen nach direkt wieder eingestellt wird, dann kann das auch verschiedene Ursachen haben: Von einer Versöhnung bei Ehegatten und einem Hinweis darauf, dass man vom Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch machen wird bis zu einer Stellungnahme nach Anklageerhebung, aus der sich ergibt, dass es so nicht gewesen sein kann.

Von den insgesamt 36 eingestellten Ermittlungsverfahren wurden elf Verfahren (31 Prozent) eingestellt, weil die angeblichen Opfer eine Sexualstraftat nur vorgetäuscht hatten. In sieben dieser Fälle hatten rechtsmedizinische Gutachten den entsprechenden Beweis erbracht.

Also bei den eingestellten Verfahren war ein ganz erheblicher Anteil eine Falschbeschuldigung.

Von den elf angeblichen Opfern, die eine Sex-Straftat nur vorgetäuscht hatten, wurden lediglich fünf (45 Prozent) strafrechtlich verfolgt, und nur in zwei Fällen (18 Prozent) kam es zu einer Verurteilung wegen Vortäuschens einer Straftat. In einem Fall sprach das Gericht eine Geldstrafe aus, in dem anderen Fall verhängte es eine Arbeitsauflage.

Feministen behaupten gerne eine Rape Culture, weil angeblich Vergewaltigungen nicht bestraft werden und damit der Staat die Vergewaltiger schützt. Die Anzahl der Verurteilungen und die Strafen zeigen, dass es andersrum eher ein deutlicheres Bild sit.

Zu den 57 angeklagten Sexualstraftaten, bei denen es zu Strafprozessen kam, lagen den Studienautoren insgesamt 53 Gerichtsurteile vor (in vier Fällen standen die Urteile zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch aus). Auch hier sind die Ergebnisse aufschlussreich.

Von den 53 Angeklagten wurden zehn freigesprochen (rund 19 Prozent), elf kamen mit Bewährung davon (rund 21 Prozent), einer wurde zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt.

Immerhin 31 Angeklagte (rund 59 Prozent) wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die Haftdauer betrug in der Regel zwei bis fünf Jahre, die Maximalstrafe lag bei 13 Jahren und sechs Monaten. In drei Fällen wurden die Täter außerdem zu anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.

Auch das passt nicht ganz zu dem feministischen Mythos, dass eine Anzeige nicht zu einer Verurteilung führt und nicht mit erheblichen Strafen versehen ist.

Das Durchschnittsalter der bei der Studie untersuchten Opfer betrug 27,7 Jahre, das der Beschuldigten 33,5 Jahre. Täter und Opfer kannten sich in 68 Prozent der Fälle, in 27 Prozent handelte es sich um einen ehemaligen Intimpartner, in vier Prozent um Arbeitskollegen. Elf Prozent hatten sich am Tattag neu kennengelernt.

Also auch nicht der alte Mann, sondern eher der junge Mann. Und in vielen Fällen ein Partner oder zumindest ein vorheriger Kontakt.

vgl. auch:

Strafbarkeit für „fahrlässige Vergewaltigung“ in Schweden

Ein interessanter Bericht über die neuen Strafgesetze in Sexualstrafrecht und ihre Anwendung in Schweden:

In Schweden hat das Oberste Gericht erstmals ein Urteil auf Grundlage des umstrittenen Einwilligungsgesetzes zur Zustimmung beim Sex gesprochen. Ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Gesetzes wurde ein 27-jähriger Mann von den Stockholmer Richtern unter anderem wegen sogenannter unachtsamer Vergewaltigung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass eine Person, die gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen gebracht werde, nicht ausdrücklich Nein sagen oder anderweitig ihre Weigerung ausdrücken müsse.

Das neue Gesetz war am 1. Juli 2018 in Kraft getreten. Es legt fest, dass beide Partner ausdrücklich und klar erkennbar mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden sein müssen. Alles andere wird als Vergewaltigung gewertet, auch wenn sich der Partner nicht körperlich wehrt oder Nein sagt. Passivität soll damit nicht als stilles Einverständnis interpretiert werden können. „Oaktsam våldtäkt“ bedeutet wörtlich übersetzt „unachtsame Vergewaltigung“ und ist im Deutschen am ehesten mit dem Begriff „fahrlässig“ zu vergleichen.

Eine „fahrlässige Vergewaltigung“ kennt das deutsche Recht noch nicht. Es ist natürlich immer gefährlich solche Zeitungsartikel über ein ausländisches Recht zu übernehmen, wenn man bedenkt, wie falsch mitunter von Journalisten schon über deutsches Recht berichtet wird. Aber „„Oaktsam våldtäkt“ klingt sehr nach „unachtsamer Vergewaltigung“ was schon eine Fahrlässigkeitsstrafbarkeit nahe legt.

Die Vorinstanz hatte den Mann zunächst wegen Vergewaltigung zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Nach Angaben schwedischer Medien wurden wegen des neuen Strafbestandes der unachtsamen Vergewaltigung bislang sechs Personen von niedrigeren Instanzen verurteilt. Der Beschluss des Obersten Gerichts dürfte nun wegweisend für die Rechtsprechung anderer schwedischer Gerichte sein.

Das Strafmaß für unachtsame Vergewaltigung legte das Gericht auf acht Monate fest. Der Mann wurde darüber hinaus wie bereits von der Vorinstanz wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen und sexueller Belästigung verurteilt.

Das wäre ja noch ein sehr geringer Bereich der Anwendbarkeit. Wäre interessant woran das liegt. Wurden Fälle abgewiesen oder werden sie selten angezeigt, weil die Männer vorsichtig sind oder die Frauen es auch nicht für strafwürdig halten?

In dem konkreten Fall übernachtete der Mann bei einer Frau, mit der er zuvor seit längerem über soziale Netzwerke Kontakt gehabt hatte. Die Frau hatte zugestimmt, dass er bei ihr über Nacht blieb, soll aber auch klargemacht haben, dass sie keinen Sex mit ihm wolle. Dennoch führte er in der Nacht laut Gericht seine Finger in ihren Unterleib ein, die Frau nahm dies passiv hin und stimmte nicht ausdrücklich zu.

Der Umstand, dass sie gesagt hat, dass sie nicht schlafen will muss nicht freundlich sein. Ich würde auch üblicherweise darauf davon ausgehen, dass eine Frau nur mit einem in einem Bett schläft, wenn sie, von ganz besonderen Ausnahmen und Situationen abgesehen, zumindest ein gewisses Interesse hat.

Ich hatte dazu mal Erlebnisse wie folgt geschildert:

Ich muss etwas gestehen: Auch ich war früher, noch lange bevor ich über Pickup überhaupt etwas gehört hatte, ein „Nein-heißt-Nein“-Vertreter. Wenn eine Frau leichten Widerstand zeigte habe ich mich zurückgezogen, mit ihr darüber geredet, darauf gewartet, dass sie in ihrem Tempo vorgeht. Wer hat das geändert? Frauen selbst!

Typische Konversationen in dieser Zeit waren: „Warum hatten wir eigentlich nie was?“ Du hättest ja was machen können?“ Aber du hast nein gesagt?“ „Du darfst halt nicht so schnell aufgeben“.

Im Partynachgespräch meinte ich zu einer Freundin, dass der eine ja recht aggressiv vorgegangen wäre, ich hatte schon überlegt, ob ich einschreiten soll. Die Antwort war zuverlässig ein „Immerhin hat er was versucht, auch wenn es vielleicht etwas viel war. Besser als jemand, der sich nichts traut“.

Ich hatte eine Freundin, bei der eine gewisse erotische Spannung in der Luft lag, die mich besuchte und (mit eigener Decke) in meinem Bett schlief. Vor dem Hinlegen sagte sie „Wenn du was versuchst, dann schneide ich dir den Schwanz ab“. Natürlich mit einem Grinsen. Also versuchte ich nichts. Wieder folgte eines dieser Gespräche. Und wieder ein „Du hättest ja was versuchen können“. Das tat ich das nächste Mal, trotz eines ähnlichen Spruches. Natürlich hatten wir Sex.

Auch beim Sex selbst war es nichts anderes. Frauen sagten, dass sie beim ersten Date nie mit einem Mann schlafen würden. Brachten alle möglichen Neins. Und dann, wenn man immer neue Versuche an dem Abend machte – als hätten sie jetzt genug deutlich gemacht, dass sie ja anständige Mädchen waren – hatte man wunderbaren Sex.

Frauen, die die ganze Zeit erzählten, dass man nicht einfach so Sex haben sollte, es wäre nicht richtig. Und ich habe ihnen die meiste Zeit über zugestimmt und auch gesagt, dass ich es nicht gut finde, aber DAS würde sich richtig gut anfühlen.

Ihr dann wenn sie schläft einen Finger reinzustecken geht aus meiner Sicht aber, wenn sie nicht ganz erhebliche Andeutungen gemacht hat, dass sie genau dies will, erheblich zu weit. Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen dann zunächst einmal einen leichten Körperkontakt herzustellen und zu gucken, wie sie darauf reagiert, etwa ihre Hand zu berühren etc. Einfach mit einem Finger in sie einzudringen, ohne dass Sie wach ist und sich geäußert hat, wo runter ich auch als nonverbale Äußerungen verstehe, geht sicherlich entschieden zu weit. Wenn hingegen das Hineinstecken des Fingers im Rahmen eines rummachens passiert wäre, wenn er also davon ausgegangen ist, dass er einen gewissen Konsens hat, dann wäre es etwas anderes, auch wenn sie vorher gesagt hätte, dass sie nicht mit ihm schlafen will.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann sexuelle Handlungen durchgeführt habe, ohne dass die Frau freiwillig daran teilgenommen habe. Am Urteil ändere auch die Tatsache nichts, dass sich die beiden darüber einig gewesen seien, im selben Bett zu liegen und dass sie nur noch Unterwäsche angehabt hätten. Der Mann habe zwar nicht vorsätzlich, dafür aber grob fahrlässig gehandelt.

Der Mann bestritt, eine Straftat begangen zu haben. Er gab an, gedacht zu haben, die Frau habe Sex haben wollen. Er verwies zudem darauf, dass er die sexuellen Handlungen abgebrochen habe, als er gemerkt habe, dass die Frau nicht weitermachen wolle.

Es fehlt aus meiner Sicht noch einiges an Sachverhalt um die Lage beurteilen zu können. Ich habe mal geschaut, was ich finden konnte (jeweils mit Google aus der Sprache übersetzt, sofern diese nicht deutsch war, ich hoffe es sind die gleichen Fälle aber es scheint mir mit dem Hinweis auf das oberste Gericht jeweils zu passen)

Aftenbladet:

Trotzdem fing der Mann nachts an, sich mit der Frau zu befassen, und fing dann einen Geschlechtsverkehr mit ihr an. Die Frau hat beschrieben, wie sie vollkommen steif wurde, als der Mann anfing, sie zu berühren, aber ihre Untätigkeit war auch nichts, was den Mann dazu brachte, sich zu vergewissern, dass sie es wirklich wollte.

Svd:

Der in Västerbotten wohnhafte Mann hatte lange Zeit Kontakt mit der Frau, bevor sie sich trafen und dann miteinander schliefen. In der Nacht fing er an, sie zu berühren, und dann hat die Vergewaltigung stattgefunden. Die Frau hat ihr erzählt, wie sie vollkommen steif geworden ist, als die 27-Jährige sie bewegte, aber der Mann glaubt, er habe ihre Untätigkeit nicht so interpretiert, als ob er aufhören sollte. Früher am Abend hätte die Frau klar machen sollen, dass sie keinen Sex mit ihm haben wollte.

Laut HD wurde nachgewiesen, dass der Täter die sexuellen Handlungen durchgeführt hat, ohne dass die Frau freiwillig mitgemacht hat. Das Gericht hält es nicht für klar, dass der Mann vorsätzlich gehandelt hat.

Die Details bleiben unklar. In einem Bericht ist von Geschlechtsverkehr die Rede, in einem anderen von einem eingeführten Finger, bei einem klingt es als ob sie geschlafen habe, beim anderen als hätte er sie erst berührt und wäre dann zum Sex übergegangen.
Interessante Details wären aus meiner Sicht: Wie wurde die Nachtkleidung ausgezogen? (Sie wird ja nicht nackt im Bett gelegen haben? Wie haben sie ansonsten kommuniziert? Ist der Sachverhalt unstreitig oder hat man schlicht ihr mehr geglaubt? (Sonst wäre er ja gut beraten gewesen zumindest ein Lächeln und ein leichtes Nicken zu behaupten oder einen Augenkontakt mit einem Lächeln oder ein Anheben des Beckens oder irgendwas, was man als Zustimmung ansehen könnte).

Wenn sie vollkommen versteift war, dann hätte er sich sicherlich anders verhalten sollen, anders reagieren sollen, etwas machen sollen, was eine zustimmende Reaktion von ihr erfordert, etwa sie die Kleidung ausziehen lassen oder schauen, ob sie ihn küsst oder anderweitig reagiert. Oder eben einfach sie ansprechen sollen, ob es okay für sie ist. Wenn sie in keiner Weise reagiert und man sich immer noch nicht sicher ist, ob sie nicht vielleicht doch will: Einfach mal kurz aus dem Bett aufstehen, ihr Raum geben, sagen, dass man mal kurz auf Toilette muss, dann schauen, was sie gemacht hat, als man dort war, denn das sollte ihr Gelegenheit geben sich aus dem Schock zu lösen. Wenn man das Gefühl hat, dass sie vollkommen untätig ist und auch sonst nichts sagt, dann erscheint mir auch bei Gesetzen die nur bei Vorsatz eine Strafbarkeit sehen, Vorsicht der deutlich bessere Weg.

Die Vorgerichte hatten, wenn ich die Artikel richtig verstehe, sogar Vorsatz gesehen, das obere Gericht nur die Fahrlässigkeitstat.

In Schweden wird seit der Einführung des Gesetzes diskutiert, was als verbale oder nonverbale Zustimmung gilt. Die schwedische Regierung hatte das neue Gesetz nach der #MeToo-Debatte 2017 vorangetrieben. In dem für seine Gleichberechtigung bekannten skandinavischen Land hatte die Debatte besonders hohe Wellen geschlagen.

Dennoch kann man darüber diskutieren, ob das nun ein Ereignis war, bei dem er acht Monate ins Gefängnis muss (wobei ich vermute, dass es zur Bewährung ausgesetzt worden ist, das wäre im deutschen Recht zu erwarten).

Fragen beim ersten Date: „Wie oft hast du dich schon übergriffig verhalten und wie genau arbeitest du an dir um das nie wieder zu tun“

Ihr lernt eine Frau kennen und sie fragt euch:

„wie oft und in welchem ausmaß hast du dich in deinem leben schon übergriffig verhalten und wie genau arbeitest du an dir um das nie wieder zu tun“

Was wäre die Beste/eure Reaktion und was sagt die Frage aus?

 

Der Untersuchungsbericht zu den Anschuldigungen von Christine Blasey Ford gegen Kavanaugh: „Es gibt keine Beweise für die Anschuldigungen“

Ein Bericht zu den Anschuldigungen von Frau Ford gegen Kavanaugh

On Saturday Senate Judiciary Committee Chairman Chuck Grassley released the committee’s report on her allegations and what did it find?

There is “no evidence to support the allegations.”

Kavanaugh, Anschuldigungen sexueller Belästigung als politische Waffe und was reicht aus um jemanden für ein Amt zu entwerten?

Der Kandidat der Republikaner in den USA für deren Verfassungsgericht wird derzeit hart angegriffen:

Mehrere Frauen werfen Kavanaugh sexuelle Belästigung vor. Am Donnerstag hatte die Psychologieprofessorin Christine Blasey in einer Senatsanhörung ihre Anschuldigung wiederholt, Kavanaugh habe im Jahr 1982 versucht, sie zu vergewaltigen. Der 53-Jährige bestreitet das.

Anfang dieser Woche wurden dann die Vorwürfe einer zweiten Frau bekannt: Deborah Ramirez beschuldigt Kavanaugh, sich bei einer Party an der Universität Yale im Lehrjahr 1983/84 vor ihr entblößt und ihr seinen Penis ins Gesicht geschoben zu haben. Das schilderte Ramirez dem Magazin „New Yorker“. Am Mittwoch berichtete dann Julie Swetnick, dass Kavanaugh bei Gruppenvergewaltigung wehrloser Frauen zumindest anwesend gewesen sein soll. Er sei zudem immer wieder durch sexuelle Belästigungen aufgefallen, heißt es in einer Erklärung Swetnicks, die ihr Anwalt verbreitete.

Alle Anschuldigungen haben es an sich, dass sie sehr lange zurück liegen und teilweise sehr vage sind. Gerade die Anschuldigungen der letzten Frau, die von Männern berichtet, die sich in einer Schlange bei einer Party anstellen, um eine Frau zu vergewaltigen und auch anführt, dass dies bei diesen Partys geradezu üblich war, klingt sehr abenteuerlich.

Eine kurze Darstellung der Vorwürfe fand ich auch hier:

Christine Blasey Ford, a professor at Palo Alto University, wrote a letter in July to Rep. Anna Eshoo and Sen. Dianne Feinstein that said Kavanaugh assaulted her at a party in Bethesda, Maryland, when the two were in high school.

On September 16, The Washington Post published an article that identified Ford as the accuser and detailed her allegation that a „stumbling drunk“ 17-year-old Kavanaugh pinned her down, put his hand over her mouth, and groped her while his friend watched.

„I thought he might inadvertently kill me,“ Ford told The Post of Kavanaugh. „He was trying to attack me and remove my clothing.“

The Post said it corroborated Ford’s account with an interview with her husband, a lie-detector test from her lawyer, and notes from therapy sessions that included mentions of a „rape attempt“ by students from an „elitist boys‘ school“ who would become „highly respected and high-ranking members of society in Washington.“

Ford has alleged that Kavanaugh’s friend Mark Judge was in the room, and she said she was able to get away after Judge jumped on them. Judge, now a conservative writer, has said he doesn’t remember „any of that stuff going on with girls.“

Deborah Ramirez alleges an incident of sexual misconduct in college

On Sunday, a week after The Post published Ford’s account, The New Yorker published an article detailing an allegation from Deborah Ramirez, a former Yale University classmate of Kavanaugh’s, that Kavanaugh exposed himself to her at a dorm-room party during the 1983-84 school year, when he was a freshman.

Ramirez said she was reluctant to come forward because she was drinking at the time of the incident and there are gaps in her memory, though she said she could recall key details.

„I remember a penis being in front of my face,“ she told The New Yorker. „I knew that’s not what I wanted, even in that state of mind.“

Ramirez also recalled another student nearby yelling, „Brett Kavanaugh just put his penis in Debbie’s face.“

The New Yorker said that it contacted several classmates but that many didn’t respond, declined to comment, or said they didn’t remember or attend the party.

One classmate said he was 100% sure he heard at the time that Kavanaugh had exposed himself to Ramirez, and the magazine said he independently recalled many details Ramirez had outlined, including that a male student egged Kavanaugh on.

The classmate told The New Yorker he remembered the incident as a „big deal“ that had „been on my mind all these years when his name came up.“ He also recalled Kavanaugh as being „relatively shy“ but someone who could become „aggressive and even belligerent“ when drunk.

As of Thursday morning, over 1,200 Yale alumnae had signed a letter in support of Ramirez.

Julie Swetnick says Kavanaugh was present at 1980s parties where she and other women were ‚gang raped‘

Julie Swetnick signed a sworn declaration alleging that she witnessed Kavanaugh and Judge display „abusive and physically aggressive behavior toward girls“ during a series of house parties in the 1980s, where the boys would „spike“ punch with drugs or alcohol to cause girls to lose their inhibitions or ability to say no.

Swetnick alleges that this was done so that girls could be „gang raped“ by a „train“ of boys and that she was one of the victims.

„I have a firm recollection of seeing boys lined up outside rooms at many of these parties waiting for their ‚turn‘ with a girl inside the room,“ Swetnick said in her declaration.

Swetnick is being represented by Michael Avenatti, the attorney best known for representing the porn actress Stormy Daniels in her lawsuits against Trump and who is said to be considering a 2020 presidential run.

Swetnick gave her first on-camera interview to Showtime’s „The Circus,“set to air on Sunday. In a preview that aired Thursday, Swetnick said she believes her allegations against Kavanaugh should disqualify him for a seat on the Supreme Court.

„He’s going to have that seat for rest of his life,“ she said. „If he’s going to have that seat legitimately, all these things should be investigated, because from what I experienced first-hand I don’t think he belongs on the Supreme Court.“

An anonymous letter to a senator laid out another accusation — but lawmakers are skeptical

Senate Republicans have also questioned Kavanaugh about the contents of an anonymous letter sent to Sen. Cory Gardner of Colorado that alleges Kavanaugh physically assaulted a woman in 1998, NBC News reported on Wednesday.

The author of the letter, a copy of which was published by NBC News, said her daughter and several friends had been drinking at a bar in Washington, DC, when Kavanaugh assaulted the woman in full view of the others.

„When they left the bar (under the influence of alcohol) they were all shocked when Brett Kavanaugh shoved her friend against the wall very aggressively and sexually,“ the letter says.

The author goes on to say that her daughter and the woman had both have decided to remain anonymous.

Taylor Foy, a spokesman for Sen. Chuck Grassley, the Senate Judiciary Committee chairman, said there was „no reason to assign the letter credibility.“

When asked about the letter on Tuesday, Kavanaugh told lawmakers: „We’re dealing with an anonymous letter about an anonymous person and an anonymous friend. It’s ridiculous.“

In den USA wird auf Seiten der Demokraten so getan als würde mit der Wahl von Kavanaugh quasi die Welt untergehen. Es wird insbesondere befürchtet, dass ein konservativer Richter die Macht im Verfassungsgericht verschiebt und damit konservative Entscheidungen zum Thema Abtreibung, Homoehe etc ergehen.  Es wird gehofft die Ernennung eines Richters auf den zu besetzenden Platz hinausschieben zu können, bis sich die Verhältnisse geändert haben, bereits im November steht eine Wahl des Repräsentantenhaus an, was bei passenden Ausgang evtl schon eine Verschiebung bewirken könnte, mit der man den Richter verhindern könnte.

Kavanaugh führt in einer Anhörung an, dass es eben nicht mehr um eine normale Anhörung geht, sondern darum, ihn zu zerstören. Und zumindest die wilderen Anschuldigungen klingen so unglaubwürdig, dass einem das Bild durchaus gerechtfertigt erscheint. Partys, auf denen es immer wieder zu Gruppenvergewaltigungen kommt und die aber anscheinend über Jahre ungestört verlaufen? Wie soll so etwas klappen? Verschiedene Anschuldigerinnen können auf Nachfrage keine genauen Zeiten angeben, verstricken sich in Widersprüche und von ihnen benannte Zeugen können den von ihnen angegebenen Sachverhalt nicht bestätigen.

Wenn man die Anschuldigungen so hört, dann erinnert es mich an einem Artikel von Stokowski:

Gerade erst hieß es in einem „taz“-Interview, jemanden fälschlicherweise einer Sexualstraftat zu beschuldigen, sei „das perfekte Verbrechen, um einen Mann aus dem Weg zu räumen, ohne selbst ein Risiko einzugehen“. Wenn man eine Weile drüber nachdenkt: ein großes Versprechen.

Wenn es so wäre: Was hindert uns? Gibt es nicht genug ätzende Leute, die man auf diese Art loswerden könnte? Ist es nicht geradezu fahrlässig, Despoten, Rechtspopulisten und Ausbeuter an der Macht zu lassen, wenn man sie so einfach unschädlich machen könnte? Wäre es nicht unsere heilige weibliche Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie nicht noch mehr Schaden anrichten, bevor wir dann in Ruhe die Trümmer der letzten Jahre aufräumen? Aufräumen können wir doch auch gut.

ber was ist mit denen, die weniger Macht haben? Es könnte ja sein, dass die uns schutzlos ausgeliefert sind. Wer das glaubt, muss aber irgendwie auch erklären können, warum auf diese Art nicht reihenweise unliebsame Männer aus dem Weg geschafft werden

Wenn es so einfach wäre, jemanden wegen Belästigung, Missbrauch oder Vergewaltigung verurteilen zu lassen oder zumindest im großen Stil unbeliebt und machtlos zu machen, dann müssten Frauen mit einem Mindestmaß an krimineller Energie das doch tun. Dann hätten linksextreme Feministinnen längst die AfD zerstört. Ich schwöre: längst.

Zack, eine Gang gegründet, zack, Flaschendrehen: Eine muss mit HöckeFrühsport machen und sich nur noch merken, ob der jetzt Bernd oder Björn heißt. Die nächste muss ihren Hintern in der Nähe von Gaulands Hand platzieren und so weiter.

Es wäre kein so großes Opfer, wenn man die dadurch loswerden könnte. Hätte, wäre, könnte, wenn: Es geht nicht.

Das MeToo-Klima scheint nun genau dieses Klima zu sein, in dem Frauen diese Möglichkeit nutzen, um politische Ziele umzusetzen. Ob sie damit Erfolg haben ist dabei relativ egal. Um ein Mittel einzusetzen muss ein Erfolg nicht sicher sein. Und natürlich hätte eine Beschuldigung bereits den Erfolg gehabt, dass sein Ruf ruiniert ist.

Interessant fand ich auch seine Stellungnahme. Er betonte sehr oft, dass er gerne Bier trinkt und das seine Familie mit angegriffen worden ist. Er war relativ emotional. Er betonte, dass sie sein Leben ruinieren. Es ist anzunehmen, dass er gecoacht worden ist und genau überlegt worden ist, was er sagen wird. Ich denke, dass sie den Eindruck eines normalen Menschen erreichen wollen, er trinkt gerne Bier, er geht normal auf Partys, er hat eine Familie, die ihn liebt, alle werden mit reingezogen. Seine 10-jährige Tochter sagt noch, das man für die arme Frau beten soll. Der Eindruck soll sein: Er ist ein Mann wie du und ich, wie dein Mann, die dein Vater. Er trinkt gerne Bier auf einer Party. Soll das reichen ihn zu verurteilen? Hast du das alles auch schon gemacht oder dein Mann oder dein Vater? Würdest du solche Anschuldigungen gegen dich haben wollen?

Mal sehen, ob das aufgeht. Vielleicht ist Kanagaugh tatsächlich ein abgebrühter Massenvergewaltiger und Belästiger. Dann wäre er sicherlich ein schlechter Mensch. Aber die Art und Weise der Anschuldigungen entwertet Anschuldigungen dieser Art an sich. Sie sind zu offensichtlich Mittel eines politischen Theaters. Es ist ja nicht so, dass Kanagaugh nicht bereits vorher Richter in hoher Position war und dort Unheil anrichten konnte. Aber erst jetzt melden sich plötzlich alle Frauen. Und dann mit teilweise abenteuerlichen Geschichten. Genau wie bei ihm der Ruf zerstört sind verstören diese Prozesse auch den Ruf von Anschuldigungen solcher Art im politischen Kontext.

Zum Abschluss dazu noch etwas Clinton: