Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 31. Januar 2014

Strukturelle Diskriminierung

Ein Argument, welches immer wieder im Feminismus auftaucht, ist das Argument der „strukturellen Diskriminierung“. Frauen werden nach dieser Ansicht nicht als Einzelpersonen diskriminiert, sondern aufgrund struktureller Gründe. Es ist denke ich an der Zeit, diese Begriffe einmal näher zu behandeln: Dabei nehme ich als Startpunkt zunächst den Wikipediaeintrag zu dem Thema Diskriminierung, der folgende Einteilung bietet:

Kategorisierung Nach der Bewertung als Teil einer Kategorie werden die „Personen unter Absehung von ihren je besonderen Eigenschaften, Interessen und Verdiensten auf bloße Vertreter einer Kategorie reduziert“

Benachteiligung Benachteiligungen können auf allen Ebenen des Lebens stattfinden, insbesondere in Einschränkungen an der Teilnahme am öffentlichen Leben, in der Freizügigkeit, Gesundheit, Ausbildung, Berufsausübung oder beim Entgelt. Eine soziale Diskriminierung kann in vielen Erscheinungsformen auftreten. So unterscheidet man in der wissenschaftlichen und politischen Diskussion vor allem die bewusste von der unbewussten Diskriminierung. Weitere mögliche Unterscheidungskriterien sind:[14]

  • unmittelbare und mittelbare Diskriminierung
  • alltägliche und strukturelle Diskriminierung
  • individuelle und institutionelle Diskriminierung

Individuelle Diskriminierung Individuelle Diskriminierungen (z. B. nach „schön“ und „hässlich“, oder „nahe-“ und „fernstehend“) werden in verschiedenen Theorieansätzen bei jedem sozialen Akteur als nie gänzlich zu vermeidende Verhaltensmuster vorausgesetzt.[16] Individuelle Diskriminierung kann im Zusammenhang mit struktureller oder institutioneller Diskriminierung erfolgen und bewusst oder unbewusst ausgeübt werden. Hier wird allgemein zwischen Vorurteil, Stereotyp und konkreter Diskriminierung unterschieden. Gegenüber Personen, die zu bestimmten Gruppen gezählt werden, bezeichnen Stereotype: hauptsächlich generalisierte Überzeugungen und Meinungen Vorurteile: darüber hinaus auch allgemeine Bewertungen, gefühlsmäßige Reaktionen und Verhaltensdispositionen individuelle Diskriminierungen: konkrete Handlungen und Verhaltensweisen[17] Die Ermittlung diskriminierender Einstellungen findet mittels der Vorurteilsforschung statt. Strukturelle Diskriminierung Strukturelle Diskriminierung ist die Diskriminierung gesellschaftlicher Teilgruppen, die in der Beschaffenheit der Struktur der Gesamtgesellschaft begründet liegen. So sind in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft Frauen strukturell diskriminiert, Männer hingegen nur durch individuelle Stereotypen oder einzelne Institutionen. Strukturelle Diskriminierung ist zu unterscheiden von der institutionellen Diskriminierung. Thematisch verwandte Fragen zu Struktureller Diskriminierung behandeln Forschungen zur gesellschaftlichen Hegemonie (Antonio Gramsci) oder zur Dominanzgesellschaft (Birgit Rommelspacher). Abgrenzung Struktureller Diskriminierung von Unterdrückung Abzugrenzen von der Strukturellen Diskriminierung ist die Soziale Unterdrückung. Eine gängige Definition von Unterdrückung findet sich bei Iris Marion Young, die fünf Aspekte von Unterdrückung auflistet:

  • Ausbeutung
  • Kulturimperialismus
  • Marginalisierung
  • Machtlosigkeit
  • Gewalt

Unterdrückung beinhaltet nach Young ein gewaltsames „Niederhalten“ der benachteiligten Gruppe und geht oftmals mit Ausbeutung einher. Ein Aufbegehren gegen Unterdrückung wird mit gewaltsamen Repressionen rechnen müssen. Während das, was Young als Kulturimperialismus bezeichnet, sowie die Marginalisierung und Machtlosigkeit durchaus auch zur Diskriminierung zählen, muss Diskriminierung nicht mit Ausbeutung und Gewalt verknüpft sein. Institutionelle Diskriminierung Institutionelle Diskriminierung bezeichnet Diskriminierungen, die von organisatorischem Handeln von Institutionen ausgehen. Dieses findet häufig in einem Netzwerk gesellschaftlicher Institutionen, beispielsweise im Bildungs- und Ausbildungssektor, dem Arbeitsmarkt, der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik, dem Gesundheitswesen und der Polizei statt. Historisch geht der Begriff der institutionellen Diskriminierung auf die Diskussion zum Institutionellen Rassismus in den USA und Großbritannien zurück. Im Gegensatz zur strukturellen ist die institutionelle Diskriminierung nicht gesamtgesellschaftlich präsent. Ein wesentlicher Bestandteil der institutionellen Diskriminierung ist die ökonomische Diskriminierung. Individuen gelten dann als ökonomisch diskriminiert, „wenn sie bei wirtschaftlichen Transaktionen mit Gegenleistungen konfrontiert werden, welche sich an persönlichen Merkmalen bemessen, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Leistung stehen“. Eine ökonomische Diskriminierung findet insbesondere auf dem Arbeitsmarkt, dem Kreditmarkt, dem Versicherungsmarkt und dem Wohnungsmarkt statt und äußert sich häufig in einer Lohn- und Einkommensdiskriminierung.[20] Symbolische Diskriminierung Birgit Rommelspacher betont den Aspekt der Symbolischen Diskriminierung. Zwar werde oftmals betont, dass die diskriminierte Gruppe im Vergleich zur privilegierten Gruppe „weniger Lebenschancen, das heißt weniger Zugang zu Ressourcen und weniger Chancen zur Teilhabe an der Gesellschaft habe.“[21] Aber Diskriminierung findet auch auf der symbolischen Ebene statt. Hierher gehört beispielsweise als eine der von Berit Ås festgestellten fünf Herrschaftstechniken das Unsichtbarmachen diskriminierter Gruppen. Auch Axel Honneth betont den Aspekt der Unsichtbarkeit[22] Allgemein sieht er auf der Anerkennungsebene die Persönlichkeitskomponenten

  • der persönlichen Integrität durch Vergewaltigung und Misshandlung
  • der sozialen Integrität durch Entrechtung und Ausschließung und
  • der Würde durch Entwürdigung und Beleidigung

bedroht. Pierre Bourdieu betrachtet Phänomene symbolischer Diskriminierung unter dem Blickwinkel symbolischer Gewalt.

Individuelle Diskriminierung wäre demnach gegeben, wenn man relativ subjektive Kriterien anwendet, struktureller Diskriminierung, wenn die Gesellschaft auf eine bestimmte Weise ausgerichtet ist, die dazu führt, dass bestimmte Gruppen abgewertet werden. Ein Beispiel soll hier „das Patriarchat“ sein. In dem Spezialartikel zur strukturellen Diskriminierung findet sich folgende Definition der strukturellen Diskriminierung:

Als Strukturelle Diskriminierung werden die Formen von Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen, die in der Beschaffenheit der Struktur der Gesamtgesellschaft immanent begründet liegen, bezeichnet. Das Gegenstück zu Struktureller Diskriminierung stellt die Interaktionelle Diskriminierung dar (…) Ausgangspunkt sind Normen und Regeln, die für alle Gesellschaftsteile gleichermaßen gelten. Sie ziehen strukturelle Diskriminierung nach sich, wenn durch ihre Anwendung in Form von Haltungen oder Handlungen gesellschaftliche Teilgruppen gravierender Ungleichbehandlung ausgesetzt sind. Die Psychologin Ute Osterkamp stellt beispielsweise für den Rassismus fest, „dass rassistische Denk- und Handlungsweisen nicht Sache der persönlichen Einstellungen von Individuen, sondern in der Organisation des gesellschaftlichen Miteinanders verortet sind, welche die Angehörigen der eigenen Gruppe systematisch gegenüber den Nicht-Dazugehörigen privilegieren.“ Strukturelle Diskriminierung beruht auf eingespielten und dauerhaften, oft formalisierten und explizit geregelten institutionellen Praktiken.

In einem Vortrag der Uni Zürich findet sich auch noch etwas zur strukturellen Diskriminierung, was ich ganz anschaulich finde:

Unterrepräsentation: Zeichen struktureller Diskriminierung? Definition struktureller Diskriminierung: • Formale Chancengleichheit ist verwirklicht • Dennoch: auffällige Korrelation zwischen – Der Quote von Inhabern gut und besser dotierter Stellen, Ämter und Funktionen und – einer für diese Stellen, Ämter und Funktionen irrelevanten Eigenschaft: zB Geschlecht, Hautfarbe • Dann muss man annehmen, dass die Strukturen  dieser Gesellschaft die Diskriminierung von  gesellschaftlichen Gruppen fördern und  unterstützen. (Rössler)

Ein gern genommenes Beispiel ist dann wohl die Frage von Frauen in hohen Positionen, dass auch in weiteren Folien aus dem gleichen Vortrag ausgebreitet wird:

Problem: Anwendung auf den Fall eines Unternehmens • Kessler‐Harris: Sears muss diskriminiert haben – Geschlechtlich segregierter Arbeitsmarkt – Männliche Konnotation und entsprechende Vorurteile • Rosenberg: Sears muss nicht diskriminiert haben – Frauen sind traditionell daran interessiert, Familie und  Erwerbsarbeit miteinander zu verknüpfen – Frauen haben „feminine“ Werte internalisiert, solche  Präferenzen entwickelt und handeln entsprechend

Hier werden also zwei verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, einmal gilt der geschlechtlich aufgeteilte Arbeitsmarkt als Beleg und es wird darauf hingewiesen, dass bestimmte Jobs männlich gedacht werden und Männer in diesen bessere Fähigkeiten zugesprochen werden, zum anderen wird darauf verwiesen, dass Frauen andere Vorstellungen haben und sich frei entschieden haben. Das wird dann im Folgenden so entkräftet:

Differenzkeule und Autonomiekeule Aushebelung des Konzepts der „strukturellen Diskriminierung“ unter Verweis auf

  • das Anderssein („Differenzkeule“) und
  • die daraus resultierenden anderen Entscheidungen („freie Wahl“!)  von Frauen („Autonomiekeule“)

Das Anderessein ist natürlich bereits selbst im Genderfeminismus kein zulässiges Argument, da es dort eben kein tatsächliches Anderssein gibt, sondern nur künstlich herbeigeführtes „Anderssein“, das dann selbst Folge einer strukturellen Diskriminierung sein muss, denn den Frauen wird ja hier über das Anderssein der Platz an der Spitze bzw der bessere Job abspenstig gemacht. Freilich gegen ein anderes Verhältnis von Freizeit zu Arbeit und unter Berücksichtigung von mehr Zeit mit Kindern sowie meist unter Berücksichtigung eines Ehemannes, der die finanzielle Seite ausgleicht etc, aber das darf darf darf anscheinend keine Andersheit begründen und damit auch keine freie Entscheidung. Es gibt keine freie Entscheidung in einer strukturellen Diskriminierung, man darf die Vorteile nicht betrachten, man darf nicht überlegen, ob es für die jeweilige Frau vielleicht ein durchaus günstiger Tausch ist, oder ob sie tatsächlich anders ist, es ist schlicht Diskriminierung, basta. Das man dabei diverse Sachen nicht berücksichtigt und tatsächlich einiges für die Differenzkeule und die Autonomiekeule spricht, dass ist innerhalb dieses Systems nicht denkbar. Tatsächlich spricht aber einiges Dafür: Sowohl bei der Berufswahl:

Als auch bei den Faktoren, die für den Gender Gap sprechen:

Hinzu kommen die vielfältigen Argumente für ein Anderssein aus der Biologie.

Sprich: Aus meiner Sicht greifen die beiden Argumente, die hier abwertend als „Keule“ dargestellt werden, also wohl im Sinne eines Totschlagarguments, durchaus durch. Der Feminismus prüft sie nur ungenügend und entdeckt daher strukturelle Diskriminierungen, wo eigentlich keine sind.

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Responses

  1. Leider haben diese Definitionen alle ein Problem gemeinsam: Sie definieren Diskriminierung vom Ergebnis her. Ich meine damit, dass die gefühlte Diskriminierung zuerst da ist und dann im Nachgang definiert wird.
    Eigentlich müsste erst definiert werden und dann überprüft werden ob Diskriminierung tatsächlich vorliegt.

    Das ist ja der Charme von Gary Beckers Ansatz zur ökonomischen Diskriminierung. Dort wird erst definiert und dann geteset, ob DIskriminierung vorliegt.
    Die definition lautet: Wenn jemand direkt oder indirekt dafür bezahlt bestimmte Personengruppen vermeiden zu können, dann liegt eine Diskriminierung vor. Natürlich besteht auch die Variante, dass jemand bereit ist Kosten auf sich zu nehmen, um mit Personen oder Personengruppen in Kontakt zu kommen. Gary Becker nennt das paternalisieren.

    Der Nachteil dieser Definition ist selbstverständlich, dass um diese Definition anzuwenden eine ökonomische Interaktion, am besten über den Markt stattfinden muss.

    Die Ergebnisse sind recht überraschend, letztlich läuft es daraus hinaus, dass Frauen bereit sind Einkommensverluste in Kauf zu nehmen, wenn sie unter Frauen bleiben können, Männer jedoch bereit sind dafür zu zahlen mit Frauen in Kontakt zu treten.
    Frauen diskriminieren gegen Männer zugunsten von Frauen, Männer diskriminieren Männer zugunsten von Frauen oder sind indifferent gegen Männer.

    Insofern läßt sich die Frauenquote als Mittel der Paternalisierung in Beckerschen Sinne verstehen.

    • Interessant, hast Du dazu einen Link?

    • Leider haben diese Definitionen alle ein Problem gemeinsam: Sie definieren Diskriminierung vom Ergebnis her.

      Strukturelle Diskriminierung verhält sich zu Diskriminierung wie Gleichstellung zu Gleichberechtigung. Differenzen werden als Beweis für eine diskriminierende Praxis behauptet – andere mögliche Ursachen werden nicht in Betracht gezogen. Damit wird die Gleichberechtigung als Gleichheit vor dem Gesetz zwangsläufig durch das politische Ziel der Gleichstellung ersetzt.

      Zwar ist es richtig, dass Gleichheit vor dem Gesetz Diskriminierungen nicht vollständig verhindern kann. Die behauptete Lösung des Problems aber ist viel schlimmer: die gesetzlich verankerte und daher legitimierte Privilegierung und Diskriminierung von Gruppen, also die Aufhebung des Grundsatzes der Gleichheit vor dem Gesetz – was ein Fundament des Rechtsstaats ist.

      • Differenzen werden als Beweis für eine diskriminierende Praxis behauptet – andere mögliche Ursachen werden nicht in Betracht gezogen.

        Das Konzept lädt geradezu dazu ein, weil man unter solche Begriffe wie „DieStrukturen“ eben alles Mögliche zu einem Brei verwursten kann und nichts Konkretes mehr benennen muß.

        Äußerst praktisch, für die Feindbildpflege.

        Für ein grundsätzlich falsches Konzept halte ich es aber nicht. Man muss nicht zwangsläufig Gruppenrechte daraus ableiten.

        • @nick

          „Das Konzept lädt geradezu dazu ein, weil man unter solche Begriffe wie “DieStrukturen” eben alles Mögliche zu einem Brei verwursten kann und nichts Konkretes mehr benennen muß.“

          Ja, es ist die leider im Feminismus sehr häufige Schwammigkeit.

          Es geht auch etwas in Richtung des Akkordeon Prinzips:

          Alles kann Struktur sein:

          https://allesevolution.wordpress.com/2012/09/16/das-akkordeon-prinzip-zur-ausweitung-von-begriffen-im-feminismus/

          The game of Accordion Concepts gets under way when academic feminists “theorize” the slogan. An example is Adrienne Rich’s redefinition, noted in an earlier chapter, of lesbian to include all women who put energy into, or who identify with, the life projects of other women, regardless of whom they happen to sleep with or be in love with.5 On this redefinition, Catharine MacKinnon, the radical feminist legal theorist who has appeared in newspaper photos arm in arm with her fiance, Jeffrey Masson, becomes a prototypical lesbian because of her intense political commitments to the cause of women. To be sure, Rich’s essay is more subtle than this, because she at least introduces a continuum, permitting the drawing of some distinctions. If taken literally, however—which it often is in Women’s Studies courses—her extension-by-definition of lesbian rules out the possibility of conceiving either of a nonfeminist lesbian or of a nonlesbian feminist. Such semantic sorcery benefits neither the lesbian rights movement nor the cause of feminism.

    • Die definition lautet: Wenn jemand direkt oder indirekt dafür bezahlt bestimmte Personengruppen vermeiden zu können, dann liegt eine Diskriminierung vor.

      Das kann ja ebenso zu Strukturen gerinnen: Wenn Frauen über einen längeren Zeitraum bereit sind, für die (partielle) Abwesenheit von Männern einen bestimmten Preis zu bezahlen, dann etablieren sich aufgrunddessen Institute, Handlungs- und Interpretationsmuster etc.

      Natürlich müsste man das im Einzelnen nachweisen.

      Was unsere Genderisten offenbar nicht mehr nötig haben. Ihre Interpretationen, Handlungen und Institute sind eben zu Strukturen geronnen.

      Soviel auch zum Thema „Nichtdominante Gruppe“..

      • „Das kann ja ebenso zu Strukturen gerinnen: Wenn Frauen über einen längeren Zeitraum bereit sind, für die (partielle) Abwesenheit von Männern einen bestimmten Preis zu bezahlen, dann etablieren sich aufgrunddessen Institute, Handlungs- und Interpretationsmuster etc.“
        Frauengruppen etc.
        „Natürlich müsste man das im Einzelnen nachweisen. “
        Nennt man Frauenbeauftragte,

  2. Aus dem oben genanntem Wiki Artikel

    „Sprachlich diskriminiert werden kann man
    auf der Wort- oder Begriffsebene durch die Verwendung von Namen, Bezeichnungen und Begriffen, welche Geringschätzung zum Ausdruck bringen;“

    Dem stimme ich zu! Der Bezeichnung „Feministin“ wird oft und zu recht in dem Sinn einer Geringschätzung benutzt. Wobei das genau genommen keine Diskriminierung ist, sondern eine realistische Einschätzung.

  3. Zeige mir deine Zähne und ich sage dir, ob du unterdrückt wirst.

  4. Unterrepräsentation: Zeichen struktureller Diskriminierung? Definition struktureller Diskriminierung: • Formale Chancengleichheit ist verwirklicht • Dennoch: auffällige Korrelation zwischen – Der Quote von Inhabern gut und besser dotierter Stellen, Ämter und Funktionen und – einer für diese Stellen, Ämter und Funktionen irrelevanten Eigenschaft: zB Geschlecht, Hautfarbe • Dann muss man annehmen, dass die Strukturen dieser Gesellschaft die Diskriminierung von gesellschaftlichen Gruppen fördern und unterstützen. (Rössler)

    Das ein Uniprofessor so etwas schreibt, ist ein Trauerspiel.
    Man MUSS gar nichts annehmen, das ist ein klassischer Fehlschluss, da viele weitere Variablen mit hereinspielen. Kaum eine demographische Variable ist mit so vielen relevanten Variablen so hoch korreliert wie das Geschlecht? Ja warum ist das so?

    Vollends zu Tage tritt die intellektuelle Korrumption bei der „Differenzkeule und Autonomiekeule“. Diese „Keulen“ hauen dir nur deine mangelhaftes Reasoning um die Ohren, stupid.
    Relevante Argumente die man nicht falsifizieren kann, als „Keulen“ zu bezeichnen, entlarvt sich selbst als Keule der besonders dummen Art.

    • @David

      Das Problem ist aus meiner Sicht, dass man bereits ideologisch daran gehindert ist, dass zu tief zu hinterfragen. Es darf ja keine Unterschiede geben.

      Gender Studies könnte so ein interessantes Fach sein, wenn sie einige Grundannahmen zur Überprüfung stellen würden. So ist es eher eine Art Glaube als eine Wissenschaft. Irgendwie müsste man da mehr Wissenschaftlichkeit reinbekommen, gibt es da keine Aufsicht in irgendeiner Form?

      • „Gender Studies könnte so ein interessantes Fach sein, wenn sie einige Grundannahmen zur Überprüfung stellen würden.“

        Würden sie das machen gebe es keine Gender Studies! Gender Studies ist doch nix als Frauenforschung. Das „Fach“ ist nicht zu retten.

        • Blub

        • @ DDBZ

          Bernhard Lassahn (bbberlin) aus seinem Buch „Frau ohne Welt“ zur Karriere des Begriffes „Gender“:

          *Sie hatten es auch immer schon gesagt. Befreiung könne es
          nur geben, stand in einem der Papiere, wenn die Frau von der
          Last der Familie und der Kinderpflege erlöst sei, und wenn
          Männer und Frauen die »Komplementarität« ablegten, die
          als jene »Zwangsheterosexualität« beschrieben wurde, die
          Judith Butler und vor ihr schon Michel Foucault abgelehnt
          hatten. Frances Kissling, Sprecherin einer der NGOs ohne
          Mitglieder, hatte eine »feministische Anthropologie« vorgetragen,
          die »auf einer radikalen Gleichheit von Frauen und
          Männern« basiert. Auch das kennen wir schon. Der Begriff
          »Mainstreaming« wiederum war neu.

          Manche glauben, das sei langweilige Popmusik. Gemeint
          ist eine Art »Hauptfluss«; einer, der keinen Nebenfluss kennt.
          Er tritt über die Ufer und überschwemmt alles. Mit dem Wort
          vom »Mainstreaming« nehmen die sexistischen Feministen
          die Rückendeckung durch eine große Mehrheit für sich in
          Anspruch, wie es einst die Bolschewisten taten: Bolschewiki
          sind übersetzt die »Mehrheitler«. Bei ihnen galt Lenins Wort
          von der »Parteilichkeit ohne Partei«. Damit haben wir endlich
          einen Übersetzungsvorschlag für »Gender Mainstreaming« –
          nämlich: »Sexistischer Bolschewismus«. Alternative Vorschläge
          sind: »Politische Geschlechtsumwandlung« oder
          »Totalitäre Steigerung der Frauenpolitik«. Offiziell heißt es:
          »Gleichstellungspolitik als Erfolgsstrategie«.*

          http://www.wgvdl.com/forum3/index.php?id=36656

          Ich rede da ja lieber von Geschlechtersozialismus als von sexistischem Bolschewismus.

          Die radikale Gleichheit, wieder und wieder die radikale Gleichheit aller Menschen und Menschengruppen als Grundlage „sozialistischen“ Denkens, einfach als dogmatische Prämisse gesetzt, ohne sich der Mühe zu unterziehen, ob denn tatsächlich gegeben ist, was behauptet wurde.

          Kann man ja empirisch prüfen, ob sie besteht, die radikale Gleichheit im Sinner der postulierten Gleichartigkeit, ein Denken, in dem alle Unterschiede zwischen Individuen und Gruppen nur sozial konstruiert sind, durch Machtverhältnisse erzeugt.

          Dass die realen Unterschiede vielleicht „Machtverhältnisse“, also Gesellschaft/Zivilisation konstituieren und strukturieren, der Vektor also in die genau umgekehrte Richtung weist, Ursachen und Wirkungen von „Sozialisten“ konsequent verkehrt werden > VERBOTEN, das auch nur zu denken.

        • Korrektur:

          Die radikale Gleichheit, wieder und wieder die radikale Gleichheit aller Menschen und Menschengruppen als Grundlage “sozialistischen” Denkens, einfach als dogmatische Prämisse gesetzt, ohne sich der Mühe zu unterziehen, empirisch zu überprüfen, ob denn tatsächlich gegeben ist, was behauptet wurde.

        • @Adrian

          „Blub“ Blähungen?

        • @Roslin

          „ohne sich der Mühe zu unterziehen, empirisch zu überprüfen, ob denn tatsächlich gegeben ist, was behauptet wurde.“

          Dazu hat die Genderwissenschaft doch auch keinen Grund. Bisher sind die doch mit jedem Blödsinn durchgekommen und haben auch ihre Titel bekommen- Doktorin der Genderwissenschaft, eigentlich lächerlich. Eigentlich! Was fällt den Genderfreunden dazu ein? Ein Blub, tatsächlich ein ganzes Blub!

          Na wenn das nicht DIE Rettung der Genderwissenschaft ist!

    • Relevante Argumente die man nicht falsifizieren kann, als “Keulen” zu bezeichnen, entlarvt sich selbst als Keule der besonders dummen Art.

      In der Tat: Wenn die Geschlechter im Schnitt different sind und gleichzeitig die Möglichkeit haben, autonom zu handeln, dann ist das gesamtgesellschaftliche Ergebnis eben genau kein Produkt einer strukturtellen Diskriminierung. Das ist ja gerade der Kern des Autonomie- und Differenzargumentes.

      Das Gender-Paradox liefert auch eine entsprechende Empirie dazu. Eine ganz pöse „Keule“, diese Empirie..

    • @ Christian

      *“auffällige Korrelation zwischen – Der Quote von Inhabern gut und besser dotierter Stellen, Ämter und Funktionen und – einer für diese Stellen, Ämter und Funktionen irrelevanten Eigenschaft: zB Geschlecht, Hautfarbe • Dann muss man annehmen, dass die Strukturen dieser Gesellschaft die Diskriminierung von gesellschaftlichen Gruppen fördern und unterstützen. (Rössler)“*

      Das ist der grundlegende Denkfehler. Diese Prämisse, die einfach mal eben so dogmatisch verkündet wird, nur leider Gottes empirisch wieder und wieder zerschossen wurde und wird.

      Hautfarbe und Geschlecht (Subspecies = „Rasse“ und Geschlecht) sind eben KEINE irrelevanten Eigenschaften, weil sie korrelieren mit anderen Eigenschaften, die NICHT GLEICHVERTEILT in allen Gruppen gleichermaßen vorkommen, Eigenschaften wie IQ. Impulskontrolle/Disziplin, Motivation, mathematische/sprachliche Begabung, Interesse an Interaktion mit Menschen/Sachen/abstrakten Systemen, Eigenschaften, die also sehr wohl sehr relevant sind für die erreichten/angestrebten Ämter und Funktionen.

      Der Grundfehler allen sozialistischen Denkens: ALLE MENSCHEN UND MENSCHENGRUPPEN SIND IM GRUNDE GENOMMEN GLEICHARTIG-AUSTAUSCHBAR.

      Sind sie eben nicht.

      Weshalb man aus Ungleichverteilungen nicht einfach auf Benachteiligung schließen kann.

      • Der Grundfehler allen sozialistischen Denkens: ALLE MENSCHEN UND MENSCHENGRUPPEN SIND IM GRUNDE GENOMMEN GLEICHARTIG-AUSTAUSCHBAR.

        Wenn die Pöstchen tatsächlich nach Eignung vergeben werden, dann liegt ganz einfach keine Diskriminierung vor. Insofern geht deine allfällige Reminszenz an die um „Rasse“ erweiterte Prädestinationslehre, vor dessen Karren du immer wieder versuchst das Thema Männerrechte zu spannen, ziemlich am Thema vorbei.

        Meine Güte, die Anhänger dieser Lehre haben bereits den Untergang des Abendlandes verkündet als es noch lange nicht seine heutige Blüte erreicht hatte..

        Es ist leicht zu beweisen, dass z.B. die hohe Inhaftierungsquote Schwarzer in den USA einer strukturelle Diskriminierung geschuldet ist. Nicht etwa, weil diese Zahl für sich Beweis genug wäre, sondern weil Kokain mit Backpulver per Gesetz 20-Fach härter bestraft wird als Kokain ohne Backpulver.

        Die Geschlechterfrage ist insofern ohnehin eine ganz andere als dass Geschlecht eben in diesem Sinne keine sozialen Klassen konstituiert. Schon die Prämisse, dass ein etwa gleicher Prozentsatz überhaupt auf diese Pöstchen will ist mehr als fragwürdig.

        In deinem Furor affirmierst du den wesentlichsten Fehlschluß des vorherrschenden Feminismus: „Rasse“ und Geschlecht sind weder sozial noch biologisch vergleichbare Kriterien.

        Im Übrigen: Wenn man, wie du es tendenziell tust, multikulturalistisch bzw. -ethnisch argumentiert, dann muss man wohl auch anerkennen dass Minderheiten ein Recht auf Repräsentanzproporz haben. Dann besteht nämlich die „Eignung“ genau aus der Zugehörigkeit zur „Rasse“.

        • @ Nick

          *Wenn die Pöstchen tatsächlich nach Eignung vergeben werden, dann liegt ganz einfach keine Diskriminierung vor. Insofern geht deine allfällige Reminszenz an die um “Rasse” erweiterte Prädestinationslehre, vor dessen Karren du immer wieder versuchst das Thema Männerrechte zu spannen, ziemlich am Thema vorbei.*

          Pöstchen werden nie nur nach Eignung vergeben. Es gibt Rassismus und Sexismus, ABER es gibt auch REALE Gruppenunterschiede, individuelle sowieso, insofern geht meine um „Rasse“ erweiterte „Prädestinationslehre“ nicht am Thema „Männerrechte“ vorbei, denn dem Versuch, Männerrechte im Sinne einer „ausgleichenden“ Gerechtigkeit gleichstellend einzuschränken, liegt der gleiche sozialistische Denkfehler zugrunde: „Alle Gruppen sind gleichartig begabt, Männer wie Frauen, Farbige wie Weiße, aschkenazische Juden wie Nordostasiaten usw.“

          Was emlpirisch nachweisbar NICHT DER FALL IST.

        • Ergänzung:

          …., , denn dem Versuch, Männerrechte im Sinne einer “ausgleichenden” Gerechtigkeit gleichstellend einzuschränken, liegt der gleiche sozialistische Denkfehler zugrunde: “Alle Gruppen sind gleichartig begabt, Männer wie Frauen, Farbige wie Weiße, aschkenazische Juden wie Nordostasiaten usw.”

          Weshalb man sich berechtigt glaubt, aus jeder Ungleichverteilung ungerechte = nicht leistungsgerechte Benachteiligung/Privilegierung schlussfolgern zu können, die man dann durch ausgleichende Benachteiligungen/Privilegierungen glaubt, korrigieren zu dürfen.

          Affirmative Action oder Geschlechterquoten – derselbe Brei.

          Ethische Begründung für diese Ungleichberechtigungen ist in einem wie dem anderen Falle ein Denken aufgrund der Prämisse, alle Menschen/Menschengruppen – ob Geschlechter – oder Rassengruppen – seine gleichartig ausgestattet.

          Noch mal: DAS IST NACHWEILICH NICHT DER FALL.

        • ..denn dem Versuch, Männerrechte im Sinne einer “ausgleichenden” Gerechtigkeit gleichstellend einzuschränken, liegt der gleiche sozialistische Denkfehler zugrunde: “Alle Gruppen sind gleichartig begabt, Männer wie Frauen, Farbige wie Weiße, aschkenazische Juden wie Nordostasiaten usw.”
          Was emlpirisch nachweisbar NICHT DER FALL IST.

          Du scheinst mir ziemliche Probleme zu haben, ethische Fragen und naturwissenschaftliche Fragen auseinanderzuhalten.

          Sozialdarwinismus, halt.

          Da verwundert es auch nicht, dass du deine politischen Gegner nicht korrekt erfasst: Sie wenden sich alleaußermutti gegen deinen Gott alias „Natur“, basta.

        • @ Nick

          *Da verwundert es auch nicht, dass du deine politischen Gegner nicht korrekt erfasst: Sie wenden sich alleaußermutti gegen deinen Gott alias “Natur”, basta*

          Auf dem selben Niveau:

          Mich wundert nicht, dass Du die sozialistische Grundlage dieses „Gleichartigkeitsdenkens“ verscheiern willst und darunter leidest, dass sich die Realität Deinem Götzen „Egalitarismus“ nicht fügen will, basta.

        • ..verscheiern willst und darunter leidest, dass sich die Realität Deinem Götzen “Egalitarismus” nicht fügen will, basta.

          Also genau das, was du immer wieder jedem vorhältst, der deinen lieben Neogaltonisten aus God’s Own Country nicht folgen mag.

          Was zu beweisen war.

        • ABER es gibt auch REALE Gruppenunterschiede, individuelle sowieso, insofern geht meine um “Rasse” erweiterte “Prädestinationslehre” nicht am Thema “Männerrechte” vorbei, denn dem Versuch, Männerrechte im Sinne einer “ausgleichenden” Gerechtigkeit gleichstellend einzuschränken, liegt der gleiche sozialistische Denkfehler zugrunde: “Alle Gruppen sind gleichartig begabt, Männer wie Frauen, Farbige wie Weiße, aschkenazische Juden wie Nordostasiaten usw.”

          Deine Argumentation, Du Katholik, Du, ist von derselben Holzschnittartigkeit wie die feministische, einfach andersrum. Während die Femis Differenzen pauschal als Resultat diskriminierender Praxis behaupten, behauptest Du Differenzen als Resultat gruppenspezifischer Begabungen.

          Wie wärs mal mit ein bisschen Geschichte, der Betrachtung kultureller Evolution? Du mit Deinem Galtonbrett …

  5. „Der Quote von Inhabern gut und besser dotierter Stellen, Ämter und Funktionen und – einer für diese Stellen, Ämter und Funktionen irrelevanten Eigenschaft: zB Geschlecht, Hautfarbe“

    Dass die Hautfarbe irrelevant ist, bin ich mir recht sicher. Aber das Geschlecht? Ist es denn soweit hergeholt zu behaupten, dass Menschen, die Freude daran empfinden, stundenlang über ihre Gefühle zu reden und stundenlang mit Freuden nach Schuhen, Handtaschen und Lipgloss shoppen können, Lebenspräferenzen setzen, die für die Ausübung einer gut dotierten Stele im gehobenen Management eher hinderlich sind?

    • Dass du immer wieder mit denselben billigen Klischees herumwirfst.

      • Wieso? Ich rede doch von mir 😀

        • Lach!

        • Du redest stundenlang nur über Lipgloss und Schuhe? O.o

        • Klar. Ich bin schließlich schwul.

        • Zumal die ‚billigen Klischees‘ in Sex & the city ja eigentlich verhältnismäßig teuer sind.

        • @ Rexi

          „Du redest stundenlang nur über Lipgloss und Schuhe? “

          Nein als Mann redet Mann nicht darüber.
          Aber viele Männer haben den „absoluten“
          Blick für Mascara, Schuhe, Kleider bei
          Frauen. Die besten Visagisten und
          Frisöre sind bekanntlich Männer!

        • @Adrian: Eins zu null.

          🙂 🙂 🙂

        • @ Red Pill

          *Aber viele Männer haben den “absoluten”
          Blick für Mascara, Schuhe, Kleider bei
          Frauen. Die besten Visagisten und
          Frisöre sind bekanntlich Männer!*

          Und überzufällig häufig schwule Männer.

          Et voilà.

    • Ist es denn soweit hergeholt zu behaupten, dass Menschen, die Freude daran empfinden, stundenlang über ihre Gefühle zu reden und stundenlang mit Freuden nach Schuhen, Handtaschen und Lipgloss shoppen können, Lebenspräferenzen setzen, die für die Ausübung einer gut dotierten Stele im gehobenen Management eher hinderlich sind?

      @ Adrian

      Ach darum gibt es so wenige schwule CEO`s! 🙂

  6. Unterdrückung? Ausbeutung? Machtlosigkeit? Gewalt?

    Das riecht nicht nach der Art, wie Frauen in Deutschland behandelt werden, sondern z.B. nach ruinierten Zahlvätern, die ihre eigenen Kinder nicht mehr sehen dürfen und nach so Sachen wie Wehr- und Wehrersatzdienst!

    Meiner Meinung nach.

  7. Strukturelle Diskriminierung ist die Diskriminierung gesellschaftlicher Teilgruppen, die in der Beschaffenheit der Struktur der Gesamtgesellschaft begründet liegen. So sind in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft Frauen strukturell diskriminiert, Männer hingegen nur durch individuelle Stereotypen oder einzelne Institutionen.

    Wenn man einfach apodiktisch festlegt, dass das „Kollektiv“ A „die Macht“ habe, und weiterhin jede auch nur subtile Geste, die „diese Verhältnisse“ tendenziell „aufrecht erhält“ als „strukturelle Diskriminierung“, dann ist das wohl so. In diesem dichotomen System von mächtigen und ohnmächtigen „Gruppen“ ist eine strukturelle Diskriminierung des damit konstruierten Täterkollektives natürlich schon qua Zirkelschluß ausgeschlossen.

    Da reicht dann ein bloßer Verweis auf die männlichen DAX-Vorstände, um das Weltbild zu bestätigen..

    Wie so oft wurde wohl einfach ein Begriff aus dem Antirassismus auf Geschlecht übertragen – und dabei gewaltig verbogen.

    Wenn Banken beispielsweise Kreditwürdigkeit nach Wohnort berurteilen, dann haben eben z.B. einfache Arbeiter wenig Chancen, einen Kredit zu erhalten. Obwohl natürlich niemand die Absicht hat, keine Kredite an Arbeiter zu vergeben. Das wäre also eine indirekte Diskriminierung. Wenn viele solcher einzelnen indirekten Diskriminierungen als Struktur wirken, die es dem einfachen Arbeiter praktisch verunmöglicht seine Lage zu verändern, dann – so jedenfalls habe ich den Begriff verstanden – spricht man von struktureller Diskriminierung.

    Voraussetzung ist natürlich, dass der einfache Arbeiter seine Lage auch verändern will. Diese Vorannahme ist wohl umso vernünftiger, je dreckiger es der Arbeiterschaft geht.

    In der Geschlechterfrage verhält es sich nmE etwas anders: Die Annahme, dass Frauen mehrheitlich ihre Lage verändern wollen scheint mir nicht so selbstverständlich gegeben zu sein. Es wollen nun mal weniger Frauen als Männer ein DAX-Vorstandspöstchen, und dafür gibt es auch vernünftige Gründe. Zu fast jedem DAX-Vorstand gehört eine Familie, die an den meisten daraus resultierenden Privilegien partizipiert. Hier funktioniert die übliche Betrachtungsweise sozialer Klassen eben nicht.

    Selbstverständlich stellt sich die Gesellschaft auf solche Präferenzen ein – was dann fast unabwendbar Strukturen schafft. Ein solches Einstellen _ist_ „gesellschaftliche Struktur“.

    Wenn nun eine individuelle Frau Ambitionen auf ein DAX-Vorstandspöstchen hat, dann wird sie vermutlich mit solchen Strukturen mehr oder weniger zu kämpfen haben (Je nachdem, wie eng die Gesellschaft die Geschlechterrollen definiert) Ein Mann, der „aus der Rolle fällt“ wird aber ebenso mit solchen Strukturen zu kämpfen haben.

    Insofern gibt es wohl durchaus strukturelle Diskriminierungen gegen Männer. Alles, was Menschen irgendwie strukturtell auf ihre Geschlechterrolle festnagelt ist „Strukturelle Diskriminierung“

    Es hängt also letzlich alles daran, dass man Geschlechter als „gemachte“ Klassen im Marx’schen Sinne betrachtet.

    „Es kann keine strukturelle Diskriminierung gegen Männer geben, weil Männer keine unterdrückte Gruppe sind!!1“ ist eine ziemlich dumme Tautologie. Man weicht einer Diskussion seiner Prämissen aus, indem man sie nunmehr soziologisch veschwurbelt apodiktisch als wahr behauptet.

  8. Hi Christian, ich verstehe Deinen Artikel so, dass Du einzelne Anwendungen des Begriffs „strukturelle Diskriminierung“ kritisierst (zB bei Frauen im Arbeitsmarkt oder in Führungspositionen), aber nicht das Konzept an sich ablehnst.

    Wenn ja, wo findest Du denn die Bezeichnung „strukturelle Diskriminierung“ bzgl. Geschlecht sinnvoll?

    • @georg

      Ich kann mir vorstellen, dass es gewisse strukturelle Nachteile für bestimmte Gruppen gibt und insbesondere gab. In der Vergangenheit beispielsweise lässt sich sicherlich einiges finden, bei dem Frauen von vorneherein bestimmte Sachen verschlossen waren.
      Auch kann ich mir durchaus gewisse Vorurteile und Wahrscheinlichkeitsrechnungen vorstellen, die dazu führen, dass jemand in bestimmten Bereichen eher einen Mann und keine Frau anstellt, etwa das Schwangerschaftsrisiko etc. Die Frage ist, ob das dann mit dem Begriff „strukturelle Diskriminierung“ so gut beschrieben ist.

      • „bei dem Frauen von vorneherein bestimmte Sachen verschlossen waren.“
        Gleiches galt auch für Männer – die waren auch von vielem von vornherein ausgeschlossen, wenn sie aus der falschen sozialen Schicht stammten.

  9. […] ist insoweit die “Autonomiekeule“: Frauen entscheiden sich für bestimmte Lebensgestaltungen, weil sie so leben […]

  10. […] an ihrer freien Entscheidung, sondern an den sexistischen Strukturen dieser Gesellschaft, einer strukturellen Diskriminierung, einer fest eingezogenen undurchlässigen Decke und dem Patriarchat. Dieser Feminismus bedient sich […]

  11. […] mehr, also macht sie sich der Feminismus selbst, in dem er hinter jeder Ungleichheit eine “Strukturelle Diskriminierung” sieht und dafür Männer oder eben Männlichkeit verantwortlich macht. Es ist außerdem die […]


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