Ein feministisches Wörterbuch

Die Seite „USA Today“ bringt ein „feministisches Wörterbuch„.

The basics
Feminism: Belief in and desire for equality between the sexes. As Merriam-Webster noted last month: „the belief that men and women should have equal rights and opportunities.“ Of course, a lot of people tweak this definition to make it their own, and it can encompass social, political and economic equality. Feminist activist bell hooks calls it „a movement to end sexism, sexist exploitation, and oppression.“

Leider inzwischen nicht mehr. Inzwischen geht es weitaus mehr um Virtue Signalling und eine Einteilung in „Gut“ und „Böse“

Patriarchy: A hierarchical-structured society in which men hold more power.

Eine Betrachtung über die Gruppe bringt wenig, gerade wenn sie nur ein Gipfel-Trugschluß ist

Sexism: The idea that women are inferior to men.

Beißt sich etwas mit der Definition der „Gleichberechtigung der Geschlechter“. Besser: Jede Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes, die nicht durch sachliche Gründe gerechtfertigt ist.

Misogyny: Hatred of women.

Misandry: Hatred of men.

Kann man so stehen lassen.

A little deeper
Hostile sexism: The one most people think about. Openly insulting, objectifying and degrading women.

Benevolent sexism: Less obvious. Kind of seems like a compliment, even though it’s rooted in men’s feelings of superiority. It’s when men say women are worthy of their protection (off the sinking boat first) or that they’re more nurturing than men (therefore should raise children). It’s restrictive.

Natürlich auch wieder nur auf Frauen bezogen. Der „Feindliche Sexismus“ ist der offensichtliche. Der „wohlwollende Seximus“ ist eine Immunisierungsstrategie gegen Kritik: Man kann auf diesem Weg alle Vorteile, die eine Frau hat als Nachteil darstellen. Wenn eine Frau „des Schutzes würdig ist“ dann unterdrückt man sie damit auch, denn man kann sie kontrollieren oder redet ihr Gefahren ein oder benachteiligt sie jedenfalls auf andere Weise.

Benevolent Sexism wird natürlich nicht auf Männer angewendet. Denn Sexismus gibt es nur gegenüber Frauen. Sonst könnte man natürlich auch anführen, dass „Männer verdienen das Geld“ Sexismus gegen Männer ist, weil sie damit in die Rolle gedrängt werden, Frauen zu unterhalten. Ist aber eben denknotwendig für Feministinnen ausgeschlossen.

Internalized sexism: When the belief in women’s inferiority becomes part of one’s own worldview and self-concept.

Und ebenfalls eine wunderbare Immunisierung gegen Kritik: Frauen sind gegen den Feminismus? Sie hassen sich nur selbst und müssen durch den Feminismus ins Licht geführt werden. Frauen wollen keine Karriere machen? Doch, ihnen wurde nur eingeredet, dass sie das nicht wollen. Sie müssen durch den Feminismus ins Licht geführt werden.

Misogynoir: Misogyny directed toward black women.

Meinethalben

LGBTQ: The acronym for “lesbian, gay, bisexual, transgender and queer.” Some people also use the Q to stand for „questioning,“ meaning people who are figuring out their sexual or gender identity. You may also see LGBTQIA. I stands for intersex and A for asexual (sometimes also „allies“).

Eine Buchstabenkombination, die immer länger wird

Cisgender: A term used to describe a person whose gender identity aligns with the sex assigned to them at birth.

Der Versuch die Ausnahme, also Transsexualität, von dem Ausnahmestatus zu befreien, indem man „Trans“ und „CIS“ gegenüberstellt. Eine Versuch, dass bisherige Wort „Normal“ zu ersetzen.

Transgender: A person whose gender identity differs from the cultural expectations of the sex they were assigned at birth.

„Bei der Geburt zugewiesen“. Da geht es darum, dass alles sozial konstruiert ist. Dabei sind gerade diese Fälle mit einem Scheitern einer Sozialisierung ein guter Nachweis, dass es keine soziale Konstruktion ist.

Gender fluidity: Not identifying with a single, fixed gender.

Teilweise eine übertriebene Zuweisung bestimmter Geschlechter zu bestimmten Tätigkeiten, teilweise eben auch ein tatsächliches dazwischenliegen mit Umschalten, zB bei Gendervarianz

Women of color: Women who aren’t white.

Alles was nicht weiß ist. Wobei das dann sehr variieren kann. Die Bösen sind jedenfalls weiß oder zeigen Spätfolgen einer Kolonalisierung durch Weiße

Title IX: Protects people from discrimination based on sex in education programs or activities that receive federal financial assistance.

Ein amerikanisches Programm, welches teilweise dazu führte, dass Männersportarten aufgelöst werden mussten, weil sich nicht genug Frauen fanden

Victim-blaming: When the victim of a crime or harmful act is held fully or partially responsible for it. If you hear someone questioning what a victim could have done to prevent a crime, that’s victim-blaming, and it makes it harder for people to come forward and report abuse. Groups working to eradicate abuse and sexual assault are clear: No woman is guilty for violence committed by a man.

Die Aufgabe jeder Verantwortlichkeit und eine Rechtfertigung dafür, dass man alle Schuld auf andere schieben kann und von denen verlangen kann, sich zu ändern, ohne selbst das geringste tun zu müssen. Frauen wollen mehr verdienen? Dann müssen sie nicht etwa mehr Überstunden machen  oder andere Berufe wählen, das kann schon victim blaming sein. Sondern Männer müssen die Arbeitswelt und die Löhne so umgestalten, dass Frauen mehr verdienen, denn sie diskriminieren ja. Eine Entschuldigung um Forderungen zu erheben und dabei eigene Anteile auszublenden.

Yes means yes: A paradigm shift in the way we look at rape, moving beyond „no means no“ toward the idea that consent must be explicit.

Und so unpraktisch und unsexy, dass es außerhalb dieser Szene keinerlei Bedeutung hat

Male gaze: A way of looking at the world through a masculine lens that views women as sexual objects.

Ein Teil des Versuches männliche Sexualität abzuwerten. Man kann Männer nicht dazu bringen, attraktive Frauen nicht zu sexualisieren. Auch ein Versuch intrasexuelle Konkurrenz einzuschränken, mit dem man Prüderie verbergen kann.

Privilege: The idea that some people in society are advantaged over others.

Und insbesondere deswegen die „Bösen“ sind.

On the Internet
Bropropriating: Stealing an idea from a woman and putting it into the world as your own.

Kannte ich noch gar nicht. Aber natürlich ein schlauer Weg des Patriarchats Frauen klein zu halten.

Manterrupting: When a man interrupts a woman, especially excessively. Examples: During the 2009 MTV Video Music Awards when Kanye West grabbed the mic from Taylor Swift, who had just won an award and was trying her best to accept it, to let everyone know „Imma let you finish, but Beyoncé had one of the best videos of all time.” Or, during September’s presidential debate when Donald Trump interrupted Hillary Clinton 22 times in the first 26 minutes. Or when Senate majority leader Mitch McConnell interrupted Elizabeth Warren’s recitation of Coretta Scott King’s 1986 letter against Jeff Sessions, but allowed Bernie Sanders to read it the next day.

Machen Männer auch nie untereinander, es geht nur darum Frauen klein zu halten.

Mansplain (verb) mansplainy (adjective): When a man explains something to a woman in a condescending way when he either 1) doesn’t know anything about it or 2) knows far less than the woman he is talking to. Sorry, if you already knew that.

Sexistischer Begriff für „Bevormundung“. Würden Frauen natürlich nie machen, etwa wenn sie einem Vater fragen, ob er sein Kind füttern oder windeln kann oder wenn sie meinen besser kochen zu können oder wenn sie sonst der Auffassung sind, dass sie in einem Gebiet besser sind.  Auch wunderbar zur Immunisierung gegen Kritik: Wann immer ein Mann etwas erklärt braucht man nicht mehr auf den Inhalt einzugehen, wenn man ihm schlicht vorwirft, dass er „Mansplaint

Manspreading: When men take up excess space by sitting with their legs far apart. This is such an actual thing that in 2014 New York’s Metropolitan Transportation Authority launched a campaign to get guys to close their legs to make more room on the subway.

Nur Männer breiten sich aus. Frauen, die etwa Handtaschen auf den Nachbarsitz stellen oder andersweitig Sitze neben sich blockieren gibt es nicht! Wen interessieren da biologische Gründe für das breitere Sitzen bei Männern

Feminazi: A derogatory term for a radical feminist.

Wenige Feministinnen sehen sich als solchen. Zu viele sind radikale Feministinnen bei denen die meisten Menschen erschreckt wären, wenn sie wüssten, was sie so vertreten

Woke: Rooted in black activist culture, it means you’re educated and aware, especially about injustice. Rep. Maxine Waters, D-Ca., has told young people to „stay woke.“ If you’re thinking about it in the context of women’s rights, look at the #SayHerName campaign, which works to raise awareness for black women who are victims of police brutality.

Heute fast nur noch spöttisch gebraucht habe ich das Gefühl

Types of feminism
Intersectional feminism: If feminism is advocating for women’s rights and equality between the sexes, intersectional feminism is the understanding of how women’s overlapping identities — including race, class, ethnicity, religion and sexual orientation — impact the way they experience oppression and discrimination.

Ein Feminismus, der so viel Angst davor hat, dass man ihm Rassismus vorwirft, dass er sich weigert irgendeine Kritik an Leuten, die nicht weiß sind, zu äußern. Ein Feminismus, der wie kein anderer ein „Nicht gut genug Aktivismus“ ist, weil nicht nur der Begriff Sexismus beliebig verfeinert werden kann, sondern durch weitere Ebenen über Rassismus, Transfeindlichkeit, Fatshaming, Ableismsm etc alles, aber auch wirklich alles, als „Problematisch“ ansehen werden kann. Ein Weg, der immer in Vorwürfen und Selbstzerfleischungen enden muss, wenn sie nicht genug offensichtliche Gegner haben. Deswegen auch oft hassend.

Transfeminism: Defined as „a movement by and for trans women who view their liberation to be intrinsically linked to the liberation of all women and beyond.“ It’s a form of feminism that includes all self-identified women, regardless of assigned sex, and challenges cisgender privilege. A central tenet is that individuals have the right to define who they are.

Einer der verrücktesten Feminismen überhaupt: Jede Erwähnung von „männlichen“ oder „weiblichen“ Eigenschaften oder jede Nennung von Mann und Frau gilt als Transfeindlichkeit, weil diese ausgeschlossen werden. Jedes Anzweifeln, dass Transpersonen nicht dem Geschlecht zugehören, dem sie sich zugehörig fühlen, also Mann und Frau sind, gilt auch als Transfeindlichkeit.

Women of color feminism: A form of feminism that seeks to clarify and combat the unique struggles women of color face. It’s a feminism that struggles against intersecting forms of oppression.

Ein Feminismus, bei dem es wichtig ist, dass schwarze Frauen besser sind als weiße Frauen und grundsätzlich eine Extrawurst benötigen. Weiße sind böse und Schwarze sind gut. Kann auch zu grotesken Forderungen führen. Letztendlich eine Form der Hierarchie, die aber gleichzeitig Gelegenheit zum Virtue Signalling gibt, indem man sie anerkennt und für ihren Erhalt kämpft.

Empowerment feminism: Beyoncé’s Formation comes on at the club, and you and your friends hit the dance floor hard. Empowerment feminism puts the emphasis on „feeling,“ though some feminists would argue feeling amazing is not a great gauge of how society is actually supporting your self-expression and flourishing. Sheryl Sandberg’s perpetually controversial Lean In, which focuses on how women can make changes to achieve greater success in the workplace, is another example of empowerment feminism.

Welcher Feminismus setzt eigentlich nicht „Feelings“ an erste Stelle?

Commodity feminism: A variety of feminism that co-opts the movement’s ideals for profit. Ivanka Trump has been accused of peddling this brand of feminism, using her #WomenWhoWork campaign to sell her eponymous lifestyle brand.

Keine „echten Feministinnen“, sondern solche, die nur Profit machen wollen. Damit ganz anders als die Feministinnen auf staatlich bezahlten Stellen, die möglichst hohe Bedrohungslagen brauche um ihre Stelle zu rechtfertigen

Equity feminism (conservative feminism): Christina Hoff Sommers, a resident scholar at the conservative American Enterprise Institute, is a champion of what she calls „equity feminism.“ In her view, „equity feminism“ is focused on legal equality between men and women, while „gender feminism“ focuses on disempowering women by portraying them as perpetual victims of the patriarchy. In the words of President Trump’s advisor Kellyanne Conway: “I look at myself as a product of my choices, not a victim of my circumstances, and that’s really to me what conservative feminism, if you will, is all about.”

Eine interessante Vermischung, weil Equity Feminismus aus meiner Sicht nicht konservativ sein muss. Aber aus Sicht von Feministinnen ist eine Ablehnung der Opferrolle gleichzusetzen mit einem Verbleiben in der Opferrolle und/oder einem Zuarbeiten zum Patriarchat. Also konservativ.

Waves of feminism
*Some feminist scholars are moving away from „waves“ since it can give the appearance that feminists aren’t always actively fighting inequality. But if you see them, here’s generally what they’re referring to:

First wave feminism: Kicked off with the 1848 Seneca Falls Convention to discuss the „social, civil, and religious condition of woman“ and continued into the early twentieth century. It culminated in 1920 with the passage of the 19th amendment — giving women the right to vote.

Second wave feminism: Began in the 1960s and bloomed in the 1970s with a push for greater equality. Think Gloria Steinem, Dorothy Pitman Hughes, Betty Friedan. It was marked by huge gains for women in legal and structural equality.
Third-wave feminism: Beginning in the 1990s, it looked to make feminism more inclusive, intersectional and to allow women to define what being a feminist means to them personally. Also, Buffy.

Hatte ich hier etwas zu geschrieben

Wer will kann gerne auch die Begriffe einmal in den Kommentaren durchgehen.

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56 Gedanken zu “Ein feministisches Wörterbuch

  1. Misogyny wird viel weiter gefasst aus Fickipedia:

    Misogyny (/mɪˈsɒdʒɪni/) is the hatred of, contempt for, or prejudice against women or girls. Misogyny can be manifested in numerous ways, including social exclusion, sex discrimination, hostility, androcentrism, patriarchy, male privilege, belittling of women, violence against women, and sexual objectification.[1][2] Misogyny can occasionally be found within sacred texts of religions and mythologies, and various influential Western philosophers and thinkers have been described as misogynistic.[1][3]

    De-Facto-Misogynistix sind Anne Wizorek und Laurie Penny prejudice against women or girls.

    • Das ist etwas, das ich wirklich fazinierend finde. Eine Ideologie (Feminismus), die vorgeblich den Einzelnen und seine individuelle Freiheit in den Vordergrund stellt, arbeitet in seiner „Analyse“ nur mit Projektionsflächen, die kollektivistisch über beide Geschlechter/Hautfarben/Sexualität gezogen werden.

      Alles Schlechte kann und ist letztlich nur männlich konnotiert, alles Gute kann und ist irgendwie nur weiblich. Weisse sind immer böse, schwarze immer gut. Heten sind grausame Unterdrücker, Homos arme Opfer. Graustufen? Gibt es nicht.

      Dieses Paradigma ist so offensichtlich, dass wir uns schon daran gewöhnt haben. Ob ausgesprochen oder gedacht: Im Feminismus gibt es keine individuellen Menschen mit individuellen Fehlern. Alles ist determiniert durch Geschlecht, Hautfarbe und Sexualität des individuellen Menschen.

      Wie konnte es passieren, dass in den freiesten Gesellschaften des Westens so eine Ideologie entstanden ist?

      • Ein Typ, der in der U-Bahn breitbeinig sitzt, ist nicht einfach ein Typ, der breitbeinig in der U-Bahn sitzt. Er setzt „Männermacht“ über „den Raum“ durch und unterdrückt alle Nicht-Männer im Patriarchat.

        Wie bescheuert ist das denn?

      • @Teardown:

        »Wie konnte es passieren, dass in den freiesten Gesellschaften des Westens so eine Ideologie entstanden ist?«

        Berechtigte Frage. Wenn man sie mit einem Schlagwort (»tl;dr« heißt das heute) beantworten will: »Dialektik der Aufklärung«.

        Wenn man sie ein kleines bißchen ausführlicher beantworten will: die Geschichte der Moderne als eine Geschichte von Befreiungs- und Emanzipationsbewegungen ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte der Wahrheit lautet: die Moderne ist zugleich eine prädezenzlose wissenschaftliche und technische Machtentfaltung, die zwar aus Aufklärung geboren wurde, aber nicht zwingend nur weitere Aufklärung zur Folge hat. Sondern sie führt zur Entstehung eines Allmachtsempfindens, das neue Mythologien, »Neomythen«, zur Folge hat. Der Mythos der Vernunft (eigentlich ein Widerspruch in sich) führt zum terreur der französischen Revolution. Der Mythos der Arbeit und des Arbeiters führt zum Terror des sozialistischen »Neuen Menschen« (wobei dessen antibürgerlicher Aspekt bei Ernst Jünger auch eine faschistische Version findet) Darum entwickeln sowohl die liberale als auch die sozialistische Emanzipationsbewegung ihre eigenen Versionen von totalitärem Terror.

        An der Wurzel des Feminismus steht die weltgeschichtlich nicht minder revolutionäre Entlastung vom Fluch der Reproduktion – in doppelter Hinsicht: Entlastung der Lebensführung vom »Gebärzwang«, voll entfaltet erst mit der Pille in der Nachkriegsära, und Entlastung des Geistes vom Geschlecht, voll entfaltet erst mit der weiblichen Massenbildung in der Nachkriegsära. Wie bei den anderen Emanzipationsbewegungen auch ist es nicht so sehr die Erfahrung von Repression, sondern die Erfahrung eines präzedenzlosen Machtzuwachses, die eine neomythische Selbstüberschätzung provoziert.

        Man muss das Selbstbild der Emanzipationsbewegungen darum nicht verwerfen – man muss es aber ergänzen. Für zwei der drei genannten Bewegungen haben wir das historisch im Wesentlichen geleistet. Eine entsprechende Ideologiekritik des Feminismus (und eine Historisierung der Frauenbewegung) steht jedoch noch aus. Der Feminismus redet uns bis auf weiteres noch erfolgreich auf orwellsche Weise ein, dass feministischer Totalitarismus Freiheit sei.

        • @El_Mocho:

          »Adorno und Horkheimer hatten offensichtlich nur recht oberflächliche Kenntnisse der Aufklärung.«

          Das halte ich so für falsch – allerdings ist das Buch, dessen Titel ich mir oben geborgt habe, mittlerweile auch siebzig Jahre alt und war nie als Handbuch gedacht, sondern als philosophischer Essay.

          Israels Bücher sind freilich – da hast Du recht – inzwischen ideengeschichtliche Standardwerke zur Aufklärungsepoche, die ich auch selbst intensiv lese.

        • „An der Wurzel des Feminismus steht die weltgeschichtlich nicht minder revolutionäre Entlastung vom Fluch der Reproduktion – in doppelter Hinsicht: Entlastung der Lebensführung vom »Gebärzwang«, voll entfaltet erst mit der Pille in der Nachkriegsära“

          Gleich 2 Mythen werden hier reproduziert:

          Die Wurzeln des Feminismus reichen zurück bis vor die sogenannte Aufklärungszeit, und der (stärkste) Geburtenrückgang hing auch nicht primär oder ursächlich mit der Einführung der Pille zusammen:

          „Während andere Autoren die Ursachen des Geburtenrückgangs bei den 68ern suchen, geht SCHROETER noch einmal 100 Jahre zurück.
          Seine zentrale These ist, dass der Geburtenrückgang eine „unbewältigte Folge des Übergangs von der Agrar- zur Industriegesellschaft“ ist. Die bäuerliche Familie ist für SCHROETER das Gegenbild zur Kleinfamilie der Industriegesellschaft. Der „Pillenknick“ ist eine

          „Lappalie und völlig harmlos im Vergleich zu dem, was die Frauen der Geburtsjahrgänge zwischen 1865 und 1900 verursachten. Zum einen erstaunt, dass sie ihre Kinderzahl gegenüber der vorherigen Generation um zirka 60 Prozent absenken konnten – ohne sichere Verhütungsmittel.“

          Der Soziologe Hans BERTRAM hat in seinem Beitrag Arbeit, Familie und Bindungen (2000) den Vergleich zwischen den 1920er Jahren und heute angestellt und kommt zu dem Fazit:

          „Der Geburtenrückgang in Deutschland seit 1968 ist im wesentlichen auf das Verschwinden der Drei- und Mehr-Kinder-Familien zurückzuführen. Die zunehmende Kinderlosigkeit von Frauen spielt demgegenüber nur eine untergeordnete Rolle“.

          http://www.single-generation.de/themen/thema_entwicklung_der_geburtenzahlen_in_deutschland.htm

          Oder ausführlicher:

          „Der Durchbruch der modernen Familienplanung in den deutschen Ländern vollzog sich Ende des 19. Jahrhunderts. Doch war dies nicht sofort beobachtbar, da die Bevölkerung weiterhin wuchs – denn die absoluten Geburtenzahlen blieben relativ hoch –, während die Sterblichkeit nun stärker abnahm. Dies verdeckte zunächst noch eine Entwicklung von epochaler Bedeutung, den Rückgang der Geburten in der Ehe, also die Begrenzung der Kinderzahl durch die Ehepartner. Damit begann die zusammengefasste Geburtenziffer zu sinken, obwohl die Heiratshäufigkeit etwas anstieg und das Heiratsalter leicht sank. Der Rückgang setzte bei den älteren Frauen und den späteren Geburten zuerst ein: Bei den 40- bis 46-Jährigen gingen zwischen 1881/90 und 1901/10 die Zahlen um 25 Prozent, bei den 30- bis 34-Jährigen um 15 Prozent zurück. In Berlin nahm zwischen 1880 und 1900 zwar die Zahl der Erstgeburten noch zu, aber die Zahl der Zweitgeburten um 20 Prozent, der Drittgeburten um 45 Prozent und die der weiteren um fast 60 Prozent ab. Mit anderen Worten: Bereits die Eltern unserer Großeltern hatten im Schnitt erheblich weniger Kinder als deren Eltern. ….

          Erst als die Kinderarbeit abgeschafft wurde, galt „Kindersegen“ alles andere als erwünscht, bedeuteten doch Kinder nur einen zusätzlichen Kostenfaktor, der das Elend der Familie vergrößert. …

          In Göttingen zum Beispiel soll in den Handwerkerfamilien die durchschnittliche Kinderzahl zwischen 1760 und 1860 schon bei zwei bis drei Kindern gelegen haben. Bei den Bauern zeigte sich ein langsamerer Rückgang: Zwischen 1750 und 1799 lag die Fertilität bei 7,1 Kindern, sank für den Zeitraum von 1800 bis 1849 auf 6,3 und erreichte 1850 bis 1874 den Wert von 5,5 Geburten pro Ehe. Die Entwicklung beschleunigte sich gegen Ende des Jahrhunderts, blieb aber differenziert: Bei höheren Beamten, Lehrern und freiberuflich Tätigen kamen auf Ehen, die zwischen 1875 und 1899 geschlossen wurden, noch durchschnittlich drei Kinder, aber auf Ehen, die zwischen 1900 und 1914 geschlossen wurden, nur noch 2,5 Kinder. …

          Der deutliche Rückgang ist in Asien vor allem in China, Südkorea, Thailand und Vietnam zu beobachten. Anfang der 1970er-Jahre bekam eine Frau in diesen Ländern durchschnittlich noch vier bis sieben Kinder, drei Jahrzehnte später liegt die entsprechende Zahl oftmals bei nur einem Kind, selten bei mehr als zwei Kindern. Ähnlich haben sich beispielsweise die nordafrikanischen Staaten Tunesien, Marokko und Algerien, aber auch der Iran entwickelt. Die Zahl der Kinder je Frau ist von sechs bis sieben Kindern auf zwei bis drei Kinder gefallen. …

          In Deutschland hat sich der Rückgang der endgültigen Kinderzahl bei Frauen mit einem Geburtsdatum um die vorletzte Jahrhundertwende bereits weitgehend vollzogen. Seitdem bekommen in Deutschland die Frauen im Schnitt selten mehr als ein oder zwei Kinder. So sind von den 1956 bis 1960 geborenen Frauen 25 Prozent kinderlos und nur noch 15 Prozent haben mehr als zwei Kinder. Die bislang für einen westdeutschen Geburtsjahrgang niedrigste Kinderzahl wird mit 144 Kindern je 100 Frauen für die 1968 geborenen Frauen geschätzt. Für die nachgeborenen Frauen (1969, 1970) werden mit 146 und 147 Kindern etwas höhere Geburtenhäufigkeiten erwartet. …

          Betrachten wir neben den Ehepaaren mit Kindern auch die Alleinerziehenden und die nicht ehelichen Paare mit Kindern, dann ist seit 1957 besonders der Rückgang der kinderreichen Familien mit vier oder mehr Kindern auffallend. Ihr Anteil an allen Familien ist um über die Hälfte gesunken, der Anteil der Familien mit drei Kindern nur um etwas mehr als ein Viertel. Darüber hinaus ist Mitte der 1980er-Jahre der Rückgang zum Stillstand gekommen. Seit nunmehr 20 Jahren liegt der Anteil kinderreicher Familien an allen Familien weitgehend unverändert bei rund 13 Prozent (früheres Bundesgebiet) und 12 Prozent (Deutschland seit 1991).““

          http://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/regionale-dynamik/kinderreichtumin-deutschland.html

        • Und vor der Pille ab es noch keine Kondome? Und heute wird die Pille schon wieder von Feministinnen verteufelt.

          http://diestoerenfriedas.de/die-pille-sexuelle-selbstbestimmung-fuer-frauen-im-patriarchat-vielleicht-ein-widerspruch/

          Aber sollten wir uns als Feministinnen nicht trotzdem einige Fragen stellen? Sollte es nicht unseren Verdacht erregen, wenn behauptet wird, dass ein Medikament angeblich so wenig Nebenwirkungen haben soll, dass frau es schon ab jungen Jahren bedenkenlos über Jahrzehnte nehmen kann, aber es trotzdem so stark in unser Hormonsystem eingreift, dass es sicher Schwangerschaften verhütet? Welche Wirkung hätte ein Medikament ohne Nebenwirkungen überhaupt, realistisch gesehen. Wenn wir der Pharmaindustrie glauben wollen, ist die Pille eine Art Bachblüte gegen Schwangerschaft.

          Für die Kirche war die Pille schon immer eim Werk des Teufels

        • „Und heute wird die Pille schon wieder von Feministinnen verteufelt.“

          Leider einige Jahrzehnte zu spät – für die heute lebenden Mädchen und Frauengenerationen.

          „Für die Kirche war die Pille schon immer eim Werk des Teufels“

          Die Pille als Missachtung der Würde der Frauen, hab ich da als Phrase im Ohr. Und WIE Recht sie damit hatten… Damn.

        • @Semikolon:

          »Die Wurzeln des Feminismus reichen zurück bis vor die sogenannte Aufklärungszeit.«

          Gemeint war, wie ich hätte präziser formulieren können, der Feminismus der »zweiten Welle«. Ansonsten reicht der Feminismus nicht bis vor die Aufklärungszeit uzrück, sondern bis ziemlich exakt an ihren Anfang, in Gestalt des »cartesianischen Feminismus« von (insbesondere) François Poullain de La Barre.

          »der (stärkste) Geburtenrückgang hing auch nicht primär oder ursächlich mit der Einführung der Pille zusammen«

          Ich finde den sozialgeschichtlichen Einwand zwar überzeugend, aber er trifft aus zwei Gründen nicht den Punkt, auf den ich hinaus will.

          Erstens: Familienplanung im Sinne des Einwandes ist eine Sache des Aushandelns zwischen den Geschlechtern. Die Pille dagegen ermöglicht den Schutz vor unerwünschter Schwangerschaft als vollständig autonome und nicht auf Kommunikation angewiesene Entscheidung der Frau (dass ein Aushandeln von Verhütung als Alternative zur Pille aus anderen Gründen wie z. B. der Verträglichkeit wünschenswert sein kann, stelle ich nicht in Frage).

          Zweitens: das allgemeinere Argument von der Entwicklung der Familienplanung am Ende des 19. Jahrhunderts lässt die speziellere Tatsache unberührt, dass es in den beiden Dekaden nach dem Zweiten Weltkrieg noch einmal zu einem Babyboom gekommen ist, der parallel mit der ideologischen Ausrichtung dieses Zeitabschnittes (am ausgeprägtesten in den USA) und im Vergleich zu den »Roaring Twenties« zu einer »Verhausfrauung« der bürgerlichen Frauen geführt hat (das ist die von Betty Friedan Anfang der 1960er Jahre vorgefundene und kritisierte Situation).

          Die »Pille« gehört in den Kontext dieses Baby-Booms, und zwar aufgrund der o.g. Autonomiegewinns der Frauen. Sie ist damit integraler Bestandteil des »Startschusses« für die neue Frauenbewegung.

        • „Ansonsten reicht der Feminismus nicht bis vor die Aufklärungszeit uzrück, sondern bis ziemlich exakt an ihren Anfang, in Gestalt des »cartesianischen Feminismus« von (insbesondere) François Poullain de La Barre.“

          Noch nie gehört.

          Ich setze dagegen:

          „Gesichert ist, dass es spätestens seit dem 14. Jahrhundert einen regen Verkehr an Schriften gab, in denen über die Stellung der Frauen und die Geschlechterordnung diskutiert wurde. Es war überwiegend ein männlicher Diskurs, an dem sich zunehmend etliche gelehrte Frauen und Künstlerinnen beteiligten. Gestritten wurde über männliche und weibliche Tugenden, Laster und Fähigkeiten, um Geschlechterhierarchien und darum, ob die männliche Behandlung des weiblichen Geschlechts in der Literatur wie im Alltagsleben angemessen oder verfehlt sei. Die französische Schriftstellerin Christine de Pizan (1364–1429) war die erste Frau, die sich in dieser Frage zu Wort meldete. Um 1404/5 schrieb sie das umfangreiche Werk Le Livre de la Cité des Dames (Das Buch von der Stadt der Frauen) zur Verteidigung der Frauen und als Antwort auf den Rosenroman des Klerikers Jean de Meun (1240–1305), in dem er das misogyne Frauenbild seiner Zeit zusammenfasste. Pizans Schrift gilt als der Beginn der Querelles des Femmes““

          https://de.wikipedia.org/wiki/Querelle_des_femmes

          „Die Pille dagegen ermöglicht den Schutz vor unerwünschter Schwangerschaft als vollständig autonome und nicht auf Kommunikation angewiesene Entscheidung der Frau“

          Die Entscheidung einer Frau, z.B. die verhütende Wirkung des Stillens über viele Jahre auszunutzen, sähest Du demnach nicht als autonom getroffen, sondern als eine auch auf Kommunikation angewiesene an? Aber wieso denn?

        • Vielleicht können wir uns einigen auf:
          der Feminismus der zweiten Welle war kompatibel mit den Interessen der Pharmaindustrie.
          Genderfeminismus entwickelte sich in dieser Tradition.
          Maskulismus dito (wobei anzumerken ist, dass von Euch im Gegensatz zu Feministinnen Eingriffe in den Hormonhaushalt von Männern als „zu gefährlich“ abgelehnt werden. Nur gegen die Manipulierung der Natur von Mädchen/Frauen, erwachsenen oder ganz jungen, tatsächlichen oder vermeintlichen Trans-Personen wüsste mann keine Einwände vorzubringen).

        • @Semikolon:

          »Noch nie gehört.«

          Lies Deine eigenen Wikipedia-Links:

          »François Poullain de La Barre gilt als der erste, der eine philosophische Untermauerung für die Theorie der Gleichheit der Geschlechter entwickelte.«

          Damit ist auch benannt, was eine »Querelle des Femmes« von »Feminismus« unterscheidet: der Anspruch auf eine Gleichheit der Geschlechter.

          »Die Entscheidung einer Frau, z.B. die verhütende Wirkung des Stillens über viele Jahre auszunutzen, sähest Du demnach nicht als autonom getroffen, sondern als eine auch auf Kommunikation angewiesene an?«

          Wenn (wie Du selbst argumentierst) die Familienplanung erst im späten 19. Jahrhundert einsetzt, dann haben Frauen solche Entscheidungen – wenn überhaupt – im Rahmen der Konventionen ihrer eigenen Zeit getroffen. Das heißt vor allem: ohne den Kontext eines gesellschaftlichen Wertes der individuellen Autonomie, wie er sich erst mit der Aufklärung allmählich entwickelt hat.

          Feminismus ist das Einfordern der Gültigkeit dieses Werts auch für Frauen. »Verhütung durch Stillen« hat damit nichts zu tun.

        • „»Wie konnte es passieren, dass in den freiesten Gesellschaften des Westens so eine Ideologie entstanden ist?«“

          Ich denke, das lässt sich recht flott erklären. Ungefähr analog zum Phänomen, welches dazu führt, daß in der gleichgestelltesten Gesellschaft der Welt ( also z.B. in Norwegen ), viel weniger Frauen IT-Experten werden, als bspw. in Indien.
          Sir Simon Baron-Cohen ( wenn ich mich nicht irre ) sagte dazu im Eia-Video sinngemäß: „Weil sie es können“.

          W.h.: Wo jeder einigermaßen das machen kann, was er möchte, werden sich Leute mit wirren Vorstellungen auch die Zeit nehmen, regelrechte Ideologien daraus zu entwickeln und diese zu pushen.
          Wo es wichtiger ist, alles was möglich ist zu tun, um sich und seine Familie über Wasser zu halten, geht das nicht.

        • „Seine Schlussfolgerung lautete: „Der Verstand hat kein Geschlecht“.“

          Warum nur sollten wir glauben, dass diese Erkenntnis zuerst einen Mann – und das so spät in der Menschheitsgeschichte – ereilt hätte? Ich bin relativ sicher, dass man dasselbe auch bereits dem Buch von de Pizan entnehmen kann. Oder dem (Gesamt-)Werk der Sappho (wenn es nur erhalten geblieben wäre). Oder…

          „Wenn (wie Du selbst argumentierst) die Familienplanung erst im späten 19. Jahrhundert einsetzt“

          Das was wir Familienplanung nennen würden – also die Begrenzung der Kinderzahl – gab es schichtabhängig auch schon zuvor, setzte sich in der Masse (bäuerliche Landbevölkerung) aber erst durch infolge der veränderten Produktionsweise.
          Sogar Naturvölker betreiben im weitesten Sinne Familienplanung, wenngleich die ultima ratio – der Neonatizid – zurecht geächtet ist in unserer Zivilisation.

          „ohne den Kontext eines gesellschaftlichen Wertes der individuellen Autonomie, wie er sich erst mit der Aufklärung allmählich entwickelt hat.“

          Erscheint völlig belangslos…

          „Feminismus ist das Einfordern der Gültigkeit dieses Werts auch für Frauen. »Verhütung durch Stillen« hat damit nichts zu tun.“

          Kommen wir nochmal zurück zu Deinem vorherigen Kommentar:

          „Die Pille dagegen ermöglicht den Schutz vor unerwünschter Schwangerschaft als vollständig autonome und nicht auf Kommunikation angewiesene Entscheidung der Frau“

          Um als autonome Entscheidung gelten zu können, dürften wir es bei den Erstanwenderinnen empfängnisverhütender Medikamente nicht mit unaufgeklärten Minderjährigen zu tun haben, die vom Marketing und nicht zuletzt vom Staat selbst mindestens darin unterstützt, bisweilen gar dazu gezwungen werden (können), sich für ihre hormonelle Normierung zu „entscheiden“.

          Und „nicht auf Kommunikation angewiesen“ stimmt strenggenommen ja auch nicht, denn wer die Pille o.ä. nimmt, braucht regulär schließlich alle drei Monate sein Rezept vom Arzt, was dieser nur unter der Bedingung ausstellt, dass frau sich zweimal jährlich vaginal untersuchen lässt inkl. Muttermundabstrich.

        • Aus einem Kommentar bei den Störenfridas (s.o.):

          „Meinen Mann hatte mein Libidoverlust auch wesentlich mehr interessiert als meine schweren Depressionen.“

          Frauen nehmen ja außerdem drei mal mehr Anti-Depressiva ein als Männer.

          Ihr Pecht, dass sie sich nicht ähnlich zielstrebig wie Männer umbringen. SO jedenfalls dürfen sie kein Mitgefühl von Euch erwarten, sie verursachen ja weiter Kosten…

    • Es ist schwer bei einer fanatisierten Bewegung geistig Gesunde von Psychos zu unterscheiden. Vielleicht werden dann (fast) alle zu Psychopathen?

  2. Das Feminismus etwas mit Chancengleichheit zu tun hat ist echt ein Witz.

    Als an der Universität Sydney vor kurzem Stipendien für männliche Studenten für Studienrichtungen mit geringen Männeranteil eingeführt wurden, völlig konform mit den Gleichbehandlungsgesetzen, wurden die Feministinnen aggro. An der Universität Sydney gibt es mehrere Stipendien nur für Studentinnen.

    Als in Deutschland die Quotengesetze geändert werden sollten, was zur Folge hätte das Männer in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, bevorzugt eingestellt werden müssten, genauso wie Frauen bevorzugt werden, wenn sie unterrepräsentiert sind, waren die GLEICHstellungsbeauftragten (bei denen es sich immer um Feministinnen zu handeln scheint) empört. Männer bevorzugen! Nur Frauen zu bevorzugen ist gerecht… wegen der Chancengleichheit.

    Auf Geschlechterallerei haben ich schon eine ganze Liste von Fällen bei denen Feministinnen über männliche Opfer Lügen oder verhindern das Männer die gleichen Chancen und Rechte erhalten wie Frauen.

    https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2015/12/11/wenn-gefuehlskaelte-auf-verlogenheit-trifft-plan-deutschland-und-benachteiligte-kinder-falschen-geschlechts/comment-page-1/#comment-7733

    Die Definition und deren Handlungen passen einfach nicht zusammen.

    • @Matze:

      »Die Definition und deren Handlungen passen einfach nicht zusammen.«

      Es geht ja auch nicht wirklich um Gerechtigkeit, sondern um den Zugang zu milliardenschweren Freßnäpfen. Wenn man sich anschaut, wie in den 1970ern Erin Pizzeys geschlechtergerechtes Frauenhausmodell von einem sexistischen Frauenhausmodell verdrängt (und Pizzey selbst aus ihrem eigenen Projekt gemobbt) worden ist, dann wird klar, dass wir uns heute an einem erfolgreich durchgesetzten Mythos abarbeiten, der vor fünfzig Jahren schlicht inexistent war.

      Sexismus als Gleichheit zu verkaufen, war der höchst erfolgreiche Kunstgriff, mit dem die zweite Welle der Frauenbewegung ihre eigene Institutionalisierung legitimiert hat. Und während diese zweite Welle noch relativ viele »Graswurzelprojekte« in Eigeninitiative gestemmt hat, hat die dritte Welle der Frauenbewegung diese Institutionalisierung erfolgreich auf die Ebene des Staatshandelns gehebelt.

      Und darum werden wir heute von der feministischen Propaganda aus öffentlich finanzierten Lautsprechern zugedröhnt.

      Um eine von crumar treffend verwendete Redewendung aufzugreifen: die Dissonanz von »Definition« und »Handlungen« ist nicht bug, sondern feature. Die »Definition« ist die notwendige Propagandalüge, mit der das feministische Alimentierungsinteresse öffentlich abgesichert wird.

      Feministisches Establishment ist auch bloß Establishment.

      Feministische Bonzen sind auch nur Bonzen.

  3. Weder in dieser Liste noch hier findet sich meines Wissens etwas über „Rockism“.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rockismus

    „Rockismus bezeichnet eine zum Klischeebild erstarrte Form von männlich geprägter Rockmusik, deren Formenrepertoire traditionalistisch geprägt ist. Musikalisch werden hauptsächlich Blues-Rock-Schema und klassische Song-Struktur mit Strophe und Refrain eingesetzt. Die authentische und expressive Darstellung von Emotionalität gilt als Zentrum künstlerischen Schaffens. Streckenweise wird im Rockismus auch spieltechnische Virtuosität demonstriert. Rockröhren-Stimme und exzessives E-Gitarren-Solo gelten als Garant ehrlicher Rockmusik. Stiefel, Jeans und Leder-Kluft bestimmen das Outfit. … Im Feminismus wird u.a. der heterosexuell ausgerichtete dominante Habitus im Rockismus als Machismus kritisiert“

    Weiß jemandn einen Beleg für den letzten Satz?

    • Die deutsche Wikipedia ist wieder einmal a pain in the ass:

      https://en.wikipedia.org/wiki/Rockism_and_poptimism

      So ergibt das Ganze einen Sinn. Die deutsche Version ist wieder einmal genderfeminigewaschen.

      Als ich noch jung war (schluchz) galt Blues als die ultimative E-music der Rockkultur. Und Blues ist schwarze Musik. Der Hero alles Heroes war und ist ist Jimi Hendrix, wieder ganz aktuell für’n Trump:

      (star sprangled banner at Woodstock)

      Ich bin echt ja kein Verschmäher moderner Musik, aber diese himmlischen Töne haben es mir angetan. Ja, es stimmt, es ist brachial, männlich, destruktiv, rebellisch, zerstörereisch und gesellschaftskritisch und das Trommelfell verabschiedet sich, aber für mich ist es schöner als die 6te von Beethoven oder die 9te von Dvořák, süsser als die Stimme von Whitney Houston oder Freddy Mercury oder die Geige von Anne Sophie Mutter oder David Garett ….. schwelg

      • Anne Sophie Mutter würde ich übrigens direkt heiraten, ohne Rückgabefrist. Während einem Konzert hat die mich einmal so lieb angelächelt dass ich einfach so dahin und weggeschmolzen bin …… ja gäbs da nciht diese Hypergamie, und vielleicht dachte sie auch einfach nur meine Verzückung wäre allein ihrem Geigenspiel gewidmet …. 😉

        Garret ware nichts für mich, zu haarig und sooo ein Softie, eher was für Adrian?

        • Die Deutung und die reale Evolution der Musikrichtungen liegen da aber weit auseinander. Ein Man of color hat einmal erklärt, dass auf den Rockkonzerten keine Frau von den Zuschauern flachgelegt wurde, ganz im Gegenteil zum Funk, Disco, R&B usw…. Also ist das Patriarchat eher bei dieser Musik zu suchen, denn headbangende Rockfreaks unterdrücken keine Frauen. Auf den Discoparties wurde gerammelt bis der Arzt kam …. 😉 Ein Nein galt damals als ja bitte. Oder?

    • „Weiß jemand einen Beleg für den letzten Satz?“

      Nö, aber ich habe mal einen Videoclip über feministische Musik angeclickt. Glücklicherweise kam ich derzeit ( ist schon einige Jahre her ) gar nicht auf die Idee, den Link abzuspeichern. Denn: Das möchtet Ihr hier nicht hören, da bin ich sicher.
      Dagegen ist die klassische „neue Musik“ noch ein hochkultureller Genuß, selbst für einen Altrocker wie mich.

      So, um den Gedanken an das Gejaule wieder loszuwerden, spüle ich die Ohren jetzt mal mit etwas von dem dem offenbar gemeinten typischen Rockismus:

  4. „Misogynoir: Misogyny directed toward black women.“

    Der ist gut und zeigt was ich mit Projektionsflächen meine. Intersektionalität sucht nach hierachisierenden schwarzen-weißen Gruppendichotomien und erfindet Begriffe dafür.

    Man ist in einer Situation nicht nur unanständig, man ist immer Teil eines kollektivistischen Konzepts, mit dem Feministinnen das Weltgeschehen erklären wollen.

    Bald gibt es Negrohomophobie und PoCsexism. Wartet es nur ab. Die weißen Feministinnen wissen noch gar nicht, welche Büchse sie da mit der Intersektionalität aufgemacht haben. Wird interessant zu sehen seien, wenn weiße Feministinnen plötzlich zum Kollektiv der Bösen gehören. Bisher macht das alles ja riesigen Spaß im Feminismus, da man selbst ja das Gute ist und alle Männer böse.

    • Weiße Feministinnen gehören teilweise bereits zu den bösen, man Google „white feminism“. Aber sie dürfen sich ja exculpieren und das gibt würdet Gelegenheit zum virtue signaling.

      Man bedenke dabei, dass prosoziale Dominanz dann ausgeübt wird, wenn man sich um andere kümmert:

      https://allesevolution.wordpress.com/2015/02/03/rangausbildung-und-dominanz-bei-madchen-frauen-und-prosoziale-dominanz/

      Typisch für Mädchen mit Ranganspruch ist ferner, daß sie sich um das seelische Wohlbefinden der anderen kümmern, sie also im Fall von Kummer zu trösten suchen. Dieses Sich-kümmern kann schnell einmal die Form ungefragter Ratschläge annehmen. Die Psychologie spricht hier von “prosozialer Dominanz”, wobei es sich um eine Mischung aus Besorgtheit einerseits und Bevormundung andererseits handelt. Schon kleine Mädchen im Kindergarten erklären anderen gern, was gut für sie ist und was sie machen dürfen und was nicht.

      Anderen vorzuhalten, dass sie die Situation anderer, nämlich schwarzer Frauen nicht genug beachten ist da durchaus günstig. Und intersektionaler Feminismus hat den Vorteil, dass da eh für jeden was dabei ist, auf das er hinweisen kann

      • @Christian:

        »… den bösen, man Google …«

        Schreib‘ mal richtig: »den Bösen – man google …«

        Ich weiß, dies sind bloß Forenkommentare und ich bin ein Rechtschreibnazi. Aber bei manchen Ungenauigkeiten wird es anstrengend, den gemeinten Sinn zu entschlüsseln.

        • „Bösen – man google …“

          Oohh, sogar ein Gedankenstrich und kein Divis!
          Thunderweather.

          Ich neige da trotzdem mehr zum Doppelpunkt.

      • Die Psychologie spricht hier von “prosozialer Dominanz”

        Wenn ich das googele lande ich immer bei AllesEvolution oder bei

        Vortrag in der Evangelischen Akademie, Loccum, 12.11.2004
        Von Natur aus anders.
        „Die kleinen Helden“ aus evolutionärer Perspektive
        Doris Bischof-Köhler
        Universität München

        oder bei http://www.bischof.com

        Ansonsten geht es immer um „prosocial behavior“, was zu 99% als positiv bewertet wird; https://en.wikipedia.org/wiki/Prosocial_behavior

        Das einzig eventuell Negative ware hier das „helper’s high“. Der Mangel an prosocial behavior wird als Psychopathologie definiert.

        Es scheint sich hier um die Begriffskreation einer einzigen Person zu handeln, nämlich Doris Bischof-Köhler. Das überzeugt mich nicht besonders, wenn auch die Idee an sich nicht vollkommen abwegig ist, so ist es doch fast so absurd wie Empathie als Unwort, um sich arrogant übergriffiges Verhalten schönzureden. (Miria)

        Der Mann der einem anderen Mann aus dem World Trade Center heraus half tat das aus reiner Dominanz, damit dieser ihm nun ein Leben lang dankbar ist……. Hmgrmmppffff

    • PS: Vielleicht ist das ja der Grund, warum die netzaffinen weißen InterSek-Feministinnen so radikal sind: In der Opferolympiade geraten sie zusehens in eine mittlere Position. Von oben drücken schlicht die PoC-Feministinnen ihre Agenda durch. Also müssen die weißen Feministinnen noch stärker nach unten durchtreten, um sich zu vergewissern, dass sie bitteschön auch noch Opfer der Männer sind.

      • Das ist ja das lustige: die weißen Feministinnen bleiben ja oben.

        Ich sehe es eher als Reaktion darauf, dass man in der heutigen Zeit neue Probleme braucht. Sich für schwarze, fette, behinderte einzusetzen schaffst viele neue Felder. Und das alles mit Feminismus zu verbinden als etwas, was die Klammer zusammenhält ist nicht dumm.

        Mit zunehmender Gleichberechtigung lässt sich reiner Feminismus schlechter verkaufen. Also muss man in neue Beschäftigungsfelder vordringen und die Marke neu besetzen. Man hat schon eine eingeführte Marke in vertieft Bereich Gleichberechtigung also erweitert man in diese Richtung. Und gräbt der Konkurrenz um Aufmerksamkeit gleich das Wasser ab. „Wir können auch das, was er kann, nur als volles Paket“

        • Ja das macht Sinn. Die angeblich allgegenwärtige Benachteiligung der Frauen in der westlichen Welt erscheint immer weniger plausibel, deshalb muss man besondere, besonders benachteiligte Gruppen in den Mittelpunkt stellen.

        • Nun ja, für jede Frau ihr persönlicher Minderheitsanspruch. Zwei sind schon ein Netzwerk und wenns dann auch noch die UN und die EU schlucken haben wir ein Massenphänomen infamer Unterdrückungskultur immer und überall. Da ist der Holocaust nichts dagegen. Ich meine, wem leuchtet das nicht ein?

          Follow the white rabbit …….

    • Kürzlich hat ein (Deutsch)Türke etwas sehr intelligentes im TV über „Islamophobie“ gesagt, ein Terrorist im Sinne Erdogas (kein Schreibfehler), ein Oppositioneller, bäh böse böse, hat was gegen PKK, ist Deutscher und gegen das Referendum, und hat den Begriff ad absurdum geführt, genau meine Wellenlänge. Heute ist alles und jeder phob, sobald er den Mund aufmacht und eine eigene Meinung zu einem Thema hat. That’s obscene.

      Apocalypse Now Quotes: Colonel Kurtz: We train young men to drop fire on people, but their commanders won’t allow them to write „fuck“ on their airplanes because it’s obscene!

  5. Sexismus ist die Vorstellung, das Menschen eines Geschlechtes dem anderen unterlegen sind (und deshalb diskriminiert werden).

    Das kann also auch gegen Männer gehen.

    • SFBM?:

      Greifen wir uns mal den Schülerduden »Sexualität«, ein Buch, mit dem die jungen Leute heutzutage in Geschlechterfragen unterrichtet werden. Dort schlagen wir nach unter dem Stichwort »Sexismus«. Na
      also: Sexismus ist »die Diskriminierung des weiblichen Geschlechts urch das männliche Geschlecht. … Ausdruck findet der S. eispielsweise in frauenfeindlichen Witzen und Redewendungen, Darstellungen der Frau als Sexualobjekt z. B. in der Werbung oder in Pornofilmen, aber auch in politischen Zusammenhängen wie z. B. schlechterer Bezahlung bei gleicher Arbeit, unbezahlter Hausfrauenarbeit und schlechteren Aufstiegschancen. Dieses Verhalten entstammt der jahrtausendealten Überzeugung der Männer, den Frauen körperlich und geistig überlegen zu sein, wovon ein Teil der Männer selbst heute noch überzeugt ist«

    • Nach so manchen „Definitionen“ kann Sexismus aber nur von gesellschaftlich bevorzugten Gruppen ausgehen. Also kann es nach diesem Verständnis keinen Sexismus Männern gegenüber geben.
      😉
      Analog Rassismus (d.h. wenn Schwarze Weisse für minderwertig halten, ist das demzufolge kein Rassismus).

      • Ich könnte die Vorstellung haben, dass Milliardäre prinzipiell minderwertige, schlechte Menschen seien.
        Ich hätte aber Schwierigkeiten, sie zu diskriminieren.

        Ist jetzt die Frage, ist mit *ismus gemeint, dass man bestimmte Gruppen für minderwertig hält, oder muss auch eine tatsächliche Benachteiligung vorliegen, um die Definition zu erfüllen?

  6. „and A for asexual (sometimes also „allies“)“

    Und wenn man die dann als Cucks bezeichnet ist man auf einmal Nazi und kein Vorzeigefeminist.

    Soviel Cognitive Dissonanz medizinisch unbehandelt zu lassen ist durchaus kriminell.

    • Who’s at fault is not important
      Good intentions lie dormant and we’re all to blame
      While apathy acts like an ally
      My enemy and I are one and the same
      (Brooke Fraser)

    • was übrigens hier ganz aussen vor gelassen wurde sind die notorischen Ziegenf…. (ich distanziere mich ausdrücklich von diesem Terminus für Mitglieder verschiedener … … …) 😉 LGBTQIAZ
      oder LAGQIBAZ … vielleicht könnte man noch die Knief…. aber das geht jetzt wirklich zu weit … 😉

  7. „Cisgender/Transgender“

    Eine auf den ersten Blick vernünftige Klassifizierung, wobei bereits der zweite Blick derartige Unschärfen aufweist, dass am Ende immer „gender fluid“ herauskommt. Und das sind wir – abhängig von der Bewerungsbasis – eigentlich so gesehen dann alle…

    „LGBTQIA….
    Eine Buchstabenkombination, die immer länger wird“

    Und ironischerweise immer ausgrenzender, je länger sie wird…

    „Manspreading“

    Klassischer Neidbegriff und genau aus dem Grund erfunden. Richtig ist, dass eine aufrechte Sitzhaltung mit zusammengepressten Beinen Teil der weiblichen Geschlechterrolle ist (wurde/wird mehr oder weniger ansozialisiert). Dass aus dieser „aufgenötigten“ Sitzhaltung Neid auf die männliche Sitzhaltung entsteht ist naheliegend.

    „Male gaze“

    Den gibt es ja in der Definition tatsächlich. Schwule z.B. haben ein ganz anderes Bild von Frauen denn Heteros.

    „Women of color“

    Da gibts ja inzwischen schon in den USA Debatten (wer darf sich ab welchem Grad dazu rechnen), da verblasst jeder hiesige Ariernachweis…Krank.

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