Wahlen in Großbritanien – Konservative gewinnen die Wahl – der Brexit scheint nun zu kommen

Die Konservativen um Boris Johnson haben anscheinend recht deutlich die Wahl in Großbritanien gewonnen.

Das würde bedeuten, dass der Brexit nun eigentlich umgesetzt werden wird.

Titania McGrath bespricht dieses Ergebnis und was man hätte besser machen müssen:

Finnland und seine neue Ministerpräsidentin, zudem: Was macht Finnland besser?

Finnland hat gerade eine für eine Ministerpräsidentin mit 35 Jahren sehr junge Frau zur Ministerpräsidentin gewählt, ihre Regierung ist auch recht weiblich besetzt.

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Die dritte von links ist die neue Ministerpräsidentin.

Weiß jemand, für welche Politik sie steht und was sie so vertritt? Dazu habe ich bisher erstaunlich wenig gelesen.

Natürlich finden sich entsprechende Artikel, was alles in Finnland besser läuft, zB in der Zeit:

Schon seit Jahren steht Finnland im internationalen Gender-Gap-Ranking des Weltwirtschaftsforums ganz oben. Im letzten Vergleich 2018 erreichte das Land Platz 4 hinter Island, Norwegen und Schweden. Deutschland hatte es immerhin auf den 14. Platz geschafft. Vor allem bei der Bildung gelingt Finnland eine Geschlechtergleichheit wie keinem anderen Land auf der Welt. Kinder haben hier tatsächlich alle Möglichkeiten, egal, welchen Geschlechts sie sind.

Geschlechtergleichheit bei der Bildung? Das müsste eigentlich bedeuten, dass sie Jungs besonders fördern, wenn man sich die anderen Industrienationen so anschaut.

 

Mütter können ohne schlechtes Gewissen arbeiten

„Unsere Gesellschaft ist anders geprägt“, erklärt Tanja Huutonen von der finnischen Botschaft in Berlin. „Frauen arbeiten genauso wie Männer, unser System macht das möglich und es fängt schon bei den Kitas an.“ Sie selbst habe als alleinstehende Mutter nachts oder am Wochenende gearbeitet und ihr Kind dann eben in die Betreuung gegeben. Sechs staatliche Rund-um-die-Uhr-Kitas gibt es aktuell in Helsinki, die Kinder können dort auch übernachten oder am Wochenende kommen. „Und dann nimmt man sich den Montag und Dienstag frei“, sagt Huutonen. Der Anspruch auf Kinderbetreuung ist in Finnland gesetzlich geregelt, beide Eltern können flexibel in den ersten drei Lebensjahren ihrer Kinder Elternzeit nehmen und haben danach ein Recht darauf, ihren Job fortzuführen. Es gibt Ganztagsschulen mit kostenfreien Mahlzeiten und Nachmittagsbetreuung. Die Arbeitszeiten sind flexibel, kürzere Tage und Homeoffice normal. Für Huutonen aber das Wichtigste: „Wir müssen kein schlechtes Gewissen haben, dass wir arbeiten.“ Auch Sanna Marin hat eine knapp zweijährige Tochter.

Es wird dabei auch immer vergessen, dass Finnland nur 5,5 Millionen Einwohner hat, davon leben allein 1,6 Millionen in Helsinki und die meisten der anderen im der Umgebung davon, also jedenfalls in Südfinnland. Es ist ein Land mit einem recht starken Familienbezug und einer sehr vertrauten Bevölkerung, bei der die Großfamilie auch meist in der Nähe ist.

Deren Kindergartenkonzept klingt interessant. Rund um die Uhr geöffnet und man arbeitet auch entsprechend? Ich vermute das würde vielen hiesigen Müttern eher nicht sehr attraktiv erscheinen.

Finnland ist ein nicht gerade sehr diverses Land, es hat einen sehr geringen Teil an Ausländern, und selbst die kommen meist aus Europa.

Doch auch wenn die Bedingungen in Finnland besser sind, ist nicht alles perfekt: Frauen verdienen laut finnischem Statistikamt noch immer 16 Prozent weniger als Männer und übernehmen einen deutlich größeren Anteil an der Haus- und Care-Arbeit. Auch wenn mehr Männer als in Deutschland Elternzeit nehmen, geschieht das Huutonen zufolge oft erst, wenn die Kinder bereits anderthalb bis zwei Jahre alt sind. Bis dahin bleiben die Mütter zu Hause und beziehen zumindest neun Monate lang 70 Prozent ihres Gehalts als Elterngeld.

Also perfekte Bedingungen, aber Frauen verdienen dennoch weniger.

Was mich interessieren würde wäre, welche Arbeiten die Finnen eher machen als die Finninnen. Ich vermute mal, dass bei der Holzbewirtschaftung Männer eher die sind, die mit der Motorsäge draussen stehen und ich vermute mal die arbeitsbedingten Tode werden auch eine höhere Anzahl an Männern ausweisen.

Es wäre interessant wie Frauen das umfangreiche Angebot nutzen, wie oft sie dennoch lieber Teilzeit arbeiten etc.

Finnland war in der Vergangenheit immer wieder veränderungsbereit. Seit 1906 haben Frauen das aktive und passive Wahlrecht – als Erste weltweit. Bereits seit 1907 sind Frauen im Parlament vertreten. Das Gleichstellungsgesetz von 1986 wurde seit der Einführung mehrfach angepasst und aktualisiert. Seit 1995 gibt es eine Frauen- und Männerquote von 40 Prozent in staatlichen Gremien. „Es gibt natürlich immer etwas zu tun, etwas zu verbessern, aber gemeinhin leben wir in Finnland Gleichstellung. Niemand denkt, dass Frauen weniger können“, sagt Huutonen.

In einem so kalten Land konnte man sich wahrscheinlich auch keine Zimperlichkeiten leisten. Allerdings ist Gleichstellung ja anscheinend immer noch nötig und nicht nur Gleichberechtigung.

Für Ines Kappert ist das der eigentliche Grund, jetzt in Richtung Finnland zu blicken: „Wir müssen unbedingt über die Grenzen schauen, um zu verstehen, warum volle Partizipation in anderen Ländern und Kontexten möglich ist“, sagt die Leiterin des Gunda-Werner-Institus für Feminismus der Heinrich-Böll-Stiftung. In Deutschland laufe es mit der Gleichstellung vergleichsweise schlecht: Gerade im politischen Umfeld sei die Beteiligung von Frauen rückläufig, der Frauenanteil von nicht mal einem Drittel im Parlament sei alarmierend. „Finnland zeigt uns etwas, das hier undenkbar ist: eine Regierung mit 100 Prozent Frauenanteil.“

Wie ist denn der Anteil der Frauen in den politischen Parteien dort?

 

 

Patriarchale Struktur in den deutschen Parteien

Die deutsche Politik sei hingegen männlich dominiert. Kappert führt das auf drei Faktoren zurück: Familie und Beruf seien aufgrund der patriarchalen Struktur in den Parteien schwer vereinbar; so sind zum Beispiel viele Termine in den Abendstunden. Zudem würden Männern noch immer mehr Kompetenzen zugeschrieben, auch wenn sich das in den vergangenen Jahren gewandelt habe. Ein wesentlicher Faktor für Kappert ist aber die Bedrohung von Politikerinnen im digitalen Raum. „Man muss verstehen, wie massiv Frauen mittels digitaler Gewalt aus der Politik und dem öffentlichen Leben gedrängt werden“, sagt sie. Das seien keine guten Voraussetzungen für Politikerinnen, zumal kaum Strafverfolgung stattfinde. Sie wünscht sich, ähnlich wie in Finnland, mehr politische Teilhabe von Frauen in Deutschland. „Wir brauchen ein Selbstverständnis davon, dass man nicht erst überlegen muss, welche Hürden es zu überwinden gibt, sondern Politik machen kann, weil man Politik machen möchte“, sagt Kappert. In Finnland scheine es einen anderen Rückhalt aus dem Volk zu geben.

Die Bedrohung der Politikerinnen sei der wesentliche Faktor? Tatsächlich gibt es ja Statistiken, nach denen Männer weit eher blöd angemacht werden.

 

„Die Gleichstellung ist viel präsenter in der Gesellschaft. Man macht in Finnland ein Amt nicht am Geschlecht fest, sondern an Kompetenz und Umsetzung“, sagt auch Inken Paletta, Finnland-Kennerin von der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Hessen und Betreiberin des Blogs Finntastic. „Da können wir noch eine Menge von Finnland lernen.“ Dass Sanna Marins Alter und Geschlecht nun zum Thema werden, begreift sie als positives Signal für die Zukunft: Man kann weiblich und jung sein und etwas erreichen. Sie sieht in Marin einen Gegenentwurf zu dem Rechtsruck, der auch in Finnland seit einigen Jahren stattfindet.

Wenn man es an Kompetenz und Umsetzung fest macht, dann wäre das gerade keine Sache der Gleichstellung. Aber Wortglauberei, es wird hier anscheinend synonym genutzt zu Gleichberechtigung-.

Auch das könnte in Deutschland Nachahmer finden, schließlich zeigen gerade junge Menschen wieder mehr Interesse an politischen Themen – auch wenn dabei nicht unbedingt Politikerinnen im Zentrum stehen, sondern politisch denkende Menschen wie Luisa Neubauer von Fridays For Future oder die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete. „Diese Frauen brechen sich als Vorbilder einen Weg in die Öffentlichkeit, sind aber im Moment noch Ausnahmen“, sagt Kappert. Sie freut sich, dass die Finninnen das Thema nun wieder in die Debatte bringen. „Wir brauchen Vorbilder wie Finnland, wir müssen über unseren Tellerrand hinausschauen. Wer sollte uns sonst inspirieren?“

Ja, wer sollte uns nur inspirieren, ein Land, welches seit 2005 eine Kanzlerin hat?

 

Ein Hoch auf Großeltern

Der Besuch von südländerin Mutter ist vorbei und wir haben in gleichzeitig sehr stark ausgenutzt und nicht das gemacht, was wir eigentlich geplant hatten.

Fräulein Schmidt hatte sich passend zu dem Besuch erkältet und stark gehustet. Zuletzt kam auch noch Fieber dazu. Die Nächte waren kurz, gerade weil wir auch noch mit Fräulein Schmidt in einem Zimmer geschlafen haben, da wir noch ein weiteres Zimmer für die Großmutter brauchten.

Mitunter war sie schon sehr früh wach, gegen 4 Uhr, und wollte nicht mehr schlafen. Ich habe sie dann meistens mit ins Wohnzimmer genommen und kurz betreut, dann ist meistens schon die Großmutter gekommen und meinte, dass ich mich ruhig wieder hinlegen soll, ich müsste ja arbeiten.ich weiß, dass sie das nicht nur so daher gesagt hatte, sie hat sich darauf gefreut Zeit mit Fräulein Schmidt zu verbringen und natürlich lässt sich von einem Schmidt auch er darauf ein, wenn kein Elternteil in der Nähe ist. Das war schon eine große Hilfe, sich dann noch einmal hinlegen zu können. Dazu der Vorteil, dass man das Kind, wenn es aus der Kita wegen Krankheit abgeholt werden musste, direkt bei der Oma abgeben konnte und nicht einer seiner Arbeitspläne umstellen musste. Die Großeltern als Sicherheitsreserve sind schon eine tolle Sache.

gerade bei Fräulein Schmidt dann auch krank war haben wir es nicht geschafft, einfach einmal wegzugehen. Wir wollten auch nicht, dass die Großmutter dann mit einer vollkommen fertigen Fräulein Schmidt alleine ist, es ist dann abends schon einfacher, wenn Eltern in der Nähe sind. und natürlich waren wir auch trotz der Hilfe rechtschaffen müde und ganz froh etwas Schlaf zu bekommen.

Dazu gab es gutes Südländeressen, ich werde die nächsten Wochen Diät machen müssen.