Anderes Spielen mit Kindern bei Männern und Frauen

Wir sind bei Freunden mit kleinen Kindern zu Besuch. Die Kinder wollen beschäftigt werden und ich weiß schon aus früheren Besuchen, dass die 5-jährige gerne „Fliegt“ indem ihr Vater sie fast etwas in die Luft wirft, jedenfalls aber an den Armen hoch zieht. Da der Vater dann irgendwann weg muss, weil er zur Arbeit muss,  braucht das Kind einen neuen, der dies übernimmt. Also fliegt es jetzt eben mit mir.

Südländerin schaut etwas besorgt, das Kind jauchzt aber glücklich.

Die Mutter sagt zu Südländerin:

„Das ist auch etwas, was man als Mutter lernen muss. Männer und Frauen spielen anders mit Kindern. Und beide Arten sind okay. Es ist okay, wenn der eine auch mal etwas macht, bei dem man denkt, dass es zu wild ist und man es selbst nicht so machen würde. Es ist gut, wenn die Kinder beide Arten kennen lernen“

(Bei ihr klang es noch etwas besser, aber so dem Grunde nach).

Erinnerte mich etwas an diese Erfahrung, wo auch ein Kind sehr sehr ängstlich war und die Mutter äußerst beschützend. Auch hier gilt natürlich, dass es nur eine Betrachtung über den Schnitt ist und es sicherlich auch genug Mütter gibt, die das anders machen und sicherlich auch Väter, die vorsichtiger sind oder eben zu unvorsichtig.

 ich würde interessieren, wie ihr das seht: Sind Mütter im Schnitt „schützender“ und Väter eher die, die auch mal etwas weiter gehen?

 

Advertisements

„Männer, überwindet eure Identitätskrise und werdet Feministen“

Edition F lässt den Feministen Philipp Zilles erklären, warum alle Männer Feministen werden sollten:

Seine Einleitung:

Die Stärkung der Frauen in den letzten Jahren hat viele Männer scheinbar in eine Identitätskrise gestürzt. Daher stehen manche Männer dem Feminismus aggressiv ablehnend gegenüber. Dabei kann der Feminismus den Männern helfen, die Identitätskrise zu überwinden, wenn Männer selbst Feministen werden. Aber auch Männer, die dem Feminismus gegenüber positiv eingestellt sind, müssen ihre Passivität ablegen und aktive Feministen werden, damit sich die theoretische Gleichberechtigung der Geschlechter endlich in der Praxis realisiert.

Meiner Meinung nach lehnen die meisten Männer und Frauen den modernen Feminismus ab, weil er schlicht vollkommen übertreibt und alles zu einem Geschlechterkrieg macht, während sich Männer und Frauen ansonsten durchaus gut verstehen und sich nicht im Krieg sehen

Kampf der Geschlechter?

Die Diskussionen um sexualisierte Gewalt und Sexismus der letzten Monate lassen mich relativ irritiert zurück. Viele Menschen, überwiegend Frauen, beklagen erschreckende Gewalt, die gegen sie verübt wird und alltäglichen Sexismus. Andere, überwiegend Männer, nehmen eine Gegenposition und Verteidigungshaltung ein: „Auch Männer sind von sexualisierter Gewalt betroffen,“ und: „Man wird ja wohl noch ein Kompliment machen dürfen,“ sind häufig zu lesende Kommentare. Viele Medien sehen Männer in der Krise und manche Männer verhalten sich in den sozialen Netzen, als befänden sich die Geschlechter im Krieg gegeneinander. Dabei liegt die Lösung für viele Probleme auf der Hand: Männer müssen Feministen werden! Denn der Kampf ist kein Krieg von Frauen gegen Männer, sondern von richtig gegen falsch.

Anders gesagt: Wenn ihr zu unserer fanatischen Ideologie konvertiert, die euch alle Schuld an allem zuweißt und das auch so einseht, dann müssen wir euch ja gar nicht mehr bekämpfen und alles ist friedlich! Ist doch ein super Vorschlag.

Ist ungefähr so wie die Forderung, dass alle Frauen einfach das Patriarchat (so wie Feministen es sich vorstellen) anerkennen, dann gibt es ja auch keinen Kampf mehr.

Es ist richtig, wenn keine sexualisierte Gewalt ausgeübt wird. Ist es richtig, wenn Männer und Frauen gleichberechtigt miteinander leben. Es ist richtig, wenn Männern und Frauen die gleiche Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht wird.

Da werden auch die allerwenigsten Männer widersprechen. Nur üben eben auch die allerwenigsten Männer (genau wie die allerwenigsten Frauen) sexualisierte Gewalt aus.

Und auch beim gleichberechtigt Nebeneinander leben wird sich wenig männlicher Widerspruch finden. Allenfalls werden die Männer anführen, dass sie dann eben auch die gleichen Rechte wollen und das die Frauen dann auch die gleichen Pflichten übernehmen müssen.  Und Frauen haben bereits die gleiche Teilhabe wie Männer an der Gesellschaft. Sie üben sie nur anders aus.

Diesen Zustand zu erreichen, ist das Ziel des Feminismus.

Das ist für den modernen Feminismus nicht richtig. Er sperrt sich dagegen bei Männern überhaupt nur die Möglichkeit zu sehen, dass sie diskriminiert werden, Feministinnen haben sich bisher auch noch nicht dafür eingesetzt, dass Bereiche, in denen Frauen Vorteile haben (etwa im Familienrecht) angeglichen werden und sie predigen im vorherrschenden intersektionalen Feminismus ein ganz simples Weltbild, nach dem Menschen nach ihren Gruppenkategorien in Gut und Böse einzuteilen sind, in privilegiert und benachteiligt und immer eine Gruppe in einer Kategorie absolutes Opfer und der andere absoluter Nutznießer ist. Sie sehen alles als Beleg für die Schuld insbesondere weißer, heterosexueller Männer und nicht als Verantwortung der Frauen oder anderer „benachteiligter Gruppen“ an.

Schaut man sich diese Ziele an, ist offensichtlich, dass Feminismus keine Frauenangelegenheit ist. Eine gewaltfreie und gerechte Gesellschaft zu erschaffen, muss das Ziel aller Menschen sein. 

Dafür kann man allerdings den gegenwärtigen Feminismus gerade nicht gebrauchen. Denn eine gerechte Welt weißt nicht einseitig Schuld nach Hautfarbe und Geschlecht zu, sondern sieht die Handlungen des Einzelnen, ohne die Gruppe dafür verantwortlich zu machen. In einer Identitätspolitik kann es keine gerechte Welt geben.

Und eine gewaltfreie Welt wird es eben auch nicht geben. Eher heizt der Feminismus durch seine Schuldzuweisungen das Klima weiter auf.

Es gibt keine Akzeptanz sexualisierter Gewalt

Die gute Nachricht der letzten Wochen ist, dass es einen großen gesellschaftlichen Konsens für die Ächtung von sexualisierter Gewalt gibt. Es ist noch nicht so lange her, da hat eine Volkspartei versucht Vergewaltigung in der Ehe mit: „Die Frau hat vor dem Altar doch mit ‚Ja, ich will.‘ geantwortet,“ zu legitimieren. Eine solche Argumentation kommt uns heute mittelalterlich vor, auch wenn Menschen, die so argumentierten, heute noch im Parlament sitzen.

Zur Vergewaltigung in der Ehe hatte ich hier schon etwas geschrieben. Sie war natürlich nicht per se straffrei und die Frau Freiwild. Verschwiegen wird hier, dass es keineswegs einfach nur das Patriarchat war, auch viele Frauen sahen es eben damals so, dass es eine andere Situation war.

Aber in der Tat ist da ja ein Wandel eingetreten und das ist auch gut so.

Obwohl sexualisierte Gewalt täglich passiert, ist die Ächtung doch eine wichtige Voraussetzungen, um Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken. Niemand möchte mit sexualisierter Gewalt in Verbindung gebracht werden. Vielleicht reagieren auch deshalb manche Menschen mit heftigen Gegenreaktionen auf Beiträge, die den Sexismus verurteilen, auch wenn dies auf den ersten Blick paradox erscheint. 

Sie, Männer und Frauen, reagieren heftig, weil Männer allgemein in die Haftung genommen werden und teilweise bereits das Gerücht für sie überaus ernste Folgen hat, ohne das ein Nachweis notwendig zu sein scheint. Sie reagieren heftig, nicht weil sie sexuelle Gewalt gut finden, sondern weil teilweise normale Flirtsituationen kriminalisiert werden und alle Verantwortung einseitig verschoben wird. Sie reagieren so, weil sie der Meinung sind, dass Frauen in der Lage sein sollten, ihre Meinung zu sagen und deutlich zu kommunizieren.

Anders als sexualisierte Gewalt findet Sexismus öffentlich und von beinahe jedermann statt.

Auch von den Frauen?

 

Doch während eine Person, die Gewalt ausübt, sich ihres Fehlverhaltens meistens sehr bewusst ist, kann beim Sexismus nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden. Viele Menschen handeln so, wie sie sozialisiert wurden, ohne ihr Handeln zu hinterfragen. Jetzt werden sie damit konfrontiert, dass ihre Handlungen mit Sexismus in Zusammenhang gebracht werden. Dies kommt für viele überraschend, da sie selten negative Resonanz auf ihre Handlungen bekommen haben.

Wenn sie vorher nie eine negative Resonanz erhalten haben, dann vielleicht weil die meisten das Handeln schlicht nicht als sexistisch angesehen haben. Die wenigsten Leute legen einen so strengen Maßstab an wie Feministen und würden sich wohl in einer solchen Welt auch nicht wohlfühlen. Sie haben ein ganz anderes Verhältnis dazu.

Das Schweigen der Sexismus Erlebenden in der Vergangenheit heißt aber eben nicht Zustimmung, sondern nur, dass sich viele mit Sexismus arrangiert haben. Und natürlich gibt es sowohl Übergangsbereiche zwischen Kompliment und Sexismus, also auch zwischen Sexismus und sexualisierter Gewalt. Aufgrund der Ächtung sexualisierter Gewalt möchte aber keine Person damit in Zusammenhang gebracht werden. Darauf ist es möglicherweise auch zurückzuführen, dass manche, teilweise bis ins Absurde hinein auf dem Ausspruch „nur ein Kompliment“ beharren. 

Ich denke viele sehen es natürlich als unangenehm an, wenn jemand eine Grenze überschreitet. Aber sie sind sich auch bewußt, dass die wenigsten bösartig eine Grenze überschreiten, Flirten eine Geschichte voller Mißgeschicke sind und haben genauso Erlebnisse gehabt, wo sie gewünscht hätten, dass der andere etwas macht und dieser sich nicht getraut hat. Sie wollen kein Klima in dem man gar nichts mehr machen kann und sie wissen auch, dass das bei denen, die ganz bewußt Grenzen überschreiten, in dem Wissen das es nicht erwünscht ist, eh nichts bringt. Es ist viel zu mühsam gegen einen übergriffigen Boss vorzugehen, es kann einfacher zu sein, die Stelle zu wechseln oder eben darauf zu achten, dass man nicht mit ihm alleine ist.

Die Absurdität wird offensichtlich, wenn man eine Parallele zwischen einem Kompliment und einem Geschenk macht. Beides soll dem Empfänger eine Freude bereiten. Angenommen ein Schenkender erfährt, dass der Empfänger keine Freude an z. B. seinen mitgebrachten Blumen hat. Natürlich kann er enttäuscht äußern, dass er nur eine Freude machen wolle, aber hoffentlich wird er sich beim nächsten Mal trotzdem etwas anderes überlegen. Es wäre doch sehr befremdlich, wenn er beim nächsten Treffen wieder die gleichen Blumen kaufen würde. Wenn sich der Vorgang wiederholen würde, könnte man dem Schenkenden eher Boshaftigkeit unterstellen, aber nicht mehr, dass er dem Empfänger eine Freude machen möchte. Der Vergleich zeigt aber auch, wie man mit Sexismus umgehen kann.

Oh, es gibt genug Frauen, die „hartnäckige“ Männer belohnten. Und dann mit ihnen langjährige Beziehungen führen.

Und natürlich gibt es auch hier andere Geschenke als Blumen, die dennoch nicht gefallen. Und bei denen der Schenker jedesmal hofft, dass er diesmal eine Freude macht.

Und es gibt auch Situationen, wo sie jetzt keine Blumen von ihm will, aber später durchaus.

Oder solche, wo sie gar nicht deutlich macht, dass sie keine Blumen will. Oder wo sie Blumen will, aber nicht von ihm. Oder wo sie Blumen will, aber ihn nicht dazu.

Zeigt jemand sexistische Handlungen, so ist die Person noch lange kein schlechter Mensch. Erst, wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass ihre Handlung in dieser Situation unangemessen war, die Person aber ihre Handlung wiederholt, muss man anfangen, sich über den Charakter der Person Gedanken zu machen.

Da ist wieder der alte Gedanke, dass man die Leute eben einfach nur aufklären muss, dass es sexuelle Belästigung gibt.

Was für ein merkwürdiges Menschenbild. Natürlich ist das den meisten Männern bekannt. Es ist beim Flirten häufig ihre größte Furcht, dass die jeweilige Frau angewidert aufspringt und sagt „Iihhh, der perverse Widerling hier will was von mir!!“ Sie wissen häufig nur nicht, was sie besser machen sollen, sie lesen Signale falsch oder (im selteneren Fall) es ist ihnen vollkommen egal. Genug Männer haben auch die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, was zu probieren, als gar nichts zu machen, weil sie bei vielen Frauen zu vorsichtig waren.

Denen, die schlicht Macht ausüben und denen es egal ist, die hoffen Frauen durch Macht Sex abzupressen, mit denen muss man nicht reden. Weil auch sie keine neuen Erkenntnisse brauchen.

„Auf Komplimente und heiße Flirts muss auch in Zukunft nicht verzichtet werden, es geht nur um das Wie und Wann.“

In den letzten Wochen haben vor allem Frauen vermehrt geäußert, welche Handlungsweisen sie als sexistisch empfinden. Anstatt auf einem „nur ein Kompliment“ zu insistieren, sollten Männer besser ihr alltägliches Fehlverhalten einräumen und versuchen, es zu ändern.

Nur das die allermeisten Männer kein Fehlverhalten zeigen. Sie machen Frauen keine ungefragten Komplimente, sie pfeifen ihnen nicht hinterher, sie schauen ihnen nicht ungebührlich auf die Brüste, sie benehmen sich ganz normal. Es gibt für sie nicht zu gestehen, sie haften nicht für das Verhalten anderer Männer.

Auf Komplimente und heiße Flirts muss auch in Zukunft nicht verzichtet werden, es geht nur um das Wie und Wann. Es wird auch in Zukunft Missverständnisse geben und es wird in Zukunft Sexismus geben. Aber wir sollten versuchen, unsere Handlungen zu ändern, wenn wir uns dessen bewusst werden. Denn nur so können wir das Ziel erreichen, dass alle gut miteinander leben. 

Das ist ja immerhin schon fast eine gemäßigte Position. Aber die meisten Leute sind schon der Auffassung, dass Männer und Frauen gut miteinander leben.

Männer müssen den Feminismus voranbringen – inner- und außerhalb der Parlamente

Problematisch wird es im Bereich, in dem Sexismus in sexualisierte Gewalt übergeht. Es ist gesellschaftlicher Konsens, dass es bei sexualisierter Gewalt nicht damit getan ist, die Handlung zukünftig zu unterlassen. Nach sexualisierter Gewalt fällen Gerichte Urteile. Daher muss es eindeutige Definitionen und klare Gesetze geben. Die Grenze zwischen Sexismus und sexualisierter Gewalt kann immer wieder von der Gesellschaft neu ausdiskutiert werden. Ist „Nein heißt nein“ ausreichend, oder sollte es „Nur ja heißt ja“ heißen? Welche Strafen sind bei sexualisierter Gewalt angemessen? Diese Diskussionen finden zwar auch außerhalb der Parlamente statt, aber Gesetze werden letztendlich nur in ihnen verabschiedet.

Und man hat sich auf bestimmte Gesetze geeinigt.

Gleiches gilt für andere Gesetze, die das Miteinander der Menschen regeln. Braucht man Quotenregelungen oder Fördermaßnahmen, damit beide Geschlechter möglichst zu gleichen Anteilen an Entscheidungsprozessen teilhaben? Helfen mehr Krippenplätze oder Kindergeld, damit Familien sich frei für ein Erziehungskonzept entscheiden können und nicht ein Elternteil durch einen wirtschaftlichen Zwang zu etwas gezwungen wird, was es nicht möchte? Werden Eltern eher durch Elternzeit oder durch Anspruch auf Teilzeit in ihrem Leben unterstützt? Welche Änderungen an Steuermodellen muss es geben?

Auch hier fehlen interessanterweise all die Bereiche, in denen Männer schlechtere Karten haben. Jedenfalls passen die Beispiele eher auf die klassischen Bereiche, in denen der Feminismus Nachteile für Frauen sieht.

„Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau könnten die Männer theoretisch wieder abschaffen.“

Viele dieser Regelungen wirken sich im Augenblick auf die Geschlechter unterschiedlich aus. In vielen Fällen sind Frauen benachteiligt. Da sich in den Parlamenten aber eine gewaltige Mehrheit an Männern befindet, müssen Männer die feministischen Ideen verfolgen, um Verbesserungen für alle zu erreichen.

Was für eine geile Logik:

  • in den Parlamenten befindet sich eine gewaltige Mehrheit von Männern, deswegen besteht Handlungsbedarf für Männer
  • Männer können, wenn sie feministische Ideen verfolgen, für Frauen handeln und ihre Lage verbessern

Dass dasArgument für das behauptete Defizit durch die zweite Aussage bereits seine Grundlage verliert, dass fällt ihm wahrscheinlich nicht auf. Wenn zB die Männer ganz überwiegend feministisch wären, dann könnten Frauen bereits mehr Interessenvertreter haben als die Männer.

Frauen alleine haben für die bevorstehenden wichtigen Entscheidungen der Zukunft im Augenblick keine Mehrheit.

Tatsächlich haben sie die. Denn sie stellen die Mehrheit der Wähler. Sie wählten aber mit über 50% CDU/CSU, FDP und AFD. Hätten die Frauen mehrheitlich Grüne gewählt, dann hätten sie auch weitaus mehr Frauen in dem Parlament. Anscheinend sehen aber Frauen selbst ihre Interessen zum großen Teil eher durch die Wahl anderer Parteien umgesetzt.

Sie können auf Probleme aufmerksam machen und Vorschläge einbringen, aber für die Umsetzung sind sie auf den Willen der Männer angewiesen.

Auch wieder Nein. Eher sind die Politiker auf die Stimmen der Frauen angewiesen. So zu tun als könnten Frauen keine Politik mitgestalten, nur weil sie seltener Politiker sind, ist sehr naiv. Nicht zuletzt ist die Bundeskanzlerin seit Jahren eine Frau und genug Frauen waren Minister

Wie extrem diese Abhängigkeit von Männern ist, wird einem bewusst, wenn man sich verdeutlicht, dass die Männer problemlos über eine Mehrheit zur Änderung des Grundgesetzes verfügen.

Nein, männliche Politiker mögen darüber verfügen, aber das bedeutet nicht, dass sie sie per se für Männer einsetzen. Es kann auch bedeuten, dass sie an einer ganz anderen Politik interessiert sind, etwa für große Wählergruppen, wie etwa die der Frauen, die über 50% der Wähler ausmachen.

 

Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau könnten die Männer theoretisch wieder abschaffen. Die fehlenden parlamentarischen Möglichkeiten der Frauen sind besonders problematisch, da Frauen deutlich häufiger als Männer durch Ungleichheit und Machtgefälle benachteiligt werden.

Was für ein geniales Schreckensszenario: Zwar will keine Partei und kein Politiker die Gleichberechtigung abschaffen, aber sie könnten ja und es sind überwiegend Männer, diese machtgeilen Patriarchen! Da schwebt das Damoklesschwert schon über den Frauen. Deswegen: Männliche Feministen to the rescue! Mehr Männer werden das Problem auf jeden Fall lösen, welches darin begründet ist, dass die Mehrheit der Frauen Parteien gewählt hat, die mehr Männer aufgestellt haben!

Viele Männer scheinen jedoch fatalerweise aus dem Feminismus abzuleiten, dass es primär die Aufgabe der Frauen ist, die vorhandenen Probleme zu lösen. Dies ist bei der augenblicklichen parlamentarischen Zusammensetzung schlicht nicht möglich.

Deswegen gibt es alle 4 Jahre freie, geheime, allgemeine Wahlen.

Und natürlich ist es möglich: Indem Frauen in Parteien auftreten, politisch aktiv werden, Einfluss auf die Politiker nehmen, und diese davon überzeugen, dass eine entsprechende Politik ihnen Wählerstimmen gibt. Eben mit normaler Lobbyarbeit, wie sie alle Gruppen machen und wie sie ja auch umfassend über Frauenverbände etc gemacht wird.

Anstelle gleichgültig abzuwarten, was die Frauen so machen werden, wäre es wichtig, dass Männer die Diskussion endlich weiter voranbringen und Entscheidungen fällen. Wenn Männer auf massive Berichte sexualisierter Gewalt gegen Frauen nicht mehr mit „es gibt auch Männer, die davon betroffen sind“ reagieren, sondern Gesetze erlassen, die sexualisierte Gewalt zurückdrängen, würden davon alle Menschen, auch die betroffenen Männer, profitieren. 

Frauen haben keine Möglichkeit zu handeln, weil überall Männer sind. Deswegen müssen da noch mehr Männer sein, die was für Frauen ändern. Denn mehr Männer ist dann der richtige Weg. Die anderen Männer, die schon da sind, die müssen alle böse sein. Aber wir, wir wären die richtigen Männer.

Ob ihm mal jemand sagen könnte, dass der normale Mann kein Gesetz erlassen kann, weil er auch nicht im Parlament sitzt?

Und was wäre überhaupt, wenn man davon ausgeht, dass bereits Gesetze erlassen sind? Die sexualisierte Gewalt hat ja nicht zugenommen. Und wenn sie in den letzten Jahren zugenommen hätte, dann wären die meisten Feministinnen wahrscheinlich gegen Gesetze, die das ändern…

Die Forderung, dass die Männer die Probleme lösen sollen, birgt ein gewisses Risiko.

Natürlich, denn Männermenschen sind ja die Schlimmsten.

Wir kommen immerhin aus einer Gesellschaft, in der Männer die Entscheidungen für die Frauen gefällt haben und auch heute noch fällen. Einige Männer könnten sich ermutigt fühlen, unter dem Deckmantel des Feminismus weiter über Frauen zu bestimmen.

Oh nein, dabei waren Männer doch die letzte Hoffnung, denn Frauen sind absolut entrechtete Wesen, die selbst einfach gar nichts daran ändern können, wie sich ein Parlament zusammen setzt!

Und auch diese letzte Hoffnung birgt Gefahren!

Gleichzeitig kann eine Enthaltung der Männer aus Diskussions- und Entscheidungsprozessen aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ebendiese zum Erliegen bringen.

Wenn sich die 48% der Männer enthalten, dann bringt diese Mehrheit alle Entscheidungsprozesse zum Erliegen. Denn Männerstimmen zählen doppelt im Patriarchat und damit haben sie eine Mehrheit von 96%.

Auf die Idee, dass Frauen seine Reformen vielleicht gar nicht wollen kommt er nicht. Sie ist auch zu abwegig für jemanden, der sich gerade als letzte Rettung aller Frauen vor den bösen anderen Männern sieht.

Noch dazu ergibt sich bei allen Entscheidungen, die Frauen betreffen, ein Legitimationsproblem, wenn die Entscheidung zum großen Anteil von Männern getroffen wird. Auch die Männer, die ihren Frauen bis vor noch nicht all zu langer Zeit erlauben mussten, ob diese arbeiten durften oder nicht, waren vermutlich der Meinung im Interesse der Frau und Familie zu handeln. Aufgrund des Legitimationsproblems sollten sich die Parteien deutlich mehr bemühen, eine annähernd paritätische Besetzung der Parlamente zu erzielen.

Wie wäre das in einer Demokratie mit freien, geheimen und allgemeinen Wahlen nur möglich? Weiß irgendjemand einen Weg abseits fester Quoten der Parteien wie Frauen in die Parlamente kommen können?

So etwas wie eine Aufforderung an Frauen wenigstens im gleichen Verhältnis Parteimitglied zu sein oder sich im gleichen Verhältnis um Ämter zu bemühen oder zur Not eben eine Partei der Frauen zu gründen wäre sicherlich nicht möglich, denn Männer haben ja überall die Mehrheit.

Der Weg dahin kann durchaus verschieden sein: Quote, Mentoren oder andere Formen der Förderung. Aber das Ziel muss klar sein und es sollte schnell und nicht nur halbherzig in Angriff genommen werden. Bis dahin müssen sich die Männer mehr ihrer Entscheiderrolle mit Legitimationsdefizit bewusst werden und dies in ihrem Handeln berücksichtigen. 

Denn auch Mentoren können nur Männer sein! Frauen bekommen das eben nicht hin. Es bleibt nur, dass Männer sich bewußt werden, dass sie nicht legitimiert sind, wenn Frauen und Männer sie in freien, geheimen und allgemeinen Wahlen gewählt haben. Denn ein Wählerwille, der sich nicht in 50% Frauen niederschlägt ist gar kein Wählerwille. Legitimiert können nur gerechte (TM) Wahlergebnisse sein!!

„Eine Demokratie lebt nicht nur davon, dass es gerechte Gesetze gibt. Die Gesellschaft muss die demokratischen Werte auch im Alltag vertreten.“

Während einige Menschen dem Feminismus gleichgültig gegenüberstehen, gibt es auch immer wieder welche, die einer Weiterentwicklung der Gesellschaft hin zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern aktiv bekämpfen. So sind beispielsweise Feministinnen in sozialen Netzwerken massivem Hass ausgesetzt. Diese Haltung ist mit demokratischen Werten nicht vereinbar und muss stärker bekämpft werden, als dies bisher der Fall ist.

Ja, grauenhaft, diese armen Feministinnen, die ja nur etwas Teilhabe wollen:

Warum nur schlägt ihnen da keine Zustimmung entgegen? Warum jauchzen nicht alle fröhlich, wenn ihnen erklärt wird, dass weiße heterosexuelle Männer die allerschlimmsten sind, weil durchgängig privilegiert, vom Obdachlosen bis zum geschiedenen Vater, der seine Kinder kaum sieht, weil die Frau 500 Kilometer weggezogen ist.

Warum sehen Männer nicht endlich ein, dass sie miese Unterdrückerschweine sind, die sich alle Vorteile zuschanzen und die allesamt davon profitieren, dass 0,000001 Prozent von ihnen Führungspositionen haben? Und die dann versuchen, dass klein zu reden indem sie darauf verweisen, dass sie früher sterben, die gefährlicheren Jobs machen, Frauen im wesentlichen den gleichen Lebensstandard haben wie Männer, Frauen weniger Überstunden haben und mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und all solche Nebensächlichkeiten.

Eine Demokratie lebt nicht nur davon, dass es gerechte Gesetze gibt. Die Gesellschaft muss die demokratischen Werte auch im Alltag vertreten. So ist die theoretische Gleichberechtigung von Mann und Frau schon lange Gesetz, in der Praxis gibt es aber weiter bestehende Ungerechtigkeiten. Auch außerhalb der Parlamente wird die Gesellschaft durch Männer in Machtpositionen dominiert. Männer müssen aufhören, dies stillschweigend hinzunehmen.

Ja, nur sind diese Machtpositionen eine Menge Arbeit und die meisten Frauen wollen sie schlicht nicht machen. Weil es bedeutet, dass man sein Leben vollkommen auf diese Arbeit ausrichtet, Familie auf einen Partner verlagert oder eben keine hat und sich alles im Leben darum dreht, dass man oben ist und oben bleibt.

Hier eine Grafik, die deutlich macht, dass mit dem höheren Lohn immer mehr Überstunden verbunden sind:

Hier eine Grafik, wieviel Arbeit Männer und Frauen in einen Idealen Job investieren wollen:

 

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Schon bei 60 Stunden sind es mindestens doppelt so viele Männer wie Frauen, also ein Verhältnis von 1 zu 3.

Was ein Feminist tun kann

Ah, endlich mal jemand, der konkret wird.

Was kann der Anteil der Männer am Feminismus sein?

  • Mit Frauen über das Frausein zu sprechen und ihnen zuzuhören.

Die allermeisten Frauen sind gerne Frauen. Und wenn man ihnen zuhört, dann sagen sie einem viele, dass sie später auch Zeit mit den Kindern verbringen wollen, dass sie einen Partner wollen, der zumindest genauso viel verdient wie sie, gerne mehr und der ihnen das ermöglicht etc. Natürlich gibt es auch genug, die Karriere machen wollen, aber gerade nach dem ersten Kind ändert sich das wieder bei vielen.

  • In Diskussionen mit anderen Männern auf Probleme aufmerksam zu machen. Männer sehen die Probleme von Frauen häufig nicht, weil sie selber davon nicht betroffen sind. Ein Problem nachvollziehen zu können ist aber die Voraussetzung, um an seiner Lösung mitzuarbeiten.

Frauen sehen auch häufig die Probleme von Männern nicht. Und teilweise hätten Männer gerne die Probleme von Frauen.  Und nicht selten sind die Hauptprobleme von Männern und Frauen auch sehr gleich: finanzielle Sorgen, Liebeskummer, ein Partner, um den man sich Sorgen  macht oder Freunde, denen es nicht gut geht. Das Kind, welches schlechte Noten hat und der Hauskredit, der die Möglichkeiten stark einschränkt. Die Chefin kann genau so eine schwierige Person sein wie der Chef und Intrigen unter Kolleginnen können dramatisch sein. Wenn man Frauen fragt, was sie gerade am meisten Sorgen macht wird „es sind zu wenig Frauen in Führungspositionen“ noch nicht einmal unter den Top 10 sein. Und sexuelle Belästigungen werden auch nicht das Feld bestimmten.

  • Sich solidarisch mit einer Frau zu zeigen, wenn sich in Diskussionen herabwürdigend über sie geäußert wird. Dies gilt auch, wenn die Frau nicht anwesend ist. Ideen von Frauen werden häufig nicht mit Argumenten, sondern mit sexualisierten Beleidigungen bekämpft. Dabei ist es problemlos möglich, einen angemessenen Umgang miteinander einzufordern, also auch Argumente gegen die von einer Frau geäußerte Idee zu nennen, wenn man anderer Meinung sein sollte. Denn Männer müssen Frauen gegenüber im gleichberechtigten Menschsein solidarisch sein, und nicht bezüglich jeder Meinung.

Oder: Sie einfach wie jeden Menschen behandeln und sie weder bevorzugen noch benachteiligen. Was Frauen auch machen sollten. Und wenn man diesen Maßstab als Frau haben will, dann müsste man eben gleichzeitig auch alle Lästereien und Herabwürdigungen über bzw von Männer lassen (was das Ende des Feminismus wäre) und (feministische) Frauen müssten insbesondere aufhören sich hinter ihr Frausein zurückzuziehen und hinter allem eine Diskriminierung zu sehen

  • Bei Parteien und Firmen nachzufragen, weshalb der Anteil der Frauen in Machtpositionen so niedrig ist.

Weil so wenige Frauen in Machtpositonen wollen und die eine Menge Arbeit sind? Firmen und Parteien suchen händeringend nach Frauen. Aber es ist schwer welche zu finden, die die Arbeit auch machen wollen.

  • Die eigenen Denkweisen und Handlungen auf unbewussten Sexismus zu überprüfen. Eigene sexistische Denkweisen und Handlungen im Alltag wahrzunehmen und dann zu versuchen, weniger sexistisch zu sein.

Das wäre ein wirklich guter Vorsatz für den Feminismus und auch für den Autoren des zitierten Artikels, der anscheinend Frauen für vollkommen unfähig hält selbst etwas zu ändern.

Auf in den Kampf

Häufig wird von einer Identitätskrise der Männer gesprochen. Diese wird vermutlich zum Teil auch durch die Passivität verursacht, in die manche Männer verfallen, weil sie den Feminismus den Frauen zuordnen. Dabei wäre es nötig, aktiv zu sein. Eine gerecht Welt entsteht nicht von alleine.

Ja, es ist die Passivität des Mannes, die dazu führt, dass Frauen nicht in Führungspositionen vertreten sind. Wessen Passivität könnte es auch sonst sein?

Und sind wir Männer nicht so sozialisiert worden? Gibt es etwas, was männlicher sein könnte, als das Kämpfen für eine gerechtere Welt? Die meisten Helden, vom Blockbuster bis zum Comic, kämpfen dafür. Dabei nehmen sie Entbehrungen auf sich und stellen sich vermeintlich übermächtigen Gegnern.

Bizarr. Männer, wir sind doch eh die Macher, die die immer kämpfen wollen, die immer eine bessere Welt erkämpfen wollen. Macht was dagegen, dass Frauen in Führungspositionen, in denen man ja auch Macher sein muss, mehr vertreten sind, indem ihr Macher seid und in dem Bereich die Führung übernehmt!

Er bringt selbst eine besondere Veranlagung des Mannes, aktiv zu werden und zu kämpfen, sich Herausforderungen zu stellen, als Argument das Männer den Sexismus als Anführer bekämpfen sollen, dass Frauen seltener Anführer sind, weniger aktiv sind und sich  nicht den Herausforderungen der Karriere stellen.

Das muss einem doch auffallen, wenn man es schreibt. Er schreibt selbst den Alternativgrund neben Sexismus.

Männer, auf in den Kampf! Schüttelt eure Passivität ab und stellt euch solidarisch neben die Frauen. Wir müssen Feministen werden, um die Welt zu verbessern. Es gilt, mehr als eine Schlacht zu schlagen und Entbehrungen sind garantiert. Aber am Ende wird das Gute siegen.

Männer werden zu Machern erzogen, aber sollen bitte ihre Passivität abschütteln! Und gut, dass Männer Frauen ansonsten bisher nicht unterstützen. Nur eben in einer  Lebensplanung, die dieser Feminist hier anscheinend für falsch hält oder jedenfalls als Beleg dafür, dass die Frau diskriminiert wird.

Es wird Zeit, dass die nächste Generation auch von Superheldinnen sozialisiert wird. Mit Superkräften und Menstruationsschmerzen. Lasst zukünftig auch Heldinnen die Menschheit vor dem Atomkrieg retten. Lasst Atombusen keine Voraussetzung mehr dafür sein, Heldin zu werden. Ein Mensch zu sein ist ausreichend.

Ja, weil Atommuskeln oder ansonsten männliche Attribute bei den meisten männlichen Helden ja keine Rolle spielen.

Und auch die sonstigen körperlichen Funktionen der Superhelden immer thematisiert werden. Man weiß ja mehr über Supermanns Stuhlgang und die nächtlichen Samenergüsse des jungen Spidermans als über die Menstruationsschmerzen von Wonderwomen. Ein Skandal.

vgl auch:

Selbermach Samstag 188 (19.05.2018)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

Royal Wedding: Prinz Harry und Meghan Markle

Heute findet die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle statt und als alter Klatschblog muss hier natürlich wie auch schon bei der Hochzeit des Bruders  und dessen Frau drüber berichtet werden.

Prinz Harry und Meghan Markle Hochzeit

Prinz Harry und Meghan Markle Hochzeit

Prinz Harry ist natürlich als Prinz des englischen Königshauses per se mit Status ausgestattet, er hat aber anders als William, der weit höher in der Thronfolge steht, weil er der ältere Sohn ist, eher eine rebellische Art, vielleicht auch, weil seine Chancen auf den Thron wesentlich geringer sind, und er damit auch weniger auf sein Image achten muss. Er war daher immer auch mal mit Skandalen in der Presse und teilweise als „Party-Prinz“ bekannt.

Wenn einem Skandale vergleichsweise egal sind, dann wird man als Prinz auch gut Party machen können, Attraction ist leicht zu erreichen, wenn man in den Buckingham Palace einladen kann und eine Option auf die Verwirklichung eines Traums vieler Frauen vorhanden ist, nämlich Prinzessin werden.

Wenn man den Gerüchten folgt könnte das Rebellische und der „Playboy Vipe“ von Harry auch daher kommen, dass er eigentlich einen anderen Vater hat als William, was im theoretisch noch mehr Freiheiten geben könnte. Prinzessin Diana hatte bekanntlich eine Affaire mit dem Stallmeister und einige meinen, dass Harry aus dieser Affaire abstammt. Macht deutlich, wie evolutionär günstig es sein könnte, wenn man ein „Kuckuckskind“ produziert und die Kosten von Aufzucht etc an andere abgeben kann. Hier eine Nebeneinanderstellung von Harry und den zwei potentiellen Vätern:

Harry Vater nebeneinander

Harry Vater nebeneinander

Wäre interessant, ob das Königshaus da einen Test hat machen lassen und für den Fall, dass er nicht der eigentliche Königliche Sohn ist entschieden haben, dass für sich zu behalten, weil sie zum einen den Skandal nicht wollten und zum anderen Charles eben auch der soziale Vater ist und ihn als Sohn ansieht (wobei ich durchaus vermuten würde, dass der Test direkt nach der Geburt gemacht worden ist, was auch eine schwierige Lage für Charles wäre, wenn er nicht der Vater ist)

Meghan Markle ist eine Schauspielerin, die insbesondere durch ihre Rolle in der Serie Suits, eine Serie über einen genialen Juristen, der aber nie seinen Abschluss gemacht hat, obwohl er super gut, ist und der dennoch als Rechtsanwalt zugelassen worden ist, weil er – meine ich – Dokumente gefälscht hat. Sie selbst spielt die pfiffige Rechtsanwaltsfachangestellte, die gleichzeitig Love Interest ist.

Ich finde Meghan Markle sehr schön, sie hat eine tolle Ausstrahlung und ich konnte mir Suits auch wegen ihr durchaus anschauen. Insofern kann ich die Wahl von Harry gut nachvollziehen.

Sicherlich werden einige konservative Royalisten die Nase rümpfen: Eine Fernsehschauspielerin, schon einmal verheiratet, in Amerika geboren, und, wenn der Royalist noch einen rassistischen Einschlag hat, mit einer afroamerikanischen Mutter, und  noch schlimmer einem Vater mir irischen (-niederländischen) Wurzeln (war da nicht was mit den Iren? War da schon mal einer auf dem englischen Thron? Vielleicht habe ich nur zu viel Braveheart geschaut)

Auch hier hat Harry wahrscheinlich Glück, dass er nunmehr, da William Kinder hat, nie auf dem Thron sitzen wird und daher den Royalisten nicht so wichtig ist.

Mir persönlich wäre es an seiner Stelle auch egal, solange die beiden sich lieben ist es das wichtigste. Eine Frau mit eigenen Vermögen zu heiraten ist auch nie eine schlechte Wahl und sie ist auch das Medienleben gewohnt.

Interessante Frage wäre noch: Wer hat es was die Einschränkungen im Privatleben betrifft schwerer, ein Hollywoodstar oder eine Prinzessin?

Südländerin, die gute Seele, meint, dass das Prinzessinnenleben schwerer ist, weil eine Hollywoodschauspielerin eben ruhig mal einen Skandal haben kann und weniger in ein Protokoll eingebunden ist, ich vermute es ist zum Teil eher eine Frage der Bekanntheit

„Also ich als Frau…“

Neulich mussten wir in einem Meeting etwas warten und man suchte daher das zwanglose Gespräch. Über das Wetter kam man auf dies und das und eine der Teilnehmerinnen, eine ältere Frau, ich schätze sie so auf 50, auf ihrem Gebiet hoch kompetent, bekam jetzt im privaten kaum einen Satz heraus, bei dem nicht ihr Frausein eine Rolle spielte:

Ein Teilnehmer erzählte, dass er vor einiger Zeit einmal bei einem Ausflug den Schlüssel im Auto gelassen hatte, dass sich dann durch irgendeinen dummen Umstand selbst verschlossen hatte, so dass er nicht mehr hineinkam.

Sie als Frau hätte da ja ganz doof dargestanden, weil man sofort gesagt hätte, dass das ja typisch Frau wäre.

Er erzählt, dass er dann schließlich die kleine Heckscheibe eingeschlagen hätte, um so die Tür öffnen zu können. Er dachte er könnte dann einen Hebel an der Tür ziehen und dann wäre alles wieder gut. Klappte aber nicht, die Tür war zu und er selbst war zu breit um durch das Fenster an den Schlüssel zu kommen. Er habe deswegen eine zierliche Frau gebeten, die dann für ihn tatsächlich den Schlüssel erreicht habe.

Also sie als Frau hätte ja niemals einem fremden Mann etwas aus dem Auto geholt, was da alles passieren könne.

Naja, erwidert er, es war eine recht belebte Ecke, es standen auch andere dabei, nur war sie eben die gewesen, die am weitesten in das Fenster kommen konnte.

Also sie als Frau hätte das dennoch nicht gemacht, man wüsste ja nie, was da dann plötzlich passiert. Er hätte doch lieber einen Jungen fragen sollen

Man kommt auf den Verkehr.

Sie habe auch neulich einen Unfall gehabt. Ein LKW habe sie von der Straße abgedrängt, man sollte verpflichtend Seitenwarner dort anbringen. Sie habe großes Glück gehabt. Das habe auch schlimm ausgehen können.

Und dann hätten alle gewollt, dass sie aus dem verunfallten Wagen aussteigt.

Also sie als Frau habe das nicht machen wollen. Was da alles passieren könne.

Sie findet wirklich wegen allem irgendwie etwas, warum sie die Situation gerade als Frau betrifft.

Selbst bei Situationen, wo für sie als Frau auch keine größere Gefahr bestand als für jeden Menschen.

Und irgendwie macht sie damit für mich einen Teil des sehr guten Eindrucks, den ich vorher von ihr hatte, wo sie kompetent und professionell wirkte, wieder kaputt.

Ansprüche nach dem Entgelttransparenzgesetz: Bisher nur von Männern geltend gemacht

Rechts, Links und die Frage wie anstrengend politische Haltungen sind

Sophie Passmann schreibt über die Anstrengungen einer linken politischen Einstellung:

Ich bringe es leider nicht übers Herz, konservativ zu sein. Würde ich das schaffen, wäre mein Leben sehr viel einfacher, denn mir wäre allein schon die Parteimitgliedschaft bei der SPD erspart geblieben und damit auch unendlich viel Kummer im letzten Jahr.  Dabei habe ich in meinem Leben immer wieder ernsthafte Versuche unternommen, konservativ zu werden, allein aus arbeitsökonomischen Gründen. Wer konservativ ist, spart sich nämlich langfristig den anstrengenden Versuch, die Gesellschaft verändern zu wollen

Als Liberaler stehe ich ja irgendwie zwischen diesen beiden Lagern, finde dieses Schwarz-Weiß-Malen aber wenig durchdacht und selbstbeweihräuchernd. Denn Konservative wollen ja durchaus auch die Gesellschaft verändern, sie zB weniger Links und konservativer machen.

Rechts = leicht

Konservative leben den beneidenswerten Geisteszustand der Zufriedenheit. Sie schauen sich um auf dem Schlachtfeld der Postmoderne und denken sich: „Nett hier! Genau so soll das bitte für die nächsten 100 Jahre bleiben!“ Der Kern dieser niedlichen politischen Haltung ist es, die Sachen wirklich prima zu finden, wie sie sind. Veränderungen, die wirklich nicht vermeidbar sind, packen sie watteartig in gemächliche Politik, sodass der Wandel fast gar nicht wehtut.

Nimmt man als Rechts beispielsweise die AFD dann könnten ja die Linken eigentlich ganz erleichtert sein. Sie wollen gar keine Veränderungen, es kann also gar nicht schlimmer werden, es bleibt höchstens so.

Links = anstrengend

Linkssein ist im Gegensatz dazu ein unheimlich anstrengender Geisteszustand, denn man blickt auf die Welt um einen herum mit dem Wissen, dass sich mit der richtigen Politik vieles zum Besseren wandeln könnte. Diese Einsicht ist der erste Schritt ins Verderben, denn spätestens ab dann ist Zufriedenheit eigentlich unmöglich. Die Einsicht, Herr über die eigenen Lebensumstände zu sein, ist eine Arbeitsanweisung, die man als Linker fast nicht ignorieren kann.Diese Rastlosigkeit ist im Kern gut, kann aber schnell zu politischem Burn-out führen, denn am Ende ist es fast egal, wie schnell der Wandel passiert, die Linken wissen, dass er noch schneller ginge. Wie tief die Zerrüttung werden kann, die daraus resultiert, lässt sich im Moment wunderbar bei der SPD ablesen. Keine andere Partei ist in den letzten Jahren so gut darin gewesen, die eigenen politischen Errungenschaften rein aus schlechtem Gewissen komplett zu ignorieren. Was von außen aussieht wie arbeitsame Bescheidenheit, ist in Wahrheit Selbsthass.

Das kann man natürlich leicht umdrehen: Die Linken haben es einfach, sie können ignorieren, was klappt und mit ihrem einfachen Weltbild einfach einen Sündenbock bestimmen, der sich ändern muss, sei es der Kapitalist oder neuerdings der weiße, heterosexuelle Mann. Eine enorm einfache Sicht, in der man nicht mehr nachdenken muss, allenfalls darüber wie man möglichst viel Virtue Signalling betreiben kann. Da sie sich in einem ewigen Kampf wähnen brauchen sie keine Erfolge, der Weg reicht.

Wäre ähnlich schlicht wie die Sicht oben, eben auf ein Klischee linker und bürgerlicher Politik bezogen.

Sozialdemokratischer geht immer

Denn egal wie groß die Steuerentlastung und wie hoch der Mindestlohn ist, der da durchgesetzt wurde, es geht immer noch sozialdemokratischer.

Es geht auch immer noch konservativer.

 

Stellen Sie sich vor, die Union hätte als kleinerer Koalitionspartner ein Kernprojekt wie den Mindestlohn quasi im Alleingang durchgedrückt. Jens Spahn und Andi Scheuer hätten bis heute einen Tennisarm, weil sie sich den ganzen Tag lang gegenseitig auf die Schulter klopfen müssten. Die SPD wiederum führt seit der Einführung des Mindestlohns die leidenschaftliche Debatte, ob der Mindestlohn hoch genug ist. Diese Debatte ist langfristig natürlich wertvoll, denn sie ist der Antrieb für noch gerechtere Politik. Während die Union quasi besoffen durch eine Legislatur nach der nächsten taumelt, stolpert die SPD hinterher, von Selbstzweifeln zerfressen. Was von außen dann aussieht wie eine Sinnkrise, ist eigentlich nur berechtigter Zweifel an der eigenen Methode.

Wer ist eigentlich die letzen Legislaturperioden mit der CDU in der Koalition gewesen? Und das es in der CDU nicht gärt, dass ihre Wählerschaft sich nicht teilweise einer anderen Partei zugewandt hat, dass kann man ja auch nicht sagen. Merkel schirmt es eben gegenwärtig noch ab.

Die SPD hadert nicht mit dem eigenen Sinn, sie ist nur getrieben von der panischen Angst, nicht eine Sekunde die eigenen Erfolge feiern zu dürfen. Wer wissen möchte, was genau an der sozialdemokratischen Politik in welchen Details komplett falsch gelaufen ist, muss keinen Kommentar eines SPD-kritischen Journalisten lesen, ein Besuch auf einem SPD-Parteitag reicht völlig. Das ist deprimierend und traurig, und am Ende ist es auch nicht zielführend. Es wäre wirklich so viel einfacher, konservativ zu sein. Aber ich bringe es einfach nicht übers Herz.

Es scheint mir recht einfach bei der SPD zu sein: Einfach weiblicher werden, eine Nahles an die Spitze, endlich eine Frau! Und ansonsten weitaus eher alles so lassen wollen, denn die Politik ist ja gegenwärtig in vielen Bereichen eher links.

Linke und bürgerliche Parteien so einfach abzugrenzen ist mehr ein sich selbst auf die Schulter klopfen: Wir haben es eben schwerer, die anderen haben es einfach. Nur dass das Gras eben immer grüner auf der anderen Seite ist.