„Gut ist es auch, wenn Lehrkräfte gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern auch eine Schreibweise bezüglich der Sonderformen beim Gendern vereinbaren“

n Baden-Württemberg gibt es gerade eine interessante Diskussion zum „Gendern“

(auch schon Thema gewesen bei Genderama)

Beim SWR findet sich eine aus meiner Sicht ganz gute Aufstellung von verschiedenen Stellungnahmen:

Die Kultusministerin Schopper (Grüne)

„Es ist gut, wenn Schülerinnen und Schüler in der Schule für geschlechtergerechte Sprache sensibilisiert werden, und das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist ja auch im Bildungsplan verankert“, sagte Kultusministerin Schopper. Deswegen sollen die Schulen selbst entscheiden, ob sie Genderzeichen in Aufsätzen und Prüfungen zulassen. Die Grünen-Politikerin findet es gut, wenn Lehrkräfte gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern eine Schreibweise bezüglich der Sonderformen beim Gendern vereinbaren. Das könnte bedeuten: unterschiedliche Regelungen je nach Schule, denn von einer landesweit einheitlichen Vereinbarung spricht die Ministerin nicht. Genau das sorgt für Unmut.

Grundlage für die Korrektur von Aufsätzen sei das amtliche Regelwerk für die deutsche Orthographie, so das Kultusministerium. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat Genderzeichen wie das Sternchen oder den Doppelpunkt bislang nicht empfohlen. Allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache zu begegnen, sei eine gesellschaftliche Aufgabe, bekräftigte der Rat aber im Frühjahr 2021.

Das klingt so als wolle man bestimmte Schreibweisen zulassen, aber nicht verpflichtend vorsehen, also bei einer Korrektur auf das „amtliche Regelwerk“ abstellen.

Das ginge ja noch.

Die Schüler mit abstimmen zu lassen, was sie für eine gegenderte Sprache NEBEN der „normalen“ Sprache zulassen wollen lässt immerhin Raum für ein gewisses Rebelentum: Interessant wäre es sich dort auch eine enorm komplizierte und zeitraubende Schreibweise zu „einigen“ so dass in der Praxis jeder Nachteile hat, der sie anwendet. Begründen kann man das ja immer, etwa weil sie besonders „Inklusiv“ ist. Interessant wäre auch, ob eine Schule sich dann auch darauf einigen kann, dass keine gegenderte Sprache zugelassen wird.

Ganz chaotisch wird es dann, wenn Leute versetzt werden oder die Eltern einfach keinen Bock darauf haben solche Texte zu korrigieren oder zu lesen. Und natürlich stellt sich dann die Frage ob Lehrer den Kindern, die eigentlich nicht gendern wollen einen fürchterlich gegenderten Text vorlegen können, den diese dann bearbeiten müssen. Immerhin: Das würde auch Widerstand dagegen hervorrufen.

Was daran geschickt ist, ist das das Kultusministerium den schwarzen Peter hinsichtlich der besten Form des Genderns los ist. Da würden ja gleich Beschimpfungen losgehen, dass die verwendete Variante nicht weit genug geht und überhaupt transfeindlich oder etwas in dieser Art ist.

Landesschülerbeirat:

Die gendersensible Sprache sei ein wichtiges Thema, sagte die Pressesprecherin des Landesschülerbeirats, Elisabeth Schilli, dem SWR: „Das treibt viele um.“ Es sei auch gut, wenn beide Schreibweisen toleriert würden – also sowohl mit Genderzeichen als auch ohne – und dass es weder für das eine noch für das andere einen Punkteabzug gebe. Elisabeth Schilli betont aber auch, dass das Thema polarisiere. Deshalb müsse es klare Regeln des Kultusministeriums Baden-Württemberg geben, „damit Schulleitungen nicht willkürlich entscheiden können.“

Klare Regeln wären in der Tat zu begrüßen. Wer beständig in einem Text doppelte Formen benutzt oder andere komplizierte Schreibweisen dürfte auch schlicht länger brauchen um einen Text zu produzieren. Wie das dann etwa bei einem zentralen Abi berücksichtigt wird (was ja auch schon dann gegen das Gendern sprechen würde) wäre interessant.

Landeselternbeirat:

Bei der Diskussion um das Genderzeichen geht es aus Sicht des Landeselternbeirats darum, „was wirklich Lebenswirklichkeit und was Nebelkerze zum Ablenken von die Menschen wirklich bewegenden Themen ist“, schreibt der Vorsitzende Michael Mittelstaedt in einer Stellungnahme. Er stellt die Frage, wie die Gesellschaft „den Menschen, die wirklich in ihrer sexuellen Orientierung anders als die Norm sind, so gerecht wird, dass sie eben nicht darum fürchten müssen, diskriminiert zu werden.“ Laut Mittelstaedt ist auf allen Seiten Sensibilität gefragt und möglichst wenig Missionstätigkeit.

„Das sprachliche Gendern ist – ehrlich gesagt – eine Katastrophe, da viel zu emotionsbelastet“, meint Michael Mittelstaedt: „Es geht um Wertschätzung des anderen Geschlechts auch im Sprachgebrauch – mehr nicht.“ Das funktioniere, wenn auch ungewohnt, aber auch ohne Sternchen und Doppelpunkte, schreibt er. Natürlich funktionierte das nicht bei jedem Wort und auch nicht in jedem Zusammenhang, aber das müsse auch nicht das Ziel sein, so Mittelstaedt weiter. „Ich erwarte von Schule, dass sie lehrt, hierfür ein Gefühl zu entwickeln, das der Elterngeneration – da sie eben in diesbezüglich weniger sensibilisierten Zeiten in die Schule gegangen sind – häufig fehlt.“

„Möglichst wenig Missionstätigkeit“ ist gut gesagt. Hier scheint man eher gegen das Gendern zu sein.

Ralf Scholl, Vorsitzender des Philologenverbands Baden-Württemberg

Bisher habe es an den Schulen überhaupt keine Probleme und auch keine Debatten (zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften) bezüglich des Genderns gegeben, so Ralf Scholl auf SWR-Anfrage. „Dass die Kultusministerin jetzt unvorbereitet eine Debatte über das Gendern an Schulen vom Zaun bricht und dann auch noch die Schulen zu diesem Thema ohne verbindliche Regelung im Regen stehen lässt, können wir nur als Ablenkungsmanöver von wesentlich dringenderen – aber nicht getroffenen – Entscheidungen des Kultusministeriums bzw. der Landesregierung ansehen“, schreibt Scholl.

Es sei unsinnig, wenn die Schulen das Gendern jeweils für sich regeln. „Viele Familien haben mehrere Kinder an unterschiedlichen Schulen. Und jedes schreibt dann nach einer anderen Regel“, so Scholl. Er kündigte an, dass der Philologenverband bis zum Jahresende eine generelle Position zum Gendern erarbeiten möchte.

In einer persönlichen Ergänzung geht Scholl noch weiter: „Was momentan vordringlich ist, ist die Ausrüstung aller Schul- und Kita-Räume mit Raumluftfiltern, damit die Mütter (und manche Väter) nicht wie im letzten Jahr zu Hause bleiben müssen, um die Aufsicht für ihre Kinder zu gewährleisten, während Schulen und Kitas wegen Corona geschlossen sind.“ Eine vierte Corona-Welle sei bereits voll im Anrollen.

Der Philologenverband scheint also eher dagegen zu sein. Das Argument, dass es zu einer Zergliederung, selbst innerhalb einer Familie kommen kann ist auch nicht von der Hand zu weisen.

Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg

Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg kritisiert die Vorgehensweise des Kultusministeriums. In einer Stellungnahme des VBE-Landesvorsitzenden Gerhard Brand heißt es: „Das Ministerium erweist den Schulen damit einen Bärendienst. Wir hätten uns seitens des Kultusministeriums eine einheitliche Regelung gewünscht.“ Dadurch, dass jetzt jede Schule selbst entscheiden solle, setze man sie dem Druck der meinungsstarken Elternschaft aus, so Brand weiter.

Außerdem besteht laut VBE Baden-Württemberg die Gefahr, dass, wenn Schulen unterschiedlich vorgehen, dies mittel- bis langfristig zu einer uneinheitlichen Schreibweise führt. „Wir fordern eine klare, einheitliche Regelung, orientiert am Duden und den Empfehlungen der Rechtschreibrats,“ betont Brand.

Elternabende des Schreckens, da würde ich auch nichts gutes von erwarten. Und wenn da tatsächlich radikalere Genderbefürworter auf Ablehner dieser Sprechweisen stoßen ist ein enormer Krawall vorprogrammiert

Abgesehen von der Diskussion unter Gewerkschaften und Verbänden haben Nutzerinnen und Nutzer eine ganz klare Haltung gegenüber dem Gendersternchen. Eine aktuelle ZDF-Umfrage zeigt, dass ein Großteil der Deutschen (71 Prozent) geschlechtergerechte Sprache in den Medien als „nicht gut“ empfinden. Nur 25 Prozent finden ein Trennungszeichen oder Sprechpausen „gut“. Die Umfrageergebnisse wurden vom ZDF kommentarlos veröffentlicht, einen Text zur Gender-Umfrage gibt es nicht.

Eine Umfrage des MDR ergab zuletzt ein noch eindeutigeres Ergebnis: 86 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Gender-Debatte als unwichtig erachten. Nur 14 Prozent halte es für wichtig, „alle Geschlechter in der deutschen Sprache hör- und sichtbar zu machen“. Etwa ein Fünftel verbindet den Begriff „überflüssig“ mit der Debatte, dennoch wird diese auch als „zeitgemäß“ empfunden. Zusammenfassend ergab die Umfrage, dass eine ähnliche Mehrheit, 74 Prozent, das Gendern in Medien ablehnt. An der Erhebung nahmen rund 26.000 Menschen aus Mitteldeutschland teil.

Mal schauen, ob es trotzdem kommt.

„Weibliche LGBTQ-Athleten sind deutlich zahlreicher als männliche (8:1)“

Eine interessante Untersuchung zu „LGBTQ-Athleten“ bei den Olympischen Spielen in Tokio:

This year at least 27 different countries will be represented by at least one publicly out athlete in 30 sports, including the first trans Olympians.

The United States has the most out athletes at these Olympics, with the more than 30 out athletes we know of about a fifth of all the attendees on the list. Team USA is currently followed in the number of publicly out LGBTQ athletes by Canada (17), Britain (16), Netherlands (16), Brazil (14), Australia (12) and New Zealand (10). We will update the numbers as we learn more about the current Olympic athletes.

These numbers include reserve athletes who have been practicing with the team and are traveling to Tokyo with the team.

Women on the list outnumber men by about a 8-1 margin, with women’s soccer having more than 40 out players. This continues a trend seen at past Olympics and is reflective of out athletes in elite non-Olympic sports where women also proliferate.

To be included on the Outsports list of out LGBTQ Olympians, an athlete has to have come out publicly in the media, or they have to be clearly out on their public-facing social media.

If someone has not made a public declaration to the media that they are LGBTQ, they can still be included on this list if they are openly living their life as an out person on social media, particularly if they have made clear they are in a same-sex relationship.

Auch die Liste ist interessant:

Tokyo Summer Games Out LGBTQ Athletes

3×3 Basketball

Stefanie Dolson (USA)

Basketball

Julie Allemand (Belgium)
Sue Bird (USA)
Marjorie Carpréaux (Belgium)#
Chelsea Gray (USA)
Brittney Griner (USA)
Sabrina Lozada-Cabbage (Puerto Rico)
Kim Mestdagh (Belgium)
Leilani Mitchell (Australia)
Shaina Pellington (Canada)
Dayshalee Salamán (Puerto Rico)
Breanna Stewart (USA)
Diana Taurasi (USA)
Ann Wauters (Belgium)

BMX Freestyle

Perris Benegas (USA)
Hannah Roberts (USA)
Chelsea Wolfe (USA, reserve)

Boxing

Rashida Ellis (USA)
Kellie Harrington (Ireland)#
Michaela Walsh (Ireland)#

Canoe Slalom

Evy Leibfarth (USA)
Florence Maheu (Canada)

Cycling

Georgia Simmerling (Canada)

Diving

Tom Daley (Britain)
Anton Down-Jenkins (New Zealand)

Equestrian

Cathrine Dufour (Denmark)
Edward Gal (Netherlands)
Carl Hester (Britain)
Domien Michiels (Belgium)
Hans Peter Minderhoud (Netherlands)
Nick Wagman (USA, reserve)

Fencing

Astrid Guyart (France)

Field Hockey

Sarah Jones (Britain)#
Grace O’Hanlon (New Zealand)
Susannah Townsend (Britain)
Anne Veenendaal (Netherlands)#
Leah Wilkinson (Britain)#

Golf

Mel Reid (Britain)
Alena Sharp (Canada)

Gymnastics

Caitlin Rooskrantz (South Africa)#

Handball

Babi Arenhart (Brazil)#
Nathalie Hagman (Sweden)
Alexandra Lacrabère (France)
Amandine Leynaud (France)

Judo

Alice Bellandi (Italy)#
Amandine Buchard (France)
Nina Cutro-Kelly (USA)#
Jasmin Grabowski (Germany)#
Natalie Powell (Britain)#
Tessie Savelkouls (Netherlands)
Sanne van Dijke (Netherlands)#

Rhythmic Gymnastics

Rut Castillo (Mexico)#

Rowing

Saskia Budgett (Britain, reserve)
Kendall Chase (USA)
Gia Doonan (USA)
Maarten Hurkmans (Netherlands)
Meghan O’Leary (USA)
Jessica Thoennes (USA)#
Ellen Tomek (USA)
Emma Twigg (New Zealand)
Julian Venonsky (USA)
Katarzyna Zillmann (Poland)#

Rugby

Elissa Alarie (Canada)#
Britt Benn (Canada)#
Kelly Brazier (New Zealand)
Gayle Broughton (New Zealand)#
Isadora Cerullo (Brazil)
Megan Jones (Britain)
Alev Kelter (USA)
Ghislaine Landry (Canada)#
Kaili Lukan (Canada)#
Celia Quansah (Britain)
Kristen Thomas (USA)
Ruby Tui (New Zealand)#
Sharni Williams (Australia)
Portia Woodman (New Zealand)

Sailing

Jolanta Ogar (Poland)
Cecilia Carranza Saroli (Argentina)

Shooting

Jolyn Beer (Germany)#
Andri Eleftheriou (Cyprus)
Aleksandra Jarmolińska (Poland)#

Skateboarding

Margielyn Didal (Philippines)
Annie Guglia (Canada)#
Poppy Starr Olsen (Australia)
Alexis Sablone (USA)
Alana Smith (USA)

Soccer

Yenny Acuña Berrios (Chile)#
Andressa Alves (Brazil, reserve)
Bárbara Barbosa (Brazil)
Kadeisha Buchanan (Canada)
Marta da Silva (Brazil)
Rachel Daly (Britain)
Tierna Davidson (USA)
Anouk Dekker (Netherlands, reserve)
Christiane Endler (Chile)#
Abby Erceg (New Zealand)
Magda Eriksson (Sweden)
Sisca Folkertsma (Netherlands)#
Formiga (Brazil)#
Adrianna Franch (USA)
Emily Gielnik (Australia)#
Lina Hurtig (Sweden)
Letícia Izidoro (Brazil)#
Sam Kerr (Australia)
Fran Kirby (Britain)
Stephanie Labbé (Canada)
Hedvig Lindahl (Sweden)
Chloe Logarzo (Australia)
Erin McLeod (Canada, reserve)
Teagan Micah (Australia)
Vivianne Miedema (Netherlands)
Kelly O’Hara (USA)
Fernanda Pinilla (Chile)
Quinn (Canada)
Megan Rapinoe (USA)
Aline Reis (Brazil)#
Jill Scott (Britain)
Caroline Seger (Sweden)
Kailen Sheridan (Canada)
Sherida Spitse (Netherlands)
Demi Stokes (Britain)
Carly Telford (Britain)
Daniëlle van de Donk (Netherlands)
Shanice van de Sanden (Netherlands)
Stefanie Van Der Gragt (Netherlands)#
Merel van Dongen (Netherlands)
Hannah Wilkinson (New Zealand)
Tameka Yallop (Australia)

Softball

Ally Carda (USA)
Amanda Chidester (USA)
Taylor Edwards (USA, reserve)
Larissa Franklin (Canada)
Joey Lye (Canada)#
Haylie McCleney (USA)
Kaia Parnaby (Australia)
Anissa Urtez (Mexico)

Surfing

Silvana Lima (Brazil)#
Sofia Mulanovich (Peru)#

Swimming

Rachele Bruni (Italy)
Ana Marcela Cunha (Brazil)
Amini Fonua (Tonga)
Mélanie Henique (France)
Ari-Pekka Liukkonen (Finland)
Erica Sullivan (USA)
Markus Thormeyer (Canada)

Taekwondo

Jack Woolley (Ireland)

Tennis

Demi Schuurs (Netherlands)
Sam Stosur (Australia)
Alison van Uytvanck (Belgium)

Track and field

Michelle-Lee Ahye (Trinidad, sprints)#
Ramsey Angela (Netherlands, relays)#
Geisa Arcanjo (Brazil, shot put)#
Tom Bosworth (Britain, race walk)
Erica Bougard (USA, heptathlon)
Dutee Chand (India, sprints)
Aoife Cooke (Ireland, marathon)
Izabela da Silva (Brazil, discus)#
Gabriela DeBues-Stafford (Canada, 1500-meter)#
Yulimar Rojas (Venezuela, triple jump)
Raven Saunders (USA, shot put)
Senni Salminen (Finland, triple jump)#

Trampoline

Dominic Clarke (Australia)#

Volleyball

Ana Carolina (Brazil)#
Paola Egonu (Italy)#
Carol Gattaz (Brazil)#
Douglas Souza (Brazil)

Water Polo

Rowie Webster (Australia)#

Weightlifting

Laurel Hubbard (New Zealand)

Wrestling

Kayla Miracle (USA)

Nach den biologischen Theorien ist es zu erwarten, dass gerade bei den Frauen viele lesbische Athleten vorhanden sind, denn die biologischen Theorien zur Entstehung der homosexuellen Orientierung bei Frauen gehen davon aus, dass dabei (pränatales) Testosteron eine große Rolle spielt, was dann eben auch zum einen auch noch postnatal erhöht sein kann, aber eben auch insgesamt zu einem „männlicheren Gehirn“ führen kann. Dieses ist gleichzeitig eher auf klassischen intrasexuellen Wettbewerb unter Männern mit der Ausbildung von Hierarchien, dem Erwerb von Status etc ausgerichtet und es wird zudem das räumliche Denken stärker ausgeprägt.Insofern verwundert gerade die hohe Anzahl von lesbischen Fußballerinnen nicht, ebenso wenig wie es verwunderlich wäre, wenn man bei einer Studie zu den Winterspielen feststellen würde, dass Eiskunstläufer eher homosexuell sind. Auch das in eher brutaleren Sportarten wie Boxen und Rugby mehr lesbische Athleten sind finde ich nicht verwunderlich

Interessant insoweit, dass auch Turmspringer anscheinend eher schwul sind. Ebenso in Dressurreiten. Beide Sportarten drehen sich um präzise kunstvolle Bewegungen.

Das „Gewichtheben“ bei einem M->f Transsexuellen leicht zu einer Nominierung führen kann ist auch klar.

Zu vermuten ist, dass Disziplinen mit wenig Lesben eher viele Homosexuelle haben und umgekehrt. Allerdings ist die Anzahl der Athleten insgesamt natürlich auch kleiner und schon deswegen dürfte auch der Effekt bei Mannschaftssportarten größer sein.

Gleichzeitig dürften auch viele nicht offen homosexuelle Athleten vorhanden sein, eben aus Ländern die weniger liberal sind.

Selbermach Mittwoch

Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant.

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Stereotype accuracy – Genauigkeit von Stereotypen

Hier mal eine kleine Sammlung:

Jussim:

Stereotype accuracy is one of the largest and most replicable effects in all of social psychology. It took social psychology nearly a century to recognize that not only had it been declaring stereotypes to be inaccurate on the basis of little data, but once the data started to come in, to accept that this data often (though not always) demonstrated moderate to high stereotype accuracy. This resistance to the data has constituted a significant impediment to understanding the existence, causes, and consequences of both stereotype accuracy and inaccuracy.

(…)

Sixty years of empirical research has told us much about stereotypes. Stereotypes can arise from, and sustain, intergroup hostility. They are sometimes linked to prejudices based on race, religion, gender, sexual orientation, nationality, and just about any other social category. They can serve to maintain and justify hegemonic and exploitative hierarchies of power and status. They can corrupt interpersonal relations, warp public policy, and can play a role in the worst social abuses, such as mass murder and genocide. For all these reasons, social scientists—and especially social psychologists—have understandably approached stereotypes as a kind of social toxin.
Perhaps equally understandable, but scientifically untenable, is the corresponding belief that because stereotypes contribute to these many malignant outcomes, that they must also be—in the main—inaccurate. The tacit equation is, if stereotypes are associated with social wrongs, they must be factually wrong. However, the accuracy of stereotypes is an empirical question, not an ideological one. And for those of us who care deeply about stereotypes, prejudice, and social harmony, getting to the truth of these collective cognitions should guide inquiry about them.

(…)

There has, however, been recent research on gender stereotype (in)accuracy. One study found results for consensual gender stereotype discrepancies consistent with those reported above (Halpern, Straight, & Stephenson, 2011). Indeed, the title of the article is “Beliefs about Cognitive Gender Differences: Accurate for Direction, Underestimated for Size.” Cognitive gender differences referred to academic and intellectual accomplishments of males and females (both children and adults). Using our standards for judgments of males, consensual stereotypes were accurate four times, with three near misses, and three inaccurate stereotypes. Consensual stereotype discrepancies for judgments of females were accurate twice, with four near misses, and four inaccurate stereotypes. Consensual stereotypes about gender differences were accurate five times, with one near miss, and four inaccurate stereotypes. Inaccuracies consistently underestimated real gender differences. Halpern et al. (2011) did not report results for personal stereotype accuracy (either discrepancies or correlations), and consensual stereotype accuracy correlations could not be computed from the data they did report.
Another recent study was strikingly titled “Gender Stereotypes of Personality:
Universal and Accurate?” (Löckenhoff et al., 2014). In this study, over 3,000 participants in 26 countries indicated their perceptions of males and females on the Big Five personality traits. In a pattern that was generally consistent across countries, women were stereotyped as higher than men on agreeableness, conscientiousness, openness to experience, and neuroticism, and as lower than men on extraversion.

These were then compared to self-reports on the Big Five in the same countries and to observer reports of sex differences based on prior research. For all five personality traits, consensual stereotype discrepancies were accurate, regardless of whether self-reports or observer reports were used as criteria. There was no tendency to exaggerate differences.
Löckenhoff et al. (2014, Table 2) also examined the accuracy of consensual gender stereotype correlations, separately for beliefs about young, adult, or old males and females. In general, these stereotypes met our standards for being considered accurate, ranging from .36 to .70, with a median of .47. The criterion samples were large, but not representative, so this study suffers from the mismatch limitation.

2. Swim: Perceived Versus Meta-Analytic Effect Sizes: An Assessment of the
Accuracy of Gender Stereotypes

The accuracy of people’s stereotypes about gender differences was assessed in 2 studies by comparing perceptions of sizes of gender differences with meta-analytic findings. In Study 1, perceptions of variability among men and women and perceptions of mean differences were incorporated into measures of perceived effect sizes. In Study 2, Ss made direct judgments about the size of gender differences. Contrary to previous assertions about people’s gender stereotypes, these studies‘ findings indicate that people do not uniformly overestimate gender differences. The results show that Ss are more likely to be accurate or to underestimate gender differences than overestimate them, and perceptions of the size of gender differences are correlated with meta-analytic effect sizes. Furthermore, degree of accuracy is influenced by biases favoring women, in-group favoritism, and the method used to measure perceptions.

Löckenhoff: Gender Stereotypes of Personality: Universal and Accurate?

Numerous studies have documented subtle but consistent sex differences in self-reports and observer-ratings of five-factor personality traits, and such effects were found to show well-defined developmental trajectories and remarkable similarity across nations. In contrast, very little is known about perceived gender differences in five-factor traits in spite of their potential implications for gender biases at the interpersonal and societal level. In particular, it is not clear how perceived gender differences in five-factor personality vary across age groups and national contexts and to what extent they accurately reflect assessed sex differences in personality. To address these questions, we analyzed responses from 3,323 individuals across 26 nations (mean age = 22.3 years, 31% male) who were asked to rate the five-factor personality traits of typical men or women in three age groups (adolescent, adult, and older adult) in their respective nations. Raters perceived women as slightly higher in openness, agreeableness, and conscientiousness as well as some aspects of extraversion and neuroticism. Perceived gender differences were fairly consistent across nations and target age groups and mapped closely onto assessed sex differences in self- and observer-rated personality. Associations between the average size of perceived gender differences and national variations in sociodemographic characteristics, value systems, or gender equality did not reach statistical significance. Findings contribute to our understanding of the underlying mechanisms of gender stereotypes of personality and suggest that perceptions of actual sex differences may play a more important role than culturally based gender roles and socialization processes.

Sphancer, Stereotype Accuracy: A Displeasing Truth

First, stereotypes are not bugs in our cultural software but features of our biological hardware. This is because the ability to stereotype is often essential for efficient decision-making, which facilitates survival. As Yale psychologist Paul Bloom has noted, “You don’t ask a toddler for directions, you don’t ask a very old person to help you move a sofa, and that’s because you stereotype.”

Our evolutionary ancestors were often called to act fast, on partial information from a small sample, in novel or risky situations. Under those conditions, the ability to form a better-than-chance prediction is an advantage. Our brain constructs general categories from which it derives predictions about category-relevant specific, and novel, situations. That trick has served us well enough to be selected into our brain’s basic repertoire. Wherever humans live, so do stereotypes. The impulse to stereotype is not a cultural innovation, like couture, but a species-wide adaptation, like color vision. Everyone does it. The powerful use stereotypes to enshrine and perpetuate their power, and the powerless use stereotypes just as much when seeking to defend or rebel against the powerful.

Per Paul Bloom:

“Our ability to stereotype people is not some sort of arbitrary quirk of the mind, but rather it’s a specific instance of a more general process, which is that we have experience with things and people in the world that fall into categories and we could use our experience to make generalizations of novel instances of these categories. So everyone here has a lot of experience with chairs and apples and dogs and based on this, you could see these unfamiliar examples and you could guess—you could sit on the chair, you could eat the apple, the dog will bark.”

Second, contrary to popular sentiment, stereotypes are usually accurate. (Not always, to be sure. And some false stereotypes are purposefully promoted in order to cause harm. But this fact should further compel us to study stereotype accuracy well so that we can distinguish truth from lies in this area).
That stereotypes are often accurate should not be surprising to the open and critically minded reader. From an evolutionary perspective, stereotypes had to confer a predictive advantage to be elected into the repertoire, which means that they had to possess a considerable degree of accuracy—not merely a „kernel of truth.“

The notion of stereotype accuracy is also consistent with the powerful information-processing paradigm in cognitive science, in which stereotypes are conceptualized as „schemas,“ the organized networks of concepts we use to represent external reality. Schemas are only useful if they are by and large (albeit imperfectly) accurate. Your „party“ schema may not include all the elements that exist in all parties, but it must include many of the elements that exist in many parties to be of any use to you as you enter a room and decide whether a party is going on and, if so, how you should behave.

„Was Frauen wollen“ (und: Verfügungsmöglichkeit von Frauen über Haushaltseinkommen)

Eine immer wieder gerne zitierte Angabe ist, dass Frauen über einen Großteil der Ausgaben entscheiden (und damit natürlich eine gewisse Marktmacht haben). Häufig schon wurde nach der entsprechenden Quelle gefragt. Dazu passend hatte Michael Balenau auf Twitter dieses hier getweetet:

Da ist eine Quelle angegeben, nämlich Boston Consulting, What Women want.

Ich habe mal danach gesucht, aber nur Artikel dazu gefunden, die aber auch interessant sind:

Einmal hier:

Although women constitute a significant amount of global spending, many feel that they are underserved by businesses, particularly in the investment industry, according to a recently released survey from The Boston Consulting Group Inc.

„Frauen als interessante Kunden“ ist natürlich ein interessanter Ansatz, gerade wenn sie entsprechende Verfügungsmöglichkeiten haben.

Dazu ist allerdings anzumerken, dass die Zahlen sich darauf beziehen dürften, was an „Verbraucherausgaben“ durch welches Geschlecht tatsächlich getätigt worden ist und darin dürfte es auch schlicht darum gehen, wer die täglichen Einkäufe erledigt. Das ist nicht damit gleichzusetzen, dass er damit auch tatsächlich alleine entscheidet, was gekauft wird, das kann sich trotzdem aus einer Abstimmung mit Partnern etc ergeben.

The respondents did report that companies in industries such as beauty, clothing and food successfully tap into their needs.

Money was cited as the major point of stress among respondents, the survey found.

A full 48% said that they felt pressure related to household finances, and 81% said that they didn’t think they were saving enough for retirement.

Insoweit auch nicht wirklich überraschend.

Aus dem zweiten Artikel:

Women account for 64% of the $18.4 trillion spent annually on consumer goods around the world. Pretty soon more women will be working in this country then men. Women already control half the wealth in the United States, and they will be responsible for roughly $5 trillion in additional earned income globally over the next five years. Welcome to the dawn of the female economy.

And yet many companies are ignoring, downplaying, or patronizing this fast-growing group of consumers. That’s one of the key findings in a new book by the Boston Consulting Group’s Michael Silverstein and Kate Sayer called Women Want More: How to Capture Your Share of the World’s Largest, Fastest-Growing Market.

Silverstein, a former journalist and close cultural observer whose previous books include Trading Up: The New American Luxury and Treasure Hunt: Inside the Mind of the New Consumer, talked with Fortune about Women Want More, which is based on the findings of a survey of more than 12,000 women in 40 countries.

Also die gleichen Zahlen wie oben. Wäre interessant, ob die Vorhersage zutreffend war.

What types of companies are the worst at appealing to women?

The three categories (as ranked by women) in descending order of dissatisfaction are financial services, health care, and consumer durables such as cars, electronics, and appliances. In all three categories, the providers effectively diss women.

Scheint also als wäre Finanzangelegenheiten eher ein männliches Thema. Bei Healthcare war ich etwas überrascht, aber ich vermute mal, dass es in vielen Ländern schlicht am Job des Mannes hängt und die Frau und Kinder mitversichert sind und es insoweit eben eher auf Männer ausgerichtet ist. Und Autos und Elektronik waren ja schon immer eher männlich besetzt.

Almost every financial services firm has a high-ranking female executive who’s in charge of their women’s initiative. But without exception they are all misunderstanding what is the appropriate way to speak to women. They think if they provide women with a cocktail hour and a chance to have a conversation with their peers, that creates a product and service that works for women.

They don’t have a female-driven market research function. They don’t calculate the share of affluent females. They don’t have a marketing program that says, I’m going to understand your needs and configure products, and services to meet those needs, and explain them to you in language that you can understand.

„Ich erkläre es dir in einer Sprache, die du (als Frau) verstehen kannst“ ist auch nett. Aber wahrscheinlich durchaus zutreffend. Macht aber auch nur dann richtig Sinn, wenn man davon ausgeht, dass die Geschlechter eben verschieden sind

 

Can you give some specific examples?

Women don’t buy life insurance — because no one is trying to sell it to them. Most men have life insurance outside of what they get at work. Women do not. Yet the economic catastrophe of a woman dying when she has young children to support is as great as it is for a man.

Nur das eben über den Mann der Versorger wegfällt und dessen Geld ersetzt werden muss, etwas was anscheinend als wichtiger angesehen wird als wenn der Mann sein leben umstellen muss, weil er nach dem Tod seiner Frau die Kinderbetreuung neu regeln muss.

How about in the non-financial arena?

Air-conditioning repairmen still talk down to women. So do car dealers. Water heaters are considered an item of mystery and intrigue. Moms manage 85% of health care purchases, yet doctors show little respect for her time. They make her sit in waiting rooms for hours.

Was aber eher daran liegen dürfte, dass der zeitliche Umfang eines Arztermins oft schwer zu planen ist. Ein zu großer Sicherheitsabstand bedeutet zudem eben eine geringe Anzahl von Patienten.

Despite women’s growing financial power, they still earn about 68% of what men earn. But that income gap is closing. Can you talk about that a bit?

In 28% of two-income U.S. households, she makes more money than he does. If you were to stop 100 people ages 25 to 30 in Manhattan, more than half the women would make more money than the men. There are 1 million high-income women in the U.S., earning more than $250,000 a year.

Ein interessant gewähltes Alter, 25-30 ist eben vermutlich gerade bei Leuten mit guter Ausbildung wie in Manhattan zu erwarten, vor dem Kinder bekommen.

What is the „crater effect“?

It contributes to the disparity in pay. She’s making more money than he does right out of college. Then she has a baby, and she’s still making more money. But there’s some percentage of fast-tracking women who drop out of the labor force. And there are no 17 months of paid parental leave (like in Sweden) and no easily available, inexpensive day care.

She falls behind. Then when she tries to re-enter the workforce, there is no guarantee that the job she left is available to her at comparable pay, and often she has to drop down in pay. One reason why women have less secure retirements is there are these eight-to-20 years where they’ve been „cratered“ out of the work force.

Das ist natürlich in Deutschland etwas abgemildert, was aber anscheinend die Situation in Hinblick auf die Rente nicht stark verändert.

What were some of your most surprising findings?

Women rank pets, sex, and food — in that order — as the things that make them happiest.

The No. 1 thing women want more of is time. (Money and love rank second and third.)

Das ist eine interessante Aufstellung, insbesondere weil Status da nicht vorkommt. Würde es je nach Fragestellung bei Männern vielleicht auch nicht. Ich vermute aber, dass Männer „Haustiere“ eher nicht so stark gewichten.

Es passt auch, dass „mehr Zeit“ gewünscht wird, was eben auch gut zu reduzierten Arbeitszeiten und der Entscheidung gegen einen Job mit ungünstigen Arbeitszeiten passt.

When asked, „What can your husband or partner do that would make you happier?“ they responded: Take me on a date, do a chore at home, and listen to me without solving my problem.

„Mir zuhören ohne eine Lösung zu erarbeiten“ ist auch so ein Geschlechterunterschied, der immer wieder auftaucht.

When are women most happy and least happy?

Women who are young and single are happiest. Then they get married and they are less satisfied. Then they have their first child and they are at the bottom of the V-curve. They only come out of it when their child grows up slightly and is not 100% dependent on them. Their happiness becomes close to but not equal to their single days 20 years later.

Wenig überraschend ist eine Zeit ohne echte Verpflichtungen und auf dem Höhepunkt der Attraktivität eine gute Zeit. Was nicht bedeutet, dass ein gleiches Verhalten im Alter oder ein Leben ohne Kinder zu mehr Glück führen würde.

What impact will the female economy have on our lives?

The balance of power will change in favor of women, and so will the way products are developed and marketed. Women will gain share in politics and have more say over the political agenda. The female economy will contribute to leading the world out of the economic crisis. To top of page

Kleiner geht es wohl nicht, aber er muss ja auch sein Buch verkaufen

„Man kann Interessen verhandeln, „Identität“ nicht.“

Mark schrieb in einem Kommentar:

ustig an der linken Identitätspolitik ist ja, dass dann vielfach Konservative oder Rechtsliberale davon profitierten:

Erste Frau an der Spitze in GB war Margaret Thatcher.
Erste Frau in Deutschland war Angela Merkel.
Erste Frau in Schweiz war eine Elisabeth Kopp (FDP – freisinnig demokratische Partei).

Diese Frauen fanden linke Identitätspolitik meist nicht süper! 🙂

Aber ich denke: Identitätspolitik mag sicherlich einen gewissen Nutzen haben, nur stellt sich die Frage, was ist der Unterschied zwischen Identitätspolitik und Interessenpolitik und ist Identitätspolitik tatsächlich besser als reine Interessenpolitik. Ich denke, reine Interessenpolitik dürfte mit weniger unerwünschten Nebenfolgen einhergehen als reine Identitätspolitik.

Das ist ja auch durchaus verständlich, wenn vielleicht auch nicht für diejenigen, die reine Identitätspolitik betreiben. Denn natürlich kommen in einer heterogenen Gruppe eher die nach oben, die Eigenschaften der Leute haben die bisher erfolgreich waren.

Crumar schrieb dazu in einem Kommentar:

Agentur Standardsatz erstens: Man kann Interessen verhandeln, „Identität“ nicht.
Dann zweitens: Individuen sind demzufolge gegenüber ihrer „Identität“ lediglich passiv – sie werden hineingezwungen, wie in eine Zwangsjacke.
Drittens und im engen Zusammenhang damit: Gruppen müssen eine „reine“ Ausprägung der jeweils eigenen „Identität“ aufweisen (wie wollen sie sich sonst von anderen „Identitäten“ abgrenzen. Sonst s. 2)?
Viertens, dahinter verbirgt sich ordinärer Biologismus, denn „Identität“ entsteht offensichtlich deterministisch aus biologischen Merkmalen (s. 3).
Fünftens, alle „Identitäten“ (s. 3) kämpfen um eine „fairen“ Anteil (an was auch immer) auf der Basis ihrer „Identität“ (s. 2).
Jetzt zurück zu Punkt 1.

Nur diese fünf Punkte zusammen und in Verbindung miteinander und man sieht sofort, das kann nur nach hinten losgehen.
So wie diese Politik Produkt einer sich fragmentierenden Gesellschaft ist, wirkt sie wie ein Brandbeschleuniger hin zum „Kampf aller gegen alle“.

Die Idee, dass man Identitäten nicht verhandeln kann finde ich interessant. Es erleichtert in der Tat die Abwehr von Forderungen, die eigene Position zu verändern: Ich bin, wie ich bin, ich kann es nicht ändern und man kann es auch nicht von mir verlangen.

Wobei das im Feminismus ja auch nicht konsequent wäre, denn die männliche Identität wird ja anscheinend als etwas gestaltbares angesehen, etwas was sich ändern kann und muss-

Die Theorie des „Strategischen Essentialismus“ zeigt ja auch, dass es ohne einen Biologismus geht, wobei mir diese Theorie auch eher eine theoretische Ausformung von etwas ist, die zwar eine Rechtfertigung sein mag, aber letztendlich nicht das ist, was das Denken bestimmt.

In der Tat ist es aber häufig ein Zwingen in eine bestimmte Identität, etwas, was viele Frauen und Männer eben gar nicht sein wollen und was eine radikale Minderheit bestimmt und mit so viel Tabus ausgestaltet, dass es dann tatsächlich zu einem gewissen Teil Einzug hält

Geschlechterunterschiede und Rangplätze in Schach, Go, Dame, Xiangqi etc

Leser Sep hat eine interessante Zusammenstellung vorgenommen:

Das ja immer mal wieder bestritten wird, dass Männer grundsätzlich besser im Schach seien, obwohl die Frauen im direkten Aufeinandertreffen und trotz massiver Förderung seit Jahrzehnten vollkommen chancenlos sind, habe ich mir mal den Spaß gemacht, das mit anderen großen, organisierten „Denksportarten“ zu vergleichen.

Bei allen, die auf einer Art ELO-System beruhen, ist der Trend ziemlich exakt der selbe: Frauen sind mindestens an der Spitze der jeweiligen Disziplin, gelegentliche Freak-Occurences (wobei nicht einmal die in die Nähe der besten Männer kommen) ausgenommen, im Schnitt zwei Klassen schlechter als Männer. Und das nicht nur im Moment, sondern seitdem es Ranglisten gibt.
Wenn es nicht auf einem ELO-System basiert, ist der Unterschied oft noch drastischer.

Hier mal eine kleine Übersicht an in der MIttagspause zusammengesuchten Daten. Männer oder wenn nichts separat vorhanden, unisex links, Frauen rechts, daneben die Ratio für die Frauen.

ELO-Systeme

In ELO-basierten Systemen bedeutet ein Unterschied von 200 Punkten, dass die erwartete Gewinnwahrscheinlichkeit des höher gewerteten Spieler 75% ist, entsprechend bei 400 Punkten 91% und bei 800 nahe 100%.

Go:
aktuell: 3807 – 3391 (0,8907276070396638)
historisch: 3815 – 3415 (0,8953854221289984)
aktuell top 100 average: 3463 – 3017 (0,871209933583598)
Beste Frau auf Platz 74

Draughts/Checkers/Dame:
aktuell classic: 2476 – 2263 (0,9139741518578352)
aktuell blitz: 2462 – 2300 (0,934199837530463)
aktuell top 100 average: 2338 – 2146 (0,9178785286569718)
Beste Frau auf Platz 91
Frauen-Ränge erfordern jeweils um 200 ELO-Punkte niedrigere Leistung als die männlichen Pendants, Womens International Grandmaster < Unisex International Master

Xiangqi:
aktuell: 2731 – 2569 (0,9406810692054193)
aktuell top 80 average: 2526 – 1910 (0,7561411322248614)
Beste Frau auf Platz 18

Schach:
aktuell: 2842 – 2658 (0,9352568613652357)
historisch: 2882 – 2735 (0,948664585501214)
aktuell top 100 average: 2697 – 2429 (0,9006303299962922)
Beste Frau auf Platz 81
Frauen-Ränge erfordern jeweils um 200 ELO-Punkte niedrigere Leistung als die männlichen Pendants, Womens International Grandmaster < Unisex International Master

Dan-Systeme

Shogi China:

Es gibt keine einzige Frau, die jemals gut genug war, über den Profi-Anwärter-Status hinauszukommen.

Shogi Japan:
Frauen erlangen nur reine Frauenränge (wahrscheinlich wie in allen anderen Disziplinen auch, mit geringeren Anforderungen). Während weit über 100 Männer Dan 7 bis 9 innehaben, gibt es eine einzige Frau mit W-Dan-7.
Ihre Bilanz gegen männliche Spieler ist 29 Siege bei 156 Niederlagen.

Punktsysteme

Hab das beides mal mit reingenommen, zwar ist „Glück“ hier ein Faktor, gilt ja aber für beide Seiten und levelt sich aus.

Backgammon:
aktuell 1265.16 – 399.71 (0,3159762845849802)
Beste Frau auf Platz 30

Poker:
aktuell 2200.88 – 1773.74 (0,5331818181818182)
Beste Frau auf Platz 24

Siehe auch:

Selbermach Samstag

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Die südkoreanische „Keine Verabredungen, kein Geschlechtsverkehr, keine Heirat, keine Kinder“-Bewegung für Frauen

Ein interessanter Artikel zu etwas, was so ziemlich eine MGTOW Bewegung für Frauen aus Südkorea zu sein scheint:

The number of South Korean women that don’t care about finding a boyfriend or a fairy-tale wedding is growing, and they will decide their own happily-ever-after.

Bonnie Lee told Japanese times that she’s a straight woman who is no longer interested in having relationships with men, and she’s not alone. These women are banding together to reject the rigid patriarchal norms and they have vowed never to wed, have children, date, or even have intimate relationships with men.

Ich vermute mal der Anteil lesbischer Frauen darunter könnte hoch sein., wenn sie es tatsächlich nur auf Männer beziehen

The 40-year-old Lee, who lives with her dog in Seoul, said that she’s always felt that there are more disadvantages than advantages to being married as a woman, and she has now embraced the nation’s radical feminist movement called 4B. It comes from “Four No’s”: no dating, no intercourse, no marriage, no child-rearing.

Klingt für mich nicht unbedingt nach einem Rezept für ein glückliches Leben, aber andererseits ist es ja eine freiwillige Sache, die man jederzeit abbrechen kann

Wives in South Korea are often expected to work, raise children, and care for aging in-laws, so it’s one of the reasons marriage rates are on the fall in South Korea. Lee, who has two master’s degrees, explained that a woman’s previous life and work experience don’t matter in the marriage market, and being highly educated also becomes a minus point for some ridiculous reason. According to her, what matters the most as a potential wife is whether or not a woman is capable of caring for her husband and in-laws.

Auch etwas, was in den intersektionalen Betrachtungen immer wieder zu kurz kommt: Viele Länder sind wesentlich konservativer als die Länder in denen sie ihr Hauptfeindbild ausbauen, den alten weißen Mann. Gerade die asiatischen Länder haben noch sehr traditionelle Geschlechterrollen in vielen Bereichen, anscheinend ja selbst ein technisch sehr modernes Land wie Südkorea.

A recent hit movie named “Kim Ji-young, Born 1982” features such issues, such as women hitting barriers at work and experiencing problems at home after giving birth.

The movie is based on a controversial feminist novel, centered on a married South Korean woman who has decided to quit her job and she now struggles to raise her child with limited support. The movie has been rated an average of 9.5 out of 10 stars by female viewers, but only 2.8 out of 10 by men.

Von dem Wikipediaartikel zu dem Buch:

The story-line centers on a housewife who becomes a stay-at-home mother and later suffers from depression. It focuses on the everyday sexism the title character experiences from youth

Cho Nam-Joo says that it was her intention to „make this into a public debate“.[6]

„I thought of Kim Jiyoung’s character as a vessel that contains experiences and emotions that are common to every Korean woman.“

— Cho Nam-Joo
She stresses that the hardships the Korean women have to go through need to be discussed publicly and the sexual harassments and discrimination they encounter should be taken seriously.[7] Kim Jiyoung is not entirely a fictional novel as it contains a statistical data „so that its message wouldn’t be dismissed as a made-up account of one woman’s experience“.[8] Cho collected the sources she needed and finished a book within 2 months.[9] Her wish of evoking a public debate came true. The book turned out to be an international bestseller and in 2018 it became a part of the feminist campaign in South Korea as well as the „Escape the Corset“ and #MeToo movements.[10] It also inspired the 4B movement.[11] According to Cho Nam-Joo, the Korean women still experience sexual abuse and inequality but not as often as they did in the past. Since they started to protest and speak up the situation began to change, though very slowly. Cho also said she believed the situation of women would not get any worse.[12]

Reports say that working wives spend 4 times more time on domestic chores than their husbands in the country, and almost 47 percent of single and never-married Korean women said that they thought marriage was necessary only a decade ago. The number has fallen to 22.4 percent last year, and the number of couples getting married has dropped from 434,900 in 1996 to 257,600 in 2018.

According to 4B, the movement has at least 4,000 followers, and a feminist YouTube channel that features messages of boycotting marriage has more than 100k subs.

To add to that, these groups are emerging against South Korea’s spy-cam epidemic, whose victims are mostly women.

Also anscheinend eine relativ kleine Bewegung mit vielen, die sich dafür interessieren.

Meine Frage wäre da ja eher, warum man direkt so dramatisch sein muss und allem entsagen muss. Keine Kinder zu bekommen, aber mit einem Freund zusammen zu leben, dürfte ja eigentlich schon reichen um den meisten Fallen zu entgehen.

Aber jeder so, wie er will.

Angst als Tugend

Im Netz kam ich auf dieses Meme:

Unabhängig vom Thema Corona finde ich den dort verkörperten Gedanken ganz interessant:

  • Angst als Tugend (bzw Glaubensbekenntnis)
  • Wer aus den richtigen Gründen mehr Angst hat ist der bessere Mensch
  • Daraus entsteht der Wunsch die Angst als so groß wie möglich darstellen zu können

Das wiederum führt dann zu

Wir hatten das schon unter anderen Gesichtspunkten, etwa als Geschäftsmodell, aber „Angst“ verdeutlicht, dass man das Problem ernst nimmt und für schwer kontrollierbar. Es sind zudem Emotionen, was einen weg von Fakten bringt und zu einem Bekenntnis zu dem Problem.