Und das sah man auch ganz gut, dass sie keine Anhängerin der intersektionalen Strömungen ist, sondern eher eines klassischeren Feminismus, vielleicht eher Richtung Beauvoir, die ja noch eine gewisse Verantwortung gesehen hat, dass Frauen an sich arbeiten, aber eben auch, wie man an dem zweiten Artikel sieht, recht gut gegen Männer austeilt.
Ich zitiere noch mal aus dem Artikel:
Warum gehen die Themen Weiblichkeit und Zukunft für dich Hand in Hand?
„Weil das Jetzt schon weiblich ist. Soziale Netzwerke sind weiblich. Das Internet ist weiblich. Digitalisierung ist weiblich. Deswegen bäumen sich ja auch die alten weißen Männer gerade noch mal auf. Wie ein Tier kurz vorm Tod. Sie spüren sehr wohl, dass die Zeit für sie gekommen ist.“
Was ist entscheidend dafür, dass Netzwerke gut funktionieren und etwas bewegen können?
„Das man lernt in diesen Netzwerken zu kommunizieren. Narzissmus-frei zu kommunizieren. Im Moment dienen Netzwerke dem Ego. Es ist ein ständiges Monologisieren aneinander. Wir müssen also lernen, auch ohne direktes Gegenüber zuzuhören. Dem anderen zuhören. Und nicht nur uns selbst.“
Was müssen wir jetzt bewegen, damit die Zukunft sich für alle in eine positive Richtung wendet?
„Wir müssen eine feministische Terror-Gruppe gründen und die alten weißen Männer aus dem Weg schaffen.“
Hinter dem letzten Satz wurde später noch ein „(lacht) ergänzt nach dem die Kritik an der dortigen Männerfeindlichkeit aufkam und auch thematisiert wurde, dass das strafrechtlich relevant sein könnte.
Die Welt wäre eine bessere, wenn Frauen die Macht hätten? Ich kann es nicht mehr hören: Warum sollten Menschen, die menstruieren, auch moralischer sein? Wer Frauen die Opferrolle zuweist, unterdrückt sie – und verkennt die wahre Potenz der Geschlechter.
Ich sage ja: Sie hält nichts vom intersektionalen Feminismus. Denn dort geht es nicht ohne Opferrolle. Und sie hat recht: Die Darstellung als Opfer und die Externalisierung aller Schuld ist für eine Fortentwicklung vollkommen kontraproduktiv.
Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch, der gerne von Frauen, aber auch von männlichen Feministen ständig und überall rausgehauen wird: Wenn Frauen die Welt regierten, wäre sie ein besserer Ort. Immer, wenn ich diesen Spruch höre, frage ich mich, ob man eigentlich dieses dichotome Geschlechterbild reflektiert hat oder jemals reflektieren wird und ob man sich historisch zumindest ein einziges Mal mit relevanten Frauenfiguren auseinandergesetzt hat. Die Antwort ist natürlich ganz einfach: Nein!
Letztens bei einem Dinner war es wieder soweit. Große Gesten, große Reden, wenn Frauen die Welt und so weiter und so fort. Man fuhr fort, es habe nie Terroristinnen gegeben, Frauen seien per se auf Kollaboration und weniger auf Kampf aus, schließlich wollten sie für ihre Kinder eine friedlichere Welt. Hach, wie schön wäre es, wenn sie nun endlich die Zügel in der Hand hielten. Der Planet würde sich in eine bunte Blumenwiese verwandeln, wo man nur noch lächelnd durch die Gegend läuft und keiner mehr Gewalt erlebt. Fast scheint es, hier würde von einem paradiesischen Zustand ausgegangen, so als habe Eva herself nicht alles daran gesetzt, diesen langweiligen Ort schleunigst zu verlassen und ihr und Adam ein bisschen Fun in der wirklichen Welt zu bescheren. Im Judentum, im Übrigen, wird der christliche Sündenfall als erster Moment der freien Wahl interpretiert.
Nun ist es so, dass ich mein Gesicht nicht kontrollieren kann. Weder auf Bühnen noch im Fernsehen, geschweige denn bei Abendessen. Es entgleitet mir, wenn ich etwas völlig Absurdes höre und genauso wenig, wie ich mein Gesicht kontrollieren kann, kann ich mich selbst kontrollieren. Ich versuchte deshalb zu intervenieren und erinnerte an die Terroristinnen der RAF. Ich erinnerte an Königinnen, die sehr wohl Leid über ihr Volk gebracht hatten und auch an politische Führerinnen. Nicht zu vergessen die Gattinnen unsäglicher Männer in der Geschichte, die nicht immer nur zwangsverheiratet, sondern eben auch aus freien Stücken ein gemeinsames Leben mit ihnen führten.
Hehe, da kann ich mir vorstellen, dass das der Runde vielleicht nicht so gut gefallen hat. Da denken sie sich eine schöne Welt zusammen, in der sie die Retter der Welt sind, und dann kommt jemand mit der Realität, dass Frauen auch nur (gute und schlechte) Menschen sind. Und dann auch noch aus freien Stücken und nicht nur aufgrund der Unterdrückung durch die Männer!
Die Vorstellung Frauen wären himmlische Heilerinnen mit Engelsflügeln, die über der Welt ihren Elfenstaub verteilen würden, erinnert doch arg an ein eher chauvinistisches Frauenbild. Die Frau als Heilige, Mutter, Hausfrau und trieblose Gebärmaschine, die am allerliebsten Tulpen im Vorgarten pflanzt. Dabei sind Frauen so viel mehr. Sie haben den Willen zur Macht, Rachewünsche und sind sehr wohl in der Lage, auch physische Gewalt gegen andere auszuüben. In der israelischen Armee verteidigen 40 Prozent von ihnen das Land. Im Panzer, Flugzeug oder in einer Kampfeinheit auf dem Boden. Auch wenn diese Stellung der Frau weltweit kaum woanders zu finden ist. Umso tragischer, dass viele Feministinnen diese emanzipatorische Errungenschaft als Liberal Feminism abtun und gleichzeitig kritisieren.
Ein wesentlich anderes Bild von Frauen: Da haben sie eine eigene Agenda und handeln, weil sie auch Macht wollen, üben Gewalt aus. Das gibt es im intersektionalen Feminismus gar nicht (jedenfalls nicht ohne den Hinweis „Weiße Frauen“ oder „CIS-Frauen“ und dann eben auch nur in der „Gegenkategorie“, also etwa gegen schwarze Frauen oder Trans Frauen.
Denn das große Problem ist, dass der sogenannte Third Wave Feminism den Frauen ihre gesamte Potenz geraubt hat. Auch, weil er sich gegen klassisch liberale Werte stellt und sich dafür stark am Marxismus orientiert. Das heißt, die Potenz des Individuums musste allgemein der Idee der Menschen als Unterdrücker oder Unterdrückte weichen. Frauen bekamen selbstverständlich den Titel der Unterdrückten. Völlig egal, ob sie aus einer Bildungsdynastie stammten und einem Mann aus dem Arbeitermilieu begegneten.
Die dritte Welle wäre noch Butler, wobei der Höhepunkt der Opferstellung dann eher in der vierten Welle kommt, dem intersektionalen Feminismus. Interessant ist in der Tat, dass diese Bewegungen sich immer mehr von dem vorher in der linken sehr beliebten Gesellschaftsklasse als Merkmal verabschiedet haben und Kriterien wie Geschlecht, Rasse etc immer wichtiger wurden.
Frauen sind gar nicht so anders
An dieser Stelle muss eindeutig gesagt werden, dass Frauen natürlich Jahrhunderte benachteiligt wurden und sie ohne die Errungenschaften der Industrialisierung und des Kapitalismus sowie der großen Kämpfe für Gerechtigkeit, die sie selbst führten, möglicherweise immer noch am Waschbrett stünden, anstatt alles schnell in die Waschmaschine zu schmeißen und als Führungspersönlichkeit ein Unternehmen an die Börse zu führen. Die Welt ist eben nicht so eindeutig, wie man es sich gemeinhin von der linken Seite wünscht.
Trotzdem müssen wir uns offen mit der Frage beschäftigen, wieso – insbesondere an einem Tag wie diesem – altbackene Frauenbilder geradezu zelebriert werden. Was ist falsch an der Frau als mutige Kämpferin? Was ist falsch daran, zu erinnern, dass auch Frauen Eigenschaften und Vorstellungen haben, die sich nicht mit hypermoralischen Idealen decken? Mord und Totschlag gibt es auch bei menstruierenden Menschen.
Das Aushalten, dass Frauen nicht unschuldige Lämmer mit Engelsflügeln sind, würde auch dabei helfen, etwaige Diskrepanzen in Hinblick auf Solidaritäten besser nachvollziehen zu können. Denn dasselbe Geschlecht heißt erst mal noch gar nichts. Gar nichts. Es sagt auch nichts darüber aus, ob man einander unterstützt oder sich gegenseitig zerfleischt. Davon kann ich ein Lied singen. Die größten Shitstorms, die ich hatte, wurden von Frauen ausgelöst, die politisch nicht meiner Ansicht waren und deshalb versuchten, mich mit Lügen und falschen Behauptungen zu diskreditieren, zu diffamieren und letztlich stumm zu schreien. Am Ende geht es nämlich immer um Wertevorstellungen und politische Einstellungen. Da sind wir eben gar nicht so anders als Männer. Und das ist doch eigentlich gut. Auch, wenn es negative Auswirkungen hat.
Das ist einer der Vorteile der vierten Welle. Man muss keine Anforderungen an sich selbst stellen und auch anderen Frauen nur sehr eingeschränkt etwas vorwerfen. Sie sind eben alle benachteiligt und die anderen sollen gefälligst ihre Privilegien abbauen! Man selbst muss das auch, aber eben nicht als Frau, sondern zB als weiße. Als Frau hingegen ist man unterdrückt. So kann sich jeder seinen Bereich der Unterdrückung suchen, muss dafür aber anderen auch diese Bereiche lassen.
Das jüngste Beispiel sind die hundertfach von der Hamas und palästinensischen Zivilisten vergewaltigten, geschändeten, gefolterten, ermordeten und entführten Israelinnen. Während es sonst wegen jedes falsch angewendeten Pronomens von den Feministinnen dieser Welt lautes Aufbegehren gab und man selbst wegen der Mikroaggression „Auf den Po starren“ sofort mit einer Cancel-Fackel durch die Gegend jagte, kam es nach dem 7. Oktober zu einem kollektiven Schweigen. Das liegt insbesondere daran, dass die aktuell führenden feministischen Bewegungen marxistisch-antiimperialistisch geprägt sind. Und für sie gibt es nur Unterdrücker und Unterdrückte und den Kampf der Unterdrückten gegen die Unterdrücker. Dieser Kampf darf mit allen Mittel geführt werden. Und weil die Israelis die Unterdrücker sind, sind die Israelinnen, denen man in ihre Genitalien schoss auch nur gemeine Unterdrücker, die den „Befreiungsvergewaltigungen“ zum Opfer fielen.
Ich schalte mit dem Fettdruck schon mal den Leszek-Scheinwerfer an, der groß „Kulturmarxismus“ an den Himmel projiziert und würde mich freuen, wenn er sich meldet.
Wenn der weiße, heterosexuelle, christliche Mann nicht mehr der oberste Schurke ist, dann stimmt einfach die dortige Hierarchie nicht mehr und man müsste, wie es der Text auch erwähnt, den weißen Mann „aufwerten“ und gleichzeitigt PoCs angreifen. Während man bestimmte Umstände in anderen Ländern noch auf die Kolonialzeit zurückführen kann und so wieder dem „weißen Mann“ zuordnen kann, wird dies beim Islam, der nie wirklich einen weißen Hintergrund hatte, schwierig.
Damit wäre Kritik am Islam nahe am Rassismus, da er das Dogma der Schuld des weißen Mannes in Frage stellt. Es wäre auch problematisch, weil der Islam nicht in die klassischen Schemata einzuordnen ist, die eben vorgeben, dass die, die gesellschaftlich die meiste Macht haben, die sein müssen, die die Regeln vorgeben und die anderen unterdrücken. (…)
Palästina ist insofern der sichere Kandidat, da dort eher PoCs sind. Dazu mag kommen, dass in den USA auch verschiedene Schwarzenbewegungen Verbindungen zum Islam hatten, etwa über die Nation of Islam, der etwa auch Malcolm_X zugehörte. Schon deswegen würde es zu Konflikten kommen, bei denen man rassistisch sein würde, wenn man die falsche Seite wählt.
In dem relativ einfachen Gruppendenken intersektionaler Theorien ist es eben egal, was der andere macht. Wichtig ist, ob er in der richtigen Kategorie ist. Dann können auch Vergewaltigungen etc problemlos ausgeblendet werden.
Diese materialistischen terrorverherrlichenden Feministinnen sind es auch, die den Diskurs in den letzten Jahren angeführt haben. Sie haben Begriffe wie Care-Arbeit in den Ring geworfen und behauptet, Kinderkriegen und Arbeit schließen sich aus. Sie haben erklärt, dass Kopftuchtragen feministisch ist und sogar die spießige Flucht in den Haushalt um ein Vielfaches emanzipatorischer sei als die eklige Lohnarbeit.
Haben sie das? Beim Kopftuch würde ich zustimmen, aber bei der Care-Arbeit wird ja eher betont, dass die Frauen da quasi unterdrückt sind oder alternativ, dass sie dafür bezahlt werden sollten. Das Care-Arbeit emanzipatorisch ist habe ich jetzt noch nicht gelesen.
Einzig und allein die freie Entscheidung sei hier Gradmesser des emanzipatorischen Handels, obwohl gleichzeitig bestritten wurde, dass emanzipatorisches Handeln in einem Patriarchat überhaupt möglich ist. Es gibt kein richtiges Leben im Falschen, deshalb müsste das Falsche erstmal zerstört werden. Das Ergebnis war eine Art regressive Utopie. Dabei wurde, statt Frauen die Möglichkeit zu geben, ihre männlich-konnotierten Eigenschaften zu leben, das Männliche als das Böse umgedeutet. Dabei hätte es vor allem statt einer Verteufelung eine Erweiterung gebraucht.
Das ist eine sehr kurze Herleitung, die mir etwas schnell geht. „es gibt kein richtiges Leben im falschen“ ist ja auch in der vierten Welle aktuell, aber natürlich mit den üblichen Zwidenken: Einer muslimischen Frau mit Kopftuch, die Hausfrau sein will, könnte man natürlich nichts sagen. Einem deutschen „Tradwife“ hingegen schon. Und einer Frau, die die Carearbeit übernehmen muss, weil der Mann sich drückt und sie ja auch weniger verdient kann man das auch nicht vorwerfen, dem Mann hingegen schon.
Männliches Verhalten bei Frauen wird auch nicht unbedingt verteufelt. Männer an sich aber schon.
Ich will keine Geschlechter auflösen
Solidarität ist nämlich nichts anderes als Handlungsspielräume zu vergrößern. Kämpfe ich mich als Frau nach vorne, in die höchste Position des Unternehmens, kann ich weitreichende Veränderungen für nachfolgende Generationen einleiten. Auch für die Frauen, die nach mir kommen. Von nichts kommt eben nichts. Und mit Liebe erklimmt niemand einen 100 Meter hohen Baum, sondern mit Kraft, Mut und Tapferkeit. Dafür braucht es aber nicht die Ideologie des von Geburt an besseren Menschen: der Frau.
Wie jetzt man soll dafür arbeiten? Sich mit Kraft, Mut und Tapferkeit nach oben kämpfen? Einfach so statt Quote? Klingt nach einem fiesen Vorwurf an Frauen und Victimblaming.
Es braucht das Bestreben nach einem komplexen Geschlechterbild. In einer Welt der Komplexitäten backen Männer einen Kuchen, und Frauen fliesen das Bad. Dort holen Frauen die Kinder vom Kindergarten ab, und Männer bohren das Regal an die Wand. Dort weinen beide. Dort sind beide tapfer. Denn es braucht Soft-Skills und Hard-Skills, um langfristig Dinge im Leben und der Gesellschaft zu erreichen, aber auch verändern zu können. Die Hard-Skills immer nur als schlecht zu konnotieren, hilft wirklich niemandem. Schlecht ist vor allem, Frauen die Fähigkeit abzusprechen, Scheiße zu bauen und zu behaupten,Männer könnten nichts als Krieg und Verwüstung und der Sekretärin unter den Rock fassen.
Da legt sie durchaus einen Finger in die Wunde der feministischen Theorien.
Dafür gibt es sogar einen Begriff: Racism of Low Expectations. Wer Männer und Frauen nicht als mündige Subjekte anerkennt, die Verantwortung übernehmen können, handlungsfähig sind sowie gute und schlechte Eigenschaften haben, diskriminiert.
Der Begriff scheint eher auf Bush bzw seinen Redenschreiber zurückzugehen und zwar als „soft bigotry of low expectations“, jedenfalls habe ich dazu etwas gefunden:
„The practice of expecting less from members of a disadvantaged group and thus implicitly encouraging those people not to reach their full potential.“
Das ist eigentlich ein interessantes Konzept. Ich schaue da noch mal rein.
Ich will an keinem Tisch mehr sitzen, wo Männer Scherze über Blondinen machen oder Frauen behaupten, sie wären die besseren Menschen. Ich möchte an Tischen sitzen, wo Männer die Ambitionen, den Mut und Gestaltungswillen von Frauen loben und Frauen glücklich darüber sind, dass ihre Partner sich um die Kinder kümmern und die Spülmaschine ausräumen. Ich will an Tischen sitzen, an denen Frauen über ihre bösen Seiten sprechen und Männer auch.
Tja, für die meisten Leute ist allerdings das Private nicht politisch und sie wollen ihr Leben nicht bestimmten Vorstellungen unterordnen, was dazu führt, dass häufig eher ganz andere Konstellationen der Arbeitssteilung das Leben bestimmen. Natürlich loben auch dort Männer ihre Frauen und die freuen sich, wenn der Mann Kinder betreut und im Haushalt hilft. Aber das bewirkt eben keine große Veränderung.
Damit will ich keine Geschlechter auflösen, im Gegenteil, ich glaube sehr wohl daran, dass wir unterschiedlich sind. Ich wünsche mir eine Erweiterung der Geschlechtsvorstellungen und die Integration und Annahme männlich-konnotierter sowie weiblich-konnotierter Eigenschaften, die beide notwendig sind und ihre Berechtigung haben. Ich wünsche mir Solidarität nicht nur unter Frauen, sondern unter beiden Geschlechtern. Ich wünsche mir, dass wir so etwas wie einen Frauentag irgendwann gar nicht mehr nötig haben. Auch weil sich dann jeder weniger entweder als Unterdrücker oder Unterdrückter empfindet, sondern versteht, dass wir je nach Situation und Umstand immer beides sind. Schluss mit diesen niedrigen Erwartungen, die wir an das andere Geschlecht stellen und her mit den hohen Ansprüchen, die wir an Individuen stellen dürfen.
„Solidarität unter beiden Geschlechtern“ wäre ja dann in der Abgrenzung auch „Solidarität unter Männern“, da ist der Patriarchatsvorwurf nicht weit. Aber rauszukommen aus dem Nonzero-Sum-Game wäre in der Tat ganz gut. Und das Individuum betonen auch.
Ist das zufällig am Tag vor dem berühmt-berüchtigten internationalen Frauentag 2024 passiert? Das kann ich mir nicht vorstellen. Jedenfalls klebte an der Hausfassade und neben der Haustür in der Durchfahrt unseres Wohnungsblocks in Hamburg Altona je ein längliches Zettel mit der gedruckten Botschaft:
hier wohnt tom todd, ein antifeminischer maskulinist.
seine sexistische und menschenverachtende scheisze verbreitet er unter anderem auf geschlechterwelten.de
Diesen Zettel brachte eine Nachbarin meiner Frau am Morgen des 7.3 und war entsetzt. Eine andere Nachbarin brachte mir dann am Abend eine Tüte (Bild unten) mit ca. 20 Schnipseln mit gleichem Wortlaut, die im Hinterhof am Boden herumschwirrten.
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Meine erste Reaktion: es ist doch das passiert, was ich in der allgemeinen Stimmung in geschlechterpolitischen Debatten gespürt habe – Worte reichen nicht mehr, es müssen Taten her. Es scheint, dass die Hoheit über die Geschlechterdebatte den linksgrünen Politkommissaren und erst recht ihrem Fußvolk entgleitet; die Kampffloskeln über Patrarchiat, toxische Männlichkeit und weibliches Opfertum wirken immer weniger.
Ahnen sie vielleicht, dass ihre Argumente immer schwach und sexistisch waren und nun droht ihnen der Boden unter den Füssen weg gespült zu werden? Wie anders kann diese subtile und perfide Bedrohung gesehen werden? Wo bleibt die Einladung zu Gesprächen?
Aber dann erinnere ich mich wieder. 2018 wurde schon noch viel deutlicher gegen uns (mich und Gerhard Amendt) agiert, als die Eröffnungsrede zum ersten wissenschaftlichen Kongress zu häuslicher Gewalt unterbrochen wurde, weil ein Aktivist den Feueralarm im Vorlesungsgebäude der Uni Frankfurt auslöste und das Gebäude komplett geräumt werden musste.
Vorausgegangen war eine Medienkampagne diffamierender Behauptungen, die von SPD, Grüne, ASTA, Lesben- und Schwulenverbände vorangetrieben wurde und brav von den Medien wiedervorgekaut wurde. Die uns im Vorfeld der Verantstaltung aufgezwungenen Sicherheitsmaßnahmen (private Sicherheitsfirma) haben uns 10.000 Euro gekostet, ganz zu schweigen von den Kosten des Einsatzes einer halben Hundertschaft der Polizei, die der Steuerzahler getragen hat. (Hier der filmische Bericht)
Jetzt fühlt sich das an, als kommt die Bedrohung noch viel näher. Muss ich mich darauf einstellen, vor der eigenen Haustür abgepasst zu werden?
Darauf habe ich wirklich keine Lust. Ich möchte nicht, dass solche Aufkleber bei meiner Arbeitsstätte auftauchen oder vor meiner Tür oder an der Schule oder dem Kindergarten meiner Kinder oder an der Arbeitsstätte meiner Frau.
Klar ist das feige. Aber es ist ist – so rede ich es mir schön – ja auch nicht nur mein Leben.
Ich vermute, dass auch Lucas Schoppes Grund gewesen sein könnte. Vielleicht haben sich da Verbindungen ergeben, die ihm zu Nahe waren.
Of their rendezvous, Hieke said: ‚It was in a secret club in LA, one where you only get in by invitation. I saw him sitting there in his black hoodie and black cap and we made eye contact.‘
She explained how Leo’s manager brought her over to the star’s table, saying: ‚Leo wants to talk to you.‘
Wenn man genug Status hat, dann kann man eben einfach sitzen bleiben und einen anderen schicken, der dann einfach fragt. „Leo will mit dir sprechen“ reicht vollkommen aus. Er muss sie nicht beeindrucken. Sie wird allein schon deswegen kommen, weil sie wissen will, was passiert.
Hieke said she was then invited to go home with the Killers Of The Flower Moon star, but turned him down.
‚He reacted very shocked. Of course he wasn’t used to it. When I said I didn’t know him well enough,‘ she said.
Hieke said he gave her the three word response: ‚I respect that.‘
Keine schlechte Antwort. Es dürfte sich für Leonardo DiCaprio nicht wirklich lohnen eine Frau zu überzeugen, die nicht bereit ist mit ihm ins Bett zu steigen. Das klassische Mittel bei Last Minute Resistance wäre ja Vertrauen und eine Verbindung herzustellen. Und hier ist es zwar nicht Last Minute im klassischen Sinne, aber sie weiß eben genau, worum es geht, wenn sie mit ihm in sein Haus geht und das sie sich entscheiden muss.
But she added: ‚Whereupon he turned to another girl and took her home.‘
Im Pickup würde man vielleicht etwas von einem „abundance mindset“ sprechen, also dem wissen, dass es genug andere Frauen gibt, die was von einem wollen.
Wenn er nur auf Sex aus ist, dann wird es in einem solchen „Geheim Club“ in den eben die Reichen und die Schönen kommen dürfen, noch genug Frauen geben, die mit einem Hollywoodstar Sex haben wollen oder auch nichts dagegen hätten, evtl was längeres mit ihm zu haben (sei es weil er ein Star ist und sie ihn toll finden, sei es weil es eine Super Karriere Option ist die (auch nur kurzfristige) Freundin von Leonardo Di Caprio zu sein.
Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?
Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)
Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?
Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?
Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs
Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.
Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.
Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen
Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.
Objective To examine the effect of surgeon sex on postoperative outcomes of patients undergoing common surgical procedures.
Design Population based, retrospective, matched cohort study from 2007 to 2015.
Setting Population based cohort of all patients treated in Ontario, Canada.
Participants Patients undergoing one of 25 surgical procedures performed by a female surgeon were matched by patient age, patient sex, comorbidity, surgeon volume, surgeon age, and hospital to patients undergoing the same operation by a male surgeon.
Interventions Sex of treating surgeon.
Main outcome measure The primary outcome was a composite of death, readmission, and complications. We compared outcomes between groups using generalised estimating equations.
Results 104 630 patients were treated by 3314 surgeons, 774 female and 2540 male. Before matching, patients treated by female doctors were more likely to be female and younger but had similar comorbidity, income, rurality, and year of surgery. After matching, the groups were comparable. Fewer patients treated by female surgeons died, were readmitted to hospital, or had complications within 30 days (5810 of 52 315, 11.1%, 95% confidence interval 10.9% to 11.4%) than those treated by male surgeons (6046 of 52 315, 11.6%, 11.3% to 11.8%; adjusted odds ratio 0.96, 0.92 to 0.99, P=0.02). Patients treated by female surgeons were less likely to die within 30 days (adjusted odds ratio 0.88; 0.79 to 0.99, P=0.04), but there was no significant difference in readmissions or complications. Stratified analyses by patient, physician, and hospital characteristics did not significant modify the effect of surgeon sex on outcome. A retrospective analysis showed no difference in outcomes by surgeon sex in patients who had emergency surgery, where patients do not usually choose their surgeon.
Conclusions After accounting for patient, surgeon, and hospital characteristics, patients treated by female surgeons had a small but statistically significant decrease in 30 day mortality and similar surgical outcomes (length of stay, complications, and readmission), compared with those treated by male surgeons. These findings support the need for further examination of the surgical outcomes and mechanisms related to physicians and the underlying processes and patterns of care to improve mortality, complications, and readmissions for all patients.
Also relativ kleine Unterschiede, allerdings zugunsten der weiblichen Chirurgen
Objective:
We sought to compare postoperative outcomes of female surgeons (FS) and male surgeons (MS) within general surgery.
Summary of Background Data:
FS in the workforce are increasing in number. Female physicians provide exceptional care in other specialties. Differences in surgical outcomes of FS and MS have not been examined.
Methods:
We linked the AMA Physician Masterfile to discharge claims from New York, Florida, and Pennsylvania (2012 to 2013) to examine practice patterns and to compare surgical outcomes of FS and MS. We paired FS and MS operating at the same hospital using cardinality matching with refined balance and compared inpatient mortality, any postoperative complication, and prolonged length of stay (pLOS) in FS and MS.
Results:
Overall practice patterns differed between the 663 FS and 3219 MS. We identified 2462 surgeons (19% FS, 81% MS) at 429 hospitals who met inclusion criteria for outcomes analysis. FS were younger (mean age ± SD FS: 48.5 ± 8.4 years, MS: 54.3 ± 9.4y; P < 0.001) with less clinical experience (mean years ± SD FS: 11.6 ± 8.3 y, MS: 17.6 ± 10.0 years; P < 0.001) than MS before matching. FS had lower rates of inpatient mortality (FS: 1.51%, MS: 2.30%; P < 0.001), any postoperative complication (FS: 12.6%, MS: 16.1%; P < 0.001), and pLOS (FS: 18.4%, MS: 20.7%; P < 0.001) before matching. After matching, FS and MS outcomes were equivalent.
Conclusion:
Surgeon practice patterns vary by sex and experience. FS and MS with similar characteristics who treat similar patients at the same hospital have equivalent rates of inpatient morality, postoperative complications, and prolonged length of hospital stay. Patients should select the surgeon who is the best fit for them regardless of sex.
Hier wurde kein Unterschied festgestellt, wenn man schaut, dass man die Ärzte und Patienten jeweils auf der gleichen Ebene vergleicht. Das scheint mir auch eines der größten Probleme zu sein, wenn man die Frage richtig beantworten will. Die Studie sagt aus:
„FS und MS mit ähnlichen Merkmalen, die ähnliche Patienten im selben Krankenhaus behandeln, haben die gleichen Raten an stationärer Sterblichkeit, postoperativen Komplikationen und verlängertem Krankenhausaufenthalt. Die Patienten sollten den Chirurgen wählen, der für sie am besten geeignet ist, unabhängig vom Geschlecht.“
IMPORTANCE
Female surgeons are still in the minority worldwide, and highlighting gender differences in surgery is important in understanding and reducing inequities within the surgical specialty. Studies on different surgical procedures indicate equal results, or safer outcomes, for female surgeons, but it is still unclear whether surgical outcomes of gallstone surgery differ between female and male surgeons.
OBJECTIVE
To examine the association of the surgeon’s gender with surgical outcomes and operating time in elective and acute care cholecystectomies.
DESIGN, SETTING, AND PARTICIPANTS
A population-based cohort study based on data from the Swedish Registry of Gallstone Surgery was performed from January 1, 2006, to December 31, 2019. The sample included all registered patients undergoing cholecystectomy in Sweden during the study period. The follow-up time was 30 days. Data analysis was performed from September 1 to September 7, 2022, and updated March 24, 2023.
EXPOSURE
The surgeon’s gender.
MAIN OUTCOME(S) AND MEASURE(S)
The association between the surgeon’s gender and surgical outcomes for elective and acute care cholecystectomies was calculated with generalized estimating equations. Differences in operating time were calculated with mixed linear model analysis.
RESULTS
A total of 150 509 patients, with 97 755 (64.9%) undergoing elective cholecystectomies and 52 754 (35.1%) undergoing acute care cholecystectomies, were operated on by 2553 surgeons, including 849 (33.3%) female surgeons and 1704 (67.7%) male surgeons. Female surgeons performed fewer cholecystectomies per year and were somewhat better represented at universities and private clinics.Patients operated on by male surgeons had more surgical complications (odds ratio [OR], 1.29; 95% CI, 1.19-1.40) and total complications (OR, 1.12; 95% CI, 1.06-1.19). Male surgeons had more bile duct injuries in elective surgery (OR, 1.69; 95% CI, 1.22-2.34), but no significant difference was apparent in acute care operations.Female surgeons had significantly longer operation times.Male surgeons converted to open surgery more often than female surgeons in acute care surgery (OR, 1.22; 95% CI, 1.04-1.43), and their patients had longer hospital stays (OR, 1.21; 95% CI, 1.11-1.31).No significant difference in 30-day mortality could be demonstrated.
CONCLUSIONS AND RELEVANCE The results of this cohort study indicate that female surgeons have more favorable outcomes and operate more slowly than male surgeons in elective and acute care cholecystectomies. These findings may contribute to an increased understanding of gender differences within this surgical specialty
Hier arbeiten die Frauen langsamer, dafür aber anscheinend auch gründlicher. Das wird den Patienten gefallen während die Krankenhäuser evtl die schnellere Behandlung abwägen müssen gegen evtl. entstehende Schadensersatzanspräche und einen schlechten Ruf.
Interessant aber auch, dass auch hier Unterschiede in den Krankenhäusern vorhanden sind. Die Frauen sind eher in Universitätsklinken und Privatkliniken als die Männer. Ich nehme mal an, dass man da evtl auch einfach mehr Zeit für einzelne Patienten hat, gerade in den Privatkliniken, weil dort ja auch mehr Geld gezahlt wird, während evtl in den öffentlichen Krankenhäusern schon der nächste Patient wartet. Auch hier wäre evtl eine Bereinigung interessant.
Key PointsQuestion What is the association of surgeon and patient sex concordance with postoperative outcomes?
Findings In this population-based cohort study of 1 320 108 patients treated by 2937 surgeons, sex discordance between surgeon and patient was associated with a small but statistically significant increased likelihood of adverse postoperative outcomes. This was driven by worse outcomes for female patients treated by male physicians without a corresponding association among male patients treated by female physicians.
Meaning
This study found that sex discordance between surgeons and patients (particularly male surgeons and female patients) may contribute to worse surgical outcomes.
Abstract
Importance Surgeon sex is associated with differential postoperative outcomes, though the mechanism remains unclear. Sex concordance of surgeons and patients may represent a potential mechanism, given prior associations with physician-patient relationships.
Objective
To examine the association between surgeon-patient sex discordance and postoperative outcomes.
Design,
Setting, and Participants In this population-based, retrospective cohort study, adult patients 18 years and older undergoing one of 21 common elective or emergent surgical procedures in Ontario, Canada, from 2007 to 2019 were analyzed. Data were analyzed from November 2020 to March 2021.
Exposures
Surgeon-patient sex concordance (male surgeon with male patient, female surgeon with female patient) or discordance (male surgeon with female patient, female surgeon with male patient), operationalized as a binary (discordant vs concordant) and 4-level categorical variable.
Main Outcomes and Measures
Adverse postoperative outcome, defined as death, readmission, or complication within 30-day following surgery. Secondary outcomes assessed each of these metrics individually. Generalized estimating equations with clustering at the level of the surgical procedure were used to account for differences between procedures, and subgroup analyses were performed according to procedure, patient, surgeon, and hospital characteristics.
Results
Among 1 320 108 patients treated by 2937 surgeons, 602 560 patients were sex concordant with their surgeon (male surgeon with male patient, 509 634; female surgeon with female patient, 92 926) while 717 548 were sex discordant (male surgeon with female patient, 667 279; female surgeon with male patient, 50 269). A total of 189 390 patients (14.9%) experienced 1 or more adverse postoperative outcomes. Sex discordance between surgeon and patient was associated with a significant increased likelihood of composite adverse postoperative outcomes (adjusted odds ratio [aOR], 1.07; 95% CI, 1.04-1.09), as well as death (aOR, 1.07; 95% CI, 1.02-1.13), and complications (aOR, 1.09; 95% CI, 1.07-1.11) but not readmission (aOR, 1.02; 95% CI, 0.98-1.07). While associations were consistent across most subgroups, patient sex significantly modified this association, with worse outcomes for female patients treated by male surgeons (compared with female patients treated by female surgeons: aOR, 1.15; 95% CI, 1.10-1.20) but not male patients treated by female surgeons (compared with male patients treated by male surgeons: aOR, 0.99; 95% CI, 0.95-1.03) (P for interaction = .004).
Conclusions and Relevance
In this study, sex discordance between surgeons and patients negatively affected outcomes following common procedures. Subgroup analyses demonstrate that this is driven by worse outcomes among female patients treated by male surgeons. Further work should seek to understand the underlying mechanism.
Die Studie hatten wir gestern schon.
Während die Assoziationen in den meisten Untergruppen konsistent waren, veränderte das Geschlecht der Patienten diese Assoziation signifikant, mit schlechteren Ergebnissen für weibliche Patienten, die von männlichen Chirurgen behandelt wurden (verglichen mit weiblichen Patienten, die von weiblichen Chirurgen behandelt wurden: aOR, 1,15; 95% CI, 1,10-1,20), aber nicht für männliche Patienten, die von weiblichen Chirurgen behandelt wurden (verglichen mit männlichen Patienten, die von männlichen Chirurgen behandelt wurden: aOR, 0,99; 95% CI, 0,95-1,03) (P für Interaktion = .004).
Aus der Studie:
1 320 108, 2937 surgeons,
602 560 patients were sex concordant with their surgeon
male surgeon with male patient, 509 634;
female surgeon with female patient, 92 926
717 548 were sex discordant
male surgeon with female patient, 667 279;
female surgeon with male patient, 50 269
Wenn ich das richtig sehe, dann hätten wir folgendes Verhältnis:
Gleiches Geschlecht
m/m:509.634/602.560= 85% Männer
f/f: 92 926/602.560= 15%
Unterschiedliches Geschlecht: 717.548
m/f: 667279/717548=93%
f/m=7%
Anscheinend lassen sich Frauen lieber als Männer von Männern operieren oder werden eher von Männern operiert.
Es wäre also – wenn ich es richtig verstehe – durchaus möglich, dass das Mißtrauen der Frauen gegenüber weiblichen Chirurgen dazu führt, dass sie von Frauen nur die leichteren Behandlungen durchführen lassen. Aber das ist Spekulation, wir haben gerade keine Daten dazu, welche Schwere die Operation hatte.
Das scheinen mir die hauptsächlichen Studien zu dem Thema zu sein, wer andere kennt der kann sie natürlich gerne posten
SPIEGEL: Frau Zykunov, Ihr Buch zum Thema Gleichberechtigung heißt »Was wollt ihr denn noch alles?!« Haben Sie eine Antwort auf die Frage?
Zykunov: Zusammengefasst: Parität in allen Bereichen. Im Buch findet sich ja quasi nur die Spitze des Eisbergs. Je mehr ich recherchiert habe, umso mehr Ungleichheiten habe ich entdeckt. Allein die Tatsache, dass die meisten Entscheider männlich, weiß, cis und hetero sind. Aber wir müssen nicht nur in die Politik und die Wirtschaft gucken. Auch in Kinderserien, Schulbüchern, der Erziehung, bei Wikipedia, in der Medizin, in den Algorithmen, in der Stadtplanung: Wohin wir auch schauen, überall steckt das verklebte Dreckspatriarchat drin. Es muss sich sehr viel ändern.
Da scheint mir wieder die alte Gleichsetzung von Ungleichheit und Diskriminierung vorzuliegen. Mal sehen ob sie es sich so einfach macht.
SPIEGEL: An welchen Stellschrauben müsste zuerst gedreht werden?
Zykunov: Einer der wichtigsten Hebel ist der Gender Care Gap. Aus ihm resultieren auch die anderen Gaps: der Gender Pay Gap, der Gender Pension Gap, der Gender Leisure Gap, also dass Frauen weniger Freizeit als Männer haben. Durch den Care Gap haben Frauen weniger Zeit, weniger Energie, weniger Ressourcen. Sie müssen schließlich putzen, sich um die Kinder kümmern, all die Care-Arbeit übernehmen. Das kostet Zeit, die Frauen nicht in andere Dinge stecken können, ihre Berufe, finanzielle Bildung, politisches Engagement oder einfach in ihre Hobbys. Es müsste zum Beispiel normaler werden, dass Männer Dinge zu hören bekommen wie »Deine Frau hat vor zwei Wochen ein Kind auf die Welt gebracht, und du bist schon wieder im Büro? Solltest du nicht bei ihr sein?« Oder die Frage, wieso er denn nicht zum Laternenbasteln in die Kita geht. All die Fragen, die man sonst Frauen stellt.
Wenn da nicht dieses blöde Rechnungen zahlen wäre. Das macht es mitunter nicht so einfach auszusetzen. Aber gibt es eigentlich Statistiken darüber wie viele Männer in der Zeit nach einer Geburt Urlaub nehmen? Das ist ja erst einmal der einzige Weg wie man dann zuhause sein kann. Ich vermute aber auch, dass die meisten Männer in der Zeit nicht unbedingt Überstunden machen werden.
Aber der Gender Care Gap war ja auch hier schon häufiger Thema:
SPIEGEL: Sie schreiben, dass Frauen, die mehr verdienen als ihre Männer, noch mehr Care-Arbeit übernehmen. Man sollte meinen, dann passiert das Gegenteil.
Zykunov: Ich weiß, diese Zusammenhänge klingen total absurd und veraltet, aber sie werden durch aktuelle Zahlen belegt. Wenn Frauen mehr verdienen als ihre Partner, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie betrogen und ihre Ehen geschieden werden.
SPIEGEL: Woran kann das liegen?
Zykunov: Es wird ja immer gefordert, dass Frauen Karriere machen und auch besser bezahlte Jobs annehmen sollen. Aber wenn sie dann Karriere machen, sind sie eine geldgeile Karrierefrau und natürlich eine Rabenmutter. Die Gesellschaft will nicht, dass Frauen Karriere machen – schon gar nicht Mütter und ganz besonders nicht Alleinerziehende. Wenn eine Mutter beruflich erfolgreich ist, strengt sie sich noch mehr an, allen zu beweisen, dass sie die Kinder nicht vernachlässigt und sie trotzdem den tollsten Kuchen fürs Kitabuffet beisteuert und die kreativsten Nachmittagsbasteleien mit den Kindern macht.
Es ist immer wieder interessant für mich, dass Frauen in diesen Ansichten immer nur die Fremdbestimmten sind. Die Gesellschaft will, und sie machen. Eine eigene Agenda in der Hinsicht, dass sie bestimmte CareArbeit einfach selbst erledigen will und nicht so gut loslassen kann wie die Männer kommt da nicht vor.
SPIEGEL: Aber der Tag hat nun mal nur 24 Stunden.
Zykunov: Das ist das Problem: Deshalb wartet am Ende der Karriereleiter, und nicht nur dort, für viele Frauen nur der Burn-out. Das mit den Frauen und der Karriere will unsere Gesellschaft nur auf dem Papier. Aber tief in uns wollen wir weiterhin diese antiquierten Rollenmodelle, besonders in Deutschland.
Auch hier wieder: Das Frauen Teil der Gesellschaft sind geht dabei irgendwie unter. Die Frauen wollen zu einem großen Teil die „Antiquierten Rollenmodelle“. Sie steuern ganz wesentlich wer welche Arbeit macht und machen darf.
SPIEGEL: Gender Pay Gap und Gender Care Gap sind glücklicherweise einigermaßen bekannt. Weniger bekannt sind die Zahlen zum Gender Health Gap.
Zykunov: Mir fehlten die Worte, als ich dazu recherchierte. Frauen haben ein um 32 Prozent höheres Risiko, auf dem OP-Tisch zu sterben, wenn sie von einem männlichen Chirurgen operiert werden. Aber rund 77 Prozent aller Chirurgen sind männlich. Das ist ja lebensgefährlich! Ich habe ehrlich gesagt keinen Bock auf eine Chefarztbehandlung, ich will eine Zusatzversicherung für eine Chefärztinnen-Behandlung.
Question What is the association of surgeon and patient sex concordance with postoperative outcomes?
Findings In this population-based cohort study of 1 320 108 patients treated by 2937 surgeons, sex discordance between surgeon and patient was associated with a small but statistically significant increased likelihood of adverse postoperative outcomes. This was driven by worse outcomes for female patients treated by male physicians without a corresponding association among male patients treated by female physicians.
Meaning This study found that sex discordance between surgeons and patients (particularly male surgeons and female patients) may contribute to worse surgical outcomes.
Abstract
Importance Surgeon sex is associated with differential postoperative outcomes, though the mechanism remains unclear. Sex concordance of surgeons and patients may represent a potential mechanism, given prior associations with physician-patient relationships.
Objective To examine the association between surgeon-patient sex discordance and postoperative outcomes.
Design, Setting, and Participants In this population-based, retrospective cohort study, adult patients 18 years and older undergoing one of 21 common elective or emergent surgical procedures in Ontario, Canada, from 2007 to 2019 were analyzed. Data were analyzed from November 2020 to March 2021.
Exposures Surgeon-patient sex concordance (male surgeon with male patient, female surgeon with female patient) or discordance (male surgeon with female patient, female surgeon with male patient), operationalized as a binary (discordant vs concordant) and 4-level categorical variable.
Main Outcomes and Measures Adverse postoperative outcome, defined as death, readmission, or complication within 30-day following surgery. Secondary outcomes assessed each of these metrics individually. Generalized estimating equations with clustering at the level of the surgical procedure were used to account for differences between procedures, and subgroup analyses were performed according to procedure, patient, surgeon, and hospital characteristics.
Results Among 1 320 108 patients treated by 2937 surgeons, 602 560 patients were sex concordant with their surgeon (male surgeon with male patient, 509 634; female surgeon with female patient, 92 926) while 717 548 were sex discordant (male surgeon with female patient, 667 279; female surgeon with male patient, 50 269). A total of 189 390 patients (14.9%) experienced 1 or more adverse postoperative outcomes. Sex discordance between surgeon and patient was associated with a significant increased likelihood of composite adverse postoperative outcomes (adjusted odds ratio [aOR], 1.07; 95% CI, 1.04-1.09), as well as death (aOR, 1.07; 95% CI, 1.02-1.13), and complications (aOR, 1.09; 95% CI, 1.07-1.11) but not readmission (aOR, 1.02; 95% CI, 0.98-1.07). While associations were consistent across most subgroups, patient sex significantly modified this association, with worse outcomes for female patients treated by male surgeons (compared with female patients treated by female surgeons: aOR, 1.15; 95% CI, 1.10-1.20) but not male patients treated by female surgeons (compared with male patients treated by male surgeons: aOR, 0.99; 95% CI, 0.95-1.03) (P for interaction = .004).
Conclusions and Relevance In this study, sex discordance between surgeons and patients negatively affected outcomes following common procedures. Subgroup analyses demonstrate that this is driven by worse outcomes among female patients treated by male surgeons. Further work should seek to understand the underlying mechanism.
Die Begründung, die ich auch direkt vermutet habe, wird auch in der Studie angesprochen:
female surgeons in both relevant dyads were younger and had lower annual surgical volumes than male surgeons. Similarly, female surgeons treated younger patients with less comorbidity than male surgeons. (…)
Second, while we specifically accounted for the procedure performed (as defined by billing codes) in our GEE, as granular metrics of case complexity were not available, it is possible that, within each procedure examined, male surgeons may perform more complex or high-risk cases. This would contribute to unmeasured confounding. However, a stratified analysis by case complexity did not show heterogeneity of effect, and there is not an underlying rationale to support that male surgeons are more likely to perform a more complex subset of each procedure.
Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass die erfahrensten Ärzte die sehr schwierigen Operationen mit hohem Risiko durchführen. Das sind anscheinend eher die Männer. Es wäre auch interessant, ob diese vielleicht ungünstigere Schichten haben, etwa Notarzt am Wochenende mit betrunkenen Autounfällen etc gegenüber geplanter Operation.
SPIEGEL: Eine weitere Zahl, die mich überraschte: 90 Prozent aller Wikipedianer sind männlich.
Zykunov: Das ist völlig verrückt, oder? Selbst dort, wo man keine Karriereleiter erklimmen muss, um etwas zu schreiben, selbst in dieser digitalen Grassroots-Bewegung sind die Männer so krass dominant.
Eigentlich sollte ihr das etwas zeigen, gerade in Bezug auf die Wikipedia. Denn da kann ja nun wirklich jeder mitmachen. Vielleicht bringen sich einfach Männer lieber auf diese Weise ein, vielleicht aufgrund des Dinge-Personen Unterschiedes, aber auch, weil sie gerne Sachdiskussionen führen etc.
Es ist überall dasselbe, egal, wohin man guckt. 72 Prozent der Lehrstuhlinhaber an den Unis sind männlich. 87 Prozent der Chefredakteure von Lokalzeitungen sind männlich. 90 Prozent aller Bürgermeister in Deutschland sind männlich! Schauen wir in die Schulen: Wer macht die Lehrpläne, wer sitzt in den Kultusministerien? Männer in der Überzahl. Da verwundert es nicht, dass sich nichts ändert. Ich wünschte, dass alle in der Bevölkerung das Patriarchatsgame einmal durchspielen und verstehen, wie diese Prozesse ineinandergreifen.
Vielleicht sollte sie das selbst verstehen. Es ist eigentlich gar nicht so kompliziert, aber die Antwort ist vermutlich eine, die ihr schlicht nicht gefallen würde.
SPIEGEL: Aber wo soll man eingreifen, damit die Rädchen sich nicht immer weiterdrehen?
Zykunov: Wir brauchen Quoten in allen Bereichen: Politik, Uni, Stadtplanung, Medien, Wirtschaft, Forschung – überall. Nur so kann sich etwas ändern.
Da ist es wieder: Nicht: „Wir Frauen müssen besser werden und andere Prioritäten stzen“. Nein, Quoten sollen es regeln. Und zwar überall.
SPIEGEL: Und was sagen wir all den Günthers und Stefans in den Vorstandsetagen, die sagen, dass es ja wohl nach Qualität und nicht nach Geschlecht gehen muss?
Zykunov: Ja, Günther, es sollte nach Qualität gehen und nicht nach Geschlecht. Aber aktuell geht es doch nach Geschlecht! Es gibt längst eine Quote: eine Männerquote. Wir brauchen im Übrigen nicht nur eine Frauenquote, sondern auch eine Diversitäts- oder Gerechtigkeitsquote, um alle marginalisierten Gruppen unserer Gesellschaft abzubilden, alle Bedürfnisse und Lebenswelten. Und nein, wir werden damit nicht Frauen bevorzugen, sondern nur der längst existierenden Bevorzugung der Männer endlich etwas entgegensetzen.
„Es gibt längst eine Männerquote“ ist wirklich Blödsinn. Ich glaube aber tatsächlich, dass ich da noch keinen besonderen Artikel zu habe. Erstaunlich eigentlich.
Wer in den Kommentaren eine gute Widerlegung schreiben will, es würde mich freuen.
SPIEGEL: Haben Sie bei der Recherche nicht manchmal vor Wut in die Tischkante gebissen?
Zykunov: Na klar. Und ich sage allen Frauen: Bitte werdet wütend! Wir brauchen Wut und Empörung! Erst dadurch wird das Thema gesehen. Wut ist eine Charaktereigenschaft, die Frauen über Jahrhunderte abtrainiert wurde. Was übrigens auch eine Ungerechtigkeit ist: Männer dürfen wütend werden, dafür werden sie respektiert und ernst genommen, das ist durchsetzungsstark. Wenn Frauen wütend werden, sind sie zickig, unausstehlich, haben Haare auf den Zähnen.
Frauen haben eine höhere „Agreeableness“. Man darf vermuten, dass ein nicht geringer Teil davon schlicht ein biologischer Geschlechterunterschied ist.
Aber „es ist ihnen abtrainiert worden“ klingt natürlich besser.
SPIEGEL: Was können wir tun, um die Wut in etwas Produktives zu verwandeln?
Zykunov: Wut kann dazu antreiben, erst im Privaten mit dem Partner zu streiten, dann im Job, in der Kommunalpolitik, auf allen Ebenen.
SPIEGEL: Heißt das, dass Frauen mehr so werden sollen wie Männer? Mal ordentlich auf den Tisch hauen?
Zykunov: So war das nicht gemeint. Das hieße ja, dass die Frauen verantwortlich sind. Sie sind selbst schuld am Gender Pay Gap, wenn sie nicht richtig ums Gehalt verhandeln. Dabei zeigen Studien, dass Frauen, die aggressiv verhandeln, trotzdem abgestraft werden, weil sie sich nicht verhalten wie eine Frau. Die Probleme lassen sich nicht auf individueller Ebene lösen, sondern nur auf struktureller. Das System ist kaputt – nicht wir Frauen!
Ach was für ein wundervoller Satz: „Das hieße ja, dass die Frauen verantwortlich sind“. Und das darf niemals, niemals sein. Siehe dazu auch:
Frauen wird zwar etwas abtrainiert, aber sie sollen auch anscheinend dieses abtrainieren nicht aufgeben.
SPIEGEL: Das klingt alles sehr fatalistisch. Gibt es denn gar keinen Lichtblick?
Zykunov: Ich glaube an die nächsten Generationen. Es macht mir Hoffnung, dass Kinder ihre Lehrkräfte korrigieren, wenn sie stereotypische Sätze sagen wie: »Ich brauche mal sechs starke Jungs zum Tragen.« Aber klar ist auch: Es wird nicht ohne ein Aufbäumen gegen das Patriarchat gehen. Denn mehr Gleichberechtigung bedeutet für viele Menschen, dass sie Macht und Geld abgeben müssen. Das machen diese Menschen nicht freiwillig.
Wenn sie sich da mal nicht zu sicher ist. Beim einmaligen Tragen nicht zu schwerer Sachen mag das durchaus der Fall sein. Aber im Bereich beständigen Körperkrafteinsatzes werden die meisten Frauen das gerne an die Männer abgeben.
SPIEGEL: Es reicht wahrscheinlich nicht, wenn wir Frauen uns mit unseren Töchtern auf den Weg machen, all die patriarchalischen Strukturen abzubauen, oder?
Zykunov: Es geht nicht ohne die Männer. Wir müssen sie überzeugen. Deshalb ist es so wichtig, all die Fakten öffentlich zu machen. Männer müssen verstehen, dass Gleichstellung keine Frauenaufgabe ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche. Und das ist das Schwierige. Wir müssen den Männern etwas anbieten dafür, dass wir das patriarchale System abschaffen. Es reicht nicht, wenn sie dann Disney-Serien mit ihrem Sohn gucken und dabei weinen dürfen oder auf Teilzeit reduzieren dürfen, ohne schief angeguckt zu werden.
Die „Fakten“. Vielleicht müssten sie sich dann mal auf eine echte Diskussion über die Fakten einlassen. Ein Großteil sind nämlich leider gar keine Fakten.
Und auch der Satz „Es geht nicht ohne die Männer. “ ist eigentlich noch einmal einen eigenen Artikel wert. Warum sollte es nicht ohne die Männer gehen? Geht einfach in die direkte Konkurrenz, stürzt euch genauso in den Job, sucht euch Männer, die die Kinder betreuen und behandelt sie so, dass sie das auch machen wollen.
Oder wählt eben Frauen in die Parlamente und erzwingt einen Wandel.
SPIEGEL: Was brauchen die Männer dann?
Zykunov: Finanzielle Anreize. Die Vorteile, die Männer durchs Patriarchat haben, sind größer als die Nachteile. Deshalb brauchen sie finanzielle Anreize, um sich mehr an Care-Arbeit zu beteiligen. Also beispielsweise 100 Prozent Gehaltsweiterzahlung beim Elterngeld, damit Frauen nicht mehr automatisch in Altersarmut rutschen, wenn sie sich um die Familie kümmern und Männer nicht mehr sagen können: »Ich kann nicht reduzieren, da verliere ich ja Geld.« Auch wenn es zugespitzt klingt: Freiwillig und ohne Anreize werden die männlichen Entscheider das Feld nicht räumen.
Faszinierend. Was will sie denn einem „Männlichen Entscheider“, sagen wir mal einem CEO eines Weltunternehmens an finanziellen Anreizen bieten, wenn er eine Frau nach oben lässt? Wollen sie ernsthaft den Konzern überbieten?Und Geld ist natürlich nicht alles. Viele dort machen es nicht wegen des Geldes, sondern weil sie Workaholics sind, die die Anspannung und die Herausforderung brauchen.
ich habe ein Buch geschrieben, das ohne diesen Blog hier so nicht zustande gekommen wäre
Hier seine Vorstellung:
Sowohl hier als auch in der Kurzbeschreibung zu „Frieren in der Hölle“ stieß ich auf ein Problem: Ich will nicht nur wenig, ich will gar nichts spoilern. So ganz kann ich diese Paradigma aber nicht einhalten.
Das Härteste zuerst: Der Roman behandelt mit das Schlimmste, das einem Vater widerfahren kann: Die Falschbezichtigung des sexuellen Missbrauchs im Trennungskrieg. Gleich aber, um nicht allzu viele Leser abzuschrecken: Es gibt ein Happy End – zumindest teilweise.
Damit ist bereits klar: Es handelt sich um einen feminismuskritischen Roman in der Hinsicht, dass der dominierende Feminismus nichts gegen solch brutalstmöglichen
Vorgänge unternimmt, sondern eher noch fördert. Es ist Jahrzehnte her, dass ich auf auf „Die vaterlose Gesellschaft“ von Matussek aufmerksam wurde, und dennoch hat sich kaum was geändert.
Erst kürzlich schafften es Feministen, durchzusetzen, dass der Vorwurf der Gewalt – und jeder weiß, dass dabei immer nur von einer Richtung ausgegangen wird – ausreicht, um das Sorgerecht zu verlieren. Eine Einladung an jede Mutter, einen solchen Vorwurf zu erheben, will sie den Kindsvater ausgrenzen.
Das angesprochene Happy End aber findet sich nicht in dieser, in unserer Welt. Die Erzählung ist ein Science-Fiction- als auch Fantasyroman – „Fantasy“, wenn man religiöse Überzeugungen darunter ablegt. Nur in einem unrealistischen Szenario findet ein solcher Trennungsvater schließlich Gerechtigkeit.
Ich schließe mit einer Leseprobe:
«Das ist doch keine Abwertung, wenn ich dich Süßer nenne. Damit drücke ich nur meine Zuneigung aus … Süßer!» Hans, den Josef zufällig auf dem Jugendamt kennengelernt und der ihm seine Hilfe angeboten hatte, grinste spitzbübisch. Er war jetzt Josefs einziger Freund. Die gemeinsamen Freunde der jetzt zerbrochenen Familie waren in Wirklichkeit Antjes Freunde gewesen. Antje hatte die sozialen Kontakte aufgebaut, während Josef immer arbeiten war. «Hm», machte Josef. Hans war schwul, das hatte ihm seine Exfrau übel genommen, als er sich schließlich entschlossen hatte, sich nicht länger zu verleugnen. Er hatte seine Scheidungskämpfe bereits ausgefochten und Josef erhoffte sich von ihm wertvolle Tipps für die anstehenden Verhandlungen vor Gericht. Deshalb saß er jetzt hier in diesem Café. Hans machte keinen Hehl aus seiner Natur, kleidete und gab sich so, als sei er die personifizierte Gestalt aller Vorurteile, die man so über Schwule haben konnte. Aber offenkundig fühlte er sich pudelwohl damit. […] Hans seufzte. «Okay, aber jetzt zu dem, warum wir hier sind. Ich fürchte, ich kann dir nicht helfen. Du wirst verlieren, mit etwas Glück siehst du deine Tochter danach noch alle zwei Wochenenden. Das gemeinsame Sorgerecht kannst du knicken, das wird man dir nehmen.» Josef guckte verdattert drein. «Warum? Ich bin doch kein Monster, warum sollte ich das Sorgerecht verlieren?» Hans blickte zur Seite. «Wie ich das hasse. Ich wünschte, ich könnte dir bessere Nachrichten überbringen, aber: Du bist am Arsch.» Josef verstand nicht. «Warum, was meinst du?» Hans lehnte sich zurück. «Also –» Er unterbrach sich und setzte noch einmal neu an: «Also, die im Jugendamt werden deiner Exfrau – Antje, richtig?» «Ja.» «Die werden Antje raten, oder haben es schon gemacht, das alleinige Sorgerecht zu beantragen, weil sie sonst zu viele Scherereien hat. Und deine Richterin, diese Lickenmall, ist bekennende Feministin, die sagte mal auf einer Frauentagung, sie verfolge … Wie sagte sie noch? Ach ja: eine offensive Parteilichkeit für Frauen. Die Gutachterin, die Cecilias Beziehung zu dir beurteilen soll, ist kein bisschen besser. Du sagst, du hast eine gute Verbindung zu deiner Tochter und das glaube ich dir auch, aber bei dieser Gutachterin … Da wird nur rauskommen, dass Cecilia fürchterlich unter dir leidet. Für die sind alle Väter Täter. Und damit hat die Lickenmall jeden Vorwand, den sie braucht, um dich aus dem Leben deiner Tochter rauszuwerfen. Außerdem ist sie mit der gegnerischen Anwältin, Frau Streser, per Du. Gott persönlich könnte dich als den besten Vater der Welt bezeugen, du würdest trotzdem verlieren.» […] Hans legte eine Hand auf Josefs Schulter. «Die meisten Väter verlieren vor dem Familiengericht jeden Glauben an den Rechtsstaat. Väter sind in Altdeutschland einfach nichts wert, die werden durch den Fleischwolf gedreht. Die sollen den Unterhalt überweisen und ansonsten still sein. Es ist ein Spiel mit gezinkten Karten. Du hast auf vielleicht fünfzehn Prozent davon Einfluss, der Rest steht schon lange vor der Verhandlung fest.» Josef klammerte sich an diesen Hoffnungsschimmer wie der Ertrinkende an den berühmten Strohhalm. «Und diese fünfzehn Prozent … Was wären die?» «Also, als Erstes, sprich niemals schlecht über die Kindsmutter, egal, welche Lügen sie über dich erzählt. Sie darf das, du nicht. Wenn du sie wegen irgendwas kritisierst, wird das sofort so ausgelegt, als wolltest du sie schlechtmachen. Bleib immer ruhig, keine groben Worte, nicht laut werden. Aber eigentlich ist das sowieso egal, wenn sie sich streitsüchtig zeigt.» «Warum?» «Wenn die Eltern nicht kooperationswillig sind, also zerstritten, dann ist keine gemeinsame Sorge möglich, so die Gerichte. Und dann bekommt die Mutter das alleinige Sorgerecht. Wenn du streitest, verlierst du, streitet sie, verlierst du auch. Du kannst von Glück reden, wenn sie nicht behauptet, du hättest Cecili misshandelt.»
Josefs Fenster der Hoffnung schloss sich unnachgiebig, als er seine Situation realisierte. «Aber ich muss doch irgendwas machen können.» Hans schüttelte den Kopf. «Du kannst einen Ordner anlegen mit allen Dokumenten über die Verhandlungen. So kannst du beweisen, dass du um Cecilia gekämpft und sie nicht im Stich gelassen hast, wenn sie irgendwann mal ihren Weg zu dir finden sollte.»
Das war also alles, was Josef als Vater machen konnte: seine eigene Machtlosigkeit dokumentieren.
Ein Taschenbuch ist auch in Bälde bestellbar. Wenn es dir gefällt,
wäre eine Rezension und Mund-zu-Mund-Propaganda hilfreich.
Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant.
Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.
Christian, es ist auch das Gesamtbild deines Blogs, was zu bestimmten Praemissen einlaedt, wenn man einen deiner Artikel liest.
Ich begrüße immer Kritik oder auch Einsichten in meinen Blog.
Zum einen machst du dich ueber jeden frisch geruehrten Ratteneintopf aus der feministischen Giftkueche her, mit meist rationalen Argumenten und verstehst m.A. nicht, warum die den geschrieben haben. Mit Rationalitaet haben die gar nichts zu tun. Fuer die ist das emotionale Eingleisung, so wie das sonntaegliche Kirchgehen. Diese Kritk ist so nutzlos, als wenn sich ein Moslem ueber die Syntax des Vaterunser aufregt.
Oh, ich habe auch Artikel darüber, dass es eine Religion ist und das sie zu fanatisch sind um auf Kritik rational zu reagieren. Ich schreibe ja nicht in der Hoffnung Feministinnen zu bekehren, sondern in der Hoffnung den entsprechenden Fehler bzw die Systematik und das Fanatische dem Leser aufzuzeigen und natürlich auch für mich selbst. Gerade in Diskussionen lernt man aus meiner Sicht am meisten und ich habe hier schon viel aus Kommentaren gelernt.
Zum anderen ist die Dichotomie nicht mehr nachvollziehbar, dass du nach Eigenbeschreibung einen sehr konservativen Lebensstil hast, aber ums Verrecken so halb-links sein willst. Deine Bereitschaft immer wieder zu argumentieren, dass in dem feministischen Geschwaetz ja doch ein Fitzelchen rationale Wahrheit stecken koennte ist enervierend fuer manche Leser.
Ich glaube der Eindruck entsteht zum einen, weil ich nicht links, sondern liberal (im deutschen Sinne) bin. Ich gebe Leuten nicht vor, wie sie zu leben haben und möchte nicht die Geschlechter zu echten Männern oder echten Frauen erziehen. Jeder soll grundsätzlich so leben können wie er will. Das mag für einige radikale schon eine Meinung sein, die konservativen Ansichten entgegensteht. Und das mag auch durchaus sein, nur ordnet mich das nicht in das gegenwärtige linke Lager ein.
Ich lebe nicht „konservativ“, weil ich meine, dass es der richtige Weg ist, sondern weil es für mich und meine Familie aus vielen Gründen passt. Ich gestehe jedem zu eine „Rollenumkehr“ zu machen und es anders zu gestalten, wenn es für die beiden besser passt.
Das ist für mich sogar die Lehre aus den biologischen Theorien zu den Geschlechterrollen: Wenn die Geschlechterrollen stark mit pränatalen Testosteron zusammenhängen, dann wäre es sinnlos von jemanden, der sich in eine Rolle nicht wohlfühlt, weil er eben einen anderen präntatalen Testosteronspiegel hatte als für sein Geschlecht üblich, in eine Geschlechterrolle zu zwingen.
Ich lehne viele konservative Vorstellungen und erst recht rechte Positionen ab. Andere, die eher von konservativen Seiten vertreten werden finde ich auch gut. Und auch von den eher im linken Bereich vertretene Positionen finde ich einige gut, gerade wenn sie einen liberalen Bereich betreffen.
Ich schrieb in dem Artikel zur Schulforscherin Hannover
Hannover: Wenn man Kinder frei gewähren lässt, reproduzieren sie von sich aus Geschlechtsstereotype. Es reicht deshalb nicht, Kinder einfach machen zu lassen. Im Kita-Alltag ist es oft so, dass die Jungs draußen Fußball spielen, während die Erzieherin mit den Mädchen drinnen ein Buch liest. Sie könnte die Jungen stattdessen bewusst zum Lesen und die Mädchen zum Kicken einladen.
Ich: Da spricht auch nichts gegen. Allerdings werden die Kinder eben auch das machen wollen, was ihnen Spass macht und rough and tumble Play ist zB etwas was Jungs im Schnitt mehr Spass macht als Mädchen.
Erläuternd dazu: Männer und Frauen unterscheiden sich erst einmal nicht absolut, sondern im Schnitt. Es gibt demnach ein paar Mädchen, die mehr in Richtung Jungs gehen als die anderen Mädchen und umgekehrt. Und sie hat es hier ja ausdrücklich sehr weich formuliert: Die Kinder sollen eingeladen werden. Das habe ich so verstanden, dass die Kinder Gelegenheit bekommen, auch die andere Tätigkeit durchzuführen, wenn sie es wollen. Und da spricht für mich in der Tat nichts gegen. Zumal ein Buch vorgelesen zu bekommen ja auch nichts ist, was nur Mädchen mögen. Eher wird das eine Frage des Buches sein, aber gerade im Kindergarten ist das denke ich auch sehr relativ. Und das Mädchen mit Fußball spielen halte ich jetzt auch nicht für so dramatisch. Eine meiner Nichten zB spielt auch in einer Mannschaft und geht liebend gern mit ihrem Vater zu Fußballspielen. Wobei man die auch nicht auffordern müsste.
Kommentator Shitlord schrieb darauf:
Doch, Christian. Das offensichtlich katastrophale Ergebnis spricht da dagegen. Der ganze Artikel ist nicht nur ein großer, offensichtlicher Haufen Körner, den zwei blinde Hühner anschauen und aus Ideologischen Gründen zu verdrängen versuchen; nein – Du machst da auch noch mit.
Vielleicht hat er da meinen Satz einfach in den falschen Hals bekommen oder anders verstanden, aber ich habe hier schon immer vertreten, dass es Unterschiede im Schnitt gibt und diese meisten innerhalb der Geschlechter eine gewisse Normalverteilung bilden. Die Unterschiede in den Abweichungen vom Mittelwert sind glaube ich bei Spielverhalten sehr groß, aber es gibt natürlich Überschneidungen der Träger und gerade Vorlesen ist auch keine ausschließlich männliche Sache. Ebenso wenig wie Fußballspielen im Alter von ja dann auch nur bis ca. 6
Und dann verschwenden Männer hier ihre Zeit mit der x-zigsten Referenz von Studien zu frei behauptetem Quatsch, obwohl das Nicht-Funktionieren der Grundannahme bereits von den beiden Hühnern (natürlich vollkommen Verständnisfrei) widerlegt ist, und dann hören wir auf deren nächste Traumschlösser, als schlicht und einfach und nach mehreren Generationen empirischer Überprüfung einfach mal auf die einzig logische Konsequenz der gesammelten, empirischen Erkenntnis zu kommen: Frauen sind keine Männer, und können auch nicht alles so gut wie Männer. Im Gegenteil,Frauen können herzlich wenig, und das kann Männern vollkommen egal sein, weil sie das weder interessiert, noch sollte es sie interessieren, und das muss es auch nicht, weil die Frauen das von alleine machen, wenn man sie lässt.
Da gilt mal wieder der alte Grundsatz, dass die Unterschiede innerhalb der Gruppe größer sind als die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Natürlich gibt es in vielen Fachbereichen hochkompetente Frauen und weniger kompetente Männer. Frauen mögen insgesamt weniger Gewicht auf Karriere legen, aber das bedeutet nicht, dass sie ihren Job per se nicht gut machen. Eine so generelle Aussage macht daher für mich keinen Sinn.
Die neueste Ausrede ist offenbar „Sozialverhalten“. Wo die Mädchen ja sich adäquater in das von Frau Lehrerin gewünschte Kaffeekränzchen einfügen als Jungs, obwohl jeder noch so erwachsene Mann sich lieber in den Kopf schießen würde, als sowas mitzumachen. Aber selbst der im deutschen „Maskulismus“ durchaus zentrale Evochris spielt hier noch White Knight für die „könnte ja was dran sein“ – These, als wären das Männer und das ne vernünftige Meinung.
Habe ich das irgendwo gesagt? Ich sage es noch einmal ausdrücklich: Ich bin gegen Umerziehungsversuche. Aber nicht dagegen, dass Kinder auch mal was anderes ausprobieren oder die Gelegenheit bekommen sich selbst zu entscheiden. Natürlich: Das kann ein sehr schmaler Grad sein und gerade Aktivistinnen werden sagen, dass sie nur einladen aber vielleicht deutlich mehr tun. Das ist eine Gefahr, aber sie gleich absolut zu unterstellen bringt auch wenig.
Das Sozialverhalten kann natürlich auch Einfluss haben und das ist ja auch nichts neues. Viele Mädchen sind braver im Schnitt als Jungen. Das war schon zu meinen Schulzeiten gut zu beobachten und ist insoweit nichts neues. Es ist auch menschlich die braveren Schüler, die eher zuhören und weniger stören und dann auch noch brav die Hausaufgaben machen einmal für besser zu halten und vielleicht sind sie sogar besser, eben weil sie sich anders konzentrieren. Was nicht bedeutet, dass man sich da nicht überlegen muss, wie man den Unterricht so gestaltet, dass Jungs ihn auch folgen wollen etc
Das macht nur Dich selbst, Christian, und viele weitere Kommentatoren hier zu einem weiteren Evidenzpunkt dafür, dass der feministisch-ideologische Indoktrinationsschwachsinn („Darauf müssen wir junge Frauen aufmerksam machen“) ein ebensolcher ist. Dein junges Fräulein Schmidt kommt/kam doch auch gerade in die Schule – freu Dich mal ganz arg auf die Eltern-Whatsapp-Gruppe. Ich weiß schon, warum ich keine Kinder wollte; ich bin da quasi prophetisch.
Da bin ich tatsächlich gespannt. Ich bin momentan schon in zwei Kindergarten-Whattsapp Gurppen, aber die haben bisher eigentlich nur einen größeren Streit, der auch nicht lange anhielt (aber immerhin dazu führte, dass ein Kind samt Mutter den Kindergarten wechselte). Mal sehen wie es in der Schule wird.
Und natürlich hoffe ich da auch keine sehr ideologische oder gar linke Lehrerin zu haben, wobei ich die Gefahr in der Grundschule und auch dieser Grundschule noch für sehr gering halte.
Was ich allerdings auch anstrengend finde sind Leute, die bei jedem kleinsten Einwand, dass Mädchen und Jungs nicht jeweils absolut dem Klischee entsprechen müssen und auch Gelegenheit haben sollen sich so zu verhalten, wie sie wollen, gleich die große Genderverschwörung an die Wand malen.
Vielleicht lernst Du dann, „Schwachsinn“ zu sagen, wenn Du ihn siehst. Und nein, das macht Dich nicht unbeliebt. Das bist Du eh schon, wenn das notwendig ist. Du solltest aber am Schmieden Deiner eigenen Kette nicht auch noch mitwirken.
Relativ dramatisch angesichts des Anlasses. In der Tat habe ich schon mal überlegt, was ich mache, wenn ich mal auf eine solche Lehrerin treffe. Gegen „Jede Frau sollte selbständig sein und eine vernünftige Ausbildung haben“ habe ich ganz und gar nichts, das würde ich unterstützen. Toxische Männlichkeit etc wären dann schon wieder ganz andere Ansätze, da hätte ich etwas gegen.