Die Vorstellung im Islam, wie das Paradies aussieht ist interessant:
Hier eine kurze Zusammenfassung aus der englischen Wikipedia:
Das Leben nach dem Tod (akhirah) ist das Hauptthema dieses Kapitels. In Anknüpfung an das vorangegangene Kapitel Ar-Rahman, in dem die Belohnungen des Paradieses (jannah) erörtert werden, werden sie auch in diesem Kapitel erwähnt und dann der Bestrafung in der Hölle gegenübergestellt.
Das Kapitel unterscheidet auch die drei Klassen von Menschen im Jenseits,
- „die Ersten“,
- „die Gefährten der Rechten“ und
- „die Gefährten der Linken“:
Die ersten beiden Gruppen werden ins Paradies eingehen, während die Gefährten der Linken in die Hölle gehen werden. Hier wird „die Rechte“ mit dem Guten assoziiert, die Gerechten werden zur Rechten von Gottes Thron sitzen und ihre Aufzeichnungen über ihre Taten in ihrer rechten Hand halten.Die „Ersten“ beziehen sich auf eine besondere Gruppe von Menschen, die im Jenseits ein noch besseres Schicksal haben werden als die Gefährten der Rechten. Die Korankommentatoren sind sich nicht einig darüber, wer die Ersten sind. Sie identifizieren die Ersten mit den Propheten, den Heiligen, den Wahrhaftigen, den Märtyrern, den ersten, die den Islam angenommen haben, und anderen.
Eigentlich gar keine schlechte Idee, die Sonderanreize gib:
Die Guten kommen ins Paradies, die Schlechten in die Hölle. Soweit so klassisch. Allerdings gibt es eben noch die „Early Subscribers“ und die besonders verdienten. Damit kann man Leute anhalten früh dem Glauben beizutreten und sich so einen Platz zu sichern bzw besonders gute Taten zu begeben (Gut in Hinblick auf die jeweiligen Gebote der Religion, darunter fallen nach bestimmten Auslegungen eben auch Selbstmordattentäter)
Damit grenzt es sich etwas ab von der Vorstellung des Christentums, dass eher auf eine breite Wirkung setzt, nicht der besondere kann ins Paradies kommen, sondern jeder, auch der Sünder, wenn er nur Buße tut und zu Gott findet.
Aus dem Koran:
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
Wenn das unvermeidliche Geschehnis eintrifft – es gibt nichts, das sein Eintreffen verhindern könnte –, wird es (einige) erniedrigen und (andere) erhöhen.
Wenn die Erde heftig erschüttert wird, und die Berge zerschmettert werden, so dass sie zu zerstreutem Staub verkommen, werdet ihr in drei Gruppen eingeteilt:
Die Gefährten der Rechten – was wird mit den Gefährten der Rechten sein?
Und die Gefährten der Linken – was wird mit den Gefährten der Linken sein?
Die (durch gute Taten) Vorangehenden werden die Ersten sein. Sie sind diejenigen, die Allah nahestehen. In den Gärten der Wonne (werden sie verweilen). Eine Vielzahl der ersten Generationen, und eine kleine Anzahl der letzten Generationen. Auf durchwobenen Liegen (aus Gold) werden sie einander gegenüber(sitzen). Unter ihnen werden ewig junge Diener umhergehen mit Trinkschalen, Krügen und einem Becher, gefüllt aus einem fliessenden Quell – (ein Getränk,) das weder Kopfschmerzen noch Benommenheit verursacht –, und mit Früchten, die sie sich wünschen, sowie Fleisch von Vögeln, nach dem sie verlangen (können). Und holdselige Frauen mit grossen, schönen Augen, werden ihnen zur Seite stehen, gleich wohlverwahrten Perlen, als Belohnung für das, was sie zu tun pflegten. Dort werden sie weder leeres Gerede noch sündhafte Rede hören, sondern nur den Ruf: „Salâm [Friede], Salâm [Friede].“
Und die Gefährten der Rechten – was wird mit den Gefährten der Rechten sein? (Sie werden) unter dornlosen Lotusbäumen (verweilen,) (umgeben) von dicht geschichteten Bananenstauden, unter ausgedehntem Schatten, (neben) fliessendem Wasser, und einer grossen Vielfalt an Früchten, die niemals ausgehen und nicht verwehrt sind. Und (sie werden) auf hohen Liegen (ruhen), (an der Seite von Frauen des Paradieses,) die Wir auf einzigartige Weise erschaffen haben – (alle) unberührt, liebevoll und gleichaltrig –, für die Gefährten der Rechten. Eine Vielzahl der ersten Generationen, und eine Vielzahl der letzten Generationen.
Und die Gefährten der Linken – was wird mit den Gefährten der Linken sein? Sie werden inmitten von glühenden Winden und siedend heissem Wasser sein, und im Schatten von schwarzem Rauch, der weder erfrischend ist noch Linderung bringt. Zuvor lebten sie in Üppigkeit, und verharrten in der grossen Sünde (des Unglaubens). Sie sagten: „Wenn wir gestorben und zu Staub und Knochen geworden sind, sollen wir dann wirklich auferweckt werden, (wir) und unsere Vorfahren?“ Sprich: „Wahrlich, (sowohl) die früheren als auch die späteren (Generationen) werden zur festgesetzten Zeit eines bekannten Tages versammelt. Dann, ihr irregeführten Leugner, werdet ihr sicherlich vom Baum Zaqqum essen und eure Bäuche damit füllen; darüber hinaus werdet ihr siedendes Wasser trinken, (und) ihr werdet trinken, wie durstige Kamele (es tun). Das wird eure Bewirtung am Tag des Gerichts sein.“
Während der Koran materiellere Details des Paradieses betont (wie Essen, Trinken und Begleitung durch Huris), liegt der Schwerpunkt in der Bibel auf der Beziehung zu Gott und der Abwesenheit von Sünde und Tod. Ich meine es fehlen entsprechende Schilderungen, wenn ich auch fest davon ausgehe, dass in damaligen Predigten auch kein Hunger etc versprochen wurde.
Ich glaube die Schilderungen oben, die sich gerade an Männer richten, passen gut zu einer Religion, die in ihrer Entstehungsgeschichte bereits Krieg führte und das zu einer Zeit, als man eben auch Sklaven halten konnte und Vielehe zulässig war.
Das Christentum wandte sich insofern vielleicht eher an den normalen Bürger, der verheiratet war und Kinder hatte, da wäre ein Verweis auf die Hurien im Paradies wahrscheinlich nicht so gut angekommen.
Der Islam hingegen musste ja auch gerade kämpfende Singles überzeugen, da ist es besser, wenn im Paradies Frauen auf einen Warten, gerade für die, die sich um die Sache besonders verdient machen (und für sie sterben).
Es gab aber, weil man ja auch Frauen und der normalen Bevölkerung eine Religion verkaufen musste auch dort etwas mehr auf diese ausgerichtete Passagen:
Sure 4:124:
„Diejenigen aber, die rechtschaffen handeln, sei es Mann oder Frau, und gläubig sind, werden ins Paradies eintreten, und ihnen wird nicht um ein Härchen Unrecht zugefügt werden.“
Sure 33:35:
„Die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, die gehorsamen Männer und die gehorsamen Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen … Gott hat ihnen Vergebung und großartigen Lohn bereitet.“
Sure 52:21:
„Und diejenigen, die glauben und denen ihre Nachkommenschaft im Glauben gefolgt ist – Wir werden sie mit ihrer Nachkommenschaft zusammenführen, und Wir werden ihnen nichts von ihrem Lohn vorenthalten.“
Sure 36:56:
„Sie und ihre Gattinnen befinden sich im Schatten, auf (Ruhe)liegen gestützt.“
Es ist also an alle gedacht. So kann man auf der einen Seite den Leuten ein gutes Leben mit schönen Frauen versprechen und auf der anderen Seite den Leuten ein Leben mit ihren Liebsten.
ChatGPT beantwortete mir noch die Frage, was es für die Frauen sonst so im islamischen Paradies gab:
Die Beschreibung der Huris (himmlische Gefährtinnen) im Koran bezieht sich auf die Freuden, die im Paradies gewährt werden, und ist nicht auf Männer beschränkt. Viele Gelehrte betonen, dass Frauen im Paradies ebenfalls Belohnungen erhalten, die für sie erfüllend und angemessen sind, auch wenn diese nicht so konkret wie die Huris beschrieben werden. Es wird angenommen, dass die Wünsche und Bedürfnisse aller Gläubigen im Paradies, egal ob Mann oder Frau, vollumfänglich erfüllt werden.
Ein bekannter Ausspruch des Propheten Muhammad verdeutlicht dies:
„Im Paradies gibt es Dinge, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und kein Herz eines Menschen erdacht hat.“ (Sahih al-Bukhari)
Das bedeutet, dass die Freuden des Paradieses für beide Geschlechter die Vorstellungskraft übersteigen.
vgl auch:
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