„Die Unschuldsvermutung gilt nicht nur für Männer“

Stokowski weist zu recht darauf hin, dass die Unschuldsvermutung nicht nur für Männer (=richtiger: Nicht nur für Leute, die Sexualstraftaten begangen haben sollen) gilt:

Eine Frau, die öffentlich von Übergriffen erzählt und den Täter benennt, muss damit rechnen, dass ihr nicht geglaubt wird und sie der Lüge bezichtigt wird. »Unschuldsvermutung« ist ein Zauberwort, das alle Erzählungen, die außerhalb des Gerichtssaals stattfinden, zu Staub zerfallen lassen soll. Aber mit der Unschuldsvermutung ist es so eine Sache.

Denn die Unschuldsvermutung gilt auch für Frauen, die Männern Übergriffe vorwerfen. Man muss erst mal davon ausgehen, dass sie nicht lügen: Wer erklärt, dass eine Frau, die von Übergriffen spricht, lügt und das Ansehen dieser Person zerstören will, wirft der Frau mindestens üble Nachrede vor – und das wäre dann auch eine Straftat, die diese Frau begehen würde.

Richtig ist, dass die Unschuldsvermutung für alle Menschen gilt, die einer Straftat beschuldigt werden. Sie gilt insbesondere für den Staat, der immer berücksichtigen muss, dass jemand unschuldig sein kann und das er insbesondere Anspruch auf ein faires Verfahren hat, in dem der Staat ihm seine Schuld beweisen muss und nicht er seine Unschuld.

Wer sagt, dass man den Beschuldigen einer Sexualstraftat nicht vorverurteilen soll, weil eben die Unschuldsvermutung besteht, der muss dann ebenso den Beschuldiger nicht als jemanden, der eine mittelbare Freiheitsberaubung oder eine Verleumduung begehen will, vorverurteilen, weil die Unschuldsvermutung besteht.

Stokowski weiter:

Das bedeutet nicht, dass man jedem Menschen alles glauben muss. Es bedeutet aber, dass mehr Gewalt passiert als Gerichtsurteile bestätigen können und dass man dementsprechend natürlich Meinungen zu Fällen haben darf. Eine solche Meinung kann zum Beispiel sein: Ich neige dazu, Frauen zu glauben. Oder: Ich sehe die Auftritte oder Filme dieser Person inzwischen mit einem schlechten Gefühl. Oder: Ich wünsche mir, dass dieser Fall eines Tages aufgeklärt wird.

Eine Meinung zu haben hat wenig mit der Unschuldsvermutung zu tun. Denn diese gilt erst einmal nur für den Strafprozess, dessen Regeln müssen die Leute für ihre persönliche Meínung zu einem Fall aber nicht gelten lassen. Sie können in der Tat voreingenommen sein, sie können auch die bereits bekannten Fakten bewerten und darüber zu einer Einschätzung des Falls kommen. Sie können auch der Auffassung sein, dass weder eine Straftat vorliegt, noch eine Verleumdung bzw eine mittelbare Freiheitsberaubung, etwa weil der Sachverhalt bereits keine strafbare Handlung hergibt oder der Vorsatz nicht bewiesen werden kann, etwa weil beide eine bestimmte Wahrnehmung des Falls gehabt haben können.

Man wird Leuten, die nicht am strafrechtlichen Verfahren beteiligt sind, auch nicht verbieten können, eher oder immer einem bestimmten Geschlecht glauben zu können, auch wenn das weniger eine Meinung, sondern eher eine ideologische Position ist.

Das Problem ist: Solange keine Namen genannt werden, gibt es eine breite Öffentlichkeit, die bereit ist zu sagen, wie schlimm es ist, dass Frauen immer noch so viel Gewalt erfahren und dass endlich etwas passieren muss. Sobald allerdings Namen von mutmaßlichen Tätern genannt werden, verschiebt sich die Diskussion auf die Frage, ob hier die Karriere eines unschuldigen Mannes zerstört werden soll.

Das eine abstrakte Diskussion etwas anderes ist als eine konkreter Fall ist eigentlich wenig überraschend. Es ist erstaunlich, dass Stokowski den Unterschied nicht versteht.

In einer abstrakten Diskussion über sexuelle Gewalt wird ja nicht bestritten, dass es solche Fälle gibt und das sie für die Betroffenen schlimm sind.

Bei der konkreten Situation muss man aber natürlich die Umstände des jeweiligen Falls bewerten und schauen, ob sie einen überzeugen.

Sie greift da den „Luke Fall“ auf. Interessanterweise führt sie an, dass es da wohl sogar ein Verfahren gegeben hat:

 Ein Presseanwalt ließ später mitteilen, dass es ein Verfahren gab und dass dieses trotz Beschwerde rechtskräftig mangels hinreichenden Tatverdachtes zugunsten des Mannes eingestellt wurde.

Die Schilderung nochmal bei Stokowski:

Im ersten Fall erzählte eine Journalistin und Podcasterin von der Beziehung zu einem Mann, der direkt nach einem Gespräch über ihr Unwohlsein in der Beziehung körperlich übergriffig geworden sei. Er habe sie aufs Bett gedrückt, ihre Hose runtergezogen und angefangen an ihr »rumzuspielen«, bis er aufhörte und sagte, »boah, ich wollt dich jetzt einfach vergewaltigen, aber ich hab’s dann doch nicht gemacht«, woraufhin er eine Panikattacke bekommen hätte – »und dann hatte ich Mitleid mit ihm und hab ihn getröstet«.

Eine Schilderung an anderer Stelle, die ich hier zitiert hatte:

Als sie beide gemeinsam im Bett lagen, habe sie mit ihm darüber gesprochen, wie verletzt sie sei und distanzierte sich von ihm. Genervt davon, habe er zunächst angefangen, sie zu schütteln und kitzeln. Er habe ihren Oberkörper auf das Bett gedrückt, ihr die Hose ausgezogen und angefangen, an ihr “herumzuspielen”, wie sie sagt. “Ich war gerade kurz davor, dich zu vergewaltigen”, habe er demnach zu ihr gesagt und dann von ihr abgelassen. Das sei nur eine von vielen Geschichten, die sie selbst zunächst verdrängt habe.

Da merkt man bei ihr etwas die Belastungstendenzen heraus, denn in der anderen Version leitet er von kitzeln zu sexuellen Kontakt ein, während sie beide in einem Bett liegen, er zieht sie aus, merkt, dass sie keine Lust hat und hört auf, bevor er wirklich begonnen hat. . In dem hier verlinkten Beitrag sagt sie auch noch zu dem rummachen „Ich lag einfach so dar und dachte mir „Ja komm, lass es jetzt einfach über dich ergehen“.Seine Äußerung kann gerade deutlich machen, dass er gemerkt hat, dass sie nicht wollte und das beinahe übersehen hat und darüber erschrocken ist. Es lässt in der Version auch wen man ihre Äußerungen so als wahr übernimmt, einen ganz erheblichen Interpretationsspielraum und soweit ersichtlich sagt sie selbst auch nicht, dass sie vergewaltigt worden ist, sie sagt nicht, dass sie deutlich gemacht hat, dass sie nicht wollte, sie sagt nicht wie ihre Hose ausgezogen wurde etc.

Insofern hat der Artikel von Stokowski schon einen verleumderischen Anteil.

 

 

Selbermach Samstag 336 (17.04.2021)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Ist das männliche Geschlecht erfunden? (Gastartikel)

Dies ist ein Gastartikel von „Alter Freund“

Ich bin kein Freund von Gender, Gendern heißt Spalten, aber sie haben mich mit ihren Argumenten nachdenklich gemacht. Und bin dann zu dem Schluss gekommen, dass nicht das weibliche Geschlecht erfunden wurde, sondern das männliche. Die Begründung ist ganz einfach, alle menschlichen Föten sind zuerst weiblich, die zukünftigen männlichen Föten werden erst im späteren Verlauf transformiert.Genau hier setze ich an mit dem üblichen Argument der sozialen Konstruktion, und sage, dass diese Transformation selbst nur sozial konstruiert ist. Es finden da zwar schon gravierende Veränderungen am „männlichen“ Fötus statt, aber diese Veränderungen rechtfertigen nicht einfach so das Einführen eines neuen Geschlechts „männlich“. Es ist also eine Erfindung der Wissenschaft, nicht der Natur.Nun kann ich mir in etwa vorstellen was Evolutionsbiologen sagen werden, aber ganz egal was sie an Argumenten bringen warum das männliche Geschlecht eben doch real ist, das sind nur Ordnungs-Schemata und Kategorisierungen, die von Menschen erfunden wurden.


In der Elektrotechnik gibt es z.B. die Kenngrösse „j“, die als Wurzel von -1 definiert ist. Mathematisch ist das unmöglich, negative Zahlen können keine Wurzel haben, aber wenn man sich mal darauf einlässt, kann man bestimmte, sehr komplizierte Berechnungen mit der Hilfe von „j“ stark vereinfachen.
Genau das machen die Evolutionsbiologen auch. Sie sagen, dass bestimme Merkmale x,y,z zu der neuen Kategorie „männlich“ zusammengefasst werden. Das erleichtert die Übersicht sehr und man kann die Fortpflanzung viel einfacher erklären. Das Geschlecht „männlich“ existiert aber nicht wirklich, genausowenig wie die Wurzel aus -1.Für Gender bedeuted das, dass eigentlich sämtliche vorgeworfene Verbrechen der „Männer“ in Wahrheit Verbrechen der Frauen sind.


Nicht wir Männer haben die Frauen „unsichtbar“ gemacht, sie haben uns Frauen mit grosser Klitoris unsichtbar gemacht, indem sie uns zu „Männer“ deklarierten.
Nicht wir Männer haben die Frauen verskavt, sie haben uns ausgegerenzt und dann für ihre Zwecke missbraucht, haben uns ausgegrenzte Frauen mit grosser Klitoris zu ihren Nutztieren gemacht.
Nicht wir Männer sind an allem Übel in der Welt schuld, es sind die Frauen. Denn wer ist mehr schuld?
Diejenigen, die willkürlich eine Gruppe von Frauen wegen ihrer grossen Klitoris ausgrenzen, oder diejenigen Frauen, die so ausgegrenzt werden?

Gleichstellungsstiftung und die „Männerquote“

Die Taz berichtet über Ärger bei der Gleichstellungsstiftung:

Die zentralen Aufgaben der Stiftung sollen vor allem durch den Stiftungsrat bestimmt werden, der ausschließlich aus Mitgliedern des Bundestags und der Familienministerin bestehen soll. Zivilgesellschaftliche Organisationen sollen nur beratend im Beirat vertreten sein. Dergestalt aber, schreibt der Juristinnenbund, sei die Stiftung „nicht geeignet, eine von politischen Mehrheiten unabhängige und an fachlichen Kriterien orientierte Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern“ zu sichern.

Klar, die wollen den dauerhaft mit Feministen besetzen und nicht irgendwann CSU oder gar AfD Leute an der Spitze haben.

Auch Barbara Stiegler, Mitglied im Expertinnennetzwerk „Gender Mainstreaming Experts International“, befürchtet, dass die Arbeit der Stiftung „sehr stark von den politischen Kräfteverhältnissen im deutschen Bundestag geprägt sein wird.“ Der „starke Arm der Politik“ sei unübersehbar.

Eine Stiftung des Bundes darf natürlich nicht von der Politik bestimmt sein. Es sei denn es gibt eine Garantie, dass die Politik ewig auf die richtige Weise feministisch ist.

Zudem verstoßen die Vorgaben zur paritätischen Besetzung der Stiftungsgremien laut Juristinnenbund gegen Artikel 3 des Grundgesetzes – sie führten zu einer „ungerechtfertigten Männerquote“. Gezielte Förderung sei dann erlaubt, wenn es um den Ausgleich struktureller Nachteile gehe.

Klar, das darf natürlich nicht sein. Vielleicht wenn man kontrollieren könnte, dass es nur feministische Männer sind, die wissen, dass sie den Mund halten müssen. Aber man ist wahrscheinlich zB aus dem BMFSFJ etwas verwöhnt.

Dass sich im Themenbereich Gleichstellung vor allem Frauen qualifiziert hätten, mit denen die Gremien dann also auch besetzt würden, habe jedoch nichts mit der strukturellen Benachteiligung von Männern zu tun. Zudem müssten bei der Besetzung Menschen berücksichtigt werden, die sich nicht als Frau oder Mann verstünden.

Natürlich hat der Unterschied, der für Frauen positiv ist, nie etwas mit Benachteiligung zu tun. Daraus kann man natürlich nichts ableiten.

Auch was die geplante Finanzierung angeht, gibt es Kritik. Mindestens Teile der Mittel für die Bundesstiftung sollen offenbar über den Haushalt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend abgewickelt werden. „Keinesfalls“ aber, so Barbara Stiegler, dürften die „relativ wenigen Mittel für Gleichstellung“ des BMFSFJ umgewidmet werden. Der Stiftung solle eine jährliche Mindestzuweisung über 7 Millionen Euro zugesichert werden, zudem solle ermöglicht werden, dass nicht ausgeschöpfte Mittel ins Stiftungsvermögen fließen können.

Die Stiftung und was sie eigentlich bewirken soll, bleibt mir noch etwas unverständlich. Es soll anscheinend irgendwas zusätzliches geben, aber bloß nicht anderen etwas wegnehmen, also: Feministinnen nichts wegnehmen.

Die frauenpolitische Sprecherin der Grünenfraktion im Bundestag, Ulle Schauws, forderte, die Stiftung müsse sowohl politisch wie institutionell unabhängig arbeiten können und brauche einen intersektionalen Ansatz. „Wissenschaft und Zivilgesellschaft müssen Teil des Gremiums sein“, sagte sie. Zudem gehe Gleichstellung auch Männer an – Quoten aber dürfe es nur bei struktureller Benachteiligung geben, und das sei bei Männern nicht der Fall

Natürlich braucht es einen verpflichtenden intersektionalen Ansatz und damit ist ja auch klar, dass Männer, zumindest weiße Männer, da nichts zu sagen haben.

 

Pinky Hygienehandschuh #pinkygloves

Ich schaue mir ganz gerne die Höhle der Löwen an, auch wenn die frühere Begeisterung etwas nachgelassen hat und ich das Original Shark Tank besser fand. Aber im Lockdown und mit einem Säugling kann man eh nicht viel machen.

Also begaben sich die Finanzexpertin Südländerin und der Hobby Startupbewerter Schmidt mit dem relativ ruhigen und friedlich an seinem Schnuller saugenden Schmidt Junior vor den Fernseher und harrten der Investitionsangebote die da kommen sollten.

Ein Angebot war ein pinker, etwas übergroßer Plastikhandschuh mit einer Art Klettverschluss, den zwei Entwickler vorstellten.

 

Sie wollten die bescheidene Summe von 30.000 Euro für 20% und führten an, dass man damit ohne sich schmutzig zu machen ein Tampon entfernen könnte und dann über das leichte Abziehen des Handschuhs diesen dann ganz hygienisch verschlossen habe. Es sei die Lösung für alle Situationen, wo kein Papierkorb in der Nähe ist und man könnte damit alles ganz diskret abwickeln.

Natürlich habe ich der bei diesem Produkt erfahreneren Südländerin den Vorrang in der Bewertung gegeben. Ihr klares Urteil: Das Produkt ist für sie vollkommen uninteressant. Die euphorische Anpreisung der Entwickler, dass es seinen Weg in jede Damenhandtasche finden würde, teilt sie nicht.

Ich führe an, dass es mir wie jeder Einweghandschuh aussieht, vielleicht ohne den Klettverschluss. Ich bezweifele, dass man es als Produkt schützen kann, ein Handschuh mit Verschluss, darauf wird man kein Patent bekommen. Aber immerhin, ich könne mir vorstellen, dass es vielleicht etwas für Frauen ist, die eher Campen gehen als Südländerin oder das man es sich für entsprechende Situationen kauft.

Das kann sich Südländerin auch noch vorstellen, aber sie wird keine Kundin.

Ich rechne mit Absagen der Löwen, aber die Fragen nach, dass es ja etwas merkwürdig sei, dass da gerade zwei Männer das entwickeln, ob da auch Frauen beteiligt wären? Die Entwickler bestätigen, dass zum einen ihre Frauen ihnen Feedback gegeben hätten, aber auch Mitarbeiterinnen daran beteiligt waren und Testpersonen ganz begeistert davon waren.

Sie geben an, dass bei herkömmlichen Gummihandschuhen das Abziehen zu schwer wäre und es daher schwieriger sei, dass Tampon sauber unter zu bringen ohne das es zu Spritzern kommt.

Mich überzeugt es nicht richtig. Aber Ralf Dümmel, einer der bei Investoren beliebtesten Löwen, ist interessiert. Er und noch ein anderer männlicher Löwe sind bereit den Deal zu machen.

„Dümmel hat den Vorteil, dass er das schnell in die Supermärkte bringen kann, die Produktionskosten für ein paar Handschuhe können nicht hoch sein, der bekommt die 30.000 € da schon wieder raus“ fachsimple ich. Südländerin bleibt eher skeptisch. Sie gesteht zu, dass es ein kleines Investment ist und das sich die Produkte ja lange halten und neben anderen Hygienebeuteln liegen können, mit dem Hype aus der Höhle der Löwen werden die Geschäfte es reinnehmen und Leute werden es auch kaufen. Ob es langfristig was ist, da sind wir beide eher skeptisch.

Andere scheint hingegen der Deal richtig aufgewühlt zu haben. Haben die gesagt, dass Frauen ihre Periodenprodukte diskret entsorgen sollen und angedeutet, dass es jeder Frau peinlich sein muss, wenn sie das nicht in speziellen Packungen macht? Haben sie angedeutet, dass man nicht mit seinem Blut in Berührung kommen soll und damit die heilige Menstruation, mit das weiblichste was es gibt, als schmutzig dargestellt? Haben Männer gemeint, sie wüssten etwas bezüglich der Periode besser als Frauen?

Es hagelt Tweets:

 

 
 
 
 
 
 
Überhaupt arbeiten sich sehr viele daran ab, dass da Männer etwas entwickelt haben und verbinden das gleich damit, Männern Schmutzigkeit vorzuwerfen, es als Angriff gegen Frauen an sich zu bewerten und die beiden Entwickler für die letzten zu halten.

 

Ich hatte in einem anderen Artikel zu Menstruationsblut und Feministen schon mal geschrieben:

Ein der merkwürdigeren Ideen im Feminismus ist, dass nichts, dass im Zusammenhang mit Frauen steht, irgendwie schlecht sein kann oder in irgendeiner Form eine Abwertung erfahren kann.

Die Menstruation ist dabei so weiblich, wie etwas nur sein kann, also sind alle Reaktionen darauf, die in irgendeiner Form als Unbehagen verstanden werden können, nach dieser Einstellung sexistisch.

Im Feminismus wird insofern dafür geworben, dass Menstruationsblut etwas ganz normales ist (was es ja auch ist) und demnach in keiner Weise abgewertet werden darf.

Natürlich gibt es andere Hygienebeutel zuhauf, was ja grundsätzlich nahelegt, dass ein gewisser Markt dafür vorhanden ist. Dieser hier hat nur eine Zusatzfunktion und ist Pink. Aber das ist anscheinend schon ein ungeheurer Angriff. 

Aus meiner Sicht wird es der Markt regeln. Wenn es Leute interessant finden, dann wird es das Produkt weiterhin geben. Wenn es die Leute nicht interessant finden, dann muss sich das Produkt ändern oder untergehen.  Vielleicht hat Pinky Gloves sogar Glück und nach dem alten Grundsatz, dass es keine schlechte Publicity gibt mögen viele Frauen die Dinger ablehnen, aber es reicht ja, wenn ein kleiner Teil, für die sie interessant sind, dadurch von ihnen erfahren haben und sie kaufen. 

Die Aufregung darüber scheint mir vollkommen überzogen. Aber ich bin ja auch ein Mann. 

Im Spiegel malen Feministinnen ein düsteres Bild:

 

Durch so ein Produkt fangen Frauen überhaupt an zu denken, sie bräuchten so etwas, damit sich Männer nicht vor ihren Tampons im Mülleimer ekeln. Und da geht es eben um mehr. Eine Mutter schrieb uns, dass ihre Tochter sie gefragt habe: Mama, muss ich das benutzen? Dieses Produkt sagt Frauen: Bitte hinterlasse nichts von dir und deiner Menstruation sichtbar im Badezimmermülleimer oder in deiner Hand auf dem Weg zum nächsten Mülleimer. Dein benutztes Tampon ist anstößig und will kein Mann sehen. Eigentlich ist das ein Produkt, das Männerseelen »beschützt«, aber Frauen kaufen sollen. Selbst in deinem eigenen Mülleimer bist du damit nicht mehr sicher vor gesellschaftlichen Erwartungen. Nicht nur das Produkt ist unnötig, es suggeriert auch so vieles, was einfach falsch sind.

Ich glaube ja, dass Frauen untereinander da viel strikter sind und eher auf die Einhaltung von Regeln und „Stilfehler“ achten. 

Und das eben auch bei auch selbst. Insofern scheint mir da einiges Projektion zu sein.

Selbermach Mittwoch 315 (14.04.2021)

Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Many Shades of Gender (13): Was sollen diese ganzen Schreib- und Sprechverbote und -gebote, wie z.B. Sternchen, Unterstrich usw.?

Paula-Irene Villa Braslavsky, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Was sollen diese ganzen Schreib- und Sprechverbote und -gebote, wie z.B. Sternchen, Unterstrich usw.? Das nervt, verhunzt die Sprache, bringt nichts und ändert auch gar nichts an bestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern.

Das ist zumindest etwas, was auch schon bei der letzten Frage eine Rolle gespielt hat.

Niemand in den Gender Studies würde behaupten, dass Sternchen oder Unterstriche alle Geschlechterungleichheiten beseitigen. Auch sagt niemand, dass dies das einzige oder gar wichtigste Problem sei. Allerdings weisen viele Studien schon lange und immer wieder neu durchaus darauf hin, dass Sprache unsere Wirklichkeit mit-bestimmt. Sprache, Worte, Begriffe, auch Grammatik rahmen unsere Wahrnehmung und machen die Welt in einer bestimmten Weise erfahrbar. In Bezug auf Geschlecht gibt es Studien die zeigen, dass die männlichen Allgemeinformen (Arzt, Lehrer, Professor, Schüler …) das, worum es jeweils geht, als tendenziell männlich prägen. Das ist nicht alles-entscheidend, schließlich gibt es ja trotzdem Lehrerinnen, Ärztinnen, Professorinnen und Schülerinnen. Aber die gewissermaßen idealtypische Person eines solchen Konzepts wird eher männlich gedacht, die männliche Form ist also die Norm. Daher gibt es seit vielen Jahrzehnten Versuche, andere Geschlechter auch sprachlich abzubilden – was der empirischen Wirklichkeit auch eher entspräche. Dazu gibt es in den Gender Studies viel Forschung, und auch unterschiedliche Ansätze sowie Praxen im eigenen Schreiben, Lehren und Forschen. 

Da nennt sie leider die Studien, auf die sie Bezug nimmt, nicht. Mal sehen was noch unten kommt. „Die männliche Person als Norm“ halte ich auch für kein sehr starkes Argument, wenn man bedenkt, dass Länder mit neutraleren Sprachen auch nicht emanzipierter sein müssen. 

so ist auch die angemessene Adressierung als Person, z.B. für Menschen, die sich nicht in der binären weiblich/männlich-Form verorten, selbstverständlich wichtig und ein simpler Akt der Anerkennung und der Höflichkeit.

Nur das es davon eben sehr wenige gibt was die Entwicklung eines entsprechenden Sprachgebrauchs stark erschwert. 

Im Übrigen ist ein bewusster Umgang mit den Vergeschlechtlichungen in der Sprache im Allgemeinen und in der Grammatikalisierung im Besonderen weder besonders kompliziert noch verhunzt es zwingend die Sprache bzw. das Sprechen. Es fordert aber die Phantasie heraus. Es gibt Schlimmeres. 😉

Es einfach zu Behaupten ist kein Argument. Es ist auch keine Entkräftung. Man könnte weit eher behaupten, dass alles, wozu man seine Phantasie benötigt komplizierter als etwas, bei dem man keine Phantasie braucht. „Es gibt Schlimmeres“ ist auch kein Argumen, es ist vielmehr indirekt eine Bestätigung, dass es zumindest eine gewisse Erschwernis ist. Es wird um so schwieriger, wenn immer wieder bisherige Vorschläge als nicht inklusiv genug angesehen werden und deswegen nachgebessert werden müssen. 

Sprech- und Sprachverbote zum Beispiel. Damit haben die Gender Studies nicht viel im Sinn. Wo sie einem, pardon einer, doch begegnen: ansprechen und klären.

„Mit Sprech- und Sprachverboten haben Gender Studies nichts im Sinn“ ist eine irgendwie kontextlose Aussage. Meint sie damit, dass keiner in den Gender Studies das Gendern vorschreiben will? Da unterschätzt sie wohl eher den Fanatismus vieler dort, die das sehr wohl gerne machen würden, wenn sie könnten. 

Ganz wichtig noch: Vorschläge zur Sichtbarmachung von Geschlechtervielfalt verstehen sich als inklusive Praxis und sind im Einklang mit dem Urteil des BVerG zum Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, welches bestehende zweigeschlechtliche Sprachnormen als diskriminierend verurteilt: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/bvg17-095.html 

Tatsächlich enthält der Text dort nichts zu zweigeschlechtlichen Sprachnormen, schon gar nicht für Privatpersonen. Auch hier eher ein Scheinargument. 

Zum Zusammenhang von Sprache und Geschlecht:

Der Abstract:

Zusammenfassung
Wer die auf Geistes- und Sozialwissenschaften basierende Literatur aus dem Kanon der Geschlechtertheorie betrachtet, erhält den Eindruck, dass die Psychologie innerhalb dieses Forschungsbereichs keine tragende Rolle spielt. Ein möglicher Grund für die fehlende Integration psychologischer Forschung scheint ihr Zugriff auf quantitative empirische Methoden zu sein, ein Ansatz, der für die naturwissenschaftlich orientierte psychologische Forschung zentral ist. In diesem Artikel wollen wir eine Lanze brechen für eine geschlechter theoretisch informierte quantitative Experimentalpsychologie. Anhand unseres Forschungsgebietes Psychologie der Sprache illustrieren wir, an welchen Punkten die neueren behavioralen und neurowissenschaftlichen Methoden einen Beitrag leisten können und wie sie Erkenntnisse aus der qualitativen Genderforschung komplementieren. Der erste Teil befasst sich mit aktuellen Studien, die unter anderem mit Reaktionszeitmessungen und evozierten Potenzialen zeigen, wie stark Genderstereotypien in der Semantik verankert sind. Der zweite Teil
thematisiert neuere Befunde aus der Neurobildgebung, die Geschlechtsunterschiede in der Lateralisierung von Sprachverarbeitung
infrage stellen. Abschließend skizzieren wir neuere Forschungsansätze und plädieren für eine transdiziplinäre Kombination von qualitativen und quantitativen Methoden.

Aus dem Text:

Lust auf einen kleinen Selbsttest? Hier die Geschichte: Vater und Sohn sind im Auto unterwegs und werden in einen schweren Autounfall verwickelt. Der Vater stirbt noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Der Sohn wird, kaum im Krankenhaus angekommen, in den Notfall-Operationssaal gefahren, wo schon die Dienst habenden Chirurgen warten. Als sie sich jedoch über den Jungen beugen, sagt jemand vom Chirurgenteam mit erschrockener Stimme: »Ich kann nicht operieren – das ist mein Sohn.«

Legt man diesen Text Studierenden vor, wenden die häufig spontan ein: »Moment mal – der Vater ist doch tot. Wieso steht der jetzt plötzlich als Chirurg im OP? Ist der andere gar nicht sein leiblicher Vater?« Erst im zweiten Denkschritt ist die Lösung klar: Es gibt mindestens eine Chirurgin im Team, die Mutter des Jungen.

Das ist ja in der Tat ein Klassiker. Aber gerade bei Ärzten sieht man auch gut: Es hat Frauen in keiner Weise abgehalten Medizin zu studieren. Inzwischen studieren mehr Frauen Medizin als Männer. Sie werden zwar seltener Chirurgen, aber dafür lieber Kinderärzte. Dabei werden beide Bereiche gleich gegendert. 

Auch daraus einfach mal ein Zitat vom Anfang der zweiten Seite, auf die hier verlinkt ist:

Nun gibt es hiervon berühmte Ausnahmen: das Mädchen, das Fräulein, das Weib, die Schwuchtel, die Memme, der Vamp. Sie werden oft bemüht, um diesen Genus-Sexus-Zusammenhang zu widerlegen. Schaut man jedoch genauer hin, dann bestätigen sie diesen Zusammenhang sogar auf geradezu frappierende Weise: Sie markieren nicht das Geschlecht, sondern Geschlechterrollen, also die sozialen Erwartungen daran, wie sich die Geschlechter zu verhalten haben. Bei all diesen „Ausnahmen“ handelt es sich nämlich um gesellschaftlich missbilligte Verstöße gegen Geschlechtsrollen. Die betreffenden Personen werden aus ihrer „richtigen“ Genusklasse verbannt, weil sie sich „falsch“ verhalten, der soziale Verstoß wird durch einen grammatischen geahndet. Das betrifft zum einen homosexuelle Männer, die aus Sicht einer solchen Gesellschaft dasjenige Geschlecht begehren, das „normalerweise“ Frauen begehren. Deswegen stehen ihre Bezeichnungen häufig im Femininum (die Schwuchtel, die Tunte, die Tucke). Der feige Mann wird durch die Memme ausgestellt. Umgekehrt geriert sich der Vamp im Maskulinum durch die Macht über Männer „wie ein Mann“.

Im Neutrum werden hingegen verachtete, abstoßende Frauen (das Weib, das Luder) bezeichnet, zum anderen noch nicht „voll entwickelte“, also in der alten Geschlechterordnung solche, die noch unverheiratet sind: das Dirndl, das Wicht, das Fräulein, das Girl. Jungen erscheinen von Anfang an, auch in den Dialekten, im maskulinen Genus: der Kerl, der Bub, der Junge. Mehr noch: Verkleinerte Männernamen wie Peterle scheuen in vielen Dialekten das Neutrum, indem sie trotz ihrer Diminutivendung im Maskulinum verbleiben (der Peterle). Umgekehrt bekommen Mädchen und Frauen sehr viel häufiger und oft auch lebenslang diminuierte Namen, die immer im Neutrum stehen (’s Annele).

Das ist eben auch eher eine Herleitung als der Nachweis, dass deswegen „Das Mädchen“ für den Verwender weniger Wert ist als „der Junge“. Grammatik mag einen geschichtlichen Hintergrund haben, aber das Bedeutet nicht das die dahinterstehende Bedeutung erhalten bleibt. Ein grammatisches Geschlecht ist für uns häufig zufällig ohne das wir damit wirklich etwas geschlechtliches Verbinden. Im französischen ist die Sonne beispielsweise männlich, im deutschen weiblich. Sieht man deswegen die Sonne in einem anderen Geschlecht? 

Stefanowitsch ist hier vielleicht dem ein oder anderen bekannt. Er bespricht diese Studie:

Many countries face the problem of skill shortage in traditionally male occupations. Individuals’development of vocational interests and employment goals starts as early as in middle childhood and is strongly influenced by perceptions of job accessibility (status and difficulty) and self-efficacy beliefs. In this study, we tested a linguistic intervention to strengthen children’s self-efficacy toward stereotypically male occupations. Two classroom experiments with 591 primary school students from two different linguistic backgrounds (Dutch or German) showed that the presentation of occupational titles in pair forms (e.g., Ingenieurinnen und Ingenieure, female and male engineers), rather than in generic masculine forms (Ingenieure, plural for engineers), boosted children’s self-efficacy with regard to traditionally male occupations, with the effect fully being mediated by perceptions that the jobs are not as difficult as gender stereotypes suggest. The discussion focuses on linguistic interventions as a means to increase children’s self-efficacy toward traditionally male occupations.

Yes I Can! Effects of Gender Fair Job Descriptions on Children’s Perceptions of Job Status, Job Difficulty, and Vocational Self-Efficacy

Da findet sich diese Grafik:

Von 3,85 auf 3,71 und von 3,76 auf 3,69 ist jetzt kein sehr großer Unterschied, der in der Grafik auch gleich mal stark verfälscht dargestellt wird. Würde man eine saubere Y-achse haben würde auffallen, dass der Unterschied nicht sehr groß ist. 

Das scheint sich mir auch hier zu bestätigen:

Dieser Link bespricht genau die gleiche Studie. 

Gründe für Geschlechterunterschiede in STEM: Schlussfolgerungen (Teil 7)

Eine interessante Studie bespricht eine Vielzahl von Gründen, warum sich Geschlechterunterschiede im STEM-Bereich ergeben.

It is a well-known and widely lamented fact that men outnumber women in a number of fields in STEM (science, technology, engineering and maths). The most commonly discussed explanations for the gender gaps are discrimination and socialization, and the most common policy prescriptions target those ostensible causes. However, a great deal of evidence in the behavioural sciences suggests that discrimination and socialization are only part of the story. The purpose of this paper is to highlight other aspects of the story: aspects that are commonly overlooked or downplayed. More precisely, the paper has two main aims. The first is to examine the evidence that factors other than workplace discrimination contribute to the gender gaps in STEM. These include relatively large average sex differences in career and lifestyle preferences, and relatively small average differences in cognitive aptitudes – some favouring males, others favouring females – which are associated with progressively larger differences the further above the average one looks. The second aim is to examine the evidence suggesting that these sex differences are not purely a product of social factors but also have a substantial biological (i.e. inherited) component. A more complete picture of the causes of the unequal sex ratios in STEM may productively inform policy discussions.

Quelle: Men, women and STEM: Why the differences and what should be done?

Die Einteilung in der Studie ist wie folgt:

  1. Sex differences in preferences and priorities
  2. Sex differences in cognitive aptitudes
  3. Sex differences in variability
  4. Bias and discrimination in the workplace
  5. Policy implications
  6. Levelling the playing field vs. equalizing sex ratios
  7. Conclusion: Many factors at play

Ich dachte ich gehe diese Punkte mal einzeln durch, weil da viel interessantes dabei ist

Heute also:

Schlußfolgerungen

Los geht es:

In summary, any exhaustive discussion of the relative dearth of women in certain STEM fields must take into account the burgeoning science of human sex differences. If we assume that men and women are psychologically indistinguishable, then any disparities between the sexes in STEM will be seen as evidence of discrimination, leading to the perception that STEM is highly discriminatory. Similarly, if we assume that such psychological sex differences as we find are due largely or solely to non-biological causes, then any STEM gender disparities will be seen as evidence of arbitrary and sexist cultural conditioning. In both cases, though, the assumptions are almost certainly false. A large body of research points to the following conclusions:

  1. that men and women differ, on average, in their occupational preferences, aptitudes and levels of within-sex variability;
  2. that these differences are not due solely to sociocultural causes but have a substantial inherited component as well; and
  3. that the differences, coupled with the demands of bearing and rearing children, are the main source of the gender disparities we find today in STEM. Discrimination appears to play a smaller role, and in some cases may favour women, rather than disfavouring them.

Also die Schlussfolgerungen wie folgt:

  1. dass sich Männer und Frauen im Durchschnitt in ihren beruflichen Präferenzen, Neigungen und dem Grad der innergeschlechtlichen Variabilität unterscheiden;
  2. dass diese Unterschiede nicht nur auf soziokulturelle Ursachen zurückzuführen sind, sondern auch eine erhebliche vererbte Komponente haben; und
  3. dass diese Unterschiede in Verbindung mit den Anforderungen des Gebärens und Aufziehens von Kindern die Hauptursache für die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind, die wir heute in den MINT-Fächern finden. Diskriminierung scheint eine geringere Rolle zu spielen und kann in einigen Fällen Frauen begünstigen, anstatt sie zu benachteiligen.

Das Erstaunliche ist, dass meist schon der erste Punkt in Diskussionen auf ganz erheblichen Widerspruch stößt, zumindest wenn man ihn nicht mit einem Unterdrückungsnarrativ verbindet. 

Eine Angabe wie das Männer sich eher für Technik interessieren wird dann schon ohne nähere Angaben zum Grund angegriffen, wohl weil das irgendwie unterstellt wird. Sagt man hingegen, dass Frauen leider aufgrund ihrer Erziehung wenig an Technik heran geführt werden bekommt man schon eher Zustimmung. Die kann allerdings bizarrerweise dann gleich wieder verschwinden, wenn man anführt, dass dann eben auch wegen dieser Erziehung weniger Technikversierte Frauen vorhanden sind und es kein Wunder ist, dass dann entsprechende Bereiche männlich besetzt sind. 

Aber natürlich ist der zweite Punkt der eigentliche Kern des Anstoßes. Da kann man häufig an Argumenten bringen, was man will, man hat einfach aus Prinzip unrecht. Nachfragen dazu, welche Studien denn das Gegenteil belegen und denjenigen überzeugt haben, führen meist eher zu abstrakten Verweisen auf zB feministische Literatur etc, aber eigentlich nie auf konkrete Studien. 

Der Punkt, dass Frauen sogar begünstigt werden löst dann eher Schnappatmung und Blockreflexe aus. 

These conclusions have important implications for the way ademics and policy makers handle gender gaps in STEM. Based on the foregoing discussion, we suggest that the approach that would be most conducive to maximizing individual happiness and autonomy would be to strive for equality of opportunity, but then to respect men and women’s decisions regarding their own lives and careers, even if this does not result in gender parity across all fields. Approaches that focus instead on equality of outcomes – including quotas and financial inducements – may exact a toll in terms of individual happiness. To the extent that these policies override people’s preferences, they effectively place the goal of equalizing the statistical properties of groups above the happiness and autonomy of the individuals within those groups. Some might derive different conclusions from the emerging understanding of human sex differences. Either way, though, it seems hard to deny that this understanding should be factored into the discussion.

Der Ansatz, dass Equality of outcame die individuelle Lebensfreude absenken kann, halte ich für ein nicht so gutes Argument in der Diskussion, weil es wenig meßbar und verifizierbar ist. 
Feministen werden anführen, dass Frauen alle sehr viel glücklicher wären, wenn sie nicht mehr unterdrückt sind und das alleine ihre Lebensqualität entscheidend verbessern wird. Und das es auch bei den Frauen, die vielleicht ihren Job etwas weniger mögen würden als einen anderen immer noch zu einem besseren Leben führt. 

Insgesamt eine sehr gute Studie aus meiner Sicht, weil sie einen guten Überblick in vielen Bereichen gibt, eine Vielzahl von Studien zur Verfügung stellt und damit auch für zukünftige Diskussionen ein gutes Nachschlagewerk ist. 

Fandet ihr die Besprechung auf diese Weise interessant? Bietet sich das für andere Studien an? Kennt ihr eine vergleichbare Studie, die auf diese Weise besprochen werden sollte?

Gründe für Geschlechterunterschiede in STEM: Nivellierung des Spielfelds vs. Angleichung des Geschlechterverhältnisses (Teil 6)

Eine interessante Studie bespricht eine Vielzahl von Gründen, warum sich Geschlechterunterschiede im STEM-Bereich ergeben.

It is a well-known and widely lamented fact that men outnumber women in a number of fields in STEM (science, technology, engineering and maths). The most commonly discussed explanations for the gender gaps are discrimination and socialization, and the most common policy prescriptions target those ostensible causes. However, a great deal of evidence in the behavioural sciences suggests that discrimination and socialization are only part of the story. The purpose of this paper is to highlight other aspects of the story: aspects that are commonly overlooked or downplayed. More precisely, the paper has two main aims. The first is to examine the evidence that factors other than workplace discrimination contribute to the gender gaps in STEM. These include relatively large average sex differences in career and lifestyle preferences, and relatively small average differences in cognitive aptitudes – some favouring males, others favouring females – which are associated with progressively larger differences the further above the average one looks. The second aim is to examine the evidence suggesting that these sex differences are not purely a product of social factors but also have a substantial biological (i.e. inherited) component. A more complete picture of the causes of the unequal sex ratios in STEM may productively inform policy discussions.

Quelle: Men, women and STEM: Why the differences and what should be done?

Die Einteilung in der Studie ist wie folgt:

  1. Sex differences in preferences and priorities
  2. Sex differences in cognitive aptitudes
  3. Sex differences in variability
  4. Bias and discrimination in the workplace
  5. Policy implications
  6. Levelling the playing field vs. equalizing sex ratios
  7. Conclusion: Many factors at play

Ich dachte ich gehe diese Punkte mal einzeln durch, weil da viel interessantes dabei ist

Heute also:

Nivellierung des Spielfelds vs. Angleichung des Geschlechterverhältnisses

Los geht es:

Having looked at how our analysis of STEM gender gaps might inform the conversation about policy options, we should step back and ask another, more fundamental question: what should the ultimate goal of these policies be? Should we strive for a 50:50 sex ratio in every area where men currently dominate? Or should we strive instead simply to eliminate bias and equalize people’s opportunities, then let the cards fall where they may?14

Eine gute Frage:

Sollten wir ein Geschlechterverhältnis von 50:50 in allen Bereichen anstreben, in denen Männer derzeit dominieren?

Oder sollten wir stattdessen einfach nur danach streben, Vorurteile zu beseitigen und die Chancen der Menschen auszugleichen, und dann die Karten fallen lassen, wie sie wollen?

Also letztendlich „Chancengleichheit“ vs „Ergebnisgleichheit“.

Den meisten Lesern dieses Blogs wird die Antwort da recht klar erscheinen: Chancengleichheit ist eine gerechte Sache. Ergebnisgleichheit erzeugt nur neue Ungerechtigkeiten

If men and women were identical in their aspirations and aptitudes, these would quite possibly amount to the same thing: levelling the playing field would automatically result in a 50:50 sex ratio, or something close to it. However, given that men and women are not identical in their aspirations and aptitudes, we have no reason to expect gender parity, even under conditions of perfect fairness. On the contrary, the natural expectation would be that men and women would not be at parity, but rather that men would be more common in some fields, and women in others, as a result of their freely made choices. To the extent that this is the case, it becomes much more difficult to justify pursuing a 50:50 sex ratio in every field. Most women do not want a career in STEM and nor do most men. Why should the small fraction of women who do want such a career be the same size as the small fraction of men? To put it another way, as long as everyone has the opportunity to pursue a STEM career, and as long as the selection process is fair, why would it be important to get as many women as men into jobs that fewer women want?

Eine viel zu selten gestellte Frage. Die Antwort aus feministischer Sicht wäre wohl: Weil STEM-Jobs zum einen häufig sehr gut bezahlt sind, eine gewisse Macht geben über die Firmen, die daraus entstehen und Frauen damit aus Geschlechterrollen befreit sind. 

The pursuit of happiness

One way to start tackling this question would be to observe that a 50:50 sex ratio in STEM is presumably not a good in itself, but is a good only in as much as that it increases human wellbeing. Importantly, though, to the degree that occupational disparities are a product of men and women acting on their own preferences and pursuing their own best interests, it is doubtful that forcing a 50:50 sex ratio would actually achieve this end.

Das ist natürlich eine recht amerikanische Diskussion, in der der „Pursuit of happiness“ eine sehr eigene Diskussion hat, schon weil es auch in deren Verfassung vorkommt („We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness“)

Hier eine Definition:

The pursuit of happiness is defined as a fundamental right mentioned in the Declaration of Independence to freely pursue joy and live life in a way that makes you happy, as long as you don’t do anything illegal or violate the rights of others

Es entspricht, jedenfalls nach der „Reiten im Walde“ Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vielleicht am ehesten der  deutschen Allgemeinen Handlungsfreiheit

To begin with, men and women could have different life outcomes, but still be happy with their lives. One longitudinal study found that, among two cohorts of individuals identified as academically gifted as children, men and women had somewhat different aspirations and took somewhat different paths, but ended up similarly happy with their careers, their relationships and their lives overall (Lubinski et al., 2014). In other words, even among those best positioned to achieve their life ambitions, occupational gender parity appears not to be necessary for happiness.

Vermeintliche Gruppeninteressen sind eben ein gefährliches Ding. Oft muss einer aus der Gruppe „in den saueren Apfel beißen“ um sie umzusetzen und hat dadurch Nachteile. Das ist in gewisser Weise die Tragik der Allmende. Wenn Frauen eher auf eine andere Work-Life-Balance aus sind, dann ist es ein Verzicht in dem Bereich, sich für das allgemeine Wohl der Gruppe Frauen im (vermeintlichen Kampf um Macht) in die Schlacht zu werfen und mit einer 60+ Stundenwoche zu leben bzw ein Fach zu studieren, dass man weniger interessant findet. Das trifft natürlich nur zu, wenn die Vermutungen über andere Interessen etc zutreffen. 

Not only might it not be necessary, but policies that artificially engineer gender parity – financial incentives and quotas, for instance – could potentially lower aggregate happiness. To the extent that these policies work, they necessarily mean that some people will be funnelled into occupations that are less in line with their tastes and talents. To get more women into university physics programmes, for instance, would require persuading at least some women to choose that option when they otherwise would not have done so. (At the same time, unless enrolment numbers were increased, it would also mean turning away some men who otherwise would have.) The women in question would presumably not come from the ranks of housewives or secretaries; more than likely they would be women who would otherwise have gone into other, equally prestigious fields, such as law or medicine. Is there any reason to think that these women would be happier doing physics? Given that people tend to choose careers they think will suit them best and be most satisfying for them, it seems plausible to think that, on average, they might be somewhat less happy (Bretz & Judge, 1994De Fruyt, 2002Verquer et al., 2003).

Dazu aus dem legendären Jordan Peterson Interview:

Newman: So do you do you agree that you would be happy if that pay gap was eliminated completely? Because that’s all the radical feminists are saying.

Peterson: It would depend on how it was eradicated and how the disappearance of it was measured.

Newman: And you’re saying if that’s at a cost of men, that’s a problem.

Peterson: Oh there’s all sorts of things that it could be at the cost of it. It could even be at the cost of women’s own interests.

Newman: Because they might not be happy if they could equal pay.

Peterson: No, because it might interfere with other things that are causing the pay gap that women are choosing to do.

Newman: Like having children.

Peterson: Well, or choosing careers that actually happen to be paid less, which women do a lot of.

Newman: But why shouldn’t women have the right to choose not to have children or the right to choose those demanding careers?

Peterson: They do. They can, yeah, that’s fine.

Newman: But you’re saying that makes them unhappy, by and large.

Peterson: I’m saying that… No, I’m not saying that, and I actually haven’t said that so far in the program…

Newman: You’re saying it makes them miserable, at the beginning.

Peterson: No, I said what was making them miserable was having part was having weak partners. That makes them miserableI would say that many women around the age of I would say between 28 and 32 have a career family crisis that they have to deal with and I think that’s partly because of the for short and timeframe that women have to contend with. Women have to get the major pieces of their life put together faster than men which is also partly why men aren’t under so much pressure to grow up. So because for the typical woman she has to have her career and family in order pretty much by the time she’s 35, because otherwise the options start to run out and so that puts a tremendous amount of stress on women especially at the end of their 20s.

(…)

Peterson: Well, the first question might be… why would you want to do that?

Newman: Why would a man want to do it? It’s a lot of money, it’s an interesting job…

Peterson: There’s a certain number of men, although not that many, who are perfectly willing to sacrifice virtually all of their life to the pursuit of a high-end career. So they’ll work… these are men that are very intelligent; they’re usually very very conscientious,; they’re very driven; they’re very high-energy; they’re very healthy; and they’re willing to work 70 or 80 hours a week, non-stop, specialised at one thing to get to the top.

Newman: So you think women are just more sensible. They don’t want that because it’s not a nice level.

Peterson: I’m saying that’s part of it, definitely. And so I worked…

Newman: So you don’t think there are barriers in their way that prevent them getting to the top of those companies.

Peterson: There are some barriers, yeah, like… men for example, I mean, to get to the top of any organisation is an incredibly competitive enterprise and the men that you’re competing with are simply not going to roll over and say “please take the position”. It’s absolutely all-out warfare.

Es ist schon faszinierend, dass Vor- und Nachteile so selten wirklich behandelt werden. Natürlich gibt es sehr rationale Gründe dafür keine Karriere zu machen und schlechter bezahlte Jobs zu wählen, wenn diese andere Vorteile mit sich bringen. Und bestimmte Jobs können schlicht auch eher den eigenen Vorlieben etc entsprechen. 

Admittedly, this whole line of argument is premised on the assumption that the wellbeing of individual STEM workers ought to be the deciding factor, and some might reject that assumption. Anyone who does, though, should, we think, be expected to make a strong argument for that position. Why should we put a statistical, collective goal – i.e. more equal sex ratios in STEM – above the happiness and autonomy of the flesh-and-blood individuals who constitute those collectives? Why should policy makers’ preference for gender parity take precedence over individual men and women’s preferences regarding their own careers and lives?15

Eine Feministin würde vielleicht antworten, dass das „Wohl vieler wichtiger ist als das wohl des Einzelnen“ aber noch eher wohl, dass man zum einen Frauen damit aus der Abhängigkeit der Männer befreit und sie damit eine Menge Vorteile erhält und zum anderen es Männer gefällt und es damit keinen Grund außer Diskriminierung geben kann, dass es Frauen nicht im gleichen Maße gefällt. Der andere Ansatz wäre, dass Frauen jedenfalls die hohen Positionen in allen Bereichen haben müssen und diese, wenn sie ihnen dann weniger Spass machen sollten, eben so geändert werden müssen, dass sie besser zu den Vorstellungen der Frauen passen, etwa CEO eines DAX-Unternehmens in Teilzeit, 20 Stunden und dann Feierabend ohne Bereitschaft oder Wochenendarbeit. 

Sex differences as a sign of social health

A recurring theme in discussions of occupational gender disparities is the often-unspoken assumption that sex differences are inherently problematic, or that they constitute direct evidence of sexism and the curbing of women’s opportunities. Some research, however, points to the opposite conclusion. A growing body of work suggests that, in nations with greater wealth and higher levels of gender equality, sex differences are often larger than they are in less wealthy, less equal nations. This is true for a wide range of variables, including aggression (Nivette et al., 2019), attachment styles (Schmitt, Alcalay, Allensworth, et al., 2003), the Big Five personality traits (Schmitt et al., 2008), crying (Van Hemert et al., 2011), depression (Hopcroft & McLaughlin, 2012), enjoyment of casual sex (Schmitt, 2015), interest in and enjoyment of science (Stoet & Geary, 2018), intimate partner violence (Schmitt, 2015), self-esteem (Zuckerman et al., 2016), spatial ability (Lippa et al., 2010), STEM graduation rates (Stoet & Geary, 2018), subjective wellbeing (Schmitt, 2015) and values (Falk & Hermle, 2018).16 Importantly, the pattern is also observed for objectively measurable traits such as height, BMI and blood pressure (Schmitt, 2015), which gives some reason to think that it is not simply a product of cross-cultural differences in the ways that people answer questionnaires or take tests.

What, then, is the cause of the pattern? One possibility is that when people grow up in an enriched and relatively unconstrained environment, nascent differences between individuals – and average differences between the sexes – have more opportunity to emerge and grow. In the case of psychological traits, the suggestion would be that men and women in wealthier, more developed nations have greater freedom to pursue what interests them and to nurture their own individuality. This freedom may, in turn, result in larger psychological sex differences (Schmitt et al., 2008; although see Fors Connolly et al., 2019Kaiser, 2019).

Das ist das Gender Equality Paradox. Ein aus meiner Sicht durchaus sehr starkes Argument. Eine wirkliche Antwort aus dem Feminismus steht IMHO noch aus, wird aber wahrscheinlich in die Richtung gehen, dass die Gleichberechtigung der Frau in der westlichen Welt eben nur eine scheinbare Gleichberechtigung ist und das Patriarchat dort nur um so härter zuschlägt und mehr Geld hat um Frauen zu beeinflussen etc. 

Regardless of the reason, though, if certain sex differences are larger in societies with better social indicators, then rather than being products of a sexist or oppressive society, these differences may be indicators of the opposite: a comparatively free and fair one. If so, this casts society’s efforts to minimize the sex differences in an entirely new light. Rather than furthering gender equality, such efforts may involve attacking a positive symptom of gender equality. By mistaking the fruits of our freedom for evidence of oppression, we may institute policies that, at best, burn up time and resources in a futile effort to cure a ‘disease’ that isn’t actually a disease, and at worst actively limit people’s freedom to pursue their own interests and ambitions on a fair and level playing field.

Ein Absatz, der für eine Feministin nicht akzeptabel sein dürfte: Mehr Freiheit die mehr Ungleichheit produziert? Das kann nur falsch sein. 

 

The sexist assumption underlying the demand for parity

Finally, the strong emphasis on increasing the numbers of women in male-dominated fields is arguably somewhat sexist. As Susan Pinker (2008) argues, it tacitly assumes that women do not know what they want, or that they want the wrong things and thus that wiser third-parties need to ‘fix’ their existing preferences. It also tacitly assumes that the areas where men dominate are superior. The psychologist Denise Cummins (2015) put the point well when she observed that, ‘The hidden assumption underlying the push to eliminate gender gaps in traditionally male-dominated fields is that such fields are intrinsically more important and more valuable to society than fields that traditionally attract more women.’ Given that traditionally female-dominated fields include education, healthcare and social work, this assumption is not only sexist; it is also clearly false. As Judith Kleinfeld observed:

We should not be sending [gifted] women the message that they are less worthy human beings, less valuable to our civilization, lazy or low in status, if they choose to be teachers rather than mathematicians, journalists rather than physicists, lawyers rather than engineers. (cited in Steven Pinker, 2002, p. 359)

Hier würde eine Feministin vielleicht einwenden, dass es ja deutliche Zeichen dafür gibt, dass sie weniger wert sind, eben weil sie weniger bezahlt bekommen, weniger Einfluss haben, Männern an den Schalthebeln der Macht sitzen etc. 

Man würde dann eben darauf abstellen, dass eine Änderung her muss, solange Kindergärtnerinnen nicht wie Mitarbeiter eines großen Autoherstellers oder Sozialpädagoginnen nicht wie Programmierer oder Ingenieure bezahlt werden. 

Certainly, many female-dominated fields pay less, on average, than male-dominated STEM fields.17 There is a great deal of debate about the reasons for this, and the extent to which it is a product of sexism vs. factors such as market forces (e.g. the fact that many female-dominated fields have a greater supply of workers) and personal preferences (e.g. the fact that, on average, women view pay as a less important consideration in choosing a career than men, and view things such as job security and flexible work hours as more important; Funk & Parker, 2018Gino et al., 2015Lubinski et al., 2014Redmond & McGuinness, 2019). Such matters are beyond the scope of this article. We would point out, though, that even if current pay disparities were entirely due to sexism, the most appropriate solution would presumably be to strive for fair pay in female-dominated fields, rather than trying to get more women into fields that pay more but which, on average, they find less appealing. And to the extent that the explanation is that women place less weight on a high income in choosing a career, and more weight on other things, efforts to get women to prioritize income tacitly assume, once again, that women’s existing priorities are misguided, and that they ought to adopt more male-typical priorities instead.

Nur das eine gleiche Zahlung im Sozialsektor mit einem hochprofitabelen industriellen Sektor eben nicht zu ereichen sein wird. Insofern eben ein schlechter Vorschlag. 

To be clear, we completely agree that we should endeavour to root out sexism wherever it still lurks, and tear down any lingering barriers to the progress of women in STEM (as well as any barriers to the progress of men). These are eminently good goals. However, for the reasons discussed, striving for a 50:50 sex ratio – or indeed any pre-specified sex ratio – is not a good goal.

In der Tat.