Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 24. März 2017

Regeln für das Ausgehen mit meiner Tochter / meinem Sohn

Ich wurde auf „elterliche Ausgehregeln“ hingewiesen, die aus meiner Sicht wunderbar den Klischees entsprechen:


Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 24. März 2017

„Vier starke Jungs über das Mannsein“

Der Blog „Männerheldinnen“ (eine Abwandlung von Frauenheld) hat vier Jungs interviewt:

Alexandros

Das Schlimmste am Mann-Sein finde ich, dass jeder Junge oder Mann schnell als ‚Arschloch‘ abgestempelt wird. Wenn man an einem Mädchen interessiert ist und etwas mit ihr hat, heißt es „Der macht das bloß, weil er sich cool findet und ein Gangster ist.“ Jeder denkt, dass Jungen immer nur das Eine wollen und nicht so viel Gefühle haben.

„Männer wollen Sex“ ist eben etwas anderes als „Männer wollen nur Sex“.

Wobei, wenn ein Mädchen sich für einen Jungen interessiert und mit Jungs Spaß hat, wird sie als ‚Schlampe‘ bezeichnet. Das finde ich nicht in Ordnung. Man sollte die Person selber kennenlernen bevor man über sie urteilt und sich sein eigenes Bild machen.

Aus meiner Sicht ja eher eine Frage des „Wie“. Heutzutage erwartet man zumindest ab einem gewissen Alter auch gewisse sexuelle Erfahrungen. „Leicht zu haben“ zu sein dürfte eher der gefährlichere Ruf für eine Frau sein als der Ruf, dass sie mal mit einem guten Freund abgestürzt ist.

Als Junge und Mann wird man oft vorverurteilt und es besteht ein Misstrauen
Schon in der Schule und im Kindergarten war es so, dass man als Junge Ärger bekommen hat, wenn man einen Streit mit einem Mädchen hatten. Einfach weil man der Junge ist.

In der Beziehung ist es so, dass die Mädchen eifersüchtig und sauer sind, wenn der Junge nur mit einem anderen Mädchen redet. Wenn die Mädchen dasselbe machen und der Junge eifersüchtig ist, sagen die Mädchen: „Warum bist du so eifersüchtig? Das ist doch nicht so schlimm.“

B ei meinen Freunden und Bekannten habe ich schon oft erlebt, dass die Jungen den Mädchen eher verzeihen, wenn sie betrogen werden. Sie denken dann, das passiert in Zukunft nicht mehr und verzeihen ihr. Die Mädchen reagieren ganz anders und machen sofort Schluss.

Auch eine Folge des im Schnitt deutlich stärkeren Interesses der Männer an Sex einfach so vermute ich. Wenn auch der Vorwurf in der Regel unbegründet sein wird.

Die Mädchen lästern übereinander – immer über diejenige, die nicht dabei ist. Von außen sind sie voll gut befreundet, aber mit anderen reden sie schlecht übereinander. Die Mädchen fangen auch wegen jeder Kleinigkeit einen Streit miteinander an und tragen sich die Dinge lange nach. Wir Jungs sprechen das an und diskutieren das aus und dann ist das geklärt, oder wir machen eben weniger miteinander.

Auch das sind Klischees, die sich häufig bewahrheiten. Vielleicht weil Frauenfreundschaften eher auf kleine Gruppen und Zweierbeziehungen ausgelegt sind und Männerfreundschaften eher auf größere Gruppen und gewisse Hierarchien, die so etwas eher regeln. Frauen sind häufig in der Hinsicht auch schlicht schwieriger untereinander, gerade wenn die Gruppenzusammensetzung eher heterogen ist.

Amil

Eine Freundin von mir hat sich kürzlich furchtbar aufgeregt, weil eine gute Freundin von ihr die Bahn verpasst hat und zu spät kam. Sie hat sich bei allen anderen über sie beschwert. Das kann ich mir für mich und meine Freunde nicht so vorstellen, dass sie nichts mehr mit mir zu tun haben wollten – auch wenn ich eine Stunde zu spät kommen würde.

In der Tat kann ich mir das unter Männern auch weniger vorstellen, es dürfte aber auch bei Frauen eher ungewöhnlich sein.

Alexandros

Was ich schön finde ist auch, dass meine Mutter mich bittet meine Schwester abzuholen, wenn es Abends spät ist. Ich bin 18 und meine Schwester ist 21. Ich mach das gerne und es fühlt sich gut an, dass ich sie beschütze und sie das Vertrauen in mich haben, auch weil die Mädchen nicht so viel Kraft haben und sich nicht so wehren können.

Gut, da spielt sicherlich auch ein anderer kultureller Hintergrund mit hinein, wobei das ja auch sonst durchaus verbreitet ist. Meine Schwester wurde auch häufiger abgeholt wenn es spät war, weil meine Mutter nicht wollte „dass sie abends allein im Dunkeln unterwegs ist“. Lag aber sicherlich auch daran, dass ich das eher als unnötig abgelehnt habe, wenn es abgelehnt wurde oder das bei mir auch eher akzeptiert wurde. Aber in der Tat wurde ich auch schon häufiger gefragt, ob ich nicht eine Frau begleiten könne oder abholen könne, weil es spät ist.

Schwierig am Mann sein finde ich auch eine Freundin zu bekommen. Mädchen haben es viel einfacher, wenn sie einen Jungen haben wollen. Sie schreiben einfach und schon klappt das. Wir Jungen müssen da viel mehr investieren – richtig mit Herzblut kämpfen und am Ende wird es dann vielleicht doch nichts. Mädchen kann man echt schwer durchschauen.

Eggs are expensive, sperm is cheap. Und das hat eben unser Verhalten auch geformt. Frauen/Mädchen sind deswegen häufig wählerischer, während Männer sich vielleicht auch eher auf etwas einlassen, was nicht optimal ist, man kann es ja noch beenden. Was Frauen dann wieder noch wählerischer werden lässt etc.

Andy

Mir ist aufgefallen, dass unter Mädchen ein großer Konkurrenzkampf herrscht
Sie machen sich auch viel mehr Gedanken, wenn ein Junge den sie gut finden, auf ein anderes Mädchen steht. Die Jungs nehmen es viel gelassener. Sie chillen dann halt mit ihren Freunden und leben in den Tag.

Ich hab selber noch keinen Liebeskummer gehabt. Wie Mädchen das spüren, weiß ich nicht …

Männer sind in der Hinsicht vielleicht schlicht planloser oder weniger auf eine Frau fixiert? Interessanter Gedanke jedenfalls. Vielleicht ist es für Männer einfacher sich damit abzufinden, weil sie den anderen eher in einer Hierarchie bewerten? Und wenn er eben besser ist, dann kann man da wenig machen. Frauen gehen vielleicht auch zurecht davon aus, dass sie ihn eher nur auf sich aufmerksam machen müssen und er dann möglicherweise umschwenkt?

Oder ist es schlicht eine Frage, wie man es zeigt:

Alexandros

Das Besondere ist, dass die Jungen  ihren Liebeskummer nicht zeigen. Die Mädchen möchten das vielleicht auch verbergen, aber man sieht es ihrem Gesichtsausdruck  an und bemerkt es an ihrem Verhalten. Die Jungs können es wegstecken oder so tun, als wäre nichts.

Vielleicht ist auch der Punkt, dass Mädchen so etwas dann eher untereinander besprechen, den anderen etwas vorschwärmen, während Männer das weitaus weniger machen. Sie behalten so etwas dann eher für sich oder reden nur in sehr vertraulichen Gesprächen darüber.

Kadir

Andy

In der Schule zeigen wir unsere Gefühle nicht – unseren Freunden schon und wir reden auch darüber.

Kadir

Ja, untereinander geht das

Amil – Ja

Wäre interessant da mal die Form der Gespräche zu vergleichen. Dazu noch mal diese Szene von Friends:

Ich vermute, dass die Gespräche untereinander über Love interests auch anders verlaufen.

Kadir

Mir ist dazu aufgefallen, dass Mädchen nicht loslassen können. Wenn eine Beziehung auseinander geht oder sie sich übereinander geärgert haben, bleibt das lange bestehen und wird immer wieder hervorgeholt.

Bei Männern ist das intensiver würde ich sagen. Wenn es nicht mehr passt, trifft man sich eben mit anderen, aber man lästert nicht ständig übereinander.

Alexandros

Ich sehe das so:  wenn ich Streit mit einem sehr guten Freund habe, mit Kadir zum Beispiel – wir haben eine sehr gute Bindung – dann diskutieren wir das aus und es ist gut. Es kommt sehr auf die Beziehung an, die man hat. Die Mädchen bleiben wie schon gesagt – in ihren Streitereien stecken.

Dass Frauen anders streiten und eher Sachen rausholen, die aus Sicht von Männern längst verjährt sind ist auch etwas, was häufig als Geschlechterunterschied besprochen wird.

Kadir

Für mich ist das Schöne am Mann-Sein, dass wir viel Vertrauen bekommen und Verantwortung übernehmen
Wie bei Alexandro, der seine Schwester abholt. Das zeigt dann, dass die Eltern Sicherheit wollen und uns einsetzen. Das ist etwas Schönes finde ich.

Und auch die Freiheiten, die man als Mann hat.

Kadir klingt nach einem türkischen Vornamen, da haben Männer natürlich gerade in konservativen Elternhäusern in der Tat mehr Freiheiten.

Andy

Als Frau würde ich es bedrückend finden, dass die Männer dominanter sind. Würde ein Mädchen etwas zu mir sagen, würde ich antworten: „Ja, ist halt so.“ aber sie könnte mir nichts anhaben.

So eine Unverwundbarkeit als Mann

In der Regel kann auch der Mann der Frau nichts anhaben. Und auf einer weniger körperlichen Ebene kann eine Frau, etwa über Beschuldigungen, natürlich auch sehr viel gegen einen Mann machen.

Alexandros

Was ich noch gut finde: öffentlich können die Jungs viel mehr so sein, wie sie sind. Ich kann mich so zeigen wie ich bin, ich kann verrückt sein, wenn ich die Laune dazu hab. Mädchen sind da nicht so verspielt und eher zurückhaltend. Das kommt erst, wenn man die Mädchen gut kennt. Ich habe auch eine beste Freundin und finde es schön, so wie sie ist. Wenn ich weiß, da ist keine Maske aufgesetzt.

Das ist auch eine interessante Frage: Kann man als Mann eher so sei, wie man ist? Müssen sich Frauen eher zurückhalten? Vielleicht ist in Frauengruppen ein höherer Druck zur Einheitlichkeit und in Männergruppen passt auch eher ein Clown rein. Auch da können sicherlich konservative Vorstellungen vom „anständigen Mädchen“ eher eine Zurückhaltung auferlegen.

Es ist doch so: Sobald wir in die Schule gehen, sind wir eine andere Person
Wir verstellen uns einfach, damit wir in der Gesellschaft gut ankommen
Man will ja dazugehören und dafür muss man in ein bestimmtes Raster passen und auch Markenklamotten tragen. Das fängt Ende der Grundschule an. Es gibt auch die Angst, dass man ein Außenseiter ist oder gemobbt wird, wenn man nicht in die Gesellschaft passt.

„Dazugehören“ ist glaube ich gerade für Kinder und Jugendliche wichtig. Auf der Seite ist übrigens auch ein Bild der Jungs. Markenklamotten und andere Statussymbole aber auch schlichte Signale für Gleichheit oder Zugehörigkeit geben eben halt und machen eine Ausgrenzen schwieriger

Wenn man in vaterrechtlichen Foren mitliest, dann kommen sehr häufig Befangenheitsanträge und Dienstaufsichtsbeschwerden vor und sonstige Maßnahmen im Kampf gegen den Richter oder das Gericht oder das gesamte korrupte Gerichtssystem.

Viele Privatpersonen sehen das als Mittel, es dem Richter zu zeigen oder einen besonders erbitterten und damit guten Kampf zu führen. Tatsächlich ist ein Befangenheitsantrag in der Regel nicht erfolgreich und häufig sogar schädlich

1. Was ist eigentlich Befangenheit

Die Befangenheit ist – gegebenfalls über die Verweisung aus dem FamFG in der ZPO geregelt, dort in § 42 ZPO:

§ 42
Ablehnung eines Richters
(1) Ein Richter kann sowohl in den Fällen, in denen er von der Ausübung des Richteramts kraft Gesetzes ausgeschlossen ist, als auch wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt werden.

(2) Wegen Besorgnis der Befangenheit findet die Ablehnung statt, wenn ein Grund vorliegt, der geeignet ist, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit eines Richters zu rechtfertigen.

(3) Das Ablehnungsrecht steht in jedem Fall beiden Parteien zu.

Das Recht einen Richter wegen Befangenheit abzulehnen ist ein unmittelbarer Ausfluss des Grundrechts auf den gesetzlichen Richter iS des Art. 101 GG und dient dem fairen Verfahren. Es ist insofern ein hohes Gut.

Es beißt sich aber gleichzeitig damit, dass ein Richter natürlich auch in der Lage sein muss Wertungen und Ansichten mitzuteilen und das Verfahren zu führen. Ein Richter, der wegen jeder Meinungsäußerung befangen wäre, wäre erheblich in seinen Möglichkeiten eingeschränkt, effektiv zu verhandeln.

Unter Befangenheit ist die innere Einstellung des Richters zu verstehen, auf derer er die erforderliche Distanz zu dem Streit und die notwendige Unparteilichkeit gegenüber den Parteien derart vermissen lässt, dass es infolge sachfremder Erwägungen zu Bevorzugungen oder Benachteiligungen einer Partei kommt (BGH NJW-RR 2010, 493)

Dabei hat die Rechtsprechung verschiedene Fälle herausgearbeitet:

a) Mangelnde fachliche Eignung des Richters

Eine mangelnde fachliche Eignung des Richters stellt keinen Ablehnungsgrund dar. Einfach Rechtsfehler oder auch in einem früheren Verfahren vertretene falsche Rechtsauffassungen begründen einen Befangenheitsablehnungsgesuch genau so wenig wie Verstöße gegen die Denkgesetze. Denn das Ablehnungsgesuch dient nicht dazu, dass man die Entscheidung des Richters auf ihre Richtigkeit hin überprüft.

Ein festgestellter Rechtsfehler kann nur dann eine Befangenheit begründen, wenn ein festgestellter Rechtsfehler auf einer unsachlichen Einstellung des Richters beruht und die Entscheidung grob fehlerhaft ist und damit nur als Ausdruck eines willkürlichen Handelns angesehen werden kann.

Damit kann ein Richter, der sich auf ständige Rechtsprechung stützt nicht befangen sein, ein Richter, der sich der Auffassung eines anderen OLGs anschießt kann nicht befangen sein. Ein Richter, der sich demnach beispielsweise darauf stützt, dass aufgrund des Kontinuitätsgrundsatzes und dessen Bedeutung das Aufenthaltsbestimmungsrecht eher der Mutter zu zu sprechen sein wird, weil diese das Kind überwiegend betreut hat, ist auch nicht befangen. Denn er äußert keine sachfremde Erwägung, sondern gibt die herrschende Rechtsprechung wieder.

Ob ein Richter wegen seiner Auffassung befangen ist, ist damit nur dann überhaupt prüfbar, wenn man die geltende Rechtsprechung kennt. Wenn er anführen würde, dass ein Kind immer zur Mutter gehört, dann mag er parteiisch sein, wenn er anführt, dass in diesem Fall das Kind zur Mutter gehört, dann kann das ein Ergebnis sachfremder Erwägungen sein. Selbst dann kann aber ein Richter davon abweichen, wenn er sachliche Gründe anführt. Wenn er etwa der Auffassung ist, dass gängige Rechtsprechung falsch ist, dann darf er sich auch gegen diese entscheiden, wenn er das juristisch begründet, wozu aber der Hinweis auf andere Rechtsprechung ausreichen kann.

Im übrigen kann ein Richter so gut wie alles sagen, wenn er ein „nach meiner vorläufigen Wertung“ oder „So wie ich es derzeit sehe“ oder vergleichbares davorsetzt. Denn dann macht er ja gerade deutlich, dass er natürlich auch später unter neuen Erkenntnissen seine Meinung ändern könnte. Auch daran scheitern viele Befangenheitsanträge: Der Richter wird schlicht darauf verweisen,dass er lediglich eine falsche vorläufige Meinung hatte und man entsprechend sachlich hätte vortragen können, dann hätte er das erneut geprüft.

b) Art und Weise der Verfahrensführung

Die Art und Weise, wie ein Richter eine Verhandlung führt, ist ein Kernbereich der richterlichen Unabhängigkeit und kann damit meist auch keine Befangenheit begründen. Es bedarf insoweit einer verfahrensrechtlich unsachgemäßen Vorgehensweise. Dies ist dann der Fall, wenn sie ausreichender gesetzlicher Grundlagen entbehrt oder sich aus der Art der Prozessleitung und dem prozessualen Vorgehen durch den Richter das Verfahren so weit vom üblicherweise praktizierten entfernt, dass sich die Besorgnis einer sachwidrigen Benachteiligung aufdrängt bzw. dass an die Stelle richtiger Rechtsanwendung Willkür tritt.

„Ha“ werden da nun einige anmerken „genau das lag doch vor, der Richter hat aus meiner Sicht vollkommen willkürlich gehandelt und als ich das gerügt habe gar nicht richtig beachtet, sondern nur mit meinem Rechtsanwalt reden wollen“. Ob eine Vorgehensweise von Laien als Willkür angesehen wird ist allerdings nicht der Maßstab. Der Richter muss auch seine Verfahrensführung nicht beständig rechtfertigen oder erklären.

Zu berücksichtigen ist eben auch, dass der Richter eben auch das Verfahren effektiv führen muss und verhindern muss, dass es sich zu weit vom üblichen entfernt und gerade deswegen auch unsinniges Vorbringen abkürzen muss. Er kann im Wege der Verfahrensleitung insofern durchaus deutlich machen, dass er es nicht durchgehen lassen wird, wenn eine Partei das Verfahren unsachgemäß behindert und daher zunächst lediglich der Rechtsanwalt sprechen soll. Das Gericht kann auch zu bestimmten Zeiten schlicht einer Seite den Mund verbieten, weil es jetzt bestimmte Sachen mit bestimmten Personen besprechen will. Es kann sich also erst an die Rechtsanwälte wenden und mit diesen ein Gespräch führen und dann erst später die Partei befragen oder reden lassen. Es kann auch dagegen vorgehen, dass jemand bereits geschriebenes wiederholt, schlicht weil er lesen kann und der erneute Vortrag die Sache nicht voranbringt.

Gründe für eine Befangenheit wären beispielsweise eine vorweggenommene Beweiswürdigung. Das liegt vor, wenn der Richter zB einen Zeugen nicht laden will, weil ja eh klar wäre, was der sagen wird. Eine vorweggenommene Beweiswürdigung liegt nicht vor, wenn der Richter den Zeugen lädt, aber in Vergleichsverhandlungen anführt, dass er vermutet, dass der den Vortrag einer Seite bestätigen wird oder sonstige Äußerungen dieser Art tätigt, sofern er damit nicht ausschließt, dass seine Erwartung auch falsch sein könnte.

c) richterliche Hinweise

Richterliche Hinweise stellen keine Befangenheit dar, soweit sie von der Richterlichen Aufklärungspflicht gedeckt sind. Da die Vorschriften sogar häufig auf eine frühzeitige Streitbeilegung ausgerichtet sind treffen den Richter sogar erhöhte Hinweis- und Aufklärungspflichten hinsichtlich der entscheidungserheblichen rechtlichen und tatsächlichen Gesichtspunkte, die er üblicherweise in einem Rechtsgespräch im Termin mit den Parteien äußern soll. Eine Rechtsberatung in Hinblick auf ein besseres Vorgehen oder der Hinweis auf besondere Verteidigungsmöglichkeiten kann die Befangenheit begründen, wenn er dadurch einer Seite einen Vorteil verschafft. Allerdings gilt auch bei Hinweisen, dass der Richter seine Meinung äußern kann, auch zu den Erfolgsaussichten eines Antrags sofern er sich noch nicht endgültig festlegt.

d) Unsachlichkeit

Ein unsachliches Verhalten des Richters begründet die Besorgnis der Befangenheit, wenn er sich grob in der Form vergriffen hat, da dies nicht durch die prozessualen Aufgaben des Richters gerechtfertigt sein kann. Darunter fallen abwertende, kränkende oder beleidigende Wortwahl des Richters gegenüber der Partei oder dessen Prozessbevollmächtigten. Nicht ohne weiteres fallen darunter Bewertungen des Parteivorbringens als zB „rabulistisch“,  „utopisch“ „wischiwaschi“ etc wenn das eine vertretbare Bewertung ist und nicht reine Herabwürdigung. Auch lautstarke Äußerungen des Richters in Wahrnehmung seiner sitzungspolitischen Aufgaben oder die Androhung von Ordnungsmitteln bei umgangssprachlichen, aber in der Sache nicht zu beanstandenden Äußerungen der Partei müssen keine Befangenheit begründen, können dies aber im speziellen Fall.

e) Verlust des Ablehnungsrechts

Das Ablehnungsrecht kann auch verlorengehen:

§ 43 ZPO
Verlust des Ablehnungsrechts
Eine Partei kann einen Richter wegen Besorgnis der Befangenheit nicht mehr ablehnen, wenn sie sich bei ihm, ohne den ihr bekannten Ablehnungsgrund geltend zu machen, in eine Verhandlung eingelassen oder Anträge gestellt hat.

Weswegen einige Richter die Anträge gern am Ende der Verhandlung aufnehmen, was dann alle Ablehnungsgründe verspätet sein lässt (und man allenfalls noch anführen kann, dass einem das befangene Verhalten des Richters erst nach der Verhandlung deutlich geworden ist, was aber auch den eigentlichen Vorwurf abschwächt)

2. Warum schadet ein entsprechender Antrag eher als er nutzt

Parteien neigen dazu wegen allem und jedem einen Befangenheitsantrag stellen zu wollen. Dies insbesondere, wenn der Richter eine für sie ungünstige Meinung geäußert hat. Das ist aber in den allermeisten Fällen keine Befangenheit, sondern eben nur eine abweichende Meinung. In den allermeisten Fällen wird der Richter schlicht anführen, dass er natürlich seine Meinung ändern kann und wird, wenn man entsprechend vorgetragen hätte und das es nur eine vorläufige Meinung war.

Weil 99% aller Befangenheitsanträge von Privatpersonen  tatsächlich Befangenheit belegen können bringen sie nichts. Sie sind für den Richter aber häufig ein Zeichen, dass man das System nicht verstanden hat und auch nicht bereit ist andere Meinungen zu akzeptieren. Das Stellen eines Befangenheitsantrages durch eine Privatperson hat auch deswegen einen sehr schlechten Ruf, weil 99% der Befangenheitsanträge von Personen gestellt werden, die auf Krawall aus sind und andere Meinungen nicht akzeptieren können. Der Richter wird dies zumindest unterbewußt in seine Bewertung einstellen. Das ist gerade in Sorgerechtsverfahren oft sehr nachteilig, weil es dann indirekt Vortrag der Gegenseite belegt, dass man mit einem nicht reden könnte. Denn Richter neigen zu der Auffassung, dass Leute, die noch nicht einmal zB die herrschende Rechtsprechung als Gegenmeinung ertragen können und diese als Angriff auf sich sehen, noch weniger eine andere Meinung ihres Partners ertragen können. Und sie werden zudem auch häufig die Erfahrung machen, dass diese Einschätzung sich auch in Gutachten bestätigt. Man erzeugt also ein sehr ungutes Gefühl über sich selbst bei einer Person, die sich zwangsläufig in sehr kurzer Zeit ein Bild von einem machen muss, was eben auch in Sorgerechtssachen häufig die Konfliktfähigkeit betrifft. Macht man das noch an seinem Rechtsanwalt vorbei, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man zur Gruppe „akzeptiert keine Meinung außer der eigenen und hält sich für klüger als alle anderen“ gehört noch größer. Auch Verfolgungswahn ist in dieser Gruppe nicht selten („Alle sind gegen mich“). Selbst wenn der Richter das nicht sofort annimmt hat er jetzt zumindest die Möglichkeit im Kopf, dass man zu dieser Gruppe gehören könnte.

3. Wann sollte man einen stellen

Wenn ein Rechtsanwalt einem dazu rät. Sonst nicht. Am besten auch noch ein örtlicher Rechtsanwalt, der den Richter aus anderen Verfahren kennt und ihn deswegen einschätzen kann. Und der auch die anderen Richter kennt, die man dann möglicherweise erhält.

Wann immer man (abseits des Strafrechts in dem andere Regeln gelten) von jemanden geraten bekommt möglichst und bei kleinsten Anlass über Befangenheitsanträge vorzugehen ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass dieser keine Ahnung hat.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 22. März 2017

Selbermach Mittwoch 105 (22.03.2017)

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Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 22. März 2017

Ein feministisches Wörterbuch

Die Seite „USA Today“ bringt ein „feministisches Wörterbuch„.

The basics
Feminism: Belief in and desire for equality between the sexes. As Merriam-Webster noted last month: „the belief that men and women should have equal rights and opportunities.“ Of course, a lot of people tweak this definition to make it their own, and it can encompass social, political and economic equality. Feminist activist bell hooks calls it „a movement to end sexism, sexist exploitation, and oppression.“

Leider inzwischen nicht mehr. Inzwischen geht es weitaus mehr um Virtue Signalling und eine Einteilung in „Gut“ und „Böse“

Patriarchy: A hierarchical-structured society in which men hold more power.

Eine Betrachtung über die Gruppe bringt wenig, gerade wenn sie nur ein Gipfel-Trugschluß ist

Sexism: The idea that women are inferior to men.

Beißt sich etwas mit der Definition der „Gleichberechtigung der Geschlechter“. Besser: Jede Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes, die nicht durch sachliche Gründe gerechtfertigt ist.

Misogyny: Hatred of women.

Misandry: Hatred of men.

Kann man so stehen lassen.

A little deeper
Hostile sexism: The one most people think about. Openly insulting, objectifying and degrading women.

Benevolent sexism: Less obvious. Kind of seems like a compliment, even though it’s rooted in men’s feelings of superiority. It’s when men say women are worthy of their protection (off the sinking boat first) or that they’re more nurturing than men (therefore should raise children). It’s restrictive.

Natürlich auch wieder nur auf Frauen bezogen. Der „Feindliche Sexismus“ ist der offensichtliche. Der „wohlwollende Seximus“ ist eine Immunisierungsstrategie gegen Kritik: Man kann auf diesem Weg alle Vorteile, die eine Frau hat als Nachteil darstellen. Wenn eine Frau „des Schutzes würdig ist“ dann unterdrückt man sie damit auch, denn man kann sie kontrollieren oder redet ihr Gefahren ein oder benachteiligt sie jedenfalls auf andere Weise.

Benevolent Sexism wird natürlich nicht auf Männer angewendet. Denn Sexismus gibt es nur gegenüber Frauen. Sonst könnte man natürlich auch anführen, dass „Männer verdienen das Geld“ Sexismus gegen Männer ist, weil sie damit in die Rolle gedrängt werden, Frauen zu unterhalten. Ist aber eben denknotwendig für Feministinnen ausgeschlossen.

Internalized sexism: When the belief in women’s inferiority becomes part of one’s own worldview and self-concept.

Und ebenfalls eine wunderbare Immunisierung gegen Kritik: Frauen sind gegen den Feminismus? Sie hassen sich nur selbst und müssen durch den Feminismus ins Licht geführt werden. Frauen wollen keine Karriere machen? Doch, ihnen wurde nur eingeredet, dass sie das nicht wollen. Sie müssen durch den Feminismus ins Licht geführt werden.

Misogynoir: Misogyny directed toward black women.

Meinethalben

LGBTQ: The acronym for “lesbian, gay, bisexual, transgender and queer.” Some people also use the Q to stand for „questioning,“ meaning people who are figuring out their sexual or gender identity. You may also see LGBTQIA. I stands for intersex and A for asexual (sometimes also „allies“).

Eine Buchstabenkombination, die immer länger wird

Cisgender: A term used to describe a person whose gender identity aligns with the sex assigned to them at birth.

Der Versuch die Ausnahme, also Transsexualität, von dem Ausnahmestatus zu befreien, indem man „Trans“ und „CIS“ gegenüberstellt. Eine Versuch, dass bisherige Wort „Normal“ zu ersetzen.

Transgender: A person whose gender identity differs from the cultural expectations of the sex they were assigned at birth.

„Bei der Geburt zugewiesen“. Da geht es darum, dass alles sozial konstruiert ist. Dabei sind gerade diese Fälle mit einem Scheitern einer Sozialisierung ein guter Nachweis, dass es keine soziale Konstruktion ist.

Gender fluidity: Not identifying with a single, fixed gender.

Teilweise eine übertriebene Zuweisung bestimmter Geschlechter zu bestimmten Tätigkeiten, teilweise eben auch ein tatsächliches dazwischenliegen mit Umschalten, zB bei Gendervarianz

Women of color: Women who aren’t white.

Alles was nicht weiß ist. Wobei das dann sehr variieren kann. Die Bösen sind jedenfalls weiß oder zeigen Spätfolgen einer Kolonalisierung durch Weiße

Title IX: Protects people from discrimination based on sex in education programs or activities that receive federal financial assistance.

Ein amerikanisches Programm, welches teilweise dazu führte, dass Männersportarten aufgelöst werden mussten, weil sich nicht genug Frauen fanden

Victim-blaming: When the victim of a crime or harmful act is held fully or partially responsible for it. If you hear someone questioning what a victim could have done to prevent a crime, that’s victim-blaming, and it makes it harder for people to come forward and report abuse. Groups working to eradicate abuse and sexual assault are clear: No woman is guilty for violence committed by a man.

Die Aufgabe jeder Verantwortlichkeit und eine Rechtfertigung dafür, dass man alle Schuld auf andere schieben kann und von denen verlangen kann, sich zu ändern, ohne selbst das geringste tun zu müssen. Frauen wollen mehr verdienen? Dann müssen sie nicht etwa mehr Überstunden machen  oder andere Berufe wählen, das kann schon victim blaming sein. Sondern Männer müssen die Arbeitswelt und die Löhne so umgestalten, dass Frauen mehr verdienen, denn sie diskriminieren ja. Eine Entschuldigung um Forderungen zu erheben und dabei eigene Anteile auszublenden.

Yes means yes: A paradigm shift in the way we look at rape, moving beyond „no means no“ toward the idea that consent must be explicit.

Und so unpraktisch und unsexy, dass es außerhalb dieser Szene keinerlei Bedeutung hat

Male gaze: A way of looking at the world through a masculine lens that views women as sexual objects.

Ein Teil des Versuches männliche Sexualität abzuwerten. Man kann Männer nicht dazu bringen, attraktive Frauen nicht zu sexualisieren. Auch ein Versuch intrasexuelle Konkurrenz einzuschränken, mit dem man Prüderie verbergen kann.

Privilege: The idea that some people in society are advantaged over others.

Und insbesondere deswegen die „Bösen“ sind.

On the Internet
Bropropriating: Stealing an idea from a woman and putting it into the world as your own.

Kannte ich noch gar nicht. Aber natürlich ein schlauer Weg des Patriarchats Frauen klein zu halten.

Manterrupting: When a man interrupts a woman, especially excessively. Examples: During the 2009 MTV Video Music Awards when Kanye West grabbed the mic from Taylor Swift, who had just won an award and was trying her best to accept it, to let everyone know „Imma let you finish, but Beyoncé had one of the best videos of all time.” Or, during September’s presidential debate when Donald Trump interrupted Hillary Clinton 22 times in the first 26 minutes. Or when Senate majority leader Mitch McConnell interrupted Elizabeth Warren’s recitation of Coretta Scott King’s 1986 letter against Jeff Sessions, but allowed Bernie Sanders to read it the next day.

Machen Männer auch nie untereinander, es geht nur darum Frauen klein zu halten.

Mansplain (verb) mansplainy (adjective): When a man explains something to a woman in a condescending way when he either 1) doesn’t know anything about it or 2) knows far less than the woman he is talking to. Sorry, if you already knew that.

Sexistischer Begriff für „Bevormundung“. Würden Frauen natürlich nie machen, etwa wenn sie einem Vater fragen, ob er sein Kind füttern oder windeln kann oder wenn sie meinen besser kochen zu können oder wenn sie sonst der Auffassung sind, dass sie in einem Gebiet besser sind.  Auch wunderbar zur Immunisierung gegen Kritik: Wann immer ein Mann etwas erklärt braucht man nicht mehr auf den Inhalt einzugehen, wenn man ihm schlicht vorwirft, dass er „Mansplaint

Manspreading: When men take up excess space by sitting with their legs far apart. This is such an actual thing that in 2014 New York’s Metropolitan Transportation Authority launched a campaign to get guys to close their legs to make more room on the subway.

Nur Männer breiten sich aus. Frauen, die etwa Handtaschen auf den Nachbarsitz stellen oder andersweitig Sitze neben sich blockieren gibt es nicht! Wen interessieren da biologische Gründe für das breitere Sitzen bei Männern

Feminazi: A derogatory term for a radical feminist.

Wenige Feministinnen sehen sich als solchen. Zu viele sind radikale Feministinnen bei denen die meisten Menschen erschreckt wären, wenn sie wüssten, was sie so vertreten

Woke: Rooted in black activist culture, it means you’re educated and aware, especially about injustice. Rep. Maxine Waters, D-Ca., has told young people to „stay woke.“ If you’re thinking about it in the context of women’s rights, look at the #SayHerName campaign, which works to raise awareness for black women who are victims of police brutality.

Heute fast nur noch spöttisch gebraucht habe ich das Gefühl

Types of feminism
Intersectional feminism: If feminism is advocating for women’s rights and equality between the sexes, intersectional feminism is the understanding of how women’s overlapping identities — including race, class, ethnicity, religion and sexual orientation — impact the way they experience oppression and discrimination.

Ein Feminismus, der so viel Angst davor hat, dass man ihm Rassismus vorwirft, dass er sich weigert irgendeine Kritik an Leuten, die nicht weiß sind, zu äußern. Ein Feminismus, der wie kein anderer ein „Nicht gut genug Aktivismus“ ist, weil nicht nur der Begriff Sexismus beliebig verfeinert werden kann, sondern durch weitere Ebenen über Rassismus, Transfeindlichkeit, Fatshaming, Ableismsm etc alles, aber auch wirklich alles, als „Problematisch“ ansehen werden kann. Ein Weg, der immer in Vorwürfen und Selbstzerfleischungen enden muss, wenn sie nicht genug offensichtliche Gegner haben. Deswegen auch oft hassend.

Transfeminism: Defined as „a movement by and for trans women who view their liberation to be intrinsically linked to the liberation of all women and beyond.“ It’s a form of feminism that includes all self-identified women, regardless of assigned sex, and challenges cisgender privilege. A central tenet is that individuals have the right to define who they are.

Einer der verrücktesten Feminismen überhaupt: Jede Erwähnung von „männlichen“ oder „weiblichen“ Eigenschaften oder jede Nennung von Mann und Frau gilt als Transfeindlichkeit, weil diese ausgeschlossen werden. Jedes Anzweifeln, dass Transpersonen nicht dem Geschlecht zugehören, dem sie sich zugehörig fühlen, also Mann und Frau sind, gilt auch als Transfeindlichkeit.

Women of color feminism: A form of feminism that seeks to clarify and combat the unique struggles women of color face. It’s a feminism that struggles against intersecting forms of oppression.

Ein Feminismus, bei dem es wichtig ist, dass schwarze Frauen besser sind als weiße Frauen und grundsätzlich eine Extrawurst benötigen. Weiße sind böse und Schwarze sind gut. Kann auch zu grotesken Forderungen führen. Letztendlich eine Form der Hierarchie, die aber gleichzeitig Gelegenheit zum Virtue Signalling gibt, indem man sie anerkennt und für ihren Erhalt kämpft.

Empowerment feminism: Beyoncé’s Formation comes on at the club, and you and your friends hit the dance floor hard. Empowerment feminism puts the emphasis on „feeling,“ though some feminists would argue feeling amazing is not a great gauge of how society is actually supporting your self-expression and flourishing. Sheryl Sandberg’s perpetually controversial Lean In, which focuses on how women can make changes to achieve greater success in the workplace, is another example of empowerment feminism.

Welcher Feminismus setzt eigentlich nicht „Feelings“ an erste Stelle?

Commodity feminism: A variety of feminism that co-opts the movement’s ideals for profit. Ivanka Trump has been accused of peddling this brand of feminism, using her #WomenWhoWork campaign to sell her eponymous lifestyle brand.

Keine „echten Feministinnen“, sondern solche, die nur Profit machen wollen. Damit ganz anders als die Feministinnen auf staatlich bezahlten Stellen, die möglichst hohe Bedrohungslagen brauche um ihre Stelle zu rechtfertigen

Equity feminism (conservative feminism): Christina Hoff Sommers, a resident scholar at the conservative American Enterprise Institute, is a champion of what she calls „equity feminism.“ In her view, „equity feminism“ is focused on legal equality between men and women, while „gender feminism“ focuses on disempowering women by portraying them as perpetual victims of the patriarchy. In the words of President Trump’s advisor Kellyanne Conway: “I look at myself as a product of my choices, not a victim of my circumstances, and that’s really to me what conservative feminism, if you will, is all about.”

Eine interessante Vermischung, weil Equity Feminismus aus meiner Sicht nicht konservativ sein muss. Aber aus Sicht von Feministinnen ist eine Ablehnung der Opferrolle gleichzusetzen mit einem Verbleiben in der Opferrolle und/oder einem Zuarbeiten zum Patriarchat. Also konservativ.

Waves of feminism
*Some feminist scholars are moving away from „waves“ since it can give the appearance that feminists aren’t always actively fighting inequality. But if you see them, here’s generally what they’re referring to:

First wave feminism: Kicked off with the 1848 Seneca Falls Convention to discuss the „social, civil, and religious condition of woman“ and continued into the early twentieth century. It culminated in 1920 with the passage of the 19th amendment — giving women the right to vote.

Second wave feminism: Began in the 1960s and bloomed in the 1970s with a push for greater equality. Think Gloria Steinem, Dorothy Pitman Hughes, Betty Friedan. It was marked by huge gains for women in legal and structural equality.
Third-wave feminism: Beginning in the 1990s, it looked to make feminism more inclusive, intersectional and to allow women to define what being a feminist means to them personally. Also, Buffy.

Hatte ich hier etwas zu geschrieben

Wer will kann gerne auch die Begriffe einmal in den Kommentaren durchgehen.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 21. März 2017

„Müll runterbringen“ als typische Haushaltstätigkeit, die eher Männer machen

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 21. März 2017

„Ich bin nicht weniger wichtig als mein Mann, der Professor ist oder eben Ingenieur“

Ein Artikel zur Partnersuche einer Karrierefrau:

Meine Unabhängigkeit ist ganz sicher hinderlich bei der Suche. Ich will den Typen nicht bewundern. Aber ich glaube, damit kommen viele Männer nicht klar. Ich will auf Augenhöhe wahrgenommen werden. Wenn ich Männer treffe, haben die alle schon eine Frau, die zu Hause die Kinder hütet, während der Mann durch die Welt tingelt, sich selbst verwirklicht, seinem Beruf nachgeht und abends dann auch noch manchmal nette Kolleginnen ausführt.

Meine Mutter sagt, diesen Mann, der mich auf Augenhöhe trifft und der mein Leben teilt, gibt es nicht. Also ein bisschen muss ich ihr recht geben: Zumindest in Schmalkalden gibt es den nicht. Meine letzte Partnerschaft ist kaputtgegangen, weil er ganz klar gesagt hat: ‚Ich habe meinen Job, ich bin Ingenieur, ich bringe das Geld nach Hause. Lass doch du deine Dissertation!‘ Er wollte, dass ich meine Arbeit auf Eis lege, ihn heirate und Kinder bekomme. Die Dissertation war für ihn nur so eine Zwischenarbeit zwischen Studium und Mutterschaft. Und da habe ich natürlich gesagt: ‚Nein, ich schreibe meine Dissertation.‘ Und dann ist das eben auseinandergegangen.

Ich habe doch auch Wünsche und Träume und bin nicht weniger wichtig als mein Mann, der Professor ist oder eben Ingenieur. So wie ich mich für seine Projekte interessiere, muss er sich auch für meine Projekte interessieren.

Interessant finde ich, dass die Idee, dass ein Partner kein Ingenieur oder Professor sein muss, ihr anscheinend gar nicht in den Sinn kommt. Sie will einen Mann, der Karriere gemacht hat, dann aber anscheinend das auch wieder einschränkt.

Inwiefern ihre eigenen Partnerwahlkriterien da die Suche behindern und ob sie vielleicht nach einem Mann suchen sollte, der weniger auf Karriere aus wahr, kommt da nicht in ihren Gedanken vor.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 20. März 2017

„Alles ist ein feministisches Thema“

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 20. März 2017

Mikroaggressionen: Wissenschaftlich keine überzeugende Theorie

Eine interessante Studie befasst sich mit Mikroaggressionen:

The microaggression concept has recently galvanized public discussion and spread to numerous college campuses and businesses. I argue that the microaggression research program (MRP) rests on five core premises, namely, that microaggressions (1) are operationalized with sufficient clarity and consensus to afford rigorous scientific investigation; (2) are interpreted negatively by most or all minority group members; (3) reflect implicitly prejudicial and implicitly aggressive motives; (4) can be validly assessed using only respondents’ subjective reports; and (5) exert an adverse impact on recipients’ mental health. A review of the literature reveals negligible support for all five suppositions. More broadly, the MRP has been marked by an absence of connectivity to key domains of psychological science, including psychometrics, social cognition, cognitive-behavioral therapy, behavior genetics, and personality, health, and industrial-organizational psychology. Although the MRP has been fruitful in drawing the field’s attention to subtle forms of prejudice, it is far too underdeveloped on the conceptual and methodological fronts to warrant real-world application. I conclude with 18 suggestions for advancing the scientific status of the MRP, recommend abandonment of the term “microaggression,” and call for a moratorium on microaggression training programs and publicly distributed microaggression lists pending research to address the MRP’s scientific limitations.

Quelle: Microaggressions Strong Claims, Inadequate Evidence

Zu den Grundlagen:

. Microaggressions are typically defined as subtle snubs, slights, and insults directed toward minorities, as well as to women and other historically stigmatized groups, that implicitly communicate or at least engender hostility (Sue et al., 2007). Compared with overtly prejudicial comments and acts, they are commonly understood to reflect less direct, although no less pernicious, forms of racial bias. For example, in attempting to compliment an African American college student, a White professor might exclaim with surprise, “Wow, you are so articulate!”, presumably communicating implicitly that most African American undergraduates are not in fact well-spoken. Recently, Shaun R. Harper, founder of the Center for the Study of Race and Equity in Education, described meeting an African American student whose professor in a large engineering course expressed incredulity that he had received a perfect score on an exam (Intelligence Squared U.S., 2016).

Zur Geschichte des Konzepts:

The term microaggression was coined by Harvard University psychiatrist Chester Pierce in 1970 to describe seemingly minor but damaging put-downs and indignities experienced by African Americans. Pierce wrote that “every Black must recognize the offensive mechanisms used by the collective White society, usually by means of cumulative proracist microaggressions, which keep him psychologically accepting of the disenfranchised state” (Pierce, 1970, p. 472). Over the next 37 years, a few scattered publications referred to microaggressions, especially in the context of race relations between Whites and African Americans (Nadal, 2013).

It was not until 2007, however, that the microaggression concept began to filter into the academic mainstream. In an influential article (cited 1,617 times according to the Google Scholar database as of November 2016) published in the American Psychological Association’s flagship journal, American Psychologist, Columbia University counseling psychologist Derald Wing Sue and his coauthors introduced the notion of microaggressions to the broader psychological community (Sue et al., 2007). They defined microaggressions as “brief and commonplace daily verbal, behavioral, or environmental indignities, whether intentional or unintentional, that communicate hostile, derogatory, or negative racial slights and insults toward people of color” (p. 271). Microaggressions can be verbal comments (e.g., subtle racial slights), behaviors (e.g., ignoring minority individuals), or environmental decisions (e.g., naming all buildings on a college campus after White individuals). According to Sue et al., microaggressions necessarily lie in the eye of the beholder: “First, the person must determine whether a microaggression has occurred” (p. 279). Microaggressions are usually, although not invariably, emitted unconsciously by individuals, termed “perpetrators” (p. 272) by Sue and colleagues. In this article, I adopt the somewhat ungainly term “deliverers” in lieu of the pejorative term “perpetrators” to avoid any connotation of intentionality or malevolence.

According to Sue et al. (2007), microaggressions are pernicious precisely because they are usually ambiguous (see also Sue, Capodilupo, & Holder, 2008). Victims of microaggressions are typically trapped in a catch-22. Because they are uncertain of whether prejudice has actually been expressed, recipients frequently find themselves in a no-win situation. If they say nothing, they risk becoming resentful. Furthermore, they may inadvertently encourage further microaggressions from the same person. In contrast, if they say something, the deliverer may deny having engaged in prejudice and accuse them of being hypersensitive or paranoid. As a consequence, recipients may become understandably reluctant to call out deliverers on future microaggressions.

Sue et al. (2007) differentiated among three subtypes of microaggressions. The derivation of these microaggression subtypes was based not on systematic data but on observation and consultation with the descriptive literature on prejudice.

Microassaults, which tend to be the most blatant of the three, are “explicit racial derogation(s) characterized primarily by a verbal or nonverbal attack meant to hurt the intended victim through name-calling, avoidant behavior, or purposeful discriminatory actions” (Sue et al., 2007, p. 277). They might include using racial slurs, drawing a swastika on someone’s door, or referring to an African American as “colored.” In contrast to other microaggressions, microassaults are often intentional. Microinsults are barbs and put-downs that impart negative or even humiliating messages to victims; they “convey rudeness and insensitivity and demean a person’s racial heritage or identity” (p. 277). For example, according to Sue et al., an employer’s saying “I believe the most qualified person should get the job, regardless of race” (p. 274) is a microinsult, as is a teacher’s failing to call on a minority student who raises her hand in class. Finally, microinvalidations “exclude, negate, or nullify the psychological thoughts, feelings, or experiential reality of a person of color” (p. 274). According to Sue et al., a microinvalidation could be a White person’s informing an African American that “I don’t see race”; it might also be an African American couple receiving poor restaurant service and being told by White friends that they were oversensitive in interpreting this poor service as race-related. Sue et al. maintained that microinsults and microinvalidations are more detrimental to mental health than are microassaults given their greater ambiguity and hence their heightened potential to place recipients in a catch-22 (see also Sue, 2010b). This hypothesis will probably strike many readers as counterintuitive given that microassaults are almost always more overtly severe than are microinsults and microinvalidations; I revisit this assertion in a later section (see “Situational Strength”).

Sue and colleagues (2007; pp. 276–277) presented a detailed table delineating examples of microaggressions (see Table 1 in Sue et al., 2007), which has since been adopted or adapted by numerous colleges and universities in training programs to warn faculty members and students against potential microaggressions. In this table, Sue et al. distinguished among nine lower-order categories of microaggressions: Alien in Own Land, Ascription of Intelligence, Color-blindness, Assumption of Criminal Status, Denial of Individual Racism, Myth of Meritocracy, Pathologizing Cultural Values/Communication Styles, Second-Class Citizen, and Environmental Microaggressions. Again, these categories were deduced rationally/theoretically rather than from systematic data. This table also lists the implicit “message” (p. 276) associated with each microaggression (see also Sue, 2010b). For example, the microaggression “America is a melting pot” (p. 276), which falls under the category of Color-blindness, ostensibly communicates the message that minority individuals should conform to majority culture; the microaggression “I believe the most qualified person should get the job” (p. 276), which falls under the category of Myth of Meritocracy, ostensibly communicates the message that minorities are often accorded an unfair advantage when applying for employment; and the microaggression of ignoring a minority individual at a store counter, which falls under the category of Second-Class Citizen, ostensibly communicates the message that Whites are inherently more valuable than are minorities.

Aus einem Bericht über die Studie:

This seems coherent on its face, but Lilienfeld argues there is an elastic nature to the definition, for example allowing Sue to assert that “the fact that psychological research has continued to inadequately address race and ethnicity…is in itself a microaggression.” In addition, items filed as microassaults include racial slurs and swastika graffiti; Lilienfeld argues that there is nothing micro about these events, so including them alongside the other examples muddies the waters and could spuriously make microaggressions appear culpable for harm, when the responsible party was old-fashioned abuse.

It’s not just that the edges of microaggression are poorly defined: ambiguity is baked into the entire concept. Advocates see this as a key feature, and claim that more ambiguous acts of prejudice are the most damaging, because they are the hardest to deal with – that aforementioned catch-22. (Sue again: “The invisibility of racial microaggressions may be more harmful to people of color than hate crimes or the covert and deliberate acts of White supremacists such as the Klan and Skinheads.”) Ambiguity can have its uses but the risk is that the concept becomes overly subjective.

For example, it could be that the experience of microaggressions is at least partially explained by a propensity to see fault or attack in statements. It could also be that the apparent impact of microaggressions on health or wellbeing is because people prone to negative emotionality (they score high on the trait of neuroticism) are more likely both to perceive microaggressions and to experience poorer health. One study did find an effect of microaggressions on negative moods and physical symptoms even after controlling for trait neuroticism, but the personality scale used in this study didn’t include any items related to proneness to feeling victimised, which seems an oversight.

Personality having a hand in microaggression experience would also explain why some people from minority groups report no microaggressions when canvassed. The (limited) evidence that more ambiguous slights lead to more negative outcomes could also reflect the established psychological fact that in “weak” situations with no clear guidelines for action, people’s personality – in this case, their negative emotionality – tends to assert itself to fill in the interpretive gaps.

Lilienfeld raises a lot of other issues we simply don’t have space for here: political assumptions, no measurement of base rates of everyday slights, inclusion criteria that limits participants to those who already buy into the concept to begin with, and the need to address whether people who commit microaggressions show other signs of a prejudicial mindset (something that research into the Implicit Affect test has also struggled to demonstrate). But he stresses that while he is not here to praise research into microaggression, nor is he here to bury it. He emphasises that many of these issues could be addressed by joining the microaggression field more closely with other more established areas of psychological research, and he offers a number of steps researchers could take to strengthen their research base.

Lilienfeld also suggests we all consider putting aside the word microaggression in favour of “perceived racial slight” – because we don’t yet understand the role of interpretation due to personality, and because it simply isn’t clear that those using microaggressions are showing aggression as we usually understand the word. Putting aside the charged term, together with the “victim and perpetrator” parlance used by advocates and researchers, would allow us to affirm that these ambiguous events have a reality of their own, while recognising that the nature of that reality needs further investigation to be understood.

 

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 19. März 2017

Die Neigung zu bestimmten Fähigkeiten im sprachlichen und im mathematischen Bereich

Eine interessante Studie zum „Ability Tilt“:

Highlights

• Ability tilt measured within-subject differences in math and verbal test scores.
• Males showed math tilt (math>verbal) and STEM preferences (college majors and jobs).
• Females showed verbal tilt (verbal>math) and humanities preferences.
• For both sexes, math tilt predicted math ability and verbal tilt predicted verbal ability.
• Results supported investment theories of intelligence.

This research examined sex differences in ability tilt, defined as within-subject differences in math and verbal scores on three tests (SAT, ACT, PSAT). These differences produced math tilt (math>verbal) and verbal tilt (verbal>math). Both types of tilt were correlated with specific abilities (e.g., verbal and math), based on the Armed Services Vocational Aptitude Battery. Tilt was also correlated with college majors in STEM (e.g., science and math) and the humanities (e.g., English and history), and with jobs in STEM and other occupations. Males showed math tilt and STEM preferences, whereas females showed verbal tilt and humanities preferences. For males and females, math tilt predicted math ability and STEM criteria (majors and jobs), and verbal tilt predicted verbal ability and verbal criteria. Tilt scores correlated negatively with competing abilities (e.g., math tilt and verbal ability). The results supported investment theories, which assume that investment in a specific ability boosts similar abilities but retards competing abilities. In addition, the results bolster the validity of tilt, which was unrelated to g but still predicted specific abilities, college majors, and jobs.

Quelle: Sex differences in ability tilt: Support for investment theory

 

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