Was Männer nach Vorstellung radikaler Feministinnen machen können um Frauen zu helfen

Im Rahmen von „HowIwillchange“ wurden auch von einer Twitter-Nutzerin Tipps für Männer veröffentlicht,  was Männer machen können, um die Situation für Frauen zu verbessern.

Hier sind die Tipps:

But if you’re a man unsure of what you can do right now to support women, instant changes you can make this very second in your daily life that will make life better for women (and, bonus, for men too!), here you go:

  1. Overcome your own transphobia. Trans women are women. Trans men are men. Accept the lived truth of NB and GNC people, whether or not they are women.
  2. Be pro-choice and be vocal in support of reproductive rights. (And generous! Give to the National Network of Abortion Funds!) Understand that the opposite of reproductive choice is forced childbearing.
  3. Support subsidized birth control. Support women’s healthcare. Support women’s preventative healthcare. Support medical trials that include (or even prioritize) women.
  4. Support nontaxed menstrual products. Ask your workplace if tampons and pads are free. If they’re not, advocate for them to be free. Get over any embarrassment you may have about menstruation.
  5. Vocally advocate at your workplace for longer and more egalitarian paid parental leave, whether or not parenthood is part of your life. Advocate for lactation spaces. Advocate for on-site or subsidized childcare.
  6. Tell your elected officials that you are a man who votes and you prioritize women’s issues when you decide who to vote for. Then actually prioritize women’s issues when you decide who to vote for. Understand that women’s issues are your issues.
  7. Whenever you are in a group composed of only men (whether it’s social, work, church, or whatever) ask yourself why there are no women present. Then ask out loud why. Force an honest answer.
  8. Cultivate genuine, intimate, nonsexual friendships with women.
  9. Seek out women to be your heroes and mentors.
  10. Any time you see a building, street, institution, etc. named for a man, see how long it takes you to spot another one named for a woman. (Any time you see one named for a woman, check to see if it’s on something oriented specifically toward women, children, or families. Odds are good it will be!)
  11. Ask yourself what things you don’t do, for whatever reason, that you also think of as something women tend to do. (Sew? Send birthday cards? Care about skincare?) Try doing it for a while, just to see what it’s like to be a person who does the thing.
  12. Talk less. In all spaces. At all times. At a lower volume.
  13. When you need support, reach out to men as well as women. Work to be a person your friends of all genders can reach out to when they need support. Create a culture of openness around yourself.
  14. Consume media marketed to women. Don’t perform your consumption.
  15. Deprogram your beliefs about thinness being an optimal state of feminine beauty. Deprogram your beliefs that your desire matters in determining a woman’s worth.
  16. Jerk off without porn for a while.
  17. Learn about racism and intersectionality, and do everything you can to empower and amplify black women and NBWOC.
  18. Detach yourself from straw-man definitions for hot-button issues (intersectionality, cultural appropriation, political correctness, preferred pronouns, etc.) and learn what they’re really about. Unpack the real meanings behind phrases like “SJW” and “feminazi.” Believe people when they say they’re in pain.
  19. Prioritize kindness.
  20. Befriend children.

There are infinitely more things you can do. This is just a start. Pick a few that seem easy — and at least one that seems hard — and start doing them today. You start the rest tomorrow.

Klingt nach dem typischen feministischen Ratschlägen. Akzeptiere alles, unterwerfe dich bedingungslos und richte dein Leben neu auf Frauen aus.
Was sagt ihr zu den Tipps?

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#MeToo und #HowIwillchange

In Reaktion auf Weinstein lief gestern auf Twitter eine internationale Version des Aufschreis, #metoo

Männer wurden aufgefordert, öffentlich Besserung zu geloben ode ihre Taten einzugestehen:

Schon war auch der Hashtag #Howiwillchange geboren:

Aber natürlich rief das auch Gegenstimmen auf den Plan:

 

 

Sawsan Chebli, die nicht erkannte Staatssekretärin und (un)passende Komplimente

Sawsan Chebli ist Staatssekretärin in Berlin und wurde auf einer Konferenz, bei der sie einen Vortrag halten sollte, nicht erkannt. Begründet wurde das damit, dass sie zu jung und zu hübsch sei.

Sawsan Chebli Sexismus

Sawsan Chebli Sexismus

Oder noch mal als Text:

Unter Schock – Sexismus

Vorfall: Ich sollte heute Morgen eine Rede halten. Vier Männer sitzen auf dem Podium. Ich setze mich auf den reservierten Platz in die erste Reihe. Vorsitzender vom Podium aus: „Die Staatssekretärin ist nicht da. Ich würde sagen, wir fangen mit den Reden dennoch an.“ Ich antworte ihm aus der ersten Reihe: „Die Staatssekretärin ist da und sitzt vor Ihnen. Er antwortet: „Ich habe keine so junge Frau erwartet. Und dann sind Sie auch so schön.“ Ich war so geschockt und bin es immer noch. Ich bin jedenfalls ans Pult: „Sehr geehrter Herr Botschafter a.D., es ist schön, am Morgen mit so vielen Komplimenten behäuft zu werden.“ Im Saal herrschte Totenstille. Dann habe ich meine Rede abwechselnd in deutscher und englischer Sprache frei gehalten. Es war ein internationales Forum.

Klar, ich erlebe immer wieder Sexismus. Aber so etwas wie heute habe auch ich noch nicht erlebt.

Das sind relativ wenig Informationen und es kommt einem einiges an Fragen in den Sinn:

Die Staatssekretärin ist anscheinend ein wichtiger Gast, aber ihr Eintreten bleibt vollkommen unbemerkt?  Hat sie sich nicht angemeldet, ist sie nicht zum Podium hoch um sich den Herrschaften vorzustellen, wenn sie kommt und da eh gleich eine Rede halten soll?

Und natürlich: Hat sich der Vorsitzende nicht informiert, wer da kommt, wenn er anscheinend wusste, dass die Staatssekretärin erwartet wird? Über Google findet man ja leicht ein Bild.

Es wäre also ein Fehler gewesen, der eigentlich leicht zu vermeiden gewesen wäre: Und zwar von beiden Seiten. Es ist durchaus möglich, dass er dachte, dass man ihm die Staatssekretärin ja ankündigen würde oder sie sich an ihn wenden würde, wenn sie kommt und er nicht erwartet hat, dass sie sich einfach hinsetzt. Es ist auch möglich, dass er dann die Situation überspielen wollte, mit einem Kompliment.

In der Tat sieht sie ja sehr jung aus, auch weil sie zumindest auf ihrem Profilfoto von Facebook stark das Kindchenschema bedient:

Sawsan Chebli

Sawsan Chebli

Sie ist 39 Jahre alt, ich habe das von ihr verwendete Bild mal durch eine Altererkennungsseite laufen lassen:

Sawsan Chebli Alter

Sawsan Chebli Alter

Ich habe natürlich keine Ahnung, wie alt sie auf dem Bild tatsächlich ist, vielleicht hat sie tatsächlich ein Bild genommen, auf dem sie sehr jung aussieht.

Ich habe mal das nächste Foto von Facebook genommen:

Sawsan Chebli Alter

Sawsan Chebli Alter

Ihr etwa gleichaltrige Kollege, ein Staatssekretär aus Berlin, wird übrigens wesentlich besser  erkannt (er ist Jahrgang 1979):

Das er sie nicht erkannt hat mag vielleicht daran liegen, dass er eine 39 Jahre alte Frau erwartet hat und sie tatsächlich jünger aussieht, so jung, dass man nicht erwartet, dass sie Staatssekretärin ist.

So will sie anscheinend auch wirken, denn das Foto, mit dem sie sich präsentiert, ist das, auf dem sie mit am jüngsten aussieht.

Insofern war der Vorsitzende zumindest ehrlich: Er hat aufgrund ihres Alters dem Aussehen nach nicht gedacht, dass sie Staatssekretärin ist und da lag er auch nicht wirklich falsch., wenn man sich andere Staatssekretäre anschaut.

Sie nennt dies als den schlimmsten Sexismus, den sie je erlebt hat. Das spricht aus meiner Sicht eher dafür, dass ihr Leben relativ frei von Sexismus war. Aber auch dafür, dass sie  anscheinend nicht bereit ist, sich ihre eigene Wirkung bewußt zu machen, denn so hätte der Fehler vermieden werden können. Sie hätte sich angemeldet, wäre auf die Leute zugegangen, hätte kurz etwas mit ihnen geschwatzt, vielleicht noch einen Witz gemacht, dass sie es wirklich ist und sich gut gehalten hat, und hätte dann Platz genommen.

Wenn man aber in einer Opferhaltung denkt bzw. eine Anspruchshaltung hat, dass andere einen per se einen hohen Status zuerkennen müssen, dann kommt es zu solchen Vorfällen. Und dann werden sexistische Vorfälle eine sich selbst  verstärkende Prophezeiung. Sie geht nicht auf die Leute zu, weil diese sie so erkennen müssen, denn sonst ist es Sexismus. Also erkennen sie sie nicht und es ist ein Nachweis, dass die Welt sexistisch ist.

 

 

Wie man feministisch richtig weitere Weinsteins verhindert (und warum das nicht klappt)

Julian Dörr schreibt in der Süddeutschen, warum man gerade jetzt noch feministischer werden muss:

Was heißt das nun für die Kulturprobleme der sexuellen Diskriminierung und der sexuellen Belästigung? Ganz einfach: Wenn wir die Weinsteins dieser Welt loswerden wollen, dann müssen wir dringend verändern, wie wir als Gesellschaft über die halbabsorbierte Gegenkultur des Feminismus sprechen. Oder etwas überspitzt: Wer die Weinsteins dieser Welt loswerden will, der muss endlich aufhören, über das Binnen-I zu witzeln. Frauenfeindliche Strukturen lassen sich nur dann auflösen, wenn ihnen Stück für Stück der Platz in der Gesellschaft genommen wird. Wenn die Rückzugsorte sexueller Diskriminierung und Belästigung ausgeräuchert werden. Um das zu erreichen, braucht es eine starke Gegenkultur. Eine Gegenkultur, die auch von Männern getragen werden muss. Von Männern, die sich nicht vom Label Feminismus abschrecken lassen dürfen. Im Fall Weinstein dauerte es Tage, bis sich die ersten männlichen Schauspieler zu Wort meldeten.

Es ist dieser naive Glaube, dass man Leute mit Binnen-Is umerziehen kann. Und das Binnen-Is etwas daran ändern, dass Leute Macht mißbrauchen.

Warum sollte es für Weinstein weniger interessant sein, mit Frauen schlafen zu wollen, wenn er Binnen-Is verwendet? Warum sollte es für Frauen, die etwas davon wussten, nicht mehr gefährlich sein, einen mächtigen Mann zum Feind zu haben, wenn sie überall Binnen-Is sehen.

Der Feminismus kann dabei nichts erreichen, weil er zu verrückt ist. Es ist eine Ideologie, die man nur mit einigen Verrenkungen vertreten kann, weil sie schlicht nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Und deswegen interessiert sie auch einen Großteil der Menschen nicht und wenn man ihnen mehr darüber beibringt, dann fällt ihnen das eher noch mehr auf. Die Unwissenheit darüber, was der radikale Feminismus vertritt, ist für diesen mit das wichtigste um nicht unterzugehen.

Im Fall Weinstein dauerte es nicht nur Tage, bis sich männliche Schauspieler zu Wort meldeten, es dauerte insbesondere Jahre bis sich Frauen, die bereits voller Feminismus waren, wie etwa Jennifer Lawrence, die gerade noch für gleiche Löhne kämpfte, zu Wort meldete.

Der gegenwärtige Feminismus kann keine Gegenbewegung sein, weil er zu Hasserfüllt ist und zu sehr in Lager spaltet. Er ist zudem zu unpraktisch um umgesetzt zu werden.

Wer die Unterdrückung, die Diskriminierung und den Missbrauch von Frauen durch Männer wie Weinstein verhindern will, der muss aufhören, die manche Facetten der Debatte um Gleichberechtigung als kleinlich und ein bisschen übertrieben wegzulächeln. Der muss aufhören, dem Feminismus dogmatische Umerziehung zu unterstellen, wie es Claus Kleber im Gespräch mit Maria Furtwängler getan hat, als die ihre Studie über die Rolle der Frau im deutschen Film und Fernsehen vorstellte (wenig überraschendes Ergebnis: Frauen sind unterrepräsentiert).

Ich denke er muss es gerade machen und es wäre besser, wenn es möglichst viele machen. Denn zum einen muss was wahr ist auch wahr bleiben, zum anderen ändern diese Vorhalte nicht und der Feminismus behindert sogar eher erfolgsversprechende Gegenmaßnahmen.

Wer sexuelle Übergriffe verhindern will, der braucht Geschlechtergerechtigkeit, der braucht das Binnen-I, der braucht die Quote, der braucht gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Der Weg dorthin verlangt kleinliche, langwierige und frustrierende Arbeit. Aber sie ist notwendig. Diskriminierung und sexuelle Übergriffe werden nicht von selbst mit den jetzigen alten weißen Männern verschwinden. Diese Probleme sind strukturell. Und sie reproduzieren sich. Frauenfeindlichkeit hört nur dann auf, wenn sich die Kultur ändert. Mit anderen Worten: Frauenfeindlichkeit hört nur dann auf, wenn Männer damit aufhören.

Da ist er schon wieder, der Hinweis auf die Hautfarbe, eine rassistische Struktur im Feminismus. Als hätte es Vorwürfe gegen Bill Cosby, R. Kelly, CeeLo Green, Kobe Bryant, Myke Tyson oder Tupac Shakur nicht gegeben.

Sexuelle Belästigung hört schlicht nie auf. Weil der Markt nicht einfach verschwindet, der es für die Handelnden interessant macht.  Es wird immer Leute geben, die Macht einsetzen um andere Ziele zu erreichen. Und Leute werden auch immer dazu schweigen, wenn es ihnen selbst Vorteile bringt. Shaming oder Belehrungen ändern daran nichts, weil es ja von vorneherein darauf ausgelegt ist, im Dunklen zu bleiben.

Das wäre die wesentlichste Einsicht, die man haben müsste, und genau die behindert der Feminismus mit seinen falschen Theorien.

Wenn man etwas machen wollte, dann müsste man die Vorstellung, dass man Leute wie Weinstein nur in eine Seminar für Binnen-Is stecken muss und sie ändern sich, aufgeben. Sie wären dann vielleicht etwas vorsichtiger oder würden noch nachhaltiger die Leute einschüchtern, aber ansonsten blieben die Motivationen bestehen.

Wenn man etwas produktives machen wollte, dann kann man nur Gelegenheiten nehmen und Vorbeugen bzw. die Gefahren eines Nachweises erhöhen.

Ein Verein für weibliche Schauspieler beispielsweise, der Gerüchte anonym sammelt und Produzenten Gefahrenstufen zuweist und deren Mitglieder dann grundsätzlich eine Freundin mitbringen, wenn sie mit ihm in Kontakt treten, wäre wohl effektiver.

Und genau das passiert ja auch: Jeder in Hollywood wusste davon, dass Weinstein jemand ist, mit dem man als Frau besser nicht allein ist. Es gibt entsprechende Gerüchte, man sichert sich ab, kann so sogar mit ihm zusammen arbeiten. Man könnte das ausbauen, aber es unnötig machen, das wird nie gelingen.