Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 14. Februar 2016

“Lieber männlicher Geflüchteter”

Gerade wird sich über diesen Text aufgeregt:

 

Lieber männlicher Geflüchteter,

vermutlich in meinem Alter. Vermutlich ein paar Jahre jünger. Ein bisschen älter.

Es tut mir so unfassbar Leid!

Vor fast einem Jahr habe ich die Hölle gesehen, aus der du geflohen bist. Ich war nicht direkt am Brandherd, aber ich habe die Menschen in dem Flüchtlingslager in Südkurdistan besucht. Habe alte Großmütter gesehen, die sich um zu viele elternlose Kinder kümmern müssen. Ich habe die Augen dieser Kinder gesehen, einige haben ihr Leuchten nicht verloren. Ich habe aber auch die Kinder gesehen, deren Blick leer und traumatisierend war. Ich habe mir von ca 20 ezidischen Kindern in ihrem Matheunterricht arabische Schriftzeichen zeigen lassen und weiß noch, wie ein kleines Mädchen angefangen hat zu weinen, nur weil ein Stuhl umfiel.

Ich habe einen Hauch der Hölle gesehen, aus der du geflohen bist.

Ich habe nicht gesehen, was davor geschehen ist und auch deine strapaziöse Flucht habe ich nicht miterleben müssen.

Ich bin froh und glücklich, dass du es hierher geschafft hast. Das du den IS und seinen Krieg hinter dir lassen konntest und nicht im Mittelmeer ertrunken bist.

Aber ich fürchte, du bist hier nicht sicher.

Brennende Flüchtlingsunterkünfte, tätliche Angriffe auf Refugees und ein brauner Mob, der durch die Straßen zieht.

Ich habe immer dagegen angekämpft, dass es hier so ist.

Ich wollte ein offenes Europa, ein freundliches. Eins, in dem ich gerne leben kann und eins, in dem wir beide sicher sind. Es tut mir Leid.

Für uns beide tut es mir so unglaublich Leid.

Du, du bist nicht sicher, weil wir in einer rassistischen Gesellschaft leben.

Ich, ich bin nicht sicher, weil wir in einer sexistischen Gesellschaft leben.

Aber was mir wirklich Leid tut ist der Umstand, dass die sexistischen und grenzüberschreitenden Handlungen die mir angetan wurden nur dazu beitragen, dass du zunehmendem und immer aggresiverem Rassismus ausgesetzt bist.

Ich verspreche dir, ich werde schreien. Ich werde nicht zulassen, dass es weiter geschieht. Ich werde nicht tatenlos zusehen und es geschehen lassen, dass Rassisten und besorgte Bürger dich als das Problem benennen.

Du bist nicht das Problem. Du bist überhaupt kein Problem.

Du bist meistens ein wunderbarer Mensch, der es genauso wie jeder andere verdient hat, sicher und frei zu sein.

Danke, dass es dich gibt – und schön, dass du da bist.hier

Man regt sich auf, weil sie kurz davor eine Anzeige erstattet hat, weil sie drei Männer ausländischer Herkunft vergewaltigt haben sollen.

Nun wird dieser Text so interpretiert, dass sie sich damit bei den Tätern entschuldigen will. Aus meiner Sicht eine gänzlich falsche Auslegung.

So wie ich das sehe entschuldigt sie sich nicht bei den Tätern sondern bei anderen Flüchtlingen dafür, das die Tat ihrer Vergewaltiger nun genutzt werden wird einen Generalverdacht gegen alle männlichen Flüchtlinge zu begründen. Sie stellt klar, dass sie wegen der Tat gegen sie nicht andere männliche Flüchtlinge unter einen Generalverdacht stellt.

Was ist daran bezüglich des betonens der Unschuld anderer Männer zu kritisieren? Die männlichen Flüchtlinge haben ganz überwiegend niemanden vergewaltigt.

Ist das nicht grundsätzlich genau die Haltung, die wir gerne von Frauen hätten?

Ein Text einer vergewaltigten Frau

“Liebe Mann an sich, du bist toll, es tut mir leid, dass die Taten einzelner Männer gegen mich nun mehr von Feministinnen genutzt werden um eine Rape Culture zu behaupten.

Ich verspreche dir, ich werde schreien. Ich werde nicht zulassen, dass es weiter geschieht. Ich werde nicht tatenlos zusehen und es geschehen lassen, dass Feministinnen und Sexisten dich als das Problem benennen.

Du bist nicht das Problem. Du bist überhaupt kein Problem.

Du bist meistens ein wunderbarer Mensch, der es genauso wie jeder andere verdient hat, sicher und frei zu sein.

Danke, dass es dich gibt.

wäre ein großartiger Text. Es erscheint mir hilfreich, hier die Argumente, die man gegen ihren Text bringt in übertragener Form gegen meine Umformulierung vorzubringen und zu schauen, wie sie da klingen.

Natürlich ist der obige Text dennoch ein großartiges Beispiel für Doppeldenk. Denn sie schafft es gleichzeitig einen Generalverdacht gegen die deutsche Gesellschaft einzubringen und diese für alles verantwortlich zu machen, das alte Märchen der von weißen errichteten Rape Culture und überhaupt der Schlechtigkeit der weißen Welt.

Ihre Beschränkung auf männliche Flüchtlinge und ihre Verklärung andere Kulturen sowie die Verteufelung der westlichen Welt, das alles ist ihr durchaus vorzuwerfen.

Das sie nicht alle männlichen Flüchtlinge für die Tat Einzelner verantwortlich macht allerdings nicht.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 13. Februar 2016

Selbermach Samstag 174 (13.02.2016)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 13. Februar 2016

“Männer wählen schlaue statt schöne Frauen”

Ein Artikel macht gerade die Runde, der interessante Theorien zur Partnerwahl aufstellt:

In the current sociocultural framework for understanding mating preferences, we propose that gender roles affect sex differences and similarities in mate preferences. Gender roles, in turn, are shaped by the unequal division of labour between women and men. As a consequence, mating preferences and choices should converge across the sexes as the weakening of this division puts the sexes in more similar social roles in their societies. To evaluate these assumptions, we review relevant findings from three domains that show variability in gender roles:
(a) cross-cultural variability related to differences in societies’ division of labour,
(b) historical variability related to temporal changes in the division of labour, and
(c) individual variability in gender attitudes that reflects the gradual and uneven spread of shifts toward gender equality throughout each society.
The bringing together of multiple lines of evidence puts the sociocultural framework on a new and more secure foundation.
Leider habe ich die Studie nicht im Volltext gefunden, wenn sie jemand zuschicken könnte, dann wäre ich sehr interessiert.
Etwas mehr Hinweise gibt die diesbezügliche Presseerklärung:
Intelligenz über Schönheit? Bisher galt die Vermutung, dass Männer biologisch darauf programmiert sind, bei der Partnersuche vor allem auf schöne Gesichter und Rundungen anzusprechen. Eine neue Studie zeigt, dass sich die Gesetze der Partnerwahl mit der zunehmenden Gleichstellung von Männern und Frauen verändern.
Mit der Gleichstellung von Männern und Frauen verändern sich auch die Kriterien in der Partnerwahl.
Trotz Hindernissen auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter zeigen neuere Studien, dass Männer heute bei der Partnerwahl tatsächlich Intelligenz zunehmend vor Schönheit stellen. Zu diesem Schluss kommen Marcel Zentner, Professor am Institut für Psychologie der Uni Innsbruck, und seine Kollegin Alice Eagly, Professorin für Psychologie an der Northwestern University (USA), nach einer extensiven Analyse von Studien, die sich mit gesellschaftlichen Einflüssen auf die Partnerwahl befasst haben. „Wir sichteten und analysierten hunderte von Studien aus verschiedenen Disziplinen. Sie zeigen, dass die Partnerpräferenzen von Frauen und Männern mit unvermuteter Schnelligkeit auf Fortschritte in der Gleichstellung reagieren“, sagt Marcel Zentner. Dieses Ergebnis rührt an den Grundfesten einer verbreiteten Theorie, wonach unsere Partnerpräferenzen evolutionsbiologisch festgeschrieben sind. Frauen brauchen Männer mit Ressourcen zum Großziehen ihrer Kinder. Männer hingegen möglichst viele fruchtbare Frauen. So können beide die größtmögliche Zahl von Nachkommen hinterlassen. Doch einige Evolutionsbiologinnen und -biologen argumentieren heute anders. Unsere Vorfahren hätten sich ständig wechselnden Umwelten mit neuen Anpassungsproblemen stellen müssen. Den Überlebensvorteil hatten also diejenigen, die flexibel auf Veränderungen in der Umwelt reagieren konnten. Das evolutionsgeschichtliche Ergebnis sei die dem Menschen eigene Flexibilität. „Dieselbe Flexibilität erlaubt es dem Menschen auch, seine Partnerpräferenzen den gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen“, meint Alice Eagly von der Northwestern University. „Wie Vertreterinnen und Vertreter soziokultureller Ansätze schon lange vermutet haben, werden Partnerinnen und Partner vor allem danach ausgewählt, wie sehr sie in einen bestimmten Lebensentwurf hineinpassen. Und Lebensentwürfe werden durch die zunehmende Gleichstellung der Geschlechter maßgeblich geprägt“, so die Psychologin. Dass Partnerpräferenzen und Gleichstellung eng zusammenhängen, wiesen Zentner und Eagly auf drei sich gegenseitig ergänzende Arten nach.
“Flexibel reagieren können” ist eine interessante Sache. Es ist aber etwas, was Evolution nur sehr schwer verwirklichen kann. Der Dodo beispielsweise wäre in einer Betrachtung mit dem Wissen um die Zukunft sicherlich besser dran gewesen, wenn er seine Flugfähigkeit behalten hätte. Er wäre dann flexibler gewesen. Wir wissen, dass das der Evolution vollkommen egal war. Sie stellt den lang anhaltenden momentanen Vorteil in den Vordergrund.
Und da ist es beim Menschen nicht anders: Die Evolution kann nicht planen, dass wir irgendwann einmal eine Zukunft haben, in der Ernährung keine Rolle mehr spielt und wir uns auf andere Aufgaben konzentrieren müssen. Sie kann nur die Situationen verwerten, die in der Vergangenheit dazu führten, dass sich bestimmte Gene angereichert haben. Und da war es eben immer so (das baue ich schon für Elmar ein), dass man Eier teurer verkaufen konnte als Sperma und zudem die Kosten des Sex schnell bei der Frau verblieben. Wenn die Frau keine Unterstützung eines Partners benötigt hätte, dann hätten wir wie andere Menschenaffen auch keine Notwendigkeit gehabt eine Liebeschemie zu entwickeln. Wir hätten auch einfach ohne Bindung Sex haben können. Liebe macht eigentlich nur dann Sinn, wenn man sich bei der Aufzucht des Nachwuches unterstützt. Damit wird die Fähigkeit zur Unterstützung bei der Aufzucht des Nachwuchs natürlich ein relevantes Partnerwahlkriterium.
Das ist übrigens unabhängig davon, dass auch die Frau sich an der Ressourcenbeschaffung beteiligt. Evolutionsbiologische Modelle gehen nicht davon aus, dass die Versorgung alleine Sache des Mannes ist. Sie gehen nur davon aus, dass Versorgereigenschaften neben anderen Anzeichen für genetische Qualität sexy sind.
Vorstellungen ändern sich
Zunächst untersuchten Zentner und Eagly kulturübergreifende Studien. „Diese zeigen, dass das geschlechtstypische Präferenzmuster, wie Frauen sind von Einfluss und Reichtum angezogen und Männer von Jugend und Schönheit, mit zunehmender Geschlechtergleichstellung der Länder dahinschmilzt“, erklärt der Wissenschaftler. So ist die Präferenz von Frauen für solvente Männer in Ländern mit relativ niedriger Gleichstellung wie Korea oder die Türkei doppelt so stark ausgeprägt wie in Ländern mit relativ hoher Gleichstellung wie Finnland oder den Vereinigten Staaten. In Finnland sind Bildung und Intelligenz der Partnerin oder des Partners für Männer bereits wichtiger als für Frauen.
Hier müsste man sich natürlich die konkreten Studien anschauen. Eine Studie dazu hatte ich mal hier verlinkt. Daraus eine interessante Grafik:
Geschlechtsunterschiede in der Partnerwahl

Geschlechtsunterschiede in der Partnerwahl

Das zeigen sich trotz aller Unterschiede in der Gesellschaft ganz erhebliche Geschlechterunterschiede und diese verlaufen insoweit durchaus stereotyp. Man sieht, dass gerade “Good looks” große Unterschiede beibehält.

Danach befassten sich Zentner und Eagly mit Studien zu Geschlechtsrollenbildern von Individuen. Hier zeigte sich, dass die traditionellen geschlechtstypischen Partnerpräferenzen vor allem bei Personengruppen anzutreffen sind, die ein konventionelles Geschlechtsrollenbild haben. Je progressiver dieses Bild ist, desto geringfügiger ist auch der Geschlechtsunterschied in den Partnerpräferenzen der untersuchten Personengruppen.
Das mag absolut sogar stimmen: In einer gleicherberechtigteren Gesellschaft spielt “Kann die Frau gut kochen” einen geringeren Unterschied und auch Altersunterschiede gehen zurück und Bildungsabschlüsse werden wichtiger. Gerade bei sehr ungleichen Gesellschaften kann evtl auch ein Geschlecht seine Präferenzen wesentlich deutlicher durchsetzen. Das ändert aber nichts daran, dass bestimmte Partnerpräferenzen nach wie vor starke Unterschiede aufweisen.
Schließlich weisen die Autorin und der Autor in der Analyse historischer Trends nach, dass Änderungen in Geschlechterrollenbildern parallel zu Änderungen in Partnerpräferenzen verlaufen. In vielen Nationen ist die klassische Arbeitsteilung, bei der Männer erwerbstätig sind und Frauen den Haushalt bestreiten, schon lange überholt.
Letzteres ist auch kein Bestandteil evolutionärer Theroien. Dennoch kann Status, Vermögen, Versorgereigenschaft eine wichtige Rolle spielen. Wenn Frauen nach wie vor einen Mann wollen, der zumindest genauso viel, besser mehr verdient als sie dann spielt sein Beruf für die Frauen eben eine wichtigere Rolle, selbst wenn Männer keine Hausfrau mehr wollen.
Einkommen und Bildung der Frau spielten vor 75 Jahren bei der Partnerwahl kaum eine Rolle, während heute immer mehr Männer diese Eigenschaften als sehr bedeutsam einschätzen.
Das verstößt nur nicht gegen evolutionär entwickelte Rollen. Es ist nur eine Verlagerung bestimmter Eigenschaften, während andere bestehen bleiben. Eine blöde Frau war denke ich zu keiner Zeit attraktiv, wenn auch ein Verhalten, welches darstellte, dass sie die Position ihres Mannes nicht respektiert, durchaus anderes bewertet wurde und auch in der intrasexuellen Konkurrenz bedeutsam sein konnte.
„Die Gleichstellung wirkt wie eine Art Hebel“, beschreibt Marcel Zentner die Ergebnisse im Fazit. „Wird er nach oben gedrückt, verkleinern sich die Unterschiede in den Partnerpräferenzen zwischen Männern und Frauen, egal ob der Hebel bei der Kultur, der Person, oder dem Tempo gesellschaftlicher Entwicklungen angesetzt wird.
Er verkleinert sich in einigen Bereichen, indem andere Merkmale mehr betont werden.
Dies bedeutet nicht, dass diese Unterschiede ganz verschwinden würden oder dass biologische Faktoren keine Rolle spielten. Feststellen lässt sich jedoch, dass gesellschaftliche und psychologische Faktoren Partnerpräferenzen weit mehr prägen, als wir bisher vermutet haben.“ In früheren Zeiten war es für Frauen sinnvoll, Männer zu bevorzugen, die für sie und die Kinder aufkommen konnten und umgekehrt für Männer, Frauen auszuwählen, die vor allem gebären und kochen konnten. „Doch in der heutigen Umwelt, in der oft beide Eltern für ein befriedigendes Auskommen arbeiten müssen, suchen Männer gebildete Frauen mit guten Gehaltsaussichten“, zeigt sich Alice Eagly überzeugt. „Umgekehrt müssen Männer sich nicht zwingend der Vermögensvermehrung widmen. Ihre Erfolgschancen steigen bei Frauen, wenn sie ihr Aussehen pflegen und auch im Haushalt eine gute Figur abgeben.“
Aus meiner Sicht eine Verkennung der Lage: Männer suchen immer noch hübsche Frauen, aber eben solche, die mit ihnen in Bildung etc mehr Gemeinsamkeiten haben. Gehaltsaussichten sind ein Bonus, aber ich vermute mal, die meisten Männer finden das nach wie vor nicht entscheidend, wenn ihr Gehalt zumindest okay ist.
Eine Grafik, die das aus meiner Sicht gut verdeutlicht:
Einkommen Ehegatte

Einkommen Ehegatte

Hier sieht man, dass hochbegabte Frauen keineswegs einen Partner akzeptierten, der wesentlich weniger verdiente, im Schnitt verdiente trotz der Hochbegabung der Mann mehr. Lediglich die sehr Hochbegabten hatten Probleme Männer mit ebenso hohen Gehalt zu finden. Die Männer gingen problemlos mit Frauen Ehen ein, die weit weniger verdienten (man darf vermuten: Dafür aber besser Aussahen)

Und natürlich waren hübsche Männer zu allen Zeiten begehrt. Es ist ein klassisches Partnerwahlkriterium. Es wirkt demnach auch heute noch. Es ist aber durchaus mit Status (und natürlich mit Game) zu einem gewissen Teil ersetzbar, was sich auch nicht geändert hat. Natürlich hat die sexuelle Befreiung dazu beigetragen, dass weibliche Partnerwahl überhaupt in dieser Hinsicht wirksamer wurde, was eine Betonung dieser Merkmale durchaus attraktiver macht.

Ich bin nach wie vor am Volltext des Artikels interessiert. Dann könnte man sehen, wie sie ihre Meinung begründen.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 12. Februar 2016

Hillary Clinton und der Feminismus

Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin ist in vielerlei Hinsicht sehr interssant:

1. Die erste weibliche Präsidentin und weibliche Wähler

Hillary Clinton setzt nach allem was ich höre sehr darauf, dass sie als Frau die erste weibliche Präsidentin wäre und fordert darüber Frauen auf, endlich einmal Frauen in eine, insbesondere diese Machtposition zu heben. Es ist nach einigen Berichten ein nicht geringer Teil ihrer Wahlkampfposition das sie eine Frau ist.

In den Parteiinternen Vorwahlen für die Wahl des dortigen Kandidaten konkurriert sie mit Bernie Sanders, einem älteren Kandidaten, der sehr links ist und im Gegensatz zu Clinton, die ja mit diversen Parteispenden großer Unternehmen und dem Netzwerk ihres Mannes an den Start geht, eher als Vertreter des Volkes gilt.

Dabei scheint Sanders, der vorher als krasser Aussenseiter gehandelt worden ist, nunmehr eifrig Boden gut zu machen und es gilt durchaus als wahrscheinlich, dass er sich in den Vorwahlen gegen Clinton durchsetzt (und dann wahrscheinlich gegen Trump antritt).

Eine interessante Grafik ist in diesem Tweet enthalten:

Clinton Sanders Frauen

Clinton Sanders Frauen

Wie man sieht gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den Generationen: Die Frauen ab 40 stehen etwas mehr auf Clintons Seite, während jüngere Frauen bis 40 sehr deutlich in Sanders Lager stehen.

Ich könnte mir vorstellen, dass gerade die älteren Frauen eher noch als die Jüngeren eine weibliche Präsidentin wollen und ihnen, da schon verheiratet, mit Kindern und ausgesorgt der Sozialstaat vielleicht auch weniger wichtig ist, sie also insofern konservativer sind als die jüngeren Frauen, denen der linkere Ansatz von Sanders besser gefällt.

2. Was sagt das über feministische Theorie aus?

Eigentlich sollte man meinen, dass die jüngeren Frauen die feministischeren sind. Sie sind mit weit weniger strengen Rollen groß geworden, für sie ist die Forderung nach Gleichberechtigung eine Selbstverständlichkeit.

Nimmt man aber gleichzeitig die Theorien, dass die Frauen nach wie vor unterdrückt sind und wir in einer Rape Culture leben, die durch weiße alte Männer verursacht ist, dann wäre Sanders quasi als alter weißer Mann deren Repräsentant.

Zudem sagt die feministische Theorie auch immer wieder, dass man das Patriarchat eben daran erkennen kann, dass überall weiße alte Männer an der Spitze sind und es Frauen bräuchte um Politik für Frauen zu machen.

Es wird immer gerne darauf verwiesen, dass Vorbilder enorm wichtig sind und insofern Frauen die Probleme von Frauen am besten lösen können, zumindest sofern sie nicht selbst Sexismus internalisiert haben.

Den amerikanischen Frauen bis 40 scheint das aber relativ egal zu sein. Sie gehen anscheinend davon aus, dass ein Mann ihre Position wesentlich besser vertreten kann als eine Frau.

Das finde ich auch nicht ungewöhnlich, ich hatte dazu schon in dem Artikel “Frauen, die Männer als Vertreter von Fraueninteressen wählen” geschrieben, dass das Geschlecht recht wenig darüber aussagt.

Aber es verstößt meiner Meinung nach gegen einige Grundlagen der feministischen Theorie: Wer die Umsetzung von Fraueninteressen nur am Frauenanteil festmacht, der unterschlägt, dass es im Interesse von Frauen liegen kann, Männer zu wählen.

3. Die Gegenmaßnahmen

Es ist auch interessant, was dann kritisiert worden ist.

Zunächst wurden beklagt, dass bestimmte männliche Anhänger von Bernie Sanders zu aggressiv auftreten würden und es wurde dafür der Begriff “Bernie Bros” gebildet, wobei man “Bros” wohl als klassische feministische Abwertung sehen kann, es geht aus meiner Sicht etwas in Richtung “Macker”.

An endless flow of original content produced by a candidate’s loyal supporters should be a campaign’s dream — the virtual equivalent of millions of homemade Bernie signs dotting the lawns of American voters. Recently, however, those same supporters have drawn criticism for the tone and direction of their fandom, which both Clinton’s campaign and the media have characterized as sexist. In her endorsement of Clinton, columnist Joan Walsh described this vitriolic subculture as “the Berniebot keyboard warriors.” But the rest of the Internet knows them better as Bernie Bros.

The Bernie Bros have become enough of an issue that Sanders himself addressed them during a Sunday interview on CNN’s “State of the Union. “It’s disgusting,” he said. “Anybody who is supporting me and who is doing sexist things, we don’t want them. I don’t want them. That is not what this campaign is about.”

Man darf davon ausgehen, dass die meisten “BernieBros” eher links sind, aber anscheinend hindert das die Mackerbezeichnung nicht.

Dann hat die bekannte Feministin Gloria Steinem interessantes gesagt:

The other night, Steinem, 81, told comedian Bill Maher that millennial women are flocking to Vermont Sen. Bernie Sanders instead of former Secretary of State Hillary Clinton in the Democratic presidential contest because, basically, they want dates. Eventually, she implied, they will come to their senses.

“They’re going to get more activist as they get older,” Steinem said, implying that a vote for Sanders is not an activist vote. “And when you’re young, you’re thinking ‘Where are the boys?’ The boys are with Bernie.”

“Now if I said that — ‘Yeah, they’re for Bernie cause that’s where the boys are’ — you’d swat me,” Maher said.

“No, I wouldn’t,” replied Steinem. Um, maybe not, but everyone else would.

On Sunday, recognizing the disservice she has done to her candidate, Steinem posted a non-apology on Facebook: “In a case of talk-show Interruptus, I misspoke on the Bill Maher show recently, and apologize for what’s been misinterpreted as implying young women aren’t serious in their politics.”
That was no misinterpretation. That was exactly what she implied. And that was exactly what she meant. She is wrong, of course, but that’s exactly what she intended to say.

Meine These ist, dass Feministinnen immer abfällig über Frauen reden werden, wenn diese Entscheidungen treffen, die nicht ihrer Ideologie entspricht, sofern sie darauf direkt angesprochen werden. Dieses “Frauen sind unmündig” ist ein sehr fester Bestandteil feministischer Theorie, der zwar so nicht ausgesprochen wird, aber in vielen Teilen enthalten ist.

Ein Beispiel ist der “verinnerlichte Sexismus

Verinnerlichter Sexismus ist eine unfreiwillige Reaktion auf Unterdrückung, die ausserhalb der eigenen Gruppe entsteht und dazu führt, dass Mitglieder der Gruppe sich selbst und gegenseitig verabscheuen und für die eigene Unterdrückung verantwortlich machen – anstatt zu erkennen, dass diese Meinungen durch das unterdrückerische, sozio-ökonomisch-politische System konstruiert werden.

(…)

Die Folgen, sich diese Rolle zu Eigen zu machen, sind ein enormes Reservoir an Selbsthass. Kein wirklich wahrgenommener oder hingenommener Selbsthass, die meisten Frauen würden das leugnen. Er kann sich dadurch ausdrücken, sich in seiner eigenen Rolle unwohl zu fühlen, als Gefühl der Leere, als Taubheit, Unruhe oder lähmende Ängstlichkeit. Es kann sich auch in einer Verteidigung der eigenen Rolle äußern. Aber er existiert, oft unterbewusst, vergiftet ihr Dasein, entfremdet sie von sich selbst und ihren eigenen Bedürfnissen, lässt sie auf andere Frauen wie eine Fremde wirken. Es folgt der Fluchtversuch: Identifikation mit dem Unterdrücker,, durch ihn leben, Status durch seine Macht und seine Errungenschaften erlangen. Und dadurch, sich nicht mit anderen “leeren Hüllen” zu identifizieren, wie sie selbst es sind. Frauen identifizieren sich nicht mit anderen Frauen, die ihre eigene Unterdrückung, ihren zweitrangigen Status, ihre eigenen Selbstzweifel widerspiegeln. Eine andere Frau damit zu konfrontieren ist letztendlich die Konfrontation mit dem eigenen Selbst, das man vermeiden wollte. Und in diesem Spiegel wissen wir, dass wir das, zu dem wir gemacht wurden, nicht wirklich lieben und respektieren können.

Oder Anita Sarkeesian, bei ihren Ausführungen, dass es im Feminismus nicht darum geht, was Frauen wollen, sondern, was sie frei macht:

First of all, the choice arguments are fundamentally flawed because they assume a level of unmitigated freedom for women that simply doesn’t exist. Yes, we make choices, but these are shaped and constrained by the unequal conditions in which we live. It would only make sense to uncritically celebrate choice in a post-patriarchal world.

Ein anderes Beispiel, dass auch häufiger kommt, ist, dass die Frauen sich eben an die Männer anbiedern wollen und deswegen gemeinsame Sache mit dem Patriarchat machen. Diese greift Gloria Steinem hier auf.

Aus dem oben verlinkten Artikel heißt es dazu:

The idea that women become more radicalized as they age and men become more conservative is an article of faith for Steinem-era feminists. Steinem has often said that girls refuse to call themselves “feminists” because they don’t want to compromise their ability to get a date on Saturday night. What she told Maher was simply a 2016 version of something she’s been saying for decades.

Ordnet man das in ältere feministische Diskussionen ein, wie die Unterdrückung der Frau durch die Zwangsheterosexualität und ihre Einordnung in die Gesellschaft lediglich als Partnerin eines Mannes, dann macht das Argument innerhalb dieser feministischen Sicht durchaus Sinn. Sie hat es eben nur an der falschen Stelle gebracht.

Die Politikerin Madeleine Albright appellierte wie folgt an die weiblichen Wähler:

(On Saturday, apparently competing with Steinem for worst campaign surrogate, former Secretary of State Madeleine Albright made a similarly obnoxious gaffe. Addressing young women in New Hampshire, she said, “Young women have to support Hillary Clinton. … And just remember, there’s a special place in hell for women who don’t help each other.”

Also schlicht das, was die feministische Theorie so durchaus hergibt: Frauen müssen zusammenhalten und Frauen unterstützen.

Herrlich finde ich, was Clinton zu diesen Bemerkungen gesagt haben soll:

Clinton compounded the insults on Sunday, when she was asked about Steinem and Albright on “Meet the Press.” “Good grief,” she declared disingenuously. “We’re getting offended by everything these days. People can’t say anything without offending somebody.

Das sollte eigentlich auch der letzen intersektionalen Feministin deutlich machen, dass sie keineswegs eine der ihren ist. Anscheinend ist ihr gar nicht hinreichend bewußt, dass alles aber auch wirklich alles problematisch ist.

4. Relativierungen

In dem verlinkten Artikel ist noch ein interessanter Absatz dazu, warum man als intersektionale Feministin Clinton ablehnen kann, obwohl sie eine Frau ist:

Let me back up for a moment and acknowledge that it’s perfectly possible that millennial women are being swayed against Clinton by sexist forces that permeate our culture so insidiously we don’t even recognize them anymore. No one is totally immune to the conservative — and sexist — drumbeat against Clinton, which has been pounding in the background of our national political soundtrack for two-and-a-half decades: She is shrill, she is dishonest, she is corrupt, blah, blah, blah.

But it’s also possible, and far more likely, that they may simply dislike her for lots of valid reasons: her coziness with Wall Street, her $675,000 in Goldman Sachs speaking fees, her vote in favor of the Iraq war, her collusion against women who accused her husband of sexual improprieties, and, just maybe, her inability to understand why Steinem and Albright’s remarks were offensive.

And they may find in Sanders an idealistic, authentic politician who abhors the toxic influence corporations have on our political institutions and thinks college educations should be free.

But they are certainly not flocking to Sanders because they want a date.

They all have Tinder for that.

Man kann also Clinton insbesondere als Vertreterin der “herrschenden Klasse” und auch, weil sie sich sonst unfeministisch verhalten hat, ablehnen und eben auch, weil sie intersektionalen Feminismus nicht versteht.

Dass Sanders das dennoch besser verkörpert als eine Frau ist eine interessante Sache und ich kann mir vorstellen, dass man das als Argument durchaus noch häufiger bringen kann.

Interessant auch ein Artikel bei der Mädchenmannschaft:

Und auch wenn Steinem mittlerweile auf Facebook sagte, dass sie das alles so natürlich nie gemeint hätte – die Aussage hat ihre Runden gemacht. Und sie ist auf verschiedenen Ebenen gefährlich (und passt allzu gut in – nicht nur US-amerikanische – Vorstellungen, wie Frauen zu Politik zu verorten sind). Zum einen spricht sie sehr vielen ‚jungen Frauen‘ (wer auch immer genau damit gemeint ist) ihre politische Eigenständigkeit ab; die Aussage ist zum anderen hetero_sexistisch und paternalistisch. Sie wiederholt ein klassisches Bild von Frauen, die keine eigenen Meinungen haben und ausschließlich im Bezug auf Männer handeln.

Ich finde die Aussage interessant, weil sie für das klassische Zwidenken im Feminismus steht. Man darf Frauen nicht ihre eigene Meinung absprechen. Aber alle konkreten Meinungen von Frauen, die uns nicht gefallen, sind Ausdruck des internalisierten Sexismus und der Rollen, die ihr Denken prägen.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 11. Februar 2016

21 Fragen an Feministinnen (im Stil der 36 Fragen an Männer)

Only Me hat sich mal 21 Fragen im Stil der 36 Fragen, die Feministinnen an Männer gerichtet haben (also mit unterstellenden Vorhaltungen) , ausgedacht. Feministinnen (oder auch Frauen allgemein) dürfen diese gerne aufgreifen und beantworten:

1) Warum hasst ihr Dokumentationen über Technologie, Kunst und Architektur? Oder habt ihr nur das Gefühl, ihr müsstet RomComs besser finden?

2) Jeder hätte Gewinn davon,Kant im Original zu lesen. Das ist ein Fakt.

3) Warum schaut ihr euch nur Filme an, in denen Frauen über Männer reden? Ihr könntet doch auch Filme schauen, in denen Männer über Sport reden?

4) Warum geht ihr automatisch davon aus, dass ein Mann in einem Film der Bösewicht ist, nur weil er nicht nett zu einer Frau ist?

5) Warum schaut ihr euch weibliche Comedians an, die Comedy wie vor 40 Jahren machen? Es gibt viele gute männliche Comedians mit neuen Ideen, die man statt dessen sehen könnte.

6) Warum glaubt ihr, Männer seien euch 20 Jahre Versorgung schuldig, nur weil ihr nicht mit Verhütungsmitteln umgehen könnt?

7) Wieso glaubt ihr, ein Mann sei schwul oder ein Schlappschwanz, nur weil er mit euch nichts zu tun haben will?

8) Wieso finden Frauen “Arschloch” sexier als “aufmerksam”?

9) In welcher Welt bedeutet “Lass uns was zusammen machen” automatisch “Aber du zahlst”?

10) Warum behauptet ihr, Frauen könnten alles, was Männer können, dazu noch rückwärts und in Stöckelschuhen, aber dann schafft ihr es noch nicht mal, euren eigenen Computer am laufen zu halten?

11) Warum glaubst du, dass ein Mann dir Aufmerksamkeit und Geld schuldet, nur weil du ihn anlächelst?

12) Wie kommst du auf die Idee, ich würde dich beschützen wollen, wenn du unmotiviert einen Streit mit Fremden vom Zaun brichst?

13) Warum glaubst du, alles Schlechte der Welt ginge von (allen) Männern aus, wenn du deinen Vater, deinen Mann liebst? Oder tust du nur so, als würdest du die Männer in deinem Leben lieben?

14) Wie fühlt es sich an, wenn deine männlichen Kollegen deinetwegen Überstunden schieben müssen, nur weil du von deinem Job überfordert bist?

15) Warum müsst ihr, auch in überfüllten U-Bahnen, immer eure Taschen auf den Sitz neben euch stellen? Und dann das Gestinke. Wieso glaubt ihr “genug Parfüm” ist gleichbedeutend mit “muss man auch 100 Meter weiter noch riechen können”?

16) Warum gelten Frauen als das “gute” Geschlecht, wenn 50% aller Abscheulichkeiten auf der Welt von Frauen begangen werden? Statistisch gesehen ist die gefährlichste Person für ein Kind die eigene Mutter.

17) Wieso kannst du keinen Mann ernst nehmen, der Schwäche zeigt? Außer in ganz eng umrissenen Grenzen, also z.B. wenn er weint, weil das Haus, das er dir eigenhändig gebaut hat, in Eingangsbereich nicht die richtige Farbe hat.

18) Warum musst du eigentlich ständig deine sekundären Sexualmerkmale präsentieren?

19) Warum müssen Frauen eigentich jede Diskussion ins Emotionale ziehen und stehen mit Logik auf Kriegsfuß? Ein guter Syllogismus ist eine schöne Sache.

20) Warum lügen so viele Frauen, wenn es um sexuelle Belästigung geht? Kennt ihr das Sprichwort “Wer zweimal lügt, dem glaubt man nicht” nicht?

21) Warum kriegen Frauen auch nach vielen Jahren, in denen sie hätten üben können, ihre Emotionen zu kontrollieren, die Auswirkungen der mit der Regel verbundenen Hormonschwankungen nicht auf die Reihe?

Ergänzungen sind auch gerne gesehen. Ist ja noch Platz bis 36…

Unter den Artikel zu den 36 Fragen von Feministinnen an Männer hatte Teardown kommentiert:

Typisch männlich mal wieder.

Feministische frauen stellen Fragen und reihenweise hopsen Männer und beantworten diese. Denn eine gestellte Aufgabe will ja gelöst werden nicht wahr? Typisch männliches Denken.

Interessanter ist doch, warum sollte man antworten? Wie ist es, das gleiche Geschlecht wie Donald Trump zu haben? Sorry. Aber lasst euch nicht verarschen.

Wer fragt der führt.

Und einen Kommentar darunter:

Ich mein ich verstehe das ja. Du kriegst ne Aufgabe also willst du sie auch lösen. Egal was es kostet. Das ist aber nicht gesund, denn ist die Aufgabenstellung toxisch, also man will keine Lösung von dir haben, dann sollte man sich nicht verbeissen und einfach mal fragen oder sagen: Nö lös ich nicht.

Wenn ich meine Freundin frage, warum sie eigentlich kein Fußball mag, was soll sie antworten? Warum soll ich sie so unter Druck setzen.

Feministinnen wissen genau wie sehr Männer Aufgaben lieben. Sie nutzen das für sich, achtet mal drauf.

Männliche Freunde von Wizorek filtern ihre Hassmails. Sie sollten sich fragen, warum sie das tun….

Auch Wolle stößt in ein ähnliches Horn

Ich frage mich, warum alle auf feministisches Kommando springen. Ich verstehe es nicht.

Die Vorwürfe aus diesen Fragen sind allesamt Quatsch und es gibt 1.000 Antworten, die den Quatsch aufzeigen.Warum sehen sich aber viele genötigt, darauf einzugehen? Um beim Stöckchen zu bleiben: Feministen werfen etwas in die Welt des Internets und der gemeine Männerrechtler springt wie ein Hündchen.

Feminismus gewinnt

Die Beantwortung dieser Fragen und die Diskussion über sie bindet Kräfte. Während Feministen zwischenzeitlich in der EU, der UN, bei Unicef, den Frauenorganisationen etc. in Ruhe ihrer ideologischen Arbeit nachgehen können, diskutiert der gemeine Männerrechtler und der linke Flügel mit seinen „selbsternannten, vermeintlichen usw.Gemäßigten über den feministischen Quatsch unbedeutender Feministen.

Aber was soll’s: Die Gemäßigten spielen sowieso gerne. Sie spielen gerne Shitstorm. Was andere Leute als „Hate Speech“ einordnen, bezeichne ich einfach als therapiebedürftig. Sie haben das Bedürfnis, sich an jeder Stelle menschlich überlegen zu fühlen. Dabei helfen ihnen natürlich die erfolgreichen Versuche den Männerrechtler zu beschäftigen. So haben sie wiederum einen Anlass der Welt zu zeigen, was für tolle Menschen sie sind. Vor allem: Sie sind der tolle Mensch als Mann.

Der vollbesetzte Zug der Geschlechterunterscheidung

Geht man auf diese Dinge ein, unterwirft man sich der verkrampften Unterscheidung des Menschens in Mann und Frau. Wir haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

Schoppe schreibt dazu in einem Artikel vermittelnd:

So hat es durchaus etwas Subversives, wenn viele so tun, als hätten sie den scheinhaften Charakter der Fragen gar nicht bemerkt, wenn sie die Fragen vorsätzlich ernst nehmen und auch entsprechend beantworten. Auch Frauen machen dabei übrigens mit – und zeigen so, dass sie sich durch die Fragen an Männer nicht vertreten fühle

Die Antworten zeigen zudem, dass viele Männer und nicht-feministische Frauen ein Interesse am Dialog mit Feministinnen haben – auch dann, wenn nur jemand deren Fragen als Angebot zum Dialog verstehen kann, der sich absichtlich ein wenig naiv stellt. Ob es überhaupt einen Sinn hat, einen solchen Dialog zu suchen – aber auch, ob es einen Sinn hat, sich verbissen vom Feminismus abzugrenzen und antifeministische Positionen zu beziehen: Solche Überlegungen lassen sich  an diesem Beispiel sehr gut anstellen.

(…)

Der heutige Feminismus ist kein Versuch, etwas neu zu beschreiben, sondern eine ewige Reproduktion des immer schon Vertrauten.

Es hat eben deshalb auch keinen Sinn, sich beständig an feministischen Positionen aufzureiben oder nach Möglichkeiten zu suchen, sie intellektuell auszuhebeln. Ein Antifeminismus wird immer in Gefahr sein, sich ebenso obsessiv mit Feministinnen auseinanderzusetzen, wie sich die Frauen im Video mit Männern beschäftigen. Antifeministen beißen sich an Positionen fest, die ohnehin nicht auf Veränderung angelegt sind.

Vertreter verbissener Anti-Positionen können ihren Gegnern zudem sehr ähnlich werden – dafür liefert die autonome Antifa in diesen Wochen ja selbstlos eindrucksvolle Beispiele.

Feministische Positionen sind dann ein Problem, wenn sie spezifische Perspektiven oder Notlagen von Jungen oder Männern aus der Diskussion drängen. Damit aber sind sie ein politisches Problem, kein intellektuelles. Wenn hingegen Feministinnen ernsthaft an Beiträgen von Männern – oder nicht-feministischen Frauen – interessiert sind, gibt es für mich keinen vernünftigen Grund, ihre Positionen rundheraus abzulehnen, auch wenn ich sie nicht teile.

Ideal wäre ein Geschlechter-Gespräch, das sich nicht an feministischen Setzungen abarbeitet, sondern das sie im Interesse von Wichtigerem umgeht und vielleicht auch integriert. Ein Cordon Sanitaire aber müsste ganz im Unterschied dazu um die Männerrechtsbewegung gelegt werden, hat der Feminist Thomas Gesterkampgefordert, in einer Metapher, die männerrechtliche Ideen mit schweren Infektionskrankheiten vergleicht.

Solche Positionen verstopfen Diskussionen vorsätzlich. Um mit einer anderen medizinischen Metapher zu antworten: Bei solchen Positionen ist es sinnlos, immer wieder die Auseinandersetzung zu suchen – sinnvoller wäre es, Bypässe um sie zu legen. Das aber bedeutet in meinen Augen, Gespräche zu suchen mit Menschen, die nicht feministisch sind, ohne deshalb gleich feminismuskritisch zu sein – und auf Zuschreibungen wie die oben zitierten gelassen, ironisch oder eben gar nicht zu reagieren.

Ich verstehe das so, dass Schoppe es grundsätzlich gut findet, wenn die Geschlechter über diese Themen diskutieren würden und das ein gegenseitiges Ausgrenzen nichts bringt. Das mit dem Versuch, den anderen wie eine Krankheit zu behandeln, nichts erreicht werden kann und das man aber, wenn der Andere diese Taktik fährt, eben nicht mehr mit ihm reden kann, aber sehr wohl mit anderen Menschen anhand deren Äußerungen diskutieren kann.

Ich hatte seinerzeit auf Teardown wie folgt geanwortet:

Wenn einem die Beantwortung Spass macht und man damit zeigen kann, dass die Fragen eher Ausdruck des negativen Männerbildes der Feministinnen ist, dann sollte man sich das aber auch nicht nehmen lassen, weil man nicht dem Klischee entsprechen will, dass man Aufgaben löst.

Ich finde die Einstellung “Ja, fragt ruhig, wir haben eine Antwort. Und sie wird euch schlecht dastehen lassen. Wir sind nicht die, die einer Diskussion ausweichen” wesentlich angenehmer.

Dann bin ich eben ein Mann, der Aufgaben löst. Damit kann ich gut leben. Es ist durchaus ein positives Bild, welches man sich auch nicht schlecht reden lassen sollte

Was ich damit meine ist, dass ich es gar nicht als ein durch ein Stöckchen springen ansehe. Zum einen ist mir nämlich durchaus bewußt, dass Feministinnen gar keine Antwort wollen, sondern in den Videos ihre Antwort bereits mitliefern und zwar die einzige, die sie akzeptieren: “Männer, warum seid ihr so schlecht, ihr solltet euch schämen.”

Und ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, dass das Video im wesentlichen nicht an Männer, sondern an andere Feministen gerichtet ist, denen man deutlich machen kann, dass man auf der klassischen feministischen Linie liegt.

Demnach wird da gar kein Stock hochgehalten.

Die Fragen dennoch als etwas zu sehen, was man beantworten kann, wenn man das möchte, ist etwas ganz anderes als über einen solchen zu springen: Es ist die Verdeutlichung, dass sie damit Unrecht haben und das Anbieten von Gesprächen an Andere, Dritte über den Feminismus.

Die gewünschte Reaktion ist nicht, dass eine Feministin denkt “Mhmm, da haben sie aber gute Antworten, da muss ich jetzt wirklich mal drüber nachdenken, ob meine Meinung richtig ist” sondern das Leute merken, dass sie nicht allein mit der Ansicht sind, dass da ein ein ganz niederträchtiges Männerbild aufgebaut wird. Es geht darum, den Leuten darzustellen, dass man da mit ganz vernünftigen Argumenten gegenhalten kann und das solche Kritik nicht etwa ein Tabubruch sein muss, sondern vollkommen rational.

Ähnlich wie bei der Diskussion um die “Aktiven und die Bloggenden” geht es nicht darum, dass man entweder 36 Fragen beantwortet oder zur UN eingeladen wird, um dort etwas zu sagen. Es geht darum, eine Community zu errichten, in der Leute Anlaufstationen haben. In denen sie wissen, dass Thunderf00t und Co aber eben auch die Blogszene in relativ kurzer Zeit Reaktionen produzieren werden, sie sie mit ihren eigenen abgleichen und über die man diskutieren kann. Es geht darum, dass sich das Wissen, dass Anita Sarkessian eine Menge Müll produziert weiter verbreitet und Leute das für eine vertretbare Position halten. Erst danach, also wenn eine Position salonfähig ist, kommen die Einladungen zur UN (und dahin ist es noch ein langer Weg).

Es ist also andersherum: Das Antworten auf solche Fragen verhindert nicht bessere Arbeit, es bildet die Plattform dafür.

Ich für meinen Teil bin sehr froh darüber, dass genau so verfahren wird. Es ist meine Art sich einem Thema zu nähren: Man schaut sich an, was die Gegenseite sagt und stellt seine Argumente dagegen. So vermeidet man auch die von Schoppe angesprochene reine Antiposition, die ebenso inhaltsleer ist, wie die Position, die man kritisiert. Nichts deckt Fehler in der eigenen Argumentation besser auf als eine Diskussion, als das Eingehen auf die Argumente der Gegenseite.

Ich finde auch Schoppes Einstellung richtig, dass man nicht in Hass und schlichte Konfrontation abgleitet, bei der sich Gruppen unabhängig von Inhalten gegenüber stehen. Warum soll man beispielsweise einen Equity Feminismus ablehnen, nur weil er das Wort “Feminismus” enthält?

Zudem möchte ich noch einmal für den Gedanken plädieren, dass man sich auch nicht dadurch, dass man meint, dass der andere möchte, das man etwas tut, vorschreiben lassen sollte, dass man es dann nicht tun darf. Das ist ebenso eine Form der Abhängigkeit: Wenn es jemanden Spaß macht, auf solche Positionen einzugehen, ein logisches Konstrukt dagegen zu stellen, Fehler aufzudecken, seine Sicht darzustellen, dann soll er das genau deswegen machen. Sicherlich kann es nichts schaden, seine Motive zu hinterfragen. Wer sich vom Feminismus gezwungen fühlt, der mag es lassen. Wer aber antworten möchte, der hat meine vollste Unterstützung. Er schuldet niemanden, statt dessen an einer Rede für die UN zu arbeiten.

Wer lieber Reden für die UN entwerfen möchte, der mag auch das machen. Ich drücke ihm/ihr – wenn eine vernünftige Position vertreten wird – die Daumen, dass er/sie die Rede halten kann.

 

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 10. Februar 2016

Bachelor 2016

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Wie findet ihr eigentlich den diesjährigen Bachelor, wo er gerade läuft?

 

Scheint mir kein Game zu haben.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 10. Februar 2016

Selbermach Mittwoch 47 (10.02.2016)

Alle Karneval gut überstanden? Dann ist hier Platz für vielerlei, was ihr anmerken wollt.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 10. Februar 2016

Unterschiede bei Verurteilungen: Großer “Gender Gap” zu Lasten von Männern

Eine interessante Studie behandelt die Unterschiede bei Strafen für Männer und Frauen:

This paper assesses gender disparities in federal criminal cases. It finds large gender gaps favoring women throughout the sentence length distribution (averaging over 60%), conditional on arrest offense, criminal history, and other pre-charge observables. Female arrestees are also significantly likelier to avoid charges and convictions entirely, and twice as likely to avoid incarceration if convicted. Prior studies have reported much smaller sentence gaps because they have ignored the role of charging, plea-bargaining, and sentencing fact-finding in producing sentences. Most studies control for endogenous severity measures that result from these earlier discretionary processes and use samples that have been winnowed by them. I avoid these problems by using a linked dataset tracing cases from arrest through sentencing. Using decomposition methods, I show that most sentence disparity arises from decisions at the earlier stages, and use the rich data to investigate causal theories for these gender gaps.

Quelle:Estimating Gender Disparities in Federal Criminal Cases

Also:

  • Frauen erhalten 60% kürzere Strafen
  • Wenn sie festgenommen werden, dann können sie Strafen häufiger ganz vermeiden
  • Es ist doppelt so wahrscheinlich, dass Frauen im Falle einer Verurteilung nicht eingesperrt werden.

Das sind ja schon ganz ordentliche Unterschiede. Es scheint als würde auch hier gelten, dass man Frauen weniger für ihre Taten verantwortlich macht als Männer.

In der Studie werden einige Gründe behandelt, die dies erklären könnten:

  • Es könnte daran liegen, dass die Kategorien, in die die Taten eingeordnet werden, bestimmte Nuancen der Schwere der Tat nicht aufnehmen. In der Studie wird davon ausgegangen, dass dies allenfalls einen kleinen Teil erklären kann, weil die aufgenommenen Daten sehr detailliert waren

Bei Drogenmengen ergäbe sich hingegen ein anderes Bild:

With respect to drug quantity, the data are more informative. Drug quantity and type determine eligibility for mandatory minimums, which explain 29.5% of the post-arrest gender gap in drug cases (Table 6); related Guidelines adjustments can explain a further 3%

  • Die “Girlfriend Theory” besagt, dass Frauen häufig nur eine geringere Rolle an der Tat zugesprochen wird, sie werden eher als Anhängsel des männlichen Partners gesehen. Sie werden daher als weniger gefährlich, weniger moralisch verantwortlich oder zumindest als gute Quelle für Zeugenaussagen für eine Verurteilung des Täters angesehen.
    Dazu aus der Studie:

    Some lawyers I spoke to suggested that such perceptions are not always justified bythe facts; in cases involving couples, it may just be assumed that the female is the “follower.”The data provide no way to test whether role perceptions are well founded, but theydo suggest that they can partially explain the gender gap. Other than its implications forcooperation departures, the “girlfriend theory” has two testable implications: first, the gendergap should be larger in multi-defendant cases, and second, part of it should be attributable tosentencing adjustments for role in the offense. Both predictions are supported by the data.The gender gap is significantly larger in multi-defendant cases: 66% compared to 51%(Table 5). Approximately 14% of the otherwise-unexplained disparity in non-drug cases and20% in drug cases can potentially be explained by role adjustments (Table 7). The girlfriendtheory appears to explain part, but not most, of the gender gap; it is hard for it to explain thelarge disparities that persist even in single-defendant cases.27

  • Elterliche Verantwortung: Richter fürchten oft die Auswirkungen des Einsperrens auf die Kinder.

    Another possibility is that prosecutors and/or judges worry about the effect of maternal incarceration on children. The estimates are robust to controls for marital status and number of dependents, but these variables do not capture all differences in care responsibilities, including custody status. Other research shows that female defendants are far more likely than men to have primary or sole custody, and incarcerating women more often results in foster care placements (see Hagan and Dinovitzer [1999] for a review of the literature; Koban 1983). In an experiment asking judges to give hypothetical sentences based on short vignettes, Freiburger (2010) found that mentioning childcare reduced judges’ probability of recommending prison, but mentioning financial support for children did not. The childcare theory suggests that one would expect to see the largest gender disparities among single parents, and the smallest among defendants with no children. That expectation is borne out by the data: compare Table 5, Columns 6-8. The TUT estimate is still over 50% among childless defendants, however, so the childcare theory appears not to fully explain the gender gap, but it probably explains part of it.28 On the other hand, the decompositions in Table 7 indicate that, at most, between 1% and 2% of the sentencing gap can be explained by disproportionate invocation of the official “family hardship” departure in the Sentencing Guidelines. Women in the sample receive that departure at three times the rate of men: 2.4% of cases versus 0.8%. But because thedeparture is so rare for both genders, it cannot explain much of the overall disparity.

  • Kooperation: Eine weitere These ist, dass sich Frauen häufiger kooperativ verhalten

    These data provide, at best, limited support for that theory. Conditional on observables, women are modestly but significantly morelikely to receive downward departures for cooperation in another case (20% versus 17%), have higher guilty plea rates (97.5 vs. 96.2%), and have their cases resolved about two weeks sooner on average (a 10% difference). But the interpretation of these differences is not clear. Plea rates, timing, and cooperation are all endogenous, turning on the deals being offered. Moreover, women could be being rewarded more for the same level of cooperation; the actual assistance they provide is unobserved. On all four charge- and conviction-severity scales, women receive modestly but significantly larger charge reductions in plea-bargaining than men do, and far more favorable findings of fact, suggesting that they may be offered better factual stipulations. If women really are inherently more cooperative (or risk-averse), one might think prosecutors could get away with offering them lesser discounts, and still induce frequent guilty pleas. Yet the opposite appears to be true. Whatever the merits of these indicators of cooperativeness, they seem to explain onlyfairly modest portions of the gender gap. Adding a plea and elapsed-time indicator to the reweighting reduces the unexplained disparity by about 8% (Table 5, Col. 21). Disparities in departures for cooperation can explain up to 9% of the otherwise-unexplained gap in drugcases, but no significant share in non-drug cases (Table 7). In addition, the “acceptance of responsibility” reduction and the obstruction of justice enhancement do not explain any substantial portion of the gender gap; in non-drug cases these offset one another, while indrug cases neither is significant (Table 7). Unlike that of the family hardship departure, the limited explanatory power of these adjustments and departures cannot be attributed to rarity or tight legal constraints—all are very common. Formal mechanisms for recognizing women’s purportedly greater cooperativeness are readily available, and yet they explain only a modest share of the disparity in drug cases and none in non-drug cases.

  • Geistige Gesundheit, Abhängigkeit, Mißbrauch und andere mildernde Umstände

    Another theory is that female defendants may have more troubled life circumstances, such as poverty, mental illness, addiction, and abuse histories. If so, they may be perceived as less morally culpable or as candidates for rehabilitation. Criminal defendants often comefrom difficult backgrounds. This could well be disproportionately true for females; perhaps because women more rarely commit crime, those who do are likelier to be in the upper tail of the life-hardship distribution. Prisoner studies show more self-reported mental illness and prior abuse among women. See James and Glaze (2006); Harlow (1999). Starr—Estimating Gender Disparities in Federal Criminal Cases Socioeconomic status is not unobserved, however, and does not seem to explain the gender gap. The main specification includes education, and the results are robust to adding county-level socioeconomic controls and defense counsel type (a strong proxy for poverty). But mental health, addiction, and abuse are not observable unless judges cite them as the basis for a departure. The Guidelines permit departures for “unusual” mental and emotional conditions (U.S.S.G. 5H1.3) and for “significantly reduced mental capacity” (U.S.S.G. 5K2.13). They prohibit departuers for “disadvantaged upbringing” (U.S.S.G. 5H1.12) and in most cases for addiction (U.S.S.G. 5H1.4), although judges have more flexibility to disregard these restrictions after Booker. Together, all such cited bases for departures explain only between 1 and 2% of the otherwise-unexplained gap in sentence length; they are too rare too explain more. If prosecutors or judges take such factors into account in informal ways (as they seem to with family hardship, above), it would be unobservable.

  • Verbindungen zwischen Rasse und Geschlecht

    Columns 11-12 of Table 5 show that the gender gap is substantially larger amongblack than non-black defendants (74% versus 51%). The race-gender interaction adds to ourunderstanding of racial disparity: racial disparities among men significantly favor whites,29 but among women, the race gap in this sample is insignificant (and reversed in sign). Theinteraction also offers another theory for the gender gap: it might partly reflect a “black maleeffect”—a special harshness toward black men, who are by far the most incarcerated group inthe U.S. This possibility is not really an “explanation” for the gender gap, much less a reasonto worry less about it—but it might cause policymakers to understand it differently, as anissue of intersectional race-gender disparity. This theory only goes so far, however—the gender gap even among non-blacks is over 50%, far larger than the race gap among men.

  • Tatsächliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts

    Although several of the factors above appear to explain portions of the gender gap, that gap is large enough that it is plausible that gender discrimination also contributes. If so, several types of discrimination could be at play. The theoretical literature suggests “chivalry” and “paternalism” (see, for example, Franklin and Fearn [2008]). Another theory is selective sympathy: perhaps circumstances like family hardship or “bad influence” appear more sympathetic when it is women who are in them. Psychology experiments have found that attributions of blame and credit are often filtered through expectations that males are “agentic” and active and women are “communal” and passive (see Eagly, Wood, and Diekman [2000] for a review). If so, prosecutors or judges might more readily credit societal or situational explanations for females’ crimes than for males.’ Statistical discrimination is also possible. Perhaps the likeliest such mechanism is that prosecutors or judges might assume men are more dangerous than women. Studies generally find that women have lower recidivism rates, though some of the difference may be explained by characteristics that this study controls for (see Gendreau, Little, and Goggin [1996] for a meta-analysis). I do not have recidivism data to test whether statistical discrimination might be “rational” here. Note that if recidivism risk perceptions are based on individual information about the offender (not based on gender), then it is perfectly permissible to consider them. But punishment decisions based on statistical generalizations 29 Rehavi and Starr (2012) explore these more extensively, finding a 10% unexplained disparity. Starr—Estimating Gender Disparities in Federal Criminal Cases about men and women are unconstitutional. The Supreme Court has repeatedly ruled thatreliance on gender stereotypes is impermissible even if those stereotypes are statistically well founded (see J.E.B. v. Alabama ex rel T.B., 511 U.S. 127 [1994]).

Finde ich eine gute Studie, die diesen Komplex näher beleuchtet. Es passt gerade im letzten Absatz gut dazu, dass Frauen allgemein eher Nichtverantwortlichkeit zugestanden wird. Im Feminismus würde man von einem “benevolent Sexism” sprechen, der allerdings von Frauen gerne genutzt wird: Die Frau, die heulend oder unschuldig entsetzt um eine Strafe herum kommt scheint ein Klischee zu sein, welches durchaus seine Berechtigung hat.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 9. Februar 2016

The Hunting Ground: Journalismus oder Sensationalismus (Factual Feminist)

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