Wer ist eigentlich „Weiß“ im Sinne des intersektionalen Feminismus?

Der Weiße Mann ist ja bekanntlich an allem schuld. Aber eine Definition, wer nun eigentlich dabei ist, die ist deutlich schwieriger zu finden. Sie scheint sehr subjektiv zu sein.

Das der klassische Deutsche dabei ist wäre wohl klar, auch der klassische Brite würde da wohl schwer rauskommen.
Was wäre mit Italienern, Spaniern, Griechen? Alle Privilegien als Weiße? Oder dann doch wieder nicht richtig weiß?
Können die weißen dann auch die Alleinschuld an Versklavungen der Schwarzen und Indianer abgeben, weil es die auch die Spanier etc waren?

Was ist mit den Osteuropäern, Polen, Russen etc? Alle weiße Privilegien?

Oder wechselt dann die Betrachtung wieder zu „Migrationshintergrund“ und kann mit diesem magischen Ausdruck erreicht werden, dass auch ein Weißer einen Weißen diskriminiert?

Verschiedentlich wurde ja schon angeführt, dass es gar nicht um die Hautfarbe geht, an der dann aber gleichzeitig wieder die Privilegien festmachen.

Es scheint damit wie so vieles im Feminismus zu sein: Ein Begriff, der sehr subjektiv auszulegen ist und der schlicht dem, was man erreichen will, angepasst wird.

Selbermach Samstag 251 (17.08.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

Wann wurde das allgemeine Wahlrecht für Männer in Deutschland eingeführt?

Immer wieder mal in Diskussionen interessant: Ab wann durften eigentlich Männer wählen?

Wir hatten schon einige Kommentardiskussionen dazu, etwa hier:

Das allgemeine gleiche Wahlrecht für Männer gab es nur für den Reichstag ab 1871. In Preußen z.B. gab es das Drei-Klassen-Wahlrecht, also Stimmgewicht nach Einkommen. Das allgemeine gleiche Wahlrecht für Männer und Frauen für alle Wahlen in allen deutschen Ländern gab es ab 1918.

Ich wollte schon immer mal einen eigenen Beitrag dazu aufmachen, damit man da mal sammeln (und später darauf verlinken) kann.

Die SPD hat Probleme weibliche Kandidaten für eine Doppelspitze zu finden

Ein interessanter Bericht im Spiegel:

Die Partei will eine Doppelspitze

Und alleine antreten? Das Verfahren lässt das prinzipiell zu. Doch derzeit traut sich kaum ein Spitzengenosse einen Alleingang. Denn die Partei hat sich recht klar festgelegt: Diesmal soll eine Doppelspitze her.

Doch wer? Die beiden Ministerpräsidentinnen Malu Dreyer und Manuela Schwesig haben gleich nach ihrer Nominierung als Interimschefinnnen abgewunken. Und Familienministerin Franziska Giffey? Scheint wegen der andauernden Prüfung ihrer Doktorarbeit auch eher keine Kandidatur anzustreben.

So ergibt sich die Konstellation, dass derzeit gleich mehrere führende SPD-Männer zunehmend verzweifelt auf der Suche nach einer Partnerin sind:

  • Von einem „Trauerspiel“ spricht ein führender SPD-Mann aus Nordrhein-Westfalen.
  • Eine Abgeordnete erzählt von Rekrutierungsanrufen, bei denen sie kaum zu Wort gekommen sei.
  • Ein Genosse habe sich bereits mehrere Körbe geholt, heißt es, versuche es aber unverdrossen weiter.

Eigentlich ja das klassische Bild, was sich häufig zeigt, wenn man weibliche Führungspersonen braucht: Es finden sich reichlich Männer aber keine Frauen.

Gut, der SPD Vorsitz ist auch ein sehr vermintes Gebiet und eine Doppelspitze aus Unbekannten aus meiner Sicht auch eher ein sehr sehr schlechter Weg so etwas anzugehen.
Weitaus interessanter wäre eher ein „Realo“ mit Charisma und einem Rückhalt in der Partei, aber woher nehmen?

Aus den Gründen:

Umgang mit Nahles wirkt nach

Woran liegt die fehlende Begeisterung bei den umworbenen Sozialdemokratinnen?

Zum einen dürfte abschrecken, mit welchem Tempo die SPD in den vergangenen Jahren ihr Führungspersonal zerschlissen hat. Jüngstes Beispiel ist Andrea Nahles: Gerade mal 13 Monate war sie im Amt, als erste Frau an der Spitze der Sozialdemokraten.

In ihrem ersten öffentlichen Auftritt seit dem Rücktritt machte Nahles am Montag klar, wie schwer ihre Partei es ihr gemacht hat: „Ich bin in die Vorstände und Präsidien gekommen, aber die Macht war ein flüchtiges Reh.“ Auch wenn es kaum Zirkel gegeben habe, in denen sie nicht war, seien es doch zu viele gewesen, so Nahles: „Die Jungs haben sich vor und nach dem Präsidium getroffen.“

Bei allen Fehlern, die Nahles als SPD-Chefin gemacht hat: Der Umgang mit ihr, der zu einem abrupten Verzicht auf Partei- und Fraktionsvorsitz führte, wirkt nach.

Wie? „Bätschi“ und „in die Fresse“ Nahles hatte die SPD nicht im Griff und man hat versucht an ihr vorbei zu regieren?

Da bin ich ja jetzt wirklich überrascht.

Ich dachte alle finden sie sehr charismatisch und erkennen sie an.

Irgendwie scheint das Projekt mit einer weiblichen Notkandidatin und auch wenig überzeugenden Männern zum Scheitern verurteilt. Aber man wird sehen, wo es die SPD hinführt.

 

Wieder mal zur Erziehung von Söhnen im Feminismus

 

Und natürlich:

 

Aubildungsberufe: Jungs und Mädchen wählen überwiegend für ihr Geschlecht klassische Berufe

Aus dem Spiegel:

Obwohl sich die meisten Jugendlichen immer noch an klassischen Rollenbildern orientieren, wandeln sich die Berufsvorstellungen sich bei Jungen und Mädchen. Zwar würden junge Menschen bei der Wahl ihres Ausbildungsberufs oft Klischees folgen, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Achim Dercks, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Allerdings: „Die Berufsvorstellungen von Jugendlichen ändern sich zwar langsam, aber sie ändern sich.

Mal sehen, was der Wandel ist:

DIHK-Bildungsexperten verglichen die zehn beliebtesten Ausbildungsberufe beider Geschlechter für die Jahre 2016 bis 2018 miteinander – und stellten in jeweils zwei Topberufen Veränderungen fest: Mehr Mädchen als bisher wollen Fachinformatikerin werden – ein Beruf, der bislang von Männern dominiert wurde. Demnach stieg die Ausbildung in der Beliebtheit von Rang 41 im Jahr 2016 auf Rang 33 im Jahr 2018. Bei den Jungen liegt der Beruf auf Platz drei.

Auch für den Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers interessieren sich mittlerweile mehr Mädchen: Die Beliebtheit stieg zwischen 2016 und 2018 von Platz 43 auf Platz 36.

Bei den Jungen wollen mehr den Beruf des Zahnmedizinischen Fachangestellten ergreifen. Die Ausbildung rückte von Rang 131 auf Rang 113. Bei Mädchen lag sie im Jahr 2018 auf Platz drei. Ähnlich ist es mit der Ausbildung als Friseur: Bei Mädchen seit Jahren auf Platz sieben, stieg die Beliebtheit bei Jungen von Platz 41 auf Platz 35 im vergangenen Jahr.

Also leichte Veränderungen, aber im ganzen sehr stabil. Da meines Wissens nach die ersten 10 Ausbildungsberufe auch einen hohen Prozentsatz abdecken dürfte die Veränderung von Platz 131 bei den Friseuren auf Platz 113 auch nicht so gravierdend sein.

Interessant ist, dass Fachinformatiker bei Frauen steigt: es ist ja durchaus ein Bereich, der mit Kindererziehung und Heimarbeit gut kombinierbar ist. Ich vermute allerdings, dass sich Jungs und  Mädchen in der Fachrichtung eher unterscheiden und Frauen häufiger im Bereich „Webdesign“ zu finden sind als in „nüchterneren“ Bereichen, aber das mag ein Vorurteil meinerseits sein.

 

Gebremst werde die Entwicklung der Berufsvorstellungen vor allem dadurch, dass immer noch zu viele junge Männer und Frauen nur die Top Ten der Ausbildungsberufe kennen, sagte Dercks: „Dadurch werden interessante Chancen erst gar nicht ergriffen.“ Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 2018 bei den Männern Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriemechaniker und Elektroniker am beliebtesten, bei den Frauen Kauffrau für Büromanagement, Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte. „Dabei können die jungen Leute zwischen Hunderten von Ausbildungen wählen“, so Dercks.

Erst kürzlich zeigte eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes, dass immer weniger Frauen eine Lehre beginnen: Während die Zahl der neuen männlichen Auszubildenden in Deutschland 2018 im Vergleich zum Vorjahr stieg, sank die Zahl der Frauen, die eine Ausbildung begonnen haben. Einer der Gründe: Frauen zieht es häufiger an Hochschulen.

Wäre interessant ob die Veränderungen auch schlicht damit zusammen hängen, dass viele Frauen, die ansonsten eine Büroausbildung gemacht hätten jetzt eher etwas studieren und damit „praktischere“ Berufe“ nach oben rücken. Dazu müsste man natürlich die tatsächlichen Zahlen und nicht nur die Plätze sehen: Sind einige Ausbildungsbereiche von den Personen, die sich für sie interessieren gleich geblieben, aber welche, die sonst weiter oben war abgesunken, weil die Mädchen mit diesen Interessen jetzt eher etwas studieren?