Feminismus – Quo Vadis ? (Gastartikel)

Dies ist ein Gastartikel von Bernd

Wir befinden uns in turbulenten Zeiten. Die Welt scheint im Aufbruch zu sein und wir nehmen teil daran, sind Teil eines Planes und beeinflussen dies bewusst oder unbewusst. Über die Tragweite unseres Handelns sind wir uns – das kann wohl mit Sicherheit gesagt werden – sind wir uns „NICHT“ bewusst. Wüssten wir uns, würden wir anders drüber denken und auch anders handeln. Aber dazu später mehr.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er braucht sich gegenseitig, um bestehen zu können. So gab es seit eher eine Rollenverteilung für den Mann und für die Frau: der Mann ist „Ernährer“ der Familie, ging auf die Jagt und brachte die Beute nach Hause, damit die Frau sie zubereitete und zu Mahlzeiten bereitete. Er war gleichzeitig der Verteidiger der kleinen Keimzelle der sozialen Gemeinschaft, der Familie. Eine weitere Aufgabe der Frau war, für den Nachwuchs zuständig zu sein. Sie gebar neues Leben und sorgte „zuhause“ dafür, dass dieser gesund aufwuchs und damit für dass die Gemeinschaft so weiterleben konnte. Später lebten nicht nur einzelne Kleinfamilien, sondern mehrere in kleinen Gemeinschaften. Dies hatte den Vorteil, dass man bei großen Gefahren für die einzelne Familie eine gebündelte Macht gegenüberstellen konnte und so sicherer leben konnte (z.B. Säbelzahntiger). Die soziale Gemeinschaft war geboren, in der die „Arbeitsteilung“ zwischen Mann und Frau sich immer mehr festigte. Den weiteren Verlauf der gesellschaftlichen Evolution kennen wir, es gab irgendwann mal Länder, Staaten, die für die Interessen ihrer Lebensgemeinschaft eintraten, es wurden Kriege geführt, während die Frauen zuhause Kinder gebaren, die sicherstellten,dass die Interessen der Gemeinschaft auch in Zukunft gegenüber anderen Gefahren vertreten werden konnten, durch wehrfähige Krieger und gebärfreudige Töchter. Nicht ohne Grund hat die Evolution Männern und Frauen verschiedene Fähigkeiten „in die Wiege gelegt“. Männer sind körperlich robuster, widerstandsfähiger, besitzen mehr Muskelmasse – sie sind damit eher geeignet für die Verteidigung nach außen. Frauen sind eher sanftmütiger, sozialer, kommunikativer und damit für die Verteidigung nach innen befähigt worden. Ein Krieger wird mit den den Frauen zugeteilten Eigenschaften kaum äußere Feinde abschrecken können. Eine Mutter wird kaum mit den eher groben Eigenschaften des Kriegers in der
Erziehung der Kinder Erfolg haben, weil wir heute wissen, dass Compliance (Bereitschaft zur Mitarbeit) i.d.R. nur empathisch gelingen kann. Mit dieser klassischen Rollenverteilung sind Männer und Frauen bis heute bisher hervorragend klar gekommen, alle Gefahren von außen und auch von innen konnten abgewehrt werden, weil sich jeder seiner Rolle bewusst war und sie soweit einhielt. Die Gesellschaft konnte wachsen, weil die menschlichen Ressourcen, die sonst durch Auseinandersetzungen mit anderen Gemeinschaften/Ländern/Staaten ständig beansprucht wurden („Kriegsopfer“), geschont wurden und sich durch Innovationen die Lage der Gesellschaft und den Wohlstand ständig verbessern konnte. Die Gesellschaften gedeihten, es entstanden sogar Allianzen von verschiedenen Gesellschaften, die wiederum die Bedrohung durch andere Gesellschaften oder Gesellschaftsallianzen gemeinsam abwehren vermochten, notfalls durch kriegerische Auseinandersetzungen, in denen Männer und Frauen ihren eigentlichen Rollen entsprachen. Wir können eigentlich schon von Ländern oder Nationen sprechen, denn eigentlich befinden wir uns inzwischen in der Neuzeit.

Man könnte fast meinen, dass Frieden durch Abschreckung eine gewisse Lethargie erzeugt in der Evolution, äußere und innere Feinde erfolgreich abgewehrt lässt er Blüten neuer Ideologien entstehen, die sich in der Regel im Nachhinein als schwer vorstellbar bezeichnen lassen. Bisher haben Männer und Frauen immer zu ihren Rollen zurückgefunden, nachdem kriegerische Auseinandersetzungen immer dafür gesorgt haben, dass sie ihre traditionellen Rollen eingenommen und erfüllt haben. Im Bewusstsein dieser Sicherheit mussten die Menschen nach neuen Werten suchen wie Selbstbestimmung oder Selbstverwirklichung. Der Kommunismus ist im 19./20. Jahrhundert krachend gescheitert, weil man festgestellt hat, dass Gesellschaften nicht wie Ameisenstaaten funktionieren, wo der Einzelne sich sozial für die Gemeinschaft aufopfert. Der Mensch ist von Natur aus ein egoistisches Wesen für sich und für seine (Klein-)Familie und daher eher kapitalistisch ausgeprägt. Es scheint im Moment zwar eine Renaissance des Neokommunismus zu geben, aber das hat andere Gründe. Im Kommunismus war Selbstbestimmung oder Selbstverwirklichung auch eher unerreichbar, als im Kapitalismus. Frauen begannen in verschiedenen Wellen des Feminismus im ihn begünstigenden Kapitalismus, ihrer traditionellen Rolle entfliehen zu wollen, um sich selbst zu finden oder zumindest herausfinden zu wollen, was sie wirklich wollen. Damit sollte sich bis heute vieles auf den Kopf stellen und die gesamte vorangegangene Evolution in Frage gestellt werden.

In den Anfängen begrüßten viele Männer als Gesamtes diese Entwicklungen und ließen die Frauen machen. Klar gab es auch ausreichend männliche Stimmen, die das kritisierten, aber im Großen und Ganzen gab es kaum nennenswerten Widerstand gegenüber den Frauen. So erkämpften sich die Frauen immer mehr Rechte, weil sie das Gleiche wollten wie die Männer. Eigentlich ja auch kein falscher Gedanke, wenn man auf Grundrechte wie Freiheit und Gleichheit denkt. Leider kommt hier wieder die Evolution ins Spiel, Probleme in Gesellschaften entstehen immer dann, wenn die evolutionären Rahmenbedingungen außer acht gelassen werden. Viele Frauen wollten nicht mehr nur noch für ihren Nachwuchs da sein, sondern auch einer beruflichen Selbstverwirklichung folgen und so Gleichheit erlangen. Ja, Gleichheit, weil das Hausfrauendasein sie nicht mehr erfüllte. Eigentlich auch kein Vetorecht seitens der Männer. Man kann ja nicht gegen die eigenen Regeln/ Gesetze verstoßen, wenn man sie für alle aufgestellt hat, also auch für die Frauen als Teil dieser Gesellschaft. Damit fingen eigentlich aber erst die Probleme des heutigen Feminismus an, weil er fehlenden Widerstand aus Logik missdeutete und das als Aufforderung verstand mehr zu fordern, als eine Gesellschaft verträgt. Ich nenne das mal einen schlummernden Riesen wecken – immerhin machen Frauen ja die Hälfte der Gesellschaft aus. Das Gleiche wie die Männer wollten sie. Dabei haben sie wie bereits gesagt die evolutionären Rahmenbedingungen nicht bedacht. Eine Frau ist insgesamt körperlich schwächer, somit ist der arbeitstechnische Output geringer in einigen Berufen, die Arbeit in kapitalistischen Unternehmen ist von Wettbewerb geprägt, eine Disziplin, die Männer seit Jahrtausenden in kriegerischen Auseinandersetzungen gewohnt sind, wenn sie sich messen wollten. Das entspricht nicht der weiblichen Grundeinstellung. Ich will den Frauen nicht grundsätzlich absprechen, das Gleiche erreichen zu können, aber es erfordert mehr Einsatz als gewohnt. Und hier verlangt der Feminismus in ihrer Ideologie, dass ein Staat für die Möglichkeit des Ausgleiches einspringt und dafür einen Ausgleich schaffen muss. Entschuldigung, aber das ist für mich, als ob ich bei den Olympischen Spielen im 100-Meter-Lauf einem bestimmten Läufer 10 Meter Vorsprung gebe, damit er die Chance hat zu gewinnen. Gewinnt er nicht, wird argumentiert, der Vorsprung war viel zu wenig und verlange 15 oder 20 Meter. Eine Ideologie, für die nur ein bestimmtes Ergebnis zählt und beliebig angepasste Rahmenbedingungen wählen kann, grenzt an Selbstbetrug und letztendlich ist es eine Verletzung des Gleichheitsprinzips, obwohl man doch nur Gleichheit und Gleichberechtigung will. Gegen die evolutionär unterschiedliche Entwicklung der Geschlechter kann eine Gesellschaft meiner Meinung nach aber nicht in Regress genommen werden. So kommt es wie es kommen musste: die feministischen Forderungen sind maßlos geworden. Wo durch Rahmenbedingungen der Wettbewerb ausgeschaltet wird, funktioniert auch kein Kapitalismus mehr und die Wirtschaft befindet sich im Niedergang, zumal es zusätzlich gesellschaftliche Unruhe mit sich bringt. Ein Mensch ist von Natur aus egoistisch sagte ich oben. Warum sollten Männer für das Gefühl einer wildfremden Frau, Gleichheit zu empfinden, einen zusätzlichen Obulus entrichten, indem sie zurückstecken müssen und sich in ihrer eigenen selbstverwirklichenden Entwicklung behindert sind. Der Feminismus möchte Frauen empowern. Soweit von Männerseite her nachvollziehbar, aber Recht behalten wollen mit einer Art Selbstbetrug, das gefällt selbst vielen Frauen nicht. Einige durchschauen das Spiel und machen das nicht mit, wollen nicht die Quotenfrau sein. Andere wiederum gefallen sich in der Rolle, den „bösen“ Männern einen ausgewischt zu haben und merken gar nicht, wie sie Teil einer Entwicklung sind, die nicht nur die deutsche, sondern eigentlich alle westliche Nationen in Richtung eines Abgrundes drängen, der sicherlich nicht so gewünscht ist. Und das nur, weil sie einer feministischen Manipulation unterlegen und einer verblendeten Ideologie verfallen sind.

Feminismus – das möchte ich hier in aller Deutlichkeit sagen – ist in ihrer Urform eine schöne Vorstellung von Gleichheit der Geschlechter. In heutiger Form sind die Forderungen einfach nur utopisch. Und ein überbordender Feminismus, der die Grundgesetze und Regeln der Gesellschaft aufhebt ist einfach nur todbringend.

Was hat das jetzt für Folgen für eine Gesellschaft, die in vielen wenn nicht sogar allen wichtigen Institutionen feministisch besetzt ist ? Kritische Stimmen werden mundtot gemacht, wenn nur laut genug gekreischt wird. Diesen Eindruck gewinnen wir in einer Gesellschaft, die nicht nur bei Frauenthemen, sondern auch bei vielen anderen politischen Themen, eine Debattenkultur und somit jegliche Diskussionsgrundlage vernichten will. Als Kind habe ich immer einen Spruch gehört, den sicher viele noch kennen: Wer nicht hören will, muss fühlen. Ich übersetze das mal wie ich es verstehe. Wer sich über alle Meinungen anderer hinwegsetzt und sich nur einer bestimmten Ideologie verschreibt, die unbedingt und unter allen Umständen durchgesetzt werden soll, darf sich nicht darüber beklagen, wenn die Situation eintritt, vor der alle Kritiker gewarnt haben. Warum habt Ihr denn nichts gesagt ? Ich glaube darauf brauche ich nicht zu antworten. Ja, welche Folgen oder welche Situation tritt denn jetzt ein ?

Frauenförderung ist immer fremdfinanziert. Wenn eine Frau Ärztin wird, kostet das Studium vielleicht eine halbe Million Euro. Gut investiertes Geld, wenn die Frau anschließend 35 Jahre ihrer Tätigkeit nachgeht, ein Teilverlust für die Gesellschaft, wenn sie erst 5 Jahre arbeitet, dann 10 Jahre wegen der Kinder zuhause bleibt und anschließend nur noch 15 Jahre arbeitet, weil sie früher in Rente geht, während ein Mann seine Zeit voll aussitzen muss, um vollen Anspruch auf die Rente zu bekommen. Die Quotenfrau, bei der der normale Wettbewerb ausgesetzt wird und die Männern vorgezogen wird, obwohl sie nicht hinreichende Qualitäten besitzt, kostet einem Unternehmen u.U. Wirtschaftskraft, weil falsche Entscheidungen getroffen werden. Das bedeutet für ein Unternehmen u.U. weniger Gewinn und damit weniger Steuern für den Staat. Zwei einfache Beispiele, die aber nur repräsentativ für eine Vielzahl von Beispielen in unserer Gesellschaft stehen. Leiste wenig und erhalte die optimale Zuwendung, von den ganzen Genderprofessuren möchte ich gar nicht mal anfangen. Viel gravierender finde ich die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Politik:

Es fällt schwer, überhaupt anzufangen, weil es so viele Anhaltspunkte gibt. Dann fangen wir einfach mal beim Datingverhalten von Frauen an. Aus evolutionärer Sicht macht es Sinn, wenn Frauen den optimalen Versorger für ihren Nachwuchs suchen. Frauen verhalten sich heute noch so. Hypergamie , also die Suche nach immer besseren Versorgern, sitzt bei den Frauen in Fleisch und Blut. Dabei wird es heutigen berufstätigen Frauen immer schwerer fallen, einen gleichwertigen in höheren Gefilden situierten Mann zu finden, weil sie oft selber schon höherwertige Berufe besetzen, ob wirklich selber erarbeitet oder als Quotenfrau sei mal dahingestellt. Downdaten ist von vornherein ausgeschlossen, würde wahrscheinlich auch beziehungstechnisch, ich will es mal so ausdrücken, schwierig werden. Männer finden immer weniger Frauen in unteren Gefilden. Es gibt immer weniger Paare und dafür immer mehr Singlehaushalte. Frauen werden vom Feminismus empowert, die berufliche Selbstverwirklichung an oberster Stelle zu stellen und ihre feminine Seite hintenanzustellen. Die ungläubige Selbsterkenntnis des Was-will-ich-im-Leben-wirklich-erreichen kommt bei vielen Frauen erst, wenn sie in eine was die Reproduktion angeht, kritische Phase kommen und sie stellen schmerzlich fest, dass der Zug der Selbstverwirklichung bisher doch nur in eine Richtung ging. Es gibt sicherlich viele Frauen, die auch weiterhin mit voller Überzeugung Karrierefrau sein wollen und Muttersein komplett ablehnen. Dies ist ja auch ihr gutes Recht, aber viele mit anderen Lebensvorstellungen bemerken die feministischen Manipulation, den feministischen Betrug der Selbstverwirklichung jeder Frau erst sehr viel später. Der Feminismus will seine Agenda vorwärts bringen – die Unabhängigkeit der Frau, unter allen Umständen, auch auf Kosten der Gesellschaft. Was sind das jetzt für Kosten für die Gesellschaft ? Eine Gesellschaft lebt in einem gesunden Ausgleich zwischen Geburten- und Sterberate, die sich einigermaßen die Waage hält. Die Tatsache, dass viele Frauen durch o.g. feministischen Selbstbetrug ihrer eigenen Lebensplanung beraubt wurden, das feministische Selbstbestimmungsrecht einer Frau auf ihren eigenen Körper in Abtreibungsfragen und eine weiterführende eigentlich menschenverachtende Indoktrination kontra das Leben sorgen dafür, dass die Frauen in unserer Gesellschaft als Gruppe viel zu wenig Nachwuchs bringen. Wenn man die Reproduktionsrate einer Gesellschaft als Pflichtbeitrag der Frauen als Gesamtheit für eben die Gesellschaft sieht, kommen die Frauen dieser Aufgabe nicht nach. Männer sehen sich in einer gynozentrierten Welt, in der alle Rechte auf Seiten der Frauen sind (Scheidungsrecht, Sorgerecht, Vergewaltigungsvorwurf, Jungenbenachteiligung in Schule und späterem Arbeitsleben), stark benachteiligt. Sie ziehen in allen Lebenslagen den Kürzeren, vor allen Dingen mit staatlicher Förderung, bei der man sieht, wie weit feministische Ideologie einen Allgemeinvertretungsanspruch in unserer Gesellschaft hat. Das verunsichert viele jüngere Männer, wenn sie durch ihre bisherige Biografie in Schule und Gesellschaft dies nicht schon durchgemacht haben. In der Schule werden sie als „defekte Mädchen“ angesehen und erzogen, erzielen auch aufgrund unterschiedlicher Bewertungen gleicher Leistungen schlechtere Noten. Das feministische Narrativ der beruflichen Selbstverwirklichung von Mädchen wird unnötig gepusht, obwohl es bekannt ist, dass die Gesellschaft sich immer noch auf die Leistungsfähigkeit von Männern stützt. Dieses Polster schrumpft aber immer weiter, je mehr Quotenfrauen in Positionen rücken, deren Anforderungsprofil sie aber eigentlich nicht gewachsen sind. Männer spüren immer mehr, dass sie wie ein Geschlecht zweiter Klasse behandelt werden und ziehen sich immer mehr von Frauen, Familie und Gesellschaft zurück. Sie lernen, dass partnerschaftliches Engagement scheinbar nur Nachteile bringt: 50 % Scheidungsrate von Ehen, wenn dann noch Nachwuchs ins Spiel kommt heißt es dann Zahlemann-und-Söhne und die Kinder sieht man als liebender Vater auch kaum noch, weil Frauen es in heutiger Zeit nicht gelernt haben, Gründe für ein Scheitern irgendeiner Lebenssituation auch in einer Selbstreflektion zu suchen und das Scheitern einer Ehe immer dem Ex zuschieben, der dann rachemäßig auch dafür die Kinder nicht sehen darf, juristisch schön versteckt in irgendwelche Vergewaltigungsvorwürfe, denen vor feministisch angehauchten Gerichten schnell mal Recht gegeben wird. Junge Männer sehen die vielen negativen Beispiele im Verwandten- und Bekanntenkreis und überlegen sich heute 2 x ob heiraten sich für sie lohnt. Sie sehen aber auch das Positive an diesen Beispielen, wie befreit Männer als Single leben können, wenn sie die Last der „feministischen Familie“ von sich gestreift haben, die Vorteile, wenn sie sich wie ihre Vorbilder nicht Altlasten ans Bein binden, die Freiheit genießen, die ihnen erst der Feminismus sozusagen vor Augen geführt hat. Viele Männer gehen gerne Beziehungen zu Frauen ein, eine Hochzeit kommt für sie nicht mehr in Frage und die Spirale der Kinderarmut dreht sich immer weiter. Gesellschaften stehen damit vor großen Problemen, zumal falsche Ideologien Menschen dieser Gesellschaft ein wirklich selbsterfülltes Leben vorenthalten, weil sie nicht die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen und der Ideologie zu viel Entfaltungsspielraum gegeben haben. Das beste Beispiel sind die japanischen Herbavores, die Regierungsverantwortlichen wissen nicht mehr weiter und die dortige Geburtenrate ist noch viel schlechter als bei uns. Aber: bewegen wir uns in genau diese Richtung ? In Japan gibt es meines Erachtens nicht viel bzw. keine Einwanderung, bei uns schon, meist aus patriarchalen Kulturen, die immer mehr Einfluss in unserer Gesellschaft gewinnen. Der Feminismus muss sich meiner Meinung nach schon entscheiden was er will. Quo Vadis, Feminismus:

Bekämpfung dieser eingewanderten patriarchalen Strukturen (wobei er da auf wenig Hilfe seitens der Männer rechnen kann, warum sollten sie sich für eine Gesellschaft einsetzen, die sich sowieso nur verachtet ?)

oder

Eingeständnis, dass er mit seiner radikalen Ideologie zu weit gegangen ist und zurückrudern will (wobei ich auch hier eine Rückkehr als sehr schwierig sehe, weil viele viele Männer einfach aufgewacht sind und sich ihrer Freiheit immer mehr zuungunsten der Familie bewusst geworden sind)

Einen Aspekt möchte ich hier noch bringen: warum ist der Feminismus eigentlich so stark geworden in unserer Gesellschaft ? Ich glaube, dass es auch an der Schwäche unseres politischen Systems liegt. Heutzutage gibt es viel zu viele Politiker, die einer politischen Überzeugung gar nicht mehr fähig sind. Im Laufe ihrer politischen Biografie haben sie leider gelernt, dass man sich verbiegen muss, wenn man höher kommen will und näher an die Töpfer lukrativer politischer Ämter. Man kann also resümieren: je weiter ein Politiker kommt, desto mehr ist er gezwungen, seinen Idealismus wie einen gebrauchten Mantel abzulegen. Das politische Mandat ist nur noch ein Job und mit WhiteCollar-Mentalität kann ein Politiker seine Gelöbnis für Demokratie einzustehen, schnell ablegen, Korruption ist ja „in“ geworden. Warum sich also gegen keifende Feministinnen durchsetzen, wenn es doch viel einfacher ist. So hat sich der Feminismus zu einem Machtinstrument von Frauen in der Politik entwickelt, der keinen Widerspruch duldet, erst recht nicht von Männern, die in Frauensachen ohnehin nicht mitreden dürfen. Ich habe einen anderen Anspruch an eine Demokratie und kann es keinem Mann übel nehmen, wenn er sich einfach zurückzieht und der Dinge abwartet.

In Lösungsansatz 1 kann der Mann wirklich einfach abwarten, weil diese patriarchalen Strukturen bei den Migranten so tief verankert sind – diese lassen keinen Widerspruch zu. Diese Männer nehmen sich einfach, was sie haben wollen. Wir sehen es ja täglich in den Straßen mit den vielen Straftaten gegenüber Frauen. Aber statt dieses Thema feministisch anzugehen, wird lieber in der Blase weiter verweilt und es werden andere Dinge gefordert. Dass sich dabei Mann und Frau immer weiter auseinanderdriften, scheinen unsere Feministinnen nicht zu bemerken. Ganz nach dem Motto: „ Lebe gut so lange Du kannst. Nach mir die Sintflut !“ Oder stecken da vielleicht andere Mächte hinter ? Wenn Mann also abwartet, bis die neuen Patriarchaten das Land sozusagen widerstandslos zu erobern, bräuchten die Männer eigentlich nur noch konvertieren und alles wäre beim Alten, oder ? Ein Riesengewinn für den Feminismus und ein wirklich schwacher für die Frauen, für die sie eigentlich einstehen.

Im Lösungsansatz 2 wird natürlich viel von den Feministinnen abverlangt. Aber wer retten will, was noch zu retten ist, sollte diese Variante nicht einfach nur abtun, sondern ernsthaft seine eigenen Standpunkte überdenken und einmal den Männerhass der diktierenden Feministinnen reflektieren. Ich kann es jetzt schon mal sagen: ein sehr langer Weg ! Weil das zerbrochene Vertrauensverhältnis sitzt tiefer als gedacht. Lippenbekenntnisse nützen da rein gar nichts. Dringender Aktionismus mit Nachhaltigkeit kann da schon eher helfen. Aber: eine teure Porzellanvase ist schnell zerbrochen, das Zusammenkleben der Stücke (sozusagen Heilen der gerissenen Wunden) dauert viel länger und die Erinnerung (Narben) wird immer bleiben. Wobei das in Lösungsansatz 1 beschriebene Gesellschaftsproblem ja immer noch bleibt (patriarchale Migranten).

Ein anderer oben schon angedeuteter Grund für das Aufkommen des Feminismus geht aber eher in Richtung Verschwörungstheorie, die aber so abwegig gar nicht sein muss. Es ist bekannt, dass die globale Elite speziell George Soros schon seit Jahrzehnten feministische Organisationen weltweit unterstützt. Und wie bekannt ist, machen solche Leute das nicht umsonst oder weil sie so femiphil sind. Laut Theorie plant die globale Elite eine Neue Weltwordnung (NWO), die nur durch Zerstörung von Nationen und Gesellschaften möglich wird. Die Gesellschaften werden durch die Zerstörung der Institution „Familie“ als Basis eben dieser Gesellschaften ebenfalls zerstört.Die globale Elite wird synchron gesehen zum Deep State, der elitären Weltfinanzlobby, die Staaten und Weltorganisationen unterwandert, um die Welt auf diese NWO vorzubereiten. Trump kämpft zur Zeit gegen diese Machenschaften und steht kurz vor diversen Anklagen an hochrangige Mitglieder dieser Elite und an Politiker in den USA. Die Kehrtwende und die Anklagen wegen Lobbyarbeit von Wirtschaftsunternehmen und Finanziers wird auch Auswirkungen auf Europa haben. Es gibt Gerüchte, dass ein Großteil der EU-Parlamentarier, WHO und auch Politiker bestochen wurden oder gar erpresst werden (s. Epstein-Skandal) und so die Spur einhalten, die die Vorbereitung zur NWO ermöglicht. Weltweite Bewegungen wie FFF oder BLM werden von der linken Antifa unterstützt und sollen von den Vorbereitungsmaßnahmen ablenken, genauso wie die Corona-Pandemie, die die Bürger gefügig machen soll. Gemäß NWO sollen dann alle Bürger bei Zwangsimpfungen gechipt werden und so zu gläsernen Weltbürgern werden, eine Scheindemokratie nach chinesischen Muster, damit der Westen gegenüber dem kommunistischen, sehr effektivem Kapitalismus wieder konkurrenzfähig werden kann, zugunsten der globalen Finanzelite, zuungunsten der Bürger in der freien Welt. Man kann an diese Theorie glauben oder nicht, ganz auszuschließen ist diese Theorie nicht. Und wenn Trump Erfolg hat und es diesen Leuten an den Kragen geht, fließen auch nicht mehr die Gelder für den Feminismus in Europa. Diese Radikalfeministinnen werden dann trotzdem noch in erschlichenem Amt und Würden sein und es wird schwer sein, diese daraus zu entfernen, wenn sie nicht freiwillig gehen oder durch die amerikanischen Anklagen in den Fokus weiterer Ermittlungen rücken. Für diese Radikalfeministinnen wird es jetzt eng. Auch sie können ihre Lage noch überdenken und umkehren. Aber vielleicht wird das nicht mehr benötigt, weil viele Frauen dies vielleicht von selber tun, weil sie selber denken können und dem Feminismus den Rücken kehren, der unsere Gesellschaft nur in die Irre führt.

Deshalb noch mal die Frage, vor allem an alle Frauen:

Quo Vadis, Feminismus ?

Selbermach Samstag 312 (24.10.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Die Polarität der Geschlechter aufrecht erhalten (Gastartikel)

Dies ist ein Gastartikel von Josef


Sexuelle Anziehungskraft, die Kraft der Leidenschaft basiert auf der Polarität der Geschlechter, sie spannt den Bogen zwischen dem männlichen und dem weiblichen.

Diese zwischen dem maskulinen und dem femininen Pol strömende Anziehungskraft geht in modernen Beziehungen so oft verloren. Wenn du dich nach wahrer Leidenschaft sehnst, musst du ein hinreißender Liebhaber und eine angerissene Geliebte sein; ansonsten wird mit andauernder Beziehungslänge, immer mehr eine
Beziehung in der Form zweier Kumpels entstehen.

Die sexuelle Anziehung schwindet mit der Zeit und die leidenschaftliche Liebe verblasst mit der Zeit. Wenn Männer und Frauen selbst in intimen Momenten an einer politisch korrekten Gleichheit festhalten, geht die sexuelle Anziehungskraft verloren und die ganze Beziehung verliert an Kraft und Saft. Die Liebe kann so stark sein wie zuvor, die Freundschaft kann so stark sein wie zuvor, aber die sexuelle Polarität verblasst.
Du musst die maskulinen und femininen Unterschiede beleben, wenn du auf dem Spielfeld sexueller Leidenschaft am Ball bleiben willst. Das gilt für homosexuelle ebenso wie für heterosexuelle Beziehungen. Tatsächlich sind sich Schwule und Lesben sehr bewusst, dass die sexuelle Polarität nicht vom Geschlecht abhängt!

Obwohl alle Menschen sowohl maskuline als auch feminine Eigenschaften haben und jederzeit einsetzen können – zum Beispiel, um sich in der Firma zu behaupten oder ihre Kinder zu versorgen –, sind die meisten Männer und Frauen im Kern mehr maskulin oder mehr feminin.

In dem gut gemeinten Versuch, Männern und Frauen gleiche Chancen und Rechte zu verschaffen, unterdrücken viele Menschen unabsichtlich ihre wahre sexuelle Essenz. Das muss nicht so sein. Es ist durchaus möglich, Gleichberechtigung anzustreben und gleichzeitig seinen femininen oder maskulinen Kern auszuleben. Aber die meisten Menschen tun das nicht. Also leiden sie. Die meisten Menschen vergessen, dass die Gleichberechtigung, die im Büro funktioniert, in der Intimsphäre bei neunzig Prozent der Paare fehl am Platz ist, das heißt, wenn deren Essenz nicht ausgeglichen, sondern bei einem Partner feminin und bei dem anderen maskulin ist.

Damit die sexuelle Leidenschaft in solchen polarisierten Beziehungen strömen kann, sollten die Unterschiede zwischen feminin und maskulin in intimen Momenten betont, nicht aber gemindert werden. Verringern sich die Polaritäten aufgrund familiärer oder beruflicher Belastungen, nimmt auch die sexuelle Anziehung ab.

Viele Menschen mit einer wahren femininen Essenz weisen eine ganze Serie physischer Symptome auf, wenn ihre feminine Energie ›austrocknet‹, weil sie Jahr um Jahr versuchen, ihrem Körper zu viel maskuline Energie zuzumuten, um sich einem maskulinen Arbeitsstil anzupassen. Und viele Menschen mit maskuliner Essenz, die versuchen, sich an die feminine Art der Kooperation und der fließenden Energie anzupassen, schneiden sich von ihrem Lebenssinn ab und unterbinden ihre tiefste Wahrheit aus Angst vor den Konsequenzen, die es haben könnte, zu ihrer wahren Männlichkeit zu stehen.


Im Interesse der individuellen Autonomie und sozialen Gerechtigkeit haben wir – mit
den besten Absichten – begonnen, die Unterschiede zwischen maskulin und feminin
irrtümlicherweise zu nivellieren.

Ein MUSS ist das Geschlecht und Menschen immer mit anderen sexuellen Orientierungen mit Respekt zu betrachten, und die Männer und Frauen gleichwertig zu halten. Jetzt sind wir bereit, nochmal die nächste Stufe zu erklimmen: Auf der Basis von Gleichheit und gegenseitigem Respekt können wir nun die sexuelle und spirituelle Leidenschaft feiern, die der maskulin-femininen Polarität innewohnt.

Es ist an der Zeit, über das platte Macho-Ideal – nur Rückgrat und kein Herz – hinauszugehen. Es ist auch an der Zeit, das Ideal des sensiblen und mitfühlenden Waschlappens – nur Herz und kein Rückgrat – hinter sich zu lassen. Und auch die die Vollblut Feministin sollte lernen den Nagel gerade stehen zulassen.

Das verlangt eine tiefe Entspannung in die unendliche Offenheit des gegenwärtigen Augenblicks und mehr Bewusstheit und Achtsamkeit für das eigene innere Selbst! Falls du gerne noch mehr zum Thema erfahren möchtest, erfahre unter diesem Link gerne noch mehr zur Polarität der Geschlechter und erhalte kostenlos das ebook,
“Der Weg des wahren Mannes” zum downloaden.
Josef Kryenbuehl / Mentalcoach

Lucas schoppe zum Geschlechterkrieg und Institutionen, die ihn aus Eigeninteresse fördern

Lucas Schoppe schreibt in einem Kommentar zu seinem Artikel zu dem Dossier noch etwas zum Geschlechterkrieg und Institutionen, die ihn aus Eigeninteresse fördern

Mir geht es also um die These, dass wir gesellschaftlich längst bei einer zivilen, flexiblen, tragfähigen (wenn auch im Hinblick auf die Arbeitsteilung durchaus verbesserungsfähigen) Kooperation zwischen Männern und Frauen angekommen sind – und dass es insbesondere politische Institutionen sind, die dabei destruktiv dazwischengehen.

Die Perfidie ist z.B. erstaunlich, mit der Lambrecht manövriert, um Väter aus ihrer Vaterschaft heraushalten zu können. Ihre Pläne hat sie meines Wissens an Pressevertreter und auch an Mütterverbände weiter gegeben, aber Vertreter der hauptsächlich betroffenen Väter hat sie auflaufen lassen. Die kamen an den Gesetzesvorschlag gar nicht heran. Dabei geht es darin eben darum, dass die rechtliche Beziehung eines Vaters zu seinem Kind völlig verschwindet, ja gar nicht erst besteht – wenn eine lesbische Partnerin der Mutter als weitere Mutter eingetragen ist.

Im Feld der Politik erscheinen halt Verhaltensweisen manchmal als ganz normal, die uns außerhalb davon gestört und soziopathisch vorkämen – von dem Widerspruch lebt ja z.B. die ganze Serie „House of Cards“. Mir geht es hier aber um einen anderen Aspekt:

Das Ministerium hat das Selbstbild, eine moderne, progressive Institution zu sein, die in einer von männlichen Machtstrukturen rundum geprägten Gesellschaft Humanisierungsimpulse setzt und sich auf die Seite der Schwächeren stellt. Dieses Selbstbild ist unplausibel, schon allein deshalb, weil es überhaupt nicht zu erklären wäre, warum sich in einer rundum patriarchalen Gesellschaft ausgerechnet die mächtigsten politischen Institutionen zuverlässig GEGEN das „Patriarchat“ stellen sollten.

Viel plausibler ist es, davon auszugehen, dass Institutionen grundsätzlich ein Interesse der Selbsterhaltung haben. Je mehr aber gesellschaftlich die Möglichkeiten der zivilen Selbststeuerung ausgeweitet und stabilisiert werden, desto schwerer ist ein solch vielmillionenteures Frauen- und Familienministerium zu legitimieren.

Wer seine eigene Position dadurch legitimiert, dass er (bestimmten) Menschen hilft – der hat ein großes Interesse daran, dass sie weiter hilflos erscheinen. Wer sich dadurch legitimiert, dass er Konflikte anderer bearbeitet – der hat ein Interesse daran, dass diese Menschen ihre Konflikte nicht selbst lösen.

Sicherlich können sehr viele Trennungsväter bestätigen, dass die Konflikte, unter denen ihre Kinder und sie leiden, ganz wesentlich aus den Institutionen in die Elternbeziehungen hineingetragen werden. Und darum geht es mir in der eingangs zitierten Passage:

Institutionen wie das Familienministerium sind selbst das Problem, dessen Lösung zu sein sie vorgeben. Sie brauchen zu ihrer Legitimation das Bild einer Gesellschaft, die habituell irgendwie in der Steinzeit zurückgeblieben ist. Tatsächlich ist diese Gesellschaft aber längst schon sehr viel weiter, als die Institution es ist (oder jemals sein wird).

Feminismus als eine Art „Munchhausen by proxy“ bei dem statt auf echte Gleichberechtigung hinzuarbeiten eine schwache hilfsbedürftige Frau benötigt wird, zu deren Beschützer man sich aufschwingen kann. 

In vielen Bereichen scheint mir die Vertretung eher noch schuzophrener:

Auf der einen Seite wird die Rolle der Frau als Mutter in jeder Hinsicht gegen mehr Rechte des Vaters geschützt.

Auf der anderen Seite will man Frauen in gewisser Weise aus ihr herausbekommen, sie sollen genau so viel verdienen wie Männer, sie sollen genauso in Führungspositionen sein, sie sollen das gleiche studieren.

Die Forderung, dass demnach alle Arbeiten gleich verteilt werden müssen und alles andere keine Gleichberechtigung wäre passt dazu: Man will gewisse Rollen nicht aufgeben, also müssen die Männer ihre Rolle ändern. Indirekt wird damit eingestanden, dass der gegenwärtige Zustand der Frauen sie so gesehen nicht „konkurrenzfähig“ macht. Aber das eben nur, weil ja die Männer ihnen die Chance nicht lassen. 

Der Grundsatz in dieser Ausrichtung des Feminismus ist, dass die „Nichtprivilegierten“ sich nicht ändern müssen, weil sie ja die Opfer sind. Der Täter muss sein Verhalten ändern. Es ist etwas der alte Grundsatz der weiblichen Unterverantwortlichkeit, hier eben nur anders ausgekleidet. 

Deswegen muss eben in dieser Spielart auch der Mann oder der Weiße der böse sein, der dessen Handeln falsch ist. Dazu wiederum bietet sich das Bild der „toxischen Männlichkeit“ an. 

Wie kommt das nun in den „Institutionen“ an? Sicherlich tragen bestimmte Gesetze dazu bei, dass Streitigkeiten auftauchen können und sich verschärften können. Mit einem Wechselmodell wäre etwa die „Machtposition“ der Frau eine ganz andere und man müsste sich – gerade wenn es gesellschaftlich ebenfalls normal und akzeptiert werden würde –  eher arrangieren.

Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn Gedanken wie „Das Kind gehört zur Mutter“ ist auch abseits der „Institutionen“ noch weit verbreitet. Und natürlich werden viele Kämpfe auch aus tiefer persönlicher Verletzung geführt: Weil man verlassen worden ist. Weil der andere einen ausnehmen will bzw weil man sich für die Familie aufgeopfert hat. Weil man die Ehe zwar auf gewisse Weise geführt hat und damals damit einverstanden war, nun aber meint, dass eine hälftige Auffassung doch ungerecht ist, weil man ja nun einmal mehr zur Wertschaffung beigetragen hat. Weil er oder sie der böse ist und weil die Kinder das auch so sehen sollen. Weil es ungerecht ist, wenn „die Neue“ nun von ihm ausgehalten wird und man selbst nichts hat. Weil man einen gewissen Status im Leben hatte und nun plötzlich seinen Lebensstandard reduzieren soll und er nicht. Weil man Angst hat vor Armut. Weil man sie schon immer kontrollieren konnte und sie nun auch das machen soll, was man ihr sagt. Weil einen jedes Wort von ihm oder ihr reizt. Weil man nicht aus der Beziehungsebene herauskommt. 

Es wäre interessant ob es vergleichende Studien gibt, wie oft Konflikte nach Scheidung mit welcher Intensität in verschiedenen Ländern aufgetragen werden und welche Faktoren eine größere Häufigkeit oder eine höhere Intensität begründen. 

Vorteile und Nachteile des Alters auf dem Partnermarkt.

Kommenator „Matschbirne“ kommentierte zu einem Artikel über Incels das Folgendes

Es wird ja immer gesagt, dass es bei Männern erst mit 30 gut wird und auch mit 40 oder 60 keinerlei Probleme auf dem Partnermarkt bestehen. Es gibt doch ganz viele Blogs wo man lesen kann, dass es mit Ende 20 plötzlich besser wurde. Wieso soll man dann unter 29 jährige so aufbauschen anstatt ihnen zu sagen, dass sie einfach noch 10 Jahre warten sollen bis die Pubertät richtig abgeschlossen ist anstatt über Suizid nachzudenken nur weil man auf der High School nicht auf Parties war. Es würde sich ja mit evolution decken. Für Frauen ist es bis 29 leichter, für Männer ist es ab 29 leichter. Weil man als Mann dann Geld, Auto, Job hat. Viele der Unter 29 Jährigen sidn vielleicht einfach nur Spätzünder.

Diese These, dass es alles nur eine Frage des Alters ist, überzeugt mich nicht so. Sicherlich kann es für Männer, die sich im Beruf etabliert haben, einfacher sein etwas darzustellen und insofern einen gewissen gesellschaftlichen Status aufzubauen. Und sicherlich hat eine hübsche 20jährige einen höheren „Marktwert“ als eine 35jährige.

Aber dennoch gibt es weitaus bessere Optionen als einfach abzuwarten und jemand, der zuvor überhaupt nicht bei Frauen ankam wird danach nicht plötzlich ein Superstar. Und natürlich ist auch der „zweite Markt“ mit 35 mit vielen Nachteilen verbunden, etwa damit, dass die meisten Frauen auf dem Markt dann schon Kinder haben. Und nach wie vor haben die hübscheren Frauen in dieser Alterklasse auch dort noch eine erhebliche Marktmacht und genug Männer konkurrieren auch dann um die passenden Frauen und diese wollen überwiegend dann eben auch die passenden Männer.

Statt einfach nur ein bestimmtes Alter zu Fürchten oder zu meinen, dass dann alles besser wird sollte man schlicht an sich arbeiten und schauen, dass man jemand wird, den andere interessant und attraktiv finden. Und natürlich auch schauen, dass man sich in Situationen begibt, in denen man Leute kennenlernen kann.

Fussballer und „positive Männlichkeit“

Bei Lucas Schoppe hat Billy Coen einen interessanten Kommentar zu einem positiveren Ausblick auf Männlichkeit gemacht:

„Aber in keiner Passage des Textes wird Männlichkeit positiv konnotiert: Sie erscheint grundsätzlich als problematisch und veränderungsbedürftig.“

Ein dauerhaftes Problem in unserer Gesellschaft, welches sich durch Politik, Institutionen und Medien befeuert zunehmend verschlimmert. Ich finde diesbezüglich auch das Bild im Artikel sehr vielsagend, welches laut Unterschrift ein Auszug aus einer Präsentation zeigt. Dort sieht man als Beispiel für Sportler als männliche Vorbilder zwei Fußballer im Kopfballduell, was natürlich so im Standbild auch herrlich martialisch wirkt. Aber warum reduziert man männliche Vorbilder auf solch einen winzigen Teilaspekt? Warum zeigt man dieselben beiden Fußballer nicht Sekunden nach dem Abpfiff? Warum zeigt man nicht Bilder deutscher Spieler, die Sekunden nach dem Abpfiff, der ihnen den Einzug ins WM-Finale und ihren Gegnern, den brasilianischen WM-Gastgebern, die schlimmste Niederlage aller Zeiten eingebracht hatte, die sich, statt unmittelbar in Jubel auszubrechen, sofort zu ihren Gegenspielern begaben und versuchten, denen Trost zu spenden? Oder nur zwei Jahre zuvor, als nach der nicht ganz unerwarteten Niederlage der Holländer im zweiten Vorrundenspiel der EM 2012 gegen Deutschland deren Ausscheiden schon fast sicher schien und da nach Abpfiff der Deutsche Bastian Schweinsteiger in seinen Armen den Holländer Marc van Bommel hielt, welcher, offensichtlich ziemlich aufgelöst, sein Gesicht in Schweinsteigers Schulter vergrub? Und diese Bilder wohlgemerkt nach einem Duell zwischen zwei Fußballnationen, die historisch eine gewisse, wenn auch im Verlaufe der 90er und 2000er Jahre deutlich abgekühlte Rivalität miteinander haben. Sind das keine männlichen Sportler? Ist das kein Verhalten welches man Kindern – und weiß Gott nicht nur männlichen – sehr gut als Vorbild vorsetzen kann?

Das ist für mich ein Musterbeispiel dafür, wie einfach durch äußerst einseitiges fokussieren von Teilaspekten ein Bild erzeugt wird, welches mit der Realität nichts zu tun hat. Männlichkeit ist nicht nur Konkurrenz und Wettkampf. Männlichkeit ist auch die Fähigkeit zur Fairness und zum Mitgefühl mit Gegnern oder gar – im Krieg – mit Feinden. Männlichkeit ist nicht nur Kraft und Aggression. Männlichkeit ist auch das Bewusstsein der Verantwortung, die mit diesen biologisch geprägten Eigenschaften einhergehen.

Wer, wie es gerade von feministisch sozialisierten Politikerinnen und „Intellektuellen“ gerne getan wird, immer nur die Dinge herausgreift, die beständig die eigenen Vorurteile „bestätigen“ der bedient damit faktisch wirklich nichts anderes als ein Narrativ, auch wenn du, Lucas, den Begriff nicht besonders magst. Ich finde, diesbezüglich passt er einfach. Denn dieses radikale Ausblenden aller Dinge, die nicht in das hochgradig ressentimentbehaftete Bild von Männlichkeit passen, kann nicht nur rein zufällig geschehen. Das geschieht offenkundig zielgerichtet mit der Absicht, eine „Realität“ zu entwerfen, die mit der Lebenswirklichkeit so ziemlich aller Menschen eigentlich nicht in Einklang zu bringen ist.

Und diese feindselige Realitätserschaffung führt wiederum zu der entmenschlichenden Empathieverweigerung Männern und sogar – wie deine Beispiele aus dem Dossier zum Schulmisserfolg der Jungen zeigen – männlichen Kindern gegenüber. Wer sich sein Gegenüber stets durch radikal gefilterte Wahrnehmung als mindestens latent niederträchtiges Mängelwesen zurechtzimmert, dem fällt es dann auch wesentlich leichter, diese Wesen eben aufgrund ihrer Mängel und ihrer Niedertracht als immerzu selbst verantwortlich für jedes Unbill, welches ihnen widerfährt, zu betrachten ohne dabei auch nur das geringste schlechte Gewissen oder gar Selbstzweifel zu bekommen.

Ein positives Beispiel für Männlichkeit – von denen es viele gibt – entgegenzuhalten halte ich für einen richtigen Weg.
 

Habeck vs. Baerbock: Probleme der Doppelspitze, wenn man sich dann doch für einen entscheiden muss und das auch noch in einer stark feministischen Partei

Der Spiegel schürt etwas die Feuer für die Frage, wer bei den Grünen „Kanzlerkandidat“ wird. Bisher war das nie ein Thema aber mit der Schwäche der SPD könnte es in einer Rot-Rot-Grünen-Koalition durchaus dazu kommen, dass – wer hätte es jemals gedacht – die Grünen einen Kanzler stellen.

Es zeigt sich hier gleich ein Problem der bei Grünen obligatorischen Doppelspitze aus Mann und Frau: Kanzler kann eben nur einer von beiden werden.

Der Spiegel dazu:

Ist Robert Habeck noch der wahrscheinlichste Kanzlerkandidat der Grünen? Co-Chefin Annalena Baerbock hat laut einer SPIEGEL-Umfrage in den vergangenen Monaten deutlich an Beliebtheit zugelegt, besonders im eigenen Lager.

Robert Habeck wollte sich bei der Frage aller Fragen mal wieder nicht festlegen. „Ich gebe mein Bestes, Annalena gibt ihr Bestes, und dann werden wir sehen, was daraus wird“, sagte der Grünenchef vor wenigen Tagen in einem Interview.

Ich bin sicher, dass Habeck sehr gerne Kanzler wäre, aber er ist natürlich in einem gewissen Dilemma: Er ist ein Mann. Noch dazu ein weißer Cis-Hetero-Mann. Keinerlei Benachteiligungsaspekte. Voller Privilegien

Aus Sicht zumindest des radikaleren Flügels der Grünen müsste er damit Baerbock den Vortritt lassen. Schlicht weil sie eine Frau ist und Frauen an der Spitze besser sind.

Es wäre ja eine ziemliche Lachnummer, wenn sich bei der feministischsten Partei in Deutschland eine „gläserne Decke“ zeigt und der Mann vorgezogen wird.

Natürlich kann man das runterreden mit „Es ist in diesem Fall eine ganz persönliche Entscheidung, die nichts mit dem Geschlecht zu tun hat“. Aber das dürfte dort kaum jemand wirklich überzeugen.

Keiner von beiden dürfte einen zu frühen Machtkampf wollen, er behindert ja nur die Parteiarbeit, man kann ihn immer noch später austragen.

Ob er oder die Co-Vorsitzende Annalena Baerbock die Partei im kommenden Jahr in die Bundestagswahl führen wird, ist noch immer offen. Dabei wird beiden die Frage nach der Kanzlerkandidatur spätestens seit dem historischen Umfragehoch von 2019 immer wieder gestellt.

Die Ausgangslage war dabei lange klar: Habeck ist bei der Bevölkerung bekannter und beliebter, was ihn als Kandidaten jenseits der Parteigrenzen attraktiv macht. Baerbock aber hat in der grünen Basis großen Rückhalt und konnte sich immer wieder fachlich profilieren.

Rund 20 Prozent der Deutschen bevorzugen Baerbock, 35 Prozent würden lieber Habeck als Kanzlerkandidaten sehen. Bei einer vergleichbaren Civey-Erhebung im November 2019 war Baerbock nur auf 11 Prozent gekommen, Habeck dafür auf mehr als 41 Prozent.

Der entscheidende Trend zeigt sich jedoch beim Blick auf die Antworten sortiert nach Wahlabsicht. Denn unter den Anhängerinnen und Anhängern der Grünen sind zwar 44 Prozent für Habeck als Kanzlerkandidaten, aber auch 35 Prozent für Baerbock.

Im November 2019 hatten nur 17 Prozent im eigenen Lager die Parteichefin als bessere Kanzlerkandidatin ausgewählt, 59 Prozent entschieden sich damals für Habeck.

Auch unter Anhängern anderer Parteien gibt es inzwischen mehr Menschen, die Baerbock gegenüber Habeck bevorzugen würden – auch wenn sie selbst nicht für die Grünen stimmen wollen.

So sprachen sich etwa 28 Prozent der SPD-Anhänger für sie aus, 39 Prozent dagegen für Habeck. Baerbock überzeugte damit doppelt so viele Sozialdemokraten wie noch Ende 2019. Mit Blick auf eine theoretisch mögliche grün-rot-rote Koalition ebenfalls bemerkenswert: 28 Prozent der Linkenanhänger sind für Baerbock – und gut 30 Prozent für Habeck.

Aufhorchen dürften die Grünenvorsitzenden bei einem weiteren Detail aus der SPIEGEL-Umfrage:  Sie liegen in der jüngsten Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren mit jeweils gut 30 Prozent gleichauf, wenn es um die Kanzlerkandidatur geht.

Der Spiegel oder zumindest der Autor will anscheinend Baerbock als Kanzlerkandidatin. Sie liegt auch in neueren Umfragen klar hinter Habeck, aber die Tendenz soll es so erscheinen lassen als wäre dann doch Baerbock diejenige die vorne liegt und deswegen das Amt erhalten sollte.

Das wird aus meiner Sicht ein interessanter Machtkampf. Allerdings nur dann, wenn tatsächlich eine gewisse Möglichkeit besteht, dass ein Grüner Kanzler wird.

 

Lucas schoppe zu Kooperation

Lucas Schoppe schreibt in einem Kommentar zum Artikel zum Dossier etwas dazu, dass die Vorstellung des Feminismus, dass es nur den Mann als „Harten Kerl“ als Vorbild gibt, keineswegs stimmig ist:
 

Es gibt längst, in der alltäglichen Lebenswelt, im Beruf, in der Populärkultur, Veränderungen von Geschlechterbildern. Wenn wir sehen, wie sich schon in den 50ern Elvis als Sexobjekt inszenierte – James Dean oder Montgomery Clift als hypersensible, fragile Männer – Buddy Holly als unmännlicher Junge – Little Richard auch schon mal Frauenkleidung trug – usw. – dann sind das ein paar kleine Beispiele dafür, wie viel schon vor siebzig Jahren im Hinblick auf „Männlichkeit“ in Bewegung geraten war.

Das würde der Feminismus wahrscheinlich für sich vereinnahmen und sagen, dass das ihr wesentlicher Einfluss war. 

Aber natürlich gab es immer Ausnahmen von klassischer Männlichkeit – gerade hoher Status erlaubt auch immer ein anderes Verhalten. Solange man eh genug Status hat oder genug andere Zeichen dafür bedient, kann man sich vieles erlauben. 

Die Fantasie ist abstrus und arrogant, gesellschaftlich wären eigentlich nur Vorstellungen vom Mann als harten Kerl verbreitet – wenn nicht feministische Interventionen dazwischengrätschen und Männer zu Menschen erziehen würden.

Die meisten Männer sind keine „harten Kerle“, auch wenn sie üblicherweise im Schnitt härter sind als die typische Frau. Besondere Härte ist nicht das Männlichkeitsbild, es ist allenfalls etwas, was in den passenden Situationen besondere Beachtung findet. 

Der Feminismus arbeitet insofern in der Tat mit einem verzerrten Bild, sie erklären ein Extrem zum Ideal und behaupten, dass alle Abweichungen davon gesellschaftlich bestraft werden. Was aber in dieser Absolutheit eben nicht zutreffend ist. 

Das betrifft aber nicht allein Männer, sondern auch die Kooperation zwischen Frauen und Männern. Obwohl ich in einem rotgrüngeprägten Umfeld arbeite, kenne ich so gut wie keine Frauen, die im beruflichen Umfeld einen Geschlechterkampf anstrengen. Ich habe im privaten Bereich als Vater erhebliche Grausamkeiten erlebt, aber das eigentlich immer dann, wenn sich Institutionen – wie z.B. der Alleinerziehendenverband – eingeschaltet haben. Daneben habe ich nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen Unterstützung erlebt.

Das ist in der Tat etwas, was der Feminismus auch nicht versteht: Männer und Frauen sehen sich nicht in einem Nullsummenspiel um Macht gefangen. Sie sehen sich weit eher als mögliche Kooperationspartner, als Teile einer Gesellschaft bei denen beide gewisse Regeln erwarten und insofern Leute, die diese gesellschaftlichen, nicht geschlechtlichen Regeln, nicht beachten, ablehnen. 

Menschen sehen in dem jeweils anderen Geschlecht nicht den Feind – sie fühlen mit, wenn jemand, gerade jemand der ihnen als Freund oder Arbeitskollege nahe steht, schlechtes erfährt. Und sie sind auch in der Lage zu verstehen, dass es zwar Interessengruppen gibt, diese aber nicht für die ganze Gruppe sprechen müssen oder nicht ungerecht handeln können. 

Die Gruppen sind oft weit weniger Geschlechter als Bekannte, Freunde etc. 

 

„Ich habe eine Woche lang nur im generischen Femininum gesprochen“

Auf jetzt hat eine der Schreiberinnen eine Woche lang nur das „generische Femininum“ benutzt und schildert die Reaktionen:

Aber wie wäre es, wenn ich den Spieß eine Woche mal umdrehen und nur im generischen Femininum sprechen würde? Fühlen die Männer sich da auch mitgemeint?

Ich werde also ab sofort von Chefinnen, Interviewpartnerinnen oder Freundinnen sprechen, auch wenn überall Männer gemeint sind. Am ersten Tag probiere ich das direkt bei meiner Mutter aus. Ich erzähle von meiner Chefin, dem Patrick. Schon etwas konstruiert, die ganze Situation, denke ich. Man muss dazu wissen, dass meine Mutter selbst Chefin ist. Ehe ich fertig bin, merke ich, wie sie mich vollkommen verdattert anschaut. „Bitte was, deine Chefin?“, fragt sie leicht belustigt. Man denke sich eine Betonung auf dem in. Ich erkläre meine Mission und sie fängt an zu lachen. Es ist ein anerkennendes Lachen, so scheint es mir. Für die Sekunde zumindest. Dann sagt sie: „Aber das ist ja Quatsch. Ich glaube, man löst das Problem nicht, indem man das gegeneinander aufwiegt. Man muss die männliche und die weibliche Form gleichzeitig verwenden, auch wenn es umständlich und langatmig ist. Diese Zeit können wir uns ja nehmen.“

Ich finde es grundsätzlich ein interessantes Experiment. Es einfach mal ausprobieren und schauen, wie das Umfeld reagiert. Bei ihrer Mutter wäre natürlich interessant, wie die sonst zu dem Thema steht.  Die Gefahr ist außerdem, dass man sich zu sehr in seinem eigenen Umfeld bewegt, dass vielleicht ähnlich denkt.

Neuer Tag, neues Glück beim Gendern: Ich treffe mich mit einem Kumpel in einer Kneipe. Er, KFZ-Mechaniker, erzählt mir von seiner Sammelleidenschaft für alte Volvos, die inzwischen ganze vier Garagen bevölkern. Und ich irgendwann wieder von meiner männlichen Chefin. Er nippt an seinem Bier und scheint total unbeeindruckt. Damit habe ich nicht gerechnet und frage meinen Kumpel, ob ihm das generische Femininum nicht aufgefallen sei? Er druckst etwas herum und meint schließlich „Ich habe mir da nicht so viel Gedanken darum gemacht. Ich dachte, du hast dich versprochen oder…“ Ich hake nach: „Oder?“ „Oder dass er vielleicht schwul ist?“, sagt er und schaut mich unsicher an.

Es kommt vermutlich so unerwartet, dass man sich nicht unbedingt traut zu fragen, wenn sie es souverän rüberbringt. Das man mit einer weiblichen Form für einen Mann rüberbringen will, dass er schwul ist, ist nicht so fernliegend, das „generische Femininum“ ist ja so merkwürdig, dass man wohl kaum einfach einen Versuch einen neuen Sprachgebrauch zu schaffen vermuten würde.

Ich muss unwillkürlich anfangen zu lachen, löse mein Experiment auf und schlage ihm vor, er solle in seiner Werkstatt seine Kollegen mal Kolleginnen nennen. Selbst Mechanikerin genannt zu werden, würde ihm nichts ausmachen. Sagt er. Ein paar Tage später schreibt er mir, seine Kollegen hätten ähnlich reagiert wie er. Frauen gäbe es ohnehin kaum in der Ausbildung und in seiner Werkstatt gar keine, außer am Empfang. Meine Fragestellung spielt in seinem Umfeld einfach keine Rolle. Ist sie deshalb weniger wichtig? Nein, es bedeutet nur, dass zu wenige Frauen diesen Job machen. Spätestens dann würden nämlich auch seine Kollegen mit dem Problem konfrontiert werden.

Ich würde ja schon vermuten, dass ihn ein paar Leute dort einen Spinner nennen würden, aber das mag auch eine Frage der konkreten Werkstatt sein.

Beim nächsten Mal versuche ich es mit einer anderen Geschichte. Auf der Suche nach Protagonisten für einen Artikel frage ich meine Kontakte durch. Einem Kumpel von mir, Kunststudent, schlage ich vor, er könnte auch seine Freundinnen fragen, ob die jemand passenden kennen. „Meine Freunde auch?“, entgegnet er. „Hätte ich von Freunden gesprochen, hättest du nicht gefragt, ob Freundinnen mitgemeint sind, oder?“, gebe ich zurück. „Raffiniert“, denke ich. „Raffiniert“, sagt er.

Nicht sehr raffiniert. Sondern dem normalen Sprachgebrauch entsprechend.

Dann wirft er mir vor, ihm voreilig Sexismus unterstellt zu haben und mich daher selbst sexistisch geäußert zu haben. Mist, ich sitze in der Falle! Und er hört noch nicht auf: „Feminismus sollte den Egalitarismus anstreben. Wenn er das nicht tut, verkommt das Ganze zu einem stupiden Spiel um eigene Interessen. Die Schuldfrage lässt sich nicht so einfach auf mich abwälzen. Ich sehe es dennoch als Verantwortung, vorsichtig damit umzugehen, nur den Mund mache ich sicher nicht zu.“ Das ist natürlich total richtig so: Allein die weibliche Form zu benutzen, ist genauso sexistisch wie nur das generische Maskulinum. Trotzdem wurde dadurch jahrelang das männliche Geschlecht deutlich bevorzugt. Egal, worum es ging: Die Männer waren präsent und sind es immer noch, allein durch die Sprache. Haben wir Frauen nicht auch ein Recht auf einen Ausgleich? Immerhin: Mein Künstlerfreund hat meine Artikelanfrage doch noch an eine Freundin weitergeleitet. Und zwar tatsächlich an eine Frau.

Der Rachegedanke kommt ja ganz gerne im Feminismus vor. Man hat einen Ausgleich für jahrhunderte lange Unterdrückung verdient, auch wenn man selbst 20 ist und keine wirkliche Unterdrückung erlebt hat.

Was sie im folgenden verkennt ist, dass sich Sprache nicht so leicht ändern lässt. Und das es auch keine alltagstauglichen Vorschläge gibt.

ut, wenn ich ganz ehrlich bin, ab und zu denke ich immer noch im generischen Maskulinum, spreche es aber nicht aus. Und dann plötzlich bei einer Diskussion über die FridaysforFuture-Bewegung rutscht es mir raus: Schüler. Und das obwohl gerade diese Klimastreiks von einer jungen Frau initiiert wurden. Ich spüre, wie sämtliche Gender-Götter (oder soll ich sie geschlechtsneutral Gottys nennen wie der Moderator Hermes Phettberg?) ihre Hände über meinem Kopf zusammenschlagen, als könnten sie dieses teuflische „Schüler“ so vertreiben. Ich erkläre mein Experiment für gescheitert: Ich habe es nicht mal selbst geschafft, es durchzuhalten.

Ich hätte es interessant gefunden, wenn sie etwas mehr dazu geschildert hätte, wie schwer ihr die Umstellung bei einem normalen Gespräch viel. Klar, so macht es wahrscheinlich den besseren Abschluss des Artikels, aber das scheint mir doch einer der interessantesten Probleme zu sein. Auch ein Test bei jemanden, der sie gar nicht kennt wäre interessant gewesen.