„Homosoziale Männergemeinschaften reproduzieren sexistische Strukturen“ oder wenn Männer unter sich Bier trinken ist das Sexismus

Alina Herbing schreibt über Männergruppen an Universitäten und warum das Sexismus ist:

Die Grundsituation schildert sie wie folgt:

Die Seminarsituationen sind ansonsten so, wie ich sie von anderen Universitäten schon kenne: Wenige männliche Studierende melden sich sehr viel öfter zu Wort als die Kommiliton*innen, dominieren die Diskussionen mit jeder Menge Namedropping, Filmwissen und Philosophen-Zitaten. Die Lehrenden sind fast ausschließlich männlich, lustig und viel unterwegs. Unter den Studierenden sind die Frauen, zumindest zu Beginn des Studiums, mit 70 bis 80 Prozent in der Überzahl, meist vorsichtig und weniger präsent.

Eigentlich ja interessant und man könnte meinen, dass dann eben die Studentinnen eher das Wort ergreifen und sich mehr einbringen müssten. Wobei „Sich einbringen“ ja sehr relativ ist. Man lernt nicht unbedingt mehr, wenn man beteiligt und mündliche Noten gibt es im Studium üblicherweise auch nicht.

Wir sind 32 Studierende in meinem Jahrgang, davon lediglich acht Männer. Im ersten Semester verlassen zwei Studentinnen den Studiengang, nach dem zweiten Semester sind zwei oder drei weitere weg, ein paar sind kaum noch in den Seminaren zu sehen, nach dem dritten Semester bin ich als einzige Frau in meiner Anfangsclique übrig geblieben. Während „die Jungs“ mit den jüngeren Dozenten Fußball spielen oder gucken, lege ich viel Wert darauf, wenigstens beim Biertrinken danach dabei zu sein. Außerdem bin ich Hiwi der Institutsleitung und so halte ich mich in den kommenden Jahren fast nur noch in Männergruppen auf, als einzige oder eine von wenigen Frauen, was ich natürlich bemerke, aber lange nicht reflektiere.

Was macht sie also? Trommelt sie Frauen zusammen, die dann dazu kommen oder bemüht sie sich anderen Frauen den Wert davon, sich nach der Uni noch mit den Dozenten zu treffen zu vermitteln?

Michael Meuser hat auf der Basis von Reawyn Connels Theorie der hegemonialen Männlichkeit Zusammenkünfte untersucht, in denen Männer weitestgehend unter sich sein wollen, „homosoziale Männergemeinschaften“  1, die immer wieder entstehen, wenn Männer es – bezogen auf unterschiedlichste Kontexte –  als besonders angenehm empfinden, in Gesellschaft ihrer Geschlechtsgenossen Zeit zu verbringen. Dies verstärke nicht nur den Zusammenhalt der Gemeinschaft, es reproduziere auch die Dominanz gegenüber Frauen, die von diesen Zusammenkünften und damit oft auch „von wichtigen Bereichen der sozialen Welt ausgeschlossen werden.“ Männer würden dort Bestätigung finden, sich gegenseitig der „Angemessenheit der eigenen Weltsicht“ vergewissern, umso effektiver, je weniger ihnen genau diese Intention selbst bewusst ist. Eine typische Antwort auf die Frage nach der Absicht ihres Zusammentreffens, lautet dementsprechend auch einfach „‚Spaß haben‘ und ‚blödes Zeug reden‘.“ 2

Nein, sie deutet es natürlich in etwas um, bei dem Frauen per se ausgeschlossen sind und bei dem Männer Macht herstellen. Das beide Geschlechter schlicht verschieden sind und deswegen auch gerne einmal unter sich kommt darin nicht vor. Das es angenehm sein kann, wenn man einfach mal blödes Zeug reden kann ohne das eine Frau den Ton kritisiert oder einen Themenwechsel will scheint ihr auch nicht in den Sinn zu kommen. Dabei machen Frauen das eben genauso. Auch Frauen gehen gerne unter Frauen weg. Beispielsweise wahrscheinlich sogar ihre Kommilitoninnen.

Meuser geht davon aus, dass diese Männerrunden gerade im Zuge einer Verunsicherung durch feministische Forderungen innerhalb der Gesellschaft neue Popularität erlangen. Am ausgeprägtesten fänden sich diese Gemeinschaften im Sport, in Clubs oder an Stammtischen, aber auch an Arbeitsplätzen sowie in Seminaren an Hochschulen.

Ja, wer hätte auch jemals von Männertreffen vor dem Feminismus gehört. Gab es davor überhaupt gleichgeschlechtliche Gruppen oder mischte sich alles bunt?
Mit ein wenig nachdenken hätte man recht leicht darauf kommen können, dass ein freies Mischen der Geschlechter eine sehr junge Erscheinung ist, schlicht weil es früher nicht „ziemlich“ oder „sittenhaft“ war. Man brauchte erst gut funktionierende Verhütungsmittel und die industrielle Revolution und den daraus folgenden Wohlstand, damit sich das änderte

„Homosoziale Männergemeinschaften“ existieren zweifellos, auch an der Universität Hildesheim, aber der Begriff reicht nicht ganz aus, um die Strukturen am dortigen Literaturinstitut ausreichend zu beschreiben. Er evoziert  eine Homogenität, die es natürlich ab und zu gibt, aber nicht nur, und nicht so klar abgegrenzt, wie man denken könnte. Quantitativ sind die Männer in der Minderheit, zumindest unter den Studierenden. Treffender ist es, von einer männlich dominierten Gemeinschaft zu sprechen, Lehrende und Studierende eingeschlossen, in der Frauen zwar auch unterstützt, aber bewusst und unbewusst immer wieder von Schlüsselpositionen ferngehalten werden, oder eben aus Gruppen ausgeschlossen sind, in denen die wichtigen Entscheidungen getroffen werden.

Oder: In denen Männer eher an Posten in Führungspositionen interessiert sind, sich eher auf diese bewerben, sich eher einem entsprechenden Wettbewerb stellen und auch eher das Risiko einer Karriere im Wissenschaftsbetrieb eingehen.

Es ist schon erstaunlich, dass sie in dem Artikel ganz selbstverständlich davon berichtet, dass sie Teil der Gruppe ist und keinerlei Hindernis für Frauen nennt, an diesen Runden teilzunehmen, soweit auch keine besonderen Vorteile gerade dieser Runden mit den jüngeren Dozenten nennt, aber dennoch nahtlos dazu übergeht, dass Frauen ferngehalten werden und dort wichtige Entscheidungen getroffen werden.

So entsteht ein Hierarchieverhältnis, in dem eine überwiegend weibliche Mehrheit abhängig ist von einer überwiegend männlichen Minderheit.  Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse wie diese begünstigen die Reproduktion von Diskriminierung, unter anderem da sich die Betroffenen aus Angst vor Nachteilen im Studienverlauf oft nicht zur Wehr setzen. Das alles ist nichts Neues, nichts Literaturinstitutsspezifisches, es findet sich überall in unserer Gesellschaft, und darüber hinaus. Das macht es so unauffällig, aber noch lang nicht erhaltenswert.

Dann bringe Freundinnen mit. Motiviere andere Frauen dort teilzunehmen. Veranlasse Frauen sich auf HiWi-Stellen zu bewerben.

Sommer 2011, Hildesheim: Ich wurde gerade in die Redaktion einer jungen Literaturzeitschrift gewählt. Mit mir kommen zwei weitere Kommilitoninnen neu in die Redaktion, um die ausscheidenden zu ersetzen. Drei Studierende aus den Jahrgängen über uns bleiben noch für ein, zwei Ausgaben, um uns alles zu erklären. Bei einer der ersten Textbesprechungen bemerkt einer von ihnen – natürlich nicht ernst gemeint – es sei kein Wunder, dass der vorliegende Text so schlecht ist, da die Autorin vor kurzem Mutter geworden sei. Aus unerfindlichen Gründen verlören Frauen mit der Geburt ihres ersten Kindes die Fähigkeit, gute Texte zu schreiben. Das hätten sie im Zuge ihrer Redaktionstätigkeit schon des Öfteren festgestellt.

Es sind keine unerfindlichen Gründe sondern leicht nachvollziehbare: Wenig Schlaf, weniger Zeit um neben der Kinderbetreuung noch entsprechende Texte zu erstellen. Südländerin regte sich aus gleichen Gründen ebenfalls gerade über eine junge Mutter auf, die Kollegin von ihr ist und gegenwärtig in der Hinsicht erheblich eingeschränkt ist.

Ich kenne damals keine Frau, die gleichzeitig Mutter und erfolgreiche Schriftstellerin ist  und die ich damit als Gegenbeweis hätte anführen können. Bei den Debatten um die eingereichten Texte bin ich sowieso relativ erfolglos darin, meine Favoriten durchzusetzen. Die Männer in unserer Redaktion sind rhetorisch deutlich versierter und schaffen es viel leichter, die anderen von ihren Argumenten zu überzeugen. Wenn die Redaktionssitzungen zu anstrengend werden, holen wir Bier vom Späti und essen Pizza auf dem warmen Asphalt vor dem Büro.

Erstaunlich immerhin für einen solchen Text, dass sie den Männern positive Eigenschaften zugesteht, die diese besser sein lässt als die anwesenden

Elisabeth Hanzl und Sissi Luif haben sich, ausgehend von Connell und Meuser, in ihrem Essay „Das Biertrinken und die männliche Hegemonie“ 3 mit hegemonialer Männlichkeit in linken, unipolitischen Gruppen auseinandergesetzt. Sie haben bemerkt, dass dort Männlichkeiten, die gesamtgesellschaftlich eher marginalisiert werden, mitunter hegemonialen Charakter bekommen (was nicht heißt, dass nicht auch Frauen* hegemoniale Rollen einnehmen). Dabei würden sich die Studierenden selbst als antisexistisch bezeichnen, jedoch trotzdem Strukturen reproduzieren, die Männer bevorzugen. Dies geschehe vor allem im informellen Bereich,  wenn sich nach den Sitzungen ein Teil der Gruppe noch zum Biertrinken in eine Kneipe zurückziehe. Unter den Biertrinkenden seien die Männer meist von Beginn an in der Überzahl, je später es werde, desto weiter verschiebe sich das Geschlechterverhältnis allerdings vollends zu Gunsten einer männlichen Dominanz.

Das sind auch immer so beliebige Angaben, gänzlich ohne stützendes Argument. Männer benehmen sich im Schnitt männlich schlicht weil sie Männer sind. Ihnen das sogleich als „reproduzieren von Strukturen“ anzulasten bringt wenig. Es ist auch immer wieder faszinierend, dass die Autorin nie auf die Idee kommt, dass dann eben Frauen das Produzieren von Gegenstrukturen eben lernen müssen. Man schmollt, dass die Männer eben selbst in solchen Gruppen Männer sind.

Es geht Hanzl und Luif nicht darum, das Biertrinken zu verbieten, gerade den informellen Bereich halten sie sogar für besonders wichtig hinsichtlich Vernetzung und Motivation, sie stellen jedoch fest, dass diese Zusammenkünfte stark meinungsbildend wirken und sexistische Strukturen begünstigen. Die Autorinnen  bemerken einen Mangel an Reflexionsfähigkeit, wenn es um Sexismen innerhalb der eigenen Gruppe geht. Man grenze sich zwar schnell von einem gesamtgesellschaftlichen Sexismus ab, ohne jedoch das eigene Verhalten zu hinterfragen. Das müsse sich ändern. Antisexismus solle „radikal am eigenen Verhalten ansetzen“, fordern sie. Man müsse sich immer wieder bewusst machen, „wie sich auch innerhalb der eigenen Zusammenhänge hegemoniale Männlichkeit konstruiert,“ nur das führe schließlich zur Dekonstruktion sexistischer Strukturen.

Vielleicht sind da auch schlicht keine Strukturen und sie sind auch nicht sexistisch. Aber es ist eben immer einfacher sich seiner Passivität hinzugeben, bei der man nichts ändern muss und die anderen für alles verantwortlich zu machen. Die sehen halt nicht ein, dass sie Rücksicht nehmen müssen und verdammte Sexisten sind, wenn sie sich ganz normal verhalten.

Man möchte dazu eigentlich immer dieses Video einblenden, wenn Feministinnen so etwas sagen:

Pfui Männer, dass ihr da nicht Rücksicht auf Frauen nehmt und statt dessen einfach mit Kumpels Bier trinkt und Spass habt. Widerlich!

Genau dieser Schritt des Bewusstmachens ist das Schwierige. Zum einen glauben Viele, entsprechende Gesetze hätten die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in unserer Gesellschaft längst beseitigt. Zum anderen ist die Sensibilisierung oft nicht da, subtilere Formen von Sexismus bei sich und anderen zu erkennen und zu reflektieren sowie Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse in ihrer Tragweite wahrzunehmen.

Vielleicht liegt auch schlicht bei ihr eine Übersensibilisierung vor, die sie Probleme sehen lässt wo keine sind.

Frühling 2017, Stade: Ich habe gerade aus meinem Roman gelesen, die Veranstaltung ist zu Ende, und wie so oft kommt eine Frau an meinen Tisch, die mir sagt, wie sehr sie mich darum beneide, dass ich am Hildesheimer Literaturinstitut hätte studieren können. Sie fragt, wie es denn gewesen wäre und ich sage natürlich, dass es toll war und signiere schnell ihr Buch, damit die Leute hinter ihr in der Schlange nicht zu lange warten müssen. „Ich habe viel gelernt“, sage ich, aber eigentlich müsste ich auch sagen, dass das nicht alles was mit Literatur zu tun hatte, ich müsste sagen, dass Hildesheim mich zur Feministin gemacht hat und damit meine ich nicht, dass ich dort mit Gender-Studies in Berührung kam oder mit feministischen Theorien, stattdessen schlage ich den Roman zu und schiebe ihn zurück über den Tisch.

In der Tat, ein grauenhaftes Schicksal, welches sie erlitten hat: Die Männer haben sie in ihre Runde integriert, ihr anscheinend keine Probleme gemacht, aber anscheinend waren andere Frauen nicht daran interessiert und haben sich andere Kreise gesucht. Diese anderen Kreise behandelt sie nicht, hat anscheinend auch keine Kenntnisse von ihnen, sie wägt nichts ab, sie überlegt nicht, ob diese anderen Kreise vielleicht auch Vorteile geboten haben oder das „Abhängen“ mit den Dozentin so wichtig war. Sie sieht schlicht einen unglaublichen Sexismus darin, dass Männer Bier trinken.

Klingt als habe sie wirklich etwas gelernt.

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Bundestagswahl 2017

Heute ab 18:00 wird es die ersten Hochrechnungen geben.

Die Prognosen habe ich mal von dieser Seite hier entnommen:

 

Wahlumfragen zur Bundestagswahl 2017 – Sonntagsfrage Wahlumfrage Umfragen

Wahlumfragen zur Bundestagswahl 2017 – Sonntagsfrage Wahlumfrage Umfragen

Ob es tatsächlich so kommt oder unerwartete Ergebnisse eintreten wird man sehen. Was meint ihr, wie gewählt wird?

Was meint ihr, welche Partei/welche Koalition sich ergeben wird?

Was versprecht ihr euch von einer „neuen“ Regierung?

 

UPDATE:

Ergebnisse Bundestagswahl 2017

Ergebnisse Bundestagswahl 2017

 

Bundestagswahl 2017: Die Partei der Humanisten in Bezug auf Geschlechterthemen

Leser cero hat sich einmal das Grundsatzprogramm der „Humanisten“ angeschaut. Was er dort gefunden hat: Ein Gastartikel

Disclaimer: Ich bin kein Mitglied der Partei, denke aber über einen Eintritt nach.

Die Partei der Humanisten ist eine neue linksliberal-progressive Kleinpartei, die wissenschaftsbasierte, evolutionär-humanistische Politik betreiben möchte.

In ihrem Grundsatzprogramm stellen sie fest:

Die Menschenrechte gelten ausnahmslos für alle Menschen, unabhängig von biologischen Eigenschaften und kulturellen Eigenheiten. Wir fordern, dass sie vom Staat unabhängig von wirtschaftlichen oder ideologischen Interessen international geachtet und gefördert werden.

Der Staat muss die Rechte jedes Menschen innerhalb seines Staatsgebietes schützen. Das Geschlecht, die Weltanschauung, die politische Einstellung, biologische Merkmale, die ethnische Zugehörigkeit oder die Kultur eines Menschen dürfen vor dem Gesetz und im Gesetzestext selbst keinen Unterschied machen.

Die Familienpolitik soll sich primär an dem Kindeswohl, nicht an dem Geschlecht der Eltern orientieren. So schreiben sie in ihrem Absatz zur Familie:

Familie ist, wo Kinder sind. Wir setzen uns dafür ein, dass Familienpolitik genau hier ansetzt. Der Beziehungsstatus der Eltern ist zweitrangig, somit müssen die Begriffe „Ehe“ und „Familie“ aus ihrer traditionellen, religiösen Festlegung befreit werden.

Wir wollen, dass der Staat grundsätzlich seine Familienpolitik kinderfreundlich und zukunftsorientiert ausrichtet. Familiengründungen sind vom Staat so zu fördern, dass in unserer Gesellschaft Kinderkriegen kein Armutsrisiko ist. Wir treten für eine Liberalisierung des Adoptions- und Abtreibungsrechts ein. Ausschlaggebend für eine gute Kindheit sind Liebe, Zuneigung und Fürsorge der Erziehungsberechtigten – nicht ihr Geschlecht. Die Adoption muss zum Wohle des Kindes geschehen und nicht nach den Wünschen der werdenden Eltern. Wir fordern auch die Ausrichtung der Familiengerichtsbarkeit im Sinne der Kinder.

Wir fordern die rechtliche Gleichstellung von Partnerschaften in allen Belangen unabhängig von ihrer geschlechtlichen Konstellation. Ein Sonderrecht zweiter Klasse, wie es derzeit u.a. für gleichgeschlechtliche Partnerschaften der Fall ist, lehnen wir ab.

In dem Abschnitt zu sozialer Gerechtigkeit fällt vor allem die Abwesenheit von Geschlechterunterscheidungen auf.

Humanistische Sozialpolitik setzt auf Chancengleichheit, Hilfe zur Selbsthilfe und Unterstützung in der Not. Jeder Mensch möchte ein gleichberechtigtes und mitwirkendes Mitglied unserer Gesellschaft sein.

In ihrer Positionierung bei dem Wahl-o-maten zeigt sich die Partei skeptisch gegenüber einer Frauenquote.

Wir stehen einer Frauenquote skeptisch gegenüber. Dem eigentlichen und begrüßenswerten Ziel der Geschlechtergleichstellung kann diese positive Diskriminierung sogar noch schaden, da Frauen so nur wegen ihres Geschlechtes und nicht wegen ihrer Leistungen in Verantwortung kommen. Dennoch kann eine solche Maßnahme gerechtfertigt sein um bestehende Rollenmuster und diskriminierenden Strukturen aufzubrechen. Dazu sollten Studien die Wirksamkeit beleuchten.

Dies sind die offiziellen Positionen der Partei zu Geschlechterthemen. In dem (nicht-offiziellen) Arbeitspapier der AG Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt finden sich (Stand:20.09.17) folgende Abschnitte:

Die Gesellschaft ist geprägt von einer Geschlechternorm, die auf zwei Geschlechtern basiert. Diese zwei Geschlechter sind jeweils definiert anhand von äußeren und inneren biologischen Merkmalen und einem scheinbar geschlechtsspezifischem Verhalten der Menschen. Daraus ergibt sich eine Geschlechternorm, in die alle Menschen noch vor ihrer Geburt hinein gezwungen werden. Doch die Menschen sind vielfältiger, als es diese Geschlechternorm erlaubt.

Schwerpunkte
– rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in Ehe und Adoptionsrecht.
– Abbau von Hürden für Transsexuelle in Bezug auf die medizinische Anpassung des Körpers an das eigene Geschlecht und der Änderung des Geschlechtseintrags sowie Namens.
– Fremdbestimmte Genitaloperationen von Intersexuellen verhindern (geschieht meist kurz nach der Geburt).
– Abbau der Diskriminierung von Menschen, die sich nicht ihres zugeschriebenen Geschlechts entsprechend verhalten (Anerkennung selbstbestimmter Geschlechterrollen bzw. „gender“).

Der Abschnitt zur „Geschlechtlichen und genitalen Selbstbestimmung“ lautet wie folgt:

Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde
Die Partei der Humanisten kann keinen Grund erkennen, weswegen der Staat das Geschlecht seiner Einwohner bei Geburt erfassen sollte. Daher fordern wir die Abschaffung des Geschlechtseintrages in die Geburtsurkunde (§59 Abs 1 Ver.2 PStG) und in der Meldung an das Standesamt. Bei bestehenden Einträgen soll ab einem Alter von 14 Jahren der Geschlechtseintrag, dessen Änderung / Auslassen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vormunds oder der Eltern erfolgen. In amtlichen Formularen soll der Geschlechtseintrag nicht erfasst werden. Betroffene Gesetze sollten angepasst werden, wie zum Beispiel das Eherecht.

Rechte für Transsexuelle
Unseren Mitmenschen soll der Zugang zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen erleichtert werden, indem die Gutachtenregelung aus dem 1981 beschlossenen Transsexuellengesetz (TSG §4, Abs. 3) ersatzlos gestrichen wird. Für die Feststellung von Transsexualität als Voraussetzung für geschlechtsangleichende medizinische Maßnahmen ist die Diagnose vonseiten eines Psychologen völlig ausreichend, zumal er die betreffende Person im Gegensatz zu den Gutachtern stets und von Anfang an begleitet und daher am besten in der Lage ist, andere Ursachen wie psychische Erkrankungen im Sinne der Person sicher auszuschließen. Dabei muss bei der Diagnose beachtet werden, dass die Geschlechtszugehörigkeit einer Person von der Auslebung einer gesellschaftlich normierten Geschlechterrolle unabhängig ist. Derzeit wird aber vorausgesetzt, dass sich Transsexuelle umfänglich den Geschlechterstereotypen ihres Geschlechtes in Bezug auf Verhalten und Äußerlichkeiten anpassen müssen, um anerkannt zu werden. Diese Verquickung von Geschlechtszugehörigkeit mit gender bzw. „sozialem Geschlecht“ lehnen wir ab.
Die Möglichkeit der eigenen Vornamens- und Personenstandsänderung soll allerdings unabhängig von der psychologischen Beurteilung bestehen, da sie im Gegensatz zu den medizinischen Maßnahmen reversibel ist.

Vornamenswahl und Vornamensänderung
Die Partei der Humanisten sieht keinen Grund, warum der Vorname einem Geschlecht zuordenbar sein sollte und fordern daher die Anpassung der geltende Rechte.

Rechte für Intersexuelle
Menschen, die in Deutschland mit uneindeutigen äußeren wie inneren Geschlechtsmerkmalen geboren werden, werden in der Regel einem bestimmten Geschlecht zugewiesen und die Geschlechtsmerkmale frühzeitig medizinisch u.a. durch Operationen an das mutmaßliche Geschlecht angeglichen. Da dies meist kurz nach der Geburt erfolgt und in der Regel nicht rückgängig gemacht werden kann, wird damit die geschlechtliche und körperliche Selbstbestimmung des betreffenden Individuums ignoriert. Bei vielen dieser Operationen liegt keine medizinische Notwendigkeit vor. Es handelt sich damit also um kosmetische, normangleichende Operationen, die oft mit Komplikationen und lebenslangen Folgen einhergehen. Dazu gehört auch das hohe Risiko einer Fehlentscheidung bezüglich der Geschlechtsfestlegung, wenn sie nicht dem Geschlechtsempfinden der betreffenden Person entspricht.
Diese medizinisch nicht notwendigen Eingriffe verletzen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und müssen daher verboten werden. Intersexuelle entscheiden allein darüber, ob und welche geschlechtsangleichenden Maßnahmen ergriffen werden sollen. Analog zu Transsexuellen sollen sie dabei professionell begleitet und ihnen die angleichenden Maßnahmen ohne weitere Hürden zugänglich gemacht werden, sofern sie gewünscht werden.

Rituelle Beschneidungen
Die Amputation der Vorhaut von männlichen Kindern ohne medizinische Indikation verletzt die Grundrechte des Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung, körperliche Unversehrtheit, Religionsfreiheit (da erst ab 14 Jahren religionsmündig) und benachteiligt männliche Kinder gegenüber weiblichen, da bei letzteren die Beschneidung glücklicherweise verboten ist.
Die genitale Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Die Forderung der Partei der Humanisten für ein sofortiges Verbot aller ungefragten Genitaloperationen ohne medizinischer Notwendigkeit gilt daher auch im Falle ritueller Beschneidungen und anderer Genitalverstümmelungen.

Die unausweichliche Endphase von Identitätspolitik: Kannibalismus

Vergleiche auch:

3. Grievance Jockeying (Competitive Victimhood)

Psychologist David Ley outlined the feature of victimhood culture known as „competitive victimhood,“ which has been called (by Gad Saad) „The Oppression Olympics.“ I prefer the term „grievance jockeying.“ These terms explain the phenomenon pretty clearly: groups and individuals compete for the limited resource of human compassion extended to victims–the natural moral currency of victimhood–by attempting to paint themselves or their charges as bigger victims than other people. That is, victimhood culture is self-accelerating, with all of its attendant problems.

Selbermach Samstag 256 (23.09.2017)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

Bundestagswahl 2017: AFD in Bezug auf Geschlechterthemen

Das AFD -Programm, ich habe mal die Passagen rauskopiert, die Frauen, Männer, Familie und Gleichberechtigung betreffen

(Weil man es ja als Männerrechtler lieber dazu schreibt: Ich bringe dieses Programm ebenso wie das aller anderen Parteien die voraussichtlich in den Bundestag einziehen in vorherigen Artikeln . Ich lehne die AFD persönlich wegen ihres rechten Anteils ab)

Die Alternative für Deutschland tritt für die Gleichheit vor dem Gesetz ein. Deshalb lehnen wir sogenannte „Quotenregelungen“ ab.

In Artikel 3 des Grundgesetzes heißt es: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. Niemand darf wegen seines Geschlechtes benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Diese Sätze haben einen klaren und guten Sinn. Das Recht, nicht vom Staat aufgrund des eigenen Geschlechts benachteiligt zu werden, ist ein individuelles Menschenrecht. Es kommt jedem Menschen in gleicher Weise zu. Manche Juristen vertreten die falsche These, Artikel 3 GG erlaube es dem Staat, einzelne Menschen „stellvertretend“ für ihr jeweiliges Geschlecht zu bevorzugen oder zu benachteiligen, um die als Kollektive vorgestellten Geschlechter „gleichzustellen“. Jedoch kann es in einem freiheitlichen Rechtsstaat niemals legitimes Ziel staatlichen Handelns sein, in willkürlich abgegrenzten gesellschaftlichen Teilbereichen eine ebenso willkürlich festgesetzte „Geschlechterquote“ zu erzwingen. Genauso wenig kann eine gesetzlich vorgeschriebene Ungleichbehandlung ein Mittel zur Verwirklichung von Gleichberechtigung sein. Gesetze, die solches vorschreiben, sind verfassungswidrig und abzulehnen. Die AfD wird sich im Deutschen Bundestag für ihre Aufhebung einsetzen.

 

Im öffentlichen Dienst soll kein Kopftuch getragen werden, in Bildungseinrichtungen weder von Lehrerinnen noch von Schülerinnen in Anlehnung an das französische Modell. Der im Grundgesetz garantierten Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie der freien Entfaltung der Persönlichkeit widerspricht das Kopftuch als religiös-politisches Zeichen der Unterordnung von Muslimas unter den Mann. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2015, nach dem ein generelles Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen verfassungswidrig sei, betrachtet die AfD als ein Hindernis für eine erfolgreiche Integrationspolitik.

 

Deutschland braucht einen Paradigmenwechsel hin zu einer nationalen Bevölkerungspolitik. Familienpolitik soll deshalb den Maßstab für alle mit ihr verbundenen Politikfelder setzen, insbesondere für die Sozial-, Steuer- und Bildungspolitik.

7.1 Deutschland nicht abschaffen

Der Erhalt des eigenen Staatsvolks ist vorrangige Aufgabe der Politik und jeder Regierung. Dies kann in der derzeitigen demografischen Lage Deutschlands nur mit einer aktivierenden Familienpolitik gelingen. Deutschland braucht mehr stabile Familien mit mehr Kindern. Ohne ausgeglichene Geburtenbilanz ist der soziale Friede gefährdet, soweit er auf unserem Sozial-, Renten- und  Gesundheitssystem beruht. Daher sind Maßnahmen zur mittelfristigen Erhöhung der Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung unverzichtbar, auch um unsere Sozialversicherungssysteme zu stabilisieren. Das „Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend“ ist in ein „Bundesministerium für Familie und Bevölkerungsentwicklung“ umzuwandeln, das Bevölkerungsentwicklung nach wissenschaftlichen Kriterien koordiniert und fördert. Eine kinderfreundliche Gesellschaft und der Erhalt des Staatsvolks sind daher als Staatsziel ins Grundgesetz aufzunehmen.

7.2 Ehe und Familie stärken

Die AfD will das vom Grundgesetz geschützte und bewährte Leitbild der Ehe und traditionellen Familie mit Kindern bewahren und stärken. Durch Aufklärung und Hilfen wollen wir junge Menschen ermutigen und in die Lage versetzen, eine Familie zu gründen und zu erhalten. Wir wollen unnötige Hemmnisse beseitigen, damit stabile Ehen und Familien entstehen und bestehen bleiben. Hiermit wollen wir schon früh beginnen, indem anerkannte Regeln zu Partnerschaft und Familie, Haushaltsführung, Lebensschutz und Kindererziehung in Lehrplänen und Schulbüchern aller allgemeinbildenden Schulen wieder fester Bestandteil werden.

7.3 Kinder brauchen beide Eltern:

Allein erziehen ist kein Idealfall Die Anzahl traditioneller Familien in Deutschland ist seit vielen Jahren rückläufig – die Zahl sogenannter „Alleinerziehender“ hat in den letzten Jahren dagegen stark zugenommen. Für Alleinerziehende und Kinder bedeutet diese Lebenssituation ein überdurchschnittliches Risiko, in relativer Armut zu leben. Trotz alarmierender Erkenntnisse über die Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung sprechen sich nahezu alle Parteien für eine bedingungslose Förderung Alleinerziehender aus. Eine Differenzierung, ob diese Lebenssituation schicksalhaft, durch Selbstverschulden oder auf Grund eigener Entscheidungen zustande gekommen ist, findet nicht statt. Die Entscheidung für die Lebensform „alleinerziehend“ ist Privatsache – für eine daraus resultierende Bedürftigkeit haftet jedoch die Solidargemeinschaft. Die AfD möchte Alleinerziehenden helfen, ein eigenverantwortliches Leben zu führen. Sie ist jedoch gegen jede finanzielle Unterstützung von Organisationen, die „Einelternfamilien“ als normalen, fortschrittlichen oder gar erstrebenswerten Lebensentwurf propagieren. Der Vorteil einer besonderen Unterstützung durch die Solidargemeinschaft sollte nur denjenigen Alleinerziehenden gewährt werden, die den anderen Elternteil nicht aus der Teilhabe an der Erziehungsverantwortung und praktischen Erziehungsleistung hinausdrängen.

7.3.1 Mehr Gerechtigkeit bei Scheidungen

Die Reform des Familienrechts von 1977 führte dazu, dass selbst Straftaten und schwerwiegendes Fehlverhalten gegen den Ehepartner bei der Bemessung finanzieller Ansprüche nach Trennung und Scheidung oft ohne Auswirkung bleiben. Eine derartige Rechtsprechung ist nicht geeignet, die Partner zu ehelicher Solidarität anzuhalten und beeinträchtigt die Stabilität bestehender Ehen. Schwerwiegendes Fehlverhalten gegen die eheliche Solidarität muss bei den Scheidungsfolgen wieder berücksichtigt werden.

7.3.2 Väter stärken Einer gezielten Politik für Männer und Väter, hat sich bislang keine Partei angenommen. Bei vielen getrennt lebenden Paaren leiden viele Väter unter den familienrechtlichen Bestimmungen, wünschen sich beispielsweise mehr Umgang mit ihren Kindern haben zu können. Wir wollen uns deshalb für die Rechte von Vätern stark machen.

7.4 Familiennahe Betreuung würdigen

Kinder unter drei Jahren fühlen sich am wohlsten, wenn sie durch die eigenen Eltern betreut werden. Es muss wieder möglich sein, dass eine Familie mit kleinen Kindern von einem Gehalt leben kann, so dass die Eltern frei zwischen Berufstätigkeit oder Erwerbspause entscheiden können. Der Staat muss dafür die elterliche Betreuung genauso finanziell unterstützen wie Kitas und Tagesmütter. Eltern, die ihre Kleinkinder selbst betreuen, erleben die Entwicklung ihrer Kinder unmittelbar, vermitteln Ihnen Herzensbildung und erhalten damit die körperliche und seelische Gesundheit ihrer Kinder. Sie leisten insofern einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und verdienen dafür Anerkennung. Im Anschluss an die Betreuungspause muss es ihnen ohne große Hürden möglich sein, ihren Beruf wieder aufzunehmen. Die AfD will auch die Fürsorge für pflegebedürftige Angehörige besser unterstützen. Diese Familienarbeit ist gleichwertig und muss anerkannt werden wie jede andere berufliche Tätigkeit.

7.5 Schutz des ungeborenen Lebens

Auch ungeborene Kinder haben ein Recht auf Leben. Viel zu oft wird dieses Recht der Selbstverwirklichung oder sozialen Zukunftsängsten untergeordnet. Solchen Ängsten will die AfD durch konkrete Hilfen für Familien in allen Lebenslagen vorbeugen, insbesondere den lebensrettenden Ausweg der Adoption erleichtern und fördern. Bereits vorher muss aber die Gesellschaft in Familien, Schule und Medien den Respekt vor dem Leben und ein positives Bild von Ehe und Elternschaft vermitteln. Die Schwangerschaftskonfliktberatung muss tatsächlich dem Schutz des Lebens dienen. Wie vom Bundesverfassungsgericht zur Bedingung gestellt, ist regelmäßig die Wirksamkeit der Beratungsscheinregelung zu überprüfen. Gegebenenfalls ist durch gesetzliche Korrekturen ein wirksamer Lebensschutz zu gewährleisten. Um realistische Abtreibungszahlen erheben zu können, muss die Meldepflicht für Abtreibungen verbessert werden. Eine Unterlassung der Meldung seitens des ausführenden Arztes muss spürbare Sanktionen nach sich ziehen. Die Anonymität der Schwangeren ist dabei zu gewährleisten. Wir lehnen alle Bestrebungen ab, die Tötung Ungeborener zu einem Menschenrecht zu erklären.

7.6 Kinder willkommen heißen

Eine Willkommenskultur für Kinder muss sich auch in konkreten Maßnahmen zeigen, mit denen wir vor allem Familien mit unterdurchschnittlichem Einkommen finanziell entlasten und so Mut zu Kindern machen wollen: Ehe-Start-Kredite mit Teilerlassen für Kinder sollen Ehepaare motivieren, eher mit der Familienplanung zu beginnen. Fahrtkosten und Zuzahlungen bei medizinisch notwendigen Arztbesuchen für bedürftige Familien mit Kindern und werdende Eltern soll der Staat übernehmen. Leistungen zur Teilhabe (Schulbus, Schulausstattung, Klassenfahrten,…) sollen leichter zugänglich werden. Anerkannte Freiwilligendienste (FSJ, FÖJ, BFD, IJFD u.a.), die einen wertvollen Beitrag zur Praxisbildung von Jugendlichen leisten, wollen wir großzügig fördern, so dass diese auch Kindern zugänglich werden, deren Eltern ein geringes Einkommen haben. Eltern soll ein längerer Anspruch auf Arbeitslosengeld I zustehen und ihre Neueinstellung durch Wiedereingliederungshilfen an den Arbeitgeber gefördert werden. Studenten und Auszubildenden, die während ihres Studiums bzw. ihrer Ausbildung oder kurz danach Eltern werden, wollen wir bei gutem Berufs- oder Studienabschluss die BaFöG-Rückzahlung erlassen. Jugendliche in Ausbildung sollen einen Ausgleich für die von Kommunen erhobene Zweitwohnungssteuer erhalten. Familien, in denen Kinder erzogen werden, leisten einen ebenso wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme wie aktive Beitragszahler. Daher will die AfD durch einen umfassenden Leistungsausgleich eine Steuerund Beitragsgerechtigkeit für Familien herstellen. Dazu gehört ein Familiensplitting, das über angemessene Freibeträge pro Familienmitglied zu einer spürbaren Entlastung von Familien führen soll. Kinder dürfen nicht länger ein Armutsrisiko sein.

7.7 Für ein klares Familienbild – Gender-Ideologie ist verfassungsfeindlich

Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlechtliche Identität in Frage. Sie will die klassische Familie als Lebensmodell und Rollenbild abschaffen. Damit steht sie in klarem Widerspruch zum Grundgesetz, das die (klassisch verstandene) Ehe und Familie als staatstragendes Institut schützt, weil nur dieses das Staatsvolk als Träger der Souveränität hervorbringen kann. Die Gender-Ideologie widerspricht sowohl den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Biologie und der Entwicklungspsychologie als auch der lebenspraktischen Alltagserfahrung vieler Generationen. Wir lehnen daher Bestrebungen auf nationaler wie internationaler Ebene ab, diese Ideologie durch Instrumente wie Gender-Studies, Quotenregelungen z.B. für Frauen, Propagandaaktionen wie den „Equal Pay Day“ oder die „geschlechterneutrale Sprache“ umzusetzen. Die AfD will, dass sich die Familienpolitik des Bundes und der Länder am Bild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern orientiert. Wir lehnen alle Versuche ab, den Sinn des Wortes „Familie“ in Art. 6 Abs. 1 Grundgesetz auf andere Gemeinschaften auszudehnen und der Familie auf diesem Wege den besonderen staatlichen Schutz zu entziehen.

7.7.1 Gender-Ideologie raus aus den Schulen – Frühsexualisierung stoppen

Eine einseitige Hervorhebung der Homo- und Transsexualität im Unterricht, wie sie die sogenannte „Sexualpädagogik der Vielfalt“ praktiziert, stellt einen unzulässigen Eingriff in die natürliche Entwicklung unserer Kinder und in das vom Grundgesetz garantierte Elternrecht auf Erziehung dar. Dadurch werden Kinder und Jugendliche – oft von schulfremden Personen und meist gegen den Willen ihrer Eltern – in Bezug auf ihre sexuelle Identität verunsichert, überfordert und in ihren Schamgefühlen verletzt. Die AfD stellt sich allen Versuchen klar entgegen, durch staatlich geförderte Umerziehungsprogramme in Kindergärten und Schulen das bewährte, traditionelle Familienbild zu beseitigen. Unsere Kinder dürfen nicht zum Spielball der sexuellen Neigungen einer lauten Minderheit werden. Das ideologische Experiment der Frühsexualisierung ist sofort zu beenden.

7.7.2 Steuerverschwendung durch „Gender-Forschung“ beenden

Die „Gender-Forschung“ ist keine seriöse Wissenschaft, sondern folgt der ideologischen Vorgabe, dass das natürliche Geschlecht (Sex) und das soziale Geschlecht (Gender) voneinander völlig unabhängig seien. Ziel ist letztlich die Abschaffung der natürlichen Geschlechterpolarität. Bund und Länder dürfen keine Mittel für die „Gender-Forschung“ mehr bereitstellen und keine „Gender-Professuren“ mehr besetzen. Bestehende Förderlinien sollen beendet werden, die der „Gender-Ideologie“ verpflichteten „Gleichstellungsbeauftragten“ an den Universitäten sind abzuschaffen.

 

12.11 Freiberufliche Hebammen
Der Berufsstand der freiberuflichen Hebamme, die eine werdende Mutter vom Beginn der Schwangerschaft bis zur Entbindung und oft auch darüber hinaus begleitet, gerät aufgrund der in den letzten Jahren deutlich angestiegenen Haftpflichtprämien sehr stark unter Druck, weil diese Aufwendungen von vielen freiberuflich tätigen Hebammen kaum oder gar nicht mehr verkraftet werden können. Ein „Aussterben“ des Berufsstandes in naher Zukunft ist absehbar.
Die persönliche und individuelle Betreuung schwangerer Frauen durch eine Hebamme des Vertrauens ist für viele Frauen eine große Erleichterung und Hilfe nicht nur während der Geburt, sondern auch in der Geburtsvorbereitung und der Nachsorge für Mutter und Kind. Wir möchten deshalb zu einer finanziellen Entlastung des Berufsstandes der freiberuflichen Hebammen beitragen, die z. B. durch eine Quersubventionierung bei Haftpflichtversicherungen erfolgen könnte.

 

Die Wehrpflichtarmee hat der Bundesrepublik Deutsch-land über mehr als fünf Jahrzehnte gute Dienste geleistet.
Rechtfertigung der Wehrpflicht ist die Bedrohungslage, die sich in absehbarer Zeit nicht ändern wird. Die allgemeine
Wehrpflicht verwurzelt die Streitkräfte in der Gesellschaft.
Dazu könnte der Wiederaufbau von Heimatschutzkräften oder ein Milizsystem nach Schweizer Vorbild mit kurzer Präsenzpflicht geeignet sein.
Die AfD fordert die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht

Mindestlohn

Heute gab es bereits eine Diskussion zum Mindestlohn, ich stelle mal einfach ein paar Grafiken dazu ein, die wohl die verschiedensten Positionen darstellen:

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Mindestlohn

Die großen Diskussionen bewegen sich wohl zwischen:

  • Arbeiten ohne Qualifikation können keinen Arbeitskampf führen und werden daher leichter ausgebeutet, der Unternehmer macht sich die Taschen voll und der Allgemeinheit muss es zahlen, weil die Arbeitnehmer zusätzlich staatliche Leistungen erhalten. Eine Form der versteckten Subventionierung
  • Bestimmte Arbeiten erlauben einen bestimmten Gewinn. Wenn die Arbeiten teurer sind als der Gewinn, dann lohnt es sich nicht mehr, entsprechende Geschäfte zu betreiben, wenn man die höheren Kosten nicht weitergeben kann (etwa weil das Produkt dann uninteressant wird). Deswegen hat eine zu starke Erhöhung des Mindestlohns Preissteigerungen oder Wegfall der Arbeitsplätze zur Folge.
    Mit höheren Löhnen steigt auch immer die Wahrscheinlichkeit, dass sich Investitionen in entsprechende Maschinen lohnen, die die Arbeiten durchführen. Wenn die Kosten für die Maschinen unter den Löhnen liegen, wird ein Unternehmer eher diese einsetzen. Das gleiche kann bei der Option auf Verlagerung ins Ausland gelten.