Feminismuskritik und Männerrechte – Deadlock statt Dreamteam (Gastartikel)

Dies ist ein Gastartikel von Tobias

Die These

Feminismuskritik und Männerrechte sind im Grunde zwei unterschiedliche Angelegenheiten. Eine große Mehrheit der Frauen in diesem Land sieht sich selbst nicht als feministisch, hat aber gleichzeitig mit der Männerrechtsbewegung nichts am Hut. Die persönliche Einstellung zu Feminismuskritik und Männerrechten kann sich also durchaus unterscheiden, obwohl es inhaltlich häufig um die gleichen Themen geht. Andersherum betrachtet, existiert Misandrie auch bei Frauen und Männern ohne feministisches Weltbild. So gab es in den letzten Jahren Kritik am vergleichsweise überproportionalen Anteil männlicher Flüchtlinge. Der dazu aufgespannte Alice-Schwarzer-Feminismus begründet das mit dem Frauenbild der Flüchtlinge (natürlich nur der Männlichen). Speziell mit dem Aspekt „männliche Flüchtlinge“ hantieren jedoch ansonsten politische Gruppen, welche man mit Feminismus ganz bestimmt nicht in Verbindung bringt. Dennoch werden Kritik am Feminismus und die Männerrechtsbewegung gerne implizit in einen Topf geworfen oder gleich mit Frauenhass gleichgesetzt.

Der heutige Feminismus ist ziemlich erfolgreich, wenn man bedenkt, dass der sich der Großteil der Bevölkerung nicht als feministisch bezeichnet [1] [2]. Feministische Forderungen führen zur Reform des demokratisch sensiblen Wahlrechts in einzelnen Bundesländern, während es eine große Koalition im Bund in jahrelangen schwierigen Verhandlung kaum schafft, die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zu Überhangmandaten umzusetzen. Feministen kritisieren ungestört den sogenannten Gender Pay Gap sowie den statistisch höheren Zeitanteil der Frauen an der Haus- und Familienarbeit, obwohl beides offensichtlich zusammenhängt. Eine angespannte Regierungskoalition bricht fast auseinander, weil sie sich in einer feministisch induzierten Abtreibungsdebatte (siehe [3]) nicht einig wird, die in der Bevölkerung fast niemanden interessiert. Demokratische Mechanismen wie Kritik oder ausgewogene Berichterstattung setzen bisweilen aus, wenn es um Feminismus geht.

Für diesen Sonderstatus muss es Gründe geben. Die hier vertretene These lautet, dass der politische Feminismus erfolgreich mit normativer Weiblichkeit kooperiert, insbesondere im Hinblick auf den Opferstatus. Die Kombination von Maskulismus und Feminismuskritik profitiert hingegen nicht in vergleichbarer Form. Eine solche Kombination ist zudem in der politischen Auseinandersetzung mit dem Mainstream-Feminismus besonders anfällig für den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit und Tätlichkeit. Im Anschluss wird auch diskutiert, welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden sollten.

Feminismus und die Weiblichkeit

Nun kann man der Meinung sein, Feminismus und Frauentum wären selbstverständliche Partner, schon aufgrund des Begriffs. Vergleicht man jedoch feminine Attribute wie Ästhetik, Sensibilität oder Schüchternheit mit dem heutigen Feminismus, so lassen sich nur schwer Gemeinsamkeiten finden. Im Gegenteil, feministische Kampagnen fordern Frauen dazu auf diese Attribute abzulegen, etwa im Arbeitsleben. Der Feminismus stellt nicht den politischen Arm der Frauen in der Bevölkerung dar, sondern eher eine Art modernes Amazonentum [4]. Seine Kooperation mit normativer Weiblichkeit ist insbesondere von rechtfertigender und auch parasitärer Natur.

Nun existiert in menschlichen Gesellschaften ein tief sitzender Frauenschutzinstinkt. Frauen erleiden zwar zweifelsohne Gewalterfahrungen, allerdings wird ein Mensch viel eher als Opfer anerkannt, wenn es sich nicht um einen Mann handelt. Beispiele für diesen Effekt gibt es haufenweise, eines davon ist die mittelalterliche Hexenverbrennung. Diese betraf mehrheitlich Frauen, circa ein Viertel der Betroffenen waren jedoch männliche Hexer. Die öffentliche Wahrnehmung des Phänomens richtet sich jedoch weitestgehend auf die beschuldigten Frauen. Diese Asymmetrie mag zwar in manchen Fällen berechtigt sein, sie zieht sich jedoch wie ein roter Faden durch politische und soziale Themen. Und auch Männer tragen in der Rolle als Retter und Helfer dazu bei, obwohl sie selbst dadurch zum Verschleißsubjekt werden. Ein Paradebeispiel dafür liefert eine Aussage aus dem Film Sin City: „An old man dies, a young woman lives; fair trade“ [5]. Der politische Feminismus nutzt diesen Instinkt, indem er sich als Vertreter immerzu benachteiligter Frauen darstellt. Er legitimiert seine ideologischen Forderungen mit Hilfe tradierter Schutzinstinkte. Allerdings vertritt der heutige Feminismus die Bedürfnisse der Frauen natürlich nicht, vielmehr versteckt er mit diesem Manöver seine ganz eigenen Interessen.

Daher treffen insbesondere Männerrechtler in Öffentlichkeit, Politik und Staat auf einen institutionellen Feminismus, der zumindest offiziell kaum hinterfragt wird. Dieser kann seine Gegner nach Bedarf und Belieben als Frauenhasser, rechte Reaktionäre oder Machos diffamieren. Zudem lassen sich unterschiedlichste politische Gruppierungen ansprechen, wenn man wahlweise ein schickes feministisch-progressives Narrativ oder einen dringenden Bedarf zum ritterlichen Schutz der Frauen servieren kann. In jedem Fall dürfen Frauen durch Maßnahmen erheblich bevormundet werden, für die sich eine feministische Begründung findet. Auch beim Platzieren feministischer Meinungen in den Medien hilft der Einsatz des weiblichen Opfernarrativs, denn es sorgt für Klicks und Quote.

In der Auseinandersetzung mit Männerrechtlern funktioniert dieser Feminismus wie ein ausgestreckter Zeigefinger: „Ihr (Männer) seid selbst schuld und außerdem sowieso böse“. In dieser Form stärkt die Konfrontation also das Band zwischen Feminismus und politisch wirksamer Femininität in der gesamten Gesellschaft. Die Geschlechterfrage immunisiert so auch gegen Kritik am Feminismus selbst. Äußern sich etwa Frauen kritisch zum Feminismus, wirft man diesen einfach Verrat an ihren Geschlechtergenossinnen vor. Feministische Ideologie mit tradierten Schutzinstinkten im Schlepptau taugt somit besonders gut als Bollwerk gegen die Männerrechtsbewegung, wenn diese sich durch irgendeine Kritik am Feminismus begründet. Ein Dilemma.

Was nun?

Es ist wenig überraschend, wenn sich zum Beispiel die Wut mancher entsorgter Trennungsväter irgendwann auf Frauen im Allgemeinen projiziert. Jedoch besteht die Gefahr, damit den Feministen ihre These eines Klassenkampfes zwischen den Geschlechtern zu erfüllen. Männerrechtsaktivismus und Feminismuskritik passen für Feministen ideologisch wunderbar zusammen, institutioneller Feminismus reproduziert Geschlechterkrieg daher schon aus Eigennutz. Wenn Männerrechtler ihre Forderungen im Gegensatz zu Interessen von Frauen definieren, werden Feministen nur zu gerne Partei auf Seiten der Frauen ergreifen und damit den Maskulismus gesellschaftlich isolieren.

Wenn Feminismuskritik an Geschlechtermechanismen scheitert, dann macht es Sinn beides separat zu halten, sodass Feministen sich nicht mehr als Placebo für die Interessen der Frauen anbieten können. Maskulisten sind dann gegenüber dem Feminismus nicht mehr in der Rolle des Gegners. Nur in bestimmten Situationen ergibt sich weiterhin zumindest ein Konkurrenzverhältnis – etwa um Ressourcen der öffentlichen Hand – mit zum Teil feministschen Frauen- und Mutterverbänden. Vielleicht erhält die Männerrechtsbewegung dadurch mehr gesellschaftlich Rückenwind und kann so ihre Forderungen einfacher mit normativ positiver Männlichkeit verbinden, da sie nicht mehr so stark von außen gebrandmarkt wird.

Als Gegner für den politischen Feminismus braucht es hingegen eine dedizierte Opposition. Diese basiert darauf, dass radikale feministische Ansichten nicht die Situation zwischen den Geschlechtern abbilden, sondern nur eine politische Meinung unter vielen. Folglich gibt es zu diesen Forderungen auch eine demokratisch legitime Gegenmeinung. Eine solche gibt es schließlich auch zum Kapitalismus, einer Erhöhung der Staatsschulden und dem geplanten Neubaugebiet in der Kommune. Eine Normalisierung des Feminismus und von Kritik am Feminismus im politischen Raum gehen Hand in Hand. Gelingt die definitorische Trennung der Frau vom Feminismus, wird Kritik an letzterem in Öffentlichkeit, Institutionen und Parteien praktizierbar.

Die stärkere Unterscheidung von Feminismuskritik und der Männerrechtsbewegung bietet darüber hinaus für beide Seiten weitere Vorteile:

  • sie führt zu einer besseren Mobilisierung von Menschen
    • insbesondere vieler Frauen
    • die dem etablierten Feminismus kritisch gegenüberstehen, auch wenn diese sonst mit dem Thema Männerrechte nichts am Hut haben
  • dem Feminismus eine Verletzung der Interessen der Frauen vorzuwerfen ist einfacher, wenn die Kritiker selbst keine spezifischen Geschlechterinteressen vertreten
  • die öffentliche Diskussion von Fällen, in denen eine Hidden Agenda durch den Tarnmantel Feminismus verhüllt werden soll ist einfacher zu legitimieren
  • das Mittel der Diffamierung selbst von linken bzw. progressiven Maskulisten als politisch reaktionär wird noch unglaubwürdiger und damit steigt das Potenzial für breite Akzeptanz im politischen Raum

Der größte Fortschritt wäre allerdings, dass die sexistische Wirkung des heutigen Feminismus auf die Geschlechterpolitik thematisiert werden kann. Radikalen Feministen ist vorzuwerfen, dass sie durch ihr Weltbild eine verbindende Geschlechterpolitik und zugleich ein egalisierendes Menschenbild verhindern. Zunächst müssen Männerrechtler als auch Feminismuskritiker allerdings ihre Narrative neu justieren, um aus der Ecke herauszukommen, in der sie platziert werden.

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1002977/umfrage/zustimmung-der-deutschen-bei-aussagen-zur-gleichberechtigung-nach-geschlecht-2019/

[2] http://big.assets.huffingtonpost.com/tabs_gender_0411122013.pdf

[3] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gesetzesentwurf-zur-ergaenzung-von-219a-union-und-spd-raufen-sich-zusammen-a-1250587.html

[4] https://allesevolution.wordpress.com/2019/08/31/studie-feministinnen-sind-maskulinisiert-in-bezug-auf-praenatales-testosteron-und-im-bereich-dominanz/

[5] https://en.wikipedia.org/wiki/Sin_City_(film)#That_Yellow_Bastard_(Part_2)

Jordan Peterson zu „harmlosen Männern“ vs. „Die Zähmung des Biests“

Ein interessanter Artikel verweist auf ein Zitat von Jordan Peterson dazu, was Frauen an bestimmten Männern interessant finden:

Many modern men have been propagandized to believe that modern women want nice, sensitive, empathetic guys who make them feel safe.

And then they are perplexed and frustrated when they eventually find themselves dumped, divorced, or relegated to the friend-zone for perpetuity.

Gut, dass es auch sehr vereinfacht dargestellt. Frauen wollen ja durchaus auch gewisse Anteile an Nett, sensibel und empathisch. Nur eben in einem Mann, den sie heiß finden. Was wieder durch ganz andere Faktoren bestimmt wird.

According to Jordan Peterson—clinical psychologist, professor of psychology at the University of Toronto, and popular speaker—such results are not surprising. When he spoke to a gathering of people earlier this year, his thoughts on what women really want in a man supported a stereotype that still has popular cachet: that women are attracted to assholes.

Okay, so there’s a bit of hyperbole in the stereotype. I don’t really believe that “asshole” is the most accurate designation for the kind of man that a woman wants. But the hyperbole gets at a truth that Peterson more eloquently teases out in his thoughts, some of which I have transcribed below. (By the way, his thoughts came in the context of comments on the topic of cultural appropriation, which he said is “absolute nonsense”.)

„Frauen stehen auf Arschlöcher“ ist ja in der Tat ein alter Spruch, der so absolut nicht richtig ist. Sie stehen eben auf gewisse Aspekte, die einige „Arschlöcher“ gut bedienen, aber meist kommt ein mehr dazu.

Aber mal sehen, was Jordan Peterson sagt:

“It’s been really interesting for me to watch the response… of young Caucasian males to hip-hop. You know, there’s an aggressiveness about hip-hop that’s really attractive to young Caucasian males. And there’s something absurd about the spectacle of the young Caucasian males taking on the persona of inner-city black gang members. But I’m sympathetic to it because there’s an aggressiveness to that art form that’s a necessary corrective to the insistence that the highest moral virtue for a modern man is harmlessness—which is absurd.

Women don’t even like harmless men; they hate them. They like to claw them apart. What women want are dangerous men who are civilized; and they want to help civilize them. That’s Beauty and the Beast.

[…]

How many of you know what a Harlequin Romance is?… So those are archetypal stories. That’s the taming of the wild man, essentially, by the desirable and virginal woman. And if you think women don’t want that then you bloody better well come up with an explanation for Fifty Shades of Grey, which is the most rapid-selling novel in human history, and emerged at exactly the same time as all of this noise about the absence of gender roles is being produced en masse.”

Das ist ja durchaus eine sehr interessante Sache: Sie passt zu den evolutionären Erklärungen: Ein hochstehender, gefährlicher Mann, der aber auch in der Gesellschaft leben kann, der deren Regeln kennt und mit ihnen umgeht, zumindest die Regeln seiner Gesellschaft, und der dann auch noch gegenüber der Frau zivilisiert ist, von dieser zivilisiert wird, weil sie ihm etwas bedeutet, dass kann ein interessanter Fang sein.

Peterson further bolstered his case by revealing a blush-worthy statistic: what Google engineers discovered as “the five most desirable male entities” used in female pornography. They were:

1) Vampire
2) Werewolf
3) Billionaire
4) Surgeon
5) Pirate

As you’ll notice, weak guys that act like doormats to women didn’t crack the top five.

Vampire, Werewölfe und Piraten sind in der Tat gefährlich, sie haben aber eben wegen dieser Gefährlichkeit in ihrer idealisierten Form eine besondere Wertigkeit: Es ist der erfolgreiche Pirat, der in den Romanen der Love Interest ist, es ist der in seinem Clan eingebundene Vampire oder Werwolf, der dank dieser Eigenschaft über den Menschen steht (und wenn seine Tarnidentität auch noch ein Millionär, Adeliger oder sonst was ist: Um so besser).
Der Chirurge fällt da sicherlich etwas raus, er hat allenfalls einen hohen Status und eben als selbst unter den Ärzten noch herausgehobener Spezialist aus Sicht vieler sicherlich auch andere Eigenschaften wie Geld etc aber er ist nicht gerade gefährlich. Der Billionäre hat immerhin wirtschaftliche Macht, kombiniert mit ein wenig BDSM wie in „50 Shades“ bringt er dann auch eine gewisse Gefährlichkeit mit sich.

 

Hier noch mal das Video dazu:

Selbermach Samstag 260 (19.10.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

Anschluss finden

Sie hat eine erste Arbeitsstelle in einer anderen Stadt gefunden und als sie mal wieder bei uns in der Nähe ist sprechen wir darüber, wie es läuft. Hat sie schon Leute gefunden, mit denen man was machen kann?

„Ja“ winkt sie ab, war gar nicht so schwierig. Man macht sich da immer so viel Sorgen aber die Leute sind einfach so positiv. Man traut sich zu wenig und muss viel offener sein, dass habe ich mir vorgenommen. Ich war neulich in einer Kneipe in meiner Nähe und habe mich nach kurzer Zeit einfach zu ein paar Leuten dazu gesetzt. Waren alle Super nett die Jungs, haben jetzt schon ein paar Mal was miteinander gemacht. Wenn man einfach mal die Leute anspricht, dann entsteht schnell ein Gespräch“. Sie strahlt und ist zufrieden mit sich selbst.

Manchmal erstaunt mich diese Naivität, die aus meiner Sicht dabei deutlich wird. Ja, denke ich alter Zyniker, wenn man eine schlanke 26 Jahre alte Blondine ist, die 3 mal die Woche Sport macht und ein hübsches  Gesicht hat, dann reagieren die Leute in der Tat sehr positiv, wenn man Kontakt mit ihnen  hat. Ach schau an, der Tisch mit den Jungs hat dich gerne in ihre Mitte aufgenommen. Das sollten die anderen auch einfach machen: Einfach auf die Leute zugehen und ein Gespräch entstehen lassen. Es liegt ja nur an der positiven Grundeinstellung!

Natürlich: Die muss man sicherlich trotzdem haben. Und wahrscheinlich ist es sogar dieses leicht naive unbekümmerte, was einfach ausblendet, dass es etwas anderes sein könnte als das man sich einfach mal getraut hat auf die Leute zuzugehen, was es tatsächlich einfacher macht. Weil es dann nicht kalkulierend oder als Anmache etc wirkt.

Und natürlich kann man auch einfach so Leute kennen lernen in einer Kneipe und daraus Kontakte entstehen. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass (schöne) Frauen da deutliche Vorteile haben.

 

„Die Diktatur der Richtigen“ und die Demokratie

Lucas Schoppe hat in einem Artikel mal wieder etwas interessantes geschrieben:

Der WDR-Wirtschaftsredakteur Ulrich Ueckerseifer erklärt im Interview, welche realen Folgen es hätte, Thunbergs implizite Forderung nach einem Ende wirtschaftlichen Wachstums zu erfüllen.

Salopp gesagt: ein bisschen wie China, aber ökologisch. Es müsste sehr starke Vorgaben geben, man würde sehr starke Grenzen setzen, man dürfte keine Umweltverschmutzung mehr produzieren. Dann wird es aber viele Güter nicht mehr geben. […] Das setzt eine hohe Verzichtbereitschaft der Bevölkerung voraus.

In den betonierten Fronten der politischen Diskussionen wurde Ueckerseifer natürlich sogleich vorgeworfen, hier würde ein WDR-Redakteur einer Diktatur das Wort reden. Diese Unterstellung ist falsch, kommt aber nicht aus dem Nichts.

Ich staune selbst darüber, wie alltäglich mittlerweile die Überlegung geworden ist, ob eine Diktatur nicht der Demokratie überlegen wäre: von Robert Habecks Ausführungen dazu bis hin zum Mitarbeiter öffentlich-rechtlicher Sender, der Demokratie für untauglich hält und unbedingt die Notverordnungspolitik wieder aufleben lassen möchte.

Eine Kollegin von einer anderen Schule erzählte mir gerade, dass ihre Schulleiterin sich offen im Kollegium für eine Öko-Diktatur einsetze: Wir hätten über die Jahre hinweg nun einmal zu viel versäumt, und auf demokratischem Wege sei nun nichts mehr zu machen. Panik ist offenbar kein guter Grundgemütszustand für eine Demokratie.

Wenn es nur eine richtige Version gibt, in der Unterdrückte gegen Unterdrücker kämpfen und Macht der Gruppen der einzige Faktor ist, den der Erklärungsansatz kennt, dann ist eine „Diktatur der Richtigen“ (vergleichbar der Französischen Revolution und der staatskommunistischen Idee) eine erstrebenswerte Staatsform.

Das ist etwas, was bei Identitätstheorien mit einem sehr starren Schema von Gut und Böse, aufgebaut auf sozialen Normen, fast zwangsläufig eintreten muss:

Gut und Böse ist klar definiert, wenn auch in den intersektionalen Theorien mit ein paar mehr Kategorien, aber das Prinzip bleibt das gleiche. Es werden Gruppen gebildet, die angeblich um Macht kämpfen, die eine will das Gute erreichen, indem sie die Macht gleichberechtigt verteilt, weswegen sie sie den „Mächtigen“ wegnehmen muss, die anderen klammern sich an die Macht und wollen ihre Privilegien nicht aufgeben. Wer so ein Weltbild hat: Was will derjenige noch mit Demokratie? Sie kann allenfalls Mittel zum Zweck sein um das Gute zu erreichen, aber wenn sich zu viele „an ihre Privilegien klammern“ dann darf man das nicht zulassen, akzeptieren oder als Entscheidung der Mehrheit hinnehmen. Man muss das Gute dennoch durchsetzen, auch zum Wohle der anderen, gerade zu ihrem Wohle, für die bessere Welt.

Bereits im Kommunismus war klar, dass die Revolution blutig werden wird, aber eben für die Herrschaft der Bürger, das Paradies der Arbeitenden.

Wer nur eine Wahrheit akzeptieren kann, der hat wenig Platz für Meinungspluralität. Deswegen ist dort auch immer die Grenze zum Totalitarismus so nah:

Totalitarismus bezeichnet in der Politikwissenschaft eine diktatorische Form von Herrschaft, die, im Unterschied zu einer autoritären Diktatur, in alle sozialen Verhältnisse hineinzuwirken strebt, oft verbunden mit dem Anspruch, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen. Während eine autoritäre Diktatur den Status quo aufrechtzuerhalten sucht, fordert eine totalitäre Diktatur von den Beherrschten eine äußerst aktive Beteiligung am Staatsleben sowie dessen Weiterentwicklung in eine Richtung, die durch die jeweilige Ideologie angewiesen wird.

Typisch sind somit die dauerhafte Mobilisierung in Massenorganisationen und die Ausgrenzung bis hin zur Tötung derer, die sich den totalen Herrschaftsansprüchen tatsächlich oder möglicherweise widersetzen. Als politisches Gegenmodell zum Totalitarismus gilt der demokratisch-freiheitliche, materielle Rechtsstaat mit der durch Grundrechte, Gewaltenteilung und Verfassung gewährleisteten Freiheit der Staatsbürger. Meistens werden sowohl Nationalsozialismus als auch Stalinismus als Prototypen totalitärer Regime eingeordnet.

Natürlich sind wir weit entfernt von einem Totalitarismus mit Tötungen etc. Aber die totalitären Ansätze sind nicht zu verkennen.

Auch hier gilt wahrscheinlich: Wenn sie recht haben, wenn anders die Welt nicht zu retten ist, dann haben sie recht und in gewisser Weise heiligt der Zweck dann die Mittel. Freiwillig werden die Leute, ich hatte es hier bereits ausgeführt, wahrscheinlich in der Tat nicht auf Luxus etc verzichten

Man wird sehen, was die Zukunft bringt.

Interessant ist da auch die Vermischung der intersektionalen Theorien mit dem Kampf gegen die  Klimaerwärmung:

Teilweise scheinen sie gut miteinander auszukommen: Der weiße Mann ist dann doch irgendwie schuld an dem Klimawandel und behindert die Rettung.

Andererseits ist es auch ein Kampf um das effektivere Virtue Signalling: Wird es interessanter an Klimawandeldemonstrationen teilzunehmen als an feministischen Aktionen und bekommen Klimawandelbekämpfer mehr Öffentlichkeit als feministische Kämpfer, dann ergeben sich auch Konkurrenzsituationen.

Wie reagieren, wenn die Frau oder Freundin sauer ist und nicht sagt was los ist?

Eine alte Frage, die mir hier erneut in den Suchbegriffen zu diesem Blog entgegen kam und die es verdient noch einmal aufgegriffen zu werden.

Wie reagieren, wenn die Frau oder Freundin sauer ist und nicht sagt was los ist?

1. Warum eigentlich?

Für Männer ist es häufig schwer verständlich, warum Frauen überhaupt auf diese Weise reagieren. Das wütende Schweigen und die Nichtangabe des Grundes, was nun eigentlich los sein soll, erscheint oft unlogisch. Wenn sie es sagen würde, dann könnte man ja eher das Problem lösen, sagen, was sie falsch verstanden hat, sich rechtfertigen oder ähnliches. Tatsächlich kommt es – was einigen Frauen wiederum anscheinend schwer zu glauben fällt – häufig vor, dass die Männer keine Ahnung haben, was sie jetzt so aufregt.

Ein Erklärungsansatz ist, dass Frauen ohnehin anders streiten als Männer und ihre Erinnerung da auch weiter zurückreicht. Männer sind im Schnitt weit weniger sensibel bei Angriffen oder Vorfällen und sie behalten in vielen Fällen und im Schnitt auch Sachen weniger lange im Gedächtnis. Wenn sie dann sauer ist, dass er schon wieder seine Socken hat rumliegen lassen, obwohl sie ihm vor drei Wochen schon gesagt hat, dass ihn das nervt, dann erscheint ihr dies gerecht und wichtig und ihm vollkommen irrational. Sie sieht es vielleicht als Mißachtung ihrer Person, er als kleines Versehen, auf das er noch nicht einmal kommt.

Frauen regt es dann vielleicht noch mehr auf, wenn er es noch nicht mal erkennt, weil das die Mißachtung ja noch erhöht. Sie wollen dann, dass er es von selbst erkennt, weil sie es ihm ja schon gesagt haben und es wenig Sinn macht, es noch einmal zu sagen, wenn er es dann eh nicht wahrnimmt.

Das wäre ein aus meiner Sicht zumindest eine noch einigermaßen logische Herleitung. Ob sie stimmt? Keine Ahnung.

Vielleicht war diese Form des Streitens für Frauen auch einfach nur evolutionär sehr vorteilhaft, weil es ihn in die Rolle desjenigen drängt, der sich um sie bemühen muss und ihm etwas „Verlustangst“ macht, weil die Frau sich emotional von ihm zurückzieht.

2. Was gab es letztes Mal für Ratschläge?

Wie oben bereits verlinkt war das Thema an sich schon einmal Thema hier. Ich schrieb:

Eine Gegenstrategie bei Schweigeattacken aus nicht zu gravierenden Anlass ist daher auch sie schlicht zu ignorieren und seine eigenen Sachen zu machen, denn dann geht der Sinn dieser etwas verloren. Meine Erfahrung ist da, dass Frauen schlicht mitunter eine gewisse Zeit benötigen, wenn diese abgelaufen ist, dann kann man das Gespräch wieder suchen und die Sache beilegen

Ich lasse, zumindest wenn ich nicht weiß, dass ich irgendetwas sehr blödes gemacht habe, meist in der Tat etwas Zeit vergehen, dann mach ich einen vorsichtigen Ansatz und sehe schon an der Reaktion in welchem Stadium ich bin. Genervtes Wegschauen bedeutet, ich kann getrost noch einige Youtubevideos schauen, Kommentare lesen oder Artikel schreiben oder  mich etwas mit Fräulein Schmidt beschäftigen. Ein böser Blick oder eine Spitze oder ein leicht übertriebenes Zurückziehen bedeutet, dass die Phase des Schweigens vorbei ist und sie jetzt noch etwas emotionale Auseinandersetzung braucht. Dann kann man etwas auf das Spiel eingehen, bis sie einem sagt, was eigentlich los ist und man das Problem klärt, was dann meist recht schnell geht.

In den Kommentaren hieß es:

Matze:

Am besten man tritt der Freundin dann mal richtig schön auf den Fuß. Dann weiß man wenigstens warum sie auf einen sauer ist, ^^

Wer ein guter Schauspieler ist, kann auch vorspielen das er angepisst ist. Das scheint Frauen glücklich zu machen:

Das kann auch aus meiner Sicht durchaus bei den kleineren Vorfällen klappen: Entweder eine Konfrontation quasi provozieren, damit Schweigen ihr nichts bringt oder (gerne auch spielerisch) in den Gegenangriff gegen: Ebenfalls ignorieren. Auf das ignorieren noch einen drauf setzen indem man ihr die Decke wegzieht („Das ist meine Decke, die hast du nicht verdient!“) oder etwas in der Art. Bei ernsteren Vorfällen würde ich damit allerdings warten.

Henrik:

Es gibt ja die Theorie, dass Frauen von Zeit zu Zeit ihren Partner zur Weißglut treiben, um zu erkenne, ob er überhaupt noch emotional in der Beziehung ist. Kommt eine Reaktion, weiß sie, dass er sich noch um die Beziehung schert. Kommt keine, nun dann stehen große Probleme an.

Es ist sicherlich eine Typsache, aber bei heißblütigeren Südländern hat das auf alle Fälle was für sich: Sie brauchen mitunter etwas Drama, es belebt die Beziehung. Wenn man das einfach akzeptiert, dann kann man es in ein spielerisches Drama umleiten und damit echtes Drama vermeiden.

Natürlich wäre das dann auch eine Form des Shittests und folgt damit auch dessen Regeln. Eine Frau, die so weit geht, dass sie ihren Partner wirklich zur Weißglut treiben muss, scheint mir aber deutlich zu weit zu gehen. In der Tat ist aber nicht Wut das Gegenteil von Liebe, sondern Gleichgültigkeit. Wenn der Partner Emotionen vermisst, dann kann es interessant sein, dass man Wege findet, sie abseits der Notwendigkeit, den Partner zur Weißglut zu treiben, auslebt.

Androsch schrieb:

Meine Erfahrung mit früheren Freundinnen (meine Frau praktiziert das zum Glück nicht): sobald man ihre komische Stimmung bemerkt, sie so lange nerven, bis sie konkret wird.

Die Frau will, dass die Sache thematisiert wird, die komische kindische Trotzreaktion ist vermutlich meistens eine Art Hilferuf, weil sie emotional mit etwas nicht klar kommt oder nicht weiß, wie sie es thematisieren soll. Aussitzen wirkt temporär, verfestigt aber latente Antipathien und führt auf Dauer zu Entfremdung.

Einige praktizieren das natürlich auch absichtlich und vorsätzlich, weil sie wissen, dass sie damit bequem Druck ausüben können. Von solchen Frauen sollte Mann sich umgehend trennen, es sei denn er steht auf solche Machtspielchen.

Und dann gibt es noch die Frauen, die einfach mal so schlechte Laune haben, die tatsächlich nicht mit dem Mann zusammenhängt.

Und jetzt das Kunststück: rausfinden welchen Typ Frau man hat, bzw. welche der drei Möglichkeiten gerade akut ist 🙂

In der Tat sollte man es immer auf seine Partnerin abstimmen und nicht generell sehen. Das ist in der Tat ein guter Rat. Wenn bei der eigenen Partnerin direkte Konfrontation hilft, dann ist es das ein guter Weg. Wenn es eine bewußtes, unemotionales Machtmittel ist, dann ist es sicherlich kritischer zu sehen. Und wenn es einfach schlechte Laune und Angespanntheit ist, dann sollte man schauen, wie man an die eigentlichen Ursachen herankommt.

Anne führte an:

Wenn ich sauer bin, dann sage ich das schon, aber nicht, wenn ich verletzt bin (nur sehr selten).
Dann halte ich es auch für eine „Bringschuld“ meines Partners, die Sache zu bereinigen, denn eigentlich erscheint (mir) die Angelegenheit ja evident.
Ich empfinde es dann selbst als Zumutung, mich erklären zu müssen, denn a) kann ich das nicht wirklich (sonst wäre ich ja nur sauer, und hätte durchaus Argumente), und b) bin ich mir in diesem Moment sicher, dass er das ja selbst wissen müsse.

Empfohlene Strategie: Freundin einfach in den Arm nehmen, damit sie sich nicht unterdrückt fühlt. 😉

Also der Unterschied zwischen „Sauer“ und „verletzt“. Sauer wäre, wenn ich das richtig verstehe, etwas, was sie allgemein schlecht findet, verletzt wahrscheinlich dann eher, wenn sie es auch als quasi gegen sich gerichtet oder sie mißachtend sieht. Das scheint mir etwas in die Richtung meiner Ausführungen oben zu gehen, wenn auch vielleicht mit einer interessanteren Abgrenzung durch das Begriffspaar „Sauer“ oder „verletzt“

In den Arm nehmen kann klappen hängt aber von dem Grad der „Verletztheit“ ab.

Adrian fasst es gewohnt kurz:

Hmmm. Ignorieren und die Ruhe genießen.

Kann man durchaus. Ich sage ja: Mitunter braucht es einfach eine Weile und etwas zu machen bringt nicht viel.

Aurelie rät:

Aushalten, ignorieren, in regelmäßigen Abständen ein konstruktives Gespräch anbieten und sich ansonsten ganz normal verhalten. Auch wenn ich diese Strategie hasse, wenn ich auf der anderen Seite sitze, aber sie funktioniert. Wut ist ein sehr flüchtiges Gefühl und je weniger man daran erinnert wird, umso schneller ist sie wieder weg.

Aushalten, ignorieren und immer wieder schauen, ob sie schon so weit ist, dass man aus dem Schweigen rauskommt. Das wäre ja auch meine Strategie.

LH schreibt:

Wenn einem Ignorieren und Abwarten zu lange dauert, dann kann man sich auch über darüber lustig machen, dass sie sich wie eine Dreijährige aufführt. „Meinst Du, Du schaffst es Dich ohne Schnuller zu beruhigen oder soll ich Dir einen besorgen?“

Ja, auch das kann klappen: Denn es ist einer der entscheidenden Nachteile des Schweigens, dass man damit ja der Passive ist, der sich nur schwer verteidigen kann. Insofern kann man das für sich ausnutzen und sie etwas aufziehen. Wenn sie was erwidert, dann hat man so gesehen gewonnen und sie verloren. Denn sie hat ja ihren Plan nicht durchziehen können. Das kann man ihr dann auch gleich aufs Brot schmieren. Empfehlung: Nur wenn man sich sicher ist, dass sie nicht zu gravierenden Dingen schweigt.

In den Kommentaren gerne weitere Vorschläge oder Erklärungsansätze.