Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 31. Mai 2016

Wie viele Anzeigen wegen sexueller Gewalt gibt es an den amerikanischen Universitäten?

Neulich wurde auf Twitter dieses Bild gepostet mit dem Hinweis, dass es von Facebook gelöscht worden ist. Es wird gerade beklagt, dass Facebook konservativere Inhalte löschen lässt.

Ich finde das Bild allerdings sehr interessant:

Sexuelle Gewalt an amerikanischen Universitäten

Sexuelle Gewalt an amerikanischen Universitäten

Mir ist dabei durchaus bewußt, dass es weitere Fälle geben wird, die eben nicht angezeigt worden sind, also eine Dunkelziffer, wobei deren Höhe aus meiner Sicht sehr diskutabel ist. Wenn das aber die offiziellen Zahlen sind, dann werden verschiedene Sachen deutlich:

  • Selbst in einem System, in dem dem beschuldigten Mann nahezu keine Möglichkeit bleibt, sich zu verteidigen und eine Unschuldsvermutung quasi nicht greift, scheinen Frauen nicht anzeigen zu wollen. Weitere Erleichterungen werden insoweit schlicht nichts bringen
  • Der Gegenstandpunkt wird sein: Trotz dem einfachen Verfahren und den damit bestehenden Vorteilen für den Beschuldigenden haben Frauen immer noch zuviel Feindseligkeit gegenüber sich selbst internalisiert und mir müssen den Prozess noch mehr fördern.
  • Aus meiner Sicht spricht vieles dafür, dass viele der angenommenen Vorfälle eben als harmlosere Belästigungen oder etwas zu forsche Versuche für die meisten Frauen schlicht „kein großes Ding“ waren
  • Ich würde vermuten, dass auch die drastische Ausrichtung dieser Verfahren seinen Teil dazu beitragen könnte: Dem Studenten droht der Verweis und damit der Abbruch seines Studiums. Er droht über den Umstand, dass der Grund des Hinauswurfs bekannt ist, auch an anderen Universitäten erhebliche Nachteile oder wird da vielleicht nicht zugelassen. Ich vermute mal, dass das auch von vielen Frauen für kleinere Vorfälle als unverhältnismäßig angesehen wird und sie die „Null-Toleranz-Politik“ nicht mittragen.
  • Es zeigt auch, dass die Gefahr einer Falschbeschuldigung in der Hinsicht nicht so groß ist. Man stehe nicht bei jedem Sex mit einem Bein im Gefängnis.

Wie findet ihr die Zahlen?

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 30. Mai 2016

Rangordnungen, auch Dominanzhierarchie und Geltungshierarchie

Im gestrigen Beitrag ging es auch um die Unterschiede von Dominanz, dazu findet sich hier ein Artikel, der das aus meiner Sicht noch einmal ganz gut darstellt:

Zur grundsätzlichen Defintion:

Rangordnung, soziale Hierarchie, Dominanzhierarchie:
die Ausbildung von sozialen Unterschieden zwischen den Individuen einer Gruppe von Tieren oder Menschen, die durch Dominanz- (Dominanz) und Unterlegenheits-Verhältnisse (Subordination; Demutsgebärde, Hemmlaut) gekennzeichnet sind (biologische Rangordnung).

Zu verschiedenen Ausgestaltungen:

Die Rangordnungsstruktur kann sehr unterschiedlich sein. Im einfachsten Fall kann ein einzelnes Individuum (oder ein Paar) alle übrigen Gruppenmitglieder dominieren. Häufiger als eine solche Zweiteilung in „Herrscher“ und „Beherrschte“ sind abgestufte Rangordnungen, bei denen die jeweilige Rangposition jedes Individuums mit den Buchstaben des griechischen Alphabets bezeichnet wird: Dem ranghöchsten Alphatier folgt das Betatier usw., das rangtiefste Mitglied der Gruppe wird Omegatier genannt. Sind sämtliche Rangbeziehungen in der Gruppetransitiv (wenn A dominant über B ist und B über C, dann ist A auch über C dominant), entsteht eine lineare Hierarchie. Vor allem in größeren Gruppen treten häufig aber auch nicht transitive Rangbeziehungen auf (C ist dominant über A); in solchen Fällen ist die Hierarchie nicht linear. Das Phänomen einer abgestuften Rangordnung in Tiergesellschaften wurde erstmals 1922 von T. Schjelderup-Ebbe als Hackordnung bei Haushühnern beschrieben.

Zu Arten, wie sie aufrechterhalten werden:

Eine Hackordnung (bei Wölfen [vgl. Abb. ] und anderen Säugetieren spricht man auch von einer Beißordnung) ist eine Form aggressiver Dominanz (Aggression, Dominanzverhalten, Drohverhalten,Imponierverhalten, Konfliktverhalten).

Genügen subtile Signale (Status-Signal), um Statusunterschiede deutlich zu machen (oft nur submissive Signale des Unterlegenen), spricht man von formaler oder formalisierter Dominanz.

Operational werden Dominanzbeziehungen über die Häufigkeit und Richtung agonistischer Interaktionen (aggressives und submissives Verhalten; agonistisches Verhalten) definiert und nicht über den privilegierten Zugang zu bestimmten Ressourcen oder über andere Verhaltensweisen, die oft, aber keineswegs zwingend mit Dominanz korrelieren (Dominanz-Konzept). Zugang zu Ressourcen ist vielfach kontextabhängig und kann mit dem Funktionskreis des Verhaltens wechseln (z.B. kann ein Individuum bevorzugten Zugang zum Futter haben, vom Zugang zu anderen Ressourcen jedoch ausgeschlossen werden). Ob und gegebenenfalls wie gut Variablen wie der Zugang zu Ressourcen (und damit unter Umständen derFortpflanzungserfolg von Individuen) oder Verhaltensmuster wie Aggressivität oder die Aufmerksamkeitsstruktur einer Gruppe mit Dominanz korrelieren, ist eine jeweils empirisch zu klärende Frage (vielfach besitzen ranghohe Individuen sowohl im übertragenen wie im wörtlichen Sinn ein „hohes Ansehen“.

Eine weitere Unterteilung nach der Art der Interaktion und der unterschiedlichen Teilnehmer:

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen gerade bei Primaten jedoch vielfach auch Individuen, die keinen hohen (Dominanz-)Rang haben, wie z.B. Jungtiere oder sexuell attraktive Weibchen. Sind agonistische Interaktionen strikt asymmetrisch, spricht man von einer „despotischen“ Beziehung (Despotismus), sind sie – mehr oder weniger – symmetrisch, von einer eher „egalitären“ Beziehung. Der Eindruck einer symmetrischen und damit weitgehend egalitären Beziehung kann aber auch durch Rangwechsel vorgetäuscht werden. Despotische Hierarchien bei Primaten (Affen,Menschenaffen, Mensch) sind meist streng formalisiert und darüber hinausnepotistisch: Der Rang der Nachkommen (oft der Töchter, bei manchen Arten aber auch der der Söhne) hängt von ihrer sozialen Herkunft (dem Rang eines oder beider Elternteile) ab.

Der Arztsohn gilt als besser als der Sohn vom Müllmann sozusagen.

Auch interessant: Paarung und Aufstieg in der Hierarchie

Vermutungen, daß sexuell attraktive Weibchen, die sich mit ranghohen Männchen paaren, oder Weibchen, die Junge haben, in der Hierarchie aufsteigen, haben sich bei nichtmenschlichen Primaten dagegen nicht bestätigt (bedingter Rang, Grundrang). Das Gegenstück zu nepotistischen Hierarchien (die man außer von Primaten auch von den afrikanischen Tüpfel-Hyänen kennt) sind meist weniger formalisierte und oft instabilere „individualistische“ Hierarchien, bei denen der Rang des Individuums allein von „intrinsischen“ Faktoren (Stärke, gegebenenfalls Intelligenz) abhängt. –

Ein „Aufsteigen“ der Weibchen macht wahrscheinlich auch nur in einer Paarbindung Sinn, da ansonsten der gegenseitige Einfluss nicht sehr hoch ist.

Der Grund für Rangordnungen wird dort wie folgt angegeben:

Der adaptive Hintergrund für die Evolution von Rangordnungen ( vgl. Infobox ) sind Konflikte um Ressourcen wie Nahrung, sichere Schlaf- und Brutplätze, Geschlechtspartner (genauer: befruchtungsfähige Eizellen), aber auch Hilfe bei der Aufzucht der Jungen (kooperative Brutpflege).

Also insbesondere Konkurrenzszenarien, wie Konflikte um Nahrung und Ressourcen und Geschlechtspartner die durch eine Hierarchie weniger blutig gestaltet werden, aber auch sexuelle Konkurrenz, insbesondere um Frauen, die dann durch Status als Signal für gute Gene und damit Partnerwahlkriterium noch verschärft wird.

Interessant auch die Frage, wie die Rangverhältnisse zwischen den Geschlechtern ausgestaltet sind

Da sich Männchen und Weibchen hinsichtlich der ihren Fortpflanzungserfolglimitierenden Ressourcen unterscheiden (Weibchen: Nahrung; Männchen: befruchtungsfähige Eizellen), wird zumeist zwischen männlichen und weiblichen Rangordnungen getrennt. Rangbeziehungen existieren jedoch vielfach auch zwischen den Geschlechtern. Bei zahlreichen Säugetieren mit einem ausgeprägten Sexualdimorphismus wie Pavianen oder Schimpansen sind (erwachsene) Männchen grundsätzlich dominant über Weibchen, während bei vielen Arten mit einem geringeren Sexualdimorphismus (z.B. Rhesusaffen) zumindest ranghohe Weibchen auch Männchen dominieren können. Weibliche Dominanz ist bei Säugetieren die Ausnahme und bisher nur für Tüpfelhyänen, zahlreiche Lemuren und – in Grenzen – Bonobos belegt. –

In der menschlichen Spezies können auch ranghohe Frauen über Männern stehen, etwa als Königin und in evolutionär relevanten Zeiten vielleicht dann eher in Rollen wie Shamanin oder Stammesführerin. Vermutlich wird auch die „Frau vom Chef“ damals durchaus einen höheren Rang gehabt haben und das Frauen teilweise im Rang über IHREM Mann stehen konnten, wenn sie ihn „unter dem Partoffel hatten“ ist auch anzunehmen.

Humanethologische Untersuchungen zur Ausbildung von Rangordnungsstrukturen wurden vielfach an Kindergruppen durchgeführt (Humanethologie).

Dabei zeigte sich, daß ranghohe Kinder in Spielgruppen (Peer) zwar über ein gewisses Maß an Bereitschaft zu aggressiven Auseinandersetzungen verfügen, sich aber auch durch Kreativität auszeichnen, häufig Initiatoren vonSpielen sind, Aktivitäten organisieren und bestimmen, schlichtend eingreifen, Kinder, die im Rang unter ihnen stehen, unterstützen und verteidigen usw.

Es haben sich auch geschlechtstypische Unterschiede herauskristallisiert (geschlechtstypische Verhaltensweisen):

Jungen tragen ihre Rangordnung durch Imponieren, Drohen, gegebenenfalls auch durch Handgreiflichkeiten aus (Bully-Verhalten), wodurch sich nach kurzer Zeit eine auf aggressiver Dominanz beruhende Rangordnung innerhalb der Gruppe einstellt, die – einmal etabliert – recht stabil bleibt.

Die Festlegung der Rangordnung innerhalb von Mädchengruppen ist weniger körperlich. Vielmehr wird die Hierarchie durch Kritisieren, Verweigern der Gefolgschaft, Geben von Ratschlägen, Hinwegsetzen über Anordnungen, Rückzug aus Aktivitäten, Herabsetzen anderer usw. erreicht, also mittels indirekter Strategien. Die Rangfestlegung dieser Geltungshierarchie ist bedeutend komplizierter als bei Jungen, schwerer durchschaubar und weniger klar geregelt. Sie erweist sich als instabiler und konfliktanfälliger als die Dominanzhierarchie innerhalb von Jungengruppen.

Treffen Dominanz- und Geltungshierarchie in gemischtgeschlechtlichen Spielgruppen aufeinander, setzen sich Strategien der Dominanzhierarchie durch. Aggressive soziale Exploration,Dominanzsexualität, Rangmimikry.

Eine dazu passende Schilderung hatte ich auch in einem anderen Artikel zu Rangordnungen bei Jungen und Mädchen. Interessant finde ich die Aussage, dass sich die Dominanzhierarchie bei einem Aufeinandertreffen eher durchsetzt. Allerdings kann man ja zB im Büro beim Kampf um die Beförderung schlecht die oben dargelegten Mittel wie Drohungen und aggressives Verhalten verwenden. Es bleibt dann vielleicht eher noch Imponieren, also letztendlich Leistung, übrig, während die Mittel der weiblichen Statuskämpfe wie Ignorieren und Rückzug aus Aktivitäten deutlich schwieriger anzuwenden sind.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 29. Mai 2016

Geschlechterunterschiede aus neurowissenschaftlicher Sicht

Ein interssanter Artikel behandelt Unterschiede zwischen Männern und Frauen aus neurowissenschaftlicher Sicht:

Unterschiede im Verhalten zwischen männlichen und weiblichen Tieren, die in der ethologischen Forschung (Ethologie) festgestellt wurden (geschlechtsspezifisches Verhalten), ließen schon früh nach deren Ursachen forschen. Die dabei gestellten Fragen lauteten vor allem, ob ihnen morphologische Unterschiede im Gehirnzugrunde liegen, ob diese Differenzen Einfluß auf die kognitiven Fähigkeiten haben könnten und – vor allem – inwieweit der Mensch davon betroffen ist.

Unterschiede in der Gehirngröße

Wenn man ein menschliches Gehirn vor sich hat, kann man nicht nur von der Betrachtung her sagen, ob es männlichen oder weiblichen Ursprungs ist. Rein statistisch beträgt die durchschnittliche Hirnmasse (Gehirngewicht) bei der Frau 1245 g und beim Mann 1375 g. Da es eine Korrelation zwischen Hirnmasse und Körpermasse gibt und Frauen im Durchschnitt kleiner sind als Männer, leitet sich daraus zunächst auch ein kleineres weibliches Gehirn ab. Das Verhältnis von Hirnmasse zu Körpermasse verschiebt sich nach einigen Untersuchungen sogar zu Gunsten des weiblichen Geschlechts: Die Hirn-Körpermasse-Relation beträgt danach bei der Frau 1:46 (22g Hirnmasse pro kg Körpermasse) und beim Mann 1:50 (20g pro kg). Allerdings gibt es inzwischen auch neuere Befunde, die wiederum zum gegenteiligen Schluß kommen. In jedem Fall sagen solche Durchschnittswerte jedoch nichts über die geistige Leistungsfähigkeit eines bestimmten Individuums aus – Ausnahmen bestätigen dabei wie immer die Regel. Ein besonders kleines Gehirn muß daher nicht zwangsläufig einer Frau gehören; es kann ebenso einem kleinen Mann zugeordnet werden. Systematische Untersuchungen zu Geschlechtsunterschieden im menschlichen Gehirn aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, daß solche Unterschiede bereits bei Neugeborenen vorhanden, also vermutlich genetisch bedingt sind. Diese Differenzen sind zwar gering, aber signifikant, und bleiben beim Erwachsenen bestehen.

Die reinen Größenunterschiede sind wenig aussagekräftig, sonst wären die meist kleineren Asisaten oder andere kleinere Völker per se kleiner.

Die Ausreifung kognitiver Leistungen (Kognition) des Gehirns hängt von der Interaktion mit der Umwelt ab und beruht letztendlich auf Lernprozessen während der Individualentwicklung. Hier zeigt sich ein wichtiger Punkt bei der Betrachtung männlicher und weiblicher Gehirne, der zu der zugespitzten Frage „Natur oder Erziehung“ führt (Anlage-Umwelt-Kontroverse). Weil kulturelle Aspekte (Kultur) bei der Erziehung Heranwachsender nicht zu vermeiden sind, eignet sich der Mensch schlecht zur Klärung dieses Problems. Man untersucht daher Nagetiere, die man ohne Gonaden (Geschlechtsorgane) aufzieht, und kann dann während der Entwicklung männliche oder weibliche Hormone (Sexualhormone) kontrolliert hinzugeben.

In der Tat könnte man mit unmoralischen Menschenversuchen hier theoretisch relativ schnell gute Ergebnisse bekommen. Da das natürlich nicht geht muss man sich auf den „Natürlichen Experimentepool“, der durch genetische und biologische Besonderheiten oder ärztliche Vorfälle herbeigeführt wird nutzen. Oder eben die  Forschung bei Tieren.

Hormonale Grundlagen des menschlichen kognitiven Verhaltens

Das Hauptresultat diesbezüglicher Forschungsergebnisse lautet, daß Männer und Frauen sich in der Art ihrer Intelligenz unterscheiden, und zwar vor allem in ihrer Art, abstrakte Aufgaben zu bewältigen. Die hormonabhängige Differenzierung beginnt beim Menschen in einer frühen Embryonalphase der vorgeburtlichen Entwicklung. Der ursprüngliche Bauplan ist weiblich. Gegen Ende des zweiten Embryonalmonats bilden sich bei Vorhandensein von X- und Y-Chromosom die männlichen Keimdrüsen aus. Diese Keimdrüsen, die Hoden, beginnen im Normalfall mit der Produktion von Androgenen (den männlichen Hormonen). Störungen in der Hormonbildung haben eine unvollständige Maskulinisierung (Vermännlichung) zur Folge. Die männlichen Hormone bewirken nicht nur die Maskulinisierung von primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen, sondern leiten auch spezifische Differenzierungen im sich entwickelnden Gehirn ein ( siehe Zusatzinfo 1 ). Eine Besonderheit dabei ist, daß das eigentlich aktive Hormon das weibliche HormonÖstradiol ist, in welches das Testosteron durch Enzyme im Gehirn umgewandelt wird. Das weibliche Gehirn muß demzufolge vor einem maskulinisierenden Einfluß des an sich weiblichen Hormons (Östrogene) durch ein spezielles Alpha-Fetoprotein geschützt werden. Das Androgen Testosteron kann sowohl in Östrogen als auch in Dihydrotestosteron umgewandelt werden. Es wird aber umgekehrt auch im weiblichen Organismus aus Progesteron gebildet. Dies erklärt die Tatsache, daß im Speichel der Frau Testosteron quantitativ bestimmt werden kann, also ein Leben lang vorhanden ist. Der Testosteronspiegel liegt jedoch beim weiblichen Geschlecht viel niedriger als beim Mann. Dennoch bestimmt Testosteron das Verhalten und die kognitiven Fähigkeiten beider Geschlechter in signifikanter Weise; das trifft nicht nur für den Menschen, sondern auch für z.B. Ratten zu (siehe unten).

Hier werden die Theorien, nach denen insbesondere pränatale Hormone die Unterschiede bewirken noch einmal gut dargestellt. Erst bestimmen die Geschlechtschromosomen welche Hormone mehr produziert werden und die Hormone führen dann zu einer bestimmten Ausrichtung des Gehirns

Geschlechtsabhängige Problemlösestrategien

Probleme, bei deren Lösung Frauen Männern überlegen sind, lassen sich wie folgt aufzählen: 1) Frauen sind besser bei optischen Wahrnehmungen, bei denen es auf die Geschwindigkeit, das detailgetreue Erinnerungsvermögen und die Entscheidungsschnelligkeit ankommt. 2) Frauen haben eine flüssigere Sprache, sprachlich den größeren Einfallsreichtum und können besser exakt rechnen. 3) Frauen verfügen über eine feinere Motorik der Hand. 4) Frauen besitzen eine höhere Wahrnehmungsgeschwindigkeit.

Männer sind dagegen bei den folgenden Leistungen im Vorteil: 1) Männer haben ein besseres Abstraktionsvermögen und sind bei mathemathischen Schlußfolgerungen Frauen überlegen. 2) Männer können besser zielgerichtet werfen und auffangen. 3) Männer haben ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen. 4) Männer zeigen bessere optische Leistungen bei Suchbildern, d.h. beim Auffinden versteckter geometrischer Figuren.

Das finde ich eine recht kurze, aber wichtige Auflistung. Es zeigt auch, dass es nicht um ein „Männer sind in allem besser“ geht, beide Geschlechter haben eben eine bestimmte Ausrichtung auf andere Bereiche.

Drei dieser Eigenschaften – räumliches Vorstellungsvermögen, mathematisches Schlußfolgern und Wahrnehmungsgeschwindigkeit – wurden bei männlichen und weiblichen Probanden in ihrer Abhängigkeit vom Testosterongehalt untersucht. Die Ergebnisse sind überraschend. Frauen mit hohem Testosteronspiegel lösen Fragen zum räumlichen Vorstellungsvermögen (männliche Domäne) besser als Frauen mit niedriger Testosteronkonzentration. Bei Männern ist es umgekehrt: ein niedriger Testosteronspiegel korreliert mit besseren Leistungen.

Das verwirrt immer einige: es sei daher noch einmal darauf verwiesen, dass Männer mit niedrigen Testosteronspiegel immer noch mehr Testosteron haben als Frauen mit hohen Testosteron.

Evolutionär ist die“Konfiguration“ durchaus interessant: es sind dann nicht unbedingt die „Kämpfer“ oder „Anführer“ aber die logischen Erfinder und mechanisch begabten.

Es erklärt vielleicht auch, warum der typische Physiker eher der Nerd als der Jock ist.

Bei dem Test zur Wahrnehmungsgeschwindigkeit (weibliche Domäne) gibt es dagegen keine Korrelation zwischen Hormongehalt und kognitiver Leistung. Der Test zum mathematischen Schlußfolgern wiederum, bei dem Männer besser abschneiden als Frauen, ergibt die besten Leistungen bei Männern mit niedrigem Testosteronspiegel ( siehe Zusatzinfo 2 ). Diese und ähnliche Tests zeigen übrigens auch Unterschiede zwischen homo- und heterosexuellen Männern. Daraus ergibt sich, daß die optimale Testosteronkonzentration für die genannten kognitiven Aspekte offensichtlich ein Prozentsatz ist, der höher als der normale weibliche und niedriger als der normale männliche Spiegel ist.

Es gibt eben nicht eine bestimmte Konstellation, bei der alles ganz besonders gut ist, sondern eben eher verschiedene Ausprägungen die ihre jeweiligen Vorteile haben.

Auch bei Ratten gibt es geschlechtsabhängige Problemlösestrategien; beispielsweise orientieren sich weibliche Ratten genauso wie Frauen mehr an markanten Punkten als an Winkeln und Formen der Gänge im Labyrinth.

Was eben auch bei Menschen in Studien festgestellt worden ist.

Morphologie

Eine andere Möglichkeit zur Feststellung von geschlechtsspezifischen Unterschieden besteht darin, gezielt nur bestimmte Hirngebiete, denen sich eindeutig Funktionen mit geschlechtsspezischen Unterschieden zuordnen lassen, zu untersuchen und zu vergleichen. Dabei fanden sich z.B. Unterschiede in der Gestalt oder Größe bestimmter Nervenzellen. Ein besonders spektakulärer Versuch ist die Transplantation von „Männlichkeit“ auf eine junge weibliche Ratte. Hierbei wird Gewebe desjenigen Hirnareals, welches das Sexualverhalten steuert, von neugeborenen Männchen entnommen und weiblichen Geschwistertieren an Stelle des entsprechenden weiblichen Hirngebietes eingepflanzt. Diese weiblichen Ratten entwickeln dann als Erwachsene ein männliches Kopulationsverhalten. Die ausgetauschten Zentren liegen bei Säugern in relativ kleinen, unscheinbaren Arealen des Diencephalons (im Hypothalamus) und weisen bei Ratten und anderen Nagern geschlechtsspezifische Größenunterschiede auf. Ähnliche Zentren findet man auch bei Vögeln im Vorderhirn (Prosencephalon). Hier sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern noch ausgeprägter, z.B. für das Hyperstriatum ventrale pars caudale, das im Jahresrhythmus den Balzgesang steuert. Ebenfalls eindeutige Befunde wurden von Gorski (1984) am Nucleus praeopticus medialis (mediales präoptisches Areal) der Ratte erhoben. Dieser Nervenkern des Hypothalamus ist in männlichen Rattengehirnen viermal größer als in weiblichen.

Hier zeigen sich die Mechanismen, die man auch bei Menschen vermutet.

Beim menschlichen Gehirn sind die Beweise für morphologische Unterschiede nicht so eindeutig. Das liegt nicht zuletzt an der komplexen Interaktion von neuronalen und hormonellen Komponenten, die über das limbische System Verhalten und kognitive Fähigkeiten beeinflussen.

Neuropsychologie und Lateralisierung

Die Großhirnrinde als Station des bewußten Erlebens von Sinneseindrücken erweist sich von der Gestalt her als relativ geschlechtsneutral und bilateral symmetrisch. Dieser morphologischen Uniformität stehen funktionelle Asymmetrien der Hirnhälften gegenüber. Viele Forscher meinen, daß besonders die Sprache und das räumliche Vorstellungsvermögen bei Männern stärker als bei Frauen lateralisiert seien (Asymmetrie des Gehirns). Die Pubertät markiert dabei einen wichtigen Punkt der Entwicklung. Bis zu diesem Stadium kann man sich Sprachen allein dadurch aneignen, daß man ihnen ausgesetzt ist, danach muß man sie aktiv erlernen. Untersuchungen über den zeitlichen Verlauf der Lateralisierung, d.h. der Spezialisierung der Hirnhälften (u.a. Links- und Rechtshändigkeit), an hirngeschädigten Kindern zeigten, daß die Fähigkeit zum Spracherwerb und die Lateralisierung gekoppelt sind. Hatten die untersuchten Kinder die Schädigung vor dem Ende des zweiten Lebensjahres erlitten, begannen sie normal zu sprechen, unabhängig davon, welche Hirnhälfte geschädigt war. Diese plastische Fähigkeit ist während der frühkindlichen Entwicklung geschlechtsunabhängig. Bei Erwachsenen treten ausgeprägte Geschlechtsunterschiede nach Hirnverletzungen auf. Sprachstörungen, die die Wortwahl betreffen (Aphasien), finden wir bei Frauen am häufigsten, wenn vordere Teile des Gehirns verletzt sind, bei Männern, wenn hintere Teile beschädigt wurden. Schwierigkeiten, angemessene Handbewegungen auszuführen (Apraxien) zeigen sich bei Frauen nach Läsionen der vorderen linken Hirnhälfte und bei Männern nach Läsion in hinteren Regionen. Dabei scheint der Mann stärker zu einer Spezialisierung seiner Hirnhälften zu neigen als die Frau. Gegensätzliche Ergebnisse erbrachte jedoch wiederum die Untersuchung von Linkshändern. Linkshändigkeit wird auf die geringere Dominanz der linken Hemisphäre zurückgeführt. Es gibt jedoch eindeutig mehr linkshändige Männer als Frauen. Selbst bei Rechtshändern benutzten Frauen die rechte Hand öfter als rechtshändige Männer. Die Geschlechtsunterschiede bei funktionellen Asymmetrien variieren also von Funktion zu Funktion: in einigen Fällen kann man bei der Frau eine stärkere Asymmetrie beobachten, in anderen beim Mann.

Welche Bedeutung hat die unterschiedliche Lateralisierung von Mann und Frau nun für deren Intelligenzquotienten (IQ)? Zur geschlechtsneutralen Bewertung kann der Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene herangezogen werden. Er besteht aus nonverbalen und verbalen Untertests. Als Maß für den IQ berücksichtigt man sowohl die im nichtsprachlichen Teil ermittelten als auch die im sprachlichen Teil bestimmten IQ-Werte. Bei Männern beeinträchtigt z.B. eine Schädigung der linken Hirnhälfte den sprachlichen IQ mehr als den nichtsprachlichen.

Abschließend und zusammenfassend kann festgestellt werden, daß Frau und Mann in den einzelnen kognitiven Fähigkeiten mitunter wesentlich differieren, aber nicht in der Gesamtintelligenz, für die der IQ im übrigen nur ein Bewertungsaspekt unter vielen sein kann.

Lit.: Gorski, R.A.: Sex differences in the rodent brain: Their nature and origin. In: Sex differences in the brain. Eds.: De Vries, DeBruin, Uylings and Corner. Elsevier, Amsterdam-New York-Oxford 1984, pp.37-67. Kimura, D., Harshman, R.A.: Sex differences in brain organization for verbal and nonverbal function. In: Sex differeneces in the brain. Eds.: De Vries, DeBruin, Uylings and Corner. Elsevier, Amsterdam-New York-Oxford 1984, pp.423-439. Springer, S.P., Deutsch, G.: Linkes-rechtes Gehirn: funktionelle Asymmetrien. Spektrum der Wissenschaft, Heidelberg 1987.

Die Lateralisierung wäre evolutionär ein guter Weg, wie sich auch graduell Unterschiede herausbilden können.

Geschlechtstypische Unterschiede beim Menschen sind im Bereich der Sinneswahrnehmungen gut untersucht: Frauen sind empfindlicher für Berührungen und Gerüche, bemerken schneller Veränderungen in der Anordnung von Objekten; Männer sehen im mittleren Gesichtsfeld besser, unterscheiden mehr Einzelheiten bei bewegten Objekten usw. Auch in komplexeren Verhaltensweisen zeichnen sich Unterschiede ab, auch wenn manche Allgemeingültigkeiten inzwischen angezweifelt werden. Jungen scheinen nicht unbedingt häufiger als Mädchen aggressiv zu sein, vielmehr soll nur die Art variieren, wie die Aggressivität ausgedrückt wird. Jungen bevorzugen die augenfälligeren, körperbetonten Varianten, doch ein wütender Blick, Spott oder verbale Kommentare zeugen ebenso von Aggressivität. Auch die Festlegung der Rangordnung innerhalb gleichgeschlechtlicher Gruppen unterscheidet sich entsprechend. Bereits im frühen Kindergartenalter, sobald also Kinder in Gruppen miteinander zu spielen beginnen, ist bei Jungen die sog. Dominanz-Hierarchie zu finden, bei Mädchen die Geltungs-Hierarchie.

Auch eine schöne Darstellung der Unterschiede. Dominanz-Hierarchie und Geltungshierachie finde ich als Begriffe interessant. Ich denke es geht in Richtung dessen, dass die Frage ist, wer wen inwieweit gelten lässt, ihn also innerhalb der Gemeinschaft anerkennt oder versucht ihm etwas vorzuschreiben oder ihn ausgrenzt.

Diese und andere geschlechtstypischen Verhaltensdispositionen dürften auf der in der menschlichen Stammesgeschichte früh angenommenen arbeitsteiligen Familien- und Gruppenstruktur beruhen. Man geht von der grundlegenden Sicherstellung der Versorgung durch die Sammeltätigkeit der Frauen aus, während die tierische Nahrung vorwiegend durch die Jagd männlicher Gruppenmitglieder herbeigeschafft wurde. An dieser Vorstellung wird in den letzten Jahren jedoch vermehrt Kritik geübt: man nimmt zunehmend an, daß Frauen gleichfalls an der Erbeutung tierischer Nahrung beteiligt waren. Auch die geschlechtsabhängig divergierenden Orientierungsmethoden im Raum – werden Orientierungsmarken entfernt, haben Frauen größere Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden, Männer dagegen, wenn die räumlichen Dimensionen verändert werden – werden mit den arbeitsteiligen Aufgaben im Ernährungsbereich zu erklären versucht. Überleben und Fortpflanzung, die unterschiedliche Beteiligung an der Versorgung und den Betreuungsaufgaben des Nachwuchses erforderten demnach im Verlauf der Menschheitsgeschichte im jeweiligen Geschlecht andere soziale Strategien, Eigenschaften und Fertigkeiten, die sich in diesen unterschiedlichen Verhaltensdispositionen niederschlugen.

Die arbeitsteilige Lebensweise ist aus meiner Sicht kaum wegzudiskutieren. Wenn Männer und Frauen nicht verschiedene Arbeiten erledigt hätten, dann gäbe es auch keine körperlichen Unterschiede in diesem Umfang.

In den letzten Jahren belegen auch technisch aufwendige Untersuchungen zur Arbeitsweise des Gehirns geschlechtsabhängige Unterschiede. Männer nutzen z.B. für die Entschlüsselung gelesener Worte oder gesprochener Sprache bevorzugt Teile der linken Hirnhemisphäre, Frauen Areale beider Gehirnseiten. Auch bei mathematischen Aufgaben (die Differenz zwischen den durchschnittlichen mathematischen Leistungen von Mädchen und Jungen vermindert sich in den letzten Jahren immer mehr) und auf Emotionen (wobei ebenfalls morphologische Variationen festgestellt wurden) ausgerichteten Anforderungen weichen die aktiven Gehirnareale voneinander ab. Bei einigen Untersuchungen zeigte sich jedoch auch, daß bei manchen Frauen das Gehirn wie bei den Männern „funktioniert“. Unterschiede bei den gestellten Aufgaben treten meist dann deutlicher hervor, wenn man sehr spezielle Fertigkeiten abfragt. Bei komplexeren Aufgaben, zu deren Bewältigung viele Fähigkeiten erforderlich sind, verringern sich die Unterschiede, falls sie überhaupt nachweisbar sind.

Auch das ist etwas, was häufig zu Studien führt, die geringe Unterschiede aufweisen: Es werden keine konkreten Eigenschaften abgefragt, sondern eine Mischung. Fragt man dabei Eigenschaften ab, bei denen einmal Frauen und einmal Männer besser sind, dann gleicht sich dies in der Statistik aus. Auch bei einer geringen Schwierigkeit kann die Aufgabe weniger durch die Spezialfertigkeit und eher durch allgemeine Intelligenz gelöst werden.

Die Aufschlüsselung geschlechtsabhängiger Eigenschaften mit Hilfe neuer Technologien der Hirnforschung steht noch immer weit am Anfang, zudem ist die untersuchte Probandenzahl aufgrund der aufwendigen Methoden vergleichsweise gering. Endgültige Aussagen über die Ursachen sind nach wie vor nicht möglich. Die Vermutung liegt aber nahe, daß Gründe im variierenden Hormonhaushalt (Hormone) der Geschlechter im Verlauf der Entwicklung zu suchen sind. Hormonveränderungen beeinflussen die Leistungen, das Denken und Fühlen beständig. Tests an Frauen zu verschiedenen Zeiten ihres Menstruationszyklus belegten, daß sie während der Phase hohen Östrogenspiegels in Sprachtests am besten abschnitten, die räumlichen Fähigkeiten jedoch nachließen.

Der Zyklus der Frau ist in der Tat auch für die Forschung interessant, weil man hier bestimmte Wirkungen von Hormonen bei ansonsten gleicher Sozialisation untersuchen kann. Gerade weil bestimmte Eigenschaften steigen und andere fallen ist es auch nicht anzunehmen, dass dies etwa auf Unwohlsein oder besser fühlen zurückzuführen ist.

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern beruhen sicherlich auch auf der geschlechtsrollenabhängigen Sozialisation. DiePlastizität des Gehirns sollte dabei nicht vernachlässigt werden. Bereits durch kurzfristige Übungen wird die Art verändert, in der sich das Gehirn organisiert. Entsprechendes ist auch für langfristige Sozialisationserfahrungen zu erwarten. Man geht aber auch davon aus, daß aufgrund der frühen und spontanen Bevorzugung von gleichgeschlechtlichen Interaktions- und Spielpartnern für ein Individuum die Mitglieder des eigenen Geschlechts über attraktivere Verhaltensmuster verfügen, da sie dessen individuellen Neigungen besser entsprechen. Die Orientierung eines Kindes zum eigenen Geschlecht hin verstärkt folglich geschlechtstypische Verhaltensweisen zusätzlich.

Interessanterweise spielen eben CAH-Mädchen dann aufgrund des anderen Hormonspiegels doch lieber mit Jungs. Sie sind eben eher wie diese.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 28. Mai 2016

Selbermach Samstag 188 (28.05.2016)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 28. Mai 2016

Geschlechterunterschiede Männer Frauen

Hier einfach mal ein paar Fakten aus der Wikipedia zu Geschlechterunterschieden bei Männern und Frauen:

2.3 Gehirn

Das menschliche Gehirn ist statistisch gesehen deutlich sexualdimorph. Das männliche Gehirn ist im Durchschnitt 11 % schwerer und dieser Unterschied bleibt signifikant, wenn die Körpergröße konstant gehalten wird. Die Größe einzelner Hirnareale im Verhältnis zur Gesamtgröße unterscheidet sich ebenfalls. Beispielsweise sind die Frontallappen bei Frauen größer, die Amygdala und der Hypothalamus bei Männern.[7] Auch bei Hirnarealen, die für kognitive Funktionen zuständig sind, gibt es Geschlechtsunterschiede. Frauen haben im Mittel ein relativ größeres Sprachzentrum und Forschungsergebnisse suggerieren, dass diese anatomischen Merkmale mit höheren Sprachfertigkeiten von Frauen korrelieren.[7] Der signifikanteste Sexualdimorphismus des menschlichen Gehirns scheint die Lateralisation des Gehirns zu sein. Bei Männern sind die beiden Hemisphären im Bezug auf Sprache und Raumvorstellung tendenziell asymmetrischer organisiert als bei Frauen, was für einige Unterschiede in kognitiven Funktionen sorgen könnte. So haben Schäden an einer Hemisphäre bei Frauen manchmal geringere Effekte als bei Männern.[7] Die unterschiedliche Hirnentwicklung beginnt sehr früh im Leben, wofür wahrscheinlich sowohl Sexualhormone als auch genetische Signale verantwortlich sind.[7]

2.4 Physische Leistungsfähigkeit

Frauen besitzen im Durchschnitt etwa zwei Drittel der physischen Leistungsfähigkeit von Männern[8][9][10] und haben im Durchschnitt 55 % der Muskelkraft und 67 % der Ausdauerleistungsfähigkeit von Männern. Die besten 20 % der Frauen haben dieselbe körperliche Leistungsfä- higkeit wie die schlechtesten 20 % der durchschnittlichen männlichen Bevölkerung.[11] In Deutschland haben Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung über die Lastenhandhabungsverordnung durch geeignete Messwerkzeuge, etwa die Leitmerkmalmethode, auf diese geschlechtsspezifischen Unterschiede Rücksicht zu nehmen. International sind die Unterschiede durch die ISO 11228 (Ergonomie – Manuelles Handhaben von Lasten) zum Heben, Halten, Tragen, Ziehen und Schieben von Lasten normiert. Europäische Norm ist die EN 1005 (Sicherheit von Maschinen – Menschliche körperliche Leistung).[12][13][14][15][16]

2.4.1 Unterschiede im Sport

Männer sind in allen Sportarten erfolgreicher als ihre weiblichen Kollegen. Frauen sind in der Regel kleiner und leichter als Männer, ihr Herz, ihre Atemwege und Lungen sind relativ kleiner, die Herzfrequenz relativ hö- her, die Blutmenge und der Wert des Sauerstofftransporteurs Hämoglobin sind relativ geringer.[17] Sportwissenschaftler haben die Leistungen in vielen Sportarten verglichen. Ergebnis: Männer sind im Schnitt 15 bis 20 Prozent besser. Dieser Effekt ist umso stärker, je mehr es auf Kraft ankommt.[18]

3 Biologisch beeinflusste Verhaltens- und Persönlichkeitsunterschiede

Die Geschlechtsunterschiede beim Menschen gehen weit über anatomische Merkmale hinaus und finden sich in vielen Aspekten der Kognition, des Verhaltens und Störungen desselben wieder. Die historische Perspektive des Mannes als Jäger und Sammler, konkurrierend mit anderen Männern um Nahrung, Ressourcen und Frauen und mit geringen Investitionen in die Erziehung der Kinder, ist konsistent mit der Entwicklung von speziell männlichen Eigenschaften wie Aggression, Konkurrenz und Raumvorstellung. Bei Frauen standen wahrscheinlich Kindererziehung und die Fähigkeit, in einer kooperativen Gemeinschaft zu überleben, im Vordergrund, was die Herausbildung von kommunikativen und sozialen Fähigkeiten beförderte. Trotz des kürzlich eingetretenen kulturellen Wandels der Geschlechterrollen wird die Evolution des Menschen auch in Zukunft Verhalten beeinflussen.[7] Diese Unterschiede zeigen sich auch in Geschlechtsunterschieden bei der Partnerwahl und sexuellen Mentalitäten. Männer sind generellen Beobachtungen zufolge oberflächlicher, primär von Schönheit und Jugend angezogen und sexuell opportunistisch, während Frauen von Reichtum und Status angezogen werden. Das evolutionäre Interesse der Männer, eine maximale Reproduktionsrate mit fruchtbaren Frauen zu erreichen, und das der Frauen, Partner mit guten Ressourcen und besten Genen für erfolgreichen Nachwuchs auszuwählen, helfen, diese unterschiedlichen Prioritäten zu erklären.[7] In einer vielzitierten Studie (1989) wurden über 10.000 Individuen aus 33 Ländern auf sechs Kontinenten und fünf Inseln bezüglich geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Bevorzugung von Eigenschaften bei potenziellen Partnern untersucht. Die Studie konzentrierte sich auf die Eigenschaften Erwerbspotenzial, Ehrgeiz/Fleiß, Jugendlichkeit, physische Attraktivität und Keuschheit. Frauen schätzten das signalisierte Erwerbspotenzial bei potenziellen Partnern mehr als Männer. Signale der Fruchtbarkeit bei potenziellen Partnern wurden von Männern höher geschätzt als von Frauen. Diese Unterschiede deuten auf geschlechtsspezifische evolutionäre Strategien hin.[32] Der unterschiedliche Selektionsdruck führte zu geschlechtsspezifischen Entwicklungen der Geschlechtschromosomen, die das Verhalten direkt (über Gene) und indirekt (über Hormone) beeinflussen.[7]

3.1 Sexualhormone

Der traditionellen Sicht zufolge sind Hormone die einzigen biologischen Ursachen für Verhaltens- und Kognitionsunterschiede zwischen Mann und Frau. Viele der frühen Studien wurden an Mäusen durchgeführt. Testosteron beeinflusst die geschlechtsspezifi- sche Hirnentwicklung sowie Verhalten und Funktionen. Der Hauptmechanismus der Entwicklungsunterschiede scheint der programmierte Zelltod zu sein. Androgene behindern auch die Entwicklung typisch weiblichen Verhaltens. Beispielsweise besteigen männliche Mäuse mit Androgenmangel seltener weibliche Mäuse und sind rezeptiver für die Besteigung durch andere Männchen. Dabei besteht kein einfacher Zusammenhang zwischen Hormonmenge und Verhaltensausprägung; der Zeitpunkt der Hormonausschüttung, die Empfindlichkeit für Hormone und modifizierende Umweltfaktoren können Verhaltensvariationen erklären. Sexualhormone wirken sich auch auf Aggression und Kognition aus. Beispielsweise verhalten sich Mäuse und Primaten aggressiver, wenn sie höheren Androgenspiegeln ausgesetzt sind. Weibliche Ratten lernen räumliche Aufgaben schneller als kastrierte Männchen, wenn sie während ihrer Entwicklung Androgenen ausgesetzt sind.[7] Wenn menschliche, weibliche Embryonen während der Schwangerschaft verstärkt männlichen Hormonen ausgesetzt wurden (z. B. durch Einnahme von Diethylstilbestrol durch die Mutter, oder durch das Adrenogenitale Syndrom (CAH)), neigen sie als Menschen später zu mehr Aggressivität, verbessertem räumlichen Denken, typisch männlichem Spielverhalten und Sexualpräferenzen. Der ursächliche Anteil der Erziehung am Ausmaß dieses Verhaltens bei CAH-Mädchen ist umstritten, da sich das Erziehungsverhalten als Reaktion auf die männlich anmutenden Genitalien ändern könnte.[7] Mädchen von getrenntgeschlechtlichen Zwillingspaaren wurden als Embryonen in der Gebärmutter höheren Dosen von Androgenen ausgesetzt und zeigten in einigen Studien überdurchschnittlich typisch männliches Verhalten wie verbesserte Raumvorstellung und Sensationslust. Andere Studien konnten diese Effekte nicht replizieren.[7] Die Hormonveränderungen während der Pubertät bewirken geschlechtsspezifische Unterschiede in der Häufigkeit von Stimmungsstörungen, wovon Mädchen doppelt so häufig wie Jungen betroffen sind.[7]

3.2 Geschlechtschromosomen

Die zahlreichen Hinweise auf die wichtige Rolle der Hormone bei Geschlechtsunterschieden bedeuten nicht, dass es keine anderen biologischen Ursachen für Geschlechtsunterschiede gibt. Einige sexuelle Differenzierungen können nicht auf Hormone zurückgeführt werden, sondern auf genetische Unterschiede.[7] Das X-Chromosom enthält ein Gen für Soziale Kognition. Mädchen mit dem X0 Turner-Syndrom, die das XChromosom vom Vater erhalten haben, erzielten signi- fikant höhere Ergebnisse bei Tests als Mädchen mit der Krankheit, bei denen das X-Chromosom von der Mutter stammt. Normale Jungen haben schlechtere soziale Kognition als normale Mädchen. Dies suggeriert die Existenz eines Gens, das die sozialen kognitiven Fähigkeiten erhöht, aber in Jungen nicht exprimiert wird. Das XChromosom wurde in Studien zudem (teilweise kontrovers) mit Homosexualität, Affektstörungen, allgemeinen kognitiven Fähigkeiten, Asozialität und geistiger Behinderung in Verbindung gebracht.[7] 3.3 Kognitive Fähigkeiten Zwischen Frauen und Männern bestehen signifikante Unterschiede bei einzelnen intellektuellen Fähigkeiten, die sich jedoch anscheinend nicht auf Unterschiede des Allgemeinen Faktors der Intelligenz (g) zurückführen lassen. Die unterschiedlichen Fähigkeiten variieren mit dem Alter und auch mit dem Hormonspiegel. So zeigen Frauen in der Phase des Menstruationszyklus mit niedrigem Östrogenspiegel erhöhte Raumvorstellung und in der Phase mit hohem Östrogenspiegel erhöhte Motorik. Frauen, die Östrogene im Rahmen einer Hormonersatztherapie erhalten, weisen ein besseres Spracherinnerungsvermögen auf, wenngleich es hierzu auch gegensätzliche Ergebnisse gibt. Es ist jedoch relativ unstrittig, dass die Heritabilität von g etwa 50 % beträgt. Die Heritabilität („Vererbbarkeit“) steigt von etwa 20 % im Kindesalter auf 40 % im Erwachsenenalter und 60 % im späteren Leben. Die Heritabilität unterscheidet sich zwischen den Geschlechtern: Insbesondere die Heritabilität des Sprechvermögens ist bei Mädchen höher als bei Jungen. Auf dem X-Chromosom befinden sich potenzielle Quantitative Trait Loci für g und ein Überschuss an Genen, die mit geistigen Behinderungen assoziiert sind. Daher sind als Resultat von Geschlechtsunterschieden bei der Genexpression von auf dem X-Chromosom befindlichen Genen verhaltensrelevante Effekte zu erwarten.[7] 3.4 Aggressivität Antisoziales Verhalten tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Die Prävalenz von antisozialer Persönlichkeitsstörung in der Allgemeinbevölkerung liegt bei ca. 3 % für Männer und ca. 1 % für Frauen.[33][34] Jungen tendieren eher zu externalisierenden Störungen und Symptomen wie aggressivem und delinquentem Verhalten, während Mädchen eher an internalisierenden Problemen und depressiv ängstlichen Symptomen leiden.[35][36] In jeder Altersklasse werden mehr Männer als Frauen mit Verhaltensstörungen diagnostiziert. Männliche Menschen sind zudem in jeder Altersklasse physisch und verbal aggressiver als weibliche und begehen mehr Straftaten. [37] So waren in Deutschland laut polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2011 86,9 % der Tatverdächtigen in der Straftatengruppe „Mord und Totschlag“ männlich, in der Kategorie „Raubdelikte“ waren es 90,4 %.[38] Lebenslanges persistentes antisoziales Verhalten wie Aggressivität tritt bei Männern ungefähr 10 bis 14 Mal häu- figer auf als bei Frauen. Als Erklärung haben einige Forscher die unterschiedliche Konzentration von Testosteron bei Frauen und Männern vorgeschlagen.[39] Forschungsergebnisse zeigen für Männer eine höhere Heritabilität von Aggression als für Frauen, wenngleich die Bestimmung eines definitiven Werts der Heritabilität schwierig ist. Der erste Hinweis auf eine Verbindung zwischen spezifischen Genloci (MAO-Gene) und Aggressivität wurde bei Tierversuchen gefunden. Die MAOAGene wurden später in bei Jungen in Verbindung mit asozialem Verhalten gebracht: Jungen, die wenig MAOA exprimierten und zudem misshandelt wurden, tendierten später deutlich mehr zu asozialem und gewalttätigem Verhalten als Jungen mit höherer MAOA-Exprimierung (unabhängig davon, ob letztere misshandelt wurden oder nicht)

3.5 Persönlichkeitsmerkmale und Interessen

Geschlechterdifferenz durch unterschiedliche Interessen beim Nachrichtenkonsum[40] Eine Analyse zweier Meta-Analysen und dreier interkultureller Studien zeigte, dass die Persönlichkeitsunterschiede entlang der Big Five zwischen Männern und Frauen klein bis mittel sind. Die größten Unterschiede bestünden bezüglich Verträglichkeit und Neurotizismus, die beide bei Frauen im Durchschnitt stärker ausgeprägt seien als bei Männern. Frauen seien zudem stärker an Menschen und weniger an Dingen interessiert als Männer. Die Persönlichkeitsunterschiede seien in geschlechtsegalitären Gesellschaften tendenziell größer als in weniger geschlechtsegalitären Gesellschaften, was als Widerspruch zur Rollentheorie und als Übereinstimmung mit evolutionären Theorien sowie der Theorie des sozialen Vergleichs gedeutet werden könne. Die Interessenunterschiede seien konsistent über Zeit und verschiedene Kulturen, was auf biologische Einflüsse hindeute.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 27. Mai 2016

Papperlapapp und Schabernack mit Anne Wizorek (Tariks Genderkrise)

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 27. Mai 2016

männliche Klischees und weibliche Klischees

In einer Diskussion um Männlichkeit und Weiblichkeit ging es auch darum, welche Klischees überhaupt bezüglich der Geschlechter bestehen.

Hier habe ich gerade eine kleine Auflistung gefunden:

Männer

…reden nicht über Gefühle!

…weinen auch nicht.

…fragen nie nach dem Weg.

…haben Angst vor fester Bindung.

…putzen nicht!

…denken nur an Sex!

…vertragen keine Kritik.

…starren immer zuerst auf die Brüste.

…sind nicht krank, Männer sind todkrank.

…haben keine Tischmanieren.

…sind unromantisch.

Frauen

…reden zu viel.

…können nicht mit Technik.

…haben keine Orientierung.

…können nicht einparken.

…quietschen vor Entzücken, wenn sie Diamanten geschenkt bekommen.

…denken nur an Schuhe.

…können nicht rechnen.

…brauchen morgens lange im Bad.

…sind immer auf Diät.

…gehen immer zu zweit aufs Klo.

…müssen immer Recht haben.

Was sagt ihr zu den Klischees?

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 26. Mai 2016

Mädchen gegen Jungs (Bibi und Tina)

 

(Wie mir aus gut unterrichteten Fachkreisen mitgeteilt wurde gerade ein ziemlicher Renner bei Kindern)

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 26. Mai 2016

Unterschiede bei der Bewertung vonTV-Shows bei Männern und Frauen

Ein interessanter Artikel behandelt unterschiedliche Bewertungen von TV-Shows durch Männer und Frauen. Der dortige Ansatz ist, dass Männer die Bewertungen der Shows, die auf Frauen ausgerichtet sind, sabotieren.

Ein Beispiel ist die Show „Sex and the City“:

At least, that’s what I thought until I saw the program’s remarkably poor score according to IMDb’s user ratings when I analyzed the data history of HBO. “Sex and the City” has an overall rating of 7.0 on a scale from 1 to 10 — the average score of an English-language television series with 1,000 or more ratings is 7.3. So why did a show roundly considered seminal in the now ubiquitous genre of driven-New York-women-make-a-go-of-it programming score so low?

Yeah, it’s men.

Nearly 60 percent of the people who rated “Sex and the City” on IMDb are women,1 and looking only at those scores, the show has an 8.1. That’s well above average. Male users, though, who made up just over 40 percent of “Sex and the City” raters, assigned it, on average, a 5.8 rating. Oof.

Das finde ich sehr erstaunliche Unterschiede. Sie werden hier als „Sabotage“ dargestellt, die Frauenshows in die Tiefe reißen, aber interessanter finde ich es, sie schlicht als Unterschiede zwischen Männern und Frauen wahrzunehmen, die insoweit an verschiedenen Sendungen interessiert sind. Ich muss dazu sagen, dass ich wohl alle Folgen der Sendung gesehen habe und sie insoweit ganz gut kenne und auch gar nicht schlecht fand. Aber sie handelt eben auch von Geschlechterthemen, was eben bei mir immer auf ein gewisses Interesse stößt.

Ich finde es aber vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich, dass Frauen die Erlebnisse von 4 klischeehaften Frauen-Archetypen, der Schlampe, der Karrierefrau, der konservativen Frau, die Mutter werden will und etwas schüchtern ist und dem idealisierten Ich, das Mode liebt und versucht Beziehungen zu finden, während sie über Männer und Frauen sinniert mehr abgewinnen können als Männer.

Der Artikel enthält einige interessante Grafiken:

Tv Shows die Maenner und Frauen lieben

TV Shows die Maenner und Frauen lieben

Hier zeigen sich einige Übereinstimmungen. Aber auch durchaus Unterschiede, wo man sie erwartet. Die Sopranos waren sicherlich brutaler und es gab weniger Frauenfiguren, die interessant waren, Avatar hingegen war verspielter und in der Hinsicht netter. Das Friends nicht bei den Männern vertreten ist wundert mich etwas, aber es scheint mir zugunsten neuerer Serien rausgeflogen zu sein. Serien wie „Batman“ und Seinfeld scheinen auch eher Männer anzusprechen, Downtown Abbey hingegen eher Frauen (wobei man hier nicht erfährt, wie groß die Unterschiede in den Bewertungen sind, sie könnten schlicht ein paar Stufen tiefer sein.

Deswegen ist diese mehr auf Unterschiede bezogene Tabelle interessanter:

TV Shows Unterschiede Maenner Frauen

TV Shows Unterschiede Maenner Frauen

Das wird es schon fast klischeehaft. In vielen der Männerserien geht es um Action oder Fakten, in vielen der Frauenserien um Gefühl und Tratsch. Es macht deutlich, dass Männer und Frauen gerade in den Extremen ganz andere Sachen mögen.

Auch die Bewertung der Unterschiede ist interessant:

TV Shows Unterschiede in den Bewertungen Maenner Frauen

TV Shows Unterschiede in den Bewertungen Maenner Frauen

Man sieht hier, dass Männer TV-Shows, die auf Gefühlen und Beziehungen etc aufbauen oder wie Americas Next Top Modell auf intrasexueller Konkurrenz unter Frauen weit weniger interessant finden. Frauen mögen obzöne Cartoons und Comics über einen Science-Fiction-Krieg wenig überraschend nicht.

Auch hier sieht man demnach deutliche Unterschiede im Schnitt, die den Geschlechterklischees entsprechen.

Cathy Young hat in einem Artikel auch noch darauf hingewiesen, dass die schlechten Bewertungen durchaus nicht nur bei Frauensendungen gehäuft auftreten und das viele Männer auch Shows mit starken Frauen gut bewerten, wenn sie eben nicht die klassischen „Fraueninhalte“ haben, etwa „Legend of Cora“ oder „Jessica Jones“.

Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 25. Mai 2016

Selbermach Mittwoch 62 (25.05.2016)

Morgen haben viele von euch frei. Ihr könnt also bis tief in die Nacht diskutieren

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