Sam Harris zu #Metoo

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Männerhass im Feminismus #MenAreTrash

Der Hashtag #MenAreTrash geht gerade bei Twitter um und er bringt gleich zwei positive Seiten zum Vorschein:

  • viele auch bekannte Feministinnen zeigen ihren Männerhass ganz deutlich
  • viele „normale Leute“ (aber auch einige Feministen) machen deutlich, dass sie das vollkommen falsch finden und als einen Feminismus, den sie ablehnen.

Insofern ist es eine Aktion auf die man immer mal wieder verweisen können wird. Ich füge daher auch noch mal eine kleine Sammlung sowohl der negativen als auch positiver oder zumindest kritischer Tweet an.

Kann gerne in den Kommentaren ergänzt werden

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Frauenanteil in den Führungspositionen deutscher Medien

Bekanntlich sind Frauen machtlos und werden von Männern marginalisiert. Deswegen fand ich diese Statistik ganz interessant, die – mit Förderung des  Bundesministeriuim für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – mal durchgezählt hat:

Aus dem Text:

Der Kulturwandel wird sichtbar. ProQuote Medien stellt seit mehr als sechs Jahren regelmäßig fest, wie hoch der Frauenanteil in den Führungspositionen deutscher Leitmedien ist, und gewichtet die Ergebnisse nach Hierarchie-Ebenen. Den größten Fortschritt hat das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ erzielt: Die Hamburger liegen mit einem Frauenmachtanteil von 38 Prozent nicht nur an der Spitze der acht betrachteten Printmagazine, sie haben auch seit Beginn der halbjährlichen Zählung im Jahr 2012 am meisten aufgeholt. Vor sechs Jahren lag der erste gemessene „Spiegel“-Wert bei nur 5,9 Prozent.

Die Erhebung wird vom Bundesministeriuim für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Und die Zahlen

Print-Rangfolge Juli 2018

  1. Spiegel 38,0%
  2. Stern 34,4%
  3. Zeit 31,4%
  4. SZ 27,0%
  5. Bild 23,6%
  6. Welt 24,0%
  7.  FAZ 17,1%
  8. Focus 13,9%

Online-Rangfolge Juli 2018

  1. Stern Online 50,0%
  2. Zeit Online 41,3%
  3. Focus Online 34,3%
  4. Spiegel Online 34,0%
  5. SZ.de 32,4%
  6. bild.de 21,1%
  7. welt.de 20,0%
  8. faz.net 12,9%

Interessant ist, dass der Onlinebereich häufig eher in weiblichen Händen ist. Ich vermute der ist gegenwärtig noch der unwichtigere?

Wobei letztendlich natürlich der reine Frauenanteil wenig aussagt, denn viele Männer in den Redaktionen werden sich auch als „profeministisch“ verstehen, wenn man die politische Ausrichtung von Journalisten so sieht. 

Der Stern überrascht mich etwas, ich hätte ihn konservativer in Erinnerung gehabt, aber das könnte sich auch gewandelt haben. Allerdings können sie natürlich auch schlicht konservative Frauen ausgesucht haben, ich kenne die dortigen Journalistinnen nicht. Wobei: Laura Himmelreich war ja auch vom Stern.  (Jetzt ist sie Chefredakteurin bei Vice Deutschland, wenn ich es richtig gesehen habe) Ansonsten scheint der Grundsatz zu gelten: Um so linker, um so mehr Frauen.

„Feminismus sells – Große Konzerne setzen jetzt voll auf Girl Power!“ (Jäger & Sammler)

 

„Feminismus ist der neue heiße Scheiß in der Werbeindustrie. Plötzlich ist „girl power“ und „female empowerment“ nicht nur cool, es lässt auch die Kassen großer Konzerne klingeln. Wie scheinheilig, dass sich eine Industrie, die jahrzehntelang auf „sex sells“ setzte, plötzlich Frauenrechte ganz groß und auf T-Shirts schreibt. Salwa Houmsi schaut sich die Sache genauer an.“

 

Hengameh Yaghoobifarah: „So wie Almans zu rücksichtslosen Kröten erzogen werden, ist die Rolle von Männern im Patriarchat klar definiert und das Verhalten entsprechend“

In der TAZ darf Hengameh Yaghoobifarah sich darüber beklagen, dass Facebook sie wegen der Veröffentlichung des Gedichtes von Sibel Schick gesperrt hat. Sie rechtfertigt das wie folgt:

Dieses Mal schickte sie uns ein Gedicht mit dem Titel „Männer sind Arschlöcher“. Sie beschreibt darin das Dilemma, dass es wenig nützt, einzelne Cis-Männer sympathisch, solidarisch oder süß zu finden, weil ihr Arschlochsein strukturell bedingt sei. Das macht Sinn. Ich sag’s mal, wie es ist: So wie Almans zu rücksichtslosen Kröten erzogen werden, ist die Rolle von Männern im Patriarchat klar definiert und das Verhalten entsprechend. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Lieblich. Weiße Deutsche (das ist doch mit Almans gemeint oder?) werden zu rücksichtslosen Kröten erzogen, so ganz objektiv eben, wird man ja wohl noch mal sagen dürfen.

Alle Männer sind eben Arschlöcher.

Dass dieses Gedicht provoziert und polarisiert, ist klar. Niemand möchte aufgrund seines Geschlechts als Arschloch bezeichnet werden. Dann wiederum würde auch niemand behaupten, gerne an die eigene Familiengeschichte der (Mit-)Täter_innenschaft erinnert zu werden. Weil die Konfrontation mit der Realität schmerzhaft sein kann.

Das ist auch so eine typische Rechtfertigung: Es ist okay, dass wir den Männern/Weißen sagen, wie scheiße sie sind, denn man muss  sie „mit der Realität konfrontieren“, eben dass sie äußerst schlechte Menschen sind, qua Geschlecht und Hautfarbe.

Damit sie einsehen, wie schlecht sie sind, was sie am ehesten machen, wenn man sie beleidigt.

In der Logik ist ein Aufregen darüber dann ein Beleg, dass es geklappt hat, denjenigen zu konfrontieren. Da derjenige ungerechtfertige Angriffe wegen seiner Gruppenzugehörigkeit und Vorurteilen des Betreffenden gegen diese Gruppe nicht gut findet, weil er selbst ja nichts falsch gemacht hat kann da kein Argument sein. Um so dringender muss er mit seiner Gruppenschuld bekannt gemacht werden.

Eine durch unterdrückende Strukturen geformte Welt

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Machtposition ist immer ein anstrengender Prozess, aber auch ein notwendiger. Sex ist ganz cool und so, aber hast du schon mal verlernt, eine rücksichtslose Kröte oder ein Arschloch zu sein?

Veröffentlicht in großen Tageszeiten, hat Kolleginnen in großen Tageszeitungen, die ihre Positionen teilen, jede kleinste dort gestartete Kampagne ihrer Ideologie wird bundesweit aufgegriffen, aber Männer haben per se die Macht über alles. Gut, dass sie sich schon einmal mit ihrer Machtposition auseinandergesetzt hat.

In ihrem Weltbild ist ein Mann eine rücksichtslose Kröte oder ein Arschloch und muss das erst verlernen.

Aber Männerhass gibt es im Feminismus natürlich nicht.

Es nervt, keine Freund_innen unter „Almans hassen diesen Trick“-Memes taggen, keine Selfies liken und vor allem meinen Job nicht machen zu können. Aber wisst ihr, was noch mehr nervt? Dass ein Beitrag, der nicht einmal sexistisch ist, von Facebook gelöscht wird, ein Haufen antisemitischer, rassistischer, völkischer, homofeindlicher, transfeindlicher, sexistischer und anderweitig menschenfeindlicher Beiträge aber nicht.

Tja, wenn man Regulierungen von HateSpeech fordert, dann geht das für jemanden, der seine eigene Hatespeech nicht erkennt eben gerne nach hinten los.

Die Hassprediger_innen von der Bild dürfen ihre ekelhaften Artikel verbreiten, ein polemisches Gedicht über Männer im Missy Magazine wird jedoch zensiert. Auf der von Facebook eingekauften App Insta­gram wird die Abbildung eines Nippels, der keinem Cis-Mann zugeschrieben wird, schneller gelöscht als die eines Hakenkreuzes.

Leider ist das genau die Welt, wie sie durch unterdrückende Strukturen geformt wird. Deshalb ist das Gejammer von Menschen, die von Antisemitismus, Rassismus und Sexismus profitieren, in Debatten um #MeTwo und #MeToo manchmal lauter als die Stimmen der Betroffenen. Ich bin nicht sauer auf Sibel Schick oder das Missy Magazine, sondern auf Facebook. Ich würde das Gedicht immer wieder teilen.

Das glaube ich ihr sofort. Sie ist so in ihrer Welt, dass sie gar nicht mehr erkennt, was sie dort macht.

vgl.: