„Als Penis zwischen den Fronten des Patriarchats und des Feminismus“

Timothy Endut ist ein männlicher Feminist und er sieht sich weniger als Mann als vielmehr als Mann*. Er empfindet die männliche Geschlechterrolle als etwas einengend, würde gerne mehr weinen, mehr Emotionen zeigen und mehr körperliche Nähe bei Männern und Frauen zulassen können etc. Er sieht für diesen Zustand eine Verantwortung von Männern und Frauen, bewegt sich also schon etwas außerhalb des klassischen Feminismus.

Dann fordert er sogar eine Einbeziehung von Männern in den Feminismus:

Wir alle sind geborene Sexist*innen, denn die Gesellschaft selbst ist sexistisch. Wir können nichts anderes tun, als alte reproduzierte Werte und Handlungsweisen zu hinterfragen und dann schliesslich abzuschaffen. Denn solange Geschlechterrollen existieren, werden wir nie gleichgestellt leben. Solange wir eine Rolle spielen, werden wir nie uns selbst sein können – nämlich Menschen.

Da könnte man natürlich wieder auf die Studien zu den biologischen Grundlagen der Geschlechterrollen verweisen und insbesondere auf dieses Schaubild:

Damore Populationen Normalverteilungen

Damore Populationen Normalverteilungen

Wenn die Geschlechterrollen Normalverteilungen sind, dann gibt es eben Leute, die sich in den Geschlechterrollen super wohl oder zumindest wohl fühlen und welche, die eher an dem äußeren Rand hin zum anderen Geschlecht befinden sind und sich deswegen nicht so wohl fühlen. Daraus folgt aber nicht, dass die, die sich wohl fühlen nun per se auch weinen wollen müssen und befreit werden müssen, sondern nur, dass man die Abweichungen in alle Richtungen zulassen sollte ohne damit zu entwerten, dass sich die meisten in den jeweiligen Rollen ganz wohl fühlen.

Aber nun zu seinem eigentlichen Anliegen:

Wir sind der böse Patriarch

Dies gesagt, ist es umso störender, dass ich als Mann* nicht als Teil der Bewegung gegen Gewalt an Frauen verstanden werden darf, sondern lediglich als Sympathisant. Der Mann sei Teil des Problems, jedoch auch Teil der Lösung. Es wird Zeit, dies auch so zu leben. Als Feminist* kann man sich zurzeit immer nur gebückt für den Feminismus stark machen. Denn sonst würde man sich ja als Mann für die Rechte der Frau stark machen. Es wird wohl nicht lange dauern, bis ich wegen dieses Texts des Mansplaining bezichtigt werde. In dieser steten Angst muss man als Feminist* leben. Man darf und soll sich zwar für den Feminismus einsetzen, aber bitte ja nicht mitdiskutieren.

Der radikale intersektionale Feminismus ist eben sehr einfach aufgebaut. Als PoC hätte Tim wohl noch gewisse Rechte im Bereich Rassismus, als Mann ist er aber der Böse und muss die Frauen machen lassen.

Denn der Mann wird noch immer von vielen Frauen grundsätzlich als Patriarch verteufelt. Im Zweifel gegen den Angeklagten. Doch wer ist denn der Patriarch? Es ist wichtig, dies genau zu definieren und nicht allgemein Menschen mit Penissen als schlechte Menschen abzustempeln. Nicht der Mann ist der Feind, sondern die patriarchalen Gesellschaftsstrukturen. Und von denen ist auch der Mann* betroffen.

Das wäre der offizielle Ausweg, der aber nicht berücksichtigt lässt, dass man Privilegierter ist und als solcher eben nicht marginalisierten etwas vorschreiben darf oder sich auch nur äußern darf. Natürlich ist man ein schlechter Mensch. Man hat ja in diesem sehr simplen Modell die Erbsünde in sich, eben die Privilegien des Mannes. Und die bestehen auf Kosten der Frauen. Also muss  man diese vollständig ablegen, was auch nicht möglich ist. Man kann sich also allenfalls beständig die Büßerpeitsche auf den Rücken hauen und mitmachen solange es den anderen genehm ist. Die Betroffenheit des Mannes tritt insofern ganz schnell hinter seiner Privilegierung zurück. Zudem ist man für diese als Repräsentant der Gruppe ja eh selbst verantwortlich und kann kaum erwarten, dass Frauen nur Kraft aufwenden, den sie für den eigenen Kampf brauchen, um einem privilegierten Mann zu helfen.

Die fehlende Inklusion von Männern* steht der Bewegung und dem Feminismus im Weg. Genau deswegen fällt es vielen Männern schwer, sich zum Thema zu äussern und sich dafür stark zu machen. Das wäre jedoch äusserst wichtig. Wir brauchen alle. Weshalb denken wir in Geschlechtern, wenn wir doch als Menschen Gleichstellung brauchen. Es braucht einen inklusiven Feminismus. Denn stellen wir uns als Gesamtheit der Gesellschaft gegen Sexismus, dann stirbt er ganz von selbst. Der*die Gegner*in des Patriarchats darf kein Geschlecht kennen.

Ein netter Appell. Aber im Feminismus gibt es keine Kekse für Männer. Es ist ihre gottverdammte Pflicht an der Befreiung der Frau zu arbeiten und sich ihrer Privilegien zu entledigen. Rumheulen, dass man ja neben der großen Vorteile auch ein paar Nachteile habe ist insofern eher verpönt.

Im radikalen Feminismus kann es keine Gleichstellung geben. Weil die ganze Theorie auf einem sehr schlichten Gut-Böse Modell aufbaut. Und kein Geschlecht kennen, dass kann in diesem Modell eben nur ein Privilegierter sagen. Weil er ja die Nachteile der anderen dann leichter ausblenden kann, von denen er profitiert.

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gegenderte Sprache

Als Beleg dafür, dass gegenderte Sprache wichtig ist wurde mir bereits wiederholt diese Studie vorgehalten:

Zusammenfassung: Die vorliegende Untersuchung prüft, ob sogenannte “generisch” (d.h. in geschlechtsneutralem Sinne verwendete) maskuline Sprachformen dazu führen, dass Personen geschlechtsausgewogen mental repräsentiert werden. Unter dem Vorwand einer Untersuchung zur Kreativität wurden 150 studentischen Versuchspersonen schriftlich Sätze vorgegeben, die eine Personenbezeichnung im Plural in verschiedenen Sprachformen (generisches Maskulinum, Binnen-I, Schrägstrich-Schreibweise) als Satzsubjekt enthielten. Die Versuchspersonen sollten kurze Geschichten über die bezeichneten Personen schreiben und diese Personen dabei auch namentlich benennen. Die Ergebnisse zeigen, dass generisch maskuline Formen zu mehr Repräsentationen männlicher Personen führten als die sprachlichen Alternativen. Eine Gleichverteilung männlicher und weiblicher Repräsentationen trat ausschließlich bei der Verwendung der Schrägstrich-Schreibweise auf, wohingegen das generische Maskulinum zu einem höheren Anteil repräsentierter Männer, die Binnen-I-Form dagegen zu einem höheren Anteil repräsentierter Frauen führte.

Quelle: Sind Frauen mitgemeint? Eine empirische Untersuchung zum Verständnis des generischen Maskulinums und seiner Alternativen

in dem ersten Test werden die Personen zu ihren beliebtesten Romanhelden, Lieblingsmalern, -musikern und Sportlern befragt und die Frage einmal im „generischen Maskulinum“ in neutraler Sprache „ihre liebste heldenhafte Romanfigur“ oder mit Doppelnennung „Ihre liebste Romanheldin, ihr liebster Romanheld“.

Zu den Ergebnissen:

Wenn ich das richtig verstehe, dann war der Unterschied zwischen dem generischen Maskulinum und den beiden anderen Formen „signifikant (p<.05) was erst einmal auch nur einen minimalen Effekt ohne wirklichen Aussagegehalt zulässt.

Eine Unterschied zwischen Neutral und Beidnennungen gab es auch nicht.

Frauen nannten mehr Frauen als Männer, was auch wenig verwunderlich ist, weil Männer und Frauen eben auch andere Interessen haben und andere Bücher lesen etc.

Im zweiten Experiment forderten sie die Befragten auf Mitzuteilen, wen sie der CDU oder SPD als Kanzlerkandidaten empfehlen würden bezüglich der Wahl im Jahr 1994.

Das finde ich eine reichlich ungeeignete Frage, denn zu diesem Zeitpunkt kandidierte Rudolf Sharping für die SPD, der sich in einem harten Kampf gegen Oscar Lafontaine und Schröder durchgesetzt hatte, man zog als Troika in den Wahlkampf (die aber nicht wirklich an einem Strang zog). Vorher war Björn Engholm im Gespräch gewesen, der über die Barschel-Affäre zurücktrat.

Bei der CDU war Helmut Kohl seit 1982 Bundeskanzler und sollte es auch noch bis 1998 bleiben.

Frauen als ernsthafte Kandidaten für den Posten waren demnach von vorneherein nicht im Gespräch. Rita Süßmuth wurde zwar Bundestagspräsidentin, war aber meines Wissens nach nie als Kandidatin gehandelt worden, wie auch gegen den amtierenden Bundeskanzler? Hatte Merkel da schon nähere Ambitionen mitgeteilt? ich muss zugeben, dass mir die genaue Lage nicht mehr so präsent ist.

zu der genauen Fragestellung:

Zum Ergebnis:

Interessanterweise gab es also Kandidatinnen bei der SPD.  Heide Simonis? Herta Däubler-Gmelin? Christine Bergmann ? Ulla Schmidt? ich habe keine Ahnung.

Ein Aspekt, den ich allerdings ganz wesentlich finde, ist, dass sich dadurch die Qualität der Antworten verschlechtert hat. Denn Frauen waren zu diesem Zeitpunkt gar nicht im Rennen, hatten sich dafür auch nichts ins Gespräch gebracht und waren insoweit keine geeigneten Kandidaten mit dem passenden Rückhalt.
Es darf vermutet werden, dass die Doppelnennung schlicht dazu führte, dass die Leute weitere bekannte Politiker genannt haben, die aber letztendlich nicht ernsthaft für eine Kandidatur in Betracht kamen. Sie haben insofern keine bessere Antwort geliefert, sondern lediglich einen zusätzlichen Impuls für eine erweiterte Antwort erhalten. Ein wirklicher Einfluss der Sprache ist aus meiner Sicht damit nicht zu ermitteln.

 

Auch hier scheint mir die reale Situation weit eher die Lage zu gestalten. Bei der SPD war ein weiterer Kandidat dann wahrscheinlich eher aus der Troika und diese bestimmte die Wahrnehmung unabhängig von der Sprache. Neben Kohl gab es keinen Kandidaten, also konnte man beliebige höhere Politiker nennen.

Der Text führt aus, dass bei der SPD ggfs noch Heide Simonis angeführt worden ist, ansonsten aber Männer, bei der CDU war es noch Rita Süßmuth.

In dem dritten Test wurden dann berühmte Persönlichkeiten erfragt, ebenfalls wieder mit den drei Varianten:

Auch hier scheinen mir die Werte wieder sehr klein zu sein, wenn ich das richtig verstehe. Es wurden im Schnitt 11 Personen genannt, davon im generischen Maskulinum 2,37 Frauen, bei Beidnennung 2,67 Frauen und beim „BinnenI“ 4,72 Frauen, wenn ich das richtig verstehe?  Wobei einige das Binnen-I anscheinend als Aufforderung gesehen hatten, nur Frauen zu nennen, was bereits ja die Ergebnisse schwierig einzuordnen macht, weil ja auch nicht klar ist, ob anderen nur nach einiger Zeit die Frauen ausgegangen sind und sie deswegen Männer genommen haben oder ob sie ihren Irrtum erst in der Mitte bemerkt haben.

Männliche Befragte haben zudem weniger Frauen genannt als die Frauen, es war aber auch nicht die gleiche Anzahl von Männern und Frauen vorhanden, was die Gruppeneinteilung auch interessant macht. Mir ist insofern etwas unklar, wie der Test vorgenommen worden ist: Man kann ja nicht die verschiedenen Fragebögen den gleichen Gruppen vorlegen. Die Rede ist zB in Studie eins von 46 Männern und 50 Frauen denen verschiedene Fragebögen vorgelegt worden sind. Wie waren Männer und Frauen verteilt auf die verschiedenen Fragebögen? Wenn ein Fragebogen einer Art von mehr Frauen beantwortet worden ist (was auch bei gleichen Frauen und Männern schnell passieren kann), dann wäre der Test, da diese mehr Frauen nennen, von vorneherein wertlos. Findet sich da was zu?

In dem vierten Text sollte eine Person auf einem Bildschirm einer Gruppe zugeordnet werden. Es stand beispielsweise „Sportler“ auf dem Bildschirm und dann wurde ein Bild abgebildet, welches entweder eine zu dieser Kategorie passte oder nicht. Es ging darum ob mit passenden/unpassenden Sprachformen die Zuordnung leichter fällt und schneller erfolgt. Dazu musste eine Ja/Nein Taste gedrückt werden

Das ist als Test ganz interessant: Personen mit einer negativen Einstellung zu geschlechtergerechten Sprache war die Sprache egal. Sie reagierten jeweils gleich schnell.

Leute, die die Geschlechtergerechte Sprache gut fanden reagierten langsamer bei Frauen im generischen Maskulismus, beim Binnen-I reagierten sie langsamer auf Männer.

Könnte eine interessante Reaktion sein, weil es zeigt wie Ideologie wirkt.

Bei Beidnennung ergaben sich keine Unterschiede. Die geschlechtergerechte Sprache hatte also nur dann einen Effekt, aber einen sehr gemischten, wenn jemand eine positive Einstellung dazu hatte. Ob die Studenten mit der positiven Einstellung genau das als Ergebnis erzielen wollten wäre auch interessant.

Die Studie scheint mir insofern wenig geeignet einen großen Effekt der geschlechtergerechten Sprache zu zeigen.

 

 

 

Alle Seiten hören – Die Einseitigkeit der Interessenvertretung bei Geschlechterthemen

Lucas weißt in einem Artikel auf ein altes Problem hin:

Gehören wirklich wir alle zu diesem Land? Auch heterosexuelle Männer und (getrennt erziehende) Väter? Es sieht nicht danach aus.

Die formal zuständige Bundesministerin Dr. Giffey zeigt sich öffentlich ausschließlich mit Frauen- und Mütterverbänden. Ein persönliches Gespräch mit Männer- und Väterverbänden verweigert sie. Anstelle dessen beleidigt Frau Giffey getrennt erziehende Väter pauschal als Unterhaltspreller und droht ihnen mit Führerscheinentzug („Wer nicht zahlt – läuft“), ohne nach den Ursachen für die mangelnde Leistungsfähigkeit vieler Väter zu fragen (Niedriglohnsektor?).

In die vom BMFSFJ veröffentlichte Statistik über häusliche Gewalt werden auch außerhäusliche Gewalt, das Ausbleiben von Unterhaltszahlungen sowie Falschbeschuldigungen eingerechnet. Die tendenziöse Darstellung geht pauschal zu Lasten von Männern.

Die Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestages verweigert der IG-JMV den Vortrag vor dem Ausschuss mit der Begründung, der Dt. Frauenrat „bilde bereits die Vielfalt im Diskurs ab…“

Es ist erstaunlich, wer mitunter alles irgendwo sprechen darf. Nicht selten sind radikale Feministen oder sehr radikale Frauengruppen dort als Repräsentant der Lage. Männervertreter – so scheint der Eindruck zu sein – braucht man nicht, es reicht, wenn die Frauenvertreter, die teilweise eben auch sehr spezielle Ansichten haben, die keineswegs für „Die Frauen“ stehen einbezogen werden. Eine spezielle Männersicht erscheint schon fast als etwas unerhörtes, etwas kurioses – wie sollen Männer diejenigen sein, die Wünsche anmelden, wenn sie eh schon die Macht haben?  Wenn man gerade die Lage für Frauen verbessern will?
Natürlich: Das Anhörungswesen des Bundestages ist teilweise auch schlicht eine Pflichtveranstaltung, bei der es nicht tatsächlich darum geht, dass man sich eine Meinung bilden kann.

Ein Teilnehmer an einer solchen Veranstaltung, der zu einem hochkomplexen Gesetzesentwurf mit vielen verschiedenen Punkte als ausgewiesener Experte und Praktiker, der er auch war, geladen war, schilderte es einmal so, dass man da 5 Minuten hat, etwas zu sagen, mit dem Ablauf dieser muss man das Podium verlassen und der nächste ist dran. In 5 Minuten eine Stellungnahme abzugeben, die bei einem komplexen Theme nicht nur an der Oberfläche kratzt, ist da kaum möglich. Immerhin habe er sich danach noch kurz mit dem Vorsitzenden des entsprechenden Ausschusses unterhalten können, der ihm aber auch mitteilte, dass man den dortigen Kompromiss hart ausgehandelt habe und man jetzt – auch wenn man um die Schwächen wisse – daran nichts mehr ändern könne.

Der Einfluss findet insofern weit vorher statt, über Interessengruppen, Lobbyisten, Leuten, die sich mit den Zuständigen Politikern weit vorher diesen Anhörungen treffen. Aber auch dort wäre es wichtig, dass es dort echte Männer-Lobbyisten geben würde. Was natürlich bereits dadurch erschwert wird, dass Feminismus und feministische Gruppen teilweise stark gefördert werden, Männergruppen aber nicht.

Ansprechen einer Frau als Sexismus, der nicht cool ist

In der feministischen Gillettewerbung ist eine Stelle, bei der eine hübsche Frau die Straße entlang geht, ihr ein hübscher Mann hinterher blickt um sich dann auf den Weg zu machen, sie anzusprechen. Ein anderer (politisch korrekt schwarzer) Mann fängt ihn mit den Worten „Bro! Not Cool, not cool“ ab.

 

Gillette bro not cool

Gillette bro not cool

Es ist eine der Szenen, die ich reichlich vorverurteilend finde. Er hätte sie ja respektvoll und auf nette Weise ansprechen können, ein Nein dann vollkommen akzeptieren können und sie könnte froh gewesen sein, dass ein hübscher Mann sie nett anspricht.

Die generelle Verurteilung einer Kontaktaufnahme als Bestandteil der „Toxischen Männlichkeit“ ist typisch Feminismus, aber vollkommen unbegründet in der Darstellung. Wenn er lüsternd ausgeholt hätte um ihr von hinten auf den Arsch zu klatschen und der andere Mann kommt gerade noch dazwischen, dann wäre es klar und richtig gewesen, aber hier hat er schlicht noch nichts falsch gemacht. Viele Frauen würden sich sicherlich auch freuen, von ihm angesprochen zu werden.

Demnach hat diese Szene auch schon einiges an Memes produziert:

 

Gillette bro not cool

Gillette bro not cool

Hier wird Gillette der Spiegel vorgehalten, dass sie zuvor Werbung auf in Latexanzüge verpackten gut proportionierten Frauenhintern gemacht haben, was ihre Vorhalte jetzt eine gewisse Doppelmoral gibt.

Gillette bro not cool

Gillette bro not cool

Aber auch „normalere“ nicht auf Gillette bezogene Memes griffen das Bild auf. Hier ist die Situation umgekehrt: Die Frau ist jemand, mit dem man eine glückliche Beziehung führen könnte, man sollte sie sogar ansprechen, damit man zusammen glücklich ist, aber die klassiche Angst vor Ablehnung kommt dazwischen und verhindert das eigentlich schon bestimmte Glück. Eine komplette Umkehrung der eigentlichen Aussage.

Andere verbinden es mit anderen Memes und greifen so die Kritik auf.

Gillette bro not cool

Gillette bro not cool

Bei dem unteren Bild handelt es sich um ein Bild des konservativen Youtubers Steven Crowder, der insbesondere für ein Format bekannt ist, bei dem er eine konservative These in den Raum stellt (mit Vorliebe auf einem Uni Campus) und versucht mit Leuten fair und sachlich zu diskutieren. Ich hatte ihn hier beispielsweise mit der Diskussion „es gibt nur zwei Geschlechter, ändere meine Meinung“ verlinkt. Er ist auf diese Weise selbst zu einem Meme geworden, was ich ganz interessant finde, weil das natürlich seiner Sendung auch einiges an Aufmerksamkeit bescheren dürfte.

Allgemein wird aber das Meme so verwendet, dass oben etwas ist, was man berechtigterweise will und unten etwas gezeigt wird, was einen blöderweise zurückhält:

not cool bro

not cool bro

Oder:

not cool bro

not cool bro

 

Hier scheint mir die überwiegende Wertung ebenfalls zu sein, dass er unberechtigt zurückgehalten wird.

Was natürlich daran liegt, dass Männer nicht einsehen, dass jedes Ansprechen, auch durch ein männliches Modell, fürchterlich für die Frau ist und grundsätzlich eine Belästigung darstellt.

Transsexuelle zu den Vor- und Nachteilen als Mann in der Gesellschaft (Teil 2)

Gestern hatte ich schon einen Teil dieser Interviews mit Transsexuellen besprochen, die darüber sprechen, welche Unterschiede sie zwischen einem Leben als Frau und einem Leben als Mann sehen. Heute der 2. Teil

3. Chris Edwards, 49, Boston

When I began my transition at age 26, a lot of my socialization came from the guys at work. For example, as a woman, I’d walk down the hall and bump into some of my female co-workers, and they’d say, “Hey, what’s up?” and I’d say, “Oh, I just got out of this client meeting. They killed all my scripts and now I have to go back and rewrite everything, blah blah blah. What’s up with you?” and then they’d tell me their stories. As a guy, I bump into a guy in the hall and he says, “What’s up?” and I launch into a story about my day and he’s already down the hall. And I’m thinking, well, that’s rude. So, I think, okay, well, I guess guys don’t really share, so next time I’ll keep it brief. By the third time, I realized you just nod.

Das ist denke ich ein häufig wahrzunehmender Unterschied in der Kommunikation von Männern und Frauen im Schnitt.

Ich hatte auch schon mal geschildert, dass eine Frau, die sich mit einer Freundin trifft, häufig danach so gut wie alles neue über ihre Beziehung, über ihre Eltern und Geschwister, ihre Kinder und ihren Job weiß, während ein Mann, der sich mit einem Freund trifft, danach oft eher dessen Haltung zu einem kürzlichen Fußballspiel oder der Handlung der nächsten Staffel der gemeinsamen Lieblingsserie weiß, aber zu dessen Freundin allenfalls sagen kann, dass er sie vermutlich noch hat, sonst hätte er das sicherlich gesagt.

The creative department is largely male, and the guys accepted me into the club. I learned by example and modeled my professional behavior accordingly. For example, I kept noticing that if guys wanted an assignment they’d just ask for it. If they wanted a raise or a promotion they’d ask for it. This was a foreign concept to me. As a woman, I never felt that it was polite to do that or that I had the power to do that. But after seeing it happen all around me I decided that if I felt I deserved something I was going to ask for it too. By doing that, I took control of my career. It was very empowering.

Das war so ähnlich hier auch schon einmal geschildert worden. Anscheinend ist das männliche Verhalten schlicht der effektivere Weg für eine Karriere. Wobei es auch eher ein Verhalten im Schnitt sein dürfte. Genug Männer werden sich ebenfalls nicht trauen nach einer Gehaltserhöhung etc zu fragen

Apparently, people were only holding the door for me because I was a woman rather than out of common courtesy as I had assumed. Not just men, women too. I learned this the first time I left the house presenting as male, when a woman entered a department store in front of me and just let the door swing shut behind her. I was so caught off guard I walked into it face first.

Hehe. Wobei ich das jetzt gar nicht so deutlich vermutet hätte. Was wirklich ein Unterschied in der Hinsicht ist, ist ein Kinderwagen. Leute sind wirklich erstaunlich freundlich zu einem, wenn man damit unterwegs ist und Türen werden deutlich häufiger aufgehalten und Wagen halten deutlich häufiger und früher an. (Gut, vielleicht liegt das auch nur an Fräulein Schmidt, die ja bekanntlich das süßeste Baby der Welt ist)

When you’re socially transitioning, you want to blend in, not stand out, so it’s uncomfortable when little reminders pop up that you’re not like everybody else. I’m expected to know everything about sports. I like sports but I’m not in deep like a lot of guys. For example, I love watching football, but I never played the sport (wasn’t an option for girls back in my day) so there is a lot I don’t know. I remember the first time I was in a wedding as a groomsman. I was maybe three years into my transition and I was lined up for photos with all the other guys. And one of them shouted, “High school football pose!” and on cue everybody dropped down and squatted like the offensive line, and I was like, what the hell is going on? It was not instinctive to me since I never played. I tried to mirror what everyone was doing, but when you see the picture I’m kind of “offsides,” so to speak.

Gut, das ist vielleicht einfacher, wenn man sich darüber nicht so viele Gedanken machen muss, weil man nicht „passing“ betreiben will, ich bin auch kein großer Fußballfan und bin da bei tieferen Themen dazu auch raus.

Chris Edwards, an advertisting creative director, at his home in Boston.

The hormones made me more impatient. I had lots of female friends and one of the qualities they loved about me was that I was a great listener. After being on testosterone, they informed me that my listening skills weren’t what they used to be. Here’s an example: I’m driving with one of my best friends, Beth, and I ask her “Is your sister meeting us for dinner?” Ten minutes later she’s still talking and I still have no idea if her sister is coming. So finally, I couldn’t take it anymore, and I snapped and said, “IS SHE COMING OR NOT?”And Beth was like, “You know, you used to like hearing all the backstory and how I’d get around to the answer. A lot of us have noticed you’ve become very impatient lately and we think it’s that damn testosterone!” It’s definitely true that some male behavior is governed by hormones. Instead of listening to a woman’s problem and being empathetic and nodding along, I would do the stereotypical guy thing — interrupt and provide a solution to cut the conversation short and move on. I’m trying to be better about this.

Kann ich gut verstehen.  Würde mich auch wahnsinnig machen und macht es auch manchmal, wenn Südländerin nicht zum Punkt kommt, wenn man bestimmte Informationen will. Und es ist auch interessant, dass er das alte Stereotyp bestätigt, dass Männer eher nach Lösungen suchen, während für Frauen häufig das persönliche, das Zuhören im Vordergrund steht.

Dazu auch schon: „Frauen reagieren auf Probleme mit Empathie, Männer mit Lösungen

People ask if being a man made me more successful in my career. My answer is yes — but not for the reason you might think. As a man, I was finally comfortable in my own skin and that made me more confident. At work I noticed I was more direct: getting to the point, not apologizing before I said anything or tiptoeing around and trying to be delicate like I used to do. In meetings, I was more outspoken. I stopped posing my thoughts as questions. I’d say what I meant and what I wanted to happen instead of dropping hints and hoping people would read between the lines and pick up on what I really wanted. I was no longer shy about stating my opinions or defending my work. When I gave presentations I was brighter, funnier, more engaging. Not because I was a man. Because I was happy.

Wäre interessant, was die Verhaltensänderung genau bewirkt hat. Er scheint ja auch Testosteron genommen zu haben, sich an die Rolle angepasst zu haben und vielleicht wird er sich auch freier gefühlt haben bestimmte Verhalten zu zeigen.

4. Alex Poon, 26, Boston

Recently, I’ve been noticing the difference between being perceived as a woman versus being perceived as a man. I’ve been wondering how I can strike the right balance between remembering how it feels to be silenced and talked over with the privileges that come along with being perceived as a man. Now, when I lead meetings, I purposefully create pauses and moments where I try to draw others into the conversation and make space for everyone to contribute and ask questions.

Darf natürlich in so einer Aufstellung auch nicht fehlen: Der Transsexuelle, der nun alles besser machen will und Frauen nicht auch mittels toxischer Männlichkeit ausgrenzen will.

People now assume I have logic, advice and seniority. They look at me and assume I know the answer, even when I don’t. I’ve been in meetings where everyone else in the room was a woman and more senior, yet I still got asked, “Alex, what do you think? We thought you would know.” I was at an all-team meeting with 40 people, and I was recognized by name for my team’s accomplishments. Whereas next to me, there was another successful team led by a woman, but she was never mentioned by name. I went up to her afterward and said, “Wow, that was not cool; your team actually did more than my team.” The stark difference made me feel uncomfortable and brought back feelings of when I had been in the same boat and not been given credit for my work.

When people thought I was a woman, they often gave me vague or roundabout answers when I asked a question. I’ve even had someone tell me, “If you just Googled it, you would know.” But now that I’m read as a man, I’ve found people give me direct and clear answers, even if it means they have to do some research on their own before getting back to me.

Interessanterweise fehlen im Vergleich zu dem anderen Bericht angaben dazu, wie er sein Verhalten selbst geändert hat. Hier klingt es so als sei abseits der Stimme alles gleich geblieben, man würde ihn nur anders behandeln als vorher. Es wird nicht geschildert, dass er sich nun auch männlicher verhält oder anders redet oder männlichere Kommunikationsstile übernommen hat. Allerdings scheinen ihn andere eben so zu behandeln als würden sie bei ihm einen männlicheren Kommunikationsstil erwarten. Lösungsorientierter, praktischer.  Den Part inwieweit da ebenfalls eine Änderung eingetreten ist oder ob er sich schon vorher, als er noch als Frau gesehen wurde, schon genau so auftrat, hätte ich interessanter gefunden. Insofern wirken die anderen Berichte reflektierter auf mich. Immerhin deutet die tiefere Stimme darauf hin, dass er ebenfalls Testosteron zu sich nimmt, was üblicherweise auch Veränderungen im Verhalten etc mit sich bringt. Das diese potentiellen Änderungen hier gar nicht erwähnt werden macht den Bericht etwas unstimmig.

Ergänzend ist natürlich auch die Frage aus dem im ersten Teil verlinkten Video interessant, inwieweit F-> M Transsexuelle teilweise „männliche Privilegien“ im Sinne der feministischen Theorien haben. Gerade wenn sie als Männer angesehen haben, dann würden sie sich damit ja direkt in eine „Unterdrückerstellung“ begeben und „toxische Männlichkeit“ übernehmen, wenn sie sich nicht so verhalten, wie der letzte Mann. Gerade wenn sie deswegen erfolgreich sind, dann sollten sie insoweit ihre Privilegien hinterfragen und dann diese erfolgreich aufgeben.

 

vgl auch:

 

Transsexuelle zu den Vor- und Nachteilen als Mann in der Gesellschaft (Teil 1)

Durch einen freundlichen Hinweis von Mindph bin ich auf dieses Video aufmerksam geworden

Hier bespricht Sargon einen Artikel, indem Frau zu Mann Transsexuelle darstellen, welche Unterschiede sie durch den Wechsel feststellen:

1. Trystan Cotten, 50, Berkeley, Calif.

Life doesn’t get easier as an African American male. The way that police officers deal with me, the way that racism undermines my ability to feel safe in the world, affects my mobility, affects where I go. Other African American and Latino Americans grew up as boys and were taught to deal with that at an earlier age. I had to learn from my black and brown brothers about how to stay alive in my new body and retain some dignity while being demeaned by the cops.

Eigentlich ja ein klarer Fall für Intersektionalität, also dem Zusammenspiel von Rasse und Geschlecht. Allerdings würde es in der feministischen Intersektionalität Probleme bringen, weil man dort niemals zugeben könnte, dass Männer benachteiligt sind und sich damit aus dem Zusammenspiel von Schwarz und Mann noch mehr Nachteile ergeben können. Männer werden eben als Gefährlicher wahrgenommen und Schwarze Männer noch stärker.

One night somebody crashed a car into my neighbor’s house, and I called 911. I walk out to talk to the police officer, and he pulls a gun on me and says, “Stop! Stop! Get on the ground!” I turn around to see if there’s someone behind me, and he goes, “You! You! Get on the ground!” I’m in pajamas and barefoot. I get on the ground and he checks me, and afterward I said, “What was that all about?” He said, “You were moving kind of funny.” Later, people told me, “Man, you’re crazy. You never call the police.”

Dürfte auch daran liegen, dass Polizisten von Männern tatsächlich weitaus häufiger erschossen werden und daher vorsichtiger sind. Gerade in Amerika. In Deutschland dürfte das Problem in der Hinsicht zumindest geringer sein, wenngleich ich vermute, dass Polizisten auch hier bei Frauen etwas lascher mit der Eigensicherung sind als bei Männern.

I get pulled over a lot more now. I got pulled over more in the first two years after my transition than I did the entire 20 years I was driving before that. Before, when I’d been stopped, even for real violations like driving 100 miles an hour, I got off. In fact, when it happened in Atlanta the officer and I got into a great conversation about the Braves. Now the first two questions they ask are: Do I have any weapons in the car, and am I on parole or probation?

Das ist natürlich auch eine sehr amerikanische Problematik:

2010. Inmates in adult facilities, by race and ethnicity. Jails, and state and federal prisons.[60]
Race, ethnicity % of US population % of U.S.
incarcerated population
National incarceration rate
(per 100,000 of all ages)
White (non-Hispanic) 64 39 450 per 100,000
Hispanic 16 19 831 per 100,000
Black 13 40 2,306 per 100,000

 

There are also ways in which men deal with sexism and gender oppression that I was not aware of when I was walking around in a female body. A couple of years after my transition, I had a grad student I’d been mentoring. She started coming on to me, stalking me, sending me emails and texts. My adviser and the dean — both women — laughed it off. It went on for the better part of a year, and that was the year that I was going up for tenure. It was a very scary time. I felt very worried that if the student felt I was not returning her attentions she would claim that I had assaulted her. I felt like as a guy, I was not taken seriously. I had experienced harassment as a female person at another university and they had reacted immediately, sending a police escort with me to and from campus. I felt like if I had still been in my old body I would have gotten a lot more support.

Als Mann muss man eben selbst damit zurechtkommen, als Frau hingegen bekommt man eher Unterstützung. Und gerade sexuelle Aufmerksamkeit wird eher als etwas gutes gesehen (was sie ja auch häufig ist, aber eben nicht, wenn man die drakonischen Strafen in den USA bei Fehlverhalten gegenüber Frauen als Vorgesetzter bedenkt)

Being a black man has changed the way I move in the world. I used to walk quickly or run to catch a bus. Now I walk at a slower pace, and if I’m late I don’t dare rush. I am hyper-aware of making sudden or abrupt movements, especially in airports, train stations and other public places. I avoid engaging with unfamiliar white folks, especially white women. If they catch my eye, white women usually clutch their purses and cross the street. While I love urban aesthetics, I stopped wearing hoodies and traded my baggy jeans, oversized jerseys and colorful skullcaps for closefitting jeans, khakis and sweaters. These changes blunt assumptions that I’m going to snatch purses or merchandise, or jump the subway turnstile. The less visible I am, the better my chances of surviving.

Wäre interessant wie Feministinnen hier bewerten würden, wer die Strassenseite wechseln müsste. Der Mann, weil er ein Mann ist oder die Frau, weil sie weiß ist und deswegen vor einem Schwarzen Mann nicht Angst haben darf, jedenfalls nicht mehr als vor einem Weißen.

But it’s not foolproof. I’m an academic sitting at a desk so I exercise where I can. I walked to the post office to mail some books and I put on this 40-pound weight vest that I walk around in. It was about 3 or 4 in the afternoon and I’m walking back and all of a sudden police officers drove up, got out of their car, and stopped. I had my earphones on so I didn’t know they were talking to me. I looked up and there’s a helicopter above. And now I can kind of see why people run, because you might live if you run, even if you haven’t done anything. This was in Emeryville, one of the wealthiest enclaves in Northern California, where there’s security galore. Someone had seen me walking to the post office and called in and said they saw a Muslim with an explosives vest. One cop, a white guy, picked it up and laughed and said, “Oh, I think I know what this is. This is a weight belt.”

It’s not only humiliating, but it creates anxiety on a daily basis. Before, I used to feel safe going up to a police officer if I was lost or needed directions. But I don’t do that anymore. I hike a lot, and if I’m out hiking and I see a dead body, I’ll keep on walking. I’ll never call the police again.

Auch eine neue Perspektive auf Sicherheit.

2. Zander Keig, 52, San Diego

Prior to my transition, I was an outspoken radical feminist. I spoke up often, loudly and with confidence. I was encouraged to speak up. I was given awards for my efforts, literally — it was like, “Oh, yeah, speak up, speak out.” When I speak up now, I am often given the direct or indirect message that I am “mansplaining,” “taking up too much space” or “asserting my white male heterosexual privilege.” Never mind that I am a first-generation Mexican American, a transsexual man, and married to the same woman I was with prior to my transition.

Das ist ein interessanter Wechsel und er sollte sich jetzt bei Rückblicken auf seine Vergangenheit reichlich blöd vorkommen.

Und es ist eben auch der recht offensichtliche Fehler, wenn man Positionen nur an Merkmalen des Sprechers bzw Zugehörigkeiten des Sprechers zu einer Gruppe festmacht und nicht an dem, was er sagt. Mansplaining und Co sind eben typischer Sexismus, gerade wenn es dazu genutzt wird schlicht alles entwerten zu können, was eine bestimmte Gruppe sagt.

I find the assertion that I am now unable to speak out on issues I find important offensive and I refuse to allow anyone to silence me. My ability to empathize has grown exponentially, because I now factor men into my thinking and feeling about situations. Prior to my transition, I rarely considered how men experienced life or what they thought, wanted or liked about their lives. I have learned so much about the lives of men through my friendships with men, reading books and articles by and for men and through the men I serve as a licensed clinical social worker.

Das dürfte bei vielen Feministinnen der Fall sein. Sie lernen Männer eher als Gruppe zu sehen, die ihrem ideologischen Feindbild entspricht und bei Einzelpersonen aus dem Umfeld dann davon auszugehen, dass diese allenfalls die Ausnahme sind.

Social work is generally considered to be “female dominated,” with women making up about 80 percent of the profession in the United States. Currently I work exclusively with clinical nurse case managers, but in my previous position, as a medical social worker working with chronically homeless military veterans — mostly male — who were grappling with substance use disorder and severe mental illness, I was one of a few men among dozens of women.

Plenty of research shows that life events, medical conditions and family circumstances impact men and women differently. But when I would suggest that patient behavioral issues like anger or violence may be a symptom of trauma or depression, it would often get dismissed or outright challenged. The overarching theme was “men are violent” and there was “no excuse” for their actions.

Um so mehr man einem Feindbild verfangen ist, welches davon ausgeht, dass so etwas nur Ausdruck einer Toxischen Männlichkeit ist, um so weniger kann und darf man eben andere Faktoren dafür verantwortlich machen. Wobei mich das bei einer Einrichtung für Veteranen schon verwundert.

I do notice that some women do expect me to acquiesce or concede to them more now: Let them speak first, let them board the bus first, let them sit down first, and so on. I also notice that in public spaces men are more collegial with me, which they express through verbal and nonverbal messages: head lifting when passing me on the sidewalk and using terms like “brother” and “boss man” to acknowledge me. As a former lesbian feminist, I was put off by the way that some women want to be treated by me, now that I am a man, because it violates a foundational belief I carry, which is that women are fully capable human beings who do not need men to acquiesce or concede to them.

Die weiblichen Privilegen eben, würde man in Anlehnung an feministische Theorie sagen. Und auch die Erkenntnis, dass der Feminismus in Frauen Personen sieht, die sich nicht durchsetzen können und auf die man ganz besondere Rücksicht nehmen muss, damit sie eine Chance haben wird so vielleicht deutlicher, wenn man selbst ein ganz anderes Bild von sich hat.

What continues to strike me is the significant reduction in friendliness and kindness now extended to me in public spaces. It now feels as though I am on my own: No one, outside of family and close friends, is paying any attention to my well-being.

Das ist ein wirklich interessanter Punkt: Ein Mann steht eher für sich alleine, eine Frau erfährt weit eher Unterstützung.

I can recall a moment where this difference hit home. A couple of years into my medical gender transition, I was traveling on a public bus early one weekend morning. There were six people on the bus, including me. One was a woman. She was talking on a mobile phone very loudly and remarked that “men are such a–holes.” I immediately looked up at her and then around at the other men. Not one had lifted his head to look at the woman or anyone else. The woman saw me look at her and then commented to the person she was speaking with about “some a–hole on the bus right now looking at me.” I was stunned, because I recall being in similar situations, but in the reverse, many times: A man would say or do something deemed obnoxious or offensive, and I would find solidarity with the women around me as we made eye contact, rolled our eyes and maybe even commented out loud on the situation. I’m not sure I understand why the men did not respond, but it made a lasting impression on me.

Und hier haben wir dann in gewisser Weise auch den Grund, warum der Feminismus erfolgreicher ist als der Maskulismus. Frauen ergreifen eher für Frauen Partei. Männer ergreifen eher für Frauen Partei. Aber sich für Männer mit einer Frau anzulegen, dass ist eher etwas, was man lässt.

Die weiteren zwei Interviews bespreche ich morgen