„Die Unschuldsvermutung gilt nicht nur für Männer“

Stokowski weist zu recht darauf hin, dass die Unschuldsvermutung nicht nur für Männer (=richtiger: Nicht nur für Leute, die Sexualstraftaten begangen haben sollen) gilt:

Eine Frau, die öffentlich von Übergriffen erzählt und den Täter benennt, muss damit rechnen, dass ihr nicht geglaubt wird und sie der Lüge bezichtigt wird. »Unschuldsvermutung« ist ein Zauberwort, das alle Erzählungen, die außerhalb des Gerichtssaals stattfinden, zu Staub zerfallen lassen soll. Aber mit der Unschuldsvermutung ist es so eine Sache.

Denn die Unschuldsvermutung gilt auch für Frauen, die Männern Übergriffe vorwerfen. Man muss erst mal davon ausgehen, dass sie nicht lügen: Wer erklärt, dass eine Frau, die von Übergriffen spricht, lügt und das Ansehen dieser Person zerstören will, wirft der Frau mindestens üble Nachrede vor – und das wäre dann auch eine Straftat, die diese Frau begehen würde.

Richtig ist, dass die Unschuldsvermutung für alle Menschen gilt, die einer Straftat beschuldigt werden. Sie gilt insbesondere für den Staat, der immer berücksichtigen muss, dass jemand unschuldig sein kann und das er insbesondere Anspruch auf ein faires Verfahren hat, in dem der Staat ihm seine Schuld beweisen muss und nicht er seine Unschuld.

Wer sagt, dass man den Beschuldigen einer Sexualstraftat nicht vorverurteilen soll, weil eben die Unschuldsvermutung besteht, der muss dann ebenso den Beschuldiger nicht als jemanden, der eine mittelbare Freiheitsberaubung oder eine Verleumduung begehen will, vorverurteilen, weil die Unschuldsvermutung besteht.

Stokowski weiter:

Das bedeutet nicht, dass man jedem Menschen alles glauben muss. Es bedeutet aber, dass mehr Gewalt passiert als Gerichtsurteile bestätigen können und dass man dementsprechend natürlich Meinungen zu Fällen haben darf. Eine solche Meinung kann zum Beispiel sein: Ich neige dazu, Frauen zu glauben. Oder: Ich sehe die Auftritte oder Filme dieser Person inzwischen mit einem schlechten Gefühl. Oder: Ich wünsche mir, dass dieser Fall eines Tages aufgeklärt wird.

Eine Meinung zu haben hat wenig mit der Unschuldsvermutung zu tun. Denn diese gilt erst einmal nur für den Strafprozess, dessen Regeln müssen die Leute für ihre persönliche Meínung zu einem Fall aber nicht gelten lassen. Sie können in der Tat voreingenommen sein, sie können auch die bereits bekannten Fakten bewerten und darüber zu einer Einschätzung des Falls kommen. Sie können auch der Auffassung sein, dass weder eine Straftat vorliegt, noch eine Verleumdung bzw eine mittelbare Freiheitsberaubung, etwa weil der Sachverhalt bereits keine strafbare Handlung hergibt oder der Vorsatz nicht bewiesen werden kann, etwa weil beide eine bestimmte Wahrnehmung des Falls gehabt haben können.

Man wird Leuten, die nicht am strafrechtlichen Verfahren beteiligt sind, auch nicht verbieten können, eher oder immer einem bestimmten Geschlecht glauben zu können, auch wenn das weniger eine Meinung, sondern eher eine ideologische Position ist.

Das Problem ist: Solange keine Namen genannt werden, gibt es eine breite Öffentlichkeit, die bereit ist zu sagen, wie schlimm es ist, dass Frauen immer noch so viel Gewalt erfahren und dass endlich etwas passieren muss. Sobald allerdings Namen von mutmaßlichen Tätern genannt werden, verschiebt sich die Diskussion auf die Frage, ob hier die Karriere eines unschuldigen Mannes zerstört werden soll.

Das eine abstrakte Diskussion etwas anderes ist als eine konkreter Fall ist eigentlich wenig überraschend. Es ist erstaunlich, dass Stokowski den Unterschied nicht versteht.

In einer abstrakten Diskussion über sexuelle Gewalt wird ja nicht bestritten, dass es solche Fälle gibt und das sie für die Betroffenen schlimm sind.

Bei der konkreten Situation muss man aber natürlich die Umstände des jeweiligen Falls bewerten und schauen, ob sie einen überzeugen.

Sie greift da den „Luke Fall“ auf. Interessanterweise führt sie an, dass es da wohl sogar ein Verfahren gegeben hat:

 Ein Presseanwalt ließ später mitteilen, dass es ein Verfahren gab und dass dieses trotz Beschwerde rechtskräftig mangels hinreichenden Tatverdachtes zugunsten des Mannes eingestellt wurde.

Die Schilderung nochmal bei Stokowski:

Im ersten Fall erzählte eine Journalistin und Podcasterin von der Beziehung zu einem Mann, der direkt nach einem Gespräch über ihr Unwohlsein in der Beziehung körperlich übergriffig geworden sei. Er habe sie aufs Bett gedrückt, ihre Hose runtergezogen und angefangen an ihr »rumzuspielen«, bis er aufhörte und sagte, »boah, ich wollt dich jetzt einfach vergewaltigen, aber ich hab’s dann doch nicht gemacht«, woraufhin er eine Panikattacke bekommen hätte – »und dann hatte ich Mitleid mit ihm und hab ihn getröstet«.

Eine Schilderung an anderer Stelle, die ich hier zitiert hatte:

Als sie beide gemeinsam im Bett lagen, habe sie mit ihm darüber gesprochen, wie verletzt sie sei und distanzierte sich von ihm. Genervt davon, habe er zunächst angefangen, sie zu schütteln und kitzeln. Er habe ihren Oberkörper auf das Bett gedrückt, ihr die Hose ausgezogen und angefangen, an ihr “herumzuspielen”, wie sie sagt. “Ich war gerade kurz davor, dich zu vergewaltigen”, habe er demnach zu ihr gesagt und dann von ihr abgelassen. Das sei nur eine von vielen Geschichten, die sie selbst zunächst verdrängt habe.

Da merkt man bei ihr etwas die Belastungstendenzen heraus, denn in der anderen Version leitet er von kitzeln zu sexuellen Kontakt ein, während sie beide in einem Bett liegen, er zieht sie aus, merkt, dass sie keine Lust hat und hört auf, bevor er wirklich begonnen hat. . In dem hier verlinkten Beitrag sagt sie auch noch zu dem rummachen „Ich lag einfach so dar und dachte mir „Ja komm, lass es jetzt einfach über dich ergehen“.Seine Äußerung kann gerade deutlich machen, dass er gemerkt hat, dass sie nicht wollte und das beinahe übersehen hat und darüber erschrocken ist. Es lässt in der Version auch wen man ihre Äußerungen so als wahr übernimmt, einen ganz erheblichen Interpretationsspielraum und soweit ersichtlich sagt sie selbst auch nicht, dass sie vergewaltigt worden ist, sie sagt nicht, dass sie deutlich gemacht hat, dass sie nicht wollte, sie sagt nicht wie ihre Hose ausgezogen wurde etc.

Insofern hat der Artikel von Stokowski schon einen verleumderischen Anteil.

 

 

Gründe für Geschlechterunterschiede in STEM: Nivellierung des Spielfelds vs. Angleichung des Geschlechterverhältnisses (Teil 6)

Eine interessante Studie bespricht eine Vielzahl von Gründen, warum sich Geschlechterunterschiede im STEM-Bereich ergeben.

It is a well-known and widely lamented fact that men outnumber women in a number of fields in STEM (science, technology, engineering and maths). The most commonly discussed explanations for the gender gaps are discrimination and socialization, and the most common policy prescriptions target those ostensible causes. However, a great deal of evidence in the behavioural sciences suggests that discrimination and socialization are only part of the story. The purpose of this paper is to highlight other aspects of the story: aspects that are commonly overlooked or downplayed. More precisely, the paper has two main aims. The first is to examine the evidence that factors other than workplace discrimination contribute to the gender gaps in STEM. These include relatively large average sex differences in career and lifestyle preferences, and relatively small average differences in cognitive aptitudes – some favouring males, others favouring females – which are associated with progressively larger differences the further above the average one looks. The second aim is to examine the evidence suggesting that these sex differences are not purely a product of social factors but also have a substantial biological (i.e. inherited) component. A more complete picture of the causes of the unequal sex ratios in STEM may productively inform policy discussions.

Quelle: Men, women and STEM: Why the differences and what should be done?

Die Einteilung in der Studie ist wie folgt:

  1. Sex differences in preferences and priorities
  2. Sex differences in cognitive aptitudes
  3. Sex differences in variability
  4. Bias and discrimination in the workplace
  5. Policy implications
  6. Levelling the playing field vs. equalizing sex ratios
  7. Conclusion: Many factors at play

Ich dachte ich gehe diese Punkte mal einzeln durch, weil da viel interessantes dabei ist

Heute also:

Nivellierung des Spielfelds vs. Angleichung des Geschlechterverhältnisses

Los geht es:

Having looked at how our analysis of STEM gender gaps might inform the conversation about policy options, we should step back and ask another, more fundamental question: what should the ultimate goal of these policies be? Should we strive for a 50:50 sex ratio in every area where men currently dominate? Or should we strive instead simply to eliminate bias and equalize people’s opportunities, then let the cards fall where they may?14

Eine gute Frage:

Sollten wir ein Geschlechterverhältnis von 50:50 in allen Bereichen anstreben, in denen Männer derzeit dominieren?

Oder sollten wir stattdessen einfach nur danach streben, Vorurteile zu beseitigen und die Chancen der Menschen auszugleichen, und dann die Karten fallen lassen, wie sie wollen?

Also letztendlich „Chancengleichheit“ vs „Ergebnisgleichheit“.

Den meisten Lesern dieses Blogs wird die Antwort da recht klar erscheinen: Chancengleichheit ist eine gerechte Sache. Ergebnisgleichheit erzeugt nur neue Ungerechtigkeiten

If men and women were identical in their aspirations and aptitudes, these would quite possibly amount to the same thing: levelling the playing field would automatically result in a 50:50 sex ratio, or something close to it. However, given that men and women are not identical in their aspirations and aptitudes, we have no reason to expect gender parity, even under conditions of perfect fairness. On the contrary, the natural expectation would be that men and women would not be at parity, but rather that men would be more common in some fields, and women in others, as a result of their freely made choices. To the extent that this is the case, it becomes much more difficult to justify pursuing a 50:50 sex ratio in every field. Most women do not want a career in STEM and nor do most men. Why should the small fraction of women who do want such a career be the same size as the small fraction of men? To put it another way, as long as everyone has the opportunity to pursue a STEM career, and as long as the selection process is fair, why would it be important to get as many women as men into jobs that fewer women want?

Eine viel zu selten gestellte Frage. Die Antwort aus feministischer Sicht wäre wohl: Weil STEM-Jobs zum einen häufig sehr gut bezahlt sind, eine gewisse Macht geben über die Firmen, die daraus entstehen und Frauen damit aus Geschlechterrollen befreit sind. 

The pursuit of happiness

One way to start tackling this question would be to observe that a 50:50 sex ratio in STEM is presumably not a good in itself, but is a good only in as much as that it increases human wellbeing. Importantly, though, to the degree that occupational disparities are a product of men and women acting on their own preferences and pursuing their own best interests, it is doubtful that forcing a 50:50 sex ratio would actually achieve this end.

Das ist natürlich eine recht amerikanische Diskussion, in der der „Pursuit of happiness“ eine sehr eigene Diskussion hat, schon weil es auch in deren Verfassung vorkommt („We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness“)

Hier eine Definition:

The pursuit of happiness is defined as a fundamental right mentioned in the Declaration of Independence to freely pursue joy and live life in a way that makes you happy, as long as you don’t do anything illegal or violate the rights of others

Es entspricht, jedenfalls nach der „Reiten im Walde“ Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vielleicht am ehesten der  deutschen Allgemeinen Handlungsfreiheit

To begin with, men and women could have different life outcomes, but still be happy with their lives. One longitudinal study found that, among two cohorts of individuals identified as academically gifted as children, men and women had somewhat different aspirations and took somewhat different paths, but ended up similarly happy with their careers, their relationships and their lives overall (Lubinski et al., 2014). In other words, even among those best positioned to achieve their life ambitions, occupational gender parity appears not to be necessary for happiness.

Vermeintliche Gruppeninteressen sind eben ein gefährliches Ding. Oft muss einer aus der Gruppe „in den saueren Apfel beißen“ um sie umzusetzen und hat dadurch Nachteile. Das ist in gewisser Weise die Tragik der Allmende. Wenn Frauen eher auf eine andere Work-Life-Balance aus sind, dann ist es ein Verzicht in dem Bereich, sich für das allgemeine Wohl der Gruppe Frauen im (vermeintlichen Kampf um Macht) in die Schlacht zu werfen und mit einer 60+ Stundenwoche zu leben bzw ein Fach zu studieren, dass man weniger interessant findet. Das trifft natürlich nur zu, wenn die Vermutungen über andere Interessen etc zutreffen. 

Not only might it not be necessary, but policies that artificially engineer gender parity – financial incentives and quotas, for instance – could potentially lower aggregate happiness. To the extent that these policies work, they necessarily mean that some people will be funnelled into occupations that are less in line with their tastes and talents. To get more women into university physics programmes, for instance, would require persuading at least some women to choose that option when they otherwise would not have done so. (At the same time, unless enrolment numbers were increased, it would also mean turning away some men who otherwise would have.) The women in question would presumably not come from the ranks of housewives or secretaries; more than likely they would be women who would otherwise have gone into other, equally prestigious fields, such as law or medicine. Is there any reason to think that these women would be happier doing physics? Given that people tend to choose careers they think will suit them best and be most satisfying for them, it seems plausible to think that, on average, they might be somewhat less happy (Bretz & Judge, 1994De Fruyt, 2002Verquer et al., 2003).

Dazu aus dem legendären Jordan Peterson Interview:

Newman: So do you do you agree that you would be happy if that pay gap was eliminated completely? Because that’s all the radical feminists are saying.

Peterson: It would depend on how it was eradicated and how the disappearance of it was measured.

Newman: And you’re saying if that’s at a cost of men, that’s a problem.

Peterson: Oh there’s all sorts of things that it could be at the cost of it. It could even be at the cost of women’s own interests.

Newman: Because they might not be happy if they could equal pay.

Peterson: No, because it might interfere with other things that are causing the pay gap that women are choosing to do.

Newman: Like having children.

Peterson: Well, or choosing careers that actually happen to be paid less, which women do a lot of.

Newman: But why shouldn’t women have the right to choose not to have children or the right to choose those demanding careers?

Peterson: They do. They can, yeah, that’s fine.

Newman: But you’re saying that makes them unhappy, by and large.

Peterson: I’m saying that… No, I’m not saying that, and I actually haven’t said that so far in the program…

Newman: You’re saying it makes them miserable, at the beginning.

Peterson: No, I said what was making them miserable was having part was having weak partners. That makes them miserableI would say that many women around the age of I would say between 28 and 32 have a career family crisis that they have to deal with and I think that’s partly because of the for short and timeframe that women have to contend with. Women have to get the major pieces of their life put together faster than men which is also partly why men aren’t under so much pressure to grow up. So because for the typical woman she has to have her career and family in order pretty much by the time she’s 35, because otherwise the options start to run out and so that puts a tremendous amount of stress on women especially at the end of their 20s.

(…)

Peterson: Well, the first question might be… why would you want to do that?

Newman: Why would a man want to do it? It’s a lot of money, it’s an interesting job…

Peterson: There’s a certain number of men, although not that many, who are perfectly willing to sacrifice virtually all of their life to the pursuit of a high-end career. So they’ll work… these are men that are very intelligent; they’re usually very very conscientious,; they’re very driven; they’re very high-energy; they’re very healthy; and they’re willing to work 70 or 80 hours a week, non-stop, specialised at one thing to get to the top.

Newman: So you think women are just more sensible. They don’t want that because it’s not a nice level.

Peterson: I’m saying that’s part of it, definitely. And so I worked…

Newman: So you don’t think there are barriers in their way that prevent them getting to the top of those companies.

Peterson: There are some barriers, yeah, like… men for example, I mean, to get to the top of any organisation is an incredibly competitive enterprise and the men that you’re competing with are simply not going to roll over and say “please take the position”. It’s absolutely all-out warfare.

Es ist schon faszinierend, dass Vor- und Nachteile so selten wirklich behandelt werden. Natürlich gibt es sehr rationale Gründe dafür keine Karriere zu machen und schlechter bezahlte Jobs zu wählen, wenn diese andere Vorteile mit sich bringen. Und bestimmte Jobs können schlicht auch eher den eigenen Vorlieben etc entsprechen. 

Admittedly, this whole line of argument is premised on the assumption that the wellbeing of individual STEM workers ought to be the deciding factor, and some might reject that assumption. Anyone who does, though, should, we think, be expected to make a strong argument for that position. Why should we put a statistical, collective goal – i.e. more equal sex ratios in STEM – above the happiness and autonomy of the flesh-and-blood individuals who constitute those collectives? Why should policy makers’ preference for gender parity take precedence over individual men and women’s preferences regarding their own careers and lives?15

Eine Feministin würde vielleicht antworten, dass das „Wohl vieler wichtiger ist als das wohl des Einzelnen“ aber noch eher wohl, dass man zum einen Frauen damit aus der Abhängigkeit der Männer befreit und sie damit eine Menge Vorteile erhält und zum anderen es Männer gefällt und es damit keinen Grund außer Diskriminierung geben kann, dass es Frauen nicht im gleichen Maße gefällt. Der andere Ansatz wäre, dass Frauen jedenfalls die hohen Positionen in allen Bereichen haben müssen und diese, wenn sie ihnen dann weniger Spass machen sollten, eben so geändert werden müssen, dass sie besser zu den Vorstellungen der Frauen passen, etwa CEO eines DAX-Unternehmens in Teilzeit, 20 Stunden und dann Feierabend ohne Bereitschaft oder Wochenendarbeit. 

Sex differences as a sign of social health

A recurring theme in discussions of occupational gender disparities is the often-unspoken assumption that sex differences are inherently problematic, or that they constitute direct evidence of sexism and the curbing of women’s opportunities. Some research, however, points to the opposite conclusion. A growing body of work suggests that, in nations with greater wealth and higher levels of gender equality, sex differences are often larger than they are in less wealthy, less equal nations. This is true for a wide range of variables, including aggression (Nivette et al., 2019), attachment styles (Schmitt, Alcalay, Allensworth, et al., 2003), the Big Five personality traits (Schmitt et al., 2008), crying (Van Hemert et al., 2011), depression (Hopcroft & McLaughlin, 2012), enjoyment of casual sex (Schmitt, 2015), interest in and enjoyment of science (Stoet & Geary, 2018), intimate partner violence (Schmitt, 2015), self-esteem (Zuckerman et al., 2016), spatial ability (Lippa et al., 2010), STEM graduation rates (Stoet & Geary, 2018), subjective wellbeing (Schmitt, 2015) and values (Falk & Hermle, 2018).16 Importantly, the pattern is also observed for objectively measurable traits such as height, BMI and blood pressure (Schmitt, 2015), which gives some reason to think that it is not simply a product of cross-cultural differences in the ways that people answer questionnaires or take tests.

What, then, is the cause of the pattern? One possibility is that when people grow up in an enriched and relatively unconstrained environment, nascent differences between individuals – and average differences between the sexes – have more opportunity to emerge and grow. In the case of psychological traits, the suggestion would be that men and women in wealthier, more developed nations have greater freedom to pursue what interests them and to nurture their own individuality. This freedom may, in turn, result in larger psychological sex differences (Schmitt et al., 2008; although see Fors Connolly et al., 2019Kaiser, 2019).

Das ist das Gender Equality Paradox. Ein aus meiner Sicht durchaus sehr starkes Argument. Eine wirkliche Antwort aus dem Feminismus steht IMHO noch aus, wird aber wahrscheinlich in die Richtung gehen, dass die Gleichberechtigung der Frau in der westlichen Welt eben nur eine scheinbare Gleichberechtigung ist und das Patriarchat dort nur um so härter zuschlägt und mehr Geld hat um Frauen zu beeinflussen etc. 

Regardless of the reason, though, if certain sex differences are larger in societies with better social indicators, then rather than being products of a sexist or oppressive society, these differences may be indicators of the opposite: a comparatively free and fair one. If so, this casts society’s efforts to minimize the sex differences in an entirely new light. Rather than furthering gender equality, such efforts may involve attacking a positive symptom of gender equality. By mistaking the fruits of our freedom for evidence of oppression, we may institute policies that, at best, burn up time and resources in a futile effort to cure a ‘disease’ that isn’t actually a disease, and at worst actively limit people’s freedom to pursue their own interests and ambitions on a fair and level playing field.

Ein Absatz, der für eine Feministin nicht akzeptabel sein dürfte: Mehr Freiheit die mehr Ungleichheit produziert? Das kann nur falsch sein. 

 

The sexist assumption underlying the demand for parity

Finally, the strong emphasis on increasing the numbers of women in male-dominated fields is arguably somewhat sexist. As Susan Pinker (2008) argues, it tacitly assumes that women do not know what they want, or that they want the wrong things and thus that wiser third-parties need to ‘fix’ their existing preferences. It also tacitly assumes that the areas where men dominate are superior. The psychologist Denise Cummins (2015) put the point well when she observed that, ‘The hidden assumption underlying the push to eliminate gender gaps in traditionally male-dominated fields is that such fields are intrinsically more important and more valuable to society than fields that traditionally attract more women.’ Given that traditionally female-dominated fields include education, healthcare and social work, this assumption is not only sexist; it is also clearly false. As Judith Kleinfeld observed:

We should not be sending [gifted] women the message that they are less worthy human beings, less valuable to our civilization, lazy or low in status, if they choose to be teachers rather than mathematicians, journalists rather than physicists, lawyers rather than engineers. (cited in Steven Pinker, 2002, p. 359)

Hier würde eine Feministin vielleicht einwenden, dass es ja deutliche Zeichen dafür gibt, dass sie weniger wert sind, eben weil sie weniger bezahlt bekommen, weniger Einfluss haben, Männern an den Schalthebeln der Macht sitzen etc. 

Man würde dann eben darauf abstellen, dass eine Änderung her muss, solange Kindergärtnerinnen nicht wie Mitarbeiter eines großen Autoherstellers oder Sozialpädagoginnen nicht wie Programmierer oder Ingenieure bezahlt werden. 

Certainly, many female-dominated fields pay less, on average, than male-dominated STEM fields.17 There is a great deal of debate about the reasons for this, and the extent to which it is a product of sexism vs. factors such as market forces (e.g. the fact that many female-dominated fields have a greater supply of workers) and personal preferences (e.g. the fact that, on average, women view pay as a less important consideration in choosing a career than men, and view things such as job security and flexible work hours as more important; Funk & Parker, 2018Gino et al., 2015Lubinski et al., 2014Redmond & McGuinness, 2019). Such matters are beyond the scope of this article. We would point out, though, that even if current pay disparities were entirely due to sexism, the most appropriate solution would presumably be to strive for fair pay in female-dominated fields, rather than trying to get more women into fields that pay more but which, on average, they find less appealing. And to the extent that the explanation is that women place less weight on a high income in choosing a career, and more weight on other things, efforts to get women to prioritize income tacitly assume, once again, that women’s existing priorities are misguided, and that they ought to adopt more male-typical priorities instead.

Nur das eine gleiche Zahlung im Sozialsektor mit einem hochprofitabelen industriellen Sektor eben nicht zu ereichen sein wird. Insofern eben ein schlechter Vorschlag. 

To be clear, we completely agree that we should endeavour to root out sexism wherever it still lurks, and tear down any lingering barriers to the progress of women in STEM (as well as any barriers to the progress of men). These are eminently good goals. However, for the reasons discussed, striving for a 50:50 sex ratio – or indeed any pre-specified sex ratio – is not a good goal.

In der Tat. 

Georg Rosenbaum: Wir brauchen eine Männerbewegung

Ein Plädoyer für eine Männerbewegung:

Frauen sind längst nicht mehr das unterdrückte Geschlecht. Sie erobern im Gegenteil immer mehr Bereiche, die einst Männern vorbehalten waren. Längst sind Frauen willkommen in jeder Feuerwehr, sie leisten Dienst in der Polizei und sind gesucht in der Bundeswehr. Allerdings hat sich dies zum Beispiel noch nicht auf das Wehrpflichtgesetz ausgewirkt, dass zwar ausgesetzt aber nicht gestrichen wurde. Während man bei Berichten über Auslandseinsätze der Bundeswehr immer betont, dass Soldatinnen und Soldaten gleichermaßen für unser Vaterland dienen, ist im Gesetz immer noch nur von der Wehrpflicht für Männer die Rede.

Medial steht die Frau mittlerweile ganz oben, als Sprecherin der Tagesschau wie als Wissenschaftlerin oder Expertin. An Universitäten erreichen zunehmend Frauen die besseren Ausbildungen und Positionen. Sehr laut ist die Beteiligung von mehr Frauen in Politik und Wirtschaft die Rede. Nur ist dazu vor allem erst einmal Voraussetzung, dass die Frauen sich in Parteien einbringen und dort um Mehrheiten bemühen. Dort werden sie längst mit offenen Armen empfangen. Alle Parteien wissen, ohne Frauen haben sie keine Chance bei Wahlen. Das kann zu den merkwürdigen Blüten führen, dass zwar niemand wegen seiner sexuellen Orientierung oder Herkunft diskriminiert werden kann, wohl aber aufgrund einer Quotenregelung wegen seines Geschlechtes.

Das gleiche gilt für die Wirtschaft. Karriere kann dort allerdings nur machen, wer sich im Unternehmen bewährt und bereit ist, dort überdurchschnittliche Leistung und Arbeitszeit zu investieren. Sowohl für Männer als auch für Frauen gilt, dass man sich für Karriere oder für die Familie entscheiden muss, wenn man Karriere machen will. Wer ganz nach oben will, muss da ganz gewaltig Kompromisse schließen. Dazu waren Frauen bislang weniger bereit als Männer. Aber wenn die Frauen es wollen, werden sie auch die Unternehmensspitzen erobern, dafür spricht der Mangel an guten Spitzenkräften und die gute Ausbildung der Frauen. Außerdem wächst auch in der Wirtschaft der Druck, eine „Frauenquote“ zu erfüllen.

Während sich Frauen zunehmend besser vernetzen, und gelten reine Männervereine und -organisationen längst als anrüchig. Ein Schützenverein, der keine Frauen aufnimmt, gilt als rückständig. Auch wird es nicht gerne gesehen, wenn Männerfreundschaften bierselig durch die Gegend ziehen. Der Vatertag ist ein Ausdruck vom unerwünschten Männerbild. Männerorganisationen haben es wesentlich schwerer, werden häufig kritisch beäugt und an den Rand gedrängt, besonders, wenn sie sich für die Rechte von Männern einsetzen. Auf der anderen Seite haben Frauen Vereine und Angebote in Kirche und Gesellschaft von viele Vereine, die Männern versperrt bleiben. Wir Männer haben, im Gegensatz zu Frauen, damit kein Problem, dass sie ihren eigenen Raum brauchen.

(…)

Wir sollten es nicht den Feministinnen und Gendertheoretikern überlassen, ob wir an den Rand der Gesellschaft gestellt werden sollen oder uns in die gesellschaftliche Diskussion weiterhin einbringen dürfen. Wir sollten eine starke Stimme erheben, denn auch wir Männer sind 50 Prozent der Bevölkerung und haben Macht, wenn wir uns hörbarer machen.

Dazu müssen wir als Männer aber uns dieser Diskussion auch stellen und mit diskutieren. Wir dürfen es nicht anderen überlassen, welche Sprache uns vorgeschrieben wird, was im Duden steht und welche Rechte und Pflichten wir in der Gesellschaft ausüben. Jeder Mann weiß, dass sich die Welt verändert, und das wir unser Zusammenleben mit Frauen und Minderheiten neu überdenken müssen. Elementare Grundrechte (gerechte Entlohnung, Zugang zur Macht, etc.) müssen jedem Menschen unabhängig vom Geschlecht, Herkunft, Religion etc gewährt werden. Männer und Frauen müssen gegenseitig auf die Interessen des Partners Rücksicht nehmen. Dies kann je nach den Fähigkeiten von Frau und Mann und den Bedürfnissen der Familien ganz individuell verschieden sein. Dazu müssen wir Männer aber auch uns mehr gegenseitig dabei unterstützen und uns miteinander vernetzen. Wir können hier viel von den Frauenbewegungen dazu lernen.

Nur mit Männerrechtsorganisationen können wir etwas der Vielzahl von feministischen Gruppierungen entgegensetzen, die sich in der Gesellschaft etabliert haben. Mit Einzelkämpfertum werden wir Männer nichts erreichen, unsere Stimme wird in der pluralen Gesellschaft nicht wahr genommen. Dazu muss man nicht zwangsläufig Mitglied in einem weiteren Verein werden, wir Männer sind ja häufig vereinsmäßig schon in vielen Organisationen eingebunden, einer Partei, dem Sportverein, der Feuerwehr oder dem Schützenverein. Oft hilft auch eine Spende oder reine regelmäßige Fördermitgliedschaft weiter, um Männeranliegen mehr Gehör zu bieten. Je stärker Männerorganisationen werden, welche im seltensten Fall staatliche Fördermittel erhalten, desto mehr fließen die Anliegen von uns Männern auch in Parteiprogramme und in die Politik ein.

Alte Probleme, aber eine Lösung ist nicht einfach umzusetzen.
Was haltet ihr von seinem Text im Ganzen?

Das Wahlprogramm der Grünen 2021

Ich hatte schon von der SPD berichtet. Nunmehr liegt auch das Wahlprogramm der Grünen vor. Ich zitiere einfach mal daraus:

Ein Gründungskapital einführen
Um den Wohlstand von morgen zu sichern, brauchen wir eine neue Gründer*innenwelle. Mit einem unbürokratischen Gründungskapital, das Gründer*innen einen Einmalbetrag bis maximal 25.000 Euro sicherstellt, wollen wir dafür sorgen, dass keine gute Idee an zu wenig Eigenkapital scheitert. Gründer*innen sollen es leicht haben: Statt sich durch ein Verwaltungsdickicht zu quälen, sollen sie Information, Beratung und Anmeldung in einer zentralen Anlaufstelle erledigen können – überall in Deutschland. In den ersten zwei Jahren sollen sie weitgehend von Melde- und Berichtspflichten befreit werden.

Frauen sind bei Gründungen noch unterrepräsentiert, sie wollen wir gezielt fördern mit einem staatlichen Wagniskapitalfonds nur für Frauen.

Hürden sollten auch für Menschen mit Migrationsgeschichte abgebaut werden, hier lässt unser Land ein riesiges Potenzial brachliegen.

Bei der öffentlichen Vergabe beziehen wir Start-ups besser ein und vereinfachen dafür Vergabeverfahren und Regeln zur Eignungsprüfung. Gerade bei ausbleibender Finanzierung wollen wir die gemeinwohlorientierte Entwicklung von digitalen Lösungen fördern.

Die 25.000 € dürften sich am Mindestkapital einer GmbH orientieren. Aber so ganz ergibt sich hier noch nicht, was da nach welchen Kriterien gefördert werden soll. Einfach neu gegründete Gesellschaften? Mit einem Kredit oder tatsächlich mit einem Zuschuß? Nach welchen Kriterien? Wenn ganz ohne Prüfung und als Förderung, dann gründe ich auch ein paar GmbHs, mit mir als Geschäftsführer, der natürlich ein passendes Gehalt bekommen muss. 

Ein Wagniskapitalfond für Frauen wird auch interessant. Bei den Menschen für Migrationsgeschichte bleibt man gleich ganz vage

Frauen an die Spitze
Deutschland ist vielfältig, seine Führungsetagen sind es (noch) nicht. Dabei führen diverse Teams Unternehmen erfolgreicher. Die Vielfalt der deutschen Gesellschaft muss sich deshalb auch dringend in den Führungs- und Entscheidungsgremien und der Wirtschaft abbilden.

Obwohl Frauen mindestens gleich gut qualifiziert sind wie Männer, fehlen sie dort.

Freiwillige Regelungen haben nichts gebracht. Deshalb soll zukünftig mindestens ein Drittel der Vorstandssitze größerer und börsennotierter Unternehmen bei einer Neubesetzung an eine Frau gehen. Um das zu erleichtern, wollen wir auch Hindernisse wie fehlende Elternzeitregelungen im Aktienrecht beseitigen. Die Aufsichtsräte dieser Unternehmen sollen bei Neubesetzungen einen Frauenanteil von 40 Prozent anstreben. Unternehmen, die in der Hand des Bundes sind oder an denen der Bund beteiligt ist, sollen mit klaren Plänen für paritätische Betriebsstrukturen als gutes Beispiel vorangehen. Die Wirtschaftsförderung wollen wir geschlechtergerechter ausgestalten und Frauen dort, wo sie unterrepräsentiert sind, mit gezielten Maßnahmen fördern, zum Beispiel durch einen staatlichen Wagniskapitalfonds nur für Gründerinnen.

Wird interessant ob der Staat das so vorschreiben darf. Und Frauen sind in den Bereichen, die für Führungskräfte relevant sind gleich qualifiziert? Da hätte ich ja gerne eine Quelle. 

Fachkräftemangel bekämpfen
Durch den demografischen Wandel wird in den kommenden 15 Jahren die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um 6 Millionen schrumpfen. Gleichzeitig erfordern die Berufe der Zukunft ganz neue Fähigkeiten. Der Arbeits- und Fachkräftemangel wird sich verstärken. Dem wollen wir entgegenwirken. Dafür investieren wir mehr in berufliche und berufsbegleitende Bildung. Der Meisterbrief soll wie ein Studium kostenfrei werden. Wir lassen keine Potenziale mehr ungenutzt: Hürden, die Frauen, Älteren, Menschen mit Behinderungen, Jugendlichen aus einkommensarmen Elternhäusern oder Menschen mit Migrationsgeschichte oft noch im Weg stehen, bauen wir ab. Einwanderung in unser Land erleichtern wir mit der Einführung einer Talentkarte und einer schnelleren Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse, auch wechselseitig in der EU. Geflüchtete sollen die Möglichkeit zum Spurwechsel bekommen, der ihnen während Ausbildung, Studium und Arbeit mehr Rechtssicherheit und damit eine berufliche Perspektive in Deutschland ermöglicht. Wir unterstützen Betriebe, die Geflüchteten und Einwander*innen eine Chance auf Ausbildung und Beschäftigung geben, bei Bedarf durch Qualifizierung, Beratung und Begleitung.

Da wäre es interessant welche Hürden das sind und wie sie sie abbauen wollen. Es ist zu befürchten, dass ihnen dabei Quoten geeignet erscheinen

Mehr Frauen in der Digitalwirtschaft
Alle sollen an der Gestaltung der digitalen Transformation beteiligt sein und ihre Potenziale einbringen können. Deshalb werden wir eine Strategie „Frauen in der Digitalisierung“ vorlegen und umsetzen. Mädchen sollen schon in der Grundschule für Digitalthemen begeistert werden und ohne Technikgenderstereotype aufwachsen. Wir brauchen an den Hochschulen eine geschlechtersensible Lehre, die gezielte Ansprache von Frauen für Informatikstudiengänge sowie mehr Frauen in den Hochschulgremien, wo diese Richtungsentscheidungen getroffen werden.
In der Digitalbranche ist ein Kulturwandel erforderlich, auch um unser volles Innovationspotenzial auszuschöpfen. Freiwillige und verpflichtende Maßnahmen für die Unternehmen sind notwendig, um diskriminierungsfreie Arbeitsplätze und einen gleichberechtigten Zugang zu Gestaltungspositionen in der digitalen Transformation zu ermöglichen. Für staatliche Institutionen soll Diversität ein Leitprinzip für alle Digitalstrategien sei

Sonderprojekte für Frauen in der Schule? Das wird kaum möglich sein abgesehen von sehr vereinzelten Aktionen, die dann nichts bewirken. Man wird kaum Sonderinformatikunterricht nur für einen Teil von Schülern nach Geschlecht ansetzen können. 

Und natürlich soll überall noch etwas installiert werden, mit dem die Hindernisse für Frauen abgebaut werden. 

Corona hat uns schonungslos die Stärken und Schwächen unseres Sozialstaates vor Augen geführt: wie wichtig ein robustes Gesundheitssystem für alle ist. Wie zentral eine Wirtschaftskraft ist, die für gesellschaftlichen Wohlstand und damit einen Sozialstaat sorgt, der Menschen bei Jobverlust oder Wirtschaftseinbruch vor Obdachlosigkeit bewahrt. Sie hat aber zugleich bestehende Ungleichheiten verschärft. Wer arm ist, wird schneller krank. Frauen tragen eine besondere Last in den systemrelevanten Berufen der Pflege, der Erziehung und im Einzelhandel, sind aber deutlich schlechter bezahlt und in Entscheidungsprozessen weniger repräsentiert. Selbständige, die ohnehin schon größere Risiken eingehen, stürzen ohne Verdienst in Existenzangst oder -not. Wer die Kinder allein erzieht, ist durch Kinderbetreuung, Homeschooling und Homeoffice noch mal mehr gefordert. Die Pandemie hat uns auf unsere individuellen Lebensumstände zurückgeworfen. Wenn die Wohnung eng ist, der Garten fehlt, aber die Schwimmhalle dicht ist, ist es dreifach
schwer. Einsamkeit wird größer.
Jetzt ist die Zeit, die richtigen Lehren zu ziehen. Der Weg aus der Pandemie muss zu einem neuen sozialen Sicherheitsversprechen führen. Wir wollen Schritt für Schritt die sozialen Systeme so verändern, dass sie allen Menschen Sicherheit und Halt geben, auch in Zeiten persönlicher und gesellschaftlicher Umbrüche, und ihnen Teilhabe ermöglichen. Unsere Bibliotheken und Bolzplätze, Sport- und Musikvereine, Theater und Jugendzentren – kurz, unsere öffentlichen und sozialen Orte – sollten zu den schönsten und stärksten Räumen des Miteinanders werden.

Also mehr Krankenschwestern in die Entscheidungsprozesse der Kliniken und mehr Mitspracherecht für die Kassiererinnen im Supermarkt?

Mindestlohn anheben
Arbeit muss gerecht bezahlt werden. Und die Menschen brauchen gute Arbeitsbedingungen. Aber in unserem reichen Land arbeiten noch immer Millionen Menschen im Niedriglohnsektor mit schlechten Löhnen und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen. Besonders oft sind davon Frauen betroffen. Das wollen wir ändern. Den gesetzlichen Mindestlohn werden wir sofort auf 12 Euro anheben. Für weitere Erhöhungen soll die Mindestlohnkommission den Auftrag bekommen, dass der Mindestlohn wirksam vor Armut schützen und mindestens der Entwicklung der Tariflöhne entsprechen muss. Leiharbeiter*innen sollen vom ersten Tag an den gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen wie Stammbeschäftigte – plus Flexibilitätsprämie. Ohne sachlichen Grund dürfen Arbeitsverträge nicht mehr befristet werden. Gegen den vielfachen Missbrauch von Werkverträgen und die Abwälzung unternehmerischer Verantwortung mittels Subunternehmerketten gehen wir ordnungspolitisch vor. Wir wollen den Arbeitsschutz stärken, damit er wirksam vor Stress, Burn-out und Entgrenzung der Arbeit schützt. Mobbing und Diskriminierung am Arbeitsplatz nehmen wir ernst und wollen besser davor schützen.

Mein Eindruck ist eher, dass die meisten Leiharbeiter Männer sind und Männer auch eher die schmutzigeren Jobs machen. Wäre interessant da mal eine Statistik zu zu haben.

Sozialpartnerschaft stärken, Tarifbindung erhöhen


Die Sozialpartnerschaft, Tarifverträge und Mitbestimmung sind Eckpfeiler der sozialen Marktwirtschaft. Sie haben unser Land stark gemacht. Da, wo sie gelten, sorgen sie meistens für anständige Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Wir wollen, dass Tarifverträge und starke Mitbestimmung wieder für mehr anstatt für immer weniger Beschäftigte und Betriebe gelten. Bei der öffentlichen Vergabe sollen im Einklang mit europäischem Recht die Unternehmen zum Zug kommen, die tarifgebunden sind oder mindestens Tariflöhne zahlen. Dafür setzen wir auf ein Bundestariftreuegesetz. Zudem wollen wir es leichter machen, Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären, damit sie für alle in einer Branche gelten. Betriebsräte, die sich für Mitarbeiter*innen einsetzen, brauchen auch selbst mehr Schutz. Gleiches gilt auch für die Beschäftigten, die erstmals einen Betriebsrat gründen wollen. Die Mitbestimmungsrechte wollen wir ausbauen und modernisieren, wenn es um die Personalentwicklung, die Stärkung von Frauen und die Verbesserung der Klimabilanz im Unternehmen geht. Der Wandel der Arbeitswelt, den Digitalisierung und ökologische Transformation mit sich bringen, muss gemeinsam mit den Beschäftigten im Betrieb gestaltet werden

Also Mitbestimmungsrechte für die Stärkung der Frauen. Muss dann die Gewerkschaft zwangsweise auch eine Frauenquote einhalten? Alles etwas unkonkret. 

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit


Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, von dieser Selbstverständlichkeit sind wir immer noch weit entfernt. Durchschnittlich verdienen Frauen im gesamten Erwerbsleben etwa nur halb so viel wie Männer, was sich auch in ihrer ungenügenden Alterssicherung bemerkbar macht.

Schon faszinierend. Anscheinend war der Gender Pay Gap mit seinen 21% hier nicht groß genug. Es wird jetzt bei „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ angeführt, dass Frauen im gesamten Erwerbsleben nur halb so viel verdienen. Das hat erst einmal nicht viel miteinander zu tun und der Unterschied ergibt sich daraus, dass Frauen weitaus eher in Teilzeit arbeiten, weniger Überstunden machen und eben in ganz anderen Berufen arbeiten. Und die Alterssicherung von Frauen ist eben auch häufig anders aufgebaut, nämlich über ihren Mann. 

Wir werden ein effektives Entgeltgleichheitsgesetz einführen, das auch für kleine Betriebe gilt und die Unternehmen verpflichtet, von sich aus über die Bezahlung von Frauen und Männern und über ihre Maßnahmen zum Schließen des eigenen Pay-Gaps zu berichten. Dieses Gesetz muss auch ein wirksames Verbandsklagerecht enthalten, damit bei strukturellen Benachteiligungen auch Verbände die Klage übernehmen können und die Betroffenen nicht auf sich allein gestellt sind. Lohncheckverfahren können Diskriminierungen aufdecken. Deshalb werden wir Tarifpartner*innen und Unternehmen verpflichten, alle Lohnstrukturen auf Diskriminierung zu überprüfen.

Wir setzen uns dafür ein, dass Berufe, die vor allem von Frauen ausgeübt werden, eine höhere Wertschätzung erfahren als bisher, zum Beispiel in Form besserer Arbeitsbedingungen, besserer Bezahlung oder besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Der Absatz hat es in sich. Einmal können also anscheinend Verbände dann plötzlich eine Firma mit Klagen überziehen, auch wenn die einzelne Arbeitnehmerin sich gar nicht schlechter bezahlt fühlt und versteht, woran es liegt. 

Dann eine Selbstkontrolle, also ein erheblicher neuer Verwaltungsaufwand für die Unternehmen, den vielleicht große Unternehmen noch vornehmen können, der bei kleinen aber wahrscheinlich zusätzlich Kosten für Berater ergibt. Zumindest wenn es eine tatsächliche Analyse sein soll und nicht ein „Wir haben überprüft und finden alles klasse“

Und dann noch der Einsatz für Berufe von Frauen, die gleichzeitig eine bessere Bezahlung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, was häufig der Grund für die schlechtere Bezahlung und dennoch vorhandene Beliebtheit bei Frauen ist, ergeben soll. Aber da haben sie sich natürlich vage gehalten, denn die Tarifautonomie im Grundgesetz sieht erst einmal vor, dass sich die Politik da nicht einmischen darf. 

Was immerhin interessant sein könnte: Wenn ein Forscher sich die Berichte zur geschlechtergerechten Bezahlung anschaut könnte sich neues Datenmaterial zum Gender Pay Gap ergeben. 

Wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen stärken


Um das eigene Leben selbst gestalten zu können, ist es vielen Frauen wichtig, wirtschaftlich unabhängig zu sein. Deshalb müssen Steine, die dies behindern, aus dem Weg geräumt werden. Wir wollen für eine eigenständige Absicherung in allen Lebensphasen sorgen – von der Berufswahl bis zur Rente. Minijobs, mit Ausnahmen für Studierende, Schüler*innen und Rentner*innen, wollen wir in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführen und Regelungen für haushaltsnahe Dienstleistungen schaffen. Das durch enge Rollenerwartungen eingeschränkte Berufswahlverhalten von Mädchen und Jungen wollen wir durch eine gendersensible Berufsberatung erweitern. Die gläserne Decke, die Frauen am Aufstieg hindert, wollen wir aufbrechen. Dies gelingt auch durch eine kluge Zeitpolitik, die es auch Partner*innen erleichtert, Verantwortung in der Familie zu übernehmen und Arbeit geschlechtergerecht aufzuteilen. Diskriminierungen am Arbeitsmarkt begegnen wir mit einem Verbandsklagerecht, das die Einzelne stärkt, und durch ein echtes Recht auf die Rückkehr in Vollzeit, das auch für kleinere Betriebe gilt.

Was sind denn „Regelungen für haushaltsnahe Dienstleistungen?“

„Das Berufswahlverhalten aufbrechen“ klingt auch interessant. Wird bestimmt super klappen. 

„Die gläseren Decke“ soll also durch eine „Kluge Zeitpolitik“ aufgebrochen werden. Heißt das freiere Arbeitszeiten für Führungspersonen? „Sie können ihre 60+ Stundenwoche machen wann sie wollen“ oder wie stellen sich die Grünen das vor?

Und ein „Rückkehrrecht in Vollzeit“ auch für kleine Betriebe wird sehr viel bringen. Die meisten Frauen wollen ja ausdrücklich Teilzeit, wenn sie zurückkehren. Und kündigen darf man ihnen auch bisher nicht in Kleinbetrieben. Es muss ihnen meines Wissens nach der Job in dem Umfang wieder angeboten werden, den sie vorher hatte. Eine Verpflichtung, eine bisherige Teilzeitkraft in Vollzeit einzustellen, stelle ich mir auch eher schwierig vor. Vielleicht meinen sie die Rechte in der Brückenteilzeit, die auf Betriebe mit über 45 Mitarbeitern begrenzt sind

Gleichberechtigung auch bei der Steuer

Das deutsche Steuerrecht steckt noch im letzten Jahrhundert fest. Während sich viele Paare Familien- und Erwerbsarbeit gleichberechtigter aufteilen, als es noch vor Jahren der Fall war, gilt bei der Steuer nach wie vor das Modell eines männlichen Ernährers und einer Frau, die höchstens zuverdient und sich hauptsächlich um Haushalt und Kinder kümmert.

Dieses Modell ist ungerecht, weil es Ehen privilegiert, Alleinerziehende und nicht verheiratete Paare außen vor lässt, die Erwerbstätigkeit von Frauen hemmt und Frauen gleichzeitig nicht wirklich absichert. In Krisen bekommen vor allem Frauen die Nachteile zu spüren, zum Beispiel durch weniger Kurzarbeits- oder Arbeitslosengeld. Im Zusammenspiel mit Minijobs und der kostenlosen Mitversicherung wirken sich diese Maßnahmen negativ auf die Erwerbstätigkeit von Frauen aus.

Deshalb wollen wir für neu geschlossene Ehen eine individuelle Besteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag einführen. Bei der Lohnsteuer soll die/der heute über Gebühr belastete Zweitverdiener*in entlastet werden, indem das Faktorverfahren zur Regel und die Steuerklasse 5 für Zuverdiener*innen abgeschafft wird. So sorgen wir dafür, dass gleichberechtigte Lebensentwürfe nicht länger benachteiligt werden. Paare, die bereits verheiratet sind, können sich entscheiden, ob sie sich einzeln veranlagen oder weiterhin das Ehegattensplitting nutzen wollen. Zugleich stärken wir mit der Kindergrundsicherung Familien. Alleinerziehende, die heute am stärksten von Armut betroffen sind, entlasten wir mit einer Steuergutschrift.

Das wäre für die neuen Ehen in vielen Fälle zunächst erst einmal eine Steuererhöhung. Es wäre auch interessant wie das die klassische Ehefrau in Teilzeit entlasten soll. Wenn sie wenig verdient und er mehr und beide einzeln veranlagt werden, dann dürfte es sich gerade bei höheren Einkommen lohnen die Freibeträge aufgrund der Progression bei ihm zu nutzen oder nicht? Und dann zahlt sie deutlich mehr Steuern im Verhältnis zu ihrem Lohn, wäre interessant, was dann „optisch günstiger“ wäre (denn bisher regeln die Steuerklassen ja nicht die Steuerlast, sondern nur die Vorauszahlungen, die gemeinsam berechneten Steuern bei der eigentlichen gemeinsamen Veranlagung sind so gesehen gar nicht den einzelnen Einkommen zuzuordnen. Und wenn der Grundfreibetrag übertragbar ist, dann lohnt sich auch die Hausfrauenehe nach wie vor, wenn auch etwas weniger als vorher. 

Interessant auch die  Steuergutschrift für Alleinerziehende. Ist sie zu hoch könnte es eine Diskriminierung der Ehe sein, was verfassungsrechtlich schwierig ist. Immerhin würde es aber gleichzeitig den Unterhalt vieler Männer absenken, weil ja ihr Einkommens steigt. Wahrscheinlich ist eher ein niedriger Betrag, aber es klingt ja erst einmal gut

Eine verlässliche Alterssicherung für alle
Die langfristige Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent hat für uns hohe Priorität. Bei einem weiteren Absinken wären immer mehr Menschen auf Grundrente angewiesen und die´ Akzeptanz der gesetzlichen Rente wäre gefährdet. Um das Rentenniveau zu sichern, wollen wir die Frauenerwerbstätigkeit unter anderem durch ein Rückkehrrecht in Vollzeit erhöhen, ein echtes Einwanderungsgesetz schaffen und die Beschäftigungssituation älterer Arbeitnehmer*innen verbessern. Um die Belastungen der Versicherten und der Arbeitgeber*innen zu begrenzen, sollen bei Bedarf die Steuerzuschüsse erhöht werden. Prekäre Beschäftigung muss überwunden werden, denn nur gute Löhne führen auch zu einer guten Rente. In einem ersten Schritt zu einer Bürgerversicherung sorgen wir dafür, dass anderweitig nicht abgesicherte
Selbständige, denen sonst Altersarmut droht, und Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden. Um Altersarmut zu verhindern, werden wir die Grundrente reparieren und zu einer echten Garantierente weiterentwickeln. Grundsätzlich halten wir an der Rente mit 67 fest. Wir wollen es Menschen aber leichter machen, selbst darüber zu entscheiden, wann sie in Rente gehen wollen.

Ich glaube nicht, dass man das Rentenniveau damit heben können wird. Viele Teilzeitbeschäftigte wollen ja gar nicht erhöhen. Ein gut gemachtes Einwanderungsgesetz finde ich allerdings durchaus richtig. Allerdings werden sich wohl die Ansichten der Grünen von meinen dazu unterscheiden. 

Psychotherapieplätze schaffen
Starke Prävention und angemessene Versorgung – für beides wollen wir die Weichen stellen, denn psychische Gesundheit ist Fundament für Lebensqualität und soziale Teilhabe. Es ist nicht zumutbar, dass viele Menschen in einer psychischen Krise monatelang auf therapeutische Hilfe warten müssen. Wer eine psychische Erkrankung hat, braucht schnelle und leicht zugängliche Hilfen, damit das Leid sich nicht verschlimmert. Wir wollen deshalb ambulante Psychotherapieplätze durch mehr Kassenzulassungen von Psychotherapeut*innen schaffen. Es braucht eine gemeindenahe und personenzentrierte Versorgung und eine verbesserte sektorübergreifende Zusammenarbeit. Dabei müssen auch die Besonderheiten der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie von Frauen, die von Gewalt betroffen sind, berücksichtigt werden. Hilfsangebote zwischen ambulanter und stationärer Behandlung müssen flexibler werden und die verschiedenen Berufsgruppen im Team eine miteinander abgestimmte Behandlung übernehmen können. Bei der unzureichenden Reform der Psychotherapie-Ausbildung muss nachgebessert werden, sodass angehende Psychotherapeut*innen endlich unter guten Bedingungen ausgebildet werden.

In der Tat sind die Wartezeiten in dem Bereich sehr lang. Insofern ist es durchaus interessant, dass näher zu untersuchen. Hier erscheint mir die Nennung von von Gewalt betroffenen Frauen auch etwas willkürlich. Wäre es nicht gerechter einfach die Interessen von von Gewalt betroffenen zu berücksichtigen? Immerhin leidet da ja ein Mann nicht weniger. 

Geburtshilfe verbessern, Gesundheit von Frauen stärken
Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sind Verbesserungen bei der Geburtshilfe und eine Unterstützung freiberuflicher Hebammen durch eine Reform der Haftpflicht für Gesundheitsberufe nötig. Wir wollen das Gesundheitssystem geschlechtergerecht machen.

Geschlechtsspezifische Aspekte in Forschung und Ausbildung und in der medizinischen Praxis werden nicht ausreichend berücksichtigt, etwa bei der Medikamentenforschung. Das gefährdet die Gesundheit von Frauen wie auch von Trans*- und Inter*-Menschen. Die Forschung zu geschlechtsspezifischer Medizin und Pflege sowie Frauengesundheit muss gestärkt und in der medizinischen und pflegerischen Praxis umgesetzt werden. Mit Hilfe einer Frauenquote für Führungspositionen im Gesundheitswesen und besseren Arbeitsbedingungen holen wir mehr
Frauen in die Führungsgremien unseres Gesundheitswesens.

Wäre interessant, wie sie die Haftpflicht verändern wollen. Üblicherweise folgen diese ja dem Modell, dass aus den Beträgen, die eingenommen werden, die Schäden zumindest gedeckt sein müssen. Anscheinend verursachen Hebamen sehr hohe Schäden, was auch verständlich ist, da ein Schaden an einem Kind eben häufig sehr lange Folgekosten  mit sich trägt. Decken die Beiträge die Haftung nicht mehr, dann bieten die Versicherungen eben keine entsprechenden Versicherungen an. Es bliebe dann nur eine Bezuschussung der Hebamen oder eine Haftungsfreistellung dieser. Was allerdings im Medizinrecht recht einmal wäre, wenn ich es richtig sehe. 

Und auch bei der Medikamentenforschung wird es interessant: Ordnen die Grünen die frühe Einbeziehung von Frauen an, dann werden eben auch mehr Frauen sterben, unerwartete Nebenerwartungen erleben oder Schädigungen von ungeborenen Kindern erleben. Was wieder Haftungsfragen aufwirft. Weswegen man dann die Medikamente wahrscheinlich irgendwo anders testet und dann erst wenn die eigentlichen Test vorbei sind in Deutschland erneut testet. 
Und Frauen in Führungsgremien im Gesundheitswesens läuft wieder auf eine Quote heraus.

Zugang zum Gesundheitssystem sichern, Diskriminierung
beenden
Auch im Gesundheitswesen wollen wir Diskriminierung bekämpfen. Beispielsweise erhalten Menschen mit Behinderungen häufig nicht alle dringend benötigten Gesundheitsleistungen, Hilfsmittel oder häusliche Pflege und werden so in ihrer Teilhabe beschränkt. Deshalb wollen wir mit einem ressortübergreifenden Inklusionsplan diese Hürden umfassend abbauen, die Gesundheitsleistungen auf die jeweiligen Bedarfe gezielt ausrichten und bürokratische Vorgänge so weit wie möglich reduzieren. Das umfasst auch verpflichtende Vorgaben zur Barrierefreiheit bei der Bedarfsplanung und eine Reform der Heilmittelversorgung.

Auch für LSBTIQ* muss diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung gesichert sein. Dafür werden wir den Anspruch auf medizinische Maßnahmen für trans- und intergeschlechtliche Menschen gesetzlich
verankern. Die bestehenden Lücken beim Verbot sogenannter „Konversionstherapien“ werden wir schließen. Die Blutspende gestalten wir diskriminierungsfrei. Menschen, die ohne Papiere in Deutschland leben, müssen ebenfalls Zugang zu guter gesundheitlicher Versorgung haben, etwa durch einen anonymen Krankenschein, die Abschaffung der Mitteilungs- und Unterrichtungspflichten an öffentlichen Stellen oder die Stärkung von Beratungsnetzwerken für Menschen ohne Papiere.

Das ist ja auch sehr vage. Sie sagen nicht, wie sie den Anspruch verankern. 

Auf dem Weg zur Bürgerversicherung für Gesundheit und
Pflege
Gesetzlich Versicherte warten länger auf Termine bei Fachärzt*innen, und viele privat Versicherte können sich die hohen Prämien nicht mehr leisten. Von dieser Zwei-Klassen-Medizin profitieren wenige, zum Nachteil vieler. Unser Ziel ist eine solidarisch finanzierte Bürgerversicherung, in der jede*r unabhängig vom Einkommen die Versorgung bekommt, die er oder sie braucht. Die Bürgerversicherung bezieht alle in die Finanzierung eines leistungsstarken Versicherungssystems ein. Auch Beamte, Selbständige, Unternehmer*innen und Abgeordnete beteiligen sich mit einkommensabhängigen Beiträgen. Neben Löhnen und Gehältern sollen Beiträge auf Kapitaleinkommen erhoben werden. Als ersten Schritt verbessern wir die Versorgung gesetzlich Versicherter – zum Beispiel bei der Erstattung von Brillen. Außerdem wollen wir die Benachteiligung gesetzlich versicherter Beamt*innen durch einen beihilfefähigen Tarif beenden und privat Versicherte, die sich nur den Basistarif leisten können, besser absichern.

Die Einführung einer „Bürgerversicherung“ für alle finde ich gar nicht so schlecht. Und das sage ich als Privatversicherter. Etwa merkwürdig finde ich die Aussage, dass sich „Beamte etc beteiligen“. Sie meinen ja letztendlich, dass jeder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln muss. 

Und was ist damit gemeint, dass neben Löhnen und Gehältern Beiträge aus Kapitaleinkommen erhoben werden? Eine Abschaffung der Deckelung der Krankenversicherung oder nur für den Fall gedacht, dass man ein geringes Enikommen, aber ein ohne Kapital hat? Das könnte natürlich für jemanden fatal sein, der ein Haus in München geerbt hat in dem er wohnt, gleichzeitig aber nur ein geringes Einkommen hat. Es wird auch interessant wie meine Nachweispflicht gegenüber der Versicherung aussieht. Aufstellung eines jährlichen Vermögensverzeichnisses?

Bessere Arbeitsbedingungen und sichere Berufswege
Sichere Arbeitsbedingungen und gleiche Karrierechancen für alle sind die Voraussetzungen für eine lebendige und innovative Wissenschaftslandschaft, die auch für Wissenschaftler*innen aus dem Ausland attraktiv ist. Für Nachwuchswissenschaftler*innen gibt es vor allem an Hochschulen jedoch kaum planbare und sichere Berufswege. Das gefährdet den Forschergeist und verschleudert Potenziale bei Innovation, Leistung und Qualität. Und es ist für die Betroffenen eine Zumutung. Dem begegnen wir mit dem Ausbau der Tenure-Track-Professuren und der substanziellen Reduzierung befristeter Mitarbeiter*innen-Stellen. Zudem wollen wir unbefristete Berufswege neben der Professur schaffen und ausweiten. Daueraufgaben sollen auch
mit Dauerstellen gesichert sein.

Die Wissenschafts- und Hochschullandschaft ist immer noch vorwiegend männlich, weiß, westdeutsch und von Menschen aus akademischen Elternhäusern geprägt. Das wollen wir ändern und Anreize für wirkungsvolle Diversitätsstrategien in Wissenschaft und Forschung schaffen. Gerade Frauen kehren in der Postdoc-Phase der Wissenschaft
den Rücken, sodass nur ein Viertel aller Professuren in Deutschland von ihnen besetzt ist.
Wir wollen einen Frauenanteil von 40 Prozent auf allen Ebenen durch die Einführung konkreter Zielquoten, eine Strategie für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Wissenschaftsbereich, die Einführung des Kaskadenmodells sowie den Ausbau des Professorinnenprogramms erreichen.

Einen Frauenanteil von 40 auf allen Ebenen der Wissenschafts- und Hochschullandschaft. Weiß einer wie hoch die Quote gegenwärtig ist? Klingt jedenfalls nach etwas, was verfassungsrechtlich interessant sein dürfte. Denn mit welchem Recht sollen plötzlich Frauen zu 40% die Stellen erhalten, wenn sie in einem weitaus geringeren Umfang sich um diese bemühen? Gerade für öffentliche Stellen dürfte immer noch eine Bestenauslese erforderlich sein.

Menschen sind unterschiedlich, aber gleich in ihrer Würde und ihren Rechten. Nur wenn Würde und gleiche Rechte vor der Klammer stehen, wenn alle Menschen in unserer Gesellschaft, in unserem Europa gleichen Schutz und gleiche Chancen haben und ihre Rechte in Anspruch nehmen
können, kommen Freiheit und Sicherheit – individuelle und gesellschaftliche – heraus und wird Gerechtigkeit befördert. Dieser Anspruch ist jedoch noch nicht voll verwirklicht. Wenn mit Frauen die Hälfte der Bevölkerung nicht gleichberechtigt beteiligt, repräsentiert und bezahlt wird, ist die Demokratie nicht vollkommen. Viele Menschen erleben noch immer Ausgrenzung und Diskriminierung. Nötig sind mehr Zugänge, mehr Teilhabe und mehr Repräsentanz, zum Beispiel für Menschen aus Ostdeutschland oder mit Migrationsgeschichte. Eine gleichberechtigte Gesellschaft braucht Politik, die Strukturen verändert.

Also das Anstreben  von 50/50

Macht fair teilen, auch in den Parlamenten
Es ist höchste Zeit für eine faire Verteilung von Macht. Unsere repräsentative Demokratie muss diverser werden, unsere Parlamente brauchen die Vielfalt der Herkunft und Lebenswege, die Debatten brauchen die Perspektiven, die daraus entstehen. Das bedeutet auch, dass es dringend mehr Frauen im Parlament braucht. Frauen sollten überall gleichberechtigt vertreten sein, wo Entscheidungen getroffen werden, die uns alle betreffen. Gleichberechtigung ist ein historischer und verfassungsrechtlicher Auftrag für uns alle. Dass Parität per Gesetz wirksam und angemessen ist, zeigen Beispiele aus dem europäischen Ausland. Dass verfassungsrechtlich hohe Hürden bestehen, haben Urteile von Verfassungsgerichten aus Bund und Ländern aufgezeigt. Wir wollen die Parität vorantreiben und entsprechende Gesetzesänderungen auf den Weg bringen. Um Frauen das politische Engagement zu erleichtern, braucht es auch Maßnahmen und Angebote, die Frauen den Einstieg in und die Gestaltung von Politik erleichtern.

Man darf gespannt sein was kommt. Und es ist zu hoffen, dass das BVerfG die Verfassung entsprechend schützt.

Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen
Feminismus nimmt alle in den Blick und schafft Selbstbestimmung, Teilhabe und Gerechtigkeit. Ziel ist eine Gesellschaft, in der alle unabhängig vom Geschlecht selbstbestimmt leben und auch Frauen überall gleichberechtigt mitgestalten können – von der Arbeitswelt bis in die Parlamente.

Das ist eine Aufgabe für alle Geschlechter. Dafür braucht es auch Männer, die für eine Gesellschaft einstehen, in der Macht, Möglichkeiten und Verantwortung gerecht geteilt werden. Geschlechtergerechtigkeit ist eine Querschnittsaufgabe. Mit einem Gender-Check wollen wir prüfen, ob eine
Maßnahme oder ein Gesetz die Gleichberechtigung der Geschlechter voranbringt, und dort, wo es ihr entgegensteht, dementsprechend eingreifen. Die neu geschaffene Bundesstiftung Gleichstellung werden wir zu einer effektiven Institution ausbauen, die gesichertes Wissen zu den Lebenslagen aller Geschlechter bereitstellt und wirksame Maßnahmen für Gleichberechtigung entwickelt, bündelt und für Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit zugänglich macht. Hierfür leisten die Sozialwissenschaften und die Genderstudies einen unverzichtbaren Beitrag. Wir brauchen eine Gleichberechtigungsstrategie, die alle Lebens- und Politikbereiche umfasst, ressortübergreifend arbeitet und die Erkenntnisse in umsetzbare Ziele übersetzt. Es wird Zeit für eine feministische Regierung, in der Frauen und Männer gleichermaßen für Geschlechtergerechtigkeit eintreten.

Das ist die Bundesstiftung Gleichstellung ja bereits erwähnt obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig geschaffen war, wenn ich das richtig verstehe.

Und natürlich werden die Forschungsrichtungen, die man berechtigt findet, auch gleich passend genannt: Sozialwissenschaften und Gender Studies. 

Geschlechtsspezifische Gewalt bekämpfen


Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt, die vor allem Frauen betrifft, ist eine gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe. Gewalt im häuslichen und persönlichen Nahbereich wird oft verharmlost, sowohl in der medialen Darstellung als auch in der Rechtsprechung. Mit der Istanbul-Konvention haben wir ein Instrument an der Hand, das die notwendigen Maßnahmen beschreibt. Dazu gehört auch eine Reform der Kriminalstatistik, damit das ganze Ausmaß der in Deutschland verübten Verbrechen, die aus Frauenhass begangen werden, differenziert erfasst wird und diese Taten systematisch als Hassverbrechen eingestuft werden.

Also eine Statistik, die Frauenhass gesondert fasst. Dann müsste man ja zumindest bei zwei Geschlechtern auch im übrigen sehen können, was bei Männern so passiert. Aber ausgewertet werden wird das wahrscheinlich in der Hinsicht nicht. Man wird von „Femizid“ reden, auch wenn etwa gleich viel Männer und Frauen umgebracht werden. 

Interessant würde ein Einstufung von Taten gegen Frauen als Hassverbrechen werden, denn das wirft verfassungsrechtliche Probleme auf. Mal sehen ob es kommt.

Gewaltbetroffene Frauen, deren Aufenthaltsstatus von dem Aufenthaltsstatus ihres Ehemanns oder Partners abhängt, sollen einen eigenständigen Aufenthaltstitel erhalten können. Polizei und Justiz müssen im Umgang mit Betroffenen sexualisierter Gewalt umfassend geschult und sensibilisiert sein. Opfer von Vergewaltigungen brauchen eine qualifizierte Notfallversorgung einschließlich anonymer Spurensicherung und der Pille danach. Wir werden Monitoringstellen einrichten und die getroffenen Maßnahmen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit prüfen.

Auch hier erscheint die Beschränkung auf Frauen vollkommen unnötig. Auch gewaltbetroffene Ehegatten, die von ihren Frauen abhängen, müssten gleiche Rechte haben. Aber das macht die Ehe mit einer Frau ohne Aufenthaltstitel natürlich gleich wieder brisanter. Wenn sie nicht ausgewiesen werden will und noch kein Kind mit ihm hat, dann wird der Vorwurf der Gewalt sehr verlockend. 

Interessanterweise sind „Opfer von Vergewaltigungen“ dann wieder recht neutral gehalten. 

 

Frauenhäuser absichern
Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Es ist die Pflicht des Staates, Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen. Frauenhäusern kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Denn jede von Gewalt betroffene Frau, ob mit oder ohne Kinder, braucht eine Anlaufstelle und Schutz – unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status, ihrer Wohnsituation oder davon, ob sie eine Beeinträchtigung hat. Mit einem gesetzlichen Rechtsanspruch auf Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt sichern wir über eine Geldleistung des Bundes Betroffene ab und verbessern den Zugang zu Schutzeinrichtungen und deren Angeboten für alle Frauen. Länder und Kommunen müssen weiterhin ihrerseits ihrer Finanzierungsverantwortung nachkommen. Für die Aufenthaltszeit in einem Frauenhaus sollen Betroffene, die Sozialleistungen erhalten, nicht schlechtergestellt werden.

Wir brauchen Frauenhäuser, in denen Kinder, auch wenn sie älter sind, mit aufgenommen werden können. Zudem müssen intersektionale Schutzkonzepte und Zufluchtsräume, insbesondere auch für queere, trans- und intergeschlechtliche Menschen, entwickelt und bereitgestellt werden

Das hier ist ein toller Abschnitt „Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Es ist die Pflicht des Staates, Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen“. 

Ein „Gesetzlicher Rechtsanspruch vor geschlechterspezifischer Gewalt“ wird auch nur geschlechtsneutral umgesetzt werden können. Das könnte dann schon wieder interessant sein. 

Der letzte Absatz zielt darauf ab, dass ältere männliche Kinder teilweise nicht in die Frauenhäuser dürfen, weil sie eben männlich sind. 

Der letzte Satz führt noch einmal alle möglichen „Schutzgruppen“ auf, wäre interessant was das sein soll. Besondere Schutzkonzepte innerhalb der Frauenhäuser für Transmänner oder nonbinäre? Aber dann nicht für Männer? Wird interessant für Männer, die nicht in die Obdachlosenunterkunft wollen, sich für Nonbinarität zu entscheiden. Ein Enby muss sich ja quasi nicht umstellen. 

Menschen, die in der Prostitution arbeiten, brauchen Rechte und Schutz. Dazu sollen Prostitutionsstätten strenger kontrolliert werden und in Zukunft einer Erlaubnispflicht unterliegen.
Außerdem wollen wir Beratungsangebote ausbauen und finanziell unterstützen. Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung ist ein abscheuliches Verbrechen, das wir mit den Mitteln des Strafrechts, aber auch durch ein gemeinsames europäisches Vorgehen, Information sowie Schutz und Hilfe für die Opfer konsequent bekämpfen werden. Opfer von Menschenhandel einfach abzuschieben ist falsch. Stattdessen würden ihre Anzeige- und Aussagebereitschaft durch ein dauerhaftes Bleiberecht erhöht und die Strafverfolgung der Täter*innen würde leichtert.

Ein Bleiberecht für Frauen, die sagen, dass sie Opfer von Menschenhandel gewesen sind, erzeugt allerdings auch einen hohen Anreiz für Falschangaben. 

Selbstbestimmung durch Gesundheitsversorgung
Alle Menschen, auch Mädchen und Frauen, sollen selbst über ihren Körper und ihr Leben entscheiden können. Eine gute Gesundheitsversorgung inklusive eines gesicherten Zugangs und umfassender Informationen zum Schwangerschaftsabbruch sind dafür notwendig. Die Entscheidung, ob eine Frau eine Schwangerschaft abbricht oder nicht, gehört mit zu den schwersten im Leben.
Gerade deshalb ist es so wichtig, dass diese Frauen gut beraten und medizinisch professionell versorgt werden. Wir streiten für eine ausreichende und wohnortnahe Versorgung mit Ärzt*innen, Praxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Das Thema muss in die Ausbildung von Ärzt*innen nach international anerkannten Standards integriert werden. Familienplanungs- und Beratungsstellen werden wir absichern und die freiwilligen Beratungsangebote ausbauen. Um die Versorgung für Frauen dauerhaft zu gewährleisten, braucht es eine Entstigmatisierung und Entkriminalisierung von selbstbestimmten Abbrüchen sowie eine generelle Kostenübernahme. Frauen, die sich für einen Abbruch entscheiden, und Ärzt*innen, die einen solchen ausführen, müssen etwa durch die Einrichtung von Schutzzonen vor Anfeindungen und Gehsteigbelästigungen geschützt werden. Ungewollt Schwangere brauchen den bestmöglichen Zugang zu Informationen. Um diesen zu gewährleisten und Ärzt*innen zu schützen, gilt es den § 219 a aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Die Kosten für ärztlich verordnete Mittel zur Empfängnisverhütung müssen für Empfängerinnen von staatlichen Transferleistungen übernommen werden.

Das Informationsverbot halte ich auch für bescheuert. Abtreibung als Pflichtstoff in der Arztausbildung erscheint mir relativ sinnlos, was braucht der Hals-Nasen-Ohren-Arzt vertiefte Kenntnisse über Abtreibungen. Vielleicht ist aber auch nur gemeint sie in bestimmte Bereiche der Facharztausbildung aufzunehmen, etwa bei Frauenärzten. 

 

Homo- und Transfeindlichkeit bekämpfen
Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*-, Inter*- und queere Menschen (LSBTIQ*) sollen selbstbestimmt und diskriminierungsfrei ihr Leben leben können. Dafür und gegen gesetzliche Diskriminierungen sowie Benachteiligungen und Anfeindungen im Alltag werden wir ein starkes Signal setzen und den Begriff „sexuelle Identität“ in Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes ergänzen. Wir werden einen bundesweiten ressortübergreifenden Aktionsplan „Vielfalt leben!“ für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt vorlegen mit dem Ziel, LSBTIQ* gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu garantieren und Vielfalt und Akzeptanz zu fördern. Dazu gehören auch Maßnahmen zur LSBTIQ*-inklusiven Gesellschaftspolitik sowie eine langfristige
Strukturförderung der LSBTIQ*-Verbände. Gegen LSBTIQ* gerichtete Hasskriminalität werden wir entschieden bekämpfen. Das diskriminierende Blutspendeverbot für homosexuelle Männer wollen wir aufheben. Um queere Jugendliche zu schützen und zu stärken, wollen wir mit einer bun desweiten Aufklärungskampagne für junge Menschen über die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten informieren und bezüglich Homo- und Transphobie sensibilisieren. Wir werden uns gemeinsam mit den Ländern dafür einsetzen, dass sich geschlechtliche Vielfalt und Diversität in den Lehr- und Bildungsplänen wiederfinden.

„Sexuelle Identität“ als etwas, weswegen man nicht diskriminiert werden kann ist interessant, weil Heterosexualität auch eine sexuelle Identität ist und das BVerfG die Einstellung aus den intersektionalen Theorien, dass nur „Minderheiten“ solche Schutzrechte wahrnehmen können, nicht teilt. Das könnte den Grünen dann noch Ärger machen, auch bei ihren Lehr- und Bildungsplänen, die dann eben die Heterosexualität auch nicht angreifen können. Die Schulen werden begeistert sein, wenn sie das entsprechend aufnehmen müssen. 

Selbstbestimmung garantieren, Transsexuellengesetz aufheben


Mit einem Selbstbestimmungsgesetz werden wir dafür sorgen, dass das überholte Transsexuellengesetz endlich aufgehoben wird. Eine Änderung der Geschlechtsangabe auf Antrag der betroffenen Person werden wir ermöglichen und das Offenbarungsverbot konkretisieren. Wir schreiben fest, dass nicht notwendige Operationen und Behandlungen an intergeschlechtlichen Kindern verboten werden. Bei Gesundheitsleistungen sowie geschlechtsangleichenden Operationen und Hormontherapien muss das Selbstbestimmungsrecht gesichert sein. Den Anspruch auf medizinische körperangleichende Maßnahmen wollen wir gesetzlich verankern und dafür sorgen, dass die Kostenübernahme durch das Gesundheitssystem gewährleistet wird.

Interessanterweise könnte dann der Penis einen intergeschlechtlichen Kindes besser geschützt sein als der Penis eines Jungen, den man vollkommen unnötig beschneiden darf. 

Kinderschutz vor Gericht verbessern
In familienrechtlichen Verfahren werden Entscheidungen getroffen, die erhebliche Auswirkungen auf das weitere Leben von Kindern und ihre Familien haben können. Es gilt den Kinderschutz vor Gericht zu stärken. Wir machen einerseits die Fortbildungen für Familienrichter*innen verbindlich und werden diese andererseits bei ihrem Arbeitspensum berücksichtigen.

Das wird an der Qualität der Familienrichter nichts ändern. Entgegen der Meinung vieler sind diese durchaus fit im Recht und besuchen auch entsprechende Fortbildungen über Richterakademien etc. Der Richter wird auch weiterhin auf seine üblichen Hilfsmittel zurückgreifen, nämlich eben Gutachter etc. 

Auch in Kindschaftssachen wollen wir die Rechtsbeschwerdemöglichkeit zum Bundesgerichtshof herstellen. In Strafverfahren wollen wir die Opferrechte von Kindern weiter stärken. Mehrfache Vernehmungen müssen vermieden und die Befragungen kindgerecht ausgestaltet sein.
Sexualisierte Gewalt gegen Kinder muss konsequent aufgeklärt und verfolgt werden, vor allem durch mehr – insbesondere auch auf Internetkriminalität spezialisiertes – Personal bei Polizei und Staatsanwaltschaften.

Ich vermute mal sie wollen den § 70 FamFG so ändern, dass für Kindschaftssachen keine Zulassung der Rechtsbeschwerde mehr erforderlich ist. 

50 Prozent Frauen in internationalen Verhandlungen

Wir wollen dem Multilateralismus neue Impulse für mehr Zusammenarbeit geben. Transformation gelingt nur mit Kooperation, und die gelingt nur durch Einbeziehung der betroffenen gesellschaftlichen Gruppen. Nach wie vor ist die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen der
stärkste Indikator dafür. Wir wollen schrittweise für Deutschland und Europa eine 50-Prozent-Quote in allen diplomatischen und multilateralen Verhandlungen, für die Entsendung in internationale Organisationen sowie auf den Umsetzungsebenen durchsetzen. Um das zu ermöglichen, ist eine 50-Prozent-Quote für Frauen im Auswahlverfahren für das Personal in internationalen Einsätzen, in den international arbeitenden Ministerien sowie im gehobenen und höheren Europäischen Auswärtigen Dienst notwendig. Es braucht vergleichbare Kriterien, Standards, Indikatoren und Zeitrahmen für die Gleichstellungspläne der Ministerien, vergleichbar mit dem „Gender Equality Plan“ nach dem Vorbild der schwedischen Regierung.

Mit „wir wollen überall eine 50% Quote“ wäre das Programm etwas kürzer geworden.

Für Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen weltweit

Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein Menschenrecht. Ohne Geschlechtergerechtigkeit kann auch Armut nicht wirksam bekämpft werden. In vielen der ärmsten oder konfliktgebeutelten Länder sind Frauen und Mädchen besonders von Armut, Hunger und Gewalt betroffen.
Wir setzen uns konsequent für die Rechte von Frauen und Mädchen weltweit ein, für ein selbstbestimmtes Leben. Bildung und Gesundheit sind dafür die Schlüssel. Wir engagieren uns dafür, Frauen und Mädchen den uneingeschränkten Zugang zu gleichwertiger Bildung zu sichern sowie ihre sexuellen und reproduktiven Rechte zu schützen. Es braucht innovative Bildungsangebote wie kompakte nachholende Grundbildung für Frauen oder Berufsbildung in Krisen- und Post-Konfliktkontexten. Unsere internationale Zusammenarbeit werden wir darum finanziell und konzeptionell auf diese Aufgabe hin ausrichten, die Erreichung der Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsaufgabe sowie reproduktive Gesundheit und das Recht auf Bildung in allen Projekten verankern.

Auch hier wieder die Frage, warum man nicht Bildung für alle fordern kann.

Internationale Politik feministisch gestalten

Wir gestalten unsere Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik feministisch. Frauen, Mädchen und marginalisierte Gruppen sind in besonderem Maße von Kriegen, Konflikten und Armut betroffen. Die Wahrung ihrer Rechte und ihrer Rolle als Gestalter*innen in der internationalen Politik fördert Frieden, Entwicklung, Stabilität und Sicherheit. Es geht darum, die Perspektiven von Frauen, Mädchen und marginalisierten Gruppen zu stärken, zu schützen und bei allen bi- oder multilateralen Verhandlungen immer mindestens gleichberechtigt einzubeziehen. Dazu braucht es auch Genderanalysen für einzelne Länderkontexte in regelmäßigen Abständen und bedarfsgerechte Strategien und Genderbudgeting. Es gilt die Umsetzung der VN-Resolution 1325 „Frauen, Frieden, Sicherheit“ voranzutreiben, sexualisierte und genderbasierte Gewalt entschieden einzudämmen, die reproduktiven Rechte von Frauen zu schützen und die Sicherheit und Partizipation von Frauen und Mädchen in der Prävention, bei der Transformation von Konflikten und in Stabilisierungsprozessen in den Fokus zu nehmen.

Frauen sind in Kriegen besonders betroffen. Die Männer entziehen sich den ganzen Problemen in dem sie sterben. 

Siehe auch:

 

Astra Zeneca, Trombosen, die Pille und Frauen als Opfer

Das Corona-Impfmittel Astra Zeneca ist wegen Trombosengefahr kurzzeitig vom Markt genommen worden und relativ schnell wurde von verschiedensten Personen angemerkt, dass die Pille ja ebenso eine Trombosegefahr aufweisen würde.

Die einen nutzen das das Argument um die Aussetzung der Impfung zu kritisieren, aber natürlich fanden sich auch Stimmen, die meinten, dass bei Frauen eben solche Risiken egal seien.

Um einfach mal vier Tweets rauszugreifen.

Allerdings tritt die Trombose wegen der Anti Baby Pille meist im Beinbereich auf wo diese meistens ohne Komplikationen behandelt werden kann. Bei Astra Zaneca hingegen im Hirn, mit insofern höheren Folgen.

Und natürlich unterliegt ein älteres bereits lange eingeführtes Medikament auch anderen Regeln als ein neues Medikament, bei dem man zudem verhindern wollte, dass sich hier eine Panik breit macht, die sich auf die Impfbereitschaft niederschlägt, während die Pille eine Individualentscheidung ist und gerade in den neueren Versionen auch immer sicherer wird.
Die Reaktion wäre auch enorm gewesen, wenn man gesagt hätte „Stimmt, die Pille ist genau so gefährlich, wir nehmen sie auch vom Markt“.

Aber auch hier muss man alles wieder zu einem Angriff auf die Frauen hochspielen, der so gar nicht stattfindet.

Buchbesprechungen: Wer möchte was besprechen?

Ich hatte gefragt, welche Bücher noch besprochen werden sollen.

Hier mal die Vorschläge, die gemacht worden sind:

  • Alice Schwarzer – „Der kleine Unterschied“
    in der Tat ein Klassiker des „klassischen Feminismus“. In sofern heute eher Rechtsgeschichte, wobei natürlich viele ältere Feministinnen noch genau aus dieser Ecke kommen
  • Simone de Beauvoir – „Das andere Geschlecht“
    Hier habe ich sogar schon eine Besprechung, von 2010, die ich geschrieben hatte bevor es diesen Blog überhaupt gab. Aber ich würde mich auch über eine weitere Besprechung freuen.
  • Gender Trouble von Judith Butler war erwähnt worden und Djadmoros hatte überlegt seine Besprechung hier noch mal zu überarbeiten
  • „Die geschützten Männer“ von Robert Merle
    Sagt mir gar nichts, ich verweise mal auf den Wikipedia-Artikel
  • Backes und Bettoni: „Alle drei Tage“: darüber, dass alle drei Tage eine Frau umgebracht wird. Würde mich interessieren, ob das einen gewissen Einfluss hatte. Immerhin scheint es zu erwähnen, das „Femizid“ in Brasilien ein eigner Straftatbestand ist.
  • Der dressierte Mann, von Esther Vilar Zweifellos ein Klassiker in der Gegenargumentation.
  • Debra W. Soh – The End of Gender Frau Soh ist eine canadische Kritikerin der Gender Studies, insofern sicherlich ein interessantes Buch
  • Karl Marx, Das Kapital Da würde mich eine Besprechung auch sehr interessieren.
  • V. Solanas – SCUM Manifesto Wäre sicherlich interessant, da mal den Wahnsinn und wie er sich in feministische Ansichten gerettet hat, näher vorzustellen
  • Sophie Passmann – Alte weiße Männer Als Einblick in die neuere deutsche Diskussion sicherlich interessant.
  • Mark Bray: Antifa:_The_Anti-Fascist_Handbook El Mocho hat sich bereits für eine Besprechung angeboten
  • „When Harry Became Sally“, von Ryan T. Anderson. Darin geht es um den Transsexuellen-Aktivismus und seine Folgen. El Mocho will auch hierzu evtl was schreiben
  • Robert Pfaller: „Erwachsenensprache“  Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur
  • „Human Diversity. The Biology of Gender, Race, and Class“ (Charles Murray): Sexismus, Rassismus und Klassismus
  • „The Righteous Mind. Why Good People are Divided by Politics and Religion“ (Jonathan Haidt): Moralpsychologie
  • „The Singularity is Near. When Humans Transcend Biology“ (Ray Kurzweil): Science Fiction
  • Kultur und Kognition. Die Beiträge von Psychometrie und Piaget-Psychologie zum Verständnis kultureller Unterschiede“ (G. Oesterdiekhoff & H. Rindermann): Denkstrukturen und Gesellschaft
  • „The Origin of Wealth“ (Eric Beinhocker): evolutionäre Wirtschaftssoziologie

Also: Jeder sucht sich jetzt ein Buch aus, dann sind wir da Ruckzuck durch!

„Equal Days“

Bei Arne wird ein interessanter Leserbrief veröffentlicht: (via Matze)

Hallo Herr Hoffmann,

heute ist Equal Pay Day, also der Tag, an dem rechnerisch die Männer anfangen müssten zu arbeiten, um bis zum Ende des Jahres das zu verdienen, was Frauen verdienen.

Noch ist nicht Equal Suicide Day. Der ist am 4.10. An diesem Tag beginnen Frauen, sich rechnerisch genau so oft umzubringen wie Männer. Bis zum 4.10. haben nur Männer ihr eigenes Leben genommen.

Auch der Equal Punishment Day liegt noch etwas vor uns. Der ist am 24.8. Frauen, die das gleiche Verbrechen wie ein Mann begangen haben, müssen erst ab diesem Tag bis zum Jahresende ins Gefängnis, während der Mann bereits seit Jahresanfang sitzt.

Nur einen Tag später, am 25.8., wäre der Equal Violence Victim Day. An diesem Tag fangen Frauen statistisch an, Opfer von Gewaltkriminalität zu werden, während Männer bereits seit dem 1.1. leiden müssen.

Es ist auch noch lange nicht Equal Work Safety Day. Der ist am 15.12. An diesem Tag fangen Frauen an, genau so oft bei einem Arbeitsunfall zu sterben wie Männer. Bis zum 15.12. sind nur Männer am Arbeitsplatz umgekommen.

Wo kann man eigentlich solche Gedenktage vorschlagen?

Equal Taxes Day wäre vielleicht auch interessant. Oder Equal Sorgerecht Day

Es erinnert etwas an die Debatte um „an jedem dritten Tag“. Daher daraus noch ein paar Zahlen

Verkehrstote 2018: 3.265 Tödliche Arbeitsunfälle: 420 (90% Männer) Straftaten gegen Männer 2018: 604.475 Straftaten gegen Frauen 2018: 414.147

Alle 2,8 Stunden überträgt ein Gericht in Deutschland das alleinige Sorgerecht für ein Kind entgegen dem Willen des Vaters der Mutter (Stand 2009; 4690 Fälle, 67,3 % zugunsten der Mütter, zu 5,8 % zugunsten des Vaters, restliche Fälle: gemeinsames Sorgerecht)

Wird es besser, wenn man auch für Männer solche Tage erfindet? Nein, aber es ist ein gutes Mittel den Leuten in einer Diskussion vor Augen zu führen, dass man das von der anderen Seite her genau so machen kann. Insofern ist es interessant ein paar Tage in Peto zu haben

 

Das Mindset des Feminismus:

Leser Flin führt zu den intersektionalen Theorien bzw zum Feminismus das Folgende an:

Viele Erfolgreiche Menschen haben ein gemeinsames Mindset. Und zwar, dass sie nur sich selbst ändern können. Dass sie Fehlerursachen bei sich selbst suchen und aus ihren Fehlern lernen.

„Der andere muss sich ändern“ und „Ich bin nicht schuld“ ist ein Loser-Mindset. Weit verbreitet, und zum Beispiel in Wettbewerbsszenarien (Online Spiele, Sport, Kartenspiele, Börse) oft zu finden. Alles andere ist verantwortlich für die Niederlage. Pech, die schlechten Mitspieler, etc. Die wirklichen Gewinner sind emotional weniger involviert, bewerten ihre Age nüchtern, machen das Beste aus jeder Situation, und sorgen an jeder Stelle dafür, ihre eigenen Siegchancen zu maximieren. Geben seltener auf, halten sich nicht mit Vergangenheit auf und belügen sich nicht selbst, ausser um sich zu motivieren.

Der moderne Feminismus ist ein Loser Mindset. Er entmachtet seine Anhänger. Erwartet, daß sich die anderen ändern. Sucht Schuld bei Anderen und übernimmt keine Verantwortung. Ist emotional. Ist subjektiv und nicht an Fakten interessiert.

Ich habe mir auch schon mehrfach gedacht, dass ein Angestellter, der sich so äußern würde, wie die typischen feministischen Theorien es anführen, von allen objektiven Beobachtern als der schlechtere Kandidat angesehen werden würde, wenn es um eine Beförderung geht:

Er zeigt keinerlei Verantwortung für das eigene Tun, möchte sich nicht verbessern und meint auch sich nicht verbessern zu müssen, führt alle Fehler oder Schwächen darauf zurück, dass die anderen gemein zu ihm sind oder einfach einen unfairen Vorteil haben bzw verweist sogar darauf, dass man es ihm nicht vorwerfen kann, weil die anderen irgendwie eine Gehirnwäsche mit ihm gemacht haben, weswegen er dafür nicht verantwortlich ist. 

Niemand würde einen solchen Angestellten haben wollen, jeder würde verstehen, warum er nicht befördert wird. 

Wer einem Angestellten raten würde so aufzutreten, der würde ihm einen schlechten Rat geben

Es ist eine sehr passive Haltung, die Verantwortung abgibt und erwartet, dass andere die Probleme für einen lösen und man sie dafür noch anmeckern darf. 

Dazu passt natürlich das Konzept der weiblichen Unterverantwortlichkeit:

Female hypoagency is what we call the cultural tendency to deny that women have agency. We are talking about imputed rather than real lack of agency. This means that when a woman does something, her agency in that act is denied, so that if that act is something bad, she will be immune from blame.

A necessary corollary of female hypoagency is male hyperagency. Under male hyperagency men are held responsible for all the things women are not.

I hope the sexism is obvious enough not to need further explanation and that the misogyny and misandry of this system is obvious too. One common form this takes is projecting women’s inaction, failures or the negative consequences of their actions onto men, as a culturral norm.

 

Internationaler Frauentag 2021

Gestern gab es schon ein paar Vorgeschmäcker auf heute, mal sehen was der Frauentag noch bringt

Meine Retraditionalisierung in der Corona-Krise

Momentan tritt bei uns eine starke „Retraditionalisierung“ ein. Südländerin ist schon im Mutterschutz und betreut Fräulein Schmidt an den Tagen, in denen diese nicht in die Kita kann (sie haben einen etwas eingeschränkten Betrieb). Sie kocht auch üblicherweise dann und ich komme in der Mittagspause für eine Stunde oder 45 Minuten nach Hause. Wenn es passt hole ich vorher Fräulein Schmidt aus der Kita ab. Ich esse schnell etwas, spiele etwas mit dem gegenwärtig noch süßesten Kind der Welt und verschwinde dann wieder zur Arbeit.

Das ist insbesondere schön, weil ich die Kleine sonst quasi nur morgens sehe, abens schläft sie üblicherweise schon, wenn ich komme. Sie freut sich dann immer riesig und fragt Mama schon, wann ich endlich komme bzw ist enttäuscht, wenn die Mama sie von der Kita abholt.

Es macht Spaß, auch wenn sie mich dann meist etwas belagert und es eigentlich gar nicht mag, wenn ich zu lange esse. Sie weiß ja, dass ich dann bald wieder los muss.

Erst einmal wird Südländerin nach der Geburt des Kindes (wir brauchen dringend einen Blognamen, Junger Schmidt, was ja das Gegenstück zu Fräulein wäre, klingt bescheuert. Jüngling Schmidt wie hier vorgeschlagen klingt auch etwas merkwürdig. Hat jemand eine gute Idee?) ein Jahr aussetzen, insofern könnte mir der Mittagsstisch noch etwas erhalten bleiben. Aber wenn sie wieder arbeitet, dann wird es natürlich schwierig. Vielleicht schaffe ich es dann noch schnell etwas zu kochen und wir „enttraditionalisieren“ in der Hinsicht etwas.

Aber die Mittagspause zuhause zu verbringen und die Kinder dann auch etwas mehr zu sehen ist schon ein toller Luxus.