„Jungs, warum verlasst ihr euch beim Schenken so oft auf Mädchen“?

Die Jetzt, das Jugendmagazin der Süddeutschen hat bekanntlich die Rubrik, wo Jungs Mädchen fragen und diese antworten und umgekehrt.

Hier war kürzlich eine weihnachtliche Frage:

Weihnachtszeit ist Geschenkezeit. Für viele von uns bedeutet das, dass wir nicht nur für Eltern, Großeltern oder Geschwister Geschenke suchen, sondern auch noch eure Bescherung planen. Und damit meine ich nicht nur, euch zu beschenken. Sondern vor allem, dass wir oft die Geschenke kaufen, die ihr dann stolz eurer Mama oder eurem kleinen Bruder überreicht. Zugegeben, das ist ein Klischee, das bestimmt nicht auf alle von euch zutrifft, und auch nicht auf alle von uns. Aber kommt schon: Der Großteil der schönen und kreativen Präsente unterm Weihnachtsbaum oder auf dem Geburtstagstisch kommt eher von der weiblichen Seite.

Und das ist nicht nur in der Familie so, wenn Väter und Brüder auf uns zukommen und ganz unauffällig fragen, ob wir denn schon eine Idee für ein Geschenk für Mama oder Großtante Helga hätten. „Willst du was besorgen? Ich beteilige mich“, heißt es dann von euch. Auch im Freundeskreis beobachten wir das: Wir sind diejenigen, die die Whatsapp-Gruppen vor einer Geburtstagsparty nicht nur eröffnen, sondern auch mit Vorschlägen füllen, dann durch die Stadt hetzen, das Internet auf den Kopf stellen und das Ergebnis am Ende auch noch mit Schleifchen und schönem Geschenkpapier verpacken. Als hätten wir im Gegensatz zu euch Zeit dafür. Am Ende gebt ihr einfach einen Zehner dazu, setzt euren Namen unter die von uns liebevoll ausgesuchte und beschriebene Karte und seid fein raus. Wenn ihr überhaupt von selbst daran denkt und wir nicht auch noch hinter dem Geld herlaufen müssen.

Die Antwort:

erst gestern habe ich mit meiner Schwester telefoniert, um über Weihnachtsgeschenke zu reden. Seit es nicht mehr okay ist, seinen Verwandten voller Stolz ein Buntstift-Gekrakel oder ein selbstgebasteltes … Etwas … zu überreichen, haben wir die Abmachung, dass wir alles zusammen verschenken. Leider muss ich gestehen, dass bislang der Großteil der Ideen von meiner Schwester kam. Auch in diesem Jahr. Für Weihnachten brauchen wir sieben Geschenke. Fünf haben wir schon, vier Ideen kamen von ihr, eine von mir. Bei unserem gestrigen Telefonat war mein einzig brauchbarer Vorschlag einer, den meine Schwester vor gut einer Woche schon mal selbst geäußert hatte.

Und auch bei Gruppengeschenken kann ich die Erfahrung bestätigen, dass es meistens Frauen sind, die die „Geschenk für XY“-Whatsapp-Gruppe gründen und gute Ideen liefern. Die Männer sind unterdessen eher damit beschäftigt, sich möglichst schlechte Gag-Geschenke auszudenken.

Für einen Erklärungsversuch reise ich mal zurück in vergangene Teenager-Jahre, als mein Freundeskreis eigentlich ausschließlich männlich war. Gefeiert wurde viel, geschenkt umso weniger. Falls es doch mal etwas gab, dann hatte es irgendetwas mit Fußball zu tun. Erste, tatsächlich durchdachte Geschenke, zum Beispiel für die erste feste Freundin, wurden von den anderen Jungs meistens mit Häme bedacht.

Auch wenn Letzteres zum Glück nicht mehr so ist, der Umgang mit Geschenken innerhalb unseres männlichen Freundeskreises hat sich bis heute erhalten. Eigentlich gibt es am Geburtstag nichts und wenn dann doch mal etwas verschenkt wird, ist das nicht unbedingt von Kreativität geprägt: Fußballtrikot, Fußballtrikot, Schnaps, Playstation-Spiel, Fußballtrikot und, nicht zu vergessen, Fußballtrikot. 

Aber wir sind fein damit, nicht die ausgefallensten Geschenke zu bekommen. Deswegen treibt es uns auch heutzutage nicht die Schamesröte ins Gesicht, mit offensichtlich an der Tanke gekauften Last-Minute-Blumen bei einer Geburtstagsfeier aufzutauchen.

Finde ich einen interessanten Ansatz. Er geht so ungefähr in diese Richtung: Frauen haben eine andere Verbindung zu Geschenken. Sie sehen sie als etwas, was etwas über die Beziehung des Schenkenden zu dem Beschenkten aussagt, wie gut er ihn kennt und wie sehr er sich in ihn einfühlen kann und was er für ihn bedeutet.
Männer hingegen sehen Geschenke häufig eher praktisch: Was könnte er brauchen oder was macht ein passendes Geschenk, welches zumindest okay ist. Wenn ein Mann einem Freund was schenkt, dann ist es eher die Geste oder der Anständigkeit geschuldet, aber es rückt ihre Freundschaft nicht auf eine neue Ebene oder wird all zu tiefgründig hinterfragt werden.
Weswegen es auch häufig schwierig ist, etwas für eine Freundin zu kaufen, weil die Gefahr besteht, dass sie anhand des Geschenkes die Beziehung  neu bewertet oder ein Geschenk zu praktisch und nicht romantisch genug findet.
Das ist natürlich nur in der Tendenz und allenfalls für den Schnitt richtig, nicht absolut. Es mag auch in einer langjährigen Beziehung über den 30ern anders sein als in einer jungen Beziehung junger Leute.
Es würde aber auch erklären, warum man Frauen eher die Auswahl des Geschenks überlässt. Sie machen sich tiefgreifendere Gedanken dazu und weil sie auch bekannt dafür sind, dass sie das machen glaubt man ihnen vielleicht auch eher, dass sie sich etwas besonders dabei gedacht haben .
Natürlich ist das auch realtiv: Wenn die Tante sich etwas wünscht, dann werden die meisten Männer die Frage sicherlich gerne an Frauen abgeben. Welcher Spitzenbesatz ihr gefällt oder welchen Badezusatz man dort aussucht, da würde ich auch die Entscheidung weit lieber Frauen überlassen- Wenn ein Geschenk für den Onkel gekauft werden muss, dann kann man ja durchaus ein praktisches Geschenk aussuchen, was vielleicht für Männer schon wieder interessanter bzw einfacher ist.

Jordan Peterson’s Channel 4 Interview mit Cathy Newman – Vollständiges Transcript

In dem Interview von Cathy Newman mit Jordan Peterson stecken so viele gute Stellen, dass ich mir hier das Transscript, gestohlen von dieser Seite, selbst zu Weihnachten schenke:

Cathy Newman: Jordan Peterson you’ve said that men need to quote “grow the hell up.” Tell me why.

Jordan Peterson: Well because there’s nothing uglier than an old infant. There’s nothing good about it. People who don’t grow up don’t find the sort of meaning in their life that sustains them through difficult times and they are certain to encounter difficult times and they’re left bitter and resentful and without purpose and adrift and hostile and resentful and vengeful and arrogant and deceitful and of no use to themselves and of no use to anyone else and no partner for a woman and there’s nothing in it that’s good.

Newman: So you said… I mean, that sounds pretty bad… you are saying that there’s a crisis of masculinity. I mean, what do you do about it?

Peterson: You tell… you help people understand why it’s necessary and important for them to grow up and adopt responsibilities why that isn’t a shake your finger and get your act together sort of thing why it’s more like but why it’s more like a delineation of the kind of destiny that makes life worth living. I’ve been telling young men… but it’s not I wasn’t specifically aiming this message at young men to begin with it just kind of turned out that way.

Newman: And it’s mostly—you admit—it’s mostly men listening. I mean 90% of your audience is male, right?

Peterson: Well, it’s about 80 percent on YouTube which is a… YouTube is a male domain primarily, so it’s hard to tell how much of it is because YouTube is male and how how much of it is because of what I’m saying, but what I’ve been telling young men is that there’s an actual reason why they need to grow up, which is that they have something to offer, you know, that people have within them this capacity to set the world straight and that’s necessary to manifest in the world and that also doing so is where you find the meaning that sustains you in life.

Newman: So what’s gone wrong then?

Peterson: Oh god, all sorts of things have gone wrong. I think that… I don’t think that young men are here words of encouragement some some of them never in their entire lives as far as I can tell, that’s what they tell me, and the fact that the words that I’ve been speaking, the YouTube lectures that I’ve done and put online for example, have had such a dramatic impact is indication that young men are starving for this sort of message because, like why in the world would they have to derive it from a lecture on YouTube? Now they’re not being taught that it’s important to develop yourself.

Newman: It doesn’t bother you that your audience is predominantly male. Isn’t that a bit divisive?

Peterson: No, I don’t think so. I mean, it’s no more divisive than the fact that YouTube is primarily male and Tumblr is primarily female.

Newman: That’s pretty divisive, isn’t it?

Peterson: Tumblr is primarily female.

Newman: But you’re just saying that’s the way it is.

Peterson: I’m not saying anything. It’s just an observation that that’s the way it is. There’s plenty of women that are watching my lectures and coming to my talks and buy my books it’s just that the majority of them happen to be men.

Newman: What’s in it for the women, though?

Peterson: Well, what sort of partner do you want? Do you want an overgrown child? Or do you want someone to contend with, who is going to help you?

Newman: So you’re saying, that women have some sort of duty to help fix the crisis of masculinity.

Peterson: It depends on what they want. It’s exactly how I laid it out. Women want deeply men who are competent and powerful. And I don’t mean power in that they can exert tyrannical control over others. That’s not power. That’s just corruption. Power is competence. And why in the world would you not want a competent partner? Well, I know why, actually, you can’t dominate a competent partner. So if you want domination—

Newman: So you’re saying women want to dominate, is that what you’re saying?

Peterson: No, I’d say women who have had impaired their relationships with men, impaired and who are afraid of such relationships will settle for a weak partner because they can dominate them. But it’s a suboptimal solution.

Newman: Do you think that’s what a lot of women are doing?

Peterson: I think there’s a substantial minority of women who do that and I think it’s very bad for them. They’re very unhappy, it’s very bad for their partners–although the partners get the advantage of not having to take any responsibility.

Newman: What gives you the right to say that? I mean, maybe that’s how women want their relationships those women. I mean you’re making these vast generalizations.

Peterson: I’m a clinical psychologist.

Newman: Right so you’ve you’re saying you’ve done your research and women are unhappy dominating men.

Peterson: I didn’t say they were unhappy dominating men, I said it was a bad long-term solution

Newman: Okay, you said it was making them miserable.

Peterson: Yes it is. It depends on the time frame. There’s intense pleasure in momentary domination. That’s why people do it all the time. But it’s no formula for a long-term successful long-term relationship. That’s reciprocal. Any long-term relationship is reciprocal, firstly by definition.

Newman: Let me put it quite to you from the book where you say “there are whole disciplines in universities forthrightly hostile towards men. These are the areas of study dominated by the postmodern stroke neo-Marxist claim the Western culture in particular is an oppressive structure created by white men to dominate and exclude women.” But then I want to put you…

Peterson: Minorities too, dominate…

Newman: Okay, sure, but I want to put to you… here in the UK, for example, let’s say that as an example, the gender pay gap stands at just over 9%. You’ve got women at the BBC recently saying that the broadcaster is illegally paying them less than men to do the same job. You’ve got only seven women running the top footsie 100 companies.

Peterson: Hum.

Newman: So it seems to a lot of women that they still being dominated and excluded, to quote your words back to you.

Peterson: It does seem that way. But multivariate analysis of the pay gap indicate that it doesn’t exist.

Newman: But that’s not true, is it? That 9 percent pay gap, that’s a gap between median hourly earnings between men and women. That exists.

Peterson: Yes. But there’s multiple reasons for that. One of them is gender, but that’s not the only reason. If you’re a social scientist worth your salt, you never do a univariate analysis. You say women in aggregate are paid less than men. Okay. Well then we break its down by age; we break it down by occupation; we break it down by interest; we break it down by personality.

Newman: But you’re saying, basically, it doesn’t matter if women aren’t getting to the top, because that’s what is skewing that gender pay gap, isn’t it? You’re saying that’s just a fact of life, women aren’t necessarily going to get to the top.

Peterson: No, I’m not saying it doesn’t matter, either.

Newman: You’re saying that it’s a fact of life…

Peterson: I’m saying there are multiple reasons for it.

Newman: Yeah, but why should women put up with those reasons?

Peterson: I’m not saying that they should put up with it! I’m saying that the claim that the wage gap between men and women is only due to sex is wrong. And it is wrong. There’s no doubt about that. The multivariate analysis have been done. So I can give you an example––

Newman: I’m saying that nine percent pay gap exists. That’s a gap between men and women. I’m not saying why it exists but it exists. Now you’re a woman that seems pretty unfair.

Peterson: You have to say why it exists.

Newman: But do you agree that it’s unfair if you’re a woman…

Peterson: Not necessary

Newman: …and on average you’re getting paid nine percent less than a man that’s not fair, is it?

Peterson: It depends on why it’s happening. I can give you an example. Okay, there’s a personality trait known as agreeableness. Agreeable people are compassionate and polite. And agreeable people get paid less than disagreeable people for the same job. Women are more agreeable than men.

Newman: Again, a vast generalization. Some women are not more agreeable than men.

Peterson: That’s true. And some women get paid more than men.

Newman: So you’re saying by and large women are too agreeable to get the pay raises that they deserve.

Peterson: No, I’m saying that is one component of a multivariate equation that predicts salary. It accounts for maybe 5 percent of the variance, something like that. So you need another 18 factors, one of which is gender. And there is prejudice. There’s no doubt about that. But it accounts for a much smaller portion of the variance in the pay gap than the radical feminists claim.

Newman: Okay, so rather than denying that the pay gap exists, which is what you did at the beginning of this conversation, shouldn’t you say to women, rather than being agreeable and not asking for a pay raise, go ask for a pay raise. Make yourself disagreeable with your boss.

Peterson: Oh, definitely. But also I didn’t deny it existed. I denied that it existed because of gender. See, because I’m very, very, very careful with my words.

Newman: So the pay gap exists. You accept that. But you’re saying… I mean the pay gap between men and women exists—you’re saying it’s not because of gender, it’s because women are too agreeable to ask for pay raises.

Peterson: That’s one of the reasons.

Newman: Okay, one of the reasons… so why not get them to ask for a pay raise? Wouldn’t that be fairer way of proceeding?

Peterson: I’ve done that many, many, many times in my career. So one of the things you do as a clinical psychologist is assertiveness training. So you might say––often you treat people for anxiety, you treat them for depression, and maybe the next most common category after that would be assertiveness training. So I’ve had many, many women, extraordinarily competent women, in my clinical and consulting practice, and we’ve put together strategies for their career development that involved continual pushing, competing, for higher wages. And often tripled their wages within a five-year period.

Newman: And you celebrate that?

Peterson: Of course! Of course!

Newman: So do you do you agree that you would be happy if that pay gap was eliminated completely? Because that’s all the radical feminists are saying.

Peterson: It would depend on how it was eradicated and how the disappearance of it was measured.

Newman: And you’re saying if that’s at a cost of men, that’s a problem.

Peterson: Oh there’s all sorts of things that it could be at the cost of it. It could even be at the cost of women’s own interests.

Newman: Because they might not be happy if they could equal pay.

Peterson: No, because it might interfere with other things that are causing the pay gap that women are choosing to do.

Newman: Like having children.

Peterson: Well, or choosing careers that actually happen to be paid less, which women do a lot of.

Newman: But why shouldn’t women have the right to choose not to have children or the right to choose those demanding careers?

Peterson: They do. They can, yeah, that’s fine.

Newman: But you’re saying that makes them unhappy, by and large.

Peterson: I’m saying that… No, I’m not saying that, and I actually haven’t said that so far in the program…

Newman: You’re saying it makes them miserable, at the beginning.

Peterson: No, I said what was making them miserable was having part was having weak partners. That makes them miserableI would say that many women around the age of I would say between 28 and 32 have a career family crisis that they have to deal with and I think that’s partly because of the for short and timeframe that women have to contend with. Women have to get the major pieces of their life put together faster than men which is also partly why men aren’t under so much pressure to grow up. So because for the typical woman she has to have her career and family in order pretty much by the time she’s 35, because otherwise the options start to run out and so that puts a tremendous amount of stress on women especially at the end of their 20s.

Newman: I think I take issue with the idea of the typical woman because, you know, all women are different. I want to just put another quote to you from the book…

Peterson: No, they are different in some ways and the same same in others…

Newman: Okay, you say “women become more vulnerable when they have children”…

Peterson: Oh yes.

Newman: …and you talked to one of your YouTube interviews about “crazy harpy sisters”. So… simple question: is gender equality a myth in your view? is that something that’s just never gonna happen?

Peterson: It depends on what you mean by equality. If you mean men and women….

Newman: …getting the same opportunities…

Peterson: Fairly people… We could get to a point where people were treated fairly or more fairly. I mean people are treated pretty fairly in Western culture already. But we can improve that.

Newman: They are really not though, are they? I mean otherwise why would there only be seven women running footsie 100 companies in the UK? Why would there still be a pay gap which we’ve discussed? Why are women at the BBC saying that they’re getting paid illegally less the men to do the same job? That’s not fair, is it?

Peterson: Well, let’s go to the first question. They both are complicated questions. Seven women, repeat that one, there’s…

Newman: Seven women running the top footsie 100 companies in the UK. I mean, that’s no fair.

Peterson: Well, the first question might be… why would you want to do that?

Newman: Why would a man want to do it? It’s a lot of money, it’s an interesting job…

Peterson: There’s a certain number of men, although not that many, who are perfectly willing to sacrifice virtually all of their life to the pursuit of a high-end career. So they’ll work… these are men that are very intelligent; they’re usually very very conscientious,; they’re very driven; they’re very high-energy; they’re very healthy; and they’re willing to work 70 or 80 hours a week, non-stop, specialised at one thing to get to the top.

Newman: So you think women are just more sensible. They don’t want that because it’s not a nice level.

Peterson: I’m saying that’s part of it, definitely. And so I worked…

Newman: So you don’t think there are barriers in their way that prevent them getting to the top of those companies.

Peterson: There are some barriers, yeah, like… men for example, I mean, to get to the top of any organisation is an incredibly competitive enterprise and the men that you’re competing with are simply not going to roll over and say “please take the position”. It’s absolutely all-out warfare.

Newman: Let me come back to my question: Is gender equality a myth?

Peterson: I don’t know what you mean by the question. Men and women aren’t the same. And they won’t be the same. That doesn’t mean that they can’t be treated fairly.

Newman: Is gender equality desirable?

Peterson: If it means equality of outcome then it is almost certainly undesirable. That’s already been demonstrated in Scandinavia. Because in Scandinavia…

Newman: What do you mean by that? “Equality of outcome is undesirable.”

Peterson: Men and women won’t sort themselves into the same categories if you leave them to do it of their own accord. In Scandinavia it’s 20 to 1 female nurses to male, something like that–it might not be that extreme. And approximately the same male engineers to female engineers. That’s a consequence of the free choice of men and women in the societies that have gone farther than any other societies to make gender equality the purpose of the law. Those are ineradicable differences––you can eradicate them with tremendous social pressure, and tyranny, but if you leave men and women to make their own choices you will not get equal outcomes.

Newman: Right, so you’re saying that anyone who believes in equality, whether you call them feminists or whatever you want to call them, should basically give up because it ain’t going to happen.

Peterson: Only if they’re aiming at equality of outcome.

Newman: So you’re saying give people equality of opportunity, that’s fine.

Peterson: It’s not only fine, it’s eminently desirable for everyone, for individuals and for societies.

Newman: But still women aren’t going to make it. That’s what you’re really saying.

Peterson: It depends on your measurement techniques they’re doing just fine in medicine. In fact there are far more female physicians than there are male physicians. There are lots of disciplines that are absolutely dominated by women. Many, many disciplines. And they’re doing great. So…

Newman: Let me put something else to you from the book you say “the introduction of the equal pay for equal work argument immediately complicates even salary comparison beyond practicality for one simple reason: who decides what work is equal? It’s not possible”. So the simple question is: do you believe in equal pay?

Peterson: Well, I made the argument there. It’s like it depends on who defines them…

Newman: …so you don’t believe in equal pay…

Peterson: Ahahah! No, I’m not saying that at all!

Newman: Because a lot of people listening to you will just say, are we going back to the dark ages?

Peterson: That’s because you’re actually not listening, you’re just projecting what they think.

Newman: I’m listening very carefully, and I’m hearing you basically saying that women need to just accept that they’re never going to make it on equal terms—equal outcomes is how you defined it.

Peterson: No, I didn’t say that. I said that equal…

Newman: If I was a young woman watching that, I would go, well, I might as well go play with my Cindy dolls and give up trying to go school, because I’m not going to get the top job I want, because there’s someone sitting there saying, it’s not possible, it’s going to make you miserable.

Peterson: I said that equal outcomes aren’t desirable. That’s what I said. It’s a bad social goal. I didn’t say that women shouldn’t be striving for the top, or anything like that. Because I don’t believe that for a second.

Newman: Striving for the top, but you’re going to put all those hurdles in their way, as have been in their way for centuries. And that’s fine, you’re saying. That’s fine. The patriarchal system is just fine.

Peterson: No! I really think that’s silly! I do, I think that’s silly. I really do. I mean, look at your situation. You’re hardly unsuccessful.

Newman: Yeah, and I had to work hard to get where I got to.

Peterson: Exactly! Good for you!

Newman: That’s ok, battling is good. This is all about the fight.

Peterson: It’s inevitable.

Newman: But you talk about man fight. Let me just put another thing to you. You’re saying…

Peterson: Why would you have to battle for a high-quality position?

Newman: Well, I notice in your book you talk about real conversations between men containing, quote, “an underlying threat of physicality.”

Peterson: Oh there’s no doubt about that.

Newman: What about real conversation between women. Is that something… or are we sort of too amenable and reasonable.

Peterson: No, it’s just that the domain of physical conflict is sort of off-limits for you.

Newman: But you just said that I fought to get where I got… what does that make me, some sort of proxy man or something?

Peterson: I don’t imagine that you… Yeah, to some degree I suspect you’re not very agreeable. So that’s the thing. Successful women–

Newman: I’m not very agreeable…

Peterson: Right, I noticed that actually in this conversation! And I’m sure it served your career well.

Newman: Successful women, though, basically have to wear the trousers, in your view. They have to sort of become men to succeed. Is it what you’re saying?

Peterson: Well, if they are going to compete against men, certainly masculine traits are going to be helpful. I mean, one of the things I do in my counseling practice, for example, when I’m consulting with women who are trying to advance their careers, is to teach them how to negotiate and to be able to say no and to not be easily pushed around. And to be formidable. If you’re gonna be successful you need to be smart, conscientious and tough.

Newman: Well, here’s a radical idea. Why don’t the bosses adopt some–male bosses shall we say–adopt some female traits so the women don’t have to fight and get their sharp elbows out for the pay rises. It’s just accepted if they’re doing the same job they get the same pay!

Peterson: Well, I would say partly because it’s not so easy to determine what constitutes the same job and…

Newman: That’s because, arguably, there are still men dominating our industries, our society and therefore they’ve dictated the terms for so long that women have to battle to be like the men.

Peterson: No, it’s not true. It’s not true. So, for example…

Newman: Where is the evidence?

Peterson: I can give you an example very quickly. I worked with women who worked in high-powered law firms in Canada for about 15 years and they were as competent and put together as anybody you would ever meet. And we were trying to figure out how to further their careers. And there was a huge debate in Canadian society at that point that was basically ran along the same lines as your argument. If the law firms didn’t use these masculine criteria then perhaps women would do better. But the market sets the damn game. It’s like…

Newman: And the market is dominated by men.

Peterson: No, it’s not. The market is dominated by women. They make 80 percent of the consumer decisions. That’s not the case at all. 80 percent…

Newman: If you talk about people who stay at home looking after children, by and large they are still women. So they’re going out doing the shopping. But that is changing.

Peterson: They make all the consumer decisions. The market is driven by women, not men.

Newman: Right.

Peterson: Ok, and if you’re a lawyer in Canada…

Newman: And they still pay more for the same sort of goods. That’s been proven. That men, for the… you buy a blue bicycle helmet, it’s gonna cost less than a pink one. Anyway, we’ll come on to that.

Peterson: It’s partly because men are less agreeable. Because they won’t put up with it.

Newman: I want to ask you: is it not desirable to have some of those female traits you’re talking about–I’d say that’s a generalization, but you’ve used the words female traits–is it not desirable to have some of them at the top of business. I mean, maybe they wouldn’t…

Peterson: They don’t predict success in the workplace. The things that predict success in the workplace are intelligence and conscientiousness. Agreeableness negatively predicts success in the workplace. And so does high negative emotion.

Newman: So you are saying that women aren’t intelligent enough to run these top companies?

Peterson: No, I didn’t say that at all.

Newman: You said that female traits don’t predict success.

Peterson: But I didn’t say that intelligence wasn’t. I didn’t say that intelligence and conscientiousness weren’t female traits…

Newman: Well, you were saying that intelligence and conscientiousness by implication are not female traits.

Peterson: No, no. I’m not saying that at all!

Newman: Are women less intelligent than men?

Peterson: No, they’re not. No, that’s pretty clear. The average IQ for a woman and the average IQ for a man is identical. There is some debate about the flatness of the distribution. Which is something that James D’Amore pointed out, for example, in his memo. But there’s no difference at all in general cognitive ability. There’s no difference to speak of in conscientiousness. Women are a bit more orderly than men and men are a little bit more industrious than women. The difference isn’t big.

Newman: Feminine traits. Why are they not desirable at the top?

Peterson: It’s hard to say. I’m just laying out the empirical evidence. We know the traits that predict success.

Newman: But we also know because companies by and large have not been dominated by women over the centuries. We have nothing to compare it to. It’s an experiment.

Peterson: True. And it could be the case that if companies modified their behavior and became more feminine they would be successful. But there’s no evidence for it.

Newman: You seem doubtful about that.

Peterson: I’m not neither doubtful nor non doubtful. There’s no evidence for it.

Newman: So why not give it a go as the radical evidence…

Peterson: Because the evidence suggests… Well, it’s fine. If someone wants to start a company and make it more feminine and compassionate, let’s say, and caring in its overall orientation towards its workers and towards the marketplace, that’s a perfectly reasonable experiment to run. My point is that there is no evidence that those traits predict success in the workplace and there’s evidence…

Newman: Because it’s never been tried.

Peterson: Well, that’s not really the case. Women have been in the workplace for at least–ever since I’ve been around the representation of women in the workplace has been about 50 percent. So we’ve run the experiment for a fairly reasonable period of time. But certainly not for centuries.

Newman: Let me move on to another debate that’s been very controversial for you. You got in trouble for refusing to call trans men and women by their preferred personal pronouns.

Peterson: No, that’s not actually true. I got in trouble because I said I would not follow that compelled speech dictates of the federal and provincial government. I actually never got in trouble for not calling anyone anything.

Newman: Right. You wouldn’t follow the change of law which was designed to outlaw discrimination.

Peterson: No. Well, that’s what it has been said it was design to do.

Newman: Okay. You cited freedom of speech in that. Why should your right to freedom of speech trump a trans person’s right not to be offended?

Peterson: Because in order to be able to think, you have to risk being offensive. I mean, look at the conversation we’re having right now. You’re certainly willing to risk offending me in the pursuit of truth. Why should you have the right to do that? It’s been rather uncomfortable.

Newman: Well, I’m very glad I put you on this part…

Peterson: You get my point. You’re doing what you should do, which is digging a bit to see what the hell is going on. And that is what you should do. But you’re exercising your freedom of speech to certainly risk offending me, and that’s fine. More power to you, as far as I’m concerned.

Newman: So you haven’t sat there and… I’m just… I’m just trying to work that out… I mean… [long pause]

Peterson: Ha! Gotcha!

Newman: You have caught me. You have caught me. I’m trying to work that up through my head… yeah I took a while… it took a while…

Peterson: It did, it did, yeah.

Newman: You have voluntary co… you have voluntarily come into the studio and agreed to be questioned. A trans person in your class has come to your class and said they want to be called “she”.

Peterson: No, that’s never happened. And I would call them “she.”

Newman: So you would. So you’ve kind of changed your tune of line.

Peterson: No. No, no, I said that right from the beginning. What I said at the beginning was that I was not going to cede the linguistic territory to radical leftists, regardless of whether or not it was put in law. That’s what I said. An then the people who came after me said “oh you must be transphobic and you’d mistreat a student in your class.” It’s like, I never mistreated a student in my class, I’m not transphobic and that isn’t what I said.

Newman: Well it said you’ve also called trans campaigners authoritarian. Isn’t that…

Peterson: Only in the broader context of my claims that radical leftist ideologues are authoritarian. Which they are.

Newman: You are saying someone who’s trying to work out their gender identity, who may well have struggled with that, who had quite though time over the years, you’re comparing them with, you know, Chairman Mao, who saw…

Peterson: No, just the activists.

Newman: …the deaths of millions of people. Well, even if the activists, you know, they’re trans people too. They have a right to say these things…

Peterson: Yeah, but they don’t have the right to speak for whole community.

Newman: … to compare them to Chairman Mao, you know, Pinochet, Augusto Pinochet, I mean… you know, this is grossly insensitive.

Peterson: I didn’t compare them to Pinochet…

Newman: Well, he was an autoritarian…

Peterson: …I did compare them to Mao… He’s a right-winger though. I was comparing them to the left-wing totalitarians and I do believe they are left-wing totalitarians…

Newman: Under Mao millions of people die. I mean, there’s no comparison between Mao and a trans activist, is there.

Peterson: Why not?

Newman: Because trans activist aren’t killing millions of people.

Peterson: The philosophy that’s guiding their utterances is the same philosophy.

Newman: The consequences are…

Peterson: Not yet.

Newman: You’re saying that trans activists could lead to the deaths of millions of people?

Peterson: No, I’m saying that the philosophy that drives their utterances is the same philosophy that already has driven us to the deaths of millions of people.

Newman: Okay, tell us how that philosophy is in any way comparable.

Peterson: Sure, that’s no problem. The first thing is that their philosophy presumes that group identity is paramount. That’s the fundamental philosophy that drove the Soviet Union and Mao is China. And it’s the fundamental philosophy of the left-wing activists. It’s identity politics. Doesn’t matter who you are as an individual, it matters who you are in terms of your group identity.

Newman: You’re just saying so to provoke, aren’t you? I mean, you are a provocateur.

Peterson: I never say say anything…

Newman: You’re like the old right that you hate to be compared to. You want to stir things up.

Peterson: I’m only a provocateur insofar as when I say what I believe to be true it’s provocative. I don’t provoke. Maybe for humor.

Newman: You don’t set out to provoke.

Peterson: I’m not interested in provoking.

Newman: What about the thing about, you know, fighting and the lobster. Tell us about the lobster.

Peterson: Ha, well that’s quite a segue! Well, the first chapter I have in my book is called “Stand up straight with your shoulders back” and it’s an injunction to be combative, not least to further your career, let’s say. But also to adopt a stance of ready engagement with the world and to reflect that in your posture. And the reason that I write about lobsters is because there’s this idea that hierarchical structures are a sociological construct of the Western patriarchy. And that is so untrue that it’s almost unbelievable. I use the lobster as an example: We diverged from lobsters evolutionary history about 350 million years ago. Common ancestor. And lobsters exist in hierarchies. They have a nervous system attuned to the hierarchy. And that nervous system runs on serotonin, just like our nervous system do. The nervous system of the lobster and the human being is so similar that anti-depressants work on lobsters. And it’s part of my attempt to demonstrate that the idea of hierarchy has absolutely nothing to do with socio-cultural construction, which it doesn’t.

Newman: Let me get this straight. You’re saying that we should organize our societies along the lines of the lobsters?

Peterson: I’m saying it is inevitable that there will be continuities in the way that animals and human beings organize their structures. It’s absolutely inevitable, and there is one-third of a billion years of evolutionary history behind that … It’s a long time. You have a mechanism in your brain that runs on serotonin that’s similar to the lobster mechanism that tracks your status—and the higher your status, the better your emotions are regulated. So as your serotonin levels increase you feel more positive emotion and less negative emotion.

Newman: So you’re saying like the lobsters, we’re hard-wired as men and women to do certain things, to sort of run along tram lines, and there’s nothing we can do about it.

Peterson: No, I’m not saying there’s nothing we can do about it, because it’s like in a chess game, right, there’s lots of things you can do, although you can’t break the rules of the chess game and continue to play chess. Your biological nature is somewhat like that, it sets the rules of the game, but within those rules you have a lot of leeway. But one thing we can’t do is say that hierarchical organisation is a consequence of the capitalist patriarchy, it’s like that’s patently absurd. It’s wrong. It’s not a matter of opinion, it’s seriously wrong.

Newman: Aren’t you just whipping people up into a state of anger?

Peterson: Not at all.

Newman: Divisions between men and women. You’re stirring things up. Any critics of you online get absolutely lambasted by your followers.

Peterson: And by me generally.

Newman: Sorry, your critics get lambasted by you? I mean, isn’t that irresponsible?

Peterson: Not at all. If an academic is gonna come after me and tell me that I’m not qualified and that I don’t know what I’m talking about… I can seriously…

Newman: So you are not going to say to your followers now “quit the abuse, quit the anger.”

Peterson: Well, we need some substantial examples of the abuse and the anger before I could detail that question.

Newman: There’s a lot out there.

Peterson: Well, let’s take a more general perspective on that. I have had 25,000 letters since June–something like that–from people who told me that I’ve brought them back from the brink of destruction. And so I’m perfectly willing to put that up against the rather vague accusations that my followers are making the lives of people that I’ve targeted miserable.

Newman: Jordan Peterson, thank you.

Peterson: My pleasure nice talking with you.

Studie: Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit korrelieren mit ökologischen Stress in der jeweiligen Gesellschaft

Tim Kaiser, der schon Autor der gestrigen Studie war, hat eine weitere interessante Studie veröffentlicht:

Abstract
Sex differences in personality were found to be larger in more developed and more genderequal societies. However, the studies that report this effect either have methodological shortcomings or do not take into account possible underlying effects of ecological variables.
Here, a large, multinational (N = 867,782) dataset of personality profiles was used to examine sex differences in Big Five facet scores for 50 countries. Gender differences were related to estimates of ecological stress as well as socio-cultural variables. Using a regularized partial-correlation approach, the unique associations of those correlates with sex
differences were isolated.
Sex differences were large (median Mahalanobis’ D = 1.97) and varied substantially across countries (range 1.49 to 2.48). Global sex differences are larger in more developed countries with higher food availability, less pathogen prevalence, higher gender equality and an individualistic culture. However, after controlling for confounds, only historic pathogen prevalence, food availability and cultural individualism remained. Sex differences in personality are uniquely correlated to ecological stress. Previously reported correlations between greater sex differences and outcomes of gender equality could be due to confounding by influences of ecological stress.

Quelle: Nature and evoked culture: sex differences in personality are uniquely correlated with ecological stress.

Hier etwas zu den Daten: Eine Übersicht über die Ausprägung der Geschlechterunterschiede:

Geschlechterunterschiede weltweit

Wie man sieht liegt Deutschland eher im Mittelfeld, Russland weißt einen der größten Geschlechterunterschiede aus, Pakistan den kleinsten. Es wäre interessant noch zu sehen, in welche Richtung die Unterschiede kleiner oder größer geworden sind. Interessant natürlich auch, dass Länder wie Norwegen und Dänemark oder Schweden oder die Niederlande keineswegs sehr weit unten stehen, sie bewegen sich in der Mitte bzw im oberen Mittelfeld

Vermutlich sind die Russen extrem männlich und die Russinnen extrem weiblich in der Persönlichkeit.

Sind aber die pakistanischen Männer eher weiblicher oder die pakistanischen Frauen eher männlicher oder bewegen sich beide auf die Mitte zu? Welche Eigenschaften haben sich angeglichen?

Weiter aus der Studie:

Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit und Variablen

Und die Besprechung dazu aus der Studie:

Sex differences in personality were larger in more individualistic countries with higher food availability and lower pathogen prevalence. Effect sizes of the unregularized correlations were medium to large. After regularization, the unique correlations still represent medium to slightly above-average effects when following empirically derived guidelines for effect size interpretation in individual differences research (Gignac & Szodorai, 2016). Gender equality and cultural individualism were positively correlated with larger sex differences, thus replicating existing findings. However, the specific correlation between gender equality and sex differences was reduced to zero after regularization. This indicates that previously reported findings reporting this effect could be attributed to confounding variables and may be better explained by ecological influences. In this study, sex differences in personality showed the strongest unique associations with ecological variables, namely historic pathogen prevalence and historic food consumption. A possible explanation for this   could be that ecological influences on the development of human cultures unfold over one or more generations. For example, changes in pathogen prevalence precede shifts in gender equality by up to three decades (Varnum & Grossmann, 2017). Still, longitudinal studies are needed to validate this speculation.

Demnach wäre also die Verfügbarkeit von Essen und das Nichtvorhandensein von Krankheitserregern  ein guter Indikator für größere Geschlechterunterschiede. Was ja durchaus mit der Theorie, dass man unter schwereren Bedingungen eher praktisch handelt, in guten aber seine Geschlechterunterschiede ausleben kann.

Aus einer Besprechung zu dieser Studie:

This basic pattern of findings was replicated in another recent large-scale survey of narrow personality traits conducted on nearly a million people across 50 countries. Using different personality tests, and averaging across all countries, Tim Kaiser found a D = 2.16, which is very similar to the effect size found in the other study on English-speaking countries. While there was cross-cultural variation in the effect, there was a general trend for more developed, individualistic countries with higher food availability, less pathogen prevalence, and higher gender equality to show the largest sex differences in global personality [6].

In particular, Scandinavian countries consistently showed larger-than-average sex differences in global personality, together with the US, Canada, Australia, the UK, and other Northern and Eastern European Countries. The countries with the smallest sex differences in global personality included several Southeast Asian countries. To be sure, there wasn’t a perfect correlation between more developed, gender-egalitarian countries and sex differences (e.g., Russia displayed the largest sex difference with D = 2.48). But even Pakistan– the country with the smallest sex differences in global personality in the world according to this study– had a D = 1.49. This means that even when you look around the world for the country with the smallest sex difference in global personality, the classification accuracy of that country is still 77%!

Es sind also selbst in den Ländern mit den niedrigsten Geschlechterunterschieden noch riesige Geschlechterunterschiede vorhanden.

Das asiatische Länder, in denen Männer einen niedrigeren Testosteronspiegel haben und Frauen relativ hohes pränatales Testosteron hingegen niedrigere Unterschiede zeigen ist interessant.

Mich würde auch interessieren, wie Russland da reinpasst: Krankheitserreger spielen vielleicht angesichts der Kälte eine geringere Rolle, aber Russland hat ja eigentlich genug Armut hinter sich.

Thomas Fischer zum „Femizid“

Thomas Fischer schreibt in seiner Kolumne interessantes zu den in der Presse gerade sehr populistisch („jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem Partner umgebracht“) dargestellten Tötungen von Frauen durch Partner:

Richtig ist, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik die Anzahl von Taten unter dem Gesichtspunkt „Partnerschaftsgewalt“ erfasst (zuletzt: Bundeskriminalamt, „Partnerschaftsgewalt“, Berichtsjahr 2018). Für das Jahr 2018 sind insgesamt 144 Fälle von Tötungsdelikten in „Partnerschaften“ registriert: Opfer waren in 77 Prozent der Fälle Frauen, in 23 Prozent der Fälle Männer. Bei den „Gewaltdelikten“ war die Verteilung ungefähr gleich: 114.000 Frauen (80 Prozent), 26.000 Männer (20 Prozent) waren Opfer.

Zu Berücksichtigen ist allerdings, dass die Kriminalstatistik noch keine endgültig entschiedenen Fälle enthält:

Die deutsche Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist die bekannteste und am häufigsten zitierte Kriminalstatistik. Sie wird seit 1953 jährlich vom Bundeskriminalamt herausgegeben.[1] Die PKS gibt in der Hauptsache die bei der Polizei angezeigten Straftaten an und gibt darüber hinaus Auskunft über Tatumstände, Tatverdächtige, Opfer und Schäden. Als sogenannte Ausgangsstatistik erfolgt die statistische Erfassung erst nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen vor Aktenabgabe an die Staatsanwaltschaft

Sie gibt also ein vorläufiges Ermittlungsergebnis wieder.

Wenn man, was zu empfehlen ist, die BKA-Studie liest, erfährt man zum Beispiel, dass unter „Partnerschaft“ z.B. auch „ehemalige“ Beziehungen verstanden werden und dass „Gewaltdelikte“ im Sinn der Statistik z.B. auch Taten ohne körperlich wirkende Gewalt sind. Interessant ist auch, dass der Zuwachs an registrierten Taten annähernd übereinstimmt mit der Zahl der Anzeigen wegen neu unter Strafe gestellter Handlungen: Wenn man herausrechnet, was früher nicht strafbar war, entfällt der Zuwachs.

Das erfreuliche an Thomas Fischer ist, dass er sich von solchen Populismus nicht anstecken lässt und die Zahlen weitaus nüchterner einordnet als es sonst geschieht.

Die PKS beschreibt bekanntlich einen Teil des sog. „Hellfelds“. Das „Dunkelfeld“ ist nicht erfasst. Es dürfte im hier betroffenen Tatbereich hoch sein (wobei die vielfach berichtete Erkenntnis, „jede dritte Frau“ sei Opfer, wenig erhellend ist). Vor allem im Bereich der einfachen Körperverletzung ist die Anzeigenbereitschaft allgemein gering. Sie ist aber auch geschlechtsspezifisch und sozial sehr unterschiedlich: Die Bereitschaft von Frauen, Körperverletzungen durch Partner anzuzeigen oder sonst zu skandalisieren (Beratungsstellen Frauenhäuser, Ärzte, Scheidungsverfahren), ist stark gestiegen und dürfte deutlich höher sein als die Anzeigeneigung von männlichen Opfern. Das gilt in allen Altersstufen, insbesondere auch in höherem Alter, wenn Männer ihren Partnerinnen nicht mehr körperlich über-, sondern oft unterlegen sind: Wenige gebrechliche alte Männer dürften Strafanzeige stellen, weil sie von Lebenspartnerinnen geschlagen, geschubst oder eingesperrt werden.

Auch das ein wichtiger Hinweis, der auch nicht gut in den Populismus passt. Viele Studien zeigen, wie auch hier schon oft besprochen, dass bei Gewalt eher eine 50/50 Verteilung vorliegt.

Unterschiedlich ist auch die Bereitschaft, Anzeigen ernst zu nehmen. Wenn ein erwachsener Mann ins Polizeirevier geht und anzeigt, seine Freundin habe ihn geohrfeigt, dürfte die Wahrscheinlichkeit hoch sein, dass er nicht ernst genommen wird. Die Gründe sind vielfältig und können hier dahinstehen.

Im Feminismus würde man sagen „toxische Männlichkeit“ und „Folgen des Patriarchats (das Patriarchat schadet eben auch Männern). Da passt es allerdings nicht, dass auch im Feminismus diese Zahlen nicht wahrgenommen werden.

Das ändert natürlich weder etwas daran, dass 80 Prozent der registrierten Gewaltopfer Frauen und 80 Prozent der registrierten Tatverdächtigen Männer sind. (Am Rande sei bemerkt, dass Frauen auch von Frauen und Männer auch von Männern misshandelt werden.) Umso befremdlicher ist es, dass In der Berichterstattung, noch mehr in der Kommentierung auch diesmal wieder die Zahl der Opfer durchweg um 20 Prozent gekürzt wurde. Anders gesagt: Die männlichen Opfer (26.000 Personen im Hellfeld!) kommen im Empörungs-Rauschen so gut wie nicht vor – als seien 26.000 mehr oder weniger schwer Verletzte und 25 Tote gar nicht der (kriminalpolitischen) Rede wert. Auch im „Zeit“-Stück werden sie gar nicht erst erwähnt. Dies zu kritisieren zielt nicht auf wohlfeiles „Mitleid mit Männern“. Interessant sind vielmehr die Argumente, mit denen schon die Möglichkeit von Mitleid (opferdeutsch: Empathie) regelmäßig abgewehrt wird.

In der Tat: Immerhin würde dann auch jeden elften Tag ein Mann von seiner Partnerin umgebracht werden. Geht aber etwas unter.

Eine gern benutzte Einwendung lautet: Was sind 25 tote Männer im Angesicht von 120 toten Frauen?

Bei 144 Toten, davon 23% Männer würde ich auf 33 kommen?

Solche Aufrechnung wird in anderen Fällen zu Recht als opferverachtende „Relativierung“ gegeißelt. Noch verdrehter ist dies: Die meisten Täter seien ja schließlich auch Männer. Um sich die Infamie dieses Arguments klarzumachen, muss man nur probeweise statt „Frauen“ den Begriff „Deutsche“ einsetzen und statt „Männer“ den Begriff „Ausländer“. Es lautet dann: Durch Gewalttaten Verletzte aus fremden Ethnien sollen sich so lange nicht beklagen, wie Angehörige fremder Ethnien hierzulande überproportional viele Gewalttaten begehen. Dieses Argument steht mit beiden Beinen im rassistischen Sumpf. Es lastet dem einzelnen Opfer seine Zugehörigkeit zu einer biologischen oder ethnischen „Täterklasse“ an. Es wird nicht besser, wenn man die Ethnie gleich ganz durch die Biologie ersetzt.

Das ist ein gerne verwandtes Argument, welches in der Tat zeigt, wie bescheuert das Argument ist. Im Feminismus würde man natürlich anmerken, dass die eine Gruppe aber privilegiert ist und die andere nicht und das alles ändert.

Scharfsinnig erwägt die „Zeit“, vielleicht sei „häusliche Gewalt … eine Sache der inneren Sicherheit“, und fragt aus dieser Analysehöhe den Bundesinnenminister: „Leben wir in einem sicheren Land? Was gedenken Sie zu tun gegen das andauernde Versagen der Behörden…?“ So schließt sich der Kreis zum Polizei-Staatssekretär der Herzen.

Mit einem schönen Versprechen endete das besinnliche Stück: „Kommende Ausgabe dokumentieren wir alle Fälle der von Männern im Jahr 2018 getöteten Frauen.“ Unsere war Vorfreude war groß. Leider jedoch enthüllt auch diese Dokumentation keine Tatzusammenhänge und Motive. Zum dritten Advent folgt, wenn wir Glück haben, die Dokumentation aller Fälle der getöteten Männer, und dann als finale Überraschung eine Analyse aller Fälle von Kindstötung.

Eigentlich eine interessante Auflistung, die ich auch schon mal im Einzelnen durchgehen wollte und damit auch schon angefangen habe. Ich schaue mal, was ich daraus noch mache.

Die Spitze von Thomas Fischer sitzt aus meiner Sicht.

Aus einem Link:

Im Jahr 2018 waren es bundesweit 136 unter vierzehnjährige Tötungsopfer.

Im Jahr 2017 waren es bundesweit 143 unter vierzehnjährige Tötungsopfer.
Hiervon waren 111 Kinder jünger als sechs Jahre.

Im Jahr 2016 waren es bundesweit 133 unter vierzehnjährige Tötungsopfer.

Mütter dürften dabei sehr häufig vertreten sein. Auch hier: etwa jeden dritten Tag. Infantizid. Wahrscheinlich mit Müttern überproportional vertreten. Sind Kinder noch sicher? Was macht man gegen diese toxische Weiblichkeit? Wird Müttern beigebracht, dass die Kinder ihr Eigentum sind und bringen sie sie daher um?

Parallelen lassen sich genug ziehen

 

Mütter bewerten Weinerlichkeit bei Jungs negativer, dafür Ärger bei Mädchen positiver. Väter eher Neutral

Eine interessante Studie hat sich der Frage angenommen, wie Väter und Mütter auf heulende Kinder, und zwar getrennt nach Söhnen und Töchtern, reagieren.

This study examined mothers’ and fathers’ (N = 102) beliefs about emotion and emotion expression in boys and girls aged 8 to 12 years using a mixed-methods design. Parents attended two focus group sessions 2 weeks apart. A thematic analysis of the group transcripts resulted in six themes: value in the experience and expression of emotion, vulnerability in the experience and expression of emotion, multiple influences on children’s learning about emotion, distinct expectations for emotion displays at home versus in public, gender roles influence emotion expectations, and generational shift in emotion-related expectations. Identified themes were consistent with previous research, yet new themes emerged relevant to gender and gender roles within society. Implications of gender-related roles and expectancies are discussed.

Quelle: A Thematic Analysis of Parents’ Gendered Beliefs About Emotion in Middle Childhood Boys and Girls

Aus einem Artikel zu der Studie:

Fathers want their sons to toughen up in moments of sadness, while mothers are much more likely to encourage them to express their emotions – at least that’s what gender stereotypes would lead us to think.

But a new study conducted by researchers at the University of Guelph suggests that moms, not dads, may be the ones implicitly perpetuating the gender stereotype that boys don’t cry.

Also scheint es nach der Studie so zu sein, dass eher Mütter das Klischee unterstützen statt den Vätern.

Das ist natürlich vor dem Hintergrund der Debatte über „Toxische Männlichkeit“ und „was macht ihr Männer eigentlich um gegen toxische Männlichkeit zu kämpfen“ durchaus interessant.

“We expected that both moms and dads would favour girls crying over boys crying. That’s based on the stereotype that boys shouldn’t cry,” said psychology professor Kristel Thomassin, who conducted the study published last month in the Canadian Journal of Behavioural Science. “We did find that – but only for moms.”

Natürlich ist es immer – wie auch im Text weiter ausgeführt – die Frage, ob man die Studie auf das tatsächliche Leben übertragen kann.

Almost 600 parents from Canada and the United States participated in the study. After completing a test to measure their latent attitudes toward emotional expression, study participants were shown images of children between the ages of 8 and 12 conveying either sadness or anger. The participants were then told to sort each image into either a “pleasant” or “unpleasant” category.

While fathers generally showed no gender bias when it came to displaying sadness or anger, the study found that mothers favoured girls crying over boys crying and had a similar bias when it came to anger.

“Moms actually think that girls expressing anger is more pleasant or more acceptable than boys expressing anger,” Prof. Thomassin said.

Also die Mädchen können bei Frauen eher wütend sein, die Jungs aber nicht weinerlich. Männer hingegen sind da weniger vorurteilshaftbelastet.

The findings could reflect the participants’ actual beliefs. Another hypothesis is that they simply reflect their awareness of, and responsiveness to, cultural stereotypes, Prof. Thomassin said.

“It’s more acceptable for women or girls in general to be more emotionally expressive than boys, no matter what the emotion is,” she said.

Auch da würde sich dann aber ein erheblicher Unterschied zeigen, der dann wiederum hauptsächlich bei den Müttern besteht.

 

It’s likely that many mothers in the study may have found images of boys crying to be “unpleasant” because they know that, no matter how unfair it may be, boys who do so are likely to be teased and bullied by their peers, Prof. Thomassin said.

Warum sollte das nur bei der Mutter der Fall sein? Der Vater müsste dieses Wissen ja sogar noch eher haben.

Erfahrungen einer Frau in einem technischen Beruf und mit Diskriminierung allgemein

Leserin Sophie schildert ihre Erfahrungen als Frau in einer eher männlich geprägten Branche wie folgt:

Ich geb mal als bekennende Verräterin (:D stolz drauf) in den Augen der Feministen meinen Senf dazu. Da ich selbst relativ junge, noch Kinderlose Ingenieurin bin (Werkstofftechnik, Schweißfachingenieur in einem klassischen Stahlbauunternehmen), kann ich da einen exemplarischen Einblick in die angebliche Diskriminierungshochburg geben:
Unter meinen Kollegen (eher der, „klassische“ Männertyp, gut ausgebildet, technisch, liebt Fußball und Männerabende) gibt es aus meimer Sicht keine offene Diskriminierung. Es ist also alles entspannt. Ich habe öfters mal den Eindruck, dass man mir Unwissenheit unterstellt und dann sich mit Erklärungen etwas wichtig tut (Feninisten würden es Mens-plaining nennen) . Das beziehe ich jedoch nicht auf mein Geschlecht, sondern eher auf meine Introversion (Schweigen wird ja oft als Schwäche interpretiert, oft von Extravertierten) und meinen Status als Neuling. Ich bin aber auch seit jeher mehrheitlich mit Männern und ausgewählten Frauen aus meinem technischen Bereich befreundet und daher gegen einige Witzchen abgehärtet (wobei andere darauf heftiger reagieren – ich kenne den Werkstattslang und mag des exquisiten Frauen-Geschmack, ausgedrückt durch die Erotikkalender in der Werkstatt – trotz Heterosexualität ;o) ). Wenn ich Sexismus erlebt habe, dann eher von wenigen Doktoren und Professoren an meiner Uni und das auch nur von denen, die generell machtgeil sind und nur bei Frauen die Sexismuskarte in ihrem Dominanzgerangel spielen, weil sie glauben, jede Frau springt drauf an). Nie und ausdrücklich nie erlebte ich Diskriminierung von Arbeitern in der Werkstatt. Die reagieren allesamt positiv auf mich als Ingenieurin, obwohl ich definitiv optisch eine Gewichtsklasse über dem „Ideal“. Nettigkeit aus Geilheit wird seitens der Feministen den Männern oft unterstellt. Kann ich ausdrücklich verneinen. Was tatsächlich stimmt: Frauen schieben Meinungsverschiedenheiten oft auf Geschlschterunterschiede, als auf eigen /beidseitig verursachte Kommunikationsprobleme. Gerade klischeehaft die Frauen aus der Buchhaltung und Sekretärinnen. Unser Chef ist genderneutral cholerisch – der brüllt alle an :D. In meiner Firma bin ich leider jetzt die einzige Frau im Technikbereich (die anderen eher in den Finanzen und Buchhaltung). Ich erlebe aber, bei meiner Vorgängerin war es auch so, dass bei uns die (5) Frauen in der Firma, mich eingeschlossen, vorwiegend Überstunden machen (40h pro Woche + nicht vergütete 10 ÜS sind bei mir die Arbeitszeit, keine Gleitzeit, Osten). Wobei die Männer eher darauf achten pünktlich zu gehen. Der Chef hat aber keine Führungsqualitäten. Wir Frauen kuschen eher aus falschem Autoritätsglauben und Pflichtbewusstsein, anstatt es richtig zu machen (ich nehm mich da nicht raus).
Das einzige, was ich erlebt habe, und auch von meinen Kolleginnen (2 gegangen, eine wie ich aus der Tätigkeit bewerbend) bestätig bekommen habe, dass man als junge, kinderlose Frau etwas länger sucht. Der AG hat halt die übliche Schwangerschaftangst. Nach der Uni hatte ich 4 Monate länger gesucht als mein Partner (gleicher Abschluss, gleiche Uni, gleiches Alter) und ich hatte mehr neben dem Studium gearbeitet plus mein SFI. Ich hatte eine höhere Absagenquote. Dasselbe erlebt meine Kollegin im Betrieb (Wirtschaftsingenieurin). Sie sucht auch gerade krampfhaft seit einem Jahr. Nun kann ich Bewerbungsfehler bei ihr nicht ausschließen, aber da ergbit sich eine kleine Differenz von Seiten der AG beim Bewerben. Gehaltstechnisch verdiene ich 4000 Euro mehr Brutto als mein Partner. Das kann aber Branchenabhängig sein und ich habe besser verhandelt :D. Also kein Gender Pay Gap von meiner Seite. Probleme auf Arbeit sind eher kommunikativer und persönlicher Natur. Frauen und Männer haben halt andere Sozialstrukturen und geschlechtertypische Eigenarten in der Kommunikation. Daher empfinde ich es als anstrengend inzwischen die einzige Frau im technischen Bereich zu sein, da ich naturgemäß aus dem üblichen Verbrüderungssaufen ausgeschlossen werde. Ich hätte gern mal eine 2. Ingenieurin/Technikerin mit der ich mal fachlich reden kann. Ich bin aber trotzdem gegen eine Quote (außer, wenn es auch eine Männerquote in Frauenberufen gibt). Ich würde mich diskriminiert fühlen durch eine Quote. Wenn ich mir ein Verhältnis wünschen könnte, dann Frau:Mann=10:90 bis 60:40 (zu viele Frauen sind mir persönlich zu anstrengend, die Sozialstruktur sollte nicht zu homogen sein. Also mein Verhältnis im technischen Bereich Frau:Mann=1:80, gesamt 6:83 ist einfach zu wenig. 20% kann man schon versuchen such als Wunschziel zu setzen und eben nicht jeder Frau im gebärfähigem Alter unterstellen, sie würde 3 Monate nach der Einstellung gleich Schwanger werden. Nicht jede Frau will ein Kind.
Ich denke Frauen müssen einfach Eier(stöcke) haben und sich in die Branchen trauen. Männer sind generell in der Mehrheit ziemlich angenehme Menschen (einzelne Personen mit Minderwertigkeitskomplexen ausgeschlossen). Tatsächlich werden Frauen, die offen sagen, dass sie keine Kinder wollen, von ihrem Umfeld (auch von Kollegen sehr stark dikriminiert).
Mein Fazit als „Betroffene“: hinter der Diskriminierungsdebatte steckt aus meiner Sicht mehr eine gefühlte Wahrheit und weniger Fakten. Die Frauen sollten weniger reden, sondern mehr den Männern Karrieretechnisch folgen.
Und zu der „wer bleibt zu Hause“-Debatte: einfach festlegen 3Monate +1Jahr Frau, dann 1 Jahr der Mann oder eine teure Nanny, dann Kindergarten. Aber keine Frau traut sich das Prinzip durchzusetzen: „Wir beide gleich lange Elternzeit, oder kein Kind.“. Da knickt dann die Frau ein. Ich verstehe nicht, warum Frau nicht temporär für einige Jahre bereit sind die Alleinversorgerin zu sein. Ich kenne einige Männer, die das cool finden würden (sagen sie).

Berichte aus den Gender Studies: Anna Schneider

Anna Schneider berichtet von ihrem einen Semester Gender Studies, dass sie absolviert hat um sich dort ein eigenes Bild zu machen, ob die Kritik berechtigt ist (Autorin ist auch auf Twitter) . (siehe auch bereits Arne)

Zwei der von mir besuchten Lehrveranstaltungen waren Vorlesungen, die eine zum Thema Theorien und Methoden, die andere zum Thema Einführung in die Gender Studies. Es schien, als ob die meisten Kolleginnen (die zwei bis drei Kollegen äußerten sich erst gegen Ende des Semesters regelmäßiger) schon mit ­einem gewissen vorgefertigten Weltbild in den Lehrsaal gekommen wären. Das bestätigte sich in der ersten Lehrveranstaltungseinheit der Theorievorlesung, als nicht bloß eine auf die Frage der Lehrveranstaltungsleiterin, was wir denn unter dem Begriff Geschlecht verstünden, wie aus der Pistole geschossen mit: Herrschaftsstruktur! antwortete. So weit, so eigenartig, entließ uns die Lehrveranstaltungsleitende vorerst mit den Worten: „Wir haben weder eine gemeinsame Lösung noch ein gemeinsames Ziel, nichts ist falsch. Es ist schön, dass sich so viele Menschen Gedanken machen“ in unser erstes Semester.

„Nichts ist falsch“ (solange es im groben in unsere Theorien passt) würde ich vermuten. Auf die Idee berechtigter Kritik kommt man dort ja meist nicht.

Aber ich möchte diesen Vorlesungen nicht unrecht tun. Im Laufe des Semesters präsentierten uns die Lehrveranstaltungsleiterinnen Theorien von Positivismus bis Postmoderne, auch die Prüfung am Ende des Semesters war entsprechend anspruchsvoll. Allerdings: Einmal wagte ich zu widersprechen. Es ging zunächst um die Theorie Marx’ und die feministische Kritik daran, er würde sich nur auf die Klassenfrage fokussieren und dabei die Reproduktionsarbeit übersehen; daran anschließend diskutierten wir über das heute dominierende System des Kapitalismus, der nach der Meinung einiger Diskussionsteilnehmerinnen dafür sorge, dass Nichterfolg im Leben ein persönliches Problem sei. Außerdem sei er schuld daran, „dass immer gearbeitet werde“.

Sofort befanden wir uns mitten in einer Debatte über das Frauenvolksbegehren, das, nicht nur meiner Meinung nach, ein ausgesprochen linksgerichtetes Unterfangen ist, beispielsweise mit seiner Forderung nach einer 30-Stunden-Woche für alle. Genau diese Meinung äußerte ich und traf offenbar einen Nerv: Nicht die Lehrveranstaltungsleiterin (die allerdings auch an anderer Stelle meinte, sie sei jedenfalls Arbeitssozialistin), aber einige meiner Kolleginnen sahen mich an, als wäre ich Herbert Kickl höchstpersönlich – wie, was daran links sei? Und überhaupt, wie könne Kapitalismus jemals gut für Frauen sein? Und überhaupt außerdem, wieso heißt es eigentlich Frauenvolks­begehren und nicht nur Volksbegehren? Nun, weil Letzteres implizieren würde, jeder lebte gerne in einer eher an den Sozialismus angelehnten Gesellschaftsordnung, aber diesen Kommentar behielt ich dann doch lieber für mich. Es war ja erst Woche zwei.

Interessant hier die Verknüpfung der Kaptialismuskritik mit den Gender Studies. Theoretisch wäre diese ja auch ohne Kapitalismuskritik möglich. Aber Kapitalismus ist dann auch wieder Patriarchat.
Das man gleichzeitig beim Gender Pay Gap eine Ungleichbehandlung sehr kapitalistisch nur am Lohn festmacht ist hingegen den meisten dann wieder gar nicht aufgefallen.

Die Behauptung, Feminismus müsse links sein, sonst sei er kein Feminismus, zog sich, mit wenigen Ausnahmen (tatsächlich habe ich nur eine Kollegin kennengelernt, die ihre politische Ausrichtung, die eben nicht links war, offen artikuliert hat – sie hat das Studium nach dem ersten Semester abgebrochen), tatsächlich durch das ganze Semester. Das überraschte mich nicht, auffällig war nur die Selbstverständlichkeit, mit der das Thema ab und zu gestreift wurde.
Das war hier ja auch schon mehrfach diskutiert worden, wobei das dann dazu führt, dass beispielsweise Alice Schwarzer, für viele der Inbegriff des deutschen Feminismus, dann wegen ihrer Einstellung zu Flüchtlingen keine Feministin mehr sein kann.

(…)

Obwohl ich mir vorgenommen hatte, dieses Studium aus Recherchezwecken als stille Teilnehmerin zu absolvieren, bestand ich bei meinem Teil des Referats auf dem Buch „Beißreflexe“. Weil: Wer Queer und Kritik daran sagt, muss auch Patsy L’Amour ­laLove sagen. (Für die, die nicht so sehr in die aktuelle feministische Literaturkritik eingelesen sind: L’Amour laLove, selbsternannte Polit-Tunte, und andere üben in diesem Sammelband harsche Kritik an der autoritären Blockwartmentalität, die die Queere Theorie ihrer Meinung nach angenommen hat.) Jedenfalls hatte ich schon meine Probleme, das Buch innerhalb meiner Referatsgruppe zu verteidigen („Aber das können wir doch nicht machen! Das ist ja furchtbar böse Kritik!“), was zum Kompromiss führte, zunächst äußerst positive Abhandlungen zum Thema und dann das von mir gewählte Buch „aber ausdrücklich als Kritik und nicht als unsere Meinung!“ auszuwählen.
Mir war zu diesem Zeitpunkt schon beinahe der Kragen geplatzt, weshalb ich auch kein Problem damit gehabt hätte, dazuzusagen, dass ich das gesamte Buch in seiner Kritik als äußerst schlüssig empfinde – aber trotzdem gut, dass ich es nicht tat. Es stellte sich nämlich im Lauf des Referats heraus, dass die Lehrveranstaltungsleitende das Buch als ganz furchtbares Nestbeschmutzen empfand (einer der Autoren, Vojin Saša Vukadinović, war – oh Schreck – selbst zuvor Student der Gender Studies gewesen). Gelesen hatte sie es ­allerdings nicht, wie sie mir verriet. Spannend.

Interessant, kennt jemand die Kritik aus dieser Richtung und möchte sie vielleicht in einem Gastartikel darstellen?

Aber interessant, dass man da sehr deutlich die Hemmungen sieht die eigenen Theorien mal zu hinterfragen oder Gegenargumente zur Kritik zu finden. Statt dessen eher ein Ausblenden und auf jeden Fall eine Distanzierung.

(…)

Studenten als Schneeflocken – volatil und schutzbedürftig. Triggerwarnungen vor Texten, die Traumata auslösen oder an solche erinnern könnten, sind ein Beispiel, das dieser Trend zeitigt; dazu kommt, wie oben ausgeführt, die Bewahrung vor anderen Meinungen. Das verhindert allerdings die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Fachgebiet. Eine Universität ist kein safe space und Unwohlsein keine Gefahr, aber das sieht man innerhalb der Gender Studies anders. Auch in Wien.

Nichts an sich heranlassen, keine Auseinandersetzung mit anderen Meinungen, deutlich machen, dass einen alles andere erschreckt, schockt und entsetzt um zu zeigen, dass man ganz auf der richtigen Seite ist.

 

Diese weitere Pflichtlehrveranstaltung nannte sich „Guided Reading“. Eine Übung, die je nach Lehrveranstaltungsleiter den thematischen Schwerpunkt wechselt, dieser war in meinem Semester, nachzulesen auf der universitätsinternen Lernplattform Moodle, wie folgt: „Die Lehrveranstaltung soll dazu beitragen, den Blick auf die grundlegende Verwobenheit von u. a. rassisierenden, vergeschlechtlichten, heteronormativen und klassistischen Normen, sowie jene der able-­bodiedness freizulegen und Wege zu neuen Denk- und Wahrnehmungsmöglichkeiten zu eröffnen.“
Ich bekam also quasi die Lehre der Opferhierachien zugeschanzt: intersektionale Feminismen. Klingt bösartig, ist es auch, aber um der Wahrheit die Ehre zu geben, sei kurz erläutert: Kimberlé Crenshaw, die Mutter der Intersektionalität, hat zu Recht darauf hingewiesen, dass Diskriminierungen oft nicht ein-, sondern mehrdimensional sind, wenn eine Person mehrere Merkmale, aufgrund derer sie Diskriminierungen erleidet, in sich trägt. Das ist alles richtig, doch: Es gibt keinen obersten Richter in diesem Nullsummenspiel der Opferolympiade, weil die Kategorien und Variationen der jeweiligen Unterdrückung subjektiv und damit endlos sind. Es mutet so an, als ob es eher darum geht, dass jeder leiden darf, weil er irgendwie Opfer von irgendwem oder ­irgendetwas ist. 

Weil es keinen offiziellen Richter gibt, kann eben jeder Richter sein. Er muss sich allerdings in den passenden Theorien den „Betroffenen“ beugen, aber nur, wenn diese die Grundtheorien ebenfalls anerkennen und nach diesen eine Deutungshoheit anerkennen, nicht etwa, wenn sie diese ablehnen.

 

Dass wir in der ersten Einheit das Angebot erhielten, unseren Namen oder unser Pronomen je nach Befindlichkeit ändern zu können, irritierte mich mäßig. Ich überlegte mir kurz, auch diesen Selbstversuch zu wagen, verwarf ihn aber wieder. Die Person, die diese Lehrveranstaltung leitete, bestand jedenfalls darauf, nicht mit „Liebe/Lieber“ angeschrieben zu werden, sondern geschlechtsneutral, etwa mit „Hallo“. Jeder, wie er möchte, dachte ich mir, doch dann wurde es wirklich unangenehm. Die folgenden drei Stunden waren, sagen wir: interessant. Weil die Person, die unsere Lehrveranstaltung leitete, sich selbst dabei unwohl fühlte, frontal mit uns zu sprechen (Hierarchiephobie), wie das im universitären Betrieb normalerweise üblich ist, bildeten wir einen Sesselkreis, um uns in dieser ersten Einheit zwei Stunden darüber zu unterhalten, wie wir uns fühlen, wie wir miteinander umgehen wollen, welche Worte wir verwenden wollen und welche eher nicht.

Das Schöne ist ja, dass solche Vorlesungen dann wieder alle Vorurteile bestätigen. Eine Hierarchiephobie und man bildet einen Stuhlkreis. Es geht um Gefühle statt Fakten.

Es ist wirklich ein Fach, welches klischeehafter nicht auf Frauen ausgerichtet sein könnte, wenn man alle bösen Vorurteile zusammen sucht.

 

Aus Gründen kann ich dieses Studium nicht fortführen. Ich habe hier berichtet, was mir im Laufe eines Semesters widerfahren ist, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und im Bewusstsein, dass das nur eines von vier Semestern des gesamten Studiums ist. Es hat sich einiges bestätigt, was nicht nur mir, sondern dem Wissenschaftsbetrieb per se Sorgen machen sollte; vor allem scheint mir, dass den Studenten, die teilweise unbedarft in diesen Lehrveranstaltungen sitzen, ein ziemlich einseitiges Bild der Welt präsentiert wird (ein kleines Beispiel: In einem Großteil der Texte, die ich für all diese Lehrveranstaltungen zu lesen hatte, war es entweder der Kapitalismus, oder sein kleiner böser Bruder, der Neoliberalismus, der all die vielfältigen Opfer produziert). Dazu kommt der schon beschriebene Fokus auf das Selbst, das Ich, das alleine die Erfahrungen gemacht hat, die es eben gemacht hat, und die demnach nicht hinterfragbar sind in ihrer vermeintlich absoluten Wahrheit.

Auch hier wieder ganz klassisches Bild.

Etwas hat mich in der letzten Einheit meiner Übung dann aber doch beruhigt. Während wir wieder einmal zur Diskussion in Gruppen eingeteilt wurden, um über mannigfaltige Unterdrückungen zu sprechen, drehte sich ein Kollege zu mir um und sagte zu mir, was ich die ganze Zeit dachte: „Anna, das ist so ein Opferstudium.“

In der Tat, Opfer sein ist das wichtigste in dem Bereich.