„Der gefährliche Aufstieg von Männern, die sich nicht mit „woken“ Frauen treffen wollen“

Ein Artikel, der eine gewisse Aufmerksamkeit im Netz erhalten hat ist „The Dangerous Rise Of Men Who Won’t Date “Woke” Women

Aus dem Inhalt:

Not wanting to date „woke“ women, far from being laughable, is actually one of the more insidious aspects of it. Spend an afternoon on any major dating app and you’ll come across (generally white) men saying openly sexist and misogynistic things. They might say „no psychos“ or that they „fucking hate big eyebrows“ in their bios. And, by and large, they also tend to hold extremely right-wing views and see themselves as victims of liberal thinking.

In fact, as I was writing this, a dear friend sent me a screenshot of a guy she’s just matched with who describes Jordan B Peterson as his „dream dinner guest“. Yes, the same Jordan B Peterson who thinks that white privilege is a „Marxist lie“ and wants millennials to drop their obsession with „social justice“.

I, meanwhile, recently had to block someone who after matching with me launched into a vile rant about how women are „evil“, „only want sex“ and treat men as though they are „disposable“. When I asked him if he hated women he replied that he had „only moderate disdain“ for us before asking me whether I didn’t want to date him because I’m actually „pretty rough“.

(…)
The reactionary influence of these ideas doesn’t stop at dating, though. As the campaign group Hope Not Hate reported last year, a hostility towards feminism is feeding directly into far-right movements online. They found that a third of young British people today believe that feminism is marginalising or demonising men and warned that these beliefs were a „slip road“ to other far-right ideas.

Mir fällt allerdings auch kein Grund ein ein Woke Frau als Partnerin in Betracht zu ziehen.

Was soll dabei positives herauskommen.

Und die untere Zeile ist wie eine Kommentatorin anmerkt, in der Tat ein Beispiel dafür, wie wenig die Autorin reflektiert:

I’m extremely concerned at the lack of self-reflection in this article:

„As the campaign group Hope Not Hate reported last year, a hostility towards feminism is feeding directly into far-right movements online. They found that a third of young British people today believe that feminism is marginalising or demonising men and warned that these beliefs were a „slip road“ to other far-right ideas.“
I look at this statistic in two ways:
1) Is our movement marginalising or demonising men? What are the ways we are doing this and what is the impact of this?
2) If we aren’t demonising men, then something about the way we are communicating our message is not clear to the audience. Let’s improve the way we communicate.

Das wäre in der Tat mal eine wesentlich interessantere Idee. Aber die typische radikale intersektionale Feministin würde dazu wohl sagen: Es ist nicht meine Aufgabe Männer zu belehren, warum der Feminismus richtig ist, schon gar nicht gegenüber Männern

Ein anderer Kommentar:

So everyone who isn’t an SJW/Has no idea what all the Tumblr buzzwords are, is ‚far right‘? Don’t overthink this. People in general don’t want to spend their time in a relationship walking on egg shells, or hearing shrill, scolding shrieking every time they say or do anything. No one wants to do that anywhere, let alone in their own home with someone who is supposed to be their partner.

und ein weiterer Kommentar:

It’s one thing to advocate for legal equality, social respect, and all-around fair treatment. No problem with that whatsoever. It’s quite another to become yammering, obnoxious, grating, lecturing fools. I can apply this directly to my own „LGBT“ tribe. I am 62 years old and have seen a truly vast improvement in both the legal and social climate. It’s truly night and day compared to what it was 45 years ago when I was coming to grips with all of it. These days, my tribe includes a minority with a minority who will not take „Yes“ for an answer. These people seem to thrive on victimhood that is now a faint shadow of what it once was. Yes, it’s a big country, and bad things happen. But those are now outliers and not cause to go on a jihad against our hetero brethren. Acknowledge the overall victories and then do what those activists were always fighting for: Live your life. You cannot force people to love, celebrate, or even like you. As long as you have your liberty and enough social respect to get by, you are ahead of the game. Society is not your enemy, yet like nature itself, it’s not necessarily your friend. Society cannot provide happiness, success, or personal fulfillment, and on a personal level you cannot hector your way into those things. Harsh, I suppose, but also true. People need to grow up and take responsibility for themselves.

Ich würde ihr vielleicht zustimmen, dass die Aussage, dass man keine woken Frauen datet im Profil mir auch eher als Red Flag erscheinen würde, wenn mich eine Freundin  fragen würde, was ich von dem Profil halte. Einfach weil es eine zu starke Betonung ist für meinen Geschmack.

 

Der Fairness halber hier ein Auszug aus einem Artikel, der erläutert, warum es vorteilhaft ist woke Frauen zu daten:

1. We will get turned on (not off) by your emotions

Das ist aus meiner Sicht eine sehr unvollständige Aussage dessen, was Frauen interessant finden.

Gegen Emotionen ist grundsätzlich nicht zu sagen. Nur eben zur richtigen Zeit und ohne das der andere als Weichei rüber kommt.

2. You will have the best orgasms of your life

Also die Ankündigung, dass woke Frauen nichts auf Geschlechterrollen geben und insofern eher einen Prostataorgasmus bewirken werden. Wäre interessant ob das so wäre,  ich bin etwas mißtrauisch. Aber ansonsten reicht eigentlich eine Erklärung über die Prostata und ihre Stimulation ebenfalls häufig aus.

3. She will push you to success

Das klingt etwas bizarr. Weit eher wird sie dir vorhalten, dass du erfolgreich bist, weil du ein Mann bist und sie nicht, weil sie eine Frau ist. Und dir etwas über Privilegien erzählen.

4. You will save money

Männer meinen häufig sie müssten so viel ausgeben. Dabei ist das nach meiner Erfahrung gar nicht erforderlich.

5. She will make you a better man

I believe empathy is the key to many of our problems, whether they be societal or personal. As much as empathy is innate, I also think it is a skill that needs to be practised on the regular. As we have seen time and time again through history, it is a lot easier to hate and fear what you don’t understand. It is challenging to be empathetic to issues that don’t concern or affect you because they don’t feel real.

Dating a woke woman is a sure-fire way of becoming a better person. They will have you practising empathy regularly and caring for people and situations you had no idea where real. (…)

Man sollte schon nie eine Frau daten, die meint, dass Männer nicht von sich aus zur Empathie in der Lage sind.

Merkwürdig, dass ihr das gar nicht auffällt. Würde eine weiße Frau in „Warum Schwarze mich daten sollten“ anführen, dass sie von ihnen endlich lernen könnte,  „Geld durch Arbeit und nicht mehr durch Straftaten zu erhalten“ dann würde der Rassismus sofort auffallen. Aber klar, wenn man aufgrund seine Idologie denkt, dass Männer zu Empathie nicht in der Lage sind, dann erscheint das als Argument.

Esther Vilar: Der dressierte Mann

„Der dressierte Mann“ von Esther Vilar ist ein Buch, welches in den Kommentaren bereits häufiger angesprochen wurde (Hallo insbesondere Adrian),.

Zunächst einmal zur Autorin aus der Wikipedia:

Ihre Eltern wanderten zu Beginn der 1930er Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten nach Argentinien aus, da die Familie des aus Erlangen stammenden Vaters einen jüdischen Hintergrund hatte. Er verdingte sich in Buenos Aires als Stehgeiger in Cafés, dann fand er eine Anstellung als landwirtschaftlicher Gutsverwalter. Die 1909 geborene Mutter stammte aus Nürnberg. Sie fühlte sich im südamerikanischen Exil aber nicht wohl und kehrte kurz nach der Geburt ihrer Tochter nach Deutschland zurück. Dort lebten sie und Esther im Nürnberger Ortsteil Ziegelstein. Nach der Zerstörung der „Reichsparteitagsstadt“ Nürnberg kehrte sie mit ihrer Tochter für einige Jahre nach Argentinien zu ihrem Mann zurück. Sie starb hochbetagt in den 2010er Jahren in Nürnberg.[1]

Vilar studierte Medizin in Argentinien und ab 1960 Soziologie und Psychologie an der Hochschule für Sozialwissenschaften in Wilhelmshaven und in München. Sie arbeitete zunächst als Ärztin. Später war sie als Übersetzerin und Rundfunkautorin tätig und begann, Bücher zu schreiben. Esther Vilar ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.[2]

Mit ihrem Buch Der dressierte Mann wurde sie 1971 als Schriftstellerin durch ihren Auftritt in der Eurovisionssendung Wünsch Dir was bekannt. In diesem Buch formulierte sie die provokante These, dass nicht – wie von der damals aufkommenden Frauenbewegung postuliert – die Frau durch den Mann unterdrückt werde, sondern umgekehrt der Mann durch die Frau.[3] Mit dem Buch löste sie große Kontroversen aus und war teilweise heftigen Anfeindungen und körperlichen Angriffen bis hin zu Morddrohungen ausgesetzt. So wurde sie auf einer Toilette der Münchner Staatsbibliothek von vier jungen Frauen zusammengeschlagen. Nach eigener Aussage war dies der Grund für ihre fluchtartige Emigration aus Deutschland.[4]

Im Jahre 1975 lieferte sie sich ein TV-Duell mit Alice Schwarzer,[5] die als Vertreterin der Frauenbewegung ebenfalls zu dieser Zeit bekannt wurde. Der Spiegel nannte Vilar in seinem Bericht über die Sendung „modisch-populäre Manneshelferin im Geschlechterkampf“. Nach der Ausstrahlung wurde die Sendung kontrovers diskutiert.[6] Die Meinungen darüber, wer dominierend in diesem Fernsehduell war, sind geteilt.[7]

In ihrem Buch Das Ende der Dressur (1977) richtete Vilar sich ausführlich gegen die angebliche Meinungsführerschaft von Lesben, denen sie vorwarf, heterosexuelle Frauen zu verführen, die „normalerweise für ihre ausgefallenen Wünsche absolut unzugänglich wären“. Um dies zu können, würden sie die feministische Bewegung nutzen, die quasi nur aus Lesben und „männlichen Feministen“ bestehe.

Esther Vilar veröffentlichte weitere Bücher und Theaterstücke, die sich oft gegen linke und feministische Positionen richteten. Zu ihren bekannten Texten zählt die eigenwillige Auseinandersetzung mit Henrik Ibsens Schauspiel Nora oder Ein Puppenheim, das in den 1970er Jahren von der Frauenbewegung stark rezipiert wurde. Ihre Theaterstücke, insbesondere EiferSucht, werden auf deutschsprachigen und europäischen Bühnen gespielt.[8]

In ihrem Buch Der betörende Glanz der Dummheit wandte Vilar sich gegen eine zu weitgehende Spezialisierung. In der vorangestellten Widmung heißt es: „Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel“ (von Bertrand Russell). In Die Fünf-Stunden-Gesellschaft propagierte sie ein alternatives Arbeitszeitmodell. Sie schlug vor, mit je zwei 5-Stunden-Berufseinheiten für Mann und Frau pro Tag das Miteinander in Familien besser zu regeln. Jeder der Partner solle eine Schicht arbeiten, so dass immer jemand bei den Kindern sein könne. Die Wochenarbeitszeit würde sich auf je 25 Stunden verringern, die Lebensarbeitszeit dadurch aber verlängert. Dies allerdings müsste ohne Lohnausgleich geschehen. In Das polygame Geschlecht beschrieb sie in einem Abschnitt, was ihrer Ansicht nach Liebe sei.

Vilar sieht ihr eigentliches Thema in der Auseinandersetzung mit den sehr grundsätzlichen Größen „Freiheit“ und „Gefangenschaft“, wie sie selbst im Nachwort zu ihrem Buch Die Antrittsrede der amerikanischen Päpstin hervorhebt: „Die Angst vor der Freiheit – die Sehnsucht, alle persönliche Verantwortung in die Hände eines anderen zu legen, sich aus freien Stücken dessen Befehlen zu beugen – war von jeher das Thema meiner schriftstellerischen Arbeit und wird wohl bis zuletzt irgendwie bestimmend für sie bleiben.“[9]

Esther Vilar war mit dem Schriftsteller Klaus Wagn verheiratet, mit dem sie den Caann-Verlag betrieb. Aus dieser Ehe stammt auch ihr Sohn.[10][11]

Einen deutschen Wikipediaeintrag zu dem Buch selbst gibt es nicht, dafür aber einen englischen:

The book argues that, contrary to common feminist and women’s rights rhetoric, women in industrialized cultures are not oppressed, but rather exploit a well-established system of manipulating men.

Vilar writes, „Men have been trained and conditioned by women, not unlike the way Pavlov conditioned his dogs, into becoming their slaves. As compensation for their labours men are given periodic use of a woman’s vagina.“ The book contends that young boys are encouraged to associate their masculinity with their ability to be sexually intimate with a woman, and that a woman can control a man by socially empowering herself to be the gate-keeper to his sense of masculinity. Vilar states that this has been going on for some time.

The author says that social definitions and norms, such as the idea that women are weak, are constructed by women with their needs in mind. Vilar explains how it works: if women are viewed as weak, less is expected of them; and therefore they are given more leeway in society than men. Vilar states that women are generally „gold diggers“ who attempt to extract money and other material resources from men. One means by which women control men to effect this transfer of resources is praise. Women dole out praise to men only when their needs are met in some way.

Another means of manipulation is the calculated use of emotional displays. Vilar claims that women can control their emotional reactions whereas men cannot, and that women create overly-dramatized emotional reactions to get their way: they „blackmail“ men emotionally. Women also use sex as a tool of manipulation and control but also traditional concepts of love and romance, which are seen more positively than sex, to control men’s sexual lives. Vilar writes that men gain nothing from marriage and that women coerce them into it under the pretense that it fulfills their romantic desires.

The book closes with Vilar stating that it would be difficult to change the situation by appealing to women, as women are unsympathetic to the plight of men, and unwilling to give up their comfortable position in society. It is up to men to see past the deception and emotional blackmail and subject it to open criticism before any meaningful changes can occur.

Hier gibt es das gesamte Buch als PDF, ein Auszug:

Vom Glück der Sklaven
Der zitronengelbe MG schleudert. Die junge Frau am Steuer bringt ihn etwas waghalsig zum Stehen, steigt aus und entdeckt, daß der linke Vorderreifen platt ist. Ohne Zeit zu verlieren, trifft sie Vorkehrungen für die Reparatur: Sie blickt den vorbeifahrenden Autos entgegen, als erwarte sie jemand. Auf dieses international genormte Signal weiblicher Hilflosigkeit (»schwache Frau von männlicher Technik sitzengelassen«) stoppt bald ein Kombiwagen. Der Fahrer erfaßt sofort, was zu tun ist, sagt tröstend: »Das werden wir gleich haben« und bittet die Frau zum Zeichen seiner Entschlossenheit um ihren Wagenheber. Er fragt sie nicht, ob sie das Rad selbst wechseln kann, denn er weiß – sie ist etwa dreißig, modisch angezogen und geschminkt -, daß sie es nicht kann. Als sie keinen Wagenheber findet, holt er seinen eigenen, sein übriges Werkzeug bringt er gleich mit. In fünf Minuten hat er die Sache erledigt und das schadhafte Rad an dem hierfür vorgesehenen Platz verstaut. Seine Hände sind ölverschmiert. Als ihm die Frau ihr besticktes Taschentuch anbietet, weist er es höflich zurück. Er hat für solche Fälle immer einen alten Lappen in seinem Werkzeugkasten. Die Frau bedankt sich überschwenglich und entschuldigt sich für ihre »typisch weibliche« Ungeschicklichkeit. Wenn er nicht gekommen wäre, sagt sie, hätte sie womöglich bis zum Abend hier gestanden. Er entgegnet darauf nichts, aber als sie einsteigt, schließt er galant die Wagentür und gibt ihr über die heruntergekurbelte Fensterscheibe hinweg noch den Rat, den schadhaften Reifen bald ersetzen zu lassen. Sie sagt, sie werde ihren Tankwart noch am gleichen Tag entsprechend anweisen. Dann fährt sie davon. Während der Mann sein Werkzeug aufräumt und allein zu seinem Wagen zurückgeht, bedauert er, daß er sich jetzt nicht die Hände waschen kann. Auch seine Schuhe, mit denen er während des Radwechsels in feuchtem Lehm gestanden ist, sind nicht mehr so sauber, wie sie es für seine Arbeit – er ist Vertreter – sein sollten. Wenn er seinen nächsten Kunden noch erreichen will, muß er sich beeilen. Er startet den Motor. »Diese Frauen«, denkt er, »- eine blöder als die andere«, und er fragt sich im Ernst, was sie nur angestellt hätte, wenn er nicht gleich zur Stelle gewesen wäre. Er fährt, ganz gegen seine Gewohnheit, unvorsichtig schnell, um die Verspätung wieder aufzuholen. Nach einer Weile fängt er an, leise vor sich hinzusummen.
Auf eine gewisse Art ist er glücklich.

Die meisten Männer hätten sich in der gleichen Situation gleich verhalten, die meisten Frauen ebenso: Die Frau läßt den Mann – nur aufgrund der Tatsache, daß er ein Mann ist und sie etwas ganz anderes, nämlich eine Frau – bedenkenlos für sich arbeiten, wann immer es eine Gelegenheit gibt. Mehr als auf die Hilfe eines Mannes zu warten, hätte diese Frau nicht unternehmen können, hat sie doch nichts weiter gelernt, als daß man bei einer Autopanne einen Mann mit der Reparatur beauftragt. Der Mann hingegen, der für einen ihm völlig fremden Menschen eine Dienstleistung rasch, fachkundig und kostenlos erledigt, seine Kleider ruiniert, den Abschluß eines Geschäfts in Frage stellt und sich am Ende noch durch überhöhte Geschwindigkeit in Gefahr bringt, hätte außer dem Radwechsel noch ein Dutzend anderer Defekte an dem Auto beheben können und hätte es auch getan, denn dafür hat er es ja gelernt. Und warum soll sich eine Frau mit Reparaturen befassen, wenn die Hälfte der Menschen – die Männer – das so gut kann und auch bereit ist, ihr Können der anderen Hälfte zur Verfügung zu stellen?
Die Frauen lassen die Männer für sich arbeiten, für sich denken, für sich Verantwortung tragen. Die Frauen beuten die Männer aus. Aber die Männer sind stark, intelligent, phantasievoll, die Frauen schwach, dumm und phantasielos. Warum werden trotzdem die Männer von den Frauen ausgebeutet und nicht umgekehrt?
Sind Kraft, Intelligenz und Phantasie am Ende gar nicht Voraussetzungen für Macht, sondern für Unterwerfung? Wird die Welt nicht von Könnern regiert, sondern von denen, die zu nichts anderem taugen: von Frauen? Und wenn es so ist – wie bringen es die Frauen dann fertig, daß ihre Opfer sich nicht betrogen und gedemütigt vorkommen, sondern als das, was sie am wenigsten sind – als die Herren? Wie geben sie ihnen dieses Gefühl des Glücks, wenn sie für sie arbeiten, dieses Bewußtsein des Stolzes und der Überlegenheit, das sie zu immer noch größeren Leistungen anspornt?

Warum werden die Frauen nicht entlarvt?

Und aus einem späteren Kapitel:

Damit der Mann in seiner Freude an der Unterwerfung sich aber auch tatsächlich der Frau unterwirft und nicht etwa anderen Männern, einer Tierart oder einem der erwähnten Systeme, hat sie in sein Leben eine Reihe von Dressurakten eingebaut, mit deren Einstudierung sie frühzeitig beginnt. Dabei kommt es ihr zustatten, daß er ihr gerade dann am meisten ausgeliefert ist, wenn er sich am leichtesten dressieren läßt: als Kind. Und durch die natürliche Selektion reproduzieren sich gerade jene Frauen, die zur Dressur des Mannes am besten geeignet sind – die anderen können sich ja ohnehin nicht reproduzieren.
Allein die Tatsache, daß der Mann von Anfang an daran gewöhnt ist, eine Frau um sich zu haben, ihre Gegenwart als »normal« zu empfinden und ihre Abwesenheit als »anormal«, würde genügen, ihn später in einer gewissen Weise von ihr abhängig zu machen. Doch diese Abhängigkeit wäre nicht gravierend, denn ein Leben ohne Frau käme in diesem Fall dann lediglich einem Milieuwechsel gleich. Wer im Gebirge aufgewachsen ist und später im Flachland wohnt, wird sich vielleicht ewig nach dem Gebirge sehnen, aber deshalb wird er noch lange nicht dorthin zurückkehren. Es gibt wichtigeres.
Es läge auch nicht im Interesse der Frau, im Mann nur so eine romantische, untergeordnete Sehnsucht nach Art des Heimwehs zu erzeugen, die nur sonntags und in der Entfernung spürbar ist und zu keinen Konsequenzen führt. Wichtig ist für sie, daß sie den Mann direkt zur Arbeit erzieht und dazu, daß er ihr alle Früchte dieser Arbeit zur Verfügung stellt. Sie wird deshalb in erster Linie versuchen, eine Reihe von Reflexen bei ihm zu bedingen, die ihn zur Produktion all jener materiellen Werte veranlassen, die sie braucht.
Das erreicht sie dadurch, daß sie ihn von seinem ersten Lebensjahr an nur auf ihre eigene Wertskala dressiert. Damit bringt sie ihn so weit, daß er zum Schluß seinen Wert mit seiner Nützlichkeit für sie gleichsetzt und sich nur wohl fühlt, wenn er in ihrem Sinne wertvoll ist, das heißt, etwas für sie Wertvolles produziert.
Die Frau selbst wird ihm dabei zu einer Art Skala, an der er zu jedem Zeitpunkt Wert oder Unwert einer bestimmten Tätigkeit ablesen kann. Und wenn er etwas tut, was nach dieser Skala wertlos ist – etwa Fußballspielen -, wird er versuchen, dieses Minus so rasch wie möglich durch erhöhte Aktivität auf einem von der Skala anerkannten Gebiet wettzumachen (aus diesem Grund werden etwa Fußballspiele und andere Sportveranstaltungen bis zu einem gewissen Grad von den Frauen gern toleriert).
Von allen Dressurmethoden, deren sich die Frau bei der Erziehung des Mannes bedient, hat sich das Lob als die brauchbarste erwiesen: Es ist eine Methode, mit deren Anwendung man sehr früh beginnen kann und die noch bis ins hohe Alter ihre Wirksamkeit unvermindert beibehält (im Gegensatz etwa zur Dressur durch Sex, die nur über einen relativ kurzen Zeitraum praktikabel ist). Die Lobmethode ist so effektvoll, daß man bei richtiger Dosierung sogar auf ihren Antagonisten, den Tadel, verzichten kann: Jemand, der an Lob gewöhnt ist, wird sich ohne Lob bereits so vorkommen, als sei er getadelt worden. Dressur durch Lob hat zum Beispiel folgende Vorteile: Sie macht den Gelobten abhängig (damit das Lob etwas wert ist, muß es von einer höheren Instanz kommen, der Gelobte wird also den Lobenden zu einer höheren Instanz erheben); sie macht ihn süchtig (ohne Lob weiß er bald nicht mehr, ob er etwas wert ist
oder nicht, er verliert die Fähigkeit, sich mit sich selbst zu identifizieren); sie steigert seine Leistung (Lob wird zweckmäßig nicht immer wieder für die gleiche Leistung erteilt, sondern für eine jeweils höhere).
Sobald ein männlicher Säugling zum ersten Mal dafür gelobt wird, daß er seine Notdurft nicht im Bett verrichtet hat, sondern auf einem Töpfchen, wenn er ein gütiges Lächeln und ein paar jener bekannten munteridiotischen Redensarten als Lob für ein leergetrunkenes Fläschchen erkennt, tritt er in den Teufelskreis.
Um wieder in den Genuß des lustvollen Gelobtwerdens zu kommen, wird er bei nächster Gelegenheit genau das zu wiederholen versuchen, was dieses Gefühl hervorgerufen hat. Bleibt das Lob eines Tages aus, ist er unglücklich und tut alles, worin er auch nur die geringste Chance sieht, jenes Glück, nach dem er süchtig geworden ist, aufs neue zu erlangen.
Natürlich ist auch der weibliche Säugling Dressurakten ausgeliefert; während der ersten beiden Lebensjahre macht die Frau kaum einen Unterschied zwischen den Geschlechtern ihrer Kinder. Aber die Dressur bricht beim Mädchen ab, sobald es die Regeln der Hygiene gelernt hat: Die Wege trennen sich, und je weiter die Erziehung fortschreitet, desto mehr wird das kleine Mädchen zur Ausbeuterin erzogen, der kleine Junge zum auszubeutenden Objekt.
Ein wichtiges Mittel dazu ist das Kinderspielzeug. Indem sie den Spieltrieb ihrer kleinen Kinder zuerst fördert und dann ausnützt, lenkt die Frau wie zufällig in die gewünschte Richtung. Dem kleinen Mädchen gibt sie Puppen und Puppenaccessoires: Wagen, Bettchen, Miniaturgeschirr; dem kleinen Jungen alles, was das Mädchen nicht bekommt: Baukästen, Modelle von elektrischen Eisenbahnen, Rennwagen, Flugzeugen.
So erhält das weibliche Kind früh Gelegenheit, sich mit seiner Mutter zu identifizieren, die Rolle der Frau zu) erlernen: Es überträgt deren Dressursysteme auf die Puppen, lobt und tadelt, wie es selbst gelobt und
getadelt wird, lernt spielerisch die Grundgesetze der Menschenführung. Und weil auch das kleine Mädchen auf Lob angewiesen ist, dieses Lob aber nur für Identifikationen mit der Frauenrolle bekommt, wird es auch später nichts anderes sein wollen als »weiblich«. Seine maßgebende Instanz werden deshalb immer Frauen sein, nie Männer, weil nur Frauen beurteilen können, wie gut es diese Rolle spielt (den Männern wird gelehrt, die Frauenrolle sei minderwertig, sie kommen daher als Lobredner nicht in Frage).
Dem männlichen Kind wird für alles applaudiert, nur nicht für das Spiel mit Miniaturmenschen. Es baut Modelle von Schleusen, Brücken, Kanälen, zerlegt aus Neugier Spielzeugautos, feuert Schüsse aus Spielzeugpistolen und übt so alles, was es später zum Unterhalt der Frau einmal brauchen wird. Wenn ein kleiner Junge ins Schulalter kommt, kennt er bereits die Grundgesetze der Mechanik, Biologie, Elektrotechnik aus eigener Erfahrung, er kann Hütten aus Brettern bauen und in Kriegsspielen verteidigen. Je mehr eigene Initiative er dabei entwickelt, desto sicherer erntet er Lob. Die Frau ist ja daran interessiert, daß er bald mehr weiß als sie – sie selbst könnte sich mit ihren Kenntnissen in einer Welt ohne Männer kaum am Leben erhalten -und daß er sich in allem, was Arbeit betrifft, ganz von ihr unabhängig macht. Der Mann ist für sie zwar eine Maschine, aber keine gewöhnliche: Eine solche müßte ja von ihr fachkundig bedient oder zumindest programmiert werden. Wenn eine Frau wüßte, was das ist, würde sie ihn als eine Art Roboter mit Bewußtsein bezeichnen, der fähig ist, sich selbst zu programmieren (und daher, sich weiterzuentwickeln) und sich jeder neuen Situation mit neuem Programm ideal anzupassen (auch die Wissenschaftler arbeiten an der Entwicklung solcher Roboter, die für sie arbeiten, entscheiden und denken und ihnen die Früchte ihrer Aktivität zur Verfügung stellen – freilich Roboter aus unbelebter Materie).
So ist der Mann, noch bevor er sich für die eine oder andere Lebensweise selbständig entscheiden könnte, derart süchtig geworden nach Lob, daß er sich nur noch bei solchen Tätigkeiten wohl fühlt, für die ihm jemand Beifall zollt. Und er wird, weil er süchtig ist, immer mehr Beifall brauchen und daher immer größere Leistungen in der von der Frau gewünschten Richtung vollbringen müssen. Natürlich könnte der Beifall im Prinzip auch von einem Mann kommen, aber die Männer sind – aus eben diesen Gründen – ununterbrochen beschäftigt und stehen gegeneinander in feindseliger Konkurrenz. Deshalb holt sich ein Mann, ’sobald er es sich leisten kann, seinen eigenen, exklusiven Lobredner ins Haus: jemand, den er jederzeit fragen kann, ob er gut und brav war oder nicht, und wie gut und wie brav er war. Die Frau ist, scheinbar zufällig, für diese Rolle die ideale Besetzung – aber sie hat ja alles so inszeniert und nur darauf gewartet, sie zu übernehmen.
Nur selten gelingt es einem Mann – einem erfolgreichen Künstler oder Wissenschaftler etwa – diesen Bann zu brechen und seinen dringend benötigten Beifall auch von Männern zu beziehen. So macht er sich zwar
von den Frauen unabhängig, aber nie von der Sucht nach Beifall selbst. Der Beweis dafür ist, daß ein Mann, der auf einem bestimmten Gebiet erfolgreich war und daher auch materiell gesichert ist, sich nie freiwillig in ein anderes begibt, um dort seine Fähigkeiten zu erproben und seine Neugier zu befriedigen.
In der Regel arbeitet er – wie zum Beispiel Mirö mit seiner Strichpunkt-Technik, Strauß mit seinen Walzern, oder Tennessee Williams mit seinen Frauendramen – immer auf dem Terrain, auf dem er schon einmal Lob geerntet hat. Er scheut das Risiko, sein eigener Maßstab zu sein.
Der Verdacht, daß der sogenannte »persönliche« Stil eines Künstlers nichts Positives ist, liegt sehr nah. Ein Autor wie Beckett etwa, der im Lauf von zwanzig Jahren immer GoJot-Varianten produziert, tut das nicht aus Vergnügen (dafür ist er zu intelligent). Er scheut – lobsüchtig – das Risiko wie eine Entziehungskur.
Könnte er sich doch von seiner konditionierten Verhaltensweise lösen! Längst hätte er etwas anderes gemacht, vielleicht Flugzeuge konstruiert (die zuverlässige Mechanik seiner Stücke läßt auf technische Begabung schließen), seltene Pflanzen gezüchtet oder zumindest einmal eine Komödie geschrieben (soviel Erfolg verprellt bestimmt die beste Verzweiflung). Vielleicht eine Komödie, in der eine Frau bis zur Taille in einem Erdhügel steckt und nach ihrer Zahnbürste sucht, wie in »Glückliche Tage«. Vielleicht hätte er damit sogar Erfolg beim Publikum. Aber ein solches Experiment wäre für einen nach dem Leistungsprinzip dressierten Mann natürlich zu riskant. Deshalb schreibt einer wie Beckett lieber weiterhin dramatisch über die Absurdität des Lebenstriebes: denn dafür ist ihm Lob sicher

Für mich klingt es so als würde sie gut als Umkehrung der feministischen Theorien funktionieren und es erlauben, diesen den Spiegel vorzuhalten.
Ernstgenommen leidet sie hingegen an den gleichen Fehlern, den auch die feministischen Theorien haben: Eine viel zu starke Einseitigkeit und ein zu negativer Blick auf Frauen.

Anmerkung:

Beim Schreiben dieses Artikels dachte ich noch, dass ich bisher noch keinen Artikel dazu hatte. Als ich ihn geschrieben hatte überkamen mich Zweifel und tatsächlich habe ich schon zwei Artikel dazu:

Die verschiedene Sicht auf die Frauen

RW schreibt:

Ganz wichtiger Aspekt ist schlicht Aufklärung über die weibliche Natur, damit gerade junge Männer nicht offenen Auges ins Messer rennen.

Ich bin heilfroh diverse Dinge beobachten zu können als ich jung war, was mich vor dem schlimmsten bewahrt hat. Zu nennen a) meine Grossmutter, die immer wieder neue Krankheiten erfunden hatte um damit ihre Umgebung und speziell meinen Grossvater zu manipulieren und b) meinen Onkel, der an eine hochmanipulative Frau geraten ist die nach aussen das hilflose weinende Opfer gegeben hat, und sobald keiner zugeschaut hat ihm das Leben zur Hölle gemacht hat.

Leider werden Diskussionen unter Männern zu solchen Themen brutal als „Misogynie“ unterdrückt, in einem feminisierten Bildungssystem und der Epidemie alleinerziehender Mütter. Die Manosphere muss hier dringend einen Gegenpol bieten, damit wir keine Generation endgültig verlorener und ausgenutzter Männer kriegen.

Und ergänzt:

Ich halte mein ursprüngliches Statement für gar nicht mal so scharf formuliert.

Und natürlich gibt es missbräuchliche Beziehungsmuster auch von männlicher Seite aus, das ist aber nicht mein Thema hier.

Frauen tauschen sich natürlich untereinander darüber aus wie Männer versuchen sie auszunutzen, und wie sie sich davor schützen können. Männer sind heutzutage bei dem Thema isoliert, und werden naiv gehalten und abgerichtet, von dem erwähnten feminisierten Schulsystem im speziellen und dem gynozentrischen System im allgemeinen.

Die Manosphere muss hier einen Space bieten, von Männern für Männer, wo Frauen nichts verloren haben. Wo jungen Männern Basics beigebracht werden wie was sind Shit-Tests, was ist ‚Shaming Language‘, daß man speziell ab Alter 30 extrem aufpassen muss da die plötzliche Aufmerksamkeit von Frauen hier nicht unbedingt das bedeutet was man sich erhofft hat usw.

Lord of Darkness schreibt dazu:

Ich würde das etwas weniger scharf formulieren. Der gegenwärtige feministische Zeitgeist neigt dazu, die Täterrolle in missbräuchlichen Beziehung grundsätzlich Männern zuzuschreiben. Zu solchen missbräuchlichen Beziehungsmustern gehören immer zwei. Andersherum gibt es sie genauso, geschlechtsspezifisch mögen da die Ausprägungen sein. Den ganzen Femismus kann man ja auch als eine Verallgemeinerung bzw. Rechtfertigung weiblicher Missbrauchsmustern sehen. Von einer Manosphere würde ich mir eher wünschen, den stereotypischen feministischen Schuldzuweisung etwas entgegenzusetzen.

Dabei sollte mann auch ein Zitat des alten weißen Mannes Nietzsche beherzigen:
„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“

Die Frau als böse, als Ausbeuterin, als Gefahr für Männer vs die Warnung davor, auch einfach nur ein Geschlecht pauschal zu verteufeln, als Spiegelbild des Feminismus hatten wir schon häufiger, gerade auch in den Anfangszeiten dieses Blogs.

Dieses spiegelbildliche hatte ich 2011 mal versucht so zu skizzieren:

 Auf Männerseite haben wir den hart arbeitenden Mann, der so gut es geht im Haushalt unterstützt und Überstunde um Überstunde schiebt um ein sorgenfreies Leben für seine Familie zu ermöglichen, immer die Darlehenslast für das Haus im Nacken (Haftung: Er), der über Steuerung und Abgaben auch noch die übrige Bevölkerung (lies: die Frauen) finanziert, während sie sich zuhause mit dem Kind ein gutes Leben macht und hauptsächlich Talkshows schaut, wenn sie nicht gerade shoppen ist, von seinem Geld, da sie vollen Zugriff auf das Gehaltskonto hat, allenfalls unterbrochen durch einen Halbtagsjob, wenn ihr das Leben zu langweilig ist, wobei das dort erzielte Einkommen dann ihr allein zugute kommt. Nie erfährt er Anerkennung, denn das Geld auf dem Konto ist allenfalls zuwenig und seine Kinder merken nicht, dass er für sie arbeitet, sondern nur, dass er nicht da ist. Schließlich verläßt sie ihn für einen noch erfolgreicheren Mann, nimmt die Kinder mit, läßt aber die schulden dar und verlangt, da der reiche Mann sie noch nicht heiratet, gleich auch noch Unterhalt, der es ihm gänzlich unmöglich macht, dass sich jemals eine Frau in ihn verliebt, denn wenn ein Mann kein Geld hat, interessieren sich Frauen nicht für ihn.

Auf Frauenseite haben wir eine Frau, die einen 24-Stunden-Job ohne Urlaubsanspruch hat, beständig ein plärendes Kind, während gleichzeitig geputzt, gewaschen, gepflegt und erzogen werden muss, während man das vollwertige 3-Gänge-Menü nach Ernährungsplan zaubert. Nie hat sie auch nur eine ruhige Minute, weil beständig eines der Kinder Aufmerksamkeit fordert und sie muss immer gut gelaunt sein, immer helfen, hat nie Zeit für sich. Anerkennung bekommt sie auch nicht dafür und Geld erst recht nicht, denn das bisschen Haushaltsgeld, was er ihr zuteilt, lässt keinen Raum für eigene Wünsche, allenfalls mitunter gewährt er ihr einzelne Beträge, während sie selbstlos ihre hohen Ambitionen zurückgestellt hat und eine glorreiche Karriere geopfert hat. Nie erfährt sie Anerkennung, denn ihre Arbeit wird als selbstverständlich angesehen, sie hat nichts, weil sie auch nichts verlangen darf. Er hat seinen Beruf, der ihm Spass macht, in dem er Karriere macht und sein Potential ausschöpft, weigert sich aber nach seinem 8-Stunden-Tag (sie: 24-Stunden), sie etwas zu entlasten, weil sie ja nach seiner Meinung schon die ganze Zeit frei hatte. Nachdem sie ihre besten Jahre gegeben hat, verläßt er sie für eine jüngere und läßt sie mit den Kindern zurück, ohne Geld und ohne Möglichkeit wieder einzusteigen in den Beruf, weil Frauen mit Kindern nicht eingestellt werden und wenn, dann zu einem Hungerlohn?

Andere Diskussionen mit ähnlichen Inhalt etwa:

Ich halte nichts von pauschalen Verteufelungen oder Seligsprechungen. Menschen sind Individuen und ein Geschlecht ist nicht schlechter als das andere. Jeder Mensch kann auch nur insoweit ausbeuten, wie andere ihn lassen. Und Männer und Frauen können auch eine wunderbare Zusammenarbeit leisten und ein vollkommen kooperatives Spiel spielen, aus dem beide Vorteile mitnehmen.

Aber vielleicht ist es gut die Diskussion hier noch mal zu führen, wo wir gerade bei Grundsätzlichem sind.

„Übertreibe ich, wenn ich sage, ich hasse Männer? Nein. Date ich sie trotzdem weiterhin, obwohl sie mich nerven? Ja.“

Das Missy Magazin lässt eine Autorin, die das Pech hat, heterosexuell zu sein,  mal wieder ihre Männerfeindlichkeit ausleben

Es ist Sonntag und ich habe einen Kater. Die einzig logische Konsequenz, die jetzt daraus folgt: Ich packe mein Handy aus und swipe um mein Leben. Manchmal swipe ich so schnell, dass ich nicht mal die Gesichter der Menschen erkenne. Während ich so vor mich hinswipe, stelle ich mir vor, ich wäre ein fiktiver Charakter in einer linken Telenovela, in der ich jetzt von irgendeiner Grit verurteilt werden würde, weil ich mit meinem bösen iPhone Menschen zur Ware mache und die Grundprinzipien des linken Aktivismus verrate. Ich muss grunzen. Ein bisschen schlecht fühle mich aber auch, weil ich es andersrum genauso kacke finde, objektiviert zu werden.

Die Autorin, Huyen Trang Nguyen Le, ist also auf Tinder unterwegs und wischt sich so durch. Und natürlich muss sie erst einmal darstellen, dass es ja alles irgendwie schlecht ist, unmenschlich, und irgendwie ein zum Objekt machen.
Dabei ist es letztendlich insbesondere unserer Gabe geschuldet uns von einem Bild bereits einen guten ersten Eindruck von einer Person zu machen, der meist schon recht präzise dafür ist, ob uns derjenige als Partner interessant vorkommt.

Zu ihrer Person:

Huyen Trang Nguyen Le
*1990, Redaktion Online & Social Media
studierte Linguistik  und vereint in Netzwerk- und Bildungsarbeit postmigrantische und generationsübergreifende Perspektiven.  In den letzten Jahren war sie in unterschiedlichen Projekten mit dem Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit und Eventmanagement involviert. Als Mitgründerin der Grassroots-Organisation Justice is Global Europe ist sie neben ihrer Arbeit beim Missy Magazine weiterhin politisch aktiv.

Auf der Justice is Global Seite findet sich auch ein Foto:

Trang Nguyen

Trang Nguyen

Als intersektionale Feministin dürfte sie sich als doppelte Minderheit sehen, einmal als Asiatin und dann als Frau. Das Dating für sie in einem überwiegend weißen Land dann schwierig sein muss, weil die Leute zum einen nicht ihren besonderen intersektionalen Status hinreichend beachten werden und zum anderen weil sie sich sowohl mit Männern als auch noch mit weißen Männern auseinandersetzen muss, was ja ohnehin schon eine Zumutung ist.

Ich nutze Dating-Apps jetzt schon seit einer Weile, obwohl ich sie ätzend finde. Außerdem denke ich, dass der Algorithmus mir mit Absicht das Leben zur Hölle machen will, weil ich ständig weiße Typen mit Dreadlocks, irgendwelche schlimmen Social Entrepreneurs oder FDP-Wähler vorgeschlagen bekomme und mich frage, was die Scheiße eigentlich soll.

Weiße Typen mit Dreadlocks sind natürlich Rassisten, Entrepeneurs und FDP-Wähler sind Kapitalisten und damit auch nichts, mit dem man etwas anfängt. Ein „intersektionaler Feminist“ Algorithmus für eine eigene Flirtseite wäre eigentlich interessant. Vielleicht müsste man beidseitig alle möglichen Fragen beantworten oder eine Privilegsberechnung anstellen, wäre aber interessant, wie man dann die jeweiligen „Matchen“ kann. Weiße mit „PoCs“ nur, wenn sie besonders viel Privileg zugeben?

Neulich schrieb mich z.B. ein bekannter Ökonom und Professor an, der mich in seiner Nachricht dazu aufforderte, ihn zu googlen (okay?), bevor er mich dann fragte, ob er mich denn mal „ans Meer entführen dürfte“. Wie nett von dir, dass du da noch schnell Konsens abfragst. Ich möchte nur noch schreien.

„Sogar ein bekannter Typ will mich aber ich lehne ihn natürlich ab“ ist auch so ein klassisches Element. Ich habe gerade den Namen dafür vergessen. Es klingt etwas arrogant darauf hinzuweisen, dass sie ihn googlen kann, aber anderseits kann es ja in der Tat der einfachste Weg sein, wenn man viel über ihn im Internet findet.

Sich über die Formulierung „ans Meer entführen“ aufzuregen finde ich etwas merkwürdig, denn es ist ja nicht als etwas gegen den Willen durchgeführtes gemeint. Es geht darum etwas spontanes zu machen und das einfach so aus dem Alltag heraus. Aber gut, Sprache drückt ja im intersektionalen auch schon Macht aus und da geht so etwas natürlich gar nicht.

Ab und an passiert dann noch das: Ich denke, dass ich einen Typen gut finde, und treffe mich dann mit ihm. Dass Infos wie „Berghain = Kirche“, „ich gehe gerne bouldern“ oder Bilder beim Bierpongspielen mir schon davor zu denken hätten geben müssen, blende ich erst mal aus, denn schließlich hat er einen süßen Schnauzer und hört auch gern Hunx and his Punx.

Als Nichtberliner musste ich das erst einmal googlen, anscheinend geht es beim Berghain um einen sehr angesagten Club, der für Elektromusik bekannt ist und dessen Fans ihn religiös verehren.

Was nun an Bouldern schlecht sei soll weiß ich nicht, es ist als Klettersport  etwas, was zum einen einen guten Körper machen kann und zwar eher ein Einzelsport ist, bei dem man aber auch häufig jemanden braucht, der einen sichert etc. Bierbongspielen würde dann wohl für Alkohol und Party spielen.

Schon merkwürdig, dass sie solche Punkte ausblendet, wenn sie ihr anscheinend nicht passen.

Ich tu also das, was jeder Mensch, der zu viele Romcoms in seinem Leben geguckt hat, tun würde: Ich ignoriere die Red Flags und rede mir ein, dass ich meine Datingfaulheit und Bindungsangst überwinden kann, wenn ich nur ihn date. I got news for you: Hätte ich von Anfang an auf die Red Flags gehört und meine Bedürfnisse an erste Stelle gestellt und Grenzen gezogen, dann hätte ich mir Zeit und Energie und viele Vaginalpilze ersparen können. Dabei verstärken solche Erfahrungen in Wahrheit meine Datingfaulheit und Bindungsangst sogar noch. Wenn ich daran denke, wie der Großteil der Männer sich ihrer Verantwortung entzieht, indem sie Konflikten mit Sätzen wie „Es tut mir leid, dass du dich so fühlst“ oder „Wenn es dir damit nicht gut geht, dann sollten wir es lassen“ aus dem Weg gehen, bekomme ich direkt Puls.

Da ist sie ja endlich das Opfer. Faszinierend: Sie blendet alles mögliche aus, was ihr anscheinend an ihm stören wird und dann wirft sie ihm vor, dass die Männer (die diese Vorbehalte ja gar nicht haben, jedenfalls ist das nicht aus dem Text ersichtlich) sich der Verantwortung entziehen. Was sollen die denn sagen? „Oh ich klettere gerne, aber das könnte dich ja irgendwie stören, da lassen wir es doch lieber?“.

Sie hat eine Datingfaulheit und Bindungsangst und sucht sich trotzdem die falschen Männer aus und das verstärkt dann wieder ihre Datingfaulheit und Bindungsangst und das das ist dann die Schuld der Männer.
Zudem Scheidenpilze? Was will sie denn damit sagen? Können da die Männer was für?

Ich zitiere noch mal von oben:

Wenn ich daran denke, wie der Großteil der Männer sich ihrer Verantwortung entzieht, indem sie Konflikten mit Sätzen wie „Es tut mir leid, dass du dich so fühlst“ oder „Wenn es dir damit nicht gut geht, dann sollten wir es lassen“ aus dem Weg gehen, bekomme ich direkt Puls.

Ich kann mir ja vorstellen, dass sie den Männern alles mögliche an Fehlern, die sie begangen haben sollen, vorgehalten hat, weil ein (weißer) Mann bei einer intersektionalen Feministin eh nichts richtig machen kann.  Da finde ich dann die Aussage „Es tut mir leid, wenn du dich so fühlst“ oder „wenn es dir damit nicht gut geht, dann sollten wir es lassen“ sehr nachvollziehbar. Wahrscheinlich hatte sie gedacht, dass sie ihnen erklärt, dass sie sich fürchterlich unterdrückt, benachteiligt und ausgebeutet fühlt und das die Männer irgendetwas fürchterlich falsch gemacht hatten und die hatten keine Ahnung, was sie eigentlich falsch gemacht haben und die sie dann schlicht zu kompliziert fanden um da noch viel zu investieren.

Sie hatte vermutlich erwartet, dass sie ihre Fehler einsehen und hart an sich arbeiten um ihre Privilegien oder ihren Rassismus abzubauen. Aber anscheinend hatten die Mistkerle keine Lust dazu.

Ganz ehrlich? Ich glaube, alle elf Minuten radikalisiert sich eine single hetero Frau über Dating-Apps. Zu keiner anderen plausiblen Schlussfolgerung komme ich, wenn ich über Onlinedating nachdenke.

Ich befürchte, dass jeder, der für Missy schreibt, eh schon radikalisiert ist. Und klar: Ist man schon radikalisiert hat man sich eigentlich sein Datingleben schon so kaputt gemacht, dass man sich wahrscheinlich immer weiter reinsteigert. Alles ist, gerade bei einer PoC, dann ja irgendwie ein Angriff auf sie, um so mehr, wenn man sich ausserhalb der intersektionalen Szene bewegt.

Wenn ich nur auf meine letzten Liaisons zurückblicke, frage ich mich, wie es meine Freund*innen überhaupt mit mir aushalten konnten. Seit Monaten agitieren sie mich zum selben Thema und predigen mir: Hör auf, in Menschen zu investieren, die nicht auch in dich investieren. Da war z. B. Lukas (so heißen doch alle Almanboys, richtig?), der meinen Namen nicht richtig aussprechen wollte, weil er ein ignoranter Hund war, oder Lukas, der mich als Vorspiel ungewollt an einer zweistündigen Cry-Session über seine Scheidung teilhaben ließ.

Schwierig jemanden zu finden, der auch in sie investiert, wenn sie ein so merkwürdiges Verhältnis zu Männern hat. Wenn die sich alles mögliche an intersektionalen Blödsinn vorhalten lassen müssen, dann lohnt sich eben für sie die Investition nicht. Und es wäre auch interessant, was sie als Investition betrachtet: Ihnen beizubringen, dass sie Sexisten und Rassisten sind? Oder schlicht mit ihnen zu schlafen und zu hoffen, dass sie sich bessern?

Das man den Namen Huyen Trang Nguyen Le  nicht gut aussprechen kann finde ich sehr nachvollziehbar, ich bin noch nicht einmal sicher, was hier eigentlich ihr Rufname ist. Es spricht auch etwas dagegen, dass sie so viel in die Leute investiert hat, wenn sie eine „Cry-Session“ so abwerten.

Übertreibe ich, wenn ich sage, ich hasse Männer? Nein.
Date ich sie trotzdem weiterhin, obwohl sie mich nerven? Ja.

Warum nur findet sie keine Beziehung?? Ihr Männerhass ist doch vollkommen berechtigt, dass müssen die die Männer doch einsehen und gerade in sie investieren.
Und die Arme bringt hier ein solches Opfer, das sollten die Männer doch bitte anerkennen.

Dass ich mich dabei komplett ambivalent zu meinen Wertvorstellungen von einer freien und gleichgestellten Welt verhalte, muss ich an dieser Stelle hoffentlich nicht mehr betonen. Und wofür das alles? Für Aufmerksamkeit? Einen netten Plausch? Anerkennung? Oder suche ich etwa insgeheim doch nach der großen (Disney-)Liebe?

Was ist jetzt das ambivalente? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich selbst kritisiert und merkt, dass ihre Einstellung zu Männern nicht mit einer freien und gleichgestellten Welt in Einklang zu bringen ist.

Also vermute ich mal, dass sie es als weiteres Opfer ansieht, dass sie, obwohl die Männer ihr Bild der freien und gleichgestellten Welt nicht stützen und sich nicht entsprechend verhalten, diese weiter mit der Gnade bedenkt, sie dennoch, obwohl sie sie hasst, weiter zu daten.

Aber leider kommt ja nichts dabei raus.

Ich halte inne, verziehe meine Augenbraue und lege das Handy beiseite. Ich glaube, unterschwellig bin ich permanent auf der Suche nach einer Person, einem Gefühl oder einem (sexuellen) Erlebnis, das mich vom gesellschaftlichen Druck befreit.

Nur das das eben nicht möglich ist. Denn den Druck innerhalb der intersektionalen Theorien ist ja nun einmal nicht abzubauen. Im Gegenteil: Für sie muss es immer wieder zu mehr Druck führen, weil sich aus ihrer falschen Ideologie heraus alle anderen falsch verhalten und auf den richtigen Weg gebracht werden.

Alexandra Kollontai hat 1911 geschrieben: „Wir sind Menschen, die in einer Welt der Eigentumsverhältnisse leben, einer Welt der scharfen Klassengegensätze und zugleich der individualistischen Moral. Wir leben immer noch unter dem schweren Zwang einer unvermeidlichen Einsamkeit der Seele.“ Ich lese diese Zeilen und kriege Bauchschmerzen, weil ich realisiere, dass ihre Worte immer noch Gültigkeit haben. Und Widersprüche auszuhalten, heißt nicht nur, diese zu tolerieren, sondern auch, dass ich auf Dinge verzichten und toxische Beziehungen kappen muss und im „schlimmsten“ Fall „allein“ bleiben werde.

Das zeigt schön, wie schädlich die intersektionalen Theorien sind. Eben weil sie Probleme zwischen Gruppen und für das Miteinander aufwerfen, die eigentlich gar nicht bestehen. Sie vergrault alle Männer, die evtl an ihr interessiert sein könnten, weil sie alle möglichen Probleme sieht, die eigentlich gar nicht bestehen und wahrscheinlich auch keine Vorstellung davon hat, wie sie als Asiaten sich überhaupt mit einem weißen Mann vernünftig einlassen kann, ohne das sie ihm dauernd etwas vorwirft und ihn umerzieht.

Stattdessen aber habe ich im Laufe meines Lebens eine tolle Strategie entwickelt, die ich vor allem im Dating konsequent auslebe und die bestimmt der einen oder anderen von euch auch bekannt sein dürfte: Ich spreche von der guten, alten Selbstsabotage. Oft rede ich mir vor einem Date ein, dass ich mit den Männern kein Wort reden und sie dann nur ficken werde, aber wen veräppele ich hier eigentlich? Das Machtverhältnis bleibt asymmetrisch und ich werde nicht freier – ob ich sie für meine sexuellen Bedürfnisse benutze oder nicht. Auch die Gespräche mit meinen Freundinnen zeigen mir immer wieder: Hetero Liebesbeziehungen sind für den Arsch, weil Gleichstellung in dem System, in dem wir leben, nicht existiert.

Sehr schön. Sie hat eine gewisse Einsicht, dass sie da was falsch macht, sie versteht nur nicht, dass es nicht ominöse Machtverhältnisse sind, sondern die intersektionalen Theorien, die ihr schädliche Machtverhältnisse vorgaukeln, die sie sabotieren.

Sie ist anscheinend nicht der Typ Frau, der einfach so mit Männern schlafen kann und sich dann nicht schlecht fühlt. Sie findet aber auch keinen Weg mehr, wie sie vernünftig mit dem von ihr gehassten Geschlecht umgehen kann.

Dafür wirft sie mit vagen Begriffen um sich wie „Machtverhältnis“ ohne wirklich zu sagen, was die Männer überhaupt für eine Macht ihr gegenüber ausüben. Sie kann nur noch ungesunde Beziehungsmuster leben, weil sie sich nicht auf Männer einlassen kann, sie eine zu ungesunde Einstellung diesen gegenüber hat, und die auch keine Lust darauf haben, das mitzumachen. Man könnte dem Foto nach sagen, dass sie nicht hübsch genug für ihre Verrücktheit ist bzw vielleicht bei den Männern nicht bereit ist sich auf Männer einzulassen, die sich auf ihre Verrücktheit einlassen.

hot crazy scale

Aber weiter im Text:

Zugegeben: Die Zuckerbrot-und-Peitsche-Erziehung meiner Migra-Eltern hat nicht dazu beigetragen, dass ich ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt habe. Und auch die patriarchale Kackgesellschaft und die rassistische deutsche Leitkultur geben mir nicht gerade das Gefühl, ein wertvoller Mensch zu sein.

Puh, da kommt ja einiges zusammen. Ich kann mir vorstellen, dass ihr geringes Selbstvertrauen auch etwas war, was die intersektionalen Theorien für sie besonders interessant gemacht hat. Endlich hat sie ihren Platz in der Welt gefunden und dazu noch einen Sündenbock, der an allem, was schief geht schuld ist.

Aber das ist eben keine gesunde Einstellung. Und daraus entsteht eben auch kein wirklich besseres Selbstbewußtsein, weil man ja immer wieder merkt, wie man bei anderen ankommt und dann immer mehr gegen eine Mauer läuft. Ich hatte das schon einmal bei dem Artikel einer Pro-Fat-Aktivistin, die sich immer wieder aufpusht und sich einredet, dass sie schön ist, dann aber immer wieder merkt, dass sie nicht so wahrgenommen wird, ausgeführt. Auch da führte der Versuch sich immer wieder ein Parallelwelt aufzubauen, in der sie besser ist, eher dazu, dass sich ihr Zustand verschlechtert. Ich finde aber gerade den Artikel nicht.

Und ja, ich setze mich mit meinen Traumata auseinander. Aber muss ich das jetzt wirklich auch noch machen, wenn ich Lukas daten will? Kann mein Leben bitte nicht immer nur Kampf sein?

Das ist auch das Problem, wenn man in Gruppen denkt. Männer schulden ihr nichts. Wenn sie als Person diverse Nachteile hatte dann muss sich deswegen dennoch kein Mitglied der Gruppe man auf sie einlassen. Da kommt immer ein gewisses Entitlement hoch, welches bei Männern wahrscheinlich besser erkannt würde. Und wenn sie nicht mit sich selbst im Reinen ist, dann werden eben viele Männer besserer Qualität sich lieber andere Männer suchen.

Es ist gar nicht mal so leicht, Männer nicht zu hassen, wenn man von Mehrfachdiskriminierung betroffen ist und verstanden hat, wie Unterdrückung und Ausbeutung funktionieren. Und es ist fast noch schwieriger, das eurozentrische Schönheitsbild zu verlernen, patriarchale Verhaltensweisen zu benennen, gegen Gaslighting gegenzuhalten und tagtäglich die Grundpfeiler einer gesunden Beziehung neu zu verhandeln, wenn die Grundbasis für mein Datingleben wie folgt aussieht: (weißer) linker fragiler cishet Dude aus Akademiker*innenfamilie, der Theorie nicht in Praxis umsetzen kann.

Der Absatz fasst ganz gut zusammen, warum ihr Beziehungsleben schlecht läuft. Sie hasst Männer, sie macht sie für alle möglichen Diskriminierungen verantwortlich, für die die einzelnen Männer gar nicht können, sie sieht überall Ausbeutung. Dazu haben diese sie gefälligst für hübsch zu halten (wobei sie dem Foto nach auch in einem asiatischen Bereich, wo die meisten Leute noch eher schlank sind, wahrscheinlich Probleme hätte). Dann sehen die Männer noch nicht mal ein, dass sie ihr dankbar sein sollten, dass sie sie auf ihre patriarchalen Verhaltensweisen hinweist. Statt dessen versuchen die sie zu Gaslighten, indem sie anführen, dass da gar kein Patriarchat ist. Dabei ist das doch ganz klar da!!!1

Und dann noch diese Cishet Dudes, die eigentlich links sind, aber dennoch nicht verstehen, wie sie die linke Theorie umsetzen müssen!

Schlimm. Da sollten die Männer doch wirklich einsehen, dass sie sich mehr anstrengen müssen!

Ich frage mich oft: Ist der Preis für den Kampf um Freiheit Einsamkeit? Und ist Einsamkeit „nur“ ein Gefühl, das ich überwinden kann? Kann ich das vielleicht, indem ich mein Selbstwertgefühl stärke und mich von dem Gefühl der Knappheit befreie? Verliere ich dann die Angst, in dieser Gesellschaft „nicht genug“ zu sein? Und was bleibt mir als Singlefrau in dieser anomisch-patriarchalen Welt, wenn ich mich vom linken Dogmatismus löse? Ich stelle mir wieder das Szenario in einer linken Telenovela vor und frage mich, wie das Staffelfinale ausfallen würde: Bleiben die Charaktere konsequent und gehen keine hetero Liebesbeziehungen mehr ein? Und wie sieht es mit Sex aus?

Sie hat ernste Probleme. In der Tat sollte sie ihr Selbstwertgefühl stärken und sich von dem linken Dogmatismus lösen. Aber dazu ist sie wahrscheinlich schon zu weit drin und empfindet deswegen die Gesellschaft als entfremdet. In einer spanischen Telenovela wäre eine verrückte Feministin allerdings nicht die Hauptfigur, sondern allenfalls deren Hindernis. Aber das ist eine andere Sache.

Ich trete meine Decke weg und stehe auf. Genug geswipet für heute, denk ich mir. Denn Gott sei Dank ist mein Wohlbefinden nicht nur davon bestimmt, wie „gut“ es mit Männern läuft. Meine mentale Gesundheit und mein Glück kann ich durch bedeutungsvolle Beziehungen zu meinen Freund*innen steuern, durch heilende Momente mit meiner Familie und befriedigende Stunden mit meinem Vibrator. Und zu wissen, dass es okay ist, Sex zu haben und die Hoffnung behalten zu dürfen, vielleicht eines Tages einem Mann zu begegnen, den ich nicht komplett hassen werde, aber gleichzeitig auch das Patriarchat stürzen zu wollen, gibt mir zumindest temporär Frieden – bis es wieder heißt: Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung.

Ich denke, da macht sie sich etwas vor. Sie will eine Beziehung und sie wird immer wieder in die Versuchung kommen zu swipen oder es wird immer mal wieder jemand mit ihr flirten. Aber es wird eben nicht gut gehen, solange sie Männer hasst und ihre Einstellung nicht ändert.

Die Hoffnung „Dass sie vielleicht eines Tages einen Mann begegnet, den sie nicht komplett hasst“ kann sie natürlich haben. Das Problem ist aber, dass die meisten Männer nichts mit einer Frau anfangen wollen, die sie „nicht komplett hasst“.

Aber mal sehen, wer einen Artikel von ihr sieht, der da neue Erkenntnisse bringt, der möge es dann mitteilen.

Schweden und die „Luxusmütter“: Frauen die mit einem gut verdienenden Mann Hausfrauen sein wollen.

Ein Bericht aus Schweden:

Ein Garten am Rande von Stockholm, die Wiese ist frisch gemäht und neben der Villa glitzert der Pool in der Sonne. Amanda öffnet die Tür der weißen Holzvilla und führt in eine große helle Küche. Hohe, cremefarbene Einbauschränke, ein Strauß bunter Herbstblumen auf dem großen naturbelassenen Holztisch. An den Wänden hängen Kinderzeichnungen: Bienen, Hunde, im Kreis tanzende Menschen. „Ich bin eine Luxusmutter“, sagt Amanda.

Sie muss sich oft dafür rechtfertigen. Amanda ist 45 Jahre alt und Lehrerin. Ihr Mann, ein Rechtsanwalt, arbeitet mehr als 60 Stunden pro Woche. Sie haben drei Kinder, fünf, neun und 13 Jahre sind sie alt. Ihren Nachnamen will Amanda nicht in den Medien lesen. Der Grund: Sie und ihr Mann gehören zu den wenigen Paaren, die es sich leisten können, von einem Gehalt zu leben. Amanda arbeitet nicht mehr. Das ist in Schweden nicht üblich – knapp 80 Prozent der Frauen haben hier einen Job. Zu Hause bleiben ist verpönt.

Das Problem der Luxusmütter. Er hat einen Job mit hohem Status und guten Einkommen, sie hätte vermutlich als Lehrerin auch ein okayes Einkommen. Aber sie muss eben nicht, weil sein Einkommen ausreicht.

Wäre interessant, wie viele der Frauen in Vollzeit arbeiten bzw welchen Teilzeitanteil. Ganz zu Hause zu bleiben, dauerhaft, ist aber jedenfalls ab einer gewissen Generation auch in Deutschland denke ich nicht mehr so gewöhnlich und die meisten würden denke ich davon ausgehen, dass zumindest eine gewisse Teilzeit gearbeitet wird.

Dabei spricht vieles dafür, dass die Schwedinnen das Arbeiten gar nicht glücklich macht. Studien belegen, dass es auch anderen Frauen so geht wie Amanda – nur dass viele von ihnen eben arbeiten müssen und nicht zu Hause bleiben können. Der finanzielle Druck zwingt Familien zum doppelten Vollzeitjob: Aufgrund hoher Lebenshaltungskosten und unsicherer Arbeitsbedingungen sind die meisten Familien auf das doppelte Einkommen angewiesen. Dass die Mehrheit der schwedischen Mütter Vollzeit arbeitet, liegt oft nicht daran, dass sie es wollen, sondern müssen. Mag die fast gleichberechtigte Beschäftigung von Männern und Frauen aus deutscher Sicht vorbildlich aussehen, das schwedische Modell ist nicht perfekt.

Das sind dann immer diese Artikel, bei denen so etwas ganz selbstverständlich dargestellt wird, als Leid der Frau, die gerne anders leben würde. Würde man es anführen in einer Diskussion über Karrierefrauen würde man sofort als Sexist bezeichnet werden.

Damit sich Familie und Beruf vereinbaren lassen, gibt es in Schweden eine Elternversicherung, das Pendant zum deutschen Elterngeld, die 30 Jahre zuvor eingeführt worden ist. Seither arbeiten in Schweden viel mehr Frauen als vorher. Und weil der Staat jedes Elternteil für sich besteuert, lohnt es sich für Paare nicht, dass einer voll verdient und der andere zu Hause bleibt. Ab dem zweiten Lebensjahr haben schwedische Kinder zudem ein Recht auf einen Vollzeit-Kindergartenplatz – unter der Voraussetzung, dass beide Eltern eine volle Stelle haben. 90 Prozent der Familien nutzen diese Plätze. Im Umkehrschluss heißt das: Nur sehr wenige Eltern arbeiten auf einer halben Stelle oder gar nicht.

Da habe ich auf der Stelle nur das hier gefunden:

Mahler Walther: Deutschland ist weit entfernt von anderen europäischen Ländern. Während hierzulande gerade mal 16 Prozent der Frauen mit Kindern unter 6 Jahren in Vollzeit arbeiten, sind es in Schweden 51 Prozent

In der Tat ist 16% ein großer Unterschied zu 51%. Das Kindergartenplätze mit hoher Stundenzahl eine Darlegung erfordern, dass man sie braucht, ist aber meines Wissens nach in Deutschland auch so. Man bekommt nicht einfach so eine 45 Stundenbetreuung, wenn man nicht arbeitet. Aber man bekommt natürlich einen Platz mit einer geringeren Stundenzahl. Wäre interessant wie die Regelungen in Schweden tatsächlich aussehen. Dass das Modell in Deutschland noch verbessert werden kann, wenn man Arbeiten für beide ermöglichen will.

45 Prozent der Schwedinnen wären lieber Vollzeitmütter, statt zu arbeiten. Das ergab vor sechs Jahren eine Umfrage der schwedischen Familienwebsite Familjeliv. Bei den Frauen unter 30 waren es sogar 53 Prozent. In den Medien ist deshalb vom  „Hausfrauentrend“ oder auch vom „Tantentrend“ die Rede, wenn es darum geht, dass sich gebildete junge Frauen auf einmal lieber wieder häuslich betätigen wollen.

45% ist nicht gerade niedrig. Sogar noch mehr bei den Frauen unter 30. Ein Hausfrauentrend in einem der feministischsten Länder dieser Welt mit einem der höchsten Level an Gleichberechtigung. Aber das Patriarchat und die verdammten Geschlechterrollen lassen natürlich nicht locker und verteidigen ihren Besitzstand!

Amanda, die Lehrerin, konnte sich nie vorstellen, Hausfrau zu sein. Nach der Geburt jedes Kindes kehrte sie ein Jahr später wieder in die Schule zurück. „Ich dachte, alle Menschen müssen arbeiten“, sagt sie, wie es in Schweden eben üblich sei. Als sie sich vor drei Jahren ein Bein brach und sieben Wochen krankgeschrieben war, stellte sie fest: An der Schule lief es auch ohne sie – und es war schön zu Hause. Sie konnte mit ihren Kindern Hausaufgaben machen, Mittagessen kochen und hatte auch noch Zeit, Zeitung zu lesen. „Dazu bin ich früher nie gekommen“, sagt sie.

Natürlich läuft es als Angestellter üblicherweise ohne einen. Das ist ja gar nicht die Frage. Jeder ist ersetzbar. Es ist etwas unglaubwürdig, dass sie dachte sie wäre nicht ersetzbar, zumal sie ja auch schon Elternzeit genommen haben dürfte.

Spontan kündigte sie ihren Job. Dass es sich nicht jede Mutter leisten kann, zu Hause zu sein, ist Amanda klar. Aber sie habe auch Freundinnen, die es sich leisten könnten, aber trotzdem arbeiten. „Ihnen geht es wie mir damals, sie sehen keine Alternative“, sagt sie. „Außerdem steht man als Hausfrau unter permanentem Rechtfertigungsdruck.“ Wenn sie vormittags mit ihrem Sohn einkaufen gehe, werde sie schräg angeschaut. Wenn sie nachmittags auf dem Spielplatz seien, vermisse ihr Sohn seine Freunde. „Die sind dann ja alle noch im Kindergarten.“ Und in den Sommerferien langweilten sich ihre Kinder, weil die anderen den Tag im Freizeitheim verbringen. „Dort bekommt man aber nur einen Platz, wenn beide Eltern arbeiten.“

Ich würde auch die Kinder nicht aus dem Kindergarten nehmen. Es ist eine gute Sache für sie unter Kindern zu sein. Es klingt ja so als könnte man eine Teilzeitlösung dort aber nicht machen. Das wäre eine interessante Regelung.

Amanda weiß, dass sie auf hohem Niveau klagt. Doch wenn Hausfrauen in Foren, Blogs und Facebook-Gruppen wie Hemmaföräldrars nätverk (Netzwerk der Haus-Eltern) von ihrem Lebensstil berichten, geht es um mehr als um Luxussorgen. Es geht um Fragen wie: Darf ich es genießen, Hausfrau zu sein? Darf ich mir wünschen, Hausfrau zu werden? Und wie kann ich diesen Wunsch in die Tat umsetzen?

In der Tat Luxussorgen. Und man darf vermuten, dass es keine entsprechende Gruppe für Väter gibt, die Hausmänner werden wollen.

So erzählt eine Schwedin auf Kvinna iFokus: „Große Augen sahen mich überrascht an, als ich leise in einem Café sagte: Wenn das Einkommen meines Mannes reichen würde, hätte ich nichts dagegen, Hausfrau zu werden. Hatte ich etwas Falsches gesagt?“ Eine Userin des Forums von familjeliv schreibt: „Tief im Herzen habe ich den Wunsch, mit meinen Kindern in Vollzeit zu Hause zu sein.“ Und fragt: „Gibt es noch andere, die im Jahr 2017 in diese Richtung denken? Ich fühle mich unter Druck, mich anzupassen als moderne, starke Frau mit einer Karriere – während ich im Innersten lieber eine Hausfrau im Stil der fünfziger Jahre wäre.“

Der Reiz der reinen Hausfrau ist an mich verloren. So ganz ohne Arbeit, nur zuhause, es ist irgendwie eine Verschwendung des eigenen Studiums und die Arbeit ist ja auch eine gewisse Form der Bestätigung bzw eine andere Interaktion mit der Aussenwelt. Außerdem macht man es sich schwieriger wieder einzusteigen, wenn die Kinder dann älter sind.

Die Sehnsucht der Schwedinnen nach dem Hausfrauendasein könnte erklären, warum für so viele von ihnen Svenska Hollywoodfruar (Schwedische Hollywoodfrauen) die Lieblingsserie ist. So heißt eine beliebte Reality-Soap, die schwedische Frauen begleitet, die reiche Amerikaner geheiratet haben und fortan ein unbekümmertes Leben führen. Eine typische Szene: Eine blonde Frau rückt rosafarbene Kissen zurecht, zeigt auf Barbiepuppen, glitzernde Disneyfiguren und Spiegel über dem Kinderbett. Sie sagt: „Das ist unser Prinzessinnenzimmer!“ Die Frauen in der Serie haben keinen eigenen Job, aber Prinzessinnenzimmer, Schoßhündchen, teure Klamotten und schnelle Autos. Die Zuschauer sind größtenteils Frauen zwischen 25 und 44 Jahren, die  elfte Staffel läuft derzeit.

Auch die schwedische Autorin Kristina Sandberg verdankt ihren Erfolg womöglich der Sehnsucht danach, nicht arbeiten zu müssen. In ihrer vor drei Jahren mit dem Roman Leben um jeden Preis beendeten Trilogie geht es um die Hausfrau Maj. Das Interessante: Das Leben der Protagonistin ist nicht schillernd wie das der Svenska Hollywoodfruar. Ihr Alltag ist trist und monoton, er besteht aus wenig mehr als Kochen, Putzen, Flicken; ihr Mann ist Alkoholiker und untreu, es gibt finanzielle Sorgen. Doch Leser wie Kritiker lieben den Roman, der mit dem August-Preis 2014 den renommiertesten schwedischen Literaturpreis gewann. Die fast schon ausgestorbene Spezies Hausfrau, die Sandberg hier skizziert: Für viele junge Mütter Schwedens ist das die Utopie.

Ein Leben im Luxus klingt natürlich auch nach einer beliebten Fantasie. Das Leben mit dem Alkoholiker weniger. Aber letzteres macht wahrscheinlich besseres Drama.

Was bedeutet das für Deutschland, wo hierzulande einiges unternommen wird, damit Mütter mehr arbeiten können? Taugt Schweden nicht als Vorbild?

Das Problem liegt in Deutschland woanders: Mit Elternzeit, Elterngeld, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus, Recht auf Teilzeit und Kündigungsschutz in der Elternzeit gibt es zwar Unterstützung, Förderung und Sicherheitsnetze für Familien, und im Gegensatz zu Schweden auch individuelle Alternativen. Doch die Angebote für mehr Vereinbarkeit werden fast ausschließlich von Frauen genutzt. Dabei wünschen sich die meisten Paare hierzulande, dass sie sich die Arbeit zu Hause teilen. Das zeigte zuletzt der Väterreport 2016.

Gelebt wird ein solches Modell von lediglich 14 Prozent der Paare. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin kommt zehn Jahre nach Einführung des Elterngeldes zum Ergebnis, dass der Anteil der Väter, die Elternzeit nehmen, von weniger als drei Prozent vor 2007 auf 2017 über 34 Prozent gestiegen ist. Allerdings beschränkt ein Großteil der Männer die Elternzeit auf zwei Monate. So ist es wiederum auch in Schweden – auch wenn dort deutlich mehr Väter in Elternzeit gehen als in Deutschland.

Doch beim Thema Vereinbarkeit geht es nicht nur um die Elternzeit. Es geht um die Verteilung von Arbeit und Familie. Und da wünschen sich deutschen und die schwedischen Eltern das Gleiche: mehr Zeit für beides. Sie wollen arbeiten und Zeit für die Familie haben.

Aber eben in beiden Ländern mit verschiedener Verteilung in den Arbeitszeiten.

vgl auch:

Kristina Lunz und das Centre for Feminist Foreign Policy

Ein interessantes Interview mit Kristina Lunz, die als Feministin Mitgründerin des „Centre for Feminist Foreign Policy“ ist.

ZDFheute: In den regionalen Gremien sehen wir sehr wenig Frauen, im bislang nominierten Kabinett der künftigen Regierung sind es dagegen 50 Prozent. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz?

Kristina Lunz: Ich komme aus einem Dorf mit 80 Einwohnern. In der Gemeinde sind alle Machtpositionen von Männern besetzt.

Die Diskussionen, die wir in Berlin über Gleichberechtigung führen, haben dort keine Relevanz. Im politischen Berlin ist der Druck dagegen größer, Frauen höhere Ämter zu geben. Es gibt in größeren Städten keine Akzeptanz mehr dafür, Frauen von Ämtern fernzuhalten.
Das Land ist üblicherweise konservativer. Allerdings sind in größeren Einheiten letztendlich auch einfach mehr Frauen vorhanden, was dazu führen kann, dass auch eine kleinere Auswahl ausreicht um Kandidatinnen zu haben, die Posten wollen.

ZDFheute: Leben wir noch immer in Strukturen, in denen Männer Frauen die politische Karriere erlauben müssen?

Lunz: Von vielen politisch marginalisierten Gruppen wird oft Dankbarkeit erwartet, wenn sich etwas ändert. Aber tatsächlich entspricht es der Expertise der Frauen, die Ämter zu bekleiden, in denen sie sind. Nur wird die Expertise von Frauen nicht in gleichem Maß anerkannt wie bei Männern. Deshalb kann es durchaus sein, dass sie in ihre Position gebracht werden müssen. Ich bin aber kein Fan davon, dem mit Dankbarkeit zu begegnen.

Das sind ziemlich viele Annahmen. Einmal die Annahme, dass die Frauen steht die tatsächliche Expertise haben, die Ämter zu bekleiden (und anscheinend im höheren Maße als die Männer, die auch für die Posten kandidieren). Die Expertise wird dann nicht anerkannt. Und die die ihre Expertise nicht anerkennen, bringen sie dann anscheinend trotzdem in die Positionen, obwohl sie meinen, dass sie keine Expertise haben.
Und was sie anscheinend auch nicht versteht, ist, dass Politik über Beziehungen läuft und die, die einen in gute Positionen bringen können, immer davon ausgehen, dass man sich bewusst ist, was man ihnen geholfen hat. Und das dann eine Hand die andere wäscht.

Und auch wenn wir künftig 35 Prozent Frauenanteil im Bundestag haben: Diese Frauen werden massiv bekämpft. Ihre Daseinsberechtigung im Amt wird attackiert, ihre Fähigkeiten werden ihnen abgesprochen und sie werden belächelt. Die Widerstände gegen Frauen sind noch immer sehr stark.
Gerade werden Abschiedsreden auf Merkel gehalten, aber klar allen Frauen wird ihre Existenzberechtigung abgesprochen. Dabei sollten doch alle – anscheinend parteiübergreifend – die Frauen toll finden. Das Politiker (m/w) Kritik ausgesetzt sind hat man ja auch abseits von Politikerinnen noch nie gehört.

ZDFheute: Wie sehen diese Widerstände aus?

Lunz: Die Geschichte des Patriarchats war es, Frauen im Häuslichen zu halten. Sie durften nicht wählen, nur mit Erlaubnis des Ehemannes arbeiten. Die Geschichte des Feminismus ist es, aus diesen Strukturen auszubrechen. Um das zu verhindern, wird schon der Versuch oft delegitimiert und sanktioniert. Dies soll die patriarchale Ordnung aufrechterhalten.

Da hatte ich was zu:

Die Frauen im Häuslichen zu halten hatte zunächst erst einmal mit den Kindern zu tun. Und natürlich war es auch ein Privileg, welches viele Frauen energisch verteidigt haben, die sehr zufrieden damit waren, dass sie einen  Mann erwischt hatten, der ihnen ermöglichte nicht arbeiten zu müssen. Am besten natürlich wenn es auch noch für Bedienstete reichte, die auch im Haushalt die Arbeit erledigten.

Und ich habe volles Verständnis für den Feminismus, der Frauen – auch gegen den Widerstand anderer Frauen  und mit Unterstützung vieler Männer – ermöglichte tatsächlich gleichberechtigt zu sein und den Beruf auszuüben, den sie wollten.

Aber auch schön, dass sie da einfach mal als Antwort, was denn konkret gegen die Politikerinnen gemacht wird, ins vollkommen abstrakte und die Geschichte abgleitet.

Je selbstbewusster eine Frau im öffentlichen Raum auftritt, desto stärker die Widerstände. Heute sind es Hass und Gewalt im Internet, mit der Frauen angegriffen werden.
Männer hingegen erleben null Widerstände. Hatte ich schon hier einmal näher erörtert. 
  • Laschet: 77%
  • Baerbock: 14,5%
  • Scholz: 8,4%

Wie man sieht hat Laschet einen vollkommen unwesentlichen Anteil von nur 77% des Hasses, während Baerbock den allermeisten Hass auf sich zieht, nur weil sie eine Frau ist.

ZDFheute: Wie gehen Sie mit diesem Hass um?

Lunz: Während meiner ersten öffentlichen Kampagne bekam ich zahlreiche Drohungen von Gewalt und Vergewaltigungen, auch meine Familie wurde bedroht. Mir hat es geholfen, zu verstehen, dass diese Drohungen nichts mit mir persönlich zu tun haben. Es geht darum, dass dem Versuch von Frauen, das Häusliche zu verlassen und sich zu engagieren, noch immer mit Gewalt begegnet wird. Ich habe dann eine Trotzhaltung entwickelt: Jetzt erst recht.

Drohungen, gerade mit Gewalt, gehen natürlich gar nicht. Aber so konfrontativ wie sie klingt, kann ich mir auch vorstellen, dass sich viele ebenfalls angegriffen haben und dann natürlich auch Leute dabei sind, die übertreiben.

ZDFheute: Welche Strategien helfen Frauen, die in der Politik aufsteigen wollen?

Lunz: Es hilft, sich mit den Geschichten anderer Frauen zu beschäftigen. In der Schule und an den Hochschulen lernen wir nichts über die Geschichte des Patriarchats und nichts über die Frauen, die vor uns gekämpft haben. Aber es ist wichtig, dass junge Frauen diese Mechanismen verstehen.

Oder sie bringen sich richtig ein und engagieren sich in der Sache wobei sie gleichzeitig deutlich machen, dass sie bereit sind, für Posten zu kandidieren. Die „Geschichte des Patriarchats“ ist dabei wahrscheinlich wenig hilfreich.

Warum nur haben sich Leute mit ihr angelegt? Sie wirkt so sympathisch?

Hier können auch Coaching und psychologische Beratung helfen, sich zu wappnen. Die Anfeindungen werden immer kommen. Und je erfolgreicher und selbstwirksamer eine Frau ist, desto mehr Wucht werden diese Anfeindungen entwickeln. Ich wünsche mir, dass sie souverän weitergehen.
Das gewisse „Abhärtung“ und der Umgang mit Kritik wäre in der Tat etwas, was viele Frauen gut

ZDFheute: Welche Rolle spielen Netzwerke?

Lunz: Eine große. Ich habe mir für meine Arbeit ein Netzwerk von Frauen aufgebaut, die ähnliche Wege gehen und rate das auch anderen.

Mir wurden viele Türen geöffnet und ich kann Türen für andere Frauen öffnen. Umso mehr Frauen in machtvollen Positionen sind, desto angenehmer wird das Leben für uns und für die, die nach uns kommen wollen.

Aber für sie eben nur Netzwerke unter Frauen. Andere kennt sie anscheinend nicht.

 

Der Glaube an die Liebe und an Beziehungen

Der gestrige Artikel hatte – aus meiner Sicht – viele sehr negative und pessimistische Antworten, aus denen ein fehlender Glaube an die Liebe und funktionierende Beziehungen rauszuhören war.

Seht ihr das wirklich so negativ? Natürlich muss man nicht glauben, dass eine Beziehung nie aus materialistischen Gründen scheitert oder Leute nicht auch ganz berechnend den Partner wechseln, aber Liebe als Konzept und funktionierende Beziehungen oder zumindest solche, in denen man sich trennt, aber eben weil es doch nicht passt und ohne das damit gleich das Konzept der Liebe an sich anzugreifen ist, gibt es dann doch.

Liebe kann natürlich in Hass umschlagen, aber das bedeutet nicht, dass vorher keine Liebe da war. Und Beziehungen scheitern nicht nur an der Geldgeilheit von Frauen oder daran, dass Männer nur mit dem Schwanz denken oder was auch immer, sie scheitern aus vielen Gründen und dennoch gehen die meisten Leute in neue Beziehungen, die dann hoffentlich besser laufen.

Vielleicht hat ja jemand mal ein paar positive Geschichten oder ein paar Statements für die Liebe, für Beziehungen, für ein füreinander da sein.

Es würde mich freuen.

Die Wahrnehmung von Jungen mit gewalttätigen Einstellungen und Verhaltensweisen sowie von sexueller Anziehung durch Mädchen

Eine interessante Studie von drei Frauen untersucht die Zusammenhänge zwischen gewalttätigen Einstellungen und Handlungen und sexueller Attraktivität:

Violence against women is a reality that is still present in Europe and a serious public health threat worldwide. Fortunately, investment is being made to raise awarness at the national and EU levels and among diverse publics. However, more research is needed in order to better explain its underlying factors, and thus identify effective actions that could contribute to preventing young girls and women from becoming victims. Drawing on a theoretical approach to the preventive socialization of gender violence, in this study we report data from the quasi-experimental research project ‘Free Teen Desire’ (Marie Sklodowska-Curie Grant, 2015–2016, No 659299). Through a survey conducted on 100 female adolescents (aged 13–16) in different European secondary schools (in England, Spain, Cyprus and Finland), we analysed their pattern of attraction for both ‘hooking up’ and stable relationships towards boys with either violent attitudes and behaviour or boys with non-violent behaviour, what would be linked to gender violence victimization at a later stage in their lives. Our findings suggest that in the different European secondary schools studied, a similar pattern of attraction is recognized by female participants: although non-violent boys are highly preferred to those with a violent profile, we observed that boys with violent attitudes and behaviours are mostly preferred for hooking up, and boys with non-violent traits are mostly preferred for stable relationships. In addition to the novelty of providing quantitative data on these links (non-violent/stable relationships; violent/hook-ups) in the case of adolescents, the findings regarding the pattern of attraction towards boys with violent traits for sporadic relationships are in line with previous extensive qualitative research. This body of research marks the existence of a coercive dominant discourse that associates attraction with violence and influences the socialization processes of many girls during their sexual-affective relationships’ awakening, which has been shown to constitute a risk factor for gender violence victimization.

Quelle: Girls’ perceptions of boys with violent attitudes and behaviours, and of sexual attraction

Aus der Studie:

Research in the field of psychology has also studied how, under certain conditions, aggressive men and those men considered more masculine are preferred to other men. Giebel and colleagues (2013) conducted a study in which they analysed whether appetitive aggression in men serves as an additional signal for a favoured partner choice. The authors defined appetitive aggression as ‘the intrinsic motivation to act violently even when not being threatened’ (p. 248). Testing participating women’s responses in relation to different descriptions regarding a soldier’s experience after returning from war, they observed that the preference for the ‘warrior’ was higher for women in their fertile window of the menstrual cycle and for short-term relationships. Accordingly, their findings reveal that women preferred a soldier higher in appetitive aggression as a short-term mate but not as a partner in a long-term relationship.

In another research study, Giebel et al. (2015) investigated personality traits and to what extent these traits predict the desire to choose a dominant partner. The authors observed that those individuals who declared wanting to avoid boredom and looked for exciting social activities have a stronger desire for a dominant partner. According to this study, those perceived as dominant are considered more interesting, attractive and appealing for people with higher boredom susceptibility. Additionally, people who like new and exciting social activities such as parties, social drinking and casual sex also prefer a dominant partner. In a similar vein to this investigation, Houser et al. (2015) observed that dating preferences were positively correlated with popularity, social preference and overt and relational aggression. Popular and overtly aggressive girls were seen as desirable dating partners by their male peers, and relational aggression was linked with dating popularity for both boys and girls.

Also die Einstellung, dass dominante bzw gewalttätige Männer eher etwas für eine Kurzzeitstrategie sind und das Leben mit ihnen weniger langweilig ist.

und weiter:

Within the field of criminology, many researchers are advancing knowledge about the risk factors that may lead to dating violence. In this regard, Rebellon and Manasse (2004) investigated the association between delinquency and other risk-taking behaviours with dating behaviour among adolescents, showing that delinquency serves to increase romantic involvement. According to their results, risk-taking adolescents attract the romantic interest of others, and such attention may provide indirect reinforcement for delinquency among both male and female adolescents. In a different study about risk factors for first time sexual assault, Bramsen et al. revealed that the 6-month period following the 15th birthday is characterized by a high risk for initial sexual victimization by peers (Bramsen et al., 2012, p. 524). Authors identified two elements that predicted initial adolescent peer-on-peer sexual victimization (APSV): first, the number of sexual partners, and second, sexual risk behaviours that place girls in close association or proximity to potential offenders.

„Risiken eingehen“ passt natürlich gut zu der Gefahr von Gewalt. Und die Anzahl von Sexualpartnern auch: Um so mehr Sexualpartner um so größer die Gefahr, dass ein aggressiver dabei ist.

Und die eigentliche Vorgehensweise:

The Vignette-Test designed for the Free_Teen_Desire project consisted of a set of three types of vignettes (A-B-C) distributed among the different students’ groups/countries. For the study we are reporting here, we worked with the vignettes set C. Each set of Vignette-Test consisted of four different vignettes. Each one portrayed a boy with a brief description, mainly in terms of his attractiveness and his behaviour and attitudes regarding women. Two of the vignettes (boy 1 and boy 3) each portrayed a picture of a boy accompanied by a brief narrative which included some sentences on behaviours and attitudes considered to be violence against women by international scientific literature (Banyard et al., 2005; Fisher et al., 1999; Kalof et al., 2001; Gross et al., 2006). The other two vignettes also portrayed two different pictures accompanied with a description that included non-sexist behaviours (boy 2 and boy 4).

The two boys’ profiles classified as the ones with violent attitudes and behaviours in the Vignettes set C were described as follows:

Boy 1. He is a funny bastard. He seems disinterested in girls and can’t even remember their names after hooking up with them… In fact, he laughs at his friends who act like that… by that point some girls want to be with him again, and he disdains them persistently. He is not as sensible and good as his friends are, but his strong temper makes him somebody interesting to be discovered. Lots have tried to. He is someone to be rescued. He has a difficult personality.

Puh, da ist vieles drin. „Funny Bastard“ an sich könnte etwas sein, was Frauen interessiert, und dann ignoriert er auch noch Frauen, also ein klassisches Verhalten eines Mannes, den viele Frauen interessant finden. Und das wird noch dadurch interessiert, dass er dennoch „hook Ups“ hat. Und die wollen ihn anscheinend auch noch einmal sehen. Er ist nicht sensibel (also ja dann wohl voller toxischer Männlichkeit). Starkes Temperament, jemanden, den man entdecken muss, viele haben es versucht. Er muss gerettet werden. Er ist schwierig.

Boy 3. You want not to like him but his hypnotic eyes will hook you. You will probably be just another girl he’s been with but most are not ashamed to admit they dream to be the one to save him. Despite the fact that he has touched them without consent, they believe they can change him. He’s totally the hottest boy. His personality is scary, but it will make you drool.

Du willst ihn nicht mögen, aber du kannst nicht anders ist allein schon sehr gut. Die Augen zeichnen ein gutes Bild. Auch hier wieder: Andere Frauen waren schon da und haben es nicht geschafft. Und „Sie wollten ihn und er hat sie berührt ohne nach ihrer Zustimmung zu fragen“ wird auch kaum eine Frau abschrecken, wenn sie einen Mann vor Augen haben, der sie ruhig berühren soll. Und da dürfte der „er ist der heißeste Junge“ das passende Bild zeichenen. „Seine Persönlichkeit ist angsteinflößend, aber er wird dich sabern lassen“ ist auch schön.

On the other hand, the two boys’ profiles described as non-violent in the Vignettes set C were presented in the following way:

Boy 2. He is the boy every girl dreams to be with for the rest of her life; well-mannered, courteous, respectful of everyone. He knows how to treat girls as queens. He cares and is attentive. My friends say it’s a pity he is not manlier.

Traummann, aber er könnte männlicher sein. Dafür aber respektvoll, gutes Benehmen, er behandelt Frauen wie Königinnen. Ebenfalls attraktiv. Es fehlt die Beschreibung wie er sonst bei Frauen ankommt, die in den anderen Texten vorhanden war.

Boy 4. Open and friendly, he makes girls feel comfortable. He’s nice, funny, dedicated and makes interesting conversations. He is the good-hearted guy that mothers love.

Diese positiven Texte sind brutal. „Ein Typ, den Mütter lieben“. Er ist nett, man fühlt sich wohl. Nichts über seine positive Wirkung auf Frauen. Er ist im Gegensatz zu anderen noch nicht einmal attraktiv.

Die Studie kommt in einigen Bereichen etwas feministisch daher, aber sie wäre auch nicht schlecht um Toxische Männlichkeit gegen Männer zu stellen, die dieser gerade nicht entsprechen.

Participants had to respond to six different questions related to their own interest, the interest of their friends and the interest of ‘other girls they know’ in either hooking up or establishing a relationship with the boys portrayed in the vignettes:

(1)Would you like to hook up with him at a party?
(2)Would you like to have a relationship with him?
(3)Would your friends like to hook up with him at a party?
(4)Would your friends like to have a relationship with him?
(5)Would other girls you know like to hook up with him at a party?
(6)Would other girls you know like to have a relationship with him?

Thus, drawing on the data collected, we wanted to examine the different female adolescents’ preferences between two opposed boys’ profiles described in the vignettes, those males with violent attitudes and behaviours and those males who were non-violent, for two different types of relationships: hooking up or a stable relationship. In addition, differences when answering considering their own preferences, the preferences that the female adolescents thought that their friends would have, and the ones that ‘other girls they know’ would have were tested in searching for any relevant contrast. To collect the answers, we used a Likert scale with 6-positions (from 1 meaning “totally not”, to 6 meaning “totally yes.”). It took approximately 10 to 15 min to respond to all the questions included in the survey.

Die Fragen finde ich ganz interessant, weil sie ganz verschiedene Bereiche enthalten, gerade die Unterscheidung „findest du ihn attraktiv“ und „würden andere Frauen ihn attraktiv finden“

At the core of identifying these violent situations lies the idea suggested by some authors, that victimization and revictimization are either caused by an impaired ability to recognize potentially threatening situations (Bramsen et al., 2011; Messman-Moore and Brown, 2006) or are a function of how youths perceive common dating risk situations that may place them at risk not only of suffering dating violence but also a variety of other problematic behaviours (Helm et al., 2015). In this line, it has also been suggested that among those adolescents with high acceptance of dating aggression, peer aggression and delinquency significantly predicted recurrent aggression in a new relationship (Williams et al., 2008).

Das wären ja in gewisser Weise auch Bestätigungen der These, dass einige Frauen dann, wenn sie sich von einem aggressiven Partner trennen, wieder bei einem neuen aggressiven Partner landen.

Research has also found that some adolescents tend to maintain violent dating relationships that become chronic, and some teens engage in multiple violent relationships in which the severity of violence increases from the first to subsequent relationships (Burke Draucker et al., 2012). There is evidence that intimate partner violence and violence in hook-ups is widespread among adolescents and young adults and leads to a life trajectory that includes violence, either as victims or perpetrators (Bramsen et al., 2011; Burke Draucker et al., 2012; Exner-Cortens et al. 2013; Lundgren and Amin, 2015). As mentioned above, peer influences and attitudes towards violence (e.g., acceptance of rape myths, tolerance of violence, and justification of using violence) appear to be the most extensively evidenced risk factors for dating violence perpetration (Bramsen et al., 2011; Tapp and Moore, 2016).

Interessante Studien. Ich hatte mal vermutet, dass einige Frauen mit Gewalterfahrung einfach auch ihre Vorstellungen davon ändern, was ein für sie „echter Mann“ ist und das sie daher „härtere Männer“ brauchen, weil sie die verachten, die sich gegen sie nicht „durchsetzen“ können. Wäre interessant das mit einer Studie zu testen. Aber das ist nicht Gegenstand dieser Studie.

Aus den Ergebnissen:

Die meisten Frauen sind also bei den Männern für sich selbst relativ zurückhaltend, auch wenn sie eher etwas unverbindliches als etwas verbindliches mit ihnen wollen, sie kennen aber Frauen, für die genau diese Männer anscheinend sehr interessant sind. Der erste gewalttätige Mann schneidet dabei wesentlich schlechter ab als der zweite. Die „er braucht eine Frau, die ihn rettet“ Figur scheint zu funktionieren.

Insgesamt schneiden aber die „Nicht gewalttätigen Männer“ in vielen Bereichen besser ab, was ja auch angesichts der Beschreibungen der Schwierigkeiten trotz ihrer „Gegengewichtung“ durch andere Faktoren zu erwarten ist.

Dazu kommt, das Befragungen natürlich rationalere Ergebnisse bringen als tatsächliche Ereignisse. Es ist unvernünftig mit einen Mann, der so viele Anzeichen für Schwierigkeiten hat, etwas anzufangen. Aber Verstand ist natürlich auch etwas anderes als Begehren. Das sind Emotionen.  Daher kommt vielleicht auch der realtiv hohe Wert an Leuten, die angegeben haben, dass sie jemanden kennen, der interessiert wäre

 

 

 

 

 

Vergleiche auch:

„Warum Frauenquoten auch keine Lösung sind“

Im Spiegel findet sich ein guter Artikel zur Frauenquote in der Politik und dem Umstand, dass Frauen gar nicht für bestimmte Positionen zur Verfügung stehen:

Das ist eine berechtigte Frage. Ich finde es gut, wenn sie sich ins Gespräch bringt, sie dürfte damit einiges an Bekanntheit gesichert haben. Aber ihr Lebenslauf spricht jetzt auch nicht unbedingt für den Vorsitz der Partei:

Sie ist erst seit 2018 in der CDU, sicherte sich aber für die Bundestagswahl 2021 gleich die Direktkandidatur in ihrem Wahlkreis, um dann knapp am Einzug ins Parlament zu scheitern. Manche im Kreisverband beschreiben sie auch als vorlaut und selbstverliebt. Wie sie auf die Idee kam, sich um den Parteivorsitz zu bemühen? „Ganz spontan“, sagt Buder.

Mit ihr hat auch deshalb niemand gerechnet, weil sie noch vor wenigen Tagen auf Facebook geschrieben hatte: „Aus meiner Sicht kann es für den Job nur einen geben.“ Dazu stellte sie ein Foto von Friedrich Merz sowie den Hashtag #BereitFürMerz.

Seit 3 Jahren in der Partei, gleich als Direktkandidatin aufgestellt und dann einfach mal, ohne sich vorher anscheinend um Mehrheiten zu bemühen eine Kandidatur spontan rausgehauen.

Das ist vielleicht etwas wenig.

(…)

Ilse Aigner, die bayerische Landtagspräsidentin, hat die Haltung vieler Politikerinnen vor einigen Jahren sehr treffend formuliert. Aigner galt mal als Einzige in der CSU, die Markus Söder den Posten des Ministerpräsidenten hätte streitig machen können. »Dieses Spiel habe ich irgendwann nicht mehr mitgespielt, weil es mir zu blöd war«, sagte sie dem »Zeit-Magazin«. Dass sie im Clinch mit Söder den »letzten Ellenbogen«, wie Aigner im SPIEGEL-Gespräch vergangenes Jahr erzählte, nicht ausfahren wollte, mag sie vielleicht sogar ehren. Ihr Verhalten lässt auf eine anständige, nette Politikerin schließen. Dennoch: Wem als Frau das Spiel zu blöd ist, der darf sich nicht wundern, wenn am Ende Männer an der Spitze stehen.

Ein solches Spiel gewinnt eben häufig der, der motivierter ist es bis zum Ende durchzuziehen und die dafür anfallenden Kosten im Privaten Bereich zu tragen. Und weil Frauen häufig eine andere Work Life Balance wollen und Männer ein größeres Interesse im Schnitt an Status haben, sind das dann eben häufig die Männer.

Was könnte helfen, die Spielregeln zu ändern? Ein beliebtes Argument lautet, dass es mehr Politikerinnen auf allen Ebenen brauche, um genügend Bewerberinnen für Spitzenämter zu haben. Deshalb debattiert jetzt auch die CDU über eine erweiterte Quote. Dass die nur wieder andere Probleme schafft, sieht man bei den Grünen.

Dank ihrer Frauenquote haben sie fast 60 Prozent weibliche Abgeordnete im neuen Bundestag. Dabei sind nur rund 40 Prozent der Grünen-Mitglieder weiblich. Die Sache hat nur einen Haken.

Die CDU wurde fast 20 Jahre lang von Frauen geführt. Bei den Grünen ist zwar qua Satzung immer eine Frau an der Spitze. Tatsächlich hat die Partei aber seit Petra Kelly keine Frau mehr hervorgebracht, die in der informellen Hierarchie ganz oben stand. Das ist über 30 Jahre her.

Die Erfolgsbilanz der Grünen-Frauenquote sieht so aus:

Der erste Landesminister der Partei: ein Mann.

Der erste grüne Vizekanzler: ein Mann

Der erste grüne Oberbürgermeister: ein Mann

Der erste grüne Ministerpräsident: ein Mann.

Der erste grüne Bundesminister mit Migrationshintergrund wird: Sie ahnen es.

Die Politikerinnen der Grünen agieren in einer politischen Parallelwelt, in der das Geschlecht als wichtigste Voraussetzung für die Spitzenposition gilt. Egal, um welche Wahl es geht, Platz eins ist einer Frau vorbehalten. Die Auseinandersetzung mit den Männern bleibt den Frauen auf diese Weise erspart.

In einem solchen feministischen Kokon lebt sich so lange recht angenehm, bis es um jene Sphäre der Politik geht, die Joschka Fischer einmal als »Todeszone« bezeichnet hat. Es ist die Region, aus der sich Frauen wie Ilse Aigner verabschieden.

Die Spielregeln bleiben eben immer gleich. Und das sich die Frauen mit einer Quote wie bei den Grünen auch nicht Freiraum für Wettbewerb, sondern eher eine Art Nichtschwimmerbereich geschaffen haben, sie planschen während die Männer um die Wette schwimmen. Das sieht man in den Wahlen, wenn für den Frauenplatz nur eine einzige Frau zur Wahl steht, die damit sicher gewählt ist, während das Rennen bei den Männern offen bleibt.
Oder bei der Wahl im Saarland, wo es auch nur eine ernsthafte Kandidatin gab, weil nur ein Platz zu vergeben war und sie gar nicht damit gerechnet hat, dass sie nicht gewählt werden könnte, weil sie gewählt werden musste.

Wenn sie dann auch ins andere Becken müssen, dann erscheinen die Männer eigentlich als die bessere Wahl. Die Frauen müssen aber trotzdem dank der Quote vorgezogen werden.

Deswegen gibt es auch Vorschläge für getrennte Listen etwa für die Bundestagswahl, so dass Frauen bestimmte Plätze sicher haben und nur gegen Frauen kandieren.

Das bringt, da ist Ralf Neukirch zuzustimmen, aber eben keine für den Wähler sehr attraktiven Politikerinnen  nach oben. Und es produziert Geschichten wie bei Baerbock, die es anscheinend gar nicht für notwendig hielt

Arbeitsplatzroboter schließen das geschlechtsspezifische Lohngefälle, weil sie vor allem die Arbeit von Männern übernehmen

Ein interessanter Artikel zu den Auswirkungen von Robotern:

Workplace robots have decreased the gender pay gaps in some industries because they are taking away jobs mostly done by men, a study has discovered.

This has closed the gap in pay and also made women less likely to want to marry and have children, researchers found.

The study suggests this is because both men and women are now doing the same jobs and in turn being paid the same in the wake of campaigns of gender equity in the workforce.

In 741 US regions exposed to industrial robots, they discovered a ‘significant’ statistical decline in gender inequity in income.

Every 1.9 additional robots per 1,000 workers decreased the gender income gap by 4.2 per cent and the workforce participation gender gap by 2.1 per cent.

However, this is against the average of women earning 84 per cent of what men earn in full and part-time jobs in the US.

Researchers looked at areas around the US where robots had been introduced and what their effect was on the labour market (Getty)

The researchers also compared where robots had entered the labour market and found changes in family and fertility behaviours.

While there was no decrease in children being born, babies in wedlock decreased by 12 per cent and there was a 15 per cent increase in nonmarital births.

An increase in robot exposure were associated with a one per cent reduction in marriage rate, a nine per cent increase in divorces and a 10 per cent increase in the likelihood of couples living together without getting married.

Das sind erst einmal sehr interessante Effekte. Eine gesteigerte Scheidungsrate könnte sich daraus ergeben, dass Leute arbeitslos werden. Vielleicht heiraten die Leute in unsicheren Zeiten auch weniger, die evtl dadurch entstehen, dass ein bestimmter Anteil von Arbeitern entlassen wird und durch Roboter ersetzt wird.

Hier noch der Link auf die eigentliche Studie:

Robots have radically changed the demand for skills and the role of workers in production. This phenomenon has replaced routine and mostly physical work of blue collar workers, but it has also created positive employment spillovers in other occupations and sectors that require more social interaction and managing skills. This study examines how the exposure to robots and its heterogeneous effects on the labor market opportunities of men and women affected demographic behavior. We focus on the United States and find that in regions that were more exposed to robots, gender gaps in income and labor force participation declined, reducing the relative economic stature of men. Regions affected by intense robot penetration experienced also an increase in both divorce and cohabitation and a decline –albeit non-significant– in the number of marriages. While there was no change in the overall fertility rate, marital fertility declined, and there was an increase in nonmarital births. Our findings provide support to the hypothesis that changes in labor market structures that affect the absolute and relative prospects of men may reduce their marriage-market value and affect marital and fertility behavior.

Quelle: Robots, Marriageable Men, Family, and Fertility *

Aber weiter in dem Artikel:

Dr Osea Giuntella, assistant professor in economics at the University of Pittsburgh, said: ‘There has been an intense debate on the effects of robotics and automation on labour market outcomes, but we still know little about how these structural economic changes are reshaping key life-course choices.

‘Our study shows the exposure to robots’ competition affected the relative labour market opportunities of men and women.

‘Male income fell at a substantially higher rate than female income, decreasing the gender income gap.

Dazu aus der Studie:

Columns 1–3 show that the effect of robots on male income (-5.8%, see column 2) is substantially larger than that on female income (-1.6%, see column 1). This drives the gender income-gap (defined as the ratio between male and female income) down by 4.2% in areas that were more exposed to robot penetration.14

Also letztendlich ein Vorgang bei dem Männer und Frauen verlieren, auch wenn es den Unterschied zwischen den Geschlechtern kleiner  macht. Armut ist ja ohnehin der beste Reduzierer des Gender Pay Gaps.

‘Moreover, robot exposure has increased female labour force participation significantly while leaving the labour force participation of men unchanged.

‘We argue that these labour market effects affected men’s marriageability and women’s willingness to long-term commitments with a decline in marriages and marital fertility.’

He added: ‘Our findings add to a long-standing discussion on the effects of technology – household appliances, medical progress, etc. – on family and fertility decisions by focusing on a more recent wave of technological changes, particularly the development of robotics and automation.

‘Those technological changes, instead of directly affecting fertility and family choices, might disrupt them by profoundly changing employment opportunities for both women and men.’

Das kommt natürlich darauf an, ob man gleichzeitig die Roboter noch Produziert bzw entwickelt, was auch ein sehr männerlastiger Bereich sein wird und wahrscheinlich eine höhere technische Qualifikation erfordert.

Es macht aber auch wieder deutlich, dass eine Angleichung des Gender Pay Gaps, schon gar nicht eine Angleichung durch beiderseitiges, wenn auch bei den Frauen schwächeres, Absinken der Gehälter gar nicht unbedingt zum Vorteil der Frauen sein muss, die ja auch ein Interesse an ansonsten stabilen Umständen haben.