„Toller Name“ zu geschlechtsangleichenden Operationen und den unterschiedlichen Qualitäten von Ärzten, die sie durchführen (Gastartikel)

Dies ist ein Gastbeitrag von toller Name

Für mich (Ü40 cis Mann) war recht früh klar, daß auch trans Frauen in Frage kommen, sofern sie den Weg operativ komplett gegangen sind oder vorhaben dies zu tun, andere Entscheidungen respektiere ich natürlich, aber die sind nichts für mich. Sprich wenn ich im Fernsehen eine sah, hatte ich nicht diese Ablehnung wie Freunde von mir sondern wußte daß das für mich auch ok ist.

Anfang 2000er ging es für mich in eine größere Stadt und über ein Hobby habe ich erstmals eine TS persönlich kennengelernt, es hat sich schnell eine Freundschaft entwickelt und eines Abends nach ein paar Cocktails sind wir in der Kiste gelandet, wie das eben so passieren kan. Von da an gab es bei mir eben ne Mischung was cis und trans Frauen angeht wobei ich nach und nach eine leichte Präferenz entwickelt habe was trans Frauen angeht. Auch habe ich begonnen mich mit dem trans-Thema stärker auseinanderzusetzen und es hat bisher bei mir mit trans Frauen immer irgendwie ein wenig besser zwischenmenschlich geklappt als mit cis Frauen.

Mir ist zu der Zeit auch was passiert, was ich als „Rumreichen“ bezeichnen würde, sprich wenn eine TS gemerkt hat, daß es für mich kein Problem ist „normal“ auszugehen und ich mich nicht scheue öffentlich mit einer gesehen zu werden wußten das sehr schnell ihre trans Bekannten und die Chance auf ein Date oder mehr mit einer von ihnen war dann etwas höher als mit cis Frauen. Das ist natürlich eine sehr subjektive Beobachtung und inzwischen dürfte das aufgrund der medialen Präsenz von TS anders sein, aber ich gebe zu daß ich das auch genutzt habe. (Beim Thema TS und Dating sind mir über die Jahre generell ein paar hilfreiche Muster aufgefallen, aber die gehören nicht hierher)

Jetzt aber zum Thema von neulich mit GaOps, ich bin kein Casanova daher beschränken sich meine Erfahrungen auf vier verschiedene deutsche Ärzte/Arztpraxen und davon dann bis auf einen je nur ein paar Ergebnisse:

Arzt I hat die Op wohl aus reiner Neugier gemacht und wollte irgendwas Neues testen, sich was beweisen oder wasweißich, das Ergebnis war unter aller Kanone und ich hoffe, daß der das nicht nochmal probiert hat. Um es kurz zu machen, da kommt kein Mann rein und Nachbessern kann man das auch nicht, der betroffenen Dame geht es ansonsten aber gut, sie bereut nichts und kommt damit klar, die Orgasmusfähigkeit an sich ist vorhanden, also kann sie andere Wege als penetrativen Sex nutzen.

Arzt II führt diese Op sehr oft durch und hat in der Szene den Ruf schnell operieren zu wollen. Die Patientinnen landen danach recht oft bei Arzt IV, der beim Nachbessern jenes Kollegen auch schon eine Routine entwickelt hat. Vor dieser erwähnten Nachbesserung war das sowohl für mich als auch die Frauen nichts, mit denen ich das Vergnügen hatte, entweder zu eng, nicht tief genug, oder es befindet sich noch Haut über empfindlichen Stellen, wodurch die Erregung schwieriger wird. Im Ergebnis würde ich sagen, daß bei dem nur 10% auf Anhieb so funktionieren wie man(n) es erwartet, für Frauen die nicht auf Männer stehen und nur die Dysphorie beheben wollen reicht das aber oft aus.

Arzt III ist in der gleichen Stadt wo Arzt IV früher war und wird oft als günstigere Alternative gewählt, macht die Op auch öfter und kann brauchbare Ergebnisse liefern, hier würde ich 50/50 ansetzen aus Sicht eines cis het Mannes. Was ich bei seinen Ergebnissen nicht ok fand waren sowas wie ständiger Ausfluss oder extrem unangenehmer Geruch. Die Sache mit der Tiefe kann hier auch leichter verbessert werden mit ausreichend Bougieren und nach dem was ich erlebt habe ist hier die Orgasmusfähigkeit auch weit öfter vorhanden als bei Arzt II trans Frauen welche hauptsächlich ihre Dysphorie beheben wollen und nicht zwingend auf penetrativen Sex mit Männern aus sind dürften hier die Erfolgsquote natürlich weit höher ansetzen.

Arzt IV ist seit Jahren kurz vor der Rente, hat einen guten Ruf in der Szene und kann es sich erlauben ein paar Euro extra zu verlangen. Sowohl ihn als auch zwei weitere Ärzte seines Teams habe ich persönlich getroffen. Hier sind die Ergebnisse durch die Bank weg gut, nicht nur was ich selbst erlebt habe, bzw. daheim erlebe, sondern auch was Andere berichten. Bei den Ärzten II&III kam durch Nach-Ops und/oder ordentliche Nachsorge oft was raus, was zumindest für mich Sex „normal“ gemacht hat, bei IV allerdings ist es auch für die Frauen besser. Beim Eindringen merke ich bei seiner Methode anfangs einen Unterschied, da ist bei jeder eine Art Hubbel wo man drunter durch muß. Dann klappt’s aber ganz normal. Die Orgasmusfähigkeit ist bei dem Arzt, bzw. dem Team so gut wie immer erhalten, wobei es hier wie auch bei den anderen Ärzten nicht unbedingt durch Penetration klappen muß. Generell brauche ich bei TS sozusagen „andere Handgriffe“ als bei cis Frauen. Natürlich ist jede Frau ein wenig anders, aber paar Gemeinsamkeiten gibt es dann aber doch jeweils bei cis und trans Frauen. Was Tiefe und Breite angeht ist das Ergebnis hier normalerweise auch so gut wie es mit dem Ausgangsmaterial eben werden kann, durch Bougieren kann das aber noch verbessert werden.

So und nun aus cis-het Männersicht, mit den Patientinnen von Arzt IV konnte und kann ich eigentlich immer Spaß haben im Bett (Unterschied ist eben der erwähnte Hubbel) und bei II und III kommt es stark auf den Einzelfall an, wobei III besser ist als II. Bei I ging allerdings gar nichts.

Wenn ich nicht glücklich vergeben währe hätte ich inzwischen wohl versucht

Kurze generelle Anmerkung, für viele hetero TS ist es bereits oft ein Erfolg, wenn „normaler Sex“ mit Männern klappt, da für sie mental die Dysphorie damit nochmal mehr verschwindet. Der Orgasmus tritt für sie ein wenig in den Hintergrund. Daher würde ich weiterhin von 90% Zufriedenheit ausgehen, bei echten TS und Ärzten die halbwegs was drauf haben.

 

Genderidentität: „Bist du they? – Nee, ich bin Kevin“ (mit he/they Pronomen durchs Datingleben)

Ein interessanter Text zu den neuen Genderidentitäten:

Ein Bart ist eben etwas erst einmal sehr männliches. Hat man ihn wird man allenfalls „Genderverwirrung“ produzieren können, in dem man ihn mit stark weiblichen Zeichen kombiniert.

Neulich war ich mit Freundys unterwegs. Wir wollten noch in eine Bar, die an Dienstagen nur Menschen offen steht, die sich unter dem Akronym FLINTA wiederfinden (Frauen, Lesben, inter, trans, agender). Schwieriger Begriff, aber die Politik dahinter wäre ein anderer Text. Wir standen jedenfalls vor der Bar, und ich bekam einen Spruch gedrückt: „Heute Abend keine Männer“. Ich wusste von der Türpolitik und hatte vorher angesprochen, dass ich niemandem den Raum wegnehmen will. Der Tenor war: Wenn du dich heute danach fühlst, kommst du mit. Also entgegnete ich der Tür-Person, die mich als Mann las, etwas, das ich so noch nie zu einer fremden Person gesagt hatte: „Ich bin kein Mann, ich bin non-binär.“
„Non-binär“ wäre ja das N in FLINTA, das er oben weggelassen hat. Aber es ist eben auch ein ziemlicher Sammelbegriff, weil man darunter alles verstehen kann und nichts. Es reicht ja im Prinzip jede Abweichung von dem Klischee von Mann und Frau, das man zudem so hart und extrem ausgestalten kann wie man möchte um eine Abweichung bei sich selbst zu sehen.

Gender, in meinen Augen, bildet kein fixes Konstrukt, sondern eine situative und persönliche Verhandlung von Beziehungen. Mit meinem Gender navigiere ich Welt, Sexualität, Räume und Freundschaften. Als queerer Mann (in diesem Text verwende ich verschiedene Labels, alle davon sind valide), stehe ich in Dissonanz zu den für mich gedachten patriarchalen Rollenbildern als männlich gelesene Person.

Auch relativ leere Phrasen. Wie navigiert man mit seinem Gender Welt, Sexualität, Räume und Freundschaften? Und die „patriarchalen Rollenbilder“ für Männer gehen etwas in die Richtung von dem, was ich oben sagte: Um so starrer man die scheinbaren Vorgaben für Männer im Patriarchat sieht, um so leichter kann man von ihnen abweichen. Zeige ich ab und zu mal Gefühle? Ich breche aus (obwohl das ja auch sonst Männer machen). Finde ich Fußball langweilig? ha, da habe ich es den Rollenbildern aber gezeigt!

Maskulin, aber kein Mann, weil man idealisierte Männlchkeit nicht leben will. Das verengt ja dann das Verhalten für Männer gar nicht. Schon etwas grotesk, dass er sich nicht als Mann sehen kann, weil er der idealisierten Männlichkeit nicht entspricht.

Er ist statt dessen ein „Queer-Mann“. Das erlaubt immerhin eine schöne neue Identität und das Gefühl gegen die patriarchale Welt zu rebellieren.

„Rassifizierung“? Ich nehme an das ist dann als Weißer oder Schwarzer „gelesen“ zu werden und beugt irgendwie dem Vorwurf vor, dass es ja eigentlich keine Rassen gibt? Klingt dennoch irgendwie wie ein Nazibegriff.

Gender als soziale Technologie

Aber ich will in einer Welt leben, in der Bart und Tattoos, Kleidung und Haare mich nicht als Mann markieren.

Die meisten Butch-Lesben in Männnerkleidung und mit kurzen Haaren sind dennoch als Frauen zu erkennen. Der Bart ist nun einmal ein Zeichen für eine gewisse Menge Testosteron, die üblicherweise nur bei Männern vorkommt.
Aber relevanter dürfte auch seine Gesichtsform, sein Kinn, sein Adamsapfel etc sein

Hier mal ein Bild von ihm aus dem Netz:

Kevin Junk

Ich denke auch, wenn er sich rasieren würde, würde man ihn als Mann sehen.

Zwar empfand ich es als Bestätigung meiner Genderidentität, mich an der Tür zu behaupten. Zugleich war es ein Akt der Gewalt, mich einfach als cis Mann einzuordnen. Alternativ hätte die Person, die ich selbst als männlichen Türsteher gelesen hatte, einfach freundlich mitteilen können, dass der Abend nicht für cis Männer offen war. Dazu hätte ich mich anders verhalten können.

„Ein Akt der Gewalt“, da geht er aber hoch ran. Er setzt eben keine typischen Zeichen für eine Nichtbinarität, vielleicht irgendwas Queeres wie bunte Haare oder geschminkte Augen und Lippenstift?

Aber klar, er hätte ihn auch freundlich fragen können, welchen Buchstaben der Flinta-Definition er nun darstellt.

Dass meine Genderidentität als maskuline und non-binäre Person valide ist, wusste ich nicht, bis ich Sprache dafür fand, wirklich wörtlich fand. Ich stand in einem queer-feministischen Buchladen, an der Kasse lagen Buttons mit aufgedruckten Pronomen: he/his, she/her, they/them und zu meiner Überraschung: he/they. Das warme Gefühl, das in meinem Bauch aufflackerte, war wie das Gefühl, das ich hatte, als ich als junger Mensch zum ersten Mal zwei Männer beim Küssen sah. Das geht? Ich will das auch! Mittlerweile sehe ich viele Menschen, die mehrere Pronomen benutzen, alle aus ihren eigenen Gründen. Es gibt uns überall.
Ich kann mir vorstellen, dass he/they einigen in der Szene ideal erscheint. Man ist ein Mann, möchte aber auch irgendwie Queer sein, und das mit den passenden Pronomen betonen können, da kommt dann das They genau richtig. Wobei ich es immernoch merkwürdig finde, dass solche Pronomen auf englisch angeführt werden, aber er/sie Pronomen wären auch verwirrend, und er/sie (Plural) wahrscheinlich auch nicht so trendig.

Ist ja die in etwa die Übersetzung von „Ich bin ein Mann, aber keiner von den Bösen, sondern ein queerer guter!“

Wertvorstellungen beim Dating abgleichen

Jemand schrieb mir auf Instagram. Sein Move: Wir haben voll viel gemeinsam. Ich dachte, cute genug, lass uns mal irgendwann treffen. Wir konnten beim Abendessen über gemeinsame Themen wie Literatur, Lyrik und queeren Klassenkampf abnerden. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich schaue mir vor einem Date die Insta-Bio einer Person an und interessiere mich für deren Pronomen. Ich ging davon aus, dass die Person wusste, dass ich sowohl „er“ als auch „they“ verwende. Als wir im Gespräch auf Pronomen kamen und ich sagte, dass mir die Verwendung von „they“ auf Englisch ein wenig leichter fällt, ich aber literarisch gerade mit Neopronomen wie dey/dem arbeite, war mein Date geschockt. Er fragte mich: „Bist du they?“

Ich wäre auch geschockt, in einer vergleichbaren Situation mit einer Frau.

Aber bei “ Wir konnten beim Abendessen über gemeinsame Themen wie Literatur, Lyrik und queeren Klassenkampf abnerden.“ hätte sie auch schon sehr gut aussehen müssen bzw ich hätte wirklich, wirklich einen Artikel über das Date schreiben wollen.

Ich wollte sagen: „Nee, ich bin Kevin“, aber so schlagfertig war ich nicht. Stattdessen sagte ich sowas Holpriges wie: „Mein Gender ist komplexer als einfach nur Männlichkeit. Beide Pronomen haben in verschiedenen Situationen eine Verwendung für mich und ich fühle mich mit beiden wohl. Du hast die Wahl, wie du über mich sprechen willst.“ Im Nachhinein fühlt sich das wie eine Rechtfertigung an. Das zeigt mir, wie unsicher ich noch mit Gender umgehe, sobald ich von außen unter Druck gerate.

Statt die vulnerable Situation respektvoll zu halten, hielt das Date mir einen ungebetenen Vortrag darüber, wie nervig und anstrengend es sei, „they/them“ auf Englisch zu verwenden. Wir beide, die wir keine Englisch-Muttersprachler waren, nahmen darüber, so seine Meinung, an hegemonialer Sprache und ihren Regeln teil. Dabei war das hegemonialste an diesem Vortrag das ungefragte Erklären von dieser cis Nelke. Menschen daten, die mein Gender und seine Politik nicht verstehen, kommt für mich nicht mehr in Frage.

Ich finde ihn ganz sympathisch. Aber klar, mit so einer „Cis Nelke“ (eine Abwandlung von Pissnelke) kann es bei ihm nicht werden: Wollte der ihn etwa wie einen ganz normalen schwulen CIS-Mann behandeln? Ein Skandal.

Mein Körpergefühl hat sich verändert

Seit ich mit meiner Genderidentität kommunikativer umgehe, hat sich auch mein Körpergefühl verändert. Ich habe mit dem Boxen angefangen und war nach dem ersten Training schockverliebt in die Mischung aus Technik und Kraft. Befreit von dem Druck, ein richtiger Mann (lol) zu sein, kann ich Attribute wie Stärke besser verhandeln, weil sie nicht im binären Gegensatz zu meiner Sensibilität stehen, sondern im Dialog damit. Ich kann meinen Körper in seiner radikalen Verflochtenheit mit meiner Umwelt erleben, anstatt ihn mit Gewalt in binäre Förmchen zu pressen.

„Weil ich jetzt zusätzlich zu „he“ auch „they“ Pronomen benutze kann ich endlich Sachen machen, die andere Männer einfach so machen, aber ich lebe wirklich ganz befreit von irgendeinem Druck“

Schon irgendwie grotesk, wenn man das Mannsein irgendwie hassen muss und sich nur auf diesem Wege eine Erlaubnis dafür schaffen muss.

Ich gehe ja fast nicht mehr in Bars aber irgendwie würde ich ja gern mal ein echtes „Wie sind deine Pronomen“-Gespräch hören. Gibt es so etwas irgendwo? Wo Leute, die das ernst meinen mal im realen Leben mit echten Gesprächen zu hören sind?

Sorry, jetzt hab ich so viel über mich geredet. Was sind denn deine Pronomen?

Wer will darf sie hier gerne mitteilen.

„Tote Schlafzimmer“: Nachlassender oder stoppender Sex in einer Beziehung / Ehe

Ich hatte neulich schon Artikel, die auf Reddit Artikeln beruhen und durch verschiedene Verlinkungen bin ich auf die Reddit-Gruppe „Dead Bedrooms“ gestoßen. Es geht dort insbesondere um Leute in einer Beziehung, die unglücklich über die „Sexfrequenz“ in dieser Beziehung sind.

Wie zu erwarten gibt es dort verschiedene Fälle und es hat sich ein „Spezialjargon“ herausgebildet, der diese Fälle betrifft:

Ich finde bereits die Abkürzungen ganz interessant:

LL = Lower Libido —> the person who wants less sex in the relationship

HL = Higher Libido —> the person who wants more sex in the relationship.

HL and LL are not related to actual libido, just libido in relation to specific partner. HL could want it only once a month, but their partner only wants it once a year. Both have low libidos as far as the average libido goes, but one is higher than the other.

DB = Dead Bedroom

HLF/HLM = Higher Libido Female/ Higher Libido Male

LLF/LLM = Lower Libido Female/ Lower Libido Male

PIV = Penis in Vagina

LTR = Long Term Relationship

LDR = Long Distance Relationship

NRE = New Relationship Energy

LL4U = low libido for you

Das macht sicherlich für eine Diskussion über „Tote Schlafzimmer“ durchaus Sinn. Einer der Partner wird – sonst wäre kein Problem vorhanden – üblicherweise mehr Sex wollen als der andere, und das kann eben bei heterosexuellen Beziehungen entweder der Mann oder die Frau sein.

Hart ist natürlich „LL4U“, bei der es dann eben anscheinend darum geht, dass der Partner nicht mehr attraktiv gefunden wird.

Gleich den aktuellen Beitrag fand ich recht typisch für eine solche Situation

As I (35m/hl) prepare for my Friday work day, the wife(35/ll) sleeping on the couch as I drink my coffee and wake up, I’m met with the overwhelming urge to just cry. We have had a rough patch for a while now in the bedroom dept. Most everything else is great, aside from the leakage the bedroom issue causes. A few nights back, as I was heading to bed, which is normally hours before her, she came in and after a bit of snuggling I leaned in for a kiss. Apparently my penis(as I sleep naked) brushed her leg prompting her to inform me she wasn’t in the mood for the sex I hadn’t even made any attempt for. Obviously after years of rejection this hurts. Especially following a conscious year and a half effort on my part to completely stop all attempts at initiation. So as I brokenly fold into myself in the bed she starts to ask what’s wrong to which I say how bad it hurts to be preemptively turned down when I really wasn’t even trying for that. Later that evening as I tossed and turned in the bed alone I get a message on my phone. It’s her apologizing for hurting me, explaining how it’s „a knee jerk reaction because I tend to turn cuddling into sex all the time“. I was quite taken back by this and didn’t reply. I fought for sleep while mulling over a response. The following morning I knew what to say and typed a very long, heartfelt reply. I asked of she had even notice that I hadn’t tried for over a year, explained how her teasing, during a 4 month drought felt cruel and hurtful. We ended up having an hour long discussion the following day during my lunch break. Long story short we agree, she agrees we have an issue in that dept, she agrees that the way she has handled things isn’t fair to me, she says she noticed I withdrew but wasn’t sure why(not sure if that was just a cya comment), I told her my biggest fear for our marrage, second to being lost, is that we end up completely devoid of intimacy, and love. Changes must be made an effort must be taken and thins WILL improve, is where we settled. Fast forward three days, I ask her whe. She wakes up if she’d like to ignore the world and spend some time talking dirty with me, I don’t know what I was expecting in return, nervous as hell for a response because this is the first time I’ve really taken a shot at getting any what sexual. Then I got it. And now I think I get it. She said no, nicely, that she had to begin getting her life together because she had to coach a softball game in about 5-6 hours. I sunk… Again I should have know better. I k ow that I shouldn’t just give up but we have seen this road before and I have fleeting faith it will go any other direction than the norm. I just want to give up, withdraw, and live my life with the understanding that I’ve married my roommate, our ultimate end will be living together with no touch between, no intimacy, just shared bills and shared meals. I know one attempt after a talk isn’t sufficient in quantity but man it hurts, I k ow she has her reasons but again it incites some pretty heavy feelings to begin to realize that ultimately things aren’t going to change no matter how I try to show her how I feel. No amout of me explain it will even allot her the ability to feel this way, she often talks about her love language and the ways I could do more to speak to her in that language, however the opposite is not true. Talks are cheap. I don’t know why I keep thinking they will have any effect.

Es erinnert mich an eine Stelle aus dem Buch „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“, in dem sich eine Liste von Sachen gab, die Männer bzw Frauen in der Beziehung vermissen. Bei den Frauen war da sinngemäß angeführt:

Nichtsexuelle Zärtlichkeiten

Also Zärtlichkeiten, die nicht nur eine Überleitung zu Sex sind, sondern einfach Zärtlichkeiten.

Und bei den Männern:

unveranlassten Sex

Sex, der von ihr veranlasst wird ohne das man etwas dafür machen muss. Sei es normaler Sex oder ein Blowjob einfach so. Sex als reine Bedürfnisbefriedigung.

ich hatte daraus schon mal einen Artikel gemacht.

Dem Artikel nach – wobei wir ja nur seine Seite kennen – ist es aber erstaunlich, dass sie sich auf so gar nichts einlässt. Das würde mir wenig Hoffnung für die weitere Sinnhaftigkeit der Beziehung machen (wobei sicherlich Aspekte wie Kinder und der Umstand, dass man sich wegen dieser nicht trennen will, eine Rolle spielen können)

Und noch ein Beitrag kurz darunter von einer Frau:

My partner (32M) and I (33F)have been seeing each other for ~2 years (officially for like…1.25). Before I asked him out, we had sex everytime we saw each other. Since I asked him out, we’ve had sex 3 times. The last of those three being over a year ago. he hasn’t blame me, at all. he’s put it on his stress/depression/etc. he’s, maybe unintentionally, but still, made it known our income gap makes him feel a bit inadequate (I make a bit more than 2.5x his income WHICH I’ve made very clear is a non-issue to me). I asked if it was lack of attraction over 6 months ago. He confirmed it wasn’t. Brought it up again a couple months ago (around the anniversary of the last time we were intimate 🥺), he reconfirmed it wasn’t a lack of attraction/desire, and he mentioned he has acknowledged he has ED and is looking into that. It’s been 2 months and while I’m all gung-ho about whatever route he needs to take, (he’s going the exercise route before the rx route for now) no judgement, but nothing has changed since then. I went from having sex almost daily prior to seeing him, and even for a bit after, to no sex in over a year. My previous relationships have involved VERY frequent intimacy. He is my person. I love him. But I’m ~dying~. If he touches my leg when we go to bed I go into “THIS IS IT” mode, and then I hear snoring. It’s devastating. I know he says it’s not a lack of attraction or desire, but my ego is getting destroyed and my needs are 100% not being met. I definitely have an above average sex drive, but at this point I’d settle for below average frequency. Do I ride this out? Call it quits? Suggest bringing in a third party? I’ve never had this issue this severely before so…I’m at a loss.

ED wäre wohl erectile dysfunction, also Probleme einen steifen Penis zu bekommen. Eine Depression und das ganze drum herum klingt, insbesondere seine Unsicherheit darüber, dass sie mehr verdient, klingt nach ernsteren psychologischen Problemen.

Und noch ein Beitrag:

So I found a thread from 5 years ago describing how much I (HLM 40) was struggling with duty sex from my wife (LLF 38). I could’ve written it yesterday!! It’s astonishing to me that I have been in this situation for over 5 years. A very sobering thought!

The only difference is me. 5 years ago where there was hope and optimism, there is now acceptance and mild bitterness. Countless conversations, lots of effort on my part to be a better partner, and a round of marriage counseling have made no difference. My wife is 100% not capable of giving anything other than the most basic of duty sex. I have accepted that this is the way it will be, probably for the rest of our marriage. I will probably never have enjoyable sex again in my life. That was a bitter pill to swallow, but once I did process the thought I have come to terms with it.

Sex with her is only for me to get off, she gets literally nothing out of it and makes it perfectly clear she’s not enjoying it. Foreplay is a NO NO. I do not initiate anymore, and the only times we have sex is when she insists that we do it. She genuinely believes she is doing me a favor with this, and gets somewhat pissed off if I don’t want to have duty sex. She asks “what do you want me to do, I’m not a porn star!” I would do anything I could to make her enjoy sex more, but she doesn’t want to enjoy it. The topic of sex in general is usually not tolerated, and considered crass and inappropriate.

I suppose my point is to offer a cautionary tale, and give people an insight to what it means to accept a dead bedroom. She’s a good woman, good mother, do-gooder with a heart of gold, everybody loves her. This part of her is simply dead and she has no interest in reviving it.

Traurig und ich kann ihn verstehen, dass er bei offensichtlicher Unlust wenig Lust hat. Ich kann auch sie verstehen, dass sie das Gefühl hat, dass sie ihm ja auch Sex bieten muss, aber es wäre die Frage, ob sie es nicht etwas liebevoller machen sollte oder ob sie dann nicht ggfs auf eine Art sex haben sollte, die eher nur auf ihn zugeschnitten ist und bei der sie dann keine eigene Erregung vortäuschen muss aber vielleicht besser ausdrücken kann, dass es ihr Spass macht ihn zu verwöhnen.

Und noch ein Beitrag von „Pflichtsex“ aus Sicht der Frau:

I’ve always wanted to write one of these retrospectives, and after reading yesterday’s post about thoughts during duty sex, I thought I would contribute. Obviously, these are my own personal thoughts and feelings, extrapolate at your own risk.

Duty sex. I’ve had a ton a it, though I classified it more as maintenance or gift sex. Why you may ask? Because I knew my partner wanted sex. Because I loved him. Because he would be upset and depressed and not talk to me or touch me when I said no. If I said no he wouldn’t pursue it (as far as I can remember anyways), but I would feel the consequences. I mean, touch is one of my love languages goddamn it. So I would say yes. Sometimes the most apathetic yes. Sometimes I would suggest it myself. „Sure if you want“ was my go to phrase.

Then the sex itself. My inner mantra was just „this is fine, you’re fine“ on repeat. But I wasn’t fine. I got wet easily, we never needed lube (and I hate it anyways). But it’s too much stimulation. It’s overwhelming. I don’t want it. I don’t want to be feeling this right now. If it went on long enough I would have a panic attack. Sometimes I would disassociate. But it was my fault, right? This is what partners do. It’s easy, it’s fun. It’s just 15 minutes to make your partner happy. If it’s so bad then it’s on me for not saying no this time, again. It’s not his fault that he doesn’t realize I’m just trying to get through it, trying to not cry, trying to hold on until he is done.

He thinks he hasn’t changed that much. That he didn’t have things to work on, and what he needed to he did awhile ago. He doesn’t notice that now a „no“ doesn’t mean he stops holding me. He doesn’t realize that he notices when I’m a zombie now and doesn’t escalate things when I’m like that, when I would say yes just to make him happy. Sure, I needed to be able to say no, but he needed to be able to hear it, see it. Not willingly blind himself to the problems.

I still have problems with sex itself. I probably always will. It’s a sensory thing, a mental health thing, a thing I will probably never fully control. But our dynamic did a lot to create problems and stop us from getting better for a long time. It’s a work in progress, I can’t say this hasn’t happened in the last 6 months. But we are getting there, and stopping all of this waves hand frantically is a damn good start

Und noch ein Beitrag aus der Sicht einer Frau, die mehr Sex will:

When my husband and I first started dating, we had sex every single day (often multiple times a day) for over a year. We continued to have sex maybe 2-3 times a week while I was pregnant, and now I’m 6 months postpartum and craving sex but we only have actual sex maybe 2 times a month, and it’s driving me crazy. He’s always up for a BJ if I offer it, and sometimes I’m so horny I do it just as SOME kind of sexual interaction with him, but I’m not getting the attention to myself that I need/crave. Any advice? I drop hints all over the place, and feel like they’re being completely ignored. Often he jerks off before getting up for work in the morning, so I’m sure that doesn’t help his libido for later in the day. I can personally guarantee there is no porn use, so that’s not a problem.

I don’t know what I can do to turn him on more. I know having a baby changes a lot, but he always chooses watching a movie or TV over sexy time after the baby is asleep for the night.

Alles eher verzweifelte Fälle und nachlassende Lust scheint mir auch etwas zu sein, was man schwer wieder aktivieren kann. Was dann eine Spirale beiderseitiger Unzufriedenheit erzeugen kann, mit Zurückweisungen und Schuldgefühlen aufgrund dieser etc.

Geschlechtsangleichende Unterleibsoperationen, Neovaginas und die Zufriedenheit.

Dank eines Retweets von der Harry Potter Autorin Rowlings erhielt ein Thread auf Twitter über geschlechtsangleichende Operationen insbesondere im Bereich des Unterleibs eine hohe Aufmerksamkeit:

I want to tell everyone what they took from us, what irreversible really means, and what that reality looks like for us. No one told me any of what I’m going to tell you now.

I have no sensation in my crotch region at all. You could stab me with a knife and I wouldn’t know. The entire area is numb, like it’s shell shocked and unable to comprehend what happened, even 4 years on.

I tore a sutra 4 days post recovery, they promised to address it, i begged them in emails to fix it, they scorned me instead. Years later, I have what looks like a chunk of missing flesh next to my neo-vagina, it literally looks like someone hacked at me. They still wont fix it

No one told me that the base area of your penis is left, it can’t be removed – meaning you’re left with a literal stump inside that twitches. When you take Testosterone and your libido returns, you wake up with morning wood, without the tree. I wish this was a joke

And if you do take testosterone after being post op, you run the risk of internal hair in the neo-vagina. Imagine dealing with internal hair growth after everything? What a choice… be healthy on Testosterone and a freak, or remain a sexless eunuch.

And thats something that will never come back and one of the reason why i got surgery. My sex drive died about 6 months on HRT and at the time I was glad to be rid of it, but now 10 years later, Im realising what im missing out on and what I won’t get back.

Because even if i had a sex drive, my neo vagina is so narrow and small, i wouldn’t even be able to have sex if i wanted too. And when I do use a small dilator, I have random pockets of sensation that only seem to pick up pain, rather than pleasure.

Any pleasure I do get comes from the Prostate that was moved forward and wrapped in glands from the penis, meaning anal sex isnt possible and can risk further damage.

Then theres the dreams. I dream often, that I have both sets of genitals, in the dream I’m distressed I have both, why both I think? I tell myself to wake up because I know its just a dream. And I awaken into a living nightmare.

In those moments of amnesia as I would wake, I would reach down to my crotch area expecting something that was there for 3 decades, and it’s not. My heart skips a beat, every single damn time.

Then theres the act of going to the toilet. It takes me about 10 minutes to empty my bladder, it’s extremely slow, painful and because it dribbles no matter how much i relax, it will then just go all over that entire area, leaving me soaken.

So after cleaning myself up, I will find moments later that my underwear is wet – no matter how much I wiped, it slowly drips out for the best part of an hour. I never knew at 35 I ran the risk like smelling like piss everywhere I went.

Now i get to the point where im detransitioned and the realisation that this is permanent is catching up with me. During transition, I was obsessive and deeply unwell, I cannot believe they were allowed to do this to me, even after all the red flags.

In den Kommentaren darunter tobt die zu erwartende Schlacht.
Beispielsweise wird dagegen diese Studie angeführt:

Background:
There is an unknown percentage of transgender and gender non-confirming individuals who undergo gender-affirmation surgeries (GAS) that experiences regret. Regret could lead to physical and mental morbidity and questions the appropriateness of these procedures in selected patients. The aim of this study was to evaluate the prevalence of regret in transgender individuals who underwent GAS and evaluate associated factors.
Methods:
A systematic review of several databases was conducted. Random-effects meta-analysis, meta-regression, and subgroup and sensitivity analyses were performed.
Results:
A total of 27 studies, pooling 7928 transgender patients who underwent any type of GAS, were included. The pooled prevalence of regret after GAS was 1% (95% CI <1%–2%). Overall, 33% underwent transmasculine procedures and 67% transfemenine procedures. The prevalence of regret among patients undergoing transmasculine and transfemenine surgeries was <1% (IC <1%–<1%) and 1% (CI <1%–2%), respectively. A total of 77 patients regretted having had GAS. Twenty-eight had minor and 34 had major regret based on Pfäfflin’s regret classification. The majority had clear regret based on Kuiper and Cohen-Kettenis classification.
Conclusions:
Based on this review, there is an extremely low prevalence of regret in transgender patients after GAS. We believe this study corroborates the improvements made in regard to selection criteria for GAS. However, there is high subjectivity in the assessment of regret and lack of standardized questionnaires, which highlight the importance of developing validated questionnaires in this population.

Quelle:Regret after Gender-affirmation Surgery: A Systematic Review and Meta-analysis of Prevalence

Aus der Studie:

The causes and types of regrets reported in the studies are specified and shown in Table ​Table55 and ​and6.6. Overall, the most common reason for regret was psychosocial circumstances, particularly due to difficulties generated by return to society with the new gender in both social and family enviroments.23,29,32,33,36,44 In fact, some patients opted to reverse their gender role to achieve social acceptance, receive better salaries, and preserve relatives and friends relationships. These findings are in line with other studies. Laden et al performed a logistic regression analysis to assess potential risk factors for regret in this population.46 They found that the two most important risk factors predicting regret were “poor support from the family” and “belonging to the non-core group of transsexuals.”46 In addition, a study in Italy hypothesized that the high percentage of regret was attributed to social experience when they return after the surgery.33

Another factor associated with regret (although less prevalent) was poor surgical outcomes.20,23,36 Loss of clitoral sensation and postoperative chronic abdominal pain were the most common reported factors associated with surgical outcomes.14,36 In addition, aesthetic outcomes played an important role in regret. Two studies mentioned concerns with aesthetic outcomes.14,47 Only one of them quoted a patient inconformity: “body doesn’t meet the feminine ideal.”14 Interestingly, Lawrence et al demonstrated in their study that physical results of surgery are by far the most influential in determining satisfaction or regret after GAS than any preoperative factor.36 Concordantly, previous studies have shown absence of regret if sensation in clitoris and vaginal is achieved and if satisfaction with vaginal width is present.36

Other factors associated to regret were identified. Blanchard et al in 1989 noted a strong positive correlation between heterosexual preference and postoperative regret.32 All patients in this study who experienced regret were heterosexual transmen.32 On the contrary, Lawrence et al in 2003 did not find such correlation and attributed their findings to the increase in social tolerance in North American and Western European societies.36 Bodlund et al found that clinically evident personality disorder was a negative prognostic factor for regret in patients undergoing GAS.48 On the other hand, Blanchard et al did not find a correlation among patient’s education, age at surgery, and gender assigned at birth.32

In the present review, nearly half of the patients experienced major regret (based on Pfäfflin classification), meaning that they underwent or desire de-transition surgery, that will never pass through the same process again, and/or experience increase of gender dysphoria from the new gender. One study found that 10 of 14 patients with regret underwent de-transition surgeries (8 mastectomies, 2 vaginectomies, 2 phalloplasties, 2 testicular implants removal, and 1 breast augmentation) for reasons of social regret, true regret or feeling non-binary.23 On the other hand, based on the Kuiper and Cohen Kettenis’ classification, half of the patients in this review had clear regret and uncertain regret. This means that they freely expressed their regret toward the procedure, but some had role reversal to the former gender and others did not. Interestingly, Pfäfflin concluded that from a clinical standpoint, trangender patients suffered from many forms of minor regrets after GAS, all of which have a temporary course.20 This is an important consideration meaning that the actual true regret rate will always remain uncertain, as temporarity and types of regret can bring a huge challenge for assessment.

Regret after GAS may result from the ongoing discrimination that afflicts the TGNB population, affecting their freely expression of gender identity and, consequently feeling regretful from having had surgery.15 Poor social and group support, late-onset gender transition, poor sexual functioning, and mental health problems are factors associated with regret.15 Hence, assessing all these potential factors preoperatively and controlling them if possible could reduce regret rates even more and increase postoperative patient satisfaction.

Regarding transfemenine surgery, vaginoplasty was the most prevalent.14, 19, 23, 30–33, 35, 36, 44, 45Interesintgly, regret rates were higher in vaginoplasties.14,36,44 In this study, we estimated that the overall prevalence of regret after vaginoplasty was 2% (from 11 studies reviewed). This result is slightly higher than a metanalysis of 9 studies from 2017 that reported a prevalence of 1%.13 Moreover, vaginoplasty has shown to increase the quality of life in these patients.13 Mastectomy was the most prevalent transmasculine surgery. Also, it showed a very low prevalence of regret after mastectomy (<1%). Olson-Kennedy et al demonstrated that chest surgery decreases chest dysphoria in both minors and young adults, which might be the major reason behind our findings.38

In the current study, we identified a total of 7928 cases from 14 different countries. To the best of our knowledge, this is the largest attempt to compile the information on regret rates in this population. However, limitations such as significant heterogeneity among studies and among instruments used to assess regret rates, and moderate-to-high risk of bias in some studies represent a big barrier for generalization of the results of this study. The lack of validated questionnaires to evaluate regret in this population is a significant limiting factor. In addition, bias can occur because patients might restrain from expressing regrets due to fear of being judged by the interviewer. Moreover, the temporarity of the feeling of regret in some patients and the variable definition of regret may underestimate the real prevalence of “true” regret.

Ich kann mir vorstellen, dass Leute, die tatsächlich Transsexuell sind, auch eher zufrieden sind, weil sie ihr ursprüngliches Geschlecht eh kritisch sahen und daher zurück keine Option ist, man eben nur das beste aus der Situation machen kann.

Weniger überzeugte, die vielleicht eher gesellschaftlich beeinflusst worden sind, werden wohl auch eher mit den Resultaten nicht zufrieden sein.

Bereits die Frage, wie viele Detransitioner es überhaupt gibt, ist ja hoch umstritten. Da zu kommen eine Vielzahl verschiedener Operationsmethoden. Hier wurde mir schon mitgeteilt, dass neuere Prozeduren eben (wenig überraschend) wesentlich besser wären als alte. Wobei man über „Neovaginas“ eben genug Schaudergeschichten hört, die sehr in die Richtung der obigen Schilderungen gehen.

Es ist hier schwer ein objektives Bild zu bekommen, weil sehr viele Emotionen in dem Thema drin sind.

Dieses Bild war auch noch in den Kommentaren unter dem Thread zu finden:

Ebenso wie Aussagen wie diese:

The account is not a real person Katy. They are a GC larping as a detransitioner. This is a basic anatomy fail, the corpus cavernosum is excavated during surgery down to the root. There may be some left in the clitoris and surrounding area but it’s hardly a ’stump

Dagegen wieder:

 

Wie stehen junge bzw alte Anhänger der Demokraten bzw der Republikaner, getrennt nach Männern und Frauen, zu den Geschlechterrollen und der Geschlechteridentität

Via Arne bin ich auf eine Umfrage des Southern Poverty Law Center gestoßen, nach meiner Kenntnis ein eher linker Think Tank.

Dort ist eine Sektion natürlich aus Sicht dieses Blogs besonders interessant:

Beliefs about Gender Roles and Gender Identity

Dazu:

While an overwhelming majority of Americans believe that women in the workplace strengthen our economy (82%) and say they would be comfortable with a woman as president (75%), our survey also found that a majority of men under 50 on the right, and a near majority of their Democratic counterparts, say feminism has “done more harm than good.” Republicans — and, again, younger men especially — are also likely to view transgender people in a negative or threatening light. Taken together, these results suggest that a sizable proportion of men across the political spectrum, as well as large numbers of right-leaning women, perceive the progress made toward transgender rights and gender equality as potential threats.

Die Leute haben also keine Probleme mit Frauen, die arbeiten, oder Frauen als Präsident, aber eine Mehrheit der Männer finden, dass Feminismus mehr Schaden angerichtet hat als Gutes erreicht hat und sehen Transgender Personen kritisch.

While Republican men are most likely to see feminism as a net negative for society, those feelings are highest among younger Republican men — 62% of whom say it has done more harm than good. But 42% of younger Democratic men agree, compared to less than a quarter of young Democratic women. Across the political spectrum, men under 50 are in even greater agreement that “men should be respected and valued more in our society” — a belief held by 65% of younger Republican men and 60% of younger men who are Democrats.

Also:

  • Republikanische Männer sehen Feminismus eher als Nachteil für die Gesellschaft
  • 62% (!) der jungen Männer, die eher Republikaner sind, sehen das auch so.
  • 42% der jüngeren männlichen Demokraten (!) stimmen dem zu.
  • 25% der jungen weiblichen Demokratinnen sehen ebenfalls mehr Nachteile als Vorteile
  • Männer unter 50 stimmen zu, dass „Männer mehr respektiert und als wertvoll angesehen werden sollten in der Gesellschaft, die Aussage teilen bei den Republikanern 65% und bei den Demokraten 60%.

Das sind schon sehr hohe Zahlen, die deutlich machen, dass der Feminismus hier volle Arbeit geleistet hat. Zumal es zwei weitere Optionen gab, „bin mir unsicher“ oder „stimme nicht zu“.

Interessanterweise sehen  ältere Männer, man möchte fast sagen ältere weiße Männer, und ältere Frauen bei den Demokaten und den Republikanern den Feminismus eher positiver. Was vermutlich daran liegt, dass sie einen älteren Feminismus und nicht den intersektionalen Feminismus dort verorten.

Die jüngeren Menschen sind also jeweils die deutlich kritischeren.

Ich sehe mich diese Umfrage noch häufiger zitieren

Auch hier sind die Alten zumindest bei den Demokraten wesentlich kritischer was eine Wertschätzung der Männer angeht. Bei den Republikanern sind die alten Frauen leicht vor den jungen, und die alten Männer leicht hinter den jungen. Aber mit sehr geringen Unterschieden.

In recent months, especially, the hard right of the GOP has carried out a sustained attack on the rights of transgender people, introducing anti-trans legislation largely aimed at banning gender-affirming care and preventing children from participating in sports on teams that conform to their gender identity. Often, lawmakers and anti-trans activists sell their efforts under the guise that they are “protecting children”—a fearmongering claim that has no basis in reality, but one that has long been used by the anti-LGBTQ movement to deny equal rights to people of all sexual orientations and gender identities.

A majority of Americans agree that transgender discrimination is a problem that needs to be addressed (52%). However, our survey results also make it clear that the fearmongering rhetoric of the hard right has impacted the opinions of many Americans and, especially, those on the right. When we asked respondents if they believed transgender people are a threat to children, 30% overall agreed — including 23% of Democrats, 39% of Republicans, and 27% of independents. The number of people who agreed that transgender people “are trying to indoctrinate children into their lifestyle” was far higher, but only among Republicans and independents — 63% and 39%, respectively, who agreed.

Das ist interessant, weil es zeigt, dass die Leute innerhalb der Frage unterscheiden: Sie sind durchaus dafür (wenn auch mit einer knappen Mehrheit), dass die Themen grundsätzlich angesprochen werden. Sie sehen aber in bestimmten Bereichen eben auch gefahren.

Ich halte Detailnachfragen in der „Genderdiskussion“ eh interessant. Eine Frage wie „sind sie für Feminismus“ wäre die eine Sache. Aber eine Frage wie „Sind sie für einen Feminismus, der auf Chancengleichheit ausgerichtet ist“ bzw „sind sie für einen Feminismus, der den alten weißen Männern die Privilegien entzieht, die für alles übel dieser Welt verantwortlich sind“ würde sicherlich ganz andere Zustimmungswerte erhalten.

Auch hier ist es ganz interessant, dass gerade die älteren Demokraten, bei Männern und Frauen, keine Probleme sehen, während es bei den demokratischen jungen Frauen immerhin 27% sind und bei den Männern 42%

Bei den Republikanern ist es andersrum. Die jungen Frauen stimmen der These mit 29% zu, nicht viel anders als die 27% bei den jungen Demokratinnen. Allerdings ist die „Dont know“ Spalte bei den jungen Republikanerinnen größer. Die älteren Republikanerinnen sehen es mit 45% Zustimmung und 18% Dont know durchaus kritischer, bei den Männern ist es 57% bei den jungen und 30% bei den alten.

Bei der Frage „Transgender Personen versuchen Kinder bezüglich des transgender lifestyle zu indoktrinieren zeigt sich auch wieder, dass die alten Frauen bei den Demokratinnen weniger Sorgen haben, ebenso die alten Männer, bei den Republikanern ist kein so großer Unterschied, aber eine sehr starke Zustimmung insgesamt.

We also asked respondents whether they believed that “gender ideology has corrupted American culture.” The term “gender ideology” is widespread on the right, and generally refers to a belief that LGBTQ people are a threat to children and families and that men and women should adhere to “traditional” notions of masculinity and femininity. The term is used regularly on Fox News and by hard-right figures like Donald Trump, who recently said at a rally, “With their extremist sex and gender ideology, the Democrat Party is waging war on reality, war on science, war on children, war on women.” Overall, 49% of people said they believe gender ideology has corrupted American culture, including 34% of Democrats, 72% of Republicans, and 45% of Independents.

  • 49% Prozent stimmen der Aussage zu „die Gender Ideologie hat die amerikanische Kultur korrumpiert“, dabei 34% der Demokraten, 72% der Republikaner und 45% der Unabhängigen.

Das sind durchaus Zahlen, die Probleme für die Demokraten aufwerfen.

Auch hier wieder ein interessantes Jung-Alt-Gefälle bei den Demokraten. Bei den Jungen Demokratischen Männern sind es 47% und bei den jungen Repulikanischen Männern 67. Bei den Republikanern sind die alten wieder skeptischer.

 

„Umfrage: Wie Ärztinnen und Ärzte den Personalmangel täglich zu spüren bekommen“

Das Ärzteblatt schreibt interessantes zum Personalmangel (und erntet dafür einen kleinen Shitstorm im Netz):

Kai Johanning, Chefarzt der Anästhesiologie, Klinikum Bielefeld

Bei uns in der Klinik haben wir insgesamt zu wenig Ärztinnen und Ärzte, deswegen müssen wir teilweise auf Honorarärzte zurückgreifen. Das liegt unter anderem daran, dass es zu wenig Studienplätze gibt. Die Arbeits­bedingungen sind zudem oft nicht optimal, sodass Studierende nicht in der klinischen Versorgung arbeiten wollen. In meiner Abteilung werde ich die Weiterbildung noch mehr strukturieren und weiterentwickeln.

Zusätzlich bieten wir Teilzeitmöglichkeiten an: 70 Prozent meiner Fach- und Oberärztinnen arbeiten in Teil­zeit, das ist enorm viel. Bei den Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung sind es etwas weniger. Um den Ärzte­mangel zu beheben, sollte die Politik ihrem Auftrag nachkommen und mehr Studienplätze schaffen. Das darf aber nicht einfach so beschlossen werden, ohne Strukturen dafür zu schaffen. Es darf keine zu vollen Hörsäle geben und die Finanzierung muss stimmen. Außerdem darf es nicht auf dem Rücken von Ärztinnen und Ärzten, die in dem System arbeiten, ausgetragen werden.

Interessant natürlich hier, dass es nicht „Fach-und OberärztInnen ist, sondern eben auf die Frauen verwiesen wird.

Und viele der Ärztinnen werden auch zurecht sagen, dass man auch von einem 50% Arztgehalt (oder etwas in der Art) noch ganz gut leben kann, erst recht als Oberarzt mit ca. 8.000 bis 10.000 Euro Brutto im Monat. Um so mehr, wenn der Mann evtl auch noch Arzt Oberarzt ist.

Wenke Wichmann, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinik Dresden

Es gibt es ja keinen Ärztemangel im klassischen Sinne, wenn ich mir die Zahlen anschaue, sondern es ist ein Arztzeitmangel. Denn wir leben nicht mehr in einem altmodischen Familienmodell. In einer Partnerschaft gehen beide arbeiten und nicht einer hält dem anderen den Rücken frei, macht nicht den ganzen Haushalt. Das führt dazu, dass beide Elternteile reduzieren, sonst ist das Leben nicht zu schaffen und dann fehlt die Arztzeit.

Ich persönlich bin aktuell noch in Elternzeit und ich habe einen Krippenplatz an der Uniklinik bekommen. Aber das war ein harter Kampf, denn diese Plätze sind begehrt und es sind zu wenig. Deswegen muss es mehr Kinderbetreuung geben, in der Kinder auch im Schichtdienst adäquat betreut sind.

Ein anderer großer Punkt für den Zeitmangel ist die Bürokratie. Wenn ich mich mit Kolleginnen unterhalte, merke ich, dass wir alle sehr engagiert sind und Lust haben, Patientenversorgung zu machen. Die große Bürokratie und die vielen patientenfernen Tätigkeiten frustrieren uns. Wenn ich erstmal eine Stunde pro Tag Vorbefunde von Patienten anfordern muss, in dem ich mit anderen Arztpraxen telefoniere, um Befunde per Fax zu bekommen, kostet das auch Arztzeit. Mit einer elektronischen Patientenakte könnte sich das vielleicht verbessern. Viele Informationssysteme von Praxis und Krankenhaus sind zudem nicht kompatibel. Wenn wir zum Beispiel Medikamente einfach übernehmen könnten und nicht händisch abtippen müssten, könnten wir schon viel kostbare Zeit sparen.

Also hier die Einschätzung, dass beide etwas weniger machen und das eben auch „Arztzeit“ kostet. Daneben sicherlich zurecht der Verweis auf die „Verwaltungsarbeit“.

Martin Junker, Allgemeinmediziner Olpe, Gemeinschaftspraxis

Aufgrund des Ärztemangels ist es aktuell nicht möglich, die Versorgung weiter auszubauen, es lassen sich gerade so ein paar Löcher stopfen. Das liegt an vielen Dingen. Unter anderem an der Arbeitsauffassung von uns Ärztinnen und Ärzten. Dass die Work-Life-Balance im Vordergrund steht, kann man beklagen, aber man kann es auch verstehen und man muss es einfach so hinnehmen.

Für uns war es früher selbstverständlich, die ganze Woche Dienste zu machen, aber das kann man heute nicht mehr verlangen. Durch die stärkere Verweiblichung unseres Berufsstandes kann man eine 150-prozentigen Arbeitseinsatz nicht mehr aufrechterhalten. Unsere Nachfolgerinnen haben noch einen Zweitberuf: die Familie, die Kinder. Das heißt, wir werden unsere Arbeitsstruktur auf Teilzeit oder auch auf stundenweise Arbeitszeit umstellen müssen, sonst werden wir gar nicht mehr zurechtkommen.

Es wird dringend notwendig, den vielen Ärzten und Ärztinnen „ohne ärztliche Tätigkeit“ eine Möglichkeit zu eröffnen, wieder in ihrem schönen Beruf tätig zu werden. Das gleiche gilt auch für die vielen, gut ausgebil­deten und meist aus familiären Gründen nicht mehr tätigen Frauen und Männer in anderen Ge­sundheits­berufen, die dringend gebraucht werden. Dafür muss zum Beispiel die Weiterbildungsordnung geändert werden: Auch mit dreißig Prozent sollte es möglich sein, die Weiterbildung zu machen. Hierfür müssen endlich Politik, Kommunen und andere Beteiligten entgegenkommende Möglichkeiten finden, um diese Ressourcen zu heben.

Bei mir persönlich war es so, dass meine Frau, die auch als medizinische Fachangestellte in der Praxis ge­arbeitet hat, mir Gott sei Dank den Rücken auf allen Ebenen freigehalten. Aber meine Kinder habe ich nur selten gesehen.

Das kenne ich in der Tat noch von „damaligen Ärzten“. Da gab es noch Notdienste, die heute eher auf Krankenhäuser verlagert werden. Lange Öffnungszeiten von Praxen. Hausbesuche bei Patienten etc.

Das er als Grund die „Verweiblichung“ des Berufststandes anführt hat natürlich im Netz einigen nicht gefallen. Aber es passt ja durchaus zu anderen Aussagen.

Petra Kob, Fachärztin für Gynäkologie, Gemeinschaftspraxis

Ich spüre den Mangel dadurch, dass wir extrem viele Patientinnen haben, die nach Terminen fragen. Um einen Vorsorgetermin zu bekommen, kann es drei bis sechs Monate dauern. Der Ärztemangel macht sich auch bemerkbar, wenn ich mit 52 Jahren schon eine der Jüngsten bin. In meiner Babyboomergeneration gab es zu viele Ärztinnen und Ärzte. Dann wurde zu wenig ausgebildet. Die Politik ist davon ausgegangen, dass jemand, der Medizin studiert, dann auch hinterher 100 Stunden als Arzt arbeitet. Aber das ist nicht so. Medizinerinnen und Mediziner arbeiten in der Forschung, gehen ins Ausland oder in andere Berufsfelder. Deswegen müssen wir mehr ausbilden, Studienplätze schaffen und auch Werbung für den Beruf machen. Denn für mich ist es der tollste Beruf der Welt.

In der Tat wird man um mehr Studienplätze nicht herumkommen, wenn früher ein Großteil der Ärzte in Vollzeit gearbeitet hat und jetzt ein großer Teil der Ärzte auch in Teilzeit arbeitet.

Teilzeit bringt denke ich in vielen Bereichen mit sich. Die meisten Teilzeitkräfte wollen bei jüngeren Kindern vormittags arbeiten, wenn die Kinder in der Schule oder im Kindergarten sind. Weniger gerne dann eben am Nachmittag oder Abends. Man kann mehr und flexiblere Zeiten rausholen, wenn man zb bei einem größeren Krankenhaus eine Kinderbetreuung anbietet, die entsprechende flexibel ist.

Hans-Martin Wollenberg, Facharzt für Psychiatrie, Burghofklinik Rinteln

Wir können kaum Stellen nachbesetzen. Die Kolleginnen und Kollegen, mit denen wir Stellen nachbesetzen, kommen größtenteils nicht aus Deutschland. Die Studierenden aus Deutschland sind kaum noch bereit, in die Peripherie zu gehen. Sie bleiben in den Städten, in denen sie studiert haben, oder gehen in Städte mit einer besseren Infrastruktur. Probleme bestehen auch in den nervenheilkundlichen Fächern, insbesondere in der Psychiatrie. Zumindest in Niedersachsen ist die Altersstruktur da noch schlechter als in der Allgemeinmedizin. Um den Ärztemangel zu beheben, muss man verstehen, dass gute Versorgung auch bedeutet, dass wir dafür Geld aufwenden müssen. Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass dieses Geld im System bleibt. Die Mittel für das Gesundheitssystem sollten auch nur dem Gesundheitssystem zugutekommen.

Wenn du schon ein Arzt bist mit einem attraktiven Einkommen, warum dann in Pusemuckel oder Hintertupfing leben? Da ist die zumindest mittelgrößere und noch eher die größere Stadt attraktiver.

In der Tat werden dann eben viele Ärzte aus anderen Ländern abgeworben, die der bessere Lohn in Deutschland reizt oder die hier zumindest erst einmal eine Stellung bekommen können und dann mit der Berufserfahrung auch wieder eine bessere Chance in ihrem Heimatland haben.

Boris von Heesen: Was Männer kosten: Der hohe Preis des Patriarchats (Gastbeitrag)

Ein Gastbeitrag von Ronin

Zum Autor
In Zeiten, in denen sämtliche politischen Lager auf Fake News und Propaganda setzen, ist es legitim, sich zunächst einmal den Autor eines Schriftstücks genauer anzusehen, um seine Expertise einschätzen und seine Glaubwürdigkeit als Quelle bewerten zu können.
Boris von Heesen taucht seit Kurzem in verschiedenen Medien als Interviewpartner auf und wird als Wirtschaftswissenschaftler bezeichnet. Auch er selbst bezeichnet sich im Buch mehrfach so. Laut seiner Vita hat er bisher außer zweier Monatskalender für Männer (mit feministischen Sprüchen! Nicht, was viele jetzt denken!) nichts weiter veröffentlicht. Seine fachliche Vorgeschichte beschränkt sich darauf, Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Soziales Marketing studiert zu haben – wo, wann und mit welchem Abschluss, war nicht in Erfahrung zu bringen – und zwei Unternehmen gegründet zu haben, über deren Natur (außer, dass das eine ein OnlineMarktforschungsintitut ist/war), Identität und Erfolgsgeschichte wir auch nichts erfahren. Ob man als geschäftsführender Vorstand eines Jugendhilfewerks irgendwas mit Wirtschaftswissenschaften zu tun hat, kann ich leider nicht beurteilen.

Zum Inhalt
Schon im Vorwort stellt der Autor klar, dass er in Bezug auf Geschlecht eine streng sozialkonstruktivistische Weltsicht vertritt. Biologische Geschlechtsunterschiede gibt es nicht, die Einteilung „Männer“ und „Frauen“ ist willkürlich, und alle Ungleichverteilungen, die uns in verschiedensten Bereichen begegnen, müssen folglich entweder das direkte Ergebnis von direkter Diskriminierung oder die mittelbare Folge schädlicher Geschlechterstereotypen sein. Im Folgenden möchte der Autor darstellen,
wieviel gesellschaftlichen Schaden diese Geschlechterstereotypen anrichten, und tritt an, diese ganz schlicht monetär sichtbar zu machen. Das Ziel: Da im Kapitalismus nichts mehr zählt als Geld, gelänge es vielleicht, die Machteliten darüber auf patriarchalische Missstände aufmerksam zu machen, dass man ihnen klar macht, wieviel Geld dabei verloren geht. Er bezeichnet diese Vorgehensweise als „friedliches Trojanisches Pferd“.
Zu Beginn des Hauptteils stellt der Autor zunächst seine Methodik dar. Dabei ist er zumindest noch dahingehend um Fairness bemüht, dass in seiner Kostenaufstellung nur die von Männern verursachten Schadenssummen enthalten seien, die über das hinausgehen, was Frauen im gleichen Bereich und Zeitraum verursachen. Beispiel: Von Frauen verübte Kriminalität verursacht einen Schadensbetrag von X, die von Männern verübte einen Schadensbetrag Y, dann ist der als „Kosten des Patriarchats“ ausgewiesene Betrag Y – X.
Damit hat es mit der Fairness allerdings auch schon wieder ein Ende. Denn in diesem Buch seien nur die Bereiche aufgeführt, in denen Männer mehr gesellschaftliche Schäden verursachen. Zwar möge es auch Bereiche geben, in denen Frauen mehr Schäden verursachen, aber die möchte er hier ausblenden, da es hier erst mal nur um Männer gehen soll und er außerdem vermeiden möchte, die Schäden von Männern und Frauen gegeneinander aufzurechnen, denn das würde ja nur zur Spaltung der Geschlechter beitragen. Aber schließlich kann uns der Autor beruhigen: Die Aussage, dass Männer aufgrund ihres Verhaltens daran Schuld sind, dass in Deutschland jährlich 63 Milliarden Euro verschwendet werden, soll natürlich keinesfalls als MännerBashing verstanden werden!
Es folgt dann eine lange Aufzählung an Bereichen, in denen Männer mehr gesellschaftliche Schäden anrichten als Frauen.
Sie belasten das Gesundheitssystem, indem sie mehr rauchen, nicht frühzeitig zum Arzt gehen, mehr Alkohol trinken und mehr Fleisch essen. Sie verursachen mehr Autounfälle, begehen mehr Verbrechen und verursachen damit sowohl direkte Schäden als auch indirekte, z.B. durch Polizeieinsätze und Unterbringung in Gefängnissen.
Sie sind häufiger arbeitslos, werden als Jugendliche häufiger auffällig und neigen deutlich mehr zu Suchtkrankheiten. Männer mögen gewalttätige Sportarten, in deren Umfeld es zu Randalen kommt (z.B. Fußball).
Und schließlich sind Männer auch schlecht für die Umwelt, da sie den Machtpositionen aus, die sie innehaben, umweltschädliche politische Entscheidungen treffen.
Auf eine weitere detaillierte Aufzählung der Litanei verzichte ich hier; ich denke, die Intention des Autors wird klar.
Wichtig ist jedoch zu erwähnen, dass der Autor in den Kapiteln über Kriminalität und Suchtverhalten auch eindringlich darauf hinweist, dass viele Hilfsangebote z.B. für verhaltensauffällige Jugendliche oder Suchkranke sich nicht speziell an Männer richten, obwohl diese überproportional von solchen Problemen betroffen sind.
Im folgenden Kapitel erfolgt dann noch eine Aufzählung aller nicht bezifferbaren Schäden, die das Patriarchat in der Gesellschaft anrichtet. Auch hier werde ich nicht auf jeden einzelnen Punkt eingehen, es handelt sich im Wesentlichen um die Punkte, die von feministischen Autoren und Autorinnen seit Jahren immer und immer wiedergekäut werden:
Klimakatastrophe, Umweltzerstörung, Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Incels, Amokläufe, Vergewaltigung, CumEx-Geschäfte, Sexismus in der UEFA, Blut, Verwüstung, Tod, Krieg und Horror – hinter allem steckt das Patriarchat.
Alles, was auf der Welt schief läuft, hat nur damit zu tun, dass an den wichtigen Schaltstellen der Macht zu viele Männer und zu wenige Frauen sitzen. Und dahinter wiederum stehen die schädlichen Stereotype, die den Männern einreden, dass sie miteinander und gegeneinander um Macht und Geld ringen müssten, während die Frauen zuhause sitzen und die Kinder hüten.
Hat der Autor im vorherigen Kapitel eine einzige, allumfassende Ursache für alle
Probleme gefunden, so kommt er im folgenden nun zur einzigen, allumfassenden Lösung: Feminismus! „Das Patriarchat ist allgegenwärtig“, schreibt er, doch mit dem Angriff des Feminismus wird das alles in Ordnung kommen.
Im Feminismus, schwärmt der Autor, gibt es keine Ungleichheit mehr, keinen Kapitalismus, keine Notwendigkeit mehr, sich gegenseitig zu übertrumpfen, alle sind gleichgestellt und glücklich. Die Männer müssten nur endlich begreifen, wie sehr das Patriarchat auch ihnen schadet, und wie gut der Feminismus auch für sie wäre. Endlich keine schädlichen Stereotype mehr, die sie in ihren Lebensentwürfen einengen; endlich würde man als Mann nicht mehr vom Patriarchat gezwungen, Physiker oder Automechaniker zu werden, obwohl man lieber Balletttänzer oder Erzieher geworden wäre (das ist kein Witz: Der Autor ist überzeugt, dass viele Leute sich in ihrer Berufswahl nicht nach ihren ureigenen Präferenzen richten, sondern danach, was Geschlechterstereotype ihnen vorgeben, und am Ende damit todunglücklich sind).
Zu Beginn des Kapitels bleibt die Definition von Feminismus des Autors etwas schwammig, doch im Verlauf wird klar, dass er sich darunter nicht nur Gleichberechtigung und Chancengleichheit oder auch materielle Gleichstellung vorstellt, sondern die völlige Auslöschung der Unterscheidung zwischen Mann und Frau, die nur durch einen völligen Umbau der Gesellschaft herbeizuführen sei.
Nach dieser Aufzählung der Vorzüge, die der dereinstige Sturz des Patriarchats auch für Männer haben wird, setzt sich der Autor damit auseinander, wie dieser denn zu bewerkstelligen sein wird.
Zunächst betrachtet er in etwa eineinhalb Seiten den historischen Ursprung des Patriarchats, sozusagen die Quadratwurzel allen Übels: Die bürgerliche Kleinfamilie.
Die bürgerliche Kleinfamilie sei etwa 3000 v.Chr. in böswilliger Absicht erfunden worden (Quelle: eine feministische Soziologin) und seitdem als alleiniges Modell des Zusammenlebens weitgehend stabil geblieben. Für den Autor ist dies erstaunlich, bedenkt man, dass die bürgerliche Kleinfamilie doch die Keimzelle des Kapitalismus sei, Gewalt, Machtmissbrauch, Vereinsamung und Leistungsdruck produziere, und zudem ineffizient und umweltschädlich sei (zumal sie häufig in Einfamilienhäusern stattfindet). Ihre Popularität kann laut dem Autor nur an Indoktrination durch patriarchalische Diskurse liegen. Zur Bekämpfung der bürgerlichen Kleinfamilie sei zunächst einmal das Ehegattensplitting abzuschaffen und das Sorgerecht zu reformieren, so dass auch nichtverwandte Bezugspersonen sorgeberechtigt sein sollen.
Einfamilienhäuser und -wohnungen sollen durch große WGs ersetzt werden, so dass Kinder nicht mehr von einem einzelnen Elternpaar, sondern von einer größeren Gemeinschaft aufgezogen werden – und das natürlich geschlechtsneutral.
Schädliche Geschlechtersterotype müssten überall bekämpft werden: In Kunst, Medien, Unterhaltung und vor allem Erziehung. Das ganze Bildungssystem muss auf die Vermeidung von Geschlechterstereotypen ausgerichtet werden. Staatliche und nichtstaatliche Organisationen, die sich dem Kampf gegen Geschlechterstereotype verschrieben haben, wie etwa Pinkstinks, der Deutsche Kulturrat oder die Bundesstiftung Gleichstellung, müssten großzügige staatliche Förderung erhalten. Aktionen für Geschlechtergerechtigkeit wie z.B. MeToo müssten gefördert werden, um sie über die feministisch-intellektuelle Blase hinaus bekannt zu machen.
Problematische Inhalte, wie etwa Fußball, TikTok mit seinen BeautyInfluencerinnen oder Germany’s Next Top Model, sollten mit einem Warnhinweis versehen werden, über dessen Vergabe „ein sensibles und verantwortungsbewusstes Gremium, das mit Menschen aus den unterschiedlichsten Feldern der Gesellschaft besetzt ist“ entscheiden soll.
Schließlich sollten Männern mehr Angebote zu machen, die sie von ihren ansozialisierten schädlichen Stereotypen wegbringen und überzeugen, den Feminismus anzunehmen. Er nennt u.a. das „Bundesforum Männer“ als positives Beispiel einer entsprechenden Lobbygruppen. Männergesundheit sollte mehr in den Vordergrund gestellt und mehr männerspezifische Gesundheits- und Hilfsangebote bereitgestellt werden.
Kampagnen für mehr Verkehrssicherheit sollen riskantes Fahrverhalten von Männern thematisieren.
Als letzte Maßnahme schlägt der Autor einen „Gleichstellungsmonitor“ vor; einen Dienst, der kontinuierlich Statistiken und Fakten zum Thema Geschlechtergerechtigkeit und Kosten des Patriarchats für alle zugänglich und transparent bereitstellt. Dafür müssten natürlich entsprechende Organisationen (hier wird wieder die Bundesstiftung Gleichstellung genannt) mit deutlich mehr Geld gefördert werden – diese Förderung sei in Anbetracht der 63 Milliarden Euro Patriarchatskosten, die die Gemeinschaft dadurch jährlich sparen würde,eine echte Investition.

Bewertung
Über weite Strecken liest sich das Buch wie ein religiöses Pamphlet. Über allem steht das Dogma vom Patriarchat, das das Böse schlechthin und die Ursache praktisch aller Probleme der Menschheit ist.
Demnach müssten nur alle den Feminismus als ihre:n Herr:in und Erlöser:in annehmen, dann würde alles gut werden. Wäre der Autor wirklich so wissenschaftlich, wie er sich darstellt, dann würde er sämtliche Fakten zusammentragen und versuchen, eine Theorie zu finden, die diese Fakten am Besten erklärt.
Was er aber tut, ist, ein Dogma zu vertreten, dessen Wahrheit von Anfang an als gegeben angenommen wird und nicht angezweifelt werden darf, und nun trägt er alle Daten zusammen, die sich auf Biegen und Brechen so interpretieren lassen, dass sie das Dogma stützen – die, bei denen das nicht geht, werden einfach ausgeblendet.
Glaubenssätze werden ohne Beleg aufgestellt, etwa, dass alles besser wäre, wenn mehr Frauen an der Macht wären. Für tatsächliche Zusammenhänge interessiert sich der Autor erkennbar nicht; wo immer eine Korrelation auftaucht, die sich im Sinne seines Dogmas interpretieren lässt, wird die erwünschte Kausalität einfach als erwiesen angenommen.
Beispiel: Norwegen „gilt“ als feministisch, gleichzeitig ist dort die Zahl der gesunden Lebensjahre über 65 bei Männern und Frauen annähernd gleich. Ob sich dieser Sachverhalt auch wirklich auf die angenommene Ursache zurückführen lässt, und ob die Aussage, Norwegen wäre „feministisch“, so überhaupt stimmt, wird nicht weiter untersucht. Allein die Möglichkeit, dass es so sein könnte, wird als Beweis akzeptiert, dass es so sein muss.
Noch ein Beispiel: Die Lebenserwartung von Mönchen ist, anders als die der männlichen Normalbevölkerung, im Vergleich zu den Frauen nicht reduziert.
Damit sei bewiesen, dass ein Unterschied in der Lebenserwartung nicht naturgegeben ist, worum wiederum bewiesen sei, dass für den Unterschied, den wir beobachten, nur das Patriarchat verantwortlich sein kann. Mit derselben Logik könnte man auch argumentieren, dass die Gegenwart von Frauen für Männer gesundheitsschädlich ist, und Mönche deshalb länger leben, weil sie weniger mit Frauen zu tun haben.
Die ganze Litanei seiner Statistiken dient weniger der Aufklärung, sondern eher der Vernebelung.
Viele der Zahlen, die er nennt, wirken eindrucksvoll, sind aber bei näherer Betrachtung eigentlich nichtssagend, da sie zu nichts in Relation gesetzt werden. Es mag sein, dass die Zahl der Autounfälle, die von Männern verursacht werden, viel höher ist als die derer, die von Frauen verursacht werden, aber wie hoch ist sie relativ zu den jeweils gefahrenen Kilometern? Es interessiert nicht, Hauptsache, wir haben eine hohe Zahl.
Allerdings, wenn es dann später um Umweltverschmutzung geht, sind die von Männern mehr gefahrenen Kilometer plötzlich wichtig.
Wir erfahren zwar, wieviel der Fleischkonsum der Männer das Gesundheitssystem kostet, aber nicht, ob das im Vergleich zu anderen Posten oder zum Gesamtbudget des Gesundheitssystems viel oder wenig ist.
Die eklatanteste Augenwischerei besteht darin, dass mit keinem Wort erwähnt wird, in welchem Verhältnis diese 63 Milliarden Euro, die Männer jährlich über Gebühr verbraten, zu dem Betrag stehen, die Männer im gleichen Zeitraum erwirtschaften. Es wird immer von Kosten geredet, aber unser Herr Wirtschaftswissenschaftler verschwendet anscheinend keinen Gedanken daran, von wem diese Kosten mehrheitlich beglichen werden.
Viele seiner Schlussfolgerungen gründen sich eher auf Philosophie als auf empirisch erlangtes Wissen. Insofern ist es kein Wunder, dass der angebliche Wirtschaftswissenschaftler auffällig häufig Philosophinnen und Aktivistinnen zitiert, und zwar quer durch das Who-is-Who des Twitter-Feminismus (Stokowski, Gesterkamp, Allmendinger, um nur 3 zu nennen).
Die Schlussfolgerungen nehmen teils absurde Züge an:
Die Tatsache, dass der Klimawandelleugner Donald Trump ein Mann, die voll auf Klimaneutralität setzende schwedische Umweltministerin aber eine Frau ist, ist für ihn ein Beweis mehr, dass Männer umweltschädlich sind.
Positiv herauszuheben ist, dass von Heesen die mangelnde Ausrichtung von Hilfsangeboten speziell für Männer bei Drogensucht, häuslicher Gewalt, Depressionen usw. kritisiert; er spricht an, dass Männergesundheit und Jungen als Bildungsverlierer in den Medien selten Thema sind. Einige seiner Ausführungen könnten, so wie sie gemacht wurden, glatt von Männerrechtlern stammen, doch genau die, die zumindest in diesen Punkten mit ihm voll auf einer Linie sind, stellt er im Kapitel über immaterielle Schäden des Patriarchats in eine Reihe mit rechtsextremen Amokläufern und radikalisierten Incels – eine Folge davon, dass er auf fundierte Recherche verzichtet und stattdessen nur von Veronika Kracher abschreibt.
Für die Unterrepräsentanz von Themen wie Männergesundheit, männliche Opfer von häuslicher Gewalt oder Suizide bei Männern macht er übrigens nicht die Feministinnen verantwortlich, die finden, dass das Ansprechen der Probleme von Männern nur „Whataboutism“ ist und Männerprobleme aufgrund ihrer Privilegien sowieso irrelevant seien, wie die von ihm hochgelobte Margarete Stokowski. Nein, die Ursache ist für ihn – wir ahnen es schon – auch wieder das Patriarchat, das mit seinen Geschlechterstereotypen bestimmt, dass Männer hart sein zu haben und Probleme anzusprechen als unmännlich gilt. Vielleicht ist ihm Logik auch schon zu patriarchalisch, vielleicht sieht aber, wenn man nur einen Hammer hat, eben alles wie ein Nagel aus.
Das ganze Buch macht den Eindruck, dass Boris von Heesen weder an einer fairen Darstellung gesellschaftlicher Sachverhalte noch an der Erforschung irgendwelcher Ursachen interessiert ist, sondern nur an der Erregung von Aufmerksamkeit und auf der Verfestigung seiner vorgefassten Meinung.
Jedesmal, wenn er sich belegmäßig auf dünnes Eis begibt, beginnt er zu schreiben, wie sehr er von irgendetwas überzeugt ist.
Was man z.B. vermisst, ist die Klärung, wieso wir das böse Patriarchat überhaupt Patriarchat nennen – stellt er doch selbst mehrfach heraus, wie sehr es einerseits auch Männern schadet, und wie es auch von Frauen gestützt wird, indem sie z.B. für sich die Rolle als Hauptbezugsperson der Kinder beanspruchen oder erfolgreiche, selbstbewusste Männer bevorzugen.
Dass es Geschlechtersterotype gibt und diese teilweise auch sowohl Männern als auch Frauen schaden können, ist ja unbestritten – aber der Autor geht ohne ausreichenden Beleg davon aus, dass diese Stereotype für alles verantwortlich sind, was nur schief gehen kann, und jede Abweichung von einem 1:1- Geschlechterverhältnis in irgendeinem Bereich nur das Ergebnis von Diskriminierung und Indoktrination sein kann, und betrachtet jegliche Empirie nur unter dem Gesichtspunkt, das zu bestätigen, was man ohnehin schon meint. Warum? Na, es ist ein Dogma, und Dogmen werden eben bestätigt.
Und wie nicht anders zu erwarten, kommt am Ende der Klingelbeutel: Finanzielle Unterstützung für alle möglichen feministischen Projekte wird gefordert, die auch alle einzeln genannt werden, allen voran Pinkstinks e.V. – für die von Heesen rein zufällig auch als Autor tätig ist. Ein Schelm, wer böses dabei denkt!

Andere Beiträge von Ronin oder anhand von Kommentaren von Ronin:

Johnny Depp gewinnt den Prozess gegen Amber Heart ganz überwiegend, sie muss ihm 15 Millionen zahlen, er ihr 2 Millionen

Aus dem Spiegel:

Ein Geschworenengericht in den USA hat im Verleumdungsprozess Amber Heards und Johnny Depps zugunsten des Schauspielers entschieden. Heard habe den Hollywood-Star verleumdet, indem sie ihm häusliche Gewalt vorwarf, befanden die Geschworenen in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia am Mittwoch. Sie müsse ihm deshalb 15 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) Schadensersatz zahlen.

Worte, die Frauen nach feministischer Meinung in Stellenanzeigen abschrecken könnten

Via Arne bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem es um die Vermeidung bestimmter Worte in Stellenanzeigen geht, weil diese Frauen abschrecken könnten. Ich gehe direkt in die Liste:

Diese Begriffe sind laut der UBS-Personalabteilung zu männlich

Männliches Wort Alternativen (Auswahl)
active functioning, committed, enthusiastic
analysis to evaluate, explore, test
to assert to champion, uphold, support
autonomous works with own initiative
to challenge to test, experiment, question
to champion to campaign, advocate, defend
confident great at, exceptional, motivated
to decide to agree, choose, agree
to determine to conclude, find out
dominant main, central, principal
driven focused, compelled, motivated
independent impartial, individualistic, on your own
intellect intelligence, mind, understanding
to lead to run, manage, guide
logic judgement, sense, soundness
objective purpose, intention, idea
opinion view, belief, judgement
principle standard, rule, opinion
self-confident poised, great at, professional
self-sufficient autonomous, individualistic, on your own
superior greater, best quality, higher up

Die Idee gibt es bereits länger, sie besagt, dass bestimmte Worte als „männlich“ wahrgenommen werden und andere Worte damit mehr Frauen anlocken.
Ich meine, dass sich viele der Worte darauf runterbrechen lassen, dass man Verantwortung übernehmen muss und Leistung erbringen muss. Wer etwa „etwas anführt (lead)“ der übernimmt eher Verantwortung als jemand, der etwas betreibt oder managed. Aber das mag auch nicht auf alles passen.
ich hatte schon 2014 einmal einen Artikel in diese Richtung:

Sie zeigten rund 260 Studenten eine fiktive, aber realistische Anzeige, in der ein Förderprogramm für angehende Führungskräfte ausgeschrieben wurde. Die eine Hälfte der Probanden bekam eine Version der Anzeige gezeigt, in der viele Adjektive standen, die vermeintlich männliche Eigenschaften widerspiegeln, zum Beispiel durchsetzungsstark, selbständig, offensiv und analytisch. In der anderen Version wurden Bewerber gesucht, die engagiert, verantwortungsvoll, gewissenhaft und kontaktfreudig sind. Bei der Frage, welche Adjektive männlich und welche weiblich besetzt sind, orientierten sich die Forscherinnen an früheren Studien.

Das Ergebnis bestätigte die Vermutung der Wissenschaftlerinnen: Von der Version mit den männlich besetzten Formulierungen fühlten sich die weiblichen Probanden weniger angesprochen und wollten sich seltener auf das Stipendium bewerben. Für männliche Testpersonen machte der Ausschreibungstext keinen Unterschied.

Ich schrieb damals:

Meiner Meinung nach springen sie da sehr schnell zu einer bestimmten Kausalkette, nämlich, dass die Anzeige als „männlich“ angesehen wird und insoweit Frauen sich nicht damit identifizieren können, weil sie ja weiblich ist.

Eine andere Kausalkette halte ich für wesentlich wahrscheinlicher:

  • Die potentiellen Bewerberinnnen haben eine zutreffende Einschätzung davon, was ihnen liegt und was nicht. Sie stellen eher als Männer fest, dass sie keine Arbeit wollen, in der man durchsetzungsstark, selbständig, offensiv und analytisch sein muss. Also beschließen sie, dass die Stelle nicht ihr Ding ist und bewerben sich nicht
  • Der Grund, dass dies bei Frauen häufiger geschieht als bei Männern liegt daran, dass Männer im Schnitt tatsächlich lieber in Berufen arbeiten, in denen sie durchsetzungsfähig, selbständig, offensiv und analytisch sein müssen.
  • Die früheren Studien haben ermittelt, dass durchsetzungsfähig, selbständig, offensiv und analytisch deswegen eher männlich besetzt sind, weil sie tatsächlich bei Männern häufiger anzutreffen sind

Hier bietet sich ein Vergleich mit den „Big Five“ an:

Cross-cultural research from 26 nations (N = 23,031 subjects) and again in 55 nations (N = 17,637 subjects) has shown a universal pattern of sex differences on responses to the Big Five Inventory. Women consistently report higher Neuroticism and Agreeableness, and men often report higher Extraversion and Conscientiousness. Sex differences in personality traits are larger in prosperous, healthy, and egalitarian cultures in which women have more opportunities that are equal to those of men; both men and women tend to grow more extraverted and conscientious and less neurotic and agreeable as cultures grow more prosperous and egalitarian, but the effect is stronger for men.

Frauen sind hiernach also im Schnitt gefühlsbetonter und verträglicher, Männer eher extrovertiert und wollen eher aufsteigen.

Wer eher Zustimmung möchte, der ist weniger offensiv, wer extrovertierter ist, der wir auch eher bereit sein, selbständig und durchsetzungsfähig sowie offensiv zu sein.

Zudem erhöht Testosteron die Risikobereitschaft:

Die Verbindung von Testosteron und riskantem Verhalten ist schon seit langem bekannt. (…) [Es zeigt sich], dass der Testosteronspiegel sowohl mit finanzieller Risikobereitschaft als auch mit der Berufswahl korreliert. Personen mit mäßig hohem Hormonspiegel gehen finanzielle Entscheidungen weniger vorsichtig an und sind in großen Zahlen im Finanzwesen tätig. (…) Bei Personen, deren Testosteronspiegel oberhalb eines bestimmten Wertes lag, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie die ungewisse Lotterie dem sicheren Gewinn vorzogen, genauso groß wie der umgekehrte Fall. Aber unterhalb dieses Grenzwertes ließ sich eine starke Verbindung zwischen finanzieller Risikobereitschaft und Testosteron feststellen – sowohl bei der Lotterie als auch in der Berufswahl der Probanden. Besonders bei Frauen zeichnete sich bei der Lotterie ein klarer Trend ab. Ein niedrigerer Hormonspiegel – hierbei handelte es sich meistens um Frauen – ging einher mit größerer finanzieller Vorsicht.

Da Selbstständigkeit, Offensivität und Durchsetzungsvermögen eben auch ein Risiko darstellen (man kann eben gegen denjenigen, gegen den man sich durchsetzen muss, verlieren), dürften auch hier weitere Zusammenhänge bestehen.

Es erinnert mich an eine Studie, die ich bei Cordelia Fine gefunden hatte. Dort hatte man allerdings männlich besetzte Eigenschaften, die negativer und fordernder waren als die weiblichen, angesetzt.

Im Spiegel hieß es dazu:

Aber was hilft es, die Adjektive in einer Stellenanzeige zu tauschen, wenn später doch Leute gebraucht werden, die eben genau das sind: offensiv und durchsetzungsstark? Peus hat keine Zweifel daran, dass auch Frauen diese Eigenschaften besitzen – sie glauben es nur selbst nicht.

Frauen trauen sich selbst und anderen Frauen die Rolle als Chef weniger zu als Männer. Zu diesem Ergebnis kamen die Münchner Forscherinnen in einer zweiten Studie in Zusammenarbeit mit der New York University. Die 600 Befragten hielten Frauen und Männer für grundsätzlich gleich kompetent, produktiv und effizient. Trotzdem stuften sie die Führungskompetenz der Männer höher ein.

Ich habe die Studie nicht gefunden. Hier im Artikel ist die Darstellung aber sehr einfach: Sie hat keinen Zweifel daran. Ich hoffe sie stellt das in der Studie selbst auf etwas solidere Füße. Ergänzend sie erwähnt, dass diese Eigenschaften ja nicht absolut sind: Es ist die Frage, in welchem Maße man sie besitzt und wie gerne man in einem Job, der dieses Anfordernis stellt, arbeiten möchte. Die Einschätzung anderer ist dabei aus meiner Sicht nicht so viel wert.

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