Kinderbetreuung und fehlendes Personal

Der Spiegel berichtet über Personalprobleme bei der Kinderbetreuung:

Eine flächendeckende Ganztagsbetreuung für Kinder werde an fehlendem Personal scheitern, warnen die Kommunen. Ihre Lösung: Erst mal die Ansprüche herunterschrauben.

Wer will, dass beide Eltern arbeiten, der wird um eine Ganztagsbetreuung der Kinder nicht herum kommen, um so mehr wenn Leute örtlich mobil sind und nicht unbedingt Großeltern in der Nähe haben.

Eine funktionierende Ganztagsbetreuung gilt als einer der Schlüssel, um den Fachkräftemangel zu lösen. Denn wenn Beruf und Familie leichter zu vereinbaren sind, können mehr Mütter und Väter einen Job annehmen – so die Theorie. In der Praxis sieht es so aus, dass schon die Betreuung von Kindern an fehlendem Personal scheitert, schildern die Kommunen.

Wäre doch eigentlich ideal für Hausfrauen mit Kindererfahrung, die wieder in den Beruf einsteigen können. Die haben zwar die Ausbildung nicht, aber ich halte Kindergärtnerin durchaus für einen Beruf in denen man nicht unbedingt nur Betreuer mit Ausbildung/Studium braucht.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht ein massives Personalproblem auf die Kommunen zukommen und erwartet deshalb mittelfristig Leistungskürzungen. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg hält insbesondere den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule nicht flächendeckend für umsetzbar.

Ich hoffe dann sind bei uns die Kinder schon aus dem gröbsten raus, aber Schmidt Junior hat ja zumindest noch 4 Jahre bis zur Schule.

»In den nächsten zehn Jahren scheiden 573.890 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Kommunen aus«, sagte er der »Bild«-Zeitung. »Das entspricht etwa 30 Prozent des Personals.«

Selbst mit Werbungs- und Bonus-Programmen sei diese Lücke nicht zu schließen, »das Problem nicht zu lösen«. Es gebe nicht genügend junge Menschen.

»Manche Regelungen und Leistungen sowie Rechtsansprüche müssen ausgesetzt oder gegebenenfalls aufgehoben werden«, sagte Landsberg. Tabu-Brüche seien daher unumgänglich.

Die schöne neue Welt braucht eben einen erheblichen Unterbau. Das Baby/Kinder sind keine Feministen. Sie nehmen Zeit weg, wollen Aufmerksamkeit und Betreuung.

»Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule wird flächendeckend nicht umgesetzt werden können. Die mehr als 100.000 erforderlichen Erzieherinnen und Erzieher gibt es nicht und sie können auch nicht kurzfristig eingestellt werden.« Landsberg sagte, das Ziel sei richtig, die Kommunen würden das weiter vorantreiben, »aber wir lösen das Problem nicht im Gerichtssaal«.

Langfristig werden wir, wenn wir möglichst beide Eltern bei der Arbeit haben wollen, umfassende Ganztagsschulen benötigen. Wahrscheinlich wird die Tradition des gemeinsamen Mittagsessens in der Familie, die ja eh viele nicht umsetzen können, eher einem Abendbrot weichen müssen. Dafür eben Mensen

Bund und Länder hatten im vergangenen Jahr einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule beschlossen, der schrittweise eingeführt wird. Ab dem Schuljahr 2026/2027 greift die Regelung bei Kindern der 1. Klasse, ab 2029/2030 bei allen Klassen. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hatte im Sommer ergeben, dass für die Umsetzung bis Ende des Jahrzehnts mehr als 100.000 pädagogische Fachkräfte fehlen könnten.

Wegen des erwarteten Personalmangels in den Kommunen forderte Landsberg, es müsse mehr Standardleistungen statt Einzelfallbetreuung geben. Außerdem müsse das Angebot an digitalen Leistungen in den Behörden steigen.

Mal sehen was aus den Programmen wird.

 

Stadt München: 3,9 Millionen für gendergerechte IT

Über Laura Dornheim als neue Münchener IT Referentin hatte ich hier bereits einen kurzen Artikel.

Die Bild berichtet jetzt über erste Projekte:

München – Das ist doch der Wahnsinn*innen!

Die Stadt München krempelt ihre gesamte IT um – damit sie gendergerecht wird. Die Kosten: irre 3,9 Millionen Euro!

Vor kurzem bewilligte der IT-Ausschuss die Gelder. Die hatte die neue IT-Referentin Laura Dornheim (38, Grüne) beantragt.

▶︎ Jetzt sollen alle Systeme in der Verwaltung aktualisiert werden. In allen städtischen Texten, Briefen, Bekanntmachungen oder in IT-Lösungen, Formularen und Masken sollen „alle Geschlechter“ angesprochen werden oder „neutral formuliert“ sein.

Also neben „männlich“ und „weiblich“ auch „divers“ oder „ohne Angabe“. Dazu sollen u.a. Gendersternchen möglich sein.

Auch „das Ansprechen aller Geschlechter“ soll möglich sein, schreibt Dornheim – heißt: Wer seine Anrede auswählt, soll „Frau“, „Herr“, aber auch einfach „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“ auswählen können – oder nur „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“.

Bis 2027 soll das Gender-Projekt dauern. Laut Dornheim müssen 400 Verfahren in der Stadtverwaltung bearbeitet werden.

Vier Jahre Arbeit – obendrein für vier Millionen Euro! CSU-Stadtrat Hans Hammer (50) versteht das nicht: „Das sind völlig falsche Prioritäten“, kritisiert er. „Das ist zu viel Geld zur falschen Zeit am falschen Ort“. Hammers Antrag, das Gender-Geld erstmal einzusparen, wurde abgelehnt.

Laut IT-Referentin Dornheim muss die Umstellung sein. Es gebe eine Geschäftsanweisung der Stadt, die die Gleichstellung aller Geschlechter fordert, schreibt sie. Grundlage dafür sei ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2017.

Demnach müsse es auch für Menschen, die sich weder männlich noch weiblich zuordnen lassen, einen eigenen Geschlechtseintrag bei Behörden geben .

Die Münchener Abendzeitung hat sie interviewt und zu dem Thema ist dort zu finden:

Die CSU wirft Ihnen gerade vor, vier Millionen zu verschwenden, um Formulare gendergerecht anzupassen. Ist das ernsthaft gerade die wichtigste Priorität?
Das Bundesverfassungsgericht hat mit einem Urteil die öffentliche Verwaltung dazu verpflichtet, alle Menschen korrekt anzusprechen. Bei meiner Verbeamtung habe ich einen Eid darauf geleistet, Recht und Gesetz umzusetzen und genau das tue ich mit diesem Projekt.

Interessant finde ich, dass man bei Spiegel oder Süddeutsche nichts dazu findet, obwohl die Meldung schon vom Montag ist.

Aber gut, es wäre die Frage, ob es angesichts des Gesamtbudgets für München eine so große Sache ist. Die Einnahmen Münchens lagen 2021 bei 6,67 Milliarden, die Ausgaben allerdings auch bei 7,296 Millarden. Da fallen 4 weitere Millionen ja nicht so stark auf.

 

„Trend „Tradwife“: Darum wollen junge Frauen auf TikTok zurück in die 50er“

Ein Artikel in der Berliner Zeitung:

Trend „Tradwife“: Darum wollen junge Frauen auf TikTok zurück in die 50er
Kochen, Backen, Putzen: Traditionelle Rollenbilder trenden derzeit bei jungen Frauen auf TikTok. Woher kommt die Sehnsucht nach dem Leben als Hausfrau?

Ich habe keine Ahnung ob es tatsächlich gerade ein Trend auf Tiktok ist und ob die Frauen, die sich dort bestimmte Koch- Back oder Putzvideos anschauen tatsächlich „Tradwives“ werden wollen oder nur den jeweiligen Kochen oder das jeweilige Gericht oder den Trick wie man einen bestimmten Fleck aus diesem oder jenen Material bekommt sehen wollen.

Ein Leben für den Haushalt, die Kinder und den Ehemann: Immer mehr Frauen auf TikTok sehnen sich offenbar nach tradierten Rollenbildern. Der Hashtag „tradwife“, für „traditional wife“ – auf Deutsch „traditionelle Ehefrau“ – geht derzeit auf der Videoplattform viral. In kurzen Clips zeigen sich junge Frauen beim Kochen und Putzen und erklären, dass sie sich wie in den 50er-Jahren einem Mann unterwerfen wollen. Warum glorifizieren sie eine Zeit, in der Frauen unterdrückt wurden?

Ich vermut mal sie sehen es weniger als Unterwerfung als vielmehr als einen Rückzug in die Familie. Vielleicht teilen sie einfach die Einschätzung nicht, dass Carearbeit so viel mehr an Belastung erfordert als Erwerbsarbeit.

Die „tradwifes“ auf TikTok leben einem Bericht der Nachrichtenplattform Buzzfeed zufolge nach einer streng konservativen Vorstellung. Sie richten sich so explizit gegen feministische Perspektiven auf Unabhängigkeit. Das Etikett „tradwife“ wurde demnach bislang eher der rechtspopulistischen Szene der Alt-Right-Bewegung in den USA zugeordnet. Nun breitet sich der Trend immer weiter aus. Auf TikTok hat der Hashtag inzwischen 96,6 Millionen Aufrufe.

„Die Frau bleibt zu Hause und kümmert sich um den Haushalt“
Die 24-jährige Estee Williams gehört zu den bekanntesten „Tradwife“-Influencerinnen auf der Videoplattform. In einem Video erklärt Williams, was der Begriff ihrer Ansicht nach bedeutet: „Es ist eine Frau, die sich dafür entschieden hat, ein eher traditionelles Leben zu führen mit ultratraditionellen Geschlechterrollen. Der Mann geht also raus, arbeitet und sorgt für die Familie. Die Frau bleibt zu Hause und kümmert sich um den Haushalt und die Kinder, sofern es welche gibt.“

Wäre interessant ob man eine Steigerung in dem Bereich tatsächlich abseits dieser Statistiken nachweisen kann. Gerade in Zeiten, in denen viele das zweite Einkommen brauchen um das Geld für das Leben zu haben dürfte es ja auch immer schwieriger werden. Insofern vermutlich auch ein Phänomen der oberen oder zumindest mittleren Schichten?

Woher kommt die Sehnsucht nach der traditionellen Frauenrolle?
Die Sehnsucht nach einem stabilen Umfeld mit klarer Rollenverteilung entspricht durchaus dem aktuellen Zeitgeist, erklärt die Social-Media-Expertin Professor Dr. Sarah Spitzer von der Hochschule der Medien in Stuttgart der Zeitung Welt.

So erklärt Spitzer: „Über die Fünfziger sagt man ja, dass sie stark dadurch geprägt waren, dass man nach einer Phase der totalen Zerstörung und vielfach auch des Verlusts gemeinsam wieder am Aufbau mitgewirkt hat. Stabilität und Sicherheit sind Sehnsüchte und Werte, die sich beispielsweise in Werbefilmen von damals oder in ‚Heile-Welt-Sendungen‘ wiederfinden – und mit denen sich auch jetzt, vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, einem Krieg in Europa und wirtschaftlicher Unsicherheit, der ein oder andere identifizieren kann.“

Der Rückzug in traditionelle Rollenbilder fungiere für die Frauen also als eine Art „Eskapismus“ in Dinge, die man selbst in den Griff bekommen könne. Auch ein entschleunigter Lebensstil stehe im Fokus der „Tradwife“-Bewegung, erläutert Spitzer. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von Männern werde indes nicht thematisiert, ebenso wenig wie Privilegien reflektiert würden. Daher ernte die Bewegung derzeit auch viel Kritik und Gegenwind in den sozialen Medien.

Das ist auch so eine nichtssagende Erklärung. Stabilität und Sicherheit sind ja ebenso durch einen eigenen Job zu erreichen. Und auch Ehen sind ja heute nicht mehr sicher.  Wobei die Abhängigkeit je nach Eherecht ja auch zu seinem Nachteil ist – jemand mit einem „Tradwife“ ist bei einer Scheidung weit eher höheren Ansprüchen ausgesetzt. Er wird im deutschen Recht mehr Rentenansprüche abgeben, eher länger Unterhalt zahlen etc. Natürlich kann das auch die Ehe stabiler machen, weil beide eine gewisse Abhängigkeit voneinander haben.

Inwiefern der Trend auf der Videoplattform jedoch das tatsächliche Leben der Influencerinnen darstellt, bleibt den Nutzerinnen und Nutzern verborgen. Spitzer sieht den Trend daher eher gelassen. Durch gewisse Algorithmen erscheine die Bewegung größer, als sie wirklich ist, erklärt die Expertin.

Recht nichtssagender Artikel.

Meine Sache wäre ein „Tradwife“ nicht. Ich bin ganz froh damit, dass Südländerin wieder halbtags arbeitet. Das kann man natürlich auch als eine Form des Tradwifes ansehen, weil sie dadurch natürlich auch wieder mehr Zeit mit den Kindern verbringt. Aber der Tradwifebegriff geht darüber denke ich deutlich hinaus

Kindschaftsrechtsreform in Österreich und der Protest der Frauenverbände

Arne geht es wieder etwas besser und er hat auch wieder angefangen, Artikel zu veröffentlichen, wenn sie wohl auch anfangs noch nicht so beständig sein werden wie vor der Pause.
An dieser Stelle noch einmal alles Gute an Arne.

Ich greife mal gleich einen Beitrag von ihm auf:

Es geht um eine geplante Kindschaftsrechtsreform in Österreich:

Mehrere Frauenorganisationen übten am Donnerstag Kritik an der geplanten Kindschaftsrecht-Reform. Diese sei vor allem „antifeministisch“.

Die Kindschaftsrecht-Reform sei „antifeministisch“, werde intransparent abgehandelt und binde Frauenorganisationen nicht genug ein, klagte Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings. Laut ihr liegt bereits seit Sommer 2022 ein entsprechender Entwurf vor, der etwa ein automatische gemeinsame Obsorge und die Doppelresidenz vorsieht.

Natürlich fehlt mir das Wissen über die Rechtslage in Österreich und den genauen Inhalt der Reform, aber es ist doch immer wieder erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Frauenverbänder über etwas aufregen, was sie gleichzeitig (vermutlich, wenn es mit Deutschland vereinbar ist) umgekehrt als vollkommen normal ansehen würden. Sie haben das Gefühl zu wenig eingebunden zu sein, wenn Männerrechtler üblicherweise gar nicht eingebunden sind.

Was soll nun genau drinstehen?

  • automatische gemeinsame Sorge: Aus meiner Sicht eine sehr berechtigte Sache. Wenn es nicht passt, dann kann man es immer noch aussetzen lassen oder die Übertragung des gemeinsamen Sorgerechts beantragen.
  • Doppelresidenz: Wäre interessant was damit gemeint ist, es klingt etwas nach dem Wechselmodell. Theoretisch käme auch die Meldung bei beiden Elternteilen zusätzlich in Betracht.

Kritik an der geplanten Kindschaftsrecht-Reform

„Wir verwehren uns nicht gegen eine Reform, die aus familienrechtlicher Sicht mehr als notwendig ist, wir verwehren uns gegen die Vorhaben dieser Reform, wo feministische Ansätze mehr als dürftig sind“, sagte Frieben. Größter Kritikpunkt war eine mögliche Automatisierung von Doppelresidenz und geteilter Obsorge bei getrennt lebenden Eltern. Dadurch würden sich Unterhaltszahlungen „massiv“ verringern, was „aufgrund der aktuellen Einkommen von Frauen auch hier den Weg in die Frauen- und Kinderarmut bedeutet“.

Immerhin sind sie ehrlich: Es geht ums Geld.
Interessanterweise sind Frauen ja immer im Nachteil:
Entweder bleibt die Arbeit bei ihnen hängen und die Väter drücken sich.
Oder es gibt eine Doppelresidenz und dann sind Frauen, die dann die gleichen Möglichkeiten haben wie Männer auch irgendwie schwerer betroffen als die Männer

Frauenorganisationen kritisieren automatische Doppelresidenz
Beabsichtigt sei auch, mit einer Betreuungs-App die Betreuung zu Regeln und den Unterhalt zu berechnen. Dadurch werde das Kind zur Ware, kritisierte Frieben. Damit greife der Staat erheblich in die Gestaltung des Privat- und Familienlebens ein, bemängelte Familienrechtsanwältin Christine Kolbitsch

Die Betreuungsapp soll es, wenn ich es nach kurzer Recherche richtig verstanden habe, wohl ermöglichen, dass man dort für ein höheres Maß an Betreuung gleich berechnet bekommt, wie viel Unterhalt in diesem Monat jeweils zu zahlen ist. Anscheinend wirkt sich die Umgangszeit dann auf die Höhe des Unterhalts aus. Das kann durchaus zu einer Form des Krieges führen, in dem Umgang des anderen möglichst vermieden wird, weil er einen Geld kostet. Aber mit einer Doppelresidenz hätte ja auch jeder mehr Möglichkeiten Geld zu verdienen. Und natürlich ist das Modell, bei dem der andere sehr viel Betreuungsarbeit leisten kann und trotzdem den vollen Unterhalt zahlt auch nicht gerecht.

Frauenorganisationen seien nicht in Gesetzgebung eingebunden gewesen
Sie kritisierte auch, dass Vertreterinnen von Frauenorganisationen nicht in das Gesetzgebungsprojekt eingebunden werden. Im Herbst 2021 habe es zwar Einzelgespräche von Vertreterinnen mit der Justizministerin gegeben, danach wurde man aber nicht mehr über Neuerungen informiert. Über die Inhalte der Reformen wisse man daher nur „vom Hörensagen“.

Unverschämtheit, da machen Politiker einfach Gesetze ohne die Frauenorganisationen (und vermutlich nur diese) einzubinden!

Ziel sei „feministische Reform“ mit Fokus auf Frauen- und Kinderrechte
Aus dem Justizministerium heißt es dazu, dass der Entwurf derzeit erarbeitet werde. Wie bisher werde es auch in Zukunft Gespräche mit Stakeholdern und Frauenorganisationen geben. Ziel sei eine „feministische Reform“ mit Fokus auf Frauen- und Kinderrechte sowie Gewaltschutz.

Also wahrscheinlich alles nur heiße Luft bzw der Protest hat seine Wirkung gehabt. Ziel sei eine feministische Reform – warum eigentlich nicht eine humanistische? Und warum nur ein Fokus auf Frauenrechte und nicht etwa auf Elternrechte?

Finanzielle Hilfe vom Staat bei Doppelresidenz gefordert
Damit etwa eine Doppelresidenz funktionieren könne, brauche es Unterstützung vom Staat, sowohl in finanzieller Hinsicht als auch bei der Betreuung, sagte Christine Laimer, Diplompsychologin von „die Brücke – Arbeitsgemeinschaft für Familien im Umbruch“. „Es braucht dringend Lohntransparenz und bessere Bezahlung der Care-Arbeit“.

Lohntransparenz hat sich als nicht sehr effektiv gezeigt. Selbst in skandinavischen Ländern, bei denen alle Steuerinformationen jederzeit von jedem Bürger über jeden anderen Bürger abgefragt werden können, hat sich dadurch nicht viel geändert.

Interessant wäre was sie genau mit Bezahlung der Carearbeit meinen. Vermutlich eine Art „Betreuungsgeld“, es ist ja schon lange der Traum vieler Feministinnen, dass „Mutter sein“ einfach in einen Beruf verwandelt wird, am besten so eine Art Beamtenverhältnis: Unkündbar, gut bezahlt, allerdings bitte ohne Weisungsrecht.

Weiterer Kritikpunkt seien die langen Verhandlungsdauern
Ein weiterer großer Kritikpunkt seien die langen Verhandlungsdauern und damit oftmals verbundenen hohen Anwaltskosten, so Andrea Czak, geschäftsführende Obfrau von“Feministische Alleinerzieherinnen“. An die Justizministerin appellierte sie: „Wollen sie wirklich, dass sie die Väterrechtler feiern, und nicht die Feministinnen?“

Über lange Verhandlungsdauern freuen sich normalerweise auch Männerrechtler nicht, denn sie sind insbesondere schädlich für jemanden, der einen Anspruch geltend macht, da er dann lange auf die Umsetzung seines Rechtes warten muss.

Gleichstellung bei Kinderbetreuung werde mit dem Gesetz nicht erreicht

Gleichstellung könne mit diesem Gesetz nicht erreicht werden, betonten die Vertreterinnen abschließend. Es brauche staatliche Unterhaltsgarantie für jedes Kind, eine Evaluierungsstudie der letzten Reform und weitere Gespräche, anstatt automatischer gemeinsamer Obsorge oder Doppelresidenz.

„Eine staatliche Unterhaltsgarantie“ – geht das in die Richtung des deutschen Unterhaltsvorschusses? Und natürlich soll die Position der Mutter nicht eingeschränkt werden

Merkwürdige Fragen in der Beziehung von der Freundin und der Umgang damit

Auf 9gag, einer Seite für Memes und Bilder,  wurde dieses Bild gepostet:

Das Bild steht nicht unbedingt für diese konkrete Frage, sondern für die Tendenz einiger (nicht aller) Frauen mitunter oder zumindest mal unbegründete Vorwürfe zu machen (Klassiker: Ich habe geträumt, dass du etwas blödes gemacht hast und deswegen bin ich sauer) oder Fragen zu stellen,  auf die es keine vernünftige Antwort gibt, die aber meist eine Form des Beziehungstests sind.

Ein paar Antworten fand ich ganz interessant:

1

My wife did something similar yesterday, so I told her it’s because the girl before her had massive tits, she didn’t talk to me for a couple of hours and then I had to apologise

Das wird eine Frau, die Fragen dieser Art stellt, dann wahrscheinlich als Angriff auf sich sehen, zumindest, wenn sie nicht das passende Selbstvertrauen hat (sonst würde sie es vielleicht einfach witzig finden, zumindest, wenn es passend gesagt wird)

2

Look concermed, Lie next to her, stroke her hair, then ask in nice tone „what’s this about?“ and if she says something like „I’m just asking, I want to know about yada yada yada your exes“ then you say and I quote „well if that’s all it was you would’ve asked years/months ago. Now tell me what this is really about, where’d this come from“. Then watch when she tell how she tells you how her coworkers friends husband’s sisters man left said sister for an ex and how she’s been thinking about it. Then reassure, reacess, and reposition to have to comfort sex and waffles.

Das wäre wohl in der Tat ein perfekter Verlauf, bei dem sie sich verstanden und aufgehoben fühlt, man dann über Ängste und Sorgen redet, Beziehungen vertieft und aufbaut etc. Es zeigt auch gleich, warum „weil sie richtig große Brüste hatte“ in dem Fall zwar ehrlich sein mag, aber eben, wenn der Fall so liegt, genau in ihre Ängste reinspielt, dass eine andere Frau etwas hat, was sie nicht hat.

3

Yeah, in my experience women only want dudes that other women want, and dudes only want girls that other men have not had. Pre-selection and peer-review seems pretty important to the ladies.

Nicht verkehrt. Natürlich wollen die meisten Frauen einen Mann, der auch bei anderen Frauen ankommt. Aber als Antwort wäre es auf einer sehr logischen Ebene.  Man kann sie natürlich damit aufziehen.

4.

Am I the only one who’s wife doesn’t do stuff like this?
That may seem great but I’d have more fun if she did. All those silly answers I could come up with.
I could suck up and say I was looking for the perfect woman and stopped trying after I found her or I wanted to have happy memories from before I was married.

In der Tat ist es letztendlich eine Form des Shittests und wenn man damit umgehen kann, dann kann das schlicht Spass machen. Von Varianten von “ warum hast du, die perfekte Frau, dich nicht mehr beeilt, dann hätte ich mir das sparen können?“ bis „man braucht Vergleiche, damit man weiß, wann man etwas gutes gefunden hat“

Ich würde wahrscheinlich zu so etwas tendieren wie „Schau mich an, sollte ich so etwas den Frauen vorenthalten?“

5.

I refuse to entertain this stupidity. This, the worm question, cheating in her dream, all will be laid out front and center as a no-go. If it happens, we’re done. Rather be alone than deal with this and all other nonsense associated with this behavior.

Kann man machen. Klingt allerdings etwas harsch, wenn man dann sofort Schluss macht (und ist zumindest bei Ehe und Kindern wohl auch nicht so einfach)

„Wohnung gegen Sex: Wie Vermieter versuchen, Frauen auf Wohnungssuche auszunutzen“

Gerade wieder über einen Artikel gestolpert, bei dem ich mich frage ob der geschrieben wurde, weil man weiß, dass Sex Klicks bedeutet und er zu einem wolligen Gruseln einlädt oder ob so etwas ernst gemeint sein kann:

Im August hatte Laura angefangen, erneut nach einem WG-Zimmer zu suchen. In ihrer damaligen WG kam sie nicht gut mit ihren Mitbewohnern zurecht – sie beschloss also, sich vor Beginn des zweiten Jahres ihres Masterstudiums nach einer Alternative umzusehen. Bei ihrer Suche stieß sie auf der Plattform wg-gesucht.de auf ein Angebot, das fast zu gut schien, um wahr zu sein: ein 15 Quadratmeter großes möbliertes Zimmer in einer frisch sanierten Drei-Zimmer-WG in der Nähe des Rosa-Luxemburg-Platzes. Die Miete: nur 390 Euro warm.

Der Grund wurde im Kleingedruckten deutlich. „Wir wollen in einer kinkfreundlichen, offenen Umgebung leben“, hieß es. Wer nicht damit einverstanden sei, solle sich nicht melden. Laura ließ sich davon zunächst nicht abschrecken; schließlich beschreibt sie ihr Sexualleben als „offen und aktiv“. Sie antwortete auf die Anzeige, die von einem Mann erstellt wurde, der sich einfach James nannte. Er fragte nach Lauras Handynummer, sie nahmen über WhatsApp Kontakt auf und telefonierten zu dem Angebot.

Erst dann wurde alles richtig eindeutig. „Er erzählte mir immer wieder, worauf er steht und was er von mir erwarten würde, wenn ich einziehen würde“, sagt Laura. James stand offenbar auf sexuelle Dominanz und wollte eine Mitbewohnerin, die seine Wünsche erfüllt, wann immer er möchte: Zum Beispiel, dass Laura mitmachen müsste, sollte er eine andere Frau in die Wohnung zum Sex einladen. Sie legt den Screenshot einer seiner SMS vor. Er schreibt: „Ich erwarte von Dir, dass Du mich jeden Tag mit Oralsex begrüßt, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme.“

Im Normalfall hätte die Miete für das Zimmer 500 Euro gekostet – aber es gab keine Möglichkeit, die volle Miete zu zahlen und den Sex zu vermeiden. Es gab nur die reduzierte Miete und die Vereinbarung, auf der James bestand – oder gar nichts.

Okay, relativ klar, dass das nur etwas für Extremfälle ist.

Aber der nächste Satz:

Laura sagt, langsam wurde ihr diese Vereinbarung „eklig“. Aber sie war immer noch nicht dagegen, die Wohnung zu besichtigen:

Ernsthaft?

Ab welchem Verlauf des Gesprächs wird die Frau hier von einer Frau, die ihn zurecht ekelig finden kann zu einer Frau, die sich nicht mehr wirklich beschweren kann, dass er so weitermacht.

Auf mehr als 60 Anfragen zu Wohnungsanzeigen hatte sie nur sechs Antworten bekommen – und eine davon war von James. Doch dann legte er seine Bedingungen für die Besichtigung vor. „Er meinte, wir sollten bei dem Termin ein paar Dinge im Schlafzimmer ausprobieren“, sagt Laura, „damit er feststellen könne, ob ich nur verzweifelt nach einer billigen Wohnung suche. Wie bei einem Casting.“ Kondome wären dabei auch nicht infrage gekommen, sagt Laura; das hatte James schon diktiert.

Klingt wie in einem billigen 50 Shades Roman, auch wenn dafür Hauseigentümer in Berlin vielleicht nicht ganz ausreicht um den Milliardär zu ersetzen.

Das ging ihr zu weit, sie sagte den Termin ab.

Das ging ihr also zu weit.

James versuchte immer noch, sie zu überreden, die Wohnung trotzdem zu besuchen – um zu sehen, was passiert. Letztendlich antwortete sie nicht mehr auf seine Nachrichten. „Das ist wirklich ein Ausnutzen von anderen Menschen – gerade jetzt, wo so viele eine Wohnung suchen“, sagt Laura. „Stell dir vor – ich gehe dorthin, wir versuchen es mit Sex, und dann heißt es einfach: Nein, du kriegst das Zimmer nicht. Aber du kannst dich dann kaum beschweren, denn du hast ja offensichtlich zugestimmt.“

Da hat sie recht, da kann man sich in der Tat dann nur noch bei sich selbst beschweren.

 

UNISafe Studie „Ein Drittel erfährt an der Uni sexuelle Belästigung“ – Geschlechtsspezifische Gewalt und ihre Folgen in der europäischen akademischen Welt

Eine Studie zu Gewalt an Hochschulen geht durch die Presse, hier zB der Spiegel:

Sexuelle Belästigung trifft einer Umfrage zufolge häufig auch Studierende oder Mitarbeitende von Hochschulen. Fast ein Drittel der Befragten hat demnach im Studium oder bei der Arbeit sexuelle Belästigung erlebt, wie aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Kölner Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften hervorgeht. Sechs Prozent berichteten von körperlicher Gewalt, drei Prozent von sexueller Gewalt.

Das Institut hatte die Befragung gemeinsam mit europäischen Partnern im Rahmen des EU-Projekts Unisafe an europäischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen durchgeführt. Im Zentrum der Untersuchung standen geschlechtsbezogene Gewalt – also Übergriffe, die mit der Geschlechtsidentität der Person in Zusammenhang stehen – und deren Konsequenzen.

Insgesamt gaben 62 Prozent der befragten Personen an, an ihren Einrichtungen mindestens eine Form von geschlechtsbezogener Gewalt erlebt zu haben. In der Studie wird eine umfassende Definition des Begriffs verwendet. Erfasst wurden körperliche, sexuelle, psychologische, wirtschaftliche und Onlineformen geschlechtsbezogener Gewalterfahrungen.

»Ein systemisches Problem«

57 Prozent der Befragten berichteten von psychologischer Gewalt. Dazu zählen laut den Fragebögen etwa Drohungen, Wutausbrüche, respektlose Anrede, Unterbrechen oder ungerechtfertigte negative Bewertungen. 31 Prozent berichteten von sexueller Belästigung

Frauen waren laut der Studie in fast allen Kategorien häufiger betroffen als Männer – außer bei körperlicher Gewalt, die häufiger von Männern angegeben wurde. Am meisten gefährdet sind der Untersuchung zufolge aber nicht-binäre Menschen. Nicht-binäre Menschen haben weder eine männliche noch eine weibliche Geschlechtsidentität

Die Studie findet sich hier. Ich habe mal reingeschaut.

Zuerst immer interessant: Was wurde überhaupt als Gewalt gewertet (S.5):

Definitions of the six forms of gender-based violence used in UniSAFE Survey

Physical violence is any act which causes physical harm as a result of unlawful physical force, e.g. somebody threatened to hurt you physically or pushed you.

Psychological violence is any act which causes psychological harm to an individual, e.g. somebody directed abusive comments towards you, interrupted you or spoke over you.

Economic violence is any act or behaviour which causes economic harm to an individual, e.g. harmed your work/studies through restricting access to financial resources.

Sexual violence is any sexual act performed on an individual without their consent.

Sexual harassment includes unwanted verbal, nonverbal or physical conduct of a sexual nature, such as comments on looks or body, sending of images with sexual content, making sexist jokes or touching you.

Online violence can take many forms, for example, cyberbullying, internet-based sexual abuse, non-consensual distribution of sexual images and text.

Nicht klar ist mir hier, wie sie da „geschlechtsspezifische Gewalt“ herausfinden wollen. Viele dieser Punkte müssen keineswegs im Zusammenhang mit der Geschlechtsidentität stehen. Und das ein solcher Zusammenhang besteht kann auch nicht schlicht daraus gefolgert werden, dass zB ein Mann eine Frau schubst.

Wie man sieht mal wieder äußert weite Formen der Gewalt bzw der Belästigung, etwa

  • hat Gewalt angedroht oder geschubst
  • jeder Akt der psychische Unwohlsein bei dem anderen verursacht wie etwa einen unterbrochen hat oder jemanden übergangen hat
  • ein Kommentar über das Aussehen oder den Körper oder ein sexistischer Witz etc

Die Umfrage wurde anscheinend über interne Kanäle der jeweiligen Unis verschickt. Zu den Personen, die teilgenommen haben:

With a sample including data from 42,186 respondents, the UniSAFE survey is the largest cross-cultural survey in Europe on gender-based violence in the context of universities and other research organisations.
In the unweighted sample, 67% (28,214) identify as women, 30% (12,762) identify as men, and the remaining 3% (1,154) identify as non-binary (or a gender identity not listed). In total, 43% of the respondents are staff and 57% are students. Overall, 11% of respondents report having a disability or chronic illness; 6% identify as belonging to an ethnic minority group; 6% report being international staff or students, and 18% identify as asexual, lesbian, gay, bisexual, or queer (LGBQ+).

Also kein sehr repräsentatives Sample. 11% mit einer Behinderung oder einen chronischen Krankheit erscheint mir auch ungewöhnlich hoch. Und dann erst 18% LGBQ+

Scheint etwas als hätten sie die Umfragen gerade an die Gender Studies Fakultäten geschickt…

Aus der Auswertung:

Wie man sieht sind Männer und Frauen gar nicht so weit auseinander, die meisten Männer haben auch bereits Gewalt oder Belästigung erlebt.  Gänzlich offen bleibt hier natürlich wer die Handlungen vorgenommen hat.

Dann die Aufschlüsselung nach Formen der Gewalt.

Interessant dort die sexuelle Gewalt: Obwohl in der Definition sehr breit gehalten („any sexual act performed on an individual without their consent.“) geben nur 3% an, dass sie da was erlebt haben.

Auch körperliche Gewalt ist vergleichsweise selten dafür, dass dort bereits „schubsen“ ausreicht.

Auch die nächste Grafik ist interessant:

Es geht darum, warum sie den Vorfall nicht gemeldet haben. Da hätten wir:

  • 31% Ich habe zur damaligen Zeit das Verhalten nicht als Gewalt erkannt
  • 47% ich war unsicher, ob der Vorfall ernst genug war um eine Meldung zu machen

Das heißt die meisten Fälle sind eigentlich von sehr geringer Natur, was angesichts des Umstandes, dass einen jemand beim Reden unterbrochen hat auch wenig verwunderlich ist.

Die nächste Grafik:

Wenn ich das richtig verstehe, dann haben sie Mitarbeiter gefragt, ob sie etwas von den dort beschriebenen Punkten schon mal gemacht haben und dann verglichen, inwiefern dies bei Leuten die „Gender Based Violence“ erfahren haben häufiger vorkommt oder nicht.

Da gerade „psychische Gewalt“ der allergrößte Teil der Gewalt ist muss man allerdings davon ausgehen, dass Leute, die eher gemobt werden, die eher nicht ins Team passen, oder die wegen jeder Sache beleidigt sind, auch eher erhöhte Werte haben.

Da fehlen noch eine Menge Auswertungen. Insbesondere, wenn man sich die Fragen hier anschaut

Daraus greife ich noch einmal die Frage zu „psychischer Gewalt“ auf:

In the next set of questions, we would like to ask you about your experiences of
psychological violence and harassment with persons connected with your institution.
Since you started at your institution, has someone ever done any of the following to you?
(Please choose one answer for each line.)

(A) Directed abusive comments towards you (e.g., demeaning, humiliating, offensive or ridiculing comments)
(B) Made threatening comments towards you
(C) Gave you hostile looks, stares, or sneers
(D) Interrupted you, spoke over you or addressed you in disrespectful terms in front of others
(E) Unfairly rated you lower than you deserve in an evaluation or assessment
(F) Ignored you or did not speak to you
(G) Subjected you to an outburst of anger

„Bewertete dich schlechter als du es verdienst in einer Evaluation“ ist ja auch eine sehr objektive Frage. Ebenso „Ignorierte dich“.

Mich würde auch gerade eine Aufschlüsselung nach Täter- und Opfergeschlecht interessieren.

Wer eine weitergehende Auswertung findet, der sagt bitte bescheid.

„Norwegischer Mann identifiziert sich jetzt als behinderte Frau“

Das folgende geht gerade durch die sozialen Medien:

A man in Norway is sparking outrage on social media after he was sympathetically interviewed about his decision to begin identifying as a disabled woman.

On October 28, Good Morning Norway (God Morgen Norge, GMN) aired an interview with Jørund Viktoria Alme, 53, an able-bodied male who now identifies as a disabled woman. In the interview, Alme stated that he had always wished he had been born a woman who was paralyzed from the waist down.

Alme, a senior credit analyst for Handelsbanken in Oslo, has received positive coverage in Norwegian media since he first announced his trans-disability publicly on Facebook in 2020. He has given several interviews, often alongside his wife, Agnes Mjålseth.

Despite having no physical handicaps, Alme currently utilizes a wheelchair “almost all the time.”

In addition to gender dysphoria, Alme claims to have a Body Integrity Disorder (BID), citing a “dissonance” between how he perceives himself and how his body functions. “I have struggled with this every day my whole life,” Alme told Vi, a Norwegian outlet, earlier this year.

“It is a cognitive dissonance: in the same way that I experience being a woman in a man’s body, I experience that I should have been paralyzed from the waist down. This is not a desire to be a burden on society. It is about the wheelchair being an aid for me to function in everyday life, both privately and at work,” Alme stated.

Criticism of Alme’s “identity” has been so substantial that Norway’s TV 2 news program featured the perspectives of four disabled women in the days after his interview was broadcast on GMN.

Emma Sofie Grimstad, 18, was one of several women who hit back at Alme’s disabled “identity.” Earlier this year Grimstad spent two months in a wheelchair after she contracted Guillain-Barré syndrome, an acute inflammatory disease which attacks the nerves and can cause paralysis.

Grimstad criticized Alme, referring to him as a “person with functional legs who chooses to sit in a wheelchair,” and pointed out that “there are many who don’t have that choice.”

“I don’t think everything should get airtime,” Grimstad told Norway’s TV 2 news program. “[Alme’s] interview can harm people who are in wheelchairs and do not have a choice. It can even lead to suspicions about people who have no visible illnesses,” she added.

„Behindert“ als Identität – es klingt reichlich bescheuert. In der Tat kann man sich fragen, ob man den Leuten damit einen Gefallen tut, das positiv darzustellen.

Weiter aus dem Text:

In September, Alme confessed to iNyheter that his identity as a disabled woman was sexually motivated. When the question of whether or not he was acting on the impulse to live out a sexual fetish was broached, Alme replied, “I don’t know, maybe so.”

“I often hunted for beautiful shoes that I bought for Agnes. Once I found a pair of shoes for her. Then I discovered that they had a pair of shoes in a large size. So I bought them too. There was a lot of excitement in buying a pair of shoes with high heels,” Alme told Vi.

After Alme began ordering women’s shoes online, his wife Agnes questioned whether he had been wearing her dresses in private. When he told her he had, she responded with shock, which later turned to frustration.

“When I heard that, I was shocked. And angry – which basically means I was scared. I felt that he had destroyed everything we had together and that I had to leave him,” said Agnes.

Yet despite his wife’s outrage, Alme started dressing as a woman at home, a situation that “became a strain” for her, as she was struggling with a recent cancer diagnosis. Agnes has been open about her difficulties in accepting her husband’s fetishistic behaviors, and has said that she initially “tried to leave” him twice “in despair and grief.”

Agnes, a board member and principal for a kindergarten in Molde, had previously worked with children who had disabilities and were in wheelchairs, which caused her to feel concerned about her husband’s behaviors.

Alme has told Norwegian outlets that his desire to be disabled stems from a childhood memory. He recalled feeling “envious” of another child with a leg injury who was using crutches while he was an elementary school student.

“My reaction was an intense interest. My heart pounded, my pulse increased and I was activated in my body. I was incredibly focused on him and what this was all about. Everyone gathered around and was going to try the crutches, while I kept my distance. I was so afraid that someone would find out what was going on inside me,” Alme told Budstikke.

Initially, Alme told Agnes that his dressing in her clothing, preoccupation with shoes, and desire to use a wheelchair was a sexual fetish – a narrative which he shifted to focus on Body Integrity Disorder after she expressed her distress.

At Alme’s urging and explanation of BID, Agnes has since said that she accepts her husband’s new identity.

“He is a wise and upbeat person, and I realized that the wheelchair thing is something real. So I found ways to support him. At the beginning I told him: ‘You have to give me some time.’ I knew from my work with children that when you get time and peace to think, things go well,” Agnes said.

Klingt als wolle er eine Verletzlichkeit und Rücksichtnahme einfordern, die er evtl sonst nicht bekommt. Oder etwas in der Art, verbunden mit einem gewissen Cross-dresser Kink.

Welche Betreuungsmöglichkeiten sollte es geben? Sollte es eine Kindergarten-/Vorschulpflicht geben?

Crumar schreibt in einem Kommentar:

Wenn keine Betreuungsmöglichkeiten für Kinder bspw. in Form von Kindergärten existieren oder die bestehenden Angebote zu teuer sind, dann hat man einfach keine Wahl.
Die politisch hergestellte Alternativlosigkeit der elterlichen bzw. mütterlichen Betreuung ist kein Zeichen einer imaginierten „Freiheit“, es handelt sich um den stummen Zwang der Verhältnisse, weil keine Wahlfreiheit existiert.

Da wäre ja die Frage:

  1. Welche Betreuungsmöglichkeiten brauchen wir? Also von Wann bis wann, kommt man um eine Ganztagsschule oder einen Pflichtkindergarten herum?  Und wie machen das andere Länder?
  2. Und: Wieviel Betreuungsmöglichkeiten würden angenommen werden?

Identisch gilt das für Arbeitszeitmodelle, wenn man als Mann „wählen“ kann zwischen Vollzeit, Vollzeit und Vollzeit.

Die Abwesenheit von Freiheit ist Kennzeichen einer „freien Gesellschaft“ und die Herstellung von Alternativlosigkeit ist anti-autoritär?
Orwell lässt grüßen!

Es muss Lebensarbeitszeitmodelle geben, in dem junge Familien ihre Arbeitszeit herunterschrauben können und nicht das Diktat von „Beutet sie aus, so lange sie jung sind!“ gilt. Dann haben Eltern etwas von ihren Kindern und können ihre Partnerschaft pflegen. Das würde allen Beteiligten nützen.

Gibt es ja über Teilzeit. Aber dennoch ist es natürlich schwierig dann bestimmte Karrieren zu machen, weil es immer Leute geben wird, die sich nicht einschränken, etwa weil sie keine Kinder haben oder sie komplett an den Partner abgeben.

Zudem müssen die Betreuungsmöglichkeiten radikal subventioniert werden, so dass auch ärmere Familien diese Vorteile nützen können.

Ist das nicht schon in den meisten Ländern so? Wir zahlen zB Kindergartenbeiträge nach Einkommen

Gerade wegen „Diversität“ muss Kindergarten verpflichtend werden, wie auch ein Jahr gemeinsame Vorschule. Da bin ich absolut autoritär.

Das finde ich ganz interessant. Ab welchem Alter würdet ihr das für sinnvoll halten?