Many Shades of Gender: Nachbesprechung

Paula-Irene Villa Braslavsky, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen und habe das nunmehr auch durch.

Die einzelnen Beiträge sind hier zu finden: Many Shades of Gender

Welche Fragen würdet ihr an die Gender Studies stellen?

Wie fandet ihr die Serie?

Gibt es andere FAQs aus dem Bereich, die sich für eine Besprechung lohnen?

Welche Fragen sollte man in einem FAQ im Bereich „Anti-Gender-Studies“ beantworten?

Und welche zu den Gegenansichten, etwa Evolutionäre Psychologie?

Welche Fragen würden zu einem Männerrechte FAQ passen?

Many Shades of Gender (20): Gibt es auf dieser Welt nicht wichtigere Probleme und drängendere Fragen als die nach dem Anteil weiblicher Politikerinnen im Parlament, der Möglichkeit eines dritten Geschlechts im Geburtenregister und der Einrichtung von Unisex-Toiletten?

Paula-Irene Villa Braslavsky, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Gibt es auf dieser Welt nicht wichtigere Probleme und drängendere Fragen als die nach dem Anteil weiblicher Politikerinnen im Parlament, der Möglichkeit eines dritten Geschlechts im Geburtenregister und der Einrichtung von Unisex-Toiletten?

Mal sehe, was kommt

So viel ist sicher: Ein höherer Anteil weiblicher Politikerinnen wird keine direkte Auswirkung darauf haben, dass es Kriege in der Welt gibt, und auch die mögliche Wahl eines dritten Geschlechts wird die zunehmende Kinderarmut in Deutschland nicht ändern können. Aber das hat ja auch niemand behauptet. Gleichwohl sind politische Forderungen, die das Thema Geschlecht und Sexualität auf die Tagesordnung setzen, nicht einfach nur Wohlstandsprobleme oder Identitätsgedöns, weil sie jeweils sehr unmittelbar Verhältnisse kritisieren, die gewaltvoll sind und Leid verursachen. So steht Homosexualität in vielen Ländern nach wie vor unter Todesstrafe und auch in Deutschland sind Menschen, die der geltenden Norm in Bezug auf Geschlecht und sexueller Orientierung nicht entsprechen immer wieder Übergriffen und Diskriminierungen ausgesetzt (vgl. allgemeiner zum Thema Diskriminierung die Antidiskriminierungsstelle des Bundes http://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/Home/home_node.html).

Bei dem Punkt, dass mehr weibliche Politiker keine Auswirkungen darauf haben wird, dass es Kriege in der Welt gibt, da würden sicherlich einige Feministinnen widersprechen.

Aber auch hier wird eine Frage auf eine merkwürdige Weise gestellt, die zwar tatsächliche Fragen aufgreift, dann aber den eigentlichen Kern dieser Frage nicht wirklich beantwortet.
Denn die Frage, ob es nichts wichtigeres gibt als die Einrichtung von Unisextoiletten enthält aus meiner Sicht weitere Elemente, etwa das die Anliegen in ihrer Bedeutung dort stark übertrieben werden, indem sie in etwas größeres eingebunden werden. Es sind nicht nur übereifrige Aktivisten, die sich bewußt sind, dass sie etwas eigentlich unwichtiges umsetzen, was aber trotz seiner geringen Größe wichtig ist, sondern damit werden eben größere Aktionen verbunden wie „Aufbrechen der Geschlechterrollen“ oder „Bekämpfung des Patriarchats“ etc.

Keine Möglichkeit zu haben auf die Toilette gehen zu können, weil man sowohl auf der Männer- wie der Frauentoilette Diskriminierung erfährt bzw. dort nicht reingelassen wird, ist eine leidvolle Erfahrung. Und umgekehrt gewinnen doch alle mit einer dritten Toilette mehr als sie verlieren (nicht zuletzt eine weitere Toilette). Das Problem ist jedoch auf einer allgemeineren Ebene, dass häufig verschiedene politische Anliegen fälschlicherweise gegeneinander ausgespielt werden. Dabei gehören Verteilungsgerechtigkeit und die Anerkennung von Vielfalt zusammen. Denn nicht-Anerkennung hat konkrete materielle Folgen. Stigmatisierung, Ausgrenzung und Diskriminierung sind häufig die Voraussetzung für die ungleiche Verteilung von Chancen aber auch von ganz materiellen Ressourcen.

Wenn die Frage formuliert wäre als

„Ist der Umbau aller Toiletten für einen sehr geringen Anteil an Leuten in der Bevölkerung, von denen ein großer Teil ohnehin sich nicht als drittes Geschlecht einordnet nicht eine Fehlallokation von Ressourcen, die nicht durchgesetzt wird, weil Leute dies brauchen, sondern weil man damit einen ideologischen Punkt machen möchte, der aus Sicht der allermeisten Menschen das dafür notwendige Geld nicht wert ist und das zielführender eingesetzt werden könnte um anderweitig belasteten Menschen zu helfen?“

Dann hätte sie vielleicht zumindest mal zu Zahlen etc Stellung nehmen können,zu den Kosten pro Person oder was auch immer, was es etwas konkreter machen würde.

Aufgabe der Gender Studies ist es in historischen, empirischen und vergleichenden Analysen aufzuzeigen, dass und inwieweit die Ausgrenzung und Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund des Geschlechts und der sexuellen Orientierung mit grundlegenden Strukturen und mit Werten und Normen in der Gesellschaft zu tun haben.

Aufgabe von Forschung ist es erst einmal nicht ein bestimmtes Ergebnis aufzuzeigen, sondern Thesen auf einem gewissen Gebiet aufzustellen und dann zu versuchen, diese mit passenden Versuchsaufbauten und der Gewinnung von Daten zu belegen. Dabei muss auch die Ausgrenzung und Ungleichbehandlung hinterfragbar sein und zunächst belegt werden. Das steckt etwas in dem „inwieweit“ aber ihre Formulierung erinnert eher an einen politischen Auftrag und weniger einen neutralen Forschungsauftrag.

Ebenso klingt an, dass sie eher einem sozialkonstruktivistischen Ansatz hat und biologische Unterschiede in ihrer Sichtweise als mögliche Antwort eher keinen Raum haben.

Die Ausprägung dieser Ungleichheit ist durchaus unterschiedlich gewaltvoll oder relevant. Bezogen auf die Abwertung von Frauen betrifft sie beispielweise so unterschiedliche Phänomene wie den nicht nur in Lateinamerika sondern auch in Europa existenten Feminizid. Erst im November diesen Jahres meldete das Familienministerium, dass 2017 jeden zweiten bis dritten Tag eine Frau in Deutschland von ihrem “aktuellen oder früheren Lebenspartner getötet wurde” (https://www.tagesschau.de/inland/haeusliche-gewalt-giffey-101.html) (vgl. hierzu Zahlen auf https://www.europeandatajournalism.eu/ger/Nachrichten/Daten-Nachrichten/Frauenmord-in-Europa-Ein-Vergleich-zwischen-unterschiedlichen-Laendern) wie Debatten um frauenfeindliche Werbung (vgl. hierzu https://pinkstinks.de/negativ-beispiele/).

Zum Femizid und der populistischen Aussage „jeden dritten Tag“ hatte ich hier schon etwas

Sie scheint hier sagen zu wollen „wir machen ja auch sehr wichtige Sachen neben den Toiletten, eben Morde an Frauen“. Was ja nur Sinn macht, wenn sie eigentlich zustimmt, dass die Toiletten nicht so wichtig sind.

***********
Weiterführende Links:

Das sind relativ allgemeine Links, die auch deutlich machen, dass ich bei dem Ende der Reihe angekommen bin.

 

 

 

 

Was will man mit Diversity erreichen?

 Nach dem gestrigen Artikel hier ein kleines Brainstorming dazu, was man mit Diversity erreichen, wobei hier unter Diversity die „woke“-Definition verstanden wird, also mehr Frauen, mehr andere Ethnien, möglichst mit nichtweißer Hautfarbe, mehr andere „Sexualitäten“

1. Diversity bringt andere Positionen und Ideen in die Gruppe

Dazu wäre zunächst anzuführen, dass die Unterschiede zwischen Gruppen üblicherweise kleiner sind als die Unterschiede innerhalb der Gruppe. Eine Frau ist eben nicht alle Frauen, ein Schwarzer hat nicht per se die Erfahrungen besonders benachteiligter Menschen oder auch nur die Durchschnittserfahrungen der Gruppe der Schwarzen. Wenn etwa einem wissenschaftlichen Team in Deutschland ein Schwarzer, der in Deutschland in sagen wir eine Mittelschichtfamilie geboren wurde, dann studiert hat und im wesentlichen unter Studierten gelebt hat, dann steht er nicht für den benachteiligten „African-American“, der in einem schwarzen Ghetto aufgewachsen ist und aus diesem keinen Ausweg hatte. Und eine Frau, die stark ihre Karriere verfolgt, etwa dafür auf Kinder verzichtet, wird zu dem Design eines Kinderwagens auch keine so große andere Perspektive haben als ein Mann. Und auch sagen wir die Erfindung eines sagen wir besser arbeitenden Prozessors für eine neue Mobiltelefongeneration scheint mir hinsichtlich Geschlecht und Hautfarbe  wenig ergiebig zu sien. 

2. Beteiligung der Gruppen als Machtfrage

Eine andere Einstellung wäre, dass bestimmte Ideen oder Fähigkeiten nicht das wesentliche für Diversität wäre, sondern die Beteiligung an sich, selbst wenn diese erst einmal keinen Unterschied für das Ergebnis macht. 

Es kommt darauf an, dass gerade Positionen, die Macht und Einfluss haben „gleichberechtigt“ besetzt sind, weil so Macht anders verteilt wird und eine Rollenveränderung entsteht (Geschlecht) bzw Vorurteile abgebaut werden (PoCs als Wissenschaftler bewirken weitere PoCs als Wissenschafter)

Dazu wäre anzuführen, dass Macht durch solche Positionen sehr relativ ist. Weder müssen sich Angehörige einer Gruppe für andere Mitglieder dieser Gruppe einsetzen  noch müssen solche Positionen eine Position einräumen, Macht für eine Gruppe auszuüben. Vielleicht hat derjenige eher das Gefühl, dass er ein Individuum ist, vielleicht wertet er andere Gruppenzugehörigkeiten höher, etwa seine Zugehörigkeit zur Oberschicht, vielleicht will er sich sogar von anderen Mitglieder der „Diversen Gruppe“ abgrenzen, weil er meint, dass sie es so machen sollten wie er und ihr Scheitern ihnen zuzurechnen ist. 

Bezüglich der Vorbildfunktion könnte man auch seine Zweifel haben, immerhin hat Merkel als Bundeskanzlerin auch nicht bewirkt, dass wir besonders viele Frauen in den politischen Parteien haben und bei den meisten Positionen werden die Leute die Handelnden eh nicht kennen. 

 

„Was haben Unternehmen von Diversity?“

Titat Scriptor hat einen interessanten Thread zu Studien über die Wirkung von Diversity:

Es kam eine Anfrage: ob ich in einem lokalen Diversity-Gremium mitwirken wolle? Weil dazu gute Kenntnisse der Materie sinnvoll sind, habe ich in die Forschung geschaut: Was haben Unternehmen von Diversity? Ich muss sagen, das lief überhaupt nicht wie erwartet. Hier die Daten |1

2| Meine Kenntnisse der Thematik beschränkten sich bisher auf Beiträge wie diesen (Q1). Die verheißenen Vorteile der Vielfalt wollte ich jetzt in der Fachliteratur erkunden, spezifisch diese Frage: Wie wirkt sich Diversity auf Teamperformance aus? Macht Vielfalt ein Team besser?

Bild

3| Erster Eindruck: So eine wilde Literatur sieht man nicht jeden Tag. 10 große Meta-Studien hatte ich am Ende gelesen. Klare Resultate? Fehlanzeige. Dafür Korrelationen jeder Art, Richtung und Signifikanz, und immer neue Fragezeichen. Oder um es akademisch-höflich zu sagen (Q2):

Bild

4| Besser wird es erst, wenn man (wie im Zitat gefordert) Diversity in einzelne Aspekte aufteilt und separat betrachtet, z.B. so: 1. biodemografisch (Geschlecht, Ethnie, Alter) 2. persönlich (Persönlichkeit, Werte, Einstellungen) 3. fachlich (Berufserfahrung, Ausbildung)
5| „Biodemografische“ Vielfalt ist, was sich die meisten Leute landläufig unter Diversity vorstellen dürften: nach Geschlecht, Herkunft oder Generation bunt gemischte Teams. Dieser Diversity-Begriff steht auch im Fokus, wo (repräsentative) Vielfalt per Quote vorgeschlagen wird.
7| Einzig Q7 ergibt positive Einflüsse auf Kreativität und Zufriedenheit, die aber durch andere negative Folgen (z.B. Teamkonflikte) wieder kaputtgemacht werden. Insgesamt scheint dieses Zitat die wohlwollendste Deutung der Lage zu bieten (Q4). Kein schlagendes Verkaufsargument.
.

Bild

8| Nicht viel besser sieht es bei Nr. 2 aus: Vielfalt bei Persönlichkeit, Werten und Einstellungen. Q8 ergibt, dass Vielfalt dieser Art systematisch mehr Konflikte generiert und Prozesse erschwert (ähnlich auch Q7), besonders bei komplexen Aufgaben und in Teams im Topmanagement.
Hier die Studien noch einmal als Abstracts:
The authors revisited the demographic diversity variable and team performance relationship using meta-analysis and took a significant departure from previous meta-analyses by focusing on specific demographic variables (e.g., functional background, organizational tenure) rather than broad categories (e.g., highly job related, less job related). They integrated different conceptualizations of diversity (i.e., separation, variety, disparity) into the development of their rationale and hypotheses for specific demographic diversity variable—team performance relationships. Furthermore, they contrasted diversity with the team mean on continuous demographic variables when elevated levels of a variable, as opposed to differences, were more logically related to team performance. Functional background variety diversity had a small positive relationship with general team performance as well as with team creativity and innovation. The relationship was strongest for design and product development teams. Educational background variety diversity was related to team creativity and innovation and to team performance for top management teams. Other variables generally thought to increase task-relevant knowledge (e.g., organizational tenure) and team performance were unrelated to team performance, although these variables were almost never studied as the variety conceptualization (i.e., the conceptualization that can reflect the breadth of knowledge that can be applied to the task). Team mean organizational tenure was related to team performance in terms of efficiency. Race and sex variety diversity had small negative relationships with team performance, whereas age diversity was unrelated to team performance regardless of diversity conceptualization. Implications for staffing teams and future research are discussed.
A meta-analysis of the data from empirical investigations of diversity in work groups was used to examine the impact of two types of diversity attributes, highly job-related and less job-related, on work group cohesion and performance. This distinction was used to test the proposition that different types of diversity will differentially impact work group cohesion and performance. In addition, type of team was examined as a possible moderator of the relationship between diversity and performance. Results showed that neither type of diversity had a relationship with cohesion or performance. Explanations and directions for future research are offered.
This study attempts to open the black box of top management team (TMT) diversity research by examining the following research questions: (a) how TMT diversity has effects on emergent team processes, (b) when those effects are shaped by key environmental contingencies, and (c) whether emergent team processes mediate the TMT diversity and firm performance relationship. To address these issues, we conduct a series of meta-analytic examination. First, using a sample of 208 effect sizes from 51 studies covering multiple industries across 10 countries, we test how two distinct types of diversity (task- and relations-oriented diversity) are differentially associated with two types of emergent team processes (information elaboration and social categorization) in TMTs. Second, meta-analytic regression analyses are conducted to examine how national culture (power distance and collectivism) and industry characteristics (munificence and dynamism) influence the diversity effects on emergent team processes. Third, we conduct a structural equation modeling analysis to examine the relationships among diversity (input)–information elaboration and social categorization–based processes (mediators)–firm performance (output), incorporating additional 895 effect sizes from 152 studies. Our findings indicate that while relations-oriented diversity has apparent relationships with social categorization–based processes, task-oriented diversity is strongly associated with both information elaboration and social categorization–based processes. Industry munificence and dynamism as well as collectivism in national culture moderate the diversity–social categorization relationships. The result of structural equation modeling also confirms the mediating paths of the TMT diversity–information elaboration/social categorization–performance links.
The impact of gender diversity on team performance has become a central topic in the field of human resource management for researchers and practitioners alike. Extant research provides conflicting evidence on the relationship between gender diversity and team performance. To resolve these contradictory findings, we meta-analyze the relationship between gender diversity and two performance outcomes, namely task performance and contextual performance. Grounded in categorization-elaboration model, we simultaneously consider the positive and negative aspects of gender diversity. We further examine the effect of cultural context as a moderator on the relationship between gender diversity and team performance. Based on 71 independent samples from 68 studies published between 1996 and 2013, we find a significant negative relationship ( − 0.10) between gender diversity and contextual performance. Additionally, we find that the cultural dimensions gender egalitarianism and collectivism have significant moderating influences on the relationship between gender diversity and task performance.
Previous research on the role of cultural diversity in teams is equivocal, suggesting that cultural diversity’s effect on teams is mediated by specific team processes, and moderated by contextual variables. To reconcile conflicting perspectives and past results, we propose that cultural diversity affects teams through process losses and gains associated with increased divergence and decreased convergence. We examine whether the level (surface-level vs deep-level) and type (cross-national vs intra-national) of cultural diversity affect these processes differently. We hypothesize that task complexity and structural aspects of the team, such as team size, team tenure, and team dispersion, moderate the effects of cultural diversity on teams. We test the hypotheses with a meta-analysis of 108 empirical studies on processes and performance in 10,632 teams. Results suggest that cultural diversity leads to process losses through task conflict and decreased social integration, but to process gains through increased creativity and satisfaction. The effects are almost identical for both levels and types of cultural diversity. Moderator analyses reveal that the effects of cultural diversity vary, depending on contextual influences, as well as on research design and sample characteristics. We propose an agenda for future research, and identify implications for managers.
To reconcile the inconsistencies and complexities in the relationship between team diversity and performance, our meta-analysis takes a more nuanced approach to the relationship between team deep-level diversity and team performance. We examine the type of deep-level diversity (personality, values, culture), task complexity, and executive team status as moderators of the relationship between team deep-level diversity and positive emergent states, positive team processes, and team conflict. In addition, we examine the mediating role of positive team emergent states, positive team processes, and team conflict in explaining how team deep-level diversity relates to team performance. We test our hypotheses with a meta-analytic database of 94 papers reporting 280 effect sizes based on 24,425 teams. Findings show that team deep-level diversity is associated with fewer positive emergent states and positive team processes and more team conflict. There is an indirect relationship between team deep-level diversity and team performance through each of the mediators: positive emergent states, positive team processes, and team conflict. Implications for theory and practice are discussed.
Integrating macro and micro theoretical perspectives, we conducted a meta-analysis examining the role of contextual factors in team diversity research. Using data from 8,757 teams in 39 studies conducted in organizational settings, we examined whether contextual factors at multiple levels, including industry, occupation, and team, influenced the performance outcomes of relations-oriented and task-oriented diversity. The direct effects were very small yet significant, and after we accounted for industry, occupation, and team-level contextual moderators, they doubled or tripled in size. Further, occupation- and industry-level moderators explained significant variance in effect sizes across studies.
Over the past few decades, a great deal of research has been conducted to examine the complex relationship between team diversity and team outcomes. However, the impact of team diversity on team outcomes and moderating variables potentially affecting this relationship are still not fully answered with mixed findings in the literature. These research issues were, therefore, addressed by quantitatively reviewing extant work and provided estimates of the relationship between team diversity and team outcomes. In particular, the effects of task-related and bio-demographic diversity at the group-level were meta-analyzed to test the hypothesis of synergistic performance resulting from diverse employee teams. Support was found for the positive impact of task-related diversity on team performance although bio-demographic diversity was not significantly related to team performance. Similarly, no discernible effect of team diversity was found on social integration. The implications of the review for future research and practices are also discussed.
Background
Research on the effects of increasing workplace diversity has grown substantially. Unfortunately, little is focused on the healthcare industry, leaving organizations to make decisions based on conflicting findings regarding the association of diversity with quality and financial outcomes. To help improve the evidence-based research, this umbrella review summarizes diversity research specific to healthcare. We also look at studies focused on professional skills relevant to healthcare. The goal is to assess the association between diversity, innovation, patient health outcomes, and financial performance.
Methods
Medical and business research indices were searched for diversity studies published since 1999. Only meta-analyses and large-scale studies relating diversity to a financial or quality outcome were included. The research also had to include the healthcare industry or involve a related skill, such as innovation, communication and risk assessment.
Results
Most of the sixteen reviews matching inclusion criteria demonstrated positive associations between diversity, quality and financial performance. Healthcare studies showed patients generally fare better when care was provided by more diverse teams. Professional skills-focused studies generally find improvements to innovation, team communications and improved risk assessment. Financial performance also improved with increased diversity. A diversity-friendly environment was often identified as a key to avoiding frictions that come with change.
Conclusions
Diversity can help organizations improve both patient care quality and financial results. Return on investments in diversity can be maximized when guided deliberately by existing evidence. Future studies set in the healthcare industry, will help leaders better estimate diversity-related benefits in the context of improved health outcomes, productivity and revenue streams, as well as the most efficient paths to achieve these goals.

„Wir sehen Männer nur negativ“. Das stört Markus Theunert. Deswegen spricht er ihnen gleich mal das Menschsein ab.

Arne weist auf einen interessanten Artikel von Markus Theunert in der Psychologie heute hin.

Es geht um das alte Problem, warum Männer ihr Privilegien abgeben sollten bzw sich im Feminismus engagieren sollten.

Gleichstellung ist nicht bloß Frau­ensache, sondern geht alle an. Das ist unbestritten. Aber was heißt das für Männer? Sie sind ja Vertreter des privilegierten Geschlechts, nicht? Also muss Gleichstellung für sie vor allem darin bestehen, Privilegien abzugeben und ansonsten einfach mal die Klappe zu halten?

In der etwas unterkomplexen Sicht des gegenwärtigen Feminismus sind Männer die Privilegierten. In einer komplexeren Sicht sind Männer und Frauen im Schnitt verschieden und leben daher auch ihr Leben im Schnitt anders. Ungleichheiten bedeuten nicht zwangsläufig, dass eine Ungerechtigkeit vorliegt, weswegen Gleichstellung ein eher günstiger Begriff ist, weil er eher auf eine Ergebnisgleichheit abzustellen scheint.

Diese Erwartung ist weit verbreitet – gerade auch in den progressiv-feministischen Milieus. Und die Haltung ist durchaus berechtigt.

Mit „diese Erwartung ist verbreitet und berechtigt“ meint er Privilegien abgeben und Klappe halten. Klappe halten ist aber eigentlich nie berechtigt. Schon gar nicht bezogen auf ein gesamtes Geschlecht.

Denn wer eine geschlechterpolitische Zeitdiagnose vornimmt, muss bei der Feststellung landen: Männer sind bis heute die Profiteure des kapitalistisch-patriarchalen Systems. Sie verdienen um die 20 Prozent mehr und übernehmen nur in einem Viertel aller Familien ihre Hälfte der Verantwortung für die Haus- und Familienarbeit.

Dafür verdienen sie üblicherweise 70% des Familieneinkommens. Und sie verdienen eben auch nicht mehr im gleichen Jobs, sie verdienen mehr in ganz anderen Jobs, die Frauen eben nicht machen und häufig auch nicht machen wollen.

Wie erreichen wir Gleichstellung?

Das Problem ist aber: Weshalb sollen Privilegierte freiwillig auf ihre Privilegien verzichten? Klar, Anstand, Verantwortungsgefühl und Gerechtigkeitssinn wären noble Gründe. Dass sie in der Praxis nicht ausreichen, um Gleichstellung zu erreichen, ist aber leider offenkundig. Bleibt also nur der Zwang?

Was für ein herablassender Artikel, selbst wenn er nicht so gemeint sein sollte.

Mal mit etwas Polemik:

Wenn Männer Anstand, Verantwortungsgefühl und Gerechtigkeitssinn, dann würden sie ihre Arbeit in einem Stahlwerk im Schichtbetrieb mit hohen steuerfreien Nacht- und Wochenendzulagen an Frauen abgeben, damit sie ihre Privilegien los sind und statt dessen auch mal den Frauen die harte Arbeit der Kinderbetreuung abnehmen. Aber sie haben ja keinen Anstand, Verantwortungsgefühl und Gerechtigkeitssinn! Diese Schweine! Dabei würde jede Frau da sofort ja sagen um endlich der Unterdrückung zu entkommen!

Nein, eben gerade nicht! Damit wir Gleichstellung verwirklichen, müssen wir unseren „Mindset“ so ändern, dass wir herauskommen aus dem Teufelskreis von Fairnessappell, Widerstand, Enttäuschung und Wut.

Aus dem Teufelskreis kommt man eigentlich recht einfach. Denn es ist bereits nicht unfair für die Frauen.

Dafür gibt es zwei Wege:

Die erste Möglichkeit ist, den Nutzen aufzuzeigen, den Gleichstellung auch für Männer hat. Erklären, wie sie selbst unter Geschlechtsrollenkorsetten leiden. Aufzeigen, wie zerstörerisch der Wunsch wirkt, ein „echter Kerl“ zu sein. Deutlich machen, wie viel Leid und Kosten durch „typisch männliches“ Risikoverhalten entstehen. Dafür braucht es die Bereitschaft, Männer nicht nur als Profiteure und Täter zu sehen – und Frauen nicht nur als Benachteiligte und Opfer. Das ist für viele schon zu viel verlangt.

Das ist immer eine Verknüpfung, die überhaupt keinen Sinn macht. Erstens ist gar nicht dargelegt, welche Verbindung zwischen den Privilegien und dem toxischen Verhalten besteht.

Hat ein Mann  den Führungsjob (oder dem Job im Stahlwerk) nur weil ich toxische Männlichkeit lebe? Man kann natürlich in einem Stahlwerk arbeiten und über Gefühle reden. Und wie soll ich meinen durch toxische Männlichkeit erworbenen Job dann überhaupt an eine Frau weitergeben, wenn sie die dafür notwendige toxische Männlichkeit nicht mitbringt?

Und warum kann ich die zerstörerische Wirkung des Wunsches ein „echter Kerl“ zu sein nicht ablegen

  • ohne meine Privilegien vollumfassend zu behalten
  • ohne Feminismus und die damit verbundene Abwertung?

Das erscheint mir sogar relativ einfach. Denn vieles an einem „echten Kerl“ ist ja durchaus eine gute Sache und passt zu vielen Männern, sie müssen quasi nur

Männer als Gefangene sehen
Die zweite Möglichkeit ist eleganter und noch mutiger. Denn sie unterstellt Männern eine Sehnsucht nach Gleichstellung, einen tiefverwurzelten Wunsch nach einem Leben jenseits des „Mann-sein-Müssens“, einen Hunger nach Beziehungen ohne Hierarchie und Gewalt – auch sich selbst gegenüber. Wenn wir daran glauben, dass diese Sehnsucht besteht, weil auch Männer Menschen waren, bevor sie sich zu Männern machen ließen, verändert sich die Dynamik.

Männer sind also keine Menschen. Sie waren, wurden dann aber zu Männern gemacht. Was für ein Mist.

Ich habe kein Problem mich als Mann zu sehen und gleichzeitig als Mensch. Wie wohl die meisten Menschen Männer als Menschen sehen.

Denn nun stehen wir nicht mehr konfrontativ einem bockigen Profiteur gegenüber und versuchen, ihn auf unsere Seite zu ziehen. Sondern wir stehen auf seiner Seite und versuchen mit ihm zusammen, Schritte ins Offene zu gehen – wir verbünden uns mit seiner Sehnsucht und kämpfen gemeinsam mit ihr gegen jenen fatalen Reflex, den die Männer so verinnerlicht haben, dass sie es meist selbst gar nicht mehr merken: den Reflex, in ihrem Innern alles auszublenden und abzuspalten, was bedürftig ist.

Wer mich nicht als Mensch sieht oder meint das damit Mann sein nicht vereinbar ist, der kämpft nicht mit mir und ist kein Verbündeter. Und wer meint, dass man als Mann immer alles im Inneren ausblenden und abspalten muss, der hat eine sehr merkwürdige Vorstellung von Männlichkeit, die ich so nicht teile.

Männer heute sind Gefängniswärter und Gefangene in Personalunion. Solange wir sie als Gefängniswärter ansprechen, verhärten sie weiter. Begegnen wir ihnen aber (auch) als Gefangene, ist der erste Schritt zur Flucht aus dem Gefängnis bereits gemacht.

Was für ein Blödsinn. Wir brauchen keinen Herrn Theunert um unser Menschsein zu entdecken und die allermeisten Männer sind, genauso wie die allermeisten Frauen vollkommen in der Lage Gefühle zu zeigen, sich nicht nur von einem Männlichkeitsbild wie im Feminismus angenommen leiten zu lassen und eine darüber hinausgehende Individualität zu haben. Sie sind Mann, aber das ist nicht alles was sie ausmacht, schon gar nicht nach dem Zerrbild von Männlichkeit, welches Herr Theunert hier entwirft.

 

Many Shades of Gender (19): Bedeutet die Emanzipation von Frauen nicht vor allem Nachteile für Männer?

Paula-Irene Villa Braslavsky, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Bedeutet die Emanzipation von Frauen nicht vor allem Nachteile für Männer?

Mal sehe, was kommt

Wenn es um die politische Frage nach Einfluss, Macht, nach Partizipations- und Teilhabemöglichkeiten geht, dann kann man die Infragestellung von Privilegien, die einer Gruppe zukommen, sicherlich als Nachteil verstehen.

Puh, was für eine geladene Antwort. Die eigentliche Frage nach der Emanzipation der Frau und den Nachteilen für den Mann würde ich so beantworten:

Ich habe nichts gegen emanzipierte Frauen, im Gegenteil, in der Bedeutung von „selbständig und unabhängig“ begrüße ich die Emanzipation der Frau. Eine Frau sollte natürlich auf eigenen Beinen stehen können, einem Beruf nachgehen, sie sollten alle Chancen haben, die auch Männer haben, wenn sie sich in gleicher Weise einbringen und keine Frau muss sich auf traditionelle Rollen verweisen lassen, wenn sie diese nicht leben will. Selbständig und unabhängig bedeutet aber auch, dass man nicht gleichzeitig eine Opferrolle einnehmen kann und alle anderen für das eigene Schicksal verantwortlich machen kann nur sich selbst nicht. Und das ist leider die gegenwärtige Philosophie im Feminismus: da müssen nicht etwa Frauen genau die gleiche Arbeit erbringen, nicht die richtigen Fächer wählen, nicht genau so auf Status aus sein wie Männer und nicht genau so ihre Work-Life-Balance auf Karriere auslegen wie Männer, wenn sie in der Konkurrenz bestehen wollen, sondern die Gruppe Mann muss der Gruppe Frau einfach so etwas abgeben, weil es sonst ungerecht wäre.

Und daher geht ihre Antwort für mich direkt an dem vorbei, was sie eigentlich gefragt hat.

Da wäre die Frage eher gewesen:

Ist die Aufgabe der Privilegien, die der Feminismus Männern zuschreibt, ein Nachteil für Männer?

Und da einem Privilegien irgendwie ja einfach zufliegen könnte das in dieser Phantasiewelt durchaus der Fall sein. Wobei der Feminismus üblicherweise anführt, dass Männer zwar privilegiert sind aber ja trotzdem irgendwie besser leben, weil sie gleichzeitig eine Menge Nachteile haben. Die Frauen nicht haben. Das Frauen diese Nachteile nicht haben ist dann aber wieder kein Privileg.

Wenn nicht mehr selbstverständlich die Geburt eines Sohnes als wichtiger als die einer Tochter erachtet wird, wenn Männer nicht mehr automatisch das größte Stück Fleisch beim Abendessen serviert bekommen, wenn Männer sich Führungspositionen mit Frauen teilen müssen etc.

Ein interessante Auflistung, weil sie das klassische Muster verwendet erst zwei Punkte anzuführen, die wohl die meisten Leute für in der Tat falsch halten, die aber so auch heute wohl kaum noch vorkommen und dann einen Punkt nachschiebt, der hoch kontrovers ist. Damit soll das dritte Beispiel in diese Reihe gestellt werden und sich damit leichter als ungerecht verkaufen lassen. Aber Männer an sich haben keine Führungspositionen, sie können sie nicht mit Frauen teilen, einzelne Männer kämpfen mit hohem Einsatz darum, sie zu erhalten und weniger Frauen als Männer finden das Ziel die Mühen wert.

Aber es greift völlig zu kurz die durch die Frauenbewegung vorangebrachten Veränderungen im Geschlechterverhältnis in Richtung Gleichberechtigung und Gleichstellung ausschließlich als Einschränkung und Verlust von Privilegien auf Seiten der Männer zu verstehen. Denn letztlich profitieren Männer ebenso von dieser Emanzipation, nur dass darüber viel zu wenig gesprochen wird.

Feministinnen sprechen durchaus gerne darüber, wenn sie es unter dem Stichwort „das Patriachat schadet auch den Männern“ tun können, weitaus weniger gern aber, wenn sie es unter dem Stichwort „Wir wollen, dass ihr mehr Verantwortung  übernehmt und euch finanziell mehr beteiligt“ ist es weniger beliebt

Männer sehen sich schließlich auch mit gesellschaftlichen Anforderungen und normativen Erwartungen konfrontiert, denen sie, so scheint’s, genügen müssen: sie sollen eine Familie ernähren (können), stark sein, sich für Autos und Fußball interessieren und vieles mehr, glaubt man den Geschlechterklischees. Ist es nicht auch eine Befreiung, sich die Familienverantwortung mit eine_r Partner_in teilen zu können, Elternzeit nehmen zu können ohne ausgelacht zu werden, auch mit Freundinnen über Autos fachsimpeln zu können oder Fußball uninteressant zu finden und ganz allgemein Aspekte der eigenen Persönlichkeit angstfrei ausleben zu dürfen, die gar nicht zu den Geschlechterklischees passen?

Auch hier ist der Blick des Feminismusund der Gender Studies  eben nicht „Männer müssen die gleiche Rechte an Kindern haben wie Frauen“ oder „Frauen müssen ihre Partnerwahlkriterien überdenken und mehr Vielfalt bei Männern zulassen“ sondern es geht dann eben darum, dass nur Männer sich verändern müssen, das Männerbild weniger toxisch sein muss, Männer für eine Änderung verantwortlich sind etc.

Die Gender Studies haben ein breites Forschungsfeld zum Thema Männlichkeit(en) hervorgebracht. Dabei geht es um die Erforschung der Bedeutung von Männlichkeitsnormen (wie in dem wegweisenden Konzept der hegemonialen Männlichkeit der Geschlechterforscherin Raewyn Connell) und auch deren Wandel (z.B. in den Studien der Geschlechterforscher_innen Diana Lengersdorf und Michael Meuser, die sich angucken, wie die Veränderung von Erwerbsverhältnissen sich auf die Selbstverständnisse von Männern und Frauen ausdrücken).

Aber da ist eben keine wirkliche Emanzipation der Frau drin, weil dies passiv bleiben darf und selbst keine Verantwortung trägt. Dafür um so mehr Beschämung des Mannes.

Wie man bei allgemeinen, freien, geheimen Wahlen die Stimmen von Frauen im Patriarchat wirkungslos macht III

Bereits bei den letzten zwei Wahlen hatte ich deutlich gemacht, dass die Stimmen der Frauen in dem Patriarchat keinerlei Auswirkungen haben und sie keinerlei politische Gestaltungsmacht haben.

Auch diesmal haben alle Frauen verzweifelt versucht das Patriarchat abzuwählen, aber es wurde verhindert:

Bundestagswahl Männer Frauen

Wie man sieht haben die Frauen nicht etwa nur leichte Abweichungen, sondern gewaltige Unterschiede von riesigen 2-3 Prozentpunkten.
Frauen haben immer noch mit 42% Parteien gewählt, die eher bürgerlich oder liberal sind. Männer haben dies zu 49% gemacht, wobei das mehr an AfD-Stimmen ja keine Aussicht auf Regierungsveranwortung hat, weil alle anderen Parteien eine Koalition mit ihr ablehnen. Die feministischste Partei, die zur Wahl stand hat die anderen 51% der Frauenstimmen erhalten gerade mal 2%-Punkte mehr Stimmen von den Frauen erhalten als von den Männern, trotz einer weiblichen Spitzenkandidatin.

Die Jahre davor:

Bundestagswahl Maenner Frauen

Bundestagswahl Maenner Frauen

 

frauen-bundestagswahl 2013

frauen-bundestagswahl 2013

Hier sieht man, dass die CDU einiges an Boden bei den Frauen verloren hat, die FDP einiges im Vergleich zu 2013 dazu gewinnen konnte und die Grünen dazu gewonnen haben, allerdings bei Männern und Frauen je 6%-Punkte.

Toxische Männlichkeit Definition

Ich sammele mal ein paar Definitionen:

Englische Wikipedia zu Toxische Männlichkeit

The concept of toxic masculinity is used in academic and media discussions of masculinity to refer to certain cultural norms that are associated with harm to society and men themselves. Traditional stereotypes of men as socially dominant, along with related traits such as misogyny and homophobia, can be considered „toxic“ due in part to their promotion of violence, including sexual assault and domestic violence. The socialization of boys in patriarchal societies often normalizes violence, such as in the saying „boys will be boys“ about bullying and aggression.

Self-reliance and emotional repression are correlated with increased psychological problems in men such as depression, increased stress, and substance use disorders. Toxic masculine traits are characteristic of the unspoken code of behavior among men in prisons, where they exist in part as a response to the harsh conditions of prison life.

Other traditionally masculine traits such as devotion to work, pride in excelling at sports, and providing for one’s family, are not considered to be „toxic“. The concept was originally used by authors associated with the mythopoetic men’s movement such as Shepherd Bliss to contrast stereotypical notions of masculinity with a „real“ or „deep“ masculinity that they say men have lost touch within modern society. Critics of the term argue that its meaning incorrectly implies that gender-related issues are caused by inherent male traits.[1]

The concept of toxic masculinity, or certain formulations of it, has been criticized by some conservatives as an undue condemnation of traditional masculinity, and by some feminists as an essentialist concept that ignores the role of choice and context in causing harmful behaviors and attitudes related to masculinity.

Deutsche Wikipedia zu toxische Männlichkeit:

Toxische Männlichkeit (auch „giftige Männlichkeit“) ist eine Bezeichnung für ein Verhalten von Männern, das als schädlich für die Gesellschaft oder Männer selbst gesehen wird. Der Begriff wurde in der mythopoetischen Männerbewegung der 1980er- und 1990er-Jahre geprägt und fand von dort ihren Weg in die akademische und politische Literatur. Er wurde anfangs überwiegend für Männer am Rande der Gesellschaft gebraucht, etwa in Gefängnissen, um deren aggressives und kriminelles Verhalten zu beschreiben. Als wesentlich für die Ausbildung eines solchen Verhaltens wurde eine fehlende oder gestörte Vater-Sohn-Beziehung gesehen.[1]

Feministen benutzten den Begriff seit den 2000er-Jahren – insbesondere seit 2016 im Kontext von Donald Trump und #MeToo – in Literatur und Medien. Die Begriffsverwendung, insbesondere in feministischen Kontexten, ist umstritten. Oftmals fehlt eine klare Definition des Begriffs oder der Bezug zu anderen theoretischen Konzepten über Männlichkeit. Generell wird Gewalt, Dominanz, Aggressivität, Misogynie und Homophobie mit dem Begriff assoziiert. Der Begriff wird in feministischer Literatur auch als Antwort auf die Wiederkehr rechtsgerichteter maskulinistischer Politik verwendet.[1]

Missy Magazin zu toxischer Männlichkeit:

Toxic masculinity ist Englisch und bedeutet toxische, also schädliche Männlichkeit. Das Konzept beschreibt eine in unserer Gesellschaft vorherrschende Vorstellung von Männlichkeit und umfasst das Verhalten, das Selbstbild und Beziehungskonzepte von Männern sowie kollektive männliche Strukturen. Männer sollen keine Schwäche zeigen, höchstens Wut, sie sollen hart sein, aggressiv und nicht zärtlich oder liebevoll, schon gar nicht miteinander. Männlichkeit muss immer wieder bewiesen werden, z. B. durch die Einordnung in eine Hierarchie, die mit Mutproben und erniedrigenden Ritualen gefestigt wird – auf dem Schulhof genauso wie in der Bundeswehr.

So findet toxische Männlichkeit in der Kindheit ihren Anfang und setzt sich nicht zuletzt in Männerbünden als Organisationsform auf allen Ebenen der Gesellschaft fort. Sie findet aber nicht nur „unter Männern“ statt, sondern richtet sich auch nach außen: In Form von Gewalt gegen andere, vor allem Frauen und Queers, und sexualisierter Gewalt gegen Menschen aller Geschlechter. Es geht immer auch um Sexualität: Nach den Vorannahmen von toxischer Männlichkeit muss ein Mann immer (heterosexuellen) Sex haben wollen und können. Dies ist ein wichtiger Baustein der Vergewaltigungskultur (Rape Culture) und verstärkt zudem das gefährliche Vorurteil, dass Männer nicht Opfer von sexualisierter Gewalt werden können.

100mensch.de

TOXISCHE MÄNNLICHKEIT

Der Begriff bezeichnet ein Verhalten bzw. Selbstbild, das auf einem traditionellen, stereotypen und patriarchalen Männerbild basiert. Die Bezeichnung „toxische Männlichkeit“ (toxisch = giftig, vergiftend) meint nicht, dass alle Männer generell toxisch sind. Sie bezieht sich auf übersteigerte und für die ganze Gesellschaft schädliche Verhaltensweisen und Einstellungen, wie z. B.:

Gefühle (außer Wut und Aggression) werden unterdrückt bzw. nicht gezeigt Gewalt als Mittel der Problemlösung / Recht des Stärkeren Aggressives und dominantes Auftreten (z. B. auch in Gesprächen)
„Recht“ auf sexuelle Aggression, Übergriffigkeit, Grenzüberschreitungen
Übersteigertes Konkurrenzdenken
Selbstanspruch, alles unter Kontrolle haben müssen
Selbstanspruch, alles alleine schaffen zu müssen
Abwehr von vermeidlich „weiblichen“ Eigenschaften als Schwäche
Dieses Verhalten hat negative Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft, da toxische Vorstellungen von Männlichkeit zur Diskriminierung aller anderer Geschlechter, z.B. in Form von Misogynie (Frauenfeindlichkeit) sowie Homo- und Trans*feindlichkeit, führen.

Viele dieser Vorstellungen sind noch immer in der Erziehung von Kindern in Aussagen wie „Jungen weinen nicht“, oder „Gewalterfahrungen gehören zum Mann-werden dazu“ verankert. Das toxische Männlichkeitsbild und die Gewalterfahrungen der Väter werden so auf deren Söhne übertragen (Traumavererbung).

Toxische Männlichkeit geht mit der Angst einher, Privilegien zu verlieren oder nicht als „richtiger Mann“ bzw. als „weiblich“ angesehen zu werden. Sie schränkt die eigene Individualität ein, kann aber auch ein Gefühl von Sicherheit geben. Dabei hat toxische Männlichkeit ausgeprägte negative Auswirkungen auf Männer: z.B. selbstschädigendes Verhalten wie das Vermeiden von Arztbesuchen und das Verschweigen von Depressionen, was sich in Krankheits- und Selbstmordstatistiken niederschlägt. Männer sterben außerdem früher und werden häufiger Opfer von Gewalttaten.

Frauenseiten Bremen zu toxischer Männlichkeit:

Was ist eigentlich … toxische Männlichkeit?

Ab und zu tauchen im feministischen Diskurs Begriffe auf, die vielen von uns neu sind. Eine Zeit lang bin ich immer wieder über den Ausdruck toxische Männlichkeit, beziehungsweise Maskulinität, gestolpert und habe mich gefragt…was genau ist das eigentlich?

Maskulinität und Femininität
Fangen wir erst einmal einfacher an. Was verstehen wir unter Maskulinität? Maskulinität beschreibt eine Reihe von Verhaltensweisen, Gepflogenheiten und Einstellungen, die in unserer Kultur typischerweise mit Männern und Mann-Sein in Verbindung gebracht werden. Das Gegenteil, Femininität, bezeichnet demnach Eigenschaften, die meist Frauen zugeschrieben werden. Jeder Mensch verfügt aber in gewissem Maße über maskuline und feminine Merkmale.

Anerzogene Verhaltensmuster
An sich ist Maskulinität nicht problematisch. Wenn bestimmte ‚maskuline‘ Verhaltensweisen aber Menschen Schaden zufügen, werden sie als toxisch bezeichnet. Dominanz, Aggressivität, Einschüchterung, Kontrolle, emotionale Distanziertheit – das sind einige Beispiele. Auch die Sexualisierung von Frauen, sowie jegliche Formen von Gewalt zählen dazu. Oftmals wird toxisch-maskulines Verhalten mit Männlichkeit gleichgesetzt und somit als natürlich wahrgenommen. Es ist wichtig zu verstehen, dass es hier aber um anerzogene Verhaltensmuster geht, mit denen Jungs nicht geboren werden.

Menschen, die toxische Maskulinität praktizieren, definieren diese immer als der Femininität überlegen. Eigenschaften wie Mitgefühl, Fürsorge oder Emotionalität werden als schwach dargestellt, während gegensätzliches Verhalten als stark empfunden wird. Daraus folgt, dass Menschen, die sich eher durch feminine Eigenschaften auszeichnen, suggeriert wird, anderen unterlegen zu sein. Das kann Personen aller Geschlechter betreffen. Auch kann jede*r toxisch-maskulines Verhalten ausüben oder fördern, wie beispielweise eine Mutter, die ihrem Sohn beibringt: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“.

Die Angst vor ‚Entmannung‘

Toxische Maskulinität geht Hand in Hand mit Sexismus und Homophobie. In unserer patriarchalen Gesellschaft zählen Männer oftmals nicht als ‚wahre Männer‘, wenn sie in ihrer Beziehung nicht das Sagen haben. Die Anliegen der Partnerin zu respektieren gilt als Schwäche oder Unfähigkeit, sich durchzusetzen. Auch die Angst, Zuneigung für andere Männer zu zeigen, äußert sich in toxischer Maskulinität. Denn unsere Gesellschaft ist heteronormativ konzipiert. Dementsprechend wird die Liebe zu Männern allein von Frauen erwartet. Wenn aber Männer sich gegenseitig Zuneigung bekunden, wird dieses Verhalten als frauentypisch und somit schwach verstanden. Daraus resultiert häufig eine emotionale Verschlossenheit von Jungen und Männern. Sie schämen sich, Zuneigung zu zeigen, aus Angst sich zu entmannen. Wer kennt nicht das anscheinend obligatorische „no homo“, das jugendliche Jungs jedem Kompliment anhängen, das sie einander machen.

GenderIQ.de

Was ist eigentlich ‘Toxic Masculinity’?

‍“toxic masculinity,” a (heterosexual) masculinity that is threatened by anything associated with femininity (whether that is pink yogurt or emotions) – Sarah Banet-Weiser and Kate M. Miltner.

Der Begriff  toxic masculinity wird oft benutzt, wenn es darum geht aggressives Dominanzverhalten von heterosexuellen cis-Männern zu beschreiben. Toxic masculinity (zu Deutsch ‚schädliche /toxische Männlichkeit‘) ist ein Konzept, das gerne mal falsch verstanden wird. Ganz schnell endet man bei der Gleichung Männer = Toxisch. So einfach diese Gleichung auch erscheint, sie ist leider falsch, denn bei dem Konzept geht es nicht um ‚Männer‘ (sex), sondern um ‚Männlichkeit‘ (gender). Also darum, was wir als männliches Verhalten anerkennen und was nicht. Genauer gesagt, geht es darum zu erkennen, dass bestimmt Aspekte die traditionell zum Mann-werden dazu gehören, schädlich sind. Schädlich für sie selbst, aber auch alle anderen um sie herum.

Bei ‚Toxic Masculinity‘ geht es nicht darum, dass Männer schädlich oder schlecht sind

Grundidee dahinter ist, dass wir bei männlich gelesen Kindern bestimmte Verhaltensweisen fördern, die ihnen vielleicht momentan weiterhelfen (zum Beispiel, um auf dem Schulhof nicht gehänselt zu werden), die aber auf Dauer toxisch sind. Deshalb dürfen Jungs gerne mal wild sein und über die Stränge schlagen, auch wenn das für andere unangenehme Folgen hat (‘Boys will be boys’). Jungs sollen sich durchsetzen können und keine Schwäche zeigen, damit ja keiner auf die Idee kommt sie zu dominieren. Nach dem Motto ‚Indianer kennt keinen Schmerz‘ ermutigen wir Jungs nicht zu weinen und versuchen sicher zu gehen, dass sie nicht am Ende noch ‚verweichlichen‘.

‚Wer toxische Männlichkeit erlernt hat, lebt mit einem Mangel‘, schreibt Frederik Müller. ‚Diese Personen haben meist kein gutes Verhältnis zu ihrem Körper, können ihre eigenen Grenzen ebenso wenig respektieren wie die anderer und haben Schwierigkeiten damit, Gefühle zuzulassen, zu zeigen und zu verarbeiten. Konsequenzen hieraus sehen wir etwa im schlechten Umgang heterosexueller cis Männer mit dem eigenen Körper, ihrer Nachlässigkeit gegenüber der eigenen Gesundheit und ihrer Tendenz zu Depressionen, Sucht und Suizid.‘

Olympes Erben

Toxische Männlichkeit meint klischeehafte und einengende Verhaltensweisen oder Umgangsformen zur Demonstration von Männlichkeit, die ein eindimensionales Bild vom Mann-Sein entwerfen. Diese Vorstellungen von Männlichkeit werden zum Teil gesellschaftlich eingefordert und schränken Emotionen und Verhaltensweisen von Jungen und Männern ein.

Zu diesen Umgangsformen und Verhaltensweisen von toxischer Männlichkeit gehören zum Beispiel diese:

  • Männer sollen hart sein und keine Schwäche zeigen.
  • Männer sollen Gefühle verstecken oder unterdrücken (außer Wut und Aggression).
  • Männer lösen Konflikte mit Gewalt.
  • Männer packen Probleme an und bewältigen sie ohne fremde Hilfe.
  • Männer verhalten sich nicht „weibisch“ oder „verweichlicht“ (schüchtern, liebevoll, zärtlich).
  • Männer sind auf Wettbewerb und Dominanz, nicht auf Kooperation ausgelegt.
  • Männer wollen immer Sex und können auch immer.
  • Männer und Frauen verstehen sich nicht und können nicht befreundet sein.
  • Männer sind breitschultrig, muskulös, hochgewachsen und schmerzresistent.

Im Zusammenhang mit toxischer Männlichkeit fallen häufig auch Begriffe wie Macho oder Alpha-Mann.

Das Problem an toxischer Männlichkeit ist, dass sie oft von der Gesellschaft eingefordert wird – also viele Leute erwarten, dass sich Männer so verhalten wie oben beschrieben wird. Wenn Jungen oder Männer diesen Stereotypen nicht entsprechen, müssen sie auch heute noch mit negativen Folgen rechnen, zum Beispiel indem sie ausgelacht, beleidigt oder bloßgestellt werden. Ihnen wird abgesprochen, ein „wahrer Mann“ zu sein und oftmals wird es so dargestellt, als ob Frauen eben nur solche „wahren Männer“ attraktiv finden (auch von Frauen selbst).

Toxische Männlichkeit bedeutet auch, dass diese stereotypen Verhaltensweisen immer wieder bestätigt werden müssen, zum Beispiel durch die Abwertung von Frauen oder anderen Geschlechtsidentitäten, von Männern, die nicht „Alpha“ genug sind, aber auch durch „typisch männliche“ Verhaltensweisen wie Bier trinken oder Fleisch essen. Ein Mann, der lieber eine Saftschorle als ein Bier bestellt, eher einen Salat statt eines Steaks isst? – In diesem Konzept von Männlichkeit schwach, lächerlich, unmännlich. Und das ist schädlich.

Doch nicht nur auf den eigenen Lebensbereich einzelner Menschen kann sich toxic masculinity negativ auswirken. Auch gesellschaftlich-politisch gesehen kann toxische Männlichkeit ein Problem sein, weil sie ein Geschlechterbild aufrechthält, das rechtsgesinnten Menschen zusagt. Denn mit toxischer Männlichkeit gehen nicht nur traditionelle Bilder von Männlichkeit einher, sondern auch von Weiblichkeit. Toxische Männlichkeit äußert sich häufig (auch) in Frauenfeindlichkeit, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit.

WMN.de

Was ist toxische Männlichkeit?

Der Begriff ist in erster Linie auf destruktive und schädliche Denk- und Verhaltensweisen von Männern bezogen. Diese Handlungen richten sich vorwiegend gegen Frauen, Kinder, queere Menschen – und gegen sich selbst. Das eigentliche Problem liegt aber viel tiefer.

Toxischer Männlichkeit beruht auf Stereotypen über männliche Eigenschaften. Männer nehmen bestimmte Rollen ein, weil die in der Gesellschaft weit verbreitet sind. Das begrenzt den Spielraum, sich frei auszuleben. Stattdessen werden Klischees bedient. Zum Beispiel: Männer sind stark und emotional extrem unempfindlich. Sie lassen sich nichts sagen und sind in ihrer unerschütterlichen Heterosexualität gefestigt.

So entsteht das veraltetes, konservative Bild eines Mannes, das unüberlegt übernommen wird. Toxisch ist es noch nicht. Die Toxizität entsteht später.

In Zeitungen wird toxische Männlichkeit wird nicht selten für Vergewaltigungen und Gewalt verantwortlich gemacht. Tatsächlich stehen maskuline Verhaltensweisen laut Studien in Zusammenhang mit Aggressionen, Misogynie, schlechter Gesundheit und Depressionen.

Das birgt zum einen eine Gefahr für sie selbst. Männer lassen sich ungern helfen, wollen keine Schwäche zeigen und gehen seltener zu Ärzt:innen oder Psycholog:innen.

Zum anderen zeigen Nachforschungen auch, dass Jungen und Männer mit sexistischen Verhaltensweisen häufiger genderbezogene Gewalttaten ausübenDas verinnerlichte Verhaltensmuster begünstigt also Gewalt und Missbrauch.

Feminismus vs. Männerrechtsbewegung

Auf die Dinge gibt es natürlich auch andere Sichtweisen. Vor allem Konservative sind häufiger der Meinung, der Begriff „toxische Männlichkeit“ sei eine Attacke auf die Männlichkeit selbst. Sie berufen sich dabei auf die hohen Raten an Suiziden und dem Drogenmissbrauch von Männern.

Die Debatte wird so nicht als Denkanstoß gesehen, eher als Angriff feministischer Bewegungen. Als Gegenstück bildeten sich Männerrechtsbewegungen. Dort werden traditionelle Männerbilder, teilweise aber auch antifeministische und frauenfeindliche Positionen vertreten. Stattdessen werden Verhaltensstereotypen aus der herausgekramt.

Die weiteren Argumente sind genauso wenig überzeugend. Sie verwechseln Opfer und Täter, indem sie sich selbst als Geschädigte darstellen. Belegbare politische Ungerechtigkeiten gibt es dagegen zu selten. Während sich feministische Bewegungen gegen belegbare Ungleichheiten wie den Gender Pay Gap stellen, sind beispielsweise männerfeindliche Haltungen im Gesundheitssystem aufgrund häufig fehlender geschlechterspezifischer Medizin mehr als fraglich.

Ein gleiches Renteneintrittsalter von Männern und Frauen führt in der Schweiz zu Protesten

Ein interessanter Bericht:

«Hände weg von den Frauenrenten»: Mit ihrem Appell gegen die Erhöhung des Frauen-Rentenalters haben die Gewerkschaften eine Protest-Lawine losgetreten. Schon 160’000 Menschen haben unterschrieben – das dürfte Rekord sein.

Beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) kann man es selbst kaum glauben. Am Freitag lancierte er einen Appell gegen die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre. Drei Tage später haben ihn bereits über 160’000 Personen online unterzeichnet – und der Zähler klettert immer höher.

Momentan liegt das Frauenrentenalter bei 64, das der Männer bei 65. Vor einiger Zeit waren es bei den Frauen noch 62.

 

 

So viel Support innert so kurzer Zeit dürfte in der Schweiz noch nie ein politisches Anliegen bekommen haben. Am Wochenende sei der Ansturm von Unterstützungswilligen so gross gewesen, dass gar die Website zusammengebrochen sei, sagt SGB-Zentralsekretärin Gabriela Medici (35). «Wir wurden völlig überrannt.» Vor allem über Whatsapp habe sich der Aufruf in Windeseile verbreitet.

Der AHV-Appell des SGB ist an den Ständerat gerichtet. Dessen Sozialkommission brütet derzeit über der AHV-Reform. Wie vom Bundesrat vorgeschlagen, will auch sie das Rentenalter der Frauen demjenigen der Männer angleichen.
Faktisch führt das für die Frauen zu einer Rentenkürzung. Zwar sind Abfederungsmassnahmen vorgesehen. Doch geht es nach der Kommission des Ständerats, sollen diese weniger grosszügig ausfallen als vom Bundesrat vorgeschlagen. Was den Gewerkschaften, denen schon die Bundesratspläne viel zu weit gehen, noch mehr Zündstoff lieferte.

Schon interessant, dass etwas, was eigentlich eindeutig gerecht ist (warum sollten Frauen eher in Rente gehen können als Männer? Man könnte weitaus eher diskutieren, dass Männer früher in Rente gehen können sollten als Frauen, damit sie, da sie früher sterben, gleich lang Rente bekommen)

Auch interessant, dass das anscheinend die Massen durchaus bewegt, wohingegen es um „das Patriarchat“ und seine Beeinträchtigungen eher still ist. Da gehen Frauen nicht in solchen Massen auf die Strasse.

Die kleine Kammer wird im März über den Vorschlag seiner Kommission beraten. Mit dem Brief wollen die Gewerkschaften Druck auf die bürgerlichen Parlamentarier machen, die Pläne der Kommission noch einmal überdenken.
«Die Herren im Ständerat dachten wohl, der Frauenstreik sei vergessen. Von wegen!», sagt Medici mit Blick auf die riesige Unterstützung aus der Bevölkerung. «Wir haben erst angefangen! Die Frauenrenten müssen endlich rauf.»

Das dürfte in der Schweiz ja wahrscheinlich damit zusammen hängen, dass Frauen nach wie vor weniger einzahlen. Ein guter Weg die Renten nach oben zu bringen wäre mehr Vollzeit bei Frauen und höhere Einzahlungen. Aber ich vermute, dass das nicht auf Begeisterung stößt.

 

%d Bloggern gefällt das: