Was würde sich ändern, wenn Väter dazu verpflichtet wären, in Elternzeit zu gehen?

Was wären aus eurer Sicht die Folgen? Ich würde das Risiko im Vergleich zu Frauen immer noch für überschaubarer halten, selbst wenn Männer später Kinder bekommen können.

„Nicht-binäre Menschen aus der Bronzezeit entdeckt“

Etwas Junk-Science: Verschiedene Artikel vermelden die Entdeckung „nicht-binärer Menschen aus der Bronzezeit“:

Grabbeigaben zeigen, dass es bereits in der Bronzezeit nicht-binäre Menschen gab, deren Geschlechteridentität vom biologischen Geschlecht abwich. Auch in prähistorischen Gesellschaften gab es somit keine strikte Trennung zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit.

Göttingen (Deutschland). Die Archäologie hat bei der Identifizierung der Verstorbenen bisher nahezu ausschließlich binären Geschlechtermodelle verwendet, bei der das biologische Geschlecht anhand der Knochen-DNA bestimmt wurde. Das Geschlecht eines Menschen hängt aber eher von seiner persönlichen Identität und der äußeren Wahrnehmung als von biologischen Kriterien ab. Forscher der Georg-August-Universität Göttingen und des Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI EVA) haben deshalb erstmals untersucht, ob es bereits in der Bronzezeit nicht-binäre Menschen gab.

Laut ihrer Publikation im Cambridge Archaeological Journal analysierten sie mehr als 1.200 Skelette aus der Bronzezeit und der Neusteinzeit. Dabei untersuchten sie die Grabbeigaben, die Indizien dafür lieferten, ob das Geschlechteridentität der Verstorbenen von ihrem biologischen Geschlecht abweicht. Hierbei stehen Schmuckstücke als Hinweis auf weibliche Subjekte und Waffen als Indikatoren für männliche Individuen.

Nicht-binärer Geschlechteridentität vor Tausenden Jahren
Die Untersuchung umfassten sieben Grabstätten in Deutschland, Österreich und Italien, die teilweise bis zu 7.500 Jahre alt waren. Das Fazit der Untersuchung zeigt, dass bei neun von zehn identifizierten Individuen (90 %) das biologische Geschlecht mit dem sozialen übereinstimmte. Die Erkenntnis, dass bei einem Zehntel der Fälle keine Übereinstimmung vorlag, legt nahe, dass schon in den vorzeitlichen Gesellschaften Individuen existierten, die eine Geschlechteridentität außerhalb der binären Norm hatten.

Diese Erkenntnisse dienen als Beleg für eine angenommene Toleranz gegenüber nicht-binären Individuen schon in antiken Zeiten. Schließlich wurden diese Personen ähnlich wie ihre zeitgenössischen Mitmenschen bestattet, erhielten jedoch Grabbeigaben, die nicht mit ihrem biologischen Geschlecht übereinstimmten. Dies legt nahe, dass in prähistorischen europäischen Gesellschaften keine strikten Trennlinien zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit und damit einhergehenden Wertvorstellungen existierten.

Also eine Analyse von Grabbeilagen und eines Analyse des biologischen Geschlechts (interessanterweise nur Mann oder Frau). Dann werden die Grabbeilagen danach bewertet, dass sie zu klassischen männlichen oder weiblichen Geschlechterrollen passen und damit das „soziale Geschlecht“ bestimmt.

Die „Studie“ findet sich hier:

Gender is under focus in prehistoric archaeology, with traditional binary models being questioned and alternatives formulated. Quantification, however, is generally lacking, and alternative models are rarely tested against the archaeological evidence. In this article, we test the binary hypothesis of gender for prehistoric Central Europe based on a selection of seven published burial sites dating from the Early Neolithic to the Late Bronze Age. Results show that the binary model holds for the majority of individuals, but also supports the existence of non-binary variants. We address such variants as ‘minorities’ rather than ‘exceptions’, as only the former can be integrated in interpretive models. However, we also find that quantification is undermined by several sources of error and systematic bias.

Quelle: Error or Minority? The Identification of Non-binary Gender in Prehistoric Burials in Central Europe

Veröffentlich im Cambridge Archaeological Journal (impact factor 0.725, also sehr niedrig)

Die Tabelle dazu:


Aus meiner Sicht sieht man an den Zugaben im Grab, dass die Zuordnung recht willkürlich ist. Ein Schmuckstück macht aus einem Mann eine Frau, eine Axt aus einer Frau einen Mann. Aber natürlich haben Männer auch Schmuckstücke  ohne das sie ein weibliches Gender haben müssen.
Grabbeilagen sagen noch nicht einmal etwas darüber aus, ob diese von demjenigen, der im Grab liegt, genutzt wurden. Vielleicht war es einfach nur Sitte, dass jeder, dem derjenige etwas bedeutet hat, einen für ihn wertvollen Gegenstand mit in das Grab gelegt hat.

Und natürlich können Frauen auch Pfeil und Bogen genutzt haben oder eine Axt ohne das sie sich deswegen nicht als Frauen gesehen haben oder so gesehen wurden. Um so härter das Leben ist um so eher wird man auf jeden Weg Nahrung beschaffen oder sich gegen Feinde wehren, der möglich ist.

Aus der Studie:

The possible existence of a non-binary minority throughout Europe’s late prehistory encourages a reflection on what the divergence from the binary gender model could imply for our understanding of prehistoric European societies. By ‘binary model’, we intend a system with only two inputs that can produce only one outcome each—or, the ‘Two-Sex/Two-Gender Model’ according to Ghisleni et al. (2016, 767–9). That is, a biological man will always be associated with a masculine gender, and a biological woman with a feminine one. Our results suggest that, on the contrary, two inputs can produce two outcomes each (Fig. 2). Even though it is true that the inputs (i.e. sex) are very good predictors of the outputs (i.e. gender)—as sex seems to determine gender in c. 90 per cent of cases, when complete information is available—we cannot ignore the small but significant minority that escapes predictions.

„Wir ermitteln Gender auf einer vollkommen wackeligen Basis und leiten daraus eine „Non-Binarität“ her“

Framing this divergence from the statistical norm as minority rather than exception helps understand its potential relevance. While an exception would be limited to a single person that is different from others—someone that is not included, and in a way unpredictable—a minority can be formally acknowledged, protected and even revered.

Netter Trick. Einfach mal eine abgrenzbare Gruppe kreieren ohne dafür wirklich ewas in der Hand zu haben.

If future, more accurate analyses confirm their statistical significance, it would seem that ‘opposites’ are not in any way treated differently in death: the attributes granted to them in the burial rite are entirely standard, and do not denote any aspect of exceptionality. In other words, the masculine equipment dedicated to a biological female is not different from the same equipment dedicated to a biological male, and vice versa. As these individuals were treated according to standard norms, this leads us to exclude that they were considered exceptions. On the other hand, there is no indication at all of whether such a ‘mismatched identity’ was chosen by their bearers or rather imposed on them, either in life or in death. In addition, focusing on gender should not overshadow the many different traits that influence an individual’s representation in the burial rite. Burial attributes can be also correlated to age, mobility, role and/or social status, and all these traits can simply tend to be correlated to different biological sexes (e.g. Arnold Reference Arnold2016; Bickle Reference Bickle2020; Geller Reference Geller2009, 70; Großmann Reference Großmann2021; Masclans Latorre et al. Reference Masclans Latorre, Bickle and Hamon2021; Müller-Scheeßel Reference Müller-Scheeßel, Koch and Kirleis2019). In this perspective, the deposition of what we perceive as gendered grave goods might be only indirectly correlated to biological sex.

„Unsere Studie ist nicht viel wert weil die Basis unserer Einschätzung äußerst wackelig ist, aber wir wollen mal ein paar Buzzwords wie „non-binary“ in den Raum werfen“

Our case study also suggests caution in interpreting the available evidence, as it shows that our knowledge of prehistoric gender is largely based on insufficient, frequently unverifiable and partly biased data. Only roughly 30 per cent of all burials provide enough data to compare biological sex with archaeological gender, while the remaining part is either partially determined or completely undetermined. If our goal is to identify trends, then the available methodologies are more than effective. If, on the other hand, our goal is to push the boundaries of our knowledge and attempt to identify minorities, then these same methodologies are rather ineffective, as they determine a concrete risk for circular arguments: simply put, the error margin on sex determinations produces a bias in gender determinations which, in turn, generates further error in sex determinations. One way to escape this circularity can be to encourage scientific debate between archaeologists and bioanthropologists and promote the extensive publication of osteological data and analytical methods. Moreover, substantial investment in independent methods of sex determination is necessary. New methodologies such as aDNA and proteomics will hopefully soon become a standard practice for biological sex determinations, not in substitution of, but in addition to traditional osteological methods.

„Unsere Methoden sind sehr uneffektiv, aber wir stoßen ja auch nur mutig Ideen an, die dann die Forschung weiter prüfen soll“

 

 

Mütter von Jungen mit Geschlechtsidentitätsstörung: Ein Vergleich mit angepassten Kontrollpersonen

Eine interessante Studie dazu, inwieweit bestimmte Geschlechtsidentitätsvorstellungen bei Kindern evt eher nur in der Vorstellung der Mutter bestehen:

This pilot study compared mothers of boys with gender identity disorder (GID) with mothers of normal boys to determine whether differences in psychopathology and child-rearing attitudes and practices could be identified. Results of the Diagnostic Interview for Borderlines and the Beck Depression Inventory revealed that mothers of boys with GID had more symptoms of depression and more often met the criteria for Borderline Personality Disorder than the controls. Fifty-three percent of the mothers of boys with GID compared with only 6% of controls met the diagnosis for Borderline Personality Disorderon the Diagnostic Interview for Borderlines or had symptoms of depression on the Beck Depression Inventory. Results of the Summers and Walsh Symbiosis Scale suggested that mothers of probands had child-rearing attitudes and practices that encouraged symbiosis and discouraged the development of autonomy

Quelle: Mothers of boys with gender identity disorder: a comparison of matched controls

Das klingt etwas nach einer Form des Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom:

Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom (englisch MSBP Munchausen Syndrome by Proxy, Munchausen by Proxy Syndrome oder FDP Factitious Disorder by Proxy), benannt nach Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen (dem sogenannten Lügenbaron), ist das Erfinden, Übersteigern oder tatsächliche Verursachen von Krankheiten oder deren Symptomen bei Dritten, mehrheitlich Kindern, meist um anschließend eine medizinische Behandlung zu verlangen und/oder um selbst die Rolle eines scheinbar liebe- und aufopferungsvoll Pflegenden zu übernehmen. Es handelt sich um eine subtile Form der Kindesmisshandlung, die bis zum Tod des Opfers führen kann.[1][2][3] Die Täter – 90 bis 95 Prozent sind Frauen – sind meistens die leiblichen Mütter

Hier wäre evtl zusätzlich zu der Rolle einer liebe- und aufopferungsvoll pflegenden Person auch das Sammeln von Virtue Signalling Punkten interessant.

Aus der Studie:

Over half of the sample mothers of sons with GID met the criteria either for the clinical diagnosis of borderline personality disorder, as measured by the DIB, or had symptoms of depression as measured by the BDI. In contrast, no women among the controls had a borderline personality disorder, and only one had symptoms of depression. While over half of the sample of mothers of sons with GID fully met diagnostic criteria for either borderline personality disorder or depression, in the half that did not, there were nevertheless many symptoms that may be of clinical significance and may constitute a subclinical syndrome. It was also observed that many women had symptoms of a narcissistic personality disorder, but this was not systematically assessed in this pilot study.
The DIB results suggest that mothers of sons with GID have longstanding difficulties in the regulation of affect and in interpersonal relations. Particular difficulties around issues of separation, depression, and the management of aggression were striking. They describe themselves as compulsively seeking companionship, as prone to intense, emotionally stormy, angry relationships,and as having chronic and intense feelings of loneliness, emptiness, and depression. They tend to make excessive demands on people and feel entitled to do so.
While one could argue that the findings on the BDI may have come about as a reaction to GID in their sons, both the clinical interviews and the depression items on the DIB suggest that symptoms of depression were longstanding in the mothers of probands and usually predated the onset of a consolidated GID.

Additional support for this argument comes from the finding that 44% of the mothers had sought psychiatric help for their depression at some point during their life, and the majority of mothers described the first 3 years of their son’s life as severely stressful and overwhelming.
One mother whose son was age 4 described her depression as follows: “For months, he’s had a hard time getting me out of bed, for years, actually. He’d be trying to get me out of bed for hours. ‘Please, Mommy, get out of bed, please, please.’ When I do play with him, I find myself getting bored, and sometimes I’ve fallen asleep on the floor in his room while he’s tried to play.”
In addition to difficulties in affect regulation, management of aggression, and chronic depressive experiences, the DIB findings indicate that mothers of boys with GID are vulnerable to transient, but not prolonged, experiences of depersonalization, brief paranoid experiences, and transient psychotically depressed ideation.
The findings of the Symbiosis Interview suggest that mothers of boys with GID have child-rearing attitudes and behavior that promote symbiosis and interfere with the development of autonomy. Compared to the control group, mothers of sons with GID are extremely dependent on their sons for emotional sustenance. They have boundary problems and difficulty separating from their sons. They use intrusive control measures when limit setting and disapprove of their sons’ relationships with others.

Ich hatte hier schon einmal einen Artikel dazu, dass Depressionen bei Feministen stark verbreitet zu sein scheinen. 

ich schrieb dazu:

 Ich denke, dass Feminismus gerade für depressive Menschen eine besondere Anziehungskraft haben kann. Es erlaubt einem, sich in der Schlechtigkeit der Welt zu wälzen, es erlaubt einem gleichzeitig vielleicht das Gefühl zu haben, an den Problemen zu arbeiten. Ich denke auch, dass Leute mit einer gewissen Disposition für Depressionen hier ein Denken annehmen, dass immer weiter in einer Depression führt, weil IDPOL eine Abwärtsspirale erzeugt und nicht erfüllbare Anforderungen aufstellt.

Hier geht es anscheinend auch darum, dass man sich über seinen Kinder und ihre Angewiesenheit auf einen selbst den passenden Dopaminkick (oder andere stimulierenden körpereigene Substanzen) holen kann und das aufgrund der Abhängigkeit des Kindes von einem wesentlich einfacher als bei einem Partner, der einen verlassen kann.

Den Sohn in Frauenkleidern herumlaufen zu lassen kann dann evtl bei diesen Frauen zum einen das Kind von anderen isolieren, die es dann merkwürdig finden könnten und zum anderen noch abhängiger von einem selbst machen und gleichzeitig das Lob aus den passenden Kreisen anziehen.

Examples of these behaviors from the interviews of mothers of sons with GID are as follows:

Dependent. “He’s my reason for living. He’s the only person I really have besides my mother, and I’m the only person he has. ”
Difficulty separating. “I can’t think of anything that I do apart from my son (age 12). I never go any place without him. We’re always attached.”

Dificulties in differentiation of emotional stateslbound aries. “When I’m unhappy, he feels unhappy; if I have a headache, he’ll say, ‘Maybe I’ll lay down.’ If I’m tired, he’ll get tired, too.”
Intrusive control. “He never does anything that I don’t know about. He always tells me everything. I always encourage him to tell me everything that he’s doing.”
Disapproving of relationships with others. “It bothers me that he talks to other people I don’t know and not to me.”

Das Kind als Ersatzpartner.

Ein Paradoxon für unsere Zeit: Die extreme Linke ist überproportional weiß, wohlhabend und gut ausgebildet. Daher ist die extreme „Wokeness“ heute eines der deutlichsten Symptome des „weißen Privilegs“.

und noch mal als Text:

A paradox for our time: The far Left is disproportionately white, wealthy, and well-educated. So extreme ‚wokeness‘ is now one of the most glaring symptoms of ‚white privilege.‘ — Sam Harris

„Ein Vater schuldet es dem Rest der Menschheit, ein gewaltfreies und nicht dominantes Verhalten an den Tag zu legen und seinen Kindern Akzeptanz und die Wertschätzung der Vielfalt beizubringen.“

Ein Tweet, den ich ganz interessant finde:

Wäre natürlich interessant, was im Umgekehrt nach diesem Buch die Mutter schuldet.

Der Satz klingt irgendwie auf den ersten Blick relativ okay. Warum sollte ein Vater auch ein gewaltvolles Verhalten zeigen sollen?

Aber die Kombination mit „er schuldet es dem Rest der Menschheit“ hat einen komischen Geschmack. Erst einmal schuldet ein Vater dem Rest der Menschheit auch nicht mehr als der Rest der Menschheit ihm. Natürlich sollte er nach Möglichkeit darauf hinarbeiten, dass er ein produktives Mitglied der Gesellschaft ist und seine Kinder innerhalb seiner Möglichkeiten ebenso zu solchen erzieht.

Aber natürlich kann ein Soldat ein produktive Mitglied der Gesellschaft sein, ebenso ein Polizist, selbst wenn er Gewalt einsetzen muss. Und auch Dominanz muss nicht per se etwas schlechtes sein und kann in einem vernünftigen Maße sowohl einer Tochter als auch einem Sohn ein gutes Vorbild sein. Abseits des Bezugs zu seinen Kindern ist er natürlich auch nicht in einer weitergehenden Pflicht der Menschheit gegenüber.

„Akzeptanz und Wertschätzung der Vielfalt“ ist auch eine sehr kurze Angabe (was daran liegen kann, dass hier eben nur der eine Satz zitiert wird, der Autor mag es weiter ausgeführt haben). Ich vermute außerdem mal, dass eine bestimmte, den feministischen Ideologien genehme Vielfalt und nicht jede Vielfalt gemeint ist: Vielfalt in politischen Ansichten etwa ist etwas, was viele Feministen gruselig finden, schließlich wissen sie ja, dass es da nur eine sehr binäre Einteilung gibt: Auf der einen Seite ihre, die Richtige Meinung und auf der anderen Seite Nazis.

Ich bin dabei, dass man seinem Kind beibringen sollte andere Lebensweisungen nicht per se abzulehnen und Leute nach ihrer Fasson glücklich sein zu lassen, solange sie anderen damit nicht schaden.

Kinderbetreuung in den Niederlanden

Ich hatte neulich einen Artikel, in dem diese Grafik enthalten war:

Wie man sieht ist in den Niederlanden die Rate der Kinder unter 3 Jahren, die ausschließlich durch ein Elternteil betreut werden, die niedrigste.
Ich habe mal versucht etwas dazu zu finden:

Ein Artikel bei den Tageseltern:

In Holland wird die frühkindliche Betreuung bis zum Alter von 4 Jahren und die außerschulische Betreuung von Kindern vor allem als Mittel gesehen, den Eltern Berufstätigkeit zu ermöglichen. Der Aufgabenbereich „Kinderbetreuung“ fällt daher in den Niederlanden unter die Agenden des Ministerium für Arbeit und Soziales.

Das Betreiben von Kinderbetreuungseinrichtungen sowie der Ausbau von Betreuungsplätzen abseits der Schulpflicht, unterliegt komplett privaten Anbietern. Gesetzlich gibt es lediglich einige Vorschriften zur pädagogischen Qualität und zu den Sicherheitsstandards der Einrichtungen zu erfüllen.

In den Niederlanden sind Eltern selbst für die Bezahlung der Kinderbetreuung verantwortlich, deren Kosten sich pro Betreuungstag je nach Einrichtung auf gut 50 Euro summieren können. Je nach Einkommen gibt es staatliche Zuschüsse. Diese Finanzierungsweise schließt Familien, in denen nur ein Elternteil arbeitet und Familien, in denen kein Elternteil arbeitet, aber aus.

Für alle Kinder in den Niederlanden beginnt die Schulpflichtmit 5 Jahren in der basisschool. Die meisten Kinder gehen aber schon mit 4 Jahren zur Schule, wobei die ersten zwei Jahre, mit dem Vorschuljahr im Kindergarten vergleichbar sind. In dieser Zeit wird besonders Niederländisch bei Sprachdefiziten extra gefördert. Insgesamt dauert die basisschool  normalerweise 8 Jahre, also bis zum 12. Lebensjahr. Sie wird als Ganztagsschule geführt, meist von 8:30 bis 15:00. Jede basisschool ist verpflichtet, einen sogenannten buitenschoolse opvang BSO, also eine außerschulische Betreuung, meist bis 19:00 anzubieten.

Vor allem in den Städten wird Kinderbetreuung schon ab dem Säuglingsalter benötigt. Es ist  üblich, dass Mütter direkt nach dem Mutterschutz (meist 4 Monate nach der Geburt) wieder arbeiten gehen. Die meisten Einrichtungen, peuterspeelzaal oder kinderopvang genannt, sind von 7 – 19 Uhr geöffnet.

Tagesmütter, kennt man in den Niederlanden auch. Hier werden sie „gastouders“ (also „Gasteltern“) genannt. Gastouders müssen ein diesbezügliches Diplom vorweisen und bei einer Tageseltern-Agentur gemeldet sein.

Für staatliche Zuschüsse für diese private Kinderbetreuung müssen alle gastouders registriert sein und eine entsprechende Genehmigung haben.

Die Kosten für die Kinderbetreuung werden in der Regel pro Stunde abgerechnet. Der Tarif liegt je nach Art der Betreuung zwischen 5,- und 8,- Euro pro Stunde. Die Höhe des Stundensatzes ist auch abhängig davon, wie oft und wie lange das Kind betreut werden muss und auch, ob man feste Zeiten nutzt oder flexibel sein möchte. Der Staat zahlt je nach Einkommen und den gearbeiteten Stunden  Zuschüsse zu den Betreuungskosten.

Laut einer kürzlich durchgeführten UNICEF-Studie schneiden die Niederlande angeblich als das Land ab, in dem es den Kindern weltweit am besten geht……

Wie man sieht ist das Angebot wesentlich umfangreicher, auch bei den Betreuungszeiten, die unvorstellbar für Deutschland von 7-19 Uhr sind und das anscheinend schon bei kleinen Kindern. Auch die Schulen beginnen früher und haben eine umfangreiche Betreuung, die auch bis 19 Uhr gehen kann.

Dazu erhalten nur die Eltern Zuschüsse, bei denen beide Arbeiten gehen und die Preise sind ansonsten sehr hoch.

Sepro:

Die Niederlande haben zwei getrennte und teilweise überlappende Sektoren (Betreuung und Bildung, bei denen zwei Ministerien beteiligt sind: Das Ministerium für soziale Angelegenheiten und Beschäftigung (Ministerie van Sociale Zaken en Werkgelegenheid – SZW) hat die Gesamtverantwortung für Kindertageseinrichtungen für unter 4jährige Kinder, für außerschulische Betreuung von 4- bis 13-Jährigen sowie für die Tagespflege. Seit 2010 gelten sowohl für die Kindertageseinrichtungen für 0- 3-Jährige und öffentlich subventionierte Spielgruppen für 2- bis 4-Jährige die gleichen Gesetze.
Für unter 4jährige Kinder mit dem Risiko einer sprachlichen Benachteiligung und die frühe Bildung der 4 und 5-Jährigen in der Grundschule1 (Basisschool) ist das Ministerium für Bildung, Kultur und
Wissenschaft (Ministerie van Onderwijs, Cultuur en Wetenschap – OCW) verantwortlich.

Ein stärkendes Prinzip des frühkindlichen Systems in den Niederlanden ist die Bereitstellung von Einrichtungen, die überall zugänglich sind, und die Wahlfreiheit der Eltern. Die Bereitstellung von Einrichtungen für unter 4-Jährige richtet sich nach dem Bedarf, während für die über 4jährigen
Kinder in Einrichtungen der Zuständigkeit des Bildungsministeriums eher eine angebotsorientierte Struktur vorherrscht.
Inspektionen und die Überwachung der Kinderkrippen hinsichtlich der Einhaltung von Regelungen und Gesetzen liegen in den Händen der Kommunen. Für Verwaltung und Management von Schulen sind sowohl die Kommunen als auch die Schulaufsichtsbehörde zuständig: Während die Kommunen verantwortlich sind für die Einhaltung der Gesetze und für die Zuweisung von Budgets, ist die Schulaufsichtsbehörde für den laufenden Betrieb (Kosten, Curriculum, Personal) zuständig.
Dies betrifft sowohl öffentliche als auch private Schulen.

Das übergeordnete Ziel für frühkindliche Bildung und Erziehung ist vor allem, eine Kontinuität von Lernen und Unterstützung über eine längere Zeit zu gewährleisten. Zudem gilt das Prinzip des lebenslangen Lernens, das Individuen befähigen soll, ihre Potentiale voll auszuschöpfen und flexibel auf Änderungen zu reagieren.
In den letzten Jahren hat sich die umfassende Konzeptualisierung im frühpädagogischen Bereich stark gewandelt und dieser zeigt immer noch eine starke Dynamik. Als Teil der Implementierung des niederländischen Kinderbetreuungsgesetzes (Wet Kinderopvang, 2005) muss sich jede Einrichtung an gewisse, vorbestimmte pädagogische Ziele halten: den Kindern eine sichere und fürsorgliche Umgebung zu bieten, ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen zu fördern sowie Regeln

(…)

Kinder ab 6 oder 8 Wochen bis zu 4 Jahren können Kinderkrippen (kinderdagverblijf) besuchen.
Sie werden meist halbtags und von Familien mit Doppelverdienern genutzt: Sie können – mit Vormittags- und Nachmittagsschichten – bis zu elf Stunden täglich und für 50 Wochen im Jahr geöffnet sein. Öffentlich geförderte Spielgruppen (peuterspeelzalen) stehen prinzipiell allen Kindern zwischen 2 oder 2½ und 4 Jahren offen. In der Realität werden sie jedoch in erster Linie von sozial benachteiligten Kindern oder von Kindern mit drohenden Behinderungen oder Entwicklungsverzögerungen besucht. Meist sind diese Einrichtungen nur halbtags geöffnet.
Kinder ab 6 Wochen können auch über regulierte Tagespflege (gastouderopvang) betreut werden. Kinder über 4 Jahren besuchen in der Regel die Grundschule (basisschool) – oft auch schon in den zwei Monaten, bevor sie 4 Jahre alt werden. Die Gruppen für 4-Jährige müssen mindestens an vier halben Tagen für mindestens 2,5 Stunden geöffnet sein. Über die genauen täglichen Öffnungszeiten entscheiden die Schulen bzw. die Träger selbst. Meist sind sie am Mittwoch Nachmittag geschlossen. Das offizielle Schuljahr dauert von 1. Oktober bis 30. September. Auf Wunsch der Eltern müssen Kommunen (gegen Bezahlung) für Kinder ab 4 Jahren, die eine Schule besuchen, für eine Mittags- oder Nachmittagsbetreuung (buitenschoolse opvang) sorgen.

Das relativiert es schon wieder etwas, wobei Kindergrippen für Kinder ab 6 oder 8 Wochen in (West?-)Deutschland unvorstellbar sind.

Die Möglichkeit der Spielgruppen und der Frühbetreuung führen aber vermutlich dazu, dass zumindest zu einem gewissen Teil eine Betreuung durch dritte erfolgt.

Hier dann noch ein Artikel zur Teilzeit in den Niederlanden:

Im Vergleich zu anderen westlichen Ländern ist die Erwerbsquote von Frauen in den Niederlanden hoch: 68 Prozent der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren gingen 2014 einer Beschäftigung nach – das sind (viel) mehr als in den meisten anderen europäischen Ländern und auch mehr als in den USA (dort gehen 65 Prozent der Frauen arbeiten). Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche ist bei den niederländischen Frauen jedoch niedrig: Über 75 Prozent der weiblichen Beschäftigten arbeiten höchstens 34 Stunden die Woche; in der EU insgesamt sind es nur 33 Prozent. Bei den Männern ist Teilzeitarbeit sehr viel weniger verbreitet, aber auch hier führen die Niederlande das Feld an: Ein Viertel der männlichen Beschäftigten dort verbringt weniger als 35 Stunden die Woche am Arbeitsplatz. In der EU sind es nur 9 Prozent.

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der niederländischen Frauen beträgt 26 Stunden. Bei den Männern sind es 38 Stunden. Diese eher geringe Wochenarbeitszeit bedeutet, dass niederländische Frauen trotz der hohen Beschäftigungsquote relativ wenige Stunden mit ihrer beruflichen Tätigkeit verbringen.

Traditionelle Rollenvorstellungen weit verbreitet

2001 gingen 57 Prozent der Frauen mit einem Kind unter vier Jahren einer beruflichen Tätigkeit nach. Diese Zahl ist um 16 Prozent auf 73 Prozent im Jahr 2013 gestiegen. Damit kombinieren mehr niederländische Mütter Kinderbetreuung und bezahlte Arbeit als es Mütter in den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Großbritannien tun. Praktisch alle von ihnen arbeiten dann jedoch nur noch Teilzeit, wenn sie es nicht bereits vorher getan haben: 88 Prozent der niederländischen Frauen mit einem Kind bis 12 Jahren arbeiten weniger als 35 Stunden die Woche. Praktisch alle Mütter erklären, sie hätten sich dafür entschieden, weil sie sich um ihre Kinder kümmern wollten. Diese Aussage entspricht der allgemeinen Einstellung zu Kinderbetreuung: Die Hälfte der niederländischen Frauen und ganze 71 Prozent der Männer denken, es sei für ein Baby das Beste, ausschließlich von seinen eigenen Eltern betreut zu werden. Fast die Hälfte der Männer und ein Viertel der Frauen in den Niederlanden finden, dass Frauen besser dazu geeignet seien, sich um kleine Kinder zu kümmern. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass 83 Prozent aller NiederländerInnen der Ansicht sind, dass Mütter von kleinen Kindern im Idealfall nicht mehr als drei Tage pro Woche arbeiten sollten.

Nicht nur Mütter in Teilzeit

Nicht nur Mütter kleiner Kinder entscheiden sich für eine Teilzeitbeschäftigung – nur 38 Prozent aller teilzeitbeschäftigten Frauen haben Kinder unter 12 Jahren. Denn schon die Hälfte aller jungen Frauen ohne Kinder arbeitet Teilzeit. Sie wählen eine Teilzeitarbeit, um mehr Zeit für sich, für Freunde und Hobbys zu haben oder sich weiterzubilden. Nur eine von sechs jungen teilzeitbeschäftigten Frauen ohne Kind hätte gerne eine Vollzeitstelle.

Dazu kommt: Auch wenn die Kinder älter werden, bleibt bei den niederländischen Frauen die Teilzeitarbeit das beliebteste Modell. Nur eine von zehn würde gerne Vollzeit arbeiten, findet aber keine entsprechende Stelle.

Wochenarbeitszeit bleibt bemerkenswert stabil

In den Niederlanden ist Teilzeitarbeit also kein vorübergehendes Arrangement, um Beruf und Familie zu vereinbaren, sondern ein eigener Lebensstil. Frauen beginnen mit Teilzeitarbeit – mit oder ohne Kinder – und ändern das auch nicht. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Frauen liegt seit Jahren um die 25 Stunden. Es gibt auch wenig Anzeichen dafür, dass sich das in naher Zukunft ändern wird – zumindest, wenn wir von den Wünschen der Frauen selbst ausgehen. Die meisten niederländischen Frauen scheinen mit ihren Teilzeitstellen sehr glücklich zu sein und haben kein großes Bedürfnis, ihre Arbeitsstunden zu erhöhen. Viele Frauen mit einer sehr geringen Wochenarbeitszeit würden diese gerne um einige Stunden aufstocken; dagegen würden aber auch viele mit Vollzeitstellen gerne weniger Stunden arbeiten. Insgesamt gesehen, entspricht die Stundenzahl, die Arbeitnehmerinnen arbeiten möchten, im Durchschnitt auch ihren tatsächlichen Wochenarbeitsstunden.

Weniger als die Hälfte aller Niederländerinnen sind wirtschaftlich unabhängig

Teilzeitarbeit hat selbstverständlich Auswirkungen auf das Einkommen der Frauen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen aus Erwerbstätigkeit von niederländischen Frauen lag 2013 bei 29.200 Euro; bei den Männern waren es 47.900 Euro. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass Frauen eine geringere Wochenarbeitszeit haben. Außerdem haben sie aber auch einen geringeren Stundenlohn, was teilweise durch die Teilzeitarbeit begründet ist, denn sie wirkt sich nachteilig auf die berufliche Weiterentwicklung und somit auch auf die Gehaltsentwicklung aus. Als Folge davon sind in den Niederlanden nur 48 Prozent der Frauen zwischen 15 und 65 Jahren wirtschaftlich unabhängig. Der Rest hat entweder gar kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit oder verdient weniger als 70 Prozent des Mindestlohns (2013: 900 Euro pro Monat).

Bereits seit vielen Jahren ist ein Kernziel der Gleichstellungsspolitik in den Niederlanden, den Anteil der wirtschaftlich unabhängigen Frauen zu erhöhen. Dieser Anteil ist von 2000 bis 2009 tatsächlich gestiegen – insbesondere bei den Müttern ist der Anteil weniger stark gesunken als vorher. Denn immer mehr junge Mütter gehen einer beruflichen Beschäftigung nach, und auch die durchschnittliche Wochenarbeitszeit ist leicht gestiegen.

Teilzeitarbeit wird von Familie und Freunden unterstützt

Dass es sich so viele niederländische Frauen leisten können, sich für mehr Freizeit anstatt für ein höheres Einkommen zu entscheiden, liegt daran, dass die meisten einen Partner haben, der Vollzeit arbeitet. Die Wurzeln dafür liegen in der traditionellen Rollenverteilung, denn Frauen leisten immer noch den Hauptteil der unbezahlten Hausarbeit. Interviews mit Frauen, die Teilzeit arbeiten, zeigen, dass diese traditionelle Rollenverteilung sich ganz von selbst ergibt. „Ich habe mehr Zeit“ erklären Frauen auf die Frage, warum sie einen größeren Teil der Hausarbeit übernehmen, und vergessen dabei, dass sie mehr Zeit haben, weil sie sich diese Zeit genommen haben. Die traditionelle Rollenverteilung spiegelt sich auch in den Ansichten der Freunde, Familie und Partner über die Arbeitsstunden von Frauen wider. Dieser Personenkreis verhält sich fast ausnahmslos verständnisvoll und unterstützend. Auch Arbeitgeber drängen Frauen nur selten, ihre Wochenarbeitsstunden zu erhöhen. In Organisationen, in denen viele Frauen beschäftigt sind, ist Teilzeitarbeit eine völlig normale Sache geworden.

Der Artikel ist allerdings aus 2016. Wer aktuellere Zahlan hat: Gerne in den Kommentaren

 

Wie wichtig ist eine Betreuung der Kinder durch einen Elternteil bei älteren Kindern?

Ich greife aus einem vorherigen Artikel noch einmal eine Passage zur Betreuung älterer Kinder und der Notwendigkeit von Teilzeit heraus:

Auch die Frage, wie lange man wegen der Betreuung der Kinder in Teilzeit arbeiten sollte ist ja durchaus interessant. Und sie wird vergleichsweise wenig gestellt. Wer eine Studie dazu kennt: ich wäre interessiert.

Ich baue mal zwei denkbare Positionen auf:

  • ab einem gewissen Alter brauchen Kinder keine direkte Betreuung mehr. Sie können sich zur Not selbst etwas zu essen machen und man kann auch auf ein gemeinsames Essen am Abend ausweichen. In sofern kann die Mutter dann wieder Vollzeit arbeiten
  • Bis die Kinder Abitur haben brauchen sie jemanden, der aufpasst, dass sie die Hausaufgaben machen, der ihnen durch die Wirren der Pubertät hilft, der sie empfängt, wenn sie aus der Schule kommen und bei dem sie was anständiges zu essen bekommen. Und natürlich haben sie auch noch außerschulische Aktivitäten, etwa in einem Sportverein, Musikunterricht und ähnliches. Dort muss sie jemand hinbringen und wieder abholen

Man könnte hier anführen, dass ein warmes Essen in der Schule und eine Betreuung, die nicht nur eine Aufbewahrung dort ist, sondern evtl für die Kinder interessante Aktivitäten umfasst, da zudem viele Freiräume schaffen könnte.

Wie wichtig ist jemand zuhause, der die Kinder am Nachmittag betreut für das Wohl der Kinder? Und wie machen es andere Länder?

Die Rentenrendite von Männern und Frauen

Ein interessanter Beitrag dazu, inwieweit sich die Rente als „Anlageform“ lohnt und wie das nach Männern und Frauen differenziert:

Lange Bezugsdauer führt zu lohnenswertem Ergebnis

Diese Berechnungen haben ergeben, dass sich Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse aus einer solchen Renditesicht durchaus lohnen. Zumindest für den Fall, dass ein Rentenbezieher ein gewisses Lebensalter erreicht und somit eine entsprechende Rentenbezugsdauer verzeichnet. Je nach Einzelberechnung kommen die Wissenschaftler auf eine jährliche Rendite zwischen drei und 3,6 Prozent bei Rentnern und zwischen 3,5 und 4,2 Prozent bei Rentnerinnen. Da in Deutschland rund 90 Prozent der Rentner und Rentnerinnen gesetzlich krankenversichert sind, wurden in einem weiteren Schritt auch die entsprechenden Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von rund elf Prozent berücksichtigt. Doch auch mit diesem Abzug bleibt die Rendite im Plus. So wurde für Männer dann eine Rendite zwischen 2,3 bis 3,1 Prozent und für Frauen zwischen 2,9 bis 3,6 Prozent ermittelt.

Also bei Frauen 0,5%-Punkte mehr Rendite. Rechnet man noch dazu, dass Frauen auch eher von Renten profitieren, in die sie nicht eingezahlt haben, etwa Witwenrenten etc. wäre das System noch günstiger für Frauen

Frauen profitieren von längerer Lebensdauer

Die höhere Rendite der Frauen ergibt sich aus deren längeren Lebensdauer und damit längeren Rentenbezugszeit. Ebenso können (vor allem) Frauen von höheren Renditen profitieren, wenn sie für Kinder oder die Pflege von Angehörigen zusätzliche Anrechnungszeiten bekommen. Das zeigen auch im November 2020 vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte Berechnungen. Dabei kamen die DIW-Experten beispielsweise für Mütter des Geburtsjahrgangs 1980 mit zwei Kindern auf mehr als vier Prozent jährliche Rendite.   

Bei aller Gleichberechtigung ist die Zuteilung der Rentenpunkte zu den Müttern immer noch fest verankert. 

Die Erziehung von Kindern wird bei der Rentenberechnung unter anderem mit der dreijährigen Kindererziehungszeit berücksichtigt, die entweder die Mutter oder der Vater erhalten kann. Wenn der Vater die Zeit erhalten soll, müssen Eltern ggf. gleich nach der Geburt tätig werden.

Falls überwiegend der Vater für die Erziehung des Kindes ist, ist die rückwirkende Anerkennung der Zeiten für ihn problemlos möglich. Anders sieht es aus, wenn er nicht überwiegend erzieht, weil z. B. beide Elternteile im gleichen Maße berufstätig sind.

In diesen Fällen kann der Vater die Kindererziehungszeit nur erhalten, wenn beide Eltern dieses schriftlich gegenüber dem Rentenversicherungsträger erklären. Die Erklärung kann immer nur für die
Zukunft, maximal für zwei Monate rückwirkend, abgegeben werden. Wird keine Erklärung abgegeben, erhält die Mutter die Kindererziehungszeit.

Meines Wissens nach muss der Vater, wenn die Mutter nur erklärt, dass sie im gleichen Maße die Erziehung übernommen hat, nachweisen dass er einen überwiegenden Betreuungsanteil hatte. Das wird in vielen Fällen gegen den Willen der Mutter fast unmöglich sein.

„Ich mache ihr keine Vorwürfe für *irgendetwas*. Ich übernehme die volle Verantwortung, wenn etwas zwischen uns schief läuft, und das hilft ihr, sich zu beruhigen.“

Ich folge dem Account von Rivelino schon länger, er hat sich mit Pickup beschäftigt und macht das meist mit einem humorvollen Ansatz und einer gewissen Übertreibung in seinen Ansichten. Bekannt geworden ist der durch die „Grünen Linien„.

Eine andere Theorie von ihm hat nunmehr auch viel Aufmerksamkeit bekommen (und war meine ich auch schon Thema in den Kommentaren):

I think one of the reasons I got divorced is that I blamed my wife for things and that led to massive fights With my new girlfriend, I don’t blame her for *anything*. I take full responsibility when anything goes wrong between us and that helps calm her down

It calms her down to the point that sometimes she will say that it was in fact her fault and not my fault But I never let her take any blame for anything that goes wrong between us I shoulder that burden and that helps make her feel loved and appreciated

We just finished a three week trip together –– five cities, three plane rides, over 20 hours driving, lots of activities –– and we only had two arguments I think that’s incredibly good A huge part of that success is that I never once blamed her for anything that went wrong

With my ex-wife, I saw us as „equals“, so if she made a mistake and didn’t take responsibility for it, I would get angry & complain she was being unfair This often led to huge fights and over time led to alienation, resentment, confusion and the death of our love for each other

Remember: She is like a child Everything is your fault, nothing is her fault Your job is to take care of her, protect her, love her, guide her, be patient with her, never argue with her, blame her, or complain to her that she is being „unfair“

She is not being „unfair“, she is being a woman And a woman by her very nature is blameless
Even if she cheats on you, it’s your fault

Everything is your fault. Nothing is her fault Example: If she cheats on you, it’s your fault • You got needy/clingy • You bored her sexually • You failed too many of her shit tests • You chose a slutty woman bc of your lack of options or bc of your own insecurities/traumas

Ich halte es in dieser Form für übertrieben. Aber es hat einen wahren Kern. Ich hatte bei durchaus intelligenten und vernünftigen Frauen als Freundinnen/als Frau schon bei Situationen wo sie etwas gemacht hat den Vorwurf, dass ich ihr ja auch hätte helfen können, dass ich das hätte machen können und so weiter (in Situationen, bei denen man üblicherweise davon ausgeht, dass es derjenige alleine hinbekommt).
Üblicherweise war das dann ein kurzer Vorhalt in einer gewissen Wut über die Situation, der sich danach wieder relativierte. Aber die Übertragung auf den Partner an sich, der Vorwurf, dass dieser ja Schuld sei  ist glaube ich im Schnitt bei vielen Frauen durchaus schnell vorhanden/eher vorhanden als bei Männern. Es ist insofern gut möglich, dass es etwas biologisches ist, aus Zeiten geringerer Emanzipation und stärkerer Gefahren im täglichen Leben, die eben vom Mann abzuwehren waren. Oder Frauen, deren Männer dann gehandelt haben und die Verantwortung übernommen haben, hatten schlicht mehr Kinder. In welcher Verwandtschaft es zum Shittest steht wäre eine andere Frage.
Meine Reaktion auf solche Vorhalte war ja gerne etwas in der Art von:
Sie: Du bist Schuld, dass X nicht geklappt hat, obwohl ich diese Aufgabe übernommen habe! *fauch*
Ich: Du hast Recht! Es ist eindeutig meine Schuld!
Sie: Schaut etwas verdutzt, aber durchaus erfreut.
Ich: *mit einem Ton, aus dem klar wird, dass man sich etwas über sie lustig macht* Ich hatte vergessen, dass du eine Frau bist und ihr mit eurem kleinen, aber sehr hübschen Köpfen das einfach nicht hinbekommen könnt! Das erfordert einen Mann! Ich werde das morgen klären! Wie konnte ich dir nur so eine Aufgabe überlassen?? Eure Köpfe sind für andere Sachen da *einladende Handbewegung zu meinen Gentialien hin*
Und erstaunlicherweise klappt das (wenn das Fauchen nicht zu stark waren) und sie lachen. Dann macht man es entweder dann auch selbst oder sie brauchte einfach nur einen Stimmungswechsel und dann geht es auch wieder.
Mitunter, bei stärkeren Fauchen, gab es auch schon handfeste Streite, einfach weil ich es lächerlich finde solche Schuldverlagerungen vorzunehmen, wenn sie vollkommen unsinnig sind. Ich sehe es dann auch gar nicht ein, dass ich mir so etwas vorwerfen lassen muss, obwohl es kein großes Ding ist und anscheinend sie den gemacht hat.
Aber gerade deswegen fand ich die Tweets dazu durchaus interessant, einfach weil sie einen solche Situationen reflektieren lassen.
Ein paar Kommentare bei Twitter greife ich einfach noch mal raus:

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