Wehrpflicht, Sorgerecht, früher Tod und Benachteiligung von Jungs in der Schule: typische Gegenargumente

Leider verwende ich schon wieder Dreihälften als Beipiel, aber einer ihrer letzten Beiträge ist einfach zu klassisch und veranlasst mich zu diesem Rant über die Unstimmigkeit typischer Argumente gegen Benachteiligungen von Männern, die meiner Meinung nach auch gegen die sonstige feministische Theorie verstoßen. Ausgangspunkt ist, dieser Artikel und das Selbstverständnis, dass Feminismus eine Bezeichnung ist unter der sich auch Männer gut vertreten fühlen können. Dagegen hatte ich dann eingewandt, dass klassische Themen wie zB das Sorgerecht für unverheiratete Männer kaum klassische feministische Forderungen sind. Darauf folgte ein Artikel, in dem Dreihälften mitteilte, dass sie eigentlich gar nicht mit Nichtfeministen diskutieren will und „aus der masukulistischen Ecke immer die gleichen Argumente kommen“.

Das macht allerdings die Argumente nicht falsch. Aus der feministischen Ecke kommen ja auch immer die gleichen Argumente (Patriarchat! Gendernormativität! Vom Mann bestimmte Gesellschaft ist schuld!)

Dann listet sie die Argumente auf, die ihr nicht gefallen und nimmt kurz dazu Stellung. Da sie in ihrem Blog keine Diskussion darüber möchte, was ja ihr gutes Recht ist, beschäftige ich mich hier kurz mit ihren Argumenten. Interessant finde ich dabei insbesondere die innere Logik innerhalb der feministischen Theorie und den Widerspruch zu der Aussage, dass Männerthemen auch unter dem Label „Feminist“ diskutiert werden können.

Zwangsdienste
Ich bin Pazifistin, Zwangsdienste find ich echt blöd, aber dagegen sollte kämpfen, wer davon betroffen ist.

Das „Pazifistin Argument“, gerne auch in der Langform „ich bin eh gegen die Bundeswehr und alles Militär“ kommt häufig bei einer Argumentation über die Wehrpflicht. Weil es sonst schwer ist nicht zuzugeben, dass diese die Männer diskriminiert ohne sich gleichzeitig auf anderen Bereichen verwundbar zu machen

Wer es mit „Frauen haben die Nachteile durch die Kindergeburt und Erziehung“ versucht bekommt schnell zu hören „Wegen der Geburt des Kindes selbst setzt die Mutter nicht sehr lange aus und hat zudem den Mutterschutz, Kindererziehung können ja wohl beide Geschlechter machen oder meinst du das ist Frauensache?“. Wer sich mit einem „Machen aber trotzdem überwiegend die Frauen“ rettet setzt sich dem Gegenargument aus, dass man dann ein „Ausgleichsdienst“ der Männer wohl kaum im Interesse der Gleichberechtigung sein könnte und zudem ein Mann, der die Kinder erzieht dann in eine Sippenhaft genommen werden würde.

Wer damit kommt, dass Frauen von Natur aus friedlicher sind der muss zum einen erklären, warum dies der Fall ist und damit die Gleichheit von Mann und Frau aufgeben und setzt sich zum anderen dem Argument aus, dass sie wegen dieser Friedfertigkeit dann eben auch in Führungsetagen nicht so häufig vertreten sind.

Wer auf die Kraft anspielt, der wird auf die moderne Kriegsführung und die Automatikschaltung eines Panzers verwiesen und darauf, dass es auch genug Jobs im Nachschub oder anderen technischen Bereichen gibt (zB Flugabwehr)

Das gilt auch für das zusätzliche Vergewaltigungsrisiko der Frau, dass zum einen in den oben genannten Bereichen gering sein dürfte und zum anderen das Gegenargument auslöst, dass Frauen ja gerade um dieses für andere Frauen zu vermindern besonders zahlreich in der Bundeswehr vertreten sein müssten.

Zudem könnte natürlich auch jede Frau, die zum Wehrdienst eingezogen wird, einfach verweigern.

Bleibt also nur die „Ich bin eh gegen das Militär, dass Problem betrifft mich nicht“.

Ich bin Arbeitnehmer. Muss mich also nicht interessieren, das die Arbeitgeber weiblichen Arbeitnehmern niedrigere Löhne zahlen? Wohl kaum eine feministische Position.

Hinzukommt, dass an anderer Stelle gerade darauf verwiesen worden ist, dass alles mit allem verbunden ist in der Geschlechterdiskussion  und zudem Männer und Frauen nur konstruierte Prinzipien sind.

Wer dies ernst nimmt sollte hinterfragen, wie die Wehrpflicht für Männer das Bild der zu beschützenden Frau stützt, Männer an Gewalt gewöhnt, eine Männergesellschaft aufrechterhält und Männer zudem in das Rollenbild, das wohl auf keinen Beruf mehr zutrifft als auf den des Soldaten drängt.

Wie dekonstruierend wäre hingegen eine gemischte Wehrpflicht oder sogar eine Wehrpflicht nur für Frauen! Eigentlich sollte das eine feministische Forderung sein. Alle Waffen alleine in der Hand von Frauen, Frauen die männlich auftreten, Frauen, die auf Mannövern zeigen, dass sie alles genauso gut können! Die Entscheidung über den Einsatz der Waffen in Frauenhand! Eigentlich ein feminstischer Wunschtraum! Aber eben etwas unpopulär bei den betroffenen Frauen.

Tod: früh, im Krieg, beim Unfall, durch die eigene Hand
Das hat was mit der Lebensweise zu tun (Klosterstudie!), ich habe nichts dagegen, wenn die geändert wird und strukturelle Ursachen bekämpft werden. Aber ein ‘Frauen jetzt sterbt doch auch endlich früher!’ wird wohl kaum die Lösung sein. Wer verzichtet schon freiwillig auf Vorteile?

Die Lebensweise der Männer hat natürlich nichts mit Dreihälften zu tun. Aber wenn sie anführt, dass hier strukturelle Ursachen vorliegen durch die das Leben der Männer verkürzt wird, dann kann es doch wohl auch nicht falsch sein, wenn Männer diese überprüfen wollen. Das dabei auch eine Verantwortung der Frauen gesehen wird erscheint mir jetzt nicht abwegig. Auch schön: Wer verzichtet schon gerne auf Vorteile? Das Männer auf bestimmte nach Ansicht des Feminismus bestehende Vorteile verzichten sollen dürfte eine der Hauptaussagen des Feminismus sein. Das mit diesen Vorteilen dann auch mehr Stress im Beruf verbunden ist und das zu einer Verkürzung der Lebenszeit der Frauen führen wird ist dann eben die andere Seite. Natürlich fordert niemand eine Verkürzung der Lebenszeit von Frauen. Gefordert wird ein Bewusstsein für die Folgen.

Sorgerecht und Unterhaltsregelungen nach einer Scheidung oder bei unverheirateten Eltern
Sind ein echtes Problem, weil leider viel zu oft nicht das Kindeswohl im Zentrum steht, weder vor Gericht noch bei der individuellen Positionierung der Eltern. Weniger Klischee und mehr Einzelfallbetrachtung helfen hoffentlich.

Hier zeigt sich, dass es kein feministisches Thema ist. Denn das Sorgerecht bei unverheirateten Eltern erlaubt keine Einzelfallbetrachtung des Gerichts oder der Eltern. Vielmehr hat die Mutter das alleinige Recht eine Einzelfallentscheidung vorzunehmen. Wenn sie das alleinige Sorgerecht behalten will, dann behält sie es, will sie den Mann teilhaben lassen, dann kann sie dies machen, muss sie aber nicht. Also warum sollte sie? Sie kann dem Vater solange es gut geht ja Rechte nach Gutdünken zugestehen und wenn es schlecht läuft dann hat sie immer noch das alleinige Sorgerecht. Der EuGH hat diese Praxis des alleinigen Sorgerechts der Mutter schon für menschenrechtswidrig erklärt, eine neue Regelung der  Bundesregierung bleibt abzuwarten.

Natürlich bliebe auch hier für den Feminismus viel zu kritisieren, immerhin wird die Frau damit in die Mutterrolle gedrängt, eine „das Kind gehört zur Mutter“-Haltung vertreten, eine Dekonstruktion der Geschlechter vermieden und die Geschlechterrolle aufrechterhalten. Der Protest bleibt allerdings recht leise, so wie ich das sehe. Wer verzichtet schon freiwillig auf Vorteile, auch wenn dies der eigenen Ideologie entsprechen würde?

Bildungsmisere: die armen Jungen
Es läuft grundsätzlich was schief im Bildungssystem. Das sehen wir auch daran, dass Jungs dort z.T. benachteiligt werden. Aber es läuft auch grundsätzlich was schief in der Berufswelt, dass sehen wir daran, dass Mädchen trotz besserer Leistungen in der Schule danach nicht aufholen. Das Verhältnis von Schule, Beruf und Gesellschaft ist ganz und gar nicht in Ordnung. Darunter leiden alle, nicht nur Jungs.

Eine meisterhafte Verbindung. Weil Frauen in der Berufswelt trotz besserer Leistungen nicht so gut dastehen, ist das Argument, dass Jungen in der Schule benachteiligt werden „hohl“. Warum auch Kinder unabhängig vom Geschlecht nach ihren Möglichkeiten fördern, wenn die eine Gruppe der Kinder später im Beruf eh Nachteile hat? Damit würde man den Jungen wohl nur einen noch größeren Vorteil geben (eine gute Schulausbildung und dann auch noch die Kraft des Patriarchats im Beruf). Dann lieber gar nicht erst über eine bessere Förderung von Jungen reden bis die Frauen im Beruf aufgeholt haben, alles andere ist „hohl“.

Das Resümee ist:

Den Blick auf eigene Privilegien zu lenken und einzugestehen, dass sie anderen Nachteile bereiten, tut weh. Fasst euch ruhig mal an der eigenen Nase, bevor ihr auf andere einprügelt.

Warum man nicht Privilegien der Männer und der Frauen benennen kann und eingestehen kann, dass sie jeweils anderen Nachteile bereiten erschließt sich mir nicht. Auch nicht aus der feministischen Theorie, die ja gerade davon ausgeht, dass man Geschlechterrollen auflösen will. Wie oben dargelegt kann es dazu sehr sinnvoll sein, die Nachteile beider Geschlechter eingehend zu betrachten.

Anderenfalls könnte der Eindruck entstehen, dass es nur um Besitzstandswahrung und Deutungshoheit geht.

25 Gedanken zu “Wehrpflicht, Sorgerecht, früher Tod und Benachteiligung von Jungs in der Schule: typische Gegenargumente

  1. allesevolution, du solltest dich und deine Beiträge nicht zu wichtig nehmen. Ein paar mehr Leute kommen bei mir schon vorbei. Auch hier habe ich nicht vor, diese ‚Argumente‘, denn die sind es von beiden Seiten nicht, zu diskutieren. Ich habe mich positioniert.

    Die impliziten Schuldzuweisungen an ‚Frauen‘, die in den ‚Argumenten‘ stecken, zu denen ich mich geäußert habe, sind ein echtes Problem, denn sie verstellen die Möglichkeit, gemeinsam vorzugehen. Das ist keine Diskussionskultur. Genauso wenig wie das gekonnte Herausreißen von Zitaten aus dem Zusammenhang.

  2. Eine Positionierung erfolgt eben durch Argumente. Du hast ja deutlich gemacht, warum du die andere Position ablehnst. Meine Erwiderung bezieht sich auch nicht nur auf dich, sondern greift deine Position nur exemplarisch für vergleichbare aus früheren Diskussionen auf.
    Die Positionen stehen sich gegenüber. Ich sehe nicht, wie man diese auflösen kann ohne zu diskutieren.

    Siehst du im vielen klassischen Positionen des Feminismus eigentlich auch Schuldzuweisungen an Männer oder ist das dort nicht der Fall? Sind diese zu akzeptieren oder behindern sie auch ein gemeinsames vorgehen?

  3. Schöne Seite,

    es ist völlig zwecklos, mit Feminihilistinnen zu diskutieren. Man sollte dies höchstens aus didaktischen Gründen tun, um der Mitwelt zu zeigen, was das für Leute sind.

    Ich habe selten so eine Dummheit wie auf der Mädchenmannschaft, im Mädchenblog und anderen feministischen Blogs gesehen.

    Das ist wirklich sehr beklemmend: Sachliche Kommentare werden gelöscht, wenn sie nicht ins Weltbild passen und entlarvend sind.

    Die „Drei-Hälften-Frau“ scheint auch ein Weltbild zu brauchen.

    Wir sollten aber auch locker bleiben. Denn der Feminismus wird von ganz alleine aussterben. Ich nehme das Ganze mit Humor.

    Alles Gute

    • „Wir sollten aber auch locker bleiben. Denn der Feminismus wird von ganz alleine aussterben.“

      Klingt gut, ist aber leider falsch.

      Auch wird der Feminismus nicht von alleine sterben, da müssen wir schon kräftig nachhelfen.

      Hunderttausende sexistische Frauenbeauftragtinnen kämpfen um ihren nichtsnutzen aber klimatisierten Arbeitsplatz. In allen westlichen Pseudodemokratien ist Gender-Mainstreaming undemokratisch implantiert worden. Das muss auch weg.

      Schluss mit lustig.

      Ansonsten hast du mit SexViertel aber schon recht.
      Worüber willst du mit ihr diskutieren?
      Eine dogmatische Feministin KANN nicht diskutieren.
      Aussichtslos.
      Argument-los.
      Zwecklos.

      😉

  4. Viele Argumente zielen hier ins Leere. Warum sollte sich eine Pazifistin für Zwangsdienste von Männern oder Fauen einsetzen? Das macht keinen Sinn. Zwangsdienste sollten – so denn vorhanden – für alle verpflichtend sein, noch besser wäre ihre Abschaffung. Die Maskulisten aus der rechten Szene schreien zwar immer, dass der Militärdienst für Männer ungerecht sei, doch wären sie sicher die letzten, die ihn abschaffen würden. Doppelmoral aus taktischen Gründen. Fein.
    Beim Beitragslöschen sind die Maskulisten-Seiten die besten. Alles, was nicht passt, wird passend gemacht, sprich gelöscht. Sich darüber umgekehrt aufzuregen, ist recht(s) entlarvend.
    Das schlechtere Abschneiden der Jungen in den Schulen ist eine weitere Mär. Nicht die bösen Lehrerinnen sind schuld (wie die letzten Untersuchungen zeigen), sondern der Einfluss der Peergroups. Dies aber ist ein gesellschaftliches Phänomen, das weltweit existiert.
    Dass von den Maskulisten immer wieder dieselben Phrasen gedroschen werden, machen diese nicht wahr.
    Aber das ist ja nichts Neues.

    • Guter Artikel und vor allem auch interessante Seite.
      Find Ich auf jeden fall gut, dass Du dir die Mühe machst, dich mit den gängigen feministischen
      Ansichten/Dogmen zu beschäftigen und damit zur Dekonstruktion dieser mitzuhelfen!

      Zeigt mal wieder, das der feministische Versuch
      der Männerbewegung pauschal den Stempel Rechtsextremismus aufzudrücken nichts weiter als ein verzweifelter Versuch ist,die Diskurshohheit zu verteidigen und Unsereins mundtot zu machen: Innerhalb des Maskulismus sind eben so ziemlich alle Ansichten vertreten:von ganz links bis (leider auch)ganz rechts.Das auch der Maskulismus seine braunen Ecken hat, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um eine im Kern linke Weltanschauung handelt,ganz im Gegensatz zum Feminismus der von (weiblicher)Holocaustleugnung/ Holocaustrelativierung über Sexismus, Islamophobie und Neoliberalismus(die Männer/Jungen sind doch selber Schuld,wenn sie Probleme haben)bis hin zur Reproduktion des nationalsozialistischen Mutterkults so ziemlich sämtliche Kriterien für eine rechte Ideologie erfüllt.
      Ich würde es ,was die Bewertung des Feminismus angeht daher ähnlich halten wie Gerhard Armendt: Frauenbewegung im großen und Ganzen hui,Feminismus aber eindeutig Pfui! (im folgenden Artikel führt prof.Armendt seine These näher aus:)
      http://www.mannifest.eu/images/Weltwoche_amendt.pdf

      Zu deiner Kritik an der Spamflut von maskulistischen Argumenten denke Ich, dass es durchaus legitim ist darauf hinzuweisen, dass Männer neben ihren spezifischen Problemen wie Wehrpflicht,kürzere Lebenserwartung, schlechtere Gesundheitsversorgung,oder Dikriminierungen im Sorgerecht mitunter auch von Ungerechtigkeiten betroffen sind,die man nur bei Frauen/Mädchen vermuten würde:Etwa Genitalverstümmelungen,Zwangsheirat oder auch Vergewaltigungen.Dies ist auch ein gesellschaftlich dringend notwendiger Tabubruch:Denn nichts ist aus heutiger Sicht so Sexistisch und reaktionär wie die feministische Darstellung der Frau als das arme wehrlose Opfer und dem Mann als dem Übeltäter:Hiebei wurden ja letztlich nur gewisse Uraltstereotypen in einer für Männer uncharmanten Weise verfremdet, was auch eine Erklärung dafür sein könnte, warum so viele Männer gefallen am Feminismus gefunden haben:
      Weil sie (vereinfacht gesagt) einfach unfähig sind, sich mit ihrer Geschlechterrolle auseinanderzusetzen und es daher Vorziehen den ach so starken und selbstlosen Beschützer der „unterdrückten“ Frauen zu spielen und auf Geschlechtsgenossen (oder auch weibliche Maskulisten) die um eine objektivere Sicht auf die Genderproblematik bemüht sind in einer wirklich unfairen Weise einzudreschen!

      Was Helenas Kritik an der Zensur auf maskulistischen Seiten angeht,
      denke Ich dass es sich hier wohl eher um ein allgemeines Phänomen neuer sozialer Bewegungen handelt(Was natürlich nicht bedeutet, dass die Männerbewegung solche Dinge nicht auch selbstkritisch reflektieren sollte)
      Ich weiß nicht, aber vielleicht ist in diesem Zusammenhang auch diese These von Daniel-Cohn Bendit ganz interressant,er meint u.a: „Was uns angeht, so weiß ich heute, dass es keine Bewegung gibt, die clean ist. Bewegungen durchlaufen offenbar zwangsläufig einen ideologischen Dogmatisierungsprozess, weil sie auf diese Weise erst die Kraft aufbringen, gegen Widerstände anzugehen. Das lässt sich auch an der Ökobewegung oder der Frauenbewegung vorführen.“

      Letztlich könnte man auch zu der Ansicht kommen, dass die Gesellschaft genau die
      Männerbewegung bekommt die sie verdient hat!

  5. @helena
    Natürlich muss nicht jede Pazifistin eine Demo gegen Zwangsdienste starten. Man kann etwas ungerecht finden, aber dennoch andere Sachen wichtiger. Zeit ist ein knappes Gut. Allerdings finde ich es nicht zu viel verlangt anzuerkennen, dass der Wehrdienst eine Diskriminierung von Männern ist, wenn man schon dabei ist Positionen zu bewerten. In einer Stellungnahme zu Beeinträchtigungen des Mannes einfach zu sagen, dass man Pazifistin ist, ist etwas einfach.
    Ich persönlich würde den Wehrdienst abschaffen. Aber das sagt natürlich nichts gegen Maskulisten aus der rechten Ecke aus, die ich genauso ablehne . Auch in maskulistischer Ecke wird eine Menge Blödsinn erzählt. Insbesondere die Art der Darstellung ist häufig deutlich zu aggressiv. Auch kann ich wenig mit „Frauen gehören ins Haus und zu den Kindern, alles andere macht die Familie kaputt“ anfangen. Wahrscheinlich werde ich mir in zukünftigen Blogbeiträgen auch dort Feinde machen.
    Eine ausgefeilte Kommentarpolitik habe ich noch nicht. Ich persönlich habe es allerdings gehasst, dass sachlich geschriebene Kommentare auf Seiten wie Mädchenblog oder Mädchenmannschaft moderiert worden sind, weil sie nicht der dortigen Einstellung entsprachen und habe mir daher vorgenommen sachliches immer stehen zu lassen.

    Wenn bei Jungen der Einfluss der Peergroup schuld ist, dann sollte es dennoch zulässig sein, pädagogische Maßnahmen auch hiergegen zu diskutieren. Das oben zitierte Argument allerdings finde ich reichlich daneben. Oder würdest du die Position teilen, dass man nichts unternehmen sollte, solange Frauen weniger verdienen?

    Die Maskulistenbewegung ist neu. Sie will Aufmerksamkeit. Das verleitet einige dazu möglichst viele Probleme überall aufzuführen, was teilweise die Form von Spam annimmt.
    Vermeiden sollte man aber ein Über-den-Kamm-scheren aller hier Interessierter. Feministen sollten die Probleme und neuen Sichtweisen aufgreifen und dies zum Anlass nehmen ihre Ansicht dazu sachlich darzustellen.
    Mich würde eine sachliche feministische Diskussion zu Warren Farrells Thesen, die nun wahrhaftig nicht extremistisch sind, interessieren. Auch Glenn Sacks argumentiert in seinen Beiträgen sehr sachlich.
    Ich denke der Spalt zwischen feministischer Theorie und Biologie ist nach wie vor sehr groß. Da scheint mir mehr Ideologie als Wissenschaft vorhanden zu sein. Aber mal sehen, vielleicht antwortet mir Herr Voß ja noch, der hat ja immerhin ein Buch aus feministischer Sicht geschrieben und sollte eigentlich genug im Thema drin sein um meine Fragen zu beantworten.

  6. Sexismus, Islamophobie und Neoliberalismus scheint mir doch eher ein Problem der rechten Maskulisten-Szene zu sein, obwohl die sich im Grunde nicht um die Anliegen der Männer schert. Da wird nur ein Pferd vor den Karren gespannt, das recht gut rennt. Wenn die Kutscher die Könige von Deutschland wären, würden Menschenrechte und Demokratie als erstes abgeschafft. Schwamm drüber, so weit wird es nie kommen.
    Tatsächlich halte ich den Einfluss von Peergroups für ein wichtigeres Thema, doch wird dies gesellschaftlich nicht gesehen. Die Ursachen für den Schwelbrand des Systems ist vielfältig. Ja, auch den Wehrdienst würde ich abschaffen, wenn ich denn könnte.
    Warren Farrell halte ich im Übrigen für mäßig radikal, doch lohnt er nicht. Hybris und Allmachtfantasien sind dort auf halbgar runtergeschraubt, doch leicht sichtbar.
    Ich denke nicht, dass der Feminismus neue Sichtweisen aufgreifen soll. Denn zunächst müsste man klären, was das eine und was das andere ist oder sein soll. Dies aber führt zu weit.

    • Islamophobie ist ein Problem von Maskulisten? Selten so gelacht, wer wettert immer gegen den Islam und wer hat das Minarett verbot in der Schweiz ins Rollen gebracht? Richtig, Feministinnen. Also, mal an die eigene Nase fassen.

    • @lopez
      So radikal würde ich es nicht sehen. Es ist eher wie mit einem Politiker diskutieren, der weiß, dass er eine bestimmte Position als Partei vertritt und vielleicht die Argumente der Gegenseite durchaus sieht, aber nur dann vertritt, wenn sie auch für ihn günstig sind.

      • Die Zitierte sagt doch deutlich, dass sie das Thema nicht interessiert, da sie nicht davon betroffen ist (was übrigens für alles gilt, was nicht frauenzentriert ist). Und da Frauen überdies nur Vorteile aus den Zwangsdiensten der Männer ziehen, wollen sie auch ihre Abschaffung nicht. Da hat die Dame recht: die Männer müssen sich selbst helfen!

  7. Frauen werden kaum für eine Ausweitung der Wehrpflicht auf Frauen eintreten, auch wenn dies ein feministisches Anliegen sein könnte. Allenfalls für eine Abschaffung des Wehrdienstes. ich denke der einzige Grund, warum die Politik daran festhält ist, dass ansonsten auch der Zivildienst wegfallen könnte und das könnte zu (politischen) Problemen führen.

  8. Warum die Politiker daran festhalten, sei dahingestellt. Aber den FeministInnen paßt es wunderbar so, wie es jetzt ist. Mehr kann man, glaube ich, dazu nicht sagen.

  9. E. Vilar hat das schon vor Jahrzehnten richtig erkannt und sinngemäß geschrieben: Selbst wenn man Gleichberechtigung einführen könnte – an einer Gleichverpflichtung müßte man scheitern. Sie hat recht behalten: Frauen dürfen selbstverständlich, müssen aber gar nichts.

  10. Die Dame gibt dann auch noch mal ihren Senf dazu. Ich finde die Reduktion von Zwangsdiensten auf Wehrpflicht hochproblematisch, es geht gerade auch um den Zivildienst. Diese Dienste sind sinnlos und volkswirtschaftlich totaler Blödsinn. Deshalb glaube ich, dass es erfolgversprechender ist, auf diese Fehler im System zu verweisen, als auf eine ‚Diskriminierung‘, der potentiell mit einer biologistischen Aufrechnung begegnet wird, wie allesevolution richtig bemerkt. Wer wirklich politisch aktiv werden will, um bestimmte gesellschaftliche Praktiken zu verändern, sollte die stärksten Argumente nicht vernachlässigen.

    Ein Beispiel zur Illustration: Die Forderung nach Frauenquoten in der Wirtschaft wird langsam hoffähig. Aber nicht weil die Ungerechtigkeit der Diskriminierung anerkannt ist, sondern weil entdeckt worden ist, dass es wirtschaftliche Vorteile bringt, Frauen in Führungspositionen einzusetzen. Dieses Potential soll verwertet werden. Was immer eine davon hält (die Dame nicht viel), das ist die Argumentation, mit der solche Forderungen momentan erfolgreich durchgesetzt werden können.

    Die Dame wird ihre Kommentarmoderation nicht erklären, aber ein kleiner Hinweis: „darüber möchte ich hier nicht diskutieren“ ist keine Einladung, mein Blog mit ’sachlichen Argumentationen‘ zu eben diesem Thema zu füllen.

  11. @dreihälften
    Der Wehrdienst ist der eigentlich zwangsdienst, der Zivildienst rechtlich abhänhgig von diesem. Wenn man den Wehrdienst abschafft folgt der Zivildienst automatisch, da er alleine nicht angesetzt werden darf.
    Ich denke, dass die Politiker momentan den Wehrdienst nicht mehr als notwendig ansehen und den Ausstieg vorbereiten. Um aber Vorwürfe wegen der wegfallenenden Zivildienststellen abzufangen verkürzen sie ihn zunächst auf 6 Monate, was sich dann für die Zivildienstanbieter nicht mehr lohnt mit Einarbeitungszeit etc. Dadurch schauen die sich eh nach Ersatz um und der Umstieg wird abgefedert

  12. Die Entstehungsgeschichte von Institutionen aufzuzeigen ist sicherlich interessant, aber sie entwickeln sich weiter und deshalb reicht es momentan eben nicht aus, dass der Wehrdienst komplett überflüssig ist, damit Zwangsdienste abgeschafft werden. Die ‚aber was machen wir ohne die Zivis‘-Argumentation verfängt mE bei vielen. Und da liegt für mich das zweite Problem: mit viel Geld fördert der Staat hier Tätigkeiten, die auch von unbefristet Beschäftigten ausgeführt werden könnten, die dann in die sozialen Systeme einzahlen und eine anerkannte Position in der Gesellschaft haben. Das wär doch mal was, neben der Erkenntnis, dass in 6 Monaten geschulte Jungs in modernen Kriegen nichts verloren haben.

  13. @dreihäflten
    Ich bin sofort für eine Abschaffung. Sowohl aus dem Grund, dass es eine Männerdiskriminierung ist als auch aus dem Grund, dass ich nicht glaube, dass es Verschwendung ist. Schließlich raubt man den Leuten nicht ein Jahr am Anfang, sondern letztendlich ein Jahr am Ende ihrer Tätigkeit, weil sie länger gearbeitet hätten.
    Der Wehrdienst wird aus rechtlichen Gründen gebraucht. Ein alleiniger Zivildienst verstößt gegen die Europäischen Menschenrechte. Das meinte ich damit. Jetzt setzen sie den Wehrdienst und damit in Folge auch den Zivildienst runter, was dazu führt, dass die Ausbildungskosten pro Zivi steigen und es sich eher lohnt andere einzustellen. Ein Abfangen des Ausstiegs. Mal sehen wie lange es sich noch hinzieht

  14. Nach wie vor massiv unterrepräsentiert sind Frauen auch noch ganz woanders:

    – in allen gefährlichen Todes-Berufen (Berufsunfalltote zu 94% Männer),
    – bei sämtlichen Geschlechter-spezifischen Zwangsdiensten BW und ZIVI (0% Frauen),
    – Obdachlosen-Zahlen der Männer (10-20% Frauenanteil)
    – Selbstmordrate
    – Erwerbsquote!
    – Risiko-Tod-in-Afghanistan (0% BW-Soldatinnen)
    ……

    Dafür massiv sind Frauen überrepräsentiert:

    – im Öffentlichen Dienst
    – im Kindergarten
    – in allen Schulen
    – in der ABI-Quote Mädchen 60 Jungs nur 40 Prozent mittlerweile!
    – in sämtlichen GLEICH-Stellungsbüros (100% Frauenanteil)
    – in sämtlichen Altersheimen wegen ihrer höheren Lebenszeit
    – in der Frauengesundheits-Industrie (100 Prozent Frauenquote bei Gesundheitsberichten)
    – in der Lebenserwartung, statistisch.
    – Teilzeitanteil ca. 80% Frauen
    – Konsumhoheit über ca. 80% des verfügbaren Einkommens haben die Frauen

  15. @Wolfgang Biggel

    Wissen wir doch alles. Bringt aber die Diskussion so nicht weiter. Interessant ist doch das warum. Und das bedeutet, dass man beide Verantwortungsteile, also die von Mann und Frau hinterfragen muss.

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