Mutterschutz und Schwangerschaft als gute Zeit

David schreibt in einem Artikel, in dem es um künstliche Gebärmuttern ging zu der Schwangerschaft,  Elternzeit etc:

Nie im Leben würden Frauen diesen Job abgeben! Frauen sind selten glücklicher als während der Schwangerschaft.

Ich kann so ein Exemplar derzeit zuhause bewundern und abgesehen von den Geburtsschmerzen scheint das ein Traumjob zu sein.

Interessanterweise ist sich meine Frau dieser Privilegien vollauf bewusst und kann es selbst kaum glauben, wie man als Frau fürs Kinderkriegen gepampert wird.

Es dürfen keinerlei Nachteile entstehen, Vorteile dafür umso mehr.

Großzügiger Kündigungsschutz, unglaubliche 14 Wochen Mutterschutz bei vollem Lohnausgleich (für diese 3,5 Monate wird sogar noch zusätzlich Urlaub angerechnet), frühzeitige Befreiung von „schweren“ Arbeiten und Arbeitszeiten, so dass z.B. keine Arztdienste mehr gemacht werden müssen.
Die extra vergüteten Dienste + Zulagen werden aber selbstverständlich vollkommen ausgeglichen, auch wenn sie nicht gemacht werden! Auch bei den in Deutschland extrem großzügig gehandhabten „Berufsverboten“, die quasi auf Wunsch auch schon in frühen Schwangerschaftsstadien attestiert werden und selbstverständlich auch trotz völliger Untätigkeit voll bezahlt (+Dienstzulagen) werden.
Meine Frau hat ihre Schwangerschaft erst gemeldet, als sie nicht mehr zu übersehen war, einfach nur weil sie normal arbeiten wollte und das für unglaublich dekadenten Kappes hält.
Gerade erfährt sie, auch noch eine „Schwangerschaftsbeilage“ von 400€ fürs Gebären zu bekommen.
Nach der Geburt dann Elternzeit (durchschnittliche Inanspruchnahme in D sind 11,7 (!) Monate, Frauen lassen sich da also nicht viel nehmen, auch nicht vom Mann) und bis zum Kindesalter von 8 Jahren Anspruch auf 3 volle Jahre Erziehungszeit mit Kündigungsschutz pro Kind (kann willkürlich gewählt werden in dieser Zeit). Meist auch noch Anspruch auf Teilzeit (höherer Nettostundenlohn).

So lange man nicht an diese Privilegien geht und sie sogar noch weiter ausbaut, wird sich an der klassischen Rollenverteilung ganz gewiss nichts ändern. Was Frauen ja auch nicht wollen, und wenn dann nur vorgeblich.

Die Darstellung ist interessant, weil man in feministischen Artikeln zu Gehaltsunterschied und Karriere häufig den Eindruck hat, dass es nirgendwo schöner ist für eine Frau als in einem Büro und sie da nur durch das Patriarchat heraus gedrängt wird, also die Zeit mit dem Kind anscheinend keinerlei Anziehung für sie hat, die dazu führt, dass sie einer solchen Aufteilung von sich aus gerne zustimmt. Es erscheint als reine Last, einen Kampf um das Büro, den sie wegen der Geschlechterrollen verliert.

Auch ich kenne es eher, dass Frauen sich auf die Zeit mit dem Kind freuen, es zwar natürlich auch als stressig ansehen, aber eher überlegen, ob sie nicht etwas länger machen sollen, man soll ja auch nicht zu früh wieder anfangen.

Wie sind eure Erfahrungen?

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„Wenn die Kinderbetreuungskosten die Hälfte meines Gehaltes ausmachen, dann kann ich auch gleich zuhause bleiben“

Ich finde diesen Tweet hier interessant:

In der Tat habe ich den Satz von Frauen schon häufiger gehört.

Er ist aus meiner Sicht falsch, weil er nicht berücksichtigt, dass man natürlich auch noch in die Rente einzahlt, Berufserfahrung ansammelt, eine Bindung zum Arbeitgeber aufgebaut wird, letztendlich beide das Kinderbetreuungsgeld zahlen, eben immer noch die Hälfte übrig bleibt etc.

Aber mir scheint auch eine Antwort naheliegend, die aber in eine andere Richtung geht als sie DasNuf wahrscheinlich vor Augen hat:

Die Mütter wollen gern die Kinder betreuen und suchen dafür eben nach einem guten Grund. Und sie nehmen wahr, dass ihr Lebensstandard durch das zusätzliche Gehalt nicht wirklich steigt, dass aber die Betreuung eines Kindes im Gegenzug durchaus gut für die Lebensqualität sein kann und wesentlich erfüllender sein kann.

Deswegen rechnen sie es auch von ihrem Gehalt ab, weil sie ja rechtfertigen wollen, dass es sich nicht lohnt, wenn sie weiter (in dem Umfang) arbeiten gehen.

In einem Frame der Unterdrückung kann es natürlich keine eigene Agenda sein, sondern nur der internalisierte Hass der Frau auf sich selbst.

Franziska Giffey: „Wir brauchen eine Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr und wenn möglich, auch davor“

Verschiedentlich habe ich bei Facebook und Twitter jetzt ein Zitat von Franziska Giffey gelesen, die designierte Familienministerin, gelesen, in dem es um eine Kindergartenpflicht geht. Tatsächlich ist das wohl eher ein Landesthema als ein Bundesthema aber es ist ja dennoch nicht uninteressant.

Als konkreter Punkt findet sich bei Frau Giffey auf ihrer Homepage:

  • Wenn über 60% der Neuköllner Kinder in Klasse 1 mit Entwicklungsverzögerungen und fast 40% mit Sprachstörungen starten, weil sie in ihrem bisherigen jungen Leben nicht die Förderung und Anregung erfahren haben, die für einen guten Schulbeginn notwendig wären, dann sind das Alarmsignale, denen nur mit einer verbindlichen frühen und institutionalisierten Förderung für alle begegnet werden kann.
  • Es ist ein Fehler gewesen, die Vorklassen an den Grundschulen abzuschaffen.
  • Die qualitativ hochwertige Förderung der Kinder durch einen verbindlichen Kitabesuch bleibt eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Erlangung der Schulreife. Eine gute Vorbereitung auf den Schulbesuch in der Kita ist zielführender als die frühe Einschulung. Es sind gemeinsame Anstrengungen im Land und in den Bezirken nötig, um ausreichend Kitaplätze und qualifiziertes Personal zur Verfügung zu stellen.
  • Wir brauchen eine Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr und wenn möglich, auch davor. Wir müssen es schaffen, dass 100 Prozent der Kinder mit guten Voraussetzungen in der Schule ankommen. Denn was in der frühkindlichen Förderung versäumt wird, kann nicht mehr aufgeholt werden und setzt sich in Frustration und verfehlten Schulkarrieren fort.

Der Satz:

  • Wir brauchen eine Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr und wenn möglich, auch davor.

ist natürlich interessant. Eine Umsetzung könnte in der Tat bei der Integration sehr hilfreich sein, aber eben auch die Rückkehr von Frauen in den Beruf beschleunigen, wenn es allgemein so durchgesetzt wird, was dann eigentlich auch Regelungen beim Unterhalt nach sich ziehen müsste.

Andere sehen darin wiederum eine Einschränkung der Elternrechte, insbesondere dem Recht sein Kind selbst zu erziehen.

Man kann auch Punkte dagegen halten wie die Bindung an die betreuenden Eltern in diesem besonderen Zeitraum und dafür eben die gleichmäßige Vorbereitung und damit eine Verbesserung der Chancengleichheit für die Kinder, die am besten möglichst früh deutsch sprechen sollten, damit sie überhaupt eine Chance haben.

Die meisten Eltern werden ihre Kinder schon heute in den Kindergarten geben, Kindergrippen hingegen werden wohl einen deutlich niedrigeren Anteil haben.

Was haltet ihr von dem Vorschlag?

Ab welchen Alter wäre eine Pflicht sinnvoll, wenn ihr sie richtig findet?

Ab welchen Alter sollte ein Kind auch abseits einer Pflicht in eine Krippe?

 

Auswirkungen kostenloser Kindertagesstätten auf die Erwerbstätigkeit der Frau

Der Spiegel berichtet über eine Studie:

Eine aktuelle Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zeigt: Ob der Kita-Besuch kostenlos ist oder nicht, hat auf die Erwerbstätigkeit von Frauen kaum Einfluss. Frauen arbeiten demnach nicht mehr, wenn sie für den Kita-Besuch ihrer Kinder keine Gebühren zahlen müssen.

Allerdings geben mehr Eltern ihre Kinder zur Betreuung, wenn diese kostenlos ist – vor allem in einkommensschwachen Familien. Messen lässt sich der Effekt allerdings nur für jüngere Kinder: Im letzten Kindergartenjahr bleibt auch mit Gebühren ohnehin kaum noch ein Kind zu Hause.

Für ihre Studie haben die Heidelberger Forscherinnen Anna Busse und Christina Gathmann Daten des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) von rund 9000 Haushalten aus den Jahren 2010 bis 2015 untersucht. Die Ergebnisse beziehen sich nur auf Westdeutschland und Berlin.

Wenn mehr Eltern ihre Kinder in die Kita stecken, dann hätte man erwartet, dass dann Zeit frei wird,  mit der man wieder in den Beruf einsteigen kann. Anscheinend passiert das aber nicht.

Aus der Studie:

For mothers of younger children, we do not find an effect on labor force participation or working hours on average (see columns (2), (5) and (8)). Yet, we find some effect if we allow the treatment effect to vary across childcare years. Mothers of very young children (2-3 year-old) do not adjust their labor supply though we did find that their children were more likely to attend daycare and less likely to be cared for at home (see table 3). Hence, labor supply of mothers with very young children is highly inelastic to price changes in our context. A comparison with evidence from East Germany reveals that East German women with preschool children have not only higher employment rates than their West German counterparts but are also more responsive to daycare prices – with estimated price elasticities of between -0.1 and -0.2 (Gathmann and Sass, 2018). For children aged between 4 and 5 in turn, we find that the labor force participation of mothers decreases if their child has access to free
daycare. Such an effect is expected if the income effect raises the demand for maternal leisure.
However, the decline is with 2.2 percentage points or 3.9% ((0.01 0.029)*1.18/0.57=0.039) quite modest. Taken together, the provision of free daycare has little effect on daycare choices for older children but reduces their mothers’ labor supply. For very young children in turn, a free daycare
policy encourages earlier entry into public daycare rather than home care; yet, that does not

Der fett gedruckte Satz lautet, wenn ich ihn richtig verstehe:

Für Kinder im Alter zwischen 4 und 5 haben wir festgestellt, dass die Beteiligung der Mütter an der Erwerbsgruppe abnimmt, wenn das Kind Zugang zu freier Betreuung hat. Ein solcher Effekt ist zu erwarten, wenn der Einkommenseffekt den Bedarf für mütterliche Entspannung erhöht.

Ich verstehe es so, dass die kostenlose Betreuung quasi eine Form zusätzliches Einkommen darstellt, die man vorher nicht hatte, bzw dass eben mehr Einkommen zur Verfügung steht und damit die Mutter weniger verdienen muss und die Zeit damit für die mütterliche Entspannung genutzt wird.

Grüne Politikerinnen, die ihre Ideale verraten, weil sie Vorstandspositionen ablehnen, weil sie lieber Kinder bekommen wollen

Ein interessanter Bericht in der Berliner Zeitung von Sabine Rennefanz hält den Frauen bei den Grünen vor, ihre Ideale verraten zu haben:

In der „Süddeutschen Zeitung“ las ich neulich davon, dass die Grünen mehr junge Frauen in die Führungsgremien holen wollten. Es ging um die Neubesetzung der Spitze der Bundestagsfraktion. Drei weibliche Abgeordnete zwischen 32 und 41 Jahren wurden gefragt, ob sie  bei der Wahl antreten wollen. Sie wollten nicht, weil da Kinder kommen könnten oder welche unterwegs sind.

Das die Grünen, eine Partei, die alle Ämter strikte Frauenquoten verpasst hat, solche Probleme hat, ist schon sehr interessant und war auch schon Thema hier:

Es ist eben das alte Problem, bei Zielen, die man für die Allgemeinheit erreichen will: Viele wollen zwar gerne ein bestimmtes Ziel erreichen, aber sie wollen nicht unbedingt diejenigen sein, die die Kosten dafür aufwenden müssen.
Es ist ein guter Hinweis, dass auch die frauenfreundlichste Firmenpolitik nicht unbedingt dazu führt, dass Frauen nach oben wollen, schlicht, weil sie ihr Leben anders geplant haben und diesen Weg besser finden. Sie wollen lieber etwas mehr Zeit für das Kind haben und – auch angesichts schmaler Zeitkorridore – das Kinderkriegen nicht zu weit nach hinten schieben oder dann eben keine Zeit für die Kinder haben. Das muss auch noch nicht einmal eine schlechte Wahl sein – vielleicht haben sie so das bessere Leben – aber es ist eben schon passend, dass es bei den Grünen passiert.

Ausgerechnet bei den Grünen, die seit Jahrzehnten für Frauenrechte kämpfen, trauen sich die Frauen nichts zu, sortieren sich selber schon mal aus, weil Mütter ja in der Politik nichts zu suchen haben? Ich habe auf der Website nachgeschaut, ob sich etwas im Programm geändert hat. „Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und die Hälfte der Macht den Frauen. Dafür kämpft die grüne Frauenpolitik. Unsere Geschichte ist geprägt von Feminismus und von Frauen, die ihre Rechte durchsetzen – mit den Männern, wenn möglich, gegen sie, wenn nötig“, steht dort. Von Frauen, die freiwillig auf ihre Rechte verzichten, steht dort nichts. Wie kann man sich über zu viele Männer in Führungspositionen beschweren, sich für Gesetze für eine Frauenquote, Lohngerechtigkeit einsetzen und dann aber zurückzucken, wenn es darauf ankommt?

In der Tat: „Die bösen Männer hindern Frauen am Aufstieg“ verträgt sich schlecht damit, dass man dann selbst eine ganz andere Entscheidung trifft, wenn einem der Aufstieg auf dem silbernen Tablett angetragen wird.

„Don’t leave before you leave“

Wenn es stimmt, dass die Politikerinnen eine Kandidatur wegen einer möglichen Schwangerschaft ablehnen, dann verraten sie damit die Ideale ihrer Partei. Ich kann das emotional nachfühlen, ein Baby stellt die eigene Welt auf den Kopf, aber politisch enttäuscht mich diese Haltung. Sie erinnert an ein Problem, dass die Facebook-Chefin Sheryl Sandberg in ihrem Bestseller „Lean In“ beschreibt: Ihr sei aufgefallen, dass Kolleginnen oft vorauseilend Karriereschritte ablehnen, weil sie ein Baby planten. Sie empfiehlt: „Don’t leave before you leave.“

Frauen, die Karrierschritte ablehnen, weil sie ein Kind planen. Kommt leider eben in feministischen Besprechungen des Gender Pay Gaps nicht vor.

Es ist natürlich zu ergänzen um Frauen, die lieber einen Job in einem Bereich nehmen, der sich gut mit einem Aussetzen, Halbtagsarbeit und Kinderbetreuung vereinbaren lässt. Beispielsweise die Top-Juristin, die lieber Richterin wird (Einstiegsgehalt ca 4150 € brutto) statt in eine Top-Großkanzlei zu gehen (Einstiegsgehalt: 8.000 € brutto) , weil sie da im öffentlichen Dienst ist, von zuhause arbeiten kann, Teilzeit nehmen kann etc.

Wenn man in der Bundesrepublik (West) aufgewachsen ist, wurde einem von früh an erzählt, dass man sich entscheiden muss, zwischen Beruf und Muttersein. Die beiden Sphären hatten wenig miteinander zu tun: Man machte sich als Mutter verdächtig, ein bisschen langweilig geworden zu sein. Viele erfolgreiche Frauen verzichteten auf Kinder.

Rückzug ist nur kurzfristig der einfachere Weg

Die Grünen waren angetreten, es anders zu machen. 1984 wählte die Bundestagsfraktion einen rein weiblichen Vorstand, das sogenannte Feminat. In den Jahren nach der Wiedervereinigung entstand, auch durch die Erfahrungen der Ost-Frauen aus Bündnis ’90, ein neuer, gesamtdeutscher Feminismus. Es wurde in den vergangenen 15 Jahren politisch viel dafür getan, dass Mütter nach der Geburt eines Kindes schnell wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren und Väter sich stärker um die Familie kümmern können.

Seit kurzem gibt es einen Gegen-Trend. Berufstätige Mütter schreiben, dass es unmöglich ist, berufstätige Mutter zu sein. Ihre Texte heißen „Warum Frauen nicht alles haben können“ oder „Die Alles-ist-möglich-Lüge“. Es geht um die Doppelbelastung, über die Schwierigkeiten, den Alltag zu organisieren, fehlendes Verständnis am Arbeitsplatz. Viele Frauen scheinen sich dem entziehen zu wollen, indem sie in alte Muster zurückfallen. Rückzug ist vielleicht kurzfristig der einfachere Weg. Aber wenn Frauen weiterhin so denken, dann wird sich an den Strukturen der Arbeitswelt nie etwas ändern. Besonders Grünen-Politikerinnen sollten doch wenigstens versuchen, ihre eigenen Ideale zu leben.

Es wird keine günstigere Partei für eine Karriere als Frau geben als die Grünen. Wobei die anderen Parteien auch gute Aufstiegschancen bieten, denn alle Parteien suchen Frauen, die tatsächlich mitarbeiten wollen. Gerade bei einer Partei, die das als eines der dringendsten Probleme darstellt, ist es aber in der Tat eine peinliche Sache, wenn sie ablehnen, weil sie lieber in der alten Rolle leben wollen.

Es sollte den Grünen zu denken geben.

vgl. auch:

Kinderwunsch bei Männern

Adrian kommentierte:

Mich würde mal interessieren, wieviele Männer tatsächlich Kinder wollen.
In Umfragen wird zwar immer so getan als könnten junge Leute es nicht erwarten Familien zu gründen, aber in meinem Umfeld (mehr Heteros als Homos) reden eigentlich nur Frauen von Familie und Kindern. Den Männern ist das egal und sie machen auch keine Anstalten, eine Beziehung darauf auszurichten.
Kinder sind halt ein Hobby. Man(n) braucht sie nicht.

Ich glaube, dass Frauen notgedrungen Kinder eher planen müssen als vielleicht gerade studierte Männer, weil sie schlicht weniger Zeit haben und ihnen das eher bewußt ist.

Aber auch abseits davon scheinen mir Kinder eine konkretere Vorstellung bei vielen Frauen zu sein, die sie auch häufig näher sehen.

Natürlich ist in dem Bereich auch nichts absolut: Es sind eher Unterschiede in der Ausprägung und auch Männer wollen häufig Kinder. Gerade wenn sie geheiratet haben und soweit in der Partnerschaft und im Leben angekommen sind. Und natürlich lieben auch Männer ihre Kinder, wenn sie sie haben und haben Freude an ihnen.

Das die meisten Frauen ein anderes Verhältnis zu Kindern haben sieht man allerdings häufig, wenn Babies oder Kinder in der Nähe von Frauen auftauchen. Etwa wenn die Kollegin in Elternzeit mit ihrem Baby im Büro vorbeischaut und die Frauen sich jauchzend um sie scharren. Nicht umsonst gelten Schwangerschaften ja auch als ansteckend.  Männer scheinen mir da eher neutraler zu sein.

Was sagt ihr?

Kinder, Fremdbetreuung, Partnerwahl und die Frage, wer aussetzt und was ein Kind braucht

„Wir Frauen“ sagt eine Freundin „wir bringen ja nun einmal die Opfer. Ihr arbeitet durch, kümmert euch nicht um die Kinder und würdet nie aussetzen. Und wir haben den ganzen Ärger“

„Dann“ sage ich zu einer Freundin, „muss eben die Frau eher bereit sein, ihr Kind fremd betreuen zu lassen. Dann müsst ihr nicht aussetzen und habt keinen Ärger“

„Ach Christian“ sagt sie „Kinder sind nun einmal keine Sache, die man irgendwo ins Regal stellen kann. Sie sind lebende Wesen, sie brauchen eine feste Bezugsperson um sich herum, jemanden zu dem sie eine Bindung aufbauen können und der ihnen Sicherheit gibt. Sie brauchen einen Elternteil um sich herum, der sich um sie kümmert. Das kann man nicht machen. Ihr könnt das vielleicht, aber wir nicht. Da muss man dann an die Kinder denken und ihre Bedürfnisse über seine eigenen stellen. Und weil wir das seltener können, ziehen wir da eben immer den kürzeren“

„Aber“ sage ich „ihr könnt euch ja einen Mann suchen, der das dann macht. Einen Kindergärtner oder Grundschullehrer zum Beispiel, der dann statt euch aussetzt. Aber das wollt ihr dann auch wieder nicht“

„Man wählt ja auch keinen Partner, weil er ein guter Kinderbetreuer ist“ sagt sie entrüstet „man wählt ihn, weil man ihn liebt und mit ihm sein Leben verbringen möchte. Das kann man sich ja nicht aussuchen. Und man will eben auch einen gleichwertigen Partner, der zu einem passt, der ähnliche Interessen hat, mit dem man sich wohlfühlt. Wir denken nicht so wie ihr, so strategisch. Und die Männer wollen dann ja auch nicht. Sie wissen, dass wir eher nachgeben und sitzen das aus. Sie sagen genau das gleiche wie du: Dann geben wir es eben in die Fremdbetreuung. Und dann ist so ein kleines Ding mit einem ja in einer Kinderkrippe, und die Mutter kommt sie abholen und merkt, dass das Kind eigentlich mehr Eltern will und das man es kaum noch sieht und dann wird sie weich, dann sagt sie eben, dass sie reduziert, und dann sind wir bei der ganz klassischen Rollenverteilung. Und der Mann sagt, dass er sie ja zu nichts gezwungen hat. Von ihm aus hätte es auch so weitergehen können und das Kind wäre  wie bei Fremden aufgewachsen“.