Trotz Ganztagsschulen arbeiten Mütter trotzdem nicht mehr Stunden

Ein Artikel behandelt eine Studie zu der Wirkung von Ganztagsschulen auf die Arbeitszeiten von Müttern:

Mehr als ein Jahrzehnt später haben Wissenschaftler nun versucht, die Ergebnisse zu bewerten. Eine umfangreiche neue Untersuchung legten beispielsweise die Ökonomen Fabian Dehos und Marie Paul vom RWI Essen vor. Das Ergebnis der umfangreichen und methodisch aufwendigen Studie ist ernüchternd: Der Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen hat die Berufstätigkeit von Müttern nicht erkennbar befördert.

Es lässt sich nicht einmal nachweisen, dass Mütter, die das zusätzliche Betreuungsangebot auch tatsächlich in Anspruch nehmen, länger arbeiten, also zum Beispiel von Teilzeit auf Vollzeit umsteigen. „Die zusätzlichen Ganztagsschulplätze haben weder einen direkt ursächlichen Effekt auf die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden noch auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Müttern mit Grundschulkindern“, schreibt Ökonom Fabian Dehos, Koautor der Studie

Das ist interessant. Immerhin wird die fehlende Betreuungsmöglichkeit von Kindern gerne als einer der Hauptgründe angeführt, warum Frauen weniger verdienen.

Eine Grafik aus dem Artikel ist ganz interessant:

Und zur Gegenüberstellung mal der Gender Pay Gap in den verschiedenen Bundesländern:
Schleswig Holstein hat eine niedrige Ganztagsschulenquote und einen für Westdeutschland sehr niedrigen GPG, Sachsen mit einer sehr hohen Quote hat für den Osten einen sehr hohen GPG

Umso überraschender ist das Ergebnis der wissenschaftlichen Arbeit, die den englischen Titel „The Effects of After-School Programs on Maternal Employment“ trägt. An mangelndem Interesse der Eltern kann es nicht liegen. Das Angebot ist der Studie zufolge beliebt, die freien Betreuungsplätze immer schnell belegt. „Die Akzeptanz der Ganztagsbetreuung ist positiv“, betont Wissenschaftler Dehos.

Das liegt vermutlich auch daran, dass die Nachmittagsbetreuung verglichen mit privaten Lösungen wie etwa einem Kindermädchen relativ günstig ist. Meist zahlen Eltern nur das Essensgeld. In der Schweiz beispielsweise sind vergleichbare Angebote deutlich teurer. Zudem sind viele Eltern davon überzeugt, dass die Nachmittage in der Schule gut für ihre Kinder sind. Schließlich war das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler beim Pisa-Bildungsvergleich nicht nur für Wissenschaftler und Politiker ein Schock, sondern auch für viele Eltern und Erzieher.

Im Kindergarten lässt sich Effekt nachweisen

Auch die Qualität des Familienlebens steigt. „Durch die Ganztagsbetreuung haben die Eltern beispielsweise die Möglichkeit, ihren Arbeitsalltag parallel zum Schultag zu gestalten“, sagt Wissenschaftler Dehos der „Welt“. Mütter und Väter müssten nicht mehr zeitversetzt arbeiten und bei der Betreuung weniger improvisieren. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird durch die Ganztagsschule weniger stressig“, vermutet er. Um das abschließend beantworten zu können, sei allerdings weitere Forschung nötig.

Also es wird angenommen, wirkt sich aber nicht so aus, dass Frauen die freie Zeit für eine gesteigerte Berufstätigkeit einsetzen.

Interessant: Dort, wo Wissenschaftler den Effekt von verbesserter Kita- und Kindergarteninfrastruktur untersuchten, konnten sie sehr wohl eine gesteigerte Erwerbstätigkeit von Frauen nachweisen. Im Grundschulalter scheint der Betreuungsengpass, anders als im Vorschulalter, aber nicht mehr die entscheidende Hürde zu sein. Möglicherweise haben sich die Familien zu diesem Zeitpunkt schon anders organisiert.

„Auch wenn Mütter einen Ganztagsschulplatz sicher haben, arbeiten sehr viele von ihnen weiterhin Teilzeit“, stellt der Ökonom fest. Und vermutet: „Vielleicht ist ein Teilzeitjob für viele Frauen ein guter Kompromiss, der es ihnen erlaubt, erwerbstätig zu sein und dennoch Zeit für Aufgaben rund um die Kinder zu haben.“

Vielleicht liegt es daran, dass diejenigen, die direkt wieder einsteigen, weil ihr Kind früh betreut wird, ehrgeiziger sind oder das Gefühl haben, dass sie weniger verpasst haben.

Interessant sind auch diese Zahlen:

Wie aus Untersuchungen der OECD hervorgeht, beträgt der Anteil des Mannes am Haushaltseinkommen von Paaren in Deutschland beachtliche 77 Prozent. Das ist der höchste Wert aller Industrienationen. In Frankreich sind es 63 Prozent, in Schweden 62 Prozent. Die Erwerbstätigenquote von Frauen in Deutschland lag 2015 bei fast 70 Prozent, bei Männern betrug sie laut Statistischem Bundesamt rund 78 Prozent. Allerdings sagt diese Rate nichts über die Menge der geleisteten Arbeitsstunden aus.

77% ist wirklich sehr viel. Und der Abstand zu anderen Ländern ist auch interessant. Wäre interessant, ob das Steuerrecht mit Steuerklasse III und V da mit hereinspielt.

Wie reagieren? Sexuelle Belästigung bzw Absprachen zur Kinderbetreuung

Heute einfach mal zwei Situationen, die ich als so stattgefunden zu unterstellen bitte, verbunden mit der Frage, was aus eurer Sicht die beste Verhaltensweise wäre:

  1. Die unangebrachte Sexualisierung

 

2. Die nicht eingehaltene Absprache zur Betreuung der Kinder:

Aus einem Forum:

Ich bin im 8. Monat schwanger. Mit meinem Mann habe ich vereinbart, dass ich drei Monate zu Hause bleibe und wir uns dann 50/50 die Betreuung teilen, weil wir beide beruflich weiter arbeiten wollen.

Nun hat er mir gestern gesagt, dass er meint, dass dies ihm einen Karriereknick bereiten würde und er zieht sein Angebot zurück.

Ich bin nicht nur sauer, ich bin enttäuscht.

Habt ihr Tipps für mich?

Was würdet ihr jeweils raten?

 

 

Kinder

Diese Woche soll es durchgängig jeden Tag um ein anderes Thema rund um „Mann &  Frau zusammen“ gehen, einfach freie Assoziationen und Gedanken, anhand jeweils eines bestimmen Schlagwortes. Für neue Ideen und für das Entdecken von Aspekten, die bei spezielleren Texten untergehen

Spätestens nach der Ehe kommen da häufig die:

Kinder

Wollt ihr Kinder? Habt ihr Kinder? Was ist das schöne an Kindern? Was sind die größten Veränderungen mit Kindern? Was bedeuten Kinder für die Partnerschaft? Jungen oder Mädchen? Was habt ihr für Erziehungstipps? Wie entwickelt man ein gutes Verhältnis zu den Kindern? Welchen Anteil an der Betreuung von Babies/Kleinkindern/älteren Kindern wollt ihr selbst übernehmen, wie soll eurer Partner eingebunden sein? Kommt man bei Kindern um ein klassisches Modell (einer ist der Hauptverdiener, einer konzentriert sich mehr auf die Kinder) herum? Wenn ihr Kinder habt: Habt ihr euer Pläne umsetzen können? Wie ist es im Falle einer Trennung vom Partner: Wie geht es  mit den Kindern weiter, was läuft da schief, was muss geändert werden? Was war für euch das Schönste mit Kindern? Was habt ihr als Eltern gelernt, was ihr vorher nicht wusstet? usw

„Warum ich mich und die meisten Frauen, die ich kenne, für total unemanzipiert halte“

Einen interessanten Blick auf die emanzipierte Frau bietet der Blog „Maras Gedanken

Sie schildert folgendes aus einer Unterhaltung mit einer anderen Mutter.

Diese Mutter arbeitet wieder seit ihr Kind ein Jahr alt ist, hat zwei mehr als stressige Jahre hinter sich und sagte letztens zu mir: „Du, ich glaube dieses Jahr mache ich mal etwas ganz Gewagtes, ich gönne mir zur Erholung eine Nacht ohne Kind im Hotel!“

Da wären glaube ich auch viele junge Väter gerne dabei (also nicht bei ihr, sondern bei einer Nacht ohne Kind)

Ich freute mich für sie und ermutigte sie, aber ich dachte auch:

Wir Frauen heute sind wie Sklaven, arbeiten nahezu rund um die Uhr und glauben, wir wären emanzipiert, wenn wir es schaffen, in zwei Jahren zwei Tage frei zu haben.“

Da waren meine beiden Großmütter emanzipierter! Eindeutig.

Wir Frauen heute sind wie Vögel, denen man die Käfigtür aufmacht und die im Käfig verharren.

Ich finde es immer schade, wenn solche Betrachtungen angestellt werden, ohne das die Situation der Väter mit besprochen wird. Denn mit gleichen Recht könnte man auch viele Väter als „wie die Sklaven“ bezeichnen, oder eben beide Eltern als Sklaven ihrer Kinder, die sie betreuen und großziehen müssen. Denn auch viele Väter haben ja nicht etwa plötzlich Urlaub ohne die Familie, sie haben einen Job und wenn sie nach Hause kommen, dann sollen sie eben natürlich auch für das Kind da sein.

Und natürlich ist gerade die Phase mit sehr jungen Kind  teilweise stressig, gerade wenn es noch gestillt wird und man wenig schläft, aber auch das ist ja kein Dauerzustand, der für immer anhält.

Wir lassen uns trösten von der Aussicht auf schöne Schuhe und schicke Businesskostüme, den bewundernden Blicken von Kollegen, aus denen der Satz „Oh, dafür, dass sie Mutter ist, ist sie ja doch noch ganz gut im Oberstübchen sortiert“ spricht, und dem Titel der „Super-Working-Mum“, den die wenigsten von uns je als Schärpe um den im Fitness-Center gestählten Oberkörper tragen werden.

Die Geschäftsfrau, die gleichzeitig noch eine Supermutter ist und dabei noch toll aussieht, weil sie viel Sport macht, das sind in der Tat hohe Anforderungen, die aber auch idealisiert sind. Tatsächlich entsprechen ihnen weder die meisten Frauen noch wird das von ihnen verlangt.

Wir lassen uns teilweise von anderen Müttern blenden, die uns erzählen, wie sie die Doppelbelastung voll und ganz positiv ausfüllt und zwei Minuten später über die Beschwerden klagen, die kein Arzt klären kann: Schwindel, unerklärliche Rückenschmerzen, Migräne. Aber dass das irgendwas mit dem Leben, das man führt, zu tun haben könnte … nein, das hat ganz andere Ursachen.

Viele von uns Frauen heute sind grenzenlos, allzeit bereit zu arbeiten, für alles und für jeden. Aber gehört zur Emanzipation eines Wesens nicht auch dazu, dass es mal zwei Minuten zur Ruhe kommt? Dass es mal Zeit hat, zu denken und zu fühlen? Da hapert es aus meiner Sicht. Die meisten treten im Hamsterrad und haben nicht einmal die Zeit, ihre Situation zu analysieren. Und dann, oh Schreck, landet man in der Burnout-Klinik und weiß gar nicht, wie man dahin gekommen ist.

Okay, der Artikel arbeitet recht klar erkennbar mit dem Stilmittel der Übertreibung. Und mit dem Trope der sich für alle aufopfernden Frau, die nie an sich denkt.

Ich kann nicht anders, als es mal auszusprechen: Für mich sind nur zwei Gruppen von Müttern halbwegs emanzipiert. Die teilweise als „faul“ verunglimpften „Zuhausebleibenden“ oder „Wenige-Tage-Arbeitenden“, weil sie sich ihrer natürlichen Kräftereserven bewusst sind. Und die, die ihren Job lieben oder einfach machen müssen, weil das Geld benötigt wird, dafür alles so organisieren, dass es irgendwie geht, aber zu den Unvollkommenheiten in ihrem Leben stehen und anderen nicht den ganzen Tag „etwas vom Pferd erzählen“.

Zu wirklicher Emanzipation, nämlich „Befreit sein“, gehört aus meiner Sicht Ehrlichkeit!

Ich vermute mal, dass das der tatsächliche Aufhänger ist: Erst wird ein Bild der Frau gezeichnet, die absolut unerfüllbaren Ansprüchen ausgesetzt ist und daran nur zerbrechen kann. Dem gegenüber werden die „Ehrlichen“ positioniert, die entweder den Stress nicht machen oder zugeben, dass es nicht perfekt ist und man es eigentlich nicht schaffen kann.

Insofern ein Appell an die anderen Frauen, die intrasexuelle Konkurrenz abzubauen, indem sie entweder die Arbeit reduzieren oder aber sie so darstellen, dass die Anforderungen niedriger sind.

 

 

Der bereinigte Gender Pay Gap liegt bei unter 2%

Der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen war hier schon häufiger Thema.

Es gibt in in einer unbereinigten Form, also der Unterschied zwischen den Gehältern der Männer und Frauen, die Vollzeit arbeiten, insgesamt, und da liegt er bei ca 23%. Der bereinigte Gender Pay Gap hingegen, also der, bei dem man versucht alle Faktoren, die ein niedriges Gehalt rechtfertigen, also alles neben Diskriminierung herauszurechnen, liegt deutlich niedriger.

Eine umfassende Studie geht davon aus, dass dieser letztendlich sogar gar nicht existent ist oder jedenfalls sehr klein ist

The gender wage gap is almost none existent in the developed world, according to a Korn Ferry Hay Group analysis of 33 countries around the globe.

The study examined more than eight million employees across dozens of countries and found the pay gap between men and women working in same types of roles, with the same responsibilities, in the same companies was 1.6 percent in favor of men.

The United Arab Emirates was the only exception, with women earning two percent more than their male counterparts. The study attributes the gap to there being fewer women in the labor force with higher levels of education.

The gender wage gap, as described by the White House and progressives, refers to the overall gap between what all men earn and what all women earn. Using this measure, women on average earn 18 percent less than men.

Economists often criticize this measure as it doesn’t account for the different choices men and women make — like having a child — and it does not represent a gap between men and women working the same jobs with the same responsibilities. (RELATED: Equal Pay Day Revisited: Why The Gender Pay Gap Is Still A Myth)

Women make up 40 percent of the global workforce for clerical jobs but only 17 percent of executive roles, according to study.

One of the reasons men earn more on average than women, is they work more hours. According to Mark Perry, economist, and scholar at the American Enterprise Institute, the average male working full-time labored almost two more hours per week in 2014.

In the same year, female full-time employees were found to be two and a half times more likely to have shorter workweeks of 35 to 39 hours, according to the Bureau of Labor Statistics.

One of the most obvious reasons why an earnings gap arises is because many women leave the workforce temporarily to have children. “Anything that leads you to want to have more time is going to be a large factor,” says Harvard economist Claudia Goldin.

Women who choose to have children and take time off can suffer a significant hit in earnings compared to their male peers. “But we also see large differences in where they are, in their job titles, and a lot of that occurs a year or two after a kid is born, and it occurs for women and not for men,” Goldin adds. “If anything, men tend to work somewhat harder.”

A study from the University of Massachusetts found that for each child a woman has, her earnings decreased by four percent.

Part of the apparent disparity between men and women’s pay also comes down to career choice — men often go into higher-risk, higher-paying professions.

A Department of Labor study released in 2009, which reviewed upwards of 50 peer-reviewed papers, concluded the wage gap, “may be almost entirely the result of individual choices being made by both male and female workers.”

“Women, more than men, show a demonstrated preference for lower risk occupations with greater workplace safety and comfort, and they are frequently willing to accept lower wages for the greater safety and reduced probability of work-related injury or death,” Perry argues.

Men made up 92.3 percent of workplace deaths in 2014, “Because men far outnumber women in the most dangerous, but higher-paying occupations that have the greatest probability of job-related injury or death,” says Perry.

Immer mehr Studien bestätigen, dass Diskriminierung da kaum eine Rolle spielt. Dennoch hält sich der Mythos von der Lohndiskriminierung hartnäckig.

Das skandinavische Gender Paradox

Ich bin über einen Link über sociale Medien auf eine Buchvorstellung eines Autors gestoßen, welches zumindest der Beschreibung auf dieser Seite nach, einige interessante Fakten enthält. Aber erst einmal ein Video, in dem der Autor sein Buch vorstellt.

Er stellt anscheinend dar, dass der Nordische Wohlfahrtsstaat in gewisser Weise dazu beiträgt, dass weniger Frauen in Vorstände kommen, weil dies die zeitaufwändigere Tätigkeit als der Aufsichtsrat ist:

That is the new and quite interesting book by Nima SanandajiThe main point is that there are plenty of Nordic women in politics, or on company boards, but few CEOs or senior managers.  In fact the OECD country with the highest share of women as senior managers is the United States, coming in at 43 percent compared to 31 percent in the Nordics.  More generally, countries with more equal gender norms do not have a higher share of women in senior management positions.  Within Europe, Bulgaria does best and other than Cyprus, Denmark and Sweden do the worst in this regard.

Dies wird dort als das „Nordic Gender Paradox“, also das „Skandinavische Gender Paradox bezeichnet: Obwohl das Land stark auf Frauenförderung setzt sind dort weniger Frauen Unternehmensleiter als in Staaten mit weniger Gleichberechtigung und weniger Förderung.

One reason for the poor Nordic performance at higher corporate levels is high taxes, which limits the amount of household services supplied through markets.  If it is harder to hire someone to do the chores, that makes it harder for women to invest the time to climb the career ladder.  Generous maternity leave policies may encourage women to take off “too much” time, or at least this is suggested by the author.  A history of communism is also strongly correlated with women rising to the top in business and management; this may stem from a mix of relatively egalitarian customs and a more general mixing up of status relations in recent times and a turnover of elites.

Demnach wäre es in Ländern mit hohem Lohnniveau schwieriger für Frauen, die Familienarbeiten auf Dritte zu verlagern um sich so die Zeit freizuschaufeln, die man für die Karriere braucht. Zudem würden die großzügigen Regelungen für Erziehungszeiten und Mutterschaftszeiten dafür sorgen, dass Frauen zu lange aussetzen.

I don’t find this book to be the final word, and I would have liked a more formal econometric treatment.  It is nonetheless a consistently interesting take which revises a lot of the stereotypes many people have about the Nordic countries as being so absolutely wonderful for gender egalitarianism in every regard.

Das passt zum allgemeinen Gender Equality Paradox.

Vgl. auch:

 

Was würde eine künstliche Gebärmutter verändern?

Laurie Penny sagte neulich in einem Interview:

Wir brauchen technische Alternativen zur Schwangerschaft. Warum gibt es noch keine? Die moderne Medizin kann Gliedmaßen wieder annähen und Gesichter transplantieren. Heutzutage ist so vieles möglich, was vor ein paar Jahrzehnten undenkbar war. Eizellen werden bereits in Petrischalen befruchtet. Warum sollten Babys nicht im Labor entstehen? Wieso ist eine technische Alternative zum Mutterleib so undenkbar? Schon in den Siebzigern haben Feministinnen über künstliche Gebärmütter nachgedacht.

Zumindest sollten Wissenschaftler diesen Fragen nachgehen. Es ist nicht nur eine feministische Frage: Schließlich gibt es auch Menschen, die keine Gebärmutter haben. Ich verstehe überhaupt nicht, was an dieser Idee verrückter ist als an der Idee, einen Arm, ein Herz oder ein Gesicht zu transplantieren.

Wäre es nicht ein Nachteil für Frauen, wenn Maschinen ihnen das Gebären abnehmen? Schließlich ist Kinderkriegenkönnen ein weibliches Alleinstellungsmerkmal.

Es ist sogar eine weibliche Superkraft! Aber Frauen mit Superkräften müssen kontrolliert und kritisiert werden. Deswegen wird Mutterschaft einerseits so überhöht, dass Frauen, die sich dagegen entscheiden, als seltsam gelten. Von Frauen, die abtreiben, wird erwartet, dass sie das irgendwann bereuen. Die Frau, die nie Mutter geworden ist, muss im Alter traurig darüber sein. Gleichzeitig wird Müttern angelastet, dass sie sich über ihre Kinder selbst verwirklichen, obwohl sie tatsächlich etwas Wunderbares und Selbstloses für uns alle tun.

Schwangerschaft und Mutterschaft als Arbeit zu definieren und auch so zu bezahlen, wäre eigentlich das Mindeste. Doch diese Forderung wird meistens als ebenso verrückt empfunden wie die Forderung nach künstlichen Gebärmüttern

Da ist natürlich mal wieder die feministische Eigenschaft alles in eine Opferstellung zu verwandeln, durch die man passiv ist und unterdrückt wird, voll durchgeschlagen. Frauen werden quasi gezwungen ihre Gebärmutter zu nutzen in dem Männer das überhöhen.

Interessanter finde ich aber die Frage, wie es sich auswirken würde, wenn man eine künstliche Gebärmutter herstellen könnte und evtl in einem Szenario deren Einsatz auch einfordert.

Das würde erst einmal bedeuten, dass Frauen nicht mehr aussetzen müssten wegen der Schwangerschaft, natürlich würden sie auch nicht mit den entsprechenden Hormonen zugeschüttet werden und nicht über die Zeit der Schwangerschaft und die Geburt eine gewisse Beziehung zu ihrem Kind aufbauen. Bis man die Robonanny erfunden hat wäre es aber nur eine recht vorübergehende Befreiung. Es wäre interessant, ob sich aber auf dem Weg dann groß etwas ändert oder Frauen nur später aussetzen.

Es wäre auch interessant, wie man den pränatalen Testosteronspiegel einstellt, tatsächlich wäre es eine Möglichkeit für Femininistinnen Geschlechterrollen tatsächlich zu durchbrechen und dazu vielleicht auch die Heteronormativität. Konservative könnten auch ein Interesse daran haben, die Zahl der Homosexuellen zu verringern.