Die Lust, sich hinzugeben und die Inszenierung einem Unwiderstehlichkeitsparadigma („Der will mich, weil ich so attraktiv bin“)

Ein interessantes Interview zu Dominanz und Hingabe:

wir leben heute in unserer Beziehung den demokratischen Wertekanon. Er zielt auf Gleichwertigkeit: Mann und Frau haben die gleichen Rechte, man behandelt sich fair. Die interessante Frage ist: Wie weit kann man beim Sex dieses Gleichgewicht verschieben?

ZEITmagazin ONLINE: Ich kann beim Sex beispielsweise sagen: „Komm her!“, was ich am Frühstückstisch besser bleiben lasse.

Clement: Beim Sex können Sie auch sagen: „Du gehörst mir!“ oder „Nimm mich!“ Es gibt im sexuell-erotischen Sprechen Elemente von Ungleichheit, Macht, Besitz, Territorialität – das ganze Spektrum politisch unkorrekter Bedürfnisse. Den Partnern muss allerdings klar sein, auf welcher Sprachebene sie sich gerade bewegen. In der Sexualforschung vermeidet man interessanterweise immer einen Begriff, den ich aber für sehr interessant halte: „Hingabe“. Im Englischen heißt das Verb dazu „surrender“, was das Gleiche bedeutet wie „beim Kampf aufgeben“.

Das Spiel mit der Dominanz finden in der Tat viele Frauen sehr interessant, auch dann, wenn sie ansonsten eine gleichberechtigte Partnerschaft leben. Sicher geht auch beides und viele Frauen werden auch das mögen – und sicher werden auch Männer dominant Sex einfordernde Frauen durchaus interessant finden.

Und über den Reiz von „Fifty Shades of Grey“und Vergewaltigungsphantasien:

Clement: Eine Prise Angst gehört zu dieser Art sexueller Vorstellung schon dazu. Man inszeniert sich schließlich eine spannungsvolle Geschichte. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass die Frau in ihrer Fantasie die Autorin und Regisseurin dessen ist, was geschieht. In ihrem Kopf kann sie den Mann wie eine Marionette führen und ihn gedanklich über sie herfallen lassen.

ZEITmagazin ONLINE: Den Mann gedanklich über mich herfallen zu lassen – worin besteht denn dabei der Reiz?

Clement: Es gibt eine interessante Theorie zu Vergewaltigungsfantasien, die besagt, dass es sich um verkappte Triumphfantasien handelt. Die Frau folgt mit der Inszenierung einem Unwiderstehlichkeitsparadigma: „Der will mich, weil ich so attraktiv bin.“ Er kann gar nicht anders!

ZEITmagazin ONLINE: Das ist ja mal eine ausgewachsene Allmachtsfantasie.

Clement: Absolut! Die Vorstellung „Ich bin so unwiderstehlich, dass der andere nur über mich herfallen kann“ ist grandios und macht es so erregend.

Der Plot, dass der andere ihr irgendwie verfallen ist und sie – mitunter gegen andere Konkurrenten – nur für sich will, dürfte in der Tat häufig sein. Und das mit einem gewissen Widerstand der Frau diese „Unwiderstehlichkeit“ noch betont werden kann, weil er dennoch nicht aufgibt, findet man sicherlich auch in anderen, harmloseren Flirt- und Annährungsbereichen, etwa beim „gehauchten Nein“ oder bei dem Wunsch nach dem aktiven Mann, der nicht darauf wartet, dass die Frau ihn anspricht, sondern – eben weil er sie so begehrt – auf sie zugeht und sie „erobert“. Das Herauszögern des Sex oder das Gespielte Desinteresse können jeweils das Unwiderstehlichkeitsparadigma bedienen.

 

So bleibt er in der Friendzone

Ein Artikel in der Zeitschrift Fem gibt Tipps, wie man einen Mann deutlich macht, dass man ihn nur als Freund sieht:

1.    Klar und deutlich

Du darfst ihm auf keinen Fall Rätsel aufgeben, was deinen Beziehungsstatus betrifft. Hast du einen Partner, muss er dies auch erfahren. Andernfalls wird er Annäherungsversuche wagen. Wenn du keinen Freund hast, solltest du ihm klar verständlich machen, dass von deiner Seite aus nicht mehr zu erwarten ist.

Klare Ansagen dürften da auf alle Fälle helfen. Einen Partner zu verschweigen wäre schon etwas, was man schnell als Zeichen von Interesse interpretieren kann. Und auch die deutliche Ansage, dass man kein Interesse hat, kann helfen.  Allerdings ja auch etwas, bei dem man erst einmal sicher sein muss, dass der andere auch Interesse hat, sonst wirkt es auch etwas komisch.

2.    Ohne Romantik

Es darf auf keinen Fall eine Date-Atmosphäre entstehen. Folglich ist, sich alleine mit ihm zu treffen, etwas heikel. Stattdessen solltest du dich mit ihm lieber in einer Gruppe treffen. So könnt ihr euch auf freundschaftlicher Basis begegnen.

Würde ich auch für richtig halten. Wer zuviel mit demjenigen alleine macht, wer zuviel nur auf denjenigen konzentriert ist dabei, der wird eher den Eindruck erwecken, dass es ein Date ist. Gruppentreffen und sich dann auch mit anderen unterhalten machen weit eher deutlich, dass man weniger interessiert ist.

3.    Er ist kein Mädchen

Wir Frauen kümmern uns um unsere Freunde. Sind sie traurig heitern wir sie auf und wir scheuen auch keinen Körperkontakt. Ab und zu beschenken wir unsere beste Freundin auch spontan. Das geht aber bei ihm nicht, weil er dadurch nur verwirrt wird und eventuell dein Verhalten falsch interpretiert.

Auch hier vollkommen zutreffend. Denn solche Zeichen werden dann eher als Zeichen von Interesse und nicht als Zeichen einer Freundschaft interpretiert. Gerade Körperkontakt ist da ein sehr starkes Zeichen. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Frauen entgeht, die wissen, dass er was von ihr will. Das wäre dann vielleicht eher der Versuch ihn sich zB als Orbiter warmzuhalten.

4.    Minimaler Körperkontakt

Du musst ihm bei eurer nächsten Begegnung nicht hart auf die Schulter klopfen. Dennoch solltest du den Körperkontakt auf einem Minimum halten. Keine flüchtigen Berührungen, kein Kuscheln oder Händchen halten. Ist es für uns Frauen vollkommen normal sowas mit einem Freund oder einer Freundin zu machen, versteht er es sicherlich falsch.

Das ist etwas gedoppelt, aber als Hinweis sicherlich nicht falsch.

Lustigerweise habe ich ganz ähnliche Tipps mal zu der Frage gelesen, wie man fair gegenüber einer Frau ist, mit der man nur gelegentlichen Sex haben will. Auch hier ist es wichtig alle „Beziehungsandeutungen“ zu unterlassen, sich nicht zu häufig zu treffen, ihr (oder ihm) nicht das Gefühl zu geben, dass sich mehr daraus entwickeln wird. Auch da kann die Versuchung groß sein, daraus quasi eine unverbindlichere Beziehung zu machen, was aber eben schnell dazu führt, dass einer von beiden es für mehr hält als es letztendlich ist.

Letztendlich gibt es eben bestimmte Signale für eine tiefere Verbundenheit, ein Mehr an Gefühlen, bei denen man sich schnell irren kann.

Siehe auch:

Leserbriefe: Will sie was von mir oder nicht?

Ein Leser stellte per Email eine Frage zu einer Flirtsituation:

Ich bin 18 Jahre alt und ich stehe seit ca. 2 Jahren auf ein Mädchen. Letztes Jahr habe ich dann endlich meinen Mut zusammengefasst und sie nach einem Date gefragt – wir waren essen und hatten eine echt schöne Zeit, allerdings ohne große körperliche Nähe (abgesehen von Umarmungen bei Begrüßung und Verabschiedung). Einige Tage darauf habe ich sie dann nach einem zweiten Treffen gefragt, woraufhin wir uns nochmal getroffen haben. Sie hat allerdings nie selber mal die Initiative gegriffen, mir zu schreiben.
Vor kurzem wirkte sie plötzlich wieder total attraktiv und ich habe sie ein weiteres Mal nach einem Date gefragt – wir hatten wieder eine schöne Zeit, allerdings wieder ohne große körperliche Annäherungen. Ein paar Wochen später haben wir uns dann zufällig im Club getroffen und sie ist dann auch ziemlich offensiv auf mich zugekommen und hat mich angetanzt. Mehr ist allerdings auch dort nicht passiert. Von dort an haben wir dann allerdings regelmäßig geschrieben – sie hat mich auch von sich aus angeschrieben. Nun waren wir letztens zusammen auf einer Feier und sie hat sich zu mir gesetzt und auch Körperkontakt gesucht. Am Ende des Abends hat sie mich dann noch draußen gebeten und mir gesagt, dass sie auf mich steht. Daraufhin habe ich sie geküsst, was von mir auch erwidert wurde. Sie hat sich dann in meinen Arm gelegt und wir haben uns noch ein weiteres Mal geküsst. Zum Abschied habe ich ihr dann noch einen Kuss auf die Stirn gegeben.
Am Morgen danach habe ich sie dann angeschrieben und gefragt, wie es bei ihr sei. Sie rief mich dann und erzählte mir, dass ich eine tolle Person sei, sie aber nicht genug Gefühle für eine Beziehung hätte. Am gleichen Abend habe ich dann zufällig ihre beste Freundin getroffen, die auch eine gute Freundin von mir ist, und sie um Rat gefragt. Sie erzählte mir dann, dass sie sich vorstellen könnte, dass sie gerade einfach mit der Situation überfordert ist und sie nochmal mit ihr reden würde. Gestern schrieb sie (ihre beste Freundin) dann, dass sie sich klar ist, dass sie nicht mehr als Freundschaft möchte.
Nun zu meiner Frage: Glaubst Du, dass ich bei ihr noch eine Chance habe, oder dass ich einen Haken hinter die Sache setzen sollte?
Ich schrieb:
Das ist wirklich eine schwierige Situation. Es ist auch schwer sie einzuschätzen.
Eine Möglichkeit ist, dass sie dich ganz interessant findet und du einfach dran bleiben musst. Vielleicht möchte sie schlicht etwas länger umflirtet werden oder sie ist relativ passiv und kommt von sich aus nicht in die Gänge. Ich würde auf jeden Fall, wenn du sie auch interessant findest, wieder etwas versuchen und einfach mehr mit ihr machen. wenn sie etwas zurückhaltend ist, dann kann es interessant sein, dass du mit ihr etwas machst, was in einer Gruppe startet und dann später mit ihr alleine endet.Teilweise reicht ist einfach genug Zeit mit ihr zu verbringen und sie mit den Duncan warm werden werden zu lassen, bis man schließlich eh jeden Tag was miteinander macht und der Freund ist. Sie sie küssen war auf jeden Fall richtig, du solltest versuchen das auszubauen.
Die weniger schöne Variante ist, dass sie merkt, dass du etwas von ihr willst und sie etwas mit dir spielt. Vielleicht findet sie es ab und zu ganz nett, wenn Siein deiner Nähe ist und du dich um sie bemühst, mehr ist es aber nicht, so dass sie letztendlich in anderen Situationen weniger Interesse hatte, dich aber warm hält. Dann kann es interessant sein, sie etwas eifersüchtig zu machen und zu gucken, ob sie dies dazu veranlasst, dich nicht als gegeben hinzunehmen.
Das alles ist natürlich schwer zu beurteilen, wenn man keine Interaktion zwischen euch gesehen hat.
Natürlich klingt „eine tolle Person, aber nichts für eine Beziehung“ auch stark nach der Friendzone  aber dazu passt nicht, dass sie ihre Gefühle gesteht und sie rumküssen.
Vielleicht war es auch zu wenig Bindung und sie war sich nicht sicher, ob der andere vielleicht nur Sex will. Dann wäre dranbleiben sicherlich der richtige Weg.
Grundsätzlich scheint eine Chemie vorhanden zu sein. Ich würde also versuchen das auszubauen, wenn er an ihre interessiert ist.

Wahlrecht ab 16 bei der Bundestagswahl

Das Wahlrecht ab 16 Jahren ist gerade mal wieder im Gespräch, gerade von linkeren Parteien, die sich dadurch mehr Wählerstimmen erhoffen.

Klassische Argumente dafür sind:

  • Die Jungen betrifft die Zukunft ja gerade, also müssen sie sie mit entscheiden können
  • Junge Leute ernst nehmen und an die Politik heranführen
  • in verschiedenen Landtagen und bei dem Kommunalwahlrecht klappt es für das aktive Wahlrecht ja auch

Klassische Argumente dagegen sind:

  • Mit 16 sind die meisten noch nicht hinreichend reif um solche Fragen mitzuentscheiden
  • es gibt diverse Schutzvorschriften, etwa im Strafrecht, bei Alkohol, beim Führerschein etc, wenn wir da meinen, dass Kinder die Verantwortung noch nicht schultern können, warum sollten sie dann wählen können?

Letztendlich scheint es mir eine sehr subjektive Frage zu sein, deren Befürwortung in den Parteien eher davon abhängt, wer Prozente dazu gewinnt oder verliert.
Was meint ihr?