„Ich bin ein Mann, 23 Jahre alt und hatte noch nie eine Freundin, ich habe noch nie ein Mädchen geküsst, ich hatte noch nie in meinem Leben Sex und noch nie hat sich eine Frau in mich verliebt“

Ein Leser schreibt mich an, weil es mit den Frauen nicht so richtig klappen will (und ich stelle es mit seiner Zustimmung als Artikel ein):

Hallo,

Ich habe seit vielen Jahren folgendes Problem: Ich bin ein Mann, mittlerweile 23 Jahre alt und hatte noch nie eine Freundin, ich habe noch nie ein Mädchen geküsst, ich hatte noch nie in meinem Leben Sex und noch nie hat sich eine Frau in mich verliebt.

Ich werde in der Öffentlichkeit oder in der Disko nie von Frauen angesprochen oder angelächelt und niemals von Frauen über Facebook oder sonstige Plattformen angeschrieben. Ich selbst spreche keine Frauen mehr an, das habe ich bereits vor einigen Jahren aufgegeben, weil es keinen Sinn hatte. Ich habe außerdem oft genug beobachtet, dass attraktive Männer keine Frauen ansprechen müssen, weil die Frauen selbst auf diese Männer zugehen.

Ich bin ein sehr realistischer Mensch und bin davon überzeugt dass ich zu hässlich bin und deshalb abstoßend auf Frauen wirke. Das Aussehen ist das wichtigste und ein gut aussehender Mann wäre sicher nicht gegen seinen Willen Jungfrau.

Ich bin kurz davor, in den Puff zu gehen, weil ein sehr starkes Bedürfnis nach Sex und wirklich große Lust dazu habe. Ich will auch endlich wissen wie es ist und ich will meine verpasste Erfahrung so schnell wie möglich nachholen. Aber ich möchte es lieber schaffen, ohen dafür bezahlen zu müssen. Nur, ohne sexuelle Erfahrung halte ich es nicht mehr aus. Ich habe ein paar Bücher und Artikel zu PICKUP gelesen, aber das hat mich nicht wirklich weiter gebracht.

Meine Frage ist, wie kann man denn auch wenn man so hässlich wie ich aussieht bei frauen begehrt sein und Sex mit verschiedenen Frauen haben bzw Freundinnen bekommen? Wie kann man es mit so einem Aussehen erreichen, dass eine Frau sich in einen verliebt? Wie kann man es schaffen, dass Frauen von selbst auf einen zukommen und mich ansprechen?

Ich habe viele Artikel auf ihrer Website gelesen. besonders gut daran gefällt mir, dass alles sehr logisch und realistisch beschrieben und erklärt wird.

Dem Bild nach sieht er ganz normal aus. Insofern ist seine Idee zu hässlich zu sein, erst einmal merkwürdig. Er ergänzt:

Ich dachte, vielleicht kann ich hier ein paar Tipps bekommen, die wirklich helfen. Alle Frauen sagen immer zu mir, ich würde gut aussehen und sei nicht hässlich. Aber gleichzeitig sagen Frauen, die mir gefallen, dass ich nicht ihr Typ bin.

Das bestätigt eher meine Einschätzung, dass es nicht am Aussehen liegt. Eher ist „Antigame“ zu vermuten, evtl zu schüchtern, zu unselbstbewußt etc. Ich schrieb darauf hin:

also ich kann mir nicht vorstellen, dass es am Aussehen liegt. Das ist doch vollkommen okay. Was findest du denn so schlecht an dir? Es dürfte weitaus eher das schlechte Selbstbewußtsein sein. Du scheinst doch einige Frauen um dich herum zu haben, wie kommst du denn mit denen zurecht?

Seine Antwort:

Ich bin eigentlich auch zufrieden mit meinem Aussehen. Weiß nicht, was ich verbessern soll. Aber trotzdem habe ich bis heute keine Freundin und keinen Sex gehabt. Und leider sagen Frauen die mir gefallen meistens dass ich nicht ihr Typ bin. Ich habe schon einige Frauen um mich herum, aber mit denen bin ich nur befreundet. Und zu mehr reicht es dann leider nie. Ich bin auch ständig unterwegs und lerne Leute kennen, aber es passiert einfach nichts. Ich bin nur 1,75 groß und Bin ziemlich dünn vllt hat es damit etwas zu tun.

Kannst du mir ein paar Tipps geben? Ich erlebe auch öfter mal, dass Jungs sogar von Frauen angesprochen werden. Wie kann man so etwas schaffen? Kannst du mir einen Ratgeber bzw ein Buch empfehlen, in dem alles komplett steht, wie man diese Anziehung in Frauen auslöst? Ich habe Lob des Sexismus und Der Kompass gelesen. Bin halt auch ein bisschen schüchtern, aber verklemmt bin ich nicht.

Auf jeden Fall will ich jetzt gerne mal sexuelle Erfahrung sammeln und auch die verpassten Jahre nachholen.

Ich denke mein größtes Problem ist, dass ich für mein Alter krass zu jung aussehe. Ich bin 23 und werde meistens auf 16-17 geschätzt. Das würde mir auch von vielen Frauen bestätigt, dass ich so ein babyface bin. Leider kann ich daran nicht viel ändern. Habe mir einen Bart wachsen lassen, aber viel bringen gut das nicht. Vielleicht habe ich ja zu wenig Testosteron.

Also als Problem:

  • sehr jung aussehend, „Babyface“
  • nicht groß, aber auch nicht sehr klein
  • eine gewisse Widersprüchlichkeit bei Aussehen (bin abstoßend/weiß nicht was ich ändern soll)
  • Frauen sagen „er ist nicht ihr Typ“

Mein nächster Kommentar:

warum meinen sie denn, dass du nicht ihr Typ bist?
Dein Ziel sollte nicht sein von Frauen angesprochen zu werden, sondern das Frauen, wenn du dich mit ihnen unterhältst dich attraktiv finden.
Es gibt ein Audio-Programm von David Deangelo, Cocky Comedy, dass erklärt einiges dazu ganz gut. Kann man auch als Torrent bei den einschlägigen Seiten finden. Das würde ich dir empfehlen.

Hast du dir schon mal das Grundschema angeschaut:
An welcher Stelle fliegst du raus / hast du Probleme?

Sein nächster Kommentar:

Okay ja das habe ich mir schon mal angeschaut. Aber würden sie mir nicht zustimmen, das ein wirklich sehr gut aussehender Mann so etwas nicht beachten muss? So jemand wird doch grundsätzlich auf der Strasse von Frauen angelächelt oder sogar angesprochen. Ich werde nie angelächelt, die Frauen schauen nur auf den Boden. Und bei Lovoo und Tinder habe ich auch keine Matches

Es klingt für mich als wolle er sich letztendlich gar nicht wirklich ändern, allenfalls wäre er gerne hübsch und dann verändern die Frauen ihr Verhalten.

Damit ist natürlich schwer zu arbeiten. Sich in den Gedanken hinein zu steigern, dass man hässlich ist, ist erst einmal nicht hilfreich, es ist sowohl ein „limiting belief“, also ein Weg sich selbst zu beschränken, es ist „Antigame“, weil man damit eben auch ausstrahlt, dass man meint ihrer nicht wert zu sein und es ist auch eine Flucht vor den tatsächlichen Ursachen, denn er sieht ja okay aus. Um mal ein Beispiel zu nennen: Leonardo DiCaprio hat ein Babyface und hatte schon die ein oder andere Frau.

Er ergänzt:

Warum sollte es mein Ziel sein, dass Frauen mich erst dann attraktiv finden, wenn ich mich mit ihnen unterhalte? Das kostet doch viel mehr Energie als wenn man gut aussieht

Das geht aus meiner Sicht in die gleiche Richtung. Er hofft auf einen einfachen Weg.

Nur er wird eben nicht über Nacht eine 10 werden. Klar kann er Sport machen, aber das macht ihn nicht größer und sein Selbstvertrauen und sein Typ wird sich auch nicht ändern.  Selbst wenn er einen sehr guten Körper hat, wird er sich dann eben noch zu klein und sein Gesicht als zu jung ansehen.

Was nicht bedeutet, dass ich dagegen bin, dass er seinen Körper verbessert. Das würde ich jedem raten: Ein paar Muskeln und ein sportlicher Körper können einen attraktiver machen und ein anderes Selbstvertrauen bringen. Man sollte nur nicht NUR darauf setzen, gerade wenn wie hier aus meiner Sicht die Probleme in anderen Bereichen liegen.

Meine Antwort:

“ Aber würden sie mir nicht zustimmen, das ein wirklich sehr gut aussehender Mann so etwas nicht beachten muss?“

dazu habe ich einen Artikel
https://allesevolution.wordpress.com/2012/10/14/game-pickup-fur-gutaussehende-manner/

Aber es ist aus meiner Sicht wenig effektiv sich auf Schönheit zu konzentrieren. Du siehst ja bereits okay aus. Du müsstest Frauen bekommen. Wenn das nicht klappt, dann machst du etwas grundlegendes falsch. Und solange du das falsch machst wirst du dich selbst behindern.

Etwas an dir ist vielleicht schlicht „Antigame“. Arbeite daran statt nur am aussehen. Frauen sind weit weniger optisch als Männer

Und dann noch:

du scheinst nicht der Aktive sein zu wollen. Du suchst einen Weg, bei dem Frauen die Arbeit machen. Sehe ich das richtig?
Dabei hast du doch weibliche Freunde, wenn ich das richtig sehe. Gehst du mit denen nicht normal um? finden die dich witzig?
Aus meiner Sicht ist „cocky comedy“ ein sehr einfacher Weg wesentlich attraktiver zu wirken. Und eine andere Einstellung hilft auch. Du scheinst dir selbst keinen hohen Wert beizumessen. Das wäre „inner Game“
https://allesevolution.wordpress.com/2012/04/19/inner-game/

Wie man sieht waren meine Antworten relativ kurz. Das liegt einmal daran, dass Facebook ein mieses Interface hat, wenn man mit einem Profil nicht den Messenger nutzen möchte und vom Smartphone aus antwortet. Und zum anderen daran, dass eine solche Ferndiagnose natürlich immer schwierig ist.

In einem Artikel zu einem Beitrag aus einem „Absolute Beginner“-Forum habe ich mal verschiedene „AntiGame“-Faktoren aufgelistet:

Hier werden starke „Anti-Game“-Mechanismen aufgeführt, die bei evolutionärer Einordnung auf einen geringen Partnerwert bzw. Sexual Market Value (SMV) schließen lassen.

  • negatives Verhältnis zu eigenen Sexualität
  • sexuelle Minderwertigkeitsgefühle
  • Jammern
  • Passivität
  • Selbstmitleid
  • Fishing for Compliments
  • Needyness in Bezug auf Sex
  • Entitlement („so langsam steht mir eine Frau zu“)
  • Frau wird nicht als emotionale Verbindung, sondern als reines Statussymbol gewollt (aber gleichzeitig dabei aufs Podest gestellt)
  • keine hinreichendes Interesse an einer emotionalen Verbindung.
  • kein „willing to emote“

Viele dieser Mechanismen sind Indikatoren dafür, dass andere Frauen nicht an einen interessiert sind und man auch ansonsten keinen Status hat.

Das Gemeine an diesen Faktoren ist, dass sie sich gegenseitig verstärken können. Wer keinen Erfolg beim anderen Geschlecht hat, der entwickelt Minderwertigkeitsgefühle, verkrampft, Jammert, meint, dass ihn „die Frauen“ doch nun langsam mal besser behandeln müssten, entwickelt negative Gefühle gegenüber Frauen, wertet sie ab und kann noch weniger eine Verbindung zu ihnen eingehen.

In diesem Fall hilft wohl nur, eine vollkommen neue Perspektive auf sich selbst und Frauen zu gewinnen, damit man aus diesem Kreislauf ausbrechen kann. Das ist allerdings verdammt schwer

Ich sage nicht, dass die obigen Punkte bei ihm vorliegen. Er scheint ja weibliche Freunde zu haben, es klingt eher als wäre er „zu nett“.  Er schafft es nicht, dass Frauen ihn in einem romantischen, sexuellen Kontext sehen. Es wäre also in gewisser Weise ein Friendzone Problem.

Dort schrieb ich bereits:

Der Fehler, den derjenige hier gemacht hat ist klassisch und folgt meiner Meinung nach aus dem verschiedenen Aufbau von sexueller Lust bei Männern und Frauen.

Während Männer üblicherweise bei einer Frau, die ihren optischen Ansprüchen genügt, bereits Sex haben wollen und insofern noch das Kennenlernen hinzukommen muss für eine Beziehung, bauen Frauen sexuelle Lust zwar auch über den Körper, aber eher über das Verhalten des Mannes auf. Wer also nicht extrem gut aussieht, der muss entsprechendes Verhalten bringen, damit eine Lust auf Sex entsteht. Er muss also sozialen Status demonstrieren, vielleicht etwas positive Dominanz, oder um es in der Pickupsprache zu sagen

Er muss Attraction aufbauen, also Attractionswitches  bedienen.

Und die klassischen „Switches“ sind eben:

  • Pre-selected by women („Von anderen Frauen für gut befunden)
  • Leader of men. (Anführer anderer Menschen)
  • Protector of loved ones (Beschützer von ihm Nahestehenden)
  • Willing to emote (In der Lage gesunde Gefühlsbindungen einzugehen)

Im Grundmodell nach Mystery stellt sich das wie folgt dar:

A2: Female-to-Male Interest

In A2 phase, you should create attraction. Some pickup routine in this stage like:

1. DHV: Demonstrate high value, using gimmick, magic, psychic routine, humor ……

2. Storytelling

3. AMOGing

4. Coky&Funny

5. Push-and-Pull

„Attraktion aufbauen“ ist etwas, was man lernen kann und was eine enorme Wirkung hat. Es ist nicht wichtig, dass man dazu diese oben genannten Techniken verwendet, es sind nur Krücken, die bestimmte Punkte eben sehr gut bedienen. Man muss das für sich richtige finden, aber dazu muss man erst einmal verstehen, wie es funktioniert.

Es ist in vielen Fällen schlicht die Darstellung eines hohen Status, aber auch gerne kombiniert damit, dass man herausfordernd ist, lustig, Interaktionspotential gibt und Interaktion einfordert. Es ist die Darstellung, dass man jemand ist, der sich lohnt, an dem sie Interesse haben sollte, für den sie aber auch selbst etwas tun muss und für den man auch etwas machen muss.

Ich hatte dazu auch etwas in diesem Artikel zu „Gib Frauen beim Flirten keine direkte Antwort, es sei denn es ist Nein“ geschrieben, in dem es darum geht Gespräche interessanter und herausfordernder zu machen.

Ich fand damals die Erklärungen von David DeAngelo dazu gar nicht schlecht und sein „CockyComedy“ hat mir viel geholfen. Andere mögen es auf andere Weise angehen und natürlich hängt es auch von der Frau ab, die man für sich interessieren möchte. Aus meiner Sicht wäre ein Grundsatz: Wer eine Frau im Guten herausgefordert hat, so dass sie sich in einem spaßigen Wettstreit mit einem sieht, der hat ganz gute Karten.

Wer nur davon träumt, dass er besser aussieht, der wird hingegen nicht viel erreichen. Natürlich muss man jeweils entscheiden, ob einem das die Sache wert ist. Aber das ändert ja nichts an dem Weg.

Dann noch ein Hinweis auf eine andere Falle: Wer natürlich meint, dass er als erstes gleich (oder jemals) eine 10 bekommt, der wird sich ebenso selbst ausbremsen. Es mag auch schlicht daran liegen, dass man zu hoch ran geht. Wer sich selbst für eine 6 hält, der sollte es eben bei einer weiblichen 6 probieren. Und weiter Abstriche für den Stand seines „Games“ machen.

Was wären eure Tipps?

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Zustimmungskonzept, Absicherungen bei Sex-Dates und der Aufbau von Vertrauen

Das Consent-Prinzip ist etwas, von dem ich bisher angenommen habe, dass es nur in sehr wenigen Fällen, vielleicht innerhalb stark feministischer Kreise, praktiziert wird. Eine Autorin schreibt in ihrer Kolumne in der New York Times von einem Kontakt im „normalen Leben“:

For our first date, he took an Uber to my apartment through a winter storm. As the snow fell outside, we sat close on my couch while he talked touchingly about poetry. Two hours in, I was hoping he would kiss me, and he did.

He was a sweet kisser. For an hour we sat with his hand cupped behind my ear, kissing and talking.

We had met on Tinder. I was nearly 30 and he was 24, but our age gap somehow seemed a lot larger than five years. Not because he acted especially young. It was more that when it came to sex and foreplay, he acted so differently from guys my age, asking for my consent about nearly everything.

Eigentlich ja schon der erste Fehler: Vor dem Kuss hätte er auch fragen sollen. Aber dafür macht er dann im Folgenden Überstunden. Er scheint ansonsten ja ganz okay aufgestellt zu sein, immerhin hat er sie zu einem Treffen bekommen.  Okay, sie ist etwas älter als er, aber dennoch.

Is it O.K. if we go to the bedroom?” he said.

I smiled and led him there.

He tugged at the hem of my sweater and said, “Is it O.K. if I take this off?”

I nodded. Underneath I was wearing a thin tank top.

“Can I take this off, too?” he said.

I laughed. “Of course!”

Off it went.

He kissed my collarbone. I breathed into his neck and pulled off his shirt. He fingered the clasp of my bra.

“Is it O.K. if I take this off?” he said.

I think I snorted. “When you asked about the sweater, that was my yes from the waist up.”

He looked scared. Somewhere in our five-year age gap, a dramatic shift must have taken place in sexual training. I sensed this would be a different kind of hookup than I was used to, but I couldn’t predict how.

I lay down on my bed, and he lay beside me.

“Is this O.K.?” he said.

“I invited a guy from Tinder to my empty apartment on a snow day,” I said. “Let’s just assume you have blanket consent.”

“I’m not comfortable with that.”

I looked at his earnest eyes, hair flopping into his face, stubble that was already reddening my skin (I had already decided I didn’t mind). Hadn’t I already said yes several times? Wasn’t I lying there with him, my leg tossed over his, my whole body arcing toward him?

Verständlicherweise fühlt sie sich nicht abgesprochen durch seine Schutzmaßnahmen. Im Gegenteil, sie ist eher etwas genervt, dass er so zögerlich ist. So wie sie es sieht erteilt sie beständig Zustimmung, es besteht kein Grund, es immer wieder erneut  und ausdrücklich auszusprechen.

Then he raised my arm above my head, put his lips to the soft skin of my inner arm, and licked me from armpit to elbow.

I pulled my arm away.

“Is that O.K.?” he said. “Are you O.K.?”

I had been single and sexually active for more than a decade and considered myself to be sexually liberated, but I could not remember anyone having done that to me. “It’s just really intimate,” I said.

Now he was the one who laughed. “That’s intimate?” he said.

“Yes,” I said. “It is.”

He and I seemed to have such different understandings of which acts were assumed to be acceptable and which required voiced consent.

At one point, he put his hand on my throat and asked if the pressure was O.K.

“I’ll tell you if I die,” I joked.

At another point he kissed me from forehead to toe and said, “I think that’s everywhere.” And I almost told him that was unfair; he hadn’t asked my consent. Although I would say yes to all manner of sexual touching, that much sweetness had the power to break my heart.

At the end of the night, he said, “See you soon,” and took an Uber back to his apartment through the snow.

Sie macht sich etwas über ihn lustig, sie findet es aber auch süss, wie er sich um sie kümmert. Ich vermute ohne Nachfragen hätte sie die Küsserei von unten bis oben etc noch wesentlich besser gefunden.

Afterward I sat in bed, thinking about the encounter. I knew I had been a little dismissive of all of his asking, but in fact I had liked it as a form of caretaking. I just wasn’t used to being taken care of in that way.

Ich kann mir vorstellen, dass es verbunden mit nicht nur einfach fragen, sondern viel Zärtlichkeit und Zuneigung etc durchaus etwas haben kann, was eine Frau, die auf ihn steht, und solche Aufmerksamkeit vielleicht auch nicht so häufig hat, durchaus ansprechen kann.

Sex makes me feel unsafe, not because of the act itself but because my partners so often disappear afterward, whether I waited hours or months before the first time. So it’s after sex when I feel truly vulnerable.

Yet something else about his asking also made me uneasy. It seemed legalistic and self-protective, imported more from the courtroom than from a true sense of caretaking. And each time he asked, it was as if he assumed I lacked the agency to say no on my own — as if he expected me to say no, not believing that a woman would have the desire to keep saying yes.

Sie mochte das Gefühl, dass er auf sie Rücksicht nimmt und sich um sie kümmert, aber es stört sie, dass er es so formell macht, dass nicht Körpersprache etc ausreicht, um die Rückversicherung zu haben, dass alles okay ist. Ich kann mir vorstellen, dass sie bereits fand, dass sie ganz deutlich kommuniziert, dass also ein mehr gar nicht nötig war und insofern eher seiner Absicherung diente – was ja auch durchaus sein kann.

Still, I liked that he was trying to keep from hurting me unawares. He texted that night, reassuringly. I decided I would call his asking lovely. I decided I would try to learn.

The second time he was in my bedroom, he paused with his hand at the zipper of my dress. “Is this O.K.?” he said.

I looked him in the eye. I didn’t laugh. I said, “Yes.”

He unzipped it, and I slid on top of him, kissed him, started unbuckling his belt. His hips were arcing toward me, but I paused. Learn, I told myself. I said, “Is this O.K.?”

He was taken aback. “I ask you that,” he said.

“Why?”

“Because I’m the one who could make you do something you don’t want to do,” he said. “Not vice versa.”

Das würden Hardcore-Vertreter des Konzepts sicherlich anders sehen und immer von jedem Partner eine Einwilligung für erforderlich halten.

Faktisch kann eine Frau natürlich auch vieles falsch machen, etwa wenn er irgendwelche Traumata hat. Aber es ist interessant, dass er das für sich gar nicht braucht, es auch nicht als Formalität und ideologische Sicherheitsmaßnahme akzeptiert.

This was likely true, physically speaking. He was a head taller than me and probably twice as strong. If he wanted to hold me down against my will, he could have.

But that wasn’t what he was trying to do. He and I were enjoying a mutually desired sexual experience, and by making that distinction he was importing the language of coercion and assault into sex that was healthy.

Given our wholly consensual interaction, did it matter who was stronger? Couldn’t we treat each other as two equal human beings, each of whom had invited and agreed to intimate acts? Wasn’t that the beautiful thing he was teaching me, that we could be fully human to each other, checking in, honoring yes and respecting no?

Sie scheint durchaus etwas gefallen an der Sache zu finden. Ich vermute, sie hat das Gefühl in der Hinsicht etwas zurückzugeben. Und es kann ja auch merkwürdig sein, wenn einer von beiden pausenlos fragt, auch wenn man selbst ganz deutlich kommuniziert und Nein sagen kann, und man selbst dann einfach so handelt.

My hand hovered above his belt. Finally he smiled and said yes, and the evening continued.

If I could go back in time, I would have urged him in that moment to really think about why asking for consent even matters. Because the answer, I think, is basic: We want people we’re intimate with to feel good, not bad.

While he was waiting for his Uber to arrive, he said he would cook me dinner next time: steak with sautéed mushrooms and a fig-balsamic reduction.

“I mostly make scrambled eggs,” I said.

He laughed, kissed me and said, “See you soon.”

Er scheint ein System zu haben, welches für ihn funktioniert. Er schenkt viel Aufmerksamkeit, er ist sehr einfühlsam, er bietet an, was für sie zu kochen, sogar etwas hochwertiges. Sie scheint insgesamt etwas unbeholfen beim Flirten zu sein. Aber vielleicht schildert sie auch eher sein Verhalten.

I did not see him soon. I texted him a few times in the days that followed, playfully at first, then more pressing. He ignored me.

At first I couldn’t believe he didn’t answer, and then I was devastated. My roommates didn’t understand why I was so much more hurt than usual.

“Because he kissed the soft part of my arm,” I said. “And then he disappeared.”

Wenn es seine Strategie ist, bei Sex mit Studentinnen immer auf Nummer sicher zu gehen und das Konsensprinzip anzuwenden, evtl mit einem Audiogerät, welches das aufnimmt, dann finde ich es gar nicht dumm von ihm. Gerade dann, wenn er weiß, dass er darauf steht, sehr viel Vertrauen aufzubauen, alles sehr zärtlich zu machen, viel auf Comfort zu setzen – und dann zu verschwinden. Denn natürlich baut er da, bei Frauen, die das mögen, eher eine größere Bindung auf und sie werden enttäuschter sein und eher stark verletzt sein. Und von dem Gefühl benutzt worden zu sein bis zu Rachegedanken ist es nicht weit. So würde er sich – gerade mit einer Aufnahme dazu – stark absichern.

They looked at me blankly.

“Because he asked for my consent, over and over. So sex felt like a sacred act, and then he disappeared.”

“A sacred act?” one roommate said, laughing. “Girl, you sure don’t treat it like one.”

But I do. We perform sacred acts for, with and among strangers all the time. We give charitably to people we don’t know. We pray in churches with people we don’t know.

When he asked so many times about my desires, when he checked to be sure he was honoring and respecting me, then sex, however short-lived, became a reciprocal offering. But the moment we pulled on our jeans, that spell of reciprocal honor and respect was broken.

Und schon macht sie deutlich, dass sie sich trotz allen Fragereien oder vielmehr gerade wegen dieser dann eben nicht mehr respektiert fühlt, wenn er dann nicht mehr will, zumindest vielleicht eine Erklärung oder einen Abschied, aber kein einfaches Verschwinden aus dem Leben.

“Which is fine,” my roommate said.

And she was right, in a way. Asking about my feelings during sex didn’t extend to caring about them after sex. Consent is not a contract of continuation.

But in the days and weeks after, I was left thinking that our culture’s current approach to consent is too narrow. A culture of consent should be a culture of care for the other person, of seeing and honoring another’s humanity and finding ways to engage in sex while keeping our humanity intact. It should be a culture of making each other feel good, not bad.

And if that’s the goal, then consent doesn’t work if we relegate it exclusively to the sexual realm. Our bodies are only one part of the complex constellation of who we are. To base our culture of consent on the body alone is to expect that caretaking involves only the physical.

I wish we could view consent as something that’s less about caution and more about care for the other person, the entire person, both during an encounter and after, when we’re often at our most vulnerable.

Because I don’t think many of us would say yes to the question “Is it O.K. if I act like I care about you and then disappear?”

Ein interessanter Nachteil des Consent-Prinzips: Bei Leuten, die es nicht einfach nervig finden, die vielleicht gerade auf Aufmerksamkeit, Zuneigung und ein Gefühl, dass sich jemand wirklich für sie interessiert, aus sind, kann es eben Comfort begründen, eine besondere Beziehung, ein „ich bedeute ihm was und das fühlt sich gut an“.  Ich vermute, dass weitaus mehr Frauen eher irgendwann aggressiv reagieren würden, wenn er immer wieder fragt, zumindest, wenn man es nicht mit einem gewissen Charme macht. Und ich vermute mal, dass hier der Altersunterschied auch geholfen hat. Sie hatte anscheinend eher das Gefühl, dass es für ihn normal ist, weil er eben eine andere Generation ist. Auch das dürfte etwas geholfen habe, dass sie es akzeptiert hat.

Im Fazit könnte es für ihn also durchaus eine ganz gute Masche in Bezug auf sie gewesen sein, die ihm eine hohe Sicherheit gibt. Es wäre interessant, ob es für ihn eher etwas kurzfristiges war oder er einfach eine Frau will, die mehr machen kann als Rühreier bzw selbst auch etwas engagierter ist.

Partnerbörsen und was die Leute für einen Partner wollen: „Die Ressource gebildeter Mann wird knapp“

In einem Interview werden interessante Daten aus einer Partnerbörse mitgeteilt:

ZEITmagazin ONLINE: Gibt es typische Lebensalter, in denen sich User anmelden?

Kahlke: Schon Mitte 20 stellen viele fest, dass der Baukasten doch nicht das große Glück verspricht. Besonders Frauen sind enttäuscht vom Dating. Sie vergrößern damit zwar die Zahl ihrer potenziellen Partner, aber es geht eben nur um Sex.

Dann gibt es die, die sich lange genug amüsiert haben und an Familie denken. Sie stellen fest, dass Dating funktioniert, aber dafür zu leichtfüßig ist. Dann sieht man sich nach etwas Ernsthaftem um. Das wird als richtiges Projekt betrieben, oft zu Neujahr. Wir sehen am Jahresbeginn einen dramatischen Anstieg der Zahlen in den Plattformen.

Und dann gibt es noch die Frauen ab 35, 40. Sie sehen an ihrem Umfeld, dass Familie jetzt wichtig und der Job nicht alles ist. Dann natürlich die ersten Trennungen. Mit Mitte 40 sind sehr viele schon wieder geschieden. Die gehen auch online.

Der große Einbruch im Gehalt kommt eben auch in der Zeit um die 30, wenn die Frauen die ersten Kinder bekommen und viele wollen dann ganz bewußt einen Beruf in dem sie auch etwas Zeit für die Kinder haben.

Frauen urteilen strenger

Männer finden Frauen auf Dating-Plattformen im Schnitt viel besser als umgekehrt
Gemeinsamkeiten/Konflikte bei Sachfragen innerhalb möglicher Koalitionen

ZEITmagazin ONLINE: Frauen bewerten Männer deutlich kritischer als Männer Frauen. Das zeigen jedenfalls die Daten Ihrer ehemaligen Kollegen von OKCupid. (Siehe Grafik.)

Die Privilegien der Frauen schön gefunden zu werden.

Was sicherlich auch daran liegt, dass Frauen eher bestimmte Typen gut finden und Männer sich weit eher einig sind.

Kahlke: Frauen versuchen noch stärker als Männer, zu optimieren, den perfekten Partner zu bekommen. Seit etwa zehn Jahren haben wir nun auch noch mehr Uni-Absolventinnen als -Absolventen. Eine größere Menge gebildeter Frauen sucht also mindestens genauso gebildete Männer, die immer seltener werden. Und nicht alle gebildeten Männer suchen gebildete Frauen, sondern oft auch attraktive Frauen mit weniger Bildung. Kurzum: Die Ressource „gebildeter Mann“ wird knapp.

Frauen wollen eben eher „nach Oben“ heiraten, Männer sind in der Hinsicht auch eher bereit „Nach unten“ zu heiraten, wobei damit der soziale Status und das Einkommen gemeint ist. Natürlich hat eine hübsche Frau aber so gesehen bereits wegen ihrer Schönheit einen gewissen Status.

ZEITmagazin ONLINE: In den USA ist das Missverhältnis unter Akademikern noch größer. Während es in Deutschland sieben Prozent mehr Uni-Absolventinnen gibt, sind es dort 35 Prozent – mit fundamentalen Auswirkungen auf die Datingkultur. Viele Männer haben keine Lust mehr, in feste Beziehungen zu gehen.

Kahlke: Bildung ist tatsächlich das Hauptattribut, das der Mann mitbringen sollte. Es ist das Hauptelement der Attraktivität, und nicht äußerliche Merkmale.

Also lieber einen nicht so hübschen mit Universitätsabschluss. Interessant wäre da eine Aufschlüssung nach dem Studienfach.

Äußere Werte

Schöne Frauen ertrinken in Kontaktanfragen, bei Männern ist der Effekt nicht entfernt so ausgeprägt
Gemeinsamkeiten/Konflikte bei Sachfragen innerhalb möglicher Koalitionen

ZEITmagazin ONLINE: Für Männer scheint das Aussehen von Frauen weiter entscheidend. OKCupid-Daten zeigen, dass Frauen, die sehr attraktiv sind, um Größenordnungen mehr Kontaktanfragen bekommen, bei schönen Männern ist dieser Effekt längst nicht so ausgeprägt. (Siehe Grafik.) Gibt es Frauen, die online praktisch überrannt werden und davor dann zurückschrecken?

Kahlke: Die gibt es. Solche attraktiven Frauen und auch attraktive Männer sind deshalb eher auf Portalen, auf denen es anonymer zugeht, wo man die Bilder erst zu einem späteren Zeitpunkt freischalten kann. So können sie sich verstecken.

Auch interessant, sehr schöne Männer haben auch einen deutlichen Vorteil, aber insgesamt erhalten alle Männer sehr wenig Anfragen und es wird eher erwartet, dass sie selbst aktiv werden.

ZEITmagazin ONLINE: Würden wir unsere Beziehungen ausschließlich nach dem Aussehen des Partners wählen, wären wir wahrscheinlich schon ausgestorben. Die OKCupid-Daten zeigen jedenfalls Erschreckendes. So finden Männer überwiegend 20-jährige Frauen attraktiv – egal, ob sie selbst 20, 40 oder 60 sind. Frauen hingegen finden Männer attraktiv, die ungefähr in ihrem Alter sind. (Siehe Grafik.)

Kahlke: Evolutionär bedingt achten Männer auf das Alter der Frauen, um gesunden Nachwuchs zu bekommen, das ist nun mal bei jungen Frauen wahrscheinlicher. Frauen hingegen brauchten früher einen Versorger mit Kraft und Status. Heute ist alles anders, aber die archaischen Muster bleiben erhalten. Frauen sagen heute, es ist interessant für mich, einen Partner zu haben, der auf meinem Niveau oder darüber ist. Muskeln sind nicht mehr wichtig, aber dafür eben die Bildung, weil sie Status und Erfolg und damit ein besseres Leben verspricht.

Der miese Sexist! Natürlich sind das nicht die alten Muster, sondern das Patriarchat.

ZEITmagazin ONLINE: Laut Statistik haben gleich gut gebildete Paare Chancen auf langfristiges Glück und auch das asymmetrische Modell des erfolgreichen und vermögenden Mannes mit weniger erfolgreicher Frau funktioniert. Die erfolgreiche Frau mit dem weniger erfolgreichen Mann scheitert häufiger. Wäre das aber angesichts der demographischen Entwicklung nicht die wünschenswerte Variante?

Kahlke: Ja, die starke Frau mit dem schwachen Mann muss es in Zukunft viel häufiger geben. Frauen sollten von ihrem Anspruch auf einen Versorger Abstand nehmen und sie werden es sicher auch schaffen. Bei Männern, glaube ich, wird es eher schwierig, ihre Dominanz aufzugeben. Aber es wird so kommen müssen.

Da wäre ich an näheren Ausführungen interessiert. Er sagt ja, dass Frauen gerade den erfolgreichen Mann suchen und ich vermute wenn sei auf „Dominanz“ und „Versorger“ genauer testen könnten, dann würden sie merken, dass da durchaus die Frauen eine deutliche Wahl treffen.

ZEITmagazin ONLINE: Wirklich? Wie viele Frauen auf Ihren Plattformen haben auch nur einen Mann akzeptiert, der kleiner ist als sie selbst?

Kahlke: Verschwindend wenige. Es ist leider eines der wichtigsten Kriterien – der Mann muss genauso groß oder größer sein. Keine Frau gibt das gerne zu. Wenn man sie fragt, sagen sie, sie seien offen, aber wenn sie sich dann binden, ist es so.

Auch wieder ein schöner Moment der Wirklichkeit. Körpergröße ist für Frauen sehr wichtig, auch wenn sie natürlich heute auch keine Rolle mehr spielt. Aber die ideale Größe für die meisten Frauen ist eben nach wie vor, dass er wenn sie High Heels anzieht noch etwas größer ist als sie oder zumindest gleich groß.

ZEITmagazin ONLINE: Haben Sie analysiert, wie Ihre User kommunizieren? Die Kontaktaufnahme ist ja ein magischer Moment. Vom Profil her passt es – aber was, wenn der potenzielle Traumpartner Verschrobenes schreibt?

Kahlke: Dann ist es vorbei. Die Nachrichten konnten wir natürlich nicht analysieren, der Datenschutz verbietet das. Aber unsere Nutzerbefragungen haben ergeben, dass Frauen sich von den Männern längere und individuellere Nachrichten wünschen und mehr Kreativität. Damit man auch sieht, dass sich die Nachricht von der unterscheidet, die an die Userin davor gesendet wurde.

Was auch wiederum daran liegt, dass Frauen so wählerisch sind. Wenn sie die wenigsten Männer attraktiv finden, dann lohnen sich halt pauschale Anschreiben, damit sie dann eigenes Interesse signalisieren kann.

Fragen zu Pickup

Mir wurden in den Kommentaren von Rolf einige Fragen zu Pickup gestellt, die ich noch beantworten möchte:

* Wie lang hast du gebraucht vom ahnungslosen Mann, bis du die ersten Erfolge bei Frauen hattest?

Ich verweise zunächst erst einmal auf diese Schilderungen hier, in denen ich meinen Einstieg in Pickup bereits beschrieben hatte:

Ich hatte auch vor meinem Kontakt mit Pickup Freundinnen. Insofern wäre „ahnungslos“ vielleicht eine etwas falsche Vorstellung. Ich habe Pickup nicht als etwas gesehen, was einen kompletten Neubeginn darstellt, sondern eher als etwas, was ein System erkennbarer macht, Verbesserungen möglich macht und Fehler aufzeigt. Ich startete ja auch nicht bei Null, ich war eh schon dabei zu flirten und hatte einen entsprechenden Bekanntenkreis, aus denen sich Bekanntschaften ergeben haben. Aus meiner Sicht hat sich mein Flirten recht schnell verbessert, weil ich es recht einfach fand etwas frecher zu sein und Frauen etwas zu provozieren, insbesondere weil Frauen eben eine deutlich positive Reaktion zeigten. Was nicht bedeutet, dass ich nicht noch genug falsch machte oder eben auch Sachen vollkommen falsch angegangen bin.

Der wesentliche Vorteil war, dass ich jetzt weitaus eher wusste, was ich falsch machte und einen gewissen Weg sah, wie das ganze laufen konnte, der auch wesentlich produktiver war.

* Wie lang hast du gebraucht, bis du reproduzierbare Erfolge bei Frauen hattest? Also keine Anfängerfehler mehr, und mehr Erfolge durch Pickup als durch reines Glück.

Das hängt natürlich stark davon ab, was man als Erfolg sieht. Ich habe kein Hardcore-Pickup betrieben, bei dem ich massenhaft „cold approaches“ gemacht habe. Ich habe eher „Social Circle Game“ betrieben, bei dem man anders vorgeht, weil man die Leute eben im weiteren Umkreis hat. Es ist natürlich auch schwer abzugrenzen, wie der Anteil von Pickup und reinem Glück ist. Ich würde sagen, dass alle Erfolge mit Pickup zu tun hatten, weil ich die positive Resonanz darauf deutlich gemerkt habe. Aber vielleicht hätten auch Frauen, die mich nicht interessant fanden mich im früher interessant gefunden oder Frauen, die mich dann interessant fanden hätten mich auch anders interessant gefunden. Und natürlich fanden mich weiterhin Frauen doof oder Sachen nicht lustig. Ich hab auch immer wieder neues gelesen oder gehört, was mir Sachen klarer machte.

* Wie anstrengend (frustrierend) war es.

Es war überhaupt nicht frustrierend. Im Gegenteil, es war eine wesentliche Verbesserung und Motivation. Natürlich waren einige Erlebnisse frustrierend. Aber ich war mir immer sicher, dass sie besser gelaufen sind als zuvor oder ich konnte zumindest einordnen, was schief gelaufen war.

* Wie lang hat es gedauert, bis du Spaß am Flirten bekommen hat anstatt von Frust durch unerklärliche Körbe immer wieder demotiviert zu werden?

Ich hatte vorher Spass am Flirten, ich hatte noch mehr Spass am Flirten als es besser lief.

Und ich fand es vorher auch weit unerklärlicher, wenn ich einen Korb bekommen habe. Jetzt wusste ich zumindest, was ich falsch gemacht hatte. Pickup zwingt dich zu nichts. Es erklärt dir aber besser, was funktioniert. Natürlich wirst du bei Pickup auch sehr sehr viele Absagen bekommen, wenn du es nutzen willst, um einfach nur immer wieder mit sehr vielen verschiedenen Frauen zu schlafen, weil das Frauen abseits sehr hübscher Männer oder sehr berühmter Männer meist nicht interessiert und sie dafür meist ein gewisses Vertrauen etc brauchen, welches bei einer vollkommen Unbekannten schwer herzustellen ist. Pickup ist da keine Zauberstab, der einen plötzlich in einen überaus attraktiven Mann verwandelt, dem keine Frau widerstehen kann und bei dem sie willenlos wird. Wer diesen Weg gehen will, der wird sicherlich eine harte Lernzeit vor sich haben, in der es auch darum geht, sich soweit abzuhärten, bis einem solche Absagen nichts mehr ausmachen und man damit auf die Frauen lockerer und weniger creepy wirkt. Aber das muss man gar nicht. Wann immer man sonst „konventionell“ geflirtet hätte kann man einfach sein „Zusatzwissen“ aktivieren. Der Flirt wird dann in der Regel etwas besser laufen.

Natürlich ist das auch eine Frage der Sichtweise: Ich fand es interessant, dass man jetzt weitaus mehr Möglichkeiten hatte, Fehler zu analysieren und nach Lösungen zu suchen. Mir war auch häufig klar, was falsch gelaufen war und ich nahm mir vor, beim nächsten Mal dies oder das zu verändern oder gestand mir ein, dass bestimmte Sachen für mich nicht klappen. Andere haben vielleicht diesen Ansatz nicht und sind frustriert, wenn eine Sache, über die sie etwas gelesen haben, bei ihnen nicht passt und wollen sich dann gar nicht damit beschäftigen, warum es bei ihnen nicht passt oder verstehen nicht, was sie falsch gemacht haben, sondern nehmen schlicht an, dass es einfach nicht funktioniert.

Sicherlich ist es auch die Frage, mit welchen Voraussetzungen man startet und wo man landen will. Vom absoluten Beginner zum Casanova ist es sicherlich schwerer als von jemanden, der auch vorher Beziehungen hatte zum besseren Flirten.

Solange man den Prozess als interessante Reise sieht und als etwas, was man ja sonst auch machen würde, ist es denke ich nicht frustrierend. Man sieht dann, dass man jedesmal einen neuen Schritt gemacht hat.