Veronica Kracher zu Incels

Veronica Kracher hat in Incel-Foren recherchiert und darüber ein Buch geschrieben. Die jetzt interviewed sie:

jetzt: Für dein Buch hast du zahlreiche Incel-Foren analysiert. Wie hast du die Recherche dazu erlebt?

Veronika Kracher: Am Anfang war es sehr erschreckend und irritierend, da man ja sowohl mit einer Menge gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit als auch mit einem erschütternden Selbsthass konfrontiert wird. Incels sprechen davon, dass niemand sie jemals lieben könne und bezeichnen sich selbst als „Untermensch“ oder „Abschaum“. An die Vergewaltigungsfantasien gewöhnt man sich irgendwann, man stumpft da leider aus Selbstschutz ab. Einige Sachen, vor allem sexuelle Gewalt gegen Kinder, verstören jedoch nachhaltig. Da ich selbst Erfahrungen mit schweren Depressionen und Suizidalität habe, sind Texte, in denen Incels ihren Selbsthass oder Suizid thematisieren, stellenweise relativ belastend, da sie an schlechten Tagen meine eigene Depression triggern. Andererseits macht mich deren Selbsthass auch wütend, da sie durch ihre Ideologie gewissermaßen selbst an ihrem Leid Schuld sind, aber Frauen dafür verantwortlich machen: Dieser Selbsthass geht in der Regel mit Frauenhass einher, da die Erlösung vom Leid „Sexlosigkeit“ und somit eine Glückserfahrung an weibliche Zuwendung geknüpft wird, man Frauen jedoch gleichermaßen abspricht, diese einem Incel entgegen bringen zu können.

Vielleicht wäre es ganz interessant eine Abgrenzung zumindest in Deutschland zwischen „Incels“ und „AbsolutenBeginnern“ zu machen: Der Incel-Begriff würde dann für die gelten, die sich in Hass hinein steigern und der AbsoluteBeginner-Begriff für die, die zwar auch unfreiwillig sexlos sind, aber es eben gerade nicht in Hass umschlagen lassen.

Den der Incel-Begriff erscheint mit einfach zu verbrannt.
Zweifellos gibt es aus meiner Sicht genau solche, wie dort beschriebenen, es zeigen sich gewisse Überschneidungen mit dem Teil der MGTOW-Bewegung, die auch in Frauenabwertung umgeschlagen sind. Vielleicht sollte man sie als „Incel-MGTOWs“ bezeichnen.

Interessanterweise ist es ja ein sehr ähnlicher Mechanismus wie er auch andere Identitätstheorien befeuert: Auf der einen Seite die benachteiligten Männer, auf der anderen Seite die privilegierten Frauen, die einfach den Sex zurückhalten. Und der Gedanke, dass sie, weil sie in dieser privilegierten Situation sind eben die schlechten sind, und zwar als Gruppe.

Man hat einen Sündenbock und genau wie in linken Identitätstheorien muss man nicht an seinen Problemen arbeiten, etwa besser flirten lernen, sondern kann alle Schuld bei anderen abladen, auch wenn man sich damit in eine selbstverschuldete Hilflosigkeit bringt, weil die anderen um so weniger Grund sehen sich auf einen einzulassen.

Wie können wir uns einen durchschnittlichen Incel vorstellen?

Laut einer Umfrage des Forums incels.co stammen knapp 60 Prozent der User aus der Mittelschicht, 33 Prozent zählen sich zur „Lower Class“, der Rest zur Oberschicht. Die Mitglieder der Subkultur sind recht jung, laut der besagten Umfrage sind 68,2 Prozent der Befragten unter 25 Jahre alt, davon rund ein Drittel 18 bis 21 Jahre alt. Das schlägt sich auch in den Beschäftigungsverhältnissen nieder: Mehr als die Hälfte der User ist laut Selbstangabe Schüler oder Student, 30 Prozent gehen einer Lohnarbeit nach, etwas mehr als 20 Prozent spricht von sich als „NEET“, also „Not in employment, education or training“. Die Incel-Community ist mitnichten eine weiße Community, nur knapp über die Hälfte ist weiß. Ungefähr 45 Prozent der Nutzer stammen aus den USA und Kanada, 40 Prozent aus Europa. Wie viele davon aus Deutschland stammen, lässt sich schwer sagen, da die Boards größtenteils englischsprachig sind. Dies ist jedoch lediglich der Überblick aus dem Forum incels.co und stellt nur deren Community dar.

Das fettmarkierte wäre ja für intersektionale Theorien wieder interessant: Reagieren da schwarze Männer nur auf den Rassismus und prangern zurecht an, dass Frauen nicht mit ihnen schlafen, eben weil diese Rassisten sind?

Was sind typische Hauptcharakteristika eines Incels? 

Incels hängen der sogenannten „Blackpill“-Theorie an. Diese besagt, dass quasi die einzige Diskriminierungsform unserer Zeit der sogenannte „Lookismus“ ist, also die Unterdrückung aufgrund von unattraktivem Aussehen. Vor der sexuellen Revolution und dem Feminismus sei die Welt nach dem Prinzip des „Looksmatching“ aufgebaut gewesen: einem Mann war eine Frau seines „Attraktivitätslevels“ garantiert. Der Feminismus habe Frauen jedoch die freie Partnerwahl ermöglicht. Da alle Frauen von Natur aus hypergam, triebhaft und oberflächlich seien, begnügen sie sich laut der Theorie nun nicht mehr mit ihrem „Looksmatch“, sondern wollen alle nur mit „Chads“, ein Begriff, der Klischeezeichnungen von Gym-Bro-Männlichkeit umschreibt, schlafen. Diese machten ungefähr zwanzig Prozent der männlichen Bevölkerung aus, glauben Incels. Und naja, deshalb bleiben keine Frauen für die armen Incels mehr übrig – obwohl ihnen der Sex doch eigentlich zustehen sollte! Der ist für Incels nämlich ein Grundrecht wie Nahrung oder Wasser.

Ist das eine dort verbreitete Theorie? Ich könnte es mir durchaus vorstellen. Auch hier vielleicht interessante Theorien zu „fatshaming“ und dem Gedanken, dass alle Frauen hübsch sind. Oder den Theorien, dass es Transfeindlich ist, nicht mit einer Transperson Sex haben zu wollen etc.

Ich denke, dass die „hypergamy“ in dem Bereich überschätzt wird. Natürlich haben hübschere Männer bessere Chancen auf dem Markt, auch und gerade für Sex. Schönere Frauen auch. Bei Männern wirkt sich zusätzlich aus, dass Männer üblicherweise für Sex einfach recht offen sind und nichts gegen wechselnde Sexpartner haben. Das macht den Markt für hübsche Männer noch günstiger bzw für Frauen, die einfach so Sex haben wollen. Sie können eben recht einfach einen hübschen Mann finden, der Sex mit ihnen hat.  Wobei ich es nicht so sehen würde, dass man als schlechter aussehender Mann keine Chancen hat. Genug Frauen sehen auch schlecht aus und suchen in ihrer Schönheitsklasse. Aber da sehen sich dann wahrscheinlich viele Incels (im schlechten Sinne) auch als „zu gut“ an als das sie dann mit den „hässlichen“ Frauen Sex haben wollen

Was folgt aus dieser Logik?

Dass Frauen Incels den Sex verweigern und lieber mit Chads schlafen, ist für sie eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. So rechtfertigen Incels ihren Frauenhass, der stellenweise bis in den Femizid und den frauenfeindlichen Terrorakt, wie dem 1989 am polytechnischen Institut in Montréal, bei dem 14 Studentinnen getötet wurden, reicht.

Gewaltphantasien und Hass können einem innerhalb der richtigen Gruppe in einer Identitätstheorie eben auch viel Unterstützung und einen gewissen Status geben. Das ist das gefährliche daran.

Warum haben diese Männer denn keinen Hass auf die „Chads“?

Den gibt es durchaus, zum Beispiel sprach Alek Minassian (der 2018 bei einem Attentat in Toronto 10 Menschen tötete und 16 verletzte, AdR) davon „alle Chads und Stacys zu stürzen“, da Chads einem die Frauen ja „wegnehmen“. Dieser geht jedoch immer mit Neid und Bewunderung einher: Man will selbst die Rolle eines Chads einnehmen. Deswegen verschreiben sich zahlreiche Incels dem sogenannten „Looksmaxxing“, also der Verbesserung des Aussehens durch Sport, Mode oder plastische Chirurgie.

Elliot Rodgers war ja auch besessen von seinem Aussehen und den „besseren Männern“, den „Chads“, die die hübschen Frauen abbekommen. Es passt in dieses Weltbild, dass sie Pickup ablehnen und statt dessen eine vermeintlich leichte Lösung wie plastische Chirurgie favorisieren, die dann wahrscheinlich für die meisten zu teuer ist, so dass es wieder ungerecht ist. Es ist, wenn man selbst nichts ändern will, immer gut, dass der Erfolg unerreichbar ist, aber nur, weil die „Böse Gruppe“ die Anforderungen so ungerecht hoch setzt. Man kann ja nichts dafür, dass man kein Chad ist.

Weiß man, woher das Phänomen der Incels kommt?

Bei Incels fallen der gesellschaftlich ohnehin präsente Frauenhass und patriarchales Anspruchsdenken, die Vereinzelung und Entfremdung des Individuums im Neoliberalismus, und das Internet als Echokammer zusammen. Junge Männer erfahren, dass sie hegemonialen Ansprüchen von Männlichkeit sowie sexuellem und finanziellem Erfolg nicht genügen. Aber anstatt das System und seine Auswirkungen auf das Subjekt in Frage zu stellen, verlagern sie ihren Selbsthass in Form der autoritären Revolte auf Frauen, die sind nämlich prädisponiertes Feindbild und etablierter Sündenbock. Und online bestätigt man sich dann selbst in diesem Denken.

Junge Männer erfahren insbesondere, dass sie den Anforderungen von (jungen) Frauen nicht genügen. Ich finde es erstaunlich, dass man das so ganz außen vor lässt. Sie erleben, dass sie von Frauen nicht akzeptiert sind, sie würden gerne Erfolg bei Frauen haben und am liebsten ohne sich verändern zu müssen.

Aber natürlich ist es das patriarchale System, wenn man Erfolg beim anderen Geschlecht haben will.

Natürlich verkennen sie, was sie falsch machen und in der Tat suchen sie Sündenböcke um sich der Verantwortung nicht stellen zu müssen und ihr Selbstbild zu erhalten. Natürlich weichen sie auch intrasexueller Konkurrenz aus und flüchten sich in Scheinwelten.

Aber erst einmal ist das Problem, dass Frauen sie nicht wollen.

Bleiben wir hier mal bei der konkreten Verknüpfung von Incel-Ideologie und Feminismus: Wie verhält es sich da?

Incels sind, wie andere maskulinistische Gruppen auch, eine regressive Reaktion auf den Feminismus. Anstatt zu realisieren, dass Kritik am herrschenden Geschlechterverhältnis auch Männern zugute kommen könnte, da herrschende Geschlechtervorstellungen auch Jungen und Männern gegenüber immensen psychischen Schaden zufügen, bekämpft man lieber im Männerbund gemeinsam diese „aufmüpfigen Weiber“. Selbst Incels, die ja immer wieder betonen, dass sie darunter leiden, keine „Chads“ zu sein, würden niemals auf die Idee kommen, diese herrschenden Vorstellungen von Männlichkeit oder das Patriarchat zu hinterfragen; letztendlich profitieren sie durch die Abwertung von Frauen doch mehr, als sie unter toxischen Männlichkeitsvorstellungen leiden. Und für solche Männer gibt es nichts Schlimmeres, als einer Frau ähnlich oder ihr gar solidarisch gegenüber zu sein; die Frau muss immer wieder durch Sexismus und Misogynie „zur Frau gemacht“ werden, wie Simone de Beauvoir schon vor siebzig Jahren konstatiert hat.

Ein recht einfaches Bild. Insbesondere weil sie ja Männer beneiden, die mit der „herrschenden Vorstellung von Männlichkeit“ sehr gut bei Frauen ankommen. Sie müssen Männlichkeit nicht wirklich hinterfragen, sie verstehen durchaus, dass Männlichkeit und auch körperliche Männlichkeit sehr gut bei Frauen ankommt. Sie verstehen aber auch nicht, was sie falsch machen und wie ihre Einstellung sie in der Tat unattraktiver macht und sie sich selbst schaden.

Es ist interessant, dass der Aspekt, dass Frauen gewisse „toxische Männlichkeiten“ durchaus sehr mögen, da so vollkommen unterschlagen wird.

Wie entscheidend ist dabei die Opfer-Rolle, die sich die Incels selbst zuschreiben?

Diese Täter-Opfer-Umkehr dient als Mittel, die eigene Gewalt zu legitimieren. Dies haben wir nicht nur bei Incels, sondern bei autoritären Bewegungen generell. Zum Beispiel sah sich der Attentäter von Christchurch weniger als rassistischer Terrorist, sondern als jemand, der die weiße Rasse vor der sogenannten „Umvolkung“ rettet. Incels sehen sich als Opfer einer widernatürlichen feministischen Gesellschaft, die ihnen das eigentlich naturgegebene Recht auf Sex verwehrt. Es sind laut ihnen die Frauen, und diese sogenannte „feministisch-jüdische Gesellschaft“, die im Unrecht sind. So rechtfertigt man das eigene Handeln: Man sei einer der wenigen Erleuchteten, und man habe die Aufgabe, die Welt aufzuwecken. Deswegen auch die Manifeste, die solche Männer hinterlassen: Man will aufzeigen, dass man ein Held, ein Messias, die reaktionäre Avantgarde ist, ein Soldat für eine in deren Augen richtige Welt.

Auch hier wie in anderen Identitätstheorien auch „erleuchtete“, die die Privilegierung der Frauen und die Unfairheit der Welt, die ihnen etwas vorenthält, erkannt hat. Auch hier in gewisser Weise SJWs, nur finden sie eben andere Privilegierungen bekämpfenswert.

Wie können es Incels schaffen, aus der eigenen Opfer-Rolle auszusteigen, also aufzuhören, Incels zu sein?

Ich habe in meinem Buch ein Kapitel, das sich ausschließlich mit dem Ausstieg aus der Szene beschäftigt. Es gibt auf Reddit ein Subreddit namens „IncelExit“, auf dem ausstiegswillige Incels um Rat suchen, andere User*innen geben ihnen Tipps und Hilfestellungen. Dass es dieses Subreddit gibt, zeigt aber auch auf, dass man diese Szene nicht so einfach verlassen kann; sie weist durchaus Strukturen eines Kultes oder einer Sekte auf. Was jedem einzelnen ausstiegswilligen Incel angeraten wird, ist die Therapie: Eine Szene, die ihren Mitgliedern permanent vermittelt, sie seien es, beispielsweise aufgrund fehlender Attraktivität, nicht wert, jemals geliebt zu werden, und die nur ein toxischer Sumpf ist, fügt langfristigen psychischen Schaden zu. Alleine schon deshalb sollte man darauf achten, dass Freunde, Söhne, oder Brüder nicht in diese Szene abrutschen – von der potentiellen Gewalt, die sie anderen antun könnten, ganz zu schweigen.

Ich würde auch jedem dazu raten aus einer so toxischen Weltsicht herauszukommen, wobei das wahrscheinlich sehr schwierig ist, wenn man sich da erst einmal reingedacht hat.

vgl auch:

 

Die Polarität der Geschlechter aufrecht erhalten (Gastartikel)

Dies ist ein Gastartikel von Josef


Sexuelle Anziehungskraft, die Kraft der Leidenschaft basiert auf der Polarität der Geschlechter, sie spannt den Bogen zwischen dem männlichen und dem weiblichen.

Diese zwischen dem maskulinen und dem femininen Pol strömende Anziehungskraft geht in modernen Beziehungen so oft verloren. Wenn du dich nach wahrer Leidenschaft sehnst, musst du ein hinreißender Liebhaber und eine angerissene Geliebte sein; ansonsten wird mit andauernder Beziehungslänge, immer mehr eine
Beziehung in der Form zweier Kumpels entstehen.

Die sexuelle Anziehung schwindet mit der Zeit und die leidenschaftliche Liebe verblasst mit der Zeit. Wenn Männer und Frauen selbst in intimen Momenten an einer politisch korrekten Gleichheit festhalten, geht die sexuelle Anziehungskraft verloren und die ganze Beziehung verliert an Kraft und Saft. Die Liebe kann so stark sein wie zuvor, die Freundschaft kann so stark sein wie zuvor, aber die sexuelle Polarität verblasst.
Du musst die maskulinen und femininen Unterschiede beleben, wenn du auf dem Spielfeld sexueller Leidenschaft am Ball bleiben willst. Das gilt für homosexuelle ebenso wie für heterosexuelle Beziehungen. Tatsächlich sind sich Schwule und Lesben sehr bewusst, dass die sexuelle Polarität nicht vom Geschlecht abhängt!

Obwohl alle Menschen sowohl maskuline als auch feminine Eigenschaften haben und jederzeit einsetzen können – zum Beispiel, um sich in der Firma zu behaupten oder ihre Kinder zu versorgen –, sind die meisten Männer und Frauen im Kern mehr maskulin oder mehr feminin.

In dem gut gemeinten Versuch, Männern und Frauen gleiche Chancen und Rechte zu verschaffen, unterdrücken viele Menschen unabsichtlich ihre wahre sexuelle Essenz. Das muss nicht so sein. Es ist durchaus möglich, Gleichberechtigung anzustreben und gleichzeitig seinen femininen oder maskulinen Kern auszuleben. Aber die meisten Menschen tun das nicht. Also leiden sie. Die meisten Menschen vergessen, dass die Gleichberechtigung, die im Büro funktioniert, in der Intimsphäre bei neunzig Prozent der Paare fehl am Platz ist, das heißt, wenn deren Essenz nicht ausgeglichen, sondern bei einem Partner feminin und bei dem anderen maskulin ist.

Damit die sexuelle Leidenschaft in solchen polarisierten Beziehungen strömen kann, sollten die Unterschiede zwischen feminin und maskulin in intimen Momenten betont, nicht aber gemindert werden. Verringern sich die Polaritäten aufgrund familiärer oder beruflicher Belastungen, nimmt auch die sexuelle Anziehung ab.

Viele Menschen mit einer wahren femininen Essenz weisen eine ganze Serie physischer Symptome auf, wenn ihre feminine Energie ›austrocknet‹, weil sie Jahr um Jahr versuchen, ihrem Körper zu viel maskuline Energie zuzumuten, um sich einem maskulinen Arbeitsstil anzupassen. Und viele Menschen mit maskuliner Essenz, die versuchen, sich an die feminine Art der Kooperation und der fließenden Energie anzupassen, schneiden sich von ihrem Lebenssinn ab und unterbinden ihre tiefste Wahrheit aus Angst vor den Konsequenzen, die es haben könnte, zu ihrer wahren Männlichkeit zu stehen.


Im Interesse der individuellen Autonomie und sozialen Gerechtigkeit haben wir – mit
den besten Absichten – begonnen, die Unterschiede zwischen maskulin und feminin
irrtümlicherweise zu nivellieren.

Ein MUSS ist das Geschlecht und Menschen immer mit anderen sexuellen Orientierungen mit Respekt zu betrachten, und die Männer und Frauen gleichwertig zu halten. Jetzt sind wir bereit, nochmal die nächste Stufe zu erklimmen: Auf der Basis von Gleichheit und gegenseitigem Respekt können wir nun die sexuelle und spirituelle Leidenschaft feiern, die der maskulin-femininen Polarität innewohnt.

Es ist an der Zeit, über das platte Macho-Ideal – nur Rückgrat und kein Herz – hinauszugehen. Es ist auch an der Zeit, das Ideal des sensiblen und mitfühlenden Waschlappens – nur Herz und kein Rückgrat – hinter sich zu lassen. Und auch die die Vollblut Feministin sollte lernen den Nagel gerade stehen zulassen.

Das verlangt eine tiefe Entspannung in die unendliche Offenheit des gegenwärtigen Augenblicks und mehr Bewusstheit und Achtsamkeit für das eigene innere Selbst! Falls du gerne noch mehr zum Thema erfahren möchtest, erfahre unter diesem Link gerne noch mehr zur Polarität der Geschlechter und erhalte kostenlos das ebook,
“Der Weg des wahren Mannes” zum downloaden.
Josef Kryenbuehl / Mentalcoach

Frauen auf der 10-Skala bewerten (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Ypsilonniks

Es gibt nur wenige Themen, in welchen ich Feministen zustimme, hier zum Beispiel die Abwertung von sexuell aktiven Frauen als „Schlampen“(1).

Ein weiterer Punkt wäre die Bewertung von Frauen auf der 10-Skala, heißt, eine 9 ist hot, eine 3 not. Feministen, die sich an anderer Stelle faschistoider Rhetorik von toxischen Männern“ (2) bedienen, können hierzu natürlich die ganz dick Keule auspacken, das sei „entmenschlichend“. Das rührt daher, dass Menschen – auch Männer – über kalte Zahlen beurteilt werden, sie werden auf eine Ziffer reduziert. Dahinter steckt aber noch etwas, was besonders für unattraktive Frauen (und Männer) hart ist: Nämlich, dass manche Menschen mehr, andere weniger attraktiv sind, was durch die Ziffer codiert wird – eine 9 hat mit der Skala vermutlich weniger Probleme als eine 3. Das ist also deshalb hart, da man kaum Einfluss darauf hat, ob ein anderer einen anziehend findet oder nicht: „Attraction is not a choice“. Dieser brutalen Gesetzmäßigkeit unterliegen auch Männer: Ein Topmanager ist hot, ein Hartz-IV-Empfänger not.

Wenn diese Skala nur ein anderer Ausdruck ist von „sehr attraktiv“, „mäßig attraktiv“, „weniger atttraktiv“ etc., warum sollte man sie nicht verwenden? Nun: Einmal hat mich ein Freund genötigt, ein Mädchen, für das ich Gefühle hatte, mit so einer Ziffer zu bewerten. Ich wollte nicht, aber er war hartnäckig, bis er mir schließlich so eine Zahl abrang. Das fand ich scheiße, und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Verweise:
(1):
https://uepsilonniks.wordpress.com/2017/10/01/frauen-schlampen-maenner-playboys/

(2):
https://man-tau.com/2018/12/10/toxische-maennlichkeit-merkel-jusos-abtreibung/

Siehe auch meinen Artikel zum gleichen Thema:

Wie reagieren, wenn die Frau oder Freundin sauer ist und nicht sagt was los ist?

Eine alte Frage, die mir hier erneut in den Suchbegriffen zu diesem Blog entgegen kam und die es verdient noch einmal aufgegriffen zu werden.

Wie reagieren, wenn die Frau oder Freundin sauer ist und nicht sagt was los ist?

1. Warum eigentlich?

Für Männer ist es häufig schwer verständlich, warum Frauen überhaupt auf diese Weise reagieren. Das wütende Schweigen und die Nichtangabe des Grundes, was nun eigentlich los sein soll, erscheint oft unlogisch. Wenn sie es sagen würde, dann könnte man ja eher das Problem lösen, sagen, was sie falsch verstanden hat, sich rechtfertigen oder ähnliches. Tatsächlich kommt es – was einigen Frauen wiederum anscheinend schwer zu glauben fällt – häufig vor, dass die Männer keine Ahnung haben, was sie jetzt so aufregt.

Ein Erklärungsansatz ist, dass Frauen ohnehin anders streiten als Männer und ihre Erinnerung da auch weiter zurückreicht. Männer sind im Schnitt weit weniger sensibel bei Angriffen oder Vorfällen und sie behalten in vielen Fällen und im Schnitt auch Sachen weniger lange im Gedächtnis. Wenn sie dann sauer ist, dass er schon wieder seine Socken hat rumliegen lassen, obwohl sie ihm vor drei Wochen schon gesagt hat, dass ihn das nervt, dann erscheint ihr dies gerecht und wichtig und ihm vollkommen irrational. Sie sieht es vielleicht als Mißachtung ihrer Person, er als kleines Versehen, auf das er noch nicht einmal kommt.

Frauen regt es dann vielleicht noch mehr auf, wenn er es noch nicht mal erkennt, weil das die Mißachtung ja noch erhöht. Sie wollen dann, dass er es von selbst erkennt, weil sie es ihm ja schon gesagt haben und es wenig Sinn macht, es noch einmal zu sagen, wenn er es dann eh nicht wahrnimmt.

Das wäre ein aus meiner Sicht zumindest eine noch einigermaßen logische Herleitung. Ob sie stimmt? Keine Ahnung.

Vielleicht war diese Form des Streitens für Frauen auch einfach nur evolutionär sehr vorteilhaft, weil es ihn in die Rolle desjenigen drängt, der sich um sie bemühen muss und ihm etwas „Verlustangst“ macht, weil die Frau sich emotional von ihm zurückzieht.

2. Was gab es letztes Mal für Ratschläge?

Wie oben bereits verlinkt war das Thema an sich schon einmal Thema hier. Ich schrieb:

Eine Gegenstrategie bei Schweigeattacken aus nicht zu gravierenden Anlass ist daher auch sie schlicht zu ignorieren und seine eigenen Sachen zu machen, denn dann geht der Sinn dieser etwas verloren. Meine Erfahrung ist da, dass Frauen schlicht mitunter eine gewisse Zeit benötigen, wenn diese abgelaufen ist, dann kann man das Gespräch wieder suchen und die Sache beilegen

Ich lasse, zumindest wenn ich nicht weiß, dass ich irgendetwas sehr blödes gemacht habe, meist in der Tat etwas Zeit vergehen, dann mach ich einen vorsichtigen Ansatz und sehe schon an der Reaktion in welchem Stadium ich bin. Genervtes Wegschauen bedeutet, ich kann getrost noch einige Youtubevideos schauen, Kommentare lesen oder Artikel schreiben oder  mich etwas mit Fräulein Schmidt beschäftigen. Ein böser Blick oder eine Spitze oder ein leicht übertriebenes Zurückziehen bedeutet, dass die Phase des Schweigens vorbei ist und sie jetzt noch etwas emotionale Auseinandersetzung braucht. Dann kann man etwas auf das Spiel eingehen, bis sie einem sagt, was eigentlich los ist und man das Problem klärt, was dann meist recht schnell geht.

In den Kommentaren hieß es:

Matze:

Am besten man tritt der Freundin dann mal richtig schön auf den Fuß. Dann weiß man wenigstens warum sie auf einen sauer ist, ^^

Wer ein guter Schauspieler ist, kann auch vorspielen das er angepisst ist. Das scheint Frauen glücklich zu machen:

Das kann auch aus meiner Sicht durchaus bei den kleineren Vorfällen klappen: Entweder eine Konfrontation quasi provozieren, damit Schweigen ihr nichts bringt oder (gerne auch spielerisch) in den Gegenangriff gegen: Ebenfalls ignorieren. Auf das ignorieren noch einen drauf setzen indem man ihr die Decke wegzieht („Das ist meine Decke, die hast du nicht verdient!“) oder etwas in der Art. Bei ernsteren Vorfällen würde ich damit allerdings warten.

Henrik:

Es gibt ja die Theorie, dass Frauen von Zeit zu Zeit ihren Partner zur Weißglut treiben, um zu erkenne, ob er überhaupt noch emotional in der Beziehung ist. Kommt eine Reaktion, weiß sie, dass er sich noch um die Beziehung schert. Kommt keine, nun dann stehen große Probleme an.

Es ist sicherlich eine Typsache, aber bei heißblütigeren Südländern hat das auf alle Fälle was für sich: Sie brauchen mitunter etwas Drama, es belebt die Beziehung. Wenn man das einfach akzeptiert, dann kann man es in ein spielerisches Drama umleiten und damit echtes Drama vermeiden.

Natürlich wäre das dann auch eine Form des Shittests und folgt damit auch dessen Regeln. Eine Frau, die so weit geht, dass sie ihren Partner wirklich zur Weißglut treiben muss, scheint mir aber deutlich zu weit zu gehen. In der Tat ist aber nicht Wut das Gegenteil von Liebe, sondern Gleichgültigkeit. Wenn der Partner Emotionen vermisst, dann kann es interessant sein, dass man Wege findet, sie abseits der Notwendigkeit, den Partner zur Weißglut zu treiben, auslebt.

Androsch schrieb:

Meine Erfahrung mit früheren Freundinnen (meine Frau praktiziert das zum Glück nicht): sobald man ihre komische Stimmung bemerkt, sie so lange nerven, bis sie konkret wird.

Die Frau will, dass die Sache thematisiert wird, die komische kindische Trotzreaktion ist vermutlich meistens eine Art Hilferuf, weil sie emotional mit etwas nicht klar kommt oder nicht weiß, wie sie es thematisieren soll. Aussitzen wirkt temporär, verfestigt aber latente Antipathien und führt auf Dauer zu Entfremdung.

Einige praktizieren das natürlich auch absichtlich und vorsätzlich, weil sie wissen, dass sie damit bequem Druck ausüben können. Von solchen Frauen sollte Mann sich umgehend trennen, es sei denn er steht auf solche Machtspielchen.

Und dann gibt es noch die Frauen, die einfach mal so schlechte Laune haben, die tatsächlich nicht mit dem Mann zusammenhängt.

Und jetzt das Kunststück: rausfinden welchen Typ Frau man hat, bzw. welche der drei Möglichkeiten gerade akut ist 🙂

In der Tat sollte man es immer auf seine Partnerin abstimmen und nicht generell sehen. Das ist in der Tat ein guter Rat. Wenn bei der eigenen Partnerin direkte Konfrontation hilft, dann ist es das ein guter Weg. Wenn es eine bewußtes, unemotionales Machtmittel ist, dann ist es sicherlich kritischer zu sehen. Und wenn es einfach schlechte Laune und Angespanntheit ist, dann sollte man schauen, wie man an die eigentlichen Ursachen herankommt.

Anne führte an:

Wenn ich sauer bin, dann sage ich das schon, aber nicht, wenn ich verletzt bin (nur sehr selten).
Dann halte ich es auch für eine „Bringschuld“ meines Partners, die Sache zu bereinigen, denn eigentlich erscheint (mir) die Angelegenheit ja evident.
Ich empfinde es dann selbst als Zumutung, mich erklären zu müssen, denn a) kann ich das nicht wirklich (sonst wäre ich ja nur sauer, und hätte durchaus Argumente), und b) bin ich mir in diesem Moment sicher, dass er das ja selbst wissen müsse.

Empfohlene Strategie: Freundin einfach in den Arm nehmen, damit sie sich nicht unterdrückt fühlt. 😉

Also der Unterschied zwischen „Sauer“ und „verletzt“. Sauer wäre, wenn ich das richtig verstehe, etwas, was sie allgemein schlecht findet, verletzt wahrscheinlich dann eher, wenn sie es auch als quasi gegen sich gerichtet oder sie mißachtend sieht. Das scheint mir etwas in die Richtung meiner Ausführungen oben zu gehen, wenn auch vielleicht mit einer interessanteren Abgrenzung durch das Begriffspaar „Sauer“ oder „verletzt“

In den Arm nehmen kann klappen hängt aber von dem Grad der „Verletztheit“ ab.

Adrian fasst es gewohnt kurz:

Hmmm. Ignorieren und die Ruhe genießen.

Kann man durchaus. Ich sage ja: Mitunter braucht es einfach eine Weile und etwas zu machen bringt nicht viel.

Aurelie rät:

Aushalten, ignorieren, in regelmäßigen Abständen ein konstruktives Gespräch anbieten und sich ansonsten ganz normal verhalten. Auch wenn ich diese Strategie hasse, wenn ich auf der anderen Seite sitze, aber sie funktioniert. Wut ist ein sehr flüchtiges Gefühl und je weniger man daran erinnert wird, umso schneller ist sie wieder weg.

Aushalten, ignorieren und immer wieder schauen, ob sie schon so weit ist, dass man aus dem Schweigen rauskommt. Das wäre ja auch meine Strategie.

LH schreibt:

Wenn einem Ignorieren und Abwarten zu lange dauert, dann kann man sich auch über darüber lustig machen, dass sie sich wie eine Dreijährige aufführt. „Meinst Du, Du schaffst es Dich ohne Schnuller zu beruhigen oder soll ich Dir einen besorgen?“

Ja, auch das kann klappen: Denn es ist einer der entscheidenden Nachteile des Schweigens, dass man damit ja der Passive ist, der sich nur schwer verteidigen kann. Insofern kann man das für sich ausnutzen und sie etwas aufziehen. Wenn sie was erwidert, dann hat man so gesehen gewonnen und sie verloren. Denn sie hat ja ihren Plan nicht durchziehen können. Das kann man ihr dann auch gleich aufs Brot schmieren. Empfehlung: Nur wenn man sich sicher ist, dass sie nicht zu gravierenden Dingen schweigt.

In den Kommentaren gerne weitere Vorschläge oder Erklärungsansätze.

Soll man eine Frau nach einem Date fragen, auch wenn man befürchtet, dass sie ablehnt?

Ein interessanter Tweet:

Bei dem Forscher Lars Fischer kommt hier sicherlich noch die Unsicherheit aufgrund seines Fraser Syndrom dazu, die es sicherlich nicht einfacher macht zu glauben, dass die andere Person einen interessant findet.

Aber die Frage ist denke ich gerade für unsicherer interessant.

Sie läuft häufig unter dem Gedanken, dass man eine Situation klären will, endlich Gewissheit haben will, ob bestimmte Nettigkeiten nur Nettigkeiten sind oder mehr bedeuten und auch – wie oben – gerne unter dem Gesichtspunkt, dass man keine Gelegenheit verstreichen lassen will, nicht will, dass man später hört, dass der andere einen interessant findet, aber nie etwas daraus geworden ist.

In der Hinsicht wird es als ein „letztes Mittel“ eingesetzt: Entweder man hat Erfolg oder nicht. Aber die Situation ist natürlich geklärt.

Es bietet sich gerade dann an, wenn der andere etwa gehen würde, umziehen würde, den Arbeitsplatz wechselt. Und man ihn daher nicht mehr so häufig sehen wird.

Es ist gleichzeitig riskant, weil es eine Offenbarung ist, die den anderen Unvorbereitet treffen kann und danach befangen macht, wenn die Gefühle eben nicht bestehen.

Es ist auch, gerade aus der Sicht vieler Frauen, eher der „Holzhammer“: Es einfach direkt ansprechen statt es einfach „Passieren zu lassen“, den anderen zu einer Offenbarung bringen.

Aus meiner Sicht ist es ein gutes Mittel, wenn man sich sehr sicher ist, dass der andere will und man ansonsten schlecht flirtet. Dann kann es das einfachste sein, es einfach mal auszusprechen und dann in die Beziehung oder was auch immer beide wollen, durchzustarten.

Gerade wenn man unsicher ist, dann ist aus meiner Sicht die Methode nicht unbedingt die Beste.

Im Pickup würde man eher das „Klassische Schema“ anwenden:

Zunächst seinen eigenen Wert darstellen (Attraction) bis man Zeichen bekommt, dass sie einen interessant findet (IOIs) und dann etwas an ihr hervorheben (abseits des Körpers) warum man sie toll findet (und für das sie toll gefunden werden will). Dann Berührungen, Vertrautheit, tiefe Gespräche, mehr Berührungen etc.

Wenn man in dem Bereich gut genug ist, dann braucht man die direkte Art und Weise nicht mehr und natürlich ist die Entscheidung auch eher positiv, wenn man vorher etwas dargestellt hat, wenn man Vertrautheit und sexuelles Interesse geweckt hat etc

Natürlich ist es mit Fraser Syndrom erst einmal deutlich schwieriger Anziehung zu erzeugen. Aber auch hier gilt: Lieber selbstbewußt und frech sein, sie herausfordern, genug andere Signale des anderweitig (unabhängig vom Ausssehen) vorhandenen Wertes senden als sie einfach zu konfrontieren und dabei evtl deutlich zu machen, dass man selbst nicht glaubt interessant zu sein und eine Ablehnung zu erwarten.

Das finde ich persönlich das schöne am Pickup: es macht einen die Dynamiken und Zeichen weitaus deutlicher als es vielen vorher war und lässt einen auch andere Dynamiken erzeugen aus denen heraus dann Situationen entstehen, in denen man nicht mehr die „verzweifelte Frage“ stellen muss und das evtl aus einer schwachen, bittstellerischen Position heraus.

Um so mehr die Frau denkt, dass man ein Nein erwartet, weil man glaubt sie nicht Wert zu sein um so eher wird sie auch zu einem Nein tendieren.

Um so eher es ein „lass uns mit den Spielchen aufhören, ich will dich, du willst mich, lass uns mal zusammen weggehen und schauen wie es läuft“ ist um so eher wird sie, wenn sie zumindest ein gewisses Interesse hat (und man die Situation nicht vollkommen falsch gelesen hat), zu einem Ja tendieren.

Kurzum: Die direkte Frage kann Klarheit schaffen, bringt einen aber auch um die Gelegenheit sie an dem Abend für einen einzunehmen und zu verführen.

„Was ist für euch bei Frauen/Männern ein NoGo?“

Eine gute Samstagsfrage wurde bei Twitter gestellt:

Ich verstehe sie so, dass es um Frauen als Partner geht, würde aber natürlich für die an Männer interessierten Leser die Frage offener gestalten:

Welche Eigenschaften wären für euch bei einem potentiellen Partner ein NoGo?

 

 

Partnerwahl: „Wir wählen immer den gleichen Partner“

Eine Studie hat Expartner miteinander verglichen und festgestellt, dass diese sehr vergleichbare Persönlichkeitsprofile haben.

Do people have a “type” when it comes to their romantic partners’ personalities? In the present research, we used data from a 9-y longitudinal study in Germany and examined the similarity between an individual’s ex- and current partners using the partners’ self-reported personality profiles. Based on the social accuracy model, our analyses distinguished similarity between partners that was attributable to similarity to an average person (normative similarity) and resemblance to the target participant himself/herself (self-partner similarity) to more precisely examine similarity from partner to partner (distinctive similarity). The results revealed a significant degree of distinctive partner similarity, suggesting that there may indeed be a unique type of person each individual ends up with. We also found that distinctive partner similarity was weaker for people high in extraversion or openness to experience, suggesting that these individuals may be less likely to be in a relationship with someone similar to their ex-partner (although the individual difference effects were not mirrored in an alternative analytic approach). These findings provide evidence for stability in distinctive partner personality and have important implications for predicting future partnering behaviors and actions in romantic relationships.

Quelle: Consistency between individuals‘ past and current romantic partners‘ own reports of their personalities

 

Aus einem Spiegelbericht:

Sowohl die Studienteilnehmer als auch ihre (Ex-)Partner hatten Fragebögen ausgefüllt, in denen sie ihre eigene Persönlichkeit nach bestimmten Merkmalen bewerteten. Sie mussten etwa angeben, wie gern sie streiten, wie pflichtbewusst sie sind, ob sie neurotische Züge haben und offen für Neues sind. Insgesamt verglichen die Wissenschaftler so 21 Charaktereigenschaften.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass sich die Studienteilnehmer häufig ähnlich einschätzten wie ihre Partner. Noch ähnlicher waren jedoch die Angaben der aktuellen Partner und der Ex-Partner. Die Studienteilnehmer suchten sich also Partner aus, die nicht nur ihnen selbst, sondern mehr noch ihren vorherigen Partnern glichen, schlussfolgerten die Forscher. Von diesem Muster wich nur ab, wer sich selbst als besonders extrovertiert und offen für Neues charakterisierte.

Nach einer Trennung glauben viele Menschen, dass sie nun besser wissen, wen sie als neuen Partner haben wollen“, schreiben die Autoren der Studie dazu. „Unsere Studienergebnisse legen allerdings nahe, dass die neuen Partner einen gewissen Grad an Ähnlichkeit zu den vorherigen aufweisen, was nahelegt, dass Menschen zumindest in Teilen beständig Beziehungen zu einem bestimmten Typ eingehen.“

Die Autoren glauben, dass sich die Faktoren, die eine Partnerwahl beeinflussen, viel besser vorhersagen lassen als bislang angenommen – und das insbesondere dann, wenn man mehr über die Ex-Partner weiß.

Finde ich eine interessante Forschung. allerdings müsste man sicherlich noch viele weitere Forschung durchführen und ich müsste mir die tatsächliche Studie auch noch einmal genauer anschauen. Interessant wären Zwillingsstudien aus dem Bereich und interessant wäre natürlich auch einmal die tatsächlichen Ex-Partner zu vergleichen und nicht nur die Bewertungen der jeweiligen Person.

Interessant wäre auch, ob sich die charaktereigenschaften verändern, wenn derjenige sich selbst stark verändert, etwa attraktive wird, sei es über Aussehen oder Status. Ein gewisser Teil der Übereinstimmung könnte ja auch damit zusammenhängen, dass die Partner bei der jeweiligen Person bestimmte Charaktereigenschaften interessant finden und er deswegen er solche Partner bekommt. Bekommt es für ein Mensch mit schlechteren Selbstvertrauen der dominantere Partner und fände sich dies, wenn er beispielsweise beruflichen Erfolg hat?

Die Lust, sich hinzugeben und die Inszenierung einem Unwiderstehlichkeitsparadigma („Der will mich, weil ich so attraktiv bin“)

Ein interessantes Interview zu Dominanz und Hingabe:

wir leben heute in unserer Beziehung den demokratischen Wertekanon. Er zielt auf Gleichwertigkeit: Mann und Frau haben die gleichen Rechte, man behandelt sich fair. Die interessante Frage ist: Wie weit kann man beim Sex dieses Gleichgewicht verschieben?

ZEITmagazin ONLINE: Ich kann beim Sex beispielsweise sagen: „Komm her!“, was ich am Frühstückstisch besser bleiben lasse.

Clement: Beim Sex können Sie auch sagen: „Du gehörst mir!“ oder „Nimm mich!“ Es gibt im sexuell-erotischen Sprechen Elemente von Ungleichheit, Macht, Besitz, Territorialität – das ganze Spektrum politisch unkorrekter Bedürfnisse. Den Partnern muss allerdings klar sein, auf welcher Sprachebene sie sich gerade bewegen. In der Sexualforschung vermeidet man interessanterweise immer einen Begriff, den ich aber für sehr interessant halte: „Hingabe“. Im Englischen heißt das Verb dazu „surrender“, was das Gleiche bedeutet wie „beim Kampf aufgeben“.

Das Spiel mit der Dominanz finden in der Tat viele Frauen sehr interessant, auch dann, wenn sie ansonsten eine gleichberechtigte Partnerschaft leben. Sicher geht auch beides und viele Frauen werden auch das mögen – und sicher werden auch Männer dominant Sex einfordernde Frauen durchaus interessant finden.

Und über den Reiz von „Fifty Shades of Grey“und Vergewaltigungsphantasien:

Clement: Eine Prise Angst gehört zu dieser Art sexueller Vorstellung schon dazu. Man inszeniert sich schließlich eine spannungsvolle Geschichte. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass die Frau in ihrer Fantasie die Autorin und Regisseurin dessen ist, was geschieht. In ihrem Kopf kann sie den Mann wie eine Marionette führen und ihn gedanklich über sie herfallen lassen.

ZEITmagazin ONLINE: Den Mann gedanklich über mich herfallen zu lassen – worin besteht denn dabei der Reiz?

Clement: Es gibt eine interessante Theorie zu Vergewaltigungsfantasien, die besagt, dass es sich um verkappte Triumphfantasien handelt. Die Frau folgt mit der Inszenierung einem Unwiderstehlichkeitsparadigma: „Der will mich, weil ich so attraktiv bin.“ Er kann gar nicht anders!

ZEITmagazin ONLINE: Das ist ja mal eine ausgewachsene Allmachtsfantasie.

Clement: Absolut! Die Vorstellung „Ich bin so unwiderstehlich, dass der andere nur über mich herfallen kann“ ist grandios und macht es so erregend.

Der Plot, dass der andere ihr irgendwie verfallen ist und sie – mitunter gegen andere Konkurrenten – nur für sich will, dürfte in der Tat häufig sein. Und das mit einem gewissen Widerstand der Frau diese „Unwiderstehlichkeit“ noch betont werden kann, weil er dennoch nicht aufgibt, findet man sicherlich auch in anderen, harmloseren Flirt- und Annährungsbereichen, etwa beim „gehauchten Nein“ oder bei dem Wunsch nach dem aktiven Mann, der nicht darauf wartet, dass die Frau ihn anspricht, sondern – eben weil er sie so begehrt – auf sie zugeht und sie „erobert“. Das Herauszögern des Sex oder das Gespielte Desinteresse können jeweils das Unwiderstehlichkeitsparadigma bedienen.

 

So bleibt er in der Friendzone

Ein Artikel in der Zeitschrift Fem gibt Tipps, wie man einen Mann deutlich macht, dass man ihn nur als Freund sieht:

1.    Klar und deutlich

Du darfst ihm auf keinen Fall Rätsel aufgeben, was deinen Beziehungsstatus betrifft. Hast du einen Partner, muss er dies auch erfahren. Andernfalls wird er Annäherungsversuche wagen. Wenn du keinen Freund hast, solltest du ihm klar verständlich machen, dass von deiner Seite aus nicht mehr zu erwarten ist.

Klare Ansagen dürften da auf alle Fälle helfen. Einen Partner zu verschweigen wäre schon etwas, was man schnell als Zeichen von Interesse interpretieren kann. Und auch die deutliche Ansage, dass man kein Interesse hat, kann helfen.  Allerdings ja auch etwas, bei dem man erst einmal sicher sein muss, dass der andere auch Interesse hat, sonst wirkt es auch etwas komisch.

2.    Ohne Romantik

Es darf auf keinen Fall eine Date-Atmosphäre entstehen. Folglich ist, sich alleine mit ihm zu treffen, etwas heikel. Stattdessen solltest du dich mit ihm lieber in einer Gruppe treffen. So könnt ihr euch auf freundschaftlicher Basis begegnen.

Würde ich auch für richtig halten. Wer zuviel mit demjenigen alleine macht, wer zuviel nur auf denjenigen konzentriert ist dabei, der wird eher den Eindruck erwecken, dass es ein Date ist. Gruppentreffen und sich dann auch mit anderen unterhalten machen weit eher deutlich, dass man weniger interessiert ist.

3.    Er ist kein Mädchen

Wir Frauen kümmern uns um unsere Freunde. Sind sie traurig heitern wir sie auf und wir scheuen auch keinen Körperkontakt. Ab und zu beschenken wir unsere beste Freundin auch spontan. Das geht aber bei ihm nicht, weil er dadurch nur verwirrt wird und eventuell dein Verhalten falsch interpretiert.

Auch hier vollkommen zutreffend. Denn solche Zeichen werden dann eher als Zeichen von Interesse und nicht als Zeichen einer Freundschaft interpretiert. Gerade Körperkontakt ist da ein sehr starkes Zeichen. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Frauen entgeht, die wissen, dass er was von ihr will. Das wäre dann vielleicht eher der Versuch ihn sich zB als Orbiter warmzuhalten.

4.    Minimaler Körperkontakt

Du musst ihm bei eurer nächsten Begegnung nicht hart auf die Schulter klopfen. Dennoch solltest du den Körperkontakt auf einem Minimum halten. Keine flüchtigen Berührungen, kein Kuscheln oder Händchen halten. Ist es für uns Frauen vollkommen normal sowas mit einem Freund oder einer Freundin zu machen, versteht er es sicherlich falsch.

Das ist etwas gedoppelt, aber als Hinweis sicherlich nicht falsch.

Lustigerweise habe ich ganz ähnliche Tipps mal zu der Frage gelesen, wie man fair gegenüber einer Frau ist, mit der man nur gelegentlichen Sex haben will. Auch hier ist es wichtig alle „Beziehungsandeutungen“ zu unterlassen, sich nicht zu häufig zu treffen, ihr (oder ihm) nicht das Gefühl zu geben, dass sich mehr daraus entwickeln wird. Auch da kann die Versuchung groß sein, daraus quasi eine unverbindlichere Beziehung zu machen, was aber eben schnell dazu führt, dass einer von beiden es für mehr hält als es letztendlich ist.

Letztendlich gibt es eben bestimmte Signale für eine tiefere Verbundenheit, ein Mehr an Gefühlen, bei denen man sich schnell irren kann.

Siehe auch:

Leserbriefe: Will sie was von mir oder nicht?

Ein Leser stellte per Email eine Frage zu einer Flirtsituation:

Ich bin 18 Jahre alt und ich stehe seit ca. 2 Jahren auf ein Mädchen. Letztes Jahr habe ich dann endlich meinen Mut zusammengefasst und sie nach einem Date gefragt – wir waren essen und hatten eine echt schöne Zeit, allerdings ohne große körperliche Nähe (abgesehen von Umarmungen bei Begrüßung und Verabschiedung). Einige Tage darauf habe ich sie dann nach einem zweiten Treffen gefragt, woraufhin wir uns nochmal getroffen haben. Sie hat allerdings nie selber mal die Initiative gegriffen, mir zu schreiben.
Vor kurzem wirkte sie plötzlich wieder total attraktiv und ich habe sie ein weiteres Mal nach einem Date gefragt – wir hatten wieder eine schöne Zeit, allerdings wieder ohne große körperliche Annäherungen. Ein paar Wochen später haben wir uns dann zufällig im Club getroffen und sie ist dann auch ziemlich offensiv auf mich zugekommen und hat mich angetanzt. Mehr ist allerdings auch dort nicht passiert. Von dort an haben wir dann allerdings regelmäßig geschrieben – sie hat mich auch von sich aus angeschrieben. Nun waren wir letztens zusammen auf einer Feier und sie hat sich zu mir gesetzt und auch Körperkontakt gesucht. Am Ende des Abends hat sie mich dann noch draußen gebeten und mir gesagt, dass sie auf mich steht. Daraufhin habe ich sie geküsst, was von mir auch erwidert wurde. Sie hat sich dann in meinen Arm gelegt und wir haben uns noch ein weiteres Mal geküsst. Zum Abschied habe ich ihr dann noch einen Kuss auf die Stirn gegeben.
Am Morgen danach habe ich sie dann angeschrieben und gefragt, wie es bei ihr sei. Sie rief mich dann und erzählte mir, dass ich eine tolle Person sei, sie aber nicht genug Gefühle für eine Beziehung hätte. Am gleichen Abend habe ich dann zufällig ihre beste Freundin getroffen, die auch eine gute Freundin von mir ist, und sie um Rat gefragt. Sie erzählte mir dann, dass sie sich vorstellen könnte, dass sie gerade einfach mit der Situation überfordert ist und sie nochmal mit ihr reden würde. Gestern schrieb sie (ihre beste Freundin) dann, dass sie sich klar ist, dass sie nicht mehr als Freundschaft möchte.
Nun zu meiner Frage: Glaubst Du, dass ich bei ihr noch eine Chance habe, oder dass ich einen Haken hinter die Sache setzen sollte?
Ich schrieb:
Das ist wirklich eine schwierige Situation. Es ist auch schwer sie einzuschätzen.
Eine Möglichkeit ist, dass sie dich ganz interessant findet und du einfach dran bleiben musst. Vielleicht möchte sie schlicht etwas länger umflirtet werden oder sie ist relativ passiv und kommt von sich aus nicht in die Gänge. Ich würde auf jeden Fall, wenn du sie auch interessant findest, wieder etwas versuchen und einfach mehr mit ihr machen. wenn sie etwas zurückhaltend ist, dann kann es interessant sein, dass du mit ihr etwas machst, was in einer Gruppe startet und dann später mit ihr alleine endet.Teilweise reicht ist einfach genug Zeit mit ihr zu verbringen und sie mit den Duncan warm werden werden zu lassen, bis man schließlich eh jeden Tag was miteinander macht und der Freund ist. Sie sie küssen war auf jeden Fall richtig, du solltest versuchen das auszubauen.
Die weniger schöne Variante ist, dass sie merkt, dass du etwas von ihr willst und sie etwas mit dir spielt. Vielleicht findet sie es ab und zu ganz nett, wenn Siein deiner Nähe ist und du dich um sie bemühst, mehr ist es aber nicht, so dass sie letztendlich in anderen Situationen weniger Interesse hatte, dich aber warm hält. Dann kann es interessant sein, sie etwas eifersüchtig zu machen und zu gucken, ob sie dies dazu veranlasst, dich nicht als gegeben hinzunehmen.
Das alles ist natürlich schwer zu beurteilen, wenn man keine Interaktion zwischen euch gesehen hat.
Natürlich klingt „eine tolle Person, aber nichts für eine Beziehung“ auch stark nach der Friendzone  aber dazu passt nicht, dass sie ihre Gefühle gesteht und sie rumküssen.
Vielleicht war es auch zu wenig Bindung und sie war sich nicht sicher, ob der andere vielleicht nur Sex will. Dann wäre dranbleiben sicherlich der richtige Weg.
Grundsätzlich scheint eine Chemie vorhanden zu sein. Ich würde also versuchen das auszubauen, wenn er an ihre interessiert ist.