Nochmal zum Aussagegehalt von „Nein“

Der Freund einer Freundin ist im Krankenhaus. Er hat sich in den Kopf gesetzt, dass er sie während dieser Zeit befriedigen muss, weil sie ihn sonst betrügt (es ist etwas kompliziert). Also versucht er, an sein Zimmer gebunden, alles um im Krankenhaus Sex mit ihr zu haben. Sie will aber nicht, weil sie meint, dass die Tür ja jederzeit aufgehen kann.

Ihr weitere Schilderung:

„Er macht einfach immer weiter. Und er ist echt besser geworden. Er ist so fordernd und bestimmt und er weiß auch mehr, was er macht. Ich glaube er hat ein Buch gelesen oder sich Tipps geholt. Ich sage die ganze Zeit „Nein, Nein, Nein“ aber es macht mich so an, beinahe hätte er mich soweit gehabt. Ich wäre fast über ihn hergefallen. Wenn nur nicht jemand reinkommen könnte.“

Das weitere Gespräch drehte sich dann um Krankenhausbetten, geeignete Positionen und die Vorteile von Röcken.

Hier finde ich aber interessant, wie diese Episode unter dem Gesichtspunkt „Nein heißt Nein“ zu bewerten wäre. Sie will ja erkennbar keinen Sex im Krankenhaus haben und findet seine Versuche zu gefährlich und fürchtet die Entdeckung. Gleichzeitig erregen sie die Versuche auch und erzeugen eine gewisse sexuelle Spannung. Sie hat im Prinzip nichts dagegen von ihm sexuell berührt zu werden, genießt das sogar. Aber sie hat eben Angst vor der Entdeckung. Geht er zu weit und sollte er nach dem ersten Nein einfach aufhören? Oder ist es okay, zumal sie es ja in der Hand hat, wie weit es geht?

22 Gedanken zu “Nochmal zum Aussagegehalt von „Nein“

  1. Natürlich geht er nicht zu weit, wenn es sie anmacht.

    Ja, es macht Frauen oft an, zu spüren, wie sehr ein Mann sie begehrt.
    Das pumpt ihr Ego auf, dieses Gefühl “ Er will mich so sehr, so sehr“.
    Es ist eine stimulierende Vergewisserung ihrer „Verführungsmacht“ als Frau, eine Selbstvergewisserung.

    Weshalb ein „Nein“ oft nur als eine Art Shittest zu verstehen ist.
    Ein Mann, der, so wie Feministinnen es ihm raten, sofort das Nein akzeptiert, er fällt durch.
    Einer, der sich nicht bemüht, auf den kein Verlass ist, der sofort aufgibt > Dem bin ich nicht viel wert, wenn er so früh und leichtherzig aufgibt, denkt frau.

    Überhaupt ist der beste Weg in die erotische Erfolglosigkeit für Männer der, so zu werden, wie es Feministinnen ihnen raten.

  2. @Roslin
    „Überhaupt ist der beste Weg in die erotische Erfolglosigkeit für Männer der, so zu werden, wie es Feministinnen ihnen raten.“

    Vielleicht ist das der Grund, warum Pickup im Feminismus nicht so angesehen ist 😉

    Ich denke auch: Die Art, wie er ihr Nein handhabt sagt ihr viel über den Mann. Und hier hatte sie auch nichts gegen die Berührung oder den Sex an sich. Es bestand also die typische Gefahr, vor der Nein heißt Nein warnt jedenfalls nicht in dem Maße.
    Andererseits wird ein Vertreter der Gegensansicht wahrscheinlich sagen, dass ihr begehren unbeachtlich und ihr Nein bindend ist.

    • Nein ein Vertreter der Gegenansicht sagt, dass es sich bei diesem seltsamen Beispiel um genau den Kommunikationsfehler handelt, den ich schon oft beschrieben habe. Es gefällt ihr, wie er sie berührt, aber sie will es nicht im Krankenhaus tun? Was spricht dagegen, das genau so zu sagen? Sie wußte was sie will und was sie nicht will, sie hat es aber falsch kommuniziert.

      Aber hier wird es wieder so gedreht, als sei der dominante Alphatierpickupsuperlover der Superheld, der dem nicht-wissen-was-es-will-Weibchen zielgerichtet zeigt, was es gefälligst zu wollen hat. Deswegen ist pickup bei _mir_ nicht angesehen. Weil es absolut unerotisch ist, nichts als die Zielorientierung im Kopf zu haben und nur dafür ewige Diskussionen um ein kleines Wort zu führen, statt einfach mal hinzunehmen, dass es vielleicht nicht immer nur ums poppen geht.

      • „Aber hier wird es wieder so gedreht, als sei der dominante Alphatierpickupsuperlover der Superheld“

        Findest du wirklich, dass ein Mann, der Sex mit seiner Freundin haben will, weil er Angst hat, dass sie ihn sonst betrügt, hier ein Superheld ist?

        „der dem nicht-wissen-was-es-will-Weibchen zielgerichtet zeigt, was es gefälligst zu wollen hat.“

        Es will ja auch. Und das nimmt er wahr. Die Frage ist doch, wodurch hier die sexuelle Spannung entsteht. Und das ist eben gerade die Situation des „Ich will, aber ich kann nicht“.

        „Deswegen ist pickup bei _mir_ nicht angesehen.“

        Die Szene oben hat so gesehen wenig mit Pickup zu tun. Es finden keine besonderen Pickuptechniken statt. Es ist ein stinknormales Paar.

        „Weil es absolut unerotisch ist, nichts als die Zielorientierung im Kopf zu haben und nur dafür ewige Diskussionen um ein kleines Wort zu führen, statt einfach mal hinzunehmen, dass es vielleicht nicht immer nur ums poppen geht.“

        Ab und zu geht es eben ums poppen. Und warum in der oben genannten Szene auch nicht? Interessant aber, dass es jetzt ein kleines, geradezu unbeachtliches Wort ist. Ist es nun wichtig oder nicht?

  3. „Aber hier wird es wieder so gedreht, als sei der dominante Alphatierpickupsuperlover der Superheld, der dem nicht-wissen-was-es-will-Weibchen zielgerichtet zeigt, was es gefälligst zu wollen hat. “

    ..ich glaube kaum, dass das so gemeint war:

    Ich sage die ganze Zeit “Nein, Nein, Nein” aber es macht mich so an, beinahe hätte er mich soweit gehabt. Ich wäre fast über ihn hergefallen. Wenn nur nicht jemand reinkommen könnte.

    Es geht imho um die Dogmatik des „nein heisst nein“. „Nein“ heisst eben in diesem Fall „Wenn nur nicht jemand hereinkommen könnte“ – und nicht „ich mag nicht“. Sie hat das doch auch so artikuliert? „falsch kommuniziert“ verstehe ich nicht ganz..

    Man könnte aus deiner Auffassung schließen, dass Verführung prinzipiell illegitim ist – was ich dir aber nicht unterstellen will. Aber wie soll denn Verführung sonst stattfinden, wenn man der Handlungsmaxime folgt, dass weiteres Baggern bei einem „Nein“ prinzipiell sofort zu unterlassen ist?

    • „Es geht imho um die Dogmatik des “nein heisst nein”. “Nein” heisst eben in diesem Fall “Wenn nur nicht jemand hereinkommen könnte” – und nicht “ich mag nicht”. Sie hat das doch auch so artikuliert? “falsch kommuniziert” verstehe ich nicht ganz..“

      Sie hätte nicht einfach nur Nein sagen sollen, sondern „nicht hier“. So habe ich die beschriebene Situation verstanden. Ich habe nichts davon gesagt, dass sie gar nicht wollte.

      „Man könnte aus deiner Auffassung schließen, dass Verführung prinzipiell illegitim ist – was ich dir aber nicht unterstellen will.“

      Wäre auch nicht richtig.

      „Aber wie soll denn Verführung sonst stattfinden, wenn man der Handlungsmaxime folgt, dass weiteres Baggern bei einem “Nein” prinzipiell sofort zu unterlassen ist?“

      Gehst du davon aus, dass Verführung nur dann stattfinden kann, wenn einer den anderen umständlich nach vielen „Neins“, nach langer Baggerei und Überredungskunst rumkriegen muß? Kann es nicht auch sein, dass die Frau ein ehrliches Bedürfnis hat, das sie auch so äußern kann und sollte?

      Langes überreden und baggern bis sie letztlich doch einwilligt (ob wirklich gewollt oder nicht lassen wir jetzt mal außen vor) mag für den einzelnen vielleicht ein Ego-Push sein, aber mit Erotik hat das nichts zu tun. Erotik lässt sich nicht „herbeiüberreden“, sondern sie entwickelt sich aus dem Bedürfnis beider Partner.

      • „Sie hätte nicht einfach nur Nein sagen sollen, sondern “nicht hier”.“

        Erstens hat sie das ja und zweitens geht es nur im Krankenhauszimmer, wie ich ja im Ausgangsbeitrag schrieb

        „Gehst du davon aus, dass Verführung nur dann stattfinden kann, wenn einer den anderen umständlich nach vielen “Neins”, nach langer Baggerei und Überredungskunst rumkriegen muß?“

        Natürlich können sich auch beide von Anfang an gut finden und es ist alles unkompliziert.

        „Kann es nicht auch sein, dass die Frau ein ehrliches Bedürfnis hat, das sie auch so äußern kann und sollte?“

        Klar kann und sollte sie. Macht sie aber mitunter nicht.

        „Erotik lässt sich nicht “herbeiüberreden”, sondern sie entwickelt sich aus dem Bedürfnis beider Partner.“

        Richtig ist, dass man Erotik nicht logisch herbeiführen kann. Aber Begehren kann man wecken.

        Oben muss allerdings kein Begehren geweckt werden. Sie will ja bereits mit ihm schlafen. Im Krankenhaus ist es ihr nur zu gefährlich. Der Konflikt liegt zwischen ihrer eigenen Lust und dem Risiko entdeckt zu werden. Es wäre ihr lieber, wenn sie es nicht machen würden, weil sie Angst davor hat entdeckt zu werden, aber sie ist dennoch geil und will eigentlich Sex.

  4. „Sie hätte nicht einfach nur Nein sagen sollen, sondern “nicht hier”. “

    Und ich habe es so verstanden, dass sie genau das gesagt hat.

    „Gehst du davon aus, dass Verführung nur dann stattfinden kann, wenn einer den anderen umständlich nach vielen “Neins”, nach langer Baggerei und Überredungskunst rumkriegen muß? “

    Natürlich so nicht. So ein „Überreden“ klingt irgendwie ziemlich unsexy, so nach notgeil. Ich teile deine Auffassung, dass man Begehren nicht herbeiüberredenkann.

    Aber in dem Fall musste sie ja zum Begehren nicht überredet werden, es ging darum sie zu verführen trotz ihrer Bedenken, dass jemand hereinkommen könnte. Nimmt man den „Nein heißt Nein“ – Codex genau, dann wäre das doch nicht statthaft?

  5. „Aber in dem Fall musste sie ja zum Begehren nicht überredet werden, es ging darum sie zu verführen trotz ihrer Bedenken, dass jemand hereinkommen könnte. Nimmt man den “Nein heißt Nein” – Codex genau, dann wäre das doch nicht statthaft?“

    Genau so ist es. Bei Nein heißt Nein müsste er alle Bemühungen abbrechen, denn sie will zwar Sex aber nicht unter diesen Bedingungen. Das hat sie auch deutlich gemacht. Sie kontrolliert hier mit ihrem Nein, wie weit er geht und was sie – wenn auch mit Angst vor Entdeckung – gerade noch hinnimmt, ohne das es tatsächlich zu einem Abbruch kommt. Und daraus entsteht eine erotische Situation mit Spannung und Erregung. Gerade deswegen fand ich die Geschichte interessant als sie mir von ihr erzählt wurde.

  6. @ Christian

    „Findest du wirklich, dass ein Mann, der Sex mit seiner Freundin haben will, weil er Angst hat, dass sie ihn sonst betrügt, hier ein Superheld ist?“

    Eben nicht. Das war sarkastisch gemeint.

    „Interessant aber, dass es jetzt ein kleines, geradezu unbeachtliches Wort ist. Ist es nun wichtig oder nicht?“

    Ich schrieb nicht „unbeachtlich“, ich schrieb „klein“. Bitte nichts dazuerfinden. Natürlich ist es wichtig. Wichtig genug offenbar, um es in endlosen Diskussionen zu zerreden.

    @ Nick

    „Und ich habe es so verstanden, dass sie genau das gesagt hat.“

    Sie sagte „nein nein nein“, und sinngemäß „ich will nicht erwischt werden“. Das interpretiere ich offenbar anders als du.

    „Natürlich so nicht. So ein “Überreden” klingt irgendwie ziemlich unsexy, so nach notgeil. Ich teile deine Auffassung, dass man Begehren nicht herbeiüberredenkann.“

    Ja genau, es _ist_ unsexy, es klingt nicht nur so.

    „Aber in dem Fall musste sie ja zum Begehren nicht überredet werden, es ging darum sie zu verführen trotz ihrer Bedenken, dass jemand hereinkommen könnte. Nimmt man den “Nein heißt Nein” – Codex genau, dann wäre das doch nicht statthaft?“

    War es streng genommen auch nicht. Wenn eine Frau „die ganze Zeit *nein nein nein* sagt“, ist der erste Impuls für mich „er sollte es besser lassen“. Was wäre das schlimmste, was dann passieren kann? Sie haben keinen Sex. Ganz furchtbar.
    Dass sie das alles nach deinen Schilderungen doch alles geil fand, is ja prima, hätte aber auch anders sein können.

  7. @Onyx

    Inwiefern sarkastisch, wenn ich es bereits in der Ausgangsgeschichte so darstelle?

    „hätte aber auch anders sein können“

    Klar hätte. Aber das ist dann nicht an dem Wort „Nein“ festzumachen, sondern an ihrer sonstigen Reaktion. Zumal sie sich der Sache ja leicht hätte entziehen können.

    Kannst du dir vorstellen, dass eine Begrenzung von Sex, etwa durch die Angst erwischt zu werde, die Sache belebt? Und das ein Widerspruch zwischen Begehren und Anstand anregend wirken kann?
    Das jemand es genießen kann etwas „verbotenes“ zu machen auch wenn er Angst hat und es nicht zu weit gehen lassen will, dass aber gerade diese Grenzverschiebung die sexuelle Spannung erzeugt?

    Was wäre denn schlimmes passiert, wenn sie es anders gesehen hätte? Er hätte gesehen, dass es sie nicht erregt, sie hätte sich von ihm gelöst und es wäre auch nichts passiert.

  8. @onyx:

    „Ja genau, es _ist_ unsexy, es klingt nicht nur so.“

    (Was denkst du eigentlich, warum schreibe ich: „Ich teile deine Auffassung“? Damit du mich aufklärst? Du bist ja ein ziemlich sozial kompetentes Kommunikationstalent)

    So pauschal würde ich das auch nicht gelten lassen – lies‘ mal Badinter: „Der falsche Weg“ Badinter ist eine Feministin, und keine Pickupberaterin.

    „War es streng genommen auch nicht“ – Dann ist Verführen also streng genommen nicht „statthaft“. Verführen ist denklogisch nicht möglich, denn jemanden der seinen Willen klar artikuliert hat, der kann ja nicht mehr verführt werden.

    Du kannst es natülich so handhaben, und wenn du klarstellst: „für MICH heißt nein immer nein“, dann hat das natürlich jeder zu akzeptieren.

    „Sie haben keinen Sex. Ganz furchtbar“

    „Ganz furchtbar“ ist ganz selten ein Argument.

    „Dass sie das alles nach deinen Schilderungen doch alles geil fand, is ja prima, hätte aber auch anders sein können.“

    Zitat: „Ich wäre fast über ihn hergefallen“

    Für den Fall, dass es tatsächlich anders gewesen wäre: Ich glaube kaum, dass nicht hätte kommunizieren können. Klingt mir nicht gerade nach einem Hascherl, das in Schreckstarre verfällt. Im Zweifel hätte sie sich einfach entfernen können.

    Was ist eigentlich mit dem schreckstarren Hascherl? Darf mit der alles gemacht werden, weil sie das „nein“ nicht über die Lippen bringt?

    • @ Nick

      Wie kommst du darauf, das ich dich aufklären will? Es war eine Ergänzung und kein Widerspruch. Warum gleich so empfindlich?

      „„Ganz furchtbar“ ist ganz selten ein Argument. “

      Ist das jetzt ein Argument darauf, dass die Alternative „kein Sex“ in manchen Köpfen keine Alternative zu sein scheint?

      „Dann ist Verführen also streng genommen nicht „statthaft“. Verführen ist denklogisch nicht möglich, denn jemanden der seinen Willen klar artikuliert hat, der kann ja nicht mehr verführt werden. “

      Warum willst du jemanden verführen, der sagt, dass er nicht will?

      „Was ist eigentlich mit dem schreckstarren Hascherl? Darf mit der alles gemacht werden, weil sie das „nein“ nicht über die Lippen bringt?“

      Ich verstehe das mal als rhetorische Frage.

      „Es läuft darauf hinaus, dass Frauen nicht zustimmungsfähige Kinder sind.“

      Es läuft darauf hinaus, dass Männer notgeile Primaten sind. Muß dieses Niveau wirklich sein?

      • „Warum gleich so empfindlich?“

        Ich hatte den Eindruck, du wolltest dem Nachdruck verleihen, weil man das man doch bitte zu wissen hat um „ethisch korrekt“ zu handeln. Aber gut..

        „Ist das jetzt ein Argument darauf, dass die Alternative „kein Sex“ in manchen Köpfen keine Alternative zu sein scheint?“

        Aha, darum geht es. Sie wollte einerseits, andererseits wollte sie nicht. Er wollte sie zugunsten des Wollens beeinflußen – was spricht dagegen?

        Natürlich ist es meistens ein Problem, wenn einer öfter will als der andere – dann muss derjenige, der der öfter will entweder die Alternative im Kopf haben oder sich eben jemand anders suchen. Aber das war ja hier nicht das Problem, und derjenige der öfter will darf doch wohl versuchen, den anderen „scharf zu machen“ – oder nicht? (Natürlich kann das auch in Belästigung ausarten, aber so stellte sich das hier ja nicht dar)

        „Warum willst du jemanden verführen, der sagt, dass er nicht will?“

        Sie wollte ja einerseits.. Wenn jemand im nüchternen Tonfall sagt: „Ich will nicht“, dann ist die Sache ja klar..

        Du gehst davon aus, dass ich die nonverbale Kommunikation meiner Partnerinnen nicht „lesen“ könnte – Meine Erfahrung: Wer das nicht kann kommt selten an bei deinen Geschlechtsgenossinnen..

        „Ich verstehe das mal als rhetorische Frage.“

        Richtig verstanden. Man kommt in der Frage nur weiter, wenn man sich einfühlen kann. Verhaltenscodizies helfen dabei nicht allzu viel..

        „Es läuft darauf hinaus, dass Männer notgeile Primaten sind. Muß dieses Niveau wirklich sein?“

        Das hast du ganz falsch verstanden: Nicht ich behaupte dass Frauen nicht Zustimmungsfähig sind, sondern Theorien die postulieren dass Frauen im „Patriarchat“ nicht wissen können was sie *wirklich* wollen tun dies.

      • „Warum willst du jemanden verführen, der sagt, dass er nicht will?“

        Weil verführen etwas anderes ist als überreden. Verführen bedeutet Begehren zu wecken.
        Man kann eine Frau nicht zu Sex überreden, wenn sie keinen will. Aber man kann (mitunter) ihre Stimmung ändern und einen Wunsch nach Sex erzeugen. Wie Nick bereits sagte bestand hier allerdings bereits der Wunsch nach Sex.

  9. @Nick

    Badinter klingt ganz interessant, auch wenn ich zu dem Buch gerade nur die WIkipediaseite gelesen habe:
    http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89lisabeth_Badinter
    Badinter kritisiert am gängigen Feminismus, dass er Sexualität nur als gut einstuft, wenn sie unschuldig, freiwillig und auf wechselseitigem Begehren gründet. Prostitution und Pornografie lehnen viele Feministinnen strikt ab. Badinter nimmt eine liberalere Haltung ein, möchte beides straffrei lassen. Die Konsenstheorie im Feminismus verlangt bei jeder sexuellen Beziehung völlige Transparenz, die verbal, ja – wie von manchen gefordert – vertraglich geäußert werden muss. Badinter wendet dagegen ein, dass Frauen im Stande sein sollten, ihre Meinung kund zu tun, und bedauert, dass das Unbewusste, Geheimnisvolle der Sexualität, die gesamte Erotik beim Aufsetzen eines Vorvertrags verloren geht. Natürlich lehnt sie jede Art von Vergewaltigung ab, jedoch stuft sie ein Nachgeben der Frau aufgrund von Überredung, ohne dass die Frau ihre Zustimmung explizit geäußert hat, nicht als solche ein.

    „Du kannst es natülich so handhaben, und wenn du klarstellst: “für MICH heißt nein immer nein”, dann hat das natürlich jeder zu akzeptieren.“

    Klar, dann muss sie es allerdings so auch selbst durchziehen.

    „Was ist eigentlich mit dem schreckstarren Hascherl? Darf mit der alles gemacht werden, weil sie das “nein” nicht über die Lippen bringt?“

    Nein heißt Nein ist ja nur die erste Stufe. Es folgt genau aus dem Grund das „Zustimmungskonzept“ oder auch Ja heißt Ja. Die Weiterentwicklung sieht man dann zB in meinem Beitrag „Einvernehmlicher Sex ist, wenn keiner es bedauert“

  10. @Christian:
    Ich kenne auch nur den WP-Eintrag und so manches vom Hörensagen.

    „Klar, dann muss sie es allerdings so auch selbst durchziehen.“

    Naja, wenn mir jemand sagt: „Nein heißt für mich immer Nein“, dann wäre das für mich klar kommuniziert. Da könnte ein späteres „nein“ noch so gehaucht sein.

    „Die Weiterentwicklung..“

    Es läuft darauf hinaus, dass Frauen nicht zustimmungsfähige Kinder sind.

  11. „Naja, wenn mir jemand sagt: “Nein heißt für mich immer Nein”, dann wäre das für mich klar kommuniziert. Da könnte ein späteres “nein” noch so gehaucht sein.“

    Ich meine damit, dass sie sich dann nicht beschweren dürfte, wenn man dann einfach aufhört. Ein „So war das ja nicht gemeint, ich meinte nicht gleich aufhören“ wäre dann ja nicht mehr passend.

    „Es läuft darauf hinaus, dass Frauen nicht zustimmungsfähige Kinder sind.“

    Man sollte solche Diskussionen immer parallel mit einer Diskussion zu „Frauen als Führungskräfte“ führen.

    Und dann im Gegenzug darauf verweisen, dass dies ja erklären würde, warum Frauen nicht so häufig in Führungspositionen vertreten sind. Emanzipation hat eben auch seine Nachteile. Wer als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft angesehen werden will, der kann sich nicht in anderen Bereichen eine Behandlung wie bei einem rohen Ei erbitten. Dies überträgt sich nämlich auch in die anderen Bereich. Da würde sich dann die Frage stellen: Wie sollen wir Frauen nun wahrnehmen? Als ängstliche verschreckte Wesen, die einem Mann nicht gewachsen sind oder als gleichwertige Partner, die ihre Meinung sagen können?

  12. „..der kann sich nicht in anderen Bereichen eine Behandlung wie bei einem rohen Ei erbitten. “

    „Nein heißt Nein“ müsste dann eigentlich konsequent für alle Bereiche gelten, jegliches Überreden müsste dann grundsätzlich unstatthaft sein – man müsste den Begriff „überreden“ komplett aus dem Vokabular streichen..

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