„Schwule umerziehen“, Konversionstherapie und die Schwierigkeiten einer Strafbarkeit

Spahn hatte ja die Idee vertreten, dass man „Konversionstherapien“, also der Versuch homosexuelle Menschen in heterosexuelle zu verwandeln, verbieten solle und solche Versuche strafbar machen sollte.
Ein interessanter Artikel beleuchtet die Schwierigkeiten:

 Und genau an dieser Stelle möchten nun zwei SPD-Politiker einen neuen Paragrafen 175 einfügen. Nicht gegen Schwule diesmal, sondern im Gegenteil zu deren Schutz.

Der Plan richtet sich gegen Ärzte oder Heilpraktiker, die homosexuelle Menschen durch eine sogenannte Konversionstherapie zu „heilen“ versprechen. Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe soll es geben – für Quacksalber, die Homosexuelle pathologisieren. So steht es in einem Gesetzentwurf, den vor wenigen Tagen die beiden Abgeordneten Johannes Kahrs und Karl-Heinz Brunner vorgelegt haben.

(…)

In diesem Blog, in dem ja diverse Studien darlegen, dass Homosexualität stark biologisch ist und die diesbezügliche Veranlagung innerhalb des Mutterleibes durch pränatale Hormone ausgestaltet wird, muss man nichts weiter dazu ausführen, dass diese „Therapien“ nicht klappen können.

Zu den Schwierigkeiten

 

Wo die Probleme liegen, das machen nun unfreiwillig die beiden SPD-Abgeordneten erahnbar. Erstes Problem: Ein Rechtsstaat kann grundsätzlich nur kriminalisieren, was gegen den Willen eines Opfers geht. Und wenn ein Erwachsener sich auf eigenen Wunsch einer sogenannten Konversionstherapie unterzieht? In dem Gesetzentwurf der beiden SPD-Abgeordneten heißt es: Man solle Ärzte auch dann bestrafen, wenn der „Patient“ sie hartnäckig überredet („ernstlich bestimmt“) habe, seine Homosexualität als Problem zu behandeln. Kurz: Das Opfer hat es so verlangt, der Staatsanwalt soll das ignorieren. Schwierig.

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. In der Tat ist die Frage berechtigt, warum man etwas bestrafen soll bei dem sich zwei Personen einvernehmlich auf ein bestimmtes Ziel einigen. Man verbietet ja auch sonst keine Religionen weil es keinen Gott gibt.

Vielleicht hat ein überzeugter Christ den ernstlichen Wunsch seine Hmosexualität nicht auszuleben, weil er sie für eine Sünde gegen Gott hält. Wer will ihm das verbieten?
Ein Verbot der Behandlung von Kindern wäre noch einfach. Aber bei erwachsenen?

 

Zweitens: Wie definiert man eigentlich „Homo-Heiler“? Das Gesundheits- und das Justizministerium sind dazu bislang ratlos. Klar ist jetzt nur, wie man es nicht machen kann. Die beiden SPD-Abgeordneten Brunner und Kahrs wollen Behandlungsmaßnahmen unter Strafe stellen, „die auf die Änderung oder Unterdrückung der sexuellen Orientierung gerichtet sind“. Dieser Wortlaut lässt viel Spielraum. So viel, dass er sogar Therapien für Sexualstraftäter kriminalisieren würde. Oder Therapien für Menschen, die eine pädophile Neigung in den Griff bekommen wollen. Solche Therapien werden auch von Spahns Ministerium gefördert. Das alles soll strafbar werden?

Die Abgrenzung könnte in der Tat schwierig werden. Beispielsweise wenn jemand anführt, dass er denjenigen nur Sex mit Frauen nahelegen will, dass er Enthaltsamkeit predigt etc.

Mal sehen ob es gelingt

Vermögensobergrenze für Männer

Lou Zucker meint, dass man eine Vermögensobergrenze für Männer einführen müsste, weil Männer sonst zuviel Schaden anrichten:

Bis wir das Patriarchat abgeschafft haben, brauchen wir dringend strikte Einkommens- und Vermögensbegrenzungen für Männer – aus Sicherheitsgründen. Der Fall Jeffrey Epstein hat wieder einmal gezeigt, welchen Schaden zu viel Geld und Macht in den falschen Händen verursachen können. Genauer gesagt, in Händen von Leuten, die von klein auf in dem Glauben erzogen werden, ihnen gehöre die Welt – inklusive der Frauen darin.

Natürlich denken nicht alle Männer so. Noch ein wichtigerer Disclaimer: Natürlich denken auch Männer so, die keine millionenschweren Finanzberater sind. Aber wenn man praktisch etwas tun will, um sexualisierte Gewalt zu reduzieren, muss man irgendwo anfangen. In Zeiten, in denen wir andauernd von Männern lesen, die ihre Macht und ihren Reichtum dazu missbraucht haben, ungestört Frauen zu belästigen und zu vergewaltigen, drängt sich die These auf: weniger Macht und Reichtum für Männer gleich weniger sexualisierte Gewalt.

„Drängt sich auf“. Was sich da wohl noch so alles aufdrängen würde?

Natürlich im wesentlichen mal wieder die Verwechselung, dass einige wenige Männer mit Geld bestimmte Sachen gemacht haben und deswegen alle Männer mit Geld verdächtigt werden könne oder bestraft werden können. Natürlich gibt es auch genug arme Personen, die Sexualdelikte durchführen. Sie geraten üblicherweise nur nicht so deutlich ins Rampenlicht wie berühmte Personen.

Die Frage, welche mächtigen Männer noch alles durch seinen Fall »zu Schaden kommen« könnten, scheint wieder einmal wichtiger zu sein als die Frage, welchen Schaden die Betroffenen erlitten haben, wie er kompensiert werden könnte und wie wir solche Fälle in Zukunft verhindern.

Letzteres ist eine sehr komplexe Frage und die Vermögen von Männern zu begrenzen ist eine sehr simple und verkürzte Antwort. Sexualisierte Gewalt passiert in einer Gesellschaft, in der sie nicht gesehen, nicht ernst genommen, in der sie geduldet, als »natürlich« hingenommen oder sogar propagiert wird. Sie geschieht da, wo Täter*innen kaum Konsequenzen zu befürchten haben und Schuld und Scham oftmals den Betroffenen aufgedrückt werden. Sie entsteht, wenn Männer von klein auf lernen, sie müssten immer stark und dominant sein, keine Gefühle zeigen – und sich diese angestauten Gefühle irgendwann Bahn brechen. Sie ist integraler Teil eines Systems, das Männern eine Machtposition einräumt und ihnen sexualisierte Gewalt als wirksames Mittel präsentiert, diese Machtposition zu verteidigen.

Dieses System heißt Patriarchat. Viele Feminist*innen – darunter auch Männer – arbeiten weltweit hart daran, es abzuschaffen und machen dabei immer mehr Fortschritte. Doch es wird wohl noch eine Weile dauern. In der Zwischenzeit sollten wir dringend etwas tun, um sexualisierte Übergriffe zu minimieren. Dafür zu sorgen, dass sich weniger Geld und Macht in Männerhänden ansammelt, wäre ein Anfang.

Die Idee, dass sexualisierte Gewalt ein Mittel ist eine Machtposition zu verteidigen und nicht weit eher andersrum, also das Gewalt und Macht Mittel sind um Sex zu bekommen, finde ich immer wieder erstaunlich.

Auch erstaunlich, dass man so etwas veröffentlicht. Es ist wieder eine dieser Ideen, die glücklicherweise nicht umsetzbar sind, die aber ein deutliches Signalling enthalten (im Kampf gegen das Patriarchat).

 

Selbermach Samstag 252 (24.08.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

„Frankfurter Hauptschule“ gegen Goethe: „Das ist humoristische Vergewaltigungslyrik“

Goethe, das miese sexistische Schwein, hat endlich, endlich eine verdiente Strafe erhalten:

 Mit Klopapier will eine Künstlergruppe in Weimar gegen Goethe protestieren: Die „Frankfurter Hauptschule“ bekannte sich in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, dazu, mehrere Rollen Toilettenpapier auf das Grundstück des Gartenhäuschen des Dichters geworfen zu haben. Der Grund: „Goethes Werk strotzt vor erotischen Hierarchien zu Ungunsten seiner Frauenfiguren, die von ihm oft als „naive Dummchen“ gestaltet werden.“ Darauf werde zu selten eingegangen, hieß es.

Zu den Gründen aus einem anderen Artikel:

In Weimar hat das Künstlerkollektiv „Frankfurter Hauptschule“ das Gartenhäuschen des Dichters mit Klopapier beworfen. Goethes Werk strotze vor „erotischen Hierarchien zu Ungusten seiner Frauenfiguren“, sagen sie. Speziell richtet sich ihre Kritik gegen das Gedicht „Heidenröslein“, in dem Goethe eine Vergewaltigung verharmlose.

Die Künstlerinnen und Künstler, hauptsächlich Studierende aus dem Raum Frankfurt, veröffentlichten ein Video ihrer Aktion – unterlegt mit einer Vertonung des Gedichtes. In der letzten Strophe heißt es da: „Und der wilde Knabe brach / ’s Röslein auf der Heiden; / Röslein wehrte sich und stach, / Half ihm doch kein Weh und Ach, / Mußt’ es eben leiden.“

Die Werke eines Autoren der von 1749 bis 1883 lebte hat also überraschenderweise Geschlechterrollen, die dem modernen Künstlerkollektiv nicht passen. Wer hätte es gedacht?

Aus dem gleichen Artikel und einem dortigen Interview:

„Die Frauenfiguren in seinen Werken wirken häufig eher schwach: ‚Faust‘ ist ein gutes Beispiel. Gretchen ist 14 Jahre alt und wird eher dumm und naiv dargestellt. Faust dagegen ist der schlaue, rastlose Denker. Bei Goethe sind meist die Männer die Handelnden und die Frauen passiv.

Auch in Goethes Leben gab es ja einige etwas komische Episoden mit jungen Frauen: Als 40-Jähriger verführte er die 23-Jährige Christiane Vulpius und schwängerte sie. In der Folge hielt er sie von seinem Wohnhaus im Zentrum Weimars fern, da er sich für die nicht standesgemäße Verbindung mit einer Putzfrau schämte. Er schob sie in sein Gartenhaus ab. Noch mit weit über 70 bedrängte Goethe die 17-Jährige Ulrike von Levetzow. Immer wieder beutete er Frauen emotional aus, ließ seine Partnerinnen sitzen und verschwand. Außerdem befürwortete er als Jurist vehement die Hinrichtung einer verwirrten, mittellosen Dienstmagd, die ihr Neugeborenes umgebracht hatte.“

Klar, sich mit Goethe anzulegen gibt Öffentlichkeit. Bringt aber natürlich auch wenig.

Aber da in dieser Runde ja gewiss einige Goetheexperten sind oder solche die es werden wollen:

Wie bewertet ihr Goethes Werk in Hinblick auf die Geschlechterrollen?
War er „sexistischer“ als es seiner Zeit entsprach? Welche Starken Frauenrollen enthalten seine Werke? Sollte man Goethe umschreiben?

Männer und die Lust am Lärm (und am Krieg!)

In der Emma regt man sich über zu laute Männerwerkzeuge auf:

Dieser Vergleich lässt sich problemlos fortsetzen. Kreissäge: IIIIIIIÄÄÄÄÄÄÄÄHHHH! Staubsauger: Röööööööööööö. Bohrhammer: RATATATATATATA!Waschmaschine: Mmmmmmmwwwwwmmmm. Und da sprechen wir noch nicht vom Laubsauger und der Hilti. Oder vom Lieblingsspiel…, pardon: Lieblingswerkzeug vieler Männer: dem Aufsitzrasenmäher. Die zu mähende Rasenfläche mag noch so winzig sein – der Mann im Sattel des Mähers befährt sie mit maximaler Ausdauer und verursacht dabei immensen Lärm.

Ich behaupte: Das ist kein Zufall. Denn schauen wir uns an, wer die leisen Geräte benutzt und wer die lauten, springt er uns geradewegs ins Auge: der Gender Tool Gap.

Kurz gesagt: Jene Werkzeuge, die gemeinhin in Männerhand liegen, sind laut, meistens sehr laut, oft sehr sehr laut. Jene, die vorwiegend Frauen verwenden, sind leise – und die Hersteller arbeiten daran, dass sie immerzu noch leiser werden.

Das Dezibel-Ranking spricht eine klare Sprache. Wo die Frauengeräte geräuschpegelmäßig aufhören, nämlich beim Staubsauger mit 89 Dezibel (die leisesten haben 58 Dezibel, das entspricht Vogelgezwitscher), fangen die Männergeräte überhaupt erst an. Rasenmäher: 94 Dezibel, Bohrmaschine: 95 Dezibel, Laubbläser (wer hat dieses schwachsinnige Gerät überhaupt erfunden?): 105 Dezibel. Es folgen Kreissäge, Hochdruckreiniger, Schlagbohrer, Kettensäge, Druckluftmeißel. Hier sind wir schon in einem Schallbereich, der bei längerer Einwirkung für einen veritablen Hörschaden sorgen kann.

Warum nur sind „Frauengeräte“ (warum ist in der heutigen Zeit ein Staubsauger oder eine Waschmaschine noch ein Frauengerät sein soll wäre aus meiner Sicht eine berechtige Frage) leiser als „Männergeräte?
Mir würde zunächst einfallen, dass eine Waschmaschine und ein Geschirspüler nebenher laufen und man da üblicherweise an weniger Lärm interessiert ist, während eine (Schlag-)Bohrmaschine üblicherweise kurzzeitig eingesetzt ist und wesentlich leichter sein muss als eine Waschmaschine, weil man sie in der Hand hält. Natürlich ist sie auch schon allein deswegen lauter, weil ein nicht geringer Teil des Lärms schlicht durch den Arbeitsvorgang an sich, den Schlagbohrer, der gegen hartes Material ankämpft entsteht, und nicht durch die reine Bohrmaschine.

Einen Druckluftmeißel für Frauen, er würde natürlich flüstern statt lautstark zu meißeln. Wie gut und leise wäre die Welt, wenn man nur endlich nicht mehr gewaltsam die Frauen von der Verbesserung und dem Einsatz von Luftdruckmeißeln abhalten würde.

Ich behaupte: Männer wollen gar nicht leise sägen, bohren oder mähen. Denn sie wollen mit dem, was sie da tun, Aufsehen erregen. Es macht ihnen Spaß, LAUT! ZU!! SEIN!!! Das ist verständlich, denn schließlich errichtet der Mann mit seinen Werkzeugen bedeutende Bauwerke wie Gartenlauben, Hundehütten oder Sichtschutzzäune. Und das mit einem Geräuschpegel, der Assoziationen an ein Kriegsszenario weckt.

Eine durchaus gewagte These. Sicherlich gibt es Menschen, die wollen, dass der Nachbar hört, dass man mäht. Aber die meisten Männer hätten wahrscheinlich nichts gegen leises Werkzeug, wenn es denn die gleiche Leistung bringt und gut einsetzbar ist. Denn Lärmreduzierung bedeutet Schwinungsreduzierung, bedeutet aufwändigere Abschirmung und mehr Gewicht. Der Grund, warum eine Waschmaschine leiser laufen kann trotz hoher Umdrehungen ist ja Gewicht im unteren Bereich und eine Lagerung, die verhindert, dass Schwingungen übertragen werden.

Die Frau reproduziert heimlich, still und flüsterleise

So mancher Heimwerker wähnt sich offensichtlich tatsächlich im Krieg. Der Feind: Stahlharte Wände, durch die sich der Bohrer millimeterweise vorkämpfen muss;

Merkt sie das eigentlich nicht selbst? Könnten die „Stahlharten Wände, durch die sich der Bohrer vorkämpfen muss“ vielleicht zum Geräuschpegel beitragen?

Grünspan auf dem Bankirai-Terrassenboden, der vernichtet werden muss; Herbstlaub, das vom Nachbar-Ahorn aus eine Invasion in den eigenen Garten startet: Euch blas ich weg, ihr kleinen Scheißer!!! Selbstredend braucht der Mann in diesen existenziellen Kämpfen eine entsprechende Bewaffnung. Und die ist eben zwangsläufig SEHR LAUT!!! Oder hat schonmal jemand ein leises Maschinengewehr gesehen bzw. gehört? Na also.

Ganz anders die Frau und ihr Werkzeug. Der Frau preist der Handel „flüsterleise Spülmaschinen“ an. Denn: Die Frau reproduziert heimlich, still und leise, der Mann produziert öffentlichkeitswirksam, demonstrativ und – laut. Und das macht ihm große Freude.

Männer-Waschmaschinen gibt es ja bekanntlich auch in „extra laut“ für den Kampf gegen die Schmutzwäsche!

Man muss sich denke ich schon ziemlich in ein Feindbild hineingedacht haben, um so zu denken. Aber gut, es ist die Emma.

Truefruits oder auch: Was ist an einem aufgemalten Penis eigentlich so schlimm?

Wie Arne auch gestern möchte ich hier den Text von Truefruits besprechen, die diese angesichts des Shitstorms veröffentlicht haben.

Zur Erinnerung: Das hier war der Auslöser:

 

 

Man sieht eine lachende Frau mit einem mit Sonnencreme aufgemalten ejakulierenden Penis, den sie ganz offensichtlich in die Kamera hält und der sie anscheinend in keiner Weise stört. (das andere Bild, bei dem sich der Frauenrücken als Männerrücken herausstellt war zwar eine witzige Idee, ist aber wie man gerade an der Schleife und ihrer Fallart sieht das künstlich veränderte aus meiner Sicht)

Die Kritik führte an, dass damit „ein Besitzanspruch des Mannes verdeutlicht wird“ oder „Die Frau als Eigentum des Mannes markiert wird“ oder das man so etwas nicht veröffentlichen dürfe, weil es die bestimmte Kommentatorin triggert.

Jetzt kann man sicherlich darüber streiten, ob eine solche Werbung albern, kindisch oder auch etwas anstößig ist. Aber bei einem derart stilisierten Penis dürfte wohl die Grenze zum erlaubten nicht überschritten sein.

Es ist teilweise um so erstaunlicher, weil aus dem gleichen Lager, welches maßgeblich die Kritik getragen hat, dem intersektionale Feminismus gleichzeitig für „Freethenipple“ gekämpft wird, man sich „Pussyhats“ aufsetzt, man meint, dass „vulva-cupcackes“ salonfähig sind und das Abbildungen des weiblichen Geschlechtsorgan allgemein mit „Viva la vulva“ in den abstrusesten Formen gefeiert werden.

Der spritzende Penis darf nicht für das Feiern von gemeinsamen guten Sex stehen, er muss Gewalt, Frauenunterdrückung und männliche Herrschaft bedeuten.

Aber zum Statement von Truefruits:

Liebe Freunde, liebe Andere,

es ist mal wieder so weit. Die Welt geht gerade unter für eine Gruppe von Menschen, die es nicht ertragen können, dass wir für die Bewerbung unseres aktuellen „Suncreamie“ im Sonnencreme-Design in den sozialen Medien ein Bild verwenden, auf dem ein Frauen- bzw. Männerrücken zu sehen ist, der mit einem kleinen (einige Kollegen beharren darauf er sei mindestens mittelgroß) Penis aus Sonnenmilch verziert wurde. Uns macht das Ganze sehr nachdenklich und auch ein bisschen Angst… Zumindest gucken wir gerade wie Hide-the-Pain-Harold, beim Lesen einiger Kommentare. Unsere Sicht in alle Kürze zu dem Ganzen:

Es wäre mal interessant eine Umfrage zu sehen, was „normale Menschen“, also außerhalb der Geschlechterdiskussion, mit dem Bild verbinden. Und aus der Sicht können einem in der Tat einige der Kommentare darunter Angst machen, weil sie das Fanatische deutlich machen.
Der Werberat wird überhäuft mit Beschwerden, die Presse wird informiert und unsere Handelskunden erhalten unzählige E-Mails mit der präzise formulierten Forderung unsere Produkte unverzüglich aus dem Sortiment zu schmeißen. Der Vorwurf gegen uns lautet: Sexismus, Rassismus oder Ableismus, aber am schlimmsten ist, wie wir im Netz auf Kommentare reagieren. Aber nicht nur wir werden angegangen: Wer uns OK oder gar lustig findet, ist mindestens ein Idiot, auf einer Stufe mit Trump und der AfD.
Ist dieser Angriff verhältnismäßig für ein so harmloses Bild? Natürlich: Es ist nicht der erste Vorfall, bei dem sich Truefruits mit SJWs angelegt hat. Sie spielen bewußt damit, dass sie eben nicht politisch korrekt sind, wenn auch mit relativ harmlosen Sprüchen aus meiner Sicht und keineswegs in eine Richtung, die man jetzt als AFD nah bezeichnen würde.
(Natürlich muss man es dann zur Selbstkontrolle auch damit vergleichen, wie man auf das Edekavideo reagiert hat: War das harmloser oder angemessener?)
Kurz: Leute malen nun mal mit Sonnencreme Penisse auf Rücken. Auf Männerrücken wie auch auf Frauenrücken. Na und? Es ist schlichtweg Teil dessen was manche Leute tun. Man muss es nicht mögen oder kann es vorpubertär, vulgär oder kindisch finden aber sexistisch? Hier teilen sich nun mal die Meinungen. Manche finden es lustig und ok – andere halt nicht. Sexistisch ist es jedoch auf keinen Fall. 
Das wäre auch in der Tat meine Wertung. Die ganzen Herleitungen zum Sexismus stehen angesichts des Lächelns der Frau auf eher dünnen Beinen. Warum sollte sie nicht Spass daran haben, dass ihr ein Penis auf den Rücken gemalt wird? Immerhin sollte der intersektionale Feminismus doch Sexpositiv sein und selbst mit Erniedrigung, BDSM, Anspritzen, Anpissen oder sonstigen Spielarten kein Problem haben, wenn sie der Frau gefallen. Warum sind dann angesichts der lachenden Frau nur Interpretationen zulässig, bei denen es geradezu eine Vergewaltigung ist, was hier mit ihr gemacht wird?
Vielleicht nehmen wir uns zu wichtig, aber die Fanatiker, die uns angreifen, greifen nicht bloß uns an. Sie streben die Diktatur darüber an, welcher Humor, welche Meinung erlaubt ist und welche nicht. Und genau das ist das Problem. Diese Radikalapostel glauben, sie besäßen die alleinige Wahrheit und gehen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen anders Denkende und Handelnde vor. Für diese Menschen gibt es kein grau. Nur schwarz oder weiß, Freund oder Feind. Keinen anderen Humor, nur Diskriminierung oder Rassismus. 
Und das ist leider nicht ganz falsch. Wer in einer Welt lebt, bei der in einer Kategorie immer nur einer die Macht haben kann und der andere unterdrückt wird, der gewöhnt sich schnell ein Schwarz-Weiß denken an, bei dem die Zuordnung zum Feind bereits alle positiven Auslegungen der Abbildung unmöglich machen.
Typische Aussagen sind da:

„Ihr werdet einfach immer widerlicher mit eurer Scheiße. Gerade unbeabsichtigt die Werbung gesehen und noch nie erlebt, dass Marketing so sehr alte Traumata triggert“

Wäre interessant bei der nächten Vulvamütze etc einmal einen ähnlichen Kommentar zu bringen. Man würde wahrscheinlich ausgelacht werden, denn Traumata können eben nur Penise hervorrufen.
Und  truefruits Antwort:
„Hast Du ein Penis-Trauma? 🤔“
verschlimmert die Lage aus deren Sicht natürlich noch, dabei ist die Frage ja durchaus berechtigt: Warum triggert sie ein so harmloses Bild und wie sollte Truefruits darauf kommen, da theoretisch so gut wie alles triggern kann?
Diese Radikalapostel sind die Wohltäter der Nation, weil sie vermeintlich für das Gute kämpfen. Was nicht ihres Gleichen ist wird mit aller Kraft versucht zu bekehren und wenn das nicht gelingt, dann mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft. Sie glauben sie stehen für Toleranz und Gleichheit, aber Toleranz zu zeigen ist nicht schwer, wenn es darum geht, dass ein Anderer eine komische Hose oder eine verrückte Frisur trägt. Toleranz wird dann zur Aufgabe, wenn die Meinung oder Position anderer gänzlich entgegen der eigenen steht, dann zeigt sich wer Toleranz wirklich aushält.
Nicht umsonst ja der Spitzname „Social Justice Warrior“, der dann eher ironisch gemeint ist, weil das eben gerne ins totalitäre abgleitet und man schlicht undifferenzierten Feindbildern frönt.
Sie erinnern uns an Daenerys Targaryen aus Game of Thrones, die eine bessere, freie Welt erschaffen will, aber am Ende dafür über Leichen geht und im Endeffekt nicht besser ist, als die Monster, die sie zu vertreiben sucht. #teamtyrion
Interessanter Vergleich. Passt aber durchaus-

Aber wer sind diese Hysteriker, die scheinbar wirklich davon überzeugt sind, das WIR (kurze Erinnerung: true fruits = kleiner Saftladen, 30 Mitarbeiter, keine Rassisten, kein Sexismus, dafür politisch unkorrekte Witze und – touché – Peniszeichnungen an den Konferenzwhiteboards, vier Azubis, ein Hund sowie eine Tischtennisplatte) das absolut Böse sind und auf einer Stufe stehen mit Donald Trump oder der AfD???

Ein paar sogenannte Aktivisten (bisher keine zertifizierte IHK Ausbildung) führen den digitalen Mob an und organisieren den Kreuzzug gegen jede Art von unkorrektem Humor. Unter dem Deckmantel der Fürsorge der Schwachen werden Inhalte aus dem Kontext gerissen und alle durch Empörungslärm zum Schweigen gebracht, die es wagen sich gegen ihre moralische Vorherrschaft und Meinungsdiktatur auszusprechen. Und sie fühlen sich natürlich alle SO sicher, da sie überzeugt sind, sich für Minderheiten einzusetzen gestatte ihnen alles und der Zweck würde die Mittel heiligen. Und da sie sich vermeintlich für die Schwachen einsetzen, stoßen sie auf so wenig Widerhall, da ja niemand ein schlechter Mensch sein will.

In der Tat ist „der Zweck heiligt bei uns die Mittel (bei anderen aber zeigen sie wie falsch sie liegen und wie böse sie sind“ in dem intersektionalen Feminismus stark verbreitet.

Aber auch Leute die vermeintlich Gutes tun wollen, können hirnverbrannte Idioten sein und das darf man auch ruhig aussprechen.

Sie tun uns leid, allesamt. Und was uns betrifft hier bei true fruits: Sie haben unsere Firmenzentrale beschmiert, unsere Handelskunden mit hunderten E-Mails bombardiert, Influencer, die mit uns zusammenarbeiten beschimpft und bedroht. Wir werden öffentlich als Rassisten bezeichnet, nachdem Einzelmotive aus unserer 250.000 € Kampagne gegen die rechtsgerichtete Politik Österreichs aus dem Kontext heraus gerissen werden… (facepalm) Was kommt noch? Werden wir demnächst auf der Straße angegriffen? Mag sein, aber eher gehen wir mit unseren dummen Peniswitzen unter und bleiben uns treu, als uns diesen falschen Weltverbesserern zu beugen. (Übersetzung für alle, die das Ganze inhaltlich eher wenig juckt, die aber immer schon gerne bei Schulhofprügelein zugeschaut haben – es geht weiter. Haltet das Popcorn bereit.)

Eigentlich ganz gut rausgestellt und durchaus auch geschickt gemacht: Die Übertriebenheit der dortigen Übergriffe ist ja eigentlich durchaus greifbar. Und natürlich gibt es genug, die das gut finden, eben weil SJWs eine Gruppe sind, die viele ohnehin für falsch halten und die mit der Wertung, dass man sich denen nicht beugen sollte übereinstimmen.
Aber diejenigen von Euch, die unsere Werbung als lustig empfinden werden dann geistig direkt der AfD oder Donald Trump zugeordnet. Na prima… Das nennt man Propaganda. Die systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen. Uns aus dem Weg zu gehen oder unsere Produkte nicht zu kaufen steht JEDER/M offen – aber das genügt ja nicht. Nein, der true fruits Ketzer muss das Knie beugen oder sterben. Na bravo!
Auch das typisch für eine solche Shitstormkampagne: Der Gegner wird überaus massiv angegangen, wie seinerzeit beispielsweise bei dem T-Shirt mit den abgebildeten Pinups und jeder Schritt gegen ihn ist gleichzeitig nach innen eine Zeichen, dass man für die Sache kämpft, so dass es gar nicht mehr darauf ankommt, ob es noch gerecht ist.

Unsere Smoothies mögen köstlich, die Werbung dafür geschmacklos sein, aber rein rechtlich ist was wir tun in Ordnung und in diesem Rahmen bewegen wir uns. Alle bisherigen Kampagnen, die in der Kritik stehen, hat der Werberat weder als sexistisch noch als rassistisch eingestuft. Woran sollen wir uns sonst orientieren? Daran was moralisch korrekt ist? Und wer bestimmt das? Diejenige, die am lautesten brüllt? Bitch, please 🙂

Wir wissen für uns, dass wir weder rassistisches noch sexistisches Gedankengut in uns tragen, geschweige denn verbreiten und lassen uns das auch nicht nachsagen. Das Gegenteil ist der Fall und wer sich etwas mehr mit uns bzw. unseren Inhalten befasst, kann zu keinem anderem Ergebnis kommen. Wir versenden bereits alle Motive mit dem Hinweis „Achtung: diese Werbung könnte von dummen Menschen missverstanden werden!“ Dumm ist für uns, wer blind den Radikalaposteln hinterherläuft und nicht selbstkritisch hinterfragt.

Das das Erlaubte trotzdem kritisiert werden kann ist die eine Sache. Aber der Anspruch vieler SJWs das man zumindest in die eine, ihre Richtung, alles unterlassen muss, was irgendwie ihnen nicht passt, während sie freimütig jeden beleidigen und abwerten können
Zu guter Letzt wirft man uns dann immer wieder vor, wie menschenverachtend wir mit den Kommentaren im Netz umgehen. Dazu nur eine kurze Erinnerung, wie wir es auf unseren Kanälen mit Trollen halten: Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus. Wessen Kommentar schon voller Hass beginnt, der muss schon ziemlich optimistisch sein, um mit einer freundlichen, ernsthaften Antwort zu rechnen. Ja, es ist wahr, wir fassen niemanden mit Samthandschuhen an, der uns doof kommt. Und ja, nicht alle unsere Kommentare sind im Ansturm der wütenden Radikalapostel immer 100% on point. Auch wir machen Fehler. Natürlich ist es nicht unsere Absicht, Menschen mit Traumata aufzuziehen oder zu verletzen. Das ist rücksichtslos und schlicht böse. Aber wir haben immer stärker das Gefühl, dass alles und jede noch so harmlose Bemerkung, die nicht völlig politisch korrekt formuliert ist, gleich mit der schlimmsten Absicht verbunden wird. 
Auch das ist ganz typisch: Sie sind im Recht, also können sie lospoltern wie sie wollen. Die andere Seite ist im unrecht, also darf sie sich allenfalls entschuldigen. Eine faire Auseinandersetzung sieht anders aus.
Hier heißt es dann immer „ein Unternehmen mit solch einer Reichweite trägt Verantwortung“! Bullshit! Jeder von uns trägt dieselbe Verantwortung. Wir sind auch nichts anderes als eine Gruppe von Menschen. Wer Respekt erwartet, der soll bitte auch uns mit Respekt begegnen. Grundsätzlich ist es so: diese Art von peinlichem Humor und dummen Kommentaren (wir finden uns selbst meistens OK, haben das jetzt nur mal aus „hater“ Perspektive geschrieben) trifft man bei true fruits immer wieder. Wer das doof findet – kein Problem. Das Netz ist weit und es gibt andere, nettere Smoothies. 
Wer Respekt erwartet, der sollte selbst Respekt zeigen. Klingt logisch. Beim Denken in Feindbildern verkörpert Truefruits (mit seiner nach meinem Wissen sehr weiblich besetzen Marketingabteilung) aber das Patriarchat, das Böse und das ist auszurotten.
Wenn wirklich Jemand bei dem Anblick eines Sonnencreme-Penis an ein Trauma erinnert bzw. getriggert wird, wäre unser ehrlicher, freundlicher Rat, sich mit den eigenen Bewältigungsstrategien auseinander zu setzen. Es hat keinen Sinn die ganze Welt zu bitten sich zu verändern.
Köstlich. Und wahr. Triggern kann alles.
Lohnenswerter wäre vielmehr der Aufbau der eigenen Resilienz. Denken wir es mal konsequent durch. Jeden Tag begegnen wir hundertfach irgendwelchen Triggern. Manche Menschen haben Höhenangst, Angst vor Spinnen, Angst vor engen Räumen oder waren im Krieg und haben Missbrauch oder andere unvorstellbare Dinge erlebt. Darf es nun keine Hochhäuser mehr geben, müssen alle Spinnen getötet, alle Aufzüge und alle Sylvester Kracher oder Clownsmasken verboten werden? Wo bitte fängt das an und wo hört es auf? Wer anderen Menschen die Verantwortung für das eigene Seelenheil gibt, übergibt ihnen auch damit auch die Macht über das eigene Seelenheil. Das kann keiner wollen…
ABER PENISSE  SIND BÖSE VERGEWALTIUNGSWERKZEUGE VERSTEHEN DIE DAS DENN NICHT?
Das ist doch nun wirklich einfach.

JA, ABER ES TRIGGERT MICH! Es ist reine Willkür und total subjektiv. Nichts wäre mehr möglich, denn irgendwas triggert immer irgendwen und wir sprechen hier aus Erfahrung. Also: Leben und leben lassen. Und wenn es gar nicht geht – bitte, dann trommelt halt so viele zusammen wie nötig, dass es Gesetzesänderungen gibt, die uns untersagen das zu tun, was wir tun. Aber stellt nicht jeden, der nicht denkt wie ihr als Sexist, Rassist oder AFD-Anhänger da.
Natürlich ist es Willkür. Bzw eine Machtposition, aus der heraus man Forderungen aufstellen kann. Wer anführt, dass ihn etwas triggert, der hat in ihrer Welt recht. Und natürlich wird immer einer schreiben, dass ihn Penisse triggern, die Vorlage ist zu gut.
Wir werden sehen wie es mit der Aufregung um true fruits weiter geht, aber das ist fast schon Nebensache. Viel spannender ist es zu sehen, wie es mit dieser, unserer Gesellschaft weitergeht. Werden wir uns von einer Gruppe fanatischer Radikalapostel, die keinen Deut besser sind als alle anderen fanatischen Gruppierungen (völlig intolerant, diffamierend, etc.) vorschreiben lassen, wie wir sein sollen, worüber wir lachen dürfen?
Das ist eine interessante Frage. Der Rückhalt in der Bevölkerung für SJWs ist denke ich nicht so groß, jedenfalls kleiner als in der Presse und den Medien. Aber es möchte auch niemand einen Shitstorm gegen sich haben. Was ihnen relativ viel freien Raum lässt.
Es fällt schwer sich den Radikalaposteln gehobenen Hauptes entgegen zu stellen, denn wer wird schon gerne als Sexist oder Rassist bezeichnet oder der AFD zugeordnet? Aber wir verraten Euch was: Ihr seid weder Sexisten noch Rassisten noch diskriminiert ihr irgendwelche Minderheiten. (Solltet ihr welche sein, hört auf mit dem Scheiß!) Ihr seid in Ordnung. Wir sind in Ordnung. Und zwar alle so wie wir sind. Wir haben gerne Spaß und genießen unser Leben und nehmen uns selbst nicht so ernst. Lasst Euch nichts anderes einreden. Oder wie eine weise Influencerin mal sagte: „Compassion always wins. Right, boo?“
Eine gute Message, mit der man einiges anfangen kann und die man gut entgegenstellen kann.