Selbermach Samstag 235 (13.04.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

Wie kann ich als Mann Feminist sein? (Teil 1)

Im Spiegel werden Tipps veröffentlicht, wie man als Mann Feminist sein kann:

  • 1. Erwarten Sie keine kostenlose Nachhilfe von Frauen in Sachen Feminismus. Informieren Sie sich selbst, das Internet ist voll und die Bibliotheken auch.

Merkwürdigerweise werde ich dann immer angeschnauzt, wenn ich mich über den Feminismus informiert habe und meine Auffassung darlege

  • 2. Lesen Sie Bücher von Frauen, sehen Sie Filme von Frauen, hören Sie Musik von Frauen.

Aber von den richtigen Frauen! Hoff-Sommers oder andere feminismuskritische Frauen oder gar die vielen Biologinnen, die Geschlechterunterschiede nachweisen sollte man da dann nicht erwähnen

Was wäre mit: Frauen haben natürlich auch wichtige Erfindungen gemacht, aber Männer sind für einen weitaus größeren Teil der Erfindungen verantwortlich gewesen.
Im Gegenzug wäre es natürlich auch interessant, wenn Feminismus Verdienste von Männern anerkennen würde und nicht immer so tun würde als hätten sie nicht sehr viel positives und produktives geschaffen

  • 4. Lesen Sie weiter, auch wenn Sie ungern belehrt werden, vielleicht kommt am Ende raus, dass Sie längst Feminist sind.

Nur das ihr meine Art von Gleichberechtigung nicht gefallen würde

  • 5. Fragen Sie sich, ob es eine Frau gibt, die Ihr Vorbild ist. Wenn Ihnen nur Ihre eigene Großmutter einfällt, fragen Sie sich, warum das so ist.

Mir würde gegenwärtig noch nicht einmal ein Mann einfallen, den ich als Vorbild sehe.

  • 6. Lassen Sie Frauen ausreden.

Wenn sie mich auch ausreden lassen natürlich.

  • 7. Unterbrechen Sie Männer, die Frauen unterbrechen.

Weil das die Frau nicht selbst kann? Ich würde weit eher Personen unterbrechen, die Personen unterbrechen, die in meinem Lager stehen. Das Geschlecht ist dabei relativ egal. Es sei denn die Fairness/das Gesprächsklima gebietet geschlechterunabhängig ein Hinweis darauf, dass man den anderen auch mal ausreden lassen sollte.

  • 8. Glauben Sie Frauen, wenn sie von ihren Erfahrungen berichten, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Neulich gab es ein Video, das viral ging: Eine Frau trug in einem Club ein „smart dress“, das die Menge der Berührungen maß, die unerlaubt auf ihrem Körper landeten. Viele Männer reagierten geschockt auf die Vielzahl der Übergriffe. Sie hätten das auch einfacher haben können, mit Zuhören.

Das ist so ein typischer feministicher Doppelstandard. Sie lehnen jede Benachteiligung von Männer kategorisch ab und hören da nicht zu. Aber man soll Frauen alles glauben ohne es hinterfragen zu können.

„Nichts ist objektiv, außer die Erfahrung von Frauen“ – für eine Ideologie, die immer wieder betont, dass es keine Objektivität gibt ist es schon erstaunlich, dass sie diese dann bei den Erfahrungen der Frauen absolut setzen. Natürlich kann eine Frau auch fälschlicherweise davon ausgehen, dass sie diskriminiert wird. Natürlich kann sie auch bewußt lügen. Genauso wie dies Männer können.

  • 9. Geben Sie Frauen keine unerbetenen Ratschläge und vor allem keine, die Sie bei Männern unangemessen fänden.

„Geben sie keine unangemessen Ratschläge und seinen sie vorsichtig mit unerbetenen Ratschlägen“ würde rationaler sein. Unerbetene Ratschlage können natürlich denoch richtig sein. Zumal Feministen pausenlos unerbetene Ratschläge zu allem möglichen geben, die ich häufig sehr unangemessen finde.

  • 10. Fangen Sie keine Sätze an mit „Ich könnte dein/ Ihr Vater sein,…“.

Habe ich glaube ich noch nie. Aber drückt ja auch nur aus, dass man ein mehr an Lebenserfahrung hat. Was durchaus ja mal relevant sein kann.

  • 11. Beenden Sie auch keine Sätze so.

Zwei Punkte für so etwas? Ist das eine so häufige Äußerung mit so hohen Bedrohungspotential?

  • 12. Kommentieren oder berühren Sie die Körper oder Kleidung von Frauen nicht, wenn Sie auch nur den geringsten Zweifel haben, ob das gerade unangemessen ist. Unangemessen ist es in den meisten beruflichen Situationen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, und bei Frauen, die nicht so aussehen, als wären sie an einem Gespräch interessiert (Kopfhörer sind ein guter Hinweis dafür). Wenn Sie denken, dass Sie dann ja gar nichts Nettes mehr sagen können, denken Sie noch mal nach.

Ich kommentiere die Kleidung oder den Körper von fremden Frauen eh nie so, dass diese das hören können, warum sollte man auch? Und Berühren auch nicht, sofern es nicht ausdrücklich erforderlich ist (neulich tippte ich einer Frau mit Kopfhörern auf die Schulter, weil ihr etwas beim gehen aus der Tasche gefallen war). Meine Flirttage sind natürlich vorbei, aber wenn sich das auch aufs Flirten beziehen soll: Natürlich kann man da nie 100% sicher sein, wobei da ja das alte Prinzip gilt:

  • auf IOIs und andere Signale für Interesse warten bzw diese erzeugen
  • Erst mit Berührungen in „harmlosen Bereichen“ anfangen, etwa kurz am Arm, dann entsprechend weiter „eskalieren“
  • 13. Sagen Sie Frauen mit kurzen Haaren oder Fingernägeln nicht, dass Sie lieber lange Haare oder Fingernägel mögen. Die ahnen das schon. Sagen Sie geschminkten Frauen nicht, dass Sie lieber ungeschminkte mögen.

Ungefragt und bei Fremden sicherlich nicht. Aber wenn ich gefragt werde, dann sage ich natürlich meine Meinung dazu.

Machen Frauen ja auch: Als ich mir mal einen Bart habe stehen lassen haben mir auch Männer und Frauen ihre Meinung dazu gesagt, genauso bei neuen Frisuren. Aus meiner Sicht gelten da auch wieder so ziemlich die gleichen Regeln wie bei Männern auch.

  • 14. Laufen Sie nachts nicht dicht hinter fremden Frauen her, auch wenn Sie den gleichen Weg haben. Gehen Sie langsamer oder auf der anderen Straßenseite. Wirklich.

Hatten wir hier auch schon ein paar Mal:

Einen Straßenseitenwechsel kann eine Frau beim besten Willen nicht erwarten. Das muss sie dann schon selbst machen. Klar schleicht man sich nicht nachts von hinten an jemanden ran, das gilt auch für Männer und Frauen

  • 15. Bezahlen Sie Frauen für ihre Arbeit, mindestens so viel wie Männer.

Das „Mindestens“. Damit ist eigentlich alles gesagt. Bewußte Provokation? Oder „Abbau der Erbschuld der Männer“? Das der Gender Pay Gap ja auch nur ein Unterschied zwischen den Geschlechtern im Schnitt aufgrund anderer Jobs ist und nicht ein Vergleich innerhalb des gleichen Jobs: Geschenkt.

  • 16. Geben Sie Ihrer Tochter mindestens so viel Taschengeld wie Ihrem Sohn im selben Alter.

Geben sie keinem Kind wegen seines Geschlechtes weniger oder mehr Taschengeld. Natürlich: Wenn es einem wenn das eine Kind ein bestimmtes Alter erreicht hat finanziell besser geht als zu dem Zeitpunkt als das alte Kind so alt war, dann ist es nicht ungerecht, dem Kind dann mehr zu geben.

  • 17. „Helfen“ Sie Ihrer Partnerin nicht im Haushalt: Machen Sie einfach die Hälfte.

Angesichts der Teilzeitquote von Frauen von 53% und einer noch höheren Teilzeitquote bei Kindern unter 18 und dem Umstand, dass viele Frauen auch weiterhin in Teilzeit arbeiten wollen, selbst wenn die Kinder längst alt genug sind um weniger Betreuung zu brauchen oder schon aus dem Haus sind eine etwas merkwürdige Forderung, wenn sie nicht damit verbunden ist, dass sie dann auch 50% der Erwerbsarbeit übernehmen soll.

dazu aber auch noch der Hinweis auf einige Artikel:

Natürlich kann es für einen Mann durchaus ein erheblicher Vorteil sein, wenn beide Hausarbeit machen und beide auch im gleichen Maße Erwerbsarbeit nachgehen, schon wegen Unterhalt und Versorgungsausgleich. Aber wie auch schon in einem der oben genannten Artikel festgehalten haben nicht selten Frauen auch ein ganz anderes Bedürfnis danach einen bestimmten Standard in der Wohnung zu haben, den Männer oft nicht benötigen. Männer würden (im Schnitt) wahrscheinlich weniger putzen, weniger noch mal alles durchwaschen etc.

  • 18. Denken Sie nicht, dass Sie schon Feminist sind, weil Sie nett zu Ihren weiblichen Familienangehörigen sind.

Ich bin nett zu den meisten Leuten, solange sie nett zu mir sind.

  • 19. Fordern Sie Frauen, die nicht lächeln, niemals zum Lächeln auf.

Hatten wir hier schon mal. Habe ich bei einer Fremden meines Wissens nach noch nie gemacht. Bei einer Freundin würde ich auch, wenn sie beständig sehr ernst sind, eher fragen, ob alles okay ist.

Gut, Fräulein Schmidt versuche ich sehr häufig zum lächeln zu animieren. Wenn man ihr etwas vorlacht und sie etwas kitzelt, dann lacht sie das aller süßeste Babylachen dieser Welt.

  • 20. Oder, wenn Sie es bei Frauen nicht lassen können: Fordern Sie auch mal Männer, die nicht lächeln, zum Lächeln auf, und fühlen Sie mal, wie bescheuert das ist.

Ich vermute mal ich bin schon mal aufgefördert worden zu lächeln. Eben als Ersatz für „das wird schon wieder“ oder „nimm es nicht so schwer“ oder „alles okay bei dir?“. Fand ich nicht wirklich schlimm.

Weiter im nächsten Teil

Feministinnen fordern Lohn für Hausarbeit

Ein Thema, welches immer wieder hochkommt, sind Rechnungen wie viel die jeweilige Arbeit eines bestimmten Geschlechts wert ist. Dabei wird gerade von Frauen(verbänden) meist eine geradezu absurde Rechnung aufgemacht, bei der so getan wird als würde da eine Frau mit 20 Berufsabschlüssen arbeiten: Ein hochqualifizierter Koch, eine studierte Pädagogin, eine festangestellte Hauswirtschaftlerin, eine studierte Psychologin für die Carearbeit in der Beziehung etc.

Ich hätte eigentlich stark vermutet, dass ich da bereits einen Artikel zu habe, aber ich habe bei kurzem Suchen nichts gefunden. Also noch mal anlässlich des von Arne zitierten Artikels etwas zu den diesbezüglichen Fehlern. In dem Artikel heißt es:

Peter sagt: «Frauen sind ins Erwerbsleben vorgestossen. Aber finanziell unabhängig sind die meisten damit noch lange nicht.» Die Gesellschaft müsse einsehen, dass der «männliche Lebenslauf» kein Modell für alle sei. «Den Frauen wird gesagt: Geht arbeiten. Das ist besser, als daheim die Kinder zu hüten.» Dabei sei Kindererziehung doch sehr wertvolle Arbeit, sagt Peter.

(…)

Für Peter ist Lohn für Hausarbeit eine emanzipatorische Forderung. «Früher hiess es, Hausarbeit gehöre zur Natur der Frau. Hausarbeit ist Arbeit, sie hat nichts mit der Natur der Frau zu tun.» Gerade deshalb müsse die Gesellschaft diese Arbeit bezahlen.

Peter und ihre Mitstreiterinnen denken dabei auch an einen massiven Ausbau der Mutterschaftsversicherung (mindestens ein Jahr), Urlaube für die Pflege von Kindern und kranken Angehörigen sowie eine bezahlte Elternzeit. Ebenso stellen sie Direktzahlungen an Haushalte mit Kindern oder kranken Angehörigen zur Debatte. Würde man die ganze Arbeit in Haushalten mit Kindern zu marktüblichen Löhnen bezahlen, würde das etwa 7000 Franken im Monat kosten, sagt Anja Peter. «In diese Richtung sollte es gehen. Das wäre ein riesiger Befreiungsschlag für die Frauen!»

7000 Franken sind 6125 €. Eine groteske Summe, die die Frauen auf dem Markt nicht erzielen werden. Sicherlich sind die Löhne in der Schweiz eh höher als in Deutschland aber

Ähnliche Berechnungen gibt es auch aus Deutschland:

Etwa € 33.500,- kostet eine vollbeschäftigte Nanny umgerechnet im Jahr.

€ 4.700,- würde in etwa eine professionelle Reinigungskraft kosten.

€ 12.370,- zahlt man einem persönlichen Einkäufer.

€ 11.400,- würde ein Koch kosten, der jeden Tag für warme Mahlzeiten sorgt.

€ 3.560,- verrechnet eine Finanzplanerin für die Planung des Budgets, Überweisungen, etc.

€ 823,- würde Nelmes seiner Frau zahlen müssen, wenn sie ihn zu Business-Essen begleitet.

€ 1.180,- würde für die Reinigung der Wäsche veranschlagt werden.

 

Das entspricht einem Jahresgehalt von über € 66.000,- im Jahr, das eine Hausfrau und Mutter verdienen würde, wenn sie ihre Tätigkeiten als professionelle Dienstleistungen verrechnen würde.

66.000 € sind nur 5.500 € im Monat.

Aber dafür sieht man ganz gut, dass sie eigentlich eine einheitliche Haushälterinnentätigkeit auf mehrere Vollzeitjobs aufspalten und so tun als würden da diverse Profis arbeiten.

Was insbesondere nicht bedacht wird:

  • Die Frau betreut ihre eigenen Kinder mit, sie wächst ihre eigene Wäsche und die ihrer Kinder, sie isst ihr eigenes Essen und ihre Kinder essen auch mit, sie kauft für sich selbst und ihre Kinder ebenfalls mit ein, sie plant auch ihr eigenes Budget etc. Da wären wir schon mal bei einer Halbierung des Lohns
  • Er betreut die Kinder auch, kocht vielleicht auch ab und zu. Steht in Bereitschaft, wenn sie nicht kann, wäscht Wäsche und putzt. Er erbringt evtl die Arbeiten eines Handwerkers, eines Ungezieferbeseitigers, eines Müllentsorgers, eines Automechanikers, eines Rechtsanwalts oder eines sonstigen Vertreters bei Beschwerden, Reklamationen etc, er übernimmt Winterdienste und Gärtnerarbeiten, man könnte tausende Jobs finden, die auch der Mann erledigt. Mit denen könnte er natürlich aufrechnen.
  • Sie erwirbt im deutschen Recht zusätzlich Ansprüche auf Versorgungsausgleich und Zugewinn, sie zahlt beim „Vollversorgermodell“ keine Miete, keine Lebensmittel, keine Urlaubsreise etc, auch nicht für ihre Kinder.
  • Sie ist nicht weisungsabhängig, so dass bereits keine Angestellteneigenschaft vorliegt. Sie wäre demnach selbständig, so dass sie für das arbeitet, was der Markt hergibt und es ihre Sache ist, ob sie in einen für sich vorteilhaften Markt hereinkommt und wie viel Umsatz und Gewinn sie dort machen kann. Man kann dann nicht einfach den behaupteten Wert bestimmter Arbeiten abrechnen, wenn das Paket in dieser Weise gar nicht am Markt zu diesem Preis angenommen wird.
  • Dennoch sind gerade innerhalb der Ehe die zusätzlichen Pflichten des „Beauftragers“ enorm: Lohnfortzahlung ohne Erbringung der Gegenleistungen, im ersten Jahr ohne Pflicht eine Tätigkeit aufzunehmen, danach als Aufstockung über etwa ein Drittel der vorherigen Dienstzeit. Ab einer Vertragszeit von 25 Jahren sogar dauerhaft. In welchem anderen Job hätte man das schon?

 

 

 

Hat Pinkstinks seine weibliche Geschäftsführerin nicht bezahlt und einen Gender Pay Gap?

Ein interessanter Artikel bei Pinksstinks:

Nachdem sie selbst in den letzten Wochen eingestand, dringend Luft holen zu müssen, haben wir sie erst mal vier Wochen in eine Pause geschickt. In dieser Zeit übernehmen Ariane und ich Koordinationstätigkeiten und Presse. Da fehlt natürlich viel und Stevie sagte selber: Wenn sie wiederkommt, wird sie nicht so weiter arbeiten können wie früher.

Die Krise hatte sich in dem hier besprochenen Artikel ja bereits angekündigt. Stevie – gute Besserung für sie – hatte da quasi toxische Männlichkeit gelebt und sich überfordert.

Das Interessante: Anscheinend wurde sie dafür nicht bezahlt:

Das Problem: Wir haben zurzeit vier finanzierte Teilzeitstellen, Stevie selbst war nie bei Pinkstinks angestellt. Sie generierte durch ihre Expertise honorierte Vortragsanfragen und Publikationen. Aber auch die konnte sie in den letzten Monaten vor Überlastung immer weniger wahrnehmen und der Druck, zu aller Arbeit zusätzlich zu reisen, war verrückt.

Das Team bei Pinksstinks wird hier dargestellt. Für Stevie ist vermerkt:

Dr. Stevie Meriel Schmiedel, Deutsch-Britin, ist promovierte Dozentin für Genderforschung und lehrte zuletzt an der Universität Hamburg und der Hochschule für Soziale Arbeit (Rauhes Haus). Sie hat zwei Töchter und ist 1. Vorstandsvorsitzende, Geschäftsführerin und Pressesprecherin bei Pinkstinks.

Ihren Job an der Uni hatte sie anscheinend nicht mehr, sie war Geschäftsführerin und Pressesprecherin (und wie im Impressum ersichtlich auch erste Vorsitzende) des Vereins. Anscheinend ohne Gehalt.

Chefredakteur ist dann ein Mann, Nils, mit 20 Stunden, organisatorische Geschäftsführerin eine Frau mit ungeklärter Stundenzahl. Ein männlicher Redakteur hat dann wieder 30 Stunden. Dann noch eine Frau für Recherche und eine Frau für die Theaterpräventionsarbeit.

Anscheinend hat Pinkstinks hier eine Frau ausgebeutet, die den Job der Vorsitzenden kostenlos mache durfte, sich dafür vollständig überarbeitete.

Wir wissen, dass wir gerade erst um Geld gebeten haben – es kamen rund 4.500 Euro für Beratungstage für uns zusammen, für die wir uns ganz herzlich bei euch bedanken möchten! Was wir aber brauchen, sind regelmäßige Förder*innen, damit wir eine weitere Stelle einrichten können. Stevies Stelle muss finanziert sein, damit wir sie in Krankheitsfällen ersetzen oder sogar durch eine weitere halbe Stelle ergänzen können, die für sie recherchiert, Texte vorschreibt und Social Media übernimmt. Egal, wie es weiter geht – auf Stevies Hochleistungsmodus werden wir erstmal verzichten müssen. Hauptsache, ihre Expertise bleibt uns erhalten, ihre Strategie- und Kampagnenschläue, mit der wir schon so weit gekommen sind. Das hoffen wir.

Ich verstehe das so, dass sie die kostenlose Arbeit von Frau Schmiedel durch eine bezahlte Arbeit ersetzen wollen und dafür Geld brauchen.

Eigentlich ja ein starkes Stück für eine feministische Aktion, die sich gegen Geschlechterbenachteiligung ausspricht.

Zumal dann der Chefredakteur, also ein Mann, zumindest für einige Zeit der bestbezahlte Mitarbeiter gewesen sein dürfte. Also vermutlich auch noch ein Gender Pay Gap. Auf meine diesbzügliche Nachfrage hat man leider nicht reagiert.

Und wenn sich Stevie Schmiedel da in Vollzeit aufgerieben hat, wie hat sie dann eigentlich ihr Leben finanziert und das ihrer zwei Kinder?

Gerade da sie um weiteres Geld bitten würde es sich aus meiner Sicht schon gehören, wenn sie darlegen würden, ob Stevie anderweitig Geld über Vorträge etc vom Verein erhalten hat. Dann wäre die Angabe etwas irreführend.
Ich würde es auch interessant finden, wenn die Mitarbeiter dort tatsächlich beständig den Gender Pay Gap etc anprangern und dann bei einem Verein arbeiten, bei dem die hochgradig aktive Geschäftsführerin nicht bezahlt wird (und damit dazu beiträgt, dass Frauen schlechter verdienen bzw dieses Bild reproduziert)

Wer da näheres hat: Ich bin interessiert.

 

Finnisches Wahlrecht und der Anteil an Frauen im Parlament

Arne hat einen Leserbrief bekommen:

Finnland wählte gestern die 200 Volksvertreter neu.

Gewählt wurden 92 Frauen (46 %) sowie 108 Männer (53 %).

Geschlechterparität ist nicht vorgesehen, weder bei der Aufstellung der Kandidaten noch bei den Abgeordneten.

Besonders große Geschlechtergefälle ist bei den Grünen zu sehen. Von den 20 Abgeordneten sind nur 3 Männer (15%). Witzigerweise fordern die Grünen z.B. bei der Besetzung von den Vorständen von Börsenunternehmen eine Geschlechterquote von 40%.

In Finnland gibt es keine Listenwahlen. Somit können die Parteien de facto nur sehr wenig Einfluss auf das Geschlecht der Abgeordneten haben. Jener Kandidat, der in einem Wahlkreis die meisten Stimmen unter den Kandidaten der eigenen Partei erhält, belegt den „Spitzenplatz“ seiner Partei. Jeder Wähler hat nur eine Stimme, die man einem besetimmten Kandidaten geben muss.

Den niedrigsten Frauenanteil hatten die Rechtspopulisten mit 31%.

Finde ich ein interessantes Konzept. Man kann den Politiker wählen, den man gerne als Vertreter haben würde. Macht es natürlich Politikern schwieriger, sich in einen (auch für sie teuren) Wahlkampf zu stürzen, wenn ein anderer einfach so an ihnen vorbeizieht, der vielleicht weit weniger Ahnung hat oder bei einer bestimmten Gruppe schlicht besser ankommt. Es macht das Rennen insgesamt offener und wird so mehr „Amateure“ in das Parlament spülen vermute ich. Interessant aber, dass der Frauenanteil dort so hoch steigt.

Für ein solches Wahlrecht müsste sicherlich auch hier die Verfassung geändert werden, aber es wäre interessant zu sehen, wie viele Stimmen bestimmte Politiker bekommen, wenn sie sich nicht auf Listenplätze bzw die Stellung als einziger Kandidat zurückziehen können. Und auch ob es die Politik verändern würde, weil man dann leichter „abgestraft“ werden kann.

Pronomen