USA und Deutschland: Stärke der intersektionalen Theorien

Ich würde einen Vergleich USA und Deutschland bzw Europa interessant finden in Bezug auf die „Stärke“ der intersektionalen Theorien.

Auch wenn Deutschland fahrt aufnimmt scheinen sie mir in den USA noch weit aus gefährlicher zu sein als hier.
Ich würde als Faktoren nennen:

  • Die „Rassenfrage“ ist in den USA ein ganz zentrales Thema und die schwarze Bevölkerung hat eine deutlichere „Wählermacht“ als in Deutschland. Dazu kommt, dass man dort mit der Sklaverei erhebliche deutlichere Schuld auf sich geladen hat auf die man sich berufen kann. Das gibt eine deutlichere „Keimzelle“ für eine Förderung von „Gleichheitsbeauftragten“.
  • Die Universitäten sind dort weitaus eher radikalisiert, man nehme nur sowohl die Problematik der Anteile von Schwarzen an den Universitäten und die „Rape Culture“-Panik an den Universitäten. Das mag auch daran liegen, dass man dort ganz andere Zulassungsvoraussetzungen hat, da es kostenpflichtige Unis sind, die quasi privat sind und es weitaus eher Eliteuniversitäten gibt als in Deutschland mit seiner freien Bildung.
  • Das amerikanische Diskriminierungsrecht mit seinen Punitive Damages macht es für amerikanische Arbeitgeber auch interessanter sich zu Maßnahmen zu bekennen und diese zu bezahlen, die deutlich machen, dass sie etwas gegen Sexismus und Rassismus gemacht haben. Das wiederum spült Geld in die Kassen der „Grievance Industrie“.

Welche Faktoren würdet ihr sehen?

„Bist du dir sicher, dass der Mob nicht eines Tages auch deine Entlassung fordert?“

Ein Beitrag ruft dazu auf sich der „Cancel Culture“ in den Weg zu stellen:

A moral panic is sweeping the nation. How we react to the pitchfork hordes will determine the fate of our country for a generation or longer.

We call what the hordes do to our fellow citizens “cancel culture,” but the term is far too cute to capture the cruel, mindless and life-destroying process taking place all around us in the name of “fighting racism.”

The tendency has been with us for some time, but the current, ­extra-crazed moment has accelerated its malignant energies: Locked in for months due to COVID-19, we re-emerged into a society more enraged and at war with itself than ever before.

Then the killing of George Floyd in Minneapolis took the ideological madness to the next level. The great majority of Americans agreed that Floyd’s death was horrific and that the police officers responsible for it must be held to account. But that sane consensus wasn’t enough, as far as the cancel left was concerned: Enemies had to be found and eradicated.

And if there weren’t enough racist enemies, then more of them had to be invented.

Die Cancel Culture und die Identitätspolitik, nach der jeder aus der Gruppe erst einmal irgendwie Schuld ist, ergänzen sich, weil man in der Identitätsideologie eben Virtue Signalling Punkte bekommt, wenn man einen Schuldigen findet und diesen auf den Richterblock führt. Um so mehr er sich wehrt um so besser für die eigene Selbstdarstellung. Deswegen wird jeder erfahrene SJW, der eine Kategorie übersehen hat und etwa Transexuelle vergessen hat sofort seine Schuld eingstehen und um Vergebung und Belehrung bitten, weil er so keine Angriffsfläche bietet.

Prominent conservatives, as I have pointed out in these pages, can rarely be canceled. A Sen. Tom Cotton might express an opinion deemed utterly verboten, but the left can’t drum him out of public life or destroy him.

But all other Americans — including those with small or nonexistent public profiles — are vulnerable. It’s a chilling development: We can’t cancel a Cotton or a Ben Shapiro, so let’s cancel citizens who might dare to share similar opinions.

Das ist der andere Weg immun gegen die Kritik zu sein: Einfach gar keine Schuld akzeptieren und auf der „Gegenseite“ zu sein, so dass man auch keine Ausweichmöglichkeit hat. Denn dann ist die Reaktion eher „Na klar sagt er das, er ist ja Satan selbst“ und damit ist das Aufregerpotential wieder relativ gering. Eher erhält man dann Unterstützung durch die eigenen Anhänger, was jemanden, der einfach so in die Mühlen gerät, wesentlich schwieriger fällt, da sein Umfeld nicht entsprechend „sortiert“ ist.

That’s what was attempted with Oklahoma State football coach Mike Gundy. Gundy wore a T-shirt featuring the logo of a TV station called One America News. OAN has a variety of personalities presenting a variety of opinions, generally right of center.

When the swarm came after Gundy, he folded, saying he was sorry for the “pain and discomfort” he had caused.

No one pointed to any particular opinion promoted by an OAN host that was beyond the bounds of discourse. We can’t shut down OAN, so let’s go after its viewers.

Being an unknown private citizen won’t save you. In one of the strangest pieces in the history of journalism, the Washington Post outed a left-leaning woman, who isn’t a public figure, for attending a Halloween party two years ago in blackface. That she was making fun of Megyn Kelly (who had been accused of making light of minstrelsy) didn’t save this woman from ritual shaming in a major newspaper; her employer summarily fired her.

Ja, in der Tat geraten schnell vollkommen unbeteiligte in einen Shitstorm und das amerikanische Arbeitsrecht dürfte es noch leichter machen als das Deutsche dann einfach jemanden zu feuern um zu verhindern, dass der Shitstorm auch den Arbeitgeber umfasst.

The sheer viciousness of ruining a private citizen apparently escaped the Post’s writers and editors. In fact, there is a good chance they saw themselves rendering a public service.

Ja, immerhin haben diejenigen ja eine Sünde begangen und eine Hexe zu verbrennen ist eben etwas gutes.

You don’t even have to have committed the offense to be fired. LA Galaxy midfielder Aleksandar Katai was released from his contract over his wife’s social media posts. Somehow in America in 2020, if the actions of one spouse reflect poorly on the other, he can lose his job.

In Atlanta, the stepmother of one of the cops involved in the shooting of Rayshard Brooks was fired from her human resources job, by her account simply because of her family link to the officer. Communist regimes the world over similarly punish guilt by family association.

Auch hart, wenn es wirklich kein eigenes Fehlverhalten war, sondern nur ein Verwandter.

To fight this moral panic, ordinary people will have to be brave, and we all need to show solidarity: People will have to stand up for their friends when they’re in danger of being swarmed, companies will have to stand up for their employees and the rest of us will have to speak out for all of them.

It’s a tough ask in a still-shaky economy and with a deadly virus still menacing the elderly and infirm. It’s easier to bend the knee than to withstand the slings and arrows that inevitably attend refusing to do so. But it’s something we must do to return to sanity and be a cohesive country again. Courage is not just helping others — it’s helping yourself, too: Are you sure the mobs won’t come for you?

In der Tat wäre es Begrüßenswert, wenn die „schweigende Mehrheit“ den Wahnsinn, der da oft mit einhergeht, nicht hinnehmen würde, sondern ihn als solchen bezeichnen würde. Aber man gerät dann eben schnell selbst in die Suchscheinwerfer und das kann sehr gefährlich sein. Solange man als einzelner herausgegriffen werden kann lohnt es sich nicht sich dem Mob zu stellen. Erst wenn der Widerstand ein gewisses Volumen annimmt, so dass das Herausgreifen einzelner schwierig wird, kann man den Mob abfangen.

Der Mietdeckel zeigt: Der Markt lässt sich nicht so einfach regulieren

Berlin hatte einen Mietendeckel eingeführt und die Erfolge scheinen eher das Gegenteil von dem zu sein, was man damit erreichen wollte:

Was würde passieren, wenn in einer Boomstadt wie Berlin die Mieten gedeckelt würden? Die Antworten waren vielfältig – aber sie liefen immer auf eines hinaus: Für die meisten Leute wird die Wohnungssuche schwieriger.

Denn: Es gibt weniger Wohnungen zu mieten. Statt zu vermieten, verkaufen einige Eigentümer ihre Wohnungen lieber als Eigentumswohnungen. Wo noch vermietet wird, werden die Wohnungen seltener modernisiert – die Folgen sieht man langfristig. Kurzfristig steigen schon mal die Ablöseforderungen für Küchen und andere Möbel. Auf der anderen Seite verstärkt sich der Run in die Innenstadt. Schließlich locken gedeckelte Mieten mehr Leute an. Dazu kommt: Wer das nötige Kleingeld hat, nimmt angesichts des Mietendeckels gerne mal eine größere Wohnung, zum kleineren Quadratmeter-Preis kann man sich die ja leisten.

Vor fast genau einem Jahr hat der Berliner Senat die Eckpunkte für seinen Mietendeckel beschlossen, vor vier Monaten trat er in Kraft. Jetzt sind die ersten Ergebnisse sichtbar. Deutlich sichtbar, muss man sagen – und sie sehen genau so aus, wie es die Ökonomen vorhergesagt hatten. In Berlin werden immer mehr Eigentumswohnungen angeboten, so zeigt es eine Analyse des Immobilienportals „Immobilienscout 24“. Gleichzeitig geht der Trend bei den Mietwohnungen nach unten. Der Trendwechsel fällt in den Sommer 2019, kurz nachdem sich der Berliner Senat auf den Mietendeckel geeinigt hat.

Das sind zwar derzeit noch keine wissenschaftlich unanfechtbaren Beweise, aber immerhin sehr deutliche Zeichen: Der Preisdeckel hat die Berliner Mieter Auswahl gekostet. Das wäre nicht so schlimm, wenn das geringe Angebot auf ein geringeres Interesse stoßen würde. Doch das Gegenteil ist der Fall: Während sich also die Zahl der angebotenen Wohnungen je nach Zählung fast halbiert hat, hat sich die Zahl der Anfragen pro Inserat innerhalb des Jahres mehr als verdreifacht.

Eine Wohnung zu finden wird unter solchen Umständen zum Glücksspiel. Es ist eine Frage der Zeit, bis deutlich werden wird, dass einige Vermieter unter solchen Umständen noch wählerischer werden: Sie suchen sich zahlungskräftige Mieter mit sicheren Arbeitsstellen aus, die vielleicht so ähnlich aussehen wie sie selbst, und möglicherweise nicht so gerne Familien mit kleinen Kindern, die Unruhe ins Haus bringen können.

So nützt der Mietendeckel zwar allen, die jetzt schon eine Wohnung haben – den Übrigen aber schadet er: Zuzüglern zum Beispiel, aber auch Paaren, die zusammenziehen oder sich trennen wollen. Jungen Leuten, die endlich von zu Hause ausziehen wollen. Selbst alte Leute, die zu viel Platz haben und sich eigentlich verkleinern wollen, werden sich diese Tortur einer Wohnungssuche nur ungern antun.

Am Ende steht leider nur eine Erkenntnis, die nicht furchtbar neu ist: Probleme auf Märkten löst man nicht, indem man die Preise manipuliert, sondern indem man das Übel an der Wurzel packt. Wo es an Wohnungen fehlt, braucht man keinen Mietendeckel und keine Enteignungen, sondern neue Wohnungen und im Zweifel mehr sozialen Wohnungsbau.

Warum sollte auch jemand Wohnungen bauen oder vermieten, wenn es sich immer weniger lohnt? Dann lieber verkaufen.

Wer billigere Mieten und mehr Wohnungen möchte, der muss wenig überraschend das Bauen und Anbieten von Mietswohnungen attraktiver machen. Aber das ist für viele, gerade linke Politiker natürlich eine Zwickmühle:

Mehr Wohnungen wären schön, aber man erreicht sie nur, indem man Leute Vermögen aufbauen lässt. Reiche nicht zu fördern wäre schön, aber dann investieren die weniger in Wohnungen in denen Leute dann wohnen können. Bleibt nur selber bauen. Aber dann muss man es natürlich plötzlich auch finanzieren. Schlecht für eine Stadt, die pleite ist.

Der glaube man kann es einfach anordnen und dann klappt es auch hat etwas planwirtschaftliches. Aber merkwürdigerweise klappt es eben nicht.

Kinderfotos im Netz

Kinderfotos im Netz, das ist ein Thema, welches schon zu vielen Meinungsverschiedenheiten geführt hat.

 

Auf der einen Seite die Leute, die es als ungefährlich ansehen und gerne schöne Kinderfotos veröffentlichen wollen, auf der anderen Seite Leute, die meinen, dass man Kinder möglichst nicht ins Netz stellen sollte, sei es um deren Persönlichkeitsrechte zu wahren, sei es weil man befürchtet, dass Pädophile sich an den Fotos ergötzen, auch wenn sie die Kinder nicht in anzüglichen Position oder Kleidungen zeigen.

In der Mitte steht die Fraktion, die zwar Fotos im Internet postet, aber eben so, dass man beispielsweise nur den Hinterkopf des Kindes sieht oder aber bei dem Kind Sternchen oder sonstige Zeichen über dem Gesicht gemalt werden um es zu anonymisieren.

Aus meiner Sicht kann man durchaus mal ein Foto posten, ich selbst finde es nicht so schlimm. Südländerin hingegen hält sich stark zurück, was bei einem so süßen Kind wie dem unseren natürlich nicht einfach ist..

Auch natürlich beliebt: der Streit darüber nach der Trennung, mitunter einfach nur weil man dem Partner nicht erlauben will, dass er Bilder einstellt, die ihn zusammen mit dem Kind zeigen

Wie seht ihr die Gefahren, wie handhabt ihr es?

Hengameh Yaghoobifarah (oder evtl nur die Taz) bittet um Polizeischutz

Eine interessante Nachricht im Nachklang zu dem „Polizei und Müllhalde“-Text:

Die Autorin der heftig umstrittenen Kolumne über Berliner „Müll-Polizisten“, Hengameh Yaghoobifarah, wird offenbar massiv bedroht. Die Journalistin  bat die Berliner Polizei jetzt um ein Beratungs- und Sicherheitsgespräch, um mit den zahlreichen Anfeindungen gegen ihre Person besser umgehen zu können.

Dies erfuhr FOCUS am Sonntag aus Berliner Polizeikreisen. Der Justiziar und die Chefredaktion der linken Tageszeitung „taz“ hatten im Auftrag von Yaghoobigfarah vor Tagen Kontakt zum Berliner Polizeipräsidium aufgenommen und um Hilfe für die nach eigener Angabe massiv eingeschüchterte Journalistin gebeten.

In der Redaktion waren zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Telefonate und E-Mails mit bedrohlichem Inhalt eingegangen. Einige Reaktionen konnten als direkte Gefährdung für das körperliche Wohl der Journalistin eingestuft werden.

Nach FOCUS-Informationen werden sich Beamte des Polizei-Abschnitts 53 am Checkpoint Charlie, gleich in der Nähe der „taz“, um die Sicherheit der Redaktion kümmern. Die Berliner Polizei wollte sich auf FOCUS-Anfrage zu dem Fall der bedrohten Journalistin nicht äussern.

Vorweg: Natürlich hat sie Anspruch auf Polizeischutz, wenn sie tatsächlich bedroht wurde. Die Polizei kann ihre Dienste nicht von Sympathie abhängig machen und hat hier auch natürlich eine großartige Gelegenheit ihre eigene Wichtigkeit zu betonen und Hengameh indirekt dazu zu bringen sich für ihren Text zu schämen.

Was geht in ihr vor, dass sie nun um Polizeischutz bittet? Ist ihr das peinlich aber ist ihr die Lage zu gefährlich oder ist es – passend zu den intersektionalen Theorien – eher Trotz, bei dem sie noch anfordert, dass man ihr „vernünftige Polizisten“ schickt.

Und das bringt natürlich gleich die andere Seite vor ein Auswahlproblem:
Welche Polizisten schickt man da hin? Als weißer Polizist könnte man ja schon berechtigte Vorbehalte haben. Schickt man nur PoCs hin? Oder nur Frauen? Oder nur PoC-Frauen? Oder gerade die „normalsten“ Beamten, alte weiße Männer, aber erfahren in dem Bereich, damit sie hinterher nicht sagen kann, dass sie so froh war PoCs/Frauen um sich zu haben und keine alten Männer?

 

Korrektur: Evtl hat nur die TAZ aber nicht die Autorin um Polizeischutz gebeten schreibt die Welt:

Die Redaktion der „taz“ hat wegen Drohungen gegen die Autorin der umstrittenen „taz“-Kolumne „All cops are berufsunfähig“ die Unterstützung der Polizei gesucht. Sowohl die Autorin Hengameh Yaghoobifarah als auch die Zeitungsredaktion hätten Drohungen in Bezug auf die Kolumne erhalten, bestätigte die stellvertretende Chefredakteurin Katrin Gottschalk gegenüber WELT.

Die Bitte um ein Beratungs- und Sicherheitsgespräch bei der Berliner Polizei sei aber von der Redaktion selbst ausgegangen, nicht von Yaghoobifarah. Dies hatte das Nachrichtenmagazin „Focus“ am Sonntag berichtet und sich dabei auf Informationen aus Berliner Polizeikreisen bezogen. In der Redaktion seien schon vor Tagen zahlreiche Telefonate und E-Mails eingegangen, von denen einige als direkte Gefährdung für das körperliche Wohl der Journalistin eingestuft werden könnten.

Dass sich in Berlin Polizisten des benachbarten Reviers nahe der „taz“-Büroräume um die Sicherheit der Redaktion kümmerten, wie „Focus“ weiter berichtet, habe nichts mit den aktuellen Drohungen zu tun, stellte die stellvertretende Chefredakteurin klar. Es handle sich hier um übliche Sicherheitsmaßnahmen, die auch für andere Medienhäuser in Berlin vorgenommen werden.

Update: Hengameh teilt diesen Tweet:

Dazu:

Und:

Die Theorien von DiAngelo zu Weißen und ihre spaltende Wirkung

Ich fand diese zwei Tweets ganz interessant:

In der Tat drängt einen Identitätspolitik eben in Identitäten, eigentlich das Gegenteil von dem, was man dort eigentlich erreichen will. Und wer Identitäten hat, der wird sich eben mit ihnen eher Identifizieren und sich angegriffen fühlen, wenn diese abgewertet werden.

 

 

 

Die fiesen Männer, die einfach keine bessere Anti-Baby-Pille entwickeln

Comedy auf die Goldwaage zu legen ist natürlich an sich schon etwas gefährlich, aber diesen Abschnitt fand ich zu einem Auftritt von Carolin Kebekus fand ich doch besprechenswert:

Auch wenn die Anfänge auf die amerikanische Frauenbewegung zurückgehen: Die Pille wurde von Männern entwickelt – und sorry, Leute, das merkt man“, betonte sie. Besorgniserregend seien die vielen Nebenwirkungen des Verhütungsmittels wie Erbrechen, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Embolien oder auch ein erhöhtes Thrombose-Risiko.

Das Problem sei, so die Komikerin, dass die Pille seit Jahrzehnten kaum verändert wurde. „Heute haben wir fucking Smartphones, aber Frauen schlucken immer noch den ‚Commodore64‘ der Verhütung“, sagte sie in Anspielung auf die Entwicklung des Computers, die in den vergangenen Jahren schnell vorangetrieben wurde. Schlimmer noch: Die modernen Pillen haben sogar noch mehr Nebenwirkungen als ihre Vorgänger, erklärte Kebekus. „Es wird einfach viel zu wenig geforscht, um die Pille besser zu machen“, beklagte sie. „Normalerweise geben Pharmakonzerne 20 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung. Bei Verhütungsmitteln sind es lächerliche zwei Prozent“, sagte sie. Das liege daran, dass damit kein Geld verdient werden würde, weil Frauen die Pille wegen mangelnder Alternativen ohnehin trotzdem schlucken würden.

Adrian twitterte schon das passende dazu:

Aber die Idee, dass man mit einer besseren Pille kein Geld verdienen könnte ist ja auch wenig durchdacht. Denn bereits jetzt gibt es ja Pillen verschiedener Hersteller, die in einem Wettbewerb stehen. Natürlich hätte jeder Hersteller gerne eine Pille im Angebot die weniger Nebenwirkungen hat.

Aber das Problem dürfte eher sein, dass es eben nur bestimmte Mechanismen gibt, die eine Schwangerschaft verhindern bzw dem Körper eine Schwangerschaft vortäuschen und so kurzzeitig eine Schwangerschaft verhindern.

Jedenfalls ist ja Medizin nun keineswegs ein männlich besetztes  Feld. Niemand hindert Frauen daran dort zu forschen und ein besseres Produkt zu entwickeln. Wenn sie meint, dass das Potential ungenutzt ist, dann ist das mal wieder eine Marktchance, in die sie Geld stecken könnten.

Den Knaller lieferte die Komikerin am Schluss des Beitrages, als sie die Pillenpause und die damit eintretende Blutung erwähnte.

Denn die, das ließ sich Kebekus von einer Gynäkologin bestätigen, hat medizinisch überhaupt keinen Sinn. „Die Blutung, die eintritt, wenn man mit der Pille pausiert, hat einfach null mit einer Menstruation zu tun“, sagte sie. Warum es die Blutung dann überhaupt gibt? „Weil einer der Erfinder der Pille der katholischen Kirche mit diesen Blutungen so eine Art Natürlichkeit vorgaukeln wollte“, erklärte Kebekus.

Am Ende profitieren vor allem die Hersteller von Menstruationsprodukten. „Ich habe 15 Jahre die Pille genommen und die ganze Zeit umsonst geblutet? Ungefähr neun Liter Blut. Umsonst!“, stellte die Komikerin abschließend fest. Eine Tatsache, die die wortgewandte Kebekus fassungslos macht.

Es fasziniert mich immer wieder, wie leicht Frauen die Verantwortung für so etwas abgeben und es als eine Art Unterdrückung sehen können. Es gibt ja nun wahrhaftig genug Gynäkologinnen, es gibt genug Frauenzeitschriften, es gibt seit geraumer Zeit das Internet, bei dem man sich über die Vor- und Nachteile des Durchnehmens informieren kann.

Aber nein, die große Verschwörung der Kirche steckt dahinter.

 

Selbermach Samstag 296 (27.06.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Das Kondom nach dem Sex als Mann mitnehmen?

Ein Tweet dazu, wie man als Mann danach mit dem Kondom umgeht:

Kumpel nimmt nach seinen One-Night-Stands immer seine benutzen Kondome mit, weil er Angst hat, dass sich im Nachhinein eine der Damen damit schwängert. Überlege noch, ob ich es berechtigte Vorsicht oder Paranoia ist.

Ich muss zugeben ich habe das auch ein paar Mal gemacht. Gar nicht mal weil mir die Frau dazu Anlass gegeben hat, aber irgendwie fand ich es in diesem Moment sicherer als ihn in der Wohnung zu lassen. Ich denke es war etwas Paranoia. Wobei die Rechnung für ein Handeln ja immer die Schadenskalkulation ist, bestehend aus der Wahrscheinlichkeit, dass der Schaden eintritt (sehr gering, wenn man die gute alte „Never stick your dick in crazy“ Regel befolgt) und dem Schaden der entsteht, wenn die geringe Wahrscheinlichkeit dennoch eintritt (enorm!). Dagegen muss man dann noch die Mühe rechnen, den Schaden sicher abzuwenden oder zu verringern und das Kondom einfach kurz in ein Taschentuch zu stecken und mitzunehmen macht eben auch wenig Mühe.

Habt ihr das schon mal gemacht? Paranoid oder berechtigte Vorsicht?