„Ich bin ein Mann, 23 Jahre alt und hatte noch nie eine Freundin, ich habe noch nie ein Mädchen geküsst, ich hatte noch nie in meinem Leben Sex und noch nie hat sich eine Frau in mich verliebt“

Ein Leser schreibt mich an, weil es mit den Frauen nicht so richtig klappen will (und ich stelle es mit seiner Zustimmung als Artikel ein):

Hallo,

Ich habe seit vielen Jahren folgendes Problem: Ich bin ein Mann, mittlerweile 23 Jahre alt und hatte noch nie eine Freundin, ich habe noch nie ein Mädchen geküsst, ich hatte noch nie in meinem Leben Sex und noch nie hat sich eine Frau in mich verliebt.

Ich werde in der Öffentlichkeit oder in der Disko nie von Frauen angesprochen oder angelächelt und niemals von Frauen über Facebook oder sonstige Plattformen angeschrieben. Ich selbst spreche keine Frauen mehr an, das habe ich bereits vor einigen Jahren aufgegeben, weil es keinen Sinn hatte. Ich habe außerdem oft genug beobachtet, dass attraktive Männer keine Frauen ansprechen müssen, weil die Frauen selbst auf diese Männer zugehen.

Ich bin ein sehr realistischer Mensch und bin davon überzeugt dass ich zu hässlich bin und deshalb abstoßend auf Frauen wirke. Das Aussehen ist das wichtigste und ein gut aussehender Mann wäre sicher nicht gegen seinen Willen Jungfrau.

Ich bin kurz davor, in den Puff zu gehen, weil ein sehr starkes Bedürfnis nach Sex und wirklich große Lust dazu habe. Ich will auch endlich wissen wie es ist und ich will meine verpasste Erfahrung so schnell wie möglich nachholen. Aber ich möchte es lieber schaffen, ohen dafür bezahlen zu müssen. Nur, ohne sexuelle Erfahrung halte ich es nicht mehr aus. Ich habe ein paar Bücher und Artikel zu PICKUP gelesen, aber das hat mich nicht wirklich weiter gebracht.

Meine Frage ist, wie kann man denn auch wenn man so hässlich wie ich aussieht bei frauen begehrt sein und Sex mit verschiedenen Frauen haben bzw Freundinnen bekommen? Wie kann man es mit so einem Aussehen erreichen, dass eine Frau sich in einen verliebt? Wie kann man es schaffen, dass Frauen von selbst auf einen zukommen und mich ansprechen?

Ich habe viele Artikel auf ihrer Website gelesen. besonders gut daran gefällt mir, dass alles sehr logisch und realistisch beschrieben und erklärt wird.

Dem Bild nach sieht er ganz normal aus. Insofern ist seine Idee zu hässlich zu sein, erst einmal merkwürdig. Er ergänzt:

Ich dachte, vielleicht kann ich hier ein paar Tipps bekommen, die wirklich helfen. Alle Frauen sagen immer zu mir, ich würde gut aussehen und sei nicht hässlich. Aber gleichzeitig sagen Frauen, die mir gefallen, dass ich nicht ihr Typ bin.

Das bestätigt eher meine Einschätzung, dass es nicht am Aussehen liegt. Eher ist „Antigame“ zu vermuten, evtl zu schüchtern, zu unselbstbewußt etc. Ich schrieb darauf hin:

also ich kann mir nicht vorstellen, dass es am Aussehen liegt. Das ist doch vollkommen okay. Was findest du denn so schlecht an dir? Es dürfte weitaus eher das schlechte Selbstbewußtsein sein. Du scheinst doch einige Frauen um dich herum zu haben, wie kommst du denn mit denen zurecht?

Seine Antwort:

Ich bin eigentlich auch zufrieden mit meinem Aussehen. Weiß nicht, was ich verbessern soll. Aber trotzdem habe ich bis heute keine Freundin und keinen Sex gehabt. Und leider sagen Frauen die mir gefallen meistens dass ich nicht ihr Typ bin. Ich habe schon einige Frauen um mich herum, aber mit denen bin ich nur befreundet. Und zu mehr reicht es dann leider nie. Ich bin auch ständig unterwegs und lerne Leute kennen, aber es passiert einfach nichts. Ich bin nur 1,75 groß und Bin ziemlich dünn vllt hat es damit etwas zu tun.

Kannst du mir ein paar Tipps geben? Ich erlebe auch öfter mal, dass Jungs sogar von Frauen angesprochen werden. Wie kann man so etwas schaffen? Kannst du mir einen Ratgeber bzw ein Buch empfehlen, in dem alles komplett steht, wie man diese Anziehung in Frauen auslöst? Ich habe Lob des Sexismus und Der Kompass gelesen. Bin halt auch ein bisschen schüchtern, aber verklemmt bin ich nicht.

Auf jeden Fall will ich jetzt gerne mal sexuelle Erfahrung sammeln und auch die verpassten Jahre nachholen.

Ich denke mein größtes Problem ist, dass ich für mein Alter krass zu jung aussehe. Ich bin 23 und werde meistens auf 16-17 geschätzt. Das würde mir auch von vielen Frauen bestätigt, dass ich so ein babyface bin. Leider kann ich daran nicht viel ändern. Habe mir einen Bart wachsen lassen, aber viel bringen gut das nicht. Vielleicht habe ich ja zu wenig Testosteron.

Also als Problem:

  • sehr jung aussehend, „Babyface“
  • nicht groß, aber auch nicht sehr klein
  • eine gewisse Widersprüchlichkeit bei Aussehen (bin abstoßend/weiß nicht was ich ändern soll)
  • Frauen sagen „er ist nicht ihr Typ“

Mein nächster Kommentar:

warum meinen sie denn, dass du nicht ihr Typ bist?
Dein Ziel sollte nicht sein von Frauen angesprochen zu werden, sondern das Frauen, wenn du dich mit ihnen unterhältst dich attraktiv finden.
Es gibt ein Audio-Programm von David Deangelo, Cocky Comedy, dass erklärt einiges dazu ganz gut. Kann man auch als Torrent bei den einschlägigen Seiten finden. Das würde ich dir empfehlen.

Hast du dir schon mal das Grundschema angeschaut:
An welcher Stelle fliegst du raus / hast du Probleme?

Sein nächster Kommentar:

Okay ja das habe ich mir schon mal angeschaut. Aber würden sie mir nicht zustimmen, das ein wirklich sehr gut aussehender Mann so etwas nicht beachten muss? So jemand wird doch grundsätzlich auf der Strasse von Frauen angelächelt oder sogar angesprochen. Ich werde nie angelächelt, die Frauen schauen nur auf den Boden. Und bei Lovoo und Tinder habe ich auch keine Matches

Es klingt für mich als wolle er sich letztendlich gar nicht wirklich ändern, allenfalls wäre er gerne hübsch und dann verändern die Frauen ihr Verhalten.

Damit ist natürlich schwer zu arbeiten. Sich in den Gedanken hinein zu steigern, dass man hässlich ist, ist erst einmal nicht hilfreich, es ist sowohl ein „limiting belief“, also ein Weg sich selbst zu beschränken, es ist „Antigame“, weil man damit eben auch ausstrahlt, dass man meint ihrer nicht wert zu sein und es ist auch eine Flucht vor den tatsächlichen Ursachen, denn er sieht ja okay aus. Um mal ein Beispiel zu nennen: Leonardo DiCaprio hat ein Babyface und hatte schon die ein oder andere Frau.

Er ergänzt:

Warum sollte es mein Ziel sein, dass Frauen mich erst dann attraktiv finden, wenn ich mich mit ihnen unterhalte? Das kostet doch viel mehr Energie als wenn man gut aussieht

Das geht aus meiner Sicht in die gleiche Richtung. Er hofft auf einen einfachen Weg.

Nur er wird eben nicht über Nacht eine 10 werden. Klar kann er Sport machen, aber das macht ihn nicht größer und sein Selbstvertrauen und sein Typ wird sich auch nicht ändern.  Selbst wenn er einen sehr guten Körper hat, wird er sich dann eben noch zu klein und sein Gesicht als zu jung ansehen.

Was nicht bedeutet, dass ich dagegen bin, dass er seinen Körper verbessert. Das würde ich jedem raten: Ein paar Muskeln und ein sportlicher Körper können einen attraktiver machen und ein anderes Selbstvertrauen bringen. Man sollte nur nicht NUR darauf setzen, gerade wenn wie hier aus meiner Sicht die Probleme in anderen Bereichen liegen.

Meine Antwort:

“ Aber würden sie mir nicht zustimmen, das ein wirklich sehr gut aussehender Mann so etwas nicht beachten muss?“

dazu habe ich einen Artikel
https://allesevolution.wordpress.com/2012/10/14/game-pickup-fur-gutaussehende-manner/

Aber es ist aus meiner Sicht wenig effektiv sich auf Schönheit zu konzentrieren. Du siehst ja bereits okay aus. Du müsstest Frauen bekommen. Wenn das nicht klappt, dann machst du etwas grundlegendes falsch. Und solange du das falsch machst wirst du dich selbst behindern.

Etwas an dir ist vielleicht schlicht „Antigame“. Arbeite daran statt nur am aussehen. Frauen sind weit weniger optisch als Männer

Und dann noch:

du scheinst nicht der Aktive sein zu wollen. Du suchst einen Weg, bei dem Frauen die Arbeit machen. Sehe ich das richtig?
Dabei hast du doch weibliche Freunde, wenn ich das richtig sehe. Gehst du mit denen nicht normal um? finden die dich witzig?
Aus meiner Sicht ist „cocky comedy“ ein sehr einfacher Weg wesentlich attraktiver zu wirken. Und eine andere Einstellung hilft auch. Du scheinst dir selbst keinen hohen Wert beizumessen. Das wäre „inner Game“
https://allesevolution.wordpress.com/2012/04/19/inner-game/

Wie man sieht waren meine Antworten relativ kurz. Das liegt einmal daran, dass Facebook ein mieses Interface hat, wenn man mit einem Profil nicht den Messenger nutzen möchte und vom Smartphone aus antwortet. Und zum anderen daran, dass eine solche Ferndiagnose natürlich immer schwierig ist.

In einem Artikel zu einem Beitrag aus einem „Absolute Beginner“-Forum habe ich mal verschiedene „AntiGame“-Faktoren aufgelistet:

Hier werden starke „Anti-Game“-Mechanismen aufgeführt, die bei evolutionärer Einordnung auf einen geringen Partnerwert bzw. Sexual Market Value (SMV) schließen lassen.

  • negatives Verhältnis zu eigenen Sexualität
  • sexuelle Minderwertigkeitsgefühle
  • Jammern
  • Passivität
  • Selbstmitleid
  • Fishing for Compliments
  • Needyness in Bezug auf Sex
  • Entitlement („so langsam steht mir eine Frau zu“)
  • Frau wird nicht als emotionale Verbindung, sondern als reines Statussymbol gewollt (aber gleichzeitig dabei aufs Podest gestellt)
  • keine hinreichendes Interesse an einer emotionalen Verbindung.
  • kein „willing to emote“

Viele dieser Mechanismen sind Indikatoren dafür, dass andere Frauen nicht an einen interessiert sind und man auch ansonsten keinen Status hat.

Das Gemeine an diesen Faktoren ist, dass sie sich gegenseitig verstärken können. Wer keinen Erfolg beim anderen Geschlecht hat, der entwickelt Minderwertigkeitsgefühle, verkrampft, Jammert, meint, dass ihn „die Frauen“ doch nun langsam mal besser behandeln müssten, entwickelt negative Gefühle gegenüber Frauen, wertet sie ab und kann noch weniger eine Verbindung zu ihnen eingehen.

In diesem Fall hilft wohl nur, eine vollkommen neue Perspektive auf sich selbst und Frauen zu gewinnen, damit man aus diesem Kreislauf ausbrechen kann. Das ist allerdings verdammt schwer

Ich sage nicht, dass die obigen Punkte bei ihm vorliegen. Er scheint ja weibliche Freunde zu haben, es klingt eher als wäre er „zu nett“.  Er schafft es nicht, dass Frauen ihn in einem romantischen, sexuellen Kontext sehen. Es wäre also in gewisser Weise ein Friendzone Problem.

Dort schrieb ich bereits:

Der Fehler, den derjenige hier gemacht hat ist klassisch und folgt meiner Meinung nach aus dem verschiedenen Aufbau von sexueller Lust bei Männern und Frauen.

Während Männer üblicherweise bei einer Frau, die ihren optischen Ansprüchen genügt, bereits Sex haben wollen und insofern noch das Kennenlernen hinzukommen muss für eine Beziehung, bauen Frauen sexuelle Lust zwar auch über den Körper, aber eher über das Verhalten des Mannes auf. Wer also nicht extrem gut aussieht, der muss entsprechendes Verhalten bringen, damit eine Lust auf Sex entsteht. Er muss also sozialen Status demonstrieren, vielleicht etwas positive Dominanz, oder um es in der Pickupsprache zu sagen

Er muss Attraction aufbauen, also Attractionswitches  bedienen.

Und die klassischen „Switches“ sind eben:

  • Pre-selected by women („Von anderen Frauen für gut befunden)
  • Leader of men. (Anführer anderer Menschen)
  • Protector of loved ones (Beschützer von ihm Nahestehenden)
  • Willing to emote (In der Lage gesunde Gefühlsbindungen einzugehen)

Im Grundmodell nach Mystery stellt sich das wie folgt dar:

A2: Female-to-Male Interest

In A2 phase, you should create attraction. Some pickup routine in this stage like:

1. DHV: Demonstrate high value, using gimmick, magic, psychic routine, humor ……

2. Storytelling

3. AMOGing

4. Coky&Funny

5. Push-and-Pull

„Attraktion aufbauen“ ist etwas, was man lernen kann und was eine enorme Wirkung hat. Es ist nicht wichtig, dass man dazu diese oben genannten Techniken verwendet, es sind nur Krücken, die bestimmte Punkte eben sehr gut bedienen. Man muss das für sich richtige finden, aber dazu muss man erst einmal verstehen, wie es funktioniert.

Es ist in vielen Fällen schlicht die Darstellung eines hohen Status, aber auch gerne kombiniert damit, dass man herausfordernd ist, lustig, Interaktionspotential gibt und Interaktion einfordert. Es ist die Darstellung, dass man jemand ist, der sich lohnt, an dem sie Interesse haben sollte, für den sie aber auch selbst etwas tun muss und für den man auch etwas machen muss.

Ich hatte dazu auch etwas in diesem Artikel zu „Gib Frauen beim Flirten keine direkte Antwort, es sei denn es ist Nein“ geschrieben, in dem es darum geht Gespräche interessanter und herausfordernder zu machen.

Ich fand damals die Erklärungen von David DeAngelo dazu gar nicht schlecht und sein „CockyComedy“ hat mir viel geholfen. Andere mögen es auf andere Weise angehen und natürlich hängt es auch von der Frau ab, die man für sich interessieren möchte. Aus meiner Sicht wäre ein Grundsatz: Wer eine Frau im Guten herausgefordert hat, so dass sie sich in einem spaßigen Wettstreit mit einem sieht, der hat ganz gute Karten.

Wer nur davon träumt, dass er besser aussieht, der wird hingegen nicht viel erreichen. Natürlich muss man jeweils entscheiden, ob einem das die Sache wert ist. Aber das ändert ja nichts an dem Weg.

Dann noch ein Hinweis auf eine andere Falle: Wer natürlich meint, dass er als erstes gleich (oder jemals) eine 10 bekommt, der wird sich ebenso selbst ausbremsen. Es mag auch schlicht daran liegen, dass man zu hoch ran geht. Wer sich selbst für eine 6 hält, der sollte es eben bei einer weiblichen 6 probieren. Und weiter Abstriche für den Stand seines „Games“ machen.

Was wären eure Tipps?

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Selbermach Samstag 218 (15.12.2018)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

System vs Empathie: Studie mit großer Teilnehmerzahl bestätigt Geschlechterunterschiede

Eine interessante Studie zu der Theorie das Geschlechtsunterschiede im Gehirn einem Schema folgen, nach dem maskulinisierte Gehirne eher in Systematisierend arbeiten und feminisierte Gehirne eher im Bereich Empathie.

The Empathizing–Systemizing (E-S) theory of typical sex differences suggests that individuals may be classified based on empathy and systemizing. An extension of the E-S theory, the Extreme Male Brain (EMB) theory suggests that autistic people on average have a shift towards a more masculinized brain along the E-S dimensions. Both theories have been investigated in small sample sizes, limiting their generalizability. Here we leverage two large datasets (discovery n = 671,606, including 36,648 autistic individuals primarily; and validation n = 14,354, including 226 autistic individuals) to investigate 10 predictions of the E-S and the EMB theories. In the discovery dataset, typical females on average showed higher scores on short forms of the Empathy Quotient (EQ) and Sensory Perception Quotient (SPQ), and typical males on average showed higher scores on short forms of the Autism Spectrum Quotient (AQ) and Systemizing Quotient (SQ). Typical sex differences in these measures were attenuated in autistic individuals.
Analysis of “brain types” revealed that typical females on average were more likely to be Type E (EQ > SQ) or Extreme Type E and that typical males on average were more likely to be Type S (SQ > EQ) or Extreme Type S. In both datasets, autistic individuals, regardless of their reported sex, on average were “masculinized.”

Finally, we demonstrate that D-scores (difference between EQ and SQ) account for 19 times more of the variance in autistic traits (43%) than do other demographic variables including sex. Our results provide robust evidence in support of both the E-S and EMB theories.

Quelle: Testing the Empathizing–Systemizing theory of sex differences and the Extreme Male Brain theory of autism in half a million people

Die ermittelten Werte:

Und weitere Daten:

Und diese noch:

In der letzten Tabelle steht der Typ E für das Empathisiernde Gehirn, Typ B für das „Ausgeglichene Gehirn“ und Typ S für das Systematisierende Gehirn

Wie man sieht ist das extreme E-Gehirn bei Männern deutlich seltener als bei Frauen, bei dem Extremen S-Gehirn ist es anders herum. Auch bei dem „normalen“ E-Gehirn sind deutlich weniger Männer als Frauen und bei dem „Normalen“ S-Gehirn mehr Männer als Frauen. Es wird insofern auch deutlich, dass Es keine absoluten Unterschiede sind. Sondern eher verschobene Normalverteilungen.

Bei den Autisten ist alles sehr stark zum Systematisierenden Gehirn verschoben, aber bei den Männern noch stärker als bei den Frauen. Es gibt aber auch hier noch welche, die eher ein E-Typ sind und auch sehr wenige, die sogar ein extremer E-Typ sind.

Aus einem Beitrag über die Studie:

In the paper, the authors discuss how it is important to bear in mind that differences observed in this study apply only to group averages, not to individuals. They underline that these data say nothing about an individual based on their gender, autism diagnosis, or occupation. To do that would constitute stereotyping and discrimination, which the authors strongly oppose.

Further, the authors reiterate that the two theories are applicable to only two dimensions of typical sex differences: empathy and systemising. They do not apply to all sex differences, such as aggression, and to extrapolate the theories beyond these two dimensions would be a misinterpretation.

Finally, the authors highlight that although autistic people on average struggle with ‘cognitive’ empathy – recognizing other people’s thoughts and feelings – they nevertheless have intact ‘affective’ empathy – they care about others. It is a common misunderstanding that autistic people struggle with all forms of empathy, which is untrue.

Dr Varun Warrier, from the Cambridge team, said: “These sex differences in the typical population are very clear. We know from related studies that individual differences in empathy and systemising are partly genetic, partly influenced by our prenatal hormonal exposure, and partly due to environmental experience. We need to investigate the extent to which these observed sex differences are due to each of these factors, and how these interact.”

Dr David Greenberg, from the Cambridge team, said: “Big data is important to draw conclusions that are replicable and robust. This is an example of how scientists can work with the media to achieve big data science.”

Dr Carrie Allison, from the Cambridge team, said: “We are grateful to both the general public and to the autism community for participating in this research. The next step must be to consider the relevance of these findings for education, and support where needed.”

Professor Simon Baron-Cohen, Director of the Autism Research Centre at Cambridge who proposed these two theories nearly two decades ago, said: “This research provides strong support for both theories. This study also pinpoints some of the qualities autistic people bring to neurodiversity. They are, on average, strong systemisers, meaning they have excellent pattern-recognition skills, excellent attention to detail, and an aptitude in understanding how things work. We must support their talents so they achieve their potential – and society benefits too.”

Probleme beim Rollentausch: der Mann als Kinderbetreuer

Der Spiegel hat einen interessanten Bericht eines Vaters, der seiner Frau die Versorgerrolle überlässt und die Kinder betreut. Zu den dabei auftauchenden Problemen:

Es hatte aber auch eine Kehrseite: Ich hatte wenig Anschluss. Zwei Mütter mit kleinen Kindern gehen beliebig oft zusammen Kaffee trinken. Das war mir verwehrt. Ich war in derselben Rolle, aber trotzdem isoliert. Wenn ich bei einer Bekannten mit Kind zu Hause im Wohnzimmer saß, fragte ihr Mann spätestens beim dritten Mal: ‚Was macht der Typ schon wieder auf meiner Couch?‘

Oder ich rief morgens um halb neun bei einer Nachbarin an, um mich zu verabreden. Ihr Mann nahm ab. Dann herrschte erst mal kurz Funkstille und Verwirrung. Ich sehe nicht aus wie George Clooney, aber ich bin tageslichttauglich und damit ein potenzieller Täter.

Nachvollziehbar, dass das etwas schwieriger ist als in einer gleichgeschlechtlichen Gruppe. Vielleicht ginge es eher, wenn immer mehrere Frauen dabei sind, dann ist es weniger intimer, aber das geht ja auch nicht immer

Sowohl Männer wie auch Frauen sagten mir oft: ‚Thomas, super, ganz klasse, was du machst. Aber bei uns ginge das nicht.‘ Ihr Argument ist immer, dass der Mann halt mehr verdient. Aber ich habe oft gemerkt, dass das beide Seiten auch nicht anders wollen.

Hausarbeit ist eine Sisyphusarbeit: Man bringt die Kinder zur Kita, man macht die Wohnung sauber, geht einkaufen, das Kind bringt einen Freund mit nach Hause, dann ist alles wieder unaufgeräumt. Und abends fragt der Partner: ‚Was hast du eigentlich den ganzen Tag gemacht?‘

Auch Frauen müssen lernen, was es heißt, mehr zu verdienen

Umgekehrt haben Frauen ein größeres Problem damit, ökonomische Verantwortung zu übernehmen. Das ist in ihrem Denken überhaupt nicht verankert. Wenn ich meine Abiturienten frage, wollen zwei von zehn Jungs ‚eine Familie ernähren‘ können. In 20 Jahren habe ich das noch von keinem Mädchen gehört.

 

Das ist ein altes Thema hier im Blog: es sind nicht nur die Männer, die Geld verdienen wollen und die Frauen in alten Rollen festhalten, es sind auch die Frauen, die gerne Kinder betreuen wollen und einen Mann, der sie versorgen kann, interessanter finden.

Ich war zehn Jahre lang Vertretungslehrer und die Gymnasiallehrerinnen, die ich vertrat und die ja selbst gut dotierte Jobs hatten, waren alle mit Oberärzten, Notaren oder Richtern zusammen, die ebenfalls gut verdienten. Ich frage mich, warum sich Frauen so oft Partner suchen, die materiell mindestens auf Augenhöhe sind.

Die Erklärung dürfte eben zumindest teilweise in der Biologie liegen: ein guter Job deckt Status und Ressourcen an und beides war vorteilhaft in der Partnerwahl, so dass es sich biologisch verfestigen konnte.

Männer sollen akzeptieren, wenn Frauen mehr verdienen – aber umgekehrt sollten Frauen das, was damit einhergeht, ebenso akzeptieren. Wenn der Mann im Restaurant erwarten würde, dass die Frau die Rechnung zahlt, fänden das viele meiner weiblichen Bekannten komisch, auch wenn sie das bessere Gehalt haben.

Die Rollen, bei denen er um die wirbt und sie mit Essen versorgt, bereit ist in die zu investieren, kann eben nach wie vor attraktiv sein. Und der Gedanke, dass man ihn aushalten muss, kann unattraktiv sein, zumindest auf einer unterbewussten Ebene. Natürlich muss er das nicht, wenn es anderweitig ausgeglichen wird.

Wir kennen ein Pärchen: Beide haben hochbezahlte Jobs in der Medizinerbranche. Als das erste Kind kam, sagte sie knallhart zu ihm: ‚Jetzt hast du mich zu versorgen.‘ Da musste er ran. Es wäre schön, wenn es gleichberechtigter zuginge, aber das liegt auch an den Frauen.

Wenn das Mal als Erkenntnis in die Diskussion eingehen könnte, dann wäre sie etwas voran gebracht.

„Der moderne Feminismus ist nicht weniger sexistisch als die Frauenfeindlichkeit, die er zu bekämpfen vorgibt“

Ein interessanter Artikel wirft dem Feminismus Sexismus vor:

Modern-day, third-wave feminism is no less sexist than the misogyny it claims to fight. Often, feminists will place a veil of supposed progress over an actual promotion of inequality in an attempt to appeal to the masses. They believe this makes their message more palatable. In reality, it only highlights what drives them.

Lately, feminists have been promoting the „future is female“ idea, as if success as a people or a nation is found in one gender alone. This supremacist mindset does nothing to right the legitimate wrongs of the past. Instead, it overcorrects and declares that sexism is wholly acceptable so long as you’re demeaning men.

Das ist in der Tat etwas, was immer wieder auftaucht: Weil Frauen früher unterdrückt werden müssten wir jetzt Männer benachteiligen. Das ist in der Tat kein fairer Ansatz, der aber gut in das Denken passt, dass es einen Machtkampf zwischen Männer und Frauen gibt, bei dem Männer sich einen unfairen Vorteil verschafft haben, der immer noch fortbesteht.

Eine Ideologie der Überlegenheit der Männer zu bekämpfen indem man eine Ideologie der Überlegenheit der Frau aufbaut ist eben schlicht genauso Sexismus.