„Frauen Oben Ohne Schwimmen“ im Schwimmbad

Man meint eigentlich dieses Jahr sei durchaus gut gefüllt mit Schlagzeilen, aber gerade entsteht wieder eine gewisse Debatte über das Oben Ohne Schwimmen in Freibädern, die für mich etwas Sommerlochcharakter hat.

Den Anfang machte wohl Göttingen:

Eine Person badete in einem Göttinger Schwimmbad oben ohne und erhielt – weil das Schwimmbad sie als Frau ansah – Hausverbot. Doch die Person identifiziert sich selbst nicht als Frau und wehrte sich. Am Ende stand eine neue Regel: Seit dem 1. Mai dürfen alle Badegäste an Wochenenden die Schwimmbäder besuchen, ohne den Oberkörper zu bekleiden. Unter der Woche gilt die alte Badeordnung. Der Leiter der Göttinger Schwimmbäder erklärt, ob er das allen Schwimmbädern in Deutschland empfiehlt.
(…)
Gruber: Das hängt natürlich vom Wetter ab, aber am letzten Wochenende zum Beispiel waren 10.000 Besucher in unseren Freibädern. Davon haben vielleicht etwa sieben als Frauen gelesene Personen die neue Regel genutzt.

Jetzt soll es wohl auch in Hamburg endlich die Befreiung für die „als Frauen gelesenen Personen“ geben:

In Göttingen hat der Stadtrat jüngst entschieden, dass an Wochenenden alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht obenrum textilfrei ins Wasser dürfen. Das nordrhein-westfälische Siegen zog nach. Und jetzt soll Hamburg-Eimsbüttel folgen.

Hamburger SPD-Frau gegen „diskriminierende Kleidervorschriften“

Auch hier soll das Baden oben ohne in Schwimmbädern ausdrücklich für alle Gäste erlaubt werden, teilte die SPD im Bezirk nun mit. Begründung: „Für viele Menschen ist das schlicht und einfach eine Frage der Gleichberechtigung“, sagte die Bezirksabgeordnete Paulina Reineke-Rügge. Dass im Jahr 2022 solche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gemacht werden, sei nicht mehr zeitgemäß.
„Für uns ist klar, dass diskriminierende Kleidervorschriften in Eimsbüttel keinen Platz haben“, führte Reineke-Rügge weiter aus. „Wer will, sollte im Schwimmbad mit freiem Oberkörper unterwegs sein dürfen.“
SPD braucht in Eimsbüttel Unterstützung
Allerdings gibt es in Hamburg-Eimsbüttel noch ein Problem. Die zwölf SPD-Sitze in der Bezirksversammlung reichen nicht aus, um oben ohne für alle zu erlauben. Für eine Mehrheit bräuchte es 26 Stimmen.
Die SPD ist also Hilfe von anderen angewiesen. Denkbar wäre, dass die Grünen mit ihren 19 Sitzen die nötige Unterstützung liefern. Schon in Siegen hatten die Grünen gemeinsam mit der SPD dem Antrag der kleinen Volt-Fraktion zum Erfolg verholfen.

Frau Reineke-Rügge hat auch einen Antrag zu gendergerechten Verkehrsschildern gestellt, wie ich ihrem Instagram-Account entnommen habe:

Gestern haben wir in der Bezirksversammlung über unseren Antrag zu Gendergerechteren Verkehrsschildern abgestimmt. Also Verkehrsschilder die nicht mehr nur Männchen, sondern die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln.

Im Feminismus ist das Bedürfnis die Ungerechtigkeit, dass Männer ihren nackten Oberkörper zeigen dürfen, Frauen aber nicht, zu beseitigen ja schon lange ein Thema.

 

Dagegen natürlich auch andere Stimmen:

Der simple Unterschied, dass Männer keine Brüste haben und diese durch sexuelle Selektion entstanden sind und damit eben deutliche sexuelle Signale senden, wird dort nicht anerkannt.

Die meisten Frauen verstehen das und wollen lieber einen Badeanzug / Bikini tragen, der ja auch Abstufungen erlaubt: Von dem Badeanzug, der im nassen Zustand ein deutliches Bild zeichnet bis zu der Schwimmkleidung mit Polsterung an den passenden Stellen, die das ganze blickdicht machen. Beide erlauben eine gewisse „plausibel deniability“, also ein Abstreiten, dass man zu sexuelle Signal senden wollte, was bei der nackten Brust dann wieder anders ist (sofern man nicht ein gewisses Alter überschritten hat und es kein sexuelles Signal mehr sendet)

Das passt auch zu der erzielten Quote: 10.000 Besucher, geht man davon aus, dass die Hälfte Frauen waren, dann wären 7 Frauen ein verschwindend kleiner Anteil.

Grundsätzlich habe ich damit kein Problem, ich war auf genug FKK-Stränden. Es gibt ja nach wie vor kulturelle Blickverbote , die aber natürlich auch dann eher als nicht bestehend angesehen werden, wenn es nicht ein spezieller Abschnitt ist, sondern es bisher dort nicht üblich war und es auch nur sehr wenige machen.

Da ich mir grundsätzlich gerne Brüste anschaue können Frauen das meinetwegen zum neuen Trend machen.

63 Gedanken zu “„Frauen Oben Ohne Schwimmen“ im Schwimmbad

  1. „Da ich mir grundsätzlich gerne Brüste anschaue können Frauen das meinetwegen zum neuen Trend machen.“

    Das geht den meisten Männer so, aber selbstredend wird behauptet werden das Männer verhindern wollen das Frauen oben ohne rumlaufen.
    Ich vermute das es hauptsächlich alte Frauen nutzen werden.

  2. Dieses „als Frauen (oder Männer) gelesene“ hat was von völliger Entkörperung. Was kommt als nächstes – „in XX-Chromosomen erzwungene“?

  3. Alles nur eine Scheindebatte im Sommerloch. Wie oben erwähnt (7/10.000 Besuchern) betrifft das nur einen winzigen gesellschaftlichen Bruchteil, der ähnlich wie in Schweden einen eigentlich bereits in 1980er umgesetzten (und seitdem rückläufigen) Umstand als emanzipatorischen Sieg darstellen möchte, insgeheim aber nur zu feige und prüde für FKK ist.
    Schlussendlich wird diese „neue Offenheit“ an der diametral entgegengesetzten orientalisch-religiösen Verhaltensnormen scheitern, die mit weiblicher Ganzkörperverhüllung und körperlichen Auseinandersetzungen (siehe Berlin und Ruhrpott) die Freibad“kultur“ zunehmend bestimmen.
    Dazu passt auch dieser seltsame Film:

    • In stadtfernen ländlichen Regionen (sofern das Freibad nicht bereits aus Sparzwang geschlossen wurde) und in Bädern mit starkem Fokus auf Schwimm- und Tauchsport überwiegen (noch) die Nicht-Muslime. Sobald richtiges Schwimmen erforderlich ist, machen sich die jungen Orientalen eh generell rar.

    • Wie hoch schätzt du denn den Musel-Anteil in deutschen Freibädern?

      Ich würde ihn auf maximal 20% schätzen.

      Damit würden 80% Nichtmusels ins Freibad gehen.

      Geh‘ doch mal ins Freibad Pankow, zähl dort die Musels und schreib dann einen Gastartikel.

      Wir Ossis sind sowieso toleranter. Ich entsinne mich eines Besuchs in nämlichem Freibad in den Neunzigern, wo dann ein alter Mann auf dem Rücken liegend nackt mit stramm erigiertem Gemächt in der Sonne döste. Hatte niemanden interessiert.

      Sah ziemlich lustig aus.

      Mehr Proletarisierung würde Deutschland guttun. Dieser ganze Gender-Scheiß ist letztlich ein westdeutsches Akademikerproblem. Diese komischen westdeutschen, überkandidelten Trulla-Feministinnen wie Luise Pusch und wie sie alle heißen wirken im Osten wie Außerirdische.

      Das kapitalistische „Patriarchat“ bringt wirklich die schlimmsten Feministinnen hervor.

      • Pankow hat bis 12Uhr nur ca. 5-10%, ab 12-14 Uhr steigt der Anteil auf ca. 20% und ab 14-16Uhr ist er ca. 50%. Ist Tages- und zeitabhängig. Als ich in Berlin war wurde mir die goldene Regel mitgeteilt das man in Pankow nur bis 12 Uhr ins Freibad geht. Ab 20% kann es zu Stress kommen. Die % Angaben beziehen sich auf alle Personen mit südlichen Migrationshintergrund. Also inkl. Balkan und natürlich auch muslimische Regionen. Als ich 13:30 Uhr aus dem Freibad gegangen bin waren zu 80% nur schwarzhaarige junge Männer in der Schlange oder Frauen mit Kopfschmuck während die Männer sich um die Parkplätze geprügelt haben. Das war vor ca. 5 Jahren. Wird jetzt noch schlimmer sein. Ich muss mal wieder nach Berlin Pankow. Ist ein tolles Freibad mit sehr guten Sprungturm und Rutsche 😂 Kleiner Hinweis. Am Nachmittag wurden schon damals der Turm und Rutsche dichtgemacht, da sich keiner mehr an die Baderegeln gehalten hat.

        • Stimmt, frühes Aufstehen und morgendliche Aktivität liegt diesem Klientel nicht, das erlebe ich auch in anderen Bereichen. Anderer Biorhythmus?

    • Muss Durin zustimmen hier sind alle möglichen Leute. Gegenfrage, wo gehst du denn hin. Moslems sind ja n vielen Orten

      Wobei Schwulenclubs vor Klischeemoslems sicher sein.

      • „Wobei Schwulenclubs vor Klischeemoslems sicher sein.“

        Da gäbe es noch ganz andere Bereiche: Bildungseinrichtungen wie Bibliotheken und Museen, Wandern / Outdooraktivitäten (außer Grillen…), Jagd, Sportarten außer MMA, Kickboxen und Fußball, Fortbildungen…je geistig anspruchsvoller, desto weniger attraktiv für das Klientel.

        Dass Freibier für sie so interessant sind, verwundert insofern, als dass die wenigsten mir bekannten Muslime gute Schwimmer sind bzw. wirklich Affinität fürs Wasser haben.

    • Muslime und Freibäder sind ein guter Indikator dafür, was auf uns zukommt. Gewalt, vermüllte Landschaften. Aber gut, dass die migrationsfreundlichen Eliten in ihren Villen davon nicht behelligt werden.

      • Wie oben erwähnt – als „Bildungsbürger“ kann man (noch) den Kontakt bei Freizeitaktivitäten weitgehend vermeiden. Bei Schule, ÖPNV usw. wird es zunehmend schwerer. Notfalls zieht man sich zukünftig dann in seine „gated community“ zurück…

  4. Mei, Freiheit für die Möpse.

    Solange sie sich dann nicht aufführen, weil man sie beim Spielen mit dem Kind oder im Strudel oder whatever auch mal versehentlich berührt, solls mir Recht sein. Und mit versehentlich meine ich 100% unabsichtlich.

    Die, die etwas dagegen haben, dass Frauen Brüste zeigen, sind Frauen, nicht Männer. Hauptsächlich Ehefrauen und Mütter, die weder Brüste noch Hintern gerne herzeigen.

  5. „haben vielleicht etwa sieben als Frauen gelesene Personen die neue Regel genutzt.“

    Wäre jetzt logisch, wenn unsere Gender-besoffene Obrigkeit das kontrarevolutionäre Obenohne untersagen würde. Die können doch nicht zulassen, dass brüstebewehrte Körper in aller Öffentichkeit als FRAUEN gelesen werden, das ist doch zumindest latent transphob und leistet nur dem patriarchalen Sexismus Vorschub!

    Die inkompetenten Subalternen, die Bademeister und andere Ewiggästige meinen, dass kontrarevolutionärer Radikalfeminismus von gestern zu fördern ist — die bringen es einfach nicht! Jedes Schwimmbad muss unbedingt einen Gender-Beauftragten für die Einhaltung von Zucht und Ordnung haben. Ach ja, der kann auch gleich überwachen, dass niemand zu warm duscht.

  6. Der Vorteil vom FKK-Bereich ist, dass man dort nackt sein darf.
    Der Nachteil vom FKK-Bereich ist, dass man dort andere Leute nackt sieht.
    Der Vorteil vom Textil-Bereich ist, dass man dort keine andere Leute nackt sieht.
    Der Nachteil vom Textil-Bereich ist, dass man dort selbst nicht nackt sein darf.

    Mit dieser hybriden Oben-Ohne-Regel hat man nun die Nachteile von beiden Seiten. Ich will ganz bestimmt nicht die Brüste anderer Frauen sehen. In der Sauna oder am Nacktbadestrand nehme ich das nolens volens in Kauf – oder lasse den Besuch ganz bleiben. Im Schwimmbad könnte ich dem Anblick nicht entgehen.
    Um ehrlich zu sein, finde ich dieses Oben-Ohne ziemlich lächerlich, sinnlos und inkonsequent. Entweder ich ziehe mich ganz aus, oder ich trage Bikini. Schließlich bin ich weder ein kleines Kind noch ein Mann, die nur mit Badehose rumlaufen.
    Ich mag die Sexualisierung meiner Brüste (insbesondere nach der Stillzeit, in der sie auf Nahrungsquelle reduziert wurden).

    Es scheint sich auch niemand Gedanken zu machen, wie Oben-ohne auf gestillte Säuglinge wirkt.

    • „Der Nachteil vom FKK-Bereich ist, dass man dort andere Leute nackt sieht.“ Hängt von den Leuten ab, mit denen man gemeinsam nackt ist…;)

      • Es gibt weniger attraktive Frauen als du denkst. Übergewicht ist auch bei Frauen zur Norm geworden und dann hängen die Brüste auch sehr stark. Deswegen wird ja mit einem BH nachgeholfen damit sie wieder an die richtige Stelle wandern 😂

        • @vasshous & apokolokynthose: Darum geht es weniger. Klar ist es schön, nackt unter lauter ästhetischen, schönen Nackten zu sein (und blöd, wenn man dann der einzige unästhetische Nackte wäre 😉). Aber das Gefühl der Freiheit und inneren Ruhe finde ich da wichtiger. Wie anderweitig erwähnt: wie oft hört man schon von körperlichen Auseinandersetzungen oder gar Massenschlägereien in FKK-Bereichen? Klar liegt das auch am fortgeschrittenen Alter vieler heutiger FKKler, aber generell ist die Atmosphäre dort lockerer und entspannter.
          Und ja @breakpoint: Textilsauna ist nix g’scheits. Meine tschechische Freundin z.B. freut sich immer auf die hiesigen Saunen, weil sie darin, anders als in der CZ, nackt sein darf.

      • Die anderen Badegäste kann man selbst ja nicht beeinflussen.

        Ein weiterer Vorteil von FKK ist, dass man kein Badezeug braucht, also auch mal ganz spontan schwimmen gehen kann, und sich später nicht darum kümmern muss, das Badezeug wieder zu trocknen.

        Früher bin ich hin und wieder zu einem Badesee in der Nähe gefahren, der einen Textilbereich und eine Nacktbereich hat.
        Nachdem allerdings die Belästigungen durch freilaufende Hunde, Stechmücken, rücksichtslose Menschen (Raucher, laute Musik, Grillen, Ballspiele, unautorisiertes Fotografieren mit Smartphone oder Drohne, ..) überhand nahmen, war ich schon länger nicht mehr dort.
        Es wurde mir allerdings berichtet, dass es inzwischen dort wieder ruhiger wäre, seit die Gebühren des naheliegenden Parkplatzes drastisch erhöht wurden. Mal schauen, vielleicht wage ich mal wieder einen Besuch.

        Jetzt geht der Trend auch noch zur Textilsauna, was absolut widerlich und unhygienisch ist.

        • Nicht unbedingt wollen, aber: es ist OK und entspannt ungemein, wenn man erkennt, dass man nicht körperlich „perfekt“ sein muss, um nackt sein zu können.

    • Bei der Stillstory muss ich an Erlebnis bei *KEA denken. War da Lagerist und wir standen an der Warenausgabe. Eine Frau in der Schlange zieht ihr Top runter und lässt das Baby nuckeln. Alle Kollegen waren etwas angewidert. Mich hat es halb fasziniert und halb total angemacht. Ich war wirklich unnormal erregt. Das merkten Kollegen an meinem Starren. Ich galt danach als komplett pervers.

    • „Der Vorteil vom FKK-Bereich ist, dass man dort nackt sein darf.
      Der Nachteil vom FKK-Bereich ist, dass man dort andere Leute nackt sieht.“
      ich habe es immer so empfunden, dass man in FKK-Bereichen (oder eben auch in der Sauna) toleranter gegen die körperlichen Unvollkommenheiten anderer (wie zB deren Alter, Gewicht, Hässlichkeit usw.) wird. Bereiche, wo man nackt ist „entsexualisieren“ auf eine gewisse Art und Weise…
      (PS: ich bin Sauna-Fan)

  7. Wieso sind die weiblichen Brüste durch sexuelle Selektion entstanden? Ich bilde mir ein, daß Babys an Männerbrüsten nicht so gut nuckeln können.

    Jetzt kann es eigentlich nur noch eine Frage von Tagen sein, bis die SPD-Frau aus Hamburg endlich diese alberne Strafbewehrtheit für männlichen Exhibitionismus abschafft.

    Wir leben im dritten Jahrtausend. Da kann es nicht sein, daß man Männern einfach nur wegen ihrer Körper solche Vorschriften macht.

    Das eigentlich Schlimme an den linken Parteien ist, daß niemand dort die Eier hat, mal aufzuräumen. Alle machen mit im fröhlichen Reigen der Selbstverstümmelung. Alles nur gleichgeschaltete Zombies mit null Mut zum Widerspruch.

    • Damit das passiert, brauchen wir transsexuelle, die als exhibitionist belangt wird. Die sagen dann, sie identifizieren sich als Frau, und schon wird der Twittermob dafür sorgen , das der entsprechende Paragraph fällt.

    • „Wieso sind die weiblichen Brüste durch sexuelle Selektion entstanden?“

      Lies mal bei Alice Miller nach, dort steht bestimmt was dazu.

    • „Wieso sind die weiblichen Brüste durch sexuelle Selektion entstanden?“
      Wie ich mal gelesen habe: Folge von unserem aufrechten Gang, quasi als Hinternemulation.

  8. Die Begrüngung, es sei ungerecht, wenn Männer oben ohne baden dürften, Frauen aber nicht, zeigt mal wieder die selektive Sicht auf „Ungerechtigkeiten“.

    Während Männer laut Strafgesetzbuch einem Exhibitionismusparagraphen unterworfen sind, also nicht nackt rumlaufen dürfen, gilt dieser Paragraph für Frauen nicht.
    Ungerecht? Aber für wen?

    Eigentlich kann doch jeder Freizeitpark oder jedes Freibad über das Hausrecht festlegen, dass Frauen komplett nackt rumhüpfen dürfen. Sie können das aber nicht für Männer festlegen, weil StGB §183.

    Es ist der Markenkern des Feminismus, dass auf solche Art und Weise angebliche Benachteiligungen von Frauen rausgepopelt werden, die gar keine sind. Das hat System – und wird fast nie adäquat hinterfragt.

  9. Was für ein Gezerre … sollen sie halt rumlaufen wie sie lustig sind. Es gibt schöne, nicht so schöne, durchschnittliche, und auch hässliche Gestalten. deal with it. Ich bestell schon mal popcorn für den backlash aus den anderen Sektionen, es werden sich genug finden die weiße Titten, egal welcher Größe, Form und Konsistenz als transphob, rassistisch oder das Patriarchat fördernd ansehen werden.

    Und ein paar hübsche werden auch dabei sein, insofern begrüße ich den Trend.

  10. Fressgass‘, Ende August

    So laufen Männer heute rum,
    so sinnlos, geistarm, körperdumm:

    Sie zeigen einen nackten Arm,
    der ist so blöd, daß Gott erbarm.

    Sie zeigen einen nackten Hals,
    dem fehlt’s an Klugheit ebenfalls.

    Sie zeigen einen nackten Bauch,
    das Hemd ist kurz, das Hirn ist’s auch.

    Sie zeigen sich halbnackt und stolz
    uns sind so stumpf und dumpf wie Holz.

    Sie zeigen, dass sie leben.
    Auch das wird sich mal geben.

    Robert Gernhardt

    (gilt alles m. E. auch für Frauen)

  11. Können sie gerne machen. Nur dummerweise, selbst wenn man sich absolut dagegen wert, ziehen nackte Brüste nun mal Blicke magisch an. ich bin dann gespannt, wann ein allgemeines Blickverbot für Männer von genau dieser Fraktion gefordert wird, oder dann eben zusätzliche „Nur Frauen“-Badetage verlangt werden.

    IWe auch schon von verschiedenen Foristen angemerkt, es ist ja nicht so, dass alle Frauen oben-ohne im Schwimmbad unterwegs sein möchten und dies auch bei anderen Frauen nicht sehen. Wie dieser Widerspruch seitens dieser aus meiner Sicht absoluten Minderheit der sich benachteiligt fühlenden Frauen aufgehoben werden soll ist mir ein Rätsel.

    Und zum Thema Schwimmbadbesucher, in Berlin ist es tatsächlich so, dass man allein wenn man einfach nur schwimmen gehen möchte, sich Zeiten morgens bis zum frühen Vormittag oder am sehr späten Nachmittag aussuchen muss. Ansonsten ist es einfach nicht erträglich, allein weil es eben eine sehr große Menge von Menschen gibt, die einen Energieüberschuss mit sich herum tragen und ihre Unterauslastung im Freibad kompensieren müssen.

    Andererseits, wo kann man als junger Mensch in der Pubertät/frühe Phase des erwachsen werdens sich selber austesten und schauen, wie man so nach Außen wirkt, wie man sich in seiner Gruppe so psoitioniert, wie man auf mögliche Sexualpartner wirkt, und, und, und.

    • „eine sehr große Menge von Menschen gibt, die einen Energieüberschuss mit sich herum tragen und ihre Unterauslastung im Freibad kompensieren müssen.“
      Euphemismus für „junge Männer“?
      Vulgo: Hochaggressive männliche Einwanderer im Sexnotstand?

      • „Eine sehr große Menge von Menschen gibt, die einen Energieüberschuss mit sich herum tragen und ihre Unterauslastung im Freibad kompensieren müssen.“ Euphemismus für „junge Männer“? – Ja.

        Bezogen auf die Innenstadtbezirke die Randbezirke im alten Westen Berlins geht es tatsächlich eher in die Richtung junge Männer mit Migrationshintergrund gleich welcher Art aus dem Nahen Osten, der Türkei und Nordafrika.

        Ob das tatsächlich allein Sexnotstand ist? Das mag auch mit rein spielen. Aus meiner Sicht geht es um Selbstdarstellung und Positionierung in der Bezugsgruppe/Hierarchie.

        Zum Thema „junge Männer“ noch eine Ergänzung:
        Ich kann mich erinnern, wie das in dem zentralen Freibad in meiner Jugend im Rheinland war: Es traten die selben Verhaltensweisen auf. Es gab die selben Probleme mit Pubertierenden/jungen männlichen Erwachsenen (die Mädels haben regelmäßig einen Zickenkrieg ausgetragen und die Jungs angeheizt). Unterschied zu heute: Es waren dann 40-50 Leute, meist aus den bekannten städtischen Problemvierteln an solchen Auseinandersetzungen beteiligt, keine 200. Und, weiterer Unterschied, Probleme und Schlägereien wurden meistens schneller ohne den großen Einsatz von Polizei aufgelöst. Was wohl daran lag, dass die Problemgruppen kleiner waren, das Aufsichtspersonal robuster war und die Autorität dieser Personen anerkannt wurde.

        Da fällt mir noch eine Parallele auf (wäre mal etwas für Soziologen, da mal genauer zu schauen, ob es da tatsächlich Gemeinsamkeiten gibt): Die erwähnten Problemviertel waren solche, in denen direkt nach dem 2. Weltkrieg vor allem arme Flüchtlinge aus den ehemligen deutschen Ostgebieten untergebracht und dann links/rechts liegen gelassen wurden – standen also abseits der städtischen Mehrheitsgesellschaft. Das kann Einbildung sein oder nur eine ortsspezifische Gegebenheit.

        PS: wehrt statt wert natürlich.

  12. Oben ohne mit Quote 7/10000 gab es schon in den Achtzigern so ungefähr. Und das woran ich mich da erinnere war auch sehr erinnernswert 🙂
    Ernsthaft, ich werde den Verdacht nicht los wir marschieren stramm in eine wesentlich illiberalere Gesellschaft als sie es damals war. Kein Verhalten das nicht durch strikte Vorgaben geregelt ist und wer dagegen verstösst wird gnadenlos sanktioniert (siehe Bodega Bro).

  13. Es kommt auch sehr darauf an, welcher Typ von Männern sich im Schwimmbad aufhält. Frau Stokowski hat dies einmal thematisiert: https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/bademode-fuer-frauen-bikinis-nerven-kolumne-a-1215076.html

    Zitat: „Ich bin komplett dafür, dass man überall oben ohne schwimmen gehen kann, wenn man will, und für Männer ist das auch so, aber für Frauen längst nicht. Man kann sich der Norm widersetzen, natürlich, man wird nicht überall angezeigt, aber erfahrungsgemäß muss man dann einplanen, dass zehn Meter weiter ein masturbierender Frührentner liegt.“

    Ich verwende diese Aussage immer gern als Beleg dafür, dass erfolgreiche Männer sich gegenüber Frauen mehr herausnehmen dürfen als die Verlierer (z. B. Frührentner, hier vermutlich als klassischer Repräsentant der Loser-Kaste gemeint). So etwas Ähnliches soll ja auch Donald Trump gesagt haben, und diese Einigkeit über politische Lagergrenzen hinweg finde ich berauschend.

    Wenn im Schwimmbad nur erfolgreiche Männer herumlägen (z. B. Filmproduzenten – sorry, kleiner Scherz!), wäre die ganze Diskussion viel einfacher.

    Die Konsequenz: Schwimmbadverbot für Frührentner!

    • Hinter dem „Frührentner“ verbirgt sich ein unsichtbares Frauenprivileg:
      Zu den Zeiten, wo die Stokowskis unserer Republik in der Sonne liegen, hat der brave Mann gefälligst zu malochen…

    • Und ich dachte bei den ganzen Entblössern in Deutschland hätte sich Stokowski langsam mal damit angefunden sich entblößende und masturbierende Männer in der Öffentlichkeit zu sehen. Ist ja nun wahrlich keine Seltenheit mehr.:D Alles natürlich Einzelfälle.

  14. Seit Ewigkeiten mache ich FKK. In Schwimmbäder gehe ich schon seit der Schulzeit nicht mehr.

    Vor kurzem traf ich eine Kollegin an einem Nacktbadesee, den ich öfter besuche. Noch nie habe ich dort Bekannte getroffen. Meine Kollegin, in den 50ern, Mutter, sass dort unter einem Sonnenschirm wie little Buddha. Ein nackte 140 Kilo Frau.

    Ich habe nichts gegen Nackheit, aber man muss sie auch ertragen können. Deshalb finde ich es auch gut, dass es Orte gibt, an dem auf Nacktheit verzichtet wird. Nicht jeder will sich nackt zeigen, nicht jeder will Nacktes sehen. Auf den Anblick der Kollegin hätte ich auch gerne verzichtet. Der nächste Kontakt war von einer gewissen Anspannung geprägt.

    Grundsätzlich finde ich das Schade. Eigentlich sollten Menschen sehr früh an Nacktheit gewöhnt sein. In der alten UdSSR und DDR war dies wohl anders, wo Schüler an gemischte Schwimmgruppen auch nackt teilnahmen und FKK einen ganz anderen Stellenwert hat. Ich frage mich, ob es in den heutigen ehemaligen UdSSR Staaten auch solche Probleme wie bei uns gibt.

    • Wie ist die Ethnienaufteilung im FKK Bereich? Ich vermute, dass „junge Männer“ eher die Ausnahme sind, dafür aber viele eher ältere Menschen aus dem europäische Kulturkreis?
      Lustig wäre es, wenn es FKK Pflicht gäbe, Würden dann die Bäder wieder gesittet? Oder würde es total eskalieren?
      Zumindest mir scheint es so, als hätten die „jungen Männer“ durchaus ein Problem sich nackt vor mehr als einer schwächeren Frau zu zeigen. zumindest aus einer Sauna in der ich war, sind sie mal rausgeflogen, weil sie die einzigen in Badehose waren…anektdotische Evidenz, würde aber zu meinem Vorurteil passen.

      • Die „jungen Männer“ duschen im Fitnessstudio meist mit Unterhose. Hab ich zu oft gesehen um an einen Zufall zu glauben. Prüderie scheint ein Allzeithoch zu erleben.

      • @oneiros: Wahrscheinlich würde eine generelle „FKK-Pflicht“ tatsächlich zu einer Entspannung der Lage führen. Wie oft hört man schon von (Massen)Schlägereien im FKK-Bereichen? Nacktheit macht verletzlicher und manch lächerliches „Poser-Gehabe“ noch lächerlicher, als es ohnehin schon ist. Dank ihrer ausgeprägten Prüderie und Homophobie würden sich die „Jungen Männer“ hier schwer tun, ihr übliches aggressives Verhalten mittels Schlägereien auszuleben.

  15. Die oben-ohne Debatte ist nur ein kollektiver Shitttest einer lauten weiblichen Minderheit an dem männlichen Teil der Gesellschaft. Es geht nicht wirklich um oben ohne, was ja auch so gut wie keine Frau in Deutschland heutzutage in öffentlichen Freibädern „aus Gründen“ praktizieren würde, sondern einfach nur darum zu schauen, ob man den eigenen Willen gegen das „vermeintliche westliche Patriachat“ durchsetzen kann. Nun ist es im Begriff überall erlaubt zu werden ohne das es wirklich viele nutzen werden Es ging den Damen nicht wirklich darum, sondern um Privilegien…es geht immer bei Femiisten um Privilegien, weswegen also ein neuer noch abstruserer Betätigungsbereich gefunden werden muss. Bin gespannt, ob sie direkt zu „unten-ohne“ übergehen oder ob sie die Sache weiter aufziehen, weil jetzt oben-ohne zwar erlaubt ist, aber der „male-gaze“ im Bad ein Gefühl der Übergriffigkeit erzeugt, was wiederum ein eigenes Themengebiet werden kann.

  16. Und wie ist das mit Männern mit Gynäkomastie?

    Gab es da nicht mal ein Gedicht von Otto dazu?

    Was ist beim Schweinefleisch das Schöne?
    Das sind die vielen Östrogene!
    Der Schniedel schrumpft, der Busen schwillt –
    schon ist er Mamas Ebenbild.
    Sie schaut ihm neidisch auf den Busen:
    Jetzt kann er mit sich selber schmusen!

  17. Pingback: Freie titten | Schwerdtfegr (beta)

  18. Dazu fällt mir nur ein, lange ist es her, ich war während des Studiums mit meiner damiligen Freundin in der gemischten Sauna, plötzlich kam ihr Professor in die Sauna, bevor ich überhaupt realisiert hatte das es ihr Professor war, hatte sie sich schon das Handtuch umgeschlungen und war auf dem Weg aus der Sauna.

    Man sollte Frauen nicht verbieten oben Ohne zu sein, aber die Frauen müssen dann auch damit klar kommen das alle Welt sie oben Ohne sieht und ich glaube daran wird es scheitern.

    • Das ist eine interessante Frage: Sind die Karens, die sich über oben-ohne beschweren, heute lauter und nerviger in ihrer Kritik oder sind die Mädchen heute so schneeflockig, dass sie bereits vom entfernten Naserümpfen der Karens abgehaltenwerden, das zu tun, was sie möchten?

      • Vermutlich waren und sind in fast jeder Epoche bzw. Gesellschaft Teenager, allein aus hormonellen Gründen, generell verschämt und unsicher, was Nacktheit anbelangt. Die Social Media mit ihren Vorgauckeln perfekter Körper verstärken dies nur, samt Verbreitung von Pornographie. Vielleicht treibt dieser virtuelle „körperliche Perfektionismus“ samt ideologischer Überblendung die Karen deswegen zum prüden puritanischen Furor, weil sie selbst verzweifelt merken, dass sie diesem selbst niemals gerecht werden können, egal wie sehr sie fasten, Sport treiben, sich unters Messer legen usw.

  19. Naja, also mit einer Freiwilligkeit kann es ja nicht getain sein, oder? Denn selbstverstöndlich sind alle Frauen, die dann _nicht_ oben ohne ins Bad gehen vom Patriarchat unterdrückt, und bedecken ihre Brüste nur aus diesem Grund! Und deshalb müssen wir sie befreien, in dem eine oben-ohne-Pflicht eingeführt wird. Wir sehen ja, wozu diese Flexi-Quote von 7 von 10000 führt: Zu nichts. Also her mit der Pflicht!

  20. Zur Erinnerung: Die „oben ohne“-Zulässigkeit war in Göttingen von einem sich als „queer“ empfindenden, weiblich „gelesenen“ Menschen rechtlich erstritten worden.

    Ich fand dieses „oben-ohne-Begehren“ als Frau und für Frauen schon immer unverständlich, sich wie Männer „nur“ mit einem „Lendenschurz“ zu bekleiden.
    Entweder ziehe ich voll blank, und mache FKK oder ich kleide mich in öffentlichen Schwimmbädern entsprechend den in unserer Zivilisation üblichen Utensilien.

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