„Männer dürfen oben ohne rumlaufen, Frauen nicht“

Gerade wieder geht eine alte Debatte los, nämlich die, warum Frauen nicht genauso wie Männer oben ohne rumlaufen dürfen bzw. entsprechende Fotos zensiert oder nicht auf bestimmten Medien wie Twitter/Instagram/Facebook erscheinen dürfen.

Nippel ist Nippel, so das Argument, dass da vorgebracht wird.

Auch Rihanna, Femen und die Tochter von Bruce Wilis reihen sich in den Protest ein.

Letztere hatte gerade eine entsprechende Protestaktion gemacht, indem sie oben ohne auf die Straße ging.

 

Scout Willis oben ohne

Scout Willis oben ohne

Dazu das Folgende:

 Scout LaRue Willis (22), die Tochter des Action-Stars Bruce Willis (59, „Stirb langsam“), ist mächtig sauer auf das soziale Netzwerk Instagram – und macht ihrem Ärger mithilfe nackter Tatsachen Luft. Sie hat sich oben ohne auf einen Spaziergang durch New York begeben und die Bilder flugs auf Twitter unter dem Tag „#freethenipple“ verbreitet. Auf diese Weise will sich Willis gegen eine ihr unliebsame Form der Prüderie wenden: „Warum erlaubt Instagram Fotos von Heroinmissbrauch, aber löscht ein Foto ein paar schöner Frauen ohne Oberteile?“, fragte sich die Star-Tochter zuvor in einem Tweet.

Allerdings sind die männliche und die weibliche Brust eben nicht ohne weiteres zu vergleichen. Die weibliche Brust ist etwas, was überhaupt erst durch sexuelle Selektion entstanden ist, was bei der männlichen Brust in dieser Form nicht der Fall war.

Damit sendet die weibliche Brust deutlich stärkere sexuelle Signale als die männliche Brust. Dort werden die meisten Frauen, wenn derjenige nicht eifrig im Fitnessstudio war, wohl eher denken, dass er sich besser etwas anzieht.

Natürlich kann man darüber streiten, warum Nacktheit so umfassend verboten ist, Gewalt oder andere Punkte wie etwa Drogenkonsum etc aber nicht. Dennoch sind männliche und weibliche Brust nicht vergleichbar.

Auch bei der Verwendung auf sozialen Netzwerken kann man sicherlich darüber streiten, ob man die weibliche Brust dann verbieten sollte oder deswegen sperren sollte. Es dürfte wohl eine Frage des Jugendschutzes und damit eine Frage sein, welche Stufe von Nacktheit man als Geeignet für Jugendliche und Kinder ansieht. Traditionell gibt es hier ganz unterschiedliche Vorstellungen, während man in vielen Teilen Europas eher liberaler ist, ist man in Amerika konservativer.

Hier gibt es insofern kein richtig oder falsch. Allerdings durchaus Gründe dafür, Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu machen.

 

127 Gedanken zu “„Männer dürfen oben ohne rumlaufen, Frauen nicht“

    • Verdient jeder feministische Furz einen Blogbeitrag? Um den weiblichen Narzissmus zu bedienen?
      Wie wäre es damit: Ist mir wurscht, ob die nun oben mit oder ohne rumlaufen. Sollen machen, was sie wollen.
      Abgesehen davon würde sich eine Mehrheit der Frauen oben ohne gar nicht wohl fühlen, wenn es nicht der FKK-Strand ist.

  1. Nicht nur sendet die weibliche Brust ein stärkeres erotisches Signal ab (Pobackenersatz infolge der Entwicklung des aufrechten Ganges), auch der männliche durchschnittliche Empfänger des Signales reagiert aufgrund seines stärkeren Sexualtriebes stärker auf das ohnehin stärkere Signal.

    Die männliche Brust sendet nicht nur ein schwächeres Signal (vergleichbar stark wäre allenfalls die Signalgebung männlicher Pobacken – aber auf die reagiert dann doch nur Adrian 😦 ), auch der durchschnittliche weibliche Empfänger reagiert aufgrund des im Schnitt geringeren weiblichen Triebes darauf schwächer.

    Wollen Feminist.I.nnen jedoch nicht kapieren, weil ja Männer und Frauen gleichartig-austauschbar sind und man die Kerle nur ebenso stramm erziehen muss – denn nur Erziehung sorgt dafür, dass Frauen weniger heftig auf sexuelle Reize reagieren als Männer, is‘ ja klar – wie die Mädels, dann klappt das schon mit der Gleichheit.

    Egalitarismus ist eine der zentralen Dämlichkeiten unserer Zeit, denn Ungleichrtiges gleich zu behaneln ist Unrecht genauso wie Gleichartiges ungleich zu behandeln.

    Egalitarismus verhindert das Erkennen von Ungleichartigem und führt uns so direkt in’s Prokrustesbett, in dem Jungen/Männer dann auch noch die rücksichtsloseren Gleichstellungsoperationen über sich ergehen lassen müssen.

    Denn dass man ihnen mehr zumuten kann/muss, das ist ja unverändert Standard.

    Hier bedeutet das, dass Männern bei gleichermaßen blanken männlichen und weiblichenBrüsten ein höheres Maß an Selbstdisziplin und Irritationstoleranz abverlangt wird, im Schnitt, also eine größere psychische Kraftanstrengung als Frauen – das Übliche halt.

    Männern muss man es schwerer machen, damit Frauen sich selbst verwirklichen können.

    • „Pobackenersatz infolge der Entwicklung des aufrechten Ganges“

      Das ist in meinen Augen nichts als common sense und außerdem nicht plausibel. Man schaue sich den Hintern an, wenn Menschen auf vier Gliedmaßen sich bewegen. Man schaue sich Brüste an. Da gibt es überhaupt keine Ähnlichkeiten. Mit solchen Primitiv-Thesen diskreditiert sich die Biologie selbst.

      Aber mal zum Thema selbst:

      Wie immer agiert der Feminismus unreif und unreflektiert. Erstens ist es so, dass männliche Nacktheit noch eher strafbar ist als weibliche, siehe die Gesetzeslage zum Exhibitionismus (betrifft nur Männern). Dazu passt, was Fotograf Stefan Weiß schrieb: Ein weibliches Aktmodel in der Öffentlichkeit zaubert den Leuten ein Lächeln auf die Lippen. Ein männliches führt dazu, dass die Polizei gerufen wird. Auch dieser Umstand gehört zum Thema.

      Zweitens: Dass hier und dort soviel Brimborium um Nippel gemacht wird, kann man als konservativ und prüde empfinden. Aber: Es ist auch eine Form des Wichtigmachens. Schließlich wird der erotische Charakter der weiblichen Brust damit außerordentlich betont. Das ist nicht nur Verbot, es ist auch eine Aufwertung. Die Brust ist so bedeutsam, dass man den zugang zu ihr regeln muss. Sie ist ein Geheimnis. Geheimnisse sind reizvoll. Zur Erotik gehört das Verhüllen dazu. Das Verhüllungsgebot ist also auch eine Form, Erotik zu produzieren. Zumindest wird so zugestanden, dass die weibliche Brust ein außerordentliches erotisches Signal sei.

      Dagegen ist die Männerbrust banal, so banal, dass man sie in der Öffentlichkeit zeigen kann. Sie löst – so muss man das wohl verstehen – bei niemanden etwas aus. Sie transportiert keine Erotik, also muss man sie nicht verhüllen. Sie ist einfach nur irgendein Teil des Männerkörpers. Das ist nicht meine Meinung, sondern die Botschaft solcher Sitten.

      Diese Ambivalenz muss man auch mal sehen. Die Hysterie um Nippel ist zugleich ein Kult um Nippel. Diese könnte man auch als etwas banales betrachten. Würde man sie tagtäglich sehen, würden wir dagegen durchaus abstumpfen. Der erotische Wert des Nippels wäre geschmälert, es würde jedenfalls nciht reichen, ihn einfach zu entblößen, um erotische Spannung zu erzeugen.

      • @ LoMi

        *Das ist in meinen Augen nichts als common sense und außerdem nicht plausibel. Man schaue sich den Hintern an, wenn Menschen auf vier Gliedmaßen sich bewegen. Man schaue sich Brüste an. Da gibt es überhaupt keine Ähnlichkeiten. Mit solchen Primitiv-Thesen diskreditiert sich die Biologie selbst.*

        Der Mensch bewegt sich aber gemeinhin nicht mehr auf 4 Gliedmaßen, mag sein, dass das unter Geisteswissenschaftlern anders ist.

        Die Primaten, die sich noch vornehmlich auf 4 Gliedmaßen fortbewegen, haben keine großen Brüste (Schimpansen, Gorillas).

        Dort ist der wichtigste optische Signalgeber für Männchen in der Tat das weibliche Gesäß.

        Die Größe der weiblicen Brust ist U.A: aufgrund ihrer sexuellen Signalfunktion entstanden – und die betrachten wir ja hier – denn rein funktional müsste sie so auffällig und groß nicht sein.

        * Würde man sie tagtäglich sehen, würden wir dagegen durchaus abstumpfen. Der erotische Wert des Nippels wäre geschmälert, es würde jedenfalls nciht reichen, ihn einfach zu entblößen, um erotische Spannung zu erzeugen.*

        Welche Empirie soll das belegen?

        Auch bei Naturvölkern, die nackt laufen, findet diese Abstumpfung offenbar nicht statt.

        Diese bedecken die „erogenen“ Zonen zwar nicht oder nur spärlich, regeln aber den Blick durch umfangreiche Blicktabus.

        • „Dort ist der wichtigste optische Signalgeber für Männchen in der Tat das weibliche Gesäß.“

          Das ist auch heute noch so für sehr viele Männer.

          „Auch bei Naturvölkern, die nackt laufen, findet diese Abstumpfung offenbar nicht statt.

          Diese bedecken die “erogenen” Zonen zwar nicht oder nur spärlich, regeln aber den Blick durch umfangreiche Blicktabus.“

          Die Signalfunktion geht nie völlig verloren, aber ein Striptease wäre aus Sicht dieser Völker komplett absurd, denn nackte Brüste sehen sie jeden Tag. Eine Oben-Ohne-Bar könnten sie gar nicht als etwas Besonderes sehen. Der Reiz von Brüsten bleibt sicher bestehen, verliert aber an Durchschlagskraft. Also der Anblick an sich reicht dann schlicht nicht mehr aus, um davon unmittelbar erregt zu werden.

          Verbringe mal ein paar Wochen am FKK-Strand, dann weißt Du, was ich meine.

          Unsereins sieht Brüste eben nur im heimischen Schlafzimmer und sonst nicht. Also ist das ein besonderes Ereignis. Gerade dann, wenn das eigene SChlafzimmer etwa verwaist ist. Deshalb kann man aus der Enthüllung von Brüsten eben auch so einen großen Akt machen: Im Striptease, als Pinup-Foto oder bei der erotischen Verführung. Fakt ist wohl, dass wir europäischen Männer deutlich seltener nackte Brüste sehen, als wir Lust darauf hätten. Demzufolge wird diese Lust auch etwas aufgestaut und entlädt sich dann in den besonderen Momenten, wo Mann seine Schaulust legitim befriedigen darf.

        • @roslin

          „Welche Empirie soll das belegen? Auch bei Naturvölkern, die nackt laufen, findet diese Abstumpfung offenbar nicht statt. Diese bedecken die “erogenen” Zonen zwar nicht oder nur spärlich, regeln aber den Blick durch umfangreiche Blicktabus.“

          Natürlich findet sie nicht vollkommen statt, es bleibt ein sexuelles Signal. Aber es wird denke ich schon schwächer, von hoher Stärke kommend. Es wird auch dort eine Vorstellung von schönen Brüsten geben und Frauen mit diesen begehrter sein. Gleichzeitig wird man eben auch mehr Brüste seiner Mütter, Großmütter und älterer Frauen sehen als wir dies machen und diese insofern weniger mit sexuellen Reizen verbinden. Wenn man mehr unattraktive Brüste sieht, dann kann man eher sagen, dass Brüste an sich einen weniger starken Reiz senden, schöne Brüste hingegen schon

          Es würde mich aber interessieren, wie Naturvölker mit „oben-Ohne-Kultur“ zu Brüsten stehen. Wenn da jemand was zu hat, dann wäre ich sehr interessiert, auch zu Blicktabus

      • @LoMi:

        Du übertreibst. Ein männliches Aktmodell, ein Mann, der gerade fotografiert wird, bringt niemanden dazu, die Polizei zu rufen, solange er keine pornösen Posen macht. Eine Frau zaubert auch nur bei Männern ein Lächeln auf die Lippen. Beobachte mal eine durchschnittliche Frau, ob sie wirklich lächelt, wenn eine nackte Modelschönheit fotografiert wird, während sie mit ihrem Mann an der Hand vorbeispaziert.

    • „Die männliche Brust sendet nicht nur ein schwächeres Signal“

      Das stimmt so nicht. Eine schöne männliche Brust (und das ist gar nciht so selten) kann ein sehr starkes sexuelles Signal sein.

      Das fällt Männern nur nicht auf, weil Frauen nicht auf nackte Männer reagieren, sondern lieber weiter in ihrer „Cosmopolitan“ lesen.

      • @adrian

        „Das stimmt so nicht. Eine schöne männliche Brust (und das ist gar nciht so selten) kann ein sehr starkes sexuelles Signal sein.“

        Ich dachte mir, dass du dich bei diesem Punkt meldest 🙂

        Wobei ich dennoch vermuten würde, dass das sexuelle Signal einer weiblichen Brust stärker ist. Zu beachten dabei: Eine gut austrainierte männliche Brust mag ein durchaus starkes Signal senden, eine „normale“ Brust hingegen nicht unbedingt (würde ich vermuten). Hingegen kann schon ein relativ normaler Busen schon ein passendes Signal senden

        „Das fällt Männern nur nicht auf, weil Frauen nicht auf nackte Männer reagieren, sondern lieber weiter in ihrer “Cosmopolitan” lesen.“

        Der schwächere Sexualtrieb der Frauen bzw. dessen schwächere Ausrichtung auf rein optische Reize trägt sicherlich sein übriges bei

    • Es scheint aber die Rechte von Frauen einzuschränken. Wer genung Brüste am Tag gesehen hat, wird sich schon dran gewöhnen.
      Außerdem habe ich persönlich keine Lust, mir von ein paar Idioten die sich nicht beherschen können, vorschreiben zu lassen, wenn ich mir Brüste angucken darf oder nicht.

    • @breakpoint

      „Das erklärt nicht, warum schon kleine Mädchen im Schwimmbad mit Bikini/Badeanzug statt Badhöschen herumlaufen.“

      Wäre die Frage, ob das Prüderie oder Identitätspolitk bzw. der Wunsch der Mädchen ist.

      „Vor 50 oder 60 Jahren war es noch verpönt, seinen Nabel zu zeigen.“

      Das muss ja nicht bedeuten, dass es durchaus sinnvoll sein kann, ein paar Grenzen bei sexuell besonders deutlichen Signalen zu machen, auch wenn nahezu alles am menschlichen Körper sexualisiert werden kann, gerade wenn man den Rest verhüllt.

      • Naja.

        Erotische Reize sind vielfältig. Aber man kann eben bestimmte Reize besonders kultivieren bzw. als besonders hervorheben. bzw. haben nicht alle Reize den gleichen Signalcharakter. Die Haare wirken bei weitem nicht so stark wie die Brüste. Hier darf man getrost ein biologisches Programm annehmen.

        Das kulturelle Element daran ist, dass man durch Verhüllungen etwas betont und zu etwas Wichtigem erklärt. Die besonders verhüllte Brust hebt sie hervor, spätestens beim Bikini. Die Verhüllung macht die Enthüllung zum Privileg: Wenn eine Frau mir ihre Brüste zeigt, ist das was besonderes auch deshalb, weil sie sie normalerweise keinem Mann zeigt. Also wäre das Enthüllen hier auch deshalb ein faszinierendes Spiel, weil es mit Regel und Ausnahme spielt.

        • Man stelle sich vor, die Haare würden normalerweise verborgen. Das Zeigen und Öffnen der Haare würde dann schon als verruchter Akt gelten.

          Früher, vor dem Rasurwahn, war es für uns Jugendliche schon der Hit, Schamhaare zu sehen. Da glaubten wir schon, alles gesehen zu haben. Obwohl wir natürlich hinreichend anatomische Bildung besaßen. Aber Schamhaare – oft genug ja recht verhüllend – waren eben selten zu sehen. Wo sie dann sichtbar wurden, z.B. in irgendwelchen Filmen, war das schon Erotik pur.

  2. Aus männerrechtlicher Perspektive ist das deutsche Strafrecht in Bezug auf eine andere Sache kritikwürdig. Nach § 183 Abs. 1 StGB kommen nur Männer als Straftäter bei exhibitionistische Handlungen in Betracht:

    § 183 Exhibitionistische Handlungen

    (1) EIN MANN, der eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

    http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__183.html

      • Die Schieflage ist aber offensichtlich. Und die Handhabung dieses Paragrafen dürfte auch tendenziell zu Lasten der Männer ausfallen. Hier fehlen mir Zahlen, aber spannend wäre es mal, sie zu kennen.

        Kurz und gut: Amerikanische Nippel-Hysterie ist großer Käse und illiberal. Keine Frage. Doch die feministische Diagnose ist wie üblich allzu naiv.

      • (4) Bezieht sich aber nur auf die §174 (sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen) und §176 (sexueller missbrauch von kindern)
        Das Strafrecht kennt keine Analogien, das ist eine besonderheit.
        Also ein Mann kann belangt werden, wenn er vor einer erwachsenen Frau den Mantel aufmacht, eine Frau nicht. Das kann man drehen und wenden, wie man will.

        Zu den Amis.. die spinnen. Der Protest ist zu verstehen. Wie war das nochmal, als der einen Sängerin die Brust aus dem Kleid gerutscht ist und dem Sender ein Verfahren angehängt wurde?

      • „Die Schieflage ist aber offensichtlich. Und die Handhabung dieses Paragrafen dürfte auch tendenziell zu Lasten der Männer ausfallen.“

        Es soll ja darum gehen, die „Allgemeinheit“ davor zu bewahren, dass ein Mensch sexuelle Erregung zur Schau stellt. Und hier hat quasi die Natur Männer „benachteiligt“ bzw. als Frau dies körperlich unstrittig darzustellen ist nicht ganz so simpel.
        Nacktheit per se ist ja auch bei Männern nicht verboten, Nacktradeln z. B. wird häufig toleriert.

        „Amerikanische Nippel-Hysterie ist großer Käse und illiberal. Keine Frage.“

        Die haben sich, nehme ich an, wohl einfach entschieden darauf zu beharren, dass die Nippel die Stellen der weiblichen Brust sind, wo sich AUCH z. B. sexuelle Erregung ablesen ließe, weshalb sie das dann als Exhibitionismus der Frau zu werten scheinen und die Öffentlichkeit davor meinen schützen zu müssen. Ungeachtet der Tatsache, dass es das gar nicht bedeuten muss. Und inkonsequent insofern, als dass entblößte männliche Nippel eben nicht unter demselben Verdacht stehen und gepixelt werden müssen. Bei nüchterner Betrachtung ist diese Diskriminierung nicht haltbar.

        „(4) Bezieht sich aber nur auf die §174 (sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen) und §176 (sexueller missbrauch von kindern)“

        Hä?
        Und warum stehts dann DA?

        „Also ein Mann kann belangt werden, wenn er vor einer erwachsenen Frau den Mantel aufmacht, eine Frau nicht. Das kann man drehen und wenden, wie man will.“

        Ja, weil: s.o.
        Es hat auch sicherlich mit dem gefühlten Bedrohungspotential zu tun.

        Wem wäre geholfen, wer hätte den Schaden, wenn wir den Paragrafen abschafften?

        • @muttersheera

          „Es soll ja darum gehen, die “Allgemeinheit” davor zu bewahren, dass ein Mensch sexuelle Erregung zur Schau stellt.“

          Dann müsste der Paragraf aber gerade das erregte Glied oder die feuchte Scheide ins Visier nehmen. Was aber nicht der Fall ist. Erregung darf man durchaus zeigen. Die Orgasmusszene aus Harry und Sally nachzustellen ist nicht verboten

        • „Erregung darf man durchaus zeigen.“

          Aber körperliche halt nicht.

          Sollte ich das tatsächlich falsch verstanden haben, dann sag mir bitte, worauf sonst das Gesetz abzielen soll?

          • @muttersheera

            § 183 schützt vor ungewollter Konfronatation mit einer möglicherweise schockierenden sexuellen Handlung, doch steht auch ein öffentliches Interesse an der Verhütung derartiger, auch die Allgemeinheit beunruhigender Handlungen im Hintergrund

            Eine exhibitionistische Handlung ist eine, bei der der Täter einem anderen ohne dessen Einverständnis sein entblößtes Glied vorweist, um sich allein dadurch oder zusätzlich durch die Reaktion des gegenübers sexuell zu erregen, seine Erregung zu steigern oder zu befriedigen.

        • sheere

          aus dem selben Artikel:

          „Der Straftatbestand soll das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung schützen. Bei exhibitionistischen Handlungen macht der Täter die andere Person zu einem Teilnehmer am sexuellen Geschehen. Allerdings ist die Strafwürdigkeit bei einer nicht auf Körperkontakt angelegten unfreiwilligen Rolle wesentlich geringer. Da die Belästigung eines anderen erforderlich ist, was voraussetzt, dass tatsächlich die Privatsphäre und das Recht auf Selbstbestimmung einer bestimmten anderen Person verletzt wurden, handelt es sich um ein sog. Erfolgsdelikt, das bedeutet, die andere Person muss die exhibitionistische Handlung zunächst einmal überhaupt wahrgenommen haben.“

          • @muttersheera

            Reicht die Einstellung nicht, dass ein Mann anscheinend durch weibliche Nacktheit nicht schockiert werden kann?
            Würde mich interessieren, ob die Femen-Frauen da nicht schon drunter fallen würden, ich vermute einige Kirchenbesucher fanden es schockierend und das es die Femenfrauen erregt würde ich durchaus vermuten

          • wäre interessant, ob da eine Strafbarkeit nach § 183a StGb in Betracht kommt:

            § 183a Erregung öffentlichen Ärgernisses

            Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 183 mit Strafe bedroht ist.

        • „“Aller Gleichbehandlungsgrundsätze trotzend, bestraft das Gesetz ausschließlich Männer. Opfer hingegen können sowohl Frauen als auch Männer sein.”

          Um mich mal zu wiederholen. Aus der Feder eben dieses Anwaltes. Der Satz lässt meiner Meinung nach kaum Fragen offen. Gleichbehandlung sieht offenbar anders aus.

          Ob das aber ein wirklich gravierendes PRoblem ist, kann hinterfragt werden. Auf einer anderen Seite las ich, dass man bei Frauen eben „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ beanstandet im vergleichbarem Fall. Insofern wäre also faktisch das Problem gar nicht vorhanden.

          Es ist gut möglich, dass diese Geschichte mit dem Exhibitionismus ein Popanz ist.

          Kulturell darf man davon ausgehen, was Stefan Weiß im Aktfotobuch schrieb: Weibliche Modelle in der Öffentlichkeit werden hingenommen, bei männlichen kommt die Polizei. Wenn, dann liegt das Problem ganz wesentlich hier.

        • „Würde mich interessieren, ob die Femen-Frauen da nicht schon drunter fallen würden, ich vermute einige Kirchenbesucher fanden es schockierend und das es die Femenfrauen erregt würde ich durchaus vermuten“

          Zur sexuellen Stimulation?
          Der objektive Beobachter würde sagen, die Femenfrauen handelten in sexueller Absicht?
          Buh-huh-hä?!

          „Aus der Feder eben dieses Anwaltes.“

          Mit Arnes letzter Verlinkung wurd mir wieder bewusst, dass man nicht immer viel drauf geben sollte, was Anwälte so schreiben.

          „Insofern wäre also faktisch das Problem gar nicht vorhanden.“

          Congratulations! You’ve won!

          „Weibliche Modelle in der Öffentlichkeit werden hingenommen, bei männlichen kommt die Polizei.“

          Würd mich fast mal reizen auszuprobieren…

        • „Zur sexuellen Stimulation?
          Der objektive Beobachter würde sagen, die Femenfrauen handelten in sexueller Absicht?
          Buh-huh-hä?!“

          Naja, Sheera …
          Sie sind nackt, präsentieren ihre Brüste, als ob die in der Regel jungen und schönen Damen nicht wüssten, dass dies sexuelle Signale sind, die gerade in einer Kirche eine gewisse Reaktion auslösen und damit auch Leute provozieren. Vielleicht finden sie es selber nicht so sexy, aber jenseits des Gesetzes ist es eben doch ein Spiel mit Sexualität.

          Letztere ist z.B. mit Scham verbunden, auch mit einem Verhüllen von Nacktheit. In diesem Fall macht demonstrative weibliche Nacktheit etwas mit den Leuten, die sie ungefragt in diesem Kontext zu sehen bekommen.

          Aber juristisch gesehen würde dies wohl unter „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ fallen.

  3. Kommt wohl eher daher, dass die Menschen einfach alles sexualisieren
    Denn eigentlich ist eine Brust, schlicht nur eine Brust. Ob männlich oder weiblich.
    Ich empfinde es als erschreckend, warum bei einer weiblichen Brust gleich an Sex gedacht wird.
    Letztlich ist die Hauptfunktion doch nur das ernähren des Nachwuchses.

    • @Amy

      „Ich empfinde es als erschreckend, warum bei einer weiblichen Brust gleich an Sex gedacht wird.
      Letztlich ist die Hauptfunktion doch nur das ernähren des Nachwuchses.“

      Denken viele, ist aber falsch. Wir brauchen die ausgestaltete Brust nicht um das Kind zu ernähren, andere Primaten/Säugetiere haben ja auch keine Brüste. Die weibliche Brust im Sinne des zusätzlichen Fettgewebes hat mit stillen wenig zu tun. Sie ist primär sexuelles Signal.

      Dazu auch aus der Wikipedia:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Brust#Evolution

      Die Brüste menschlicher Frauen sind wesentlich größer als die verwandter weiblicher Primaten und stellen w. o. dargestellt ein besonderes Attraktivum dar. Der britische Zoologe Desmond Morris stellte daher die These auf, dass die humanen Brüste eine Nachbildung der ähnlich aussehenden weiblichen Hinterbacken darstellen, die bei einigen Affenarten ein sexuelles Signal sind. Morris betrachtet diese Nachbildung als Anpassung an den aufrechten Gang, durch den die Unterseite der Vormenschen zur wichtigeren Vorderseite des Menschen wurde.[8]

      Unterstützt wird diese These durch die Theorie der sexuellen Selektion Charles Darwins. Danach bilden manche Arten bei einem Geschlecht bestimmte oberflächlich gesehen unnütze Körperteile aus, die die Fitness des Organismus eigentlich herabsetzen (Bsp. Pfauenhahn).

      Die Zoologen Avishag und Amotz Zahavi entwickelten aus dieser Erkenntnis die Handicap-Theorie, die besagt, dass durch die unnützen Körperteile (oder Verhaltensweisen) möglichen Fortpflanzungspartnern demonstriert wird, wie gesund und robust der eigene Organismus ist, da er die zusätzliche Last zu tragen vermag. Ein typisches Merkmal solch sexuell selektierter Merkmale ist eine erhebliche Variation in der Bevölkerung. Da die menschlichen Brüste durch die Einlagerung höchst unterschiedlicher Mengen Fettgewebes bei verschiedenen Frauen deutlich unterschiedliche Größen haben können, ist eine Evolution der Brüste als Fitness-Signal für Partner sehr wahrscheinlich und legt den Schluss nahe, dass die Hauptfunktion beim Menschen tatsächlich in Richtung der Attraktion von Männern verlagert ist. Der hohe Gehalt an unter nicht-industriellen Bedingungen sehr energieaufwändigem Fettgewebe und die Belastung der Wirbelsäule durch große Brüste unterstützt diese Theorie zur Entwicklung dieses Körperteils.[9]

      Oder aus dem oben verlinkten Artikel:

      https://allesevolution.wordpress.com/2011/08/02/grosse-bruste-und-schmale-taille-schonheitsideale-fur-frauen-und-fruchtbarkeit/

      Breasts also make good fitness indicators because they come in symmetric pairs. I mentioned earlier that many bodily ornaments in many species advertise an aspect of fitness called developmental stability When body traits grow in pairs, perfectly symmetric development of the pair indicates high fitness. The paired traits tend to grow large to make their symmetry more obvious during mate choice. Evolutionary psychologists John Manning and Randy Thornhill have shown that women with more symmetric breasts tend to be more fertile. It is possible that bipedalism made breasts a useful potential cue of developmental stability for male mate choice. Once men started paying attention to the symmetry of breast development, high-fitness women could better display the symmetry by evolving large breasts. The larger the breasts, the easier it is to notice asymmetries. Perhaps single mastectomies are so distressing to women because breast symmetry has been such an important fitness cue during human evolution. Large human breasts may have evolved to advertise fitness through their symmetry, not just youth through their pertness.

      Finally, breasts are pretty good indicators of fat reserves. In the Pleistocene, starving was more of a problem than overeating. It was harder to have good fat reserves than to be extremely thin, because women had to use their own energy and intelligence to gather food from their environment. It would be possible to spread one’s fat evenly over the whole body surface, like a porpoise, but that would make it hard for men to compare females, and it would give females too much insulation under the scorching African sun. Females who concentrated their fatdisplays in breast and buttocks could attract male interest without overheating. Also, by not depositing too much fat on the abdomen (as males tend to), females could avoid appearing pregnant already—a sure sign of not being fertile at the moment, which might inhibit male sexual attention. Breasts appear to have evolved as highly condition-dependent indicators of a woman’s nutritional state. Most women who have tried dieting know that breast size is the first thing to shrink when food intake is restricted. The role of breasts as fitness indicators may help to explain why there is so much variation in breast size among women. If large breasts were critical for breast-feeding, which is one of the single most important stages in mammalian reproduction, all women would have large breasts. But as we have seen, fitness indicators do not tend to converge on a single size in a population. They maintain their variation indefinitely, due to the effects of genetic mutation and variation in condition. It has sometimes been argued that men’s preferences for larger-than-average breasts must be an artifact of modern culture, because, if it were ancient, all women would have already have evolved large breasts. This argument is wrong if breasts evolved as fitness indicators. Bra manufacturers offer a range from A-cups to D-cups because evolution amplifies the variation in each fitness indicator rather than using it up.

        • Das ist korrekt, Christian, da auch Frauen mit ganz kleinen Brüsten stillen können. Insofern finde ich Deine Aussagen schon plausibel.

          (Plausibel in Gestalt eines Angebotes: So könnte es sein.)

          • @LoMI

            „Das ist korrekt, Christian, da auch Frauen mit ganz kleinen Brüsten stillen können“

            Frauen mit kleinen Brüsten und alle anderen Säugetiere außer dem Menschen.

            Die weibliche Brust ist sehr geeignet für sexuelle Selektion: Paarig angelegt, ein Zeichen für Jugend und damit Fruchtbarkeit, über die Zeit der Unfruchtbarkeit kaum in einem guten Zustand hinüberzuretten.
            Sie signalisiert insofern durchaus ein ehrliches Signal

        • *Für das reine Stillen würde die flache Brust reichen*

          Ich bin pragmatisch und mag eher flache Brüste statt riesige Ballons oder Hänger.

          Da sag noch mal einer Ich will Frauen mit großen, unpraktischen Brüsten unterdrücken.

        • @ Borat

          „Ich bin pragmatisch und mag eher flache Brüste statt riesige Ballons oder Hänger.“

          Meine Vorlieben sind da breitbandiger.
          Grosse Halbkugeln aus Silikon sind mir
          aber ein Gräuel.
          Habe die Erfahrung gemacht, Frauen mit
          kleineren Brüsten haben vielfach Nippel
          die erregbarer sind.
          Zugegeben meine Probengrösse ist ev.
          zu gering um eine solide statistische
          Aussage machen zu können. 🙂
          Auf diesem Gebiet bin ich durchaus ein
          Liebhaber von Diversivität.

      • Was du sagst, überzeugt mich nicht, Christian. Dass die weibliche Brust verhüllt werden muss, hat keine natürliche, sondern eine kulturelle Grundlage. Scham an sich ist vielleicht biologisch begründbar (der Geschlechtsverkehr wird bei Menschen überall abgeschieden betrieben), aber nicht, wie weit diese geht. Bei fast sämtlichen Naturvölkern in wärmeren Gegenden gilt es bei Frauen nicht als verpönt, die Brust nicht zu verhüllen. Wie erklärst du dir das?

        • Nachtrag: das bedeutet nicht, dass ich den Femen, Scout Willi & Co zustimme. In unserem Kulturkreis ist es nun mal üblich, als Frau die Brust bis zu einem gewissen Grad zu verhüllen. Auch als Mann ist es nicht üblich, in der Stadt oben ohne herumzulaufen. Vielleicht ändert sich das ja irgendwann mal von selbst, aber man muss es meiner Meinung nach nicht erzwingen.

        • @anonym

          „Dass die weibliche Brust verhüllt werden muss, hat keine natürliche, sondern eine kulturelle Grundlage.“

          ich gehe auch gar nicht von einer natürlichen Grundlage aus, sondern von einer gemischten: Weil die Brust ein stärkeres sexuelles Signal sendet, bietet sich dies für kulturelle Differenzierungen an.
          Diese Differenzierung muss nicht zwingend zu einem verhüllen führen, wie man eben an den Naturvölkern sieht. Man kann ebenso den sexuellen Reiz sich ausleben lassen.
          Das bietet allerdings für Frauen Vor- und Nachteile. Nachteil ist zum einen, dass das sexuelle Signal nicht abgeschaltet werden kann, auch kaum modifiziert werden kann (insbesondere nicht nach oben im Alter und bei hässlichen Brüsten) etc. Weswegen eine Verhüllung in den Gebieten, die auch klimabedingt zu Kleidung neigen, wohl durchgehend erfolgt.

        • @ Anonym

          *Bei fast sämtlichen Naturvölkern in wärmeren Gegenden gilt es bei Frauen nicht als verpönt, die Brust nicht zu verhüllen. Wie erklärst du dir das?*

          Da muss man sehr genau hinsehen und nicht einfach aufgrund von Nacktheit auf irgendeine Enttabuisierung schließen, nur weil in warmen Klimaten nicht verhüllt wird, was man bei uns (noch) verhüllt.

          Es könnte nämlich sein, dass die entsprechenden Körperzonen von wenig offensichtlichen Regeln dem Blick entzogen werden, z.B. durch Blick-Tabus. Die Menschen sind zwar nackt, haben aber gelernt, nicht hinzusehen.

          *Zwar erscheinen manche Naturvölker sehr freizügig. Etwa die südamerikanischen Yanomami: Die Frauen tragen lediglich eine dünne Schnur um die Leibesmitte. Fordert man sie aber auf, die abzunehmen, reagieren sie ebenso verlegen wie die meisten europäischen Frauen, wenn sie sich vor Fremden entblößen müssten. Yanomami-Männer binden ihren Penis an der Vorhaut hoch. Doch auch sie genieren sich, wenn das Band herunterrutscht.

          Völlig nackt, aber ebenso wenig schambefreit, leben die Kwoma in Neuguinea: Sie pflegen strenge Blick-Tabus. Männer dürfen Frauen nicht auf den Genitalbereich oder die Brüste schauen. Begegnen sich Mann und Frau, etwa auf einem Pfad, unterhalten sie sich Rücken an Rücken.*

          http://www.geo.de/GEO/heftreihen/geokompakt/liebe-und-sex-die-erfindung-der-scham-61716.html

        • Da LoMi weiter oben die „desensibilisierende“ Wirkung von Nudistencamps erwähnte, sei auch das noch zitiert (gleiche Quelle, s.o.):

          *Freizügigkeit ist nicht unbedingt eine Frage der Erziehung
          Selbst Anhänger der Freien Körperkultur blicken einander vornehmlich in die Augen. Über Sex zu sprechen ist in den meisten Nudistencamps tabu. „Menschliche Körperscham scheint nicht kulturspezifisch zu sein“, schreibt der Heidelberger Ethnologe Hans Peter Duerr in seinem fünfbändigen Werk über den „Mythos vom Zivilisationsprozess“. Sie sei vielmehr charakteristisch für die menschliche Lebensform überhaupt.

          Zumindest ab einem gewissen Alter: Kinder haben meist kein Problem damit, sich nackt zu zeigen. Oft müssen sie von Erwachsenen aufgefordert werden, sich Kleidung überzuziehen. Erst im Grundschulalter wandelt sich der Blick. FKK-Anhänger stellen dann bei ihren Sprösslingen Prüderie fest: Der Nachwuchs verhüllt plötzlich sogar im Nudistenmilieu die Genitalien.

          Eine ähnliche Erfahrung machten Angehörige eines israelischen Kibbuz, die ihre Kinder zum schamfreien Umgang mit dem anderen Geschlecht erziehen wollten: Die Jungen und Mädchen rebellierten so lange gegen die gemeinsame Nutzung der Schlafräume, Duschen und -Toiletten, bis die Kibbuzautoritäten nachgaben.*

          Ja, ja, der Kibbuz.

          Er hat schon manchen Traum von der radikalen Machbarkeit des Neuen Menschen zerstört.

        • Noch etwas zum möglichen zivilisatorischen Sinn der Verhüllung/Tabus und den Folgen des aufrechten Ganges, immer noch gleiche Quelle:

          *Hat also erst die Scham den Zivilisationsprozess möglich gemacht? Der Tübinger Evolutionsbiologe Thomas Junker jedenfalls meint, dass sich kulturelle Errungenschaften wie Ackerbau, Viehzucht, Städtebau und Wissenschaft auch deshalb entwickelten, weil der Mensch – ohne sexuelle Ablenkung – die notwendige Zeit und Konzentration dafür aufbringen konnte.

          Erstaunlicherweise bezieht sich die Körperscham, zumindest bei Frauen, nicht nur auf die Genitalien, sondern auch auf die Brüste. Der britische Zoologe Desmond Morris führt das auf den aufrechten Gang zurück: Frühe Hominiden seien noch – wie Schimpansen – auf das Gesäß der Weibchen fixiert gewesen. Als unsere Ahnen begannen, auf zwei Beinen zu schreiten, könnten sich die sexuell anregenden Körperzonen auf die Vorderseite verlagert haben.

          Hominiden-Frauen mit fülligeren Brüsten, die männliche Partner an ein Gesäß erinnerten, waren möglicherweise besonders begehrt und konnten das neue Merkmal vererben. Indem die Brüste zum sexuellen Signal wurden, verlegte sich das Schamgefühl auch auf sie.*

        • Und Mensch, Zitat: *… weil der Mensch – ohne sexuelle Ablenkung – die notwendige Zeit und Konzentration dafür aufbringen konnte.* heißt in diesem Zusammenhang de facto nun mal meist: der Mann.

    • „Ich empfinde es als erschreckend, warum bei einer weiblichen Brust gleich an Sex gedacht wird.
      Letztlich ist die Hauptfunktion doch nur das ernähren des Nachwuchses“

      Genau. Erzähl mal deiner Freundin, dass du ihre Brüste überhaupt nicht sexy findest, die seien doch nur dazu gedacht, die Kinder zu ernähren. Viel Spaß mit der Reaktion.

    • @ amy

      Und wie entsteht Nachwuchs? Zufällig durch Sex?

      “ Ich seh die Dinge realistisch, ohne ficken keine Kinder, doch die Leute ham kein Plan und sagen S du bist behindert“

      Pimplegionär

  4. auch eine Diskussion wert:

    1. Das Bedecken der Brust bietet Frauen aus meiner Sicht einige Vorteile, die sie denke ich in einer Kultur, in der man nackt herumläuft, vermissen werden:

    Zum einen fallen hässliche/weniger schöne Brüste weit weniger auf und können mit BH etc in Form gebracht werden. Eine Brust zu zeigen kann insoweit eben auch tatsächlich costly im Sinne des Costly Signals sein, welches sie darstellen, indem das Alter deutlicher wird, fehlende Symmetrie oder Festigkeit nicht mehr zu verbergen ist. Schönheit hat dabei immer Auswirkung auf die Wahrnehmung als Person, beides ist schwer zu trennen
    (Folge wäre wahrscheinlich eine erhebliche Zunahme von Schönheitsoperationen)

    2. Der sexuelle Reiz würde erheblich abgeschwächt werden, weil eben eine Bewertung sofort möglich ist und das zu einer Abstufung des Reizes führt. Das Spiel mit größeren Ausschnitten zu bestimmten Anlässen etc würde komplett wegfallen.

    3. Man könnte gleichzeitig den Reiz auch weit weniger abschalten, wenn man ihn gerade nicht senden möchte.

    • Genau.
      Schon das Spiel mit Ver- und Enthüllen fiele weg. Die Raffiniertheit eines Dekolleté wäre nicht mehr möglich. Und das ist immer noch ein grandioser Reiz. Platte Nacktheit würde ihn zerstören. Erotik gelingt nicht durch Eindeutigkeit.

    • @ Christian

      Wie sehr die weibliche Brust sich in ihrer Signalwirkung von der männlichen unterscheidet, auch bei manchen Naturvölkern, die ansonsten mit nacktem Oberkörper unterwegs sind – Männer wie Frauen – zeigt diese Fotostrecke über den Volksstamm der Mucubal recht eindrucksvoll (Untergruppe der Herero in Südwestafrika).

      http://eye4ethnic.blogspot.com/2013/05/mucubal-people-colorful-headdresses.html

      Offenbar tragen verheiratete Frauen eine enge Schnürung um die Brust, die deren Signalwirkung mindert, sie platt drückt.

      Während das bei jungen Mädchen = unverheiratet noch nicht der Fall ist.

      Denen scheint also der Einsatz der Brust als ungeschmälertes „Werbeargument“ gestattet zu sein.

    • @ Christian

      *Zum einen fallen hässliche/weniger schöne Brüste weit weniger auf und können mit BH etc in Form gebracht werden. *

      Weshalb ich auch nicht überrascht wäre, wenn die Forderung, Brüste „züchtig“ zu bedecken, eher von (älteren/hässlicheren) Frauen käme als von Männern.

      Analogien zur Beschneidung von Mädchen (durch ältere Frauen – auch das kann man ja als Ausschaltung der an sich „schärferen“ Konkurrenz deuten) drängen sich auf.

      Auch die kulturelle Regel, nicht mit nacktem Oberkörper herumzulaufen, ist eine männlich-weibliche Coproduktion (wie jede Gesellschaft, auch das „Patriarchat“): Männer, die sich eher vor sexueller Reizüberflutung schützen woll(t)en, Frauen, die den Konkurrenzdruck durch junge, hübsche Frauen mindern wollten.

      Die Übermacht der Interessen des werbetreibenden Konsumkapiatilismus („Sex sells“) hat diese kulturellen Regeln im Westen überrollt.

      Wenn ich das dann noch mit ein bißchen Befreiungsrhetorik und Empauerungsschmarren garniere, gewinne ich auch gleich die Kritischen, Progressiven und Modernen.

  5. Ehrlich gesagt, können Frauen von mir aus oben ohne rumlaufen, wann immer wie wollen. Von mir aus können sie sogar völlig nackt rumlaufen. Ich bin ein Kind der 70er, damals wurde nicht so ein Gewese darum gemacht.(womit ich jetzt nicht sagen will, dass damals alle nackt rumgelaufen sind, aber in Hippie Kreisen war das nicht so selten.)

    Aber wir wissen ja, worauf so was hinausläuft: Sie werden sich wahlweise beklagen, dass sie zu sehr beachtet werden oder dass sie zu wenig beachtet werden.

    Einen Abstumpfeffekt gibt es übrigens schon. Es ist etwas anderes oben ohne in Berlin rumzulaufen oder in Karachi, der Unterschied in den Reaktionen der Männer wird gewaltig sein.

    Ein anderes Problem ist, manchmal sollen Männer Brüste erotisch finden und manchmal nicht. Es kommt auf den Mann und die Situation an. Wann das eine und wann das andere gerade zutrifft, möchte die Frau entscheiden. Dass Männer Brüste nie und gar nicht als sexuell reizvoll betrachten, wollen Frauen auch nicht. Nur nicht jeder und nicht immer. So funktioniert das aber nicht.

  6. Unabhaengig von der sexuellen konnotation von weiblichen bruesten:

    Mir wird das alles in einen zu grossen Topf geworfen, denn die sozial akzeptierten ‚oben ohne‘ situationen sind fuer maenner eben auch sehr stark beschraenkt.

    Die einzigen situationen (die mir spontan einfallen), bei denen es sozial akzeptiert ist sind entweder:
    1. im intimsten lebensbereich – also e.g. zu Hause (und da duerfen frauen eben auch machen was sie wollen)
    2. Schwimmbad/strand etc. – bei dem sich Bikini und Badehose auch nicht sooo viel geben. (ich schaetze eine Boxershort Badehose hat mehr stoff und verhuellt an flaeche mehr als ein bikini.

    Im gegensatz dazu muessen maenner eben in den meisten situationen ‚mehr‘ kleidung anhaben – e.g. lange hose im business – schulter/bauchfrei bei maennern ist (auch in der freizeit) absolut nicht sozial akzeptiert – schuhe (abgesehen von ’sozial selten akzeptierten‘ sandalen) sind eher geschlossen, Rueckenfrei geht garnicht etc.

    Es wird wiedermal von einer (seltenen) situation auf ein gesamtprivileg geschlossen – das es so einfach auch nicht gibt.

    • In der Hinsicht fühle ich mich gerade an die neueren Regelungen in diversen Fitnessstudios erinnern hinsichtlich dessen was Mann tragen darf und was nicht.
      Wobei das mit Sicherheit auch kein super simples Thema ist.

  7. Ich glaube kaum, dass diese „oben ohne Welle“ eine wirklich feministische ist.

    Die meisten Feministinnen dürften keinen Wert darauf legen, ihre von der Natur benachteiligten und von ihnen selbst gehassten Körper zu entblößen.

    Femen sind ja auch keine Feministinnen, sondern nutzen lediglich eine Pseudopolitisierung zum Ausleben ihrer exhibitionistischen Neigung.

    Ansonsten gilt das alte weibliche Spiel: „Gucken, aber nicht Anfassen!“

    Koketterie…Provokation…Spielerei….an die sich ein paar verwirrte Politologiestudentinnen anhängen, die sich selber nicht mögen können.

  8. Ich weiß jetzt auch nicht, warum Scout (Schöner Name, Hihi) unbedingt so darauf besteht oben ohne rumlaufen zu dürfen. An ihrer Stelle würde ich einen BH gar nicht mehr ausziehen, bzw. in zehn Jahren wird die Probleme mit der Schweeerkraft bekommen.

    Zum Thema Kleidernormen ist alles gesagt. Frauen dürfen im Prinzip alles (Im beruf zumindestens mehr) während dies bei Männer sehr rigide gehandhabt wird. In allen Bereichen zu allen Anlässen. Ich persönlich habe damit kein Problem, denn es ist einfach bequemer. Ich muss keine Angst haben das mir was verrutscht oder wegfliegt, ich muss nicht ständig rumzuppeln und achten wie ich mich hinsetze oder aufstehe. Das empfinde ich im Alltag durchaus als sehr entlastend.

    Aber ich bin da generell sehr konservativ. Kurze Hose beim Herrn in der Stadt? Absolutes No Go, eine Chino tuts genauso. Aber auch hier muss ich sagen, es wäre viel mehr geholfen, wenn die Leute sich ihren Möglichkeiten entsprechend kleiden würden. Männer als auch Frauen präsentieren da sehr häufig im Straßenbild ihre komische Eigenwahrnehmung. Da werden häßliche käseweiße Beine präsentiert, da wird ein fetter Arsch in einer hautengen Hose betont, da quillt die Speckrolle über die Hose und zeichnet sich unter dem Oberteil ab, da werden wilde Farb- und Musterkombinationen vollführt und und und.

    Aber schlechte Kleidung ist ja auch ein Statement. Dann weiß man gleich mit wem man(n) es zu tun hat.

    • „Aber schlechte Kleidung ist ja auch ein Statement.“

      Sie ist eine Frage des Geschmacks, weil es DIE schlechte Kleidung nicht gibt. Insofern ist Kleidung nur bedingt ein Statement, jedenfalls kein eindeutiges. Was Du als Statement betrachtest, ist das, was Du in diese von dir als „schlecht“ empfundene Kleidung hinein interpretiertst (was jetzt nicht als Angriff oder Kritik gemeint ist).

      “ Frauen dürfen im Prinzip alles (Im beruf zumindestens mehr) “

      Das kann ich unterschreiben, andererseits bin ich da ganz bei Tom: Wegen eines Nippels so einen Aufstand zu machen, ist schon ziemlich prüde und unfrei, gerade dann, wenn man einem dann auch noch ein Verfahren anhängt. Solch einen Blödsinn sollte man nicht akzeptieren, auch wenn vielleicht Teile des Protestes dagegen mit feministischen Blödsinn antworten.

      • >>“Sie ist eine Frage des Geschmacks, weil es DIE schlechte Kleidung nicht gibt.“

        Doch, Klassiker: Rosa Leggings kombiniert mit rotem Oberteil, das ganze garniert mit 20 Kilo Übergewicht. Sieht man jeden Sommer immer wieder…

        Kleidung fungiert hier als Signal, seht her, ich habe kein ästhetisches Auge und bin sonst auch etwas schlicht, fatshamer haben bei mir keine Chance. Rumms.

        Bei den Herren, zwar einen 1000 Euro Anzug an, aber dafür in falscher Größe und häufig auch schrecklich kombiniert (Klassiker: Gestreiftes Hemd, Gepunktete bzw. Motivkrawatte).

        Das ist schlechte Kleidung, weil schlecht zusammengestellt…

    • „Kurze Hose beim Herrn in der Stadt? Absolutes No Go, eine Chino tuts genauso.“

      Nein, ein Chino tut es nicht, denn dieser ist nicht kurz

      Ich hasse diese Diskussion um kurze Hosen bei Männern. Als ob Männer hässliche Beine hätten. Nur weil niemand Männer sexy findet (und Frauen sowieso nicht), müssen wir jeden Sommer dieses Gewese um Kleidernormen ertragen.

      Gut, dass ich in Berlin wohne, mit normalen Leuten, die sich im wesentlichen einen Dreck darum scheren, wie sich andere Leute kleiden.

      • @Adrian

        >>“Nein, ein Chino tut es nicht, denn dieser ist nicht kurz“

        Dafür genauso luftig…

        >>“ Als ob Männer hässliche Beine hätten. Nur weil niemand Männer sexy findet“

        Ich finde viele Männer äußerst attraktiv. Männer sind schön, einige Männer sind schöner als viele Frauen und umgekehrt. Das sage ich als Heterosexueller. Als ob Frauen ein Entitlement auf Schönheit hätten…pfff

        Wir hatten doch vor kurzem hier die Debatte, dass Frauen 80 prozent der Männer hässlich finden. Ich habe daraufhin mal überlegt, ich finde gut 80 Prozent der Frauen hässlich.

        >>“Gut, dass ich in Berlin wohne, mit normalen Leuten, die sich im wesentlichen einen Dreck darum scheren, wie sich andere Leute kleiden.“

        Na dann bin ick die Antithese… 🙂

        • „>>”Nein, ein Chino tut es nicht, denn dieser ist nicht kurz”

          Dafür genauso luftig…“

          Nein. Das ist die Chino nicht. Kurz ist deutlich angenehmer.

          Und ja: Es ist ganz klar eine Geschmacksfrage, es sei denn, ich hätte jetzt die Einrichtung des Amtes für Textile Ästhetik verpasst ^^

      • Oh gott…allein das erste. Hemd mit kurzen Ärmeln (Auch das geht nicht; mann kann krempeln) und dazu noch ne chino shorts. Auch die letzten beiden mit flipflops. Absolute no gos. Aber naja…Stil kann man nicht kaufen. Kann ja jeder tragen was er möchte, muss dann aber damit leben das es scheisse aussieht, geschweige denn den Vorwurf gefallen lassen, dass er sich nicht gut kleidet.

      • „Mich würde es zwar stören (Ständig leute zu mustern und gemustern zu werden)“

        Du warst noch nie an einem FFK Strand, oder? Glaubst Du wirklich, die Musterung würde zunehmen, wenn Nacktheit normal wäre? Quatsch! Sie würde sich abschleifen und es würde ein schneller Gewöhnungseffekt eintreten.

        „viel schwerer wiegt da das hygenische:“

        Auch das wird m. E. überschätzt. Auch Allergien sind ja im Wesntlichen eine Folge unserer Verzärtelung, weil niemand mehr vernünftig im Dreck spielen darf.

      • Ein Bekannter von „früher“ wurde vom SPIEGEL gefragt, was sich an der Merkel verändert hätte seit sie Kanzlerin geworden ist.
        Jetzt würde sie im Badeanzug im See schwimmen und sich außerdem gar noch erst in ein Handtuch wickeln, bevor sie einem die Hand zur Begrüßung reiche…

        Vergess ich niemals!

      • @ Borat

        Vor einiger Zeit geisterte ein sw-Foto durch’s internet, Angela Merkel als junge Frau in FDJ-Tagen ganz nackt am Strand in einer Freundinnengruppe.

        Sah gar nicht schlecht aus, die Angela damals, war selbst erstaunt, gute Figur, schlank, aber nicht zu schlank, ganz schönes junges Weib.

  9. Ob bestimmte Körperteile sexualisiert wahrgenommen werden ist stark kulturabhänig. In vielen Kulturen sind Brüste nicht sexualisiert. Im arabischen Raum sind sogar die weiblichen Haare sexualisiert. Wenn es verbreitet wäre das Frauen mit nackten Brüsten in der Öffentlichkeit auftreten. Würden die Brüste wahrscheinlich seht schnell desexualisiert.

    • @Robert

      „In vielen Kulturen sind Brüste nicht sexualisiert“

      das kann ich mir nicht vorstellen. Hast du da was zu?
      Sicherlich sind sie in einigen Kulturen weniger sexualisiert, aber das dort zB unsymmetrische oder schlaffe Brüste bei der Partnerwahl keinen Unterschied machen halte ich für sehr unwahrscheinlich

      • Der Einwand ist nicht stichhaltig, auch ein unvorteilhafte Gesicht macht einen Unterschied bei der Partnerwahl. Dennoch ist das Gesicht nicht sexualisiert.

        • @Robert

          Natürlich ist das Gesicht sexualisiert: Auch ein zB unsymmetrisches Gesicht oder ein bei Frauen sehr männliches Gesicht macht unattraktiv.

          Das gesicht wird für viele Männer ganz entscheidend für die Frage sein, ob sie mit einer Frau schlafen wollen. Es enthält allerdings auch eine vielzahl anderer Informationen, die über Sex hinausgehen.

        • „Natürlich ist das Gesicht sexualisiert: Auch ein zB unsymmetrisches Gesicht oder ein bei Frauen sehr männliches Gesicht macht unattraktiv.“

          Das ist nicht das selbe wie „sexualisiert“. Ich denke, es gibt echte erotische Schlüsselreize, die erotisieren können (siehe Pornografie) und es gibt Attraktivitätsmerkmale, die für sich genommen nicht in der Lage sind, Erregung zu erzeugen. Das Gesicht gehört nicht zu den Bereichen, die dazu in der Lage sind.

        • Christian,

          ich denke, da kommen die Kategorien durcheinander. Vermutlich selektiert man nach Gesicht und das hat dann auch etwas mit Fortpflanzung und im weitesten Sinne irgendwie mit Sex zu tun. Aber sexuell ist ein Gesicht eben nicht, da konzentrieren sich die Gelüste doch in klar bekanntem Ausmaß auf gewisse einschlägige Körperzonen.

          Ich denke man muss unterscheiden: die weiterreichende Selektion, bei der es um den Fortpflanzungserfolg geht, und den Sex als Trieb und Lustgewinn an sich.

        • „Aber sexuell ist ein Gesicht eben nicht, da konzentrieren sich die Gelüste doch in klar bekanntem Ausmaß auf gewisse einschlägige Körperzonen.“

          Dann wurden all die Facials in den Pornos völlig am Markt vorbei produziert?

        • Sheera,

          Rabulismus ist einfach kein Argument.
          Wie oft sieht man facials und wie oft sieht man, zu gut deutsch, Arsch und Titten?

          Wir können gerne mal zählen, aber ich meine, letztere Körperpartien dürften ganz eindeutig und mit großem Vorsprung als Sieger hervorgehen.

        • @ LoMi

          Natürlich ist auch und gerade das Gesicht ein sexueller Trigger. Nicht umsonst wird es oft sorgfältig geschminkt (Augen, Lippen, Mund, Lächeln > Zähne).

          Das Gesicht ist für die Schönheit einer Frau von zentraler Bedeutung (Proportion, Kinnform, Kieferwinkel > Östrogenmarker), auch für einen Mann als männliches Schönheitsmerkmal wichtig (Kinn, Kinngrübchen, Kieferwinkel > Testosteronmarker).

        • Roslin,

          noch einmal: Man muss unterscheiden zwischen den Partien, die unmittelbar sexuelle Erregung auslösen können, und denen, die der Biologie nach Informationen enthalten für die Wahl des optimalen Partners. Das sind zwei verschiedene Dinge.

          • @LoMi

            „Man muss unterscheiden zwischen den Partien, die unmittelbar sexuelle Erregung auslösen können, und denen, die der Biologie nach Informationen enthalten für die Wahl des optimalen Partners“

            Üblicherweise ist Erregung durchaus das Mittel der Wahl um uns deutlich zu machen, dass derjenige ein Optimaler Partner wäre, insbesondere für eine Kurzzeitstrategie

        • „Üblicherweise ist Erregung durchaus das Mittel der Wahl um uns deutlich zu machen, dass derjenige ein Optimaler Partner wäre, insbesondere für eine Kurzzeitstrategie“

          Das KANNST Du so interpretieren, aber hier greift Peters Kritik: Es ist plausibel, aber nicht erklärungskräftig. Diese Interpretation ist zudem ja lediglich abgeleitet aus einer Evolutionstheorie. Der schlichte Fakt ist, dass Erregung auftritt und diese letztlich doch recht unspezifisch möglich wird, sprich: ganz verschiedene Körperformen vermögen diese Erregung auszulösen. Ist auch sinnvoll, sonst wäre die Partnerwahl übermäßig kompliziert und Kompromisslösungen, wie sie in eng begrenzten Populationen ohne Fluktuation notwendig sind, wären nicht möglich.

          Aber ganz davon abgesehen weiß man eigentlich nur: Diese Körperpartien lösen Erregung aus. Nachweisbar. Messbar. Was man meines Wissens noch nie gemessen hat, ist der angebliche Rechenprozess im Kopf, ob eben eine Frau mit der und der Brustform ein optimaler Fortpflanzungspartner wäre. Dieser Teil ist schlicht Interpretation auf Basis einer Theorie und kein empirischer Fakt. Fakt ist ganz allein: die Erregung. Und sonst weiter nichts.

          • @lomi

            „Was man meines Wissens noch nie gemessen hat, ist der angebliche Rechenprozess im Kopf, ob eben eine Frau mit der und der Brustform ein optimaler Fortpflanzungspartner wäre. “

            Was man aber gemessen hat ist wie Körperformen mit Fruchtbarkeit der Frauen korrelieren

            https://allesevolution.wordpress.com/2011/08/02/grosse-bruste-und-schmale-taille-schonheitsideale-fur-frauen-und-fruchtbarkeit/

            Physical characteristics, such as breast size and waist-to-hip ratio (WHR), function as important features used by human males to assess female attractiveness. Males supposedly pay attention to these features because they serve as cues to fecundity and health. Here, we document that women with higher breastto- underbreast ratio (large breasts) and women with relatively low WHR (narrow waists) have higher fecundity as assessed by precise measurements of daily levels of 17-β-oestradiol (E2) and progesterone. Furthermore, women who are characterized by both narrow waists and large breasts have 26% higher mean E2 and 37% higher mean mid-cycle E2 levels than women from three groups with other combinations of body-shape variables, i.e. low WHR with small breasts and high WHR with either large or small breasts. Such gains in hormone levels among the preferred mates may lead to a substantial rise in the probability of conception, thus providing a significant fitness benefit.

            „Fakt ist ganz allein: die Erregung. Und sonst weiter nichts.“

            Warum meinst du denn sind wir erregt? Es ist ja im wesentlichen eine biochemische Reaktion auf eine Informationsaufnahme, eine Übersetzung einer in diesem Fall visuellen Information in einen handlungsanreiz

        • @ LoMI

          *noch einmal: Man muss unterscheiden zwischen den Partien, die unmittelbar sexuelle Erregung auslösen können, und denen, die der Biologie nach Informationen enthalten für die Wahl des optimalen Partners. Das sind zwei verschiedene Dinge.*

          Ein schönes junges weibliches Gesicht löst sexuelle Erregung aus, bringt zum Träumen.

          Mich jedenfalls.

          Ist wichtiger als eine schöne Brust.

          Eine nicht ganz so schöne Brust kann ich angesichts eines schönen Gesichtes „übersehen“, ein hässliches Gesicht angesichts einer sehr schönen Brust nicht.

          Sinnliche Lippen, schwellende Lippen, insbesondere eine schwellende Unterlippe jagen mir wohlige Schauder den Rücken hinab.

          Nicht zu reden von der Ablesbarkeit weiblicher Lust in einem weiblichen Gesicht beim Küssen/Liebesspiel.

          Kaum etwas ist aufregender und stimulierender als das Gesicht einer schönen Frau beim Orgasmus.

          Es ist mir schleierhaft, wie man die enorme erotische Bedeutung des Gesichtes (sicher nicht nur des weiblichen) ignorieren kann.

        • „Es ist mir schleierhaft, wie man die enorme erotische Bedeutung des Gesichtes (sicher nicht nur des weiblichen) ignorieren kann“

          Lies nach was ich geschrieben habe, die vermeintliche Ignoranz existiert gar nicht. Das ist ein Missverständnis.

  10. Sollen sie halt Oben ohne nackt herumlaufen. Bei ca. 80 Prozent der so auftretenden Frauen dürfte eher das Gefühl von Fremdschämen in einem selbst aufkommen (ich denke da z.B. und u.a. an die „Slutwalks“).

    Und eine grundsätzliche Frage bleibt ja auch bestehen: Warum haben Dinosaurier und Vögel z.B. keine ‚Hupen‘ 😉

  11. @ Christian

    Die weibliche Brust ist nicht durch sexuelle Selektion entstanden, sondern weil ein Baby nun mal Milch braucht. Wie kommst du denn auf deine seltsame These?

    Große Brüste signalisieren auch nicht mehr Fruchtbarkeit noch ist dort ein tatsächlicher Zusammenhang gegeben.

    Schalt endlich meine alten Kommentare frei, du Zensor! Was war denn an denen nicht korrekt?

    • @James

      „Die weibliche Brust ist nicht durch sexuelle Selektion entstanden, sondern weil ein Baby nun mal Milch braucht. Wie kommst du denn auf deine seltsame These?“

      Weil eine größere Brust nicht unbedingt mit mehr Milchdrüsengewebe einhergeht

      http://www.babycenter.de/x27171/stimmt-es-dass-m%C3%BCtter-mit-kleinen-br%C3%BCsten-weniger-milch-produzieren

      Stimmt es, dass Mütter mit kleinen Brüsten weniger Milch produzieren?

      Nein. Wenn es ums Stillen geht, gibt es keine Zweifel – die Größe ist nicht entscheidend. Kleiner heißt daher nicht schlechter oder weniger.

      Die Größe der Brust einer Frau wird hauptsächlich durch die enthaltene Menge von Fettgewebe bestimmt. Aber dieses Gewebe hat mit der Menge oder der Qualität der Milch nichts zu tun.

      Wenn die Zeit gekommen ist Milch zu produzieren, stimulieren Hormone – angeregt durch die Geburt des Kindes und durch das Stillen – die Milchdrüsen in der Brust, Milch abzusondern und sie in die Milchgänge unter der Brustwarze und dem Brustwarzenhof (das dunkle Feld um die Brustwarze) zu schieben. Wenn ein Baby saugt, fließt die Milch in seinen Mund. (Mehr Einzelheiten erfahren Sie in unseren Artikeln rund ums Stillen)

      Die Brüste einer stillenden Mutter werden größer, wenn sie sich mit Milch füllen – und sogar während der Schwangerschaft, weil die Milchdrüsen sich auf ihre Aufgabe vorbereiten. Das kann bedeuten, dass Sie sich schon während der Schwangerschaft einen Still-BH kaufen müssen. Aber egal, wie groß die Brust ist: Die Menge der Milch, die produziert wird, wird von dem Baby bestimmt.

      Es ist ein raffiniertes System: Wenn ein Baby mehr trinkt, produziert die Mutter mehr Milch. Wenn es weniger trinkt, geht die Milchproduktion der Mutter zurück.
      „Fast alle Mütter können viel Milch herstellen,“ sagt der Stillberater Jan Barger. „In den seltenen Fällen, in denen die Milchproduktion ein Problem ist, kann ein Stillberater / eine Stillberaterin eine entsprechende Analyse machen und helfen.“

      Und:

      http://www.focus.de/familie/schwangerschaft/ein-sohn-fuer-kate-und-william-baby-royal_id_2179283.html

      So manche Frau mit wenig Oberweite macht sich während der Schwangerschaft Gedanken darüber, ob sie ihr Kind ernähren kann. Experten sind sich jedoch einig: Die Größe der Brust sagt nichts darüber aus, ob eine Frau gut stillen kann. „Die Brust ist aus Fett- und Drüsengewebe aufgebaut“, erläutert der Hamburger Perinatalmediziner Volker Ragosch. „Ein kleiner Busen enthält zwar weniger Fettgewebe, aber dieselbe Menge Drüsen.“

      Während der Schwangerschaft führen die Hormone Progesteron und Östrogen dazu, dass das Drüsengewebe wächst. Milchgänge und Milchbläschen entwickeln sich, außerdem verändert sich die Brustwarze, um die Versorgung des Babys nach der Geburt sicherzustellen.

      „Eine gesunde Frau kann davon ausgehen, dass sie stillen kann – egal, wie groß ihr Busen vor der Schwangerschaft war“, betont die Hebamme Regine Knobloch. Nur ein sehr kleiner Teil aller Mütter könne aus körperlichen Gründen nicht stillen oder müsse aus gesundheitlichen Gründen darauf verzichten.

      „Große Brüste signalisieren auch nicht mehr Fruchtbarkeit noch ist dort ein tatsächlicher Zusammenhang gegeben.“

      Zu großen Busen als klassisches Honest Signal über genetische Qualität hatte ich ja was verlinkt

      „Schalt endlich meine alten Kommentare frei, du Zensor! Was war denn an denen nicht korrekt?“

      Zu viele Beschimpfungen von Mitkommentatoren.

    • @ Kirk

      *Die weibliche Brust ist nicht durch sexuelle Selektion entstanden, sondern weil ein Baby nun mal Milch braucht. Wie kommst du denn auf deine seltsame These?*

      Entstehung ist eine Sache, die AUSFORMUNG eine andere.

      Auch ein Schimpansen-oder Gorillababy braucht Milch. Trotzdem sind die Brüste von Schimpansen-/Gorillaweibchen eher flach und fladenförmig.

      Die wissen mit anderem zu beeindrucken (Stichwort: Heckansicht).

      Außerdem, Captain Kirk, sieht die Sternenflottenuniform, die Sie tragen, richtig schwul aus.

      Nicht mal an Karneval würde ich mich da hineinzwängen!

      Diese enganliegenden bonbonfarbenen Vollsynthetics.

      So was von gay.

      Das musste ich einmal loswerden, SIr, Geschmacksverirrung³.

      Kein Wunder, dass Captain Janeway Sie beerbte.

      Ja, Klingonenmode, die lasse ich mir gefallen.

      Die mächtige Heldenbrust von Lieutenant Whorff im Sternenflottenpyama ist auch nur erträglich mit quer darüber getragener „Panzerkette“.

    • Man betrachte nur mal die Zitzen von stillenden Hündinnen. Sehen die etwa aus wie Euter, welche sie auf dem Boden hinterherschleifen?

      Ich sehe es wie Roslin: Mit dem aufrechten Gang war’s das mit der sexuellen Anregung – und etwas Neues musste her. Etwas, was einen Ersatz für den Podex darstellte.

      Und zur Größe des Busen, welcher zu einem Hauptteil aus Lipiden besteht hatte Christian ja schon ausführlich geschrieben.

      Wer einen Wurf säugender Welpen sieht und die Mammas der Mutter dazu erkennt dies auf den ersten Blick.

      • @ emannzer

        „Ich sehe es wie Roslin: Mit dem aufrechten Gang war’s das mit der sexuellen Anregung – und etwas Neues musste her. Etwas, was einen Ersatz für den Podex darstellte.“

        Was heisst hier Ersatz? Eher Zusatz.
        Bei einer Frau mit geilem Arsch macht
        Doggy trotz aufrechtem Gang immer noch
        verdammt viel Spass.

    • @ Krik bzw. Breschnew

      „Die weibliche Brust ist nicht durch sexuelle Selektion entstanden, sondern weil ein Baby nun mal Milch braucht.“

      Nee, doch durch beides. Also erst waren normale Milchdrüsen da wie bei anderen Säugern. Die sind kein sexuelles Signal. Dann wurde die besonders „prächtige“ Form beim Menschen durch sexuelle Selektion gefördert. Das geht selbstverständlich auch bei dem Geschlecht, das der deutlich schwächeren sexuellen Selektion als das andere unterliegt.

      „Wie kommst du denn auf deine seltsame These?“

      Das ist schon gut gesichert.

      „Große Brüste signalisieren auch nicht mehr Fruchtbarkeit noch ist dort ein tatsächlicher Zusammenhang gegeben.“

      So weit ich weiß, stehen Männer auf Brüste mit hoher Milchleistung. Weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe. Und da zählt die Form mehr als die Größe. Das muss aber nicht alles von der Wahrheit sein. Unabhängig davon kann die weibliche Brust ein Signal geworden sein.

      „Schalt endlich meine alten Kommentare frei, du Zensor! Was war denn an denen nicht korrekt?“

      Ja, Evochris, schalt am besten alles frei. Wenn nicht: Schalt Du sie doch einfach bei Dir selbst frei!

      Ich bin neugierig! (HA HA HA HA HA)

    • Bööööse – aber wirklich saugut geschrieben!

      Lieblingsstellen:

      „Obenrum ist immer Herrentag, sobald das Thermometer die 25 Grad passiert. Durch Parks und städtische Brachflächen keuchen Läufer mit derart schweißtropfenden Oberkörpern, dass man sich schon glücklich schätzt, wenn sie ihre Hosen anbehalten. An der Kassenschlange im Supermarkt könnte man freiliegendes Rückenfell kämmen und beim Mittagstisch in der Sonne wird man von den Brustwarzen fremder Männer angestarrt.“

      „Das Problem der All-inclusive-Hotels ist nun eines des öffentlichen Raumes, nur dass es hierfür weder Warn- noch Verbotsschilder gibt.“

      „Die oberkörperfreien Großstadtmänner sind hingegen nur wenig an der eigenen Körperlichkeit interessiert. Distinktion ist ihnen wichtiger als Diskretion, kraft ihres Geistes verstehen sie sich als Antipoden zu den Körpernarzissten. Die oftmals hühnerbrüstigen Medienagenturmitarbeiter erinnern in Silhouette und Körperteint bisweilen an eine ungebackene Apfeltasche“

      „Männlichkeit wird nicht mehr durch Muskeln demonstriert, sondern durch den Mut, sich als muskellos zu entblößen.“

      „Also werden wir die Augen schließen, und darauf warten, dass ein Mann zum anderen sagt: Zieh Dir was über!“

      BESTER Beitrag zum Thema.

      Thx for sharing

  12. „Allerdings sind die männliche und die weibliche Brust eben nicht ohne weiteres zu vergleichen. Die weibliche Brust ist etwas, was überhaupt erst durch sexuelle Selektion entstanden ist, was bei der männlichen Brust in dieser Form nicht der Fall war.“

    Ja, sehr richtig. Ein gutes Beispiel dafür, dass die beiden Geschlechter eben ziemlich verschieden sind.

    Und es ist nicht nur das, sondern auch, dass optische Stimuli allgemein (nicht nur Brüste) in Sachen Attraktivität das eigentliche Kapital der Frau sind. Umgekehrt ist das beim Mann nicht in dem Maße der Fall.

    Vermutlich ist vieles optische an der Frau durch sexuelle Selektion beeinflusst worden. (Nicht so stark wie der „Vorbau“, okay.) Beim Mann dagegen ist ein größerer und entscheinderer Anteil der Attraktivität nicht optischer Art – auch wenn dort Optik auch eine große Rolle spielt.

    In anderen Zusammenhängen dürfen Frauen mehr zeigen als Männer. Minirock & bauchfrei ist Frauensache.

    Ein wichtiger Punkt in der Geschlechterdebatte ist Folgender:

    Es ist schon irgendwo „abgefahren“, wenn sich Feministinnen einerseits gegen „Alltagssexismus“ und damit gegen gierige Blicke von Männern wenden, die sie als „sexuelle Belästigung“ bezeichnen (#Aufschrei), sich dann aber auch dafür einsetzen, alles zeigen zu dürfen – selbst die Nippel (#freethenipple).

    Vor ein Paar Jahren hatten sich glaub ich in Schweden einige Frauen/Femis dafür eingesetzt, in Schwimmbädern oben ohne rumlaufen zu dürfen. „Bara bröst“ hieß das. Von mir aus dürfen sie das – ob im Bikini oder oben ohne, die Frau zeigt in beiden Fällen sehr viel und vergleichbar viel. Und die eigentlichen Probleme zwischen den Geschlechtern sind aus meiner Sicht ganz andere, die damit kaum im Zusammenhang stehen.

    Ein anderer Punkt ist noch der, dass in jüngster Vergangenheit selbst Männer, die bei Hitze mit nacktem Oberkörper gearbeitet haben, als „Sexisten“ tituliert wurden – soweit ich mich erinnere, von Feministinnen oder politisch Linken. Was daran auch immer sexistisch sein soll (Rassistisch ist es ja auch nicht.).

    • Nachtrag:

      „In anderen Zusammenhängen dürfen Frauen mehr zeigen als Männer. Minirock & bauchfrei ist Frauensache. “

      Kurze Hosen sind zwar auch Männersache, aber wirken weitaus weniger salonfähig als Frauen mit kurzem Rock. Frauen haben also durchaus vergleichbare und teils bessere Möglichkeiten zur Thermoregulation. Und mit Bikini-Oberteil dürfen sie im Prizip ja auch mit ansonsten nacktem Oberkörper z.B. Sport machen.

  13. Ich denke, die großen Brüste kommen durch hormonelle Veränderungen. Im Mittelalter hatte man noch kleine Brüste. Groß sind die erst seid Antibabypille und Östrogen in Plastikflaschen.

  14. Die Tatsache, dass die Frauen ihre Nackt- bzw. Oben-ohne-Fotos trotzdem unters Volk bringen, zeigt ja, dass eine „Maßregelung von oben“ effektiv nicht funktioniert. Das sollte uns alle beruhigen. Deswegen freue ich mich über die Fotos von Willis‘ gar nicht so sehr wegen des Anblick einer schönen halbnackten Frau, sondern wegen des Umstands, dass sie das einfach so macht und die Fotos auch recht locker gezeigt werden.

    Der eigentliche Aufreger sind ja diverse soziale Netzwerke und Portale, die eine strikte Regelung haben, was Nacktheit betrifft (und dabei eher „amerikanische“ Vorstellungen vertreten, was lockereren Ländern natürlich umso mehr auffällt). Das coole ist jedoch, dass sich durch die ablaufenden Prozesse – die Fotos kommen unter dem Motto „jetzt erst recht“ eben doch an die Öffentlichkeit – sehr schnell zeigt, dass das eben nicht eine allgemeine Ablehnung von Nacktheit oder Prüderie ist, sondern nur die Entscheidung einzelner Unternehmen.

  15. Jugendschutz? Auweia, wir alle sind schwer traumatisiert weil wir Monate lang als Kleinkinder den Anblick von Mamas nackter Brust ertragen mussten.
    Es ist doch wohl eher eine anerzogen Problematik die erst mit einsetzender Pubertät in den Fokus eines Heranwachsenden gerückt wird. Oder ist schon mal ein Kind verstört in Therapie gekommen weil Mama oder Papa das Badezimmer zum duschen nicht abgeschlossen hatten? Ein Kind hat mangels sexueller Vorerfahrungen normaler Weise keinerlei Probleme mit Nacktheit, es sei denn diese werden ihm anerzogen.
    Was sollen sonst die armen Kinder der noch wenigen Naturstämme sagen, die diesen Anblick dauerhaft „ertragen“ müssen?

    • „Es ist doch wohl eher eine anerzogen Problematik die erst mit einsetzender Pubertät in den Fokus eines Heranwachsenden gerückt wird.“

      Gerade die Pubertät bringt viele biologische Veränderungen. Unter anderem steigt der Testosteronspiegel und damit „erwacht“ auch die Sexualität.

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