#ohnemich – Frauen sollten ihren Körper nicht stärker zur Schau stellen als der durchschnittliche Mann

In der Zeit erschien ein kontroverser Artikel, in dem die Autorin vertritt, dass Belästigungen ihre Ursache darin haben, dass es Männern zu leicht gemacht wird, Frauen als knackige Körper und leichte Beute zu sehen.

Die #MeToo-Debatte hat ein enorm verbreitetes Verhalten zutage gefördert: die Selbstverständlichkeit, mit der Männer Frauen als knackige Körper und leichte Beute betrachten und ernsthaft glauben, ein kurzer Griff oder markiger Spruch sei kein Grund zur Aufregung. In gewisser Weise ist das aber nur die Oberfläche eines tiefergehenden Problems

Darunter liegt die sozial verfestigte Asymmetrie, dass es bei Frauen mehr aufs Aussehen ankommt als bei Männern.

Das geht etwas in „Dann mach doch die Bluse zu“, und kann dem Feminismus daher nicht gefallen.

Dabei ist es ja erst einmal ein einfaches Bild:

Wer als etwas anderes wahrgenommen werden will als als sexueller Reiz, der muss eben auch andere Signale senden und das sexuelle reduzieren. Gerade wer dagegen protestiert, dass Frauen als zu sexuell dargestellt werden, etwa in Werbungen etc, dem müsste der Gedanken durchaus einleuchten, dass es dann nicht hilft, wenn Frauen selbst sich so darstellen, wie man es in der Werbung nicht sehen möchte.

Die vorgeschlagene Lösung ist entsprechend simpel_

Wenn aber – mit Marx – radikal sein heißt, ein Problem bei der Wurzel zu packen, dann müssen Frauen schon auf dieser tieferen Ebene dazu ansetzen, aus dem asymmetrischen Regime des Gutaussehenmüssens auszubrechen. Sie müssen aufhören, sich zu schminken, zu schmücken und zu stylen, sich selbst permanent als Körper zu präsentieren. Sie müssen einfordern, dass berufliche Dresscodes symmetrisiert werden und auch für Frauen eine stilvolle, aber nicht körperbetonte Businesskleidung zur Verfügung steht. Der #MeToo-Diskurs muss zu einem #OhneMich-Diskurs weiterentwickelt werden, der die Botschaft verkündet und verbreitet: „Ich mache dieses Spiel nicht mehr mit. Ich tue nicht mehr für mein Aussehen als der durchschnittliche Mann, und ich stelle meinen Körper nicht stärker zur Schau als der durchschnittliche Mann.“

Da bestehen natürlich mehrere Probleme:

  • Jeder Mensch möchte sich gerne attraktiv darstellen, weil Attraktivität enorm wichtig in der Bewertung und im zwischenmenschlichen Verhalten ist. Es ist nicht so, dass Männer das nicht machen, sie stellen sich eben innerhalb der Attraktivitätsmerkmale, die Frauen eher interessieren, als attraktiv dar. Und da ist eine zu starke Betonung des sexuellen und damit des Körpers zeigen eben häufig uninteressanter als andere Sachen, wie Status und dezentere Hinweise auf einen guten Körper.
  • Es sind Maßnahmen innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz, die eben nicht nur auf Männer abzielen, sondern häufig auf die anderen Frauen. Männer stellen eher nur indirekt eine Rolle
  • Und natürlich gilt gerade im Feminismus: Niemals darf man verlangen, dass die Frau (oder breiter: der Nichtprivilegierte) etwas macht, das wäre Victim Blaming, denn alle Schuld muss auf den Mann (oder: den Privilegierten) projiziert werden, die Frau darf unverantwortlich bleiben

 

Hier müsste der Bruch beginnen, und nicht erst bei der Abwehr von Übergriffen. Solange wir uns bereit erklären, unsere Hintern in hautenge Hosen zu zwängen, unsere Beine in Strumpfhosen vorzuführen und auf hohen Absätzen daherzuklappern, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir als „knackiger Hintern“ oder „scharfe Schnitte“ wahrgenommen werden. Dass enge Hosen und hohe Schuhe Männern kein Recht zum Grapschen und zu schlüpfrigen Sprüchen geben, bleibt dadurch unbenommen. Männer müssen sich kontrollieren und ihre Hände und Zunge im Zaum halten – selbst wenn die Wahrnehmung von Körperattributen sich aufdrängt, ist der Überschritt zum Handeln in keinem Fall erlaubt. Aber zwischen dem Recht auf körperliche und kommunikative Unversehrtheit und einem Auftreten im Geiste des Egalitarismus liegen Welten. Solange wir nur auf Erstere pochen, sind wir Teil des Systems. 

Nur das System gänzlich anders aussieht als sie denkt. Es wird immer ein System intrasexueller Konkurrenz geben, und wenn es Bekleidungsvorschriften gibt, dann gibt es immer Bemühungen diese bestmöglich zu umgehen.

Deshalb, Frauen, Schwestern, Geschlechtsgenossinnen: Lasst das Schminken sein! Legt die Kosmetikdosen in den Schrank und kauft sie nie mehr nach. Wenn ein Männergesicht ohne Tünche schön genug ist für die Welt, warum nicht auch ein Frauengesicht? Hört auf, jeden Tag schicke, formlich und farblich aufeinander abgestimmte Klamotten zu tragen! Zieht das an, was im Schrank gerade oben liegt. Spart die Energie, die das Schminken, Augenbrauenzupfen, Nägellackieren, Beinerasieren, Schmuckanlegen, Shoppen, Durchblättern von Modemagazinen kostet, und steckt sie in das Voranbringen eurer Karriere durch Lernen, Leistung, Sachverstand, oder wahlweise in Spaß und Erholung. Geht nicht mehr als einmal im Vierteljahr zum Friseur.

Hässlich sein dürfen ist ja durchaus ein sehr feministischer Gedanke. Nur darf er eben nicht mit Victim Blaming/fehlender Projektion/Verantwortung für eigenes Handlen kombiniert werden. Ein solcher „Stillhaltepakt“ in dem Wettlauf innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz würde schlicht nicht klappen.

Werft die High Heels auf den Müll! (Oder reserviert sie für seltene private Gelegenheiten.) Der Mann trägt sein Leben lang Schuhe, die so geformt sind, dass sie der Anatomie des Menschen als Laufwesen angepasst sind. Dass Frauen dazu gebracht werden, Schuhe zu tragen, die des anatomischen Baus des Menschen spotten, ist ein haarsträubender Missstand, gegen den sich schon lange eine Bewegung aus Ergonomen, Ärzten und bewegungsbewussten Frauen hätte formieren müssen.

Aber sie machen längere Beine und betonen beim Gang das Becken. Und sie sind natürlich gleichzeitig auch ein gewisses Statussymbol, ein Signal dafür, dass man eine höhere Position hat (zumindest in Kombination mit Buisnesskleidung) und sie machen größer.

Frauen könnten sich auf neue Signale einigen, neue Berufskleidung erfinden, die weniger figurbetont sind und weniger auf Attraktivität abstellen. Aber eine solche Verabredung ist nachteilhaft, weil man eben die passenden Signale nicht mehr sendet.

Das Echo:

 

 

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111 Gedanken zu “#ohnemich – Frauen sollten ihren Körper nicht stärker zur Schau stellen als der durchschnittliche Mann

  1. Des Mannes Konzept für eine utopische Gesellschaft: „Es müssten nur alle so sein wie ich, dann wäre die Welt besser.“

    Des Weibes Kritik an der bestehenden Gesellschaft: „Ich habe ein Recht darauf, dass alle sich zu jedem Zeitpunkt nach MEINEN Maßstäben richten; aber die tun das einfach nicht.“

    Als Kontrast die Perspektive eines Chinesen: „Ich beneide meine schwarzen Freunde. Die können auf der Straße einfach so auf Frauen zugehen und ‚What’s up, babe. You’re beautiful‘ sagen und haben Erfolg damit. Könnt ihr euch vorstellen, wie peinlich es ist, wenn ein 1,60m 55kg Asiate das versucht? … ‚Komm zurück! Ich kann Maniküre!“

    • Wie in jeder Profession, gibt tolle, gibt absolut beknackte. In der Informatik gibt es Niklaus Wirth aber eben auch Kim Schmitz. Und neben einem Gerhard Amendt gibts halt auch solche wie die Autorin…. allerdings würde es mich nicht wundern wenn hinter vielen Soziologen eigentlich Gender stehen sollte 😦

      • Seit wann ist Kim Schmitz ein Informatiker, das ist ein Hochstapler, der es geschafft hat, echte Hacker wie zB Mathias Ortmann (WinUAE et al) um sich zu sammeln die für ihn die Drecksarbeit machen.

        Das Problem bei Gender-Soziologie ist, dass man da jeden Scheiß labern kann und es als „Wissenschaft“ durchgeht, solange es nur irgendwie der richtigen politischen Ideologie folgt. Dazu sind die Texte dann oft so geschrieben, dass sie keine Sau lesen kann, so dass man in dem Textwulst jeden Bullshit verstecken kann, ohne dass es jemand mitkriegt.

  2. Problem ist eben, dass enge Jeans und High Heels nicht bei allen Frauen die besagte Wirkung haben; bei vielen sieht das eher peinlich aus. Und die, die die Wirkung erzielen, setzen sie natürlich auch noch für viele andere, nichtsexuelle Dinge ein und werden darauf nicht verzichten Barbara Kuchler zu liebe.

    Übrigens sind meiner Erfahrung nach grade die „knackigen“ Frauen keine leichte Beute.

  3. Wow. Ein Artikel, der mehrere Lager gleichzeitig empört.

    Aber Spaß beiseite.

    Der Versuch, Sexualität aus möglichst vielen Lebensbereichen herausschneiden zu wollen, wird scheitern. Weil das weder dem Naturell von Männern noch von Frauen entspricht. Die Lösung ist nicht, Begehren (oder begehrt werden wollen) zu negieren, sondern einen respektvollen Weg zu finden, damit im zwischenmenschlichen Bereich umzugehen.

  4. Die Männer sind das Problem, die müssen sich ändern.

    Bei der Beziehungsanbahnung sollen Männer den ersten Schritt machen.

    PU ist frauenfeindlich!

  5. Gibt doch die perfekte Lösung: In George Orwells 1984 tragen ALLE so eine Art Trainingsanzug.

    Oder während Maos Kulturrevolution…..

    In so einer Gesellschaft möchte doch jeder gerne leben. *Kopf –> Tisch*

  6. Im Prinzip hat die Dame ja vollkommen recht.
    Ich verstehe die Frauenwelt in dieser Hinsicht auch nicht. Wenn Frau sich darüber beschwert, dass sie sexuell objektiviert wird, kann sie Maßnahmen ergreifen, die das verhindern. Sie muss sich doch darüber in Klaren sein, dass die Betonung sexuell konnotierter Körpermerkmale eine Wirkung haben.
    Aber wie sagte bereits Esther Vilar:
    „Ihre Dummheit macht die Frau göttlich.“

    • Jeder 3 Jährige lernt gewöhnlich schon im Sandkasten, dass derjenige, der andere reizt, Reaktionen erhält. Wer z.B. andere mit Sand bewirft, wird Reaktionen erhalten. Wer mit einem Schalke-Trikot in die Dortmund-Fankurve geht, wird Reaktionen erhalten. Wer demonstativ mit Goldschmuck durch die Slums geht, muss mit Reaktionen rechnen. Wer sein Auto nicht abschließt, muss mit einer ehöhten Diebstahlgefahr rechnen. Wer auf einer Antifaverantsaltung eine Böhse Onkelz-T-Shirt anhat, muss mit Reaktionen rechnen …

      Und jeder 3-Jährige lernt recht schnell, dass man das „reizen“ vermeiden sollte, wenn man mit den Reaktionen nicht umgehen kann.

      Die einzigen 3-Jährigen, die auf dem Stand von 3-Jährigen stehen bleiben und denen man einzumämmern versucht, dass nicht sie selber für ihr Leben mitverantwortlich sind und nur alle anderen sich zu ändern haben, sind Frauen. Frauen sollen selbstverständlich unbeschränkt mit ihren „Reizen“ reizen dürfen und dann herumplärren, dass es auch zu unerwünschten Reaktionen kommen kann.

      Das ist ungefähr so, als würde man Frauen einzuhämmern versuchen, dass sie demonstrativ ihre Haustüren/Autotüren unabgeschlossen lassen können und auch ihren Schmuck offen in ärmeren Vierteln der Stadt unbaufsichtigt auf die Parkbank legen dürfen, denn ausschließlich nur die Diebe müssten lernen, die Eigentumsverhältnisse zu respektieren. Und, wenn die Versicherungen dann nicht zahlen wollen und sogar von einer Mitverantwortung sprechen, wenn man die Diebe ohne Sicherheitsmaßnahmen zum Diebstahl „reizt“, dann ist das übelstes Victim-Blaming. Denn von Frauen (wie auch von 3-Jährigen) kann wahrlich keiner erwarten, dass diese lernen, dass das Leben nun einmal kein rosaroter Ponyhof ist, wo alle anderen sich für einen anzupassen, um vor unerwünschten Reaktionen und möglichst jedes kleinstes Wehwehchen beschützt zu werden.

  7. Witzigerweise hat Danisch dazu gerade einen Faust-aufs-Auge-Artikel:
    http://www.danisch.de/blog/2017/11/14/die-westliche-form-der-weiblichen-beschneidung/

    Man versteht die ganze durchgeknallte PornNo-, Anti-Prostitutions-, Anti-Attraktivitäts-, Anti-Sexpuppen-, pro-Islam-Bewegung am besten, wenn man sie auf intrasexuelle Konkurrenz zurückführt. Weiber die NICHTS zu bieten haben, versuchen sich aufzuwerten, indem sie jede Konkurrenz totzubeißen oder wenigstens zu verstecken versuchen und wenn das schon nicht funktioniert, sich selbst als belästigt-begehrenswert darzustellen.

    Mal wieder ein sehr archaischer, sehr primitiver Trieb, wie meist bei Feministinnen, natürlich intellektuell verbrämt daherkommend, es wirkt nur widersprüchlich, wenn man deren Geschwätz ernst nimmt. Im Prinzip dem ursprünglichen Feminismus, der auf sexuelle Befreiung aus war, entgegengerichtet. War wohl doch nicht so der Hit…

    Weil Danisch das so schön schreibt, noch ein Zitat:

    „Letztlich sind die keifenden Weiber, die da auf die ARD losgegangen sind, von derselben Sorte Weiber, die in Afrika anderen die Schamlippen abschneiden: Gewaltsames Verhindern eines Marktes, eines Wettbewerbs, auf dem sie nichts zu bieten haben. Einem Wettbewerb um Männer.

    Zynischerweise geht es vielen dabei gar nicht mehr eignetlich um Männer, weil die Rolle des Mannes längst der Steuerzahler übernommen hat. Aber es ist eben doch biologisch so tief drinnen, dass die da nicht rauskommen. Man ist und bleibt auf der Hatz nach einem lebenslangen Versorger.

    Der Feminismus, der gegen „Sexismus” kämpft, ist im Prinzip nichts anderes, als der Öffentlichkeit eine virtuelle Burka überzustülpen und Frauen virtuell zu beschneiden, quasi eine kommunistische Gleichheit auf dem Sex- und Heiratsmarkt herzustellen, um Konkurrenz zu verhindern.“

  8. Wieder eine Feministin, die die Wissenschaft komplett ignoriert. Ich bin geschockt!
    Schon lustig, dass gerade linke sich immer wieder darauf beschweren, dass rechte Parteien „Anti-wissenschaftlich“ sind. Dabei ignorieren sie diese selber wenn es ihnen nicht in den Kram passt.

    • „Dabei ignorieren sie diese selber wenn es ihnen nicht in den Kram passt.“

      Wenn es nur das wäre. Ignorieren könnte man ja noch akzeptieren, nein, sie schreien alles nieder, was ihnen nicht in den Kram passt. Sie verhindern jede sachliche Auseinandersetzung, wenn sie nur einen Mikrometer von ihrem (vorgeblich idealistischen) Popanz abweicht. Die 68iger waren vielleicht ein bisschen meschugge, aber die wollten wenigstens noch diskutieren. Poststrukturalismus ist halt weit bequemer, man behauptet einfach und das soll dann stimmen und wer nicht mitspielt wird mundtot gemacht. Früher nannte man das mal „faschistisch“.

      „rechte Parteien „Anti-wissenschaftlich“ sind“

      Das trifft vermutlich am ehesten auf die extrem religiös dominierten rechten Parteien in den USA zu, nicht auf die eher atheistischen in Deutschland.

  9. Nach kurzem Googlen scheint das ein Foto der Autorin zu sein:

    (HB 3 oder 4? Stimmt meine Einschätzung?)

    Auf mich wirkt ihr Aufruf wie: „Wenn ich schon optisch nicht mit anderen Frauen mithalten kann, dann sollen die aber auch keine Beachtung finden!“

        • Makeup ist vor allem gegen andere Frauen gerichtet, und nicht für Männer.

          Warum sollte man das unterscheiden? Ist das nicht letztlich das gleiche?

          Ich hab ein bisschen den Eindruck, dass Make-up sowas wie „Anständigkeit“/“Sittsamkeit“ signalisiert. Und dass es auf den statushohen Mann zielt bzw. den statusniedrigen abwehrt.

          • Es ist überhaupt nicht das gleiche.

            Nach meiner – nicht unbedingt repräsentativen – Erfahrung, ist es Männern ziemlich egal, ob eine Frau geschminkt ist oder nicht. Wenn sie aussieht, als sei sie in den Schminktopf gefallen, ist das eher ein Abtörner.
            Schminke dient vor allem dem Ausstechen anderer Frauen. Dies erkennt man z.B. dadurch, dass in Gruppen mit hohem Frauenanteil praktisch alle geschminkt sind. Je geringer der Frauenanteil, desto weniger davon schminken sich üblicherweise.

          • Na ja, es ist beides. In Pornos sind Frauen auch oft geschminkt, Prostituierte gehen auch nicht ungeschmingt auf die Straße, und beides zielt ja fast ausschließlich auf Männer ab. Schminke betont schon (sekundäre) sexuelle Reize, jugendlichkeit, große Augen, voller Mund. Um Aufmerksamkeit bei Männern und intrasexuelle Konkurrenz kann es ja auch gleichzeitig gehen.

            Ist bei Männern auch nicht anders. Wenn die sich treffen und untereinander ihren Status präsentieren, genauso wie wenn sie es gegenüber Frauen tun.

          • @breakpoint
            Schminke dient vor allem dem Ausstechen anderer Frauen.

            Aber in welcher „Disziplin“ wollen sie andere ausstechen? (Geht es um die auf Männer wirkende sexuelle Attraktivität?)

          • „Warum sollte man das unterscheiden? Ist das nicht letztlich das gleiche?“

            Nein, ich geb Anne da uneingeschränkt recht.

            Schminken ist in erster Linie ein Modephänomen, keines, das auf die Reize einer durchschnittlich hübschen jungen Frau nennenswerten Einfluss hat.

            Ich bin in den 70er Teen gewesen und damals war Schminken vollkommen out. Das hat unsere Mädel kein bisschen in ihrer Attraktivität beeinträchtigt.

            Heute wäre ich ob der vielen Farbe eher etwas genervt, weil man nicht spontan küssen könnte, ohne das „Gemälde“ zu beschädigen.

            Und da ich mich für „Mainstream“ halte, gehe ich davon aus, dass das auch anderen Männern so gehen würde.

            Frauen nehmen Attraktivität aber anders wahr, als Männer. Und deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ein gelungenes Make-up eher ein Triumphgeheul gegenüber den eigenen Geschlechtsgenossinnen ist (und wahrgenommen wird), als ein Lockmittel für Männer (die auch ohne Make-up kommen würden).

            „In Pornos sind Frauen auch oft geschminkt, Prostituierte gehen auch nicht ungeschmingt auf die Straße, und beides zielt ja fast ausschließlich auf Männer ab.“

            Dann wäre ich nicht die Zielgruppe, die sie zu erreichen suchen.
            „Nuttig“ aussehen ist eine Umschreibung für die übertriebene Anwendung und Zurschaustellung von Schminke.

          • „Dann wäre ich nicht die Zielgruppe, die sie zu erreichen suchen. „Nuttig“ aussehen ist eine Umschreibung für die übertriebene Anwendung und Zurschaustellung von Schminke.“

            Ja, weil Prostituierte häufig extrem viel davon nehmen. Genauso wie Drags (welche ja auch eine weibliche, verführerische Person darstellen wollen).

            Nur mal so, um das zu verdeutlichen, was das für ein Untschied macht.

            Das rechte Bild sieht mindestens 20 Jahre älter aus. Schminke verjüngt das Gesicht, und junges Aussehen ist nunmal anziehen für Männer, da Frauen mit 20 bessere Chancen haben, gesunde Kinder zur Welt zu bringen, als mit 45 oder 50.

            PS: Ich finde dezente oder keine Schminke auch oft besser, das aber auch nur, weil ich nicht auf über-sexualisierte Frauen stehe.

          • @mindph:

            Die App ist nicht zuverlässig. Wenn ich die Bilder vergleiche: beim rechten ist die Haut fahler (auch die Pupillen wirken aufgehellt), was dazu führt, dass sie Augenringe bekommt und sämtliche Grübchen tiefer aussehen. Die gezupften Augenbrauen bekommt die App natürlich auch nicht korrigiert. Klar, wirkt das dann älter und hässlicher.

            Ich bezweifle, dass die Frau ungeschminkt wirklich so aussieht.

          • Nagut, aber glücklicher Weise gibt es echte Vorher-Nachherbilder, ein paar Beispiele:

            Und dann gibt es natürlich auch noch die Frauen, die ohne Makeup besser aussehen als mit.

            (Also, abgesehen davon, dass ihr Makeup übertrieben ist)

            Die sind aber meistens sehr jung und haben auch offensichtlich gute Gene.

          • @mindph:

            Ja, das sind diese Pornosternchen, oder?
            Hab ich auch schon gesehen. Wirklich teilweise sehr krass!

            Fairerweise muss man aber auch da sagen: selbe Kopfhaltung, Beleuchtung und Frisur im Vorher- und Nachherbild würden das vermutlich auch ein bisschen relativieren. Aber die Wirkung bleibt erstaunlich.

          • @Androsch Kubi

            Keine Ahnung, ob die was mit Porno machen, ich habe einfach nur nach „makeup before and after“ gesucht und paar Beispiele ausgewählt.

          • Für mich sehen die geschminkten Bilder nicht 20 Jahre jünger aus. Mich würden aber ohnehin eher Bildreihen mit dezenterem Make-up interessieren. Wer will denn diese überschminkten Gesichter im Real Life? Auf Fotos sieht so einiges ganz schick aus, da können auch computergenerierte Bilder gut aussehen, wahrscheinlich auch Schaufensterpuppen.
            Warum gibt es für Frauen eigentlich keine Silikonmasken, die sie sich einfach überziehen?

            @Carnofis
            Wie kommst du darauf, dass du Mainstream bist? Die Kommentare, dass Schminke das Aussehen verbessert, scheinen mir hier leicht in der Überzahl.

          • „Die Kommentare, dass Schminke das Aussehen verbessert, scheinen mir hier leicht in der Überzahl.“

            Ich zitier mich noch einmal selbst:
            „Schminken ist in erster Linie ein Modephänomen, keines, das auf die Reize einer durchschnittlich hübschen jungen Frau nennenswerten Einfluss hat.“

          • „Für mich sehen die geschminkten Bilder nicht 20 Jahre jünger aus. Mich würden aber ohnehin eher Bildreihen mit dezenterem Make-up interessieren“

            Die 20 Jahre waren ein Beispiel. Bilderreihen findet man zur Genüge mit Google, ich habe einfach ein paar willkürlich zusammengewürfelt. Es bleibt immer das selbe Prinzip: Lidschatten und Kajal macht die Augen größer (= kindlicher) Wimpern länger, Lippenstiff die Lippen voller und gesünder, überdecken von kleinen Rissen und Unebenheiten. Abdeckcreme verdeckt Falten, Altersflecken, Unebenheiten. Konturen und Schattierung verändert das Erscheinungsbild der Umrisse des Gesichts. Bei sexueller Erregung werden die Lippen stärker durchblutet und die Wangen röten sich, das wird ebenfalls mit Schminke nachgeahmt. Schminke verdeutlicht „ich bin jung und gesund und sexuell verfügbar“. Das ist natürlich auch in der intrasexuellen Konkurrenz relevant, aber es bezieht sich halt auf die Aspekte, die auf Männer anziehend wirken, denn darum geht es ja bei der intrasexuellen Konkurrenz: Wer hat den größeren Effekt auf potentielle Partner. Frauen betonen für die intrasexuelle Konkurrenz nicht ihre Muskeln oder ihre Intelligenz, sondern ihre femininen Features, genauso wie Männer ihren sozialen Status hervorheben und/oder ggf aufhübschen.

            „Schminken ist in erster Linie ein Modephänomen, keines, das auf die Reize einer durchschnittlich hübschen jungen Frau nennenswerten Einfluss hat.“

            Aber auf eine weniger junge, hübsche Frau schon. Bei Männern gilt ja Alter eher als attraktiv, was auch logisch ist, da bei älteren Männern die Chanchen höher stehen, dass sie gefestigte Lebensumstände und familiäre Sicherheit versprechen können. Darum ist bei Männern das Schminken eher unüblich und bleibt auf spezielle Anlässe wie etwa Film oder Fernsehn (etwa zum Minimieren von Glanzstellen) beschränkt.

            (Subkulturen ausgelassen)

          • Wenn sie wert darauf legt, Makeup-Flecken in der Bettwäsche zu haben .. gibt es bestimmt.

            Ansonsten wirkt m.E. frische Haut viel anziehender als Farbe.
            Sexuelle Erregung lässt die Augen leuchten, und Lippen und Wangen erröten. Wozu braucht man da noch Schminke?

          • @breakpoint
            Ansonsten wirkt m.E. frische Haut viel anziehender als Farbe.

            Finde ich auch. Allerdings gibt es hier doch eine gewisse Polarisierung. Nicht ganz wenige Männer sagen ja auch, das Frauen mit Schminke besser aussehen.

          • Hä? Du meinst eine Frau muss mehr machen, als keinen BH anziehen und etwas näher an ihren Mann zu rutschen, um Sex zu bekommen?

          • @Androsch
            Nein, muss nicht, aber kann. Es soll auch Frauen geben, die sich spezielle Unterwäsche anziehen. Und ich vermute, dass es Männer gibt, die darauf abfahren.

        • „Makeup ist vor allem gegen andere Frauen gerichtet, und nicht für Männer.“

          Makeup ist m.E. gegen die Konkurrenz anderer Frauen gerichtet.

          Ich habe da noch so ein Interview im Hinterkopf, von einer Frau, die auf ein Mädcheninternat ging und der Zeit nachtrauerte, als die da ihre Ruhe hatten. In dem Moment, wo auch Jungen zugelassen wurden, setzte nämlich der Konkurrenzkampf um selbige ein und sämtliche Mädchen begannen, sich zu bemalen.

          Aufs Aussehen zu achten (oder generell das Ansehen) ist m.E. bei Frauen genetisch stärker verankert, zumindest wenn ich meine Tochter da als Vergleich heranziehe, die sich definitiv noch nicht für Jungen interessiert, aber trotzdem weitaus mehr auf ihr Aussehen achtet, als mein Sohn. Die Eskalation der Mittel entsteht aber erst bei ernsthafter Konkurrenz.

          „Die meisten Männer (zumindest die, auf die es mir ankommt) ziehen natürlich wirkende Frauen stark geschminkten vor.“

          Genau! *natürlich wirkende* gegenüber *stark geschminkten*

          Die meisten Männer ziehen *hübsche* Frauen vor, wenn die von Natur aus hübsch sind: umso besser.

          Aber wenn ich von mir ausgehe, dann habe ich lange Zeit gar nicht erkannt, wenn eine Frau geschminkt war. Darin liegt ja der Trick: gute Merkmale verstärken, schlechte abschwächen, so subtil wie möglich.

          Dick anpinseln ist ein Zeichen von Ahnungslosigkeit oder Verzweiflung, das kommt tatsächlich nicht gut an. Bei niemandem, kann aber immer noch besser sein, als ein Kratergesicht.

          • Ob man das Verhalten von Schulmädchen da als Argument ansehen darf, bezweifle ich.
            In diesem Alter habe ich mich auch noch häufig geschminkt, weil ich die Zusammenhänge damals schlicht noch nicht durchschaut hatte, und es mir vorkam, als ob das halt dazugehört.
            Als ich während des Studiums dann weit überwiegend mit Männern zu tun hatte, erkannte ich aber, dass das Schminken keinen nennenswerten Unterschied machte. Die Wahl geeigneter Kleidung ist wesentlich wirksamer, um seine Wahrnehmung durch Männer zu steuern.

            Durch Schminken lässt sich sicherlich noch einiges herausholen (je nach Geschick und Aufwand vielleicht ein bis zwei HB-Einheiten). Die Frage ist nur, ob sich der Aufwand (Zeit, Kosten für Makeup und Stylingprodukte) lohnt, um das Ergebnis zu rechtfertigen.

          • „Ob man das Verhalten von Schulmädchen da als Argument ansehen darf, bezweifle ich.“

            Meine geht noch in den Kiga. Und sie ist betreffs Kleidung und „schön aussehen“ wesentlich empfindlicher als der Junge (schminken tut sie sich nicht, macht meine Frau auch nur zu öffentlichen Anlässen).

            Klar schaut sie sich das auch irgendwo ab, aber sie ist halt auch empfänglich dafür, dem Bub ist schnurzegal, wie er draußen herumläuft.

            „Als ich während des Studiums dann weit überwiegend mit Männern zu tun hatte, erkannte ich aber, dass das Schminken keinen nennenswerten Unterschied machte. Die Wahl geeigneter Kleidung ist wesentlich wirksamer, um seine Wahrnehmung durch Männer zu steuern.“

            Wenn du ansonsten einigermaßen aussiehst und auch noch in einem männerlastigen Studium bist: na klar! Dann hattest du ja vermutlich auch sehr wenig Konkurrenz.

            „Durch Schminken lässt sich sicherlich noch einiges herausholen (je nach Geschick und Aufwand vielleicht ein bis zwei HB-Einheiten). Die Frage ist nur, ob sich der Aufwand (Zeit, Kosten für Makeup und Stylingprodukte) lohnt, um das Ergebnis zu rechtfertigen.“

            Wenn die Konkurrenz groß ist: offensichtlich ja. Einige Einheiten mehr, können über den sexuell/finanziell attraktiveren Partner entscheiden, besonders wenn man sonst nicht viel bieten kann, die Auswahl beschränkt ist und es der Frauen viele sind.

            Ich schätze, vielen Weibchen geht da auch die Erfahrung mit männlicher Wahrnehmung ab, die optimieren einfach auf Teufel komm raus alles, von dem sie denken, dass es bei Männern gut ankommt. Und Schminke ist halt leichter aufzutragen, als sich mühsam einen knackigen A*sch anzutrainieren… 🙂

      • Ist die Frage, was Make-up an dieser Tatsache ändern kann. Die meisten Leute sagen doch, dass Make-up nur dann gut ist, wenn es dezent ist. Wenn es es also nur wenig am Erscheinungsbild ändert.

      • Ihr schreibt alle, dass Make-up ein Auswuchs innersexueller Konkurrenz sei. Leider überseht ihr zwei Dinge:
        1. Es gibt Männer, die geschminkte Frauen attraktiver Finden.
        2. Weshalb liefern Frauen sich überhaupt diese Konkurrenzkämpfe? Weil sie den besten Mann abbekommen wollen.

          • Aber eben auch gegenüber Männern. Meine Frage war ja: Warum sollte man überhaupt diesen Unterschied machen? Sich für Männer hübsch machen und andere Frauen auszustechen kommt halt aufs gleiche raus.

            Ist doch bei männlicher intersexueller Konkurrenz ähnlich.

          • Es gibt keinen schnelleren/einfachereren/zuverlässigeren Weg sich Komplimente von Frauen zu sichern als via Make-Up und Styling. Frauen lieben Schönheit. Sie bemerken kleine Details. Sie bewundern Frauen, die „etwas aus sich machen“. Und sie sind dankbar dafür, dass sehr viele sie an ihren Tricks teilhaben lassen.

            Ich persönlich nehme diese kooperativen Aspekte als weitaus wirkmächtiger wahr als den negativen Konkurrenzgedanken. Und ich spreche aus der Position einer Frau, die in ihrem Leben meist zu faul war um sich zu schminken.

          • „Ich persönlich nehme diese kooperativen Aspekte als weitaus wirkmächtiger wahr als den negativen Konkurrenzgedanken“

            Das ist ja auch nur ein Zusammenwirken innerhalb der Konkurrenz bzw das Signal ist deswegen so interessant, weil in dem Bereich eine Konkurrenz besteht.

            Das ist ja auch in anderen Konkurrenzen so. Fußballspieler sind in Konkurrenz darum der beste zu sein, dennoch kann ein Spieler einen anderen loben, dass er ein toller Spieler ist. Und das wird diesen freuen, eben weil es in einem Bereich erfolgt, wo es bedeutung hat

          • „War“ heißt übrigens, dass ich dabei bin mein Kit aufzufrischen, zuletzt hab ich bspw. die mehr als 10 Jahre ungenutzt rumfliegenden Lidschatten durch eine „nude“-Palette ersetzt.^^
            Und ich hab entschieden, wie ich das Wimpern-„Problem“ für mich zukünftig lösen werde. Ich mag nämlich nicht tuschen oder sowas, will aber etwas mehr wumms im Augenaufschlag. Inzwischen hatte ich IRL schon häufiger Kontakt mit Frauen, die sich Wimpern-Extensions haben machen lassen, und das sieht wirklich super aus! Ist mir aber viel zu teuer, daher habe ich alter Geizkragen mir Dauerwimpern in den Amazon-Einkaufswagen gepackt in der Absicht, sie selbst anzubringen – direkt nachdem ich meine schwarz gefärbt und dauergewellt habe. Wish me luck^^

    • Mit anderer Frisur, Kleidung und etwas Schminke wäre eine HB 5 drin, aber so…

      Es ist naheliegend, in ihrem Artikel ein Beispiel für Sailer’s Law of Female Journalism zu sehen:

      Sailer’s Law of Female Journalism: The most heartfelt articles by female journalists tend to be demands that social values be overturned in order that, Come the Revolution, the journalist herself will be considered hotter-looking.

      • „Sailer’s Law“
        Sehr interessant. Sollte Mann sich merken, und immer mal gegenchecken.
        Wenn es wahr ist, sagt es aber m.E. aus, dass auch „emanzipierte“ Frauen wie die Autorin anscheinend die tiefsitzende Überzeugung pflegen:
        a)Männer würden nie eine Qualität wie Charakter, Kompetenz oder Verlässlichkeit über Aussehen stellen, UND ich habe gegenüber den meisten Frauen Defizite beim Aussehen, deshalb muss sich nicht das Kriterium des Aussehens für Attraktivität ändern, nur der allgemene Geschmack soll MEINEM Aussehen bitte mehr entgegenkommen.
        und/oder
        b)ich selber werde nicht fähig sein, mein anscheinend weniger attraktiv wahrgenommenes Aussehen durch andere Vorzüge, die mich attraktiv machn können, auszugleichen (und z.B.damit bei Männern evtl. die Paradigmen über Attraktivitàt in meinem Sinne zu beeinflussen), unabhängig davon, ob wirklich alle mir infragekommenden Männer das reine Aussehen voranstellen, oder ob die vielleicht heute schon andere Kriterien schwerer gewichten.

        Eigentlich sagt das einen ziemlichen Pessimismus von Frau über sich selbst aus.

        Persönliche Anmerkung:
        Ich lebe in der Metropole Berlin.
        Es gibt hier wirklich Abertausende gutaussehende Frauen, ob geschminkt oder nicht, mal weggelassen.
        Die meisten davon filtert meiner einer aber nach einer meist nur Minuten kurzen Beobachtung des Sozial-Verhaltens oder der vertretenen Ansichten und vor allem DENKWEISEN aus.
        Also, von den Hübschen nur die mit bestimmten Umgangsformen, einem gewissen Charakter und einer Mindestintelligenz.
        Dummheit, Ignoranz, Hinterfotzigkeit sind auch für noch so hübsche Frauen ein Ausschlusskriterium. Zieht mich nicht an=unattraktiv.
        Umgekehrt, von den Frauen, die ich in Alltag oder Beruf treffe und mitkriege, dass sie sich vernünftig, empathisch und für Annäherungsversuche offen zeigen, sprechen mich die an, die auch äußerlich ein paar für mich attraktive Merkmale haben.
        Also nicht „Wow, sieht hammergeil aus, nix wie druff“, sondern „Hammerfrau, mit der könnte ich gut klarkommen, und sie ist auch hoch hübsch.“
        Gewisse soziale und individuelle Fâhigkeiten werten für mich eine Frau auf, auch wenn sie kene wunderschöne Prinzessin ist, nicht umgekehrt.
        Ich bin allerdings schon einige Jahre aus der Pubertàt heraus.

    • @Anne

      Ich glaube auch, dass intrasexuelle Konkurrenz eines der größten Tabuthemen im Feminismus ist.
      Das andere die (bewusste und unbewusste) Ausstrahlung sexueller Signale durch Frauen.

      Birgit Kelle hat die Standardantwort: „Ich tue das nur für mich selbst!“ so herrlich entlarvt, indem sie das Ziel der Schönheitshandlung also als die „Vorbereitung eines netten Abends vor dem Fernseher, allein auf der Couch mit einer Tüte Chips in der Hand“ charakterisierte.
      Klassischer Selbstbetrug.

      Auch in den Antworten kommt wieder das: „Man darf Frauen nicht ihre Individualität verbieten!“
      Wobei sie keinen Augenblick darüber nachdenken, dass sie damit die *Darstellung* klassischer Weiblichkeit zur *eigenen Individualität* aufbrezeln.
      Bemerkenswert, wie man Sein und Schein so verwechseln kann…

      Und die Autorin hat insofern recht, eine Frau, die sämtliche Botschaften in Körper und outfit und Auftritt steckt sollte sich nicht wundern, wenn ihre verbale Botschaft darunter leidet.
      Wenn alles an ihr brüllt „SIEH*MICH*AAAAAN!“, dann kann in dem Getöse ihr Argument durchaus untergehen.

      Wie oben schon gesagt, scheinen (eher feministisch orientierte) Frauen als Senderin von Botschaften nicht zu begreifen was sie sagen, ohne auch nur einmal den Mund zu öffnen.
      Frauen, die ein positives Verhältnis zum eigenen Körper und Sexualität haben, gehen mit ihren Absichten sicherlich ehrlicher um.

  10. Harrharr.
    http://www.taz.de/!5459473/
    Die TAZ beschwert sich fei auch über dieses fiese Victim Blaming, und wartet mit diesem wundervollen Satz in der Einleitung auf:
    „Am besten schlüpfen sie gleich noch in Mao-Uniformen.“
    Ja wie, sonst scheint ihr doch gar nicht so schlecht auf Mao zu sprechen zu sein…

    • Wer hat das geschrieben?

      Da steht „Kolumne von Juri Sternburg“ und er schwafelt was von seiner Freundin, aber im Text steht auch:

      „Auch wenn ich emotionalisierte Debatten für schwachsinnig halte, kam ich nicht umhin, emotional zu werden und im folgenden auch emo­tio­nal zu schreiben – bin halt eben auch eine Frau, die auch noch dazu gerade ihre Periode hat (Hallo, Mario Barth!).“

      Was hab ich falsch verstanden? Ist das ein unsauberes Zitat oder soll das ein blöder Witz sein? Eine komische Transe oder Butch scheint er auch nicht zu sein *grübel*

    • Ja es wiederspricht natürlich dem feministischen Mythos, dass Frauen nichts an ihrer Situation ändern können und die Männer das gefälligst zu leisten haben. Das kann die TAZ nicht hinnehmen.

      Aber auch wenn die gutaussehenden ihre Attraktivität nicht künstlich betonen würden, würden die weniger gutaussehenden dadurch nicht attraktiver. It´s the biology, stupid.

  11. Das schöne ist: die zerfleischen sich zunehmend selbst, weil sie gar nicht kapieren, warum sie wollen, was sie fordern und damit unweigerlich in krudeste logische Widersprüche reinlaufen (und sich dadurch zusätzlich auch noch lächerlich machen).

    Wo ist schon der Unterschied zwischen der „nicht mehr aufbrezeln“- und „bitte nicht mehr angucken und keine Komplimente mehr“-Forderung? In der Zielrichtung gibt es keinen. Beides ist darauf gerichtet männliche Aufmerksamkeit loszuwerden und dabei ist „nicht mehr aufbrezeln“ immerhin erfolgversprechender als die Umerziehung aller Männer, denn Frauen brezeln sich ja in erster Linie FÜR männliche Aufmerksamkeit auf.

    Die Frauen, die sich gerne verschönern, wollen also Aufmerksamkeit, nur eben von den „richtigen“ Männern in der richtigen Art (was immer die sein soll), die sie mit ihrem Genöle aber vermutlich ebenfalls abschrecken.

    Die anderen wollen Konkurrenz oder eigene Minderwertigkeitskomplexe loswerden, natürlich auf Kosten der erfolgreichen Frauen. Das kann gar nicht passen und beide Fraktionen werden umso unglücklicher werden, je erfolgreicher ihre Forderungen sind… am ehesten davon profitieren, dürften noch die Lesben. Vorausgesetzt die unbemannten Weiber begeben sich freiwillig in die grapschenden Hände einer Butch…

  12. Ich sehe das Ganze etwas differenzierter. Frauen sollen oder sollen nicht ihre Schönheit zur Schau stellen- Das ist eine freie Entscheidung. Jemand anderes kann aber oder kann nicht darauf reagieren, das ist ebenfalls eine freie Entscheidung.

    Allerdings, selbst wenn sie nackt rumrennen würde, oder ein Mann das tun würde, heißt das noch lange nicht, dass man sie auch begrabbeln kann. Es heißt auch nicht, dass eine Frau mit Aufmachung „leichte Beute“ wäre. Im Gegenteil, meistens sind die die am besten aussehen weniger leichte Beute, da sie sich eher unter den Männern den Bewerber aussuchen können als andere.

    Das ist aber natürlich zu unterscheiden von angucken oder sowas wie „junge und schöne Frau“, insbesondere wenn die Frau eine ist, die sich so schminkt, dass sie mit 39 aussieht wie 21.

    Dass bei #metoo alles in einen Topf geworfen wird, und „junge schöne Frau“ neben Busengrabschen und sogar Vergewaltigung steht, ist das größte Problem bei dieser Debatte.

    • Dass bei #metoo alles in einen Topf geworfen wird, und „junge schöne Frau“ neben Busengrabschen und sogar Vergewaltigung steht, ist das größte Problem bei dieser Debatte.

      Eine Debatte, bei der das sorgfältig getrennt würde, könnte es gar nicht geben. Das Problem ist eher, dass dieser ganze Schmarrn überhaupt diskutiert wird.

  13. In den Kommentaren beschreibt sich Kuchler übrigens so…Ich wette, das ändert das Meinungsbild hier etwas.^^

    „Hier ein paar Klarstellungen der Autorin.

    1. Nein, ich bin nicht fett und hässlich.

    2. Ich bin keine Feministin. Ich habe mich nie so verstanden, und ich bin gelangweilt bis genervt durch feministischen Talk und die Vergewaltigung der Sprache durch „In“, _in“, * und x. Daher kommt die Verwirrung in der Frage, warum der Feminismus plötzlich solche Volten schlägt und nun das Gegenteil von dem fordert, was er vor vierzig Jahren gefordert hat. Wie meine Position zu gängigen feministischen Positionen steht, interessiert mich nicht. “

    http://www.zeit.de/kultur/2017-11/sexismus-metoo-sexuelle-uebergriffe-aussehen?cid=16226191#cid-16226191

    Ein paar der Positionen finde ich in ihrer Eindeutigkeit unglaublich wichtig, da sie eine Frau getätigt hat, zB der Satz darüber, daß Frauen, die sich aufhübschen, eben DOCH Rezeption suchen.
    Im Zuge der Victim-Blaming-„Debatte“ natürlich nicht hinnehmbar für eine „richtige“ Feministin.

    Vor diesem Hintergrund ist der Artikel super. Mädels, wenn Ihr nicht für Euren geilen Arsch bewundert werden wollt, dann zeigt ihn nicht.

    • @kendra

      der weitere Kommentar ist ja auch ganz interessant:

      3. Nein, es ist nicht Natur, „ist halt einfach so“, dass Männer durch Schönheit und Frauen durch Macht angezogen werden, und dass Männer immer auf Sex aus sind und Frauen nicht. Wer das glaubt, dem fehlt ein Crashkurs in Konstruktivismus. Es gab Zeiten in der Geschichte, da waren es die Frauen, die als lüstern und immer auf Abenteuer aus galten, während die Männer Besseres zu tun hatten (Politikmachen, Kriegeführen, Fuchsjagden reiten). Solche Dinge ändern sich schneller, als die Naturalisten unter uns glauben wollen. Sozial definierte Dinge gewinnen unglaublich schnell die Kruste und Aura des „Das war schon immer so“ und „Das ist Natur“. Das kann man wissen, und darauf sollte man nicht hereinfallen.
      Und selbst wenn es so wäre, dass Männer natürlicherweise mehr auf Sex und körperliche Attraktion programmiert sind: Dann käme es darauf an, diese Naturdetermination in der modernen Gesellschaft einzuhegen und durch Ausgleichsmechanismen unter Kontrolle zu bringen, statt sie durch asymmetrische Kleidungsnormen noch zu verstärken. Wir hegen ja auch die Determination durch andere Naturfaktoren ein, wie etwa Kurzsichtigkeit und Diabetes. Wir arbeiten mit Ausgleichsmechanismen wie Brillen und Insulinspritzen und sagen nicht: Wer mit solchen Natureigenschaften ausgestattet ist, der hat eben nur ein kurzes Leben, sorry und basta.

      4. Ja, der Artikel vertritt eine bevormundende, autoritäre, meinetwegen totalitäre Position gegenüber Frauen. Mal abgesehen davon, dass ich nicht in der Position bin, meine Vorschläge durchzusetzen (und deshalb auch manche Vorschläge mache, die nicht ganz bierernst gemeint sind): Ich bin Soziologin. Menschen interessieren mich nicht. Mich interessieren Strukturen. Was Menschen fühlen, denken, meinen, ist zweitrangig. Die Abschaffung der Adelsherrschaft beim Übergang zur Moderne hat auch nicht dazu geführt, dass die Adligen sich gut gefühlt haben. Das hat aber an den strukturellen Prozessen nichts geändert.
      Ja, die Freiheit der individuellen Entscheidung ist im Prinzip gut und richtig. Aber manchmal ist die Freiheit der Entscheidung auch eine Falle, weil sie uns in der jeweiligen Komfortzone festhält. Ohne Prozesse, die für irgendwen schmerzhaft sind, ändert sich nichts in der Welt. Dass ich das nicht durchsetzen kann, weiß ich. Dass der Zusammenhang trotzdem so ist, wie beschrieben, wird dadurch nicht unwahr.

      • „Ich bin Soziologin. Menschen interessieren mich nicht.“

        Bruzzel (erste Synapse abgeraucht)

        „Was Menschen fühlen, denken, meinen, ist zweitrangig.“

        Bruzzel (zweite Synapse abgeraucht)

        „Die Abschaffung der Adelsherrschaft beim Übergang zur Moderne hat auch nicht dazu geführt, dass die Adligen sich gut gefühlt haben. Das hat aber an den strukturellen Prozessen nichts geändert.“

        Bruzzel …

        Gottseidank kommen keine weiteren Beispiele, sonst wäre wohl die ganze Denkmasse eingeschmolzen.

        • „Gottseidank kommen keine weiteren Beispiele“ – wie wäre es noch mit Kurzsichtigkeit und Diabetes als Vergleich zur Programmierung auf Sex und körperliche Attraktion? Alles nach Ansicht der Autorin Determinationen durch Naturfaktoren, die einzuhegen sind.

      • „Es gab Zeiten in der Geschichte, da waren es die Frauen, die als lüstern und immer auf Abenteuer aus galten, während die Männer Besseres zu tun hatten (Politikmachen, Kriegeführen, Fuchsjagden reiten).“

        Interessant wäre, welche Quellen sie hier verallgemeinert hat.

        Jede Wette: wenn in 500 Jahren ein Soziologe „Sex and the City“ anschaut, bekommt er auch ein wenig ein schräges Bild unserer Zeit…

        „Mich interessieren Strukturen. Was Menschen fühlen, denken, meinen, ist zweitrangig.“

        Seltsame Soziologin:
        „Soziologie (lateinisch socius ‚Gefährte‘ und -logie) ist eine Wissenschaft, die sich mit der empirischen und theoretischen Erforschung des sozialen Verhaltens befasst, also die Voraussetzungen, Abläufe und Folgen des Zusammenlebens von Menschen untersucht.“
        https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie

        Wie sie das bewerkstelligen will, ohne Gefühle und Beweggründe von Menschen zu verstehen, wäre interessant.

        Aber ach, sie gibt ja die Antwort auch gleich: es ist alles mit Konstruktivismus zu erklären. Der Glaube (mehr ist es nicht), man könne (und dürfe das folgenlos) jede Struktur in jede beliebige andere überführen und muss dafür nur die alte dekonstruieren und die neue konstruieren.

      • Hier noch aus den Kommentaren.
        Ein Paul Kleeh schreibt: „Frau Kuchler, danke für ihre Klarstellungen und danke für ihren Artikel. Inhaltlich finde ich diesen grundlegend falsch, aber als geistige Anregungen und Diskussionsthema war und ist er ein echter Gewinn.“

        Chapeau!

      • Wenn es denn schon nicht die Natur ist, so ist es der natürliche kapitalistische Markt. In diesem sind die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, wie alles als Warenbeziehungen definiert. Deshalb gelten hier auch die gleichen Regeln, die Produkt- und Verpackungsdesigner befolgen: Je hübscher das Produkt und die Verpackung, desto höher die Verkäuflichkeit und der Profit. Deshalb werden Frauen niemals freiwillig auf diese Techniken zur Profitmaximierung verzichten.
        In diesem Zusammenhang kann man nur die Weisheit und Weitsicht Mohammeds bewundern, der nicht nur den Zins verboten hat, sondern auch die einheitliche Verschleierung anordnete und betrunkenen Sex verbat.

  14. Was den Artikel betrifft, spricht er vor allem eine bestimmte Untergruppe an Feministinnen an. Ich würde auch der selektiven Sichtweise hier im Blog eher widersprechen. Ich würde sogar sagen, dass die Autorin zu den besonders progressiven Feministinnen gehört und eher von anderen Feministinnen früherer ideologischer Generationen falsch verstanden wird.

    Denn in der Geschichte des Feminismus wurden viele ehemals gefeierte Errungenschaften nach einiger Zeit ironischerweise als oppressiv gebrandmarkt. Zum Beispiel der BH, der nun als Zeichen des Widerstands gegen das Patriarchat verbrannt wird oder die sexuelle Freizügigkeit, die durch die „Ja meint ja“-Puritanismus-Kampagnen ersetzt wurden. Man könnte es frei nach Pinker als „Progressivismustretmühle“ bezeichnen, bei der jede neue Errungenschaft nach einiger Zeit als oppressiv wahrgenommen wird, weil es die erhofften (unrealistischen und zum Teil nicht erfüllbaren) Ziele nicht erfüllt hat. Vergleichbar wollen einige Schwarze in den USA ja wieder eine Form von Segregation einführen und ich bin mir auch sicher, dass in Zukunft die „Ehe für Alle“ als Tool des weißen, heterosexuellen Mannes gesehen wird, um die LGBT-Community in Schach zu halten und in Normen zu pressen.

    Die Autorin geht in dem Fall ebenfalls nur noch einen Schritt weiter und schränkt nicht nur die sexuelle, sondern auch die körperliche Freiheit weiter ein. Ganz im Sinne derer, die auch zum Beispiel die Kopftuch-Barbie als emanzipatorischen Erfolg feiern (und die Barbie im Minirock als „verstaubtes Klischee“).

    Die Autorin besitzt auch sonst die klassische feministische Sprechweise, nutzt totalitäre und marxistische Ideen, in dem sie Frauen und Männer als Kollektiv sieht und bis ins kleinste Details Vorschriften zur Kleidung von Mann und Frau machen will, damit die utopische Vision erreicht werden kann. Die Aussagen von ihr mit Birgit Kelle zu vergleichen, halte ich für völlig falsch. Wie gesagt, in der Logik der Autorin hat das Patriarchat die Frauen dazu gebracht, sich so knapp zu kleiden, um den Mann zu dienen. Sie wurden von den Medien (etwa GNTM), Werbung, männlichen Erwartungen dazu „gezwungen“. Von diesen Fesseln will sie die Frauen befreien. Birgit Kelle argumentiert dagegen für mehr Selbstverantwortung und vor allem mehr Selbstaufmerksamkeit für das eigene Handeln. Das sind zwei völlig verschiedene Sichtweisen, die halt in dem einen Punkt zusammentreffen.

    Bin etwas überrascht über die doch sehr verkürzte Darstellung des Artikels hier im Blog.

    • „Ich würde sogar sagen, dass die Autorin zu den besonders progressiven Feministinnen gehört …“

      Nun ja, Kernaussage aller feministischen Strömungen ist „Ich bin dagegen!“
      Opposition gegen jede gesellschaftliche Norm als – gezielt gegen Frauen gerichtete – Beschränkung persönlicher Freiheit ist Programm.
      Und da Feminismus und Frauen hier zusammentreffen, können auch konträre Bewegungen jeweils als Befreiung gefeiert werden.
      BH als brustverhüllende Kleidungsstücke, die die Weiblichkeit vor lüsternen Männeblicken verbergen, sind da ebenso eine Befreiung, wie ihre Verbrennung, damit die Brüste frei bis zum Gürtel baumeln können und so Widerstand gegen den Schönheitswahn symbolisieren.

      Wenn Kuchler da progressiv ist, dann hat sie sich mit reichlich feministischen Versatzstücken versehen und wurde – soweit ich ihre Kommentare gelesen habe – von nahezu allen Lesern missverstanden.

      • „BH als brustverhüllende Kleidungsstücke, die die Weiblichkeit vor lüsternen Männeblicken verbergen, sind da ebenso eine Befreiung, wie ihre Verbrennung, damit die Brüste frei bis zum Gürtel baumeln können und so Widerstand gegen den Schönheitswahn symbolisieren.“

        Der BH war eine Befreiung… von Korsett und später dann Hüfthalter.
        Hat das Allen Frauen gutgetan? Ich weiß et nich… optisch nicht unbedingt, wenn ich mich so umschaue.

        Die Wissenschaft ist uns m.W.n. noch das eindeutige Votum schuldig, welches Vorgehen ein Absinken der Brüste am Besten verhindert. Zuletzt hörte ich, dass bestimmte Körperübungen obenrum frei auszuführen seien; beim Laufen und Hüpfen etc. wäre sonst aber ein guter Sport-BH sinnig; bisweilen wurde spekuliert, ob zu häufiges Tragen eines BHs mit Stäbchen (Push-Ups etc.) Brustkrebs begünstigen könne. Die beste Vorbeugung gegen Brustkrebs soll Stillen sein – welches in Adelskreisen früher verpönt war aus Gründen der Eitelkeit, sprich weil man annahm, Nichts schade dem jugendlichen Aussehen der weiblichen Brust mehr als Milchproduktion etc. Wenn man sich Naturvölker anschaut (wo die Frauen Oberkörperfrei rumlaufen), fällt mir zumindest immer arg ins Auge, wie sehr diese beiden Faktoren zusammengenommen (kein Support und lange/häufige Stillphasen) ein Hängen der Brüste beschleunigen. Will ja auch wieder keiner, sowas…

        Bester YouTube-Kanal um in das Thema Mode einzutauchen btw:
        https://www.youtube.com/user/ProfHallay

        • „Der BH war eine Befreiung… von Korsett und später dann Hüfthalter.“

          Seh ich auch so. Jedenfalls das mit dem Korsett. Was der Hüfthalter mit den Brüsten zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

          „Die Wissenschaft ist uns m.W.n. noch das eindeutige Votum schuldig, welches Vorgehen ein Absinken der Brüste am Besten verhindert. Zuletzt hörte ich, dass bestimmte Körperübungen obenrum frei auszuführen seien“

          Ich bin kein Mediziner, halte aber Körperübungen für albern und überflüssig – jedenfalls, wenn sie mit der Absicht, ein Absinken der Brüste zu verhindern, durchgeführt werden.
          Brüste haben keine Muskeln, die trainiert werden könnten. Das in ihnen befindliche Fett-, Drüsen- und Bindegewebe wird also den Forderungen der Gravitation – abhängig von der Größe – nachkommen.
          BH sind die einzige Einrichtung, die der Gewebedehnung einigermaßen entgegenwirken und ein Durchhängen verzögern können.
          Die einzig zulässig Frage hier wäre, ob dieser Vorteil nur im Interesse der Männer liegt. Glaub ich meiner Kollegin, dann gibt es eine Menge Frauen, die BH auch unabhängig von allen Männerblicken für einen Segen halten (O-Ton: „Stell dir mal vor, du trägst ständig zwei Tüten Mehl vor dir her“).

          Von einer solche feministischen Empfehlung, die Brüste so richtig durchhängen zu lassen, um sich gegen angebliche männliche Modediktate zu wehren, kann ich also nur abraten.
          Erst recht, weil das Experiment später nicht rückgängig gemacht werden kann.

          • „Seh ich auch so. Jedenfalls das mit dem Korsett. Was der Hüfthalter mit den Brüsten zu tun hat, erschließt sich mir nicht.“

            Der Übergang vom Korsett zum Hüfthalter scheint ein fließender gewesen zu sein, vor Erfindung des BHs konnten sie soweit ich weiß auch noch bis unter die Brust reichen.

            „Brüste haben keine Muskeln, die trainiert werden könnten.“

            Der Leiter der wohl ersten Anti-BH-Studie seinerzeit:

            „zunächst einmal sind sie ein Körpergewebe wie jedes andere auch – und das Verhältnis von Muskelmasse und Fett darin ist genetisch veranlagt. Bei großen Körbchengrößen ist der Fettanteil höher; da zeigt das Weglassen des BHs nicht unbedingt Wirkung. Ich hatte aber zum Beispiel auch eine Fitnesslehrerin in der Studie, die Cup E trug – das heißt, ihr Busen hatte ungefähr ein Gesamtgewicht von zwei Kilo. Und trotzdem erzielte sie ohne BH eine Straffung des Gewebes und Messergebnisse, die weit über den erwartbaren Werten lagen! … Ich habe 14 Faktoren entwickelt, von denen Aussehen und Form des Busens abhängen, und der BH ist nur einer davon – mit Sicherheit aber einer der wichtigsten. Also: Tragen Sie ihn so selten wie möglich. Mir ist klar, dass es gerade im Berufsleben nicht ohne geht, aber sobald Sie zu Hause sind, weg damit! Gerade beim Sport!“

            https://www.welt.de/vermischtes/article116052727/Sobald-Sie-zu-Hause-sind-Weg-mit-dem-BH.html

            „Glaub ich meiner Kollegin, dann gibt es eine Menge Frauen, die BH auch unabhängig von allen Männerblicken für einen Segen halten (O-Ton: „Stell dir mal vor, du trägst ständig zwei Tüten Mehl vor dir her“).“

            Gleichzeitig würde Dir aber auch so ziemlich jede Frau bestätigen was für ein erleichterndes Gefühl es ist, ihn nach langer Tragedauer wieder abzulegen.

            Letztes Jahr bin ich übrigens über das Konzept „Schlaf-BH“ gestolpert, der kann z.B. so aussehen:

            Ich wollte da lieber zur aufklebbaren Silikon-Version greifen (auch schon schweineteuer tbh), war aber nicht überzeugt – wahrscheinlich insbesondere, weil ich normalerweise überwiegend aufm Bauch schlafe. Jetzt allerdings ist dieser eh schon zu dick/bewohnt als dass das ginge, die Gelegenheit, dem Pad eine zweite Chance zu geben…

            „Von einer solche feministischen Empfehlung, die Brüste so richtig durchhängen zu lassen, um sich gegen angebliche männliche Modediktate zu wehren, kann ich also nur abraten. Erst recht, weil das Experiment später nicht rückgängig gemacht werden kann.“

            Ich persönlich schwöre ja auf selbstklebende Brust/Busen-Elektroden fürs TENS-Gerät. Obs Langzeit was bringt weiß ich natürlich nicht, aber das (Festigkeits-)Gefühl nach der Anwendung ist schon echt ziemlich Hammer 🙂

            Link ausm letzten Jahr noch:

            „Die Studie beobachtete über 15 Jahre hinweg die Auswirkungen, die es auf die Brüste von 330 Frauen im Alter von 18 bis 35 hatte, keinen BH zu tragen. Das Ergebnis: Auf den Büstenhalter zu verzichten, machte sie sogar noch schöner! Es formt den Busen und er hält sich selbst – denn das dafür verantwortliche Gewebe wächst nur, wenn wir keinen BH tragen. Die Forscher beobachteten außerdem, dass sich die Brustwarzen um 7 Millimeter pro Jahr hoben, die Brüste fester wurden und Dehnungsstreifen verschwanden. Manche der Probandinnen bemerkten sogar, dass sie weniger Rückenprobleme hatten.“

            http://www.elle.de/ohne-bh

            Auch die Wissenschaft folgt nunmal Moden.

          • „Und trotzdem erzielte sie ohne BH eine Straffung des Gewebes und Messergebnisse, die weit über den erwartbaren Werten lagen!“

            Verbuch ich schlicht unter Scharlatanerie.

            Ich geb zu, es muss Muskelgewebe in der weiblichen Brust geben, sonst könnten sich die Nippel nicht bei Aufregung verhärten.
            Aber über diese marginalen Effekte hinaus habe ich noch nie gehört, dass eine Frau erfolgreich Muskeln in der Oberweite trainiert hatte.
            Kannst ja selbst an Dir testen. Versuch mal, Muskeln – egal wo in der Brust – anzuspannen. Und damit meine ich nicht die unter der Brust.

            „Tragen Sie ihn so selten wie möglich. Mir ist klar, dass es gerade im Berufsleben nicht ohne geht, aber sobald Sie zu Hause sind, weg damit! Gerade beim Sport!“

            Das muss man ja schon fast als böswillige Realsatire bezeichnen.
            Das ist wahrscheinlich auch einer dieser Kurpfuscher, die Impfungen bei Kindern als Auslöser für Autismus verteufeln und meinen, die Zwerge müssten ne Maserninfektion für ihr gutes Gedeihen aussitzen.

            „Gleichzeitig würde Dir aber auch so ziemlich jede Frau bestätigen was für ein erleichterndes Gefühl es ist, ihn nach langer Tragedauer wieder abzulegen.“

            Was dem ersten nicht widerspricht. Meine Kollegin meinte, ohne würde es – neben Hängetitten – Rückenprobleme und -schmerzen geben.

            „Das Ergebnis: Auf den Büstenhalter zu verzichten, machte sie sogar noch schöner! Es formt den Busen und er hält sich selbst – denn das dafür verantwortliche Gewebe wächst nur, wenn wir keinen BH tragen. Die Forscher beobachteten außerdem, dass sich die Brustwarzen um 7 Millimeter pro Jahr hoben, die Brüste fester wurden und Dehnungsstreifen verschwanden. Manche der Probandinnen bemerkten sogar, dass sie weniger Rückenprobleme hatten.“

            Klar, die wunderschön geformten Brüste (nicht BUSEN, das ist nämlich der Spalt ZWISCHEN den beiden Brüsten) kann man ja besonders an den Frauen der Naturvölker bewundern.

            Probier’s nicht aus, es gibt keine validen Belege für Vor- aber viele für Nachteile, die BH nicht zu benutzen.
            Es sei denn, Du hast Körbchengröße A (ich nehme mal an, das ist klein). Bei solchen Brüsten könnten dann auch die kleinen Muskelanteile einen Effekt haben.
            Aber bei denen stellt sich das Problem der Hängetitten wiederum nicht.

            „Auch die Wissenschaft folgt nunmal Moden.“

            Eben.
            Und besonders für Frauen gibt es viele Quacksalber darunter.

            Übrigens: den BH hat nach meiner Erinnerung eine US-Amerikanerin erfunden, die wohl noch nicht wusste, dass man (frau) Brüste „trainieren“ kann und auch eher unter den ziemlich willenlosen Mehltüten am Vorderbau litt.

          • Milchtüten wenn schon.
            Und willenlos sind die nicht, sie haben bloß ihren eigenen Kopf^^

            Ich denke die Mischung machts. Rückentraining ist wichtig. Massagen der Vorder- und Rückseiten auch. Elektrostimulation nicht zu vergessen (die Dinger, die ich benutze, werden übrigens offiziell angeboten zum Muskelaufbau schmerzhafter Knie oder Schultern). BH wenn Dir danach ist, und kein BH auch wenn Dir danach ist. usw.

            Fürs postnatale waist-training nächstes Jahr hab ich hier übrigens bereits ein halbes Korsett rumfliegen. Das hatte ich mir irgendwann 2016? für kleines Geld im Internet bestellt – da war es mir aber tatsächlich noch zu weit. Gut, dass ich es nicht entsorgt hatte. Man weiß bei solchen Sachen ja nie im voraus, wann man sie gebrauchen könnte. Nur, dass…
            ^^

        • Die Wissenschaft ist uns m.W.n. noch das eindeutige Votum schuldig, welches Vorgehen ein Absinken der Brüste am Besten verhindert.

          Abschneiden ???

          • lol
            oder auch mit eingebautem Plastik „unterstützten“.
            Wenn man das Brustgewebe entfernt, kann man dadurch auch gleich im selben Schritt zukünftigen Brustkrebs verhindern laut Wissenschaft, siehe Trendsetterin Angelina Jolie.
            #ohnemich

          • „Abschneiden ???“

            Oder eine der Femi-Tussen findet einen Weg, die patriarchalische Gravitation zu überwinden.

    • Ich sehe da einen Widerspruch:
      Wenn ein Mensch besonders progressiv ist, wie kann es dann FministIn sein.
      Oder ist irrational, mystisch und voraufklärerisch jetzt das neue „Progressiv“?
      Obwohl mir das ja bei goßen Teilen der Postlinken so vorkommt.
      Dann sind umgekehrt Goethe, Beethoven, Brecht, Sanders jetz reaktionär.
      Stimmt,hab ich ja von Feministen schon gehört.
      Sind schließlich Männer.
      Magda Goebbeos war dann whl hingegen „progressiv“, sie hat in einer Männerwelt tapfer „ihre Frau gestanden“, aber konnte wegen der gläsernen Decke leider nur First Lady werden, hat es jedenfalls aber trotzdem geschafft, Beruf und Familie zu vereinen? Oder so ähnlich.

    • Man könnte es frei nach Pinker als „Progressivismustretmühle“ bezeichnen, bei der jede neue Errungenschaft nach einiger Zeit als oppressiv wahrgenommen wird, weil es die erhofften (unrealistischen und zum Teil nicht erfüllbaren) Ziele nicht erfüllt hat.

      Das ist eine interessante Beobachtung. Ich sehe darin allerdings weniger eine „Progressivismustretmühle“, sondern typisch weibliche „mixed signals“. Es geht darum, eine Situation zu schaffen, wo es für den Empfänger der Forderung unmöglich wird, irgendwas richtig zu machen. Es geht bei diesen weiblichen Forderungen nicht um das Geforderte, sondern nur darum, die Dominanz von Männern dadurch zu testen, wie leicht sie sich in den Wahnsinn treiben lassen. Es geht um Betaisierung auf einem gesellschaftlichen Level.

      Und im größeren Zusammenhang bedeutet das natürlich, dass heutiger „Progressivismus“ nichts anderes als praktischer Gynozentrismus ist. So sieht die Verweiblichung der Gesellschaft aus.

  15. „Ich bin Soziologin. Menschen interessieren mich nicht. Mich interessieren Strukturen.“

    Genau deshalb finde ich 90% aller Sozologie so scheiße. Sozialwissenschaft, die sich nicht für die die Gesellschaft bildenden Individuen interessiert, kann natürlich auch wenig zur Verbesserung oder auch nur zum Verständnis von deren Leben beitragen, und ist letzten Endes irrelevant bzw. nur eine Form von intellektueller Onanie oder Weg um an eine gut bezahlte Stelle im Staatsdienst zu kommen.

    • Dito, echter Hammer, „Menschen interessieren mich nicht“.
      Nur Abstraktes interessiert, nicht die Realität. Wie bei der Heiligen Inquisition.

      • :“Das Verhalten individueller Menschen ist nun mal nicht der Forschungsgegenstand der Soziologie. “
        Mag sein, obwohl ich da nicht so sicher bin. Um von individuellen Menschen auf Gruppen zu abstrahieren, muss man zumndest mal ein paar individuelle Menschen nehmen, und bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen feststellen, um diese dann zu verallgemeinern.
        Wenn man dann bei der abstrakten Anlayse und Verknüpfung mit bestimmten materiellem Gegebenheiten noch Teile der sozialen Realitàt ausblendet, wie gesellschaftliche Paradigmen, die machtgesetzt sind, oder einfach nur die Thesen beweisen will, die man selber gerne mag, und DANN bei den Auswahlkriterien auch noch selektiv so vorgeht, dass man Kriterien bevorzugt, die die Vorannahme eher stützen, dann kommt man eben überwiegend in einen Zirkelschluss.
        Aber selbst wenn nicht, dass Problem ist hier eher die politische/aktivistische Anwendung der Soziologie.
        Wenn man nämlich hingeht, und die abstrahierten soziologiscnen, wenn auch auf empirisch sauber erfassten Daten beruhenden abstraken Schlüsse nimmt, und reelle Individuen oder auch Gruppen davon nur anhand der abstrakten Auswahlkriterien, also nicht mehr umfassend bzw. komplett wahrnimmt, und dann die soziologischen Ergebnisse ungeprüft in die Individuen/Gruppen hineininterpretiert, dann interpretiert bzw. unterstellt man eben diesen Menschen oft, solche Merkmale überwiegend zu verkörpern, man trifft also ein Vorurteil, und subsummiert unter Blindheit für die realen Eigenschaften der individuellen Menschen diese unter seine Vorurteile.
        Beispiel:
        An der Mehrzahl der Entscheidungsposten finden sich Männer, ebenso an der Mehrzahl der großen Eigentume, dies nennen wir jetzt (übrigens völlig unhistorisch) Patriarchat, wo angeblich Männer herrschen (Patriarchat meint aber wörtlich Väterherrschaft, was in der BRD hanebüchener Unsinn ist), und da die Herrschaft politisch und ökonomisch vorwiegend Männer ausüben, (und Väter nunmal Männer sind), sind alle Männer begrifflich als „herrschend“ gesetzt. Mann als Synonym für Angehöger des Patriarchats.
        Wir lassen nun schonmal außer Acht, dass nicht alle Männer Vàter sind, schon gar nicht männliche Kinder.
        Aber der Punkt ist eigentlich:
        Nicht alle Männer herrschen über alle Frauen, da wird sich der Millionär schön bedanken, wenn dier Pöbel eben mal so über seine Gattin herrschen will.
        Nichtmal alle Männer herrschen überhaupt über IRGENDEINE Frau, kleine Jungs schon gar nicht.
        Und auch wichtig, innerhalb der Gruppe Mann, fälschlicherweise als Patriarchat benannt, herrschen die meisten Männer nicht, zumindest nicht über alle Männer und deren Fauen, sondern die meisten Männer werden von irgendwelchen Mànnern mehr beherrscht, als sie selber über igendwelche Männer oder Frauen herrschen.
        Zuletzt kommen noch die Männer hinzu, die von Frauen beherrscht werden, inklusive der Millionärsgattin oder Millionärin.
        Und Jungs werden eh meist von Frauen beherrscht, in der Familie, im Kindergarten, an der Grundschule .
        Lustigerweise: Wenn sie dann bis zur Uni oder dem Berutsleben überwiegend von Frauen konditioniert wurden, gelten sie an diesem Zeitpunkt spätestens als voll verantwortliches Patriarchat.
        Und alles irgendwie abstrakt :“bewiesen“ von der postmodernen poststrukturalistischen Soziologie alias Genderforschung.

        Ich könnte jetzt noch dazu ausführen, warum dies exakt der alte metaphysische Fehler des Deutschen Idealismus ist, aber das führt an der Stelle zu weit.

        • „aber das führt an der Stelle zu weit.“

          Ehrlicherweise bin ich eher zu faul.
          Stattdessen mal ein kleiner Textausschnitt aus einer Schrift eines deutschen Philosophen, der oft in Anspruch genommen oder zitiert wird, aber eher selten gelesen, und wenn, dann meist immer nur dieselben zwei oder drei Stücke.
          Für FeministInnen gilt er übrigens, logischerweise, im Wesentlichen als patriarchaler „Angry White Man“.
          Man erkennt hier das Grundmuster jeder konstruierten Gruppenspezifischen Menschenfeindlichkeit, sofern unberechtigt, aber ab einer gewissen relativ kleinen Gruppengröße ist sie wohl immer ungerechtfertigt .
          Man ersetze im Text einfach mal „Das Tier“ durch „Das Patriarchat“, „Mensch“ durch „Frau“, und die einzelnen konkreten Tierarten durch einzelne konkrete Männer-„arten“,
          also z.B. Löwe durch Multimilliardàr, „Mops“ durch „Obdachloser“ oder „kleiner Junge.
          So sehen wir, dass der Begriff „Patriarchat“, wie ihn der moderne Feminismus gebraucht, dem Schema einer metaphysischen Spekulation exakt im Sinne des Deutschen Idealismus der Biedermeierzeit folgt.
          Und als Bonbon ein Gewinnspiel, wer mir den Namen des Autors nennt, bekommt den Link zum umfangreicheren Text.
          Also hier der Text::
          „Jeder kann in einem Zeitraum von zwei Minuten das Geheimnis dieses spekulativen Possenspiels durchschauen und selbst anwenden lernen. Wir wollen eine kurze Anweisung geben.
          Aufgabe: Du sollst mir konstruieren, wie der Mensch Herr über die Tiere wird?
          Spekulative Lösung: Gegeben sei ein halb Dutzend Tiere, etwa der Löwe, der Haifisch, die Schlange, der Stier, das Pferd und der Mops. Abstrahiere dir aus diesen sechs Tieren die Kategorie: das „Tier“. Stelle dir das „Tier“ als ein selbständiges Wesen vor. Betrachte den Löwen, den Haifisch, die Schlange etc. als Verkleidungen, als Inkarnationen des „Tiers“. Wie du deine Einbildung, das „Tier“ deiner Abstraktion, zu einem wirklichen Wesen gemacht hast, so mache nun die wirklichen Tiere zu Wesen der Abstraktion, deiner Einbildung. Du siehst, daß das „Tier“, welches im Löwen den Menschen zerreißt, im Haifisch ihn verschlingt, in der Schlange ihn vergiftet, im Stier mit dem Horn auf ihn losstößt und im Pferd nach ihm ausschlägt, in seinem Dasein als Mops ihn nur mehr anbellt und den Kampf gegen den Menschen in ein bloßes Scheingefecht verwandelt. Das „Tier“ ist durch seine eigne Konsequenz, wie wir im Mops gesehen haben, dahin getrieben worden, sich zum bloßen Possenspieler herabzuwürdigen. Wenn nun ein Kind oder ein kindischer Mann vor dem Mops davonläuft, so kommt es nur noch darauf an, daß sich das Individuum nicht mehr dazu hergibt, die alberne Komödie zu spielen. Das Individuum X tut diesen Schritt auf die unbefangenste Weise von der Welt, indem es sein Bambusrohr gegen den Mops agieren läßt. Du siehst, wie der Mensch vermittelst des Individuums X und des Mopses Herr über das „Tier“, also auch über die Tiere geworden ist und in dem Tiere als Mops den Löwen als Tier überwältigt hat.“

          Der Autor legt in weiteren Schriften überzeugend dar, dass dieser Deutsche Idealismus mit seiner spekulativen Metaphysik nichts anderes ist als Religion, nur ohne explizite Gottheit.
          Und der postmoderne Feminsmus mit seiner Grundbehauptung des „Patriarchats“als Unterdrücker der Frau als der Verkörperung des „Heiligen Weiblichen“ (die Opferfrau als der eigentlich „Wahre Jesus“), sowie den realen Männern und Jungen als Inkarnation der Herrschaft des satanischen bzw. neudeutsch toxiscnen „Männlichen“ alias Patriarchat, im Grunde eine Religion ist, und der neue STAATSFEMINISMUS seiner Begründung nach die neue STAATSRELIGION.
          Und somit verfassungswidrig.

  16. Der Typus „Heilige Johanna“ HARTke (lol) lässt mich zweifeln, ob es noch Sinn macht, den Allmächtigen darum zu bitten, Hirn und Herz für die moderne westliche Feministin vom Himmel zu werfen!
    „Weniger Sexismus indem sich Frauen an Männer anpassen sollen und ihnen ihre Individualität abgesprochen wird?! Dann bitte #OhneMich:

    -Wenn man wirklich auf dem heiligen Kreuzzug gegen „Sexismus“ etc. ist, sollte man dann nicht bereit sein, den eigenen Individualismus wenigstens ein klein wenig zurückzustellen? Wie man es ja von anderen Frauen und besonders Männern anscheinend auch erwartet? Was übrigens ein wesentlicher Teil der Definition von „Solidarität“ ist. Eigene Interessen teilweise oder temporär für die Hilfe für Andere zurückstellen.
    Wie z.B.in“ Da liegt eine(r) auf der Straße und blutet, ich muss aber zur Arbeit, bin spàt dran, wie entscheide ich mich?“

    -der eigentliche, verräterische Hammer ist:
    Die Heilige Johanna plaudert hier aus, dass die weibliche Individualität zumndest für sie in der Wahl der Klamotten und der Schminke besteht, jedenfalls ist das ein wesentlicher Teil, der auf keinen Fall eingeschränkt werden darf, wofür auch immer!
    Und ich Hirni dachte bisher immer, Mode wäre lediglich eine AUSDRUCKSMÖGLICHKEIT der Individualität, und nicht ihr INHALT !!!

    • da die Dinger nur zum Angeben und zum Feststellen eines Besitzanspruchs da sind, mal ganz von dem der finanziellen Belastung abgesehen, bin ich da voll dafür 😛

  17. Die ganze Affäre ist tatsächlich ein schönes Beispiel für die Verkorkstheit des Diskurses.
    Denn der Artikel enthält ja durchaus Dinge, die völlig daneben sind. Die Autorin fordert ja quasi ein totalitäres Gleichmachen von oben, das den Menschen Wahlfreiheit darüber, was sie tragen bzw. produzieren abnimmt – aber das fällt keinem auf. Stattdessen liest jeder die Überschrift, interpretiert es als das alte „Soll sich halt nicht aufreizend anziehen, wenn sie nicht vergewaltigt werden will“ und empört sich, ohne sich um die Wahrheit zu scheren.

  18. „Sie müssen einfordern, dass berufliche Dresscodes symmetrisiert werden und auch für Frauen eine stilvolle, aber nicht körperbetonte Businesskleidung zur Verfügung steht.“

    Es gibt ja Berufe mit strikten Dresscodes, vom Blaumann bis zur (Staats-)Uniform. Medizinische MitarbeiterInnen in Krankenhäusern und Frauen in Laborberufen tragen z.B. häufig weiße Kittel, und während ich durchaus bereit bin zu glauben, dass das individuell den Frauen in ihrem Berufsalltag hilft (weil es ihre Entscheidungsschwierigkeiten reduziert), halte ich es für zweifelhaft, dass sich dadurch per se sexuelle Belästigungen abwenden lassen. Das (angeblich erste Befragungs-)Projekt, das sich diesbezüglich mit dem Arbeitsplatz Krankenhaus befasst, läuft seit mehr als drei Jahren, da müssen wir aber wohl einfach noch abwarten, was die rausfinden werden:
    https://wpp.charite.de/aktuelles/

    Was mir sonst noch untergekommen ist:
    „Im Krankenhausalltag des Erzbistums Köln kommt es nach Kenntnis der Arbeitsgruppe
    „Prävention von sexuellem Missbrauch“ oftmals zu sexuellen Belästigungen – am häufigsten verbal durch männliche Patienten gegenüber Krankenschwestern. An zweiter Stelle stehen sexuelle Belästigungen zwischen Mitarbeitenden. Sexueller Missbrauch von oder durch Patientinnen und Patienten oder innerhalb des Teams der Mitarbeitenden kommt nach dem Wissen der Arbeitsgruppenmitglieder nur äußerst selten vor; Vergewaltigungen waren ihnen keine bekannt.“
    https://www.erzbistum-koeln.de/export/sites/ebkportal/thema/praevention/.content/.galleries/downloads/Handreichung_praevention_DICV.pdf

    „Ich tue nicht mehr für mein Aussehen als der durchschnittliche Mann, und ich stelle meinen Körper nicht stärker zur Schau als der durchschnittliche Mann.“

    Sobald Du auch nur eine spezielle Gesichtspflege benutzt, tust Du schon mehr für Dein Aussehen als der durchschnittliche Mann.^^ Und Dein Körper wird im Regelfall weitaus stärker bewertet als der eines Mannes, egal was Du trägst, ob Du willst oder nicht.

    „Geht nicht mehr als einmal im Vierteljahr zum Friseur.“

    Der durchschnittliche Mann geht m.M.n. (solang er Haare hat freilich^^) häufiger zum Friseur als die durchschnittliche Frau – weil er das muss um seinen attraktiven Kurzhaarschnitt beizubehalten. Besonders attraktive Frauen hingegen gehen mitunter beinah nie hin, weil ihnen jeder Zentimeter ihrer Mähne lieb und teuer ist (es gibt aber beide Ausprägungen sowie Alles dazwischen).

    „Dass Frauen dazu gebracht werden, Schuhe zu tragen, die des anatomischen Baus des Menschen spotten, ist ein haarsträubender Missstand, gegen den sich schon lange eine Bewegung aus Ergonomen, Ärzten und bewegungsbewussten Frauen hätte formieren müssen.“

    Oh, da hab ich was Feines:

    „Anlass der Studie über die Vorteile hoher Absätze war übrigens nicht weibliche Intuition sondern eine spekulative These in einem medizinischen Magazin. „Gibt es einen Zusammenhang von hochhackigen Schuhen und Schizophrenie?“, lautete die Überschrift des Textes, über dessen Inhalt Cerruto sich zunächst wunderte und nach einigen Recherchen regelrecht ärgerte. Sie könne die These von angeblich Schizophrenie auslösenden Stöckelschuhen weder bestätigen noch widerlegen. Aber man solle solche „bizarren medizinischen Theorien“ nicht publizieren, schreibt die Urologin, ohne dass sie von anderen Wissenschaftlern zumindest eingeschätzt würden, ansonsten könnten sie missverstanden werden.

    Cerrutos These besser trainierter Beckenbodenmuskeln dank hoher Absätze ist auf jeden Fall unmissverständlich. Wer auf hohen Ansätzen stöckelt, tut etwas für das Wohlergehen des Beckenbodens, erklärt die Forscherin. „Wir hoffen, nun beweisen zu können, dass das ganztägige Tragen von High Heels spezielle Übungen für den Beckenboden ersetzen kann“, sagte Cerruto der britischen Zeitung „The Telegraph“. Stöckelschuhe könnten Schmerzen mindern und die Gesundheit insgesamt verbessern.

    Ein intakter Beckenboden ist jedoch nicht nur zum kontrollierten Wasserlassen vonnöten, Ärzte empfehlen Frauen das Beckenbodentraining auch, um ihr Sexualleben zu verbessern. Vor und nach einer Geburt sollten Frauen täglich fünf Mal Übungen absolvieren, rät der britische National Health Service. Statt sich auf der Matte zu mühen, könnten die Betroffenen nun auch einfach in Stöckelschuhe steigen, legt der „The Telegraph“ nahe – aber so weit geht die italienische Forscherin nicht, die lieber nur von „potentiellen gesundheitlichen Effekten“ spricht.“

    https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Hilfreicher-Muskeltraining.110728.0.html

    Ich halte es übrigens für wahrscheinlich, dass die Mode nach dieser mehrere Jahrzehnte währenden Unisex-/Jeans-Phase zu verstärkter Effemierung tendieren könnte. Es ist auch schon ein paar Jahrhunderte her, dass „die wichtigsten“ Männer an der Spitze sich schminkten, auf hohen Hacken umherstöckelten oder auch durch Kleidung ihre Geschlechtsmerkmale/-Vorzüge betonten, vielleicht erwartet uns ja sowas. Fraglich ist halt, wie genau sich der Übergang vollziehen sollte nach so einer langen Periode der Ent-Aristokratisierung.

    • Sobald Du auch nur eine spezielle Gesichtspflege benutzt, tust Du schon mehr für Dein Aussehen als der durchschnittliche Mann.^^
      Hier muss ich dir leider widersprechen, der „durchschnittliche Mann benutzt durchaus eine spezielle Gesichtspflege, der Name ist „Bier“.

      Ok, aber jetzt mal ganz im Ernst (Ernst ist heute 18 Jahre alt):

      „Und Dein Körper wird im Regelfall weitaus stärker bewertet als der eines Mannes, egal was Du trägst, ob Du willst oder nicht.“
      Völliger Unsinn, du unterliegst hier einer feministischen Massensuggestion, der Körper von Männern wird mindestens genauso stark bewertet, wenn nicht noch stärker, z.B. nach den Kriterien:
      Körpergröße, Statur, Körperkraft, Schnelligkeit, Geschmeidigkeit, Durchhaltefàhigkeit, Gang („Flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl sollen die deutschen usw.“, schonmal gehört?), kurz Wehr- und Arbeitsfähgkeit genannt, sowie Penisgröße, Erektionsfähigkeit, Länge der Finger-und Zehennägel sind nur die geläufigsten.
      Viele der Kriterien werden auch oder hauptsàchlich von Frauen angewandt.

  19. „Sie müssen einfordern, dass berufliche Dresscodes symmetrisiert werden und auch für Frauen eine stilvolle, aber nicht körperbetonte Businesskleidung zur Verfügung steht. Der #MeToo-Diskurs muss zu einem #OhneMich-Diskurs weiterentwickelt werden, der die Botschaft verkündet und verbreitet: „Ich mache dieses Spiel nicht mehr mit. Ich tue nicht mehr für mein Aussehen als der durchschnittliche Mann, und ich stelle meinen Körper nicht stärker zur Schau als der durchschnittliche Mann.““

    Was für eine stärkere Symmetrie gibt es denn in der formalen Businesswelt als den Abzug für ihn und den Hosenanzug für sie?

    Ich muss mich doch sehr wundern…hat diese Frau überhaupt einmal gearbeitet?

    Ich bin heute mit offenen Augen durchs Büro geschlendert. Meine Beobachtung:

    Es gibt die hypergeschminkten, die dezent geschminkten und die gar nicht geschminkten. Ausschnitte habe ich heute keine gesehen. Röcke auch nicht. Damenschuhe mit Absatz? Fehlanzeige! Körperbetonte Hosen? Ja!

    Bei den Herren: Alle ungeschminkt. Okay. Aber sonst: Alles dabei! Vom sportlich figurbetonten Polo Shirt über enge Hemden, bis hin zu labbrigen T-Shirts, Pullovern, Hoodys und Fleecejacken. Es gibt die, die viel in Styling investieren (Haare etc.) und diejenigen die nichts investieren.

    In welcher Lebensrealität lebt die Autorin?

    Meine ist es nicht. Sorry, aber zumindest in Deutschland nimmt sich der durchschnittliche Mann und die durchschnittliche Frau nichts was Kleidung angeht. Die Grenze läuft nicht zwischen den Geschlechtern, sondern zwischen denen die gut aussehen und denen die das nicht tun. Guckt euch doch mal um!

    Was für ein Nonsens mittlerweile in einem „Qualitätsmedium“ publiziert wird. Wahnsinn. Intellektueller Verfall hat einen Namen. Feminismus.

    • „Ich bin heute mit offenen Augen durchs Büro geschlendert. “
      Vorsicht, damit wandelst du bereits in einer möglicherweise justiziablen rechtlichen Grauzone!

  20. Bin noch auf Arbeit habe es nur überflogen, wurde schon über den Aspekt diskutiert, welchen autoerotischen Aspekt die weibliche Kleidung, die im Grunde sexualisierte Kleidung ist für Frauen hat.

    Peter Martin schrieb dazu in einer Arbeit (habe leider kein link)

    To say, ‚it was the fashion‘, is really no explanation at all. Any particular woman would have given that as a reason, but that does not explain why it was the fashion, or why women were prepared to follow a fashion….

    Generally speaking, women’s fashions satisfy the unconscious motives of women themselves, —

    So many aspects of women’s fashions have been obviously unattractive to men but that has not prevented women following them if they satisfied their unconscious desires.

  21. „So many aspects of women’s fashions have been obviously unattractive to men but that has not prevented women following them if they satisfied their unconscious desires.“

    Da mag was dran sein. Ich hatte ja von einer Ex-Kollegin geschrieben, die sich mit Kajal die Wimpern in einer Weise nachzeichnete, dass ihr ohnehin spitzes und unvorteilhaftes Gesicht etwas frettchenartiges verlieh.
    Grundsätzlich, denke ich, dass Mode und Kosmetik bei Frauen sehr wohl auf Männer wirken soll.
    Manche haben nur leider ein sehr merkwürdiges Eigenbild und hauen massiv daneben.
    Ist Gotseidank nur selten – und fällt dann besonders auf.

  22. Pingback: Vom Standort zum ständigen Standard (Teil 2) //1706 | breakpoint

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