„Ein schlechtes Date – Der Typ weigerte sich, mir zu sagen, ob er einen Job hat“ (Ressourcen und Status als Partnerwahlkriterien bei Frauen vs. Anzeichen dafür, dass jemand ein sehr negatives Bild von Frauen hat)

Arne berichtete über ein Youtube Video, in dem ein Mann darstellt, wie Frauen in einem bestimmten Reddit Forum auf einen Text von ihm reagiert haben, in dem er sich als Frau ausgibt, der ein Mann auf einem Date nicht erzählen will, was er beruflich macht.

Der Text, der dort eingestellt worden ist:

Bad date – guy refused to tell me if he had a job

I  don’t even know what to make of this!

I just got back from a date, met on Bumble, had talked to him for a few weeks, he seemed nice enough and everything was going fine until I asked what he did for a living. I’d been talking about my job so it seemed polite to ask him about his work.

He told me he has a policy of not talking about his work when getting to know a woman.

Ummm ok???

I asked him why and he was super evasive about it. I began to wonder if he even had a job or if I was going to be left paying for our entire meal!

I pushed him on it, he was uncomfortable but I felt like I needed to get to the bottom of this ‚policy‘ he has. Turns out he has all these paranoid men’s rights beliefs about women dating men for their money blah blah blah.

Basically calling me a gold digger to my face.

Sorry, I didn’t realize it was rude of me to want to know about you and your life, I thought that’s what the point of a date was!!

I think I’m only going to swipe on men that have their occupation listed in their profile from now on.

Arne schreibt:

 Daraufhin wurden die Kommentare zu diesem Posting ausgewertet. Wenig überraschend: Die allermeisten Kommentare gegenüber diesem Mann waren vernichtend. Eine Frau, die die männliche Perspektive ins Feld führte, wurde so lange unter schweren Beschuss genommen, bis ihre Wortmeldung vom Moderationsteam des Forums entfernt wurde. Die vernünftigsten Kommentare ernteten am meisten Ablehnung durch Downvoting.

Ich muss sagen, dass ich den imaginären Typen aus dem Beitrag auch nicht sehr positiv sehe. Immerhin ist der Job ja schon kein ganz unwichtiger Faktor und ich würde eine Frau auch fragen, was sie macht und es etwas komisch finden, wenn sie nichts sagt.
Etwas anderes wäre es, wenn er es spielerisch nicht gesagt hätte, etwa unter Angabe eines offensichtlich falschen Jobs (Geheimagent oder etwas in der Art) und so etwas gesagt hätte wie „ich verrate meinen Job nie vor dem dritten Date, aber ich gebe dir drei  (vollkommen unbrauchbare) Tipps“ oder etwas in der Art.  Irgendetwas mit Charme statt die Beherrschung zu verlieren. Etwas, was es spielerisch wirken lässt und neugierig macht statt Verbitterung auszudrücken. Oder wenn er, wenn er tatsächlich einen so gut bezahlten Job hat, sie das aber nicht wissen soll, es eben etwas verschleiert (Sagen wir er hat ein Unternehmen und er sagt „Schreibtischjob in einer Firma, hauptsächlich BWL-Kram“)

Aber es zu verweigern und ihr vorzuwerfen, dass Frauen Männer nur wegen des Geldes daten deutet eben darauf hin, dass er als Mann eine sehr negative Sicht auf Frauen hat und in der Hinsicht fast etwas verbittert ist oder meint er sei sonst der Liebe nicht wert.

Ich würde auch eine Frau komisch finden, die ihre dicke Winterjacke in der Bar anbehält mit der Angabe, dass sie Männern ihren Körper nicht zeigt und dann, wenn man das merkwürdig findet, einem Vorhalt, dass alle Männer ja nur auf Sex aus sind und sie sonst nichts interessiert. Ich würde auch vermuten, dass sie insgesamt kein gutes Verhältnis zu Männern oder Sex hat.

Macht es die Aussage falsch, dass Männer Schönheit natürlich als wichtigen Faktor in ihre Partnerwahl einbeziehen? Natürlich nicht. Aber die Annahme, dass es der einzige Faktor ist und der Mensch nicht zählt spricht gegen die Person.

Beim ersten Überfliegen scheinen mir die Kommentare unter dem Artikel jetzt auch nicht so merkwürdig zu sein. Aber natürlich habe ich nicht alle gelesen und auch das Video nicht ganz gesehen.  Er bespricht, nach dem, was ich gesehen habe, einen Kommentar, der sagt, dass es eigentlich ganz gut, ist, wenn Männer früh sagen was sie denken und da würde ich ihr in dem Fall durchaus zustimmen. Warum sollte man mit einem Mann zusammen sein, der nur denkt, dass Frauen ihn ausbeuten wollen?

Wohlgemerkt: Natürlich sollte man durchaus auf Zeichen achten, ob der andere einen ausbeuten will, aber das ist etwas anderes als die Frau auf dem Date einen Golddigger zu nennen, weil sie fragt, welchen Job man hat.

Hätte mir eine Freundin die Geschichte erzählt, dann wäre ich vollauf bereit gewesen über ihn zu lästern, einfach weil es Creepy ist, und das selbst dann wenn wir uns einig wären, dass Frauen Status und Ressourcen natürlich (unterbewußt) in ihrer Bewertung der Partnerwertes eines potentiellen Kandidaten einbeziehen.

vgl.

40 Gedanken zu “„Ein schlechtes Date – Der Typ weigerte sich, mir zu sagen, ob er einen Job hat“ (Ressourcen und Status als Partnerwahlkriterien bei Frauen vs. Anzeichen dafür, dass jemand ein sehr negatives Bild von Frauen hat)

  1. Das ist nicht ein „bestimmtes“ Reddit-Forum, sondern ein feministisches.
    No means No, Rollenzwänge aufbrechen, jede(r) soll frei sein, und so weiter.

    In dem Kontext finde ich am Interessantesten, mit welchen Kommentaren die Feministinnen <i<überhaupt nicht einvertanden waren.

    Aus den Worst Ten:

    so he established a
    boundary up front and you ignored it.
    he expressed that you were making him
    uncomfortable and you still ignored his
    boundaries
    hon i’ve got some news for
    you you were the bad date for him not
    the other way around

    Eine Antwort:

    glad i’m not the only one thinking that
    him being evasive struck me as a little
    odd but trying to coerce him into
    talking about it was pretty hostile or
    rude at the very least

    Die aller-, allermeiste Ablehnung bekam dieser Kommentar

    I don’t know i think this is the case of
    poor communication.
    The man didn’t want
    to be dated for his job the woman
    decided not to date him because she
    couldn’t confirm his job
    he’ll probably feel like he’s dodged a bullet as it
    will confirm his belief that she wasn’t
    dating him for his personality it’s a
    shame they didn’t get past this issue
    together by talking

    Dass Christian eher bereit ist, über den Loser mit der schlechten Pickup-Technik zu lästern, als über die Xanthippe, die zur Überreaktion neigt, weil,irgendein nebensächliches Detail am Gegenüber irgendwie seltsam ist, überrascht nicht wirklich.

    • „nicht ein „bestimmtes“ Reddit-Forum, sondern ein feministisches.
      No means No, Rollenzwänge aufbrechen, jede(r) soll frei sein, und so weiter.“

      Den einzigen wirklichen Standard, den Feministinnen haben, ist der Doppelstandard.

        • Wenn das bei einem Date passiert, dann weiß man wenigstens, worauf der Abend hinausläuft:
          Sie unterstellt allen Männern, dass sie nur Sex wollen.
          Sie ist zum Date erschienen…

        • Das ist beides keine gute Grundlage für eine Partnerschaft, aber das hier ist auch nur eine fiktive Geschichte. Würde das fiktive Date von der fiktiven Frau wissen wollen mit wie vielen Männern die Frau schon Sex hatte, dann würde die Meinung im Forum komplett anders ausfallen, wenn sie das nicht sagen wollte.
          Von diesem Doppelstandard kann man hier getrost ausgehen und meiner Meinung nach geht es auch darum in diesem Experiment.

          • Ist auch keine Frage für das erste Date. Aber selbst da wäre ein eisernes Schweigen und der quasi Vorwurf, dass man eher von diesen Männern sei, die auf Jungfrauen bestehen, weil sie alle anderen Frauen für Schlampen halten, sicherlich etwas, was ich als deutliches minus sehen würde.

            Auch da könnte man ausweichend charmant antworten, etwa mit „ich hatte Männer vor dir, ich würde sagen eine relativ normale Zahl, aber für Einzelheiten meines sexlebens ist es mir etwas zu früh, dazu muss ich jetzt
            Leute etwas besser kennen, ich bin ja ein anständiges Mädchen *unschuldiges Augenklimpern*“

          • Auch da könnte man ausweichend charmant antworten, etwa mit „ich hatte Männer vor dir, ich würde sagen eine relativ normale Zahl, aber für Einzelheiten meines sexlebens ist es mir etwas zu früh, dazu muss ich jetzt
            Leute etwas besser kennen, ich bin ja ein anständiges Mädchen *unschuldiges Augenklimpern*“

            Aber das wäre nicht die Antwort in diesen Experiment, sondern ein „Das geht dich gar nichts an!“. Dabei sagt auch die Anzahl der Sexualpartner und Beziehungen etwas über die Person aus. Junge Frauen haben viele Optionen und wenn sie häufig die Partner wechseln, dann sind sie nicht bereit an den Beziehungen zu arbeiten oder einfach schnell gelangweilt. Eine ältere Frau die schon 5x verheiratet war, wäre ebenso eine Red Flag. In so eine Frau weitere Zeit zu investieren, ist für Männer die an etwas längerem Interessiert sind, dann ein hohes Risiko, das diese investierte Zeit umsonst ist.
            Glaubst du dass das in diesem Forum auf Verständnis gestoßen wäre?
            Die haben dort die nicht-konformen Antworten gelöscht, weil solche Antworten nicht existieren dürfen.

    • Verkennt meiner Meinung nach, dass er sie als Golddigger bezeichnet hat. Und natürlich kann sie es merkwürdig finden, wenn er so gar nichts dazu sagt. Es spricht aus meiner Sicht eindeutig gegen ihn.
      Natürlich muss er ihr nichts sagen. Aber er muss sie auch nicht beleidigen.

      Ich kann jede Frau verstehen, die das für ein schlechtes Zeichen hält, so wie es geschildert wurde.

      Da fehlt wirklich jeder Charme auf seiner Seite.
      Ich glaube sogar mein oben dargelegtes Beispiel mit der Frau hätte noch wesentlich schlechter abgeschnitten

      Das ist auch auf meiner Sicht kein unwesentliches Element. Unser Beruf sagt viel über uns aus. Und es ist nicht nur der Beruf, es ist insbesondere der aggressive Vorwurf, dass sie dann wohl nur auf Geld aus ist. Als ob der Beruf nicht auch viele andere Aspekte hat.

      Was sind denn dann Nebenaspekte der Frau? „Der hat einfach gefragt, ob ich Kinder habe und fand es merkwürdig, dass ich nicht antworte und ihn als Kinderfeind beschimpft habe weil er das wissen wollte!“?

      • „Basically calling me a gold digger to my face.“

        Die Übersetzung davon ist: „Er hat es nicht gesagt, aber ich hab sein Verhalten so interpretiert“

        Kein Wunder, dass du ihn negativ bewertest, du glaubst ihrer Unterstellung.

        Ok

        • Wir reden über einen ausgedachten Sachverhalt. Selbst wenn unklar bleiben soll ob er das konkrete Wort gesagt hat, hat er ja zumindest einen Vorwurf in diese Richtung gemacht.

          Aus meiner Sicht hoch problematisch.

          Aber mal ehrlich: für die hier anwesenden Männer spielt der Beruf bei der Suche nach etwas langfristigen keine Rolle und würde euch nicht interessieren? Ich finde das durchaus wichtig. Ich möchte eine Partnerin mit einer vernünftigen Ausbildung, vorzugsweise einem Studium, und einen vernünftigen Job. Jemand, der auf eigenen Beinen steht oder stehen wird.

          • „Aber mal ehrlich:“

            Lass mal schaun, was meine Vergangenheit so hergibt:

            – Lehramt mit hoher Wahscheinlichkeit von Abbruch
            – Sekretärin
            – planlos, später mal Buchhändlerin
            – bei einer Zeitarbeitsfirma
            – Freelance Journalistin

            Auf den Beruf der Frau Wert zu legen, ist erklärtes Zeichen von Upper Class, die moderne Form von „aus gutem Hause“
            Für die meisten Männer nach wie vor nebensächlich.

            Aber das geht weiter am Wesentlichen vorbei.
            Stell dir vor, du bist auf einem Date mit einer reizenden Frau, alles läuft prima, bis sie auf eine Frage von dir reagiert: „Mit diesem Thema habe ich schlechte Erfahrungen beim ersten Date gemacht, darüber möchte ich nicht reden“
            Dann würdest du wirklich so eskalieren wie die fiktive Frau oben und du wärst wirklich davon überzeugt, dass das Date ausschließlich an dem unmöglichen Verhalten deines Gegenübers gescheitert ist?
            Wirklich?

            Du würdest es nicht für besser halten, im Sinne von „Jeder darf seine Macken haben und es gibt noch genug anderes zu erforschen“ das Date NICHT abzubrechen?
            Oder glaubst du, dass man von Frauen so viel Reife nicht erwarten kann, weswegen ein echter Mann dem Rechnung trägt und ihre Inkompetenz besser mit Charme abpuffert?

            Wohlgemerkt, Ausgangspunkt ist die Geschichte von einem Mann, der die Frau NICHT beleidigt, sondern sich lediglich weigert, über ein Thema zu reden, sowie von einer Frau, die einen inneren Film laufen hat und daher überreagiert.
            Plus die Bewertung anderer Frauen, die nur ihre Fassung kennen.

          • „hat er ja zumindest einen Vorwurf in diese Richtung gemacht.“

            Nein, hat er nicht.
            Er hat – erst nach langem, zickigem Rumnörgeln von ihr – zum Ausdruck gebracht, dass er einer Beziehung mehr trauen würde, in der „Geld“ nicht von Anfang an eine wichtige Rolle spielt.
            Früher hat man das verstanden und eine Komödie namens „Wie angelt man sich einen Millionär“ draus gemacht. Und alle, inklusive Frauen, konnten drüber lachen und nicken, „Ja, ein bißchen stimmt das schon.“
            Heute gibt es ein komplettes Frauenforum, das bereit ist, einen Mann zu lynchen der Hypergamie in seinem Verhalten berücksichtigt.
            Das ist 1:1 die gleiche Empörung, die Männern entgegenschlägt, die nach Tonnen von Falschbeschuldigungen im Rahmen von #metoo im Umgang mit Frauen vorsichtiger geworden sind.

            Aus Sicht von Feministinnen ist es eine Beleidigung, wenn ein Mann glaubt, es gäbe Frauen, die nicht nur lautere Motive haben. Jeder Mann ist verpflichtet, ALLE Frauen so zu behandeln, als scheine ihr die Sonne aus dem Hintern.

          • „Hypergamie“. Ich würde mir das auch erst einmal die Frage stellen, wer er den meint, dass er ist. Ist er der Prinz von zamunda? Ist er in den 1%? Ab welchen gehaltsunterschied öffnen sich seiner Meinung nach die Beine der Frau automatisch? Wie oft ist er schon auf Golddigger reingefallen, dass er solche Spiele machen muss? Kann er Frauen so schlecht verstehen und hat er so häufig außer Geld für die Frau keinen Wert gehabt? Oder ist sein Selbstvertrauen so gering, dass er meint jede Frau würde ihn für einen Mann mit Geld verlassen?

            Aber schildere doch mal ein Gespräch, bei den er Hypergamie erklärt und warum das in der konkreten Date Situation ein Grund ist seinen Beruf zu verschweigen, das ihn nicht wie ein creep wirken lässt.

          • „Aus Sicht von Feministinnen ist es eine Beleidigung, wenn ein Mann glaubt, es gäbe Frauen, die nicht nur lautere Motive haben“

            Ich dachte es ist eher Date Etikette der anderen Seite keine unlauteren Motive zu unterstellen.

          • „Dann würdest du wirklich so eskalieren wie die fiktive Frau oben“

            Eben, in diesem fiktiven Daten will der Mann zuerst nur nicht sagen was er gerufsmäßig macht. Sie bohrt dann aber verbissen nach und unterstellt eine Agenda. Er sagt ihr nicht auf ihre Frage hin gleich das er sie für einen Golddigger hält und auch das er irgendwelche angeblich männerrechtlichen Positionen vertritt, ist allein ihre Interpretation von dem was er gesagt hat. Und in einem feministischen Forum kann man davon ausgehen, das alles was denen nicht gefällt schnell zu einer männerrechtlichen Position erklärt wird.

          • PS. Natürlich hast du recht damit, dass ein Mann mit Pickup-Übung die Situation einfach hätte entschärfen können. Etwas agree and amplify, etwas Necken und so weiter, hätten die fiktive Frau leicht in eine Situation bringen können, dass sie sich selbst damit unwohl fühlt, auf dem Thema rumzureiten.

            Aber, ehrlich gesagt, finde ich diesen Aspekt ausgesprochen uninteressant. „Selbst mit der fiesesten Frau kann man noch erfolgreich flirten“ ist keine Erkenntnis, die mein Leben in irgendeiner Form bereichert.

          • Man könnte sagen, dass seine Version gerade Gold Digger anlockt:

            Entweder er ist arm oder reich. Sonst hat er wenig zu befürchten und braucht die Strategie nicht. Frauen, die keine Golddigger sind finden ihn creepy. Bleiben also die, die auf reich setzen und ihn vorspielen interessiert zu sein

          • „Frauen, die keine Golddigger sind finden ihn creepy“

            Es ist für „normale“ Frauen creepy zu sagen: „Ich möchte nicht über Job reden“?

            Meine Herren, was bin ich froh, nicht mehr auf dem Markt zu sein. Sind Frauen echt so schlimm?

          • „Ich dachte es ist eher Date Etikette der anderen Seite keine unlauteren Motive zu unterstellen.“

            Erzähl das den Frauen, die das erste Date lieber an einem belebten Ort haben als fernab der Zivilisation in einem dunklen Wald.

            Es ist Date-Etikette, auf dem ersten Date NICHT auf Themen zu beharren, die einem von beiden – warum auch immer – unangenehm sind.

          • Solange man plausible deniability wahrt ist es ja okay. Also „ich kenne das ein tolles Café, wollen wir uns da treffen?“ Statt „ich brauche Leute um mich herum, weil ich befürchte, dass du mich vergewaltigst, wenn ich mit dir alleine bin“. Bei letzterem würde ich, en es ernst aus Grund vorgebracht wird, das Date absagen

          • „Es ist Date-Etikette, auf dem ersten Date NICHT auf Themen zu beharren, die einem von beiden – warum auch immer – unangenehm sind“

            Klar, sie hätte auch einfach sagen können: „ach das fällt mir gerade ein, ich habe einen Termin vergessen, ich muss leider los“

          • „Ist er der Prinz von zamunda? “

            Du verlierst grad die Bodenhaftung.

            Was spielt es für eine Rolle, welcher Art die schlechten Erfahrungen sind, die der fiktive Mann mit dem Thema gemacht hat?

            Und was ist eigentlich deine Position? Ich kann mir da bisher keinen Reim draus machen. Ist es:

            – Männer sollen sich nicht so anstellen
            – Natürlich hat eine Frau ein verbrieftes Recht, auf dem ersten Date ausführlich über seine Einkommenssituation unterrichtet zu werden
            – Ich hasse Männer, die nicht richtig flirten können
            ?

            Wieso reitest du so darauf rum, wie schlecht er drauf ist, obwohl du nur ihre, ideologisch aufgeladene, Erzählung davon hast?

            Meine Position ist:
            – Jeder hat das Recht, beim ersten Date Themen zu haben, die für ihn heikel sind.
            – Vernünftige Menschen akzeptieren das und wissen, damit umzugehen.
            – Die fiktive Ich-Erzählerin ist in diesem Sinne kein vernünftiger Mensch.
            – Feministinnen finden – den Kommentaren nach zu schließen – einstimmig alle Männer scheiße, die nicht so sind/sich nicht so verhalten, wie frau sich das vorstellt.
            – Punkt 1 und 2 gelten auch dann, wenn derjenige nicht sehr geschickt darin ist, sein Unbehagen auszudrücken

            Was daran ist widerlegbar oder Fehlinterpretation?

          • „Was spielt es für eine Rolle, welcher Art die schlechten Erfahrungen sind, die der fiktive Mann mit dem Thema gemacht hat?“

            Es spielt eine erhebliche Rolle. Wenn er diverse „Traumata“ mit dich herum trägt, aufgrund derer er misstrauisch gegenüber Frauen geworden ist, muss man sich überlegen wie tief die sitzen und ob sich die Arbeit lohnt ihn wieder davon weg zu bringen

          • „Solange man plausible deniability wahrt ist es ja okay“

            Das bestätigt meine Vermutung: Dir geht es um die Form, nicht um die Dynamik/die Einstellungen dahinter.

            Das ist auf einem Blog, der mit Pickup als Schwerpunkt-Thema gestartet ist, völlig legitim.

            Interessiert mich aber nicht weiter.

          • „Jeder Mensch hat unbewusste Vorstellungen, die man bei einer gewissen sozialen Kompetenz nicht anspricht. “

            Da stellt sich mir die Frage, warum du ausschließlich seine Person kritisierst, an ihr aber nicht viel auszusetzen hast.

            Sie ist es, die diese deine Regel verletzt.

          • Christian, ich kann verstehen, dass *wenn* das Date *objektiv* so stattgefunden hätte, wie von ihr beschrieben, dass Du mit dem Verhalten des Mannes ein Problem hättest.

            Kannst Du verstehen, warum andere Menschen ein Problem damit haben, zu glauben, dass die Datebeschreibung *objektiv* sei? Frei von Unterstellungen und Missverständnissen?

            Aus dem Artikel:

            >> He told me he has a policy of not talking about his work when getting to know a woman.
            — Kann ich verstehen, weil generell Arbeit nicht das spannendste Thema bei einem Date sein muss. Klar, man kann da super viele Informationen reinbringen und raushören, aber da braucht man nicht unbedingt die eigene Arbeit dafür.

            >> Ummm ok???
            — Unverständnis für Grenzen seh ich hierbei ebenso wie andere.

            >> I asked him why and he was super evasive about it. I began to wonder if he even had a job or if I was going to be left paying for our entire meal!
            — Nice craft: Die Annahmen, dass a) Frauen davon ausgehen, dass Männer selbst verständlich zahlen sowie b) dass Männer davon ausgehen, dass Frauen a) glauben. Props! Ich möchte dennoch das Augenmerk darauf lenken, dass in all den Beschreibungen nicht einmal eine Äußerung des Mannes wirklich zu lesen ist. Das heißt, dass der gesamte Artikel **DIE LESER** mit **DEREN EIGENEN** Annahmen konfrontiert. Sieht man auch hier in den Kommentaren gut, finde ich.

            >> I pushed him on it, he was uncomfortable but I felt like I needed to get to the bottom of this ‚policy‘ he has. Turns out he has all these paranoid men’s rights beliefs about women dating men for their money blah blah blah.
            Wie war das im PU mit „eliciting values“? Sie will unbedingt wissen, welchen Job er hat. Er möchte nicht darüber reden. Sie ignoriert das. Recht objektiv betrachtet haben sich da einfach zwei gefunden, deren (fiktive) Werte (d.h. die Antworten auf „Was bedeutet Dir das Themenfeld ‚Arbeit‘ bzw. ‚Grenzen‘.“) nicht zueinander passen.

          • @ Christian: Yupp! Ich habe kein Problem Geld zu verdienen und Support zu leisten, wenn ich eine Gegenleistung bekomme, die ich will und nicht Frau Schwarzer. habe meiner Frau vor einem Monat ein Ferienhaus gekauft (nicht zum angeben, sondern Vorsorge). Ich will meine Frau auch absichern dafür dass sie Erziehungsarbeit leistet und suuuuzper lecker kocht. muss jeder für sich entscheiden, aber genau das will ja der drecks feminismus n7cht. Jedenfalls nehme ich es so wahr. Wenn eine Frau aber beim Date nicht antworten wollen würde , hätte ich keine Probleme damit.

          • @ Christian
            Klares Ja, von meiner Seite aus. Habe keine Probleme das Frauen mich abchecken. Ich will nur ne Gegenleistung, die ich will und nicht ne ffF. Es soll halt fair bleiben, das ist mir wichtig. Und zwar für beide Seiten.

      • Warum muss man denn auf so etwas charmant reagieren.
        Wenn ich dich morgen sehe und sage, gib mir deine Brieftasche oder kauf mir xyz, musst du dann auch charmant reagieren.
        Finde bei einem solchen Verhalten hat man keinen Anspruch auf Charme ,die Frau sollte eine gewisse Scham spüren.
        Ich habe früher in diesen Fällen immer die weiblichen Ansprüche bedient und behauptete Anwalt zu sein oder die Firma meines Vaters zu besitzen.
        Heute würde ich es ähnlich machen. Meine echte Ausbildung ( Psychologe) würde ich verschweigen.

  2. Warum wird die eigentlich als so angejuckt dargestellt, nur weil sie in dem Case keine Antwort darauf erhält, was für Frauen seit Jahrtausenden relevant ist: Kann der Mann mir Wohlstand und Sicherheit besorgen?
    Früher haben Eltern sogar ihren Töchtern Mitgift mitgegeben, damit die von einem Versorger und Beschützer genommen und durchgebracht wurden.

    Nun stellt sich die Frage, was (wenn es keine Mitgift gibt) die Frau heutzutage im Gegenzug in eine solche Beziehung einbringt. Traditionell bot sie dem Mann neben Triebabfuhr die Hoffnung auf seine Reproduktion, auf Nachwuchs, der ihm vielleicht sogar mal hilft, wenn er selbst alt und schwach geworden ist.

    Also müsste er doch auf ihre Frage („Bist du reich und stark genug, um mich durchzufüttern und zu beschützen“) mit der Frage antworten: „Bist du willens, mit mir Kinder zu haben und zu garantieren, dass diese Kinder dann auch gleichermaßen meine sind, selbst nach einer Trennung?“
    Und dann natürlich das übliche Gebalze:
    Sie: „Hast du genügend Muskeln und ein Sixpack, um mich auf Händen zu tragen?“
    Er: „Bläst du auch gut?“

    Schon ist alles klargezogen. Wie würde das wohl in einem Femo-Forum ankommen? Ich denke, da gäbe es ein femistischen Neo-Keuschheits-Aufschrei.
    Denn es ist üblich, dass Frauen gemäß ihrer Interessen einen potenziellen Partner abfühlen, wenn das aber Männern andersrum machen, sofort Sexismus, Sklaverei und Unterdrückung gesehen werden.

  3. Von Anfang an bin ich gegenüber dem Erfinder der Geschichte zweigespalten, denn auf einer Lüge aufbauend fiktive Kommunikation zu betreiben, die dann in reale münden soll, finde ich nicht männlich.
    Ganz ohne Zweifel kann sowaswitzig, unterhaltsam und erhellend sein, aber man sollte es nicht über- oder als Job betreiben (weiß nicht, ob er das so macht).

    Wie dem auch sei: Unrealistisch wird die Frau nicht dargestellt. Sie kann sich auf der gesellschaftskonformen und damit sicheren Seite wähnen, wenn sie beleidigt ist, daß der männliche Datepartner ihr nicht seinen Job verraten möchte. Festbeißen an dieser Sache gegenüber ihm als auch Beklagen des Umstands bei anderen dürfte ihr keine negativen Sozialpunkte geben.

    Ein fiktiver Mann, der so agiert und seinen Job nicht thematisiert haben will, orientiert sich dem Grunde nach an einem anderen Modell: Dem Hausmännermodell. M.E. nach gibt es keine Frauen, die so ein Modell (dauerhaft) leben wollen. Von daher ist der fiktive Mann in der Pflicht, zumindest seine Vorstellung vom Zusammenleben zu präzisieren – will er sich aushalten lassen oder nicht?

    In irgendeiner Art und Weise muß er ansonsten darlegen, wie er seinen Lebensunterhalt in der Beziehung finanzieren will. Sonst kann er sich keinesfalls allein aufgrund ihres Nachhakens darauf berufen, es mit einer Golddiggerin zu tun zu haben.

  4. Der Mann, von dem dieses youtube-Video und der Text stammen heißt Alexander Grace – in red pill und MGTOW-Kreisen schon seit Jahren von seinen früheren Interviews bekannt (in dieser Art heute von „it´s complicated“ weitergeführt). Er ist heute in erster Linie als „Beziehungsratgeber“ unterwegs. Hier ist sein Kanal zu finden: https://www.youtube.com/channel/UCeY3vg1r0KrvuyPOi7T39eA

    Bei dem Text handelt es sich um ein soziales Experiment, d.h. er ist von ihm bewusst so verfasst worden. Er hat sich in die Lage einer Frau versetzt, die sich öffentlich über ein misslungenes Date aufregt und wie man an der Reaktion sehen kann, ist ihm dies gelungen. Er entlarvt damit nicht nur Doppelstandards, sondern auch feminin/feministische Ausreden für schlechtes Verhalten und mangelnde Eigenverantwortung/Mündigkeit.

    In dem oben von Christian verlinkten Video wird der Anlass für das Experiment geschildert: Er hat männliche Klienten mit hohem Einkommen/viel Geld, die ihn um Rat fragen wie sie es vermeiden können, dass sie in erster Linie als „erfolgreich/reich“ wahrgenommen und andere Aspekte ihrer Persönlichkeit ausgeblendet werden.

    Der herrschende Doppelstandard ist, sich über die Wahrnehmung von Frauen als „sex objects“ zu beschweren, aber keinerlei Empathie dafür aufzubringen, wenn Männer sich in ihrer Rolle als „success objects“ ebenso unwohl fühlen. Was in zweierlei Hinsicht zutrifft; erstens, wenn man diesen Erfolg aufweisen kann oder zweitens eben nicht – unabhängig vom Ausgang wird ein Mann daran gemessen. Man braucht sich keine Illusionen darüber zu machen, im ersteren Fall ist ein Mann auf dem Beziehungsmarkt mehr Wert.

    Der zweite (moralische) Doppelstandard ist, bei Frauen ist „No means No!“ ein Imperativ, d.h. offen gezeigte Grenzen sind zu respektieren. Bei Männern hingegen ist das a. Verhandlungssache (wie bei vielen anderen Themen auch: „Scham“ hat für Männer kein Thema zu sein). Und b. hat die Frau das Recht, diese Grenzen zu übertreten, ohne sich zu fragen, ob sie es im umgekehrten Fall nicht als hochgradig „offensive“ empfinden würde.

    Er ist er auf den Kniff gekommen, für das (feministische) Forum eine Ausrede für dieses Verhalten gleich mitzuliefern, in dem er es quasi erstens „framed“ und zweitens „othert“: „Turns out he has all these paranoid men’s rights beliefs about women“.
    Aus der Reaktion des Forums ist abzulesen, wenn es sich eigentlich um „paranoid men’s rights beliefs“ handelt, dann ist für die Mehrheit ein Mangel an Empathie und die Respektlosigkeit gegenüber Grenzen von Männern ein akzeptables Verhalten.

    Einige Frauen haben sich davon nicht beirren lassen und die Doppelstandards in ihren Kommentaren klar benannt – es waren die Kommentare mit den negativsten Bewertungen.
    Das wollte also niemand hören.

    Aber weiter: Im Text steht eine Merkwürdigkeit ganz am Anfang: „I just got back from a date, met on Bumble, had talked to him for a few weeks“. Zunächst einmal muss die Frau bei Bumble den ersten Schritt machen und nicht der Mann, dann sind dem Date anscheinend Wochen des Austauschs vorausgegangen.

    Nahe liegende Fragen: Wenn der Job des Mannes eine große Rolle für die Frau spielt, warum war er vor dem Treffen und bei ihrer Auswahl seines Profils kein Thema?
    Wieso hat sie ihn nicht vor dem konkreten Date gefragt?

    Gesetzt, sie hätte bereits vorab die identische Antwort bekommen, hätte sie selber entscheiden und vor sich rechtfertigen müssen, ob sie mit der Ungewissheit leben kann und trotzdem zum Date geht oder Grund für eine Absage ist. Nach meiner Meinung ist es legitim, Ausbildung, Berufswahl und Status zu einem Kriterium für die Partnerwahl zu machen – man sollte aber so ehrlich sein, sich das einzugestehen.

    Der Text bietet also eine Ausrede für die eigenen Unterlassungen in Sachen Reflektion dieser Kriterien, der Nachfrage, der Entscheidung und der Eigenverantwortung für diese Entscheidung.
    Im Grunde sagt dieser Text über Frauen: „Ich bin ein unmündiges und unterverantwortliches Hascherl, aber irgendwie hat ein Mann daran Schuld!“
    Schlimm ist, das wird für „empowernden“ Feminismus gehalten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..