Selbermach Mittwoch 165 (30.05.2018)

Was habt ihr die letzte Zeit gemacht um das glorreiche Patriarchat zu fördern?
Von welchen Plänen zur Schädigung des Patriarchats habt ihr erfahren?

Sollten wir so langsam mal auf 30% mehr Lohn gehen?

Antworten und Berichte bitte in den Kommentaren!

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Selbermach Samstag 188 (19.05.2018)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

Royal Wedding: Prinz Harry und Meghan Markle

Heute findet die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle statt und als alter Klatschblog muss hier natürlich wie auch schon bei der Hochzeit des Bruders  und dessen Frau drüber berichtet werden.

Prinz Harry und Meghan Markle Hochzeit

Prinz Harry und Meghan Markle Hochzeit

Prinz Harry ist natürlich als Prinz des englischen Königshauses per se mit Status ausgestattet, er hat aber anders als William, der weit höher in der Thronfolge steht, weil er der ältere Sohn ist, eher eine rebellische Art, vielleicht auch, weil seine Chancen auf den Thron wesentlich geringer sind, und er damit auch weniger auf sein Image achten muss. Er war daher immer auch mal mit Skandalen in der Presse und teilweise als „Party-Prinz“ bekannt.

Wenn einem Skandale vergleichsweise egal sind, dann wird man als Prinz auch gut Party machen können, Attraction ist leicht zu erreichen, wenn man in den Buckingham Palace einladen kann und eine Option auf die Verwirklichung eines Traums vieler Frauen vorhanden ist, nämlich Prinzessin werden.

Wenn man den Gerüchten folgt könnte das Rebellische und der „Playboy Vipe“ von Harry auch daher kommen, dass er eigentlich einen anderen Vater hat als William, was im theoretisch noch mehr Freiheiten geben könnte. Prinzessin Diana hatte bekanntlich eine Affaire mit dem Stallmeister und einige meinen, dass Harry aus dieser Affaire abstammt. Macht deutlich, wie evolutionär günstig es sein könnte, wenn man ein „Kuckuckskind“ produziert und die Kosten von Aufzucht etc an andere abgeben kann. Hier eine Nebeneinanderstellung von Harry und den zwei potentiellen Vätern:

Harry Vater nebeneinander

Harry Vater nebeneinander

Wäre interessant, ob das Königshaus da einen Test hat machen lassen und für den Fall, dass er nicht der eigentliche Königliche Sohn ist entschieden haben, dass für sich zu behalten, weil sie zum einen den Skandal nicht wollten und zum anderen Charles eben auch der soziale Vater ist und ihn als Sohn ansieht (wobei ich durchaus vermuten würde, dass der Test direkt nach der Geburt gemacht worden ist, was auch eine schwierige Lage für Charles wäre, wenn er nicht der Vater ist)

Meghan Markle ist eine Schauspielerin, die insbesondere durch ihre Rolle in der Serie Suits, eine Serie über einen genialen Juristen, der aber nie seinen Abschluss gemacht hat, obwohl er super gut, ist und der dennoch als Rechtsanwalt zugelassen worden ist, weil er – meine ich – Dokumente gefälscht hat. Sie selbst spielt die pfiffige Rechtsanwaltsfachangestellte, die gleichzeitig Love Interest ist.

Ich finde Meghan Markle sehr schön, sie hat eine tolle Ausstrahlung und ich konnte mir Suits auch wegen ihr durchaus anschauen. Insofern kann ich die Wahl von Harry gut nachvollziehen.

Sicherlich werden einige konservative Royalisten die Nase rümpfen: Eine Fernsehschauspielerin, schon einmal verheiratet, in Amerika geboren, und, wenn der Royalist noch einen rassistischen Einschlag hat, mit einer afroamerikanischen Mutter, und  noch schlimmer einem Vater mir irischen (-niederländischen) Wurzeln (war da nicht was mit den Iren? War da schon mal einer auf dem englischen Thron? Vielleicht habe ich nur zu viel Braveheart geschaut)

Auch hier hat Harry wahrscheinlich Glück, dass er nunmehr, da William Kinder hat, nie auf dem Thron sitzen wird und daher den Royalisten nicht so wichtig ist.

Mir persönlich wäre es an seiner Stelle auch egal, solange die beiden sich lieben ist es das wichtigste. Eine Frau mit eigenen Vermögen zu heiraten ist auch nie eine schlechte Wahl und sie ist auch das Medienleben gewohnt.

Interessante Frage wäre noch: Wer hat es was die Einschränkungen im Privatleben betrifft schwerer, ein Hollywoodstar oder eine Prinzessin?

Südländerin, die gute Seele, meint, dass das Prinzessinnenleben schwerer ist, weil eine Hollywoodschauspielerin eben ruhig mal einen Skandal haben kann und weniger in ein Protokoll eingebunden ist, ich vermute es ist zum Teil eher eine Frage der Bekanntheit

Rechts, Links und die Frage wie anstrengend politische Haltungen sind

Sophie Passmann schreibt über die Anstrengungen einer linken politischen Einstellung:

Ich bringe es leider nicht übers Herz, konservativ zu sein. Würde ich das schaffen, wäre mein Leben sehr viel einfacher, denn mir wäre allein schon die Parteimitgliedschaft bei der SPD erspart geblieben und damit auch unendlich viel Kummer im letzten Jahr.  Dabei habe ich in meinem Leben immer wieder ernsthafte Versuche unternommen, konservativ zu werden, allein aus arbeitsökonomischen Gründen. Wer konservativ ist, spart sich nämlich langfristig den anstrengenden Versuch, die Gesellschaft verändern zu wollen

Als Liberaler stehe ich ja irgendwie zwischen diesen beiden Lagern, finde dieses Schwarz-Weiß-Malen aber wenig durchdacht und selbstbeweihräuchernd. Denn Konservative wollen ja durchaus auch die Gesellschaft verändern, sie zB weniger Links und konservativer machen.

Rechts = leicht

Konservative leben den beneidenswerten Geisteszustand der Zufriedenheit. Sie schauen sich um auf dem Schlachtfeld der Postmoderne und denken sich: „Nett hier! Genau so soll das bitte für die nächsten 100 Jahre bleiben!“ Der Kern dieser niedlichen politischen Haltung ist es, die Sachen wirklich prima zu finden, wie sie sind. Veränderungen, die wirklich nicht vermeidbar sind, packen sie watteartig in gemächliche Politik, sodass der Wandel fast gar nicht wehtut.

Nimmt man als Rechts beispielsweise die AFD dann könnten ja die Linken eigentlich ganz erleichtert sein. Sie wollen gar keine Veränderungen, es kann also gar nicht schlimmer werden, es bleibt höchstens so.

Links = anstrengend

Linkssein ist im Gegensatz dazu ein unheimlich anstrengender Geisteszustand, denn man blickt auf die Welt um einen herum mit dem Wissen, dass sich mit der richtigen Politik vieles zum Besseren wandeln könnte. Diese Einsicht ist der erste Schritt ins Verderben, denn spätestens ab dann ist Zufriedenheit eigentlich unmöglich. Die Einsicht, Herr über die eigenen Lebensumstände zu sein, ist eine Arbeitsanweisung, die man als Linker fast nicht ignorieren kann.Diese Rastlosigkeit ist im Kern gut, kann aber schnell zu politischem Burn-out führen, denn am Ende ist es fast egal, wie schnell der Wandel passiert, die Linken wissen, dass er noch schneller ginge. Wie tief die Zerrüttung werden kann, die daraus resultiert, lässt sich im Moment wunderbar bei der SPD ablesen. Keine andere Partei ist in den letzten Jahren so gut darin gewesen, die eigenen politischen Errungenschaften rein aus schlechtem Gewissen komplett zu ignorieren. Was von außen aussieht wie arbeitsame Bescheidenheit, ist in Wahrheit Selbsthass.

Das kann man natürlich leicht umdrehen: Die Linken haben es einfach, sie können ignorieren, was klappt und mit ihrem einfachen Weltbild einfach einen Sündenbock bestimmen, der sich ändern muss, sei es der Kapitalist oder neuerdings der weiße, heterosexuelle Mann. Eine enorm einfache Sicht, in der man nicht mehr nachdenken muss, allenfalls darüber wie man möglichst viel Virtue Signalling betreiben kann. Da sie sich in einem ewigen Kampf wähnen brauchen sie keine Erfolge, der Weg reicht.

Wäre ähnlich schlicht wie die Sicht oben, eben auf ein Klischee linker und bürgerlicher Politik bezogen.

Sozialdemokratischer geht immer

Denn egal wie groß die Steuerentlastung und wie hoch der Mindestlohn ist, der da durchgesetzt wurde, es geht immer noch sozialdemokratischer.

Es geht auch immer noch konservativer.

 

Stellen Sie sich vor, die Union hätte als kleinerer Koalitionspartner ein Kernprojekt wie den Mindestlohn quasi im Alleingang durchgedrückt. Jens Spahn und Andi Scheuer hätten bis heute einen Tennisarm, weil sie sich den ganzen Tag lang gegenseitig auf die Schulter klopfen müssten. Die SPD wiederum führt seit der Einführung des Mindestlohns die leidenschaftliche Debatte, ob der Mindestlohn hoch genug ist. Diese Debatte ist langfristig natürlich wertvoll, denn sie ist der Antrieb für noch gerechtere Politik. Während die Union quasi besoffen durch eine Legislatur nach der nächsten taumelt, stolpert die SPD hinterher, von Selbstzweifeln zerfressen. Was von außen dann aussieht wie eine Sinnkrise, ist eigentlich nur berechtigter Zweifel an der eigenen Methode.

Wer ist eigentlich die letzen Legislaturperioden mit der CDU in der Koalition gewesen? Und das es in der CDU nicht gärt, dass ihre Wählerschaft sich nicht teilweise einer anderen Partei zugewandt hat, dass kann man ja auch nicht sagen. Merkel schirmt es eben gegenwärtig noch ab.

Die SPD hadert nicht mit dem eigenen Sinn, sie ist nur getrieben von der panischen Angst, nicht eine Sekunde die eigenen Erfolge feiern zu dürfen. Wer wissen möchte, was genau an der sozialdemokratischen Politik in welchen Details komplett falsch gelaufen ist, muss keinen Kommentar eines SPD-kritischen Journalisten lesen, ein Besuch auf einem SPD-Parteitag reicht völlig. Das ist deprimierend und traurig, und am Ende ist es auch nicht zielführend. Es wäre wirklich so viel einfacher, konservativ zu sein. Aber ich bringe es einfach nicht übers Herz.

Es scheint mir recht einfach bei der SPD zu sein: Einfach weiblicher werden, eine Nahles an die Spitze, endlich eine Frau! Und ansonsten weitaus eher alles so lassen wollen, denn die Politik ist ja gegenwärtig in vielen Bereichen eher links.

Linke und bürgerliche Parteien so einfach abzugrenzen ist mehr ein sich selbst auf die Schulter klopfen: Wir haben es eben schwerer, die anderen haben es einfach. Nur dass das Gras eben immer grüner auf der anderen Seite ist.

Das Gesetz der religiösen Toleranz

In dem bereits mehrfach erwähnten Buch „The Evolution of God“, welches ich nachhaltig empfehle, fand ich auch noch dies ganz interessant:

Das Gesetz der religiösen Toleranz.

Angehörige verschiedener Religionen vertragen sich dann gut miteinander, wenn sie ein kooperatives Spiel miteinander spielen können, bzw sich nicht in einem Nullsummenspiel gegenüber stehen.

Aus einer Besprechung :

Large-scale polytheistic cities of Mesopotamia placed a premium on gods that guarded ancient civilization against slipping into chaos, effecting social cohesion through a pantheon of divine enforcers that over time came to be understood as an interrelated hierarchy. Frequently, gods of neighboring cultures would be adopted or even merge into a single entity in the wake of political alliances or conquest, assimilated by trade partners or victorious empires to ease entry into the new social order. This „convenient malleability“ of polytheism was both an imperialist tool to mollify defeated masses, Wright notes, and „an elixir of intercultural amity“ that gives an early glimpse of how flexible religion has frequently been.

With these broad and overlapping deities came a new sense of universalism, extending a god’s authority and concern outside its original city walls, as well as the public’s tolerance for foreign gods, which waxed in accordance with the cosmopolitan times that perceived benefits to be gained from international cooperation. The catalyst for cooperation was most often in one culture’s recognition, conscious or not, of potential for a „non-zero-sum“ relationship with another. Theology has expanded and contracted in its inclusiveness and universality, Wright demonstrates, in nearly direct relation to how well the people can imagine a win-win scenario out of foreign interactions or, conversely, whether they determine that their interests must fall or rise based on the successes or failures of a rival. In operation, this means that „people are more likely to be open to foreign gods when they see themselves playing a non-zero-sum game with foreigners,“ says Wright, defining what he calls „the law of religious tolerance.“

Das scheint mit eher ein universelle Regel zu sein:

Solange ein Miteinander mehr Vorteile bringt als ein Gegeneinander verträgt man sich

Eigentlich fast eine Binsenweisheit.

Aber durchaus ganz hilfreich auch in der „Islamdebatte“. Solange man davon ausgeht, dass „der Islam“ letztendlich in einem Verdrängungswettbewerb, also einen Zerosum-Game steht oder die einzelnen Flüchtlinge keinen positiven Nutzen bringen, also nur Nutznießer der Situation sind, nimmt man die Verschiedenheit besonders stark war, hingegen ist sie einem bei dem Betreiber der Dönerbude und dem türkischen Gastarbeiter noch relativ egal gewesen, ebenso bei dem türkischen Gemüsehändler, der besonders frisches Obst hat und erst recht bei dem Ölscheich, der einem mit Öl versorgt.

In der Hinsicht würde auch passen, dass die eine Seite in der Flüchtlingsdebatte mit „Schmarotzer und Gefährder“-Motiven arbeitete und die anderen damit, dass diese unsere Kultur bereichern und verbessern und zB durch sie die Rentenkasse gerettet wird, ganz zu schweigen von dem Wert für Virtue Signalling.