Nochmal: Berufswahl von Frauen

Ein Artikel in der Welt, der die Berufswahl der Geschlechter behandelt:

Erst einmal die folgende Grafik:

nachgefragte Lehrstellen

1 nachgefragte Lehrstellen

Wie man sieht gibt es recht wenig Überschneidungen.

Aus dem Text:

Das beginnt schon bei der Berufswahl: Während es die Mädchen in die Friseursalons, in Krankenhäuser oder Grundschulen drängt, bevorzugen die Jungs Fabriken, Baustellen und Forschungslabore. In den zukunftsträchtigen Studiengängen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, den sogenannten MINT-Fächern, sind die männlichen Studenten weiterhin fast unter sich.

Dass die Berufswahl sehr stereotyp verläuft scheint man mir recht umfassend so zu sehen. Die Fragen ist eben, woran das liegt. Der Feminismus wird sagen, dass dies eben an den Geschlechterrollen liegt, die die Mädchen und Jungs eben in bestimmte Richtungen beeinflusst.

Dazu aus dem Text:

Dabei versuchen Wirtschaft und Politik seit vielen Jahren, die Mädchen für solche Männerdomänen zu begeistern, schließlich fehlt gerade in den Technik- und Ingenieursberufen der Nachwuchs.

Doch Arbeitgeber und Gleichstellungspolitiker sind gleichermaßen frustriert darüber, dass weder der alljährliche Girls‘ Day, bei dem Mädchen in Männerberufe hineinschnuppern, noch andere Aufklärungskampagnen oder Berichte über bessere Verdienstchancen die Jobpräferenzen der Frauen entscheidend verändert haben. Die Mädchen wollen kreativ sein oder sich in sozialen Berufen engagieren, aber keinen Blaumann anziehen.

Und zu den Gründen, warum Frauenjobs häufiger schlecht bezahlt werden:

In der Industrie kann durch Investitionen in neue Maschinen und Technologien die Produktivität des einzelnen Mitarbeiters ständig gesteigert werden, was wiederum Spielraum für Lohnsteigerungen schafft. In den sozialen Berufen sind dagegen die Möglichkeiten, Effizienzreserven durch technischen Fortschritt zu heben, naturgemäß begrenzt.

Eine Pädagogin, die heute 25 Kinder unterrichtet, wird nicht in zehn Jahren 40 Schüler in der Klasse haben, und die Krankenschwester kann gleichfalls nicht mit der nötigen Sorgfalt immer mehr Patienten versorgen.

Kräftige Gehaltssteigerungen für Krankenschwestern oder Lehrer hätten somit automatisch einen Kostenschub in den öffentlichen Haushalten zur Folge. Im Klartext: Die hohen Löhne in exportorientierten Industrien treffen zum großen Teil die Käufer in anderen Ländern, während wir die von Gerechtigkeitsaposteln verlangten Gehaltssteigerungen für Pflegekräfte oder Erzieher voll aus eigener Tasche zahlen müssten, sei es über höhere Steuern oder steigende Sozialabgaben.

In der Tat kann die Industrie eher die Löhne erholen, solange sie die Kosten weitergeben kann. Dies ist bei staatlichen Jobs zumindest schwieriger.

Zu der Freiwilligkeit der Berufswahl heißt es:

Weil die Frauen schlechter bezahlte Jobs hätten, sei die Arbeitsteilung in den Familien von vornherein klar, und die Mütter übernähmen nach einer längeren Babypause automatisch die Position der Hinzuverdienerin, monieren die Feministinnen. Sie wähnen ihre Geschlechtsgenossinnen in der „Teilzeitfalle“.

Dass ein großer Teil der Eltern angibt, dass genau dieses Familienleben ihrem Ideal entspricht, ficht die selbst ernannten Modernisierer keinesfalls an. Es sei die Gesellschaft, die den Mädchen von klein auf ein überkommenes Rollenverständnis eintrichtere, lautet ihr Argument.

Deshalb halten es die Vorkämpfer der Gleichstellung durchaus für politisch legitim, die Frauen auch gegen deren Willen auf den vermeintlich richtigen Weg zu führen. Frauen sollen gefälligst wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen, lautet die Parole.

Eine so klare Parole wäre ja fast schon was. Tatsächlich wird ja häufig Wahlfreiheit vertreten, es sollen aber trotzdem genau so viele Frauen wie Männer in Führungspositionen vertreten sein.