„Toxische Männlichkeit“

Jaclyn Friedman sieht in einem Artikel über „Toxic Masculinity“ harte Arbeit auf die Männer zukommen:

If we want to end the pandemic of rape, it’s going to require an entire global movement of men willing to do the hard work of interrogating the ideas they were raised with.

Klar, die Männer müssen an sich arbeiten, denn sie vergewaltigen ja. Wer sie in diesen Ideen erzieht und wer bestimmte Männlichkeiten anfordert, dass bleibt erst einmal unbeachtet.

Aus einem anderen Artikel hat man immerhin schon erfahren, was Friedman selbst über zB feministische Männer, die diese Arbeit schon geleistet haben, denkt:

There is a type of feminist guy who is so eager to fall over himself to be deferential to women and to prove his feminist bona fides and flagellate himself in front of you, to the point that it really turns me off. And it makes me sad, because politically, these are the guys that I should be sleeping with! You know what I’m talking about?

Soweit nichts neues, der zu weiche Mann ohne die passende Männlichkeit ist nicht gefragt. Da aber anscheinend eine weltweite Bewegung von Männern erforderlich ist, die ihr Verhalten hinterfragen müssen, kann es nicht nur das sein.

Ihre Vorstellung von toxischer Männlichkeit:

toxic masculinity. It’s a masculinity that defines itself not only in opposition to female-ness, but as inherently superior, drawing its strength from dominance over women’s “weakness,” and creating men who are happy to deliberately undermine women’s power; it is only in opposition to female vulnerability that it can be strong. Or, as former NFL quarterback and newly-minted feminist Don McPherson recently put it, „We don’t raise boys to be men. We raise them not to be women, or gay men.“ This starts in childhood for many boys, who are taught young that they’ll be punished for doing anything “girly,” from playing with dolls to crying, or even preferring to read over “rough housing” outside.

Der Gedanke, dass sich Männer in Ablehnung zu Frauen definieren und daher Frauenhass ein Teil von Männlichkeit ist oder zumindest als negatives Verhalten empfunden wird, wird ja häufiger vorgebracht. Ich halte ihn dennoch für falsch. Schon weil sich ein Teil der Geschlechterunterschiede gar nicht aus der Erziehung ergibt. Aber auch weil eine unterschiedliche Erziehung nicht zwangsläufig eine Erziehung hin zu Antiweiblichkeit sein muss. Selbst wenn dies in einigen Bereichen so ist, muss dies nicht generell gelten. Die Abgrenzung kann in einigen Punkten negativ ausfallen, wenn in diesem Bereich besonders große Unterschiede bestehen. Das bedeutet aber nicht, dass man Frauen an sich abwertet – es ist wohl eher eine gewisse Binarität, bei dem weibliches Verhalten zwar für Frauen zulässig und erwünscht sein kann, aber für Männer nicht zulässig ist.