Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 23. September 2016

Der Gender Pay Gap im Osten: Sind Ostdeutsche weniger sexistisch?

Auf Destatis habe ich eine interessante Statistik zum Gender Gender Pay Gap gefunden:

Jahre Deutschland Früheres
Bundesgebiet
Neue Länder
Quelle: Verdienststrukturerhebung 2006;

fortgeschätzt mit Ergebnissen der vierteljährlichen Verdiensterhebung.

1 Unbereinigte Werte.

2006 23 24 6
2007 23 24 6
2008 23 24 6
2009 23 24 6
2010 22 24 7
2011 22 24 7
2012 22 24 8
2013 22 23 8
2014 22 23 9
2015 21 23 8

Ich binde es sicherheitshalber auch noch mal als Bild ein:

Gehaltsunterschiede Männer Frauen Westen Osten

Gehaltsunterschiede Männer Frauen Westen Osten

Das finde ich einen ganz erstaunlichen Unterschied: Im Westen Deutschlands haben wir einen Gehaltsunterschied von 23%, im Osten allerdings, mit ansonsten gleichen Gesetzen einen Gehaltsunterschied von 8%, wobei dieser nicht etwa weiter sinkt, sondern anscheinend eher steigt.

Ossis scheinen mir aber nicht weniger davon auszugehen, dass es zwei Geschlechter gibt als Wessis. Allerdings war es im Osten eben üblicher, dass auch die Frau arbeitet und Kinderbetreuung durch Dritte auch im frühen Alter war akzeptierter.

Das wäre eigentlich ansonsten ein schönes Forschungsfeld: Sind Ossis weniger sexistisch? Gehen sie weniger davon aus, dass Männer Männer und Frauen Frauen sind? Oder ist dort einfach die Einstellung verbreiteter, dass die Frau eben Vollzeit arbeiten sollte? Oder ist es schlicht notwendig und die geringeren Unterschiede sind schlicht die Folge davon, dass der Osten im Schnitt ärmer ist?

Was können westdeutsche Frauen von Ostdeutschen lernen und wie ist der Gender Pay Gap Ostdeutscher Frauen, die „rübergemacht haben“?

 


Responses

  1. Was können westdeutsche Frauen von Ostdeutschen lernen

    Jeder ist seines Glückes Schmied.

  2. Der Vergleich West und Ost ist prinzipiell ein wunderbarer Beleg um die Diskriminierung von Frauen zu widerlegen. Deshalb wird darüber auch nie gesprochen werden.

    • So ist es,die Feminismusindustrie lässt sich doch ihre Grundlagen nicht durch Fakten kaputt machen.

    • @Adrian

      Oder noch viel wunderbarer: Es gibt (mindestens!) zwei Patriarchate auf deutschem Boden! Eine meiner vielen interessanten Theorien.

      Übrigens geben diese unterschiedlichen Zahlen natürlich auch Feministinnen Rätsel auf: Frauen im Osten arbeiten viel mehr Vollzeit, sie studieren klassische Männerdomänen wie Maschinenbau, der Wiedereinstieg in den Beruf nach Geburt eines Kindes gelingt früher und selbst die Erwerbsneigung frisch gebärender Frauen unterscheidet sich.

      Mit Mühe und Not kommen Feministinnen zum Schluss, die Abweichungen des Verhaltens zwischen Frau Ost und Frau West läge wohl in der Kultur begründet (und nicht bspw. am pränatalen Testosteron).
      Indem sie auf sich angleichendes Verhalten hinweisen, die umgezogene Frauen Ost nach Jahren in den Westteilen der Republik zeigen – hier gleicht sich Frau Ost dem herrschenden Milieu West an.

      Das ist für viele Männer natürlich schade, die zu gerne das weibliche Ost-Gen isolieren und verbreiten wollen.

      Die Erklärung, warum es diese Unterschiede im weiblichen Verhalten gibt ist übrigens ganz einfach, weil sie politisch und ökonomisch ist.

      Egal was man von der DDR hält, dieser Staat hat die ökonomische Unabhängigkeit der Frau vom Mann durch eigene Erwerbssicherung ernst gemeint.
      Und die Frauen in der DDR haben dann begriffen, dass individuelle Unabhängigkeit ein wichtiges Gut ist.
      Diese Einsicht hat den Untergang der DDR überlebt.

      In der BRD hat man eine konservative Alternative zur „Unabhängigkeit durch Erwerbsarbeit“ angeboten, wie auch in allen anderen westlichen Ländern:

      – Nämlich einen Lohn, der es Männer erlaubte, Alleinverdiener einer Familie zu sein,
      – eine hochgradig subventionierte Lebensgemeinschaft namens Ehe,
      – die Plünderung der Sozialversicherungssysteme zu Lasten von Männern und natürlich
      – ein Steuersystem, das alleinstehende (Männer damals – Steuerklasse 1 hieß bei Einführung auch „Junggesellensteuer“) benachteiligt.

      Der ökonomische Nachhall des konservativen Systems sind die über 90 Milliarden Euro pro Jahr, die als materielle Transfers von Mann zu Frau immer noch fließen und da reden wir nur über Sozialversicherungssystem und Steuern.
      Nicht über den weiblichen Zugriff auf den männlichen Verdienst – das sind noch einmal ganz andere Summen.

      Bei allen Systemen, in denen man sehr, sehr, sehr viel Geld in die Hand nehmen muss, um jemanden zu nötigen etwas zu tun gibt es zwei Parteien:

      Einen der korrumpiert und einen anderen, der sich korrumpieren *lässt*.
      Die West-Frauen wurden um ihre Unabhängigkeit nicht durch Zwang gebracht (feministischer Mythos), sondern sie wurden sukzessive bestochen und sie haben sich bestechen lassen.

      Gruß crumar

      • @crumar:

        »Die West-Frauen wurden um ihre Unabhängigkeit nicht durch Zwang gebracht (feministischer Mythos), sondern sie wurden sukzessive bestochen und sie haben sich bestechen lassen.«

        Der einzige Einwand zu Deinem ausführlichen Kommentar, den ich hätte, wäre, dass die Anziehungskraft des bürgerlichen Modells aus einer Zeit stammt, in der es erstrebenswert war, insgesamt weniger als mehr Zeit im Erwerbsleben zuzubringen. Die bürgerliche Geschlechtermythologie enthält im Vergleich zur proletarischen Lebensform immerhin die (weiblich konnotierte) Utopie eines Jenseits der Arbeitsgesellschaft. »Bestechend« war die Aussicht auf ein solches, insofern war das Argument von der bloßen Korruption der Arbeiterklasse immer schon etwas schief.

        Durch die Geschlechterfixierung bleibt nun allerdings auch die bürgerliche Utopie noch in einer Mystifizierung befangen. Von der puritanischen zur neoliberalen Arbeitsethik führt ein langer Weg, aber dass »Befreiung von Arbeit«, oder besser: »Befreiung von durch Art und Umfang entfremdender Arbeit« eine Utopie für alle, nicht nur für als Projektionsfläche dienende »bessere Hälften« sein könnte, das traut sich unsere Gesellschaft noch nicht so recht zu denken.

        Weil sie sich dann gründlich umbauen müsste.

        • @djadmoros

          Ich hoffe, ich kann das Problem meiner Ungenauigkeit in der Argumentation beseitigen, indem ich zunächst den Zeitpunkt meiner Argumentation auf den *nach* dem zweiten Weltkrieg festsetze.

          In den USA begann dies m.E. bereits früher als Propagierung des „american way of life“ und zwar in Abgrenzung zu dem Lebensstandard der Sowjetunion, verstärkt jedoch im kalten Krieg.
          Wie zu Bismarcks Zeiten gab es dies in der Form von Zuckerbrot und Peitsche, wobei für letzteres McCarthy stand.

          Zuckerbrot z.B. staatliche Kreditprogramme für Häuserbau in den neu entstandenen suburbs, aus deren, als monoton empfundenen Hausfrauenleben zu entfliehen wiederum der Antrieb der zweiten Welle des Feminismus wurde.
          Nicht intendierte Spätfolgen der Konstruktion einer Systemalternative sozusagen.

          Genauer gesagt diejenigen Frauen, die dies als monoton und unbefriedigend *empfanden*, waren der bereits gebildete (siehe Friedan) und auch emanzipierte Teil dieser Frauen. Vorsichtshalber war der westliche Feminismus lieber eingebildete Avantgarde einer Befreiungsbewegung statt zu fragen, ob alle Schwestern aus ihren Fesseln befreit werden wollen (damit De Beauvoir folgend, die mit Freiheit nicht *Wahlfreiheit* für Frauen meinen wollte).

          Es gab und gibt bei Frauen eine (gelinde gesagt) Teilmenge, für den diese „Unterverantwortlichkeit“ attraktiv ist – nur muss dies eben kompensiert, also bezahlt werden.
          Eine solche Frau erfordert einen entsprechenden Mann (da wären wir beim Geschlechtermodell) *und/oder* politische Verhältnisse (u.a. für die genannten Subventionen), die dieses Leben ermöglichen. Wobei das Modell „Geschlechterkomplementarität“ m.E. notwendig auf wechselseitige Unmündigkeit hinausläuft.
          Der eifersüchtig bewachte Lebensbereich Hausarbeit, Kinder und Familie dient zur Legitimation der materiellen Kompensation und erzeugt damit die „erlernte Hilflosigkeit“, ja, Abhängigkeit des Mannes in diesen Bereichen.

          Wenn du hier schreibst:

          „Die bürgerliche Geschlechtermythologie enthält im Vergleich zur proletarischen Lebensform immerhin die (weiblich konnotierte) Utopie eines Jenseits der Arbeitsgesellschaft.“, dann ist das ebenso wahr, wie auch die Ausbreitung des Ideals der Hausfrauenehe auf kleinbürgerliche und proletarische Kreise als *Resultat*.

          Nur ist das Motiv und die Erfahrung je nach Klasse bzw. Schicht ein andere. Der „proletarische Antifeminismus“ (Gesterkamp) wollte der eigenen Frau das ersparen, was die vorausgegangene Epoche als *Erfahrung* den proletarische Familien (und auch den eigenen Kindern) bereits in Form der Fabrikarbeit zugemutet hatte.
          Von daher galt das „Jenseits der Arbeitsgesellschaft“ ausschließlich *für* bürgerliche Frauen, während es *auf* der Arbeitsgesellschaft beruhte, deren Teil die proletarische und bäuerliche Frau war.

          Der immer wieder beschworene feministische Horror, Frauen würden zurück in die Häuslichkeit gebannt werden ist eine Idee, über die proletarische und bäuerliche Frauen des 19. und des 20. und Frauen in den sozialistischen Staaten des 20. Jahrhunderts herzlich gelacht hätten.
          Solch ein Feminismus konstruiert gemeinsame Erfahrungen „aller Frauen“, die es *nie* gegeben hat.
          Bzw. er *rekonstruiert* eine Geschichte, die es nie gegeben hat *auf der Basis* der eigenen kleinbürgerlichen und bürgerlichen Erfahrungen.
          Ich bin hier ergo wieder bei meinem Vorwurf, es werde massiv Geschichtsrevisionismus betrieben.

          Dass deine Utopie, der »Befreiung von durch Art und Umfang entfremdender Arbeit« sich gefälligst auch auf Männer erstrecken möge unterschreibe ich in dieser Allgemeinheit.
          An dem Punkt jedoch, wirklich zu begreifen, was historisch „entfremdete Arbeit“ für Männer ist sind m.E. Frauen, insbesondere Feministinnen nicht.
          Ich habe deinen Text über Katrine Marcal gelesen und ihre Aussage, wonach »Robinson Crusoe (sei) das Paradebeispiel für den ökonomischen Mann.« lässt mich fragen, ob diese Fehldeutungen nicht ausgesprochen bezeichnend sind.

          Gruß crumar

  3. Ich empfehle allen Leuten, die glauben das man Frauen einen anderen Stundenlohn zahlt, weil sie Frauen sind, in den Osten zu ziehen. So gering wie der Einfluss des Gender Pay Gaps im Osten auf den Gesamt Pay Gap ist, scheint dort ja auch viel Wohnraum zur Verfügung zu stehen

  4. Der Grund für den Unterschied Ost West ist übrigens mehr als simpel. Im Westen können Frauen es sich eher leisten, vom Geld des Mannes zu leben.

  5. Damals als die Ex-DDRler in den Westen strömten, war ich angenehm überrascht vom Selbstbewusstsein der Frauen von da, vor allem waren die so unverklemmt. Sicher auch ein Hauptgrund für den viel geringeren „Pay Gap“, deren Grundeinstellung ist ja sicher immer noch wirksam.

    „Das wäre eigentlich ansonsten ein schönes Forschungsfeld: “

    Gäbe es eine seriöse Geschlechterforschung, hätte sie sich schon längst drüber her gemacht und das ausgeschlachtet.

    • Seriöse Forschung schlachtet nicht aus.

      • Schon, wobei das Ausschlachten sachlich und natürlich politisch neutral gemeint ist. Auch Forscher gehen schliesslich auch am liebsten dorthin, wo „was zu holen“ ist, die „low hanging fruit“.

        • Du verwechselt Forscher mit Aktivisten.

        • Auch Naturwissenschaftler fallen über ein einträgliches, neues Gebiet her wie Goldgräber damals über Alaska….

        • Beweise?

        • Jedes „schnell wachsende Forschungsfeld“ legt davon Zeugnis ab.
          Ist das nicht auch vollkommen logisch? Warum Wasser treten, wenn man „was reissen kann“? Übrigens finde ich das gar nicht schlimm, so ist das halt.

        • Adrian ist noch in der Trotzphase. Da hängt er sich gerne an Formalismen auf – wie Feministinnen auch gerne. 🙂

  6. Geh doch mal auf Seite 26, lauter negative GPG-Werte: http://www.equalpayday.de/fileadmin/public/dokumente/EPD_Journale/EPD_Journal_2016.pdf

    • Vorsicht: auf der verlinkten Seite sind die MEDIAN-Monatsgehälter der sozialversicherungspflichtigen VOLLZEITbeschäftigten aufgeführt. Die magischen 23% sind der Mittelwert aller Stundenlöhne. Mal wieder Äpfel und Birnen.

      • Äpfel und Birnen?

        Das hatte bereits 2012 ein Statistikprofessor erzählt: http://www.rwi-essen.de/unstatistik/5/

        Dieser Link wird auf den Facebook-Seiten des Ministeriums für alle ausser Männer, bei Frau Schwesig und bei allen mutgesponserten Seiten, wie dem Bundesforum Männer zensiert: Sobald ein Kommentar diesen Link enthält, wird er gelöscht!

        Feministische „Demokratieverstänsdnis“ in Reinkultur.

    • @michael

      Danke für den Hinweis, das ist ja sehr interessant:

      Da arbeiten diese männlichen Schweine doch einfach in Ingolstadt bei Audi etc im Dreischichtbetrieb mit Wochenendzulage und genießen ihr leben, während die Frauen das nicht dürfen. Entrüstend

      Ich meine, dass in jedem dieser Orte, die einen hohen Gender Pay Gap zugunsten von Männern haben, große Unternehmen, häufig die Autoindustrie, sitzt (zB Emden mit dem VW-Werk, Ingolstadt mit audi etc

      • Dazu kommt noch, dass im Westen (bei VW, Audi, usw.) viele noch alte IGM-Verträge haben. Im Osten gibts weniger Tarifbindung. Bei den Frauen gilt häufiger TV-L (öffentlicher Dienst). Der bezahlt überall (mehr oder weniger) gleich. Sagt die Autorin auch selber.

      • @Christian/Infografik:

        Vielleicht mache ich es mir ja zu einfach, aber spontan würde ich sagen: der Süden ist Deutschlands Speckgürtel, da können die Männer es sich leisten, die Frauen mit durchzuschleppen, und der Osten ist wirtschaftliches Notstandsgebiet, da wäre es töricht von den Frauen, sich auf männliche Einkommen zu verlassen. Historische Vorprägungen unbenommen. Vielleicht kommt ja noch die religiöse Differenzierung in süddeutsche Katholiken und ostdeutsche Atheisten hinzu.

        • Ja, so einfach ist das wohl.
          Wollen nur die nicht sehen, deren Ideologie ihnen vorschreibt, Frauen seien unter allen Umständen „diskriminiert“.

    • @michael

      Nochmals Danke, die Übersicht ist wirklich Gold wert.

      Gerade der Osten ist wunderbar zu verwerten für zukünftige Diskussionen.

      • Tatsächlich, wenn Frauen mehr verdienen wie Männer, dann ist dort der GPG „niedrig“ und er wird umso niedriger je mehr die Frauen mehr verdienen.

        Dort wo Sexismus nur gegen Männer existiert ist dann wohl auch der Sexismus am niedrigsten.

        Reverse sexism, reverse rasism und soweiter…

        Ich sach auch mal danke! Den Link werde ich mir speichern.

        Die Grafik muss man unserem geliebten Staatstwitter jedesmal unter die Nase reiben, sobald die davon sprechen das Frauen beim Gehalt diskriminiert werden. Es ist bestimmt lustig mit anzusehen wie sie sich winden um nur nicht zu sagen das Männer auch diskriminiert werden. Nein, da hat es wieder ganz rationale Gründe… Heuchler

        • „Es ist bestimmt lustig mit anzusehen wie sie sich winden um nur nicht zu sagen das Männer auch diskriminiert werden.“

          Auf die Begründung wäre ich auch echt gespannt 🙂
          Da das praktisch unmöglich scheint, werden die das eisenhart verschweigen und jedes Diskussion darüber blocken müssen.

        • Die Sache mit der Diskriminierung der Männer haben wir ja amtlich aus Strasbourg, im Fall Zaunegger: Da wurde klar gesagt, dass die Väter nicht ehelicher Kinder durch das alte Gesetz diskriminiert wurden.

          Daraufhin hatte das BVerfG nur die Verletzung des Art. 6 GG bestätigt, aber nicht die des Art. 3 GG.

          Manche offizielle Verlautbarung, die ich daraufhin hörte, war, dass der Fall Zaunegger nur ein Einzelfall gewesen wäre, also die Väter gar nicht diskriminiert sein konnten.

          Bei solchen Verlautbarungen muss mann sich schon fragen, ob Frau Hinz nicht doch einige Studienkollegen hatte! Es gibt ja Phantomschwangerschaften, also muss es auch Phantomjurastudien geben!

      • Gern geschehen 😉

  7. Ich denke hier spielen tatsächlich mehrere Dinge rein.

    1. im Osten waren und sind Frauen es gewöhnt arbeiten zu gehen.
    2. im Osten gibt es kostenlose/kostengünstige Kindertagesstätten mit mehr oder weniger genug Plätzen
    3. im Osten ist der Durchschnittsverdienst erheblich geringer! es gibt einen Ost-West-Gap der bei ca. 50 Prozent liegt. Und zwar vor allem in den Arbeitsbereichen in denen man eigentlich ganz gut verdient, namentlich die technisch-naturwissenschaftlichen Bereiche. Als informatiker verdient man hier halt einfach nru die Hälfte dessen was man im Westen bekommen würde. Das heißt im endeffekt nur, dass die Männer einfach weniger verdienen und deswegen der Gap kleiner ist.
    4. Die niedrigeren Löhne allgemein, werden noch dadurch erhöht, dass auch einfach weniger gutqualifizierte Jobs vorhanden sind. Dadurch kann man im Osten schlecht von einem einzelnen Gehalt leben und beide gehen arbeiten.

    *troll* Die Lösung liegt also auf der Hand. wir zahlen im Westen in Zukunft einfach niedrigere Löhne udn schon verschwindet das Gender-Pay-GAP! *troll*

    • Das ist keine *troll*-Lösung, sondern bitterer Ernst!

      Das will der Feminismus tatsächlich, bzw. das ist seine einzige Existenzberechtigung: Die Senkung der Reallöhne!

      Im internationalen Vergleich wird man feststellen, dass die Länder mit einem niedrigeren GPG auch die niedrigeren Löhne haben.

      Man sehe sich doch bitte die Länder an, in dieser Aufstellung und versuche sich daran zu erinnern, wie hoch das Jahreseinkommen jeweils ist:
      „https://www.destatis.de/DE/Publikationen/STATmagazin/VerdiensteArbeitskosten/2013_03/PDF2013_03.pdf?__blob=publicationFile
      Unbereinigter Gender Pay Gap im EU-Vergleich in %“

  8. Ich komme aus dem Osten und kann Dir sagen, daß es ganz einfach eine Frage der Einstellung und persönlichen Erfahrung ist. Daß Frauen einen Beruf haben, ist für uns einfach normal. Meine Mutter war keine Hausfrau. Keine meiner Großmütter oder Tanten war Hausfrau. Keine der Mütter meiner Freunde und Schulkameraden war Hausfrau. Im ganzen Dorf gab es keine Hausfrauen. Man hatte vielleicht davon gehört, daß es drei Dörfer weiter tatsächlich eine Frau gibt, die nicht arbeitet, aber das hatte was von einem Mythos.

    Zudem waren zu DDR-Zeiten die Einkommensunterschiede generell nicht so drastisch waren wie heute. Man(n) mußte schon auf der Ebene eines Werksleiters o.ä. sein, um sich eine Hausfrau überhaupt leisten zu können.

    • Und das lag an Planwirtschaft und Abschottung.
      Aber es gab so einen Hauswirtschaftstag pro Woche (oder wie der hieß). Wo Alle DDR-lerinnen frei bekamen, um „ihrer“ ansonsten unbezahlten Arbeit für die Familie nachkommen zu können, mein ich?
      Das hieße aber doch, dass die Erzählung der Vollzeit(erwerbs)arbeitenden Ossi-Frauen ein Mythos wäre?

      Hinweis auf ein interessantes Filmprojekt:

      • Für diejenigen, die dazu neigen mich falsch zu verstehen:
        Es ist kein Mythos, dass jede und jeder der wollte eine bezahlte Tätigkeit fand, sei sie auch noch so sinnlos.

        Ein für mich typisches Beispiel für einen „Job“ im real-existierenden Sozialismus wäre der Aufzugpage: da steht jemand acht Stunden lang im Lift und drückt das Knöpfchen – bestenfalls gar ohne die Leute zu fragen auf welche Etage sie wollen (In Polen noch erlebt!). Oder die ganzen „Sicherheitskräfte“, die Leute beobachten sollen. Mein Gott, da fällt mir ein: in Japan werden eigentliche Rentner, die mit ihrem Leben sonst aber nix anzufangen wüssten, ja sogar noch immer dafür bezahlt, dass sie aus dem Fenster eines Hochhauses starren einen ganzen „Arbeitstag“ lang…

      • Wen es interessiert: Den „Haushaltstag“ gab es einmal im Monat und er wurde unter bestimmten Voraussetzungen auch männern gewährt, dagegen keinen unverheirateten kinderlosen Frauen unter 40 (aber von denen gab es, anders als heute, in der DDR nur wenige).

        • Ah, ok, mein Fehler.

          Dennoch war diese Diktatur dadurch gekennzeichnet, dass praktisch (auch) Alle Frauen für vermutlich nicht gerade selten im marktwirtschaftlichen Sinne überflüssige Arbeit bezahlt wurden, und die tatsächlich lebensnotwendigen Tätigkeiten dann noch nebenher erledigen mussten.

          Was für ein Aufwand es gewesen sein muss, die Dinge des täglichen Bedarfs aufzutreiben! Ich kenn die Schilderungen aus der polnischen Familie (wo die Knappheit natürlich noch schlimmer war als im sozialistischen Vorzeige-Projekt DDR), vom ewigen Warten auf Alles – und wenn man endlich dran war, war das was man eigentlich hätte haben wollen in dem Moment häufig bereits ausverkauft und man musste nehmen, was halt gerad verfügbar war.

          Schlangestehen und Verzicht, oft eher sinnlose Arbeit – aber immerhin für Alle^^ – plus Kontrolle plus Zeitdruck. So war das damals wohl in den untergegangenen Systemen…
          (^^)

        • Also ich finde SUV-Fahren ja schlimmer, als einen Trabi erst nach 10 Jahren zu bekommen.

          Man mußte in der DDR auch keine Angst vor Einbrüchen haben oder davor, daß man von Geschäftemachern beschissen wird, siehe z.B. Hausbau. Da gibt es ja unzählige Geschichten, wo die lieben Wessis ihr tolles marktwirtschaftliches Westgeld zu Hunderttausenden verloren haben.

          Also hier haben ja echt viele Leute ein erhebliches Problem, das kranke West-System zu hinterfragen.

          Es gibt doch nichts Schöneres als die „Freiheit“, hinter der man alle gesellschaftlichen Pathologien verstecken kann.

        • „Also hier haben ja echt viele Leute ein erhebliches Problem, das kranke West-System zu hinterfragen.“

          Die Krankheit ist immerhin so raffiniert, dass die Ostdeutschen über die Grenze wollten, nicht die Westdeutschen.

        • Also ich kenne auch Wessis, die im Osten leben wollten. Die Ostdeutschen, die nach Westen wollten, wußten ja nicht, wie es dort wirklich aussieht. Und es waren auch nur ein paar Zehntausend.

          Heute gibt es sehr viele Ossis, die sagen: Der SED-Propaganda über den Westen hatten wir nie geglaubt. Heute wissen wir, daß sie richtig war.

          Dein Flaschensammler

          Die Ostdeutschen strebten nach dem, was man im Osten nicht hatte. Erst nach der Wende merkten sie recht schnell, was der Osten alles für Qualitäten hatte bzw. was man alles als selbstverständlich hinnahm und was nun perdu war.

          In der DDR mußte man sich mit der Ideologie des Kollektivs und der Solidarität herumschlagen, im Westen mit der Ideologie der Freiheit und Konkurrenz.

          Das wirst du aber vermutlich deinen Lebtag nicht verstehen.

        • @james

          Dann such dir doch ein Land mit einer schönen Mauer und einem vergleichbaren System. Viel Spass!
          Sie es positiv: Aus dieser Gesellschaft kannst du auswandern ohne an der Grenze erschossen zu werden.

        • Hilfe, wenn ich geahnt hätte, daß mein Beitrag gleich wieder irgendwelche Ostalgiker auf den Plan ruft, hätte ich ihn mir verkniffen. Die Wiedervereinigung war definitiv das beste, daß mir und meiner Generation (Jahrgang ’80) passieren konnte. Wer ernsthaft behauptet, die damalige Hetze der DDR-Führung gegen den Westen würde auch nur annähernd der Wahrheit entsprechen, der hat entweder ein gaaanz schlechtes Gedächtnis oder gehörte zu den Profiteuren des Systems.

        • „Was für ein Aufwand es gewesen sein muss, die Dinge des täglichen Bedarfs aufzutreiben!“

          Nein, an Dingen des (tatsächlichen) täglichen Bedarfs herrschte kaum Mangel. Allerdings an allem (außer Alkohol und Tabak), was im weitesten Sinne als „Luxusgut“ gelten könnte.

        • „Also ich finde SUV-Fahren ja schlimmer, als einen Trabi erst nach 10 Jahren zu bekommen.“

          Mein Opa hat 13 Jahre auf seinen bestellten Polski Fiat (Heckantrieb) gewartet. Der den er erhielt war dann orangefarben und rollte Bergab am schnellsten, wenn man den Motor ausstellte…

          „Also ich kenne auch Wessis, die im Osten leben wollten. Die Ostdeutschen, die nach Westen wollten, wußten ja nicht, wie es dort wirklich aussieht.“

          Mich hats seit der Wende erst einmal in die ehemalige DDR (ohne den Ost-Teil von Berlin gerechnet) verschlagen. Als NRW-ler war mein Eindruck: boah, wat habt ihr Platz! Unfassbar. Und Alles wurde so hübsch renoviert für Euch, Donnerwetter! Nur halt zu wenig Leute da (Geisterstadt-Feeling).

          „Nein, an Dingen des (tatsächlichen) täglichen Bedarfs herrschte kaum Mangel.“

          Mag wie gesagt in der DDR wesentlich besser gewesen sein als in Polen – auf Vorrat wurde dennoch eingekauft was ging, weil eben nicht Alles immer verfügbar war.

          Die rechten Tendenzen jetzt – also die Ablehnung von Asylbewerbern – ist psychologisch für den ehemaligen, eingemeindeten Ost-Block sicher zu einem größeren Anteil zu erklären durch die Entbehrungen, die diese Zeit und der folgende Umbruch sehr vielen Menschen abverlangte. Insbesondere die Sozialgesetzbuch-Änderungen eingeleitet von der Regierung Schröder waren nochmal pures Gift fürs gesellschaftliche Klima.

          Dazu kommt, dass die Ent-Nazifizierung schon im Westen nicht zufriedenstellend verlief, in der ehemaligen DDR wurde sie wahrscheinlich nichtmal angegangen. Als Gesamtgesellschaft hat uns das – wie man jetzt sieht – arg zurückgeworfen. Wobei das ja eher noch ein Problem ist, das wir mit den Männern haben, siehe AfD-Wahlergebnisse.

    • Wie habt Ihr Wessis es eigentlich ausgehalten in einer Gesellschaft mit Obdachlosen, Prostitution, Kriminalität, Drogensucht, Arbeitslosigkeit, Bild-Zeitung, feudalistischem Schulsystem, obszönem Reichtum, obszöner Armut, Zweiklassenmedizin, Juristokratie etc. ?

      ich kriege immer ein kaltes Grausen, wenn ich an diese Gesellschaft denke.

      • Dann wandere doch aus.

        • Nordkorea scheint mir geeignet zu sein 😛

      • WIeviele „West“ Staaten haben zum Ost Model gewechselt
        und wieviele nochmal von West nach Ost?

      • Weil Du ja nicht mit Allem Unrecht hast, möchte ich eine kleine Anekdote über Hilfsbereitschaft aufwärmen. Ich erzähl die gern, wenn entsetzte Jugendliche von meiner Handy-Abstinenz erfahren und verständnislos fragen: „Und was, wenn Du eine Autopanne hast oder so?“

        Aufm Weg nach Berlin, bei Potsdam von der Autobahn abgefahren, weil die Karre ordentlich Mucken machte und es nicht wirklich viele Raststätten mit Tankstellen mehr gibt auf dem Stück. Dann tatsächlich Motorschaden, mitten in der Nacht im sprichwörtlichen Nirgendwo…

        Aber:
        Keine 5 Minuten dauerte es, bis ein Kleintransporter meinen Weg nicht bloß kreuzte, sondern gar von allein anhielt und der Fahrer Hilfe anbot. Kurzer Check von ihm: Ding ist Schrott.
        Frage 1: Wo schläfst Du? – Ähhh…
        Beherzt band er das Abschleppseil fest und verkündete: bei mir!
        Oh mein Gott, was hatte ich Schiss in der Nacht!
        Oh mein Gott, was hab ich mich geschämt dafür am nächsten Tag!

        Am Frühstückstisch verkündete er, dass er (als Hobbyschrauber mit einem halben Dutzend Fahrzeugen auf dem Grundstück) sich das nochmal anschauen wollte, ich aber gern ein paar Tage bleiben könnte falls ers nicht reparieren kann. Und er wäre Feuerwehrmann, müsste jetzt zur Arbeit… aber bitte, fühl Dich wie zuhause! Eigentlich war ich aber auf dem Weg in den (Polen-)Urlaub, die Unterkunftskosten dort liefen, und so wurde die Kiste vom ADAC weggefahren und ich von einem bereits vor Ort angekommenen Miturlauber abgeholt.
        Dennoch: SOWAS erlebste glaub ich nur im Osten!

  9. In den neuen Bundesländern liegen die Bruttoverdienste deutlich (17%) unter dem „Westniveau“. Quelle: http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/gehaltsunterschiede-tarifloehne-in-ost-und-west-naehern-sich-an/12369224.html
    Ich kanalisiere mein inneres Milchmädchen und schwupp: 17+6=23% Ostfrauen sind bereits auf Westfrauenniveau!

    EInfache Lösung des Gender Pay Gap demnach: Den Männern einfach so wenig zahlen, dass sie davon keine Familie ernähren könnten, damit die Frau Vollzeit arbeiten _muss_. (Oder sie verzichten „freiwillig“ auf Kinder.)
    Den geringsten Gender Pay Gap gibt’s, iirc, in Burundi. Von Burundi lernen heißt siegen lernen.

    • Du solltest dich mal über das Leben in der DDR informieren. Die Lebenshaltungskosten sind im Osten auch niedriger.

      Wir Ossis sind sowieso weniger materialistisch.

      Wessis, werdet endlich Menschen!

      • Das klingt ja fast wie der feministische Schlachtruf

        Männer, werdet endlich Menschen!

  10. Ich werd noch zum Fanboy von Haidt. Sehr kluger Satz aus einem Interview:

    boys and girls are not very different on ability, but they’re hugely different in what they enjoy doing

    Je mehr es Menschen möglich ist, dem nachzugehen, was ihnen Spaß macht, desto größer werden die Unterschiede werden.

    • Dasselbe sagt übrigens auch Roy F. Baumeister in Is there anything good about men?

      Onur Güntürkün, dessen Arbeit hier letztens mal Thema war (die Sache mit dem mentalen Rotationstest unter Berücksichtigung des aktuellen Zyklus-Zustandes), brachte in einem öffentlichen Vortrag das Beispiel, dass auch die Jungen der Grünen Meerkatze (eine (Halb?)Affenart) signifikante, geschlechtsunterschiedliche Interessen für menschliches Kinderspielzeug zeigen (weiß leider nicht, welche Originalarbeit dem zugrunde liegt). Männchen: Autos und alles, was mechanisch-bewegliche Teile hat, Weibchen: Plüschtiere, Puppen usw. (Zitat Güntürkün: „Hier kann man wohl nun sicher ausschließen, dass die geschlechtsunterschiedliche [Spielzeug-]Präferenz sozial antrainiert worden wäre.“)

      Mir scheint, dass die genannten (durchschnittlichen) Motivationsunterschiede ziemlich tief in unserer evolutionären Vergangenheit verankert sind.

      • Der Gedanke ist sicherlich nicht neu.

        Ich freute mich über die gelungen konzise Formulieren.

        • Der Gedanke ist sicherlich nicht neu.

          Mein Kommentar sollte auch keine Kritik an Deinem sein, ich wollte lediglich weitere Quellen ergänzen.

  11. Ostdeutsche Frauen und Männer sind emanzipierter.

    Ostdeutsche Männer sind z.B. nicht solche aggressiven Konkurrenzautisten. Man vergleiche einfach mal Männer wie Edmund Stoiber, Roland Koch etc. mit Männern wie Matthias Platzek.

    Ostdeutsche Männer sind weniger pathologisch männlich, also sozial und emotional intelligenter. Das liegt an der DDR-Gesellschaftsordnung, wo es nicht darum ging, sich zu vermarkten, zu produzieren und andere zu übertrumpfen. Das Miteinander wurde groß geschrieben.

    Im gleichen Maß sind ostdeutsche Frauen auch im positiven Sinne männlicher.

    Die kapitalistisch verhunzten Länder werden wohl noch eine Weile brauchen, um dieses Zivilisationsniveau zu erreichen.

    • Ach Kirk, hör doch mal mit dieser Ewiger-Ossi-Propaganda auf.

    • „Ostdeutsche Männer sind weniger pathologisch männlich, also sozial und emotional intelligenter. Das liegt an der DDR-Gesellschaftsordnung, wo es nicht darum ging, sich zu vermarkten, zu produzieren und andere zu übertrumpfen. Das Miteinander wurde groß geschrieben.“

      Stimmt, jetzt, wo ich das lese, fällt es mir auch auf.
      In Ostdeutschland ist das Niederbrennen von Flüchtlingsunterkünften ein Happening, an dem der ganze Ort teilnimmt, während sich im Westen weit überwiegend nur Einzelkämpfer (um das tendenziöse Wort -täter zu vermeiden) nachts und heimlich an brennenden Menschen erfreuen.

      Ich habe es trotzdem lieber kapitalistisch asozial.

  12. Hier noch die ausführlichen Zahlen.

    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2014/Gleichstellung/begleitheft_Gleichstellung_2014.pdf?__blob=publicationFile

    S. 32

    1. Die Frauen im Westen verdienen mehr als die Männer im Osten.

    2. Die Löhne der Frauen sind ziemlich gut mit denen der Männer korreliert.

    3. Bei einem Lohn von 12.50 EUR verdienen dann Frauen gleich viel wie Männer. Ich schlage also einen Einheitslohn von 12.50 EUR vor.

    • „Ossis scheinen mir aber nicht weniger davon auszugehen, dass es zwei Geschlechter gibt als Wessis. Allerdings war es im Osten eben üblicher, dass auch die Frau arbeitet und Kinderbetreuung durch Dritte auch im frühen Alter war akzeptierter.“

      Mindestens statistisch gesehen muss man nicht davon ausgehen, dass das Geschlechterverhältnis im Osten irgendwie anders sei als im Westen. Das Lohnniveau ist dort niedriger und darum die Lohnunterschiede kleiner. Das ist alles.

      • @david

        „Das Lohnniveau ist dort niedriger und darum die Lohnunterschiede kleiner.“

        Wenn das Lohnniveau für BEIDE Geschlechter niedriger ist als im Westen, dann sind die kleineren Lohnunterschiede ZWISCHEN den Geschlechtern im Osten DARAUS erklärbar?

        Ähhhhhhh.
        Nö.

        Frauen arbeiten mehr in Vollzeit und nicht nur in klassischen Frauenberufen.
        Mehr Arbeit = mehr Verdienst.
        Mehr Arbeit in Männerberufen = mehr Verdienst.

        Gruß crumar

        • „Wenn das Lohnniveau für BEIDE Geschlechter niedriger ist als im Westen, dann sind die kleineren Lohnunterschiede ZWISCHEN den Geschlechtern im Osten DARAUS erklärbar?“

          Erklärbar in dem Sinn, dass das statistische Modell — im Wesentlichen die Gleichung

          Frauenlohn = 0.427 * Männerlohn + 7.16 EUR

          ziemlich gut die Lohntabelle im verlinkten PDF (das offenbar auf den gleichen Zahlen beruht wie Christians Tabellen). Daraus folgt ganz direkt, dass bei niedrigen Löhnen der Lohnunterschied prozentual kleiner wird und bei einem Lohn von ca. 12.50 EUR zu Null wird.

          Es ist natürlich keine fundamentale Erklärung.

          Wie weiter unten gesagt ist meine fundamentale Vermutung eine Datenverzerrung: „In Hochlohngebieten gibt es mehr männliche absolute Spitzenverdiener als in Niedriglohngebieten. Diese Spitzenverdiener verzerren dann die Durchschnittslöhne.“

          Wenn man Medianlöhne nehmen würde, wäre der Unterschied wohl kleiner. Was dann wohl auch der Grund wäre, warum sie eben nicht mit dem Median rechnen.

    • Nur weil das Lohnniveau niedriger ist, muß der pay gap ja nicht gleich nur ein Drittel so groß sein wie im Westen. Das ist absurd.

      Du kennst wohl mehr Türken als Ossis. Integrier‘ dich mal ein bißchen ins neue Deutschland. Dann verstehst du auch die Ossis besser.

      • Doch, muss es. Statistisch gesehen. Der Frauenlohn wird zu 90% durch den Männerlohn erklärt, auch in den alten Ländern. Wobei der Lohn der Frau nur halb so stark steigt wie der Lohn des Mannes.

        Hamburg und Baden-Württemberg mit den höchsten Männerlöhnen haben mit 25% und 27% auch die höchsten Lohn-Differenzen. Berlin und Schleswig-Holstein mit den niedrigsten männlichen Löhnen im Westen haben auch mit 11% und 17% die niedrigsten Differenzen im Westen.

        Im Osten, wo die Löhne noch kleiner sind, wird auch die Differenz noch kleiner.

        Die Frage ist nur, warum das so ist. Eine Vermutung: In Hochlohngebieten gibt es mehr männliche absolute Spitzenverdiener als in Niedriglohngebieten. Diese Spitzenverdiener verzerren dann die Durchschnittslöhne.

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