Nochmal: Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap war schon ein paarmal Thema hier

Weitere Artikel beschäftigten sich mit dem Faktor Motivation für Führungsjobs

Dazu noch Weiteres:

Bei Männergedanken gab es einige interessante Grafiken zu dem Thema, die ich auch gern besprechen möchte:

 

gewuenschte_stunden_pro_woche_brigitte

Die Grafik zeigt, dass insbesondere Kinder den großen Unterschied ausmachen. Solange Frauen keine Kinder haben, wollen sie auch zu einem hohen Anteil Vollzeit arbeiten, mit Kindern will das immer noch ein großer Teil (dies an diejenigen, die sagen, dass Frauen gar nicht arbeiten wollen), aber eben deutlich weniger als Männer.  Männern hingegen wollen in diesem Bereich ganz überwiegend Vollzeit arbeiten, wenn die Kinder, insbesondere kleine Kinder haben. Klarer kann man eigentlich kaum darstellen, dass sich die evolutionäre Versorgerrolle ganz gut in die heutige Zeit gerettet hat.

Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch den „40+“ Stunden pro Woche“ Bereich. Frauen, egal ob Kinder oder nicht, interessieren sich nicht für ihn. Männer mit großen Kindern starten anscheinend noch einmal durch (vielleicht auch nur weil große Kinder im Studium Geld kosten oder weil einfach mehr Zeit ist, wenn die Kinder aus dem Haus sind). Aber selbst Männer mit kleinen Kindern sind noch etwas motivierter als Männer ohne Kinder.

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Bereits die erste Grafik ist interessant: Knapp 30% der Frauen wären bereit für Kinder den Beruf aufzugeben. Bei kleinen Kindern sind es knapp 40%. Bei den Männern sind lediglich kanpp 6-7% dazu bereit. Es verwundert insofern nicht, dass meist tatsächlich Frauen aussetzen.

Bei der Frage, ob man für Kinder Einkommensverluste hinnehmen würde, zeigen sich ebenfalls erhebliche Geschlechterunterschiede. Am größten sind die Unterschiede bei kleinen Kindern, so dass man auch hier die Versorgerrolle recht deutlich sehen kann. Knapp 60% der Frauen sind bereit bei kleinen Kindern Einbußen beim Einkommen hinzunehmen, im Gegensatz zu knapp 30% der Männer.

Auch bei der Frage, ob man sich für die Kinder von seinem Partner trennen würde zeigen sich Geschlechterunterschiede. Deutlich wird dieser insbesondere bei den Paaren, bei denen Kinder vorhanden sind: Die Männer sind überhaupt nicht bereit dazu, sich bei Kindern von ihrer Partnerin zu trennen, bei den Frauen immerhin 12% Prozent. Es dürfte auch damit zusammen hängen, dass die wenigsten Männer  bei einer Treuung etwas von ihren Kindern hätte, weil sie eher bei der Mutter bleiben würden.

Auch bei der Vernachlässigung von Freundschaften zeigt sich der Versorgergedanke: Bei kleinen Kindern würden deutlich mehr Männer ihre Freundschaften vernachlässigen, sie sehen sich insoweit anscheinend in einer erheblichen Pflicht.

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Interessant hier, dass sich bei der Frage, ob man für die Arbeit Freundschaften vernachlässigt zwischen 2007 und 2009 einen gewissen Wandel vollzogen hat. Dazu sind immer weniger Menschen Bereit. Erstaunlich auch, dass Frauen mit gr0ssen Kindern eher Freundschaften vernachlässigen würden als solche mit kleinen Kindern. Ansonsten sind Männer mit relativ kleinen Vorsprung eher bereit den Job über ihr Privatleben zu stellen.

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Auch hier sieht man insbesondere an der zweiten Grafik, wie weit die Geschlechter bei dem Wunsch nach Vollzeit gerade bei kleinen Kindern auseinanderliegen.

Ein weiterer interessanter Artikel von Christina Hoff Sommers behandelt ebenfalls dieses Thema:

The AAUW has now joined ranks with serious economists who find that when you control for relevant differences between men and women (occupations, college majors, length of time in workplace) the wage gap narrows to the point of vanishing. The 23-cent gap is simply the average difference between the earnings of men and women employed „full time.“ What is important is the „adjusted“ wage gap-the figure that controls for all the relevant variables. That is what the new AAUW study explores.

The AAUW researchers looked at male and female college graduates one year after graduation. After controlling for several relevant factors (though some were left out, as we shall see), they found that the wage gap narrowed to only 6.6 cents. How much of that is attributable to discrimination? As AAUW spokesperson Lisa Maatz candidly said in an NPR interview, „We are still trying to figure that out.“

One of the best studies on the wage gap was released in 2009 by the U.S. Department of Labor. It examined more than 50 peer-reviewed papers and concluded that the 23-cent wage gap „may be almost entirely the result of individual choices being made by both male and female workers.“ In the past, women’s groups have ignored or explained away such findings.

„In fact,“ says the National Women’s Law Center, „authoritative studies show that even when all relevant career and family attributes are taken into account, there is still a significant, unexplained gap in men’s and women’s earnings.“ Not quite. What the 2009 Labor Department study showed was that when the proper controls are in place, the unexplained (adjusted) wage gap is somewhere between 4.8 and 7 cents. The new AAUW study is consistent with these findings. But isn’t the unexplained gap, albeit far less than the endlessly publicized 23 cents, still a serious injustice? Shouldn’t we look for ways to compel employers to pay women the extra 5-7 cents? Not before we figure out the cause. The AAUW notes that part of the new 6.6-cent wage-gap may be owed to women’s supposedly inferior negotiating skills — not unscrupulous employers. Furthermore, the AAUW’s 6.6 cents includes some large legitimate wage differences masked by over-broad occupational categories. For example, its researchers count „social science“ as one college major and report that, among such majors, women earned only 83 percent of what men earned. That may sound unfair… until you consider that „social science“ includes both economics and sociology majors.

Economics majors (66 percent male) have a median income of $70,000; for sociology majors (68 percent female) it is $40,000. Economist Diana Furchtgott-Roth of the Manhattan Institute has pointed to similar incongruities. The AAUW study classifies jobs as diverse as librarian, lawyer, professional athlete, and „media occupations“ under a single rubric–„other white collar.“ Says Furchtgott-Roth: „So, the AAUW report compares the pay of male lawyers with that of female librarians; of male athletes with that of female communications assistants. That’s not a comparison between people who do the same work.“ With more realistic categories and definitions, the remaining 6.6 gap would certainly narrow to just a few cents at most.

Also

  • Studienwahl
  • Verhandlungsfähigkeiten
  • Der Vergleich von Berufsgruppen, die nicht vergleichbar sind

Eine andere interessante Grafik habe ich diesem Bericht auf Science Files entnommen, der sie hierher hat.

mama-pay-gap

Hier sieht man gut, dass der Einkommensunterschied insbesondere den Müttern geschuldet ist. Dieser wird um so deutlicher, um so qualifizierter die Tätigkeit ist. Dann ist eben ein Kürzertreten wegen der Kinder nachteilhafter, weil man mit solch einer Qualifikation auch mehr Möglichkeiten zur Beförderung und Verbesserung der Einkommenssituation hat.

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31 Gedanken zu “Nochmal: Gender Pay Gap

  1. Mal eine Frage:

    Du schreibst zu Abb. 9 „Die Männer sind überhaupt nicht bereit dazu, sich bei Kindern von ihrer Partnerin zu trennen, bei den Frauen immerhin 12%.“

    Ich hätte die Grafik jetzt anders gelesen (und bei Befragung beantwortet). Die Überschrift lautet doch „FÜR Kinder würde ich…“ mich von meinem Partner/Partnerin trennen“, aber eben nicht „BEI Kindern würde ich mich von Partner/Partnerin trennen.“

    Diejenigen, die ohne Kinder zu haben sich trennen würden, würden das vielleicht, weil der/die Partner(in) keine Kinder zeugen/gebären kann. Vielleicht auch, weil der/die Partner(in) keine Kinder möchte. Für Kinder wären sie bereit, sie jemand anderen zu suchen.

    Die 12% Frauen, die sich beim Vorhandensein von Kindern trennen würden (siehe Zitat), würden als Grund vielleicht angeben, dass sie WEITERE Kinder möchten, der Partner aber nicht.

    Oder – und das war eigentlich meine erste Idee, wie man die Frage versteht – man würde sich FÜR die Kinder vom Partner trennen, weil man glaubt, dass es für die Kinder besser wäre. Eine Trennung der Kinder zuliebe. Wenn ich bspw. eine(n) Partner(in) hätte, der/die damit beginnt meine Kinder zu schlagen, zu missbrauchen, zu quälen… dann würde ich mich auch FÜR die Kinder trennen und sie ganz schnell aus diesem Einzugsbereich herausbringen.

    • Du hast Recht, die Frage eröffnet so viele Szenarien, dass sie kaum Aussagekraft hat. Frauen werden sie vielleicht auch tendenziell anders verstehen als Männer.

      Besser wäre ein prinzipielles: Kinder sind mir wichtiger als Partner

    • Ist mir auch aufgefallen. Man müsste wissen, wie die Frage gestellt wurde. Vielleicht ging es um die Option, dass die Kinder beim Vater bleiben.

      Nochwas: Merkwürdig ist, dass die Männer mit Kindern den Durchschnittswert nicht herunterziehen („Jahr 2009“ identisch mit „davon ohne Kind“, beide 5%). Rundungsfehler?

  2. Ja nun, auch älteren Menschen wird weniger Leistung von Arbeitgebern zugetraut, auch wenn die einzelne ältere Person vielleicht im Vergleich mit den Altersgenossen bessere Voraussetzungen mitbringt.
    So ist nun mal die kapitalistische Betriebskostenrechnung, da wird durch Gleichbehandlung von verschiedenen Menschengruppen eben Ungleicheit geschaffen.

    Feminstinnen die kritisieren das Frauen weniger verdienen, sich aber nicht um die Ursachen kümmern (die quasi kapitalistisch erzwungene Profitorientierung der Unternehmer) oder meinen die Welt würde daran kranken das es nicht genung weibliche Führungskräfte gibt, haben ein sehr konservatives Verständnis vom Feminismus.

  3. Die Diskussion um Genderpaygap ist weitgehend Sinnlos.

    Das wichtigste, die Leistung die der Arbeitgeber von seinem Arbeitnehmer erhält fließt nicht in die Berechnungen mit ein, wie sollte es auch?

    Diese Leistung ist nur ermittelbar über den Preis der sich auf dem freien „bösen, kapitalistischen“ Arbeitsmarkt einstellt.

    Wir können keine menschliche Arbeitsleistung als körperliche Arbeit messen, Arbeitsplätze sind eine Kombination aus geistiger und körperlicher Arbeit, Schwerpunkt auf geistiger Arbeit,
    Jobs mit hoher körperlicher Arbeitsleistung (wären in Wattstunden eindeutiger messbar) sind Männerdomäne, hier wären Frauen körperlich benachteiligt.

    Wenn sich jetzt mit „neuen“ Berechnungsmodellen ein Minderverdientst der Frauen von 5% oder irgendeine andere Hausnummer ergibt, so ist das auch der geschlechtsspezifischen Wertigkeit auf dem Arbeitsmarkt und dem Berechnungsverfahren geschuldet.

    Der GPG kann als Numerologie verstanden werden.

  4. Sehr interessanter und aufschlussreicher Artikel. Ob sowas die nächsten Jahre auch mal durch die Mainstreammedien geht? Ich fürchte nicht.

    Also, zu

    „Solange Frauen keine Kinder haben, wollen sie auch zu einem hohen Anteil Vollzeit arbeiten, mit Kindern will das immer noch ein großer Teil (dies an diejenigen, die sagen, dass Frauen gar nicht arbeiten wollen), aber eben deutlich weniger als Männer. Männern hingegen wollen in diesem Bereich ganz überwiegend Vollzeit arbeiten, wenn die Kinder, insbesondere kleine Kinder haben. Klarer kann man eigentlich kaum darstellen, dass sich die evolutionäre Versorgerrolle ganz gut in die heutige Zeit gerettet hat.“

    und

    „Bereits die erste Grafik ist interessant: Knapp 30% der Frauen wären bereit für Kinder den Beruf aufzugeben. Bei kleinen Kindern sind es knapp 40%. Bei den Männern sind lediglich kanpp 6-7% dazu bereit. Es verwundert insofern nicht, dass meist tatsächlich Frauen aussetzen.“

    sag ich mal folgendes: Der Mensch ist eben ein Säugetier. Und das heißt nicht einfach nur, dass die Weibchen Milch geben. Das heißt, dass das weibliche Geschlecht das mit dem hohen Elternaufwand ist. Die Laktation ist davon nur eine Facette, das Weibchen hat gerade rund um die Brutpflege ein völlig anderes Verhaltensrepertoir als das Männchen. Beim Menschen beispielsweise konnte man ja auch nachweisen, dass Weibchen auf Neugeborene emotional ganz anders reagieren als Männchen.

    Das Weibchen ist bei solchen Arten der eigentliche Brutpfleger, das Männchen der Brutpflegehelfer, der Ressourcenanlieferer, der Wächter und Beschützer. Wenn das Männchen bei der Brutpflege überhaupt mitmacht – der Mensch gehört diesbezüglich zu den Ausnahme-Säugern, bei denen das Männchen von Natur aus oft bei der Brutpflege mitmacht – übernimmt es hierbei weitgehend andere Aufgaben als das Weibchen.

    Das Weibchen ist typischerweise die „Glucke“, das Männchen der Jäger und damit Ernährer, und Beschützer.

    Das mag jetzt nach ach so bösem Essentialismus klingen, ich halte es aber jetzt doch nicht für notwendig, zu betonen, dass z. B. die Art, wie beide Geschlechter auf Säuglinge emotional reagieren nur eine Häufung ist bei den Frauen und es keinen essentiellen Unterschied zwischen beiden Geschlechtern gibt – zumal es diesen vermutlich sehr wohl gibt oder so gut wie gibt. Männer haben meines Erachtens in den seltensten Fällen einen Draht zu Neugeborenen, Frauen in den seltensten Fällen keinen.

    Ich finde es auch nicht so hilfreich, darüber zu diskutieren, ob das Essentialismus ist oder nicht, sondern eher darüber, dass unsere lieben Eliten aus Politik und Medien so tun, als könne man bei einem Säugetier die Geschlechterrollen komplett aufheben, und das Männchen zur Glucke und das Weibchen zum Jäger machen, bzw. jeden von beiden fifty-fifty zur Glucke UND zum Jäger. Das wird nie klappen.

    Erstmal wegen den Vorlieben der Geschlechter nicht, wegen den Auswahlkriterien der Weibchen bei der Partnerwahl, die kein Glucken-Männchen, sondern ein Versorgermännchen wollen, und weil die Weibchen bei ihren neugeborenen Jungen bleiben wollen, statt fulltime malochen zu gehen. Und weil die Männchen genau wissen, dass sie weggekickt werden, wenn sie dem Weibchen nicht mehr genug Ressourcen liefern. Und ein Männchen kann meist mit einem Säugling/Kleinkind nicht viel anfangen. (Die kann man in dem Alter ja noch gar nicht mit auf die Jagd nehmen!!!)

    Unsere Eliten versuchen aber, diese Geschlechterrollen zu überwinden, und dieser Versuch wird sehr viel Unheil anrichten – kaputte Familien, Scheidungen und Scheidungskriege, zu wenig Geburten, psychisch demoralisierte Kinder durch Scheidungen ihrer Eltern.

    Ob Frauen durch ihren hohen Elternaufwand und damit verbundene berufliche Nachteile insgesamt benachteiligt sind? Nein, denn der hohe Elternaufwand steht in einem kausalen Zusammenhang mit der erheblichen sexuellen Macht des weiblichen Geschlechts. Die wird in der Debatte immer unterschlagen, gestern abend noch in Frau TV, wo eine darumlamentierte, die Männer könnten noch so viele Kinder haben, es würde ihrer Karriere nicht schaden, und das sei ungerecht. Völlig ausgeklammert hatte sie, dass Männer mit Kindern nicht nur arbeiten können und dürfen, sondern dies MÜSSEN und gerade als Väter UNTER DRUCK STEHEN auf dem Gebiet gute Ergebnisse zu liefern. Völlig ausgeklammert hatte sie auch die Macht der Frau auf dem Partnermarkt, die mit dem hohen Elternaufwand des weiblichen Geschlechts im Zusammenhang steht.

    Und mit dem Begriff „Biologismus“ schmiss sie auch noch um sich, bezug nehmend auf Vorstellungen von wegen warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken könnten – aber für Feministinnen ist eben jede biologische Betrachtung von Geschlechterrollen und von Geschlechtsunterschieden, und sei es in den Häufigkeiten, BIOLOGISMUS.

    „Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch den “40+” Stunden pro Woche” Bereich. Frauen, egal ob Kinder oder nicht, interessieren sich nicht für ihn.“

    Das Weibchen schont sich von Natur aus gern, riskiert nichts, weil es dadurch seine gesamte Gewinnerwartung in Sachen Darwinfitness nicht steigern kann, weil es eh einen Partner kriegt oder so viele, wie es will, weil es sich für die nächste und/oder von der letzten Schwangerschaft mitsamt Laktation erholen muss. Das Männchen ist in dem Punkt ganz anders – es muss Risiken eingehen, Anstrengungen und Belastungen auf sich nehmen, um eine Partnerin bekommen und halten zu können. Und genau das steht mit vielen Benachteiligungen des Mannes im Zusammenhang, z. B. mit Todesberufen und Arbeitsunfällen, von denen Frauen kaum betroffen sind.

    Immerhin scheinen die Damen kapiert zu haben, dass Erwerbsarbeit entgegen dem diesbezüglichen geschreibsel aus den Mainstreammedien meist keine „Selbstverwirklichung“ ist, sondern MALOCHE und GESUNDHEITLICHE BELASTUNG – und das überlassen sie lieber den Männern, besonders dann, wenn die Arbeit kein Privatleben und keinen Zeit- und Kraftspielraum mehr für die Brutfplege lässt, die so ein Weibchen AUSLEBEN will.

    „Die Männer müssen es Geld bringen – ha!“ meinte vor vielen Jahren, als ich noch die Schulbank drückte, eine Klassenkameradin. Sie hatte früh im Leben verstanden, was los ist.

    „Männer mit großen Kindern starten anscheinend noch einmal durch (vielleicht auch nur weil große Kinder im Studium Geld kosten oder weil einfach mehr Zeit ist, wenn die Kinder aus dem Haus sind). Aber selbst Männer mit kleinen Kindern sind noch etwas motivierter als Männer ohne Kinder.“

    Eben.

    „Bei der Frage, ob man für Kinder Einkommensverluste hinnehmen würde, zeigen sich ebenfalls erhebliche Geschlechterunterschiede. Am größten sind die Unterschiede bei kleinen Kindern, so dass man auch hier die Versorgerrolle recht deutlich sehen kann. Knapp 60% der Frauen sind bereit bei kleinen Kindern Einbußen beim Einkommen hinzunehmen, im Gegensatz zu knapp 30% der Männer.“

    Auch das ist aus verhaltensbiologischer Sicht zu erwarten. Eine Frau mit kleinen Kindern wäre unter Urwaldbedingungen ja auch bereit, bei der Mammutjagd um 30 % kürzer zu treten – vermutlich auch um deutlich mehr. Ein Mann mit Kindern dagegen wird eher mehr Beute machen wollen als in der Zeit vor den Kindern.

    „Auch bei der Frage, ob man sich für die Kinder von seinem Partner trennen würde zeigen sich Geschlechterunterschiede. Deutlich wird dieser insbesondere bei den Paaren, bei denen Kinder vorhanden sind: Die Männer sind überhaupt nicht bereit dazu, sich bei Kindern von ihrer Partnerin zu trennen, bei den Frauen immerhin 12% Prozent. Es dürfte auch damit zusammen hängen, dass die wenigsten Männer bei einer Trennung etwas von ihren Kindern hätte, weil sie eher bei der Mutter bleiben würden.“

    Hier zeigt sich gerade auch der Feminismus und die Spielregeln, die er für die Scheidung durchgesetzt hat. Kinder kriegen lohnt sich für Männer immer weniger. Mehr arbeiten, und die Kinder im Trennungsfall nichts ehen dürfen, und ein Falschbezichtigungsrisiko eingehen, gerade dann, wenn man im Scheidungskrieg nicht früh genug klein beigibt. Folge: Immer weniger Männer sind bereit, sich darauf einzulassen. Die Folgen werden wir alle in Zukunft fürchten lernen.

  5. In dieser Woche fand im Bundestag eine Anhörung zu einem Entwurf für ein Gesetz zur Entgeltgleichheit statt: https://www.bundestag.de/presse/hib/2013_02/2013_079/01.html
    Auch dort wird von den Sachverständigen ein Zusammenhang zwischen Kinderlosigkeit und Bezahlung hergestellt. Typisch ist, dass gewohnt femizentristisch die Rahmenbedingungen für Frauen bestimmend sind. Das eine Verbesserung der Rechtslage für Männer resp. Väter im Familien/Kindschafts/Unterhaltsrecht die Frauen entlasten würde und diese damit ihre schreckliche Doppelbelastung durch Kinder und Karrieredrang, (besonders bei ledigen und geschiedenen Müttern) vermeiden könnten wird, selbstverständlich, in diesem Zusammenhang nicht diskutiert.

  6. @radaffe
    „Meiner Meinung nach hätte die bedingungslose Gleichberechtigung von Vätern und Müttern auch den Nebeneffekt, dass es mehr erziehungswillige Väter geben würde.“ Ja, das ist gut möglich. So wie sie eben auch den Nebeneffekt hätte, dass der Druck auf Frauen, die Familie finanziell (mit) zu versorgen, größer würde. Was eben tatsächlich die Position von Frauen auf dem Arbeitsmarkt verstärken würde.

    Bei den Sciencefiles gibt es dazu noch eine ganz interessante Grafik:

    Dir große Mehrheit von Frauen hantiert demnach mit den Optionen Familie UND Beruf – während Männer, deren familiäre Position durch die rechtlichen Rahmenbedingungen sehr viel schwächer ist, eben vorwiegend auf den Beruf setzen müssen. Da sie ihren Einsatz dort konzentrieren (wollen oder müssen), etablieren sie sich im Arbeitsleben folgerichtig auch besser. (Allerdings wäre die Grafik erst dann wirklich aussagekräftig, wenn die entsprechende Männer-Grafik auch dabei wäre.)

    Ich habe ohnehin nie verstanden, WIE eigentlich im Einzelnen die Gehaltsdiskriminierung von Frauen exerziert werden sollte. Die Rede davon erweckt den Eindruck, als säße eine Gruppe böser alter Männer wie eine Spinne in der Mitte des Arbeitsmarktes und sorge dafür, dass eine Arbeit sogleich schlechter bezahlt werde, sobald sie vorwiegend von Frauen ausgeübt wird. Tatsächlich besteht das Problem (wie sich ja bei Hoff Sommers zeigt) wohl eher darin, dass Frauen auch schlechter bezahlte Arbeitsfelder ansteuern, weil sie weniger als Männer damit rechnen, im Alleingang eine Familie ernähren zu müssen – und weil sie eher als Männer damit rechnen, in der Partnerschaft mitfinanziert zu werden. In dieser Hinsicht subventionieren die Männer durch ihre Arbeit, zumindest in vielen Fällen, gewissermaßen die Berufe ihrer Frauen – was ihnen dann absurderweise als diskriminierendes Verhalten ausgelegt wird.

    • „Ich habe ohnehin nie verstanden, WIE eigentlich im Einzelnen die Gehaltsdiskriminierung von Frauen exerziert werden sollte.“

      dann solltest du diesen text mal lesen. dort wird es erklärt.
      http://blogs.faz.net/planckton/2012/09/26/die-subtile-inkompetenz-der-frauen-419/
      u.a. wie folgt:

      „in allen Kategorien hatte das Geschlecht des Bewerbers signifikanten Einfluss auf die Bewertung (siehe Fig. 1, 2). Weibliche Bewerber wurden als weniger kompetent und als weniger für eine Einstellung geeignet eingeschätzt als männliche Bewerber. Es wurden weniger Maßnahmen zur Karriereunterstützung angeboten und das Einstiegsgehalt lag mit durchschnittlich 26.507,94 Dollar klar unter dem entsprechenden Durchschnittswert für die männlichen Studenten (30.238,10 Dollar).“

      da beschließt also kein gremium, frauen weniger zu bezahlen, sondern es existiert eine stille übereinkunft in der gesamten gesellschaft, dass frauen weniger kompetent sind und daher weniger verdienen müssen. nennt sich stereotyp.

      • Das Vorurteil von Personalern, darunter auch Frauen, dass Frauen weniger kompetent und geeignet für eine Einstellung sind hat sich bewährt.

        Ob Frauen jetzt nicht wollen oder nicht können ist dabei völlig egal, dem bösen Kapitalismus sind Frauen weniger wert. Wenn sie wirklich besser ist, so wird sich das schnell angleichen, sie kann mehr verlangen, Job wechseln, so wie das jeder Mann tut.
        Männer tun das sogar dauernd ohne zu jammern, denn in der Schule werden sie ja schlechter bewertet, trotzdem verdienen sie schnell im Berufsleben mehr und machen ab einem bestimmten Alter steiler Karriere als Frauen.

        Selbstständige Frauen verdienen übrigens auch erheblich weniger als Männer.

        Und alle Fördermaßnahmen und Genderkram gerade in der Bildung werden die Vorurteile weiter verstärken.

        Versucht man die Vorurteile zu verbieten wird es sich nur tiefer eingraben und die Methoden des Arbeitsmarkts nur den angemessenen Preis zu zahlen werden subtiler werden.

        Ich kenne eine Frau wie Sibylle Anderl.
        Hat Physik studiert, war in einer staatlichen Forschungsorganisation und arbeitete „zum Spaß“ an ihrer Doktorarbeit.
        Kam dann aber doch anders und jetzt ist sie in einer „Finanzberatungs“-Firma.

        Dazu war ein Physikstudium nötig?
        Und um „Journalistin“ bei der FAZ zu werden musste Sibylle Anderl Physik studieren?

        Verschwendete Zeit und verschwendete Staatsgelder um danach über Vorurteile zu lamentieren?

        In meinem Beispiel war es wohl so dass der Vater der Physikerin halt nur die eine Tochter hat, seine „Beste“ und eine eigene Firma und so musste es halt ein Physikstudium sein. Hat sich wohl mehr erhofft.

        Bei Sibylle Anderl ist es ähnlich.

        Tochter wohl situierter Eltern, von diesen protegiert, macht ein „Verlegenheitsstudium“, sachfremd für die spätere Berufslaufbahn und lamentiert über Vorurteile.

        Was ist das gegen ein Migrantenkind das es gegen weitaus mehr Widerstände und mit einfachen Eltern schafft einen Handwerksmeister und vielleicht noch sich selbstständig zu machen? Ohne Gejammer?

        Ach wie schlimm, diese Wohlstandsprobleme der besteingebildetsten Frauengeneration Deutschlands.

      • @ hottehü

        Man kann ja Männern jede Fiesheit unterstellen, wenn es um die Behandlung von Frauen geht und findet damit Glauben und Resonanz in der feministischen Echokammer unserer Frauenpämperungsmedien.

        Warum nimmt man dann nicht konsequenterweise an, dass böse Kapitalistenmänner brutal die Minderbezahlung von Frauen bei gleicher Leistung ausnützen zur Gewinnmaximierung?.

        Das müssten sie ja können.

        Wenn Frauen tatsächlich für die GLEICHE Leistung weniger Gehalt bekommen.

        Warum sollten also Kapitalisten überhaupt noch Männer anstellen, wenn sie für weniger Geld die gleiche Leistung einkaufen können, eben bei Frauen?

        Weil sie männersolidarisch sind?

        Dann wären aber Kapitalisten nicht so geldgierig, wie ich es erlebe.

        Sie wollen Rendite machen, egal wie und mit wem.

        Da wird auch der schlimmste Sexist zum Frauenfreund – WENN ES SICH RECHNET.

        Umgekehrt: Wenn es Vorurteile wären, müsste es einen großen Pool von Frauen geben, der unterbezahlt ist, die eigentlich mehr verdienen müssten, wenn sie nur nicht von bösen Kapitalistenmännern gedeckelt würden.

        Warum wird der Pool nicht sichtbar?

        Warum gehen diese angeblich unterbezahlten Frauen nicht hin, gründen eigene Firmen, in denen sie die Chefin sind, stellen andere, von Männern unterbezahlte Frauen bei sich ein, zahlen denen z.B. nur 10 % weniger als Männerkapitalisten, die ja bekanntlich 23 % weniger zahlen für’s Frausein und rollen allein mit diesem Lohnvorteil die Männerwirtschaft auf?

        In 30 Jahren lebten wir in einer frauendominierten Wirtschaft und Hanna Rosin würde Recht behalten.

        Warum geschieht das nicht?

        Warum sieht man davon nichts?

        Weil es diesen Pool unterbezahlter Frauen realiter gar nicht gibt?

        Weil sie leistungsgerecht bezahlt werden und z.B. für weniger Erwerbsarbeit weniger Geld bekommen?

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