Guten Rutsch in das Jahr 2018!

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, ich bedanke mich für viele Besuche, Diskussionen, Anregungen und viele neue Ideen, die durch euch in den Blog getragen worden sind, ob ich ihnen nun zustimme oder nicht.

Ohne meine Leser und Leute, die sich hier einbringen würde das Bloggen bei weitem nicht so viel Spass machen.

Ich hoffe ich sehe euch alle im nächsten Jahr hier wieder!

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Themen des Jahres 2017

Was waren für euch die Themen des Jahres 2017?

Das Google Manifesto hat sicherlich für einiges an Aufregung gesorgt

Die Bundestagswahl war ebenso ein großes Thema und ist es immer noch

#Metoo hat für einiges an Aufregung gesorgt

Der Bundesgerichtshof hat die Rechtsprechung zum Wechselmodell umgestellt

 

Viele gute Beispiele dafür, was sich im letzten Jahr so getan hat, finden sich auch bei Genderama, der auch darum bittet ihn mit einer Spende zu unterstützen. Da Arne wirklich gute und wichtige Arbeit macht wäre das etwas, was man auf alle Fälle machen sollte.

Von den Zugriffszahlen her wurden diese in 2017 geschriebenen Artikel am häufigsten aufgerufen:

Die insgesamt am meisten dieses Jahr aufgerufenen Artikel waren:

Was war für euch 2017 ein wichtiges Ereignis? Welcher der hier oder in anderen Blogs erschienenen Artikel hat euch besonders gefallen?

Selbstmach Samstag 169 (30.12.2017)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

„Relevant sind nur die Männer“

In der Jahresrückschau des ZDF waren anscheinend zu viele Männer:

Christian Lindner erzählte über die abgesprochenen Jamaika-Sondierungsgespräche, Elyas M’Barek über den Publikumshit „Fack Ju Göhte 3“ und Mark Forster über, nun ja, seine Schulzeit. Männer haben wirklich einiges zu erzählen. Frauen offenbar nicht so

Denn in den 135 Minuten des ZDF-Jahresrückblicks „Menschen 2017“ mit Markus Lanz kamen gerade mal zwei weibliche Gäste zu Wort, die Weltenbummlerin Heidi Hetzer und Apnoe-Taucherin Anna von Boetticher.

Eine zumindest fragwürdige Zusammenstellung. In jedem Fall aber ungeschickt vor dem Hintergrund der vergangenen Debatten über Diversität, Teilhabe und Sexismus.

Auch immer wieder faszinierend dieser Gedanke, dass man Leute nach Gruppenzugehörigkeit zu Wort kommen lassen sollte.

Mal sehen, wie das ZDF sich rechtfertigt:

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE erklärt das ZDF: „Das Geschlecht der Gäste spielt bei der Zusammenstellung der Sendung keine Rolle.“ Unter den angefragten Gästen seien allerdings noch mehr Frauen gewesen, die hätten aber alle nicht teilnehmen können. Außerdem habe Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, die bereits angekündigt war, kurzfristig absagen müssen.

Das Frauen seltener ins Rampenlicht wollen oder ihnen so etwas seltener die Mühe wert ist, die damit verbunden ist, wäre auch nichts neues.

Da scheint sich – wenn es nicht eine Ausrede des ZDF ist. welches sich ja sonst durchaus feministisch zeigt – die Realität schlicht mit den Vorstellungen der Theorie zu beißen.
Natürlich hätten die Redakteure das dennoch neutral besetzen können. Eben indem sie eine Männer- und Frauenliste erstellen und dann strikt hälftig diese abtelefonieren, bis sie gleiche Anteile haben. Aber natürlich wollen Sendungen auch gesehen werden. Wenn dann nur noch schlechtere Geschichten übrig bleiben oder unbekanntere Gesichter, dann entsteht daraus kein gutes Fernsehen.

Ist es wirklich so einfach? Die Erklärung des ZDF macht jedenfalls hellhörig: „‚Menschen 2017‘ bietet eine bunte Mischung, einen Überblick über alle relevanten Themen des Jahres.“ Im Umkehrschluss heißt das: Frauen und Relevanz, das schließt sich beim ZDF offenbar aus.

Theoretisch kann man natürlich auch Männer über Frauenthemen reden lassen. Was ich immer schade bei solchen Artikeln finde ist, dass sie gar nicht darauf eingehen, welche Frauenthemen sie vermisst haben, welche Frau hätte eingeladen werden müssen oder was sie nun konkret an Inhalt vermisst werden. Es wird schlicht angenommen, dass Frauenthemen von gleicher Wichtigkeit vorhanden gewesen sein müssen und man eben so lange schauen muss, bis man sie findet und die passenden Frauen dazu.

Frauen beziehen den ökonomischen Status bei der Bewertung sexueller Attraktivität deutlich stärker ein als Männer

Die Schachweltmeisterin Anna Muzychuk verzichtet auf Teilnahme an WM, weil ihr in Saudi Arabien die Frauen zu unfrei sind

Es ist durchaus eine Form von Feminismus, für die ich Verständnis habe: Schachweltmeisterin Anna Muzychuk schreibt auf Facebook:

In a few days I am going to lose two World Champion titles – one by one. Just because I decided not to go to Saudi Arabia. Not to play by someone’s rules, not to wear abaya, not to be accompanied getting outside, and altogether not to feel myself a secondary creature. Exactly one year ago I won these two titles and was about the happiest person in the chess world but this time I feel really bad. I am ready to stand for my principles and skip the event, where in five days I was expected to earn more than I do in a dozen of events combined. All that is annoying, but the most upsetting thing is that almost nobody really cares. That is a really bitter feeling, still not the one to change my opinion and my principles. The same goes for my sister Mariya – and I am really happy that we share this point of view. And yes, for those few who care – we’ll be back!

In der Übersetzung auf Welt:

Sie schrieb also: „In ein paar Tagen werde ich zwei Weltmeister-Titel verlieren – einen nach dem anderen. Nur weil ich mich entschieden habe, nicht nach Saudi-Arabien zu gehen. Nicht nach den Regeln von irgendjemandem zu spielen, nicht die Abaya zu tragen, nicht begleitet zu werden, um nach draußen zu gelangen, und alles in allem, um mich nicht wie ein Mensch zweiter Klasse zu fühlen. Vor genau einem Jahr habe ich diese beiden Titel gewonnen und war die glücklichste Person in der Schach-Welt. Aber dieses Mal fühle ich mich wirklich schlecht.“

Sie sei bereit, „für meine Prinzipien einzustehen und die Veranstaltung sausen zu lassen, wo zu erwarten gewesen wäre, dass ich in fünf Tagen mehr verdient hätte als in einem Dutzend von Veranstaltungen zusammen. All das nervt, aber das Ärgerlichste ist, dass es fast niemanden wirklich interessiert. Das ist ein wirklich bitteres Gefühl, aber ich bin deswegen noch lange nicht diejenige, die ihre Meinung und ihre Prinzipien ändert.“ Schon die WM im vergangenen Jahr in Teheran, wo Frauen sich auch großen Restriktionen ausgesetzt sehen, sei für sie eine Zumutung gewesen.

Zwar müssen die Teilnehmenden während des Turniers weder einen Hidschab (islamisches Kopftuch) noch eine Abaya (Überkleid, das von Frauen über der normalen Kleidung getragen wird, wenn sie das Haus verlassen) tragen. Dies hatte die World Chess Federation im November verkündet. Es sei „das erste Mal, dass dies für ein Sport-Event in Saudi-Arabien gilt“, wurde stolz mitgeteilt.

(…)

An der politisch-gesellschaftlichen Situation der Frauen im Land aber ändert das natürlich herzlich wenig. Die saudische Politik wird von einer strengen Auslegung des Islam beherrscht. Keine Frau darf sich etwa unverschleiert in der Öffentlichkeit zeigen. Vorgeschrieben ist die Vollverschleierung von Kopf bis Fuß.

Israelische Teilnehmer bekamen kein Visum

Frauen dürfen auch nicht ohne männliche Zustimmung reisen, weder im In- noch im Ausland. Auch eine Scheidung ist Frauen nur erlaubt, wenn ein männlicher Vormund sie gestattet. Unter anderem gilt auch eine strikte Geschlechtertrennung beim Einkaufen oder bei Restaurantbesuchen mit Männern, die nicht zu ihrer Familie gehören. Sie sind strengstens untersagt. Der Staat als Hüter der religiösen Werte werde weiter die Sicherheit und den Schutz der Gesellschaft garantieren, hieß es in der Erklärung, als vor Kurzem angekündigt wurde, dass Frauen ab Juni 2018 wohl Auto fahren dürfen.

Bei der Schach-WM nun stieß aber auch der zart aufkeimende Liberalismus im Landschnell an politische Grenzen. Sieben israelischen Teilnehmern wurde kein Visum gegeben, berichtete die BBC. Wohl aus reiner Willkür und innig gepflegter Feindschaft. Das wahhabitische Königreich und der jüdische Staat unterhalten nicht mal diplomatische Beziehungen.

Was sagt ihr dazu?

Sollte man die Veranstaltung unterstützen, weil sie eben selbst Regeln in einem sehr strengen Land aufbricht und damit auch ein Zeichen für die dortigen Frauen ist oder ist der Boykott eher der richtige Weg, weil eben eine WM nicht in einem Land statt

Hengameh Yaghoobifarah: Erbsünde und Ablasshandel im Feminismus

Hengameh Acabifarah, selbst dank Passing „weiß-privilegiert“ versucht sich an einem neuen modernen feministisch-rassistischen Ablasshandel:

Die Parallelen zum Christentum im Feminismus sind schon interessant. Der weiße Mann ist sündig geboren, er kann durch Buße tun ins Himmelreich kommen, aber niemand ist je ohne Sünde. Ein Priesterwesen verwaltet die Bewertung allen Handelns, erbitterte Streitigkeiten im Innern über den richtigen Weg und wer besser im Glauben ist.