Selbermach Mittwoch 146 (10.01.2018)

Und? Wird es zur großen Koalition kommen?

Oder was euch eben sonst so bewegt.

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SJW’s and Logic

Gestern Abend war ich aus. Ich habe über Tinder ein Mädel kennen gelernt und war mit ihr und einigen ihrer Freundinnen in einer Bar. Eine ihrer Freundinnen sprach über den „Sänger“ Ginuwine und wie Transphob er doch sei, weil er India Willoughby (Transfrau) nicht küssen wollte.

Also musste ich mich entscheiden. Die Chance auf Sex mit meinem Date aufrechterhalten, oder eine SJW triggern. Natürlich entschied ich mich für letzteres.

Ich: Transmenschen nicht küssen, oder Sex mit ihnen zu wollen, ist Transphob?

 

Sie: Ja ist es. (INSERT EXPLANATION HERE)

 

Ich: So ein dreckiges Schwein. Tatsächlich ist es nämlich so, dass ich mich als non-Binary Trans identifiziere.

 

Sie: Wow. Wie mutig das du dies hier so frei zum Ausdruck bringst.

 

Ich: Ja. Ausserdem hätte ich gerne Sex mit dir. Denk dran, sagst du Nein, bist du Transphob.

 

Nach kurzer stille drehte sie sich einfach um und ging. Aber ich schwöre euch, ich konnte aus ihrem Kopf den Windows Shut Down Ton hören.

😂😂😂😂

James Damore verklagt Google wegen Diskriminierung als weißer Mann mit nichtlinker Einstellung

James Damore war – wie Lesern dieses Blogs sicherlich bekannt ist – Angestellter bei Google, der in einer internen Diskussionsgruppe ein „Memo“ eingestellt hat, welches in Einklang mit der biologischen Forschung darstellte, dass Männer und Frauen unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen im Schnitt haben und daher nicht zu erwarten ist, dass sie in gleicher Weise von bestimmten Jobs angesprochen werden.

Das Memo kann man hier nachlesen.

Google reagierte, nachdem das Memo nach außen geleakt worden war, damit, dass sie ihm gekündigt haben.

Damore hat nun gegen Google zusammen mit einem weiteren Kläger einen „Class action“-Prozess angestrengt, also einen Prozess, in den sich weitere Kläger einschalten können, weil nach seiner Ansicht bei Google nach Hautfarbe, Geschlecht und politischer Einstellung diskriminiert wird.

Der Prozess hat das Potential zu einem Jahrhundertprozess, weil verschiedene Theorien und ihre Anerkennung oder Ablehnung in der Rechtsprechung dort zum Gegenstand des Verfahrens werden könnten:

  • Die Theorie, dass es eine binäre Einteilung ind privilegierte und diskriminierte Gruppen  bzw Gruppenkategorien gibt und entsprechend der intersektionalen Theorien Männer, Weiße, Heterosexuelle etc privilegiert sind und deswegen niemals diskriminiert sein können.
  • Geschlechterunteschiede und ihre biologische Begründung
  • inwieweit darf ein Unternehmen gegenüber politischen Anschauungen diskriminieren /findet das seine Grenze darin, dass diese Auffassungen zutreffend sind?

Natürlich kann es auch sein, dass viele der dortigen Fragen nicht zur Sprache kommen oder der Fall auf andere Weise abgewickelt wird, gerade weil es politische Fragen sind wird auch ein Gericht eine gewisse Befangenheit haben. Interessant wäre, ob eine Jury dort entscheidet oder nicht.

Die Antragsschrift kann man hier im Volltext lesen.

Da sind auf jeden Fall sehr interessante Angaben dabei (Übersetzung bitte mit Vorsicht genießen, es gilt im Zweifel natürlich der Originaltext):

CASE SUMMARY
2. Die Kläger bringen diese Einzel- und Sammelklage in ihrem eigenen Namen und im Namen einer Klasse und Unterklassen ein, die als alle Mitarbeiter von Google diskriminiert werden.

(i) aufgrund ihrer wahrgenommenen konservativen politischen Ansichten durch Google in Kalifornien zu jeder Zeit während des Zeitraums, der vier Jahre vor der Einreichung dieser Beschwerde beginnt, bis zum Tag des Gerichtsverfahrens in dieser Klage („Political Class Period“);

(ii) aufgrund ihres männlichen Geschlechts durch Google in Kalifornien zu jeder Zeit während des Zeitraum, beginnend ein Jahr vor Einreichung dieser Beschwerde bis zum Verhandlungstermin in dieser Klage („Gender Class Period“); und/oder

(iii) wegen ihrer kaukasischen Rasse durch Google in Kalifornien an irgendeiner Stelle
Zeitraum, der ein Jahr vor der Einreichung dieser Beschwerde beginnt, bis zum Tag der Verhandlung in dieser Klage („Race Class Period“) (Political Class Period, Gender Class Period und Race Class Period, zusammenfassend als „Class Periods“ bezeichnet). Diese Verstöße führen auch dazu, dass Google Ansprüche wegen Verletzung des kalifornischen Business and Professions Code Section 17200 ff. geltend macht.

3. Während der gesamten Zeit und unter Verstoß gegen das kalifornische Recht wurden/werden Google-Mitarbeiter, die Ansichten geäußert haben, die von der Mehrheitsmeinung bei Google zu politischen Themen abweichen, die am Arbeitsplatz aufgeworfen wurden und für die Beschäftigungspolitik von Google und sein Geschäft von Bedeutung sind, wie z.B. die Einstellungspolitik „Diversity“, „Bias Sensitivität“ oder „Soziale Gerechtigkeit“, von Google herausgegriffen, misshandelt und systematisch bestraft und gekündigt, was eine Verletzung ihrer gesetzlichen Rechte darstellt.

4. Googles offene Feindseligkeit gegenüber konservativem Denken wird gepaart mit unpassender Diskriminierung aufgrund von Rasse und Geschlecht, die gesetzlich verboten ist. Das Management von Google entfaltet außerordentliche Bemühungen, ihre Manager dahingehend zu beeinflussen, dass diese bei Einstellungen eigentlich als Kriterium nicht zulässige Punkte wie wie Rasse und/oder Geschlecht als bestimmende Einstellungsfaktoren berücksichtigen, zum Nachteil der kaukasischen und männlichen Mitarbeiter und potenziellen Mitarbeiter bei Google.

5. Damore, Gudeman und andere Mitglieder der klagenden Klasse wurden geächtet, verächtlich gemacht und bestraft für ihre heterodoxen politischen Ansichten und für die zusätzliche Sünde ihrer Geburtsumstände, Kaukasier und/oder Männer zu sein. Dies ist die Essenz der Diskriminierung – Google bildete Meinungen über die Kläger und behandelte sie dann nicht aufgrund ihrer individuellen Verdienste, sondern aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Gruppen mit angenommenen Merkmalen.

6. Google-Mitarbeiter und -Führungskräfte zogen es stark vor, dieselben orthodoxen Meinungen wiederholt zu hören, was zu einer ideologischen Echokammer, einer geschützten, verzerrten Blase des Gruppendenkens, führte. Als die Kläger die illegalen Beschäftigungspraktiken von Google in Frage stellten, wurden sie offen bedroht und von Google schikaniert und mit Vergeltungsmaßnahmen belegt. Google schuf ein Umfeld zum Schutz von Mitarbeitern, die Personen belästigten, die sich gegen die Ansicht von Google oder den „Googley-Weg“, wie er intern manchmal genannt wird, aussprachen. Google-Mitarbeiter wussten, dass sie die Kläger ungestraft belästigen konnten, wenn man den Tonfall der Manager bedenkt – und das taten sie auch.

7. Google setzt illegale Einstellungsquoten ein, um die erwünschten Prozentsätze von Frauen und bevorzugten Kandidaten für Minderheiten zu erfüllen, und beschämt Manager von Geschäftseinheiten, die ihre Quoten nicht einhalten, offen, indem sie männliche und kaukasische Mitarbeiter offen als weniger begünstigt als andere verunglimpfen.

8. Nicht nur, dass die zahlenmäßige Präsenz von Frauen bei Google allein aufgrund ihres Geschlechts gefeiert wurde, auch die Präsenz von Weißen und Männern wurde bei unternehmensweiten wöchentlichen Meetings mit „Boos“ verspottet. Dieses unannehmbare Verhalten zeigten auch hochrangiger Führungskräfte bei Google, die für Hunderte, wenn nicht Tausende von Einstellungs- und Entlassungsentscheidungen während der Klassenperioden verantwortlich waren.

9. Die Kläger bringen diese Klage ein, um ihre Rechte zu verteidigen und Google daran zu hindern, diese Praktiken gegen andere Mitarbeiter oder potenzielle Mitarbeiter jetzt und in Zukunft zu wiederholen.

Bei Google scheint also, wenn die Angaben stimmen, eine ziemliche PC-Kultur zu herrschen, bei der viele sehr überzeugte intersektionale Feministen in deren Reihen vorhanden zu seien scheinen.

Damore musste beispielsweise ein „Bias-Training“ absolvieren:

Beim persönlichen Training mit dem Titel „Bias Busting“ diskutierte Google darüber, wie Vorurteile gegen Frauen am Arbeitsplatz existieren, und wie „white male privilege“ am Arbeitsplatz existiert. Die Ausbildung wurde von der „Unbiasing Group“ bei Google betrieben, und es waren ca. 20 Google-Mitarbeiter beschäftigt. Damore war mit diesem einseitigen Ansatz nicht einverstanden. Als Damore seine Meinungsverschiedenheiten und seine Bedenken hinsichtlich der einseitigen Präsentation, andere Mitarbeiter, einschließlich der Führungskräfte, lachten ihn diese spöttisch aus. Sie betrachteten seine Ansichten als konservativ und somit fehlerhaft und der Verunglimpfung würdig.

Ich empfehle jedem, die Klage einmal komplett durchzulesen, sie ist sehr interessant und zeigt bemerkenswerte Vorgänge auf.

Beispielsweise zu der Beschämung von Männern (im Versuch einer Übersetzung mit Unterstützung von Onlineübersetzern:

Google wertete Teams mit fehlende weibliche Parität bei TGIF Meetings ab
28. Am 30. März 2017 nahm Damore an einem wöchentlichen, unternehmensweiten Treffen mit dem Namen „TGIF“ teil. Diese wöchentlichen Meetings dienten den Mitarbeitern als Plattform, um Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu  bestimmten  Themen rund um  Google zu führen.
Die TGIF-Sitzung am 30. März 2017 stand unter dem Titel „Monat der Geschichte der Frauen“, und Google brachte zwei Moderatoren für dieses Get-together mit: Ruth Porat („Porat“), die Finanzchefin des Unternehmens.
Officer of Google, und Eileen Naughton („Naughton“), der Human Resources Director von Google.
Während des TGIF-Treffens am 30. März 2017 haben entweder Porat oder Naughton auf bestimmte einzelne Abteilungen bei Google hingewiesen und diese abgewertet, in denen Frauen weniger als 50 % der Belegschaft ausmachten.
Oder sie applaudierten und lobten Abteilungen, wie z.B. die Verkaufsabteilung, in der die Frauen mehr als 50 % der Belegschaft stellen.
31. Während der Veranstaltung diskutierten Porat und Naughton auch darüber, dass Google bei der Betrachtung von Gruppen von Menschen für Promotionen oder für Führungsmöglichkeiten bei neuen Projekten Geschlecht und ethnischer Demographie berücksichtigen würden. Sie erwähnten dann, dass Googles Präferenzen bei Rasse und Geschlecht bei der Einstellung nicht zur Debatte standen, weil diese moralisch und wirtschaftlich das Beste für Google wären.
32. Damore war überrascht von Googles Position, Geschlecht offenbar in den Mittelpunt zu rücken und diese bei Einstellungs- und Beförderungsprozessen zu berücksichtigen, ebenso von der öffentlichen Beschimpfung von Google-Einheiten, die es versäumen, die numerische Geschlechterparität zu erreichen. Damore glaubte, dass unverhohlene Geschlechterpräferenzen und Quoten unvereinbar mit den US-amerikanischen und kalifornischen Diskriminierungsgesetzen waren. Dieses TGIF-Treffen war eines der wichtigsten Ereignisse der letzten Jahre.
der Faktoren, die Damore dazu veranlasst haben, an Googles Diversity and Inclusion Summit teilzunehmen.

Auch der Umgang mit ihm nach dem das Memo viral geworden war, ist erstaunlich:

66. Nachdem Damore’s Memo außerhalb von Google viral wurde, begann Damore mehrere Drohungen und Beleidigungen von seinen Mitarbeitern
67. Am 3. August 2017 schickte George Sadlier („Sadlier“), ein Direktor bei Google, eine Massen. E-Mail, in der James‘ Essay als „abstoßend und intellektuell unehrlich“ verurteilt wird und Personalabteilungsmaßnahmen versprochen werden
Sadlier bewarb auch Mitteilungen, die sich für körperliche Gewalt gegen
Damore aussprachen.. Daraufhin erhielt Damore am Freitag, den 4. August 2017, eine nächtliche E-Mail von Alex.Hidalgo, ein Site Reliability Engineer bei Google in Sadlier’s Organisation, der feststellte: „Du bist ein
Frauenfeind und eine schreckliche Person. Ich werde dich weiter verfolgen, bis einer von uns gefeuert wird. „Fick dich“

Und auch ansonsten ging man radikal gegen seine Ansichten vor:

Google-Mitarbeiter erhielten Bonusse für Argumente gegen Damores Ansichten
74. Nicht nur hat Google Damore wegen seiner politischen Ansichten über den Arbeitsplatz gekündigt aber sie belohnten dann Einzelpersonen, die mit Damore nicht einverstanden waren und ihn verunglimpften.
75. Das Google Recognition Team erlaubte es den Mitarbeitern, Kollegen „Peer Bonus“ zu geben, wenn diese gegen Damores politische Standpunkte argumnentierten. Peer Boni waren typischerweise reserviert für herausragender berufliche Leistungen oder wenn ein Mitarbeiter über seine Pflichten hinaus im besonderen Maße tätig war. Die Verteidigung der liberale Agenda oder die Verteidigung von Verstößen gegen das kalifornische Arbeitsrecht ist in keinem Stellenbeschreibung eines Google-Mitarbeiter enthalten.
76. In einem Beispiel gab ein Mitarbeiter einem anderen Mitarbeiter einen Peer Bonus und erklärte, dass die Prämie für „das Eintreten für die googleischen Werte  und die Förderung von Vielfalt und Integration sei gegen „dem elenden Haufen von Abschaum und Niedertracht, welchen das Damore Meno darstellt“ Das Google Erkennungsteam überprüfte diese Begründung, hielt sie für angemessen, und erlaubt die Durchsetzung des Bonus.

Interessant wird es natürlich dann, wenn man einbezieht, dass eine andere Firma dies dann, wenn Google dieses Verhalten erlaubt wird, das auch mit anderen Meinungen machen dürfte, also beispielsweise ein konservativ, christliches Unternehmen, dass einen Mitarbeiter, der linke Ansichten vertritt zum Abschluss freigibt.

Auch die weiteren Beispiele in der Klage zeigen, dass Google ein sehr feindseliges Betriebsklima hat, wenn man den dortigen Ansichten nicht zustimmt.

Anscheinend unterhält Google Listen unbeliebter Personen und Personen non Grata, bestrafte auch andere Mitarbeiter, die sich gegen intersektionale Positionen aussprachen, ließ es zu, dass Mitarbeiter, die nicht mit diesen Positionen einverstanden waren, gemobbt worden und abgewertet worden, mischte sich beispielsweise auch in Fragen wie Kindererziehung ein, stellte die Möglichkeiten für Blacklists bereit, machte nichts dagegen, wenn Leuten mit abweichenden Meinungen und wegen dieser mit Kündigung gedroht wurde, ließ die Abwertung weißer Männer zu, die Politik wirkte sich bei Neueinstellungen und der internen Mobilität aus etc.