„Frauen empfinden eher hemmende Empfindungen wie Schuld und Scham“

46 Gedanken zu “„Frauen empfinden eher hemmende Empfindungen wie Schuld und Scham“

    • Eben. Der Autor der Studie schmeißt wohl Schuld und Scham durcheinander.
      Frauen haben kein gerechtigkeitsbasiertes Denken (oder nur sehr schwach ausgeprägt), das ist den Männern vorbehalten.

        • Weil das hilft, wenn es darum geht größere Projekte zu organisieren.
          Macht einen Unterschied, ob man maximal seinen Wurf zu managen hat oder eine große Organisation, welche dann eben genau jenes bedarf.

        • Ich vermute der evolutionäre Grund liegt darin, dass Selbstzweifel für die Mutterschaft viel zu riskant sind. Die Mutter muss hundertprozentig hinter Schwangerschaft und Kind stehen, und stets voller Zuversicht sein.
          Damit das auch klappt, hat Mutter Natur die Frauen von der „Last“ der Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion befreit.
          Dass Frauen so mit 16 „ausgereift“ sind und dann den Rest des Lebens immer etwas kindlich bleiben, und Männern gern die Schuld an allem geben, passt da voll in’s Schema. Auch der oft erwähnte Umstand, dass man mit Kindern besser zurechtkommt, wenn man selbst kindlich ist.
          Sorgen soll sich der Versorger machen, nicht die Mutter.

        • Die Frage ist, ob sich das nachweisen lässt, ich habe keine Studie dazu gefunden, aber es ist auch meine persönliche Erfahrung.

          Meine Mutter wollte mir z.B. geliehenes Geld mal nicht zurückzahlen, weil sie meinte, ich hätte ja jetzt eh genug. So dachte die immer, sie kümmert sich schon darum, dass alle genug abbekommen und es niemandem schlecht geht, aber darüber hinaus hat sie keinerlei Gerechtigkeitsempfinden. Vor allem in Sachen Leistungsgerechtigkeit. Und tatsächlich macht das Sinn in der Mutterrolle, es macht hingegen keinen Sinn, wenn man am Ende des Tages die Jagdbeute aufteilen muss.

          Bei meiner Frau ist das schwächer ausgeprägt, aber auch wahrnehmbar. In der modernen Erziehung kann das ein echtes Problem sein, weil es eben nicht mehr allein darum geht, satt zu werden. Kinder sehen sich selbst automatisch bei irgendwas benachteiligt, so dass man ständig am vermitteln, ausgleichen und Kopf zurechtrücken ist. Bekommt man das nicht gut hin, kann sich das als Minderwertigkeitskomplex tief einfressen, meine Schwiegermutter ist so ein Fall.

        • Und wenn zB Jahrgang 1920 wirklich sexistisch bevorzugt war, was nutzt es dann, die Buben des Jahrgangs 1990 zu benachteiligen.
          Also selbst das Konzept der Zeit stellt Frauen vor kein Schamproblem.

        • @sander

          Die meisten Frauen haben damit ja auch genauso wenig zu tun, wie die allermeisten Männer.
          Es gibt keine Gruppenschuld nach Geschlecht.
          Und natürlich gibt es auch Frauen, die gegen die Quote sind
          Die von den Frauen am häufigsten Gewälte Partei waren nicht die Grünen, sondern die CDU

          • Ja, weil ja mal ganz gruppentypisch eine Frau am Ruder das Beste sein muss, hat schon einen Grund, das die als „Mutti“ vermarktet wird.
            Das Drecksland wird mit Apothekenrundschau und der Bunten regiert, welche Surprise!

          • @Christian

            Der Punkt ist m.E., die Studie schmeißt beide Begriffe, nämlich „Scham“ und „Schuld“ in eins.
            „Scham“ ist jedoch nur die *emotionale Reaktion* auf den Verstoß gegen eine gesetzte Gruppennorm, „Schuld“ hingegen ist, wenn ich mir über die Konsequenzen meiner Handlungen im Klaren bin und bereit, dafür (individuell) die Verantwortung zu übernehmen.

            Das heißt, die Vermischung von „Scham“ und „Schuld“ dient bereits einem weiblichen Narrativ, welcher gerne beide Begriffe vermischen WILL.

            Das beliebte Spiel des feministischen Vorwurfs des „slut shaming“, nämlich so zu tun, als würde ich die Kritik, eine Frau ziehe sich an wie eine „Schlampe“ rechtfertigen, sie hätte für die Folgen (eine mögliche Vergewaltigung) die Verantwortung selber zu tragen und das sei falsch.
            Die „Beschämung“ ändert nichts an der Tatsache, dass Frauen mit ihrem Auftreten die Verantwortung für eine non-verbale Kommunikation ihres (sexualisierten) Auftritts selber tragen.
            Wenn die Botschaft lautet: „Ich bin lecker und ich bin (daher) teuer!“, dann ist die vereinfachte Botschaft: „Ich trage ein Preisschild! (Vor mir her.)“

            Es gibt keinerlei Garantie dafür, dass Männer nicht auf die zentrale Botschaft („Preisschild“) reagieren.
            So lange Frauen nicht bewusst ist und nicht bewusst werden soll, welche Botschaften sie durch ihren Auftritt streuen, ist das Interesse groß, „Scham“ und „Schuld“ beliebig zu vermengen.

  1. Frauen spüren keine Schuld, denn das würde Verantwortung voraussetzen. Scham fühlen sie schon weit eher. Diese ist aber nicht an Verantwortung gebunden.

      • Was sollen das für Bereiche sein jenseits von beruflichen Pflichten?

        Da wo es drauf ankäme, der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, sehe ich kaum Frauen echte Verantwortung übernehmen (gibt aber auch nur wenige Männer die das machen).
        Beta-Selektion, Hypergamie, der versteckte Hang zu gewalttätigen Männern … wo sieht man bei all dem animalischen Mist irgendwelche Verantwortung bei Frauen?

        • „Da wo es drauf ankäme, der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, sehe ich kaum Frauen echte Verantwortung übernehmen (gibt aber auch nur wenige Männer die das machen).“

          Ja, ein häufiger Irrtum ist, dass gehobene Stellen oder Leitungsfunktionen besondere Verantwortung bedeuten. Verantwortung bedeutet ja auch Konsequenzen für eigene Fehler zu tragen. Aber je höher der Posten, des so weniger Konsequenzen. Deshalb sind sich in dieser Hinsicht Feministinnen, viele Frauen und Alpha -Männchen so ähnlich im Streben nach Führungspositionen. In der Steinzeithorde war Führung noch mit echter Verantwortung verbunden, in der heutigen Zeit kaum noch. Das attraktive an Führungspositionen ist ja, dass ich für eine angebliche Verantwortung entlohnt werde, die ich aber de facto delegiere. Schlimmste Konsequenz ist regelmäßig üppig entlohnter Ruhestand oder Versorgungsposten. Es sei denn man fällt in Ungnade, in dem Falle ist es besser eine Frau zu sein

          denn:

          „wo sieht man bei all dem animalischen Mist irgendwelche Verantwortung bei Frauen?“
          nirgends.
          Und das Tragische ist, dass Männer das auch so sehen.
          Man führe sich nur die Reihe der Diktatorenfrauen an, die mit dem aus dem Blut und Schweiß der Untertanen durch ihren vielleicht schon längst gestürzten Mann mehr oder weniger unbehelligt ein Jet Set leben führen.
          Die Frau des im Knast sitzenden liberianischen Ex-Präsidenten, inzwischen von diesem geschieden, ist wie man hört (Deutschlandfunk) auf dem Wege eine Beraterin des neuen Präsidenten zu werden.

  2. Diese Information braucht den Rahmen von J. Haidt, demzufolge „moralisch“ für den normalen Menschen nicht an allgemeine Prinzipien gebunden ist, sondern an den Leumund.

    MaW: Dass Frauen sich in viel stärkerem Maße gedrängt fühlen, sich so zu verhalten, dass andere sie nicht be-/verurteilen, glaube ich sofort.
    Das KANN man moralisch nennen, aber nicht im Kantschen Sinne.

    • Guter Punkt – so wird ein Schuh daraus!

      Soweit ich das sehe, wurde in der Studie nicht ausreichend berücksichtigt, daß sie im Wesentlichen auf Selbst-Auskünften der befragten Personen beruht.

      Eine eherne Maxime der empirischen Sozialforschung lautet: Never trust what people say! Diese Maxime ist besonders dann relevant, wenn die befragten Personen sich in der Gefahr sehen, sich mit ihren Antworten moralisch zu exponieren. Und dies gilt eben nicht nur in der einen Richtung „Schlechter Leumund“ u.dgl. – es gilt eben auch in Richtung „Ich laß mir doch von dieser Spießer-Moral nicht vorschreiben, was man zu tun und zu lassen hat!“

      Das Ergebnis der Studie ist in jedem Fall interessant, sollte aber sehr kritisch analysiert werden. Es belegt ganz sicher nicht unser Vorurteil von der Frau als dem moralischen (oder moralischeren) Geschlecht.

      Eigentlich ein bißchen enttäuschend für Rolf Degen …

  3. Erstmal vorweg:

    Der Text asl Text (OCR von Google)

    A substantial body of evidence within the organizational literature indicates that compared with men, women report lower intentions to engage in morally questionable actions that provide personal or professional advantages but cause abstract harm. Although, generally, women are not more emotional than men they experience higher self-conscious moral emotions (SCME) than men, including guilt and shame proneness… Yet, besides research on women’s higher emotion-driven deontological preferences and empathic concern’s role in explaining women’s higher moral sensitivity, the potential role of emotion in explaining gender differences in moral decision-making has not been investigated…
    Five studies investigated emotional factors as explanations for gender differences in moral decision-making. In Study 1, gender differences in perceptions of moral wrongness were explained by guilt and shame proneness. Studies 2a and 2b demonstrated that instructions to adopt an unemotional perspective (vs. standard instructions) led women to have higher immoral intentions, no longer lower than men’s, as they were in the control group. Studies 3 and 4 showed that men expected immoral actions to result in higher positive and lower self-conscious moral emotions than women do. Study 4 showed that these emotional expectancies account for gender differences in immoral intentions. Study 5 showed that women-but not men-experience heightened self-conscious moral emotions and regret when recalling past transgressions done for personal gain.
    The present results demonstrate that women exhibit lower immoral intentions and higher moral condemnation than men do, and these differences are explained by women’s higher SCME and lower positive emotions experienced in the context of moral dilemmas. When considering moral dilemmas, women experienced heightened SCME, whereas men experienced enhanced positive emotions… Although historically women’s emotionality was thought to detract from their moral sophistication, the present data show that women’s higher SCME and lower positive affect experienced in the context of moral dilemmas explain their lower immoral intentions.

    ———————————–

    Übersetzt von DeepL:

    Ein erheblicher Bestand an Beweisen innerhalb der Organisationsliteratur deutet darauf hin, dass Frauen im Vergleich zu Männern geringere Absichten haben, moralisch fragwürdige Handlungen zu unternehmen, die persönliche oder berufliche Vorteile bieten, aber abstrakten Schaden anrichten. Obwohl Frauen im Allgemeinen nicht emotionaler sind als Männer, erleben sie höhere selbstbewusste moralische Emotionen (SCME) als Männer, einschließlich Schuldgefühle und Schamgefühle… Doch neben der Erforschung der höheren emotionalen deontologischen Präferenzen von Frauen und der Rolle der empathischen Besorgnis bei der Erklärung der höheren moralischen Sensibilität von Frauen wurde die potenzielle Rolle der Emotion bei der Erklärung von Geschlechterunterschieden bei der moralischen Entscheidungsfindung nicht untersucht…
    Fünf Studien untersuchten emotionale Faktoren als Erklärung für geschlechtsspezifische Unterschiede in der moralischen Entscheidungsfindung. In Studie 1 wurden geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung von moralischer Falschheit durch Schuld und Schamneigung erklärt. Studien 2a und 2b zeigten, dass Anweisungen, eine unemotionale Perspektive einzunehmen (vs. Standardanweisungen), dazu führten, dass Frauen höhere unmoralische Absichten hatten, die nicht länger niedriger waren als die der Männer, da sie in der Kontrollgruppe waren. Studien 3 und 4 zeigten, dass Männer von unmoralischen Handlungen höhere positive und niedrigere selbstbewusste moralische Emotionen erwarten als Frauen. Studie 4 zeigte, dass diese emotionalen Erwartungen für geschlechtsspezifische Unterschiede in unmoralischen Absichten verantwortlich sind. Studie 5 hat gezeigt, dass Frauen – aber nicht Männer – die Erfahrung erhöhter selbstbewusster moralischer Emotionen und Bedauern, wenn sie sich an vergangene Übertretungen erinnern, die zum persönlichen Vorteil begangen wurden.
    Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Frauen niedrigere unmoralische Absichten und eine höhere moralische Verurteilung aufweisen als Männer, und diese Unterschiede werden durch die höhere SCME der Frauen und niedrigere positive Emotionen im Kontext moralischer Dilemmata erklärt. Bei der Betrachtung moralischer Dilemmata erlebten Frauen eine erhöhte SCME, während Männer erhöhte positive Emotionen verspürten…. Obwohl die Emotionalität von Frauen in der Vergangenheit als eine Beeinträchtigung ihrer moralischen Raffinesse angesehen wurde, zeigen die vorliegenden Daten, dass die höheren SCME-Werte von Frauen und die geringeren positiven Auswirkungen, die sie im Zusammenhang mit moralischen Dilemmata erfahren haben, ihre niedrigeren unmoralischen Absichten erklären.

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator

  4. WObei ich diesmal von der DeepL Übersetzung enttäuscht bin.
    V.A. wegen der dauerfalschen Übersetzung von „self-conscious“ mit „selbstbewusst“, was so ziemlich das gegenteil von „self-conscious“ ist: Befangen, gehemmt, unsicher wäre das korrekte Bedeutungsfeld.

    • Bin jetzt zu faul es zu testen, aber möglw. wäre mit den vorgegebenen Alternativbegriffen von deepL eines bessere Lösung möglich gewesen. Das liegt also immer noch mit z.B. an dem ersten Verständnis des Lesers …

      • Wen ich in DeepL auf das Wörtchen „selbstbewusst“ klicke, dann bekomme ich als „alternativen“:

        selbstbewusste, …
        selbstbewußte moralische …
        moralische …
        selbstbewußte, …
        emotionale …
        sittliche Gefühle …
        und selbstbewusste moralische …
        Moralgefühle …
        ethische …
        Gefühle …
        egoistische moralische …
        psychische …
        Emotionen, …
        Selbstbewusstseins- und moralische …
        unbewusste …
        bewusste …
        Selbstbewusste Moralische …

        Das ist alles gleichermaßen und gleichsinnig falsch.
        Das ist insofern erstaunlich, als das offenbar irgendwie zu DeepL gehörige Wörterbuch Linguee richtig übersetzt:
        https://www.linguee.com/english-german/translation/self-conscious.html

        self-conscious adjective
        sichDat selbst bewusst adj (philosophy)
        less common:
        gehemmt adj · befangen adj · verunsichert · verlegen adj · unsicher adj

        • Manchmal muß man auch bei deepL selbst einen Begriff eintippen. Der aber dann u.U. auch kurze Zeit später im Ranking der Alternativen auftaucht. Ich vermute, das liegt an der Selbstlernfunktion, die vermutlich nach Quote arbeitet.

  5. Vielleicht sollte man Scham und Schuld in diesem Kontext erst einmal definieren.
    Auch wenn es sich viele Menschen nicht eingestehen wollen, wir sind nicht so weit weg von unseren Vorfahren. Da gabe es weniger die Fragen nach gut und böse, Schuld und Scham.
    Unsere Ahnen fragten sich mehr nach sichert das mein Überleben und nur weil wir ein paar Haare weniger habrn sind wir eine andere Art. Das durchschnittliche Beuteschema des Mannes sind immer noch markanter Hintern und entsprechende Milchdrüsen, das verspricht gesunde Nachkommen und einen Körper der sie stillen kann weil genug Reserven da sind.
    Frauen bevorzugen Männer mit ausreichenden Ressourcen, das sichert ihr die Möglichkeit iher Nachkommen aufzuziehen. Danach kommt das Erscheinungsbild.
    Wenn sich also die Chance ergibt einen besseren Versorger für seine Nachkommen zu bekommen, dann schlagen sie meist zu.
    Und um seine Nachkommen am Leben zu halten war jedes Mittel richtig.
    Ethische Begriffe wie Gut, Böse, Scham sind sehr junge Definitionen.

    • „Ethische Begriffe wie Gut, Böse, Scham sind sehr junge Definitionen.“

      Die evolution von Sozialem Verhalten, von Kooperation und Betrug. ist auch eine evolution der Begriffe (nicht der Worte, sondern der Bedeutungen) von gut und Böse, und das zu einem ganz wesentlichen Anteil durch die Erfindung einer Wahrnehmung von Scham und Schuldgefühlen.

      Scham gibt es nicht nur bei den einfachsten Urwaldvölkern, sondern mindestens auch bei Primaten.

      Wenn du also evolutionsbiologisch argumentiern willst: Okay, Primaten sind evolutionsbiologisch gesehen eine „sehr junge“ Entwicklung.

      • Ich gebe dir ja recht, dass auch unsere Vettern die Primaten Scham empfinden. Selbst heutige Hunde empfinden Scham, wer jemals einen Hund bei einer Straftat erwischt hat weiß wovon ich spreche.
        Scham ist das Gefühl bei einem Vergehen erwischt zu werden, während oder danach. Es ist geht nicht um die Tat selbst, sondern um die Peinlichkeit erwisvht zu werden.
        Schuld ist das Gefühl, dass meine Tat selbst nicht richtig ist und ich mir dessen auch bewusst bin und beinhaltet wohl auch Reue.
        So definiert könnte man vielen Frauen dann man keine Böswilligkeit unterstellen, weil ihnen es garnicht bewusst ist was sie tun oder ihnen der moralische Aspekt der Schuld nicht bekannt ist.
        Hmmm. Ob das so ist.
        Mädchen oder Frauen die einen Jungen oder Mann schlagen hat man nach den Grund gefragt. Es gab meist 2 Begründungen, sie wussten sich anders nicht durchzusetzen, ein Gefühl der Ohnmacht oder einfach aus Frust. Die zweite Begründung war dann, dass es ihr Temperament wäre und ihnen halt manchmal die Pferde durchgehen.
        In beiden Fällen sahen sie nichts falsches darin.

  6. Ohne irgend etwas näher über die behaupteten Studien zu wissen lässt sich darüber eigentlich nicht diskutieren.
    Meine erste Frage an solcher Art Studien ist inzwischen: Sagen die Ergebnisse der Studie, das reale Datenmaterial, die gestelte Aufgabe, überhaupt aus, was da behauptet wird?
    Zumindest im groben Ansatz?

    „In Study 1, gender differences in perceptions of moral wrongness were explained by guilt and shame proneness.“
    Ich wüsste gerne, welche „moral wrongness“ da bewertet wurde.
    Haben die da einfach ein lustiges Spielchen gespielt, und um zu gewinnen, nutzen Männer öfter als Frauen einen auch unfeinen Vorteil aus?
    Also im Grunde eine Wettbewerbssituation ohne reale Konsequenzen?
    In diesem Sinne wäre natürlich auch zu beachten, dass Männer untereinander in so einer Spielsituation sich das gegenseitig auch weniger persönlich nehmen, während Frauen in der selben Situation eher Beziehungspflege betreiben könnten, ohne sich zu sehr auf die Füße zu treten.
    (Ein Verhalten, dass sich möglicherweise in einer ernsthafteren Situation genau umkehren könnte?)

    „Studies 2a and 2b demonstrated that instructions to adopt an unemotional perspective (vs. standard instructions) led women to have higher immoral intentions, no longer lower than men’s, as they were in the control group.“

    Wenn man Frauen sagt, sie sollen eine weniger emotionale Perspektive einnehmen, dann werden sie skrupelloser?
    Ist ja interessant…
    Ich würde annehmen, wenn man mich (oder die meisten Männer, die ich so kenne), darauf hinweist, einen Vorgang nicht zu persönlich zu nehmen, dass ich dann zu mehr objektivität und fairness tendieren würde.

    Wieder die Frage: Was wurde da tatsächlich gemacht, welche „unmoralischen“ Konsequenzen (echte oder zumindest als echt wahrgenommene) hatte das angeblich „unmoralische“ Verhalten?

    „Studies 3 and 4 showed that men expected immoral actions to result in higher positive and lower self-conscious moral emotions than women do. “

    Männer erwarten weniger „selbstkritische“ Emotionen aus ihrem eigenen unmoralischen Verhalten.
    Vor allem hier stelle ich mir die Frage: Welche realen negativen Konsequenzen hatte denn dieses moralisch fragwürdige Verhalten für andere?
    So lange sich das alles auf eine deutlich als Spielsituation markierte Situation bezieht, erklärt sich das doch eher durch das stärker kompetitive Verhalten von Männern. Wurde das zumindest in den Erklärungen in Betracht gezogen?

    „Study 5 showed that women-but not men-experience heightened self-conscious moral emotions and regret when recalling past transgressions done for personal gain.“

    Frauen neigen also eher dazu, nach einer selbst als „moralischem Fehltrit“ wahrgenommenen Handlung, dies zu bedauern und mit selbstkritischen moralischen Emotionen zu bewerten.

    Ist es arg unfair, wenn mir dazu als Beispiel Frauen einfallen, die einen ONS am nächsten Tag bedauern und sich deshalb vergewaltigt fühlen wollen?

    • „Wieder die Frage: Was wurde da tatsächlich gemacht, welche „unmoralischen“ Konsequenzen (echte oder zumindest als echt wahrgenommene) hatte das angeblich „unmoralische“ Verhalten?“

      Nach welcher genauen fachspezifischen Volldefinition von „Moral, etc.“, bitte?
      Gibt’s da ’ne Erklärung, in welcher Form auch immer, zu?
      Oder:
      Worum, bitte, geht’s?

      • „Worum, bitte, geht’s?“

        Letztlich offenbar um die moralische Beschämung von Männern ….
        wieder mal.
        Details stören da wohl nur.

      • Das, was als bekant vorausgesetzt wird, fasst der gegebene Text ja wie folgt zusammen:

        „Yet, besides research on women’s higher emotion-driven deontological preferences and empathic concern’s role in explaining women’s higher moral sensitivity, the potential role of emotion in explaining gender differences in moral decision-making has not been investigated…“

        bzw.

        „Doch neben der Erforschung der höheren emotionalen deontologischen Präferenzen von Frauen und der Rolle der empathischen Besorgnis bei der Erklärung der höheren moralischen Sensibilität von Frauen wurde die potenzielle Rolle der Emotion bei der Erklärung von Geschlechterunterschieden bei der moralischen Entscheidungsfindung nicht untersucht…“

        Das ist das, was VORAUSGESETZT wird und bereits in die interpretation der Studien hineinfließt.
        Das wurde vermutlich ähnlich systematisch qualifiziert untersucht wie die angegebenen 5 Studien, zu denen wir ähnlich viel erfahren wie zu den Studien, die zu den Vorausetzungn geführt haben?

        Egal:
        Die ganze Wortfindung, das ganze Satzgebilde „riecht“ zwanzig Meilen gegen den Wind danach, dass Frauen ™ moralisch höherwertig denkende/agierende Wesen sind („women’s higher emotion-driven deontological preferences and empathic concern’s role“). Was steht tatsächlich inhaltlich drin in dem Satz?

        Frauen richten moralische Bewertungen stärker nach ihren emotionen aus. Das steht tatsächlich inhaltlich da. Das soll die Quelle der „höheren moralischen Sensibilität von Frauen“ sein.

        Nach meiner Meinung sollte moralische Bewertung von Handlungen (namentlich z.B. die einordnung krimineller Handlungen) in einem rechtsstaat z.B. durch Gerichte und Richter beertet werden, und die haben sich gefäliigst nicht nach einer „emotionalen bewertung“ zu richten, sondern nach objektivierbaren maßsstäben und gesetzen, bei deren erstelung emotionale Aspekte ja eine.beträchtliche Rolle gespielt haben dürfen, die aber dennoch zu rationalen und sachlich nachvolziehbaen algemeinen Regeln führen.

        Eine (all zu?) emotionale bewertung „moralischer“ Maßstäbe halte ich für hochgradig gefährlich.
        Das kann (darf) nur am Anfang einer moralischen Bewertung stehen und sollte immer zu einem (auch) rational begründbaren Maßstab führen.

  7. Ich sag’s mal so, wer das behauptet, der soll mal Klos putzen gehen.
    Da lernt man alles was man wissen muss über weibliches Schamgefühl.

    • Ich habe das von unseren Reinigungskräften im Büro schon einiges über den Zustand von Damentoiletten gehört.
      Aber ob das was mit Scham zutun hat oder nicht doch einfach nur Rücksichtslosigkeit und Bösartigkeit sind? Oder Arroganz?

      • interessant, weil mir auch so bekannt. Alle 3 Beweggründe könnten reinspielen. Aber vielleicht ist auch eine Ursache die Erziehung. Jungs erzählt man, daß sie Dreckschweine sind, und sich zusammennehmen sollen. Sie haben also eine Art Schuldbewusstsein die Toilette sauber zu hinterlassen. Mädchen erzählt man sie sind toll so wie sie sind, sowieso sauberer als Jungs, woher soll da ein Bewusstsein für eigene Dreckschlampigkeit aufkommen ?

        • Das interessante ist ja, dass Mädchen/Frauen schon einen höheren Bezug zur Reinlichkeit haben. Und auch die Erziehung (so sie denn stattfindet) dies leitet und fundiert.

          Aber halt nur den eigenen Körper betreffend (oberste Priorität) und bei Räumlichkeiten nur dort, wo sie selber für geradestehen müssen (Über blaming die soziale Kontrolle greift). Bei anonymen Kollektiveinrichtungen greift diese nicht. Es gibt keine Hemmung, diese zu versauen.

          Hinzu kommt ein klassischer Zielkonflikt: Wenn das Kollektiv-Klo versaut ist (oder frau nur den Verdacht hat, es wäre dreckig) wird sie Maßnahmen ergreifen um ihren Körper zu schützen. Das meint natürlich nicht, das Kollektiv-Klo zu putzen 😉 Sondern es ohne Rücksicht auf weitere Verschmutzung aber mit Vorsicht auf den eigenen Körper zu nutzen.

          Also z.B mit den Schuhen auf der Klobrille stehen und hockend das Geschäft zu verrichten…

          Außerdem schaffen es Frauen mit Leichtigkeit, ein Klo einzusauen, dort rauszulaufen und sich darüber zu beschweren, dass das Klo verdreckt ist.

  8. Ich denke, dieses Verhaltens/Gefühlsmuster ist eine sinnvolle, flankierende Eigenschaft zum stärker ausgeprägten Kollektivismus von Frauen. Es dient der Stabilität des Kollektivs (die durch die emotionale Instabilität der Frauen eh sehr fragil ist). Eine weitere flankierende Eigenschaft ist das Plappern: Ein beständiger Austausch mit den anderen Frauen des Kollektivs über den eigenen emotionalen Grundzustand zur Synchronisierung untereinander.

  9. Hat dies auf Bayern ist FREI rebloggt und kommentierte:
    Der moralische Kompass von Frauen ist ein anderer als der von Männern. Sie werden vor und nach bösen Taten von stärkeren Gewissensbissen geplagt, die von stärkerem Sinn für Empathie mit Geschädigten herrühren. Die Erkenntnisse einer psychologischen Studie stehen sowohl mit der Erfahrung geringerer Kriminalitätsraten als auch mit einer geringeren Bereitschaft zu harten Entscheidungen für ein politisches Kollektiv (Verantwortungsethik) einhergehen.

    • “ Sie werden vor und nach bösen Taten von stärkeren Gewissensbissen geplagt, die von stärkerem Sinn für Empathie mit Geschädigten herrühren.“

      Was dem Geschädigten letztlich aber auch nicht helfen würde, da sich aus den Gewissensbissen keine Handlungsfolgen erwachsen.

      Siehe hier zu auch das „Milgram-Experiment“
      „Differenzierung nach Geschlecht
      In einer Versuchsanordnung, in der Frauen die Elektroschocks austeilen sollten, ergab sich kein signifikanter Unterschied in der Abbruchrate gegenüber Versuchen mit männlichen Probanden: Im Jahr 2006 wurde das Experiment von Jerry Burger an der Santa Clara University unter modifizierten Bedingungen wiederholt. Es wurden Frauen beteiligt, die maximale Spannung betrug 150 Volt. 70 % der Probanden, die allesamt Milgrams Experiment nicht kannten, gingen bis zur Maximalstärke. Der Unterschied gegenüber Milgrams Original-Experiment (83 % der Probanden gingen bis 150 V) ist statistisch nicht signifikant.“

      https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment

    • Sie werden vor und nach bösen Taten von stärkeren Gewissensbissen geplagt—
      Aber Frauen sind stark, das halten sie locker aus.

  10. Mir drängt sich hier regelrecht die Frage auf, wie in der Studie „Moral“ definiert wurde.

    Hat das jemand parat?

    Moralisches Empfinden ist ja durchaus nicht immer gleich, sondern hängt von einem konkreten Setting ab und kann demnach auch zwischen Frauen und Männer stark variieren. Klassisches Beispiel: Gesinnungsethik gegen Verantwortungsethik…

    Wir erleben da ja gerade eine Durchsetzung der eher weiblichen Gesinnungsethik, die es „gerecht“ und „moralisch“ findet, dass z.B. Frauen bevorzugt werden, weil sie das Setting „Frauen sind generell benachteiligt“ verinnerlicht haben. Die Verantwortungsethik, die erkennt wohin sowas führt und die sich im Gegensatz dazu mehr um die Funktion der Systeme müht, gilt hingegen schnell als „unmoralisch“.

  11. Vermutlich ist das Bauchpinseln der Frau bei diesen Studien die Eintrittskarte dafür, dass man die Geschlechterunterschiede überhaupt erforschen darf, ohne niedergekeift zu werden.

    • Es scheint überhaupt, wie ich beobachte bei allen wissenschaftlichen Studien mit Relevanz zum Thema inzwischen obligatorische Pflichtübung zu sein, das immer auch festgestellt wird, warum Frauen besonders betroffen /überlegen /benachteiligt / besser sind.

      Wahrscheinlich schon so eine Art wissenschaftlicher Selbstzensur

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