Sexismus ist nur für 1% ein wichtiges Thema

Jan Fleischhauer zitiert im Spiegel eine interessante Umfrage:

Es gibt wieder eine Zahl, die zu denken geben sollte. Diese Zahl lautet: ein Prozent.

Ein Prozent der Deutschen hat auf dem ersten Höhepunkt der #MeToo-Debatte im November gefunden, dass Sexismus ein wichtiges Thema sei. So konnte man es im Trendbarometer des Meinungsforschungsinstituts Forsa nachlesen, das im Auftrag von RTL und n-tv wöchentlich die Stimmungslage der Bürger erkundet. Sogar die Debatte über Tierschutz rangierte mit zwei Prozent noch weiter vorn.

Verengung auf Themen, die außerhalb von Konferenzräumen kaum jemand versteht

Das heißt nicht, dass die Enthüllungen über berühmte Männer die Leute kalt lassen. Aber es bleibt auf der Ebene des Voyeurismus. Wenn Dieter Wedel der allgemeinen Verachtung anheimfällt, dann nimmt man das mit dem lächelnden Interesse zur Kenntnis, mit dem man auch den Fall eines unseligen Sprosses eines berühmten Adelsgeschlechts quittiert.

Die Prozentzahl ist in der Tat extrem niedrig und spricht dafür, dass hier etwas aufgebauscht wird, was die Leute selbst gar nicht so als Problem empfinden.

Ich habe dazu diese Stelle gefunden: (6.11.2017)

Das Koalitionsgerangel in Berlin ist für die Deutschen derzeit das wichtigste Thema. 50 Prozent der Befragten bekunden in einer aktuellen forsa-Erhebung im Auftrag der Mediengruppe RTL ein immenses Interesse an den Sondierungsgesprächen zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen. Die Bedeutung der Jamaika-Bemühungen wird bei allen Partei-Anhängern gleich hochgeschätzt – nur die Nichtwähler sind desinteressiert: von ihnen halten nur 24 Prozent die Koalitionsgespräche für wichtig. Zum Vergleich: Derzeit nimmt ja die Berichterstattung über die sexuellen Übergriffe durch den Hollywood-Magnaten Harry Weinstein und die daraus resultierende „Me Too“-Bewegung sehr starken Raum ein. Die Bundesbürger sind daran kaum interessiert: Nur 1 Prozent halten die Debatte über Sexismus für wichtig – doppelt so viele, nämlich 2 Prozent, halten die Diskussion über Tierschutz und Tierwohl für belangvoll.

Am 07.11.2017 fand ich noch diese Meldung:

Die Enthüllungen über den Hollywood-Magnaten Harvey Weinstein haben weltweit für Aufregung gesorgt: Filmstars wie Kevin Spacey oder Dustin Hoffman wurden sexueller Übergriffe beschuldigt, der britische Verteidigungsminister Michael Fallon musste zurücktreten, weil er 2002 einer Journalistin bei einem Dinner mehrfach ans Knie gefasst haben soll. Immer mehr Frauen, darunter viele Prominente, berichten, sie seien Opfer geworden. forsa hat im Auftrag der Mediengruppe RTL nachgefragt, wie die Deutschen auf die Sexismus-Debatte reagieren. Haben sie selbst ihr Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht verändert? Ja, sagen 2 Prozent der Befragten – bei den Allermeisten (95 Prozent) ist das jedoch nicht der Fall. Allerdings zeigt die Befragung auch, dass einige Männer unter dem Eindruck des Skandals vorsichtiger geworden sind: 13 Prozent von ihnen erklärten den Befragern, sie seien „etwas vorsichtiger“ geworden, wenn sie Frauen „Komplimente“ machen wollten.

Auch hier wird deutlich: Es ist eher interessanter Klatsch als etwas, was die Leute im tatsächlichen Leben wirklich beschäftigt. Die meisten Frauen werden vielleicht mal unangenehme Erlebnisse gehabt haben, aber es bestimmt weitaus weniger ihr Leben als der Feminismus das einen glauben machen möchte.