#timesup Hollywoodstars rufen einen Rechtsfond ins Leben, der Opfer sexueller Belästigung unterstützten soll

Viele weibliche Hollywoodstars haben anscheinend einen Rechtsfond zusammengestellt, der Opfer von Belästigungen finanziell bei der Klage unterstützen soll.

Das Schreiben dazu:

December 21, 2017
Dear Sisters,
We write on behalf of [over 1,000] women who work in film, television and theater. A little more than two months ago, courageous individuals revealed the dark truth of ongoing sexual harassment and assault by powerful people in the entertainment industry. At one of our most difficult and vulnerable moments, Alianza Nacional de Campesinas (the National Farmworker Women’s Alliance) sent us a powerful and compassionate message of solidarity for which we are deeply grateful.
To the members of Alianza and farmworker women across the country, we see you, we thank you, and we acknowledge the heavy weight of our common experience of being preyed upon, harassed, and exploited by those who abuse their power and threaten our physical and economic security. We have similarly suppressed the violence and demeaning harassment for fear that we will be attacked and ruined in the process of speaking.

We share your feelings of anger and shame. We harbor fear that no one will believe us, that we will look weak or that we will be dismissed; and we are terrified that we will be fired or never hired again in retaliation.

We also recognize our privilege and the fact that we have access to enormous platforms to amplify our voices. Both of which have drawn and driven widespread attention to the existence of this problem in our industry that farmworker women and countless individuals employed in other industries have not been afforded.
To every woman employed in agriculture who has had to fend off unwanted sexual advances from her boss, every housekeeper who has tried to escape an assaultive guest, every janitor trapped nightly in a building with a predatory supervisor, every waitress grabbed by a customer and expected to take it with a smile, every garment and factory worker forced to trade sexual acts for more shifts, every domestic worker or home health aide forcibly touched by a client, every immigrant woman silenced by the threat of her undocumented status being reported in retaliation for speaking up and to women in every industry who are subjected to indignities and offensive behavior that they are expected to tolerate in order to make a living: We stand with you.

We support you.

Now, unlike ever before, our access to the media and to important decision makers has the potential of leading to real accountability and consequences. We want all survivors of sexual harassment, everywhere, to be heard, to be believed, and to know that accountability is possible.

We also want all victims and survivors to be able to access justice and support for the wrongdoing they have endured. We particularly want to lift up the voices, power, and strength of women working in low-wage industries where the lack of financial stability makes them vulnerable to high rates of gender-based violence and exploitation.
Unfortunately, too many centers of power – from legislatures to boardrooms to executive suites and management to academia – lack gender parity and women do not have equal decisionmaking authority.

This systemic gender-inequality and imbalance of power fosters an environment that is ripe for abuse and harassment against women.

Therefore, we call for a significant increase of women in positions of leadership and power across industries. In addition, we seek equal representation, opportunities, benefits and pay for all women workers, not to mention greater representation of women of color, immigrant women, and lesbian, bisexual, and transgender women, whose experiences in the workforce are often significantly worse than their white, cisgender, straight peers. The struggle for women to break in, to rise up the ranks and to simply be heard and acknowledged in male-dominated workplaces must end; time’s up on this impenetrable monopoly.
We are grateful to the many individuals- survivors and allies- who are speaking out and forcing the conversation about sexual harassment, sexual assault, and gender bias out of the shadows and into the spotlight. We fervently urge the media covering the disclosures by people in Hollywood to spend equal time on the myriad experiences of individuals working in less glamorized and valorized trades.
Harassment too often persists because perpetrators and employers never face any consequences. This is often because survivors, particularly those working in low-wage industries, don’t have the resources to fight back. As a first step towards helping women and men across the country seek justice, the signatories of this letter will be seeding a legal fund to help survivors of sexual assault and harassment across all industries challenge those responsible for the harm against them and give voice to their experiences.

We remain committed to holding our own workplaces accountable, pushing for swift and effective change to make the entertainment industry a safe and equitable place for everyone, and telling women’s stories through our eyes and voices with the goal of shifting our society’s perception and treatment of women.
In solidarity

Oder durch den Übersetzer gejagt:

Liebe Schwestern,
Wir schreiben im Namen von[über 1.000] Frauen, die in Film, Fernsehen und Theater arbeiten. Vor etwas mehr als zwei Monaten enthüllten mutige Einzelpersonen die dunkle Wahrheit der andauernden sexuellen Belästigung und des Angriffs durch mächtige Leute in der Unterhaltungsindustrie. In einem unserer schwierigsten und verwundbarsten Momente hat uns die Alianza Nacional de Campesinas (die Nationale Allianz der Bauernfrauen) eine kraftvolle und mitfühlende Botschaft der Solidarität übermittelt, für die wir zutiefst dankbar sind.
An die Mitglieder von Alianza und die Frauen der Bauern im ganzen Land, wir sehen Sie, wir danken Ihnen, und wir erkennen das schwere Gewicht unserer gemeinsamen Erfahrung an, dass wir von denen, die ihre Macht missbrauchen und unsere physische und wirtschaftliche Sicherheit bedrohen, ausgebeutet, belästigt und ausgebeutet werden. Ebenso haben wir die Gewalt und erniedrigende Schikanen unterdrückt, weil wir befürchten, dass wir während des Redens angegriffen und ruiniert werden.

Wir teilen Ihre Gefühle von Wut und Scham. Wir haben Angst, dass uns niemand glauben wird, dass wir schwach aussehen werden oder dass wir entlassen werden; und wir haben Angst, dass wir gefeuert oder nie wieder eingestellt werden, um Vergeltung zu üben.

Wir erkennen auch unser Privileg und die Tatsache, dass wir Zugang zu riesigen Plattformen haben, um unsere Stimmen zu verstärken. Beides hat die Aufmerksamkeit auf die Existenz dieses Problems in unserer Branche gelenkt und gelenkt, dass es nicht möglich war, Frauen in der Landwirtschaft und unzählige Beschäftigte in anderen Industriezweigen zu beschäftigen.
Zu jeder in der Landwirtschaft beschäftigten Frau, die unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche von ihrem Chef abzuwehren hatte, zu jeder Haushälterin, die versucht hat, einem angreifenden Gast zu entkommen, zu jedem Hausmeister, der jede Nacht in einem Gebäude mit einem räuberischen Aufseher gefangen war, zu jeder Kellnerin, die von einem Kunden gepackt wurde und erwartet wurde, sie mit einem Lächeln zu nehmen, zu jedem Kleidungsstück und Fabrikarbeiter, der gezwungen war, sexuelle Handlungen für mehr Schichten zu tauschen, zu jedem Hausangestellten Hausangestellten oder Hausangestellten: Wir stehen zu Ihnen.

Wir unterstützen Sie dabei.

Heute hat unser Zugang zu den Medien und zu wichtigen Entscheidungsträgern das Potenzial, wie nie zuvor, zu einer echten Rechenschaftspflicht und zu Konsequenzen zu führen. Wir wollen, dass alle Überlebenden der sexuellen Belästigung überall gehört, geglaubt und gewusst werden, dass Rechenschaftspflicht möglich ist.

Wir wollen auch, dass alle Opfer und Überlebenden Zugang zum Recht und zur Unterstützung der Opfer haben.
die sie erduldet haben. Wir wollen vor allem die Stimmen, die Macht und die Stärke von Frauen in Niedriglohnindustrien stärken, wo sie aufgrund mangelnder finanzieller Stabilität anfällig für hohe Raten geschlechtsspezifischer Gewalt und Ausbeutung sind.
Leider mangelt es zu vielen Machtzentren – von der Legislative über die Vorstandsetagen bis hin zu den Vorstandsetagen und dem Management bis hin zur Wissenschaft – an Geschlechterparität, und Frauen haben keine gleichberechtigte Entscheidungsbefugnis. Diese systemische Geschlechterungleichheit und das Ungleichgewicht der Macht begünstigen ein Umfeld, das reif ist für Missbrauch und Belästigung von Frauen. Daher fordern wir eine signifikante Zunahme von Frauen in Führungspositionen und Führungspositionen in allen Branchen. Darüber hinaus streben wir eine gleichberechtigte Vertretung, Chancengleichheit, Sozialleistungen und Entlohnung für alle Arbeitnehmerinnen an, ganz zu schweigen von einer stärkeren Vertretung von farbigen Frauen, Migrantinnen und lesbischen, bisexuellen und transgender Frauen, deren Erfahrungen in der Arbeitnehmerschaft oft erheblich schlechter sind als die ihrer weißen, geschlechtsspezifischen und heterosexuellen Kollegen. Der Kampf um den Einbruch der Frauen, um ihre Position zu verbessern und einfach nur gehört und anerkannt zu werden, muss ein Ende haben; die Zeit für dieses undurchdringliche Monopol ist vorbei.
Wir sind dankbar für die vielen Einzelpersonen – Überlebende und Verbündete -, die sich zu Wort melden und das Gespräch über sexuelle Belästigung, sexuelle Übergriffe und geschlechtsspezifische Vorurteile aus dem Schatten und ins Rampenlicht drängen. Wir fordern die Medien, die über die Enthüllungen von Menschen in Hollywood berichten, nachdrücklich auf, die gleiche Zeit mit den unzähligen Erfahrungen von Einzelpersonen zu verbringen, die in weniger verherrlichten und aufgewerteten Berufen arbeiten.
Die Belästigung hält zu oft an, weil Täter und Arbeitgeber nie mit Konsequenzen konfrontiert werden. Dies liegt oft daran, dass Überlebende, insbesondere diejenigen, die in Niedriglohnindustrien arbeiten, nicht über die Ressourcen verfügen, um sich dagegen zur Wehr zu setzen. Als ersten Schritt zur Unterstützung von Frauen und Männern im ganzen Land bei der Suche nach Gerechtigkeit werden die Unterzeichner dieses Schreibens einen Rechtsfonds einrichten, um Überlebenden von sexuellen Übergriffen und Belästigungen in allen Branchen zu helfen, die Verantwortlichen für den Schaden gegen sie herauszufordern und ihren Erfahrungen Ausdruck zu verleihen.

Wir setzen uns weiterhin dafür ein, unsere eigenen Arbeitsplätze zur Rechenschaft zu ziehen, auf rasche und wirksame Veränderungen zu drängen, um die Unterhaltungsindustrie zu einem sicheren und gerechten Ort für alle zu machen, und Frauengeschichten mit unseren Augen und Stimmen zu erzählen, mit dem Ziel, die Wahrnehmung und Behandlung unserer Gesellschaft zu verändern.

Dabei scheint so ziemlich alles zu sein, was Rang und Namen in Hollywood hat.

Unter „Was du beitragen kannst“ finden sich die folgenden Tipps:

What You Can Do

Don’t be part of the problem. For starters, don’t harass anyone.

If a person who has been harassed tells you about it, believe them. Don’t underestimate how hard it is to talk about these things.

If you know someone who has been harassed, connect them to resources who can help, such as the ones found here.

If you are a witness or bystander and see a harassing situation, you can help the person being harassed. You could actually intervene. You could confront the harasser. You could also help the person get out of the harassing situation. If you cannot do any of these things, you can still support the harassed person by corroborating and confirming the account of what happened.

You can support those affected by sexual harassment by donating to the TIME’S UP Legal Defense Fund.

If you are part of an organization, look at the workforce and the leadership (management, officers, board of directors). Does it reflect the market where you operate and the world we live in? If not, ask why not and do something to move it closer to that goal.

Acknowledge that talent is equally distributed, but work and career opportunities are not. Mentor someone from an under-represented group in your industry. If you are in a position to do so, hire someone who can diversify the perspectives included in your organization; your team will be better and stronger for it.

You can vote with your wallet: in your purchasing, in your investing and in your charitable giving. Spend or give to companies and organizations who have more equitable leadership and opportunities for all.

Oder übersetzt:

Was Sie tun können

Sei nicht Teil des Problems. Belästigen Sie zunächst niemanden.

Wenn eine Person, die belästigt wurde, Ihnen davon erzählt, glauben Sie ihnen. Unterschätzen Sie nicht, wie schwer es ist, über diese Dinge zu reden.

Wenn Sie jemanden kennen, der belästigt wurde, verbinden Sie ihn mit Ressourcen, die helfen können, wie die hier gefundenen.

Wenn Sie ein Zeuge oder Zuschauer sind und eine belästigende Situation sehen, können Sie der Person helfen, die belästigt wird. Du könntest tatsächlich eingreifen. Sie könnten den Belästiger konfrontieren. Sie können der Person auch helfen, aus der belästigenden Situation herauszukommen. Wenn Sie nichts von all diesen Dingen tun können, können Sie die belästigte Person trotzdem unterstützen, indem Sie den Bericht über das Geschehene bestätigen und bestätigen.

Sie können die von sexueller Belästigung Betroffenen unterstützen, indem Sie an den TIME’S UP Legal Defense Fund spenden.

Wenn Sie Teil einer Organisation sind, schauen Sie sich die Belegschaft und die Führung (Management, Führungskräfte, Vorstand) an. Entspricht es dem Markt, in dem Sie tätig sind, und der Welt, in der wir leben? Wenn nicht, fragen Sie, warum nicht und tun Sie etwas, um es näher an dieses Ziel heranzuführen.

Erkennen Sie an, dass Talente gleichmäßig verteilt sind, nicht aber Arbeits- und Karrieremöglichkeiten. Betreuen Sie jemanden aus einer unterrepräsentierten Gruppe in Ihrer Branche. Wenn Sie in der Lage sind, dies zu tun, stellen Sie jemanden ein, der die Perspektiven in Ihrer Organisation diversifizieren kann; Ihr Team wird dafür besser und stärker sein.

Sie können mit Ihrem Portemonnaie abstimmen: beim Einkauf, bei der Investition und beim Spenden. Geben Sie Geld für Unternehmen und Organisationen aus, die eine gerechtere Führung und Chancen für alle haben.

Es würde mich mal interessieren, wer die Seiten geschrieben hat, es ist insoweit klassischer intersektionaler Feminismus.

Dem Opfer ist zu glauben, Diversity ist die Rettung, die männlichen Strukturen sind an allem schuld.

Ob der Fond mit seinen gegenwärtig 13 Millionen viel Unterschied machen wird, wird man sehen.

Er ist natürlich auch Virtue Signalling, mit dem man deutlich machen kann, dass man aktiv gegen Belästigungen vorgeht und insofern eine gute Investition, zumal steuerlich absetzbar.

 

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51 Gedanken zu “#timesup Hollywoodstars rufen einen Rechtsfond ins Leben, der Opfer sexueller Belästigung unterstützten soll

  1. @all

    Der Machtkampf ist eröffnet:

    „This systemic gender-inequality and imbalance of power fosters an environment that is ripe for abuse and harassment against women.“

    Die unterstellte Ungleichheit der *Verfügbarkeit* von Macht*mitteln* und der *Besitz* von Macht*positionen*, darum geht es hier eigentlich. Wenn das „Ungleichgewicht der Macht“ diejenigen *begünstigt*, die mal eben einen offenen Brief in der „New York Times“ veröffentlichen können und die verfügbaren Geldmittel haben, einen Multimillionendollar-Fond zu gründen, dann zeigt das jedoch das Gegenteil von dem was sie behaupten.
    Don´t give it a second thought!

    „Therefore“ logisch aus den Grundpositionen einer feministischen Theorie schließend, die nur sie teilen „, we call for a significant increase of women in positions of leadership and power across industries.“

    Tadaaaaa! Gebt Frauen die Macht! Freiwillig! Sonst!
    Wir werden noch so viel schöne Filme aus Hollywood sehen können demnächst.
    Ich habe aktuell eine angelsächsische Kritik für euch für die Zukunft:

    http://www.youtube.com/watch?v=LPsRp7uUXUk

    Und eine deutschsprachige, vor vier Jahren geschrieben:

    https://man-tau.com/2013/10/12/ubermensch-in-unterwasche-alfonso-cuarons-gravity/

    Es zeichnet sich bereits jetzt ab, es wird tausende „Mary-Sue“ / weibliche Übermenschen geben und sie werden mit vollem Anlauf gegen die Wand fahren, weil das Publikum nicht die Ideologie einer kleinen Minderheit idiotischer Schreihälse in den sozialen Medien teilt.
    Wir leben in interessanten Zeiten (lautet der chinesische Fluch).
    Let´s have fun! 🙂

    • Für Hollywood ideal: Wenn die Frauenpowerfilme, in denen dann Mal wieder alle Männer Idioten oder Monster sind, nicht ankommen, kann man die Kritik mit der achso frauenfeindlichen Gesellschaft abbügeln, die immer noch nicht bereit ist für Powerfrauen. So wie HG ihre Wahlniederlage deutet. Inhaltlich können die Filme dann auf dem aktuellen ideenlosen Niveau bleiben. Ist ein Film dann doch gut, liegt das natürlich an den Frauen.

      • @Matze

        Korrekt!
        Nur dass Kritik an der Ideenlosigkeit natürlich frauenfeindliches trollen ist, denn die Filme sind großartig, weil sie ja von Frauen stammen. QED
        Vielleicht sollte man eine Besuchspflicht einführen, mit der einzigen Bewertungsmöglichkeit: Doppelplusgut oder Filmfrauen einfach freiwillig das Geld überweisen, bzw. ein Lastschriftmandat wäre natürlich noch besser.

        • „Nur dass Kritik [..] natürlich frauenfeindliches trollen ist“

          Das gibt Leute die wirklich so denken.

          A: „Geh nicht in das Haus! Es brennt!“
          B: „Ich habe keine Lust auf dein getrolle.“

        • Google doch mal Amy Schumer, Bewertung und Netflix.
          Die Dystopie ist doch schon 2016.

          Und das ist ja auch eine, die ihr Privileg eine „Voice“ zu haben, so ganz typisch Frau in Pedowood, genutzt hat, sich lautstark auf der Bühne über ihr Opfer lustig zu machen.

  2. Chancengleichheit vs. Gleiche Repräsentation

    Das passt nicht zusammen. Man kann nur eines haben.

    Und „believe the victim“? So wie bei dem Fall wo ein Mann und eine Frau in einer U-Bahnstation zusammengestoßen sind, nicht Mal langsamer geworden sind, es sogar ein Video gibt und der Mann trotzdem eingesperrt und vor Gericht gehen musste, wo dann eine Gruppe von Experten feststellte, dass es nicht möglich ist eine angezogene Frau in unter einer Sekunde während man geht zu vergewaltigen?

    Die Idee ist ja schön. Sollte man auch für Männer machen. So aber hat die Idee von vornherein Cancer.

    • Und „believe the victim“?

      Das feministische Gebrabbel dekodiert heisst das: Glaube der Frau!

      Dem Opfer zu glauben und es zu unterstützen ist richtig. Zuerst gilt es allerdings festzustellen, wer das Opfer ist oder ob es überhaupt ein Opfer gibt in der Sache. Solche Banalitäten muss man heutzutage Feministen immer und immer wieder unter die Nase reiben. Es ist, als diskutiere man mit einem Haufen zurück gebliebener Debiler. Unglaublich!

  3. Wie reagieren die normalen deutschen Frauen auf diese Aktion?

    a) So ein Unsinn. Das wird böse enden.
    b) Ist schon was dran. Frauen haben es schwer.
    c) Find ich super. Endlich tut sich was!

    Was meint ihr? Ist
    a – 3%
    b – 85%
    c – 12%
    eine realistische Schätzung?

    #YesAllWomen hat eine andere Wirkung auf (die pauschal angeklagten) Männer als beabsichtigt.

        • Weniger, zumindest wenn c) so gemeint ist, wie ich es verstehe (Frauen, die aktives Handeln schon vorher ausdrücklich gefordert bzw. befürwortet haben). Meinem persönlichen Eindruck ist auch das eine ziemlich seltene Ausnahme – die allermeisten Frauen haben keinerlei spezifische Vorstellung davon, welche konkreten Maßnahmen zur Beseitigung der gefühlten Benachteiligung erforderlich oder sinnvoll sein könnten, solange es ihnen nicht irgendjemand vorbetet/-macht (und wenn dies erfolgt, fehlt zumeist jede kritische Auseinandersetzung zur Sinnhaftigkeit der Maßnahmen/Vorschläge).

  4. Gut, die Idee ist natürlich TAKTISCH hervorragend.. Virtue Signalling, Anhäufung von symbolischem Kapital, Exkulpation (also Befreiung von Schuld, weil man bisher ja sooo untätig war), dann die Verknüpfung von sexueller Belästigung/sexuellen Übergriffen mit der Machtfrage (Gleichstellung), plus Empörungsbewirtschaftung, also da kann man nix sagen! Gute Kampagne. 🙂

    Guter Text noch bei Telepolis: Quid pro quo: Niemand muss bei Deals à la Weinstein mitspielen
    https://www.heise.de/tp/features/Quid-pro-quo-Niemand-muss-bei-Deals-a-la-Weinstein-mitspielen-3928730.html

    • @Mark

      Der Text auf „telepolis“ hat eine entscheidende Qualität, die im angelsächsischen Diskurs fehlt: Wahrhaftigkeit.

      Ich zitiere einmal: „Mein Mitleid mit Frauen oder Männern, die sich von Leuten wie Harvey Weinstein sexuell benutzen lassen oder – in den Worten von Seth MacFarlane – die so tun, als fänden sie Weinstein und Konsorten attraktiv, liegt nach alledem bei null.

      Niemand muss so tun, als gefalle ihm Harvey Weinstein. Wenn man es als Schauspielerin trotzdem tut, verhält man sich wie der Handwerksmeister, der dem korrupten Entscheider auf dessen mehr oder minder subtile Aufforderung einen Umschlag über den Tisch schiebt.

      Es geht hier um erwachsene Menschen, die wissen, was sie tun.“

      Das war ein entscheidendes Detail, welches niemals eine Rolle gespielt hat: Zur Korruption gehören ZWEI Menschen, nämlich einer der korrumpiert und der andere, der sich korrumpieren LÄSST.
      Und die Betonung, es handle sich um *erwachsene Menschen*, die WISSEN was sie tun sollte man den Presseverantwortlichen um die Ohren hauen.

      Die Heuchelei, mit der sich das „Quid pro quo“ – also der deal, in dem sich erotisches Kapital in finanzielles verwandelt – umstandslos in eine *einseitige* sexuelle Belästigung verwandelt ist grandios.

      Es ist wieder einmal gelungen, der zarten Weiblichkeit jede Verantwortung für ihre Handeln abzusprechen und die korrupteste Opportunistin verwandelt sich in ein armes, bemitleidenswertes Opfer. Frauen, behandelt sie wie Minderjährige, denn das ist Emanzipation (die sie wollen)!

      Brechreiz, #metoo.

      • Die Heuchelei, mit der sich das „Quid pro quo“ – also der deal, in dem sich erotisches Kapital in finanzielles verwandelt – umstandslos in eine *einseitige* sexuelle Belästigung verwandelt ist grandios.

        Genau aus dem Grund frage ich mich, ob diese Filmsternchen ihre Erfahrungen auf die gesamte Arbeitswelt, ja die gesamte Gesellschaft projizieren.
        In Hollywood wimmelt es doch von gut aussehenden jungen Frauen, die sich eine Filmkarriere erträumen und genau wussten, dass Weinstein einer der Männer ist, der diesen Traum Wirklichkeit werden lassen kann. Da ist doch so manche Frau bereit, sich benutzen zu lassen, denn der Gewinn kann beträchtlich sein.
        Ich frage mich, wie viele der weiblichen Filmstars sich Weinstein angedient haben, um eine vielversprechende Rolle in einem Film zu kriegen. DAS wäre mal interessant zu wissen. Aber klar, sind alles Opfer, die der Macht des Satans hilflos ausgeliefert waren.

        • „In Hollywood wimmelt es doch von gut aussehenden jungen Frauen, die sich eine Filmkarriere erträumen und genau wussten, dass Weinstein einer der Männer ist, der diesen Traum Wirklichkeit werden lassen kann. Da ist doch so manche Frau bereit, sich benutzen zu lassen, …“

          Äh,

          wer benutzt hier wen?

      • Die Heuchelei, mit der sich das „Quid pro quo“ – also der deal, in dem sich erotisches Kapital in finanzielles verwandelt – umstandslos in eine *einseitige* sexuelle Belästigung verwandelt ist grandios

        Ich denke, es gibt zwei Quellen der Empörung:
        – Der Deal funktioniert ab 40 nicht mehr. (siehe: Rose McGowan)
        – Der Deal wird mitunter nicht umgesetzt. Sprich: Der Mann nimmt den Sex an, aber die Frau wird trotzdem nicht reich und berühmt.

        Da fühlt sich Frau dann schon als Opfer.

        Das Konzept „Ich muss davor geschützt werden, Sex mit den falschen Männer zu haben (i.e. jene, bei denen keine Ressourcen rüberwachsen)“ scheint mir die Basis der viktorianischen Wende zu sein.
        Mal sehen wann Feministinnen die Rückkehr zur Ehe, in der ein Mann vollumfänglich finanziell für die Frau verantwortlich ist, lautstark fordern

        • „Mal sehen wann Feministinnen die Rückkehr zur Ehe, in der ein Mann vollumfänglich finanziell für die Frau verantwortlich ist, lautstark fordern“

          Ich denke das wird eher auch ein bedingungsloses Grundeinkommen hinauslaufen für Frauen oder so hinauslaufen, wo dann das Geld den Männern über steuern angezogen wird. Das geht natürlich in Ordnung da Männer ja nicht strukturell diskriminiert werden. Naf

          • Finanziell wäre ein BGE nur für Frauen natürlich weit attraktiver.
            Aber wie regeln wir das mit dem eingebauten Bodyguard und Handwerker?

          • Schockhalsband und Ausgangssperren für Männer.
            Wer Frauen handwerklich nicht hilft wird wegen Hassverbrechen eingesperrt.

    • Der Artkel von Ruth Berger gehört mit zum Besten, was bisher über die metoo-Kampagne geschrieben worden ist. Unbedingte Leseempfehlung!

      Ich warte ja darauf, daß endlich mal eine Schauspielerin, die ihre Rolle durch sexuelle Dienstleistungen bekommen hat – was sie ja durch die Anklagen offen zugibt – und die damit andere, vielleicht bessere Schauspielerinnen ausgebootet hat, zur persona non grata erklärt wird, sie aus dem Film herausgeschnitten wird und die zu Unrecht verdienten Millionen konfisziert werden.

      Anstatt dem Legal Defense Fund spenden sollte man lieber in einen sozialen Sicherungsfonds für verarmte Schauspieler, die die fetten Rollen nicht bekommen haben, spenden.

      • Wäre doch auch gut wenn all die Schauspielerinnen, die durch die Annahme des Angebotes mehr Erfolg hatten, dieses ‚extra‘ jetzt für den Fond spenden.

      • Tatsächlich würde ich erwarten,dass ein „männlicher“ Schauspieler wegen Diskriminierung klagt, da er sich nicht hochbumsen konnte.

  5. Dear Sisters

    Barbara Walters tells child sex abuse victim „you’re damaging an entire industry“ for speaking out on Hollywood pedophilia

    Wrong Gender..

  6. Hollywood hat seine besten Tage bereits länger schon hinter sich. Mit dem Ende der wirtschaftlichen und militärischen Dominanz der USA wird auch die kulturelle Dominanz verschwinden. Dazu kommt natürlich, dass durch die allgegenwärtigen PC-Blockwarte die Qualität sinkt und zu viele Gruppen Interessen in diesen Filmen haben (Werbefirmen, Militär, usw.), so dass die eigentliche Botschaft (wir sind die geilsten und ihr seit scheiße) dabei untergeht.
    Daher denke ich, dass es falsch ist nach Hollywood zu schauen, das ist nur noch ein Sumpf für Koksnutten und überbezahlte Fettsäcke welche immer weniger Einfluss auf das Denken der Menschen haben. Die Zukunft liegt im Osten, Russland, China, Indien – das sind die Supermächte von Morgen.

  7. Ich glaube, dass ist eine gute Sache. Ein Fond, der Frauen hilft, die finanziell nicht so gut gestellt sind. Nicht jede Frau kann sich juristischen Beistand leisten. Ich fände gut, wenn es in Deutschland sowas auch geben würde.

    • Ich hoffe, die fallen mit einem oder mehren Fällen, die sie auch öffentlich mit Vorverurteilung begleitet haben, ist ja schon in dem Statement angelegt, voll auf die Schnauze und werden dann richtig teuer zu Schadensersatz herangezogen.

      Gegen eine Art Prozeßkostenhilfe ist nix einzuwenden, nur handelt es sich hier eindeutig um geplante Aushebelung der Unschuldsvermutung.

  8. Rechtsfond? Frauen, die freiwillig Geld dafür aus der Hand geben?
    Wieviel Geld ist denn schon drin in dem „Fond“? 500 Dollar?

    Und Hollywood ist als jetzige Ideologie-Fabrik eh auf dem absteigenden Ast. Serien sind die neuen Blockbuster.

      • Gibt es in den USA nicht Prozesskosteninvestoren, die dann den Löwenanteil der erstrittenen Bussgelder / Strafzahlungen kassieren? Das ganze nur als ein neues Businessmodell für die Oprah Winfreys usw. Muss gleich mal den Aluhut rauskramen 🙂

        Ich weiß dass Hollywoodserien da keine verläßlichen Quellen sind, aber ich meine das war mal ein Hauptplot in einer Elementaryfolge. Ein solcher Investor setzt seinen Schwager der sich als maskierter Rächer der Frauen gibt und Geständnisse rausprügelt auf einen Triebtäter an und der kommt dabei um.

          • der Rächer stirbt, nicht der Triebtäter… gab ein paar nette Ideen am Ende, grad was den Täter angeht.
            Elementary Staffel 5 Episode 5. Der gejagte Jäger
            In einem Motel, das ein Hotspot für Männer ist, die sich gerne mit jungen Frauen vergnügen, wird Damien Novak ermordet aufgefunden. Als Sherlock seine mit Kabelbinder gefesselten Hände sieht, fällt ihm sofort eine Serie von besonderen Fällen ein: Verheiratete Männer wurden in Motels gelockt und anschließend öffentlich als Sexualstraftäter bloßgestellt …

        • jetzt nimmt man noch dazu wie wahrscheinlich es ist dass ein Vergleich getroffen wird damit die schlechte Publicity ausbleibt…

  9. „If a person who has been harassed tells you about it, believe them. Don’t underestimate how hard it is to talk about these things.“

    Ist jemandem eigentlich schon der eklatante Widerspruch hier aufgefallen?

    a) Es ist extrem schwer, „darüber“ zu reden. (das unterschreibe ich sofort, insbesondere weil ich ein echtes Missbrauchsopfer kenne)
    b) Mit #MeToo wird massenweise in aller Öffentlichkeit „darüber“ geredet.

    Das passt nicht zusammen. Die viel naheliegendere Folgerung ist: Die MeToo Tussen erzählen genauso wie die Aufkreisch und Im-Zug-passiert Tussen massenweise Bullshit. Denn es ist wesentlich leichter „darüber“ zu reden, wenn einer eben nichts passiert ist, weil dann damit gerade kein Trauma verbunden ist.

    Ich glaube #aufschrei, #metoo usw. kein einziges Wörtchen mehr, und zwar genau weil ich nicht unterschätze wie schwer es ist zu reden. Mit einer Matratze monatelang über den Campus laufen, daß es auch jeder mitkriegt was passiert ist? Wie Gina Lisa in Talkshows sich öffentlich breitmachen? In Internet weltweit für alle sichtbar das Trauma von damals wieder hochkochen lassen?

    Das I-Tüpfelchen sind dann noch die Bilder wo diverse Hollywoodtussen Monate und Jahre danach mit Harvey Weinstein knuddeln und Küsschen austauschen. Spätestens da ist der letzte Rest Glaubwürdigkeit für mich weg. Ein echtes Missbrauchsopfer würde sowas niemals tun, sondern ganz im Gegenteil soviel physischen Abstand wie möglich suchen. Auch noch nach Jahrzehnten.

    Wenn man das Narrativ der „Rape Culture“ in Frage stellt fahren einem Feministinnen häufig mit dem Argument über den Mund daß „man keine Ahnung hätte und erstmal mit einem Vergewaltigungsopfer sprechen soll“. Tja, exakt das habe ich getan. Seitdem bin ich Antifeminist, weil (mal wieder) die Diskrepanz zwischen Realität und feministischen Bullshit viel zu eklatant ist.

    • @RW

      Einer der rechten Berufszyniker aus der PUA-Szene, entweder Heartiste oder Roosh, hat nach Rolling Stone und Matratzenmädchen sinngemäß gesagt: „Wenn es in den Medien ist, kann man davon ausgehen, es handelt sich um eine Falschbeschuldigung.“
      So langsam glaube ich, es ist mehr als nur ein Körnchen Wahrheit darin verborgen.

    • @RW

      Das I-Tüpfelchen sind dann noch die Bilder wo diverse Hollywoodtussen Monate und Jahre danach mit Harvey Weinstein knuddeln und Küsschen austauschen.

      Ich bin nicht so im Bilde, wer da überhaupt Weinstein belastet, obwohl – es gibt ja einen Wiki-Artikel, den ich überflogen habe. Wer von den „Opfern“ wurde denn danach noch schäkernd und knuddelnd mit Weinstein gesichtet? Kannst du da Namen nennen oder Bilder verlinken?

      Es ist sowieso alles pervers. Eine ernst zu nehmende Presse würde alle Energie darauf verwenden, gegenzurecherchieren. Aber edle Opferfrauen hinterfragt man eben nicht. Genauso geht es in den Gerichtssälen zu.

  10. Politisch und ideengeschichtlich gesehen demonstriert dieser Aufruf den Umbruch in die Postmoderne. Die ‚liberals‘ (engl.) und die moderne Pseudolinke (von der SPD, ihrer tonangebenden ASF, über Grüne bis in Die Linke) haben den Klassenkampf durch den Geschlechterkampf, die Unterdrückung des Proletariats gegen die Unterdrückung der Frau und das proletarische Bewusstsein durch feministische Ideologie ersetzt. Damit haben sie die einstmals progressiven, emanzipatorischen Kräfte mit dem neoliberalen Kasinokapitalismus kompatibel gemacht und konnten so den Staatsfeminismus etablieren. Fakten spielen keine Rolle mehr, nur noch Narrative.

    • Sehr schön gesagt!
      „Fakten spielen keine Rolle mehr, nur noch Narrative.“ – weil in diesem Verständnis die Realität auch keine Rolle mehr spielt, sondern die Narrative *über* die Realität.
      Womit wir bei den Machtspielen sind die Narrative zu beherrschen und das ist das, was wir m.E. aktuell erleben.

  11. Aus meiner Sicht müssten an Aufklärung interessierte Journalisten bei dieser Debatte einer Frage nachgehen: Warum waren sämtliche prominente Hollywood-Schauspielerinnen von Anfang an darauf aus, hieraus eine allgemeine auf die gesamte Gesellschaft bezogene Sexismusdebatte zu machen, anstatt über die speziellen Strukturen ihrer Branche zu reden. Die Eigenheiten der Branche waren ja am Anfang durchaus ein Thema, wurden aber nie von der Hollywood-Prominenz aufgegriffen sondern eher von Medienexperten.
    Die Antwort hier lautet aus meiner Sicht: Die Schauspielerinnen haben selber kein Interesse an einer wirklichen Veränderung der Strukturen von Hollywood, da es dieselben Strukturen sind, durch die sie steinreich geworden sind. Zu den Eigenheiten der Branche gehört ja unter anderem, dass die Masse der Schauspieler von ihrem Beruf kaum leben kann und zugleich ein paar Wenige zu Millionären werden. Da wiederum die Produzenten letztlich entscheiden zu welcher dieser beiden Gruppen man gehört, verleit das diesen eine enorme Machtposition. Und würde man jetzt dieses Problem angehen indem man z.B. einen Fond eröffent der dafür sorgt, dass man auch als unbekannter Schauspieler von kleineren Rollen leben kann um den Produzenten auf diese Weise ein Druckmittel zu entreißen, würde dass die ganze Hollywood-Prominenz finanziell viel stärker belasten als dieser Fond in Höhe von 13 Millionen Dollar. Und dank der Verknüpfung mit dem Thema Frauenquote winkt hier außerdem noch ein persönlicher Nutzen.
    Es stört mich bei diesen Sexismusdebatten immer wieder, dass sich hier Frauen aus der Elite der Gesellschaft als selbstlose Wohltäterinnnen inszenieren obwohl das was sie machen letztlich nur auf persönlichen Nutzen ausgerichtet ist.

    • Gute Analyse!

      „Die [angeblich betroffenen] Schauspielerinnen haben selber kein Interesse an einer wirklichen Veränderung der Strukturen von Hollywood, da es dieselben Strukturen sind, durch die sie steinreich geworden sind.“ Und weiter gut verdienen, könnte man hinzufügen.

      „Und dank der Verknüpfung mit dem Thema Frauenquote winkt hier außerdem noch ein persönlicher Nutzen.“

  12. Das eskalierte schnell. Ich habe vor einigen Tagen noch behauptet, es würde jetzt erst mal eine Ruhepause brauchen, bis unsere Aktivistinnen die nächste Twitter-Kampagne lostreten. Aber in meiner Kampagnenliste ist soeben #TimesUp der 61. Eintrag geworden.

    Ob wir im Januar noch eine weitere Twitter-Kampagne schaffen?

    Als ich die Liste vor einigen Wochen angefangen habe, hatte ich geschätzt, ca. 20 – 30 Kampagnen zusammenzubekommen. Das was anfängerhaft…

  13. Man liest ja oft die plausible These, daß Weinstein und Co. in ihren Machtpositionen völlig das Gefühl verloren hatten, was noch Anstand ist und wo Grenzen sind. Sozusagen den Kontakt mit der Realität verloren hatten.

    Das gleiche gilt offensichtlich für Feministinnen in medialen Machtpositionen, deren Mißbrauch sogar in aller Öffentlichkeit stattfindet:

    Sexism is a male invention. White supremacy is a white invention. Transphobia is a cisgender invention. … Only 2.6 percent of construction workers are female. We [= wir „Frauen“] did not install this glass ceiling, and it is not our responsibility to demolish it.

    https://www.nytimes.com/2018/01/03/opinion/why-is-fixing-sexism-womens-work.html Why Is Fixing Sexism Women’s Work?
    Lindy West
    Jan. 3, 2018

    • @mitm

      „Only 2.6 percent of construction workers are female. We [= wir „Frauen“] did not install this glass ceiling, and it is not our responsibility to demolish it.“

      Ich frage mich, welche Geistesverfassung man haben muss oder kann, um so einen Satz zu veröffentlichen; der ist so haarsträubend blöd, das muss sie doch merken?!?!
      Wenn 97,6% männliche Arbeiter die legendäre gläserne Decke gebaut haben, die ausschließlich Männern dient und nützt, warum sollten sie sie dann zerstören?
      Welches Interesse hätten sie daran?

      Wie kann man einen solchen Artikel veröffentlichen und ernsthaft Kommentare erhalten, die sich auf einen Inhalt beziehen, der so fernab von rationaler Argumentation ist?
      Dieser aggressive, dauerbeleidigte Tonfall, diese Darstellung und Ausstellung von Hypersensitivität, die völlig durchgeknallten (absurd ist schon nicht mehr zutreffend) Forderungen.
      Unglaublich, dass das veröffentlicht wird.

      • @crumar: „der [Satz] ist so haarsträubend blöd, das muss sie doch merken?!?!“

        NEIN. Sie merkt es nicht, sie glaubt das wirklich. Meine These ist ja gerade, daß Leute in diesen Positionen (bzw. radikalen feministischen Zirkeln) den Kontakt zur Realität vollständig verlieren. Gehirnwäsche total.
        Gerade ist ein ziemlich bissiger Artikel auf Quillette zu dieser Frage erschienen:

        James Lindsay: Why No One Cares About Feminist Theory
        January 2, 2018
        http://quillette.com/2018/01/02/no-one-cares-feminist-theory/

        Er argumentiert, daß die femistische Theorie (a.k.a. gender studies) ganz bewußt völlig idiotisch ist („It seems to describe an alternate universe that looks kind of like ours but fantastically distorted …“), weil man sich auf der Meta-Ebene gegen Kritik schützt bzw. immunisiert, sozusagen Narrenfreiheit bekommt. Tatsächlich verstärkt der institutionalisierte Feminismus dadurch seine Machtpositionen, deshalb ist diese Idiotisierung konsequent.

        Ich muß mir diesen Text aber noch mal in Ruhe ansehen, wie schon hier bemerkt muß man bei Quillette aufpassen, da wird ganz gerne mal geschummelt

      • @mitm

        Ich habe den Artikel gelesen, so ganz teile ich nicht, was der Autor dort schreibt und er bringt m.E. die Dinge nicht auf den Punkt.

        Die Popularisierung oder meinetwegen der Populismus im Umweg über GS, dann die colleges, Medien, NGOs, politische Institutionen hat die feministische Theorie mit einem erheblich größeren politischen Gewicht und einer erheblich größeren Bedeutung versehen, als sie es akademisch jemals hätte schaffen können.
        Der Schwerpunkt lag damit auf politischem Aktivismus und demzufolge auf der medialen und politischen *Wirksamkeit* von herunter gebrochenen Parolen und (moral panic) Kampagnen, nicht auf der Kraft des besseren Arguments. Das ist dann aber kein bug, sondern ein feature.

        „Criticism of feminist theory therefore cannot work in the normal way. From within, it can only be seen as evidence that the dominant discourses it seeks to overthrow are still dominant, thus need opposing even more strongly. Interpreted from within the scholarly architecture of feminist theory, critics like myself, Peter Boghossian, Paul Gross, Norman Levitt, Alan Sokal, and Steven Pinker are just white males exercising our epistemic pushback, like every other man who disagrees.“

        Dem geht aber *voraus*, dass ein Argument deshalb falsch ist, weil es der *Falsche* vorbringt als akzeptables Prinzip durchgesetzt worden ist, eine akademische Auseinandersetzung zu führen.
        Es kann die Kritik der feministischen Theorie also deshalb nicht in einer normalen Weise geäußert werden, weil sich diese durch die *Standpunkt-Theorie* in die Lage versetzt hat, Kritik der *Falschen* (falsches Geschlecht, falsche Hautfarbe) gar nicht erst zur Kenntnis zu nehmen und sich *dadurch* gegen Kritik zu immunisieren.
        Demzufolge wäre es wichtig zu analysieren, wie und unter welchen spezifischen Bedingungen es gelang, diese durchzusetzen.

        Nächste Kritik von mir, gleiches Muster: „First, it deflects all criticism by abusing a loophole in the academic and cultural Left’s moral architecture: an overwhelming need to distance itself from anything anyone could conceivably call bigotry, which is a need outdone only by an even stronger impulse to throw clear virtuous signals proving the uncrossable magnitude of that distance.“

        Dann wäre hier also a. wichtig zu klären, welche Bedeutung der Vorwurf der „Bigotterie“ in einer „moralischen Architektur“ der Linken hat und *warum* er diese hat. Zudem wäre zu klären, wenn ein Baustein „Bigotterie“ ist, nach welchen Plänen wurde die „moralische Architektur“ gebaut (an diesem Punkt sieht man besonders gut, es handelt sich um ein US-Phänomen).
        Ich würde außerdem anders herum fragen, wie sich überhaupt moralische Argumente oder eine rein moralische Argumentationsführung in der Linken haben durchsetzen können (womit wir wieder beim unmoralischen Geschlecht wären 🙂 ). Die oben beschriebene „Wirksamkeit“ muss sich aus einer bereits vorhandenen „moralische Architektur“ erklären lassen können – Erklärungsansatz Fehlanzeige.

        Er reflektiert zu wenig/gar nicht die Voraussetzungen seiner eigenen Argumentation und der Titel ist Angesichts der politischen Wirksamkeit der feministischen Theorie zwar eine nette Provokation, aber schlicht falsch.
        Poltisch kommt man gegen diese Theorie mit: „If feminist theory isn’t scholarship at all, we have no obligation to treat it as such.“ einfach nicht an und überwindet sie auch nicht.

  14. Dieses intersektionale Geheule ist wirklich unglaublich. Die wirkliche Ursache für sexuelle Gewalt gegen Frauen ist sexuelle Gewalt von Frauen gegen Jungen.

    Kein männlicher Belästiger oder Vergewaltiger tut dies aus Spaß oder weil er viel Macht hat. Das sind Bullshit-Bingo-Begründungen. Als Täter kann er sein Opfersein weiterhin in Verdrängung halten. Die Gesellschaft und Therapieschulen unterstützen ihn dabei.

    Unsere Gesellschaft krankt in Wirklichkeit daran, daß sie dem Thema des sexuellen Mißbrauchs durch Frauen/Mütter nicht ins Auge sehen will.

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