Männerrechtlicher „Nicht gut genug“ Aktivismus und Politiker überzeugen, dass Männerthemen ein für Wähler wichtiges Thema sind

Wenn es vorkommt,  dass ein Politiker oder ein Prominenter männerrechtliche Anliegen unterstützt oder man hofft, dass eine Organisation vielleicht etwas in diese Richtung bewegen will, dann ist bei einigen die erste Reaktion direkt eine Abwehr bzw die Angabe, dass dies ohnehin nicht klappen wird oder das sie es jedenfalls nicht richtig oder zu wenig energisch machen und damit eigentlich besser gar nichts machen würden

Ich glaube, dass ich hier ein positiver Ansatz besser wäre. Wer von vorneherein davon ausgeht, dass etwas nicht klappt, wer nach Gründen sucht, die gegen die jeweilige Person sprechen, wer davon ausgeht, dass doch alle letztendlich wieder gegen einen arbeiten, der bremst sich zu einem großen Teil selbst.

Gerade bei Politikern ist es wichtig, dass diese merken, dass ein Verhalten in eine bestimmte Richtung positiv aufgegriffen wird. Natürlich lassen Politiker auch aus taktischen Gründen Versuchsballons steigen, weil sie testen wollen, ob ein bestimmtes Anliegen positiv aufgegriffen wird. Beispielsweise kann es durchaus sein, dass zumindestens die Führungsriege der FDP die „Liberalen Männer“ nicht aus Überzeugung unterstützt (diejenigen, die dort tätig sind, scheinen mir aus Überzeugung zu handeln und weil ihnen das Thema wichtig ist), sondern weil gerade eine kleine Partei auch mit Randthemen Stimmen gut machen kann. Gerade aus diesem Gesichtspunkt scheint es mir aber wichtig, solche Aktionen zu unterstützen und Leuten positives Feedback zu geben, selbst wenn man davon ausgeht, dass diese mit einem gewissen politischen Kalkül vorgehen. Denn wenn Politiker merken, dass die Resonanz auf ein bestimmtes Thema groß ist und hier eventuell eine Lücke vorhanden ist, dann werden sie auch eher bereit sein, sich in dieser Hinsicht weiter zu äußern. Merken Sie jedoch, dass in dieser Richtung wenig Resonanz erfolgte, in einer anderen Richtung, beispielsweise bei den Liberalen Feministinnen, hingegen eine große Resonanz, dann werden sie sich auch eher in diese Richtung bewegen. Wer also will, dass eine männerrechtliche Position bei entsprechenden Parteien ausgebaut wird, der muss entsprechend die Politiker davon überzeugen, dass sie auf diese Weise Stimmen gewinnen können.

Wenn beispielsweise die Liberalen Männer auf ihrer Facebook-Seite dazu unbedeutende 100 Likes hätten, die feministischen Liberalen Frauen hingegen 5000 Likes (ich habe nicht nachgeschaut, rein ausgedachte Zahlen) dann wird das entsprechend als Anzeichen dafür gewertet werden, ob man mit dem Thema Interesse weckt und damit Stimmen gewinnen kann, ebenso, wenn Leute berichten, dass sie an Ständen oder auf Veranstaltungen darauf angesprochen werden.

Gerade aus diesem Grund scheint es mir aber wichtig , solche Aktionen zu unterstützen und Leuten positives Feedback geben , selbst wenn man davon ausgeht , dass dieses hier mit einem gewissen Kalkül vorgehen . Denn wenn Politiker merken , dass die Resonanz auf ein bestimmtes Thema groß ist und ich hier eventuell eine Lücke vorhanden ist , dann werden sie auch er bereits sein , sich in dieser Hinsicht weiter zu äußern . Merken sie jedoch , dass in dieser Richtung wenig Resonanz erfolgt , in einer anderen Richtung, beispielsweise bei den liberalen Feministinnen, hingegen eine große Resonanz , dann werden sie sich auch eher in diese Richtung bewegen .

Sie werden sich auch überlegen , ob das negative Presseecho insgesamt die geringe positive Resonanz wert ist. Hätten die Liberalen Männer hingegen 5000 likes, dann würde die FDP sicherlich eher davon ausgehen, dass sie diese Gruppe in die Politik einbinden muss und gegebenenfalls sich deren Forderungen noch genauer angucken muss um sie dann entsprechend höher zu gewichten.

Politiker wollen Stimmen erhalten. Wer ein Anliegen in der Politik vertreten haben möchte, der muss Politiker deutlich machen, dass auf diesem Wege Stimmen zu erhalten sind. Daher kann es sich lohnen, hier für diese Richtung zu werben und dadurch die Politik davon zu überzeugen, dass sich der entsprechende Weg lohnt.

Diese Aufmerksamkeit zu erzeugen und Politikern das Gefühl zu geben, dass sie in diese Richtung aktiv werden müssen, gelingt insoweit dem Feminismus wesentlich besser. Die Feministinnen sind in dieser Hinsicht gut vernetzt und werden lautstark tätig, wenn gegen ihre Richtung entschieden wird, ebenso sorgen Sie für Aufmerksamkeit für Richtungen, die ihre Ideologie entsprechen. Ein Politiker, der sich entgegen feministischer Dogmen äußert, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einen „Shit storm“ gegen sich haben. Ein Politiker, der sich gegen Männer rechtliche Themen positioniert wird hingegen wahrscheinlich eher positives feministisches Feedback erhalten und einen vergleichsweise kleinen männerrechtlichen Widerstand.

 Momentan scheint mir insbesondere in den Kommentarspalten unter Artikeln das Feedback gerade in männerrechtlicher Hinsicht sehr groß. Es kann kein feministischer Artikel mit offenen Kommentarbereich publiziert werden, ohne dass dort ein Geschlechterkrieg herrscht und auf die gängigen Fehler der feministischen Theorie hingewiesen wird. Ob dies von der Politik wahrgenommen wird wäre durchaus interessant. dennoch kann ein Verstoß gegen die feministischen Dogmen oder ein sich entsprechendes Äußern wie auch das Google Manifesto zeigt zu erheblichen Folgen für die jeweilige Person führen. Feministinnen ist es hier gelungen, die Dogmen nur sehr schwer kritisierbar zu machen machen, was ihnen gerade auch in der Politik entsprechende Vorteile bringt. Die feministische starke Resonanz ist insoweit in der Politik sicherlich günstig für deren Ziele und wirkt gegen sowohl männerrechtliche Vorstellung als auch gegen einen Wandel des Feminismus in eine wissenschaftliche und weniger von Ideologie geprägte Theorie.

Aus meiner Sicht muss gerade die Öffentlichkeitsarbeit des Maskulismus insoweit ausgebaut werden. Es ist außerordentlich zu begrüßen, dass es gelungen ist, zur Wahl entsprechende Beiträge, die auf die fehlende Vertretung von meiner rechtlichen Anliegen in der Politik wieder Parteien hinweisen, zu veröffentlichen. Es ist auch zu begrüßen, dass viele Äußerungen gerade in Hinblick auf beispielsweise den Gender Pay Gap von Politikern auf Twitter sehr schnell entsprechend, kommentiert werden.

Ich glaube, dass es vorteilhaft wäre, wenn Politiker diesen Protest nicht nur als kleine Anzahl von Einzelpersonen wahrnehmen , also wenige Personen , die sich dann immer zu Wort melden , sondern als größere Bewegung , die politisch zu beachten ist. Ich glaube, dass dazu auch gerade positives Feedback erforderlich ist, was nicht bedeutet, dass nicht auch Kritik verwendet werden soll. Die Kritik sollte jedoch darauf ausgerichtet sein, dass man entweder feministische Unwahrheiten verbreitet oder aber Männerthemen abtut.

Für das Aufgreifen von entsprechenden Themen, die in der Männerbewegung als wichtig erachtet werden, sollte aber gerade auch positive Unterstützung geleistet werden und damit deutlich gemacht werden, dass ich ein Engagement in diese Richtung lohnt.

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„Für Männer nicht wählbar“

Der Interessengemeinschaft Jungen Männer Väter (IG-JMV) ist es gelungen, interessantes  in die Süddeutsche zu bringen:

Unter dem Motto „Es reicht!“ wollen Väter- und Männergruppen vor der Bundestagswahl auf die „Ignoranz“ etablierter Parteien aufmerksam machen. Bis heute seien die Verbände nie vor einen Ausschuss im Bundestag geladen worden. Mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sei keine Zusammenarbeit möglich gewesen, die Bilanz ihrer Familienpolitik sei „erschütternd“, so Riedmeier. Dabei träten die Verbände für zeitgemäße Lösungen und „überfällige Neuerungen“ ein, etwa im Familienrecht. Ein „Hoffnungsschimmer“ immerhin sei Schwesigs Nachfolgerin Katarina Barley (SPD). Diese habe sich offen gezeigt für eine Aufwertung des sogenannten Wechselmodells.

Gemeint ist damit eine Regelung für Scheidungsfamilien, bei der Kinder nach der Trennung ihrer Eltern den Alltag jeweils zur Hälfte bei Mutter und Vater verbringen. Die Unterhaltspflichten nach der Düsseldorfer Tabelle, die bisher üblicherweise gelten und oft für Väter gelten, entfallen bei einer solchen, genau hälftigen Aufteilung. Das Wechselmodell kann bisher von Gerichten nicht angeordnet werden, wenn ein Elternteil widerspricht. Die Väterlobby will das ändern. Es sei ungerecht, dass Väter, die Kinder viel betreuen, zusätzlich Kindesunterhalt zahlen müssten. Die Interessengemeinschaft IG-JMV fordert eine grundsätzliche Neuregelung des Kindesunterhalts. Demnach sollen für Väter wie für Mütter gleiche Rechte und Pflichten gelten. Statt davon auszugehen, dass Scheidungskinder in der Regel bei der Mutter besser aufgehoben seien und Väter für deren Unterhalt aufzukommen hätten, solle das „Rosenheimer Modell“ übernommen werden. Im Prinzip sieht es vor, dass beide Eltern nach der Trennung die Kindern betreuen und auch beide für sie bezahlen. Wer etwas mehr betreut, muss demnach etwas weniger bezahlen. Wer mehr erwirtschaftet, muss entsprechend mehr zahlen. Getrennt erziehende Väter fordern zudem eine Reform des Steuerrechts, das sie diskriminiere. Sie würden vom Finanzamt wie Alleinstehende behandelt, trügen aber die Hauptlast des Kindesunterhalts.

Das ist doch mal eine erstaunlich neutral-postive Berichterstattung.

Abgrenzung Antifeminist vs. Männerrechtler

Im Rahmen der Diskussion zu den antifeministischen Widersprüchen kam auch die Frage zu einer Abgrenzung von Antifeministen und Männerrechtlern auf.

Das wäre aus meiner Sicht einfach:

  • Maskulist ist man, wenn man einen männlichen Standpunkt in der Geschlechterdebatte qualifiziert vertritt.
  • Antifeminist ist man, wenn die Kritik am Feminismus im Vordergrund steht  ohne das man dadurch zugleich Männerrechte wahren will

Damit können sich beide Bereiche überschneiden. Es kann aber auch klare Unterschiede geben. Antifeminist  zB kann auch jemand sein, der nur für Gleichberechtigung ist und deswegen den Feminismus kritisiert, aber keine speziellen männerrechtlichen Anliegen hat. Antifeminismus kann auch schlicht in einer Ablehnung eines feministischen Ansatzes liegen, etwa dem dortigen Sozialkonstruktivismus oder der Gruppentheorien des intersektionalen Feminismus. Kombiniert man das damit, dass man sich zusätzlich dafür einsetzt, dass Männeranliegen mehr beachtet werden, kann es ein maskulistischer Ansatz sein.

In einem Versuch die thematischen Inhalte von Männerrechtlern darzulegen schrieb ich in einem anderen Artikel:

  • Dabei werden Männerrechte insbesondere in den Bereichen diskutiert, in denen
    • Männern besondere Pflichten auferlegt werden
    • Männern bestimmte Rechte nicht oder nur eingeschränkt gewährt werden
    • Männer abgewertet werden.

    Dies scheinen mir die drei Hauptbereiche zu sein, in denen eine Diskussion um Männerrechte stattfindet und sinnvoll ist.

Und dann zu dem dortigen Dritten Punkt:

c) Männerrechte als Abwehr von Abwertungen

Ein dritter Bereich ist aus meiner Sicht die Abwehr von Abwertungen. Männer sind keine schlechteren Menschen, sie sind vielleicht anderes als Frauen, aber das rechtfertigt es nicht, ihre Art und Weise als moralisch verwerflich darzustellen. Natürlich ergibt sich daraus auch nicht, dass diese moralisch richtig ist. 

Häufige Bereiche, in denen Männerrechte durch Abwertungen beeinträchtigt sind, sind:

  • Die Sexualität: Der Mann als Schwein, die Abwertung von männlichen Interessen an schönen Frauen, Busen, schnellen Sex, als primitiv und verachtenswert. Die Dämonisierung männlicher Sexualität
  • Die Einordnung von Männern als Unterdrücker von Frauen

In diesem Bereich ist eine Überschneidung von Männerrechten mit einem Antifeminismus vorhanden, nämlich insoweit als im (radikalen) Feminismus diese Abwertungen gegenüber Männern erfolgt, indem Männern hier wie oben dargestellt abgewertet werden. Ein Einsatz für Männerrechte erfordert insofern, diesen einseitigen Abwertungen eigene Positionen gegenüber zu stellen und deutlich zu machen, dass Unterschiede nicht per se eine Unterdrückung als Grund haben müssen. Es ist aus meiner Sicht auch eine männerrechtliche Position darzustellen, dass männliche Sexualität ihre eigenen Rechte hat und hier die weiblichen Vorstellungen keinen Deutungsvorgang in moralischer Hinsicht haben.

Wer also seine Feminismuskritik gerade deswegen betreibt, weil er die dortige Abwertung von Männern und auch die Anspruchshaltung („Hinterfragt eure Privilegien und tut Buße für eure Männlichkeit“) abwehren will, der kann insoweit einen aus einer maskulistischen oder aber auch humanistischen Position, je nach Ausrichtung,  heraus Antifeminismus betreiben

Vorschlag für eine Liste, die maskulistische Ansichten besser wiedergibt

Leser „Nur_So“ schreibt zu der Liste von Indizien für den Maskulismus

Meines Erachtens ist die Punktliste der Nachweis, dass hier Leute über etwas forschen, das sie nicht verstanden haben.

Mein Vorschlag für eine Liste, die maskulistische Ansichten besser wiedergibt:

• Gleichstellung und Gleichberechtigung stehen in unvereinbarem Widerspruch. Es sind Gegensätze, nicht Synonyme.
• Wenn Frauen weniger verdienen als Männer, dann gibt es viele triftige Gründe dafür, die nichts mit Diskriminierung zu tun haben
• Frauenförderung und Gleichberechtigung sind Gegensätze.
• Frauenpolitik beinhaltet nicht, dass Frauen gleiche Pflichten und Verantwortung wie Männer tragen sollen.
• Wenn man schon Gleichstellung will, dann kann man nicht nur Führungspositionen im Fokus haben, sondern auch muss auch das andere Ende der Gesellschaft beachten z.B. Obdachlose.
• Wenn es der Fall ist, dass ein gewisser Teil der Frauen für sich entscheidet, eine gute Hausfrau und Mutter zu sein, dann ist eine berufliche Gleichstellung zwischen Frauen rein rechnerisch unmöglich
• Gleichstellungspolitik heute bedeutet: „Weniger als 50% Frauen“ = Problem und „Mehr als 50% Frauen“ = Kein Problem. In negativ gesehenen Bereichen andersrum. Das hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun.

Was sagt ihr dazu?

Was würdet ihr ergänzen?

Bin ich ein Maskulist?

Die von dem BMFSJ in Auftrag gegebene Studie hat auch Kriterien genannt, mit denen bestimmt worden ist, ob jemand Maskulist ist.
Die Stelle aus der Studie lautete:

Methodisch wurden in dieser Untersuchung 16 Einstellungsitems verwendet, um die verschiedenen Dimensionen des Maskulismus zu erfassen. Grundlagen waren zunächst qualitative Interviews; das Spektrum maskulistischer Merkmale wurde in ein Set von Indikatoren übersetzt und schließlich für die standardisierte Repräsentativbefragung operationalisiert in Form von Items. Zu diesen auf einer vierstufigen Skala verwendeten Items gehören Statements wie:

  • Gleichstellungspolitik ist nur ein anderer Name für Frauenförderung.
  • Wenn Frauen weniger verdienen als Männer, dann haben sie eben den falschen Beruf gewählt.
  • Frauen sind jetzt genug gefördert worden, jetzt sind die Männer dran.
  • Männer und Frauen haben die gleichen Rechte, aber unterschiedliche Pflichten.
  • Durch die gesetzliche Regelung für mehr Frauen in Führungspositionen werden Männer benachteiligt.
  • Die Rolle der Frau in der Gesellschaft besteht darin, eine gute Hausfrau und Mutter zu sein.
  • Im Bemühen um Gleichstellung von Mann und Frau schießt man über das Ziel hinaus.
  • Bei Trennungen sollten Väter die gleichen Chancen wie Mütter haben, das Sorgerecht zu bekommen.
  • Gleichstellung von Frauen und Männern bedeutet mehr Gerechtigkeit (Ablehnung).
  • Gleichstellungspolitik befasst sich noch nicht ausreichend mit den Bedürfnissen und Anliegen von Müttern (Ablehnung).
  • Durch den Feminismus werden in unserer Gesellschaft die Männer systematisch benachteiligt und Frauen bevorzugt u. a.

Zur Berechnung wurden zwei unabhängige Verfahren eingesetzt:
(1) Über die Items wurde via Clusteranalyse die Gesamtheit der Männer in Bezug auf ihre maskulistischen Einstellungen segmentiert.
(2) Mit den Items wurde additiv ein Summenscore gebildet (Likert-Skalierung), diese ordinale Skala kategorisiert und mit den Ergebnissen der Clusteranalyse abgestimmt.

Zum engeren Kreis und harten Kern der Maskulisten gehört die Gruppe jener, die auf allen Items den höchsten Wert angegeben haben.

Zum weiteren Kreis überzeugter Maskulisten gehören jene, die 90 % des maximalen Summenscores erreichen (aber nicht 100 %). Als Empfängliche für maskulistische Einstellungen gelten jene, die auf dem Summenscore 50 bis 90 % des Summenscores erreichen. Distanzierte gegenüber maskulistischen Einstellungen sind jene mit einem Summenscore von 10 bis 50 %. Gegnerschaft gegenüber maskulistischen Einstellungen markiert ein Summenscore von unter 10 %.

Wenn ich das richtig verstehe, dann gab es also wahrscheinlich noch weitere Statements, da müsste man noch nach der vollen Liste fragen.

Und wenn ich es weiter richtig verstehe, dann sollte man die Aussagen auf einer Skala von 1 (Ablehnung) bis 4 (volle Zustimmung?) bewerten?

Ich gehe sie einfach mal schnell durch

  • Gleichstellungspolitik ist nur ein anderer Name für Frauenförderung.

Gleichstellung ist insbesondere ein Konzept, welches schnell zu Ungerechtigkeiten führt. Gleichheit im Sinne des Art 3 GG heißt eben nach dem Bundesverfassungsgericht, dass Gleiches nicht ohne sachlichen Grund ungleich behandelt werden darf. Es bedeutet auch, dass auch für die Gleichbehandlung von Ungleichen ein sachlicher Grund vorliegen muss. Männer und Frauen verhalten sich nicht gleich. Männer wählen beispielsweise andere Berufe, machen mehr Überstunden, setzen weniger aus, finden Geld und Status wichtiger und erstrebenswerter und sich dafür auch eher bereit weniger Zeit mit der Familie zu haben als Frauen. Insofern ist eine Gleichstellung häufig eine Diskriminierung des Mannes und insoweit Frauenförderung. Zudem verfolgt die Politik auch selten Gleichstellung zugunsten des Mannes. So hat der uneheliche Mann kein Sorgerecht ab Geburt des Kindes und das Residenzmodell reduziert ihn oft auf Umgang und Unterhalt.

Natürlich kann es auch sinnvolle Gleichstellungen geben. Insofern hätte man hier eher konkrete Gleichstellungen nehmen sollen. Ich gebe dem mal eine 3/4

  • Wenn Frauen weniger verdienen als Männer, dann haben sie eben den falschen Beruf gewählt.

Das ist eine Aussage, die so viel zu viel offen lässt und damit schlecht gestellt ist. Natürlich trägt auch die Berufswahl von Frauen zu dem im Schnitt über alle Frauen gerechneten geringeren Verdienst bei. Das wird insoweit in einer Vielzahl von Studien bestätigt. Einen größeren Teil machen die Unterbrechungen, die geringeren Fortbildungen, das weniger an Überstunden etc aus. Insofern würde ich hier 2/4 geben.

  • Frauen sind jetzt genug gefördert worden, jetzt sind die Männer dran.

Ein Umschwenken auf eine Förderung von Männern insbesondere im Familienrecht würde ich interessant finden. Hier ist in jedem Fall noch einiges zu machen. Eine Gleichstellungspolitik für Männer muss es aber auch nicht sein, aus den oben genannten Gründen, die gegen Gleichstellunspolitik sprechen. Auch hier fehlt es an Konkretheit. Die Frage kann so alles oder nichts heißen. 3/4

  • Männer und Frauen haben die gleichen Rechte, aber unterschiedliche Pflichten.

Es ist schwer Rechte zu finden, die Männer haben, aber Frauen nicht. Hingegen haben Männer eben beispielsweise so etwas wichtiges wie das automatische Sorgerecht nicht. An Pflichten wäre die Wehrpflicht, auch wenn sie gegenwärtig ausgesetzt ist. Auch über Unterhaltspflichten könnte man sich streiten, wobei die Gesetze da neutral formuliert sind. Auch hier finde ich eine Zuordnung schwierig. 2/4

  • Durch die gesetzliche Regelung für mehr Frauen in Führungspositionen werden Männer benachteiligt.

Klar werden da teilweise Männer benachteiligt. Insbesondere wenn man Regelungen aufstellt, bei denen Frauen auch bei schlechterer Qualifikation bevorzugt befördert werden sollen. Gravierender ist wohl, dass allgemein der Frauenanteil erhöht werden soll, auch wenn das teilweise noch Selbstverpflichtungen zur Abwehr der Zwangsquote sind, und dadurch Männer übergangen werden. 3/4

  • Die Rolle der Frau in der Gesellschaft besteht darin, eine gute Hausfrau und Mutter zu sein.

Ich möchte keine Hausfrau und Mutter als Partnerin und gehe davon aus, dass Frauen ebenso arbeiten gehen sollten wie Männer. Also die niedrigste Note 1/4

  • Im Bemühen um Gleichstellung von Mann und Frau schießt man über das Ziel hinaus.

Definitiv. Gerade weil man dabei radikale Extremisten ans Steuer lässt 4/4

  • Bei Trennungen sollten Väter die gleichen Chancen wie Mütter haben, das Sorgerecht zu bekommen.

Das ist auch eine sehr merkwürdig gestellte Frage. Die meisten Männer haben bei Trennung das Sorgerecht und es bleibt beim gemeinsamen Sorgerecht. Kann es sein, dass der „Itemsersteller“ da die rechtliche Lage nicht hatte? Aber wenn sie es nicht haben, dann sollen sie natürlich die gleichen Chancen haben, gegen ein gemeinsames Sorgerecht kann man schwer etwas anführen 4/4

  • Gleichstellung von Frauen und Männern bedeutet mehr Gerechtigkeit (Ablehnung).

Auch hier ist die Frage, wie man das konkret versteht. Natürlich ist die gesellschaftliche Gleichstellung („Frauen und Männer sind gleich viel wert“) und die rechtliche Gleichstellung („Frauen und Männer müssen die gleiche Rechte haben“) durchaus gerecht. „Gleichstellung“ in der Hinsicht, dass in allen wichtigen Positionen zumindest 50% Frauen sein müssen (oder mehr) ist hingegen ungerecht. In letztern Fall würde ich eine 1/4 geben, wenn das Ablehnung ist, bei der allgemeinen Betrachtung aller Punkte zusammen würde ich die ersten für absolut essentiell halten, die letzte aber für komplett falsch. Was gibt man dann?

  • Gleichstellungspolitik befasst sich noch nicht ausreichend mit den Bedürfnissen und Anliegen von Müttern (Ablehnung).

Auch das aus meiner Sicht eine schlecht formulierte Position. Sicherlich haben viele Mütter noch ein Bedürfnis auf zB einen besseren Zugang zu Kindergärten oder längere Nachmittagsbetreuung in der Schule. Das haben Väter aber auch. Anliegen und Bedürfnisse, die nur Mütter haben, und um die sich noch gekümmert werden sollte, fallen mir keine ein. Insofern 1/4

  • Durch den Feminismus werden in unserer Gesellschaft die Männer systematisch benachteiligt und Frauen bevorzugt u. a.

DER Feminismus. Das wäre ja schon der erste Fehler. Wenn er den Feminismus aus den Gender Studies meint, dann werden dort Männer abgewertet und Frauen zu ihrem Nachteil zu Opfern gemacht. Der moderne Feminismus ist für niemanden gut, weil er im wesentlichen virtue Signalling für den Ausübenden erlaubt und ansonsten Gruppenhass predigt. Allerdings hat mit der Twitteraccount des BMFSJ schon mitgeteilt, dass Männer per se nicht diskriminiert werden können und das BMFSJ beschäftigt auch radikale Feministinnen und setzt sich überwiegend für Frauen ein. Keine Ahnung, was man da an Punkten gibt.

 

Wie seht ihr die Punkte?

„Der harte Kern des Maskulismus besteht aus 400.000 Männern und 40.000 Frauen“

Wie Genderama berichtet gibt es anscheinend eine neue Studie zu Männern, in der es auch um Maskulismus geht. Diese ist zwar noch nicht veröffentlicht, aber liegt einer Zeitung bereits vor:

Berlin. Eine neue Studie des Bundesfamilienministeriums zeigt: Mehr Männer als vor zehn Jahren finden, dass es einer Partnerschaft guttut, wenn auch die Frau berufstätig ist. Gleichwohl gibt es eine klar anti-feministische Strömung. Von Birgit Marschall und Eva Quadbeck

Als 2007 das Elterngeld mit Vätermonaten startete, wurde es noch als „Wickelvolontariat“ verspottet. Mittlerweile pausiert gut jeder dritte Vater beruflich für sein Baby. Arbeitgeber müssen nunmehr nicht nur damit rechnen, dass junge Mitarbeiterinnen schwanger werden können. Sie müssen sich auch darauf einstellen, dass Väter Elternzeit einreichen.

Interessanter wäre, unter welchen Umständen Männer diese Elternzeit nehmen können und im welchem Umfang. Ich vermute es sind eher Behörden und große Firmen, bei Jobs ohne zuviel Führungsverantwortung und dann auch eher die 2 Monate.

Alte Rollenmuster lösen sich auf
Auch die Vorstellung, wie die Rollen zwischen Männern und Frauen aufgeteilt sein sollten, hat sich in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich verändert. Der Anteil der Männer wächst, die sich Erwerbs- und Erziehungsarbeit mit ihrer Partnerin teilen wollen. Immer mehr Männer treten von sich aus offensiv für Gleichberechtigung ein.

Insbesondere wollen eben viele, dass die Frau sich am Erwerbsleben beteiligt. Die Hausfrauenehe wollen heute wohl die wenigsten zumindest der jungen Männer,

Das sind die zentralen Ergebnisse einer 150 Seiten starken, noch unveröffentlichten Studie des Bundesfamilienministeriums, die unserer Redaktion exklusiv vorliegt. Schon für eine Studie im Jahr 2007 hatte das Familienministerium Männer und Frauen repräsentativ befragt. Die Studie wurde nun mit den gleichen Methoden wiederholt.

Mehr Zustimmung zu Partnerschaft auf Augenhöhe
Bei 3000 Männern und Frauen spürten der Münchner Soziologe Carsten Wippermann und seine Mitarbeiter nach, wie weit verbreitet der Typus des „neuen Mannes“ heute ist und was ihn eigentlich ausmacht. Zwar befürwortet demnach auch heute nur gut jeder dritte Mann eine aktive, offensive Gleichstellungspolitik. Doch die Einstellungen für eine Partnerschaft auf Augenhöhe sind heute deutlicher als vor zehn Jahren in die Breite der Gesellschaft eingedrungen.

Weil „Gleichstellungspolitik“ und „Partnerschaft auf Augenhöhe“ auch schlicht nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun haben.

Ein paar zentrale Ergebnisse: 82 Prozent der Männer finden, dass es einer Partnerschaft gut tut, wenn beide berufstätig sind. Zehn Jahre zuvor waren nur 71 Prozent dieser Ansicht. Mit 49 Prozent meint inzwischen weniger als die Hälfte der Männer, dass Frauen nicht erwerbstätig zu sein brauchen, wenn ihre Männer gut verdienen.

Da würde mich mal die Meinung der Frauen interessieren.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) verweist darauf, dass die Einstellung zum Rollenbild auch eine Generationenfrage sei: „Immer mehr Männer sind sogar der Überzeugung, dass der Vater seine Berufstätigkeit reduzieren sollte, solange die Kinder noch klein sind. Von den heute 70-Jährigen sind 20 Prozent dieser Meinung, von den unter 30-jährigen Männern aber 59 Prozent.“ Es habe ein gesellschaftlicher Wandel stattgefunden – das bestätigten auch die Zahlen der Studie. Immer weniger Frauen und Männer denken, dass die alte Rollenverteilung – der Mann ist der Ernährer und die Frau kümmert sich alleine um Kinder und Haushalt – für sie das richtige Lebensmodell ist.

Allerdings ist es immer noch über das Residenzmodell etwas, was der Staat nach der Trennung in gewisser Weise erzwingen kann.

Beruf und Familie sind schwieriger Spagat für Männer

Selbst bei der ungeliebten Arbeit im Haushalt gibt es Bewegung. Während vor zehn Jahren Putzen, Waschen oder Spülmaschine ausräumen vollständig oder überwiegend von Frauen erledigt wurden und der Herr im Haus nur Reparaturen und Autopflege übernahm, engagieren sich Männer zunehmend im Haushalt. Dieser Aufbruch finde aber nicht flächendeckend statt, vielmehr bewegen sich der Studie zufolge auch hier eher jüngere Männer – insbesondere die mit gut ausgebildeten, erwerbstätigen Partnerinnen.

Nun ist Gleichstellung von Männern und Frauen nicht nur eine Frage des Willens, sondern auch der Rahmenbedingungen. Für Männer erweist sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft als noch schwieriger als für Frauen. Zwei Drittel der Väter mit Kindern unter zwei Jahren klagen über hohe Hürden. So fordern 94 Prozent der Väter, dass die Kita-Öffnungszeiten sich nicht am Modell der nur teilzeiterwerbstätigen Mutter orientieren dürften.

Eine berechtigte Forderung. Sowohl an sich als auch für eine Situation nach der Trennung.

Es gibt auch „Maskulisten“
Ungeachtet der zunehmenden Akzeptanz der Gleichstellungspolitik in der Breite der Bevölkerung gebe es aber auch eine radikal anti-feministische, betont „maskulistische“ Strömung, schreibt Studienautor Wippermann. Der „engere Kern des Maskulismus“ mache aber nur etwa ein Prozent der männlichen Bevölkerung aus.

Das wären, wenn man von 40 Millionen Männern ausgeht, immerhin 400.000 Männer im engeren Kern. Ich bin zuversichtlich, dass der „äußere Kern“ wenn es nur darum geht, dass man den modernen Feminismus und GleichSTELLUNG ablehnt deutlich größer ist.

Wenn man sieht, dass sich in Großbritanien nur 7% als Feministen sehen (wobei das nicht der „harte Kern“ sein müsste) und auch in Amerika viele des Feminismus ablehnen und immerhin 70% der Frauen und 77% der Männer die feministische Glaubensdoktrin, dass Frauen für gleiche Arbeit weniger verdienen nicht glauben dann wäre 1% „harter Kern“ gar nicht mal so verkehrt (ich vermute mal die Zuweisung zum „harten Kern“ ist aber Schrott

Diese Männer sähen in der Gleichstellungspolitik nur ein Synonym für die unnötige Frauenförderung. Frauen seien bereits genug gefördert worden, jetzt seien endlich mal die Männer dran, lautet eine der Auffassungen dieser Gruppe. Genderstudien – also Studien, die sich mit gesellschaftlichen Rollenbildern von Frauen und Männern auseinandersetzen – würden von dieser Gruppe kategorisch als „pseudowissenschaftlich“ und „ideologisch“ eingestuft.Etwa fünf Prozent aller Männer würden zwar nicht alle, aber immerhin manche der anti-feministischen Positionen teilen. Und etwa ein Drittel aller Männer sei für einzelne Einstellungen dieser Art empfänglich, meint Wippermann.

5% wären immerhin 2 Millionen und ein Drittel 12 Millionen. Es wird interessant, wie das die Studie abgefragt hat. Ich vermute mal, dass man recht absolute Forderungen abgefragt hat und den Feminismus weniger extrem dargestellt hat, als es der moderne Feminismus eigentlich ist.

Maskulisten seien am häufigsten in der Altersgruppe 40 bis 60 Jahre zu finden und überdies in allen Schichten. Aber bei einem erheblichen Teil der unter 30-jährigen Männer verfingen einzelne Einstellungen und Argumente dieser Strömung. Bei Frauen ist der Anteil des Anti-Feministinnen kleiner: Nur 0,1 Prozent gehören zum harten Kern, aber immerhin 15,2 Prozent aller Frauen seien empfänglich für diese Ansichten.

Das finde ich gar nicht mal eine so niedrige Quote. Jetzt muss man das nur noch aktivieren.

Gleichstellung wird unterschiedlich verstanden
Trotz dieser kleinen, aber hartnäckigen Gegenbewegung zeigt die Studie, dass sich die partnerschaftliche Aufteilung zwischen Männern und Frauen von Erwerbsarbeit sowie Kindererziehung und Haushalt als gesellschaftliches Leitmodell durchsetzt – weil Männer und Frauen es so wollen.

Als ob man dagegen sein müsste, wenn man gegen Gleichstellungspolitik ist. Hier werden Gegensätze genannt, die keine sind.

Allerdings gießt Studienautor Wippermann in seinem Fazit noch etwas Wasser in den Wein. Aus seiner Sicht ist die Definition von „Gleichstellung“ in der Gesellschaft nicht einheitlich. Gleichstellung sähen die eher traditionell eingestellten Männer auch bereits dann erreicht, wenn es in der Partnerschaft keine Konflikte über die Rollenverteilung gebe, unabhängig davon, wie Arbeit und Zugriff auf Finanzen verteilt sind.

Ich bin gespannt auf die Studie. Wenn einer an sie rankommt, dann bitte mitteilen.

Ich bin auch gespannt, ob und wie dieses mal die hier bestehende Szene aus verschiedenen Blogs etc dargestellt wird.