Daddy Issuses

Drüber gestolpert bei Twitter

Dazu auch:

daddy issues

The result of a messed uprelationship with one’s father, or having an absent father. Results in younger women chasing older men and even seeking mistreatment in some cases.
I was dating a 24 year old when I was 38 but I didn’t try to dress young. I was just a major alcoholic and she was the daughter of an alcoholic and had major daddy issues.

Once I sobered up she lost interest and I got creeped the fuck out thinking about the psychology of it all.

Mythos oder berechtigter Punkt?
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„Warum das Wechselmodell als Standard der letzte Mist ist“

Man sollte ja bekanntlich immer etwas über den Tellerrand schauen und sich die Gegenargumente anschauen. Hier ein Text, der vor den Gefahren des Wechselmodells warnt:

Meist ist es, auch wegen des Gender Pay Gaps, die Frau, die in den Jahren nach der Geburt beruflich kürzer tritt. Wenn im Zuge einer Trennung ihr finanzieller Rahmen weiter schmilzt, dann kann sie sich vielleicht nur noch einen Anwalt über die aufwändig zu beantragende Prozesskostenhilfe leisten. Dafür erhalten Anwälte niedrige Standardsätze, und diese motivieren weder zu besonderer Leistung noch arbeitet jeder Anwalt für diesen Satz. Ein Gerichtsprozess kostet viel Geld, und mindestens so viele Nerven. Was am Ende dabei rauskommt, wird einem kein seriöser Anwalt vorhersagen, insbesondere vor Familiengericht – und salomonische Urteile sind leider die Ausnahme. Die Genehmigungszahlen für Prozesskostenhilfe gehen übrigens aktuell zurück, weil die Hürden erhöht wurden.

Die Hürden für Verfahrenkostenhilfe wurden übrigens nicht geändert. Und so gut wie alle Anwälte im Familienrecht arbeiten auf Verfahrenskostenhilfebasis (da hat man zumindest einen sicheren Zahler).

Wenn Gesetzgeber, Väterrechtler und weitere Prozessinvolvierte vom Jugendamt oder Gutachter hinzugezogen werden, soll das Kindeswohl entscheidend sein, so stellen sich das die Wechselmodellbefürworter vor. Aber welches Kind sagt nicht, es wolle bei beiden Eltern leben? Sogar Kinder, die massive Gewalt gegen die Mutter oder sich selbst erlebt haben, tun das. Allein die Frage schon stürzt ein Kind in massive Loyalitätskonflikte. Richter haben übrigens keine Pflicht zur Fortbildung, und wenn dann noch mangelhafte Gutachten ins Spiel kommen, was leider in erschreckender Zahl vorkommt, dann kann das Urteil des Familiengerichts entsetzliches Unglück verursachen. Das passiert jetzt schon in etlichen Fällen, wo Frauen das Sorgerecht für ihr Kind verlieren, weil ihnen Bindungsintoleranz und Enfremdung des Kindes vom Vater vorgeworfen wird – Frauen, die ihr Kind vom psychisch kranken Vater schützen wollen, aber keine ausreichende Belege für dessen Zustand haben.

Da kommt mir einiges an Kritik bekannt vor. Kinder wäre es in der Tat häufig am liebsten, wenn alles wäre wie früher und sie beide Eltern haben. Aber genug sagen auch, dass sie bei einem bestimmten Elternteil leben wollen, wenn sie sich entscheiden müssen. Meist ist es eben der, der sie vorher am meisten betreut hat, wobei es auch „Papakinder“ und „Mamakinder“ gibt. Aber die Aussage ist auch nicht per se die relevante, denn spätestens Jugendamt und Verfahrenspfleger sind sich durchaus bewußt, dass sie sich im gegenwärtigen Modell für eine Version entscheiden müssen und ansonsten regelt meist auch der Kontinuitätsgrundsatz, bei wem das Kind bleibt.

Und auch hier ist die andere Seite mal gut zu hören: Da ist es der kranke Vater, vor dem man das Kind schützen muss. Da kann eben die bekannte „Beziehungsebene“ statt der Elternebene dahinter stecken oder auch eine Entfremdung des Kindes,  welches die Ängste der Mutter aufnimmt und sie spiegelt. Es kann natürlich auch tatsächlich ein Vater sein, der sich gut verstellen kann.

Frauen werden länger in schädlichen Beziehungen bleiben, aus Angst ums Kind
Welche Frau, die daran denkt, sich von einem Mann zu trennen, der Zuhause nur noch schlechte Stimmung verbreitet, sexuelle Dienste einfordert und sich kaum um Haushalt oder Kind kümmert, wird sich zukünftig noch trauen, eine Scheidung einzureichen? Wenn das Wechselmodell auch bei zerstrittenen Eltern kommt, dann muss sie nun damit rechnen, dass ihr zukünftiger Exmann die neue Gesetzeslage ausnutzen wird, um sie einzuschüchtern.

Wäre interessant, womit er sie dann einschüchtern soll. Damit, dass sie nur noch jede zweite Woche die Kinder um sich hat? Ob ihr bewußt ist, dass das genau die Einschüchterung ist, die in wesentlich strengerer Form momentan gegen Väter wirkt? Denen man sogar sagen kann, dass sie dann ihre Kinder nur noch alle zwei Wochen am Wochenende sehen werden.

Bisher war es so, dass die Kinder bei demjenigen bleiben, der/die sich hauptsächlich um sie gekümmert hat. Das nennt man Kontinutitsätsprinzip und ist auch gut so, denn gerade Kinder in Trennungssituationen brauchen Stabilität und nicht noch zusätzliche Umbrüche im Leben. Gleichberechtigtes Engagment vor einer Trennung ist zukünftig überflüssig, wenn solch eine Gesetzesänderung kommt. Der Mann kann sich quasi aufs Berufsleben und Geldscheffeln konzentrieren, während die Frau immer abhängiger von ihm wird.

Also der Gedanke, dass er bisher aufpassen musste, mehr zu machen, damit er … ja was eigentlich? Selbst wenn er 45% und sie 55% gemacht hätte, hätte sie wahrscheinlich die Kinder bekommen.

Ihr Gedanke ist aber wohl, dass Männer jetzt jede Zurückhaltung aufgeben können, einfach so „Geld scheffeln“ können (welches sie dann im Zugewinn und Unterhalt und im Versorgungsausgleich teilen müssen und von dem die Frau auch vorher lebt) und die Frauen deswegen zwangsweise das Kind betreuen könne.  Geht etwas in die Richtung dieses Gesprächs. Warum sie dann nicht auch recht schnell wieder anfangen können soll wird leider nicht weiter ausgeführt.

Weiterhin keine Pflichten, aber mehr Rechte für Väter
Das wirklich gemeine an der Entwicklung ist, dass Väter nicht gezwungen werden können, sich nach einer Trennung ums gemeinsame Kind zu kümmern. Momentan funktioniert ja noch nicht einmal die Einforderung des Unterhaltes so gut, dass mehr als 25% der Alleinerziehenden Geld fürs Kind erhalten. Wenn nun also eine Frau, die sich getrennt hat, vor einem Famliengericht versucht darauf hinzuwirken, dass der Exmann sich kümmern muss, wird sie auflaufen. Eine Pflicht zum Kümmern gibt es nicht, ebensowenig, wie es eine Möglichkeit gibt, das Wechselmodell durchzusetzen, wenn sie als Mutter das gerne möchte, aber der getrennte Vater findet, seine ehemalige Familie gehe ihn nichts mehr an. Dann hat die Frau Pech gehabt.

Er kann das theoretisch genau so wenig wie die Frau. Diese kann auch ausziehen und das Kind bei ihm lassen und sie kann theoretisch auch auf das Wechselmodell klagen. Die Vollstreckung mag nicht einfach sein, aber auch da sind nicht alle Fälle so ungewöhnlich, wie der, den das Bundesverfassungsgericht zu entscheiden hatte.

Es ist auch interessant, dass sie den Zustand mit Wechselmodell als unerträglich schildert und dann bedauert, dass man ihn nicht durchsetzen kann und das auch unerträglich findet.

Kindeswohl? Zweifelhafte Studien werden ins Feld geführt
Wenn argumentiert wird, Kinder, die im Wechselmodell lebten, seien psychisch weniger auffällig und hätten niedrigere Stresslevel, dann muss jedes Mal genau hingeschaut werden, wer da genau als Studienobjekt hinzugezogen wurde. Es ist klar, dass es Kindern besser geht, wenn sich die Eltern gut verstehen und sie sich gemeinsam aufs Wechselmodell geeinigt haben.

Stimmen die Strukturen und erleben die Kinder eine stabile Umgebung, in der beide Eltern noch gut miteinander kommunizieren können, ist das Wechselmodell toll. So wie bei meinen Freundinnen in Skandinavien, die dieses Modell ganz selbstverständlich leben. Ich war nach meiner eigenen Trennung übrigens ziemlich neidisch darauf, wie gut sie das mitsamt Expartnern hinbekommen haben. Hätte ich auch gerne gemacht.

Dann wäre ja die Einführung eines solchen Modell vielleicht für viele schlicht der bessere Weg, auf dem es auch klappen könnte. Und natürlich gehören dazu auch häufig zwei. Seinen eigenen Anteil am Scheitern wahrzunehmen ist häufig schwierig.

Fazit: Wo das Wechselmodell funktionert, braucht es keine staatliche Regelung
Eltern, die sich gut verstehen und gut miteinander kommunizieren können, die die Strukturen für ein Wechselmodell bieten (räumliche Nähe, eigenes Zimmer in beiden Wohnungen, gesicherte Betreuung), brauchen keinen Gesetzgeber, der ihnen ein Wechselmodell als Standard vorschreibt. Und für alle anderen, insbesondere für diejenigen,die sich so sehr zerstritten haben, dass sie vors Familiengericht ziehen, ist das Wechselmodell schädlich. Am allerschädlichsten aber für das Kind, das zum Spielball zwischen zerstrittenen Eltern wird und wöchentlich seine Umgebung wechseln muss, und das vielleicht als reine Rachemaßnahme oder Zeichen einer Machtdemonstration seinen Lebensmittelpunkt verliert. Eine entsetzliche Vorstellung.

Dann besteht auch immer noch die Möglichkeit, dass Wechselmodell aufzuheben. Aber ein Wechselmodell als Standard wird viele überhaupt erst auf die Idee bringen, dass man es leben könnte und verändert auch die Machtbasis dahingehend, dass nicht bei einem Scheitern ohnehin die Mutter die Kinder bekommt.

Es wäre sicherlich interessant, wie es sich aufwirkt.

 

 

Vatertag

Aus der Wikipedia:

der Vatertag, regional auch Herrentag oder Männertag genannt, ist ein in verschiedenen Teilen der Welt begangenes Brauchtum zu Ehren der Väter.

Deutschland
Der volkstümliche Vatertag wird in Deutschland an Christi Himmelfahrt begangen, dem 40. Tag des Osterfestkreises. Er wird vor allem in Ostdeutschland[1] auch als Herrentag bezeichnet, wobei im Brauchtum oft die „Herrentagspartie“ im Vordergrund steht. In Thüringen wird auch die Bezeichnung „Männertag“ verwendet.[2]

Die heutige Form des „Vatertagfeierns“ kam Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin und Umgebung auf und erfreut sich seitdem bei Männern großer Beliebtheit. Seit 1934 ist Christi Himmelfahrt in Deutschland gesetzlicher Feiertag (in der DDR war der Tag nur bis 1966 und im Jahr 1990 ein gesetzlicher Feiertag). In der DDR wurden so Möglichkeiten genutzt, an diesem Tag dennoch eine „Herrentagspartie“ machen zu können. So bestand das Recht für Angehörige von Religionsgemeinschaften, ihre Festtage zu feiern, sofern das vom Arbeitgeber eingeräumt wurde oder werden konnte.
Kutschfahrt am Vatertag 2008 im Naturpark Nuthe-Nieplitz bei Beelitz, Brandenburg

Die traditionell männlichen Teilnehmer machen dabei meist eine Wanderung oder eine gemeinsame Ausfahrt, bei der oftmals viel Alkohol konsumiert wird. Ziel sind häufig traditionelle Ausflugspunkte bzw. Gaststätten. Bei Wanderungen werden häufig Bollerwagen oder Schubkarren mitgeführt, um die Getränke besser transportieren zu können. Für die Ausfahrten werden meist Fahrräder (zum Teil mit Anhänger), geschmückte Kremserwagen (Kutschen) oder ältere Traktoren mit Anhänger genutzt. Die Fahrzeuge oder Wagen werden dabei teilweise nur an diesem Tag genutzt und dafür speziell umgebaut, z. B. besondere Fahrradtandems oder Fahrräder mit mehr als einem Dutzend Sitzplätzen. Häufig werden die Gefährte mit Flieder und Birkenzweigen geschmückt.

Aufgrund des erhöhten Alkoholkonsums und der häufig durchgeführten Massenveranstaltungen (dazu zählen gemeinschaftliche Ausflüge wie Grillausflüge, Ausflüge an den Angelsee, Kutschfahrten) gibt es am Vatertag erheblich mehr Schlägereien als an anderen Tagen. Laut dem Statistischen Bundesamt steigt die Zahl der durch Alkohol bedingten Verkehrsunfälle an Christi Himmelfahrt auf das Dreifache des Durchschnitts der sonstigen Tage an und erreicht einen Jahreshöhepunkt.

Interessant ist ja, dass Muttertag ganz anders gefeiert wird als der Vatertag. Am Muttertag stehen Geschenke an die Mutter etc im Vordergrund, der Vatertag wird auch von Männern gefeiert, die keine Väter sind und hat insofern auch wenig mit dem Vatersein zu tun. Es ist eher ein Tag, an dem Männer unter sich feiern.

Wie kommt es nach eurer Meinung zu diesen Unterschieden?

Wie würde eine maskulistische Erziehung von Kindern aussehen?

Peter Müller warf in den Kommentaren eine Frage auf:

Wie sollte, könnte, würde eine „maskulistische Erziehung“ von Töchtern aussehen?

Das finde ich auch nicht uninteressant.

Um mal den offensichtlichen Witz zu machen:

Dem Zerrbild entsprechend würde sie natürlich allenfalls die Haushaltsschule besuchen dürfen, damit sie kochen, backen und aufräumen kann. Die übrigen bei einer Frau wichtigen Fähigkeiten kann sie ja eh nur in der (kirchlich geschlossenen!) Ehe lernen.

Aber ernsthaft:

Natürlich wollte ich wollen, dass eine Tochter von mir die Freiheiten hat, sich in die von ihr gewünschte Richtung zu entwickeln, eine selbstbewußte, selbständige Frau wird, die eine positive Einstellung Männern und Frauen gegenüber hat. Mir wäre es schon wichtig, dass sie auch „untypischeres“ kann, etwa mit Werkzeugen arbeitet und nicht da aus Prinzip nach einem Mann ruft. Natürlich würde es mich freuen, wenn sie später mal Dawkins und Co liest, lernt, sich selbst eine Meinung zu bilden und Argumente gegeneinander abzuwägen und sich dann für die logischere Ansicht zu entscheiden. Ich würde sie, wenn sie älter ist, sicherlich auf meine Theorien dazu hinweisen, dass Männer und Frauen schlicht im Schnitt (!) unterschiedlich sind und das anders sein, auch anders als das eigene Geschlecht, nicht schlimm ist. Sie könnte dann natürlich sein, wie sie will und wenn sie die Ansichten ihres Vaters doof findet, dann ist das auch ihre Sache. Auch bei Spielzeug finde ich es nicht schlecht, ihr Auswahl zu bieten und sie mit dem spielen zu lassen, was sie will. Nach meinen Erfahrungen hier würde ich es schon als (auch) meine Aufgabe ansehen, dass man sie auch mal fordert, sie Sachen machen lassen lässt, vor denen sie zunächst Angst hat, damit sie merkt, dass alles nicht so schlimm ist und man auch mal hinfallen kann.

Würde ich ihr Lektionen geben, dass sie Männer nicht ausnehmen darf oder etwas in der Art? Ich denke eher nicht. Allenfalls, wenn dazu Anlass bestehen würde und sie älter ist. Sicherlich würde ich ihr raten, sich nicht einfach auf ihren Partner zu verlassen und auf eine gute Ausbildung bestehen, die ihr erlaubt, ihr Leben selbst zu leben.

Als Nichtvater ist das alles natürlich schwer zu sagen. Ich wäre erst einmal froh, wenn ich es überhaupt einigermaßen hinbekomme, dass sie ein gut erzogenes, aufgewecktes Kind ist, welches ein gutes Selbstvertrauen entwickelt hat und sich sozial gut mit anderen versteht. Spannend wird sicherlich einiges ab 14+. Aber ob sie dann groß von ihrem Vater Vorträge über das andere Geschlecht hören will wäre eine andere Sache. Interessant würde ich es finden, ihr wenn sie das interessiert, etwas Pickupliteratur zukommen zu lassen, weil die glaube ich auch eine interessante Perspektive auf Flirten und weibliches Begehren geben und es nicht schaden kann sich da auch selbst zu verstehen. Ob man das dann aber als Vater tatsächlich tut wäre eine andere  Frage.

Was würdet ihr denn machen  oder habt ihr gemacht?

Und natürlich wäre auch die Folgefrage interessant:

Was würdet ihr bei einem Jungen machen?

 

Verhältnis zum neuen Partner des anderen Elternteils

Kürzlich las ich in einem Forum so ungefähr das Folgende:

Der Neue meiner Ex hat mein bei ihr wohnendes Kind neulich, wie ich im nachhinein erfahren habe, zum Arzt gebracht für eine normale Untersuchung, dem Kind wurde dabei auch Blut abgenommen. Ich habe das gemeinsame Sorgerecht. Darf der das? Kann ich den anzeigen?

Viele Antworten waren recht empört, allerdings eben weil er so etwas überhaupt erwägt. Und führten sinngemäß aus, dass er mal von der Beziehungsebene weg kommen sollte und sich lieber freuen sollte, dass sein Kind in einer Familie lebt, in der es ihm gut geht und in der man sich um ihn kümmert. Das sei schließlich das Beste für das Kind und alles andere emotionale Empfindlichkeiten aus verletzten Stolz.

Ich denke was da insbesondere mit hineinspielt ist der Umstand, dass der neue Partner einen zu einem gewissen Teil ersetzt und eine Rolle und Position einnimmt, die man gerne selbst ausüben würde. Und natürlich spielt da auch eine gewisse Eifersucht mit hinein, evtl auf die neue Beziehung, aber auch auf die Vaterrolle, die der neue einnimmt.

Rechtlich wird er es, wenn es eine Routineuntersuchung ohne besondere Gefährdung oder Bedeutung ist, durchaus dürfen, dann eben als der Vertreter der Mutter. Ob der Arzt diese nachgewiesen haben möchte oder das Verhältnis kennt wäre für die Wirksamkeit dann erst einmal egal. Aber dieses rechtliche ist denke ich in der Tat das kleinste Problem.

Am gesündesten ist wohl die Perspektive, dass er einen nicht ersetzt, sondern nur einen Platz neben einem einnimmt. Und das derjenige auch nichts dafür kann, ihm bleibt ja nichts anderes übrig als sich mit dem Kind seiner Partnerin zu verstehen. Am besten wäre es wohl, wenn man mit demjenigen gut auskommt und sich gut versteht, aber das kann natürlich einfacher gesagt als getan sein.

Gleichberechtigte Elternschaft

Gleichberechtigte Elternschaft – Die Podiumsdiskussion

Gemeinsame Elternverantwortung auf Augenhöhe im Lebensverlauf – was brauchen Mütter und Väter dafür, wie findet man die besten Lösungen für die Kinder, woran mangelt es noch in Deutschland? Diesen und weiteren Fragen widmeten sich der Verein Väteraufbruch für Kinder e.V. (VAfK) und der Verband berufstätiger Mütter e.V. (VBM) im Rahmen ihres bereits zweiten parlamentarischen Abends am 22. September 2016 in Berlin.

Leben mit der Energiewende TV dokumentiert die Podiumsdiskussion nach den Vorträgen.

Teilnehmer/innen der Diskussion:
Francoise Hetto-Gaasch (Parl. Versammlung des Europarates), Sabine Menkens (Moderatorin), Doro Engel (VBM), Cornelia Spachtholz (VBM), Dr. Ursula Matschke (Gleichstellungsbeauftragte, Stuttgart), Markus Witt (VAfK), Oliver Hunziker (VeV, Schweiz), Martina Krahl (VAMV), Martin Rosowski (Bundesforum Männer)

Die einzelnen Vorträge sind auf dem Kanal von „Leben mit der Energiewende“ dokumentiert.

Moderation: Frank Farenski

Fachkongress Bewegte Zeiten für Väter

Der Text dazu

Viele Väter möchten mehr Zeit für ihre Familie haben und sich aktiv an der Erziehung ihrer Kinder beteiligen. Männer für eine aktive Vaterschaft zu gewinnen und sie darin zu unterstützen, sich die Familien- und Sorgearbeit partnerschaftlich zu teilen, gehören deshalb zu den wichtigsten familienpolitischen Zielen der Landesregierung. Beim Fachkongress „Bewegte Zeiten für Väter“ werden gemeinsam die unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und diskutiert.

Der Kongress bietet neben Keynotes zu Zukunftstrends in Familie und Arbeitswelt sowie zu Perspektiven aus Kinder- und Vatersicht auch Workshops zu gelingender Partnerschaft, Arbeit der Zukunft, Vätern und Vereinbarkeitswünschen und Netzwerken für Väter. Darüber hinaus geben Themeninseln wichtige inhaltliche Impulse für die Arbeit und ermöglichen viel Raum für Diskussionen, Austausch und Vernetzung.

Dazu auch:

Das Publikum war angenehm gemischt, es waren viele Verantwortliche öffentlicher und kirchlicher Träger und Sozialverbände gekommen. Ich hatte vor, die Zuhörer_innen durch die Schilderung verschiedener Missstände zum Nachdenken zu bewegen. Doch das musste ich gar nicht tun. Von Anfang an entspann sich eine lebhafte Debatte zu den Aspekten Frauenförderung, leaky pipelines, vermeintlichen Meritokratien oder Lohngleichheit.

Doch an einer bestimmten Stelle kippte die Diskussion. Insbesondere zwei Herren im Publikum schienen gar nicht einverstanden mit meiner Darstellung flächendeckender Diskriminierung von Frauen. Ein Zuhörer fand mangels klarer Definition der von mir verwendeten Systembegriffe gar die Debatte an sich quasi unführbar. Im Laufe meines Vortrags unterbrach er, zunehmend aggressiv, mehrfach meine Ausführungen. Am Ende warf er mir „Männer-Bashing“ und eine unterirdische non-verbale Kommunikation vor.

Ein anderer Herr führte ins Feld, dass es nach seiner Erfahrung die Jungen und jungen Männer seien, die Diskriminierung erfahren würden. U.a. seien diese drei Mal häufiger einer Therapie mit Ritalin ausgesetzt als Mädchen und junge Frauen. Ich ging auf seinen individuellen Einwand ein, wollte diesen jedoch nicht als Argument gelten lassen, dass man nicht generell über die flächendeckende Diskriminierung von Frauen sprechen dürfe.

Nach diesen Wortmeldungen war die Atmosphäre im Raum durchaus angespannt. Insbesondere der Zuhörer. der die Frage nach der Trennschärfe der Begriffe aufgebracht hatte, war kaum mehr bereit meinen Ausführungen zu folgen. Zwar verlief der Vortrag in der Folge einigermaßen geordnet, die Vehemenz der männlichen Wortmeldungen gab mir dennoch sehr zu denken.

Denn es ist kein Einzelfall, dass in Debatten um Gender, Diskriminierung oder Gleichstellung Männer zum Teil recht heftig agitieren. Hier scheint der Diskurs an Glaubenssätzen und tief sitzenden Überzeugungen zu rütteln. Und nicht wenige Männer reagieren mit Aggression und Zurückweisung.

Mir ist es wichtig, dass ich verstehe, was genau sie so irritiert. Denn dass etwa Jungen in einigen Bereichen inzwischen von den Mädchen und jungen Frauen abgehängt wurden, oder gar als Verlierer gelten, ist ja nicht von der Hand zu weisen.

Dennoch gibt es da die Unwilligkeit oder Unfähigkeit zur Wahrnehmung eines diskriminierenden Systems. Statt dessen drehen viele Männer den Spieß um und begeben sich selbst in die vermeintliche Opferolle. Mir ist noch nicht ganz klar, woher genau eine solche Reaktanz stammt. Ich will sie aber auch nicht einfach abtun oder übergehen, denn dahinter steckt unter Umständen eine Menge Angst und Unbehagen.

Gleichzeitig wehre ich mich gegen die Aggression, die da beinahe stets mitschwingt. Für viele Männer scheint Angriff die beste Verteidigung. Und wenn gar nichts mehr hilft, sprechen einige vom „Genderwahn“

Ich habe noch nicht den ganzen Beitrag gehört, dazu ist er sehr lang, aber eine Stelle, etwa um die 59 Minute, fand ich beim reinhören interessant: Da wurde über „maternal Gatekeeping“ gesprochen und Frauen, die Männer daran hindern würden, dass sie Verantwortung übernehmen würden. Sofort wurde Widerstand laut: Das seien ganz vereinzelte Fälle und es wäre überhaupt schlecht davon zu reden, weil so etwas die Männer von der Verantwortung frei sprechen würde und als Entschuldigung missbraucht werden würde.

Aber ob nicht doch auch Frauen vielleicht an diesen klassischen Rollen festhalten würden?

Nein!! Das wären dann ja nur Entschuldigungen und darüber sollte man lieber ganz schweigen.

Das macht aus meiner Sicht mal wieder deutlich, warum diese Ideologien so schädlich sind: Sie sind so unglaublich einseitig. Feste Geschlechterrollen dürften nur bestehen, um Frauen zu entlasten, aber niemals um ihnen selbst eine Verantwortung zuzuweisen. Allenfalls dürfte wohl angemerkt werden, dass das einige Frauen machen, ganz vereinzelt, ansonsten sind eben einfach nur die faulen Männer schuld.