Wenn Männer mit Männern Sex haben, haben sie sehr viel mehr Sexpartner als wenn sie mit Frauen Sex haben

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Antifeministische Widersprüche: Sexuelle Selbstbestimmung

Onyx hat eine Vielzahl antifeministischer Widersprüche ausfindig gemacht. Mal sehen was sie gefunden hat:

-sexuelle Selbstbestimmung

Die sexuelle Selbstbestimmung ist im Antifeminismus nur ein Wert, wenn sie entweder Männer selbst betrifft, oder wenn sie dem Vergnügen von Männern dient. Denn während das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung (also der Schutz vor Übergriffen und Gewaltdelikten) gern insofern polemisch diffamiert wird, indem gern behauptet wird, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, ist die sexuelle Selbstbestimmung plötzlich dann ein ganz wichtiger Faktor, wenn es um das Recht geht, Männern Spaß zu bereiten oder sich ihnen unterzuordnen. Siehe Prostitution, BDSM.

Da bringt Onyx keine wirklichen Beispiele oder Verweise, die ihre Position stützen. Ich finde es eine erstaunlich haltlose Position.

Vielleicht erscheint es aus der Sicht von jemanden, der die Rape Culture Theorie berechtigt findet so. Angegangen werden aus meiner Sicht übertriebene Vorstellungen im Feminismus dazu, dass man jeder Frau glauben muss, dass man eine Beweislastumkehr will oder das man übertriebene Formen des Konsens verbindlich machen will (von „Yes means Yes “ bis „Enthusiastic consent“ oder in der Karikatur den beiderseitigen Rechtsanwälten, die neben dem Bett sitzen müssen).

Angegriffen wird auch der Gedanke, dass jeder kleine Übergriff ein unsägliches Verbrechen ist. Und die Panikmache mit falschen Zahlen.

Das beruht nicht zuletzt darauf, dass Männer und Frauen verschiedene Rollen haben, bei denen der Mann häufiger die aktivere hat, was dazu führt, dass er den schwarzen Peter bekommt, wenn er die Lage falsch einschätzt. In der Hinsicht scheinen es mir auch eher die meisten Frauen vollkommen anders zu sehen als der Feminismus. Sie erkennen an, dass Männer sich verschätzen können und sind häufig der Auffassung, dass das eben auch nicht schlimm sein muss und sogar besser sein kann, als ein Mann, der sich nichts traut.

Das tatsächlich jemand einer Frau das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung abgesprochen hat ist mir aus der Szene nicht bekannt. Natürlich darf eine Frau nein sagen und sollte eine Vergewaltigung strafbar sein (selbst die wenigen Leute, die der Auffassung sind, dass die Strafbarkeit der Körperverletzung ausreichend wäre sehen eine Strafbarkeit).

Vor dem Hintergrund ist es auch keine Polemik, wenn man die übertriebenen Vorstellungen des Feminismus fürchtet: Wären radikale Feministinnen an der Macht, dann hätten wir wahrscheinlich Prozesse wie an amerikanischen Universitäten, also ohne jede Verteidigungsmöglichkeit, mit Beweislastumkehr Was eine Vergewaltigung wäre bestimmte dann immer der Sexualpartner, der sich darauf beruft, da diesem die Deutungshoheit zukommen würde.

Hier zeigt sich auch mal wieder, dass Onyx nicht in der Lage ist, die radikalen Positionen des modernen Feminismus als solche zu erkennen und ihre Radikalität zuzugestehen. Was wirklich erstaunlich ist in einem solchen Feld.

Und das Onyx im Grunde ihres Herzen dem sexfeindlichen Feminismus zuneigt ist, erkennt man auch immer wieder an ihrer Ablehnung von Prostitution und Kink wie BDSM. Irgendwie macht sie einen Vorwurf daraus, dass man das akzeptiert, und natürlich „weil es Männern Spass macht“. Das man es akzeptieren kann, weil man der Auffassung ist, dass erwachsene Menschen handeln können wie sie wollen, solange sie keinen anderen Menschen beeinträchtigen, auch dann wenn man davon selbst nicht profitiert, kommt ihr anscheinend gar nicht in den Sinn.

Und das diese Liberalität auch insofern ein konstantes Bild bietet, weil man eben das konservative und autoritäre des Feminismus ablehnt („Die Sexualität einer Frau ist heilig, sie muss um jeden Preis vor dem Biest Mann geschützt werden“ und „jeder hat so Sex zu haben, wie wir das wollen, auch wenn er dazu keinen Anlass sieht, weil Rape Culture“) kommt ihr nicht in den Sinn.

Wie auch: Für sie muss es Hass sein, denn ohne die Abwertung der Kritiker bleibt ihr wenig.

Wie seht ihr es?

 

Auswirkung der Anzahl der Geschlechtspartner auf die Attraktivität

Eine interessante Studie behandelt die Attraktivität als Partner in Verbindung mit der Anzahl der vorherigen Geschlechtspartner:

The aim of this study was to explore how people’s sexual history affects their attractiveness. Using an Internet survey, 188 participants rated their willingness to engage in a relationship with a hypothetical individual with a specified number of past sexual partners, ranging from 0 to 60+. The effect of past partner number was very large. Average willingness ratings initially rose as past partner number rose, but then fell dramatically. For short-term relationships, men were more willing than women to get involved (although the difference was not large). For long-term relationships, in contrast, there was virtually no sex difference. Thus, contrary to the idea that male promiscuity is tolerated but female promiscuity is not, both sexes expressed equal reluctance to get involved with someone with an overly extensive sexual history. Finally, participants with an unrestricted sociosexual orientation (high SO participants) were more tolerant than low SO participants of prospective mates with higher numbers of past sexual partners but were also less tolerant of prospective mates with low numbers of past sexual partners.

Quelle: Sexual History and Present Attractiveness: People Want a Mate With a Bit of a Past, But Not Too Much. (Volltext: Scihub-Link)

Zur Auswahl der Teilnehmer:

Participants were recruited from the subject pool at Swansea University in Wales and via the social network website Facebook, using a targeted ad shown exclusively to UK users aged 18 to 30. The ad explained that participants were sought for a brief study on mate preferences, and cautioned that the study included questions of a sexual nature. The final sample consisted of 188 heterosexual individuals: 84 men and 104 women. The age range of the sample was 18 to 35 years (M = 21.16; SD = 2.49). (Participants older than 30 presumably came from the university subject pool rather than the agetargeted Facebook ad.) The mean age of the men (22.07, SD = 2.73) was significantly higher than that of the women (20.42, SD = 2), t186 = 4.77, p < .01; two-tailed. Participants’ SO was measured with the Sociosexuality Orientation Inventory–Revised (SOI-R; Penke & Asendorpf, 2008; described below). The mean SO score for the sample was 36.15 (SD = 13.74), with men scoring significantly higher (M = 43.2, SD = 12.75) than women (M = 30.5, SD = 11.8), t180 = 6.96, p < .01; two-tailed. A small majority of participants (61%) reported that they were currently in a relationship. The average level of religiosity of the sample was low: On a 1-to-5 scale where 1 represented “very religious,” 3 represented “neither religious nor non-religious,” and 5 represented “very non-religious,” 80.9% of participants chose 3, 4, or 5, and the mean religiosity score was 3.74 (SD = 1.17). The vast majority of participants identified as Caucasian (95.7%); the remainder identified as South Asian, East Asian, or “other” (< 2% in each category).

Also wie in vielen Studien junge Studenten.

Die Ergebnisse sind dennoch interessant:

Attraktivitaet Anzahl Sexualpartner

Attraktivitaet Anzahl Sexualpartner

Wie man sieht sind die Betrachtungen für eine Langzeitbeziehung relativ gleich. Männer sind eher noch toleranter als Frauen, was die Anzahal der Sexualpartner angeht. Bei etwas kürzerem gestehen Männer Frauen mehr Sexualpartner zu.

Wie man auch sieht nimmt die theoretische Bereitschaft bei beiden Geschlechtern mit der Anzahl der Geschlechtspartner ab. Allerdings scheint es mir eine sehr abstrakte Bewertung zu sein, die nicht einbezieht, dass mit den Sexualpartnern üblicherweise auch bestimmte Verhaltensweisen oder ein bestimmtes Aussehen korrespondieren kann.

Ein schüchterner oder sozial unbeholfener Nerd, der ab einem gewissen Alter noch Jungfrau ist, erreicht sicherlich keine 6,5 auf der Skala. Und ab einem gewissen Alter wird auch eine weibliche Jungfrau eher Mißtrauen erregen.

Und eine Frau mit 20 Männern, die aber ansonsten klasse aussieht und nicht billig wirkt, sondern sich lediglich in einer bestimmten Phase etwas „ausgelebt“ hat, ansonsten aber gegenwärtig in ihrem Bekanntenkreis nicht als „Schlampe“ gibt, wird auch keinen Mangel an Interessenten haben. Ebenso der attraktive Alpha, der gut aussieht und „Charme“ oder „Game“ hat.

Es ist ein Nachteil der Studie, dass sie die Frage rein abstrakt gestellt hat und nicht mit Charakteren oder zumindest Fotos verbunden hat. Noch besser wären Filmszenen gewesen. Oder eine Beschreibung, wie sie sich die Leute mit einer hohen Partnerzahl vorstellen und wie sie denken, dass Leute auf sie reagieren. Ich vermute mal, dass ein „wahrnehmbares billiges Verhalten“ Frauen in ihrer Attraktivität sehr schadet und bei Männern vielleicht eher, dass sie ein „falsches Spiel betreiben“ oder Frauen nur als weitere Nummer sehen.

Aus der Diskussion:

The focus of the present study was how a prospective mate’s sexual history affects people’s willingness to get involved with that individual. The study yielded three main findings:

(1) A prospective mate’s number of past sexual partners had a large effect on participants’ willingness to engage in a relationship with them. After an initial upswing in willingness ratings, participants grew progressively less willing to get involved as the number of past partners increased.

(2) Men and women did not differ in their willingness to get involved in a long-term relationship with a target individual with more than two past sexual partners. In contrast, men were more willing (or less unwilling) than women to get involved in a short-term relationship, regardless of how many sexual partners the target had had. These differences between the long- and short-term
contexts have not previously been documented with respect to people’s responses to a prospective mate’s sexual history.

(3) Participants with high SO were more tolerant of prospective mates with a high number of past sexual partners. Interestingly, participants with high SO were less tolerant of prospective mates with a very low number of past partners.

Also: Die Anzahl der Sexualpartner hatte einen starken Effekt, Männer und Frauen unterscheiden sich in der Hinsicht nicht sehr, bei Kurzzeitstrategien sind Männer sogar großzügiger, und Leute mit einer hohen Anzahl an Sexualpartnern waren toleranter, was eine hohe Anzahl an Sexualpartnern angeht, aber weniger großzügig bezüglich einer niedrigen Anzahl von Sexualpartnern

These results suggest two amendments to folk psychology.

The first relates to the nugget of folk psychology embodied in humorist Evan Esar’s observation that “The girl with a future avoids a man with a past.”

Our research suggests that, at least in a modern western society, it depends how much of a past the man has. A little is better than none, but a lot is much worse. Furthermore, this is true of both sexes. For the average woman and the average man in our sample, the ideal mate was not someone without any sexual history. Our participants were reasonably willing to get involved with such a person; however, they were more willing to get involved with someone who had some history. This was especially so for women in the long-term context: When evaluating prospective mates with zero, one, or two past partners, women were less willing to get involved than men. There are several possible explanations for this result. One is that it stems from sex differences in the
importance of mate-choice copying: Women may be more averse than men to a prospective long-term mate who garners little sexual interest from the other sex. A second possibility is that it stems from sex differences in parental certainty: Men may be more attracted than women to a prospective long-term mate with only limited sexual experience, because historically this was correlated with lower cuckoldry risk. Note, though, that the difference was not especially large and that it remains to be seen whether the pattern will replicate.

The second amendment to folk psychology concerns the sexual double standard. Contrary to the common notion that male promiscuity is tolerated whereas female promiscuity is not, both sexes expressed an unwillingness to get involved with someone with a high number of past sexual partners.

For long-term relationships, there was virtually no difference between the sexes in this respect. For short-term relationships, in contrast, men were more tolerant of female promiscuity than women were of male promiscuity (thus, in a certain sense, the traditional double standard was reversed in the short-term context). This is not the first study to question the existence of the double standard (see Allison & Risman, 2013; Kreager & Staff, 2009; Mark & Miller, 1986; O’Sullivan, 1995). It seems that, although the belief that there is a sexual double standard is widespread,the sexual double standard itself is not nearly as widespread as it might once have been—at least not in the kind of liberal western culture in which the present study was conducted (cf. Stewart-Williams, 2002).

Aus meiner Sicht braucht es mehr Faktoren als die reine Partnerzahl um hier eine Bewertung vorzunehmen. Ein interessanter Faktor wäre beispielsweise wie stark der Ruf der jeweiligen Person noch von der Anzahl der Sexualpartner betroffen ist (wenn jeder weiß, dass er jede Nacht mit einer anderen schläft/sie schon mit jedem geschlafen hat, dann dürfte sich dies stärker auswirken, als wenn das gleiche wesentlich diskreter geschehen ist oder diese Phase länger her ist). Interessant wäre auch, wie die Qualität derjenigen leidet, die sich interessieren bzw. wie sich ihr jeweiliger Wert auf dem Partnermarkt verändert. Wird eine 10 auf eine 8 zurückgestuft, dann ist sie natürlich immer noch attraktiv, erst recht für eine 6, aber dann eben nicht mehr für eine 9.
Als abstrakte Studie insofern interessant, aber weitere Forschung mit einer differenzierteren Betrachtung der Faktoren, die bei der Anzahl der Geschlechtspartner eine Rolle spielen, wäre interessant.

Japan, sexlose Grasesser und Testosteron

Ein interessantes Phänomen wird aus Japan berichtet:

Die Japaner werden immer einsamer. Klingt schnell dahingesagt, ist aber statistisch belegbar: 70 Prozent der ledigen Männer und 60 Prozent der unverheirateten Frauen zwischen 18 und 34 haben keine Beziehung. Fast die Hälfte von ihnen will auch gar keine. Zu diesem Schluss kam Japans Institut für Bevölkerungs- und Sozialstudien in einer Sexual-Untersuchung, die es seit 1987 alle fünf Jahre durchführt. 44Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen sagten, sie hätten noch nie Sex gehabt. Die Zahl nimmt zu, vor fünf Jahren waren es noch 36 Prozent der Männer.

Das sind schon sehr hohe Zahlen, mich würden die deutschen Vergleichszahlen interessieren, aber ich vermute, dass sie deutlich niedriger sind. 44% der Männer zwischen 18 und 34 haben noch keinen Sex gehabt? Das wäre wirklich erstaunlich hoch. Insbesondere wenn die Hälfte auch kein Interesse daran hat.

„Grasfresser“ nennen die Japaner junge Männer, die keinen Sex wollen. Sie seien freundlich und scheu, ohne Gefühl für ihre Männlichkeit. So beschreibt das zumindest der Philosoph Masahiro Morioka, der den Begriff mit seinem Buch „Liebes-Lektionen für herbivore Jungs“ bekannt machte. Grasfresser wollten keine großen Gefühle, niemanden verletzen und auf keinen Fall verletzt werden. Fragt man die jungen Männer, formulieren sie es einfacher: Beziehungen seien ihnen zu „umständlich“.

Eine Generation, die zu einem relativ großen Teil der Beziehung abgeschworen hat. Es ist aus meiner Sicht nicht verwunderlich, dass dies in einem Land wie Japan geschieht, denn bei diesen liegen auch im Schnitt andere biologische Gegebenheiten vor, die sich auf den Sexualtrieb auswirken.

Es scheint weniger das freie Testosteron zu sein als vielmehr die Fähigkeit, dieses entsprechend wahrzunehmen:

though plasma testosterone levels are an important factor in sex hormone-dependent features, they obviously cannot explain the ethnic differences in these features. These differences seem to be mediated instead by differential enzyme and androgen receptor activity [6].  Specifically,  5a-reductase, the enzyme that converts testosterone into DHT, activity seems to vary among ethnic groups.  DHT is an androgenic hormone whose affinity to the androgen receptor is multitudes times greater than testosterone. A study recorded the DHT:testosterone ratio, an indicator of 5a-reductase activity[7], among ethnic groups and found levels to be highest in African-Americans, intermediate in Caucasians, and lowest in Asian-Americans [5]. Tissue-specific coactivators of the androgen receptor also play a role in differences in tissue-specific androgenicity. Different levels of these coactivators are found in different tissues(heart, skeletal muscle, and liver), and help determine the responsiveness of these receptors by binding to the androgen-androgen receptor complex [8-12].
The genetic differences in the gene encoding the androgen receptor itself contributes greatly to its ability to respond to testosterone and other androgens [13-15].  One of the most distinctive and important genetic differences found is called the CAG repeat polymorphism. This refers to the glutamine-tag attached to the androgen receptor becomes the sequence CAG is translated into the amino acid glutamine. The number of CAG repeats an individual has in his or her androgen receptor gene determines how effective his or her androgen receptor is at binding testosterone; those with less repeats are more sensitive to testosterone and those with a greater amount of repeats are less sensitive [16-21].  It has been found that those with short CAG repeats have the same symptoms of men with high testosterone levels, increased skeletal muscle mass, lower good cholesterol (HDL), and have an earlier onset of prostate cancer [21]. Those born with too many repeats (>38) may be at risk for certain genetic disorders [22].

The inverse association between the number of CAG repeats in the AR gene and functionality of the AR protein. Longer CAG tracts result in lower transcription of target genes and, thus, lower androgenicity. Expansion of the encoded polyglutamine stretch to beyond probably 38 leads to the neuromuscular disorder X-linked spinal bulbar muscular atrophy (XSBMA), a condition in which defective spermatogenesis and undervirilization are observed. Conversely, low numbers of CAG repeats are associated with increased androgenicity of susceptible tissues.

The inverse association between the number of CAG repeats in the AR gene and functionality of the AR protein. Longer CAG tracts result in lower transcription of target genes and, thus, lower androgenicity. Expansion of the encoded polyglutamine stretch to beyond probably 38 leads to the neuromuscular disorder X-linked spinal bulbar muscular atrophy (XSBMA), a condition in which defective spermatogenesis and undervirilization are observed. Conversely, low numbers of CAG repeats are associated with increased androgenicity of susceptible tissues.

The mechanism behind the weaker transactivation of androgen receptors with longer CAG repeats was found in a study done in 1999. A coactivator of the androgen receptor, ARA24, was discovered which bound differentially with the polyglutamine region of the androgen receptor. ARA24 was found to bind more weakly to androgen receptors with longer repeats and thus allowed for weaker signalling for the transcription of androgen-related genes [11].
Small but significant differences in the average CAG repeat length were found between different ethnic groups. Men of African descent were found to have the lowest number of repeats at 18-20, caucasians at 21-22, and east asians at 22-23[21]. Not only does this information reinforce our observations about body composition and androgenicity among different ethnic groups, but it also offers us some clinical value. The differences in enzyme, coactivator and androgen receptor activity may explain why certain individuals respond to testosterone therapy more strongly than others. It seems, however, that there is no clear winner in the roulette of testosterone sensitivity; one group may see greater strength in the earlier years of life, while the other gains vitality in the later years.
Das passt auch gut dazu, dass man bei Japanern eine sehr geringe Digit Ratio festgestellt hat:
digit-ratio
(Weiteres zu den Androgenrezeptoren und den CAG-Repeats auch hier)
Japan hat also Grundlagen, die dieses System begünstigen. Bei einem niedrigen reagieren auf Testosteron hätten wir:
  • einen geringen Sexualtrieb
  • ein eher passives, nichtmännliches Auftreten

Aus dem Artikel:

Viel besser geht es allerdings auch verheirateten Paaren nicht. In der regelmäßig wiederholten Studie des Kondom-Herstellers Durex haben japanische Ehepaare von allen untersuchten Ländern immer am wenigsten Sex und den am wenigsten befriedigenden noch dazu. Viele Japaner finden, das sei richtig so. Nach der Heirat müsse Schluss sein mit Romantik.

 Gut, dass hört man aus westlichen Ehen ja durchaus auch mitunter. Aber es könnte durch das obige Problem verschärft werden. Zudem kommen kulturelle Erwartungen dazu:

Das fehlende Interesse der jungen Männer an Sex und Beziehungen hat freilich einen weiteren Grund, über den in Japan nur ungern gesprochen wird. Etwa die Hälfte der Männer finden keinen festen Job, sie arbeiten für wenig Geld und ohne Perspektive. Diese Männer haben bei den Japanerinnen kaum Chancen, zumal die Gesellschaft bis heute am Modell festhält, der Mann müsse der Ernährer der Familie sein und die Frau solle mit der ersten Schwangerschaft ihre Stelle aufgeben.

Eine weitere Untersuchung vor einem Jahr fand heraus, dass ein Drittel der jungen Frauen keinen Mann heiraten würde, der nicht mindestens fünf Millionen Yen pro Jahr verdiene, etwa 44 000 Euro. Davon kann ein Zeitarbeiter nicht einmal träumen.

Das ist ja mal eine sehr deutliche Darstellung weiblicher Anforderungen an einen Partner: Er muss reich genug sein, sie zu versorgen und ihnen den Ausstieg aus dem Beruf zu erlauben. Kann er das nicht, dann ist ein Großteil der Frauen nicht an ihm interessiert. Es ist ein schöner Gegensatz zu der beständigen feministischen Darstellung der Frau, die keinerlei Forderungen stellen kann und nur Spielball der Männer ist, unterdrückt und benachteiligt, weil sie nicht genau so viel verdient. Hier wird es als deutliches Ausschlußkriterium dargelegt, als ein Privileg, welches er der Frau bieten muss, wenn er eine Chance haben will. Was viele Männer anscheinend sowohl nicht können als auch anscheinend nicht wollen. Aus China hört man von ähnlichen Erwartungen.

Am wenigsten Interesse an Beziehungen zeigen Frauen in ihren späten Zwanzigern. Damit verhöhnen sie die Regierung von Premier Shinzō Abe geradezu, die voriges Jahr ankündigte, sie werde die Geburtenrate der Japanerinnen bis 2025 von derzeit 1,4 auf 1,8 Kinder erhöhen, um die demografische Krise zu bewältigen. Zurzeit sind 27 Prozent der Bevölkerung über 65, ihr Anteil steigt jedes Jahr. Wie die Regierung die Geburtenrate erhöhen will, hat sie bisher nicht gesagt. Kinder außerhalb der Ehe sind in Japan noch immer selten. Die Regierung müsste also Anreize zum Heiraten schaffen.

Also ein Land mit sehr starken kulturellen Regeln, welches darauf stößt, dass viele dieser Regelungen nicht mehr attraktiv erscheinen. Ein solches System kann schwer aufzulösen sein, wenn alles in ein System von Ehre und sozialen Wert eingebunden ist. Es kann dann eher einen hohen Wert signalisieren gar keinen Partner zu haben als einen, bei dem man noch arbeiten muss als Frau. Und es kann einen niedrigen Wert bedeuten außerhalb der Ehe Kinder zu bekommen, so dass diese Option nicht attraktiv erscheint. Beides zusammen kann eine Zwickmühle sein, die dazu führt, dass recht wenig Kinder geboren werden.

Für junge Frauen, die ihr romantisches Ideal wenigstens schon einmal nachstellen möchten, bietet eine Agentur in Kyoto beispielsweise „Solo-Hochzeiten“ an. Junge Frauen können sich selber heiraten, mit Hochzeitskleid, Spitzen, Blumen, Tüll und Hochzeitskuchen: Dabei geht es eigentlich nur um die Erinnerungsfotos. Ohnehin erfüllen japanische Hochzeitsagenturen fast jeden Wunsch – Paaren ohne Verwandte oder Freunde besorgen sie Gäste oder sogar fiktive Angehörige fürs Hochzeitsfest, unter Schauspiel-Statisten ein beliebter Job. Westliche Männer in Tokio werden von Theateragenturen auch als Priesterdarsteller an Hochzeitsveranstalter vermittelt.

„Solo-Hochzeiten“ als weibliche Trieberfüllung sind interessant. Passen aber zu den gängigen Geschlechterklischees.

Die schnelle Triebbefriedigung dagegen holen sich junge Männer vom Sexgewerbe oder immer häufiger auch online. Außerdem gewinnen Softporno-Filme auch bei den jungen Japanerinnen an Beliebtheit.

Das ist eben weitaus weniger kompliziert als die Forderungen eines Partners bzw. es kann als unproblematischer angesehen werden als ein unstandesgemäßer Partner.

vgl. auch:

Verführung, „Erotik braucht eine kleine Hürde“ und „Nein heißt Nein“

In der Zeit befindet sich ein Interview mit dem Paartherapeuten und Sexualforscher Ulrich Clement, der etwas zu „Verführung“ ausführt. Einige Abschnitte fand ich sehr interessant:

ZEITmagazin ONLINE: Was genau ist Verführung?

Ulrich Clement: Verführung ist, jemanden zu etwas zu bewegen, von dem er noch nicht weiß, dass er es will.

 Eigentlich eine schöne Definition. Es macht deutlich, dass man einen Wunsch weckt und eine Veränderung erreichen will

ZEITmagazin ONLINE: Aber verführt werden will derjenige schon?

Clement: Latent, ja. Ein guter Verführer spürt die Bereitschaft, auch wenn sie nicht ausgesprochen ist. Es gibt bei dem französischen Meisterverführer Cyrano de Bergerac eine schöne Szene: Christian, der ohne die wortgewandte Unterstützung de Bergeracs hilflos ist, sagt zu seiner angehimmelten Roxane: „Je vous aime.“ Und sie antwortet: „Brodez! Brodez!„, was soviel heißt wie: „Schmücken Sie es aus!“ Er stammelt aber nur weiter, dass er sie liebt. Schließlich sagt sie entnervt: „Sie bieten saure Milch mir, und ich wollte Sahne! Wie lieben Sie mich denn?“ Gefragt ist beim Verführen nicht die sexuelle direkte Sprache, sondern die erotische Sprache des Andeutens. Man bleibt bewusst vage.

„Das gibt erst einmal bei mir bereits einen Extrapunkt, weil ich Cyrano de Bergerac als Stück liebe. Aber weiter im Text)

Das scheint mir etwas zu sein, was die radikalen Feministinnen nicht verstehen, die meisten Frauen aber sehr gut: Yes means Yes ist keine Verführung, enthusiastischer Consent ist auch keine Verführung. Um so klarer man alles gestalten muss, um so weniger Platz bleibt für die erotische Sprache des Andeutens und der Vagheit.

ZEITmagazin ONLINE: Verführung ist also ein verbaler Balztanz?

Clement: Ja, man möchte herausfinden: Wie gut achtet der andere auf mich? Ist er aufmerksam? Meint er wirklich mich?

Auch hier würde ich zustimmen: Es geht in diesen Fällen häufig nicht um eindeutige Aussagen, sondern häufig darauf, wie er auf etwas reagiert, warum er etwas macht: Das Gefühl gewollt zu werden ist größer, wenn der andere etwas kämpfen muss, wenn er sich bemüht, eine Andeutung, die verstanden wird, ist ein besseres Zeichen als eine eindeutige Absprache, mit zu klaren Worten macht man es dem anderen zu einfach und offenbart vielleicht zu viel, ohne das der andere es passend zurückgeben muss.

ZEITmagazin ONLINE: Würde man zu schnell nachgeben, hätte die Sache also gar keinen Reiz mehr?

Clement: Genau, Erotik braucht eine kleine Hürde. Sonst ist sie wie Tennis ohne Netz: witzlos. Der amerikanische Sexualtherapeut Jack Morin hat dafür die erotische Gleichung aufgestellt: Erregung = Anziehung + Hindernis. Anziehung allein reicht nicht. Man muss etwas haben, das es zu überwinden gilt.

Was für eine Formel!

Erregung= Anziehung + Hindernis

Das wäre wohl etwas, was in feministischen Kreisen eher zu einem #Aufschrei führen würde. Ein Hindernis? Das ist nach deren Vorstellung allenfalls in der Rape Culture erregend. Allenfalls wenn man deutlich vereinbart hat, dass man ein Hindernis errichtet, dass der andere dann nach genau definierten Regeln „überwinden“ kann, wäre das wohl dort eine konforme Vorstellung.

Leider begreifen das auch viele Männer nicht, die nicht erkennen, wann ein Hindernis ein solches Spiel ist und einfach gar nichts machen, weil ein Hindernis da ist (oder es eben nicht als Spiel, als Tanz, sehen, dieses zu überwinden). Ein Hindernis oder ein Shittest sind eben mitunter nicht mehr als ein Anzeichen von Interesse, vergleichbar der Kröte, die auch nur solche Männer vom Nest zu schupsen versucht, bei denen sie meint, dass sie drauf bleiben und nicht solche, bei denen sie davon ausgeht, dass sie herunterfallen.

ZEITmagazin ONLINE: Welche Ingredienzien braucht eine kunstvolle Verführung noch?

Clement: Mal abgesehen davon, dass es immer darauf ankommt, wer wen verführen will, muss die Situation auf jeden Fall in der Schwebe sein. Noch ist nichts eindeutig. Eine Verführungssituation endet genau in dem Moment, in dem die Lage nicht mehr offen, sondern klar ist.

ZEITmagazin ONLINE: Um zu spüren, was der andere will, ohne es zu sagen, braucht es also besondere Aufmerksamkeit. Das ist es, was schon Casanova beherrschte.

Clement: Richtig, der Verführer lässt die Frau spüren, dass er sie – und zwar genau sie – will. Damit macht er ihr das Kompliment, unwiderstehlich zu sein, und wertet sie auf.

Der „yes means Yes“ Feminismus mag also keine Verführung, da Klarheit diese zerstört. Und das ist auch der Grund, warum sexuelle Spannung in vielen Beziehungen nachlässt: Wer schon 100 mal miteinander geschlafen hat, der kann keine Hindernisse und keine Unklarheit mehr bilden.

ZEITmagazin ONLINE: Sie könnte einwenden: Den Trick macht er doch mit jeder.

Clement: Aber psychologisch funktioniert die erotische Aufwertung andersherum. Gerade wegen seines Images als Verführer und Kenner, sagt sich die anvisierte Frau: Wenn dieser erfahrene Mann ausgerechnet mich haben will, obwohl er genug andere haben könnte, muss ich besonders begehrenswert sein.

Das könnte aus dem Pickup sein. Und es kann richtig eingesetzt auch durchaus stimmen, eben wenn man passend auftritt und ihr vermitteln kann, dass man sich tatsächlich für sie interessiert und nicht nur für die Kerbe im Bett.

Etwas später heißt es:

ZEITmagazin ONLINE: Welche Unterschiede gibt es zwischen der Verführung durch einen Mann und durch eine Frau?

Clement: Dazu gibt es ein interessantes Experiment: Unter dem Vorwand irgendeiner Untersuchung wurden Frauen und Männer einbestellt, die man dann paarweise in einem Raum warten ließ, weil – so wurde vorgeschoben – der Versuchsaufbau noch nicht ganz fertig wäre. Dabei hielt eine Kamera ihr Verhalten fest. Bei denen, die sich sympathisch fanden und die zu flirten begannen, konnte man hinterher sehen: Zunächst hat die Frau bestimmte Signale gesendet. Sie zog etwa ihre Augenbrauen hoch oder fasste sich in die Haare. Der Mann ging dann bei Interesse darauf ein. Befragte man die beiden hinterher, wie es denn gelaufen sei, behaupteten die Männer meistens von sich, sie hätten angefangen. Halten wir also fest: Die Frau hat ihnen das Signal zum anfangen gegeben. Eigentlich hat sie angefangen, unter Umständen noch nicht mal in dem Bewusstsein, etwas Konkretes zu unternehmen. Die Entscheidung, daraus aktiv etwas zu machen, lag dann beim Mann.

Das senden passender Signale ist denke ich etwas, was für viele Frauen sehr hilfreich sein könnte. Ich hatte es unter „Ansprechbarkeit erhöhen“ als eines der wichtigsten Flirttipps für Frauen angeführt. Die Männer, die solche oft subtilen Signale auffangen und richtig interpretieren können, werden es auch deutlich einfacher haben. Gleichzeitig werden Männer, die passend aussehen und sich attraktiv verhalten, auch eher Signale bekommen.

ZEITmagazin ONLINE: Charmant. Aber worum geht es den beiden mit diesem Verhalten eigentlich genau?

Clement: Es gibt in der Sexualforschung die Theorie der sexual economics, eine ökonomische Theorie des sexuellen Verhaltens, die besagt, dass jedes Umeinanderwerben dem Verhalten auf einem Marktplatz gleicht: Die einen haben etwas anzubieten, die anderen wollen etwas haben. Frauen haben etwas, was Männer wollen, nämlich Sex. Nach dieser Theorie ist lediglich weiblicher Sex wertvoll, männlicher Sex hingegen ist nichts wert, weil den jede überall umsonst haben kann. Deswegen prüfen Frauen, wie teuer sie sich verkaufen können. Sie sind Marketingexpertinnen in eigener Sache. Wenn Frauen flirten, bedeutet das übrigens aus diesem Grund auch nicht unbedingt, dass sie bereit sind für Sex, wie manche Männer irrtümlich annehmen.

Es kann heißen, dass sie den Marktwert testen, es kann bedeuten, dass sie Interesse haben, aber noch verführt werden wollen. Es bedeutet jedenfalls nicht per se, dass die Sache klar ist.

ZEITmagazin ONLINE: Sie wundern sich dann, dass sie abblitzen?

Clement: Ja, aber das ist einem Mann weniger unangenehm als einer Frau. Männer lassen es eher mal darauf ankommen und wagen einen ersten aktiven Schritt. Das gehört für sie natürlich zum Wettbewerbsverhalten dazu – ein bisschen wie beim Fußball, da muss man auch mal aus einer nicht ganz klaren Situation heraus aufs Tor schießen. Diese größere Toleranz gegenüber dem eigenen Scheitern erklärt übrigens auch das schon mehrfach beobachtete Phänomen, dass Männer bei Befragungen aktiver aus ihrem Sexualleben berichten als Frauen. Sie overreporten, heißt es im Fachjargon, während Frauen tendenziell underreporten. Frauen lassen peinliche Begegnungen eher weg, vielleicht verdrängen sie sie sogar, während Männer sich sagen: „Egal, es war zwar doof, aber immerhin: ein Versuch.“

Da haben die Männer aus ihrer Warte auch durchaus recht. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Männer, die sich in die reine Männercliquee ohne Frauenkontakt zurückziehen und keine Frauen ansprechen, werden eben auch keine Freundin haben.

Training gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und seine Wirkung

Eine interessante Studie behandelt, was ein Training gegen sexuelle Belästigung bringt:

This study evaluated a sexual harassment program for staff and faculty employees at a metropolitan university. One hundred men and 97 women who participated in the program and 141 men and 178 women who did not participate responded to a self-report questionnaire through campus mail. Analysis of variance was used to test for effects of program participation and employee gender on five outcome variables. Results indicated that participants showed more knowledge about sexual harassment than did nonparticipants and had a stronger attitude that sexual behavior at work is inappropriate. Men had more favorable attitudes toward sexual behavior at work than did women. Moreover, program participation and employee gender interacted, indicating an adverse reaction to the program among male participants. Male participants were less likely than other groups to perceive coercive sexual harassment, less willing to report sexual harassment, and more likely to blame the victim. Implications of the findings are discussed.

Demnach hat das Training genau das Gegenteil von dem erreicht, was es eigentlich erreichen sollte: Die männlichen Teilnehmer lehnten sich gegen das Programm auf und waren weniger bereit sexuelle Belästigung zu erkennen, weniger bereit solche zu berichten und eher bereit das Opfer als die Schuldige anzusehen.
Aus einem Bericht über die Studie im Telegraph:

Lauren Edelman, professor of law and sociology at the University of California Berkeley, told the Guardian: “Sexual harassment training may, in fact, make it less likely that males will recognise situations that are harassing. Sexual harassment training may provoke backlash in males.”

Das kann ich mir bei einem klassischen feministisch angehauchten Anti-Belästigungstraining auch durchaus vorstellen. Denn dort dürften diverse Anschuldigungen gegen Männer an sich vorgenommen werden, es dürften kleinere Vorfälle bereits als „Mikroaggressionen“ oder ähnliches gewertet werden und es dürfte allgemein ein Klima geschaffen werden, in denen Männer das Gefühl haben, dass sie nichts richtig machen können und für Kleinigkeiten bestraft werden können. Es wird einem deutlich gemacht, dass die Gruppe der Täter einen selbst umfasst und das führt natürlich zu einer Solidarisierung, wie wohl die meisten Anschuldigungen gegen Mitglieder einer Gruppe. Wer Maßnahmen als ungerecht empfindet, der ist eben weitaus weniger bereit auch deren ggfs noch berechtigte Teile umzusetzen, schon gar nicht, wenn er das Gefühl hat, dass sie gegen ihn als Mitglied einer Gruppe gerichtet sind.

Ein Artikel im Guardian führt dazu an:

The men’s surprising responses may have been an “effort at self-preservation intended to defend and protect against a perceived attack on them”, the authors wrote.

In other words, the training appears to make some men feel threatened and afraid that they will be subject to false accusations, said Shereen Bingham, co-author of the study and professor at the University of Nebraska at Omaha school of communication. As a result, they may respond in a defensive manner.

“We were surprised … it certainly appears to be irrational,” said Bingham. “The only explanation can be psychological or emotional.”

Es ist ja schon interessant, dass sie wahrnehmen, dass Männer sich bedroht fühlen, aber anscheinend nicht hinterfragen, ob da etwas dran sein könnte.

The findings highlight a broader challenge – that men in leadership roles sometimes struggle to relate to the experiences of those who have faced harassment, she said: “People in powerful positions don’t have a good grasp of what it’s like to be in a non-dominant group.”

Other studies have shown that when workplaces actively inform men of sexual harassment policies, it can also have unintended negative effects. A study published in the Social Psychology Quarterly found that after men learned about harassment rules, it triggered implicit gender biases, effectively making it more likely for them to stereotype women.

“The purpose of sexual harassment policy is to make men and women more equal in the workplace,” said Justine Tinkler, assistant professor of sociology at the University of Georgia and co-author of the study. “If the policies are sort of activating gender stereotypes rather than challenging them, they may not be promoting that broader goal.”

Tinkler has also studied how sexual harassment trainings can provoke backlash and how people who say they support harassment laws are resistant to the enforcement of those policies. Trainings can also reinforce men’s feelings that women are “emotional and duplicitous in the way that they both want sexual attention, but don’t want sexual harassment”, she explained.

Das dürfte dann auch daran liegen, dass gerade in Amerika die Regelungen gegen sexuelle Belästigung paradoxe Züge haben. Wenn man eigentlich am Arbeitsplatz nicht flirten darf, es aber natürlich dennoch gemacht wird, gleichzeitig aber auch sofort als sexuelle Belästigung bestraft werden kann, dann ist die Einstellung der Männer dazu ja durchaus verständlich. Wenn dort Beispiele verwendet werden, bei denen eine Frau niemals Täter sein kann, egal, wie sexuell sie sich verhält, jede Reaktion darauf aber als sexuelle Belästigung angesehen werden kann, dann ist es auch verständlich, dass dies als sehr einseitig empfunden wird.

Edelman, the UC Berkeley professor, said she suspects the backlash could stem from the “cartoonish, somewhat unrealistic” harassment examples that trainings often include – lessons that can make participants skeptical and resentful.

Das würde dann in der Tat ein Problem sein.

Edelman’s own research has focused on what’s known as “symbolic compliance”, which refers to the way organizations’ anti-harassment and diversity policies and procedures are primarily focused on demonstrating compliance in a legal context – and likely do little to actually reduce discrimination or harassment.

Zu diesem Problem, gerade im Zusammenhang mit den „punitive damages“ hatte ich bereits hingewiesen. Es ist in der Hinsicht ein Problem, dass die Firmen sich nach Möglichkeit weitgehend entlasten müssen, also durchaus Interesse daran haben, dass sie dort in den Belehrungen die Anforderungen übertreiben, damit sie dann sagen können, dass sie bereits vor Kleinigkeiten gewarnt haben und eine Zero-Tolerance Politik errichtet haben. Ob das  Konzept auch für die Mitarbeiter tatsächlich das Beste ist, ist dann egal, wenn damit jedenfalls eine Haftung zuverlässig ausgeschlossen ist.

In California, employers with 50 or more employees are required by law to provide at least two hours of harassment prevention training, and in the University of California, all faculty and supervisors must complete a training every two years.

Auch ein schönes Beschäftigungsfeld für „Gender Studies Spezialisten“. Wäre interessant, was da so an Geld fließt. Aus Deutschland kenne ich es nicht.

The questionable research makes clear that universities should not only study the effectiveness of training, but should also prioritize other mechanisms to promote prevention, professors said.

“The university should focus more on having a much clearer zero-tolerance policy with very clear sanctions that are very consistently carried out,” said Edelman.

Tinkler said the best way to combat workplace sexual harassment is to reduce gender inequality and promote women in leadership positions.

“It really requires changing workplaces that have gender inequality structured into the way that they are organized,” she said.

Dass Vorgesetze versuchen bei Frauen zu landen wird man nie abstellen können. Nicht, weil es gut ist, sondern weil eine höhere Position eben einen gewissen Status mit sich bringt, den die Leute verwerten wollen. Natürlich können hier Strafen abschrecken, aber solange es zB Studentinnen gibt, die es aufregend finden, mit ihrem Professor zu schlafen, bleibt es interessant. Es könnte interessanter sein, wenn man ihnen beibringt, wie man es macht, ohne Frauen zu belästigen. Aber das wird wohl keine Firma, schon gar keine amerikanische, anbieten.