Bundesverfassungsgericht zur Eintragung einer anderen Bezeichnung als „Männlich“ oder „weiblich“ für Intersexuelle

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass Menschen, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen, dass Recht auf einen anderen Eintrag und nicht lediglich einen „Nichteintrag“ haben. Es ist damit ein Beschluss, der Intersexuelle betrifft (also etwa 0,017% der Bevölkerung). Natürlich steht es dem Gesetzgeber auch frei, die Regelung großzügiger umzusetzen und auch für Leute, bei denen man eine Geschlechtszuordnung vornehmen kann, eine andere Eintragungsmöglichkeit vorsehen. Man wird sehen, wie die Regelung umgesetzt werden wird.

Anne Wizorek schreibt dazu auf Twitter:

Das ist aus meiner Sicht falsch. Das Bundesverfassungsgericht kennt auch nur zwei Geschlechter – und Intersexualität. Das es Intersexuelle gibt ist auch außerhalb des Feminismus nicht wirklich strittig. Fälle wie das im Beschluss aufgetretene Turner Syndrom (Das Turner-Syndrom liegt vor, wenn Menschen statt zweier Kopien des X-Chromosoms (eines von der Mutter, eines vom Vater) oder einem X-Chromosom und einem Y-Chromosom lediglich ein X-Chromosom haben) oder echte Zwitter sind eben Mischformen zwischen den Geschlechtern, und kein neues Geschlecht.  Und sie sind, weil meist nicht fortpflanzungsfähig auch sehr sehr selten.

Der Beschluss im Volltext, interessanteres Fett markiert:

 

 Beschluss vom 10. Oktober 2017 – 1 BvR 2019/16

Leitsätze

zum Beschluss des Ersten Senats vom 10. Oktober 2017

– 1 BvR 2019/16 –

  1. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) schützt die geschlechtliche Identität. Es schützt auch die geschlechtliche Identität derjenigen, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen.
  2. Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG schützt auch Menschen, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen, vor Diskriminierungen wegen ihres Geschlechts.
  3. Personen, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen, werden in beiden Grundrechten verletzt, wenn das Personenstandsrecht dazu zwingt, das Geschlecht zu registrieren, aber keinen anderen positiven Geschlechtseintrag als weiblich oder männlich zulässt.

BUNDESVERFASSUNGSGERICHT

– 1 BvR 2019/16 –

IM NAMEN DES VOLKES

In dem Verfahren
über
die Verfassungsbeschwerde

von K…,

– Bevollmächtigte:
1. Prof. Dr. Konstanze Plett, LL.M.,
Gustav-Heinemann-Straße 33, 28215 Bremen,
2. Priv.-Doz. Dr. Friederike Wapler,
Seidelstraße 6, 30163 Hannover,
3. Rechtsanwältin Katrin Niedenthal,
Marktstraße 2 – 4, 33602 Bielefeld –

1.
unmittelbar gegen

a)
den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 22. Juni 2016 – XII ZB 52/15 -,

b)
den Beschluss des Oberlandesgerichts Celle vom 21. Januar 2015 – 17 W 28/14 -,

c)
den Beschluss des Amtsgerichts Hannover vom 13. Oktober 2014 – 85 III 105/14 -,

2.
mittelbar gegen

§ 21 Absatz 1 Nummer 3 des Personenstandsgesetzes (PStG) in der Fassung von Artikel 1 des Gesetzes zur Reform des Personenstandsrechts (Personenstandsrechtsreformgesetz – PStRG) vom 19. Februar 2007 (BGBl I S. 122), § 22 Absatz 3 des Personenstandsgesetzes (PStG) in der Fassung von Artikel 1 Nummer 6 Buchstabe b des Gesetzes zur Änderung personenstandsrechtlicher Vorschriften (Personenstandsrechts-Änderungsgesetz – PStRÄndG) vom 7. Mai 2013 (BGBl I S. 1122)

hat das Bundesverfassungsgericht – Erster Senat –

unter Mitwirkung der Richterinnen und Richter

Vizepräsident Kirchhof,

Eichberger,

Schluckebier,

Masing,

Paulus,

Baer,

Britz,

Ott

am 10. Oktober 2017 beschlossen:

§ 21 Absatz 1 Nummer 3 des Personenstandsgesetzes (PStG) in der Fassung von Artikel 1 des Gesetzes zur Reform des Personenstandsrechts (Personenstandsrechtsreformgesetz – PStRG) vom 19. Februar 2007 (Bundesgesetzblatt I Seite 122) in Verbindung mit § 22 Absatz 3 des Personenstandsgesetzes (PStG) in der Fassung von Artikel 1 Nummer 6 Buchstabe b des Gesetzes zur Änderung personenstandsrechtlicher Vorschriften (Personenstandsrechts-Änderungsgesetz – PStRÄndG) vom 7. Mai 2013 (Bundesgesetzblatt I Seite 1122) ist mit Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 1 Absatz 1 und mit Artikel 3 Absatz 3 Satz 1 des Grundgesetzes unvereinbar, soweit sie eine Pflicht zur Angabe des Geschlechts begründen und dabei Personen, deren Geschlechtsentwicklung gegenüber einer weiblichen oder männlichen Geschlechtsentwicklung Varianten aufweist und die sich selbst dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen, keinen positiven Geschlechtseintrag ermöglichen, der nicht „weiblich“ oder „männlich“ lautet.

Der Gesetzgeber ist verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2018 eine verfassungsgemäße Regelung herbeizuführen.

Die Beschlüsse des Bundesgerichtshofs vom 22. Juni 2016 – XII ZB 52/15 -, des Oberlandesgerichts Celle vom 21. Januar 2015 – 17 W 28/14 – und des Amtsgerichts Hannover vom 13. Oktober 2014 – 85 III 105/14 – verletzen die beschwerdeführende Person in ihren Grundrechen aus Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 1 Absatz 1 und Artikel 3 Absatz 3 Satz 1 des Grundgesetzes. Die Beschlüsse des Bundesgerichtshofs vom 22. Juni 2016 – XII ZB 52/15 – und des Oberlandesgerichts Celle vom 21. Januar 2015 – 17 W 28/14 – werden aufgehoben. Die Sache wird an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. Das Verfahren ist bis zu einer gesetzlichen Neuregelung auszusetzen.

Die Bundesrepublik Deutschland hat der beschwerdeführenden Person die notwendigen Auslagen zu erstatten.

G r ü n d e :

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Radikaler Transaktivismus: Ein Artikel über menstruierende Menschen, der nur von Frauen redet, ist transfeindlich

Ich hatte es an anderer Stelle schon einmal gesagt: Radikale feministische Transaktivisten sind so ziemlich das extremste was es in dem schon ziemlich radikalen Bereich der SJWs gibt.

Sie sind die, die am radikalsten alles angreifen, was irgendwie eine Zuordnung von Geschlecht an körperlichen Merkmalen oder dem, was man weithin so an Geschlechterunterschieden kennt festmacht. Einfach weil sie davon ausgehen, dass zB ein M->F Transsexueller voll und ganz und auf jede Weise eine Frau ist und damit jedes Ansprechen des eigentlichen Transsein in dem Sinne, dass man X-Chromoson, einen Penis und Hoden, mehr Testosteron  etc immer noch als männliche Merkmale ansieht, als Feindseligkeit gegenüber Transsexuellen ansieht.

Ein Text, der das ganz gut darstellt, ist aus meiner Sicht dieser:

Cissexistisch“ oder „ciszentrisch“ bezeichnet Inhalte oder Bilder, die trans Menschen ausschließen oder diskriminieren, weil davon ausgegangen wird, dass cis (= nicht trans) sein der einzig gültige geschlechtliche Zustand ist. Ein alltägliches Beispiel dafür ist ein Artikel über menstruierende Menschen, der nur von Frauen redet. Einerseits werden dadurch menstruierende Menschen ausgeblendet, die keine Frauen sind. Mehr noch: sie werden gegen ihren Willen wieder in die Kategorie „Frau“ eingemeindet, der sie oft verzweifelt versuchen zu entkommen. Andererseits werden dadurch alle Frauen ausgemeindet, die nicht menstruieren. Es wird – zusammenfassend – davon ausgegangen, dass alle Menschen cis sind bzw. bestimmten Körpernormen entsprechen.

Aus meiner Sicht überzieht das in der Tat die Anforderungen an den normalen Sprachgebrauch. Transsexuelle sind Personen, die körperlich einem bestimmten Geschlecht entsprechen, während das Gehirn (und gegebenenfalls der Bodyplan) von diesem Geschlecht ausweicht. Gerade diese Mischung macht es, dass sie eben zwischen (=Trans) den Geschlechtern stehen und Merkmale von Beiden haben. Gebären und Menstruation, Penis und Vagina, dass alles hat biologisch eine Funktion und diese liegt jeweils bei einem der Geschlechter.

Trans sind insofern eine Abweichung von dem Normalen, weil Menschen, die zwischen den Geschlechtern liegen, eben sehr selten vorkommen. Schätzungen gehen davon aus, dass einer in 100.000 ein F-> M Transsexueller ist und eine in 30.000 eine M-> F Transsexuelle. Wenn wir bei diesen Zahlen anfangen alles umzustellen, dann müssten wir wohl weitaus mehr  Anpassungen machen. Blinde beispielsweise gibt es etwa 200 auf 100.000 (und viele Sehbehinderte Leute kommen hinzu). „Der Mensch kann sehen“ wäre dann ebenso falsch. Denn Blinde sind ja Menschen. Und auch Aussagen wie „Arbeitnehmer gehen zur Arbeit“ sollten dann für einen Aufschrei sorgen, denn natürlich gibt es auch viele Gehbehinderte, die zur Arbeit dann eben rollen etc. Im Endeffekt bliebe wohl kaum eine Aussage übrig, die man überhaupt über den Menschen treffen könnte.

Auch die Bezeichnung „Transsexualität“ an sich wäre da eigentlich schon ein Angriff. Denn es sind ja schlicht Männer und Frauen. Und Trans deutet etwas anderes an.

Diese Denkweise ist leider die Normalität. Und sie führt zu großen Problemen für trans Menschen, die von Ausschlüssen aus feministischen Räumen und aus Hilfsangeboten bis hin zu schlimmem Unwohlsein im eigenen Körper führt. Außerdem ist sie biologistisch, da sie Geschlecht unmittelbar an den Körper koppelt. Ich würde behaupten, dass sie dadurch auch für cis Menschen, die nicht der Norm entsprechen zu Problemen führt. Zu viel Testosteron? Das ist krankhaft(tm), denn du bist ja eine Frau! Und flugs hat ne Person, die vorher überhaupt keinen Leidensdruck hatte, sowohl eine Diagnose als auch ein Medikament an der Backe. So gibt es viele Körperlichkeiten, die nur deswegen als krankhaft gelten, weil „gesund“ so ein einengender und normierter Begriff ist. Dabei wird die Zweigeschlechternorm teilweise auch gewaltvoll und unkonsensuell künstlich hergestellt (so viel zu Natürlichkeit).

Gut, da wären wir in der alten Diskussion über die Anzahl der Geschlechter:

Was ist nun ihr Vorschlag:

Wie sollen wir das denn sonst machen mit den Geschlechtern?

Eine andere Herangehensweise wäre die Vorstellung, das Geschlecht eines Körpers würde durch das Geschlecht seine_r Inhaber_in bestimmt. Also: Frauen haben Frauenkörper, Männer Männerkörper, Genderqueers genderqueere Körper etc. Also: mein linkes Bein ist automatisch nichtbinär, weil ich es bin. Ebenso meine Brüste, meine Augenbrauen etc. Diese Vorstellung hat in meinen Augen den Vorteil, Körper nicht unnötig zu gendern, was oft schon in den gängigen Mainstream-Artikeln irreführend ist. Wie gesagt, Körper sind vielfältig, auch Körper von cis Menschen. Und manche Vorstellungen, wie z.B. dass nur Männer sogenannte „männliche Hormone“ wie Testosteron im Körper haben, sind einfach falsch.

Da regen sie sich erst über die Aussage aus, dass Frauen menstruieren, dann nehmen sie sich selbst wieder aus der Kategorie raus, weil sie etwas anderes ist. Es bliebe dann allenfalls die zu beanstandende Aussage „nur Frauen menstruieren“. Aber auch da greift eben das Argument der geringen Zahl und der Praktikabilität im alltäglichen Sprachgebrauch.

Außerdem wirkt diese Herangehensweise gegen die Vorstellung an, die Geschlechtlichkeit von trans Menschen sei künstlicher als die von cis Menschen. Dabei wird auch die Geschlechtlichkeit von cis Menschen in einer bestimmten Phase des Heranwachsens sozial hergestellt. Trotzdem dürfen sie ihr Geschlecht „biologisch“ nennen, trans Menschen werden jedoch dafür komisch angeguckt. Dabei sind sie doch auch biologisch, verfügen über einen Körper und dieser bestimmt auch ihre Wahrnehmung von sich als geschlechtlichem Wesen mit.

Da ist erst einmal die Fehlvorstellung eines sozialen Herstellens. Und wieder wird aus meiner Sicht verkannt, dass Transpersonen eben eine Mischung zwischen den beiden Geschlechtern sind, das Gehirngeschlecht weicht vom körperlichen Geschlecht ab.

Wir sind nicht irgendwelche Aliens, die in einer Energieblase auf die Erde prallten und dabei versehentlich in „den falschen Körper“ gerieten.

In der Tat. Eher ist es ein biologisches Ereignis, bei dem das Gehirn aufgrund bestimmter biologischer Konstellationen eine andere Dosis von Hormonen abbekommt als sonst in dieser Chromosomenanordnung vorgesehen und dieses daher anders ausgestaltet wird.

Dass viele trans Menschen trotzdem medizinische Behandlung benötigen, weil sie mit ihrem Körper so wie er ist nicht gut leben können, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Über Körperlichkeiten könnten wir trotzdem noch reden. Wir würden halt z.B. in einem Artikel über Menstassen nicht mehr Frauen adressieren, sondern menstruierende Menschen. Auch über Verschränkungen von Körperlichkeit und (Vorstellungen über) Geschlecht könnte weiterhin gesprochen werden. Es würde aber dabei nicht (zwangsläufig) die Norm reproduziert.

Zu guter Letzt rückt diese Vorstellung Selbstbestimmung in den Vordergrund. Frauen müssen nicht mehr beweisen, dass sie wirklich Frauen sind, sondern können es einfach sein. Egal ob sie jetzt cis oder trans sind, kurze oder lange Haare haben, viel oder wenig Bartwuchs im Gesicht und egal ob sie eher Hosen oder Röcke tragen. Sie macht Schluss mit der Idee, irgendwelche „Expert_innen“ (bzw. meist cis-männliche weiße ExpertEN) könnten Menschen Geschlechter zuordnen.

Frauen müssen es auch so üblicherweise nicht beweisen. Aber dennoch gibt es eben Merkmale, die typisch für Frauen bzw für Männer sind. Das als etwas zu empfinden, was sich gegen Transsexuelle richtet finde ich einen eher erstaunlichen Gedanken: Gerade diese nehmen ja den Unterschied üblicherweise am deutlichsten wahr und leben nicht einfach als weiblicherer Mann oder männlichere Frau, sondern wollen häufig eine Anpassung, sie stört eben gerade die falsche Zuordnung. Sie empfinden ihren Penis als zu männlich oder ihre Menstruation als zu weiblich und gerade deswegen falsch. Dieses Gefühl des Korrekturbedarfs, dieses „das bin nicht ich, weil ich ein bestimmtes Geschlecht bin“ wäre dann selbst transfeindlich. Was wenig Sinn ergibt aus meiner Sicht.

Testo-kain oder Koka-steron? Zur Wirkung von Testosteron

Dies ist ein Gastartikel von Nina Radtke

Vor nicht all zu langer Zeit habe ich Testosteron mit Kokain verglichen. Zu diesem Schluss bin ich gekommen, da ich, im Gegensatz zu den meisten Menschen, in meinem Leben bereits verschiedenste Mengen an Testosteron im Blut hatte.

Dazu muss ich nun erst einmal kurz meine Vorgeschichte erklären: Bis ich 21 wurde, war ich der männlichen Adoleszenz unterworfen. Je mehr die Männlichkeit mein Ich bestimmte, umso schlechter fühlte ich mich. Das lag allerdings an meinem inneren Konflikt, dem Umstand, das ich trotz bereits lange vorher bestehendem andersartigem Bedürfnis, ein Mann werden sollte statt eine Frau.

Nun, ich habe dann, zuerst in Eigenregie und später mit ärztlicher Unterstützung eine Hormontherapie begonnen (und viele Operationen mitgemacht), dabei war mein Androgenspiegel oft signifikanten Änderungen unterworfen und ich habe inzwischen Alles erlebt von Testosteron quasi auf 0 bis hin zu den furchtbar hohen Testosteronspiegeln die ich angesichts meiner damals sehr ausgeprägten Muskulatur und Maskulinität gehabt haben muss.

Natürlich ist Testosteron nur ein Faktor, auch die Östrogenspiegel sowie mein weiterer Lebensweg hatten und haben sicher einen Einfluss auf mein Verhalten.

Dennoch ist es meine persönliche Empfindung, das Testosteron / Dihydrotestosteron (Wird mit Hilfe einer Aromatase zB in Prostata und Haarfolikeln aus Testosteron hergestellt und wirkt deutlich stärker) folgendermaßen wirkt:

  • Testosteron gibt Selbstvertrauen
    Wenn mein Testosteronspiegel sehr sehr niedrig ist, dann geht mir zunehmend das Selbstvertrauen flöten. Als mein Testosteronspiegel deutlich höher war, hatte ich im Umgang mit Menschen keine Selbstzweifel. Und auch keine Selbstzweifel (nur Verbitterung) beim Blick in den Spiegel. Bei sehr niedrigem Testosteron fühle ich mich einfach nicht sicher, aber es ist mehr. Mit viel Testosteron hat mein Selbstvertrauen oft dazu geführt, das Leute ohne Wiederworte Dinge mitgemacht haben, um die ich sie jetzt wirklich bitten müsste. Ich stand auch sehr viel mehr im Mittelpunkt.
  • Testosteron macht aktiv
    Kaum Testo – Lange Schlafen | „Normales Testo“ (Wert den ich die meiste Zeit hatte, etwas über weibl. Norm) – Halbwegs Aktiv | Hohes Testo – Aufgedreht (zB hin und her laufen beim Warten) ——- Hab aber glaub ich auch ADHS was sich überwiegend in sprunghaften Gedanken aber auch in physischer Unruhe äußert
  • Testosteron macht Unangreifbar
    Keine Angriff hätte mein Ego treffen können. Sowieso ist Ego glaube ich ein Produkt des zirkulierenden Testosterons, jedenfalls hat der Wettbewerbsgeist und der Geltungswahn mit der Hormontherapie schrittweise abgenommen und hat nun (T < weibliche Norm) Nichts mehr zu sagen. Ich bin jetzt auf mein Potential fokussiert und nicht auf den Vergleich mit Anderen. Ich ordne mich ohne Hierachiebewusstsein in eine Gruppe ein, früher undenkbar, aber vielleicht war mein Fokus auf Hierachie auch teilweise durch die Tipps in den Flirtratgebern statt nur durchs Testosteron bestimmt.
  • Testosteron macht Triebhaft
    Drogen, Party, Alkohol, Fressen – früher konnte ich mir den Driss jeden Tag geben und habs auch getan weil ich immer Bock drauf hatte. Eine neurobiologische Erklärung könnte sein, das Testosteron die Dopaminausschüttung stimuliert: Der gleiche Belohnungsreiz wirkt mit viel Testosteron deutlich stärker als mit wenig Testosteron. Vermutlich ein Grund, warum exzessives Verhalten bei Männern verbreiteter ist: Mehr Dopamin = Mehr Risikobereitschaft.
  • Testosteron macht gefühllos
    Schlimmer als unter Antidepressiva hat das Testosteron damals wie eine unsichtbare Mauer meine Gefühle eingesperrt. Ich konnte Gefühle ansatzweise fühlen, aber es gab immer einen Punkt, wo die Gefühle geblockt waren. Nur besonders starke „Einschläge“ konnten mich emotional aus der Ruhe bringen. Emotionen sind unter Östrogen ohne Testosteron weit fließender und natürlicher.

Mehr kann ich dazu nicht sagen, es ist noch heftig wie stark anabol Testosteron wirkt, ich merke es innerhalb weniger Wochen wenn mein Testosteron mal wieder sinkt oder steigt, das die Einkaufstasche mal schwerer und mal leichter ist. Aber das weiß glaub ich Jeder über das Hormon Testosteron^^

Zur Ergänzung des Gastartikels noch einige Links:

Sicht eines Transsexuellen auf den Feminismus: Warum der Sozialkonstruktivismus nicht die bessere Theorie ist

Dies ist ein Gastartikel von Philip. Vielen Dank für die Einsendung

Ich befand mich 2,5 Jahren in feministischen Kreisen. Anfangs glaubte ich noch der Feminismus ist für Gleichberechtigung. Je tiefer ich hinein geriet, desto ideologischer kam mir jedoch das alles vor. Es wurde selbstverständlichst vorausgesetzt, dass alle Personen sozialkontruktivistischen Theorie und weiteren feministischen Ansätzen unkritisch zustimmen. John Money wurde von Feminist/innen kein einziges Mal erwähnt.

Als Trans-Mann (sogenannter Frau-zu-Mann-Transsexueller), habe ich nie verstanden wieso ein purer Sozialkonstruktivismus die bessere Theorie sein soll – mal ganz abgesehen davon, dass er keine Beweise hat. Dass ich wegen meines Körpers Leidensdruck verspüre, viele Therapiestunden & Arztbesuche absitzen muss, dabei einen Haufen Geld für Gutachten ausgebe, soll nur daran legen, dass ich von der Gesellschaft manipuliert worden bin und daher glaube etwas(/ein Mann) zu sein, was gar nicht gibt? Ich sehe nicht, wie das das Ansehen von Transsexuellen verbessern soll. Zudem machte ich vermehrt die Beobachtung, dass diese Theorie negative Auswirkungen hat und in der Praxis nicht anwendbar sind. Auf diesem Grund wollte ich eine kurze Übersicht der verschiedenen Punkte erstellen.

Geschlecht als eine Rolle & Entstehung von Pseudo-Transsexuellen („Transtrender“)

Feminist/innen meinten oft, dass man sich Geschlecht aussuchen könne und/oder es bei Transsexualität nur um die gesellschaftliche Rolle und Erwartungen gibt. Genau das sind Vorurteile, die richtige Transsexuelle beseitigen wollen.

Leider entstehen dadurch „Pseudo-Transsexuelle“. Einige von ihnen sagten sogar selbst, sie haben ein Leben problemlos als Mann/Frau gelebt. Doch seitdem sie feministische Literatur gelesen haben, identifizieren sie sich als „Trans“, weil sie nicht in die typische Rolle passen.

Wegen diesen Ansätzen sind schon so manche Leute auf die Schnauze gefallen. Eine maskuline Frau war aufgrund der Rollenerwartung genervt davon eine Frau zu sein, mochte es aber als Drag King aufzutreten. Eine andere lesbische Frau erfüllte viele Männerklischees. Beide wollten deshalb transistionieren und schafften es sich Testosteron verschreiben zu lassen. Aus konstruktivistischer Sicht war das erstmal ein gutes Angebot: Man ist unzufrieden mit den Normen, die an dem Körper festgemacht. Daher verändert man den Körper, damit er zur „Performance“ besser passt und man gesellschaftlich besser zurecht kommt. Die Realität sah aber anders aus: Ihre Psyche reagierte negativ auf die körperlichen Veränderungen. Beide bekamen schweren Depressionen und mussten die Transistion abbrechen bzw. rückgänig machen. Sie sahen ein, dass Geschlecht nicht einfach eine Rolle ist und man es nicht einfach verändern kann. Schließlich lernten sie auf den harten Weg, dass sie einfach maskuline Frauen sind und es akzeptieren müssen.

(Nach reinen sozialen Theorien wäre es sowieso von vorne rein fragwürdig gewesen, warum sie nicht in ein feminines Verhalten rein erzogen werden konnten.)

Ich lernte noch eine weitere Person kennen, die sich aufgrund von vermeintlicher Transsexualität in Therapie befanden, aber noch rechtzeitig aufhörte. Heute lebt diese Person als femininer Mann und Drag Queen.

Menschen dazu zu bringen ihr Geschlecht als wandelbar oder nur eine „Performance“ zu sehen, bringt niemanden etwas und kann in manchen Fällen zu Schaden führen. Zwar gibt es durchschnittliche Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen, jedoch macht feminines Verhalten jemanden nicht automatisch zur Frau, sowieso maskulines Verhalten jemanden nicht zum Mann macht.

Meiner Erfahrung nach werden so Stereotypen sogar verstärkt. Zum Beispiel wollte mit mir eine Sozialkonstruktivistin darüber diskutieren, wie widersprüchlich es ist, wenn ich als Mann eine lange Haare habe. Schließlich sind lange Haare eine „eindeutlich weibliche Repräsentation“. Mein Verweis darauf, dass es heuchlerisch sei gegen Stereotypen zu kämpfen aber Personen ihre Geschlecht aufgrund von Stereotypen abzusprechen. Jedoch wiederholte sie nur ihre Ausgangsposition ließ sich nicht davon abbringen. Sobald wir uns wieder sahen, ging das Thema von vorne los. Ich kam mir vor wie im falschem Film.

Er rechtfertigt Umerziehung und Gruppenzwang

Bei der sexuellen Orienterung ging es schon los: Bisexuellen Frauen wurde im Feminismus unterstellt nicht lesbisch genug zu ein. Manche fühlten sich deswegen schlecht, wenn sie in einer heterosexuellen Beziehung waren. Schließlich waren sie ja jetzt in der priviligierten Position. Teilweise war es ein typischer Gruppenzwang. Besonders bei einer Identitäts-Politik hat es sich angeboten Leute für ihr/e Sexualität/Geschlecht abzuwerten.

Auch richtige Transsexuelle wurden teilweise nicht ernst genommen.

Eine Runde von Feministinnen gab vollkommen ernst schwulen Trans-Männern den Rat, sie können sich doch zu heterosexuellen Frau umkonstruieren, um den Leidensdruck zu entkommen. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass ein anderer bekannter schwuler Trans-Mann dies bereits über einen Zeitraum von 20 Jahre versucht hat. Das Ergebnis waren mehrere psychische Krisen, eine gescheiterte Ehe und bis heute noch bestehende psychische Probleme. Dann erwähnte ich andere Fällen von Menschen, die ihre Sexualität ändern wollten und scheiterten. Trotzdem hielten sie weiter daran fest, man solle es sich nicht unnötig selber schwer machen und einfach umkonstruieren, ohne ein einziges gutes Argument oder Beispiel zu liefern. Das Gefahrenpotenzial wurde konsequent auszublendet.

Würde man dieser Logik folgen, bräuchten Krankenkasse auch keine Kosten mehr zu übernehmen. Stattdessen könnten Transsexuelle sich ja einfach sozial anpassen und das Problem ist gelöst.

Ex-Gay Therapien wären auch gerechtfertigt. Allerdings ist bekannt, dass diese sehr umstritten sind und Selbsthass, sowieso wie andere psychische Probleme verstärken können (vgl. http://www.livescience.com/50453-why-gay-conversion-therapy-harmful.html).

Ich persönlich habe in der Zeit noch weitere Transsexuelle kennen gelernt, die versucht haben als ihr äußeres Geschlecht zu leben und die Geschlechtsidentität entsprechend zu verändern. Die Gründe waren unterschiedlich: Man wollte es sich nicht eingestehen, die Eltern waren gegen die Transistion oder Wunsch nach leiblichen Kindern. Im Endeffekt hat sich ihr psychischer Zustand dadurch verschlechtert, sie wurden selbstmordgefährdet und sie sind doch in Therapie gegangen und haben die Transistion durchgezogen.

Es ist naiv zu glauben, dass die Ansicht „jeder kann alles sein“ zwangsläufig zur Toleranz führt. Menschen werden oft für Entscheidungen abgewertet oder verstoßen. Wie bereits in den Beispielen beschrieben, müssen Umschulungsversuche nicht unbedingt religös oder politisch motiviert sein.

Selbst wenn der Sozialkonstruktivismus stimmen würde und eines Tages alle Identitäten dekonstrukiert werden, kann man nicht davon ausgehen, dass alle Menschen gleich/ähnlich entwickeln werden. Unterschiedliche Umgebungen würden trotzdem zu unterschiedlichen Gruppen führen. Gruppendruck und Ausgrenzung würden somit weiterhin bestehen bleiben. Es gibt auch keine Garantie, dass niemand auf die Idee kommen würde seine Ideale der Masse auszuzwingen.

Umgang mit Intersexualität / Fehlbildung der Genitalien

Es ist garantiert kein neues Argument. John Moneys Theorie, dass Geschlecht durch die Erziehung entsteht, führte dazu, dass im Falle von Missbildungen und Intersexualität die Genitalien der betroffenen Kindern nach Machbarkeit operariert worden sind – meistens war es einfacher „ein Loch zu graben“ als „einen Stamm zu bauen“. Auch Jungen mit einem Mikropenis bekamen eine künstliche Vagina, damit sie ein erfülltes Sexualleben haben können.

In Norwegen bemerkte Trond Diseth, dass diese Methode viel Schaden anrichtet und Betroffene psychische Erkrankungen und Selbstmordgedanken bekommen können. Deswegen veränderte er die Behandlungsmaßnahmen. Bevor das Geschlecht festgelegt wird und eventuell angleichende medizinisches Maßnahmen erfolgen, vergeht in der Regel ein Jahr. In der Zeit soll herausgefunden werden, wie das Gehirn hormonell geprägt worden ist (vgl .http://www.vg.no/forbruker/helse/helse-og-medisin/finner-barnets-egentlige-kjoenn/a/529959/ und http://tidsskriftet.no/article/1661681).

Natürlich kann man sich darum streiten, ob und wann überhaupt eine Geschlechtszuweisung oder eine Operation durchgeführt werden sollte. Jedoch gibt es Fälle, wie zum Beispiel Kloakenekstrophie bei denen immer Operationen an den Genitalien durchgeführt werden, um die Funktion herzustellen oder zu verbessern (vgl. http://www.kloakenekstrophie.de/index.php?navi_main=was-ist-kloakenekstrophie&navi_sub1=kloakenekstrophie-ke).

Obwohl es noch unbekannt ist, wie genau die Geschlechtsidentität entsteht, lässt sich die Wirkung von biologischen Faktoren nicht abstreiten. Die Annahme man könne die Betroffenen in ein Geschlecht rein erziehen, konnte nicht bestätigt werden und hat eine falsche Behandlung von Kindern gerechtfertigt.

 Er verleugnet, dass Kinder männliche und weibliche Rollenvorbilder brauchen

Viele Feministinnen, die ich kennen gelernt habe, wollten es nicht hören, dass Kinder auch einen Vater oder männliche Rollenvorbilder brauchen. Schließlich würde man ja so wieder Stereotypen und Geschlecht an sich reproduzieren.

Tatsächlich geht es Kindern besser, wenn sie sowohl männliche als auch weibliche Bezugspersonen und Rollenvorbilder haben. Ansonsten sind sie anfälliger für Drogenmissbrauch und negativen sozialen Verhalten. Selbst in Mäusen konnten Veränderungen im Gehirn durch Vaterlosigkeit nachgewiesen werden. Sie wurden passend zu den Beobachtungen bei Menschen aggressiver und asozialer. (vgl. http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2518247/Growing-father-permanently-alter-BRAIN-Fatherless-children-likely-grow-angry-turn-drugs.html). Man kann also ausschließen, dass es aufgrund des Stigmas, überforderten Müttern oder anderen Faktoren diesen Kinder schlechter geht.

Eine Studie über gleichgeschlechtliche Eltern hat ergeben, dass ihre Kinder gesund aufwachsen. Neben guten elterlichen Kompetenzen, hatten die Studienteilnehmer eine weitere Gemeinsamkeit: Die legten Wert darauf, dass die Kinder sowohl männliche als auch weibliche Bezugspersonen hatten (vgl. https://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Adoption/LSVD_Essentiels-BMJ-Studie.pdf).

Geschlecht zu im Erziehungswesen zu „dekonstruieren“ ist schädlichen für den Nachwuchs. Es geht nicht darum jemanden Rollen aufzuzwingen, sondern Kinder verschiedene Rollenvorbilder und Stabilität zu geben. Dieser Punkt wurde nur kurz angeknackt, aber eigentlich kann man intensiv auf dieses Thema eingehen.

Das Ausbleden körperlicher Unterschiede führt zur Ausblendung unterschiedlicher gesundheitlicher Risiken

Besonders bei familiärer Vorbelastung sollte man sich mit mögliche Risiken auseinander setzen. Geschlecht ist bei einigen Krankheiten ein Faktor, der berücksichtigt werden sollte.

Frauen haben bei Herzinfarkten andere Symptome als Männer. Sie erkrankten aus hormonellen und genetischen Gründen häufiger an Autoimmunerkrankung (vgl. https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/ms-forschung/multiple-sklerose-warum-leiden-frauen-haeufiger-an-autoimmunerkrankungen-als-maenner/). Zudem haben Frauen durch ihre XX-Chromosomen ein höhere Risiko an Alzheimer zu erkranken. (vgl. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/35010).

Auf der anderen Seite erben Männer eher die Bluterkrankheit, weil diese durch X-Chromosoemn vererbt wird.Selbst bei den Symptomen bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen gibt es Unterschiede (vgl. http://www.rcpsych.ac.uk/healthadvice/problemsdisorders/depressionmen.asp).

Teilweise reagieren Frauen und Männer auch aufgrund des unterschiedlichen Stoffwechsels auf Medikamente anders (vgl. https://www.hochdruckliga.de/frauen-leiden-haeufiger-unter-nebenwirkungen.html). Manche Erkankungen wie ADHS oder Autismus kommen bei Männern häufiger vor als bei Frauen.

Die Liste von Krankheiten, die vom Geschlecht beeinflusst werden, ist lang.

Bei der Erforschung und Behandlung von Krankheiten muss Geschlecht mitbedacht werden.

Es aus biologischer/medizinischer Perspektive zu „dekonstruieren“, geschlechtsspezifische Gene, Horme, Körperbau usw. zu ignorieren macht keinen Sinn und ist eher kontraproduktiv.

Er ist unvereinbar mit Sport

Es gibt Sozialkonstruktivisten, die der Meinung sind, dass Unterschiede in sportlichen Leistungen durch die Sozialisation entstehen. Demnach sollte es keine Trennung in Sportteams geben. Eigentlich kann jeder Transsexueller während der Transistion bestätigen, dass sich der Testosteronspiegel stark auf die Muskelkraft ausübt. Weitere Unterschiede entstehen aufgrund der Größe des Herzes, Knochenbau usw. (vgl. http://www.loges.de/prinzip-biologik/sportwissen/der-kleine-unterschied/). Würde man also der Forderung folgen, müssten viele Frauen ihre sportliche Karriere beenden. 2003 schaffte es die B-Jugend-Vizemeister die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen mit 3:0 zu besiegen (vgl. http://www.shortnews.de/id/487126/b-jugend-vizemeister-besiegt-deutsche-fussball-weltmeisterinnen). Passend verloren kürzlich eine Frauenmannschaft gegen 0:7 gegen eine U15-Jungenmannschaft (vgl. http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-3609949/Matildas-lose-7-0-Newcastle-Jets-15s-Rio-Olympics-warm-up.html).

Er verhindert ein Verständnis von (durchschnittlichen) Unterschieden

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass biologische Erklärung den Menschen eher helfen, um sich selbst und andere besser zu verstehen. Sie verstanden ebenfalls warum sie Probleme in Beziehungen hatten. Feminine Frauen fingen an ihre Feminität besser zu schätzen und als wichtige Ergänzung zu Maskulinität zu verstehen. Atypische Frauen und Männern realisierten, dass ihr Andersein mit der prenatalen Testosteron-Dosis zu tun hat.

David Buss erwähnte ebenfalls in seinem Gespräch mit Gad Saad, dass sich durch seine Forschung Personen besser verstanden. Jeder, der sich intensiver mit Biologie auseinander setzt, weiß, dass viele Strohmänner (gegen die auch viele Feminist/innen kämpfen) nicht stimmen oder übertrieben sind.

Mit einem falschen Verständnis von Geschlecht hat auch ein Aktivismus wenig Sinn. Wenn zum Beispiel der Großteil der Frauen Pädagogik spannender findet als Informatik, ist eine unterschiedliche Verteilung in der Berufswelt nicht verwunderlich. Hätten wir überall eine 50/50 Verteilung, müssten Menschen gegen ihre eigenen Interessen handeln.

Personen mit einem hohen biologischen/medizinischen Verständnis konnte mich ebenfalls besser akzeptieren. Darunter waren auch viele Frauen mit naturwissenschaftlichen Berufen.

Zuerst war ich dann einfach „die sehr burschikose Tochter“ oder „Frau, die sich wie ein Mann verhält“. Sich dann als bi- oder transsexuell zu outen verlieft mit diesen Personen ebenfalls unkompliziert. Es wurde dann einfach als Eigenschaften gesehen, für die ich selbst nichts dafür kann und nicht veränderbar sind. Bloß weil sich bei mir etwas falsch entwickelt hat, heißt das nicht, dass ich selbst ein Fehler oder weniger Wert bin.

Auf der anderen Seite konnte ich dank der Beschäftigung mit (durchschnittlichen) Unterschieden viele klischeehafte Konflike zwischen mir und Frauen besser nachvollziehen und selbst ein paar Freundschaften funktionieren seitdem besser.

Persönlicher Abschied vom Feminimus

Inzwischen habe ich mich aus den feministischen Kreisen rausgezogen. Ich hatte eher das Gefühl, dass Transsexuelle für die eignen Theorien und politischen Postionen instrumentalisiert werden. Unsere eigentliche Situation wird nicht beachtet oder so verdreht, bis man sie verwenden kann..

Leider werden wir oft mit Feminusmus und Social-Justice-Warrios in Verbindung gebracht. Zwar gibt es welche, die mitmachen, aber ein großer Teil von uns wird davon eher abgeschreckt. Wir haben keine Lust als Opfer darstellen gewerden und „priviligierte“ heterosexuelle Cis-Männer zu verdammen. Viele Transsexuelle sind der Meinung, dass es sowohl Vor- als auch Nachteile hat als Frau (bzw. Mann) gesehen zu werden. Einmal musste ich mich sogar dafür rechtfertigen mit Männern über sexuelles Interesse an Frauen zu reden. Mein Gegenüber war erstaunt als ich betonte, dass in solchen Gesprächen niemand abgewertet wird.

Nur einmal war ein Konstruktivist bereit ein vernünftiges Gespräch zu führen. Sein Ausgangspunkt war, dass Transsexuelle sich nur eine andere soziale Rolle wünschen, weil einen Normendruck unterliegen. Zu dem Zeitpunkt befand ich mich nicht Therapie, also hatte ich auch keine zusätzliche Hormone genommen. Während der Diskusion erzählte ich ihm wie es wirklich ist transsexuell zu sein, wieso ich weiß, dass ich ein Mann bin und wie sich dies auf mein Leben auswirkte, um sein falsches Bild zu wiederlegen. Letzendlich konnte er es doch nachvollziehen. Obwohl ich kein einziges Mal auf mögliche Ursachen einging, fragte er am Ende, ob ich nicht doch eventuell ein Y-Chromosom habe und intersexuell bin. Ich antworte, dass mir zudem nichts bekannt ist, aber allein mein Äußeres auf viel Testosteron schließen lässt. Dem stimmte er problemlos zu. Spannend: Anscheinend hat er gemerkt, dass der Sozialkonstrukitivismus doch zu schwach sind, um meine Geschlechtsidentität erklären zu können. Er wirkte ziemlich verwirrt und nachdenklich.

Meiner Meinung nach reflektierte dieses Beispiel die Gesamtsituation des Sozialkonstruktivismus und Feminismus: Sie können nur durch Zensur und das Ignorieren von Tatsachen bestehen bleiben. Eine skeptische Betrachtung zeigt allerdings, dass die Theorien viele Schwächen haben. Während meiner Zeit im Feminimus bekam ich allerdings das Gefühl in einer Sekte gelandet zu sein. Transsexuelle werden oft als Beweis verwendet, dass man sein Geschlecht selbst bestimmen und verändern könne. Wir zeigen angeblich, dass es nicht angeboren sei und biologische Theorien somit nicht stimmen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.

Die Forschung ist inzwischen weit genug, um aus biologischer Sicht die LGBT-Bewegung, nicht-traditionelle Lebensentwürfe und Gleichberechtigung befürworten zu können. Es geht also auch problemlos ohne den Sozialkonstruktivismus. Ein richtiger Aktivismus wäre für Verbesserungsvorschläge und verschiedene Meinungen offen.

Transgender über Unterschiede nach dem Wechsel in die andere Geschlechterrolle

Ich hatte hier schon häufiger Berichte von Transsexuellen, die darlegen, was sie als Unterschied nach dem „Wechsel“ in die andere Rolle wahrgenommen haben. Hier ein weiterer:

One day in court, Ward and his opposing counsel were making a big request to a judge. Ward knew their question would not go over well, so he wasn’t surprised when she reprimanded both him and his opposing counsel for asking. What he didn’t expect was for the opposing counsel lean over to him and call the judge the c-word. “We weren’t out the courtroom door when he said that to me under his breath,” Ward says. “He never would have said that when I was female.”

Das könnte sogar stimmen. Weil er dann Rücksicht auf sie als Frau genommen hätte bzw sich weniger sicher gewesen wäre, ob sie es anders auffasst als „seinem Ärger Luft machen“. Einen Mann hätte er eben „Dick“ genannt, dann aber vielleicht auch nicht gegenüber einer Frau.

Many trans men I spoke with said they had no idea how rough women at work had it until they transitioned. As soon as they came out as men, they found their missteps minimized and their successes amplified. Often, they say, their words carried more weight: They seemed to gain authority and professional respect overnight. They also saw confirmation of the sexist attitudes they had long suspected: They recalled hearing female colleagues belittled by male bosses, or female job applicants called names.

“If I’m going off-the cuff, no-one really questions it,” Ward says. “It’s taken as, ‘He’s saying it, so it must be true.’ Whereas while I was practicing as female, it was ‘Show me your authority, you don’t know any better yet.’”

Würde mich interessieren, ob mit dem Rollenwechsel nicht auch tatsächlich ein mehr an Autorität dazu gekommen ist. In vielen Berufen ist das ein wichtiger Faktor, den man häufig gerade als Berufsanfänger schnell bemerkt: Erzählt man selbst einem Kunden, dass man bestimmte Punkte nicht weiß, aber nachschlagen kann, dann hat er das Gefühl nicht gut aufgehoben zu sein und schätzt einen schnell als unerfahren ein (was man ja auch ist). Sagt der Chef so ziemlich genau das gleiche, dann wirkt es anders und er geht mit dem Gefühl raus, ein schwieriges Problem zu haben, in welches sich der Chef einlesen muss, hat aber gleichzeitig das Vertrauen, dass er das auch machen wird. Selbstsicherheit zu verkörpern und auszudrücken erreicht ebenfalls diesen Effekt und das lässt sich häufig mit der männlichen Rolle besser ausdrücken.

Mitch Davis is now a director of organizational development at Planned Parenthood Federation of America in New York City, but he’s worked in HR for many different companies since coming out eight years ago. In one previous job, he heard his boss call female colleagues “old cows” and refer to a middle-aged job applicant as “Dame Edna” after she’d left an interview. “Evidently men say things like that to each other all the time,” he says.

Other trans men say they’ve heard male co-workers sexualize female colleagues when no women are present. “There’s some crude humor, some crass humor,” says Cameron Combs, an IT consultant in Olympia, Washington. He says he’s heard male colleagues do “appraisals” of women in the office or observe how female co-workers used their “womanly wiles” to rise up the ladder, conversations he says he never would have heard when he was a woman. “When they saw me as female, it was kind of an automatic stop,” he says. “It’s a little less censored, the jokes I hear, the comments.”

Quasi die Gemeinschaft der Männer. Man weiß eben, dass Männer üblicherweise mit einem etwas raueren Ton umgehen können. Ich denke aber auch, dass viele Frauen untereinander anders miteinander reden.

Some trans men have noticed the professional benefits of maleness. James Gardner is a newscaster in Victoria, Canada, who had been reading the news as Sheila Gardner for almost three decades before he transitioned at 54. As soon as he began hosting as a man, he stopped getting as many calls from men pointing out tiny errors. “It was always male callers to Sheila saying I had screwed up my grammar, correcting me,” he says. “I don’t get as many calls to James correcting me. I’m the same person, but the men are less critical of James.”

Das wäre dann wohl der „Mansplaining Effekt“

Dana Delgardo is a family nurse practitioner and Air Force captain who transitioned three years ago. Since his transition, he’s noticed that his female patients are less open with him about their sexual behavior, but his bosses give him more responsibility. “All of a sudden, I’m the golden child,” he says. “I have been with this company for 6 years, no ever recommended me for management. Now I’m put into a managerial position where I could possibly be a regional director.”

Auch hier würde mich interessieren, ob er gleichzeitig sein Verhalten geändert hat. Gerade wenn eine Hormonbehandlung dazu gekommen wäre, wäre unter der Wirkung von Testosteron auch ein anderes Auftreten geradezu zu erwarten. Ein weiterer Faktor könnte der Schwangerschaftsaspekt sein.

Trans women have long observed the flip side of this reality. Joan Roughgarden, a professor emerita of biology at Stanford and a transgender woman, says it became much more difficult to publish her work when she was writing under a female name. “When I would write a paper and submit it to a journal it would be almost automatically accepted,” she said of the time when she had a man’s name. “But after I transitioned, all of a sudden papers were running into more trouble, grant proposals were running into more trouble, the whole thing was getting more difficult.”

“As a man, you’re assumed to be competent unless proven otherwise,” she says. “Whereas as a woman you’re presumed to be incompetent unless proven otherwise.”

Da wäre es interessant zu sehen, welche Schriften wann erschienen sind. Roughgarden hat nämlich eine Vielzahl inhaltlich nicht haltbarer Sachen geschrieben, bei denen es ein Wunder ist, dass sie überhaupt veröffentlicht worden sind und das sie eine Professur für Biologie hat. Ihre Schriften sind religiöse und radikaltranssexuelle Ideologie und entsprechende Wunschträume, die mit Forschung wenig zu tun haben. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auch gerade nach dem Wechsel deutlicher geworden ist.

HOW MEN THINK

Every transgender man interviewed for this story said he wasn’t just treated differently after he transitioned—he felt different, too. Those who had taken testosterone treatments said they noticed psychological changes that came with the medical transition. Most trans men said that after they took hormone treatments they felt more sure of themselves and slightly more aggressive than they had been before the treatment.

Was insoweit auch nicht weiter verwunderlich wäre. Es sind typische Folgen von Testosteron. Interessanterweise wurde die oben quasi nicht thematisiert. Sie fühlten sich anders, sie benahmen sich vermutlich auch anders und man hat deswegen auch anders auf sie reagiert.

“After transitioning I was able to think more clearly, I was more decisive,” says the radio newscaster Gardner. He says the shift has affected his daily routine, even for something as ordinary as a trip to the grocery store. Before he transitioned, he says, he used to spend 45 minutes debating which pasta sauce to buy, which vegetables were the freshest. “I would stand there and look at the different varieties of yogurt,” he recalls. “Now I just grab one. I’m looking for utility, I don’t second-guess myself.”

“As a female there was black and white and everything in between. When I started taking the hormones, it was more black and white,” he explains, adding: “If I get into a disagreement with someone at work, I don’t have that feeling afterwards of, ‘I hope I didn’t hurt his or her feelings.’ I’m not a worrier as much as I was in the female body.”

Auch hier wieder klassische Unterschiede.

Of course, Gardner’s story is unique to his own experience, and not all trans men who take testosterone have noticed quite so dramatic a shift. But men’s testosterone levels do have a significant influence on some traits and behaviors that are associated with masculinity. A small recent study on trans men taking T therapy showed changes in the brain structure of those undergoing medical transition—though whether those changes lead to the effects trans men described to me is not yet proven.

The changes in patients taking testosterone are strikingly consistent, says Dr. Joshua Safer, director of the Endocrinology Fellowship Training Program at Boston University. Dr. Safer has treated hundreds of people with testosterone for more than a decade, and says he observes his patients becoming more decisive and more aggressive under testosterone treatment, though he laments the lack of data to back up this observation.

“I feel a sense of urgency, like I just want to kind of do it and get it done,” Tiq Milan says, adding that he was surprised at the personality change when he transitioned at 25. “I wasn’t expecting testosterone to have such an effect on how I think.”

Also eine sachlichere Herangehensweise, weniger Sorgen um die Gefühle anderer und das Gefühl, dass man handeln und es abschließen will.

WALK LIKE A MAN

Most trans men I spoke to also identified another commonality: Once they transitioned, walking became easier, but talking became harder. To be more specific: walking home after dark felt easier, casually talking to babies, strangers and friends felt harder.

“I have to be very careful to not be staring at kids,” says Gardner. “I can look at a mom and her baby, but I can’t look for too long. I miss being seen as not a threat.” Ditto for kids on the playground and puppies, multiple guys said.

And to a man, everyone said they’d experienced a moment when they were walking at night behind a woman, and suddenly realized that she was walking faster or clutching her purse because she was scared.

“If I start to get too close, I can feel her fear, I can feel that she’s getting upset,” says Milan. “And it’s really just an indication of how dangerous this world is for women.”

Aus Angst oder Gefahrenabwehr auf eine tatsächliche Gefahr oder auch nur eine sonstige Gefahrenlage zu schließen ist ein verbreiteter Fehlschluss. Gerade in diesem Fall, in dem die Männer sich ja eigentlich bewußt sein müssten, dass sie keine Gefahr darstellen, ist es erstaunlich, dass sie annehmen, dass eine reale Gefahr besteht.

As a trans man of color, Milan says he feels that the world perceives him as a menace, and his interactions with police officers have gotten much more fraught. “I’ve had people make assumptions that I was dangerous or I was a criminal. I’ve been followed around stores. I’ve seen white women who look physically scared, visibly shaken if there’s just the two of us in a elevator,” he says. “You can’t even ask a cop for directions as a black man.”

He says that before he transitioned he was catcalled on the street, but he didn’t feel like people assumed he was a criminal. “When I walk down the street no one knows that I’m a trans black man, people just see me as a black man,” he says. “So when we’re looking at all of this horrible police violence, it’s scary.”

Der Mann als falsche Gefahr wird – ganz intersektional – nur in Bezug auf Rasse wahrgenommen. Dass auch die meisten weißen Männer keine Gefahr darstellen wird zwar kurz oben angedeutet, aber nicht in dem Sinne thematisiert.

Dana Delgardo also says that being a man of color comes with new problems. “I bought a Porsche convertible and I’m afraid to be out late at night after having one cocktail driving that car,” he says. “It deters me from doing things that I think a Caucasian male could probably do without fear of being pulled over by the police.”

Many white trans men said they felt it was easier to walk through the world, freed from the myriad expectations placed on women.

“As a female I felt I had to smile all the time, just to be accepted,” James Gardner said. “As a male I don’t feel a sense of having to be pleasant to look at.”

Interessant, dass er das nun so empfindet. Tatsächlich kann ich mir vorstellen, dass man sich als Frau mehr Gedanken über sein Äußeres macht, weil man wesentlich mehr danach bewertet wird, aber auch als Mann wäre es mir durchaus recht positiv wahrgenommen zu werden oder gutaussehend gefunden zu werden. Es wäre interessant, wie sich das sexuelle Interesse verändert hat, wobei das vielleicht nicht so stark auffällt, wenn er auch als Frau bereits auf Frauen stand (oder jetzt auch auf Männer)

Many also noticed a shift in their friendships after they transitioned, with some struggling to make friends with cisgender men, unsure of the social cues of male friendship.

“I’m still trying to figure out all of the different secret codes that guys use to talk to each other and to make friendships,” says Mitchell Davis. “But I still I don’t know what the language is. I don’t know what that punch on the arm meant.” He says he doesn’t know what a close male friendship looks like, only that it probably looks different than a close female friendship.

Das spricht dafür, dass es sich bei diesen Verhaltensweisen um kulturelle Ausgestaltungen handelt, die sich entsprechend entwickelt haben. Sie beruhen insofern vielleicht auf biologischen Grundlagen, etwa darauf, dass Männer Freundschaften anders formen als Frauen, aber die genaue Weise, die daraus folgt, ist eben kulturell geprägt.

For Milan, male friendship has been mostly positive, but occasionally alarming. While he says most cisgender men he meets are fairly respectful of women even behind closed doors, he’s also noticed what he describes as a culture of toxic masculinity. “I’ve heard men say things about slapping a woman or cheating on women in the most brutal ways and think it’s okay,” Milan says.

“Being privy to the conversations that men have amongst themselves really does give me an indication of how they think about women,” he says. “And sometimes it can be really scary.”

Es wäre schön mal einen Artikel zu lesen, der keinen feministischen Hintergrund hat und Begriffe wie „toxische Männlichkeit“ nicht verwendet, sondern unabhängig davon darlegt, was die genauen Unterschiede sind. Es ist ja nicht so, dass Frauen nicht fremdgehen würden und das ihren besten Freundinnen dann erzählen. Hier kann man natürlich wenig sagen, weil die Einzelheiten fehlen.