„Feminismus als Puritanismus in Verkleidung“

Die Feministin Lucy Wadham nutzt den Dominique Strauss-Kahn Fall zu deutlichen Worten:

Although I have always considered myself a feminist, I was, in the days following Dominique Strauss-Kahn’s arrest, unable to join the sisterhood in condemning a man — albeit of dubious moral record — for the crime of attempted rape before he had actually been found guilty.(…)

Levy goes on to condemn the fuzzy logic that Strauss-Kahn must have raped Diallo because he publicly confessed to cheating on his wife. „In other words,“ writes Levy, „all adulterous men are rapists. I imagine, dear male readers that some of you may be starting to feel a little uneasy …“

Levy is what I would call an old guard feminist who, like me, laments the battles that now being fought in the name of equality.

For the Strauss-Kahn case has uncovered the divide, not between men and women so much as between old and new feminists. Old feminists, from Genevieve Clark to Erica Jong, believed that the goal was political and sexual freedom for women, not the political and sexual subordination of men.

Im alten Feminismus ginge es demnach um politische und sexuelle Freiheit für Frauen, im neuen Feminismus nach ihrer Meinung um die die politische und sexuelle Unterordnung der Frauen.

Allerdings gibt es in diesem Bereich viele Definitionen:

Mal ist es also der Altfeminismus, der energischer für die Rechte kämpft, mal ist es der neue Feminismus. Mal ist der neue Feminismus eher darauf ausgerichtet Männer einzubinden und nicht auszugrenzen, mal der alte Feminismus. Es ist wohl eine Frage, welcher Richtung man angehört. Interessant aber auch hier wieder die Gruppenbildung, die ein Feindbild ermöglichst

I cannot accept the idea that womanhood automatically implies victimhood, nor do I think that it is a desirable state of affairs when women see men as the enemy.

Das finde ich eine sehr lobenswerte Aussage, die ich so unterschreiben kann. Frauen müssen keine Opfer sein und es ist nicht erstrebenswert, Männer als den Feind zu sehen.

The man-hating tirades of my female colleagues are nothing but puritanism in disguise and I suspect that our feminist forebears would be dismayed by the climate of inquisition that seems to dominate relations between men and women today.

Hier meint sie also, dass die übrigen Feministinnen zu männerhasserisch sind und eigentlich nur eine sexfeindliche Haltung durchdrücken wollen. Gerade im sexfeindlichen Feminismus bietet sich ein puritanischer Ansatz durchaus an.

Überfrachtung eines Kindes oder eigene Einschätzung des Kindes?

Bei „Manu bloggt“ berichtet eine feministische Mutter davon, wie sie mit ihrem Kind einen Spielzeugkatalog durchschaut:

…und ich bemerkte genervt, dass mal wieder bestimmte Spielsachen fast immer mit wie Jungs aussehenden Kindern, andere mit Mädchen abgebildet waren. Das glaubten mir die Kinder nicht und wollten es selbst überprüfen, blätterten dann den Katalog Seite für Seite durch – und fanden das ziemlich erstaunlich. Wir sprachen dann darüber, und irgendwann meinte der Große: „Das sollten die ändern. Aber das muss man denen erst mal sagen, sonst können die das ja nicht wissen. Deshalb schreib ich denen jetzt einen Beschwerdebrief. So!“

Der Beschwerdebrief ist dort als Bild abgedruckt und reichlich niedlich. Der Große ist 7 Jahre alt und gibt im Wesentlichen die Linie seiner Mutter wieder.

Irgendwie finde ich das falsch. Weil er instrumentalisiert wird. Er ist zu jung um einen solchen Brief zu schreiben, weil er die Vorgänge eh noch nicht überblicken kann. Er gibt wieder, was seine Mutter ihm vorgibt.

Es hinterlässt bei mir ein ähnliches Gefühl wie dieses Bild vom Passauer Slutwalk:

Oder dieses von einem amerikanischen Slutwalk:

Ich mag es einfach nicht, wenn man so tut als hätten die Kinder eine eigene Meinung obwohl sie damit nur die Meinung ihrer Eltern wiedergeben. Es ist mir zu instrumentalisierend.

Was meint ihr?

Vom Alpha zum Beta: Wandel in der Beziehung

Lucias Einwurf zu meinem Artikel „Egoistisches Gen bedeutet nicht, dass man egoistisch sein muss“ war kurz zusammengefasst, dass ein Mann, der viel riskiert, zwar möglicherweise viel erbeutet, aber auch vielleicht stirbt. Und das wäre dann wieder ein schlechter Versorger.

Die Gegenargumente wurden bereits in den Kommentaren genannt:

  1. Der Aufbau des Status kann auch mit kleineren Taten erfolgen, die nicht immer eine tödliche Gefahr beinhalten müssen.
  2. Bei der großen, sehr gefährlichen Tat stellt diese über den damit erworbenen Status Attraktivität her und dann bei sehr vielen Frauen. Dies kann genetisch das Todesrisiko wieder aufwiegen. Wenn ein normal agierender Mann im Schnitt 4 Kinder hinterläßt, ein risikobereiterer Mann aber in 50% der Fälle stirbt, aber wenn er nicht stirbt 20 Kinder hinterläßt, dann werden sich die Gene hierfür im Genpool anreichern. Auf die Frau bezogen: Bei 2 Söhnen hätte sie bei normalen Söhnen 8 Nachkommen, bei risikobereiten Söhnen aber 20 Nachkommen, auch wenn einer der beiden stirbt. Das ist natürlich nur ein sehr theoretisches Rechenmodell, zumal die allgemeine Fortpflanzungsrate der Männer ja auch nur, wie wir aus Genanalysen wissen, bei 40% lag (die der Frauen bei 80%). Das begünstigt risikobehaftetes Verhalten noch mehr, wenn man dadurch die Fortpflanzungsrate erhöht.

Der eigentliche Gedanke, der mir dann aber kam ist dieser:

Vielleicht ist genau dieser Gegensatz zwischen den guten Genen und dem riskanten Verhalten das, was eine „Beta-isierung“ für Frauen an ihren Partnern interessant macht.

Damit meine ich, dass viele Männer feststellen, dass ein Mann in der Beziehung braver, zurückhaltender, behäbiger wird und dies häufig auch aufgrund des Einflusses der Frau. Bei Vätern und auch durch die Liebe sinkt zudem der Testosteronspiegel.

Dann hätte sie aus ihrer Sicht gute Gene und einen Versorger, der mit einer höheren Wahrscheinlichkeit am Leben bleibt. Ihre (genetische, nicht tatsächliche) Hoffnung wäre natürlich dann, dass ihre Söhne sich weniger zähmen lassen und eifrig Gene streuen, um ihre Gene möglichst weiterzugeben. Insofern hätte sie dann ein Interesse daran, selbst (und bezüglich ihrer Töchter) möglichst gut im bändigen von Männern zu sein, während die Männer (sprich: ihre Söhne) selbst nach Möglichkeit nicht zu bändigen sein sollen. Was natürlich dann, da jede Frau nach möglichst guten Bändigereigenschaften hin optimiert, einen entsprechenden Wettlauf zwischen den Geschlechtern auslöst.

Zinsen: Schädigend oder notwendig?

Zinsen waren hier wiederholt als Ursache für den allgemeinen Niedergang im Gespräch. Vielleicht ist es daher an der Zeit einen eigenen Artikel dazu zu haben:

Zinsen sind zunächst nichts anders als die Miete von Kapital.

Wenn jemand ein Auto braucht, dann wundern wir uns nicht, wenn er dem anderen für den Nutzungszeitraum einen bestimmten Betrag und das Auto zurückgeben muss. Wir geben im das Auto wieder, weil es ihm gehört und den Betrag, weil wir es Nutzen durften.

Alles hat einen Gegenwert, und die Nutzung erscheint uns insoweit einen Betrag wert zu sein, weil wir den Vorteil eines Autos unmittelbar erfassen können.

Bei Geld ist die Sache anscheinend schwieriger. Ich vermute, dass es an elementaren Grundsätzen unseres Wertesystems liegt, dass auf Gleichwertigkeit ausgelegt ist.

Einfacher ist das vielleicht mit einem Sack Geld. Wir geben den Sack Geld zurück und zusätzlich einen weiteren Teil Geld, weil wir den Sack Geld nutzen konnten.

Weil es aber in gleichen Einheiten gehandelt und sich um ein Verbrauchsgut handelt erscheint es uns ungerecht. Denn wir haben 100 € bekommen und unser Gerechtigkeitsgefühl sagt uns, dass wir deswegen eigentlich 100 € zurück geben müssten.

Ich denke dieses Gerechtigkeitsgefühl bei Verbrauchsgütern ist insbesondere bei Fleisch entstanden, dass man früher nicht lagern konnte. Die Jäger waren darauf angewiesen, dass immer einer Glück hatte und Großwild erlegt hat und dann seine Beute geteilt hat. Da jeder mal gegeben hat und man das Fleisch eh nicht lagern konnte, ist dies eine für alle vorteilhafte Lösung.

Es ist verständlich, wenn es als ungerecht angesehen wird, wenn der eine eine Keule nimmt und dann später dafür 2 Keulen zurückhaben will. Den bei Verbrauchsgütern erscheint dies, weil es eben die Ausbeutung in Notlagen ermöglicht als wucherisch in einem System auf Gegenseitigkeit.

Das verwechselt aber, dass Geld nicht schlecht wird. Derjenige der Geld übrig hat, kann es speichern und kann daher auch erwarten, dass er für die Nutzung etwas bekommt. Ein Vorgang der in unserer Urzeit bei Verbrauchsgütern einfach nicht bestanden hat.

Weil Geld nicht schlecht wird, ist es das gute Recht desjenigen, der es hat, es möglichst effektiv einzusetzen. Er kann dies machen, indem er es investiert oder eben indem er es anderen Leuten zur Verfügung stellt, die es investieren, und ihm dann für das Mieten des Geldes entschädigen.

Üblicherweise besteht ja auch ein echter Gegenwert für den Darlehensnehmer:

  • Wer z.B. ein Haus bauen will, der kann normalerweise die finanziellen Mittel nicht ohne weiteres aufnehmen. Das Darlehen versetzt ihn hierzu in die Lage. Würde er kein Darlehen bekommen, dann könnte er entweder nicht bauen oder aber er müsste Realdarlehen mit allen Handwerkn schließen, und den Werkvertrag in Raten zahlen. Dies würde erhebliche Beeinträchtigungen schon bei den Handwerkern bedeuten, die dann die Baumaterialien vorfinanzieren müssten etc.
  • wer ein Gewerbe plant, der kann sich hierüber das Anfangskapital besorgen. Ohne dieses könnte er gegebenenfalls sein Geschäft nicht starten oder erweitern. Er müßte seine Idee direkt an jemanden verkaufen, der das nöige Kapital hat.

In beiden Fällen müßte zunächst dargestellt werden, warum jemand Geld verleihen sollte, wenn ihm keine Zinsen gezahlt werden. Er wäre dann besser beraten, das Geld anderweitig zu investieren, zum Leidwesen derjenigen, die eine Finanzierung benötigen.

In einem System, dass ohne Zinsen auskommen möchte besteht ein Liquiditätsengpasse. Es müßte daher dargelegt werden, wie dieses Inovationshemmnis umgangen werden soll. Wer hieraus keine Antwort hat, der sollte sein System überdenken.

Ein weiterer Einwand ist, dass man dann eben Geld zu einem echten Verbrauchsgut machen soll – es muss an Wert verlieren, damit die obige Gleichung wieder stimmt und unser Gerechtigkeitsgefühl aus der Steinzeit zufrieden ist.

Dabei wird aber übersehen, dass Bargeld der geringste Anteil am Geld ist. Bankguthaben als im Wert sinkendes Geld auszugestalten würde wohl schwierig werden, zumal die Banken dann eben gegenseitig im Kreis überweisen würden. Kann man dies aber nicht ausschalten, dann zahlen die Leute eben einfach bargeldlos.

Zudem würden die Leute in Ersatzwährungen fliehen, weil jeder Einzelne bei SEINEM Geld jedenfalls keinen Verlust machen will. Das Land, dass als erstes die umlaufgesicherte Währung einführt gibt damit im Endeffekt lediglich sein Finanzsystem auf und verlagert die Kreditbeschaffung ins Ausland, dass sich über das Geschäft freuen wird (es reicht ein Bankhaus im Ausland um das System aufrecht zu erhalten. Weil die Leute dann dort ihr Geld anlegen können und untereinander tauschen können. Es sei denn man riegelt das Land, dass die umlaufgesicherte Währung einführt, sofort ab. Dann schneidet man sich natürlich vom internationalen Handel ab.

(es gab meines Wissens nach auch noch keine umlaufgesicherte Währung, die vollkommen eigenständig lief. Es stand immer eine nicht umlaufgesicherte Währung daneben, in der die Leute größere Geschäfte abwickeln konnten).

Zudem hat man damit lediglich ein künstliche Inflation geschaffen. Wenn jemand Waren im Ausland kaufen will, dann werden die Verkäufer kein umlaufgesichertes Geld nehmen, dass einen ungewissen Wert hat, der zudem schwierig zu kontrollieren ist, sondern Divisen. Die dann mit umlaufgesicherten Geld teuer einzukaufen sind.

Etwas anderes ist die Frage, ob Staaten Kredite aufnehmen können sollten. Hier wirkt sich meiner Meinung nach einer der Schwächen der Demokratie aus: Es fehlt an einer langfristigen Verantwortung der handelnden Politiker. Dies ist eine Stärke, weil Macht sich nicht zu stark verfestigen kann. Aber eine Schwäche, weil Erfolge nicht langfristig, sondern auf einen überschaubaren Zeitraum ausgelegt sind. Wenn ein Politiker die Wahl hat zwischen einem langfristigen Erfolg, der zunächst bedeutet, dass der Bürger in der Gegenwart weniger hat und einem kurzfristigen Erfolg, den er als solchen verkaufen kann, der aber die berühmten „späteren Generationen“ belastet, dann kann die aus seiner Sicht logischere Wahl der kurzfristige Erfolg sein.

Für diesen ist unser Gehirn auch eher ausgelegt, da es auf das Leben als Jäger und Sammler ohne Besitz hin selektiert wurde, wo die Lebensumstände eher Entscheidungen mit kurzfristigen Auswirkungen erforderten.

Kooperation und sozialer Status als Partnerwahlkriterium

Bei sozialen Tieren, die intelligent genug sind, um Vorteile eines gemeinsamen Handelns zu erkennen, bringt es wenig, einfach nur der stärkste der Gruppe zu sein. Gerade wenn sich zwei etwas weniger starke Tiere verbünden kann der Gruppenstärkste nicht gegen diese bestehen.

Dies machen sich auch bereits Affen zunutze, die über diese Kooperation einen besseren Platz in der Hierarchie erkämpfen.

Eine langfristige Absicherung einer Machtposition kann daher nur derjenige erhalten, der Allianzen eingehen kann und seine Machtposition auf diesem Weg sichert. Die Möglichkeit Allianzen einzugehen, spiegelt sich dabei gerade im Status wieder. Wer einen hohen Status innerhalb der Gruppe hat, der ist entweder für Allianzen interessant oder hat bereits solche.

Dabei zeigt sich, dass solche Allianzen auch gerne genutzt werden um Fortpflanzungen zu ermöglichen. Entweder werden andere Männchen von den Frauen verscheucht (so bei Affen beobachtet) oder Weibchen gar mit Hilfe der anderen Männchen vergewaltigt (so etwa bei Delphinen).

Auf einen Mann mit guten Genen zu stehen, der verhindern kann, dass andere Männchen einen monopolisieren oder direkt vergewaltigen, kann dann bereits ein Vorteil sein.

Die Wichtigkeit von Status als Auswahlkriterium für Weibchen würde demnach innerhalb einer Gruppe bei höherer Kooperation steigen.

Hymowitz zum Gender Pay Gap

Kay Hymowitz zum Gender Pay Gap und warum er nicht verschwindet (via The Spearhead):

Let’s begin by unpacking that 75-cent statistic, which actually varies from 75 to about 81, depending on the year and the study. The figure is based on the average earnings of full-time, year-round (FTYR) workers, usually defined as those who work 35 hours a week or more.

But consider the mischief contained in that „or more.“ It makes the full-time category embrace everyone from a clerk who arrives at her desk at 9 am and leaves promptly at 4 pm to a trial lawyer who eats dinner four nights a week—and lunch on weekends—at his desk. I assume, in this case, that the clerk is a woman and the lawyer a man for the simple reason that—and here is an average that proofers rarely mention—full-time men work more hours than full-time women do. In 2007, according to the Bureau of Labor Statistics, 27 percent of male full-time workers had workweeks of 41 or more hours, compared with 15 percent of female full-time workers; meanwhile, just 4 percent of full-time men worked 35 to 39 hours a week, while 12 percent of women did. Since FTYR men work more than FTYR women do, it shouldn’t be surprising that the men, on average, earn more.

The way proofers finesse „full-time“ can be a wonder to behold. Take a recent article in the Washington Post by Mariko Chang, author of a forthcoming book on the wealth gap between women and men. Chang cites a wage difference between „full-time“ male and female pharmacists to show how „even when they work in the same occupation, men earn more.“ A moment’s Googling led me to a 2001 study in the Journal of the American Pharmacists Association concluding that male pharmacists worked 44.1 hours a week, on average, while females worked 37.2 hours. That study is a bit dated, but it’s a good guess that things haven’t changed much in the last decade. According to a 2009 article in the American Journal of Pharmaceutical Education, female pharmacists‘ preference for reduced work hours is enough to lead to an industry labor shortage.

The other arena of mischief contained in the 75-cent statistic lies in the seemingly harmless term „occupation.“ Everyone knows that a CEO makes more than a secretary and that a computer scientist makes more than a nurse. And most people wouldn’t be shocked to hear that secretaries and nurses are likely to be women, while CEOs and computer scientists are likely to be men. That obviously explains much of the wage gap.

But proofers often make the claim that women earn less than men doing the exact same job. They can’t possibly know that. The Labor Department’s occupational categories can be so large that a woman could drive a truck through them. Among „physicians and surgeons,“ for example, women make only 64.2 percent of what men make. Outrageous, right? Not if you consider that there are dozens of specialties in medicine: some, like cardiac surgery, require years of extra training, grueling hours, and life-and-death procedures; others, like pediatrics, are less demanding and consequently less highly rewarded. Only 16 percent of surgeons, but a full 50 percent of pediatricians, are women. So the statement that female doctors make only 64.2 percent of what men make is really on the order of a tautology, much like saying that a surgeon working 50 hours a week makes significantly more than a pediatrician working 37.

A good example of how proofers get away with using the rogue term „occupation“ is Behind the Pay Gap, a widely quoted 2007 study from the American Association of University Women whose executive summary informs us in its second paragraph that „one year out of college, women working full time earn only 80 percent as much as their male colleagues earn.“ The report divides the labor force into 11 extremely broad occupations determined by the Department of Education. So ten years after graduation, we learn, women who go into „business“ earn considerably less than their male counterparts do. But the businessman could be an associate at Morgan Stanley who majored in econ, while the businesswoman could be a human-relations manager at Foot Locker who took a lot of psych courses. You don’t read until the end of the summary—a point at which many readers will have already Tweeted their indignation—that when you control for such factors as education and hours worked, there’s actually just a 5 percent pay gap. But the AAUW isn’t going to begin a report with the statement that women earn 95 percent of what their male counterparts earn, is it?

Im weiteren kommt sie dann auf 7%. Ähnliche Zahlen gibt es auch aus Deutschland:

Dann zu der Frage, ob man aus dem ungleichen Lohn auch auf eine Diskriminierung schließen kann:

The point is that we don’t know the reason—or, more likely, reasons—for the 7 percent gap. What we do know is that making discrimination the default explanation for a wage gap, as proofers want us to do, leads us down some weird rabbit holes. Asian men and women earn more than white men and women do, says the Bureau of Labor Statistics. Does that mean that whites are discriminated against in favor of Asians? Female cafeteria attendants earn more than male ones do. Are men discriminated against in that field? Women who work in construction earn almost exactly what men in the field do, while women in education earn considerably less. The logic of default discrimination would lead us to conclude that construction workers are more open to having female colleagues than educators are. With all due respect to the construction workers, that seems unlikely.

Dies macht meiner Meinung nach deutlich, dass es nicht so einfach ist, einfach nur auf die Zahlen abzustellen. Es passt auch nicht zu den simplen Privilegierungstheorien.

Und zu den Gründen für den Gehaltsunterschied:

Here’s what the authors found: right after graduation, men and women had nearly identical earnings and working hours. Over the next ten years, however, women fell way behind. Survey questions revealed three reasons for this. First and least important, men had taken more finance courses and received better grades in those courses, while women had taken more marketing classes. Second, women had more career interruptions. Third and most important, mothers worked fewer hours. „The careers of MBA mothers slow down substantially within a few years of first birth,“ the authors wrote. Though 90 percent of women were employed full-time and year-round immediately following graduation, that was the case with only 80 percent five years out, 70 percent nine years out, and 62 percent ten or more years out—and only about half of women with children were working full-time ten years after graduation. By contrast, almost all the male grads were working full-time and year-round. Furthermore, MBA mothers, especially those with higher-earning spouses, „actively chose“ family-friendly workplaces that would allow them to avoid long hours, even if it meant lowering their chances to climb the greasy pole.

In other words, these female MBAs bought tickets for what is commonly called the „mommy track.“

Womit wir mal wieder bei der weiblichen Wahl wären, die immer wieder auftaucht:

Das Ganze war hier schon häufiger Thema:

Schönheit bei Mann und Frau – Warum ist im Tierreich das Männchen häufig schöner als das Weibchen?

Im Tierreich recht verbreitet ist der Kampf um das Weibchen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Weibchen meist die höheren Kosten der Fortpflanzung trägt (das Produzieren des Babys und gerade bei Säugetieren die Betreuung bis zur Selbständigkeit). Die männlichen Minimalkosten hingegen können sehr gering sein und sich auf die Kosten des Sexs, also ein wenig Bewegung und die Kosten des Spermas, beschränken. Aus diesem Ungleichgewicht ergibt sich, dass Männer üblicherweise um die Frauen buhlen und Frauen auswählen. Deswegen sind Männer üblicherweise diejenigen, die die höheren Werbungskosten haben. Mit Hilfe dieser versuchen sie der Frau deutlich zu machen, dass sie gute Gene bieten und damit auch einen Nachwuchs produzieren können, die die Gene der Frau dann ebenfalls weitergeben können. Deswegen sind im Tierreich meist die Männchen diejenigen, die schillernder sind, weil es sich aus der imaginären Sicht der Gene eher lohnt, dass Risiko einzugehen, durch einen Fressfeind entdeckt zu werden, als das Risiko einzugehen, von den Weibchen nicht entdeckt zu werden.

Eine weiterer Grund für den Schmuck vieler Männchen liefert die Handicap Theorie. Nach dieser geht es dabei nicht nur darum, dem Weibchen mehr aufzufallen, sondern auch gerade darum, dass man den Fressfeinden auffällt – und trotzdem noch lebt. Dass man sich das Auffallen leisten kann ist ein Zeichen für die Qualität der Gene. Die Betrachtung, wer um wen wirbt, kann sich aber verändern, wenn auch auf Seiten des Männchen erhebliche Kosten entstehen. Dies ist bei Tieren, bei denen das Männchen das Weibchen bei der Aufzucht der Kinder unterstützt, üblicherweise der Fall, und dies um so mehr um so größer die Investition des Mannes bei der Aufzucht ist.

Dabei können sich die Strategien natürlich gegenseitig beeinflussen: Wenn die Weibchen bei der Auswahl potentieller Erzeuger ihrer Kinder nur auf gute Gene achten, dann werden Anzeichen für solche Gene zunehmen, aber aufgrund der geringen Investition die Ansprüche an das Weibchen gering bleiben. Wenn hingegen vom Weibchen bei der Partnerwahl dessen potentielle Versorgungsleistung berücksichtigt und deren Erbringung eingefordert, dann verändern sich damit die Kosten für das Männchen, dass dann eine strengere Auswahl treffen muss, auf welches Weibchen es seine Ressourcen verwendet.Damit werden im Gegenzug die Anforderungen an das Weibchen höher und auch für dieses lohnen sich körperliche oder verhaltensbasierte Anzeichen für gute Gene oder aber einen hohen „Genweitergabewert“. Um so höher das Investment des Mannes, um so mehr Ausprägungen guter Gene sind bei der Frau zu erwarten.

Beim Menschen sind die Kosten für die Aufzucht eines Kindes sehr hoch. Ein Menschenkind braucht, bis es einigermaßen selbständig ist, aus dem gröbsten raus ist, zumindest 3 Jahre und ist auch danach noch auf beträchtliche Unterstützung angewiesen. Im ersten Jahr ist eine Vollzeitbetreuung und Verpflegung erforderlich. Im Bereich der jungen Erwachsenen kommen Menschenkinder erst ab ca. 14 Jahren und selbst dann ist die Entwicklung nicht abgeschlossen und wir sprechen noch nicht von Erwachsenen, sondern von Jugendlichen. Ein Grund hierfür ist unser sehr großes Gehirn, dass eine frühe Geburt erforderte, da der Geburtskanal nicht weiter erweitert werden konnte und die komplizierte Gesellschaft, in der wir aufwachsen. Ich vermute, dass der Mensch sogar die längste „Versorgungszeit“ hat, die im Tierreich existiert. Die Frage ist nunmehr, inwieweit unsere Biologie eine Beteiligung an dieser Versorgrungsleistung berücksichtigt hat, die sich im Wege der sexuellen Selektion auf Männer und Frauen ausgewirkt hat. Ein Indiz für eine solche Bindung wären zunächst die Mechanismen der Liebe, die nahelegen, dass wir auf eine zumindest eine gewisse zeitliche Bindung ausgerichtet sind, demnach also eine gemeinsame Aufzucht üblich war.

Ein weiteres Indiz dafür ist, dass Frauen allgemein Status, beruflichen Erfolg, Zukunftsaussichten und Ambitionen hoch bewerten (wenn auch diese Merkmale innerhalb der Kulturen jeweils anderes ausgeprägt sind).

Wenn aber solche Kriterien bei Frauen bestehen, dann ist wie oben dargelegt, auch damit zu rechnen, dass die Anforderungen an die Frauen seitens der Männer steigen. Weil aber bei Frauen ein höheres Gewicht auf der Versorgungsleistung liegt, wäre damit bereits ein geringers Gewicht auf den Körper gelegt, so dass sich dieses Kriterium beim Mann stärker auswirkt.

Allerdings ist auch unser Blickwinkel relevant für die Frage, welches Geschlecht attraktiver ist. Die Bewertung der Schönheit des Mannes erfolgt dabei von verschiedenen Blickwinkeln aus. Der Mann blickt mit einem stärkeren Sexualtrieb auf den Körper der Frau, so dass Schopenhauers Einwand zur Frage welches Geschlecht schöner ist durchaus berechtigt ist:

Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzbeinige Geschlecht das Schöne zu nennen, konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt fertigbringen. (Arthur Schopenhauer)

Einfach fällt uns eine Differenzierung bei anderen Rassen. Ist ein muskulöser Löwe, auf intrasexuellen Kampf ausgelegt, attraktiver als eine eher auf Schnelligkeit ausgelegte Löwin? Aus Sicht des Löwen wäre vielleicht auch die Löwin schöner. Oder ist der starke Hirsch zwangsläufig schöner als das schlanke Reh?

Auch beim Menschen kann man natürlich solche Wertungen treffen. Eine Betrachtung bestimmter Männertypen macht deutlich, dass auch hier über Muskeln, markantes Kinn etc erhebliche biologische Schönheitsideale vorliegen. Symmetrische Gesichter und Körper sind bei beiden Geschlechtern attraktiv.

Hier mal zwei Beispiele:


Es ist des weiteren zu bedenken, dass allgemein in der Tierwelt großer Körperschmuck insbesondere bei Tieren, die nicht jagen, zu beobachten ist.

Ein Raubtier bzw. Beutegreifer kann sich einen auffallenden und behindernden Schmuck wesentlich weniger leisten als ein „Beutetier“. Dies liegt daran, dass sich ein Beutetier zumindest verstecken kann und dabei den Vorteil hat, sich nicht bewegen zu müssen, also effektivere Verstecke wählen kann, ein Raubtier aber meist ein anschleichen praktizieren muss, bei dem Auffälligkeit einen erheblichen Nachteil darstellt. Zu große Auffälligkeiten bei einem Mann wären daher wenig geeignet, da sie direkt seiner Versorgereigenschaft entgegen stehen würden. Zudem hat ein Jäger bereits einen selektiven Nachteil: Das Beutetier kämpft bei jeder Jagd um sein Leben, der Jäger aber nur um die nächste Mahlzeit. Ein zusätzlicher Nachteil kann damit von Beutetieren leichter verwertet und ausgenutzt werden. Reine Schmuckvorteile sind daher bei Raubtieren bzw. Jägern selten.

Die Mähne des Löwen beispielsweise dient ja nicht dem reinen Schmuck, sondern dem Schutz des gefährdeten Halses vor Biss- und Prankenschlagverletzungen beim Kampf der Löwen untereinander. Dieses Schutzmerkmal sagt gleichzeitig etwas über seine genetische Fitness aus, da seine Kinder dieses Merkmal erben werden und damit besser vor Bissen und Prankenschlägen geschützt sind. Es ist damit ein nützliches Merkmal, dass gleichzeitig der sexuellen Selektion zugänglich ist. Gleichzeitig ist es in Erdfarben gehalten und damit vergleichsweise dezent und fällt in einer Gras und Buschlandschaft wahrscheinlich nicht übermäßig auf. Es ermöglicht damit nach wie vor die Jagd. Hätte es reine Schaukriterien, dann hätten sich vielleicht Mähnen in bunten Farben oder mit Pfauenaugen durchgesetzt.

Dies gilt auch für menschliche Männer. Sie waren ebenfalls Jäger und konnten sich daher eine zu extravagante körperliche Ausprägung, die nicht im Einklang mit der Jagd steht, nicht erlauben (im Gegensatz zu den Busen der Frauen, es gibt Gründe dafür, dass Frauen beim Sport heute spezielle BHs tragen, die besonders fest sitzen und Halt bieten).

Exkurs Kleidung:

Natürlich gibt es beim Mann dennoch extravagante und schillernde Kleidung. Die Kultur kann, da Kleidung ablegbar ist, die Vorteile einer auffälligen Kleidung durchaus nutzen und damit entsprechende Signale senden. Kleidung betont dabei aber häufig gerade den Status. Die Schnallenschuhe der adeligen und deren Seidengwände und toupierte Haare zeigten insoweit, dass sie keine normalen Tätigkeiten ausüben mussten und sich solche Gegenstände leisten konnten. Der Buisnessanzug grenzt den Träger von der körperlich arbeitenden Bevölkerung als Ranghöher ab. Auffällig ist in diesem Bereich, dass auch viele Buisnesskleidung in der heutigen Zeit relativ schlicht ist und vergleichsweise geringe Unterschiede aufweist. Der dunkle Buisnessmarkenmaßanzug sieht lediglich durch subtile Zeichen höherwertiger aus und aufwändiger Schmuck ist bei Männern in diesem Bereich kaum üblich. Allenfalls eine teure Uhr oder Manschettenknöpfe sind erlaubt. Status wird insoweit eher subtiler betont. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass das zu starke Abgrenzen durch Statussymbole die intrasexuelle Konkurrenz anstachelt und damit das Gemeinschaftsgefühl beeinträchtigt. Es könnte auch damit zusammenhängen, dass die Positionen besser erkennbar sind und damit ein zu deutliches Betonen seiner Position eher als überrepräsentieren wahrgenommen werden würde, was ihn schwächer erscheinen läßt.

vgl. auch:

Unsoziales und psychopathisches als Selektionsvorteil

Hier einige Studien, die noch einmal deutlich machen, dass Evolution nicht eine Entwicklung zum besseren, höherwertigen hin ist, sondern eine Aussortierung des nicht so effektiven und eine Anreicherung bestimmter erfolgreicher Gene im Genpool:

Hier geht es um Tennisspieler und Informatiker, die jeweils in ihrem Bereich erfolgreicher bzw. zufriedener waren, wenn sie eher eine Tendenz zum unsozialen hatten:

Attachment-related avoidance and anxiety have repeatedly been associated with poorer adjustment in various social, emotional, and behavioral domains. We examined two domains in which avoidant individuals might be better equipped than their less avoidant peers to succeed and be satisfied – professional singles tennis and computer science. These fields may reward self-reliance, independence, and the ability to work without proximal social support from loved ones. In Study 1, we followed 58 professional singles tennis players for 16 months and found that scores on attachment-related avoidance predicted a higher ranking, above and beyond the contributions of training and coping resources. In Study 2, we sampled 100 students and found that those who scored higher on avoidance were happier with their choice of computer science as a career than those who scored lower on avoidance. Results are discussed in relation to the possible adaptive functions of certain personality characteristics often viewed as undesirable.

Quelle: Standoffish Perhaps, but Successful As Well: Evidence That Avoidant Attachment Can Be Beneficial in Professional Tennis and Computer Science

Ich könnte mir vorstellen, dass es sich um eine Unterscheidung zwischen dem auf Sachen ausgerichteten Gehirn und dem auf Empathie ausgerichteten Gehirn handelt. Empathie erlaubt einem sozialer zu sein, besser mit Leuten zurecht zu kommen, das auf Sachen ausgerichtete Gehirn hingegen ist gut im räumlichen Denken, was hilfreich ist, wenn man einen Ball treffen und dann platziert in einem bestimmten Teil des anderen Feldes schlagen will und durch die Ausrichtung auf Sachen gefällt einem das Arbeiten mit diesen auch mehr.

Purpose

Research has consistently revealed that measures of psychopathy and psychopathic personality traits represent some of the most consistent predictors of violent criminal involvement. As a result, there has been a considerable amount of interest in trying to identify the various etiological factors related to psychopathy. The current study builds on this existing body of literature by examining the genetic foundations to psychopathic personality traits.

Methods

An adoption-based research design is used to estimate genetic effects on psychopathic personality traits. Adoptees are drawn from the National Longitudinal Study of Adolescent Health.

Results

Analyses revealed that having a biological criminal father was related to psychopathic personality traits for male adoptees, but not for female adoptees. For males, having a criminal biological father increased the odds of scoring in the extreme of the psychopathic personality trait scale by a factor ranging between 4.3 and 8.5. However, there was no association between having a biological criminal mother and psychopathic personality traits for adoptees.

Conclusions

Psychopathic personality traits are transmitted from father-to-offspring due to genetic reasons.

Quelle: The genetic origins of psychopathic personality traits in adult males and females: Results from an adoption-based study

Psychopathische Personlichkeiten werden also von dem Vater an den Sohn weitergegeben. Worin besteht der Vorteil?

Eine Theorie ist, dass viele Psychopathen ein Sonderprogramm haben, bei denen sie solange alles normal läuft normal funktionieren. Wachsen sie aber unter chaotischen Umständen auf, in denen sie um ihr Überleben oder Wohlsein kämpfen müssen, dann wird statt dem normalen Programm das Psychopathenprogramm aktiviert, um unter diesen Umständen besser überleben (und sich fortpflanzen) zu können. Zudem könnte das psychotische Verhalten auch eine Nische besetzen. Wenn alle Mitleid empfinden, weil es gesunde Bindungen zeigt, dann kann es dennoch für gewisse Personen vorteilhaft sein, dieses Gefühl nicht zu haben und unbeeinträchtigt davon agieren zu können.

Eine Studie zu weiteren Vorteilen:

What is most outstanding about psychopaths is that they appear extremely at ease with themselves. They can be articulate, are often highly intelligent, and are regularly described as ‘charming’, and ‘convincing’. Psychopathy is not associated with low birth weight, obstetric complications, poor parenting, poverty, early psychological trauma or adverse experiences, and indeed Robert Hare remarks ‘I can find no convincing evidence that psychopathy is the direct result of early social or environmental factors’ (Hare, 1993, p. 170). No sound evidence of neuroanatomical correlates for psychopathic behavior has been found, though an interesting (and highly significant) negative correlation has been found in 18 psychopaths between the degree of psychopathy as assessed by the Checklist and the size of the posterior half of the hippocampi bilaterally (Laakso, et al., 2001). Lesions of the dorsal hippocampus have been found to impair acquisition of conditioned fear, a notable feature of psychopathy, but it is not clear whether this neuroanatomical feature is the cause of, or is caused by, psychopathy. A study of 69 male psychopaths identified by the revised edition of Hare’s Psychopathy Checklist found no support for the hypothesis that psychopaths are characterized by verbal or left hemisphere dysfunction (Smith, Arnett & Newman, 1992).

One particularly striking feature of psychopathy is that extremely violent and antisocial behaviour appears at a very early age, often including casual and thoughtless lying, petty theft, a pattern of killing animals, early experimentation with sex, and stealing (Hare, 1993, p. 158). In a study of 653 serious offenders by Harris, Rice, and Quinsey childhood problem behaviors provided convergent evidence for the existence of psychopathy as a discrete class, but ‘adult criminal history variables were continuously distributed and were insufficient in themselves to detect the taxon’ (1994, p. 387). In a recent study psychopathic male offenders were found to score lower than nonpsychopathic offenders on obstetrical problems and fluctuating asymmetry, and in fact the offenders meeting the most stringent criteria for psychopathy had the lowest asymmetry scores amongst offenders (Lalumière, Harris & Rice, 2001). As the authors note this study provides no support for the idea that psychopathy results from developmental instability of some kind, but does give partial support for life-history strategy models.

An evolutionary game-theoretic explanation for the low but stable prevalence of psychopathy has been modelled successfully (Colman & Wilson, 1997), and though this provides some tentative support for Mealey’s suggestion that psychopathy is a frequency-dependent strategy

Quelle:  The Origins of Violence: Is Psychopathy an Adaptation?

Da Psychopathen häufig charmant erscheinen, keine moralischen Skrupel haben und weniger Angst haben und sich überschätzen, dürften sie auch auf Frauen eine gewisse Faszination haben, weil sie gewisse Alphamannqualitäten haben können. Vielleicht liegt es daran, dass dies gerade über die männliche Linie weitergegeben wird.

Warum die Steuerung über Gefühle so effektiv ist, gerade bei hoher Intelligenz

Im Militär gibt es zwei Arten, Ziele zu erreichen.

  • das Führen über Befehl: Es können bestimmte Handlungen vorgegeben werden, die dann so ausgeführt werden sollen
  • das Führen über den Auftrag: Es wird ein Ziel vorgegeben und dem Soldaten überlassen, wie er es erreicht.

Das Führen über Befehl hat den Vorteil, dass man bestimmte Handlungen schnell erreicht und nicht davon abhängt, dass der Soldat die falschen Überlegungen anstellt. Das Führen durch Auftrag hat hingegen den Vorteil, dass der Soldat flexibler agieren kann und auf unvorhergesehene Umstände besser reagieren kann. Beide Prinzipien lassen sich auf die Steuerung durch Reflexe, Instinkte und Wünsche übertragen. Ein Reflex ist geeignet, wenn eine Reaktion möglichst schnell erfolgen soll. Nährt sich ein Objekt sehr plötzlich und schnell oder taucht ein anderer Mensch sehr plötzlich und schnell vor einem auf, dann ist es sicherer zunächst zurückzuzucken als die Lage zu analysieren. Wenn man nahezu alles frisst, was sich bewegt und die richtige Größe hat und vorbeifliegt, dann lohnt sich ein diesbezüglicher Schnappreflex. Das menschliche Leben erfordert allerdings wesentlich komplexere Entscheidungen. Dies dürfte auch daran liegen, dass die Gegenspieler intelligenter sind und daher ein verdrahtetes Verhalten zu schnell durchschauen und ausnutzen könnten. Wer immer gleich reagiert ist berechenbar, wer sich neue Wege ausdenken kann nicht. In dieser Hinsicht ist ein freier Wille sinnvoll. Allerdings ist es aus der imaginären Sicht der egoistischen Gene weiterhin wichtig, dass die Ziele „Weitergabe der Gene“ erhalten bleibt.

Um so komplexer die Reaktionen des anderen und um so komplizierter die Situation um so günstiger ist die „Führung über Auftrag“. Wünsche sind daher nichts weiter als eine Auftragserteilung und die Intensität der Wünsche kann steuern, welche Priorität ein Wunsch hat. Dabei sind Maßstab für die Intensität des Wunsches – die Notwendigkeit der Wunscherfüllung – die Einfachheit der Wunscherfüllung Wer seit 2 Tagen nichts gegessen hat, der wird hungriger sein als jemand, der vor einer Stunde gegessen hat. Weil die steinzeitliche Erfahrung besagt, dass die Notwendigkeit für eine Wunscherfüllung steigt. Wer gut gegessen hat, aber etwas besonders nahrhaftes sieht, was er sich einfach nehmen kann, der mag noch einmal Hunger bekommen, weil eine solch gute Gelegenheit nicht ungenutzt bleiben sollte (vielleicht der Grund, warum Nachtische meist sehr Kalorienreich sind: Sie verführen uns so eher zum Essen trotz eigentlicher Sättigung („etwas süßes geht immer“)). Die Vorgabe „Hunger“ ermöglicht uns beliebige Wege einzuschlagen, sei es Jagd, die Suche nach Früchten etc oder das Einkaufen in einem Supermarkt. Es ermöglicht uns in der heutigen Welt unsere Planung so auszurichten, dass wir einer bestimmten Tätigkeit nachgehen, die kein Essen produziert, aber über das dafür erzielte universelle Tauschmittel Geld Lebensmittel zu erwerben. Dies wäre über einen Schnappreflex natürlich nicht möglich.

Auch für andere Wünsche kann man entsprechende Betrachtungen vornehmen. Unser Sexualtrieb stellt beispielsweise einen Wunsch dar, der aber wenn keine Reize vorhanden sind, relativ niedrig gehalten werden kann, da die Notwendigkeit der Wunscherfüllung keine Frage des täglichen Überlebens ist. Bietet sich aber eine Gelegenheit dann bietet es sich gerade bei Männern an, den Wunsch recht hoch anzusetzen. Zu Bedenken ist dabei, dass der Wunsch nicht auf das tatsächliche Ziel ausgerichtet sein muss. Es reicht, wenn eine Motivation zu Handlungen besteht, die üblicherweise zu einer Zielerfüllung folgen. Bei Sex wäre es beispielsweise viel zu kompliziert das eigentlich Ziel vorzugeben, also „erreiche eine Befruchtung“. Denn die Vorgänge, die für eine Befruchtung notwendig sind, sind viel zu kompliziert und können automatisiert werden. Ebenso wie wir nicht wissen müssen, wie Sauerstoff ans Blut abgegeben wird, solange wir das Bedürfnis haben Luft in unsere Lungen zu bekommen oder genau zu verstehen, welche Muskeln wir wie benutzen müssen, um einen Arm zu bewegen, ist das Wissen um die Einzelheiten des Vorganges nicht erforderlich. Es reicht, wenn der Wunsch nach Sex entsteht. Um so unberechenbarer die Umstände, um so wichtiger ist eine Führung über Aufträge. Gerade das Leben der Menschen ist aufgrund ihrer Intelligenz besonders kompliziert. Aber auch bei einer extremen Intelligenz lohnt es sich immer noch Zielvorgaben zu haben bzw. eine Selektion gegen Zielvorgaben wie Sex, Essen etc ist wenig effektiv, weil sich diese nie geändert haben.

Oder wie Schopenhauer es ausdrückte:

Wir sind frei, zu tun, was wir wollen, aber nicht frei, zu wollen was wir wollen.“

Essentialismus und die Geschlechterdebatte

Ich überlege gerade, welche Rolle Essentialismus in der Diskussion der Geschlechter spielt. Mir scheint der Einfluss könnte relativ groß sein

1. Was ist Essentialismus

Essentialismus ist eine philosophische Denkrichtung, nach der jede Gruppe durch notwendige Eigenschaften bestimmt ist. Ein Objekt/Wesen ist nur dann Bestandteil dieser Gruppe, wenn es (zumindest) diese Eigenschaften hat.

Es gibt demnach eine Essenz jedes Wesen, quasi das was Beispielsweise einen Hasen ausmacht, den prototypischen, idealen Hasen.

Demnach stellt sich die Frage, wie man die Kriterien, die die Essenz bilden, näher bestimmt. Ist ein Löwe mit Streifen noch ein Löwe oder bereits ein Tiger? Enthält also die Essenz eines Löwen als Merkmal ein nichtgestreiftes Fell?

2. Welche Verwirrungen folgen daraus?

a) Viele (Gleichheits-)Feministen glauben Biologen sind Essentialisten. Sind sie aber nicht im klassischen Sinne.

 Die derzeitige Hauptmeinung in der Biologie vertritt zum einen nicht, dass alle Männer und Frauen eine bestimmte Essenz des männlichen oder weiblichen haben, sondern, dass bestimmte Eigenschaften innerhalb der Gruppe Männer bzw. Frauen stärker ausgestaltet sind, dass aber diese Eigenschaften nicht essentiell sind, sondern jeweils für sich Normalverteilungen bilden, bei denen die Geschlechter verschobene Mittelwerte haben, bei einem der Geschlechter also mit im schnitt, aber nicht für die Einzelperson, höheren Eigenschaftswerten zu rechnen ist (die natürlich bei der Gruppe Mann oder der Gruppe Frau höher sein können).

Zudem wird auch weiter innerhalb des Körpers differenziert: Der Phänotyp kann männlich, das Gehirngeschlecht hingegen weiblich sein. Die verschiedenen Entwicklungsschritte machen eine Vielzahl von Vermischungen möglich. Biologie hat eben gerade keine Essenz, sondern nur Häufungen. Durchmischungen bestimmter Eigenschaften sind dabei unproblematisch und entwerten diese Häufungen bei den Geschlechtern nicht. Es kann gar verschiedene Definitionen von Mann und Frau, etwa nach Phänotyp, Genotyp etc geben.

Zudem liegt es im System der Evolution, dass es Veränderungen gibt, keine Essenzen. Männer und Frauen können vor 300.000 Jahren anders gewesen sein als heute, sie brauchen nicht auf eine „Essenz“ des Mannes Rücksicht zu nehmen (was sie als Gruppe ja auch nicht können). Essentialismus ist gerade der wohl deutlichste Feind der Evolutionstheorie. Wer davon ausgeht, dass es eine „Essenz“ eines zB Menschen gibt, dem fällt der Gedanke, dass sich der Mensch aus einem Eizeller über Fische, Echsen, Säugetiere Primaten hin entwickelt hat und all diese Einteilungen eigentlich falsch sind, weil es nur einen kontinuierlichen und sehr langsamen Übergang, aber kein klares Stadium gibt, bei dem man sagen kann, dass das Tier oder der Mensch jetzt fix ist und damit eine Essenz hat.

Natürlich ist Evolution gewissen Gesetzmäßigkeiten unterworfen.

Solange das Kind eine enorme Betreuung braucht und im Bauch der Frau aufwächst wird eine Selektion, die Frauen wahlloser bei der Auswahl ihrer Sexualpartner macht als Männer wenig Chancen haben. Eine solche Selektion ist dann allenfalls durch menschliche „Zucht“ durch eine Kultur möglich, die die Selektionsnachteile „Sex kann zu Schwangerschaft führen“ und „Promiske Frauen erhöhen das Risiko, dass Versorgungsleistungen des Mannes auf fremde Gene erbracht werden“ aufhebt (etwa über Verhütungsmittel und eine Staatsfinanzierung, wobei dies nur dann eine Änderung bewirken wird, wenn dann Frauen, die sich so Verhalten und Männer, die dies akzeptieren, mehr Nachkommen haben). Das ist aber keine Essenz, weil die Ausprägung dieser evolutionären Lage eben auch verschieden sein kann und eine Entwicklung erfolgen kann.

b) Essentialismus im Feminismus

 Gleichheitsfeministen gehen von einer Essenz Mensch aus, die dann durch kultur gestaltet wird und lehnen Geschlechtsmerkmale als Essentiell ab. Sie vertreten allerdings bezüglich dieser Kultur einen gewissen essentialismus.Sie vertreten teilweise einen gewissen Essentialismus bezüglich der Vergangenheit (Männer und Frauen waren immer so wie sie sind, es gibt im Mainstreamfeminimus keine Betrachtungen, die vor dem modernen Menschen einsetzen).

Differenzfeministen sehen eine Essenz von Mann und Frau. Sie bestimmen diese häufig ideologisch. Zudem wird dabei dann häufig verkannt, dass es eben keine klare Eigenschaft, sondern nur Häufungen gibt.

3. Ein mögliches Warum

Essentialismus ist eine philosphsches Konzept und steht damit den Genderwissenschaften und dem Strukturalismus näher als biologische Konzepte. Es wird daher gedanklich eher aufgegriffen als die tatsächlich vertretenen Meinungen, schon weil man sich dafür in die biologischen Theorien einarbeiten müßte. Der Essentialismus taugt insoweit auch eher als Feindbild.

Essentialismus dürfte im übrigen aber auch der Art entgegenkommen, wie wir Dinge wahrnehmen. Innerhalb der Lebensspanne eines Menschen tritt keine so große Entwicklung ein, dass wir Gehirnstrukturen erlangen mussten, die evolutionäre Vorgänge erfassen konnten. Es reichte vollkommen aus, wenn wir einen Löwen als Löwen erkannten. In Kategorien und Einteilungen zu denken liegt uns daher mehr.