Schwarzer: Altfeminismus vs. Neufeminismus

Schwarzer fasst die Reaktionen auf die Debatte Schwarzer vs. Schröder zusammen und sieht – keine Überraschungen hier – einen Sieg für ihre Sicht.

Dann folgt ein wenig Gegner-Bashing und das Loben von Unterstützern.

Hatte sie in ihrem offenen Brief an Frau Schröder noch geschrieben:

Ich hätte geschrieben, „dass der heterosexuelle Geschlechtsverkehr kaum möglich sei ohne die Unterwerfung der Frau“. Ich vermute, Sie rekurrieren damit auf den 1975 (!) erschienenen „Kleinen Unterschied“.(…)Aber das war, wie gesagt, 1975, zwei Jahre vor Ihrer Geburt. Seither habe ich schon noch dies und das veröffentlicht. Inzwischen schreiben wir nämlich das Jahr 2010.

Schreibt sie jetzt:

(Er erinnert daran, dass) die feministische Analyse des Zusammenhangs zwischen traditioneller Sexualität und Unterwerfung schlicht eine Selbstverständlichkeit sei in einem Land, in dem zum Beispiel die Vergewaltigung in der Ehe überhaupt erst seit 1997 strafbar ist.

Was sie nun eigentlich vertritt lässt sie offen, scheint aber nunmehr ihre Analyse doch wieder für richtig und weniger veraltet zu halten (Die Vergewaltigung in der Ehe war im übrigen nur nicht als Vergewaltigung strafbar, als Körperverletzung und Nötigung hingehen schon, aber das nur am Rande).

Es ist auch ein schönes Bashing der „Alphamädchen“ von der Mädchenmannschaft dabei:

(Es) können auch die Berufs-Alpha-Mädchen weiterhin nicht einen Satz sagen, ohne zuvor zu versichern, dass sie auf keinen Fall meiner Meinung sind

War vielleicht auf diesen Beitrag dort gemünzt:

Nein, so was. Eine Frau, die es wagt, Schwarzer zu kritisieren. Bitte, damit sollte doch auch Der Spiegel niemand mehr hinter dem Ofen hervor locken können. Das Problem liegt doch an einer ganz anderen Stelle, nämlich an der völligen Gleichsetzung von der Figur Schwarzer und „dem Feminismus“, sowohl von Seiten der Interviewer als auch durch Schröder.

Vielleicht auch nur ein allgemeiner Rundschlag.

Im Anschluss sieht sie Anzeichen für eine neue Debatte und stellt dazu einige Fragen:

Was hat uns der Feminismus eigentlich gebracht? Sind vielleicht gerade manche jungen Frauen eher einem Pseudo-Feminismus auf den Leim gegangen? Einem Pseudo-Feminismus, der uns weismachen will, alles sei möglich: Karriere, Mutterschaft, Leidenschaft? Einen Pseudo-Feminismus, der suggeriert, maximaler Konsum sei der Gipfel der Freiheit und Hyper-Sexualisierung sei der Höhepunkt der Befriedigung? Einem Pseudo-Feminismus, in dem es nur noch um die eigene Karriere geht und Probleme wie die Arbeitslosigkeit anderer oder der religiöse Fundamentalismus in fernen Ländern Spaßverderber sind?

Auch wenn Schwarzer meint, dass es keinen Altfeminismus gibt (klar, wer bezeichnet sich schon gerne als alt?) ist sie damit doch ziemlich genau in der Debatte um alten und neuen Feminismus.

Interessant, dass sie Karriere, Mutterschaft, Leidenschaft nicht für gemeinsam zu verwirklichen hält. Das klingt ja sogar etwas realistisch.

28 Gedanken zu “Schwarzer: Altfeminismus vs. Neufeminismus

  1. Ähm, ja, und was will sie uns jetzt damit sagen? Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden.

    Die Aussage, dass sie seit damals viel neues publiziert hat insinuiert zwar, dass ihre alte Vorstellung revidiert oder abgeschwächt wurde aber das heißt ja letztlich nichts. Jedenfalls im Jahre 2004 hat sie das Reimer Experiment noch positiv erwähnt, nur mal so am Rande.

    • Ganz einfaches Kompetenzgerangel. Die streiten sich um die Pötte, das ist alles. Der 2. Welle-Feminismus der Schwarzer vs der neue Netzfeminismus der Mädchenmannschaft und Aufschrei-Clique. Schwarzer hat das Bundesverdienstkreuz (am Bande und erster Klasse) während Aufschrei den Grimme-Preis einheimsen konnte. Jetzt stehen sie da mit wirrem Haar und steiten sich darum, wer sich denn jetzt Feminist nennen darf.

      Und das ist ja nicht das erste mal, dass sich die „Tugendfurien“ in die Haare kriegen. Nun geht’s also in die nächste Runde.

      Hoffentlich zerfetzen sie sich dabei so richtig ordenlich. Ich gucke mir den Zickenkrieg aus der Ferne an und amüsiere mich dabei…

      • Haha, ich dachte erst, es geht um die aktuelle Show. Scheint eine lustige Dauerveranstaltung zu sein. Ich würde fast drauf wetten, dass es diese Show schon in den 1970ern gab.

        Ich würde sagen: Die Show von 2010 ist so ausgegangen, dass man sich 2011 bei der Alice zum Versöhnungsgespräch eingefunden hat – und dass so die Alphablödchen ihre Glaubwürdigkeit verspielt haben. Sie haben ja damals vor allem deshalb so viel Medienecho erfahren, weil sie eine Alternative zu Schwarzer aufmachen wollten. Klarer Punktsieg für die Schwarzer also, sehr geschickt, diese Umarmungstaktik.

        Allzuviel genützt hat ihr das aber auch nicht, sie verschwand in letzter Zeit ziemlich in der Versenkung. Das Feministinnenpotenzial, das die Blödchenmannschaft rekrutieren wollte geht eben nicht einfach deshalb zu Alice, weil sie die lästige Konkurrenz aus dem Weg geräumt hat.

        Diesmal wird mit etwas härteren Bandagen gekämpft. Die Schwarzer eröffnet mit einem Frontalangriff auf das feministische Establishment. Wohl deshalb, weil sie nicht mehr viel zu verlieren hat und weil das feministisce Establishment so schwach ist wie selten zuvor.

        Sie versucht diesmal, auf ganz anderen Weiden zu grasen, um ihre politische Existenz abzusichern – und bewegt sich in Richtung Rechtspopulismus. Jetzt ist halt der muslim-Mann der Inbegriff des männlichen Sexdämons.

        (Wer meint, dass sie damit „endlich mal Wahrheiten“ anspricht ist ihr ziemlich auf den Leim gegangen. Männerhass bleibt Männerhass..)

        • Ja das kann man leicht verwechseln. Steht sogar in der Wikipedia zu Schwarzer, wie die sich regelmäßig behacken. Ist halt ein bisschen wie Hühnerstall.

  2. @Olaf Klein

    Ich finde auch, dass sie sich recht vage hält. Sie nimmt nichts wirklich zurück, sie bezieht nicht wirklich Position.
    Es sei denn dies macht sie in einem ihrer neueren Bücher, „Die Antwort“ habe ich zB noch nicht gelesen.
    ich glaube nicht, dass sie sich auf eine Diskussion über Reimer in voller Tiefe einlassen würde. Da liegen zu viele Fallstricke für ihre Ansichten.

  3. „Interessant, dass sie Karriere, Mutterschaft, Leidenschaft nicht für gemeinsam zu verwirklichen hält. Das klingt ja sogar etwas realistisch.“

    Und genau deshalb ist ja nach wie vor „all sex oppression“, und die Lösung ist „political lesbianism“.

    Weil man das aber heutzutage nicht mehr offen vertreten kann ohne sich komplett lächerlich zu machen, bleibt sie lieber unklar und drischt auf diejenigen ein, die es wagen daran zu erinnern dass sie damals dieses weit verbreitete Kernparadigma offen vertreten hat.

  4. „Die einzige radikale Lösung der „Geschlechterproblematik“ ist die Abschaffung von Heterosex“

    Da würde ich einwenden, dass das dem Mann gegenüber ungerechter ist, wegen seines stärkeren Sexualtriebs 😉

    „Und genau deshalb ist ja nach wie vor „all sex oppression“, und die Lösung ist „political lesbianism“.“

    Welche Aussagen von ihr bestärken das denn? Gibt es da Zitate aus früheren oder heutigen Schriften?

  5. @Christian: Du hast recht, man sollte mal Belege sammeln, und vielleicht aus historischem Interesse doch sich durch „Der kleine Unterschied“ quälen.

    In der Wikipedia heißt es: „In ihrem Buch Der kleine Unterschied und seine großen Folgen analysiert sie die Sexualität als „Angelpunkt der Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern und der Unterdrückung der Frauen“ – Was nicht weiter verwundert, das war ein weit verbreiteter Trend zu der Zeit. „Das neuste aus Amerika“ sozusagen.

    Prägend im deutschen Sprachraum war neben „Der Kleine Unterschied“ Verena Stefans Bestseller „Häutungen“ von 1975 und Meulenbelts „Die Scham ist vorüber“ von 1976. Schlußfolgerung war stets, dass Männer beziehungsunfähig sind, zuallermindest ein Klotz am Bein, weshalb Liebe nur unter Frauen möglich sei.

  6. Aha, hier gibt es Zitate:

    „Sexualität ist der Angelpunkt der Frauenfrage. Sexualität ist zugleich Spiegel und Instrument der Unterdrückung der Frauen in allen Lebensbereichen. Hier fallen die Würfel. Hier liegen Unterwerfung, Schuldbewusstsein und Männerfixierung von Frauen verankert.“

    „Im Namen der Liebe werden Frauen ausgebeutet, darum ist Sexualität nicht privat, sondern politisch. Und darum ist die ausschließliche Heterosexualität ein entscheidendes Machtmittel der Männer im Geschlechterkampf. Dagegen kann und muss die Möglichkeit von Alternativen gestellt werden. Wenn Frauenliebe für Männer kein selbstverständliches Privileg mehr ist, werden sie sich anstrengen müssen.“

    Im Vorwort zu einer weiteren Auflage des Buches 1984 zeigte Schwarzer, dass sie sich durchaus bewusst ist, in welcher Haltung das Buch geschrieben wurde: „‚Der kleine Unterschied …‘ ist aus der Haltung des radikalen Feminismus geschrieben worden; eines Feminismus, der nicht an der Oberfläche herumschminkt, sondern versucht, den Dingen an die Wurzel zu gehen. Es geht den radikalen Feministinnen wie allen Radikalen: Sie sind die Unbequemsten und die Verfemtesten.“

  7. „Dagegen kann und muss die Möglichkeit von Alternativen gestellt werden. Wenn Frauenliebe für Männer kein selbstverständliches Privileg mehr ist, werden sie sich anstrengen müssen.“

    Also das alte „Männer an ihrem Sexualtrieb packen“. Aber interessant, dass sie anscheinend auf eine Besserung der Männer durch weniger an ihnen interessierte Frauen hofft. Da wird auch deutlich, dass sie die Mann-Frau Dynamik nicht recht verstanden hat. Denn um so knapper die Frauen um so stärker die intrasexuelle Konkurrenz (=jeder Mann versucht mehr um Frauen zu beeindrucken). Gesellschaften mit starken Männerüberschuss sind eher nicht frauenfreundlicher.
    Um so mehr Frauen lesbisch werden um so machohafter werden die Männer.

  8. [intrasexuelle Konkurrenz]

    Hmm. Da könnte man glatt über das Phänomen der Baaders spekulieren 😉

    Müsste man mal untersuchen. Klischeemäßig heißt es, die Männer zu der Zeit hätten sich in Softietum, „kritischer Selbstreflexion“ und Eierheißbaden geübt.

    Aber vermutlich waren das gar nicht so viele. Ab mitte der 1970er kam ja auch die Disco-Welle, weg mit der lila Latzhose und ab mit den langen Haaren..

  9. Das ist genau der Ton, der in den späten 70ern und frühen 80ern das Zusammenleben von Mann und Frau so unerquicklich gemacht hat. Und die Aggression ging ohne jeden Zweifel von Frauen aus (insgesamt war das zwar eine Minderheit, aber in der Alternativszene war es die Mehrheit).

    Damals versuchten auch viele Frauen, das Ufer zu wechseln. Natürlich ohne jeden Erfolg. Zumindest war es aber angesagt, von sich zu behaupten, man wäre bisexuell, obwohl das nicht zutraf.

    Diese persönliche Verächtlichmachen von männlicher Sexualität und Männern insgesamt ist es auch, das Männer gegen den Feminismus eingenommen hat und nicht der Wunsch von Frauen nach ein paar Aufsichtsratsposten.

    Deshalb bekommt ein Mann im entsprechenden Alter auch bestenfalls einen Lachanfall, wenn er hört, Feminismus hätte Gleichberechtigung als Ziel.

    Thomas würde jetzt vielleicht wieder sagen, dass das alter Kram ist. Das glaube ich aber nicht. Diese Sorte Frauen ist noch immer aktiv und in Amt und Würden(EU- und andere Kommissionen, skandinavische Regierungen etc.), und sie haben ihre Ansichten nicht geändert. Sie sind nur etwas vorsichtiger geworden. Außerdem sind die Verletzungen noch nicht verheilt und das Misstrauen ist groß. Wären die Neofeministinnen vernünftig(ein Oxymoron ;-)), würden sie sich deutlicher davon distanzieren.

    Die Männer damals waren übrigens nicht halb so softiehaft wie die heutigen. Schaut euch doch Typen wir Schröder oder Fischer an und vergleicht sich dann mal mit den heutigen Luschen, nicht politisch, nur als Typen.
    Die Eierheißbader waren wirklich in der Minderheit. Das Softietum fing erst um 1980 rum richtig an. Die frühen 70er dagegen waren für Männer eine großartige Zeit.

  10. „Wären die Neofeministinnen vernünftig“

    Die Zeit, in der man das offensiv vetreten hat reicht meines Wissens von anfang der 1970er bis weit in die 1990er hinein. Also die prägendste. Dann hieß es „Uups, die jungen Frauen laufen uns schreiend davon!“

    „Die Eierheißbader waren wirklich in der Minderheit. “

    Kann sein, dass es täuscht. Eine ganze Generation von männlichen Soziologen scheint in der Hinsicht jedenfalls recht merkwürdig zu sein. Connell ist ja da prominentes Beispiel: Vom leidenschaftlichen antisexistischen antiporn-Aktivisten zur weltweiten Anerkennung.

  11. „Also das alte „Männer an ihrem Sexualtrieb packen“

    ..oder eben: Das weitverbreitete Unbehagen mit der sexuellen Revolution ausnutzen, um seinem Harem mit Fischfleisch zu versorgen. Eigenartig, die Vehemenz mit der manche lesbische Frauen sich zur Heterosexualität äußern. Sind nicht alle so, das weiß ich aus persönlicher Erfahrung, aber vielleicht oft diejenigen die nicht so richtig landen? Die immer wieder auf dem „Let’s just be friends“-Track landen? Gibt es lesbische „AFC’s“?

  12. „Später [wenn sie erwachsen sind ] beugt sich die Mehrheit der Frauen dann den ihnen aufgezwungenen Normen. Sie werden ausschließlich heterosexuell und unfähig, die [als Mädchen] gelebten Frauenbeziehungen selbst einzuordnen. Sie tun sie im Nachhinein ab als etwas, ,was nichts mit Liebe zu tun hat‘ (Renate A.) oder als ,vorpubertär‘ (Renate L.) – zwei schichtenspezifische Arten, ein und dasselbe zu sagen. Nämlich, dass reife Liebe nur zwischen Mann und Frau möglich sei.“

    Lese nur ich ein tiefes Gefühl der Enttäuschung heraus?

  13. Bezeichnend:

    Echols and Willis have both written that radical feminism was, ultimately, dismissive of lesbian sexuality. On the one hand, if the central struggle was to take place within personal heterosexual relationships, as envisioned by the Redstockings, lesbians were marginalized. On the other, political lesbianism granted lesbians vanguard role, but only if they would play down erotic desire. Those lesbians whose sexuality focused on genital pleasure were liable to be dismissed by the advocates of political lesbianism as „male identified“. The result, through the 1970s, was the adoption by many of a „sanitize[d] lesbianism“, stripped of eroticism.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Radical_feminism

    EMMA 2007:

    Du hast dich zwar immer noch gewundert, warum wir Frauen so oft unendlich lang Rotwein trinken und bei Kerzenschein reden, bevor wir miteinander ins Bett gehen. Und ich blieb irritiert darüber, wie und warum du auf Klos und hinter Büschen mit irgendwelchen Typen vögelst, die du nicht kennst.

    http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2007/juliaugust-2007/lieber-schwuler-freund/

    • „Du hast dich zwar immer noch gewundert, warum wir Frauen so oft unendlich lang Rotwein trinken und bei Kerzenschein reden, bevor wir miteinander ins Bett gehen. Und ich blieb irritiert darüber, wie und warum du auf Klos und hinter Büschen mit irgendwelchen Typen vögelst, die du nicht kennst.“

      Sehr schönes Zitat! aus biologischer Sicht auch sehr einfach zu erklären. Zeigt eigentlich, dass sie sich Geschlechtsunterschiede durchaus deutlich gemacht hat.

      Wahrscheinlich führt sie sie aber auf einen anderen grund zurück

      • „Wahrscheinlich führt sie sie aber auf einen anderen grund zurück“

        Da können wir wohl von ausgehen 😉 Männliche Sexualität ist das Kranke und Unterdückende, stundenlang Rotweintrinken das Gesunde und befreite. Traurigerweise sind soo viele Frauen noch soo kaputt, sie erotisieren subjektiv die objektive Unterdrückung, und finden stundenlang Rotweintrinken leidenschaftsarm „ganz nett“.

        Bezeichnenderweise waren es Lesben, die die „feminist sex wars“ angezettelt haben.

      • „Manche lesbischen Frauen und manche Frauenpolitikerinnen treffen sich, wenn es um Sexualität geht, auf ewig dort, wo sie einmal zwölf Jahre alt waren“

        Katharina Rutschky

      • Der „Brief an den schwulen Freund“ ist eh relativ frech finde ich. Seht ein, dass ihr auf die gute Seite kommen müsst, weg von den männlichen Unterdrückern. Seht ein, dass Pornos und Prostitution schlecht ist und überhaupt alles Entwürdigung.

        Den Unterschied, den es macht, ob da zwischen zwei Gleichen gespielt wird oder ob es da ein Machtgefälle gibt. Den Unterschied, den es macht, ob du dich als ein Angehöriger des objektiv starken Geschlechts hingibst oder meinetwegen auch „unterwirfst“ – oder ob das eine Frau tut, weil sie es schon immer tun musste. Das eine ist – im besten Fall – eine Erweiterung des Rollenspektrums. Das andere der Rückfall in die ohnehin vorgesehene und gelebte Demütigung.

        Ist vielleicht zugegebenermaßen nicht ganz leicht für dich, weil du eben Anmache durch einen Mann als Rollenbruch goûtieren kannst und sie nie als aggressiven Akt erfahren musstest, der unschöne Folgen haben kann. Weil du vielleicht zu denen gehörst, bei denen ihre eigene Diskriminierungserfahrung zur „Toleranz“ gegenüber allem und jedem geführt hat. Oder zu denen, die sich so ausschließlich in einer reinen Männerwelt bewegen, dass sie die Entwürdigung von Frauen nicht mehr interessiert.

        Sich so in einer reinen Männerwelt bewegen, dass einen die Entwürdigung der Frau nicht mehr interessiert. So so.

  14. Vielleicht passt es hier nicht ganz her, aber mir ist letztens etwas aufgefallen. Lesbische Frauenrechtlerinnen raten heterosexuellen Frauen ja durchaus zu Vibratoren, Dilden – natürlich um männliche „Interaktion“ zu mindern -, wie ja auch darauf Wert gelegt wird, dass lesbische Frauen keinen „Penis“ brauchen (was ein Umschnalldildo anderes sein sollte, als die Nachbildung eines Penis‘ ist mir allerdings schleierhaft).

    Jetzt zu meiner Beobachtung:
    Mir ist aufgefallen (2 Exfreundinnen, deren Bekannte, Reportagen etc.) dass viele der jüngeren Frauen (18+) ihren Vibratoren Namen geben wie zB. Paulchen. Das Interessante dabei ist, dass der Name Paul ein geläufiger Name in der Vätergeneration war und in deren Generation kaum eine Rolle spielt. Ich will das jetzt einmal nicht tiefenpsychologisch deuten.

    Der zweite Punkt ist, dass auch hier wieder der Mann außen vor gelassen wird. Ich kenne keine Frau aus meinem Bekanntenkreis, die es zulassen würde, eine „Gummivagina“ in das Liebesspiel mit ihrem Freund mit einzubauen. Es wird von den allermeisten Frauen, die ich kenne, schon als Vertrauensbruch gesehen, wenn man, bei andauernder Lustlosigkeit der Partnerin, mit Wissen der Frau onaniert.

    Wie ist eure Meinung?

    • „Es wird von den allermeisten Frauen, die ich kenne, schon als Vertrauensbruch gesehen, wenn man, bei andauernder Lustlosigkeit der Partnerin, mit Wissen der Frau onaniert. “

      Geht’s noch?

  15. Wie wenig das Politlesbentum tot ist zeigt dieser Artikel von Julie Bindel im GUARDIAN aus dem Jahre 2009 (!), an dessen Schluss sie die Schwestern aufruft, doch endlich lesbisch zu werden, sie würden es nicht bereuen.

    http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2009/jan/30/women-gayrights

    Ja, wenn’s so einfach wäre.

    Der überproportional starke Einfluss lesbischer Frauen in den feministischen Reihen ist einer öffentlichen Debatte seit langem entzogen, erfolgreich tabuisiert, obwohl der sicher kein Zufall ist.

    Christian hat bereits auf die Fingerrelation als Anzeiger der testosteronen Verhältnisse hingewiesen.
    Ein weiterer Hinweisgeber ist die Kinnbackenausformung.
    Östrogen sorgt für ein schmales Untergesicht > sehr femininer Gesichtstyp, Testosteron für ein wuchtiges Mahlwerk > maskulines Gesicht.

    Nun achte man auf die Kinnbacken vieler FeministInnen, die sehr oft sehr männlich daherkommen, im Gesichtstyp und im Habitus, Alice Schwarzer ist dafür ein prominentes Beispiel.

    Natürlich, für die Genderfeministin hat der maskuline Habitus kulturelle Ursachen, was aber, wenn die „Kultur“, der Habitus eines Menschen mindestens ebenso starke biologische Ursachen hat?

    Wenn sich die Biiologie die zu ihr passende Kultur sucht?

    Ich denke, dass der Feminismus vor allem eine Bewegung der Minderheit der „männlich“ disponierten Frauen ist, männlich disponiert durch ungewöhnlich hohe, für Frauen überdurchschnittlich hohe Testosteronwerte mit „männlich“ überformten, weiblichen Gehirnen.

    Sie litten besonders unter den verhärteteten Rollenstereotypen, waren besonders inkliniert, gegen sie anzukämpfen wegen ihrer „männlichen“ Disposition, errangen Dominanz in der Bewegung und in der Gesellschaft aufgrund ihrer „männlichen“ Disposition und haben den Vorteil, das „östogene“ Frauen, gerade wegen ihrer „weiblichen“ Disposition nicht widersprechen, nicht kämpfen, zu wenig aggressiv sind, um sich gegen diese Art der Bevormundung durch „männliche“ Feministinnen zu wehren.

    Der auffallend hohe Anteil von Lesben gerade unter den lautesten, aggressivsten Wortführern könnte damit zusammenhängen, dass unter Lesben auch der Anteil „testosteroner“ Frauen mit eher „männlich“ organisierten Hirnen besonders hoch ist.

    „Männlich“ disponierte Frauen halten ihre Art Frausein natürlich für den „befreiten“ Regelfall, nehmen an, eigentlich müssten alle Frauen so empfinden/sich verhalten wie sie, glauben, dass „weibliche“ Frauen sich so anders verhalten, sei Ausdruck ihrer Unterdrückung.
    Was in Wahrheit aber nur Ausdruck einer natürlichen Verschiedenheit ist.

    Der besondere Männerhass lesbischer Frauen könnte auch damit zusammenhängen, dass Heteromänner mit ihnen um die gleiche Beute konkurrieren und dabei sehr viel erfolgreich sind als sie.

    Ja, Nick, ich denke auch, dass hier ein Element sehr persönlicher Wut und Enttäuschung mitschwingt, die Wut mancher lesbischer Frauen, die eigentlich viel lieber Männer wären und darum hassen und abwerten, was zu sein sie ersehnen, ihnen aber doch unerreichbar/unmöglich ist.
    Das „Saure Trauben“-Phänomen.

    Wie weit dieser Männerhass ging/(geht?) zeigte mir ein Bericht einer frauenbewegten Journalistin über die „wilden“ Jahre der Frauenbewegung.
    Sie schrieb, sie habe selbst erlebt (in den späten 70’ern), wie bei manchen Frauenveranstaltungen Türwärterinnen kontrollierten, damit ja kein Mann sich in die Veranstaltung einschlich, dass sogar Säuglinge, die die Mütter mitbrachten, „ausgepackt“ werden mussten.
    War’s ein Junge, wurde die Frau abgewiesen.

    • @Roslin: Naja, der Sohn, eigens an der Brust genährt, ist später der unerbittliche Unterdrücker! Er würde nur mit satanischer Intuition die Veranstaltung durch Geplärre terrorisieren, um sein männliches Privileg der ungeteilten Aufmerksamkeit der Frauen durchzusetzen.

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