Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 9. November 2010

Gehirngeschlecht und Normalverteilung

In einer Diskussion auf dem Blog des „Gurkenkaisers“ (Update: Die Diskussion ist inzwischen gelöscht) ging es in den Kommentaren darum, inwieweit das Geschlecht biologisch ist und dadurch insbesondere auch das unterschiedliche Interesse von Frauen und Männern an verschiedenen Studienfächern erklärbar ist. Ich meinte hierzu:

Wenn Frauen ein Gehirn haben, dass gut in zwischenmenschlichen Bereichen ist und Männer ein Gehirn haben, dass gut in sachlichen Bereichen ist, dann werden Frauen eher Berufe mit Menschen und den Beziehungen unter diesen ergreifen und Männer eher solche mit einem hohen Abstraktionsgrad und Sachbezug, wie eben technische Bereiche.

Ob die zwischenmenschliche Beziehung dann eher das Versorgen der Kinder in einer Steinzeitgruppe oder in einem kindergarten ist, oder im Bereich Krankenschwester, Lehrerin oder Sozialarbeiterin und ob der technische Bereich die Herstellung eines Faustkeils oder aber das Erstellen von Computercode oder einer komplizierten Maschine ist, ist dann erst einmal egal.

Eine Frau wandte ein, dass sie Physik studiert, demnach also meine These falsch sein müsste. Hierzu erwiderte ich:

Klar ist das möglich. Die Betrachtungen gelten über den Schnitt nicht für das Individuum. Warum das so ist hat mit Hormonen und pränataler Verdrahtung zu tun. Die Geschlechter sind nicht starr ausgerichtet, sondern bilden zwei Gaussche Verteilungskurven um die Geschlechterrollen. Du bist eben mehr am Rand.

Der dortige Kommentator Andreas meinte daraufhin:

Christian, du weisst doch rein gar nichts ueber Gauss’sche Glockenkurven, das faengt schon einmal mit den Voraussetzungen an, die Folgen von ‘Zufallsvariablen’ erfuellen muessen, um gegen ‘Gauss’sche Glockenkurven’, also die Normalverteilung, zu konvergieren, kennst du diese Voraussetzungen, Christian, hm? Und weisst du auch, welche Modelle Gauss’sche Glockenkurven erzeugen, hm? Richtig, die Brown’sche Molekularbewegung modelliert als N-Sphaere vom Radius N, wo N -> unendlich und man die Projektion der Geschindigkeiten auf die erste Koordinate betrachtet. Oder fuer Muenzwuerfe, oder Wuerfel. Und jetzt erzaehle mir doch noch einmal, wer ‘bewiesen’ hat, dass menschliche Geellschaften und Individuen sich so verhalten? War das einer deiner kleinen wissenschaftlichen Westentaschenmachos? Wieviele Semester Mathematik hast du oder eines deiner Vorbilder studiert, Christian, ein Wochenende im frauenlosen Suff?

Nachdem der Gurkenkaiser deutlich gemacht hatte, dass er diese Diskussion für seinen Blog unpassend findet, geht es nun hier weiter.

Andreas fragte (um einige Beleidigungen gekürzt):

welche Bedingungen muessen denn Zufallsvariablen nun erfuellen, um gegen Gaussglocken zu konvergieren, werdet ihr das irgendwann herausfinden? Erklaer’s mir doch einfach, Christian

Hier also ein paar kurze Ausführungen dazu:

Die Abweichungen der Werte vieler naturwissenschaftlicher Vorgänge vom Mittelwert lassen sich durch die Normalverteilung entweder exakt oder wenigstens in sehr guter Näherung beschreiben. Soweit so unstreitig.

Jetzt zu den Grundlagen, stark vereinfacht dargestellt. Der Mensch hat eine Programmierung des Gehirns, die man grob in männlich oder weiblich einteilen kann. Die Programmierung oder Verdrahtung erfolgt pränatal im Mutterleib. Dabei sind in Mann und Frau prinzipiell die „Baupläne“ oder „Arbeitsausführungsschritte“ für beide Gehirne gespeichert (ähnlich wie beim Busen, den auch ein Mann entwickelt, wenn man ihm genug Östrogen gibt). Die „Entscheidung“, ob Typ A oder Typ B gebaut wird, wird nach dem Testosterongehalt im Blut bestimmt. Dies klappt üblicherweise, weil Jungen Hoden haben, die bereits im Mutterleib ihre Funktion aufnehmen und den Fötus mit Testosteron versorgen (zusätzlich mit Testosteron, dass die Mutter zur Entlastung des Kindes zur Verfügung stellt. Allerdings ist der Prozess störanfällig: Die Mutter kann zu wenig Testosteron bereitstellen, das Kind selbst kann zu spät oder in zu geringen Ausmasse oder zu kurz Testosteron bereitstellen, die Rezeptoren können das Testosteron nicht erkennen etc. Dies alles kann dazu führen, dass die passende Programmierung nur teilweise oder abgeschwächt erfolgt.

Dieser biologische Prozess erzeugt die Normalverteilung, die man wiederum mit Fragebögen und Tests messen kann. Zudem kann der Wert des pränatalen Testosteron auch über das Verhältnis der Finger zu einander (Digit Ratio) bestimmt werden. (vgl. zB auch diese kleinere Studie)

Dies ergibt dann ein Bild wie das folgende:

Das Bild habe ich aus „Asendorpf, Psychologie der Persönlichkeit, Springer Verlag, 2007„, der Begleittext stützt meine Ausführungen hier.

Weitere Studien, die die oben dargelegte Erklärung stützen:

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Responses

  1. (Nur noch kurz etwas zur Diskussion an sich:
    Ich habe die Beleidigungen von Andreas einfach mal stehen lassen, weil sie so typisch sind und ich sie lustig finde. Insbesondere das Wochenende im frauenlosen Suff. Das wäre ja für meine Mathematikfähigkeiten immerhin besser gewesen als ein Wochenende im frauenreichen Suff oder? 😉
    Bezeichnend für die Wichtigkeit der Geschlechteridentität finde ich auch die im oben verlinkten Beitrag beim gurkenkaiser erfolgte Reaktion der Frau: „ich habe keinen bock von dir jetzt als “der männliche Rand” der Frauen dargestellt zu werden.“ Wenn man sagen würde „die Größe der Menschen verteilt sich nach Geschlecht und stellt eine Gaussche Glocke dar, du liegst eher am Randbereich der Frauen, schon deutlich im klassischen Männerbereich, weil du sehr groß bist“ würde man wahrscheinlich nur ein zustimmendes Nicken ernten. Aber Geschlechteridentität ist wichtig. Ich hatte dies schon mal bei „Feministische Gehirne und männliche Ausrichtung“ dargestellt)

  2. Hab gerade mal den Diskussionsthread beim Gurkenkaiser gelesen. Erschreckend, wie Du da wegen Deines sachlichen Beitrags gleich angefeindet und diffamiert wirst. Vom inhaltlichen Eingehen auf Deine Argumente fehlt auch (fast) jede Spur.

    Wahrscheinlich resultiert diese nicht selten anzutreffende Abwehrhaltung gegen „Biologisten“ (was ist eigentlich das Gegenteil? ein „Sozialist“?) daher, daß nicht verstanden wird, daß das biologische Geschlecht zwar Verhalten disponiert, aber nicht determiniert. Es sollte eben keinen Zwang geben, weder in die eine Richtung, daß z.B. Frauen ein Maschinenbau-Studium verwehrt wird, nur weil das „untypisch“ ist, noch in die andere Richtung, wo man dann versucht, durch Quoten und Umerziehung eine gewünschte Verteilung gewaltsam herbeizuführen.

    Ich stimme hier Deiner Sichtweise im wesentlichen zu. Man könnte vielleicht noch ergänzen, daß bei den Gaußkurven von Frauen und Männern die der Männer typischerweise auch eine höhere Varianz (Standardabweichung) aufweist, d.h. bei Männern ist die Streuung breiter und die Extreme sind ausgeprägter. Im Falle der Intelligenz ist das u.a. ein wichtiger Grund, warum man unter den Nobelpreisträgern so viel mehr Männer als Frauen findet. Umgekehrt gibt es aber auch entsprechend mehr unterdurchschnittlich intelligente Männer, was in dieser Art Diskussion gerne übersehen wird (bzw. dann sogar als Beleg für die Überlegenheit der Frau gewertet wird).

  3. Die Beleidigungen und der offenbar unverzichtbare Rechtsextremismus-Vorwurf zeigen nur, dass sie genau wissen, wie schwach begründet ihre Positionen inhaltlich sind.

    • @El Mocho

      Da bin ich mir immer nicht sicher. Ich glaube schon, dass Andreas seine Position als richtig ansieht, aber eben jedes Gegenargument an dieser unumstößlichen Wahrheit als Angriff wertet.
      Die Haltung ist in der Linken ja recht verbreitet. Schade ist es trotzdem.

      Es ist innerhalb dieser Diskurstheorien auch immer schwer zu diskutieren, aber ich meine das Thema hatten wir ja schon mal.

  4. Ich weiß nicht ob sich Andreas das bewusst ist, aber die Antwort auf seine Frage ergibt sich aus dem zentralen Grenzwertsatz. Also die Aussage, dass die Summe einer großen Zahl von unabhängigen Zufallsvariablen endlicher Varianz annähernd normalverteilt ist. Aus diesem Grund kann man für Verteilungen über die man kaum etwas weiß die Normalverteilung annehmen. Die Frage von Andreas zielt wohl eher darauf, dass man die Normalverteilung nicht einfach so annehmen kann. Er übersieht dabei, dass es bei deinem Argument nicht darauf ankommt um welche Verteilung es sich genau handelt, sondern dass es Verteilungen mit unterschiedlichem Mittelwert gibt, deren Träger überlappt. (Der Träger ist der Bereich einer Funktion, in dem ihr Wert von Null verschieden ist.)

  5. @Robert Michel

    Es dürfte auch daran liegen, dass er es auf allgemeine Verhalten bezieht und davon ausgeht, dass dies eben dem gesellschaftlichen Wandel in jede Richtung unterliegen kann. Die Beeinflussung durch die Gesellschaft sollte in der Theorie eine Normalverteilung ja wahrscheinlich eher unmöglich machen. Das dies nicht der Fall ist ergibt sich ja im Endeffekt nur aus einer biologischen Betrachtung.

    Danke für die bessere Formulierung, ich werde sie mir für weitere Diskussionen merken. Es würde dann also heißen:
    „Die Verteilung bestimmter Fähigkeiten ist bei Mann und Frau verschieden, es handelt sich um zwei Normalverteilungen mit unterschiedlichen Mittelwert, deren Träger überlappen“

  6. @Sonny

    „Wahrscheinlich resultiert diese nicht selten anzutreffende Abwehrhaltung gegen “Biologisten” (was ist eigentlich das Gegenteil? ein “Sozialist”?) daher, daß nicht verstanden wird, daß das biologische Geschlecht zwar Verhalten disponiert, aber nicht determiniert.“

    Auch sehr schön gesagt. So würde ich es auch sehen. Es wird häufig eben nur ein Wunsch, ein Begehren, geweckt, dem die Leute dann evtl. nachgehen.

  7. @Robert Michel
    Ganz genau, etwas ähnliches kam mir beim Lesen auch in den Sinn. Ich bin zwar kein Biologe, aber die Voraussetzungen des Grenzwertsatzes erscheinen mir doch *gerade* in der Biologie eindeutig erfüllt, speziell im Bereich Genetik. Daß sich da viele kleine (eingermaßen) unabhängige Teile zu einem großen ganzen aufaddieren, ist doch mehr oder weniger offensichtlich.

  8. @ Christian

    Deine Darstellung ist Stand der (Natur-)Wissenschaft von den Geschlechtern und das Anheben von Pöbeleien in feministischen Foren bei biologischer Argumentation leider üblich.

    Oder Zensur (selbst erlebt bei den Übermädchen, ohne Pöbelei, weder von meiner noch von der Gegenseite, einfach ohne Vorankündigung gesperrt, bums, aus, Ende der Diskussion).

    Der dominierende Gleichheitsfeminismus erträgt biologische Ursachen als Erklärung psychischer Geschlechtsunterschiede nicht, da diese seine Allmachtsphantasien hinsichtlich der erträumten Schaffung des neuen Menschen, der neuen Frau, des neuen Mannes, der radikalen Umformung der Gesellschaft, einschränken.

    Auf die will er aber nicht verzichten, denn das verheißene Utopia stiftet Sinn in diesen Leben.

    Darum MUSS alles soziokulturell konstruiert sein, denn nur dann besteht Hoffnung auf totale (Um-)Formbarkeit im Sinne der IdeologInnen.

    Sie KÖNNEN biologische Ursachen für psychische und damit Verhaltensunterschiede nicht anerkennen, da dies die Grundlagen ihres religiösen Glaubens, ihrer sinnstiftenden Ideologie, zersprengte.

    Da es aber gegen die empirisch sauber ermittelten Ergebnisse einer empirisch arbeitenden Psychologie wie etwa der Intelligenz-/Kognitionswissenschaften oder der Neurophysiologie/Neurologie/Medizin wenig Sachargumente gibt, bleibt wegbeißendes Niederpöbeln das Mittel der Wahl, die kognitiven Dissonanzen zu vermeiden und den Glauben zu bewahren.

    Du wartest ja auf einen Biologismus-Essay von Antje Schrupp.
    Die ist zwar Differenzfeministin, sollte also mit biologischen Unterschieden kein Problem haben, allerdings nur mit solchen, die Frauen „begünstigen“.

    Von daher bin auch ich gespannt, wie sie die Tatsache bewältigt, dass auf einem Gebiet Frauen, auf anderen Männer (IM SCHNITT!) Vorteile haben.

    @ Sonny Burnett

    Ich nenne die Leugner jegleichen biologischen Einflusses auf die Art und Weise der gelebten Geschlechtlichkeit Soziokulturalisten.

    Sozialisten trifft es nicht ganz, weil es auch nichtsozialistische Soziokulturalisten gibt.

  9. @Roslin
    „Du wartest ja auf einen Biologismus-Essay von Antje Schrupp.“

    Sie hatte ja in einer Diskussion vor kurzem mitgeteilt, dass sie mal einen schreiben wollte. Ich rechne aber nicht wirklich damit. Zu dünnes Eis.

    „Die ist zwar Differenzfeministin, sollte also mit biologischen Unterschieden kein Problem haben, allerdings nur mit solchen, die Frauen “begünstigen”.“

    Differenzfeminismus ist gedanklich auch interessant. Sie erkennen Unterschiede ja eher auf eine merkwürdige Art an: Frauen machen zwar Sachen anders als Männer, aber der weibliche Weg ist dabei immer zumindest genau so gut wie der männliche, eben nur anders. Wenn Frauen sich gegenwärtig nicht entfalten können, dann deswegen weil die Gesellschaft männlich dominiert ist und sie ihren weiblichen Weg nicht gehen können.
    Für die Doktrin, dass immer ein gleich effektiver weiblicher Weg vorhanden ist, habe ich allerdings bisher noch kein schlüssiges Argument gehört.

    Erstaunlich finde ich auch, dass diese Unterschiede in ihrem Blog in der Diskussion mit anderen Feministinnen selten deutlich zur Sprache kommen. Schließlich sollte ihre Auffassung nach Meinung einer Gleichheitsfeministin ja auch falsch sein.

  10. @Christian:
    „Es wird häufig eben nur ein Wunsch, ein Begehren, geweckt, dem die Leute dann evtl. nachgehen.“

    Richtig, wobei das Begehren eben jeweils unterschiedlich stark (gaußverteilt) vorhanden ist.

    Ich denke, das Problem bei der ganzen Diskussion ist, daß wenn man eine derartige Feststellung äußert, die zunächst nur eine rein deskriptive Beobachtung ist, gleich unterstellt wird, man wolle daraus eine präskriptive Doktrin ableiten („Frauengehirne sind weniger geeignet als Männergehirne für Physik, daher sollten nur Männer Physiker werden“).

    Das könnte aber falscher nicht sein, da man dabei eben außer acht läßt, daß es sich hier um *Verteilungen* handelt, die eben nicht ausschließen, daß eine bestimmte einzelne Frau besser geeignet ist zum Physiker/Vorstandsvorsitzenden/… als ein bestimmter einzelner Mann.

    Im Idealfall einer diskriminierungsfreien Gesellschaft würde jeder in seinen individuellen Fähigkeiten und Vorlieben gefördert und nur aufgrund seiner individuellen Eigenschaften beurteilt, und zwar unabhängig vom Geschlecht (und sonstigen äußerlichen Charakteristika). Der Punkt ist eben nur, daß selbst in einer solchen Idealgesellschaft keine 50/50-Verteilung zu erwarten ist, sondern eine, in der sich besagte biologische Disposition wiederspiegelt.

  11. @ Christian

    „Die Verteilung bestimmter Fähigkeiten ist bei Mann und Frau verschieden, es handelt sich um zwei Normalverteilungen mit unterschiedlichen Mittelwert, deren Träger überlappen”

    Es ist nicht die Merkmalsverteilung selbst verschieden, sondern die Merkmalsausprägung.

    Fast alle Frauen sind wettkampffähig, wie fast alle Männer auch.
    Das Merkmal „Wettkampffähigkeit“ ist also bei Männern und Frauen gleichermaßen vorhanden.

    ABER:

    Die Intensität des Merkmals ist unterschiedlich verteilt.

    Die Zahl derer, die große Freude am Konkurrieren hat, ist unter Männern größer als unter Frauen, empirisch feststellbar, und es gibt gute Gründe anzunehmen, dass das biologische Mitursachen hat, wegen der unterschiedlichen Selektionsbedingungen, denen Männer/Frauen unterlagen, dass die unterschiedliche Sozialisation von Jungen/Mädchen nur deshalb erfolgreich unterschiedlich sein kann, weil sie diese unterschiedlichen Dispositionen nutzt, auf ihnen aufsattelt und so den Unterschied noch verstärkt.

    Das aber ergibt sich unwillkürlich aus unseren eigenen Instinktidispositionen, die beim Interagieren mit Jungen/Mädchen „einrasten“, ob wir das wollen oder nicht.

    Selbst der kontrollierteste, bewussteste Mensch schafft es nicht, auf die unterschiedlichen Verhaltensangebote von Mädchen/Jungen „neutral“ zu reagieren.

    Er wird (im Schnitt) immer auf eine eher „männliche“ oder „weibliche“ Weise darauf reagieren.

    Mit den Anführungszeichen will ich klar machen, dass es ja durchaus Männer gibt, die „weiblich“ disponiert sind und Frauen, die „männlich“ disponiert sind und das prägt auch ihren Umgang mit Jungen/Mädchen.

    Aber die Mehrheit der Männer ist nun mal „männlich“ disponiert und die der Frauen „weiblich“.
    Die Hoffnung, das ließe sich durch soziokulturellen Einfluss nivellieren, ist wahnhaft und führt zu immer unmenschlicheren Anstrengungen, wenn man es wirklich ernst meint damit.

    Die dann trotzdem scheitern.

  12. @ Sonny Burnett

    „Der Punkt ist eben nur, daß selbst in einer solchen Idealgesellschaft keine 50/50-Verteilung zu erwarten ist, sondern eine, in der sich besagte biologische Disposition wiederspiegelt.“

    Gerade in einer absolut freien Gesellschaft gäbe es keine Gleichverteilungen, weil auch noch die feinsten individuellen und Gruppenunterschiede sich ausdrücken könnten.

    Die Gleichstellung des Ungleichartigen, des von Natur aus Ungleichartigen gelingt nur im Prokrustesbett.

    Wenn ich will, dass alle Menschen gleich groß sind, muss ich eben den Großen die Beine abhacken, die Kleinen strecken.

    Weil Männer im Schnitt größer sind als Frauen, werden ihnen eben immer häufiger die Beine abgehackt, d. h. sie werden behindert/diskriminiert und Frauen werden quotengestreckt.

    So können große Männer mit langen Beinen und kleine Frauen mit kurzen Beinen die 100 m gleich schnell laufen.

    Wunderbar, diese gerechte Gleichheit!

    Daneben bin auch ich davon überzeugt, dass neben der Furcht um die Allmachtsphantasie die Angst, der „Biologist“ wolle aus einem (Gruppen-)Sein ein (individuelles) Sollen ableiten, die heftigen Abwehrreaktionen gegen „Biologismus“ treibt.

  13. @Roslin

    Also eher:
    “Die Ausprägung bestimmter Fähigkeiten ist bei Mann und Frau verschieden, es handelt sich um zwei Normalverteilungen mit unterschiedlichen Mittelwert, deren Träger überlappen”

    Ansonsten sehe ich es so wie du. Gegen die Natur ankämpfen wird nicht klappen.

    Wobei ich das folgende Gedankenexperiment interessant finde:
    Frauen stehen auf Status und Männer wollen Status haben. Jetzt müsste man eine Gesellschaft errichten, in der Kinderbetreuung Status verleiht. Das würde zwar zu Weltmeisterschaften im Kinderbetreuen führen und einigen aus heutiger Sicht sehr ungewöhnlichen Disziplinen („100 Babies wickeln auf Zeit, schreien gibt Punktabzug“), könnte aber evtl. eine Änderung der Tätigkeiten bewirken. Ob man es allerdings schafft einen diesbezüglichen erheblichen Status aufzubauen?

    „Daneben bin auch ich davon überzeugt, dass neben der Furcht um die Allmachtsphantasie die Angst, der “Biologist” wolle aus einem (Gruppen-)Sein ein (individuelles) Sollen ableiten, die heftigen Abwehrreaktionen gegen “Biologismus” treibt.“

    Ja, das man dabei nur über den Schnitt redet kann man betonen so oft man will. Vielleicht sollte ich da noch mal einen eigenen Beitrag zu machen, auf den man dann verweisen kann.

  14. @Sonny
    „Der Punkt ist eben nur, daß selbst in einer solchen Idealgesellschaft keine 50/50-Verteilung zu erwarten ist, sondern eine, in der sich besagte biologische Disposition wiederspiegelt.“

    Deswegen sind ja auch Lohnunterschiede und Verteilung der Führungspositionen nicht zwangsläufig Diskriminierung.
    Es wäre wirklich schön, wenn verschiedene Lebensentwürfe und Wünsche der Menschen im Feminismus mehr respektiert werden würden.

  15. @ Christian

    „. Jetzt müsste man eine Gesellschaft errichten, in der Kinderbetreuung Status verleiht. “

    Interessanter Gedanke, würde sich die Zahl der Männer in der Kinderbetreuung massiv erhöhen.

    Aber wohl die Verhältnisse trotzdem nicht zum Kippen bringen.

    Denn die statusgewinnenden Männer müssten dann ja gegen „oxytocinsüchtige“ Frauen konkurrieren, die auf diesen Belohnungsrush auch nicht verzichten wollen.

    Warum also sollte man das tun?

    Sinnvoller ware es, die Menschen einfach gleichzuberechtigen und es ihnen zu überlassen, wie sie nach Fähigkeit und Neigung die Aufgaben in ihrer Partnerschaft verteilen.

    Dann müsste man nur bereit sein, die sich daraus ergebenden Ungleichverteilungen zu akzeptieren und nicht nach einer arithmetischen Gleichverteilung zu streben, die dann wieder nur via Prokrustesbett erreichbar wäre.

    Gleichberechtigung und Freiheit der Individuen und akzeptieren, was dann dabei herauskommt.

    Mehr braucht es doch nicht.

    Aber genau das wollen diese IdelogInnen nicht.
    Der Mensch ist bei ihnen nur solange frei, solange er sich so verhält, wie sie es gerne sehen.

  16. @Alexander

    Für praktikabel und gewünscht halte ich es auch nicht. Aber das Gedankenexperiment finde ich interessant.

    Ich hatte dabei insbesondere vor Augen, wie ein „echter“ Differenzfeminismus aussehen müsste, wenn man also die Differenzen voll akzeptieren würde, aber dennoch Änderungen erreichen wollte.
    Da ist der Statusbegriff, der ja in der Tat einer gewissen sozialen Wertung unterliegt, noch das beste Mittel.

  17. Wieso bezweifelst Du das Wochenende im frauenlosen Suff?

    Dies ergibt sich unzweifelhaft aus Deiner Argumentation, die patriarchalen Rollenbildern verhaftet ist!

    Bitte etwas mehr Genderbewußtsein!

    Was ist denn der Gurkenkaiser für ein Typ?

    Warum ist der so drauf?

  18. @Mutter Theresa

    Der Gurkenkaiser selbst war für die Verhältnisse des Blogs ja immerhin noch recht sachlich.

    Warum er so drauf ist musst du ihn allerdings selbst fragen.

  19. […] Löhnen, dass Frauen massiv benachteiligt werden? Und wer das nicht sofort bejaht, wird sogleich beschimpft, er hätte ja keine Ahnung und solle die Klappe […]

  20. Die vorstellung, dass
    > Frauen ein Gehirn haben, dass gut in zwischenmenschlichen Bereichen ist und Männer ein Gehirn haben, dass gut in sachlichen Bereichen ist,

    Geht an der Realität der Geschlechtsunterschiede vorbei. Das systemische Gehirn ist gut in Prozeduralen Denkprozessen, das emphatische in Zusammenhängen.

    Zu den Zusammenhängen gehören dann auch emotionale Reaktionen, die in rein prozeduralen Prozessen gar keinen Platz haben.

    In der Programmierung sehe ich den Unterschied oft Massiv.

    Die „Systemischen“ können besonders gut:
    Mathematische Problemstellungen wie Sudoku Rätsel lösen oder Wegberechnung, Systemnahe Dinge wie Treiberprogrammierung, 3 D Grafikengines und ähnliches

    Die „empathischen“ können besonders gut mit komplexen Datenbanken, Objektorientierung, Baumstrukturen (hier wird ist der Unterschied sogar von der Anwenderseite her ziemlich deutlich) und ähnlichem.

    Das derzeitige, typische Anforderungsprofil in der Informatik ist auf das E-Gehirn ausgerichtet, als die objektorientierte Programmierung sich durchsetzte, bekammen viele S-Gehirn Besitzer ziemliche Probleme mit den Konzepten.

    Ach ja. Trotzdem ist Informatik natürlich ein Technischer Beruf.

  21. @Bad hair day

    [Sachliches Gehirn und zwischenmenschliches Gehirn]

    Ich meinte auch nicht, dass Frauen nicht sachlich sein können. Ich meinte vielmehr, dass Männer (wie immer nur über den Schnitt betrachtet) mir eine andere Faszination für Sachen, technische Vorgänge und den Grund des Funktionierens haben, während Frauen sich gerade für Bereich interessieren, die mit Menschen und deren Beziehung miteinander zu tun haben.

    Deswegen spielen Mädchen lieber mit Puppen und Männer lieber mit Autos. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass ein Junge, der mit Soldaten spielt, die sich bekämpfen, ja auch Beziehugen zwischen den Personen darstellt. Der Unterschied ist aber, dass diese mehr auf einer Sachebene liegen als bei den Puppen. Es geht eben bei Puppen nicht darum, wer zuerst die Teetasse ausgetrunken hat oder wer in einem Kampf gewinnt.

    Sich technisch damit auseinanderzusetzen, wie der Anwender die Sache nutzen kann ist meiner Meinung nach auch nicht unbedingt eine Beziehungsebene, auch wenn es eine gewisse Empathie erfordert.

    Ich finde da interessanter, dass Frauen, die gut in Chemie sind, eher Pharmazie studieren, weil sie da in einem Bereich zu arbeiten meinen, in dem es um kranke Menschen geht und damit in gewisser Weise um Gefühle. Sie können sich (im Schnitt) eher vorstellen in einer Apotheke zu stehen und mit Kunden zu reden als in einem reinen Labor anorganische Chemie zu betreiben.

    • Das ist eben genau das falsche Konzept, auf das ich Aufmerksam machen wollte.

      Aber wenn du nochmal darauf eingehen willst:
      > mir eine andere Faszination für Sachen, technische Vorgänge und den Grund des Funktionierens haben

      Die Systemiker suchen nach einem einfachen Funktionsprinzip. Viele, vor allem mechanische Dinge, bieten das.

      Geht es aber um Dinge, die sich komplex erweisen, werden die selben Leute oft agressiv.

      Darin liegt übrigens auch genau der Grund, warum gemischte Teams am besten sind.

  22. @BHD
    Die Frage ist eben, ob ein Interesse für Sachen bzw. Beziehungen das gleiche ist wie die Unterscheidung zwischen Systemiker und Empathiker. Meinst du denn, dass sich für die Letztgenannten Unterschiede nach dem Geschlecht ergeben? Wie passen da Autos und Puppen rein (insbesondere Autos zu Systemikern)? Vielleicht muss man das sachliche und das systemische verbinden.

  23. […] Frau finden sich ebenso wie beim restlichen Körper erhebliche Unterschiede die zu einer anderen Ausprägung von Eigenschaften führen.  Hier ein erster kleiner Überblick, der sich sicherlich noch erweitern […]

  24. […] Kurzum, Frauen mit einem kürzeren Zeigefinger sind auf der Normalverteilung eher in der Nähe des männlichen Bereiches angeordnet. […]

  25. […] biologische und medizinische Forschung geht davon aus, dass sowohl das typische Geschlechterverhalten als auch die Frage, von welchem Geschlecht man sich eher angezogen fühlt, in seinen Grundlagen […]

  26. […] Ausprägung mathematischer Fertigkeiten ist bei Mann und Frau verschieden, es handelt sich um zwei Normalverteilungen mit unterschiedlichen Mittelwert, deren Träger überlappen. Ich hatte auch in diesem Beitrag […]

  27. […] auch hier um eine Betrachtung über den Schnitt und es ist anzunehmen, dass die Fähigkeiten eine Normalverteilung innerhalb der Geschlechter bilden, dabei aber die Geschlechter einen verschobenen Mittelwert […]

  28. […] aussehen müsste sich bei einer Begründung über die Sozialisation eigentlich eine klassische Normalverteilung ergeben, was hier allerdings nicht der Fall […]

  29. […] Das das Geschlecht nicht sozial konstruiert wird, sondern zu einem großen Teil aus der Biologie folgt ist eines der Hauptthemen dieses Blogs und die Argumente reichen von unterschiedlichen Gehirnstrukturen über unterschiedliche Hormonspiegel bis hin zu der Wirkung pränataler Hormone. […]

  30. […] These, dass Frauen besser darin sind, sachliche Zusammenhänge zu erkennen, (zur These auch schon hier) vor (und hackt etwas auf mir […]

  31. […] Antje Schrupp verkennt hier meiner Meinung nach, dass man Aussagen über Männer und Frauen im Schnitt treffen kann, ohne dass sie einen direkt entsprechen müssen. Weil Mann und Frau eben nicht bereits durch ihren Phänotyp bestimmt sind und lediglich die Ausprägung bestimmter Fähigkeiten bei Mann und Frau verschieden ist, es handelt sich um zwei Normalverteilungen mit unterschiedlichen Mittelwert, deren Träger überlappen. […]

  32. […] und Frauen sind auch nach biologischen Theorien nicht alle gleich, vielmehr bilden ihre Fähigkeiten und Eigenschaften sch überschneidende Normalverteilungen mit verschiedenen Mittel…. Es gibt demnach „Männliche Frauen“ und „weibliche […]

  33. […] alle Männer und Frauen eine bestimmte Essenz des männlichen oder weiblichen haben, sondern, dass bestimmte Eigenschaften innerhalb der Gruppe Männer bzw. Frauen stärker ausgestaltet sind, dass aber diese Eigenschaften nicht essentiell sind, sondern jeweils für sich Normalverteilungen […]

  34. […] Diese Unterschiede sind aber, wie man auch gerade an diesen Fällen sieht, nicht absolut auf den Phänotyp ausgerichtet und immer gleich. Die Fertigkeiten sind bei den Geschlechtern verschieden ausgeprägt, es handelt sich häufig um Normalverteilungen mit sich überlappenden Mittelwert. […]

  35. […] nicht nach gut und schlecht unterteilt, sondern einfach davon ausgeht, dass Männer und Frauen verschiedenen Eigenschaften haben, ohne das damit ein Werturteil verbunden ist. Teilen Sie dies […]

  36. […] weist zum einen Männern besondere Fähigkeiten als Gruppe zu (also Essentialismus), in der sie nur im Schnitt besser sind (das räumliche Denken). Tatsächlich werden viele Männer in diese Parkplätze besser […]

  37. […] Gehirngeschlecht und Normalverteilung […]


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