Pubertäre Jungen und Versautes gegenüber den Mädchen

Bei Frau Freitag, einer Lehrerin beschweren sich die Mädchen in dem Artikel „Fass mein Piiieeeppp an„, dass die Jungs unanständige Sachen sagen. Frau Freitag analysiert den Grund:

Das pubertäre Verhalten der Jungs scheint den Mädchen wirklich gegen den Strich zu gehen und ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Empörung der Mädchen sie zu immer ekligeren Fragen anstachelt. Die Wirkung ihrer perversen Sprache verfehlt ja ihre Wirkung nicht: Mädchen schocken, damit die Mädchen sie beachten.

Genau das ist es meiner Meinung nach. Die Jungs versuchen hier zu provozieren um Aufmerksamkeit zu erhalten. Am Besten ist dies meiner Meinung nach mit einer Übertragung der Grundsätze des Erlernens der intrasexuellen Konkurrenz, nämlich ein provozieren und sticheln, um Grenzen auszutesten und einen spielerischen Wettkampf auszulösen. Also eine klassische Übertragung der unter Jungen geltenden Spielregeln auf die Mädchenwelt – die hierfür allerdings weniger offen ist.

Einige kommen aus dieser Übertragung nicht heraus und erkennen nicht, dass unter Mädchen etwas subtilere Regeln gelten, auch wenn ein direkter Ansatz, richtig vorgetragen, durchaus erfolgreich sein kann.

Natürlich dient das Verhalten auch dem Statusgewinn innerhalb der Männergruppe. Dadurch, dass man sich traut so etwas zu einem Mädchen zu sagen, macht man deutlich, dass man keine Angst vor ihnen hat und kann so ansehen in der Gruppe gewinnen.

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Sind romantische Beziehungen bzw. langfristige Liebesbeziehungen eine vergleichsweise moderne Erfindung?

Immer wieder taucht das Argument auf, dass romantische Liebe eine reine Erfindung der Neuzeit ist und es vorher nur Zweckheiraten gab. Das ist meiner Meinung nach so nicht richtig.

Der Wikipediaeintrag zur Liebesbeziehung schreibt dazu das Folgende:

Die „Liebesheirat“ ist eine Idee, die unter dem Einfluss der Romantik um 1800 zum Ideal des Bürgertums wurde. Vorher war die stetige Paarbeziehung, die in aller Regel als Ehe geführt wurde, in allen Schichten eine Zweckgemeinschaft (Vernunftehe). Die Aufgaben zwischen Mann und Frau im Hauswesen und im Berufsleben waren zwar aufgeteilt, allerdings arbeiteten beide häufig im Sinn einer Produktionsgemeinschaft zusammen. Das änderte sich nach 1750 zunehmend.

Liebesbeziehungen gab es zu jeder Zeit in der Geschichte, allerdings oft außerhalb der Institution Ehe. Zumindest den Männern wurde in fast allen Kulturen das Recht zugestanden, ein außereheliches oder auch voreheliches Verhältnis mit einer oder auch mehreren Geliebten zu haben. In der Antike spielten die Hetären eine wichtige Rolle, die nicht mit Prostituierten gleichzusetzen sind. Auch Liebesbeziehungen unter Männern wurden im antiken Griechenland akzeptiert.

Im Mittelalter wurden sexuelle Bedürfnisse oft freizügig ausgelebt, wie zahlreiche bildliche Darstellungen offen zeigen. Nicht in jedem Fall handelte es sich dabei um regelrechte Liebesbeziehungen. Die Kirche vertrat dagegen die Lehre, dass geschlechtliche Beziehungen allein der Fortpflanzung dienen sollen, und erklärte 1215 im Vierten Laterankonzil die Ehe zum Sakrament.

(…)

Zur Zeit der Aufklärung entwickelte sich, einigen entgegengesetzten Ansätzen zum Trotz, eine Festlegung der Rollen von Mann und Frau. Dabei kam dem Mann an erster Stelle die Rolle des Berufsmenschen und der Frau die der fürsorgenden Hausfrau und Mutter zu. Diese Polarisierung der Geschlechtscharaktere verfestigte sich im 19. Jahrhundert in der Phase des Biedermeier. Die Bedeutung der Kleinfamilie wuchs.

Im Zuge der Romantik verbreitet sich das Konzept einer „Ehe, die im Himmel geschlossen wird“, einer Liebesehe, die über das Willkürliche hinausgeht.

Es mag sein, dass die Verbindung der Liebe als Voraussetzung für eine Ehe nach christlichen Muster noch nicht so alt ist, aber Liebe gab es meiner Meinung nach schon früher, wie es der Artikel ja letztendlich auch darstellt. Wäre die Liebe eine neue Erfindung, dann hätten wir nicht die Chemie uns zu verlieben.

Ich denke, dass Menschen schon weit vor unserer Zeitschreibung Liebe und den Wunsch nach festen Beziehungen hatten und auch, dass der Wunsch nach einer lebenslangen Beziehung bereits entstanden war. Diese mag in einer anderen Form als der heutigen Ehe ausgestaltet gewesen sein, aber das sind nur Ausgestaltungen, die nichts daran ändern, dass es das Konzept bereits früher gab.

Romantisch ausgedrückt: Liebe gab es schon immer.

Weniger romantisch: Liebe ist eine biochemische Reaktion, die dazu dient, eine langfristige Paarbindung zu ermöglichen. Das Gehirn ist insoweit kein unbeschriebenes Blatt, sondern durch Evolution entstanden. Es mag zu bestimmten Zeiten viele arrangierte Beziehungen gegeben haben, aber es gab auch genauso viele Ausreißer und Liebesheiraten. Und natürlich kann auch in arrangierten Beziehungen eine romantische Liebe entstehen.

Das die Menschen, also Männer und Frauen ein Wahlrecht hatten, sieht man an den Spuren sexueller Selektion. Bei den Frauen an Brüsten, Kindchenschema im Gesicht, bei Männern an Gesichtspartien wie dem deutlichen Kinn und – wenn man Geoffrey Miller folgt – überhaupt an dem Gehirn der Menschen, dass nach seiner Auffassung ebenfalls seine hohe Leistung aufgrund sexueller Selektion entwickelt hat.

 

Biologische Unterschiede zwischen Zwillingen

Interessanterweise sind auch eineiige Zwillinge nicht vollkommen gleich.

Hier ein paar Punkte, die sie unterscheiden:

Aus einem Slateartikel:

That identical twins do not, in fact, have identical DNA has been known for some time. The most well-studied difference between monozygotic twins derives from a genetic phenomenon known as copy number variations. Certain, lengthy strands of nucleotides appear more than once in the genome, and the frequency of these repetitions can vary from one twin to another. By some estimates, copy number variations compose nearly 30 percent of a person’s genetic code.

These repeats matter. More than 40 percent of the known copy number variations involve genes that affect human development, and there are strong indications they explain observed differences between monozygotic twins. For example, it’s often the case that one identical twin will end up victimized by a genetically based disease like Parkinson’s while the other does not. This is probably the result of variations in the number of copies of a certain piece of DNA. Copy number variations are also thought to play a role in autism spectrum disorder, schizophrenia, and ADHD, all of which can appear in only one member of a monozygotic twin pair (PDF). If copy number variations can affect discrete and diagnosable disorders, then why shouldn’t they influence far more complex behaviors like your inclination to head to the polls on a Tuesday night in November?

That’s just the beginning of the genetic differences between monozygotic twins. As a result of mutations during development, about one in 10 human brain cells has more or less than the typical two copies of a chromosome. Identical twins also have different mitochondrial DNA, the genetic information stored in the cellar organelle responsible for processing glucose. Research suggests that mitochondrial DNA affects brain size among a host of other neurological traits.

Oder bei Steven Pinker, The Blank Slate:

Life is a pinball game in which we bounce and graze through a gantlet of chutes and bumpers. Perhaps our history of collisions and near misses explains what made us what we are. One twin was once beaten up by a bully, the other was home sick that day. One inhaled a virus, the other didn’t. One twin got the top bunk bed, the other got the bottom bunk bed. We still don’t know whether these unique experiences leave their fingerprints on our intellects and personalities. But an even earlier pinball game certainly could do so, the one that wires up our brain in the womb and early childhood. As I have mentioned, the human genome cannot possibly specify every last connection among neurons. But the “environment,” in the sense of information encoded by the sense organs, isn’t the only other option. Chance is another. One twin lies one way in the womb and stakes out her share of the placenta, the other has to squeeze around her. A cosmic ray mutates a stretch of DNA, a neurotransmitter zigs instead of zags, the growth cone of an axon goes left instead of right, and one identical twin’s brain might gel into a slightly different configuration from the other’s.67 We know this happens in the development of other organisms. Even genetically homogeneous strains of flies, mice, and worms, raised in monotonously controlled laboratories, can differ from one another. A fruit fly may have more or fewer bristles under one wing than its bottlemates. One mouse may have three times as many oocytes (cells destined to become eggs) as her genetically identical sister reared in the same lab. One roundworm may live three times as long as its virtual clone in the next dish.

Zu der Versorgung über die Nabelschnur und mögliche Auswirkungen  auch noch eine andere Studie:

The second to fourth finger digit ratio (2D:4D ratio) is a sex-dimorphic characteristic in humans that may reflect relative levels of first trimester prenatal sex hormones. Low interdigital ratio has been associated with high levels of androgens. It has been reported in unrelated women that low 2D:4D ratio is associated with lesbian sexual orientation, but because of the nature of those samples, it was not possible to conclude whether lower ratio (and hypothetically, higher androgen levels) in lesbians are due to differences in genetics as opposed to differences in environment. To test the hypothesis that low 2D:4D in lesbians is due to differences in environment, interdigital ratio data were analyzed in a sample of female monozygotic (MZ) twins discordant for sexual orientation (1 twin was lesbian, the other was heterosexual; n = 7 pairs). A control group of female MZ twins concordant for sexual orientation (both twins were lesbian) was used as a comparison (n = 5 pairs). In the twins discordant for sexual orientation, the lesbian twins had significantly lower 2D:4D ratios on both the right and left hands than their heterosexual cotwins. There were no significant differences for either hand in the twins concordant for sexual orientation. Because MZ twins share virtually the same genes, differences in 2D:4D ratio suggest that low 2D:4D ratio is a result of differences in prenatal environment.

Quelle: Finger-Length Ratios in Female Monozygotic Twins Discordant for Sexual Orientation

Das ist natürlich eine sehr kleine Studie, ich sehe sie insofern eher als ersten Ansatz, der aber zeigt, dass der Anteil der biologischen Faktoren bei der sexuellen Identität auch über die in anderen Studien ermittelten ca. 50% hinausgehen kann.

Welche evolutionäre Auswirkung hat die hauptsächliche Betreuung eines Säuglings durch ein Geschlecht?

Ein Kommentar von Syzygy hat mich über Folgendes nachdenken lassen:

 Wenn Frauen während der Entwicklungsgeschichte die Kindererziehung hauptsächlich übernommen haben (wofür neben dem Umstand, dass wir Säugetiere sind auch alle Befunde aus ethnologischen Untersuchungen sprechen), dann werden alle Selektionen begünstigt, die für jemanden, der einen Säugling/ein Kleinkind versorgt vorteilhaft sind.

Dies sind insbesondere all solche Selektionen, die berücksichtigen, dass Säuglinge und Kleinkinder empfindlicher sind, langsamer sind, schwächer sind, verletzlicher sind etc.

Dies könnten beispielsweise sein:

  •  bessere Erkennbarkeit von verdorbenen/reifen Nahrungsmitteln über einen besseren Geschmackssinn (beim Vorkosten) oder bessere optische Mustererkennung
  • geringere Toleranz gegen Verschmutzungen, die Nährboden für Keime und Parasiten sind
  • geringere Risikotoleranz, die auch die Reaktionen des Kindes mit einplant
  • Angst vor Gefahren, die gerade Kinder in diesem Alter betreffen, etwa giftige Tiere, deren Biss einen Säugling gefährden kann (in Afrika insbesondere Schlangen und Spinnen)
  • Meidung von Krankheitsübertragern, zB Ratten
  • Vermeidung körperlicher Auseinandersetzungen
  • Bessere Erkennung eines Gemütszustandes zur früheren Erkennung von Krankheiten und Bedürfnissen (=höhere Empathie)

Klingt wie eine Ansammlung weiblicher Klischees? Vielleicht aus gutem Grund.

Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass keine Selektion stattfindet, wenn ein Geschlecht eine Arbeit häufiger übernimmt als das andere Geschlecht. Welche hier stattgefunden hat wäre interessant.

Was meint ihr?

Fortpflanzung, Sexualtrieb und Evolution

Evolutionäre Betrachtungen bringen es mit sich, dass man über Fortpflanzungen reden muss. Weil Fortpflanzung der Weg ist, der einzige Weg ist, über den Evolution wirken kann. Nur wenn sich der Bauplan dauerhaft verändert kommt es zu einer Evolution.

Die Fortpflanzung ist damit innerhalb einer evolutionären Betrachtung das Maß aller Dinge.

 Das bedeutet allerdings mehrere Sachen nicht:

 1. Das Individuum muss keinen Willen zur Fortpflanzung haben

Die Evolution ist nicht darauf ausgelegt, dass bestimmte Faktoren, nach denen sie arbeitet, verstanden werden. Es reicht vielmehr, wenn die Faktoren zum tragen kommen. Die Evolution muss also kein Verständnis für die Mechanismen der Fortpflanzung vorsehen oder gar einen Wunsch nach Fortpflanzung erzeugen. Es reicht vollständig, dass ein Wunsch für eine Handlung aufgebaut wird, der üblicherweise eine Fortpflanzung zur Folge hat.

Ebenso wie es ausreicht, Nahrung mit vielen Nährstoffen lecker schmeckend zu finden und ein Völlgefühl im Magen angenehm, ein Leeregefühl hingegen unangenehm, um den Menschen dazu zu bringen, Nahrung aufzunehmen, reicht es auch, das Hineinstecken von gewissen Körperteilen in bestimmte Körperöffnungen lustvoll zu finden um Fortpflanzung abzusichern.

2. Sexualität muß nicht allein der Fortpflanzung dienen

Entscheidend innerhalb der Evolution ist die Weitergabe der Gene. Aber zur Weitergabe der Gene ist nicht nur Sex, sondern auch das Überleben bis zum Sex, nach dem Sex (zur Betreuung des Nachwuchs und zur ermöglichung weiteren Nachwuchses) erforderlich. Es geht also darum, Ressourcen für sich selbst und seinen Nachwuchs (und für Verwandten und Verbündete) zu sichern. Ebenso müßen Werbungskosten abgedeckt sein und Konkurrenten abgewehrt bzw. Bindungen gesichert werden. Der Mann muss sicherstellen, dass er tatsächlich der Vater ist, die Mutter, dass der Mann entweder gute Gene beisteuert oder versorgt (oder eben beides in einer Person). All dies können Zusatznutzen von Sex sein.

Bonobos beispielsweise nutzen Beiprodukte des Sexualtriebs, also insbesondere deren entspannende, beruhigende und verbindende Wirkung, um Gruppendynamiken zu regulieren. Sie erregen dabei Mitglieder der Gruppe , befriedigen sie, wobei es keineswegs zu einem die Fortpflanzung ermöglichenden Samenaustausch oder auch nur zu einem Orgasmus kommen muß. Menschen nutzen die Sexualität zur Bindung des Partners über dabei ausgeschüttete Bindungshormone und speziell Männer nutzen regelmäßigen Sex um eine Befruchtung durch Konkurrenten zu verhindern (über Killerspermien, verstopfende Spermien, Befruchtung, bevor der ander befruchten kann, also allgemeine Spermienkonkurrenz).

Dabei darf man aber nicht meinen, dass diese Vorgänge beliebig auf andere Arten übertragen werden können. Bonobos können sich mehr Sex leisten, weil ihre Art auf eine erhöhte Spermienkonkurrenz ausgelegt ist und ihr Sex weit weniger Paarbindungskomponenten hat und zudem sexuelle Eifersucht weniger entwickelt ist. Der gleiche Lebensstil bei Menschen würde nicht funktionieren.

Hinzukommt, dass Evolution langsam ist. Sie konnte auf Verhütung bisher nicht reagieren. In der heutigen Zeit mag daher Sex, der nicht zur Fortpflanzung führt, wesentlich einfacher sein. Aber das muss noch nicht zu einer Anpassung unserer Psyche geführt haben, so dass unser Bauplan uns noch immer die Ängste mitgibt, die ohne Verhütung Sinn gemacht haben.

Eine Evolution bezüglich der Verhütung nur dann stattfinden kann, wenn die Verhütung sich auf die Fortpflanzung auswirkt. Dieser Satz klingt zunächst erst einmal blödsinig, weil genau dies ja Sinn einer Verhütung ist. Aber gemeint ist, dass Evolution nur dann wirken kann, wenn durch die verhütung eine Veränderung bei der Art der sich fortpflanzenden Menschen eintritt. Die Menschheit könnte zB vergesslicher werden, weil Frauen, die die Pille vergessen, sich häufiger fortpflanzen. Aber sie kann nicht dazu führen, dass Frauen, die Sex nur aus purer Lust machen, zahlreicher werden, wenn diese nicht gerade deswegen mehr Kinder bekommen. Das wäre ein Lamarckismus, da es die Vererbung bestimmter erworbener Eigenschaften erfordern würde.

Alle Ereignisse, die sich nicht in einem Selektionsvorteil in Hinsicht auf mehr Nachkommen auswirken sind für die Evolution unbeachtlich. Frauen, die verhüten und deswegen gar keine Kinder bekommen, verändern nicht die Gene im Genpool, sondern ihre Gene sterben einfach aus. Es würden demnach die Gene derjenigen, die gar nicht verhüten und einfach Kinder bekommen angereichert werden, ebenso diejenigen, die zwar verhüten, aber dennoch Kinder zu einer ihnen gemäßen Zeit produzieren.

Die Pille, Partnerwahl und Beziehungen

Die Pille simuliert im Endeffekt eine Schwangerschaft und nutzt die dabei bestehenden Mechanismen zur Verhütung aus. Das hat interessante Auswirkungen auf die Partnerwahl:

Hormonal variation over the menstrual cycle alters women’s preferences for phenotypic indicators of men’s genetic or parental quality. Hormonal contraceptives suppress these shifts, inducing different mate preference patterns among users and non-users. This raises the possibility that women using oral contraception (OC) choose different partners than they would do otherwise but, to date, we know neither whether these laboratory-measured effects are sufficient to exert real-world consequences, nor what these consequences would be. Here, we test for differences in relationship quality and survival between women who were using or not using OC when they chose the partner who fathered their first child. Women who used OC scored lower on measures of sexual satisfaction and partner attraction, experienced increasing sexual dissatisfaction during the relationship, and were more likely to be the one to initiate an eventual separation if it occurred.However, the same women were more satisfied with their partner’s paternal provision, and thus had longer relationships and were less likely to separate. These effects are congruent with evolutionary predictions based on cyclical preference shifts. Our results demonstrate that widespread use of hormonal contraception may contribute to relationship outcome, with implications for human reproductive behaviour, family cohesion and quality of life.

Quelle: Relationship satisfaction and outcome in women who meet their partner while using oral contraception

Die Idee ist, dass die Pille die Partnerwahl beeinflusst.

  • mit Pille erfolgte eine Auswahl des Partners insbesondere nach den Kriterien, die für eine Schwangere interessant sind, also im wesentlichen der liebe Versorger, der auf eine Langzeitbeziehung aus ist.
  • ohne Pille hingegen spielte sexuelle Attraktivität eine größere Rolle
Demnach hatten Frauen, die beim Kennenlernen bereits die Pille nahmen längere Beziehungen, aber weil die Auswahl weniger auf sexuelle Attraktivität ausgerichtet war, war der Sex schlechter.

„Frauen, die ihren Partner während der Pilleneinnahme aussuchten, hatten im Schnitt zwei Jahre längere Beziehungen und trennten sich weniger schnell“, sagte Forschungsleiter Craig Roberts. Das könnte nach seinen Erkenntnissen damit zusammenhängen, dass Frauen, die die Pille einnehmen, sich ähnlich verhalten, wie ihre Geschlechtsgenossinnen ohne Empfängnisverhütung an unfruchtbaren Tagen.

In dieser Zeit finden Frauen eher Männer sexy, die fürsorglich und vertrauenswürdig sind.

Oder noch einmal hier:

Women on the pill when they met their partner were significantly less sexually satisfied, but reported higher levels of general satisfaction in the relationship, such as financial support and partner loyalty. They were also more likely to stay together.

During fertile cycle phases, women seek out traits such as masculine faces, which are associated with good genes but also infidelity. Because women on the pill don’t have such hormone shifts they may be more sensitive to traits which lead to longer relationships, says Roberts.

Also kurz gefasst: Ohne Pille werden Machos interessanter (maskuline Gesichter heißen ja auch nichts anderes als hoher Testosteronspiegel), mit Pille werden Betas interessanter, mit denen macht aber der Sex nicht so viel Spass, weil sie nicht so anziehend sind.
Allerdings sind die Studien zur Pillennutzung und Sex auch recht unterschiedlich:

COCPs may increase natural vaginal lubrication.[91] Other women experience reductions in libido while on the pill, or decreased lubrication.[91][92] Some researchers question a causal link between COCP use and decreased libido;[93] a 2007 study of 1700 women found COCP users experienced no change in sexual satisfaction.[94] A 2005 laboratory study of genital arousal tested fourteen women before and after they began taking COCPs. The study found that women experienced a significantly wider range of arousal responses after beginning pill use; decreases and increases in measures of arousal were equally common.[95]

A 2006 study of 124 pre-menopausal women measured sex hormone binding globulin (SHBG), including before and after discontinuation of the oral contraceptive Pill. Women continuing use of oral contraceptives had SHBG levels four times higher than those who never used it, and levels remained elevated even in the group that had discontinued its use.[96] Theoretically, an increase in SHBG may be a physiologic response to increased hormone levels, but may decrease the free levels of other hormones, such as androgens, because of the unspecificity of its sex hormone binding.

Alles im allen also eine sehr ungenaue Lage. Auch nach meiner Erfahrung müssen die meisten Frauen erst die für sie passende Pille finden.

Die Effekte zur Partnerwahl allerdings sprechen dagegen, dass unser Begehren rein gesellschaftlich konstruiert ist. Sie sprechen vielmehr für eine biologische Grundlage.

Fortschritt und Nahrungsmittelproduktion

In dem Buch „Guns, Germs and Steel“ von Jared Diamond (Wikipedia-Artikel zum Buch) stellt dieser eine These auf, was insbesondere dazu geführt haben soll, dass sich einige Völker schneller technisch entwickelt haben als andere Völker. Er geht dabei davon aus, dass die Völker an sich relativ gleich sind, aber bestimmte Umstände den technischen Fortschritt begünstigen.

Einer der dabei wichtigsten Umstände soll die Lebensmittelproduktion gewesen sein.

Kulturen, dennen es gelungen ist, einen Überschuß lagerbarer Nahrung zu erwirtschaften hätten den Vorteil gehabt, dass sie sich zum einen schneller vermehren konnten und zum anderen den Überschuß an Nahrung dazu benutzen konnten, bestimmte Personen von der Nahrungsmittelproduktion freizustellen und zu Spezialisten auszubilden. Diese konnten dann sowohl eine effektivere Verwaltungsstruktur bereitstellen als auch weitere Spezialisierungen vornehmen, da bestimmte Leute eben keine Nahrung produzieren und daher Vollzeit Wissen in einem anderen Gebiet anhäufen konnten.

Eine Spezialisierung war dabei auch der Berufssoldat, der das Erobern anderer Gebiete ermöglichte und damit eine Ausweitung des Kulturgebietes und die Schaffung größerer Reiche.

Zu bedenken sei dabei gewesen, dass Nahrungsmittelproduktion über Ackerbau und Viehzucht nicht zwangsläufig vorteilhaft gegenüber dem Leben als Jäger und Sammler gewesen sei. Die Anfänge des Ackerbaus hätte evtl. sogar mehr Arbeit pro Tag erfordert, so dass sich dies nicht unbedingt nach der Entdeckung entsprechender Prinzipien durchsetzen musste. Einige Gegenden hatten zudem günstigere Pflanzen und Tiere für die Nahrungsmittel und Ressourcenproduktion und damit einen Vorteil.

Eine weitere Folge dieser Spezialisierung und Vergrößerung und der Verlagerung der Nahrungsproduktion sei zudem auch die Ermöglichung größerer Siedlungen, was ebenfalls mehr Spezialisierung ermöglichte.

Verbunden mit der Viehzucht und dem engeren Lebensstil sei zudem die Anpassung an stärkere Krankheitskeime und der Aufbau entsprechender Immunitäten, die dann wieder dazu geführt haben, dass solche Nationen teilweise nur aufgrund der mit ihnen verbundenen Krankheiten militärische Vorteile hatten, etwa die Spanier bei den Inkas, Azteken etc. Andereseits wurde duch die Malaria auch Afrika für viele Europäer gesperrt.

Der Autor stellt dies anhand einiger Kulturen da. Er macht insbesondere die örtlichen Begebenheiten für die jeweiligen Gesellschaftsformen verantwortlich, nicht die Gene wie später die Gregory Cochran und Henry Harpending in “ The 10.000 Year Explosion„.

Ein Beispiel sei ein Inselvolk, dass auf einer sehr kargen Insel überleben muss, auf der keine Nahrungsmittelproduktion über das für den Einzelnen nötige möglich ist. Die Bewohner dieser Insel sind daher alle selbst Nahrungsmittelproduzenten, ihre Sozialordnung ist auf möglichst wenig Wettbewerb ausgerichtet, sie haben keine Spezialisten und sie entwickeln sich nicht und haben auch keine Kampferfahrung. Sie versuchen die Nachkommen einigermaßen gering zu halten, weil sie sie sonst nicht ernähren können. Weil jeder ein kleiner Nahrungsmittelproduzent ist, sind alle relativ gleich.

Als sie schließlich von einem Nachbarvolk von einer anderen Insel gefunden werden, die es erlaubt Nahrungsmittel zu produzieren, in Wettbewerb untereinander zu treten und Soldaten vorzuhalten werden sie kurzerhand ausgelöscht.

Mir erscheint dies im Grunde durchaus logisch, auch wenn ich nicht ausschließen will, dass auch biologische Unterschiede eine Rolle spielten bzw. langanhaltende andere Gesellschaftsformen zu unterschiedlichen Selektionen und damit auch biologischen Unterschieden führen.

Es wirft aber auch ein bezeichnendes Bild auf die Matriarchate nach Heide Göttner-Abendroth

Sie gibt bereits als Kritierum vor, dass echte Matriarchate Subsistenzwirtschaft betreiben, die Leute sich also selbst versorgen. Dies sind nach der obigen Theorie gerade solche Gesellschaften, die keine großen Nahrungsmittelüberschüße erwirtschaften können und daher auch keine Spezialisten vorhalten können. Es ist damit wenig verwunderlich, dass Matriarchate dieser Art keine großen Entdeckungen machen und in der wirtschaftlichen Leistung zurückbleiben. Dies ist einer Subsistenzwirtschaft fast eigen, da größere Fortschritte Spezialisten erfordern. Diese Gesellschaften müssen auf eine gewisse Friedfertigkeit ausgelegt sein, weil sie sich Soldate schlicht nicht leisten können und die Personen zudem keine Kriege führen können, weil sie ja ihre Nahrung erwirtschaften müssen. Diese Gesellschaftsformen sind daher prädestiniert für Friedfertigkeit, was aber nicht im Zusammenhang mit einer Anführerschaft durch Frauen stehen muss. Auch mit einer Anführerschaft über Männer und einer auf Männer ausgerichteten Gesellschaftsform wären sie ungeeignet für zu viele kämpferische Auseinandersetzungen.