Überfrachtung eines Kindes oder eigene Einschätzung des Kindes?

Bei „Manu bloggt“ berichtet eine feministische Mutter davon, wie sie mit ihrem Kind einen Spielzeugkatalog durchschaut:

…und ich bemerkte genervt, dass mal wieder bestimmte Spielsachen fast immer mit wie Jungs aussehenden Kindern, andere mit Mädchen abgebildet waren. Das glaubten mir die Kinder nicht und wollten es selbst überprüfen, blätterten dann den Katalog Seite für Seite durch – und fanden das ziemlich erstaunlich. Wir sprachen dann darüber, und irgendwann meinte der Große: „Das sollten die ändern. Aber das muss man denen erst mal sagen, sonst können die das ja nicht wissen. Deshalb schreib ich denen jetzt einen Beschwerdebrief. So!“

Der Beschwerdebrief ist dort als Bild abgedruckt und reichlich niedlich. Der Große ist 7 Jahre alt und gibt im Wesentlichen die Linie seiner Mutter wieder.

Irgendwie finde ich das falsch. Weil er instrumentalisiert wird. Er ist zu jung um einen solchen Brief zu schreiben, weil er die Vorgänge eh noch nicht überblicken kann. Er gibt wieder, was seine Mutter ihm vorgibt.

Es hinterlässt bei mir ein ähnliches Gefühl wie dieses Bild vom Passauer Slutwalk:

Oder dieses von einem amerikanischen Slutwalk:

Ich mag es einfach nicht, wenn man so tut als hätten die Kinder eine eigene Meinung obwohl sie damit nur die Meinung ihrer Eltern wiedergeben. Es ist mir zu instrumentalisierend.

Was meint ihr?

59 Gedanken zu “Überfrachtung eines Kindes oder eigene Einschätzung des Kindes?

  1. Kommt mir auch falsch vor.
    Das ist so ein Fortführen der Strategie von Werbemenschen („das Produkt mit großäugigen Kindern ablichten, dann kaufen die Leute das dank Kindchenschemas“) oder von Spendensammlern (die gerne Kinderleiden besonders betonen, wenn alle Menschen an einem Ort leiden).

    Bei den Demos kommt vielleicht dazu, dass keine anderweitige Betreuung grad möglich war, aber das Kind könnte wenigstens ohne Schild laufen..

    Aber auch bei nicht Gender-Angelegenheiten werden ständig Kinder instrumentalisiert. Wir hatten neulich eine Beschwerde wegen einer Veranstaltung, da hieß es nicht einfach : „ich, Frau so und so, bin genervt vom langen Lärm“, sondern „ich habe zwei kleine Kinder und das können Sie denen nicht antun“… (dabei haben kleine Kinder einen festeren Schlaf, wenn sie denn erstmal schlafen..)

  2. @anniefee
    „Kommt mir auch falsch vor.
    Das ist so ein Fortführen der Strategie von Werbemenschen … „

    Sehr fein beobachtet, finde ich. Mein Kompliment!

  3. In Deutschland wird jedes Kind spätestens durch die Schulpflicht instrumentalisiert, im Sinne von angepassten nicht selbstständig denkenden Bürgern, weil bspw. Querdenker unerwünscht sind – nur hirnlose Wiederkäuer werden geliebt. Dass sich nur die wenigsten Kinder unter solchen Bedingungen eine eigene Meinung bilden können, ist so klar wie Quellwasser.

    Erfolgreiche Tennisprofis wurden mit spätestens mit 6, 7 von ihren Eltern für deren Ansehen instrumentalisiert, im selben Alter wird es bei Turner_Innen, Ballett-Tänzer_Innen gemacht. Bspw. werden in Berlin drei Jährige von ihren Eltern auf eine Eliteschule geschickt bzw. gezwungen, damit sie die Manager von morgen werden sollen.

    Dass dein Beispiel NUR die Kinder von den bösen bösen Feministinnen betrifft, offenbart mal wieder deine tatsächlische „geliebte“ Absicht – „feminism bashing“

    • An dir hat das Patriarchat mit seiner bösen Schulpflicht ja offensichtlich versagt.

      Abgesehen davon ist die Schulpflich das geringste Übel. Schulen könnten zwar besser sein, aber so ist wenigstens sichergestellt das nicht jede kleine Sekte ihre Kinder bis zum geht nicht mehr indoktrinieren kann. Wie zum Beispiel in den USA. Es ist ja nicht so als würden Schulen als Prinzip das selbstständige denken verbieten. Es wird nur erwartet, dass man seine Meinung auch begründen kann.
      Das verhindert natürlich keine Arschloch Lehrer, aber hey, das sind auch nur Menschen.

      Vielleicht mal nicht einfach nur alles als Scheisse erklären, sondern auch alternativen Vorschlagen und erläutern warum die besser sein sollen.
      Homeschooling kann ja auch nicht die alternative sein. Dann bringen die bösen Maskulisten den armen Mädchen nacher noch bei, dass sie als unterwürfige Sklavinnen leben sollen und das das ihr Weg zum Glück ist. [/ironie]

      • An dir hat das Patriarchat mit seiner bösen Schulpflicht ja offensichtlich versagt

        Genau, ich bin nämlich ab 6 in Frankreich aufgewachsen, und da gibt es keine Schulpflicht sondern nur Bildungspflicht.

        Aber das ist nicht das Thema, sondern die feministische Instrumentalisierung von Kindern. Grad so, als ob Feministinnen die Mehrheit von den deutschen Frauen wären. Und das sie sind definitiv nicht.

        Dass es jede Menge nicht nur andere sondern auch bessere Beispiele für die kindliche Instrumentalisierung gibt, spielt für Maskulisten natürlich keine Rolle, nicht wahr? Über solches Einbahnstraßendenken kann frau nicht mal mehr lachen.

        • @lucia

          Was mich eher erschreckt ist die Kritiklosigkeit, mit der dieses Vorgehen als natuerliche Reaktion des Kindes und als Beleg dafuer, dass das Kind das tatsaechlich stoerrt dargestellt wird. Der tenor ist ja, dass hier endlich mal ein Kind klar und deutlich schreibt, wie es die lage sieht und das falsche Vorgehen anprangert. Es geht vollkommen unter, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er die Ideologie seiner Mutter wiedergibt hier wesentlich hoeher ist als die Wahrscheinlichkeit, dass ihn tatsaechlich stoerrt, dass Maedchen ganz ueberwiegend mit Maedchenspielzeug und Jungen ganz ueberwiegend mit Jungenspielzeug abgebildet werden.

          Die eigene Ideologie wird nicht mehr als solche erkannt und das Verhalten des Kindes als Beleg fuer dessen Richtigkeit gedeutet.

      • Haha.

        Beim Thema 2. Weltkrieg z.B. gilt das sin der Schule aber nicht. Wenn du da ne andere Meinung hast als die übliche dann haste nix zu lachen.

        Gilt aber auch für den „Klimawandel“, da sind die Lehrer sogar fast noch extremer, wenn du dazu ne andere Meinung hast.

      • @ MAren

        Meine Meinung dazu ist nicht schlechter als die von den links-indoktrierten oder etwa nicht?

        Man sieht ja alleine am Fall Irak, der 2 mal aufgrund von Lügen überfallen wurde (bzw. aus Kuwait vertrieben) , wie es mit der Wahrheit im Krieg ist.
        Wieso soll es mit Deutschland anders sein.

        Alleine wenn man erwähnt, dass Polen vorher mobil gemacht hat und Deutsche abgeschlachtet hat, (und das ein verdammt guter Grund zum Krieg ist, siehe Kosovo nach Denken von Fischer, wir wollen ja nicht mit 2erlei Maß messen ) wird man von den Lehrern sowas von rund gemacht, obwohl es der Wahrheit entspricht.

        Denn eins ist klar: Wenn der Krieg gegen Polen ein Verbechen war, dann war es der Krieg gegen Serbien und gegen den Irak, den wir unterstützt haben, ein ebensolches.

        Sowas hören Lehrer nur nicht gerne, weil sie dann Teil eines verbrecherischen Regimes wären und dann Position beziehen müssten.

        Brutkastenlüge und Massenvernichtungswaffenlüg sagt dir aber was oder?

        Wenn Adolf den Krieg gewonnen hätte, würdest du auch alles glauben was die Nazis erzählen ?

        Ich nicht. Ich verlasse mich da lieber auf mein eigenes Denken.

        Du würdet es glauben.

        Ich weiss jedoch das der Sieger immer die Geschichte zu seinen Gunsten schreibt, dass war schon vor tausenden von Jahren so.

    • @Lucia

      „Dass dein Beispiel NUR die Kinder von den bösen bösen Feministinnen betrifft, offenbart mal wieder deine tatsächlische „geliebte“ Absicht – „feminism bashing““

      Ich stimme dir zu, dass dies haeufig passiert – viele Gruppen instrumentalisieren ihre Kinder. Das wird im Maskulismus nicht anders sein. ich kann mir Problemlos Plakate aus dem Bereich vorstellen und es wuerde mich ebenso stoeren.
      Immerhin freut es mich ja, dass du es anscheiend ebenso siehst und es als eine Instrumentalisierung der Kinder ansiehst.
      Mir ging einfach die lediglich positiven Stimmen bei „Manu bloggt“ auf die Nerven, die den Brieg feierten. ich meine es war auch entsprechend positiv bei der Maedchenmannschaft verlinkt.
      Ich vermute mal Manu wird sich hier nicht aeussern. Aber dennoch wollte ich es mal gesagt haben, zumal mir kurz zuvor das slutwalkplakat aufgefallen war.

      • Dass Kinder mitmachen und auch Plakate tragen, ist m.E. nicht der zu kritisierende Punkt.

        Sondern das Wissen der Agierenden, dass bei Demos etc. Kinder immer positiver als negativ wirken, und zwar unabhängig davon, ob sie begriffen haben, was auf den Plakaten steht.

    • @ Lucia

      *In Deutschland wird jedes Kind spätestens durch die Schulpflicht instrumentalisiert, im Sinne von angepassten nicht selbstständig denkenden Bürgern, weil bspw. Querdenker unerwünscht sind – nur hirnlose Wiederkäuer werden geliebt. *

      Du meinst, das ist der Grund, warum in der heutigen Schule Mädchen sehr viel besser zurechtkommen als Jungen?

      Weil hirnlose Wiederkäuer geliebt werden, unangepasste Selberdenker aber nicht?

      Damit stellst Du ja 80 % Lehrerinnen ein noch härteres Urteil aus als ich.

      Wenn das so weiter geht, kannst Du mich noch für Schlampenmärsche begeistern und ich verspreche Dir, mein selbst gemaltes Schild „Lucia ist doof“ NICHT dem nächstbesten ahnungslosen 6jährigen in die Hand zu drücken.

      • Damit stellst Du ja 80 % Lehrerinnen ein noch härteres Urteil aus als ich.

        Es gibt nicht nur Lehrerinnen in dem schlechtesten europäischen Bildungssysthemes.

        Es gibt nicht nur Lehrerinnen in dem schlechtesten europäischen Bildungssystems. Lehrer wie Lehrerinnen können nicht lehren was und wie sie es am besten finden, sonder müssen sich an den Vorgaben der Schulbehörden richten.

        In der Klasse von bspw. Sabine Czerny haben auch Jungs gute Noten bekommen. Wie darauf reagiert wurde: Schulrat:Der Satz knallte ihr ins Gesicht wie eine Ohrfeige: „Sie haben sich an das Niveau der Parallelkollegen anzupassen!“ Sabine Czerny, seit zehn Jahren Grundschullehrerin, konnte nicht fassen, was der Schulrat da in einer dienstlichen Unterredung befahl. Sich an das Niveau der Parallelklasse anzupassen – das hätte in ihrem Fall bedeutet, sich nach unten zu orientieren, schlechtere Resultate zu produzieren, nicht bessere.

        Quelle:
        http://www.sueddeutsche.de/karriere/kritik-an-guten-noten-nicht-zu-viele-einser-bitte-1.592366

        btw, auf dein Kreuz lasse ich mich nicht nageln, merk dir das.

      • „Es gibt nicht nur Lehrerinnen in dem schlechtesten europäischen Bildungssystems. Lehrer wie Lehrerinnen können nicht lehren was und wie sie es am besten finden, sonder müssen sich an den Vorgaben der Schulbehörden richten. “

        Das Problem mit Frau Czerny waren nicht die Inhalte und die Unterrichtsmethode (für ersteres gibt es einen Lehrplan, bei zweitem war sie wohl sehr erfolgreich), sondern die Notenresultate.

        Schule ist ein Selektionsinstrument, daher dürfen nicht alle Schüler alles bestehen. Schon gar nicht mit Bestnote. Wenn alle Schüler die Bestnote bekommen und den Unterrichtsstoff voll verstehen, heißt es per definitionem, dass die Schüler unterfordert sind.

      • @ Lucia

        Ich kenne den Fall, aber wo liest du aus dem Text das es um Jungs geht? Es war -glaube ich-. eine Mathelehrerin, bei der keine schlechter als 3 geschrieben hat. Also hier ging es vermutlich eher um die Büchsen. Ist ja auch egal.

        In dem Fall ging es eher darum wie krass das ist das man schlechter Schüler produziert.

        Macht aber auch sinn, denn wer sollte sonst Bauarbeiter oder Frisöse werden, der nur Einsen schreibt.

        George Schramm hat das auch schonmal kommentiert. Ich glaube es ging um diese Lehrerin und die Direktorin.

        Immer wieder sehenwert

      • Narf. Ich kann beide Seiten verstehen, wenn in einer Klasse permanent alle Schüler Einser schreiben, sollte man der Lehrerin doch mal auf die Finger gucken.
        Es kann nämlich wirklich sein, dass Lehrer „zu gut“ benoten, und die Schüler dann bei einem Lehrerwechsel oder Schulwechsel auf dem Schlauch stehen.

        Ich hab es auch oft als Schülerin bei Notenbesprechungen mit den Fachlehrern in mündlichen Fächern erlebt, dass man gefragt worden ist, wie man sich einschätze, wenn man 1 sagte kriegte man ne 1, völlig kritiklos, selbst wenn man die Stunden mit Quatschen und Lesen verbracht hat.
        Es war nicht die Regel, aber es kamn immer mal wieder vor.
        (Ich muss dazu sagen, dass ich in meinem Leben auf insgesamt 6 verschiedenen Schulen war, da kriegt man was mit)
        Es gibt da halt Lehrer, die gehen gern den Weg des geringsten Aufwandes (man muss sich die Arbeit der differenzierten Benotung nicht machen) und des geringsten Widerstandes (solche Lehrer sind bei Schülern und Eltern beliebt, und wenn der nächste Lehrer schlechter benotet ist es im Zweifelsfall dessen Schuld, „das Kind hatte doch immer ne 1“)

        Schwierig, das.

      • @ Lucia

        Ah, ich vergaß: Die unfreien, von Männer unterdrückten Frauen ohne Eigenverantwortung, nicht mal in den Bereichen, in denen sie 80 % der Belegschaft stellen.

        Sogar dort folgen sie männlichen Vorgaben und die männlichen Vorgaben bewirken, dass Jungen in diesem System deutlich schlechter abschneiden als Mädchen?

        Wie das denn?

        Wie passt das zur patriarchalen Privilegierungsdividende?

        Außerdem will ich Dich nicht an’s Kreuz nageln.

        Was nützt mir eine Frau, die an’s Kreuz genagelt ist.

        Schleppen sollst Du Dein Kreuz.

      • @ Maren

        „Ich kann beide Seiten verstehen, wenn in einer Klasse permanent alle Schüler Einser schreiben, sollte man der Lehrerin doch mal auf die Finger gucken.“

        Die Arbeiten der Schüler wurden verglichen mit dem Stand der anderen Klassen. Frau Czernys Einserschüler (die komplette Klasse) waren auch im Vergleich auf Einserniveau. Sie hat einfach allen Schülern den Stoff komplett verständlich gemacht. Also nichts mit „geringstem Widerstand“.

        Und damit hat sie ihre Dienstpflicht als Beamtin verletzt, die besagt, dass das Notenspektrum auszuschöpfen ist (im Idealfall eine Notenverteilung nach der Gaußschen Glockenkurve). Sie hätte also die Anforderungen so anziehen müssen, dass einige Schüler den Stoff nicht mehr verstehen. Sie ist also zu Recht disziplinarisch bestraft worden.

        Glaubst du, Noten in der Schule gelten wirklich der Leistungskontrolle? Etwas naiv.

      • Lieber Roslin

        Als ich schwanger war, wünschte ich mir einen Jungen („lieber ein Junger, dann muss das Kind nicht so leiden wie die Mutter“ dachte ich: Privilegierungsdividende). Ich durfte (ganz zufrieden) ein Mädchen begrüßen. Wenn mir heute jemand ein Kreuz zum Schleppen anbieten würde, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt!

      • @3xich
        Ja, in diesem Einzelfall war es so, es ist aber auch oft anders.
        Und das muss dann erstmal nachgeprüft werden.
        Dass es im Fall von Frau Czerny ungerecht war, steht ausser Frage.

        Verzeih mir meine Naivität, aber als was sollten sie sonst gelten, hm?

      • „Dass es im Fall von Frau Czerny ungerecht war, steht ausser Frage. “

        Das war es aber eben nicht. Sie hat ganz objektiv gegen ihre Dienstpflichten verstoßen und ist somit eben nicht zu Unrecht bestraft worden.
        Mit Naivität meinte ich daher, der Schule hehre Ziele zu unterstellen, zu deren Zweck sie der Staat überhaupt nicht eingerichtet hat.

      • „Verzeih mir meine Naivität, aber als was sollten sie sonst gelten, hm?“

        Noten sind ein Selektionsinstrument, mit dessen Hilfe ein Teil der Schüler zu höherer Bildung (Gymnasium und Hochschule) zugelassen wird, ein anderer Teil von höherer Bildung ausgeschlossen wird.

      • „Und wonach wird selektiert?“

        Soll ich jetzt „nach Leistung“ sagen? Lass dir das Beispiel von Frau Czerny doch mal auf der Zunge zergehen. Es ist nicht erwünscht, dass alle Schüler sehr gute „Leistung“ erbringen. Damit macht sich der/die Lehrer/in eines Dienstvergehens schuldig.

      • Um der Wahrheit Genüge zu tun, es ist auch sehr unwahrscheinlich.

        Ich unterstelle der Schule keine „hehren Ziele“ ich glaube allerdings auch an keine Verschwörungstheorien.

        Lehrer sind auch nur Menschen, nicht objektiver oder gerechter als andere.
        Von daher ist eine Kontrollinstanz absolut nötig.

        Wie die Schulamtsleiterin im Artikel sagte, „Es gebe ´viele Möglichkeiten zu beeinflussen, direkt oder indirekt zu helfen´“, im
        Allgemeinen ist der Lehrer mit der Klasse allein, er kennt seine Schüler, weiß wo die Schwächen liegen und kann diese umschiffen.

        Meinst du, Fr. Czerny hätte es völlig unberührt gelassen, dass IHRE Schüler die Spitzenleistungen erbringen?
        Ich weiß nicht, ob man sie jetzt als unschuldiges Opfer des bösen Schulamtes hinstellen sollte, aber als Außenstehender maße ich mir da kein Urteil an.

        Ich sehe es auch in Zusammenhang mit dem Trend, immer bessere Noten für weniger Leistung zu verlangen eher kritisch.
        Wie ich schonmal sagte, ich bin gerade mittendrin im Abisystem, ich sehe die Tendenz soviel wie möglich geschenkt zu wollen bei meinen Mitschülern und die Tendenz, diese Wünsche auch zu erfüllen bei den Lehrern.
        Letztes Jahr wurde eine Schülerin mit Migrationshintergrund mitgeschleift, die SEHR schlecht deutsch gesprochen (und geschrieben) hat, was sich natürlich auf ihre Leistungen in sämtlichen Fächern niedergeschlagen hat.
        Als die Deutschlehrerin ihr eine (mMn gerechtfertigte, und ich mochte das Mädel) 5 geben wollte war die Hölle los!
        Sie ist dann mit Müh und Not weitergekommen und wird jetzt in der Kursphase jämmerlich zugrunde gehen.

        Hat man ihr mit den besseren Noten einen Gefallen getan?

      • Maren, ich hatte eigentlich gedacht, mit dir könne man ganz gut diskutieren. Aber „Verschwörungstheorie“ ist wohl das übelste, das du jemandem vorwerfen kannst. Die verwaltungsrechtliche Lage ist eindeutig, deshalb kann Frau Czerny auch nicht dagegen klagen. Da braucht es keine Geheimbünde, die im Hintergrund die Strippen ziehen.

        Dein Beispiel mit der Migrationshintergrund-Schülerin ist zirkulär. Ich glaube übrigens, ihr wäre mehr damit geholfen, dass sie die Zeit und Unterstützung bekommt, sich ordentliches Deutsch anzueignen, als ehrliche Fünfen zu bekommen.

      • Ich sagte ja, als Außenstehende maße ich mir kein Urteil an.

        Und das Verschwörungstheorie war nicht auf dich gemünzt, sondern auf den Aufschrei aller potenziellen Eislaufeltern, die jetzt meinen den Grund für das schlechte Abschneiden ihres Goldkinds gefunden zu haben.

        Wie gesagt, man kann Widerspruch einlegen, sh. hier, ein ähnlicher Fall :

        Klicke, um auf Pressespiegel_plus_Chronologie_der_Zwangsversetzung_von_Kollege_Benjamin_Ortmeyer1.pdf zuzugreifen

        Was mich diesbezüglich im Fall Czerny skeptisch gemacht, ist der Medienoverload (ein Buch hat sie auch geschrieben, guck an) in Verbindung mit so einem komischen Ton in ihren Interviews, ganz bescheiden und irgendwie bemüht unbedarft,etwas märtyrerig, nach dem Motto „Ich will doch nur lehren“
        Gleichzeitig schreibt sie wie gesagt ein Buch und wird „Bildungsexpertin“ bei SPON. Das macht mich stutzig, ich kann mir nicht helfen.
        Man sollte meinen, wenn sie gegen die ungerechte Versetzung angehen würde/wollte, würde sie sich etwas bedeckter halten.
        Hätte auch andere Sorgen.
        Und das würde ich gegen ein ungerechtes Urteil auf jeden Fall, macht sich auch kacke in der Akte.
        Wie gesagt, WENN es denn der Fall ist, dass ihre Schüler auch in

        Naja, aber s.o.
        Sie jetzt aber als Märtyrer hochzuspielen finde ich verfehlt.
        Diese ganze Berichterstattung ist so dermaßen parteiisch.

        *Ich glaube übrigens, ihr wäre mehr damit geholfen, dass sie die Zeit und Unterstützung bekommt, sich ordentliches Deutsch anzueignen, als ehrliche Fünfen zu bekommen.*

        An der Schule werden Vertiefungskurse angeboten sowie Nachhilfeangebote vermittelt.
        Mehr kann eine Schule nicht leisten, es ist in erster Linie das Interesse des Schülers, sich zu verbessern.
        Man kann sie nicht zum Abitur tragen.

      • „Und das Verschwörungstheorie war nicht auf dich gemünzt“

        OK, akzeptiert.

        „Sie jetzt aber als Märtyrer hochzuspielen finde ich verfehlt.“

        Frau Czerny selbst interessiert mich nicht die Bohne. Der Fall ist halt exemplarisch.

        „An der Schule werden Vertiefungskurse angeboten sowie Nachhilfeangebote vermittelt.
        Mehr kann eine Schule nicht leisten, es ist in erster Linie das Interesse des Schülers, sich zu verbessern.
        Man kann sie nicht zum Abitur tragen.“

        Wenn du mal tiefer in die Materie eindringen willst, beschäftige dich mit Pierre Bourdieu und dem Begriff des „kulturellen Kapitals“. Die schulische Nachhilfe kann auch nicht mehr tun, als innerhalb der Konkurrenz besondere Härten für bestimmte Personen abzufedern.

    • Dem Beitrag, besonders den ersten Absatz, kann ich diesmal unterschreiben.

      Schulpflicht gibt es nur!!! (es kann nicht anders sein) in totalitären Staaten.

      Sollte man mal drüber nachdenken anstatt hier von Demokratie zu faseln.

    • Ich erinnere mich noch schaudernd, wie wir von den links-grünen-lilanen Lesbo-Lehrerinnen (es waren nur Frauen) zu den Castor-Transporten hingeschleift wurden, ob wir wollten oder nicht.

    • Und nochmal: Ich verteidige nicht die Nazis, im Gegenteil, mich hätten sie wahrscheinlich mit als erstes weggesperrt, aber ich sage deutlich das wir heutzutage nicht so viel besser sind, außer das die Drecksarbeit von irgendwelchen Söldern übernommen wird.

    • „Dass dein Beispiel NUR die Kinder von den bösen bösen Feministinnen betrifft, offenbart mal wieder deine tatsächlische „geliebte“ Absicht – „feminism bashing““

      Der Unsinn liegt darin, dass du als Feministin daher kommst und die Instrumentalisierung von Kindern anprangerst, während Feministinnen Kinder für ihre Ideologie und Schlampenläufe instrumentalisieren.

      Da stellt sich die Frage warum Feministinnen Kinder instrumentalisieren dürfen, alle anderen aber nicht?
      Aber um diese Frage beantworten zu können, muss man wohl hirnloser Wiederkäuer der feministischen Ideologie sein.

  4. *Es geht vollkommen unter, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er die Ideologie seiner Mutter wiedergibt hier wesentlich hoeher ist als die Wahrscheinlichkeit, dass ihn tatsaechlich stoerrt, dass Maedchen ganz ueberwiegend mit Maedchenspielzeug und Jungen ganz ueberwiegend mit Jungenspielzeug abgebildet werden.*

    Ja, aber das dann direkt als Indoktrination (evtl. auch weil deine Meinung abweicht? :D) darzustellen fänd ich auch verfehlt. Der Prozess der Meinungsbildung ist relativ lang und kompliziert, die Meinung der Eltern zu Themen spielt da eben auch eine Rolle.
    Generell find ich ,dass man den Begriff Indoktrination seehr vorsichtig verwenden sollte, man kann nicht einfach schreien „Indoktrination!“ weil einem eine vermittelte Meinung und Weltsicht nicht gefällt.

    Genauso wie ein Kind mitkriegt, dass die Eltern FDP scheiße finden, kriegen sie auch sowas mit, und eignen sich diese Meinung, zumindest zeitweilig, an.
    Man ist ja auch kein Lehrer/Erzieher und somit zur Neutralität verpflichtet.
    Ein normales Kind lebt aber nicht im Elfenbeinturm, von daher werden ihm noch ganz viele unterschiedliche Meinungen begegnen und spätestens im Ablösungsprozess im Teeniealter relativiert sich das Ganze dann nochmal. Also keine Panik, nicht alle feministisch geprägten Kinder werden später lila Latzhosen tragen :D.
    Aber höchstwahrscheinlich werden sie ein differenzierteres Bild von Geschlechterrollen haben, und das ist ne gute Sache.

    • Maren

      „Genauso wie ein Kind mitkriegt, dass die Eltern FDP scheiße finden, kriegen sie auch sowas mit, und eignen sich diese Meinung, zumindest zeitweilig, an.
      Man ist ja auch kein Lehrer/Erzieher und somit zur Neutralität verpflichtet.
      Ein normales Kind lebt aber nicht im Elfenbeinturm, von daher werden ihm noch ganz viele unterschiedliche Meinungen begegnen und spätestens im Ablösungsprozess im Teeniealter relativiert sich das Ganze dann nochmal. Also keine Panik, nicht alle feministisch geprägten Kinder werden später lila Latzhosen tragen .“

      Stimmt vollkommen, aber…

      Im emotionalen Bereich hinterlassene „Spuren“ (vor allem der Eltern!) können durch ein konstruktives Gespräch der Kinder nicht von der Welt geschafft werden (unordentlich gefegt???) Ich frage mich, was ist, wenn das Kind isoliert wäre? Noch eine andere Variante…

    • hi maren

      „Ja, aber das dann direkt als Indoktrination (evtl. auch weil deine Meinung abweicht? 😀 ) darzustellen fänd ich auch verfehlt. Der Prozess der Meinungsbildung ist relativ lang und kompliziert, die Meinung der Eltern zu Themen spielt da eben auch eine Rolle.“

      da hast du einen guten punkt getroffen.

      grundsätzlich liegt es in dem verantwortungsbereich der eltern die kinder zu erziehen. wenn denen es wichtig ist auf das katalog bsp aufmerksam zu machen, bitte.
      (auch wenn hier oft mit zweierlei maß gemessen wird oder sogar von staatlicher seite aktiv einfluß genommen wird.)

      die hersteller wollen spielzeug verkaufen. welche darstellung wirkt atraktiver auf jungs? (die frage hätte die mutter auch stellen müssen)

    • „Genauso wie ein Kind mitkriegt, dass die Eltern FDP scheiße finden, kriegen sie auch sowas mit, und eignen sich diese Meinung, zumindest zeitweilig, an.“

      Würdest du dein Kind dann einen Brief an die FDP schreiben lassen: „Eure neoliberale Marktradikalität ist voll doof. Löst eure Partei auf.“ o.ä.?

      „Also keine Panik, nicht alle feministisch geprägten Kinder werden später lila Latzhosen tragen 😀 .“

      Klar, sehe ich ja an mir. Dennoch war es von meiner Mutter wenig zielführend, mich als Schulkind des Paschatums zu bezichtigen, wenn ich mein Zimmer nicht aufgeräumen wollte. Das übersteigt das kindliche Reflexionsvermögen.

      • *Würdest du dein Kind dann einen Brief an die FDP schreiben lassen: „Eure neoliberale Marktradikalität ist voll doof. Löst eure Partei auf.“ o.ä.?*

        Wem würde es denn weh tun, wenn ich es täte? Also ja, wenn es das will, klar.

        *Dennoch war es von meiner Mutter wenig zielführend, mich als Schulkind des Paschatums zu bezichtigen, wenn ich mein Zimmer nicht aufgeräumen wollte.*

        Wenn´s denn stimmte… 😀
        Aber solche Bezeichnungen, ob feministisch oder nicht, sind eh grenzwertig.
        Ist dasselbe, als wenn du dein Kind Dummchen nennst, wenn es was nicht versteht.
        Pädagogisch nicht zu empfehlen.

      • „Wem würde es denn weh tun, wenn ich es täte? Also ja, wenn es das will, klar.“

        Nun gut. Und wenn dein Kind von einem ausländischen Mitschüler getriezt worden ist, darf es dann auch einen Lobbrief an die NPD schreiben?

        Siehe auch ein Kommentar bei Manu:

        „Ina besagt,

        Und, wie ist das Gefühl wenn man merkt „Alles richtig gemacht mit dem Kind“? 🙂 Toller Brief.“

        Also im Umkehrschluss hieße es wohl „alles falsch gemacht mit dem Kind“, wenn es eine entgegengesetzte Meinung hätte.

        „Pädagogisch nicht zu empfehlen.“

        Schön, dass wir uns da einig sind.

        „Wenn´s denn stimmte… 😀
        Aber solche Bezeichnungen, ob feministisch oder nicht, sind eh grenzwertig.
        Ist dasselbe, als wenn du dein Kind Dummchen nennst, wenn es was nicht versteht.“

        Ganz dasselbe ist es nicht: In seinem Kind einen „kleinen Pascha“ zu sehen, ist noch einen Schritt weiter. Man unterstellt seinem Kind eine projizierte Zielgerichtetheit seines Handelns, in diesem Fall das Nichtaufräumen als Machtausübung gegenüber der Mutter als Frau (unterstellte Intention: Ich räume mein Zimmer nicht auf, das muss eine Frau für mich machen, denn ich bin mehr wert als eine Frau). Als Kind ist es einem aber vielleicht einfach egal, dass das Zimmer unaufgeräumt ist.

        Es ist schon noch ein Unterschied, einem Kind essentialistisch Faulheit oder Dummheit zu unterstellen (ist schon scheiße genug) oder es als Agenten einer repressiven Macht zu verstehen.

      • *Und wenn dein Kind von einem ausländischen Mitschüler getriezt worden ist, darf es dann auch einen Lobbrief an die NPD schreiben?*

        Nee dann wirds zur Adoption freigegeben oder ausgesetzt 🙂
        Aber ich hoffe doch, dass es von mir genug mitbekommt um differenzieren zu können, dass es deutsche und ausländische Arschlöcher gibt, und das nicht die Sache einer Partei ist.
        Ich könnte mir jetzt auch nicht vorstellen, wo mein Kind eine halbwegs positive Sicht auf die NPD herkriegen könnte…

        *Begriff Pascha*
        Agent einer repressiven Macht? Weiß ich nicht, das erscheint mir jetzt etwas hart in der Auslegung.
        Ich hab schon öfter das Wort aus unfeministischen Mündern gehört, es wird ganz gerne für faule Jungs/Männer benutzt, die sich von Frauen bedienen lassen wollen. (Ja gibts auch)
        Ist nicht schön, aber ich als ebenfalls unordentlicher Mensch musste mir auch einiges anhören.
        „Räum auf, du bist doch ein Mädchen“ an guten Tagen, „Schlampe“ an schlechten.
        Muss man halt durch, und das im Nachhinein mit mehr Sinn überfrachten zu wollen, als es wahrscheinlich im Moment hatte, find ich unsinnig.
        Ich weiß natürlich nix von der Mutter-Sohn-Beziehung die ihr hattet, klar.

      • „Ich könnte mir jetzt auch nicht vorstellen, wo mein Kind eine halbwegs positive Sicht auf die NPD herkriegen könnte…“

        Das ist doch der Witz dabei. Wenn du eine Faschistin wärst, würdest du sagen: „Ich könnte mir jetzt auch nicht vorstellen, wo mein Kind eine halbwegs positive Sicht auf Ausländer herkriegen könnte…“ und hättest in dem Sinne genauso Recht. Das Kind wird von der Meinung der Eltern geprägt und macht sich die gewöhnlich noch in Gut und Böse simplifiziert zu eigen. Ein kleiner „Pazifist“ denkt nicht differenzierter als ein kleiner „Faschist“.

        „Muss man halt durch, und das im Nachhinein mit mehr Sinn überfrachten zu wollen, als es wahrscheinlich im Moment hatte, find ich unsinnig.“

        Lies dir mal die Kommentare hierzu durch, oder gleich das Buch: http://www.amazon.de/Hilfe-Mein-Sohn-Macker-Gesellschaft/dp/3596247489/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1315660811&sr=8-1

        So extrem war es bei mir nicht, aber ich weiß ja, wo meine Eltern ideologisch herkommen. Im übrigen ist ja auch heute das „Hinterfragen männlicher Rollenbilder“ erklärtes Ziel der offiziellen Pädagogik, die „heteronormative“, „patriarchalische“ Prägung wird also schon bei kleinen Kindern ausgemacht. Du brauchst mir also nicht implizit Paranoia zu unterstellen.

      • *Ein kleiner „Pazifist“ denkt nicht differenzierter als ein kleiner „Faschist“.*

        Noch… Wie gesagt, im späteren Leben relativiert sich ja auch das, was man von seinen Eltern mitbekommen hat.
        Die wenigsten Menschen behalten ihre Meinung ihr Leben lang.

        *Im übrigen ist ja auch heute das „Hinterfragen männlicher Rollenbilder“ erklärtes Ziel der offiziellen Pädagogik, die „heteronormative“, „patriarchalische“ Prägung wird also schon bei kleinen Kindern ausgemacht. Du brauchst mir also nicht implizit Paranoia zu unterstellen.*

        Tu ich gar nicht.
        Das hinterfragen von Rollenbildern (männlich und weiblich) ist auch wichtig, oder findest du, zu sagen „Das kann/darf ich nicht, ich bin ein Mädchen/Junge“ gut? Ich denke nicht.

        Es geht mir einfach darum,dass ganz lange in der Erziehung stark zwischen Jungs und Mädchen differenziert wurde und auch noch wird. Beispiel: Mädchen werden eher zu Pflichten im Haushalt angehalten als Jungs, Jungs werden schief angeguckt, wenn sie sich für Kunst interessieren, übertriebene Aggressivität und Rowdytum bei Jungs werden mit einem Augenzwinkern und „Boys will be boys“ abgetan.

        Das hilft aber z.B. dem stillen Kind nicht, das gerne malt und von seinen Klassenkameraden getriezt wird, und das kein gesundes Selbstbewusstsein besitzt.
        Oder dem aggressiven Kind, das nie gelernt hat, seine Frustration abzubauen, ohne direkt zuzuschlagen.
        Genauso will man ja auch nicht, dass Kinder später dermaßen lebensuntüchtig sind, dass sie keine Waschmaschine bedienen können.

        Stärken fördern ist supi, aber man muss auch Defizite ausgleichen, ansonsten tut man dem Kind keinen Gefallen. Und da muss das Geschlecht eben ausgeklammert werden, weil Schnitt ist ja schön und gut, aber wenn du aus diesem rausfällst bist du am Arsch.

        .

      • „Das hinterfragen von Rollenbildern (männlich und weiblich) ist auch wichtig, oder findest du, zu sagen „Das kann/darf ich nicht, ich bin ein Mädchen/Junge“ gut?“

        Um Rollenbilder „hinterfragen“ zu können, muss man Rollenbilder erstmal voraussetzen. Keine Ahnung, ob du 30 Jahre älter als ich bist oder so, aber ich bin in den 80ern groß geworden, und da gab es so etwas wie Mädchen müssen mit Puppen spielen und Jungs mit Pistolen einfach nicht mehr.

        „Jungs werden schief angeguckt, wenn sie sich für Kunst interessieren“

        das ist eher schichtabhängig. Im höheren Bürgertum gehört es zum guten Ton, auch als Junge Klavier zu spielen. Und Reiten wird auch eher mit einer Grundkompetenz für einen künftigen Offizier assoziiert als mit „Lissy“.

        „Genauso will man ja auch nicht, dass Kinder später dermaßen lebensuntüchtig sind, dass sie keine Waschmaschine bedienen können.“

        Die Lebenstüchtigkeit ist ja auch ein guter Grund. Stattdessen wird aber Hausarbeit ideologisch aufgeladen und dann gibt es sogar solche Zitate (von einer DGB-Frau?) wie, man müsse Jungs für den Charme des Spülbeckens begeistern. Hausarbeit ist aber nicht charmant, sondern in der Regel eine Scheißarbeit, die man halt macht, weil man andernfalls nach einiger Zeit in einer Messiebude lebt.

      • Maren

        „Es geht mir einfach darum,dass ganz lange in der Erziehung stark zwischen Jungs und Mädchen differenziert wurde und auch noch wird. Beispiel: Mädchen werden eher zu Pflichten im Haushalt angehalten als Jungs, Jungs werden schief angeguckt, wenn sie sich für Kunst interessieren, übertriebene Aggressivität und Rowdytum bei Jungs werden mit einem Augenzwinkern und „Boys will be boys“ abgetan.“

        Zwischen Jungs und Mädchen in der Erziehung zu unterscheiden, ist kein Verbrechen an sich. Wenn ein bestimmtes Kind bestimmte Veranlagung zeigt, ist es sinnvoll dies zu unterstützen. Schon die Natur bestimmt durch geschlechtliche Unterscheidung Einiges. Und dennoch muss nicht jede Frau Mutter werden. Und nicht jeder Junge muss zum Alfa- oder Beta-Tier voreilen. Lass sie auch mal wild untereinander laufen, da kannst Du schon Wunder erleben!

      • *aber ich bin in den 80ern groß geworden, und da gab es so etwas wie Mädchen müssen mit Puppen spielen und Jungs mit Pistolen einfach nicht mehr.*

        Deine Eltern waren ja auch, wie du selbst sagst „Ideologen“
        Meine Kinderfrau war eine Bergmannsgattin Bj. vor 2. WK.
        Da gab et sowas schon.
        Selbst meine unabhängige moderne Mama hat meinem Bruder weniger Pflichten zugemutet als uns 2 Mädchen.
        Glaub es oder nicht, es gibt auch immer noch Leute (in meinem Alter),die der Meinung sind, bei Mädchen wäre Schulbildung nicht so wichtig, die heiraten doch eh.
        Hatte ich u.a. mit nem Ex von mir ne hitzige Diskussion, als ich mein Abi nachholen wollte.
        Gibts alles. Du hattest nur das Glück, nicht selbst betroffen zu sein.

        *Und Reiten wird auch eher mit einer Grundkompetenz für einen künftigen Offizier assoziiert als mit „Lissy“.*

        WTF? Offizier? Nee nee. Pferde sind was für Mädchen, es sei denn man ist der Sohn eines Gutsherrn aus dem 19. Jhdt.
        Das ist so. Kannste jeden Grundschüler fragen 😀

        *Hausarbeit*
        Is kacke, muss aber sein.
        Also ich möchte später nicht wie meine Ma dastehen, und mir sorgen machen, dass mein Partner verhungert, bloss weil ich Spätdienst hab und nicht da bin, wenn er von der Arbeit kommt.

      • „Deine Eltern waren ja auch, wie du selbst sagst „Ideologen““

        Das habe ich so nicht gesagt. Es gab halt ein Emma-Abo. Ich dürfte auch „Tim im Kongo“ lesen.

    • Aber höchstwahrscheinlich werden sie ein differenzierteres Bild von Geschlechterrollen haben, und das ist ne gute Sache.

      Das klingt immer so, als sei der Genderismus eine Befeiungsbewegung, die Männlein und Weiblein von allen geschlechtsspezifischen Einschränkungen befreien wolle. Tatsache ist, dass die Genderisten die berufstätige, karriereanstrebende Frau als Ideal propagieren, während tradierte Vorstellungen grundsätzlich abgelehnt werden, sofern sie keine eindeutigen Vorteile für Frauen bieten. Im Ehe-, Familien- und Scheidungsrecht wird dann doch am tradierten Geschlechterverhältnis mit dem männlichen Versorger festgehalten. Eine Ideal, eine Geschlechterrolle wird einfach durch eine andere ersetzt. Sozialingenieure interessieren sich nicht für individuelle Präferenzen. Als die grossen Gesellschaftsgestalter, als die sich sich sehen, massen sie sich an, besser als das Individuum zu wissen, was jenes zu wollen und was nicht zu wollen hat.

      Auffallend viele (weibliche) Genderisten sind lesbisch und/oder kinderlos. Ginge es nicht um Kinder und Familie, Aufteilung der Hausarbeiten, Berufstätigkeit und die Vereinbarung von Familie und Beruf im Allgemeinen, dann wäre die Kinderlosigkeit und die sexuelle Orientierung irrelevant. Da es aber um das Geschlechterverhältnis und damit um Sexualität geht, sollten es eine Quote als Obergrenze für Lesben und Kinderlose in Bereichen geben, die sich vorwiegend mit der politischen Gestaltung des Geschlechterverhältnisses sowie dem Ehe-, Familien- und Scheidungsrecht von Staates wegen befassen. Aufgrund ihrer Lebensgestaltung können Lesben und/oder Kinderlose Familien und heterosexuelle Ehen/Partnerschaften nicht repräsentieren.

      Quote? Yepp, aber mal anders rum und sachlich begründet.

      • Peter

        o „Aber höchstwahrscheinlich werden sie ein differenzierteres Bild von Geschlechterrollen haben, und das ist ne gute Sache.“

        Es gibt heutzutage nicht Die matriarchale Gesellschaft. Die „Über-Reste“ dieser Gemeinschaftsform variieren von Volks-Gruppe zu Vollks-Gruppe. Es sind sozusagen kleine Tröpfen im patriarchalisierten Sumpf! Wenn 99% patriarchalisiert ist, kannst Du Dir bestimmt vorstellen, was es für die matriarchalen 0.1%-Gruppen bedeutet.

        Dort stehen Frauen ihrem Frau-Sein wie Männer ihrem Mann-Sein. Es gibt auch Zwitter. Sex ist subtile Privatsache und nicht Konditionierungs-Maßnahme (Ehe)! Es gibt auch matriarchale Gruppierungen, wo Ehen geschlossen werden und welche, wie z. B. in Australien, wo Alkohol zum Gott wurde.

        Entscheidung muss dort jeder Mensch (weiblich wie männlich) in erster Linie für sich treffen. Du kannst als Mitglied dieser Gesellschaft diese Gesellschaft verlassen. Du wirst aber nicht weggeschmissen oder aufgehängt. Da wo Entscheidung getroffen werden muss, ist auch Verantwortung zu tragen – unabhängig vom Geschlecht.

        Und sie haben auch Zugang zu Internet.

  5. Au, ziemlich daneben. Selbst wenn man mit 7 vielleicht schon eine bestimmte Meinung – natürlich an der Meinung der Eltern geformt – zu politischen Themen besitzt, z.B. Krieg ist Scheiße o.ä., geht die Katalogkritik noch einen Schritt weiter. Ein 7-Jähriger ist nun mal noch kein Marshall McLuhan und in dem Alter kommt man unmöglich auf den Trichter, dass Katalogbilder unterschwellig Ideologien transportieren. Entwder bekommt man als Kind Lust, das Spielzeug zu kaufen, oder nicht.
    Und der Kleine gegen Victimblaming auf dem US-Slutwalk weiß sicher auch nicht, dass er selbst potentieller Täter ist. Schließlich gab es schon Kinder im Schulanfängeralter, die zu einer Therapie für Sexualtäter verurteilt wurden.

    http://www.heise.de/tp/artikel/5/5865/1.html

  6. ichichich

    „Erlaubt ist, was Spaß macht.“

    Es sei denn, der Alter-Unterschied zwischen den Kindern lässt keine Gleich-Berechtigung, also keine Augenhöhe. Um es krass auszudrücken: Ein 40- und ein 8-jähriges Kind ist für mich schon ein Unterschied.

    „Robert G. Heath[3]) erbrachten die Erkenntnis, dass es im Gehirn zwei getrennte Gemütssysteme gibt.“ – Wenn diese Systeme in dem Gehirn nicht völlig voneinander getrennt existieren und zu „Terror-Einheiten“ für die eigene Sache werden, ist es noch interessant. Wem ist Dominanz als Begriff unbekannt?

    „Kulturen, die nicht nur ihre Kinder verwöhnen, sondern auch deren sexuelles Verhalten nicht beschränken, sind zu 100 % frei von schwerer körperlicher Gewalt (außerdem reich an künstlerischer Entfaltung und frei von einer moralisch dominanten Religion).[5]“

    Also ist der Umgang der matriarchalen Menschen mit ihren Kindern doch der Renner?

    „’Oh mein Gott, wenn wir jetzt nichts tun, um hier eine Veränderung zu bewirken, haben wir keine Chance mehr, wenn sie 17 sind.'“

    Wurde diese Probanten-Gruppe mit 17 untersucht?

    „Man befestigte ein Erektionsmessgerät an seinem Penis und zeigte ihm Bilder von nackten Männern. Bekam er dabei eine Erektion, wurde er mit Elektroschocks traktiert. „Aversionstherapie“ heißt das im Fachjargon.“

    O git

    „Das Mädchen wurde wegen Vergewaltigung verurteilt und ins Jugendgefängnis geschickt.“

    Wurde sie wegen ihrer Mädchen-Schaft nicht entlastet?

  7. @ Christian, der da geschrieben hat:

    > Ich mag es einfach nicht,
    > wenn man so tut als hätten
    > die Kinder eine eigene
    > Meinung obwohl sie damit
    > nur die Meinung ihrer
    > Eltern wiedergeben. Es
    > ist mir zu instrumentalisierend.

    Es ist meiner bescheidenen Meinung nach schlicht und einfach Sch*****, Kinder als „Aufputz“ und Sympathieträger zu einer Demo mitzuschleppen.

    Ganz egal, ob es um umstrittene feministische Forderungen oder den moralisch unstrittigen Protest gegen irgendeinen grindigen Diktator geht. Die elterliche „Prokura“ umfasst m.E. moralisch nicht das Recht, dem Kind eine politische Haltung zu unterschieben.

    Just my 5 cts.

  8. „Ich mag es einfach nicht,
    > wenn man so tut als hätten
    > die Kinder eine eigene
    > Meinung obwohl sie damit
    > nur die Meinung ihrer
    > Eltern wiedergeben. Es
    > ist mir zu instrumentalisierend.“

    Unabhängig davon, was wem und wann überfrachtet wird, Kinder sind lern-fähig. Nur, vielleicht lernen sie anders als die patriarchalisch getrickste Sumpf-Mannschaft mit all ihren Erzwingungs-Maßstäben sich dies vorstellt?

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