Zinsen: Schädigend oder notwendig?

Zinsen waren hier wiederholt als Ursache für den allgemeinen Niedergang im Gespräch. Vielleicht ist es daher an der Zeit einen eigenen Artikel dazu zu haben:

Zinsen sind zunächst nichts anders als die Miete von Kapital.

Wenn jemand ein Auto braucht, dann wundern wir uns nicht, wenn er dem anderen für den Nutzungszeitraum einen bestimmten Betrag und das Auto zurückgeben muss. Wir geben im das Auto wieder, weil es ihm gehört und den Betrag, weil wir es Nutzen durften.

Alles hat einen Gegenwert, und die Nutzung erscheint uns insoweit einen Betrag wert zu sein, weil wir den Vorteil eines Autos unmittelbar erfassen können.

Bei Geld ist die Sache anscheinend schwieriger. Ich vermute, dass es an elementaren Grundsätzen unseres Wertesystems liegt, dass auf Gleichwertigkeit ausgelegt ist.

Einfacher ist das vielleicht mit einem Sack Geld. Wir geben den Sack Geld zurück und zusätzlich einen weiteren Teil Geld, weil wir den Sack Geld nutzen konnten.

Weil es aber in gleichen Einheiten gehandelt und sich um ein Verbrauchsgut handelt erscheint es uns ungerecht. Denn wir haben 100 € bekommen und unser Gerechtigkeitsgefühl sagt uns, dass wir deswegen eigentlich 100 € zurück geben müssten.

Ich denke dieses Gerechtigkeitsgefühl bei Verbrauchsgütern ist insbesondere bei Fleisch entstanden, dass man früher nicht lagern konnte. Die Jäger waren darauf angewiesen, dass immer einer Glück hatte und Großwild erlegt hat und dann seine Beute geteilt hat. Da jeder mal gegeben hat und man das Fleisch eh nicht lagern konnte, ist dies eine für alle vorteilhafte Lösung.

Es ist verständlich, wenn es als ungerecht angesehen wird, wenn der eine eine Keule nimmt und dann später dafür 2 Keulen zurückhaben will. Den bei Verbrauchsgütern erscheint dies, weil es eben die Ausbeutung in Notlagen ermöglicht als wucherisch in einem System auf Gegenseitigkeit.

Das verwechselt aber, dass Geld nicht schlecht wird. Derjenige der Geld übrig hat, kann es speichern und kann daher auch erwarten, dass er für die Nutzung etwas bekommt. Ein Vorgang der in unserer Urzeit bei Verbrauchsgütern einfach nicht bestanden hat.

Weil Geld nicht schlecht wird, ist es das gute Recht desjenigen, der es hat, es möglichst effektiv einzusetzen. Er kann dies machen, indem er es investiert oder eben indem er es anderen Leuten zur Verfügung stellt, die es investieren, und ihm dann für das Mieten des Geldes entschädigen.

Üblicherweise besteht ja auch ein echter Gegenwert für den Darlehensnehmer:

  • Wer z.B. ein Haus bauen will, der kann normalerweise die finanziellen Mittel nicht ohne weiteres aufnehmen. Das Darlehen versetzt ihn hierzu in die Lage. Würde er kein Darlehen bekommen, dann könnte er entweder nicht bauen oder aber er müsste Realdarlehen mit allen Handwerkn schließen, und den Werkvertrag in Raten zahlen. Dies würde erhebliche Beeinträchtigungen schon bei den Handwerkern bedeuten, die dann die Baumaterialien vorfinanzieren müssten etc.
  • wer ein Gewerbe plant, der kann sich hierüber das Anfangskapital besorgen. Ohne dieses könnte er gegebenenfalls sein Geschäft nicht starten oder erweitern. Er müßte seine Idee direkt an jemanden verkaufen, der das nöige Kapital hat.

In beiden Fällen müßte zunächst dargestellt werden, warum jemand Geld verleihen sollte, wenn ihm keine Zinsen gezahlt werden. Er wäre dann besser beraten, das Geld anderweitig zu investieren, zum Leidwesen derjenigen, die eine Finanzierung benötigen.

In einem System, dass ohne Zinsen auskommen möchte besteht ein Liquiditätsengpasse. Es müßte daher dargelegt werden, wie dieses Inovationshemmnis umgangen werden soll. Wer hieraus keine Antwort hat, der sollte sein System überdenken.

Ein weiterer Einwand ist, dass man dann eben Geld zu einem echten Verbrauchsgut machen soll – es muss an Wert verlieren, damit die obige Gleichung wieder stimmt und unser Gerechtigkeitsgefühl aus der Steinzeit zufrieden ist.

Dabei wird aber übersehen, dass Bargeld der geringste Anteil am Geld ist. Bankguthaben als im Wert sinkendes Geld auszugestalten würde wohl schwierig werden, zumal die Banken dann eben gegenseitig im Kreis überweisen würden. Kann man dies aber nicht ausschalten, dann zahlen die Leute eben einfach bargeldlos.

Zudem würden die Leute in Ersatzwährungen fliehen, weil jeder Einzelne bei SEINEM Geld jedenfalls keinen Verlust machen will. Das Land, dass als erstes die umlaufgesicherte Währung einführt gibt damit im Endeffekt lediglich sein Finanzsystem auf und verlagert die Kreditbeschaffung ins Ausland, dass sich über das Geschäft freuen wird (es reicht ein Bankhaus im Ausland um das System aufrecht zu erhalten. Weil die Leute dann dort ihr Geld anlegen können und untereinander tauschen können. Es sei denn man riegelt das Land, dass die umlaufgesicherte Währung einführt, sofort ab. Dann schneidet man sich natürlich vom internationalen Handel ab.

(es gab meines Wissens nach auch noch keine umlaufgesicherte Währung, die vollkommen eigenständig lief. Es stand immer eine nicht umlaufgesicherte Währung daneben, in der die Leute größere Geschäfte abwickeln konnten).

Zudem hat man damit lediglich ein künstliche Inflation geschaffen. Wenn jemand Waren im Ausland kaufen will, dann werden die Verkäufer kein umlaufgesichertes Geld nehmen, dass einen ungewissen Wert hat, der zudem schwierig zu kontrollieren ist, sondern Divisen. Die dann mit umlaufgesicherten Geld teuer einzukaufen sind.

Etwas anderes ist die Frage, ob Staaten Kredite aufnehmen können sollten. Hier wirkt sich meiner Meinung nach einer der Schwächen der Demokratie aus: Es fehlt an einer langfristigen Verantwortung der handelnden Politiker. Dies ist eine Stärke, weil Macht sich nicht zu stark verfestigen kann. Aber eine Schwäche, weil Erfolge nicht langfristig, sondern auf einen überschaubaren Zeitraum ausgelegt sind. Wenn ein Politiker die Wahl hat zwischen einem langfristigen Erfolg, der zunächst bedeutet, dass der Bürger in der Gegenwart weniger hat und einem kurzfristigen Erfolg, den er als solchen verkaufen kann, der aber die berühmten „späteren Generationen“ belastet, dann kann die aus seiner Sicht logischere Wahl der kurzfristige Erfolg sein.

Für diesen ist unser Gehirn auch eher ausgelegt, da es auf das Leben als Jäger und Sammler ohne Besitz hin selektiert wurde, wo die Lebensumstände eher Entscheidungen mit kurzfristigen Auswirkungen erforderten.

82 Gedanken zu “Zinsen: Schädigend oder notwendig?

  1. Ich bin noch nicht ganz durch, empfehle zum Verständnis unsere derzeitigen Geldsystem und der Alternative mit dem fließenden Geld die Lektüre des Buchs Fließendes Geld von Ludwig Gartz. Hier ist eine Zusammenfassung: http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2009/maerz/die-abhaengigkeit-vom-geld.html
    Genauso schlimm ist es, dass wir das Geldschöpfen durch Schuld/Kredit in private Hände gelegt haben. Das gehört in die Hände der Gemeinschaft!
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/08/14/wie-die-banken-tatsachlich-verdienen-und-es-schreit-noch-keiner-auf/

    • @Bartonitz

      „Genauso schlimm ist es, dass wir das Geldschöpfen durch Schuld/Kredit in private Hände gelegt haben. Das gehört in die Hände der Gemeinschaft!“

      Warum? Alles andere ist ja auch privatisiert. Warum soll Geld eine Sache sein, die nicht vermietet werden kann und wie willst du das verhindern?

      Mir ist immer noch nicht ersichtlich woher das Geld fuer Investitionen kommen soll, wenn kein Geld mehr vermietet werden darf und wie man die diesbezueglichen Vorteile, die durch die Moeglichkeit sich Geld zu mieten, entstehen, anderweitig auffangen will.

      • Die Frage ist leicht beantwortet:

        Es heisst ja immer der Staat hat Schulden. Wo hat er diese Schulden? Bei privaten Banken! Ein Irsinn sondersgleichen.

        Es kann doch nicht sein das ein Staat Schulden bei Privat-leuten hat. Nicht in dem Sinne wie es jedenfalls zur Zeit der Fall ist.

        Fält dir dieser Wahnsinn nicht auf? Oder hälst du das für normal?

        Wenn Privat-Banker ganze Staaten mit ihren Spekulationen in die Scheisse reiten können?

        Ich bin kein Sozialist oder Kommunist, aber das Einzige was der Staat selbst in der Hand halten MUSS ist doch die Währung. Sonst ist er doch von anderen Leuten abhängig. Sieht das denn keiner?

      • „Genauso schlimm ist es, dass wir das Geldschöpfen durch Schuld/Kredit in private Hände gelegt haben. Das gehört in die Hände der Gemeinschaft!“

        So eine Gemeinschaft hat ja eine ganze Menge Hände. In welche davon möchtest du das Geld denn jetzt legen?
        So ein Staat besteht ja auch nur aus Privatleuten, in unserem Falle Politikern, Beamten und Juristen. Das sind erstens nicht gerade die Berufsgruppen meines Vertrauens und zweitens haben wir auch nur eine Gruppe davon gewählt. Und auch das nur zum Teil. Dazu kommt, dass sie uns Dinge versprechen, die sie hinterher nicht halten, sie sind uns gegenüber auf so ziemlich keinem Gebiet wirklich ehrlich. Weshalb sollte ich ihnen vertrauen? Da behalte ich mein Geld doch lieber, oder gebe es Leuten, denen ich vertraue.

        Wem gehörte eigentlich der volkseigene Betrieb? Wer konnte entscheiden, was der Betrieb tut? Das Volk? Wer ist das? Wir alle? Komisch, meine Entscheidungen wurden irgendwie nie berücksichtigt.

      • „Mir ist immer noch nicht ersichtlich woher das Geld fuer Investitionen kommen soll, wenn kein Geld mehr vermietet werden darf…“

        Nirgendwoher. Es gibt einfach keine Unternehmer. Diese Situation hatten wir schon mal. Von Nachahmung ist dringend abzuraten.

        Würde man andererseits die Zinsen jetzt abschaffen, könnten nur noch die Leute investieren, die schon genug Geld haben. Das würde die Situation zementieren. Wer arm ist bleibt arm.

        Und erzähl mir jetzt keiner, das wäre jetzt auch schon so: Ich bin das lebende Gegenbeispiel und beileibe nicht das Einzige.

  2. Zum Aufnehmen von Schulden durch den Staat:
    wenn der Staat, sprich unsere Gemeinschaft selbst Geld schöpft, weil wir damit weitere Mehrwerte schaffen wollen, z.B. mehr Wissen in unsere Köpfe und mehr Innovationen zum Wohle des Volkes oder mehr Automatisierung von hässlicher Arbeit, dann sehe ich hier kein Problem drin.
    Wenn wir selbst das Geld schöpfen, so wie es mal über Schuldschein erfolgte, dann passiert dies ohne Zinsen. Es ist ein Versprechen, dass ich die auf dem Schein versprochen Leistung, z.B. eine halbe Stunde Massage oder Java-Programmierung, einlöse, wenn es von mir eingefordert wird.
    Nur haben wir uns schon lange nicht mehr mit dieser Art von Regionalgeldern auseinander gesetzt, es gibt aber schon erste Erfahrungen mit solchen in Deutschland 🙂

    • @Batronowitz

      „Wenn wir selbst das Geld schöpfen, so wie es mal über Schuldschein erfolgte, dann passiert dies ohne Zinsen. Es ist ein Versprechen, dass ich die auf dem Schein versprochen Leistung, z.B. eine halbe Stunde Massage oder Java-Programmierung, einlöse, wenn es von mir eingefordert wird.“

      Und warum sollte dir dann jemand das Geld fuer eine Firmengruendung geben, wenn er nichts davon hat? Ein Tausch erhoeht die Transaktionskosten, du musst erst einmal jemanden finden, der genau diese Leistung will. Genau das macht Geld so erfolgreich: Es ist in jede Leistung umwandelbar. Deine Loesung ist ja nur im Mikrobereich und fuer wenige Leistungen nutybar. Uebertrag sie mal auf das taegliche Leben. Ueberlege, wofuer Menschen typischerweise Kredite aufnehmen und wie sie die selben Zwecke ohne diese erreichen koennen.

      Die einfachsten Beispiele sind ja der Hausbau und die Firmengruendung. Es wuerde mich wirklich interessieren, wie dies in einem zinsfreien Modell klappt.

      • Und warum sollte dir dann jemand das Geld fuer eine Firmengruendung geben, wenn er nichts davon hat?
        Wieso sollte er nichts davon haben. Im Gegenteil, vom unmittelbaren Renditezwang befreit, lohnen sich endlich auch langfristige Projekte mit hohem Investitionsbedarf.

        Genau das macht Geld so erfolgreich: Es ist in jede Leistung umwandelbar

        Sprichst du jetzt vom Medium Geld oder vom Zins? Denn das eine bedeutet nicht zwingend das andere. Das Problem der anonymisierten Investition ist, dass sie sich nach der Rendite richtet, CEOs haben auch nur das klare Ziel einer schnellen Rendite – es gibt kein persönliches Unternehmenskonzept oder Ziel mehr abseits davon.

        Und der schnellste Weg, Rendite zu generieren, besteht darin, ein gutes Unternehmen zu zerstören.

        • @Bad hair day

          „Wieso sollte er nichts davon haben. Im Gegenteil, vom unmittelbaren Renditezwang befreit, lohnen sich endlich auch langfristige Projekte mit hohem Investitionsbedarf.“

          Ja, aber Investition ist etwas anderes. Es bedeutet, einen fremden an meiner Firma beteiligen zu muessen. Der dann Mitspracherechte moechte. Der mit in mein Unternehmen hereinredet. Der mir nicht ermoeglicht den Weg zu gehen, denn ich gehen moechte. Wenn ich fuer eine Produktionsverdoppelung zB einen Investor reinnehmen muss, der seine Anteile dann an meinen Konkurrenten verkaufen kann oder mir etwas von der Gestaltungsfreiheit nehmen kann, dann wird es ploetzlich sehr interessant einfach einen Kredit aufzunehmen und Herr in meinem Haus zu bleiben. Wie gleichst du in deinem Modell diesen Vorteil aus?

          „Sprichst du jetzt vom Medium Geld oder vom Zins? Denn das eine bedeutet nicht zwingend das andere. Das Problem der anonymisierten Investition ist, dass sie sich nach der Rendite richtet, CEOs haben auch nur das klare Ziel einer schnellen Rendite – es gibt kein persönliches Unternehmenskonzept oder Ziel mehr abseits davon.“

          Von Geld an sich. Aber Zinsen stehen damit in einem engen Zusammenhang. Weil die Rueckzahlung von Geld mir ermoeglicht flexibel zu bleiben.

          „Und der schnellste Weg, Rendite zu generieren, besteht darin, ein gutes Unternehmen zu zerstören.“

          Deswegen ist der Vorteil eines Kredites mit Zinsen ja, dass mir keiner reinreden kann und ich mein Unternehmen aufbauen kann wie ich will, gerade auch langfristige Ziele verfolgen kann.

      • Übrigens sind etwa 80% des gesamten Welthandels reine Währungsspekulationen, Investments landen schon lange nicht mehr in der produzierenden Wirtschaft.

        Da war sie wieder, die Sache mit dem erfassen des Ist-Zustandes. Die Illusion, in der besten aller Welten zu leben, muss wirklich herrlich sein. (oh… Sprache, mal wieder verräterisch 😉 ) Klar, will man sich diese Illusion nicht durch ein wenig Realität kaputt machen lassen *G*

      • @ BHD

        Die Realität ist, BHD, würde das Freigeldkonzept in großen Volkswirtschaften funktionieren, hätten wir längst eine, die es praktiziert.

        Welche Weltverschwörung ist es denn diesmal, die das verhindert?

        Die altbekannten (patriarchale, jüdische, bourgeoise) oder eine große Koalition, also die patriarchal-jüdisch-bourgeoise?

        Natürlich, Katholiken und Freimauerer, die Bilderberger müssten auch noch mit rein.

        Nur die Matriarchen, die hat mal wieder niemand eingweiht, Die sitzen unschuldig, ahnungs – und machtlos vor der ledergepolsterten Tür, hinter der die judaeo-christlichen Freimaurerpatriarchen ihre finsteren Anschläge auf die Gesundheit von Mutter und Kind planen.

    • Ziemlich albern, Staat und Gemeinschaft zu verwechseln. Der Staat ist ein Machtinstrument, der die Gesellschaft letztendlich mit Zwang zusammenhält und das, was er an finanziellen Mitteln braucht, mit Zwang bei den Bürgern eintreibt.
      Insassen im Gefängnis sind auch eine Gemeinschaft – irgendwie.

      Der Staat schöpft überhaupt gar nichts, er ist eine Instanz, die Wohlstand vernichtet, weil er das Kapital, das er von den Bürgern nimmt, durch Bürokratie verringert und in Projekte steckt, von denen niemand weiß, ob sie sich rentieren. Das ist das alte Problem der sozialistischen Planwirtschaft.

      Hat mich jemand gefragt, ob ich mein Geld nach Griechenland geben will? Nein!
      Hat mich jemand gefragt, ob ich Kindergärten finanzieren will? Nein!
      Hat mich jemand gefragt, ob ich mein Geld bei der staatlichen Rentenversicherung anlegen will? Nein!
      Hat mich jemand gefragt, ob ich mit mein Geld Solaranlagen fördern will? Nein!
      etc. pp

      Ich vertraue keinem System, dass Finanzmittel mittels Zwang eintreibt und dann nicht mal Rechenschaft schuldig ist, was damit gemacht wird.

      „zum Wohle des Volkes“

      Woher willst Du wissen, was mein Wohl ist?

      • Wenn ich so etwas lese, dann ist mir klar, dass jemand nicht in der Lage ist, den Ist-Zustand zu erfassen. (Meiner Meinung nach, weil die Person das nicht will, um ihr Weltbild zu schützen)

        Wie soll man über Lösungen diskutieren, wenn das Problem gar nicht verstanden wird?

        „… und wir reiten vierzig Tage lang in den Untergang“ (Fröhliches Liedchen von EAV)

  3. Der Zins fuer ausgeliehenes Geld sollte zunaechst mal;

    – das Risiko der Zahlungsunfaehigkeit des Schuldners abdecken
    – die Entwertung des Geldes kompensieren, d.h die Kaufkraft bewahren
    – den Aufwand des Geldverleihers abdecken (inklusive Entloehnung)

    Ist dies nicht gewaehrleistet, macht Geldverleih aus marktwirtschaftlicher Sicht betrachtet keinen Sinn, d.h es waere als marktwirtschaftliche Dienstleistung nicht ueberlebensfaehig. Der Zins, der die oben genannten Kosten deckt, ist in einer Marktwirtschaft eine Notwendigkeit.

    So einfach aber ist die Sache nicht. Die Banken erhalten von den Notenbanken billiges Geld, viel billiger, als der Kleinunternehmer oder der Private. Die Bevorzugung der Banken durch die Notenbanken ist nicht sachlich begruendbar. Gemaess marktwirtschaftlichen Prinzipien mussten die Banken aufgrund ihrer prekaeren Liquiditaet in juengster Zeit und ihren minimalen Eigenkapitaldecken hoehere Zinsen (Risiko der Zahlungsunfaehigkeit) entrichten als mancher solide wirtschaftende Private. Das Gegenteil aber ist der Fall. Den Banken wird, um ihre Liquiditaet zu sichern, von den Notenbanken billiges Geld nachgeschmissen. Tja, die Hohepriester der freien Marktwirtschaft sind Lobbyisten der uebelsten Sorte, die sich einen Scheiss um marktwirtschaftliche Prinzipien scheren, solange es ihnen nuetzt.

    • „Tja, die Hohepriester der freien Marktwirtschaft sind Lobbyisten der uebelsten Sorte, die sich einen Scheiss um marktwirtschaftliche Prinzipien scheren, solange es ihnen nuetzt.“

      Wir haben ja auch keine freie Marktwirtschaft, sondern eine koorperatistische Staatswirtschaft mit marktwirtschaftlichen Ausnahmen. Der Staat reguliert eh alles. Auch die Banken. Von einer Marktwirtschaft kann also nicht gesprochen werden.

      • Und falls du das jetzt für eine philosophische oder retorische Bemerkung hälst, kannst du auch mal ganz einfach die nicht vom Volk getragenen Entscheidungen der letzten Zeit so ansehen.

        Das fängt bei der Zulassung von Produkten wie Hedgefonds an (die in jedem Fall eine zerstörerische Wirkung haben), geht über in den Gläubigerschutz, den man Euro-Rettung nennt (tatsächlich wird nur für ein paar weitere Monate sicher gestellt, dass die Gläubiger ihren Zins erhalten)
        und zeigt sich am allerdeutlichsten in der „Bankenrettung“ die eigentlich jedem unbegreiflich ist, dem nicht klar ist, wie sehr Banken die Staaten im Griff haben.

        Weitere typische Forderungen der Gläubiger? Privatisierung von Bereichen, auf die der Staat (zurecht) ein Monopol hatte, insbesondere alles, was Infrastruktur betrifft.

        Die Tatsache, dass die Geldschöpfung und damit auch Regulierung in privater Hand liegt, funktonierte ähnlich. So ziemlich jedesmal wurde versprochen, dem jeweiligen Herrscher (oder herrschenden System) im Austausch einen Krieg zu finanzieren.

        Aber ja, Konkurrenz und Wettbewerb sind ja immer gut, selbst dann wenn sie in Krieg und Unterwerfung der Mehrheiten enden. Hauptsache es gibt einen Sieger und man(n) hat die Illusion, dieser selbst sein zu können.

      • „Die Tatsache, dass die Geldschöpfung und damit auch Regulierung in privater Hand liegt, funktonierte ähnlich. So ziemlich jedesmal wurde versprochen, dem jeweiligen Herrscher (oder herrschenden System) im Austausch einen Krieg zu finanzieren.“
        Könntest du das mal näher erläutern?

        „Aber ja, Konkurrenz und Wettbewerb sind ja immer gut, selbst dann wenn sie in Krieg und Unterwerfung der Mehrheiten enden.“
        Hat so keiner behauptet, aber Konkurrenz und Wettbewerb sind notwendig, bis zu einem gewissen Grad und in bestimmten Bereichen. Sie fördern Kreativität, Einfallsreichtum und sind massgeblicht dafür verantwortlich, das es voran geht. Ein System, in dem kein Wettbewerb herrscht, stagniert. Siehe die Matriachate, die weder Wissenschaft, Kunst oder Kultur haben.

  4. > Ein weiterer Einwand ist, dass man dann eben Geld zu einem
    > echten Verbrauchsgut machen soll – es muss an Wert verlieren,
    > damit die obige Gleichung wieder stimmt und unser
    > Gerechtigkeitsgefühl aus der Steinzeit zufrieden ist.

    Warum ’soll‘? Das ist doch bereits der Fall: die Zentralbanken streben afaik eine Stabile inflation von um die 3%
    an, u.a. genau aus dem Grund, damit die Geldbesitzer eine Motivation haben, dieses nicht zu horten.

    > Bankguthaben als im Wert
    > sinkendes Geld auszugestalten würde wohl schwierig werden, zumal die Banken dann eben gegenseitig
    > im Kreis überweisen würden. Kann man dies aber nicht ausschalten, dann zahlen die Leute eben einfach
    > bargeldlos.

    Falls ich das nicht etwas sehr missverstanden hab: warum soll das ’schwierig‘ sein, und inwiefern würde
    Bargeldloser verkehr da etwas verhindern?
    Z.z. wird der Wertverlust einfach dadurch hergestellt, dass mehr Geld in den Umlauf kommt, und dadurch der
    individuelle Geldbesitz (durch höheres Angebot der Ware ‚Geld‘) an Wert verliert.

    > Zudem würden die Leute in Ersatzwährungen fliehen, weil jeder Einzelne bei SEINEM Geld jedenfalls
    > keinen Verlust machen will.

    Das scheint von der Vorstellung auszugehen, dass ich das Geld irgendwie ‚umwandele‘. In Wirklichkeit aber
    verkaufe ich mein Geld nur gegen anderes, es ist also als Angebot noch da.

    > Das Land, dass als erstes die umlaufgesicherte Währung einführt gibt damit im Endeffekt lediglich sein
    > Finanzsystem auf und verlagert die Kreditbeschaffung ins Ausland, dass sich über das Geschäft freuen
    > wird (es reicht ein Bankhaus im Ausland um das System aufrecht zu erhalten.

    Das betrachtet nur eine Seite: die, dass jeder sein Geld so schnell wie möglich gegen etwas weniger Wertverlierendes
    tauschen will. Gerade das bedeutet aber ja, dass ein Angebot an Geld vorhanden ist (keiner will drauf sitzen bleiben),
    was den Preis für Kredite nach unten treibt.

    Wie gesagt: ich rede da nicht von einem Utopischen neuen System, was man einführen sollte (‚Freigeld‘ oder so), sondern
    davon, wie es jetzt afaik schon ist. Inflation existiert.

  5. Na ja – Christian, da machst du ein ziemliches Fass auf. Und ich selber diskutiere hier auch nur aus der Position des interessierten Laien.

    So wie ich das sehe, müsste man zwei Fragen nachgehen:

    1. Wo ist das Problem mit den Zinsen – wenn es den überhaupt eines gibt?

    2. Was ist eigentlich Geld?

    Die erste Frage ist ja dein Aufhänger. Aber man wird sich ihr kaum nähern können, ohne sich mit der zweiten Frage, der Natur des Geldes, was dieses „Geld“ eigentlich ist, zu beschäftigen.

    Zunächst einmal zu 1.:

    Zur Kritik des Zinses wird ja häufig angeführt, dass der Zins über den Mechanismus von Zins und Zinsessins immer zu einer exponentiellen Entwicklung der Geldmenge über die Zeit führt und führen muss.

    Die Waren und Dienstleistungen, die dem Geld aber gegenüberstehen, steigen (positive Produktivkraftentwicklung einmal angenommen) aber immer nur linear.

    Das muss auf Dauer aus dem Ruder laufen und zu einer Imbalance des Systems führen. Das wäre also die Seite der Problematisierung des Zinses.
    Jetzt muss man natürlich auch die andere Seite betrachten uns sich fragen: Wozu brauchen wir überhaupt Zins. Und da wird dann gesagt: Jemand der Geld verleiht, will dafür eine Gegenleistung. Und das ist der Zins. Den brauchen wir, um den Geldverleiher überhaupt dazu zu motivieren, Geld zu verleihen. Warum sonst sollte er dies tun.

    Dann hätten wir auf der Seite des Zinses dies: Wir brauchen ihn in einer komplex-arbeitsteiligen Gesellschaft, wo der Austausch von Waren und Dienstleistungen eben über Geld vermittelt wird und nicht mehr direkt erfolgen kann.
    Und gleichzeitig wirkt derselbe Mechanismus auf längere Sicht mit Notwendigkeit systemdestabilisierend. Weil das Geld als exponentielle Funktion der Seite der Güter und Dienstleistungen mit einer linearen Funktion immer davon laufen muss. Irgendwann. Eine Zeit lang kann das noch halbwegs in in Balance ablaufen, weil die Unterschiede zwischen exponentieller Kurve und linearer Grade gering sind. Aber irgendwann läuft die Schere auseinander. Und dann kommt es zu Spannungen. Und irgendwann zerreisst der Zusammenhang von Geld einerseits und Waren und Dienstleistungen andererseits.

    Dann braucht man einen Re-Start des Systems. Z.B. über eine neue Währung. Und geschichtlich sind ja diese Zyklen immer wieder passiert. Und nach dem Re-Start kann es dann wieder ein Zeit lang relativ gemütlich weiter gehen – bis die Spannungen wieder zu nehmen.

    2. Aber was ist eigentlich Geld?

    „Bei Geld ist die Sache anscheinend schwieriger. “ schreibst du, Christian. In der Tat. Wir alle gehen täglich mit Geld um. Und trotzdem haben wir Schwierigkeiten, das zu erfassen, was Geld eigentlich ist.

    Mir selber scheint hier inzwischen die Theorie des sog. „Debitismus“ am einleuchtendsten. Danach ist Geld Schuld. Oder anders gesagt: Jedes Geld ist Kredit. Geld entsteht durch Kreditvergabe – und durch die Tilgung eines Kredits verschwindet das Geld wieder. (Von der Geldmenge her gesehen).

    Also: Geld hat immer zwei Seiten. Vermögen und Schuld. Das sind zwei Seiten derselben Medaille. Das kommt in unseren Buchführungsregeln (doppelte Buchführung) auch sehr schön zum Ausdruck.

    Wenn ich die 100 auf der Bank habe, dann habe ich das Geld als Vermögen. Und die Bank hat genau diesen Betrag Schulden bei mir. Ich habe eine Forderung gegen die Bank.
    Wenn ich in der Bank Kredit aufnehme ist es andersherum. Die Bank hat die Forderung gegen mich (das Vermögen). Und ich bin in der Schuld, das Geld zurückzuzahlen.

    Jedenfalls: Die Summe aller Geldvermögen ist immer genau gleich der Summe aller Schulden im Gesamtwirtschaftssystem.

    Nun kommt der Zins ins Spiel. Denken wir uns mal einem Moment den Zins weg. Und denken wir uns – just for the sake of the argument – auch weg, dass die Leute in den Banken ja auch bezahlt werden müssen.

    Dann wäre es so: Mit der Kreditvergabe von 100 € entsteht das Geld erst. Es wird „geschöpft“ und an den Kreditnehmer ausgereicht. Jetzt ist es im Umlauf.
    Damit kann ich jetzt Transaktionen tätigen. Z.B. eine Investition. Und das Geld kommt zurück. (Im glücklichen Fall.) Und dann zahle ich die 100€ zurück. Und das „geschöpfte“ Geld verschwindet mit der Tilgung des Kredits.

    Buchhalterisch gesprochen: Mit der Kreditausreichung sind 100€ auf meinem Konto. Ein Geld ist da, was es vorher noch nicht gab. Gleichzeitig entsteht eine Forderung der Bank gegen mich in gleicher Höhe. Also 100€ plus und 100€ minus (=Schuld), in der Summe 0. Zahle ich das Geld zurück, habe ich kein Guthaben (plus), aber auch keine Schuld mehr (minus). Also +0 und -0 ergibt auch wieder 0. Die Konten von Vermögen und Schuld(en) sind immer ausgeglichen.

    Durch den Zins verschwindet aber das „geschöpfte“ Geld in der Kreditvergabe nicht vollständig. Der ursprüngliche Kreditbetrag verschwindet als Geldschöpfung durch die Tilgung. Der Zins aber bleibt im System. Diese Geld ist also weiter im Umlauf.

    Kurz: Im Laufe des Prozesses muss die Geldmenge immer weiter anwachsen. Was nichts anderes heißt als: Das Vermögen insgesamt in der Wirtschaft muss wachsen – und die Schulden auch in gleichem Maße. Es müssen also – durch den Zins als Treiber – immer mehr Schulden entstehen, damit immer mehr (Geld)Vermögen entstehen kann. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.

    Für Schulden braucht man Schuldner, die kreditwürdig sind. Von denen man also erwarten kann, dass sie ihre Schuld begleichen werden. Ein System der Expansion von (Geld)Vermögen und gleichzeitig Schulden – notabene – braucht also für jeden abgelösten Kredit einen Nachschuldner. Mit einem höheren Kredit.

    Und das ist aus debitistischer Sicht dass makroökonomische Problem. Wie komme ich an solvente Nachschuldner auf immer erweiterter Skala? Derzeit ist der bevorzugte Schuldner der Staat. Genauer: Die Staaten. Warum? Welche Sicherheiten bietet ein Staat? Er kann Steuern erheben. Abgesichert über das staatliche Gewaltmonopol. Und da er dies kann, kann er auch zukünftige Steuereinnahmen verpfänden. Und die werden als (relativ) sicher angesehen.

    Und das ist die Situation, in der wir gerade stehen. (Aus debitistischer Sicht).
    Und wenn wir jetzt z.B. sagen, wir wollen die Staatsverschuldung zurückfahren, dann müssten wir auch sagen: Wir wollen die (Geld)Vermögen zurückfahren. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben. Und da haben die (Geld)Vermögensbesitzer natürlich etwas dagegen.

    Und – um noch einmal die Brücke zwischen 1. und 2. zu schlagen: Der Zins ist in der Wirkung der Treiber, der dazu führt, dass die Geldmenge und damit sowohl (Geld)Vermögen wie auch Schulden anwachsen müssen.
    Und durch die exponentielle Wirkung von Zins und Zinsessins muss die Geldmenge (Vermögen auf der einen Seite – Schulden auf der anderen) immer irgendwann in eine Ungleichgewicht zu den produzierten Waren und Dienstleistungen geraten.

    Jetzt noch ein paar andere Überlegungen von meiner Seite zu der eigentümlichen „Sache“ Geld anhand der Dinge, die du im Artikel ansprichst:

    * Der Vergleich mit dem geliehenen Auto

    Hier ist die Sache in so fern einfach, als das Auto ein materielle Gut ist, dass sich abnutzt. Ich bezahle also die Benutzungsgebühr (auch) als Abnutzungsgebühr im Rahmen des bestimmungsgemäßen Gebrauchs.
    Frage: Ist das Vergleichbar mit Geld? Nutzt sich das auch ab durch Gebrauch in Form von Zahlungsvorgängen?
    Weiter: Für die Produktion des Autos war menschliche Arbeit notwendig. Diese Arbeitsleistung ist im Produkt als Wert sozusagen enthalten. Ist für die Produktion von Geld (als Kreditschöpfung) auch Arbeitsleistung enthalten? Sicher. In Form der Arbeitsleistung des Kreditsachbearbeiters z.B. Aber das ist ja hier nur eine kleine Fraktion des Geldwertes der hier im Kredit ausgereicht wird. Im Kern entsteht Geld aus einer Entscheidung. Der Entscheidung der Kreditvergabe. (Stichwort: Fiat Money. Oder: „out of thin air“).

    * Der Vergleich mit dem Fleisch eines erlegten Tieres

    Stellen wir uns vor, in einem autark lebendem Stamm jagt die eine Hälfte an allen geraden Tagen. Und gibt entsprechend Fleisch ab an diejenigen, die sich an geraden Tagen ausruhen. Im Gegenzug jagen diese an ungeraden Tagen und geben der anderen Hälfte ab, die sich ausruhen. Ein einfacher Naturalientausch – aber auch ein Schuldverhältnis. Nur ohne Geld. Wenn ich Fleisch empfange, ohne gejagt zu haben, bin ich in der Schuld. Diese Schuld begleiche ich auf genau die Art reziprok, wie die Schuld entstanden ist.
    Auch hier entsteht – wie beim Geld-Kredit – ständig Schuld und wird wieder getilgt. Eine Art homöostatisches System, dass immer wieder bis zu einem gewissen Grad Ungleichgewicht erzeugt und dann auch die entsprechenden Rückstellkräfte. Da der Tausch aber Naturalien erfolgt und nicht in Geld mit Zins, gibt es keinen Zwang, dass das Ungleichgewicht immer größer werden muss im Lauf der Zeit. Die Pendelbewegung kann von der Auslenkung her gesehen weitgehend gleich bleiben, sie muss nicht immer stärker werden in der Auslenkung.

    Das ist beim geldvermittelten Tausch offenbar anders.

  6. Christian, deine Überlegungen pro und contra Zinsen sind alle obsolet, weil Zinsen kein Ausfluss der freien (evolutionstheoretisch inspirierten) Wahl der Gesellschaftsmitglieder sind, sondern ein Effekt der kapitalistischen Produktionsweise. Zinsen sind notwendig, weil Mehrwert produziert wird, weil die Kapitalistenklasse sich eine Arbeiterklasse hält und ausbeutet. (Was sagt deine Evolutionstheorie zur Unterjochung einer Klasse durch eine Minderheit? Das gab es in der Steinzeit garantiert nicht!) Ihr Ausbeutungsertrag heißt Profit. Der Profit zerfällt in Zins und Unternehmergewinn. (siehe Das Kapital, 3. Buch, 5. Abschnitt, MEW S. 350-626)

  7. Ich würde mich mal über einen kritischen Post freuen, der die Gender-Theorien vor dem Hintergrund der Forschung bezüglich Homosexualität bewertet. Geht man nämlich davon aus, dass Homosexualität tatsächlich durch Hormonschwankungen in der Schwangerschaft entsteht, dann könnte man ja annehmen, Homosexualität sei eine Krankheit iSv „Normabweichung“, wie z.B. auch bei angeborene Taubheit. Genauso wie es dort eine Lobby gibt, die verhindern will, dass gesellschaftlicher Druck entstehen kann, diese Behinderung im Vorfeld behandeln zu lassen (Stichwort: Gattaca), soll meines Erachtens nach die Gender-Theorie die Homosexualität in der Gesellschaft verankern. Denn wenn man die Biologie als nicht entscheidend herausstellt, egal ob das stimmt oder nicht, dann hat man einen argumentativen Ansatzpunkt, um „Normisierungen“ als verwerflich herauszustellen: „Wie? Sie wollen nicht, dass ihr Kind die genetischen Anlagen haben darf, homosexuell sein zu dürfen?“.

  8. “ Weil Geld nicht schlecht wird, ist es das gute Recht desjenigen, der es hat, es möglichst effektiv einzusetzen. Er kann dies machen, indem er es investiert oder eben indem er es anderen Leuten zur Verfügung stellt, die es investieren, und ihm dann für das Mieten des Geldes entschädigen“

    Genau das ist das Problem.

    Ich gönne jedem seinen Reichtum, aber ein Reicher hat auch die Pflicht dieses Geld auszugeben und wieder in den Kreislauf zu bringen. Davon profitieren dann alle.

    Und wenn nicht sollte er es den Armen geben.

    Wenn er es aber hortet und noch versucht aus Geld Geld zu machen ist es klar, dass es so nicht langfristig hinhauen kann weil er dem Wirtschaftskreislauf das Benzin vorenthält.

    So ist klar das die Reichen immer Reicher und die Armen immer Ärmer werden, wie ein gigantischer Staubsauger der alles nach „oben“ zieht.

    Niemand kann durch ehrliche, eigene! Arbeit Milliardär werden, sondern lebt auf Kosten anderer die diese Arbeit für ihn machen.

  9. Miete auf Geld verschwindet in Gewissem Sinn nicht, wenn das Geldsystem Zinslos funktioniert.

    1. Die Dienstleistung am Gläubiger, sein Geldwert bleibt erhalten

    Hier fällt auf den ersten Blick kein Gewinn ab, aber letztlich nur numerisch, da ohne das Geld zu verleihen, dieses abnehmen würde.

    2. Die Bank wird noch immer Risikoprämien verlangen und sich ihre Dienstleistung auch bezahlen lassen (Provision).

    Je nach Angebot und Nachfrage richtet sich das dann ein.

    Die Annahme, derzeit müssten sich Banken das Geld, dass sie verleihen, erstmal durch ein Zinsversprechen bei jemandem holen, ist leider eine Illusion. Nur 0.5% eines ausgegebenen Kredits müssen derzeit in Buchgeld vorliegen, um daraus durch Kredit mehr Buchgeld zu schaffen.

    Und Virtual-CD hat es ja schon angesprochen: Da die Geldmenge nur über Kredite gesteuert werden kann – anders kommt kein Geld in Umlauf – und Private nicht beliebig viele Kredite brauchen, muss der Staat in die Bresche springen. Um somit nach bestehender Logik die Wirtschaftskreisläufe zu retten.

    Die Staatsverschuldung ist also nicht vermeidbar und hat schon gar nichts mit einem ausufernden Sozialsystem zu tun. Das wird in späten Phasen nur hinderlich, weil der Staat dadurch nicht mehr so solvent ist, und die Gläubiger wollen natürlich ihre Forderungen abgesichert haben. So wird dann druck ausgeübt, diese Leistungen zu kürzen.

    Teilweise wird das schon Quasireligiös getan, Hans Werner Sinn kommt mir eher wie ein Schaman vor, der den Geist des Marktes beschwört als angeblich komplexe Wissenschaft, die nur er und die anderen Wirtschaftswaisen (man beachte den ungewöhnlichen Titel) verstehen.

    In der Realität kann man davon ausgehen, dass bei jedem Befolgen von Vorschlägen derselben das Gegenteil dessen passiert, was sie als Folge angekündigt haben – und wieder und wieder wird trotzdem auf sie gehört.

  10. Eine Auseinandersetzung mit Christians geäusserter Furcht vor Kapitalflucht gibt es hier:
    http://finanzcrash.com/forum/read.php?1,6153,6195#msg-6195

    Ist von 2006. Etwa zu dieser Zeit habe ich mich auch zum ersten mal sehr Intensiv damit befasst. Das Thema ist nun wirklich nicht mehr neu. Es wird jetzt stärker diskutiert, weil sich immer deutlicher Zeigt, wie nach wir jetzt am unvermeidlichen, schmerzhaften Ende eines Zyklus sind.

    Leistungsgedeckte, Umlaufgesicherte Regionalgelder gibt es immer mehr, das einstige Schülerexperiment „Chiemgauer“ ist in der Region dort mittlerweile Selbstverständlich und und allgemein geschätzt. (Wobei der Chiemgauer noch Eurogedeckt ist)

    Auch andere Währungsmodelle in Form spezialisierter Währungen hat sich schon durchgesetzt. Da im aktuellen System kein Platz für Sozialleistungen wie Pflege sind, erst recht in einer Deflation, wie sie Japan nun schon seit mehr als 15 Jahren kennt, gibt es dort eine spezialisierte Währung, mit der man sich den Anspruch auf Pflege im Alter durch Pflege von Alten erarbeitet (also eine spezifizialisierte Währung)

    Von ähnlichen Projekten in kleinem Rahmen habe ich auch schon in Deutschland und Österreich gehört.

    • … das einstige Schülerexperiment „Chiemgauer“ ist in der Region dort mittlerweile Selbstverständlich …

      Ist das sowas Ähnliches wie die sächsische Bierstulle? 🙂

      • Das sind ganz einfach Gutscheine, die an den Euro gekoppelt sind. Wahrscheinlich eine Idee des regionalen Gewerbes, die sich damit einen grösseren Teil am Markt sichern wollen. Der Umtausch 1:1 ist, gäbe es einen Markt für Chiemgauer, nicht gerechtfertigt, denn der Chiemgauer hat gegenüber dem Euro einige Nachteile wie Wertzerfall und eingeschränkte (geografische) Akzeptanz als Zahlungsmittel.

      • Lustig, dass du als Nachteil bezeichnest, was genau der Vorteil ist.

        Es ist ja genau der Sinn von Regionalsgeldern, lokale Wirtschaftskreisläufe wieder anzuregen – und es funktioniert.

        Die Umlaufsicherung führt auch tatsächlich zu einer höheren Umlaufgeschwindigkeit. Die ist im Vergleich mit dem Euro um ein mehrfaches höher – auch das Sinn der Sache und ganz im Sinne des Initiators, der sich dabei an Konzepten der Freiwirtschaft und dem Wörgler Freigeld orientiert hat.

        Der grösste Schwachpunkt des Chiemgauers ist seine Deckung bzw. Wertbestimmung anhand des Euros.

        Andere Regionalgelder sind von Vornherein auf Leistungsdeckung ausgelegt oder stellen gerade um.

      • Lustig, dass du als Nachteil bezeichnest, was genau der Vorteil ist.

        Der Vorteil liegt beim regionalen Gewerbe. Der Konsument, der Chiemgauer zum Kurs von 1:1 erwirbt, hat keinen ersichtlichen Vorteil gegenüber der Bezahlung mit Euros. Der Erwerb von Chiemgauern ist ein Bekenntnis zur Unterstützung des regionalen Gewerbes. Das könnte ich auch mit Euros leisten, indem ich meine Produkte soweit wie möglich beim regionalen Gewerbe beziehe, d.h beispielsweise den Dorfbäcker berücksichtige, anstatt mein Brot bei Aldi einzukaufen.

  11. Die Notenbanken, welche Geldpolitik betreiben, sollten die Geldmenge nur soweit ausweiten, wie das Bruttoinlandprodukt (mittel- bis langfristig) steigt. Damit wäre (in etwa) ein realer Gegenwert für das Geld gesichert. So wird in unserer wunderbaren kapitalistischen Welt aber nicht operiert.

    Die Geschäftsbanken schöpfen Geld, d.h sie vergeben Kredite und verlangen Zins. Nur durch die Geldschöpfung wird niemand reicher. Die Geschäftsbank erzielt nur dann einen Ertrag, wenn der Kreditnehmer die Schulden und den Zins begleicht. Momentan aber sehen wir, dass Kredite manchmal nicht zurückgezahlt werden (können, Costa Cordalis kann ein Liedchen davon singen, auch auf Deutsch). Diesen Verlust müssten im wunderbaren, nur theoretisch existierenden kapitalistisch-marktwirtschaftlichen System die Geschäftsbanken selbst tragen.

    Das aber ist bei einer geforderten Eigenkapitaldecke von wenigen Prozent öfters voraussehbar nicht der Fall. Diese Geschäftsbanken müssten vom Markt liquidiert werden, d.h Konkurs gehen. Tun sie aber in der Regel nicht, denn die Notenbanken pumpen billiges Geld in die Geschäftsbanken, da diese, eine gewisse Grösse vorausgesetzt, als systemrelevant betrachtet werden, d.h ihr Untergang hätte gravierende volkswirtschaftliche Schäden zur Folge. Damit sind die Verluste der Geschäftsbanken durch die Ausweitung der Geldmenge und der Entwertung des Geldes durch Inflation elegant sozialisiert worden.

    Aber als sozial denkender Mensch, der sozialen Ausgleich für eine Notwendigkeit hält, bin ich natürlich absolut für eine grosszügige Sozialhilfe für Banker, deren Boni auch etwas über dem Harz IV Sozialhilfesatz liegen dürfen. Sie sind schliesslich die Helden der Marktwirtschaft und der Eigenverantwortung. Wobei Eigenverantwortung mit „leck mich am Arsch“ treffend übersetzt sein dürfte. (Vorsicht Ironie)

  12. „Das aber ist bei einer geforderten Eigenkapitaldecke von wenigen Prozent öfters voraussehbar nicht der Fall. Diese Geschäftsbanken müssten vom Markt liquidiert werden, d.h Konkurs gehen. Tun sie aber in der Regel nicht, denn die Notenbanken pumpen billiges Geld in die Geschäftsbanken, da diese, eine gewisse Grösse vorausgesetzt, als systemrelevant betrachtet werden, d.h ihr Untergang hätte gravierende volkswirtschaftliche Schäden zur Folge. Damit sind die Verluste der Geschäftsbanken durch die Ausweitung der Geldmenge und der Entwertung des Geldes durch Inflation elegant sozialisiert worden.“
    Niemand, auch nicht die sogenannten „Marktradikalen“ gegen die alle wettern, findet das gut. Als ob (a la Christian Ortner) ein klares Bekenntnis zum wirtschaftlichen Liberalismus nicht ähnlich wäre zum Geständnis, die exklusivste Sammlung tschechischer Kinderpornographie zu besitzen.

    Konkurs der Banken allerdings war nicht möglich, weil niemand die Folgen absehen konnte. Interessanterweise erwähnte jedoch bisher niemand die liberale Umgehensweise mit zu groß gewordenen Marktteilnehmern: Zerschlagung.

  13. Interessanterweise erwähnte jedoch bisher niemand die liberale Umgehensweise mit zu groß gewordenen Marktteilnehmern: Zerschlagung.

    @Haselnuss

    Die Zerschlagung soll ein (wirtschafts-)liberales Mittel sein? Wer soll sie denn zerschlagen, die ganz grossen Geschäftsbanken, wenn nicht der Staat?

    • Die Liberalen haben ja nicht per se was gegen den Staat (wären sie da etwas ‚konsequenter‘ wären sie eher Anarchisten), für Dinge wie Gewaltmonopol und die Nutzung dessen zur Durchsetzung von Verträgen z.B. fordern sie üblicherweise ja sogar den Staat.

      Dementsprechend kann man als Liberaler auch fürs Kartellamt sein. Ein (von Meisten mir bekannten liberalen als socher wahrgenommener) nicht-liberaler Ansatz wäre z.B. Enteignung oder Verstaatlichung der jeweiligen Banken

      • Naja, Banken enteignen den Staat.

        Aber es geht nicht darum, Banken bzw. deren Besitzer zu enteignen, sondern ihnen vom Staat/Monarchie verliehene Priviligien wieder zu entziehen, um sie einer echten 4. Gewalt, der Monetative zuzuführen.

        Wenn Banken nur noch Geld verleihen dürfen, dass sie haben, kann man schwerlich von Enteignung sprechen.

      • Warum sollte es sinnvoll sein nur noch Geld zu verleihen, das man hat? Das führt unweigerlich dazu, dass irgendwann nur noch eine Bank alles Geld hat.

      • Wie soll ich mir denn das vorstellen? Gemeint ist folgendes Szenario:
        Bankkunde 1 bringt sein Geld auf die Bank um sie dort Vertraglich für ein Jahr zu hinterlegen.
        Bankkunde 2 leiht von der Bank einen Teilbetrag (oder noch etwas mehr von anderen Kunden). Die Bank verlangt dafür etwas Geld für die Dienstleistung zuzüglich einer Risikoprämie.

        Wie soll da die Bank irgendwann alles Geld haben?

        Tatsächlich sieht es so aus, dass aktuell Banken das Geld exponentiell kummulieren.

        Bankkunde 1 bringt sein Geld auf die Bank, erhält dafür einen Zinssatz.
        Bankkunde 2 bezieht von der Bank ein mehrfaches dieses Geldes als Buchgeld. Die Bank verlangt ein Gebühr, Risikopremie und einen höheren Zins, als sie dem anderen Kunden eh schon zahlt – aber auf einen viel höheren Betrag, als sie tatsächlich an Einlagen hat.

        Wie man mit diesen Möglichkeiten fast pleite gehen kann? Weil diese Art von Geschäft den Banken nicht genug ist und, man kann es nicht anders nennen, damit Glücksspiel im Wertpapierhandel betrieben wird.

      • Bleibt aber die Frage ob man das Risiko eingehen muss. Im ersten Fall besteht schließlich auch die Möglichkeit, dass das verliehene Geld weg ist. Bei zwei Bankkunden wäre dann wahrscheinlich Sense mit der Bank, ebenso das hinterlegte Geld von Bankkunde 1. Dieses Risiko sollte wohl auch irgendwie abgefangen werden.

    • „Die Zerschlagung soll ein (wirtschafts-)liberales Mittel sein?“
      Ja. Man vergleiche die Geschichte von Standard Oil.
      „Wer soll sie denn zerschlagen, die ganz grossen Geschäftsbanken, wenn nicht der Staat“
      Nun, natürlich zerschlägt der Staat Unternehmen. Wer denn sonst?

  14. Man sollte noch anmerken, dass Zinsen kein monetäres Phänomen sind. Wenn ich statt 1000 Euro 1000 Kartoffeln verleihe, dann kann ich natürlich auch verlangen, statt 50 Euro 50 Kartoffeln als Zinsen zu erhalten. Zinsen sind nur eine Prämie für Konsumverzicht: Ich kann ein Gut für eine bestimmte Zeit nicht nutzen und will dafür eine Kompensation haben. Diese Kompensation wiederum kann aus allem Möglichen bestehen (z. B. Gummibärchen). Grund für Zinsen ist die Bevorzugung des gegenwärtigen gegenüber dem zukünftigen Konsum (Zeitpräferenz). Je stärker ich gegenwärtigen Konsum vorziehe, desto höher muss der Zins sein, damit ich den Konsum in die Zukunft verschiebe,
    Jeder Versuch, Geldzinsen abzuschaffen, führt deshalb zu Ausweichverhalten und ist in einer komplexen Wirtschaft genauso wenig sinnvoll wie die Abschaffung des Geldes an sich.

  15. Man sollte noch anmerken, dass Zinsen kein monetäres Phänomen sind. Wenn ich statt 1000 Euro 1000 Kartoffeln verleihe, dann kann ich natürlich auch verlangen, statt 50 Euro 50 Kartoffeln als Zinsen zu erhalten. Zinsen sind nur eine Prämie für Konsumverzicht: Ich kann ein Gut für eine bestimmte Zeit nicht nutzen und will dafür eine Kompensation haben. Diese Kompensation wiederum kann aus allem Möglichen bestehen (z. B. Gummibärchen). Grund für Zinsen ist die Bevorzugung des gegenwärtigen gegenüber dem zukünftigen Konsum (Zeitpräferenz). Je stärker ich gegenwärtigen Konsum vorziehe, desto höher muss der Zins sein, damit ich den Konsum in die Zukunft verschiebe,
    Jeder Versuch, Geldzinsen abzuschaffen, führt deshalb zu Ausweichverhalten und ist in einer komplexen Wirtschaft genauso wenig sinnvoll wie die Abschaffung des Geldes an sich.

    (Christian: Bitte meinen moderierten Kommentar nicht freischalten/löschen.)

    • @ Denton

      *, Geldzinsen abzuschaffen, führt deshalb zu Ausweichverhalten und ist in einer komplexen Wirtschaft genauso wenig sinnvoll wie die Abschaffung des Geldes an sich.*

      Wichtiger Punkt: Ausweichverhalten.

      Wie soll denn sichergestellt werden, dass Freigeld als Zahlungsmittel akzeptiert wird?

      Und das auch noch weltweit?

      Wer soll die Saudis zwingen, das Gsell’sche Freigeld anzunehmen und dagegen Öl zu liefern?

      Wenn die wünschen, in Gold, Diamenten oder Dollar bezahlt zu werden?

      • @ BHD

        Es tut mir leid, BHD. dem Beitrag von krümel, dem Barbaren, konnte ich zwar viele hoffningsfrohe Annahmen über die wunderwirkende Einführung von Freigeld entnehmen, aber leider nicht, was ich denn nun machen soll, wenn die Saudis überraschenderweise das Gsell’sche Freigeld nicht ganz so sehr schätzen wie Sie und Krümel, der Barbar.

        Was mach ich denn dann, wenn die sagen: „Dollar oder Gold, sonst kein Öl.“

        Muss ich dann das Freigeld zur flugzeugträgergedeckten Währung machen?

        Das wäre dann aber auch wenig friedfertig-matriarchal.

      • Oh… die Araber werden eine gedeckte Währung viel lieber haben als den Dollar, der genau genommen nur noch eine Deckung hat: Die Tatsache, das Rohöl nur in Dollar gehandelt wird. Man hatte ja selbst bereits versucht, eine andere Währung einzuführen, den Golddinar… andere, wie der Irak wollten später auf Euro umsteigen. Bekam ihnen allen nicht gut.

        Initiierte Regimewechsel und Besatzung waren die Folgen.

      • „Wie soll denn sichergestellt werden, dass Freigeld als Zahlungsmittel akzeptiert wird?“

        Durch staatlichen Zwang, wie jetzt auch.

        „Wer soll die Saudis zwingen, das Gsell’sche Freigeld anzunehmen und dagegen Öl zu liefern?“

        Unsere Feministinnen. DIe sagen einfach zu den Saudis: „Entweder Ihr nehmt unser Freigeld, oder wir führen bei euch das Matriachat ein!“ 🙂
        Sie werden sehen, die Ölproduktion wird sich anschließend verdoppeln (mindestens!). 😉

      • @ BHD

        Golddinar und Euro sind aber kein Gsellsches Freigeld.

        Warum sollten ausgerechnet diese wüsten Völker (wie ich bei Herrn DeMeo, dem Organon-Regenmacher nachlesen durfte), Ihre Matriarchen-Penunzen akzeptieren?

        Ich fürchte, ohne Nachdruck werden die das einfach nicht machen.

      • @ Denton

        *Unsere Feministinnen. DIe sagen einfach zu den Saudis: „Entweder Ihr nehmt unser Freigeld, oder wir führen bei euch das Matriachat ein!“
        Sie werden sehen, die Ölproduktion wird sich anschließend verdoppeln (mindestens!). *

        Sie meinen, wir schicken denen ein paar Missionarinnen der Nächstenliebe?

        Ja, gut.

        Am Ende müssen wir BMW liefern, um sie wieder freizukaufen.

        Kamele hamm‘ wa ja nich.

        Das kann also teuer werden.

      • > Matriarchen-Penunzen akzeptieren?

        Vielleicht weil sie
        a) Das nicht aus ihrer verque(e?)ren Perspektive sehen
        b) Das immante Zinsproblem ein grosses Thema im Islam (die ja teils sogar durch fehlgelaufene Manipulation aus den USA zum Währungsschutz oft mit dem Staatswesen vermischt ist) ist und im dortigen Bankenwesen ein entsprechender Umbruch stattfindet

        Euro wäre tatsächlich Witzlos gewesen, denn dessen einzige Deckung ist im Grunge genommen Dollar.

        Allerdings wären die Profite durch die zurückkehrenden Devisen dann nach Europa gegangen.

        Und wie gesagt, es geht nicht nur um Zinsen. Man beachte dass das Ding „Gold-Dinar“ hiess. Es ging also auch um eine Deckung. Nur kann eine goldgedeckte Währung in einem zinsbehafteten System nicht funktionieren, denn die Golddeckung kann nicht zusammen mit dem Geldvermögen wachsen. Ich denke da war man mit seinen Gedanken durchaus weiter, als sie es attestieren.

        Naja, sind wahrscheinlich einfach zuviele Zusammenhänge, die sie gandenlos überfordern.

      • @ A. Roslin

        „Am Ende müssen wir BMW liefern, um sie wieder freizukaufen.

        Kamele hamm’ wa ja nich.

        Das kann also teuer werden.“

        Ach was, BMW wird seine Autoproduktion in absehbarer Zeit eh wegen überhöhter Strompreise ins Ausland verlagern. Zum Ausgleich könnte BMW aber eine Kamelzucht in Deutschland aufmachen und die Kamele als 100%-Bio-Fahrzeug vermarkten, sozusagen als Beitrag zur Energiewende. Ich wette, dafür gäb´s auch noch ordentlich Subventionen. 🙂

      • @ Denton

        *Zum Ausgleich könnte BMW aber eine Kamelzucht in Deutschland aufmachen und die Kamele als 100%-Bio-Fahrzeug vermarkten, sozusagen als Beitrag zur Energiewende. *

        Stimmt.

        Eine zukunftsweisende Billiglösung für’s kommende Matriarchat.

        Aus BMW wird BKW.

        Daraufhin können wir auch getrost das Freigeld einführen, denn von uns will dann eh niemand mehr etwas kaufen.

        Den Kameldung pappen wir auf die Fassaden unserer matriarchalen Grashütten zur Wärmedämmung, brauchen also auch kein Öl mehr.

        Total friedlich und gewaltfrei werden wir auch sein, also die Bundeswehr und die Polizei abschaffen können, denn wo nichts mehr zu holen ist, ist auch nichts mehr zu verteidigen.

        Wem das nicht passt, der kann ja gehen und auswandern.

    • Es gibt einen Unterschied zwischen Kartoffeln und Geld. Kartoffeln verroten.

      Deshalb kann es Sinnvoll sein, einen überschuss an Kartoffeln zu verleihen und genauso viele Kartoffeln zurück zu erhalten – wenn man sie braucht.

      Das funktioniert mit der aktuellen Auslegung von Geld nicht.

      Des weiteren geht es bei Investitionen nicht um Konsumverzicht, denn die wenigen, die tatsächlich noch zu den Zinsgewinnlern gehören, müssen nicht auf Konsum verzichten…. es gibt ja kaum noch einen Gegenwert in Waren.

      Was mich immer wieder aufs neue Überrascht, ist, wie sich hier Menschen, die sich oft als besonders Rational betrachten, Dinge schön reden und mathematisch nachweisbare Zusammenhänge plötzlich in den Bereich von Verschwörungstheorie oder gar Esoterik drängen will.

      • „Es gibt einen Unterschied zwischen Kartoffeln und Geld. Kartoffeln verroten.“

        Sie haben Recht: Kartoffeln verrotten. Sie hätten sich jetzt stattdessen ein anderes, haltbares Gut denken können, um die Idee hinter dem Beispiel zu erfassen. Aber da setzte ich wohl zuviel eigenständige Denkleistung voraus.

        „Was mich immer wieder aufs neue Überrascht, ist, wie sich hier Menschen, die sich oft als besonders Rational betrachten, Dinge schön reden und mathematisch nachweisbare Zusammenhänge plötzlich in den Bereich von Verschwörungstheorie oder gar Esoterik drängen will.“

        Und ich bin immer wieder auf´s neue überrascht, wie hier Menschen ihre unausgegorenen und z. T. reichlich wirren Gedanken als die ultimative Lösung aller Probleme präsentieren können.

      • Ein anderes, haltbares Gut. Was könnte das sein. Edelmetalle und Land vielleicht. Das Thema Land ist dabei immer wichtig, der Wert von Edelmetallen hängt von der Nachfrage ab. Es vergeht zwar nicht, wird aber auch nicht unbedingt benötigt.

        Nachhaltig produziert wird heutzutage so wie so nichts mehr. Wenn etwas zu lange hält, ist das schlecht für die Nachfrage.

        Bleibt die letzte Frage: Was ausser Lebensmitteln (die verroten) hat tatsächlich einen Wert, wenn man hungert? Am Ende bleibt da höchstens die Fläche übrig, die nötig ist, um überhaupt Lebensmittel zu produzieren (oder zu Fischen)

      • > Es gibt einen Unterschied zwischen Kartoffeln und
        > Geld. Kartoffeln verroten.

        > Deshalb kann es Sinnvoll sein, einen überschuss an
        > Kartoffeln zu verleihen und genauso viele Kartoffeln
        > zurück zu erhalten – wenn man sie braucht.

        Es schafft eine Motivation für einen niedrigenen Preis für ‚Kartoffelkredite‘, ja, das bedeutet aber nicht, dass der bei 0 ankommt. Ich kann auch bei verfallenden Gütern Vorteile von Zinsen haben, und solange es genug Nachfrager gibt, sind die Anbeiter nicht zu selbstkostenpreisen gezwungen.

        > Das funktioniert mit der aktuellen Auslegung von Geld nicht.

        Doch. Inflation existiert, Geld ‚Verrottet‘.

        • @Keppla

          „Doch. Inflation existiert, Geld ‘Verrottet’.“

          Richtig. Aber eben sehr langsam. Im Vergleich zu Kartoffeln.
          Und wir haben nicht das Gefuehl, dass es verrottet. Weil wir immer noch die gleiche Menge haben. Ein solcher Verrottungsvorgang entspricht eben unserem Denken nicht. Weil wir ihn erst in der Neuzeit in unser Denken einbauen mussten.

      • Stagflation, versteckte Deflation…

        Eigentlich hat es beides. Deflation bei der bewertung von Arbeitsleistung, Inflation im Sinne massiver Ausweitung der Geldmenge, die aber nur noch in den Devisenhandel fliesst.

        Inflation ist nicht das gleiche, wie die Umlaufsicherung.

        ja, das bedeutet aber nicht, dass der bei 0 ankomm
        Angebot und Nachfrage sind ja nicht aus der Welt. Er kann über, gleich, oder unter Null sein. Aktuell geht nur über.

  16. Zudem hat man damit lediglich ein künstliche Inflation geschaffen. Wenn jemand Waren im Ausland kaufen will, dann werden die Verkäufer kein umlaufgesichertes Geld nehmen, dass einen ungewissen Wert hat, der zudem schwierig zu kontrollieren ist, sondern Divisen. Die dann mit umlaufgesicherten Geld teuer einzukaufen sind.

    Das ist schlichtweg falsch.

  17. Alexander

    „Nur die Matriarchen, die hat mal wieder niemand eingweiht, Die sitzen unschuldig, ahnungs – und machtlos vor der ledergepolsterten Tür, hinter der die judaeo-christlichen Freimaurerpatriarchen ihre finsteren Anschläge auf die Gesundheit von Mutter und Kind planen.“

    Ich wurde meinen Finger auf die Transaktionen legen – habe von dem Finanz-Thema wenig Ahnung, mag aber meine magere Weisheit weitergeben! http://www.youtube.com/watch?v=ZI3Wr7rtZhI Gute Nacht

  18. Neulich habe ich einen Aufsatz von Ottmar Lattorf gelesen, der mir wohltuend bestätigt hat, dass die matriarchale Forschung, die (hier von Roslin & Co.) heftig kritisiert wird (na ja, sie fordert auch ein Paradigma-Wechsel), keine Verschwörungs-Theorien liefert, sondern nachvollziehbare Überlegungen bezüglich Zukunft anspricht. Auch hier in diesem Kreis haben Einige sich ordentlich bemüht, von unterschiedlichsten Seiten das geballte Thema zu besprechen: ein Umdenken bei Wirtschaft und Finanzen ist auch unumgänglich.

    Mich hat Lattorf bestätigt, dass Vergangenes nicht in alten abgeschlossenen Schränken liegt, sondern die Gegenwart aktuell mitbetreibt: „Die Komplikationen zwischen den Geschlechtern und die vielfältigen psychologischen Probleme der Menschen in den Industriestaaten stellen nicht den Ur-Zustand des Homo Sapiens, stellen nicht den Normal-Standart innerhalb menschlicher Gesellschaften dar, sondern sind das exklusive typische Kennzeichen der Neuzeit und die Verstärkung des kapitalistischen Patriarchats nach der Hexenverfolgung in Europa dar.“ Wie ein Bloger von hier mal lakonisch gesagt hat: ein paar wurden verbrannt und es gibt so viel Aufregung darüber! Dass mit der systematischen Verfolgung und Vernichtung der Hexen und Hebamen ein uraltes Wissens-Schatz von der Erd-Fläche weggefegt wurde, der in aktueller Problematik hilfreich sein würde, wird dabei nicht gesehen. Hauptsache die Multi-Player dürfen ihre Plätze auf dem Karussell behalten! Dass Einige lägst tot sind, spielt keine Rolle.

    Lattorf sieht es ähnlich, wie die matriarchale Forschung beweist, dass die christliche Kirche innerhalb Europas diesbezüglich eine treibende Zerstörungs-Variante darstellt. Jesus von Nazareth war das erste Opfer.

    • „Dass mit der systematischen Verfolgung und Vernichtung der Hexen und Hebamen ein uraltes Wissens-Schatz von der Erd-Fläche weggefegt wurde, der in aktueller Problematik hilfreich sein würde, wird dabei nicht gesehen.“
      Und schon wieder geschichtliche Fehler: Auch nach der Hexenverfolgung, gab es noch genügend hebammen. Schon wieder ein Wiederspruch. Merkst du das nicht, Staro, dir werden hier immer und immer wieder die wiedersprüche aufgezählt, aber du ignorierst sie und beharrst weiter auf deinem Standpunkt, ohne auch nur im Ansatz Argumente zu liefern oder auf andere Argumente einzugehen.

      • Imion

        „Und schon wieder geschichtliche Fehler: Auch nach der Hexenverfolgung, gab es noch genügend hebammen.“

        Erzähl mal, was heißt „genügend“?

    • @ Starosczk

      *Dass mit der systematischen Verfolgung und Vernichtung der Hexen und Hebamen ein uraltes Wissens-Schatz von der Erd-Fläche weggefegt wurde, der in aktueller Problematik hilfreich sein würde, wird dabei nicht gesehen.*

      Die Frauen und Männer, die verbrannt wurden (max. 50000 in 200 Jahren in GANZ Euorpa, das sind zwar zu viele, aber insgesamt nicht viele – 250 pro Jahr im Schnitt in GANZ Europa), waren in der Regel keine „Hexen“ = Heilerinnen, Hebammen oder „Hexer“.

      Auch das ist ein Mythos, ein Märchen, empirisch nach Auswertung der ziemlich umfänglich erhaltenen Hexenprozessakten widerlegt.

      Du predigst hier eine Religion, die sich auf widerlegte Legenden stützt, die an Märchen glaubt.

      Was Wissenschaft heute über die Hexenverfolgungen weiß, kannst Du hier nachlesen:

      http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/thementexte/rezeption/art/Neun_Millionen/html/ca/0e43e9dea3/

      Es ist schwer, mit jemandem zu diskutiern, jemanden ernst zu nehmen, der in einem selbstgestrickten, selbstreferentiwllen Märchenwald hockt und mit Riesen und Zwergen umgeht, von deren Realität er überzeugt ist.

      • Alexander

        „Was Wissenschaft heute über die Hexenverfolgungen weiß, kannst Du hier nachlesen:“

        Und Du kannst Dir selbstverständlich denken, was ich von einer Wissenschaft halte, die wissenschaftliche Rechthaberei im Sinne hat und nicht das Wohlergehen der Menschen!

        • @Starosczyk

          „Und Du kannst Dir selbstverständlich denken, was ich von einer Wissenschaft halte, die wissenschaftliche Rechthaberei im Sinne hat und nicht das Wohlergehen der Menschen!“
          Wie veraendert sich denn die Geschichte, wenn man das Wohlergehen der Menschen im Auge hat ploetzlich?
          Sollte wissenschaftliche Geschichte sich nicht an den Fakten orientieren, die sie vorfindet?

      • Chrisian

        „Sollte wissenschaftliche Geschichte sich nicht an den Fakten orientieren, die sie vorfindet?“

        Selbstverständlich Christian, auch Dir kann ich diesbezüglich Recht geben. Mich ärgert es – und daher nehme ich es nicht ernst, wenn Bloger derartige Flaps in die Diskussion schmeißen: „Und schon wieder geschichtliche Fehler: Auch nach der Hexenverfolgung, gab es noch genügend hebammen.“!

        Ps. Beim Fegen waren die Typen auch nicht das Beste!

  19. Und schon wieder geschichtliche Fehler: Auch nach der Hexenverfolgung, gab es noch genügend hebammen.
    Wieder ein Versagen im vernetzten Denken. Die Verfolgung liess in deinem Weltbild wohl alle potentiell verfolgten völlig unbeeinflusst?

      • PS:

        Zitat aus dem oben verlinkten Text, falls jemand zu faul sein sollte, den Link aufzurufen:

        *Außerhalb der professionellen Historiographie kam es jetzt in den USA zu einem rapiden Anstieg der Opferzahlen. „Millions“ ließen Barbara Ehrenreich und Deirdre English 1973 in ihrem schmalen, aber einflußreichen Büchlein „Hexen, Hebammen und Krankenschwestern“ hinrichten, einer mittlerweile klassischen Publikation der neuen Frauenbewegung, welche die Verschwörungsthese propagiert, Ärzte hätten mit Hexenverfolgungen die Frauen aus den Gesundheitsdiensten eliminieren wollen. [76] Eines der einflußreichsten Produkte des akademischen Feminismus, „Gyn/Ecology“ von der amerikanischen Religionsphilosophin Mary Daly, erhebt diese Zahlen zum Zentralstück ihrer These vom unterdrückerischen Charakter „des Patriarchats“ [77]. In diesem Kontext kam es in den 1970er Jahren zu expliziten Vergleichen der Hexenverfolgung mit dem Holocaust an den europäischen Juden, wobei neben Andrea Dworkin insbesondere Mary Daly den Genozid durch einen „Gynozid“ übertreffen wollte. [78] Diane Purkiss, Lecturer in English an der University of Reading, hat herausgearbeitet, in welcher Weise sich Daly dabei selbst zur Hexe stilisierte und möglichen Kritikern die Rolle der Inquisitoren zuweist, wobei sie in ihrem denunziatorischen Duktus eher den Verfassern des „Hexenhammers“ als den verfolgten Frauen glei- [679] che. Während das Schicksal historischer, tatsächlich als „Hexen“ verbrannter Einzelpersonen zum bloßen Belegmaterial verkommt, dient „The Great Burning“ als Legitimation der eigenen Radikalität. [79]

        Eine möglichst hohe Opferzahl erforderte die These einer „Vernichtung der weisen Frauen“ durch den frühmodernen Staat, in welcher die zwei Bremer „Sozialwissenschaftler“ Gunnar Heinsohn und Otto Steiger die Ehrenreich/English-These mit der eigenen Verschwörungsvorstellung mischen, das „geheime Verhütungswissen“ der Hebammen sei ausgerottet worden, um durch möglichst viele Geburten eine Peuplierung der frühneuzeitlichen Fürstenstaaten zu erreichen. Bezüglich der Opferzahlen haben Heinsohn/ Steiger über den Querverweis Diefenbachs Voigts hochgerechnete 9.442.994 verbrannten Hexen wiederentdeckt. Obwohl sie zur Vortäuschung von Seriosität die einschlägige neuere Fachliteratur angaben, sprachen sie 1979 von einer „Vernichtung von Millionen von Frauen.“ [84] Über ihre, durch unkritische und sensationsheischende Nacherzählung in dem Magazin „Der Spiegel“ weit verbreitete [680] und dennoch unhaltbare Geschichtsklitterung ist alles Notwendige bereits gesagt worden. [85].

        Darin wurde über diese unhaltbare Geschichtsklitterung bereits alles gesagt:

        *[85] Rezensionen durch: Gerd Schwerhoff, in: Geschichtsdidaktik 11 (1986) S. 95-97. Sibylle Flügge, in: Feministische Studien l (1986) S. 149-153. Gerhard Schormann, in: Der Staat 25 (1986) S. 635f. Günter Jerouschek: Des Rätsels Lösung? Zur Deutung der Hexenprozesse als staatsterroristische Bevölkerungspolitik. In: Kritische Justiz 19 (1986) S. 443-459. Wolfgang Behringer: Die Drohung des Schadenzaubers. Von den Regeln wissenschaftlicher Arbeit. Eine Antwort auf Heinsohn und Steiger. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 232 vom 7. 10. 1987. Heide Wunder: Die komplexen Zusammenhänge der Hexenverfolgungen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 263 vom 12.11.1987.*

        Da kann man nur wieder einmal Christina Hoff Sommers Recht geben, die meinte feministische Propagandamythen seinen schwerer zu killen als ein Vampir.

        Der Mythos von den Hexenverfolgungen als Verfolgung der „weisen“ Frauen ist ein solcher Propagandamythos, widerlegt ad nauseam, aber immer wieder gern gebracht wie die Matriarchate der Urzeit, die 23 % Lohndiskriminierung, häusliche Gewalt nur durch Männer an Frauen und Kindern usw., usw., usw.

        Was man sich halt so zusammenspinnt und wovon man nicht lassen will, wenn man FeministIn ist.

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