Flirten

Diese Woche soll es durchgängig jeden Tag um ein anderes Thema rund um „Mann &  Frau zusammen“ gehen, einfach freie Assoziationen und Gedanken, anhand jeweils eines bestimmen Schlagwortes. Für neue Ideen und für das Entdecken von Aspekten, die bei spezielleren Texten untergehen

Es beginnt mit:

Flirten

Flirtet ihr gerne? Was ist eure Taktik? Was würdet ihr gerne mal ausprobieren? Flirten für die Beziehung oder für den Sex? Wie viel sollte man in einer Beziehung noch miteinander flirten? Und was stört oder gefällt euch am flirten? Was wäre euer perfekter Flirt? usw

 

Jordan Peterson mit einer guten Zusammenfassung seiner Positionen und seiner Kritik

„Feindbild Frau“ – wie man Hass auf Männer rechtfertigt

Ein Text bei den „Störenfridas“ stellt dar, wie sich angeblich ein „Feindbild Frau“ etabliert hat. Es ist ein Text voller Hass, den ich immer wieder erstaunlich finde:

Die Unterschiede der Geschlechter wurden mir selten so deutlich wie in der Pubertät und der Loyalität untereinander, die sich damals verstärkt entwickelte. Wie oft hörte ich von Jungs und später auch (jungen und nicht mehr so jungen) Männern das gute alte „Bros before hoes“, was nichts anderes ist als die Übereinkunft, dass Frauen sich zum Ficken und Putzen gut eignen und auch sonst ganz reizend sein können, aber eine echte Verbundenheit nur zwischen Männern bestehen kann.

Ein gewagter Schluss. Es bedeutet einfach nur, dass gute Freunde etwas sind, was man sein ganzes Leben hat und was man nicht leichtfertig für Sex oder eine vielleicht kurzlebige Beziehung opfern soll – und dürfte auch eher spasshaft verwendet werden.

Denn nur Männer sind Menschen. Frauen sind eine Art Wurmfortsatz, Untermenschen, nicht vollkommen, schließlich stammen sie vom Mann ab.

Da hasst jemand wirklich. Und überträgt vielleicht ihre Selbstzweifel auf andere.

Bei uns Mädchen war es so, dass Jungs natürlich auf Platz eins standen, sie waren das Thema unserer Pausengespräche, stundenlanger Telefonkonferenzen und Ursache erbitterter Streits. Letztere insbesondere dann, wenn sich ein bis dato gebildetes Pärchen auflöste und der Junge im schlimmsten Fall eine weitläufige Bekannte oder gar Freundin datete. Es hieß so gut wie nie, dass der Junge ein blödes Arschloch sei, wenn er fremdging, oh nein, es hieß vielmehr, das andere Mädchen sei eine billige Nutte, Schlampe, Fotze… Dass der Mann einen ebensolchen Anteil daran trug wurde geflissentlich ignoriert. Bei den Jungs, denen das auch wiederfuhr, trug – wie könnte es anders sein – ebenfalls ausschließlich das Mädchen die Schuld, die den besten Kumpel vom Weg abbrachte, aber der männlichen Solidarität tat dies durchaus keinen Abbruch, siehe oben. Bei uns Mädchen führten derartige Konstellationen zu jahrelangen, unauflösbaren Zerwürfnissen. Wir sahen es nicht als das, was es war, zwischenmenschliche Beziehungen, sondern die Freundin wurde zur Konkurrenz um die Gunst von Männern. Das Feindbild Frau. Damals fing es an.

Die Jungs sind an allem Schuld! Nicht, dass man selbst nicht vernünftig mit Konkurrenz umgehen kann oder sich selbst mit seinen Freunden ebenfalls einen stilvolleren Ehrenkodex auferlegt.

Ich hatte selbst mehrmals diese Konstellation in meiner Jugend erlebt und danach große Schwierigkeiten, Frauen zu vertrauen und sie zu mögen. Für mich waren Frauen nur eines – eine unkontrollierbare Gefahr im Kampf um männliche Gunst.

Sie hat grundsätzlich intrasexuelle Konkurrenz erkannt, aber nicht, wer eigentlich dafür verantwortlich ist und das es ihre Sache ist, wie sie darauf reagiert.

Die Verantwortung den fremdgehenden Männern zuzuweisen, darauf kam ich nicht. Denn hinter jedem verführten Mann steht eine Eva, die die Verantwortung trägt. Diesem Konflikt entging ich, indem ich nur noch männliche Freunde hatte (dass diese keine echten Freunde waren, geschenkt, dass ich mir in ihrer Nähe puren Frauenhass angeeignet hatte, ebenfalls), ich ertrug Frauen nicht mehr. Meine Unsicherheit und mein Selbsthass waren gigantisch und Frauen, egal welche, waren nichts anderes als eine Bedrohung. Ich hatte Furcht, meine Freundinnen meinem Partner vorzustellen, weil ich dachte, er würde mich sofort verlassen. Ich wusste nicht einmal, was Solidarität bedeutet. Ich habe Frauen verachtet, weil sie in meinen Augen, den Blick geprägt durch männliche Umgebung, sich als entweder billige Nutten darstellten (große Gefahr) oder als frigide Schlampen (langweilig, aber keine Gefahr, gut zum darüber Lustigmachen). Ich sah in allen Frauen Konkurrenz, und zwar ausschließlich um die Interessen der Männer.

Okay, sie ist männerzentriert. Und das war dann anscheinend ihr Weg zum Feminismus: Von einem Extrem in das andere: Aus der intrasexuellen Konkurrenz ausscheiden, indem man Männer zum Feind erklärt. Ich könnte mir vorstellen, dass das eine männerhassende Form des Feminismus für einige Frauen interessant macht: Wer der Feind ist, der kann eher ausgeblendet werden und damit ist die Konkurrenz vorbei (in der man eh schlechte Karten hatte oder die man nicht auf ein vernünftiges Maß reduzieren konnte.

An Dinge wie Beruf oder ähnliches habe ich keinen einzigen Gedanken verschwendet.

Und daran waren natürlich nur die Männer schuld, wie ich jetzt dank des Feminismus weiß!!!1elf

Frauen waren für mich schwach, lasch, und Feministinnen hysterische ungevögelte Irre, die lieber dahin gehen sollten, wo es echte Probleme gibt, denn in Deutschland hatten wir ja mehr als genug erreicht. Auch hat mir mein männlicher Umgang mit größtem Erfolg beigebracht, wie schlecht es sei, eine Frau zu sein, wir wissen es alle, sie sind zickig, hysterisch, dumm, quatschen den ganzen Tag, umso stolzer war ich, mir mit meiner burschikosen Art und der den Kerlen angepassten Sprache einen vermeintlichen Platz unter ihnen zu sichern, als „cooles Mädchen“, das so ganz anders war als die ollen Waschweiber. Dass ich nie zu ihnen gehören würde, merkte ich im Laufe der Jahre. Zwar lästerten wir gemeinsam über schlaffe Hintern, hängende Brüste und kurzhaarige Mannsweiber, aber ich spürte stets eine andere Atmosphäre, wenn ich als Fremde in die ausschließlich männlichen Zirkel eindrang. Ich war nie ein echter Teil dieser Kreise. Warum sie mich duldeten? Ich schätze, weil ich ein attraktives Mädchen war und sie die Hoffnung hatten, mich mal knallen zu können.

Wie geht der alte Spruch: „Wenn Männer bei dir nur an Sex interessiert sind, dann wahrscheinlich, weil du nicht mehr zu bieten hast“

Denn von echter Nähe, wie es in einer Freundschaft sein sollte, war nie die Rede. Ich akzeptierte diesen traurigen Umstand als mein Schicksal und versuchte, Männern zu gefallen, schminkte mich, trug enge Kleidung, lange Haare, hohe Schuhe, gab mich sexuell betont locker, alles, um die Billigung derer zu erhalten, die das weibliche Dasein so prägend bestimmten.

Ich kann mir auch da vorstellen, dass Frauen, die Sex gegen Gesellschaft und Einbeziehung in die Gruppe tauschten schneller frustriert sind und einen Hass entwickeln. Im folgenden ist dann Feminismus ihre „rote Pille“, die alles ins rechte Licht rückt und sie echte Solidarität erfahren lässt.

So kann sie ihre eigene Verantwortung abgeben und den Männern die Schuld zuweisen. Und das auch gleich auf alle Männer ausdehnen

Selbermach Samstag 228 (04.03.2017)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Sexueller Marktwert

Bei dem Begriff „Sexueller Marktwert“ geht es schlicht um eine Einordnung von Personen nach allen Faktoren, die auf dem Partnermarkt eine Rolle spielen und eine entsprechende Vergleichbarkeit.

Der Gedanke, dass man einen Menschen so einordnen kann, erschreckt viele Menschen, die dann anführen, dass eben jeder Mensch einzigartig ist und auf jeden Topf ein Deckel passt. Schönheit und Attraktivität läge im Auge des Betrachters und deswegen könne man einem Menschen keinen Marktwert zurechnen.

Richtig daran ist, dass die Bewertung zu einem Teil von dem Standpunkt des Betrachters abhängen kann und insofern ein subjektives Element enthalten kann. Und natürlich hängt es auch davon ab, was man genau miteinander machen will.

Es ist eine Sammlung verschiedener Faktoren, die beispielsweise Aussehen, Beruf, Status, Einkommen und Vermögen, Intelligenz, soziale Intelligenz, Beziehungen und Auftreten umfassen, die alle in die Bewertung mit hineinspielen.

Grundsätzlich sind sich aber viele Menschen im Grundsatz einig, wer gut aussieht und attraktiv wirkt und wer nicht. Beispielsweise kommen sportliche, schlanke, große Männer mit gleichmäßigen Gesichtszügen und vollem Haar im allgemeinen besser an als unsportliche, dicke, kleine Männer mit unregelmäßigen Gesichtszügen und Halbglatze. Das kann anders aussehen, wenn ein vergleichsweise hässlicher Mann ein Rockstar ist.

Die Frage des Marktwertes wird gerne ausgeblendet, beispielsweise wenn es heißt, dass man generell keine Chance auf dem Markt hat, weil man eben nicht attraktiv, groß, reich oder sonst etwas ist. Aber selbst wenn man eine 3 ist kann man eben noch für eine andere 3 interessant sein, auch wenn einen eine zehn uninteressant findet.

Einen sexuellen Marktwert zu bestimmen ist schwer, weil man alles anders sehen kann. Man wird je nach Bewertungsverfahren davon ausgehen, dass jemand eine 7 oder eine 8, eine 7 oder eine 9 ist. Der Fall, dass jemand eine 10 für eine 1 hält und umgekehrt dürfte hingegen recht selten sein.

In vielen Betrachtungen wird davon ausgegangen, dass Leute meist einen Partner mit einem etwa gleichen Partnerwert finden. Eine 6 wird eher mit einer 6 zusammen sein, eine 10 eher mit einer 10. Sich selbst hier realistisch einzuordnen kann einem bei der Partnersuche helfen, denn jemand, der zu hoch ran geht wird häufig wenig Erfolg haben.

Es kann einem auch bei allgemeinen Analysen helfen, etwa wenn es darum geht, warum bestimmte Gruppen auf bestimmte Weise handeln und was sie damit erreichen wollen. Ein Mann, der sich einen schicken Wagen zulegt oder mit teuren Geschenken oder teurer Kleidung Eindruck machen möchte, zielt damit eben auch auf die Erhöhung seines Marktwertes, auch wenn er häufig angeben will, dass er einfach nur die tolle Technik oder die gute Qualität der Kleidung mag. Und das eine gerade Single gewordene Frau eine Diät startet und sich im Fitnessstudio anmeldet kann eben auch so gesehen werden, dass die Frau sich fitter für den Markt machen will und ihre Position verbessern will.

Wenn man auf den sexuellen Marktwert zu sprechen kommt, dann taucht häufig diese Grafik auf (zB hier)

 

Sexueller Marktwert

Sexueller Marktwert

Ich halte sie für wenig überzeugend. Sie mag auf bestimme Personen zutreffen, etwa den erfolgreichen Jungmanager oder das rein nach Schönheit bewertete Modell. Aber sie verkennt, dass für viele Leute die Attraktivität eher in der gleichen Altergruppe, wobei Frauen sich eher etwas nach oben im Alter orientieren und Männer eher etwas nach unten. Eine 20jährige wird eher den coolen und gutaussehenden 20jährigen aus  ihrem Unikurs oder aus dem Freundeskreis haben wollen als einen 40jährigen. Und ein 40jähriger Mann hätte sicherlich für reinen Sex nichts gegen eine hübsche, schlanke 20jährige mit netten Gesicht, aber für eine Beziehung wird er wohl eher eine 30jährige+ vorziehen und auch einer 40jährigen einen hohen Wert zusprechen, wenn sie ansonsten vom Martkwert vergleichbar mit ihm ist.

Ganz zu schweigen davon, dass eben viele 40jährige nicht Rockstars geworden sind, mit Geld um sich werfen können und deswegen von allen Frauen angehimmelt werden. Der typische 40jährige ist für eine typische 20jährige wahrscheinlich eher vollkommen uninteressant.

„Eier sind teuer, Sperma ist billig“: Der Postmann mit 1300 Kinder

Ein interessanter Bericht verdeutlicht das Prinzip „Eggs are expensive, Sperm is cheap

Nashville, TN | An 87-year-old former postman has been proven to have fathered over 1,300 illegitimate children after a private investigator hired by a Tennessee family discovered the shocking truth.

The investigation that has gathered thousands of DNA samples and testimonies over a 15-year period ultimately proves the man is the father to literally thousands of illegitimate children in the region.

“Contraception wasn’t very popular in those days,” he told local reporters in his defense. “I have nothing to be ashamed of. The 60s were the good old days and I did a great Johnny Cash impression which played out real good with the ladies,” he explained. “Some even thought I was Johnny Cash for real,” he recalls laughingly. “I don’t know if they really believed it or if they were trying to convince themselves, but who was I to say no to a quickie?” he acknowledged.

 

Radikaler Transaktivismus: Ein Artikel über menstruierende Menschen, der nur von Frauen redet, ist transfeindlich

Ich hatte es an anderer Stelle schon einmal gesagt: Radikale feministische Transaktivisten sind so ziemlich das extremste was es in dem schon ziemlich radikalen Bereich der SJWs gibt.

Sie sind die, die am radikalsten alles angreifen, was irgendwie eine Zuordnung von Geschlecht an körperlichen Merkmalen oder dem, was man weithin so an Geschlechterunterschieden kennt festmacht. Einfach weil sie davon ausgehen, dass zB ein M->F Transsexueller voll und ganz und auf jede Weise eine Frau ist und damit jedes Ansprechen des eigentlichen Transsein in dem Sinne, dass man X-Chromoson, einen Penis und Hoden, mehr Testosteron  etc immer noch als männliche Merkmale ansieht, als Feindseligkeit gegenüber Transsexuellen ansieht.

Ein Text, der das ganz gut darstellt, ist aus meiner Sicht dieser:

Cissexistisch“ oder „ciszentrisch“ bezeichnet Inhalte oder Bilder, die trans Menschen ausschließen oder diskriminieren, weil davon ausgegangen wird, dass cis (= nicht trans) sein der einzig gültige geschlechtliche Zustand ist. Ein alltägliches Beispiel dafür ist ein Artikel über menstruierende Menschen, der nur von Frauen redet. Einerseits werden dadurch menstruierende Menschen ausgeblendet, die keine Frauen sind. Mehr noch: sie werden gegen ihren Willen wieder in die Kategorie „Frau“ eingemeindet, der sie oft verzweifelt versuchen zu entkommen. Andererseits werden dadurch alle Frauen ausgemeindet, die nicht menstruieren. Es wird – zusammenfassend – davon ausgegangen, dass alle Menschen cis sind bzw. bestimmten Körpernormen entsprechen.

Aus meiner Sicht überzieht das in der Tat die Anforderungen an den normalen Sprachgebrauch. Transsexuelle sind Personen, die körperlich einem bestimmten Geschlecht entsprechen, während das Gehirn (und gegebenenfalls der Bodyplan) von diesem Geschlecht ausweicht. Gerade diese Mischung macht es, dass sie eben zwischen (=Trans) den Geschlechtern stehen und Merkmale von Beiden haben. Gebären und Menstruation, Penis und Vagina, dass alles hat biologisch eine Funktion und diese liegt jeweils bei einem der Geschlechter.

Trans sind insofern eine Abweichung von dem Normalen, weil Menschen, die zwischen den Geschlechtern liegen, eben sehr selten vorkommen. Schätzungen gehen davon aus, dass einer in 100.000 ein F-> M Transsexueller ist und eine in 30.000 eine M-> F Transsexuelle. Wenn wir bei diesen Zahlen anfangen alles umzustellen, dann müssten wir wohl weitaus mehr  Anpassungen machen. Blinde beispielsweise gibt es etwa 200 auf 100.000 (und viele Sehbehinderte Leute kommen hinzu). „Der Mensch kann sehen“ wäre dann ebenso falsch. Denn Blinde sind ja Menschen. Und auch Aussagen wie „Arbeitnehmer gehen zur Arbeit“ sollten dann für einen Aufschrei sorgen, denn natürlich gibt es auch viele Gehbehinderte, die zur Arbeit dann eben rollen etc. Im Endeffekt bliebe wohl kaum eine Aussage übrig, die man überhaupt über den Menschen treffen könnte.

Auch die Bezeichnung „Transsexualität“ an sich wäre da eigentlich schon ein Angriff. Denn es sind ja schlicht Männer und Frauen. Und Trans deutet etwas anderes an.

Diese Denkweise ist leider die Normalität. Und sie führt zu großen Problemen für trans Menschen, die von Ausschlüssen aus feministischen Räumen und aus Hilfsangeboten bis hin zu schlimmem Unwohlsein im eigenen Körper führt. Außerdem ist sie biologistisch, da sie Geschlecht unmittelbar an den Körper koppelt. Ich würde behaupten, dass sie dadurch auch für cis Menschen, die nicht der Norm entsprechen zu Problemen führt. Zu viel Testosteron? Das ist krankhaft(tm), denn du bist ja eine Frau! Und flugs hat ne Person, die vorher überhaupt keinen Leidensdruck hatte, sowohl eine Diagnose als auch ein Medikament an der Backe. So gibt es viele Körperlichkeiten, die nur deswegen als krankhaft gelten, weil „gesund“ so ein einengender und normierter Begriff ist. Dabei wird die Zweigeschlechternorm teilweise auch gewaltvoll und unkonsensuell künstlich hergestellt (so viel zu Natürlichkeit).

Gut, da wären wir in der alten Diskussion über die Anzahl der Geschlechter:

Was ist nun ihr Vorschlag:

Wie sollen wir das denn sonst machen mit den Geschlechtern?

Eine andere Herangehensweise wäre die Vorstellung, das Geschlecht eines Körpers würde durch das Geschlecht seine_r Inhaber_in bestimmt. Also: Frauen haben Frauenkörper, Männer Männerkörper, Genderqueers genderqueere Körper etc. Also: mein linkes Bein ist automatisch nichtbinär, weil ich es bin. Ebenso meine Brüste, meine Augenbrauen etc. Diese Vorstellung hat in meinen Augen den Vorteil, Körper nicht unnötig zu gendern, was oft schon in den gängigen Mainstream-Artikeln irreführend ist. Wie gesagt, Körper sind vielfältig, auch Körper von cis Menschen. Und manche Vorstellungen, wie z.B. dass nur Männer sogenannte „männliche Hormone“ wie Testosteron im Körper haben, sind einfach falsch.

Da regen sie sich erst über die Aussage aus, dass Frauen menstruieren, dann nehmen sie sich selbst wieder aus der Kategorie raus, weil sie etwas anderes ist. Es bliebe dann allenfalls die zu beanstandende Aussage „nur Frauen menstruieren“. Aber auch da greift eben das Argument der geringen Zahl und der Praktikabilität im alltäglichen Sprachgebrauch.

Außerdem wirkt diese Herangehensweise gegen die Vorstellung an, die Geschlechtlichkeit von trans Menschen sei künstlicher als die von cis Menschen. Dabei wird auch die Geschlechtlichkeit von cis Menschen in einer bestimmten Phase des Heranwachsens sozial hergestellt. Trotzdem dürfen sie ihr Geschlecht „biologisch“ nennen, trans Menschen werden jedoch dafür komisch angeguckt. Dabei sind sie doch auch biologisch, verfügen über einen Körper und dieser bestimmt auch ihre Wahrnehmung von sich als geschlechtlichem Wesen mit.

Da ist erst einmal die Fehlvorstellung eines sozialen Herstellens. Und wieder wird aus meiner Sicht verkannt, dass Transpersonen eben eine Mischung zwischen den beiden Geschlechtern sind, das Gehirngeschlecht weicht vom körperlichen Geschlecht ab.

Wir sind nicht irgendwelche Aliens, die in einer Energieblase auf die Erde prallten und dabei versehentlich in „den falschen Körper“ gerieten.

In der Tat. Eher ist es ein biologisches Ereignis, bei dem das Gehirn aufgrund bestimmter biologischer Konstellationen eine andere Dosis von Hormonen abbekommt als sonst in dieser Chromosomenanordnung vorgesehen und dieses daher anders ausgestaltet wird.

Dass viele trans Menschen trotzdem medizinische Behandlung benötigen, weil sie mit ihrem Körper so wie er ist nicht gut leben können, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Über Körperlichkeiten könnten wir trotzdem noch reden. Wir würden halt z.B. in einem Artikel über Menstassen nicht mehr Frauen adressieren, sondern menstruierende Menschen. Auch über Verschränkungen von Körperlichkeit und (Vorstellungen über) Geschlecht könnte weiterhin gesprochen werden. Es würde aber dabei nicht (zwangsläufig) die Norm reproduziert.

Zu guter Letzt rückt diese Vorstellung Selbstbestimmung in den Vordergrund. Frauen müssen nicht mehr beweisen, dass sie wirklich Frauen sind, sondern können es einfach sein. Egal ob sie jetzt cis oder trans sind, kurze oder lange Haare haben, viel oder wenig Bartwuchs im Gesicht und egal ob sie eher Hosen oder Röcke tragen. Sie macht Schluss mit der Idee, irgendwelche „Expert_innen“ (bzw. meist cis-männliche weiße ExpertEN) könnten Menschen Geschlechter zuordnen.

Frauen müssen es auch so üblicherweise nicht beweisen. Aber dennoch gibt es eben Merkmale, die typisch für Frauen bzw für Männer sind. Das als etwas zu empfinden, was sich gegen Transsexuelle richtet finde ich einen eher erstaunlichen Gedanken: Gerade diese nehmen ja den Unterschied üblicherweise am deutlichsten wahr und leben nicht einfach als weiblicherer Mann oder männlichere Frau, sondern wollen häufig eine Anpassung, sie stört eben gerade die falsche Zuordnung. Sie empfinden ihren Penis als zu männlich oder ihre Menstruation als zu weiblich und gerade deswegen falsch. Dieses Gefühl des Korrekturbedarfs, dieses „das bin nicht ich, weil ich ein bestimmtes Geschlecht bin“ wäre dann selbst transfeindlich. Was wenig Sinn ergibt aus meiner Sicht.

Feminismus in Bildern 2

Feminismus

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Radikale Feministin: „Ich komme manchmal nicht oder nur schwer mit dem Backlash zurecht“

In einem Kurs, in dem es um Migration geht werden viele Texte gelesen. Am Ende soll eine Top 3 der besten Autoren zu dem Thema und aus diesen dann der beste Autor gewählt werden. Sehr zum Ärger der Missy-Magazin-Autorin wird zum interessantesten Autoren ein weißer Mann gewählt.

Ihr Reaktion:

Naturgemäß meldete ich mich: In einem Kurs, wo viel über Transkulturalität, Essenzialismus, postkoloniale Studien und dergleichen gesprochen wurde – also in einem durchaus informierten, sensibilisierten und auch akademischen Umfeld – könne die Ironie nicht entgehen, dass vor den vielen, vielen Frauen, die wir gelesen hatten, ausgerechnet der Mann „den Sieg“ davontrage? Sicherlich könnten wir uns in diesem Fall darauf einigen, zu einem gerechteren Ergebnis zu kommen?

Das finde ich ein gutes Beispiel dafür, wie dort gedacht wird: Die Auswahl muss ungerecht sein, weil ein Mensch aus einer bestimmten Gruppe den Sieg davon getragen hat. Wahrscheinlich hätte man nach ihrem Denken noch einen Malus mit Privilegienpunkten abrechnen müssen, damit die Bewertung besser wird.

Die anderen Kursteilnehmer finden das überraschenderweise nicht richtig:

Auf einen Schlag verwandelte sich der gesamte Raum – dreißig, vielleicht vierzig Leute – in alle feministischen Diskussionen und gesellschaftlichen Diskurse gleichzeitig. Da wurden Begriffe, Konzepte, Meinungen, aber auch Vorurteile und Anmaßungen durch die Luft geworfen, dass es nur so stürmte. Dies wäre alles nicht prinzipiell schlecht gewesen, wenn die Wortmeldungen nicht ausschließlich an mich – die feministische Spaßverderberin – gegangen wären. Plötzlich ergriffen auch die wenigen Männer im Raum, die sonst immer still gewesen waren, lautstark das Wort. Einer drohte, wegen meinen „diskriminierenden“ Kommentaren den Raum zu verlassen. Persönliche Angriffe gegen mich folgten; ich selbst schaffte es daraufhin nicht mehr, so sachlich, ruhig und verständnisvoll beziehungsweise verständlich zu argumentieren, wie ich es von mir erwartete.

Sie bekommt Kritik, dabei hat sie aus ihrer Meinung natürlich recht: Es kommt nicht auf die abstrakte Qualität des Textes an, sondern diese muss eben erst durch einen Filter neu bewertet werden. Ich kann mir vorstellen, wie sie darauf reagiert hat, dass Männer ihr da „Diskriminierung“ vorhalten (die ja gar nicht möglich ist gegen Männer) und es auch noch wagen ihr zu widersprechen (anscheinend zusammen mit einer Vielzahl von Frauen).

Ich versuchte mehrmals, mich aus dem immer gehässiger werdenden Tumult zurückzuziehen. Auch verspürte ich den fast unüberwindbaren Drang, den Raum einfach zu verlassen. Ich nahm mir während diesem analogen Shitstorm fäusteballend vor, erst zu Hause in Tränen auszubrechen.

Die Unfähigkeit im radikalen Feminismus Gegenmeinungen auszuhalten ist ja auch weithin bekannt. Sie sieht es nicht als Herausforderung, sondern als Zumutung, dass man ihr widerspricht.

Es ist ein Phänomen, das mir oft begegnet: Melde ich mich in Diskussionen mit einem feministischen Standpunkt, komme ich manchmal nicht oder nur schwer mit dem Backlash zurecht, der darauf folgt. Das ist kein Zufall: Im Patriarchat ist solch (Gruppen-)Redeverhalten ein Tool, Dissident*innen zum Schweigen zu bringen. (Damit im Kopf ist es natürlich noch schwieriger zu entscheiden, ob eins die unangenehme Situation verlässt oder nicht.)

Und auch hier ist die Denkweise ganz klassisch: Es kommt gar nicht mehr auf die Inhalte an, sie weiß ja, dass sie recht hat und aus ihrer Sicht wissen es wohl auch die anderen. Denen geht es aber um Machterhalt. Schade, dass sie da nichts zu den Frauen sagt, die sich ja anscheinend auch daran beteiligen. Vermutlich internalisierte Misyognie.

Ich bin durchaus der Meinung, dass Ungerechtigkeiten in jedem Fall, egal wie schwer oder leicht, angesprochen werden müssen und dass Dialog wichtig ist für feministische Bildung und Kampf. Doch dieser Fall von neulich hat mir vor Augen geführt, dass es manchmal einfach nicht „safe“ ist, sich zu äußern, und dass es manchmal dazu führt, dass die eigenen Nerven überstrapaziert und Energiereserven geleert werden.

Auch hier: Die typische Ansicht, dass derjenige, der Ungerechtigkeiten nicht anspricht, diesen eben Raum gibt und das man eben mit heiliger Empörung seine Meinung sagen muss. „Dialog“ ist dabei relativ. Tatsächlich sehen sich SJW wohl eher im Kampf gegen das Böse, den Drachen in seine Höhle zurückdrängend. Aber leider ist eben so ein Kampf nicht „Safe“, weil es leider immer noch Leute gibt, die nicht verstehen, dass die SJWs ihnen erklären, was sie falsch gemacht haben, und für sie dann in dem Dialog nur noch die Option besteht, zu gestehen und Buße zu tun. Und das sie das nicht machen ist eben unfair.

Ich werde mir nun jedenfalls Sätze und Strategien dafür zurechtlegen, wenn ich überfordert bin. Ich werde mich stärker nach Allies umsehen. Ich werde manchmal nichtssagend die Augen verdrehen, um dann in anderen Momenten die Kraft zu haben, umso demonstrativer zu slayen.

„Nichtssagend die Augen verdrehen“ dürfte die häufigste Reaktion sein, gefolgt in den passenden Medien vom blocken oder anderweitig aus der Diskussion ausschließen.

Es gilt neben der Hingabe für die politischen Ziele schließlich auch, auf sich selbst aufzupassen. Vielleicht ist doch nicht jeder Twitter-Fight und jeder Familienstreit ein sinnvoller Beitrag zum gesellschaftlichen Fortschritt? Ein sehr kluger Genosse sagte einmal zu mir: „Nobody should die in just any random struggle. The point of life is that you pick the struggle the best you can.“

Und da stellt sie auch schön den erlösenden Ausweg dar aus einem Dilemma:

Die Aufgabe jedes SJWs ist sich über jede Ungerechtigkeit aufzuregen, weil er ihr sonst Raum gibt.

Die einzig zulässige Ausnahme ist, dass er anführen kann, dass die Ungerechtigkeiten so grauenhaft und sein Kampf dagegen schon so hart war, dass es nicht mehr zu ertragen ist.

Der „Self Care“-Gedanke erlaubt den Kampf nicht zu führen (bis man ausgeruht ist). Und deswegen ist es vielleicht auch wichtiger, dass Safe Spaces bestehen, dass es „Krankenlager“ gibt, in die man sich zurückziehen kann und in denen Videos von süßen Hundewelpen gezeigt werden. Safe Spaces sind die Plätze, in denen man sein anstrengendes Virtue Signalling sein lassen kann und in denen man nicht demonstrieren muss, wie hart man für die Sache kämpft. Schutzräume mit besonderen Maßnahmen zeigen, dass man zu verletzt ist, um zu kämpfen und stellen auch Virtue Signalling da. Self Care nötig zu haben zeigt wie ungerecht die Welt ist und signalisiert, dass man sich sorgt und auf solche Probleme achtet. Was es ideal macht in einer Welt, in der man nicht mehr dauernd kämpfen will, aber beständig Signalisieren muss.

„10 Punkte, die man über die menschliche Evolution wissen sollte“

Razib Khan führt „10 Punkte über die menschliche Evolution an, die man man wissen sollte“:

1. The expansion/development of modern humans occurred within Africa for tens of thousands of before their expansion „Out of Africa.“ Most of the ancestors of non-African humanity seem to have started expanding rapidly from a small founder group of 100-1,000 50-75 thousand years years ago.

African humanity has a different and more complex historical pattern, with lineages which began diverging as early as 200,000 years before the present, and then mixing back with each other.

2) Related to #1, we’re one species, so rather than an expanding „tree“ from common ancestors, it’s better to think of a mesh which keeps coming back together, as some branches are pruned, and the whole pulses out periodically.
All major human populations seem to be the product of relatively recent fusions between diverged branches.
Africa was the source of modern humanity, but clearly there has been „back migration“ from Eurasia.

3) Many of the phenotypes we define as characteristic of various human populations are relatively recent.
E.g., the depigmented look of Northern Europeans, or the thick straight hair of East Asians.

4) The Denisovan version of EPAS1 which is found in Tibetans illustrates a general trend: we have adaptations from other very diverged human lineages through low levels of gene flow[2].

5) The transition to agriculture and complex „civilization“ seems correlated to pulses of highly fecund male paternal lineages.
Many of the common Y chromosomes today exhibit a pattern of diversification indicative of explosive population growth.

6) It seems unlike there is one singular genetic change which makes us sui generis or distinctive in relation to our hominin cousins.
This is less certain than 1-5, but I’m pretty sure that this is so.
Researchers have been looking for years, and not finding anything definitive, and I think there’s a reason.
There isn’t anything definitive.
Many genetic changes come together to make our lineage distinctive.

7) A lot of adaptation occurs through reemergence of old variation which is floating around in the human population.
For example, the lightening of skin across parts of Eurasia co-opt common mammalian pigmentation pathways.

8) Cultural flexibility does not negate biological evolution.
On the contrary, strong shifts in cultural norms seem to drive biology.
Lactase persistence is a clear case, but even something like malaria adaptation is ultimately due to anthropogenic environmental changes.

9) We are all equally descended from common ancestors.
There are no „most ancient“ human lineages.
We’re all equally recent by definition.

10) There are evolutionary genetic events in our history which are hinted at in the most recent data, so there are major lacunae in our knowledge.
The picture is well formed, but not complete.
E.g., there is evidence of pulses out of Africa ~100,000 years ago into Eurasia in both genetic and fossil data.
These lineages may have gone extinct, or, their contribution may be difficult to detect with current data sets.
But there is clearly more to be told in this story.