„Feindbild Frau“ – wie man Hass auf Männer rechtfertigt

Ein Text bei den „Störenfridas“ stellt dar, wie sich angeblich ein „Feindbild Frau“ etabliert hat. Es ist ein Text voller Hass, den ich immer wieder erstaunlich finde:

Die Unterschiede der Geschlechter wurden mir selten so deutlich wie in der Pubertät und der Loyalität untereinander, die sich damals verstärkt entwickelte. Wie oft hörte ich von Jungs und später auch (jungen und nicht mehr so jungen) Männern das gute alte „Bros before hoes“, was nichts anderes ist als die Übereinkunft, dass Frauen sich zum Ficken und Putzen gut eignen und auch sonst ganz reizend sein können, aber eine echte Verbundenheit nur zwischen Männern bestehen kann.

Ein gewagter Schluss. Es bedeutet einfach nur, dass gute Freunde etwas sind, was man sein ganzes Leben hat und was man nicht leichtfertig für Sex oder eine vielleicht kurzlebige Beziehung opfern soll – und dürfte auch eher spasshaft verwendet werden.

Denn nur Männer sind Menschen. Frauen sind eine Art Wurmfortsatz, Untermenschen, nicht vollkommen, schließlich stammen sie vom Mann ab.

Da hasst jemand wirklich. Und überträgt vielleicht ihre Selbstzweifel auf andere.

Bei uns Mädchen war es so, dass Jungs natürlich auf Platz eins standen, sie waren das Thema unserer Pausengespräche, stundenlanger Telefonkonferenzen und Ursache erbitterter Streits. Letztere insbesondere dann, wenn sich ein bis dato gebildetes Pärchen auflöste und der Junge im schlimmsten Fall eine weitläufige Bekannte oder gar Freundin datete. Es hieß so gut wie nie, dass der Junge ein blödes Arschloch sei, wenn er fremdging, oh nein, es hieß vielmehr, das andere Mädchen sei eine billige Nutte, Schlampe, Fotze… Dass der Mann einen ebensolchen Anteil daran trug wurde geflissentlich ignoriert. Bei den Jungs, denen das auch wiederfuhr, trug – wie könnte es anders sein – ebenfalls ausschließlich das Mädchen die Schuld, die den besten Kumpel vom Weg abbrachte, aber der männlichen Solidarität tat dies durchaus keinen Abbruch, siehe oben. Bei uns Mädchen führten derartige Konstellationen zu jahrelangen, unauflösbaren Zerwürfnissen. Wir sahen es nicht als das, was es war, zwischenmenschliche Beziehungen, sondern die Freundin wurde zur Konkurrenz um die Gunst von Männern. Das Feindbild Frau. Damals fing es an.

Die Jungs sind an allem Schuld! Nicht, dass man selbst nicht vernünftig mit Konkurrenz umgehen kann oder sich selbst mit seinen Freunden ebenfalls einen stilvolleren Ehrenkodex auferlegt.

Ich hatte selbst mehrmals diese Konstellation in meiner Jugend erlebt und danach große Schwierigkeiten, Frauen zu vertrauen und sie zu mögen. Für mich waren Frauen nur eines – eine unkontrollierbare Gefahr im Kampf um männliche Gunst.

Sie hat grundsätzlich intrasexuelle Konkurrenz erkannt, aber nicht, wer eigentlich dafür verantwortlich ist und das es ihre Sache ist, wie sie darauf reagiert.

Die Verantwortung den fremdgehenden Männern zuzuweisen, darauf kam ich nicht. Denn hinter jedem verführten Mann steht eine Eva, die die Verantwortung trägt. Diesem Konflikt entging ich, indem ich nur noch männliche Freunde hatte (dass diese keine echten Freunde waren, geschenkt, dass ich mir in ihrer Nähe puren Frauenhass angeeignet hatte, ebenfalls), ich ertrug Frauen nicht mehr. Meine Unsicherheit und mein Selbsthass waren gigantisch und Frauen, egal welche, waren nichts anderes als eine Bedrohung. Ich hatte Furcht, meine Freundinnen meinem Partner vorzustellen, weil ich dachte, er würde mich sofort verlassen. Ich wusste nicht einmal, was Solidarität bedeutet. Ich habe Frauen verachtet, weil sie in meinen Augen, den Blick geprägt durch männliche Umgebung, sich als entweder billige Nutten darstellten (große Gefahr) oder als frigide Schlampen (langweilig, aber keine Gefahr, gut zum darüber Lustigmachen). Ich sah in allen Frauen Konkurrenz, und zwar ausschließlich um die Interessen der Männer.

Okay, sie ist männerzentriert. Und das war dann anscheinend ihr Weg zum Feminismus: Von einem Extrem in das andere: Aus der intrasexuellen Konkurrenz ausscheiden, indem man Männer zum Feind erklärt. Ich könnte mir vorstellen, dass das eine männerhassende Form des Feminismus für einige Frauen interessant macht: Wer der Feind ist, der kann eher ausgeblendet werden und damit ist die Konkurrenz vorbei (in der man eh schlechte Karten hatte oder die man nicht auf ein vernünftiges Maß reduzieren konnte.

An Dinge wie Beruf oder ähnliches habe ich keinen einzigen Gedanken verschwendet.

Und daran waren natürlich nur die Männer schuld, wie ich jetzt dank des Feminismus weiß!!!1elf

Frauen waren für mich schwach, lasch, und Feministinnen hysterische ungevögelte Irre, die lieber dahin gehen sollten, wo es echte Probleme gibt, denn in Deutschland hatten wir ja mehr als genug erreicht. Auch hat mir mein männlicher Umgang mit größtem Erfolg beigebracht, wie schlecht es sei, eine Frau zu sein, wir wissen es alle, sie sind zickig, hysterisch, dumm, quatschen den ganzen Tag, umso stolzer war ich, mir mit meiner burschikosen Art und der den Kerlen angepassten Sprache einen vermeintlichen Platz unter ihnen zu sichern, als „cooles Mädchen“, das so ganz anders war als die ollen Waschweiber. Dass ich nie zu ihnen gehören würde, merkte ich im Laufe der Jahre. Zwar lästerten wir gemeinsam über schlaffe Hintern, hängende Brüste und kurzhaarige Mannsweiber, aber ich spürte stets eine andere Atmosphäre, wenn ich als Fremde in die ausschließlich männlichen Zirkel eindrang. Ich war nie ein echter Teil dieser Kreise. Warum sie mich duldeten? Ich schätze, weil ich ein attraktives Mädchen war und sie die Hoffnung hatten, mich mal knallen zu können.

Wie geht der alte Spruch: „Wenn Männer bei dir nur an Sex interessiert sind, dann wahrscheinlich, weil du nicht mehr zu bieten hast“

Denn von echter Nähe, wie es in einer Freundschaft sein sollte, war nie die Rede. Ich akzeptierte diesen traurigen Umstand als mein Schicksal und versuchte, Männern zu gefallen, schminkte mich, trug enge Kleidung, lange Haare, hohe Schuhe, gab mich sexuell betont locker, alles, um die Billigung derer zu erhalten, die das weibliche Dasein so prägend bestimmten.

Ich kann mir auch da vorstellen, dass Frauen, die Sex gegen Gesellschaft und Einbeziehung in die Gruppe tauschten schneller frustriert sind und einen Hass entwickeln. Im folgenden ist dann Feminismus ihre „rote Pille“, die alles ins rechte Licht rückt und sie echte Solidarität erfahren lässt.

So kann sie ihre eigene Verantwortung abgeben und den Männern die Schuld zuweisen. Und das auch gleich auf alle Männer ausdehnen

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37 Gedanken zu “„Feindbild Frau“ – wie man Hass auf Männer rechtfertigt

  1. Ich kenne „Bros before hoes“ eigentlich nur als Gentlemens-Agreement unter Freunden sich nicht gegenseitig die Freundinnen auszuspannen.

    Ironischerweise bemerkt sie nicht, dass eine ähnliche Vereinbarung unter Frauen ihr geholfen hätte, sondern kritisiert stattdessen lieber die der Männer.

    • Und als halbwegs mitdenkender Mensch käme sie möglicherweise auf die Idee, dass, nur weil Frau x ein übles, männerklauendes Miststück ist, dies nicht notwendigerweise für Frau y gilt.
      Oder dass, weil Frau x KEIN Miststück ist, nicht notwendigerweise nur Männer die bösen sind.

      DAS ist für mich das Hauptproblem an solchen ‚Ismen: unzulässige Verallgemeinerungen.

  2. Sorry, habe keine Lust mit deren Text komplett durchzulesen. Hat sie den auch eine Lösung parat? Vielleicht Mädchen schon ganz früh beibringen das Jungs der Feind sind?

  3. Sie beschreibt das übliche Hin und Her unter Jugendlichen.
    Ich fand die Mädchen, die eher den Kontakt zu den Jungs suchten, immer sympathisch. Einfach weil das Gezänk unter den Mädchen so niedrig und würdelos war. Wer sich da bessere Gesellschaft suchte, konnte so verkehrt nicht sein. 😉

    Es scheint hier eine narzisstische Störung vorzuliegen, was sie schlussfolgert ist … grotesk.

  4. Wenn man den Text so runter ließt, dann drängt sich der Gedanke auf, dass sich weder die Frauen noch die Männer, sondern sie selbst höchspersönlich als Einzige konstant daneben benommen hat, indem sie Selbstaufwertung durch andauernde Fremdabwertung betrieben hat. Anscheinend macht sie das bis Heute :/

  5. Wie geht der alte Spruch: „Wenn Männer bei dir nur an Sex interessiert sind, dann wahrscheinlich, weil du nicht mehr zu bieten hast“

    Sehr wichtiger Punkt. Oder weil Frau sich gezielt eben nur die Männer (Typ Bad Boy) aussucht, die eben nur das von einer Frau wollen. Hm, aber obwohl, Frauen stehen ja nur auf schüchterne und nette Männer, das kann es auch nicht sein.

    • @Moloch:
      „Sehr wichtiger Punkt. Oder weil Frau sich gezielt eben nur die Männer (Typ Bad Boy) aussucht, die eben nur das von einer Frau wollen“

      Ich glaube tatsächlich an das Gute auch in Männern 😉
      Meiner Erfahrung nach gibt es tatsächlich eigentlich keine Männer, die wirklich nur das eine wollen.
      Abhängig von bestimmten Frauen kann das natürlich sein.

  6. Ganz schön schräg, was die Frau da beschreibt. Das „Bros before Hoes“-Agreement gibts so auch bei mir und menen Freundinnen. Wir meinen damit einfach, dass wir uns nicht an einen Kerl ranmachen, an dem eine andere von uns gerade Interesse hat. Oder dass wir einander Bescheid sagen, wenn man mit einem was hat, der schon mal mit ner anderen von uns was hatte. Also schlicht und ergreifend: Kommunikation, sodass wir uns nicht gegenseitig verletzen. Ich dachte, dass das normal wäre 😀 übrigens finde ich, dass bei der Frage, wer „Schuld“ ist an einem Beziehungsende und wer vielleicht als mieser Typ oder mieses Weib beschimpft wird, entscheidend ist, wie „vorgegangen“ wird. Wenn der- oder diejenige, der/ die betrügt oder schlussmacht, mit dem eigentlichen Partner nicht anständig darüber spricht, finde ich das sehr mies. Den „neu Dazugekommenen“ finde ich nur mies, wenn er/ sie eigentlich mit der/ dem Sitzengelassener/m befreundet ist oder war. Entschuldigt diese Genderei, aber ich wollte ausdrücken, dass mir dabei sehr egal ist, ob das jetzt jeweils Männer oder Frauen sind.

  7. „Wie oft hörte ich von Jungs und später auch (jungen und nicht mehr so jungen) Männern das gute alte „Bros before hoes“, was nichts anderes ist als die Übereinkunft, dass Frauen sich zum Ficken und Putzen gut eignen und auch sonst ganz reizend sein können, aber eine echte Verbundenheit nur zwischen Männern bestehen kann“

    Um Himmels Willen, Adrian, halte an Dich, beherrsche Dich, kommentiere das nicht, schließ die Augen und denk an Darren…

    • 🙂

      Mir juckt es auch in den Fingern!

      Ich würde jetzt so gerne sagen, dass sie zu 100% recht hat, dass Männer an Frauen zunehmend nur noch an der Mumu interessiert sind, weil nicht wenige Frauen auch nicht mehr zu bieten haben, was man anderweitig nicht besser, entspannter, kostengünstiger, risikofreier und viel lebenserfüllender bekommen könnte.

      Echte Verbundenheit kann halt eben auch nur unter Menschen bestehen, die nicht ständig untereinander aufzurechnen versuchen und sich vom anderen unterdrückt fühlen, sondern nur unter Menschen, die sich so mit ihren Macken bzw. Eigenarten akzeptieren und lieben, wie diese gerne sein wollen. Und da nicht wenige Frauen es noch nicht einmal schaffen, dauerhaft mit anderen Frauen wirklich dauerhaft tief verbundene Freundinnen fürs Leben zu bleiben (obwohl sie ähnliche Hobbies und Interessen haben) und deren jeweiligen Eigenarten zu lieben, ist es auch keine besondere Erkenntnis, dass es echte Verbundenheit halt gewöhnlich nur unter Menschen geben kann, die keine besonderen Erwartungshaltungen gegenseitig pflegen („Er muss das, das, das, das … für mich machen und das, das, das, das, … sein, ansonsten sortiere ich ihn aus meinem Leben aus“) und nicht ständig sich zu verbiegen versuchen.

      Warum sollte man sich auch zu Personen „echt verbunden“ fühlen, die jede belanglose Belanglosigkeit zum Beziehungsdrama aufbauschen können, denen man es ohnehin nie recht machen kann ohne sich selber zu entkernen und nie Selbstverantwortung für ihr eigenes Verhalten übernehmen wollen.

      Eine Männerfreundschaft ist nun einmal gewöhnlich um Lichtjahre wertvoller als eine Freundschaft zu einer Frau, die alles, was echte Freundschaft ausmachen würde, nicht akzeptiert und verachtet.

      Würden Männer nicht an Sex mit Frauen interessiert sein und dafür auch Terror in Kauf nehmen, wüsste ich nicht, was an einer Partnerschaft zu einer Frau ansonsten noch erstrebenswert sein sollte? Und da kann man als politisch korrekter Mensch noch so sehr darüber herumheulen, dass einige zu derartigen Erkenntnissen gelangen. Aber es ist ganz sicher nur ein merkwürdiger Zufall, dass Frauen selbst untereinander so wenig in der Lage sind, dauerhaft tief verbundene beste Freundinnen zu bleiben oder dass nach Umfragen selbst sehr viele Frauen viel lieber mit Männern zusammenarbeiten. Selbst viele Frauen kommen doch zu der Erkenntnis, dass nicht wenige Frauen unerträgliche Zicken sind und man ihnen daher besser aus dem Weg gehen sollte. Und, wenn Männer nicht an der Mumu interessiert wären, dann würde es halt auch keinen anderen Grund mehr geben, wofür diese Frauen sich sonst noch eignen könnten.

      • Ich finde, das passt hier ganz gut hin:

        Seit einiger Zeit entstehen in Japan mehr und mehr Bordelle in denen ausschließlich Gummipuppen (so genannte Real Dolls) den Dienst der Prostituierten übernehmen.
        (…)
        Der Besuch bei einer Real Doll Gummipuppe ist allerdings fast genauso teuer wie der Besuch bei einer echten Prostituierten. Nur die einzelnen Freier können natürlich beantworten, warum Sie dennoch ein Gummipuppen-Bordell aufsuchen. Erstaunlich hierbei ist, dass überwiegend Junge Männer diese besondere Art der Dienstleistung in Anspruch nehmen.

        • „Warum mietet man die aber im Puff?“

          Gründe aus dem Handgelenk geschüttelt:

          Die Dinger sind in der Anschaffung schweineteuer und relativ aufwendig zu reinigen.
          Dazu kommt der Coolidge Effekt, den es mit einiger Wahrscheinlichkeit auch bei Puppen gibt.
          Und es kann keiner versehentlich im Schrank was entdecken.

      • @xyz:
        “ Und da nicht wenige Frauen es noch nicht einmal schaffen, dauerhaft mit anderen Frauen wirklich dauerhaft tief verbundene Freundinnen fürs Leben zu bleiben“

        Wie kommst du zu der Annahme? Wie dauerhaft und gut eine Freundschaft funktioniert hängt doch nicht vom Geschlecht ab!

        Ich nenne nur mal mein persönliches Beispiel: Meine beste Freundin ist dies bereits seit 25 Jahren, zwei andere gute Freundinnen sind dies seit ca. 15 Jahren, mit meinem besten Freund, bin ich seit 20 Jahren befreundet und die weiteren Freunde sind meist auch über 10 Jahr und länger bei mir. Und ich bin noch keine 30, also sind fast alle meine Freunde dauerhafte Freunde fürs leben 😉

        „Warum sollte man sich auch zu Personen „echt verbunden“ fühlen, die jede belanglose Belanglosigkeit zum Beziehungsdrama aufbauschen können, denen man es ohnehin nie recht machen kann ohne sich selber zu entkernen und nie Selbstverantwortung für ihr eigenes Verhalten übernehmen wollen.“

        Dieser Aussage stimme ich zu, aber wieso stellst du einen Bezug zum Geschlecht her?

        „Eine Männerfreundschaft ist nun einmal gewöhnlich um Lichtjahre wertvoller als eine Freundschaft zu einer Frau, die alles, was echte Freundschaft ausmachen würde, nicht akzeptiert und verachtet.“

        Du scheinst in deinem Leben traurigerweise sehr komische Frauen kennengelernt zu haben, wenn du ernsthaft die Meinung vertrittst, dass Frauen generell alles verachten, was echte Freundschaft ausmacht.

  8. “ „Bros before hoes“, was nichts anderes ist als die Übereinkunft, dass Frauen sich zum Ficken und Putzen gut eignen und auch sonst ganz reizend sein können, aber eine echte Verbundenheit nur zwischen Männern bestehen kann.“
    Ich habe auch mal geglaubt, dass Sex und echte Verbundenheit miteinander vereinbar wären. Tja Mädels, Chance verpasst.

    „Bei uns Mädchen war es so, dass Jungs natürlich auf Platz eins standen, …“
    ROFL. Aber nur die oberen 20 %.

    • >>> „Bei uns Mädchen war es so, dass Jungs
      >>> natürlich auf Platz eins standen, …“

      Was ja auch logisch ist, weil Frauen ja selber keine tiefe Verbundenheit zu Ziegen aufbauen können. Männer und Frauen kommen halt nur zur gleichen Erkenntnis, dass Freundschaften zu „Bros“ wertvoller als zu „hoes“ sind.

  9. Ich verstehe den Text nicht, bzw. erkenne keinen Argumentationsstrang.

    Sie beklagt, dass Männer Frauen dazu brächten sich gegenseitig zu verachten, weil Männer Frauen verachten und ihr Ausweg aus diesem patriarchalen Unterdrückungssystem ist radikaler Feminismus?

    Wooot?

  10. „Bei uns Mädchen war es so, dass Jungs natürlich auf Platz eins standen, sie waren das Thema unserer Pausengespräche, stundenlanger Telefonkonferenzen und Ursache erbitterter Streits.“

    Männern eine so große Bedeutung beizumessen, da tut sie mir ja schon fast leid…

    „Letztere insbesondere dann, wenn sich ein bis dato gebildetes Pärchen auflöste und der Junge im schlimmsten Fall eine weitläufige Bekannte oder gar Freundin datete. Es hieß so gut wie nie, dass der Junge ein blödes Arschloch sei, wenn er fremdging, oh nein, es hieß vielmehr, das andere Mädchen sei eine billige Nutte, Schlampe, Fotze…“

    Ziemlich bescheuerte Einstellung. Bei erwachsenen Frauen, die ich kenne, ist das glücklicherweise nicht der Fall. Wer fremdgeht ist schuld, ganz einfach. Außer natürlich, man ist tatsächlich gut befreundet und hintergeht so auch seine Freundin.
    Wenn ich was mit dem Mann einer Freundin anfangen würde, wären wir beide diejenigen, die sie betrügen und daher auch beide verantwortlich. Wenn ich allerdings mit irgendeinem Mann etwas habe, dessen Freundin ich nicht kenne, ist er allein das Arschloch – ich habe schließlich mit ihr nichts zu tun.

    „Wir sahen es nicht als das, was es war, zwischenmenschliche Beziehungen, sondern die Freundin wurde zur Konkurrenz um die Gunst von Männern. Das Feindbild Frau. Damals fing es an.“

    Wie dumm kann man eigentlich sein!?

    „Die Jungs sind an allem Schuld! Nicht, dass man selbst nicht vernünftig mit Konkurrenz umgehen kann oder sich selbst mit seinen Freunden ebenfalls einen stilvolleren Ehrenkodex auferlegt.“

    Das verstehe ich auch nicht. Bei uns hätte nie jemand etwas mit dem Freund einer Freundin angefangen.

    “ Ich hatte Furcht, meine Freundinnen meinem Partner vorzustellen, weil ich dachte, er würde mich sofort verlassen.“

    Hat das nicht eigentlich viel mehr mit mangelndem Selbstbewusstsein und Komplexen zu tun als mit irgendwas anderem?

    „Ich habe Frauen verachtet, weil sie in meinen Augen, den Blick geprägt durch männliche Umgebung, sich als entweder billige Nutten darstellten (große Gefahr) oder als frigide Schlampen (langweilig, aber keine Gefahr, gut zum darüber Lustigmachen). Ich sah in allen Frauen Konkurrenz, und zwar ausschließlich um die Interessen der Männer.“

    Ich hätte sicher Frauen wie diese verachtet: Eine dumme Göre, die sich selbst verstellt und bei Männern anbiedert, in dem sie sich über andere lustig macht!

    „Auch hat mir mein männlicher Umgang mit größtem Erfolg beigebracht, wie schlecht es sei, eine Frau zu sein, wir wissen es alle, sie sind zickig, hysterisch, dumm, quatschen den ganzen Tag,“

    Zeigt diese Ansicht nicht nur, dass sie sich selbst für dumm und leicht beeinflussbar hält. Wenn sie nicht mal in der Lage ist, selbst nachzudenken, sondern sich denkt, ihre eigenen Ansichten sind ihr sozusagen von den Männern in den Kopf gepflanzt.

    „umso stolzer war ich, mir mit meiner burschikosen Art und der den Kerlen angepassten Sprache einen vermeintlichen Platz unter ihnen zu sichern, als „cooles Mädchen“, das so ganz anders war als die ollen Waschweiber. Dass ich nie zu ihnen gehören würde, merkte ich im Laufe der Jahre. Zwar lästerten wir gemeinsam über schlaffe Hintern, hängende Brüste und kurzhaarige Mannsweiber, aber ich spürte stets eine andere Atmosphäre, wenn ich als Fremde in die ausschließlich männlichen Zirkel eindrang.“ Ich schätze, weil ich ein attraktives Mädchen war und sie die Hoffnung hatten, mich mal knallen zu können.“

    Auch eine sehr merkwürdige Ansicht. Ich habe auch einige männliche Freunde (ja, mit einigen habe ich Sex, mit anderen nicht), aber nie das Gefühl, dass es in irgendeiner Weise nur darum geht, mich zu knallen oder man sich in deren Gegenwart verstellen müsste. Das Problem ist vermutlich eher, dass sie sich in irgendwelche Gruppen integrieren wollte, die eigentlich nicht zu ihr passten. Dass sie sich selbst verstellte, über andere lästerte, um „cool“ zu wirken.

    „Wie geht der alte Spruch: „Wenn Männer bei dir nur an Sex interessiert sind, dann wahrscheinlich, weil du nicht mehr zu bieten hast““

    Ja, sollte es NUR um Sex gehen, denke ich, ist da was dran!

    „Ich kann mir auch da vorstellen, dass Frauen, die Sex gegen Gesellschaft und Einbeziehung in die Gruppe tauschten schneller frustriert sind und einen Hass entwickeln.“

    Auch meine Meinung. Wenn man sich verstellen muss, um Freundschaften mit Leuten zu knüpfen, kann natürlich keine echte Nähe bestehen und man wird nicht glücklich.

  11. War früher von Abscheu gegen das eigene Geschlecht erfüllt, jetzt von Abscheu gegen das andere… ja… doch… das klingt mir nach einer stabilen und vertrauenswürdigen Person, deren Sicht man Gewicht beimessen sollte. – Also… natürlich nur ihrer heutigen. 😛

    Bizarr allein, wie sie „Bros before hoes“ interpretiert.
    Wir leben nun einmal in einer Zeit, in der Liebesbeziehungen nur selten ein Leben lang andauern, was bei Freundschaftsbeziehungen noch immer wahrscheinlicher ist. Entsprechend ist es schlicht sinnvoll, letztere nicht für erstere zu opfern. Und die Gefahr besteht: Wer kennt es nicht, dass ein guter Freund/eine gute Freundin eine neue Partnerschaft eingeht und sich daraufhin von einem zurück zieht, weil er/sie alle verfügbare Zeit anders investiert?
    Unter Frauen gibt es zwar keinen griffigen, anzüglichen Reim, aber doch auch den Grundsatz, sich und seine Freundinnen nicht von Männern auseinander bringen zu lassen. Wird doch auch als gute Sache angesehen und ist das, dessen Mangel die Autorin in ihrem Umfeld beklagt – aber so weit, dass Männer nur genau das tun, was sie an sich für richtig hält, denkt sie wohl nicht.

    • „Wer kennt es nicht, dass ein guter Freund/eine gute Freundin eine neue Partnerschaft eingeht und sich daraufhin von einem zurück zieht, weil er/sie alle verfügbare Zeit anders investiert?“

      Das ist normal.

      Ich würde sogar behaupten: wer es nicht tut, riskiert die Beziehung. Das mag bei einer schlechten Beziehung ein guter Deal sein, aber es stört eben auch eine gute.

      Der Optimalfall ist wohl, wenn die Beziehung zum Freundeskreis passt. Aber da oft frustrierte Singles zusammen herumhocken und geschlechtsspezifische Hobbies pflegen, dürfte das eher selten der Fall sein.

      Das klammern an Altes und das sich „alle Möglichkeiten offen halten“ ist eine neuzeitliche Erkrankung, die das „sesshaft werden“ und „Familie gründen“ unnötig erschwert.

      Oder kurz: wenn die Beziehung doch scheitert, finden sich auch neue Freunde oder halt die alten (und wenn die blöd rummachen, sind es eh keine guten Freunde).

      • Man muss halt den richtigen Mittelweg finden. Es hat wohl niemand etwas dagegen, dass der Partner die neue Nr. 1 ist, nur eben verpassen es viele Leute dann, ihre bisherigen Freunde halt auf die Nummern 2 ff. zu setzen, sondern kicken sie gleich zu „Ferner liefen“. Da knutscht man in Anwesenheit alleinstehender (und allein gekommener) Gäster herum, während die vor sich hinstarren und warten, dass mal wieder ein Gespräch möglich ist. In kreativen Kreisen kommt noch das zusätzliche Problem hinzu, dass es dann meiste eine neue, absolut unhinterfragbare Instanz gibt, die bestimmt, was für Kunst gemacht werden darf.

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