Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 6. April 2015

Warum es in biologischer Hinsicht nur zwei Geschlechter gibt

Die biologische Definition von „männlich und weiblich“ ist relativ einfach:

    • eine Klassifizierung von Gameten (Geschlechtszellen)
    • Weibliches Geschlecht, bei der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung dasjenige, das die Eizellen bereitstellt
    • Männliches Geschlecht, bei der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung dasjenige, das die Samenzellen bereitstellt

Das wäre eine Definition, die auf die Fortpflanzung abstellt und dort eine recht einfache Zuordnung vornimmt, die sich rein darauf bezieht, wer was bereit stellt. Diese Unterscheidung ist interessant, weil an ihr bereits einiges hängen kann: Üblicherweise sind Eizellen teurer als Samenzellen in der Produktion, was bereits wesentlich andere evolutionäre Strategien bewirkt. Dies gilt um so mehr, wenn wie bei Säugetieren die Eizelle im Körper „ausgebrütet“ und versorgt werden muss.

Der große Vorteil von Sex ist dabei, dass zwei verschiedene Genmaterialien gemischt werden, was verschiedene Vorteile bieten kann:

  • „schlechte Gene“ können aussortiert werden, gute übernommen und angesammelt werden. Bei ungeschlechtlicher Fortpflanzung gilt „alles oder nichts“. Die Zelle teilt sich, es entsteht ein Klon. Hat dieser eine Mutation, dann gibt er sie an seine Nachkommen weiter, aber diese Mutation muss direkt in einem seiner Vorfahren aufgetreten sein, sie kann nicht von einem anderen Stamm übernommen werden (oder nur im wesentlich geringeren Umfang). Ebenso wenig kann man ungünstige Mutationen „loswerden“, wohingegen diese bei zweigeschlechtlicher Fortpflanzung nur in einem Teil der Nachkommen landen können (und mit diesen aussterben können)
  • Unterschiede erhöhen die Anpassbarkeit an besondere Situationen. Ein Gen gegen „Kälteresistenz“ kann in einem besonders kalten Winter bestimmte Nachfahren überleben lassen, ein Gen für einen etwas kräftigeren Schnabel kann sie andere Kerne fressen lassen etc
  • Die „Red Queen Hypothese“:  Sie geht davon aus, dass Tiere mit einem langsameren Fortpflanzungzyklus in einem Wettrennen mit Parasiten und Viren stecken, welches sie zu verlieren drohen, da beispielsweise eine Generation bei einem Menschen 20 Jahre dauert, eine Generation bei bestimmten Viren aber nur ein paar Minuten. Demnach können sich Viren viel schneller auf eine Abwehrmaßnahme zB des Menschen einstellen und eine Mutation, die diese austrickst kann schneller eintreten. Wir laufen in dieser Hinsicht beständig mit den Viren und Parasiten um die Wette und wir müssen – genau wie die rote Königin aus Alice im Wunderland – laufen, um überhaupt auf der gleichen Stelle zu bleiben. Der Genpool führt dazu, dass es Millionen von verschiedenen Varianten von „Menschen“ gibt. Hat ein Virus durch Mutation einen Weg gefunden zB das Immunsystem zu umgehen kann das Immunsystem des nächsten Menschen ein klein wenig anders sein und daher diese Umgehung erschweren oder nicht so effektiv machen. Demnach erschwert ein Genpool die Anpassung an den Wirt, die bei ungeschlechtlicher Fortpflanzung wesentlich schneller eintreten kann.

Gleichzeitig hat dieses System aber Kosten:

Wenn sich ein Lebewesen durch Zellteilung fortpflanzt, dann können Nachkommen schneller produziert werden. Wenn sich ein Wesen durch Klonung pro Generation zweimal fortpflanzt, dann bestehen nach 4 Generationen schon 16 Wesen. Bei sexueller Fortpflanzung bestehen hingegen, weil man immer zwei Wesen braucht, um zwei neue zu schaffen, und sich jedes von diesen zweimal fortpflanzt, immer noch nur 2 Wesen.

Die Wikipedia erläutert noch einmal genauer die Kosten des Sex und die diesbezüglichen Besonderheiten

In most multicellular sexual species, the population consists of two sexes, only one of which is capable of bearing young (with the exception of simultaneous hermaphrodites). In an asexual species, each member of the population is capable of bearing young.  This implies that an asexual population has an intrinsic capacity to grow more rapidly with each generation. The cost was first described in mathematical terms by John Maynard Smith.[28] He imagined an asexual mutant arising in a sexual population, half of which comprises males that cannot themselves produce offspring. With female-only offspring, the asexual lineage doubles its representation in the population each generation, all else being equal. Technically this is not a problem of sex but a problem of some multicellular sexually reproducing organisms. There are numerous isogamous species which are sexual and do not have the problem of producing individuals which cannot directly replicate themselves.[29] The principal costs of sex is that males and females must search for each other in order to mate, and sexual selection often favours traits that reduce the survival of individuals.[28][how?]

Evidence that the cost is surmountable comes from George C. Williams, who noted the existence of species which are capable of both asexual and sexual reproduction. These species time their sexual reproduction with periods of environmental uncertainty, and reproduce asexually when conditions are more favourable. The important point is that these species are observed to reproduce sexually when they could choose not to, implying that there is a selective advantage to sexual reproduction.[30]

It is widely believed that a disadvantage of sexual reproduction is that a sexually reproducing organism will only be able to pass on 50% of its genes to each offspring. This is a consequence of the fact that gametes from sexually reproducing species are haploid.[31] This, however, conflates sex and reproduction which are two separate events. The „two-fold cost of sex“ may more accurately be described as the cost of anisogamy. Not all sexual organisms are anisogamous. There are numerous species which are sexual and do not have this problem because they do not produce males or females. Yeast, for example, are isogamous sexual organisms which have two mating types which fuse and recombine their haploid genomes. Both sexes reproduce during the haploid and diploid stages of their life cycle and have a 100% chance of passing their genes into their offspring.[29]

Die Grafik dazu:

Twofold costs of sex

Twofold costs of sex

Da ist auch noch einmal ausgeführt, dass die Kosten des Sex auch dadurch hochgetrieben werden, dass die Sexualpartner sich finden müssen und insbesondere auch den richtigen Partner finden müssen. Das ist jedoch auch gleichzeitig ein Vorteil, da man so „gute Mutationen“ für seine Nachkommen „hinzuerwerben“ kann. Es hat insofern den Vorteil der sexuellen Selektion, die eine „Höherentwicklung“ fördern kann.

Gleichzeitig wird daran deutlich, dass die Kosten einer Fortpflanzung noch deutlich höher sein würden, wenn ein weiteres Geschlecht dazu kommen würde. Echte Vorteile hingegen wären dadurch nicht zu erwarten, im Gegenteil, die „Werbungskosten“ wären erhöht und jedes Mitglied dieser Fortpflanzungsgruppe würde letztendlich noch weniger Gene bei jedem weiteren Nachkommen weitergeben (bereits jetzt ist man mit einem Kind lediglich zu 50% verwandt, bei einem Geschlecht mehr wäre man dann zu 33% verwandt.

Sollten wir daher jemals Aliens treffen, dann ist die Chance hoch, dass diese ebenfalls zwei Geschlechter kennen.

 

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Responses

  1. Gleichzeitig wird daran deutlich, dass die Kosten einer Fortpflanzung noch deutlich höher sein würden, wenn ein weiteres Geschlecht dazu kommen würde

    Da musste ich anbetrachts des gestrigen Themas recht herzlich schmunzeln.

    Wer mit „im Schnitt“ Schwierigkeiten hat, dem wird auch hier nichts deutlich werden

    Für alle anderen eine schöne Kurzdarstellung 🙂

  2. Ich möchte hier noch anmerken, daß wir bei dem Thema ein bißchen mikrobiologisch verblödet sind.

    Wer mal etwas abstrakter über das Thema nachdenkt, der wird zu dem Schluß kommen, daß der Geschlechtsbegriff seit Jahrtausenden existiert, also vor jeder Mikrobiologie.

    Der Geschlechtsbegriff fußt also einzig auf der Alltagswahrnehmung des Fortpflanzungsarrangements. Darüberhinaus sind damit natürlich tiefgreifende Geschlechtsunterschiede verbunden, die zum einen durch Evolution entstanden sind und zum anderen auch als gegengeschlechtliche Anziehung in uns auf fundamentale Weise abgespeichert sind.

    Der Geschlechtsbegriff bestätigt sich also gewissermaßen allein auf der Ebene der sexuellen Anziehung.

    Ich möchte darauf hinweisen, weil immer wieder neunmalkluge Betrachtungen darüber zu lesen sind, was denn wohl unsere Geschlechtlichkeit ausmache. Und dann begibt man sich häufig in eine Art mikrobiologischen Reduktionismus und vergleicht gewisse materielle Gegebenheiten – ohne überhaupt erst mal über den Geschlechtsbegriff und dessen Herkunft nachzudenken.

    Das ist meiner Meinung nach eine typische Konfusion des Gender-Zeitalters. Und dann kommen noch diese ganzen Gender-Fuzzis und erklären uns, wie divers und zufällig doch das alles mit den Genen, Hormonen und anderen Variablen sei.

    Vielleicht sollte man unser Zeitalter auch als Gender-Analphabetismus bezeichnen. 🙂

    Also: Der Geschlechtsbegriff ist ein äußerst einfacher, der keinerlei Mikrobiologie benötigt. Sicherlich gibt es Korrelationen, keine Frage, aber der Geschlechtsbegriff ist eben nicht aufgrund mikrobiologischer Tatsachen entstanden, sondern aufgrund des Fortpflanzungsarrangements und der sexuellen Anziehung.

    PS: Vielleicht wird jetzt auch klar, warum Gender-Fuzzis so erpicht darauf sind, den Geschlechtsbegriff zu dekonstruieren. Ihre Homosexualität widerspricht quasi der Zweigeschlechtlichkeit, denn diese impliziert eben eine gegengeschlechtliche Anziehung.

    Meiner Meinung nach sind Gender-Fuzzis so drauf, weil sie ihre Homosexualität also legitimieren möchten. Daher der häufige Versuch der Dekonstruktion der Zweigeschlechtlichkeit. Gender-Forschung ist also eine Art Homo-Subvention.

    Jetzt kann man noch darüber streiten, ob dies nicht gerade ein Indiz für die Pathologie eines Großteils der Homosexualität ist, wenn deren Repräsentanten solch einen Gender-Jux überhaupt nötig haben, um sich ihrer homosexuellen Orientierung zu versichern.

    Ich würde eindeutig sagen, ja.

    Natürliche Homosexuelle würde es meiner Meinung nach nicht stören, wenn sie keine Sexualität im eigentlichen Sinne haben – im Sinne der evolutionären Entstehungsbedingung von Sexualität.

    An dieser Stelle muß ich auch noch mal deutlich Karsten Mende beipflichten, den ich jetzt auch besser verstehe. 🙂 Homointimität, wie er es nennt, ist eben keine Sexualität im eigentlichen Sinne.

    Hier der Post von Karsten Mende: https://karstenmende.wordpress.com/2014/01/11/was-ist-homosexualitat/

    • Natürlich ist homosexueller Sex Sex, was soll es denn sonst sein?

      • Von mir aus kann es ruhig Homointimität heißen. Am Prinzip ändert sich ja nichts 🙂

    • Einfach meinen Kommentar lesen, lieber Christian, steht alles drin.

      Du weißt doch sicherlich, wie Geschlechtlichkeit evolutionsbiologisch entstanden ist.

      Mir ist es schleierhaft, wie man derartig über den Inhalt eines Kommentars hinweglesen kann. Ist aber bei dir nichts Neues.

      • Das hat nur nichts mit Sex zu tun. Sex muss nicht der Fortpflanzung dienen. Macht es ja auch in heterosexuellen Kontext nicht. Sonst wäre oralsex, analsex oder Sex mit Pille auch kein Sex.
        Frauen haben eh nur eine sehr kurze Phase der Fruchtbarkeit pro Monat. Was deutlich macht, dass Sex daneben viele weitere biologische Funktionen hat, wir Bindung, die natürlich auch in homosexuellen Umfeld auftritt.
        Sex auf Fortpflanzung zu reduzieren ist “unterkomplex“. Dazu mussten wir einmal im Monat Sex haben, und direkte Spermienübergabe nach ein paar Sekunden würde reichen

      • Leider völlig am Thema vorbei.

        Kommentar lesen. Meine Beiträge sind offenbar recht sophisticated.

  3. Diese Debatte ist so was von überflüssig. Der Nutzer lightyear verwies ja auch auf einen „bahnbrechenden“ Artikel, nachdem es auch biologisch mehrere Geschlechter gebe…

    Das ist alles so hirnrissig. Vererbung ist ein so kompliziertes Ding, ich bin jedesmal auch wieder erstaunt, wenn ich darüber nachdenke. Aber da es so hochkomplex ist, passieren halt auch mal Fehler. Und jetzt kommen hier vossis und Konsorten daher, und erklären die Fehler zu eigenständigen Systemen.

  4. ät Tear:

    Politisch überflüssig.
    Aber biologisch schon interessant. Die Wiki-Erklärung oben erklärt nämlich im Kern nur, warum es Geschlechter gibt, nicht aber, wieviele.
    Die Zahl wird durch unsere Zellkraftwerke, die Mitochondrien, festgelegt.

    Diese werden nämlich AUSSCHLIESSLICH von der Mutter vererbt.
    In der Frühzeit des Lebens waren diese Mitos noch eingewanderte Bakterien oder ähnliches und betrachteten ihre Zelle als Lebensraum, die es gegen Artgenossen als Revier zu verteidigen gilt.

    Leider ist der Genderismus bei NATURE angekommen:
    http://dasendedessex.de/

    Eine Journalistin aus Hampshire behauptet anhand von Entwicklungsfehlern, daß Biologen heute von einem Geschlechterkontinuum oder so was ausgingen. Genau.
    Dabei sind die Daten korrekt. Nur die Dame hat das im Gendersinne interpretiert. Das macht Voß auch fleißig. Wobei der sich auf schräge Büchlein und Chrismon beschränken muß.
    Aber NATURE, ich vomitiere.

    Hier auf deutsch: http://www.spektrum.de/news/die-neudefinition-des-geschlechts/1335086

    • Nochmal: das ist zwar immerhin „Nature“, aber ein Kommentar einer Journalistin, kein peer-reviewter Forschungsartikel.

      Was steht denn konkret drin, was neu wäre und jetzt überdacht werden müsste? Ich hab beim Überfliegen nichts gefunden…

      • ät David:

        „Was steht denn konkret drin, was neu wäre und jetzt überdacht werden müsste?“

        – NIX. Das Virchow-Kabinett in Berlin ist 150 Jahre alt und zeigt ne Menge Gruseliges, was man mit viel schlechtem Willen und Blödheit n-geschlechtlich interpretieren könnte.

        Der Skandal ist schlicht der hier:
        NATURE.

      • Kleiner Hinweis: das ist nicht nur ein journalistischer Artikel, da finden sich immerhin naturwissenschaftliche Quellen unterhalb vom Artikel.

    • Die Wiki-Definition kommt mir zirkulär vor. Im Geschlecht-Artikel steht: Weibliches Geschlecht, bei der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung dasjenige, das die Eizellen bereitstellt. Im Gameten-Artikel steht: Bei allen höheren tierischen Lebewesen einschließlich des Menschen werden die Gameten der Weibchen Eizellen oder kurz Eier genannt.

      Entsprechend für männlich und Spermien.

      Gibt es eine bessere Definition? Kann man sagen, dasjenige Geschlecht, das die Mitochondrien an die Nachkommen weitergibt, ist das weibliche? Haben alle zweigeschlechtlichen Lebewesen Mitochondrien und werden die immer nur von einem Geschlecht weitergegeben?

      Man könnte auch definieren, dass die Eizellen die größeren und unbeweglicheren der Gameten sind, aber da gibt es bestimmt auch Ausnahmen.

      Mich wundert immer wieder, dass man bei den Seepferdchen das Tier, das den Nachwuchs austrägt, Männchen nennt.

      • Bei vielen Lebewesen lassen sich kleinere, sich aktiv bewegende Mikrogameten von größeren Makrogameten ohne aktive Bewegung differenzieren. In diesem Fall werden die beiden Paarungstypen auch als männlich (Mikrogameten) und weiblich (Makrogameten) bezeichnet.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Gamet#Gametentypen

      • „Kann man sagen, dasjenige Geschlecht, das die Mitochondrien an die Nachkommen weitergibt, ist das weibliche? Haben alle zweigeschlechtlichen Lebewesen Mitochondrien und werden die immer nur von einem Geschlecht weitergegeben?“

        – ALLE kernhaltigen sich geschlechtlich fortpflanzenden Lebewesen haben Mitochondrien, sonst wären sie tot. Und die Weibchen geben alleine die Mitos weiter.
        Daß beim Seepferd das Männchen brütet, tut nichts zur Sache, weil es gleich ist, wer die Zygoten ausbrütet. Das Ei stammt trotzdem vom Weibe.

  5. Wurde seitens der „Es gibt mehr als zwei Geschlechter“-Fraktion eigentlich jemals veruscht zu erklären, was der Sinn der zusätzlichen Geschlechter sein soll bzw. wie und warum sich diese entwickelt haben sollen?

    • ät Hugor:
      Das ist der zentrale Punkt. Es gibt kein Argument dafür, wieso es >2 Geschlechter geben soll. Es ist biologisch schlicht unnütz.

      Mit dieser Tatsache konfrontiert, kommen die dann wahrscheinlich mit der geschickten Kontinuum-Idee, der Weichspülvariante.
      Das Gametengeschlecht sei demnach nur EIN Charakteristikum. Geschlecht lasse sich aber nicht darauf beschränken.

      Laut Voß gäbe es ja noch mehrere Ebenen, wo ein anderes Geschlecht auftreten könne.
      Jetzt krieg ich grade selber nen Knoten im Hirn.
      Irgendwie gibt es dann halt nicht n>2 abgegrenzte Geschlechter, sondern halt nur eine Art Brei. Eine Gender-Ursuppe. 🙂

      • @Axel

        Ist es nicht so, dass selbst bei grundliegend zwittrigen Wesen ( manche Würmer, Schnecken etc.) nur ene Zwei- und eben keine Vielgeschlechtlichkeit existiert?

        Nur mal so.

        • Ja ist so,
          alles andere hätte ja auch biologisch keinen nutzen.

        • ät Petpantherle:

          Achtung, Du unterstützt Voß 🙂

          Aber im Ernst: gute Einwand, da er in einer Genda-Debatte wahrscheinlich käme.
          Zwitter sind allerdings Lebewesen, die eine Drüse besitzen, die beide Gametenarten produziert. Die beiden Geschlechter existieren also auch hier, nur gemeinsam verpackt.

      • @Axel – „Es gibt kein Argument dafür, wieso es >2 Geschlechter geben soll. Es ist biologisch schlicht unnütz“

        Wenn man Geschlecht von der Fortpflanzung trennt, wäre es m.E. theoretisch durchaus denkbar, dass sich andere Geschlechter entwickeln, die dann eben andere Aufgaben im Rahmen der Sicherung des Fortbestandes (vergleichbar z.B. mit den Arbeiterinnen eines Bienenvolkes, die meines Wissens generell zur Fortpflanzung weder vorgesehen noch in der Lage sind).
        Aber einen solchen Sinn vermag ich eben nicht ansatzweise zu erkennen. Mir ist dabei natürlich klar, dass Evolution nicht zielgerichtet ist, aber trotzdem müsste die Ausbildung (und der Fortbestand) zusätzlicher Geschlechter ja irgendeinen evolutionären Vorteil bringen.
        Verbunden mit der Tatsache, dass der Anteil von Menschen, die nicht eindeutig als Mann oder Frau identifizierbar sind, sehr gering ist, habe ich eigentlich keinerlei Bedenken, hierbei von „biologischen Unfällen“ auszugehen, solange mir keine nachvollziehbaren Argumente für das Gegenteil zur Kenntnis gelangen.

        „…kommen die dann wahrscheinlich mit der geschickten Kontinuum-Idee, der Weichspülvariante.
        Das Gametengeschlecht sei demnach nur EIN Charakteristikum. Geschlecht lasse sich aber nicht darauf beschränken.“

        Ja, aber selbst wenn man dem folgen würde, gäbe es doch bestenfalls Mischformen von männlich und weiblich. Was sollte es rechtfertigen, derartige Mischformen als eigenständige Geschlechter anzusehen?
        Und auch hier stellt sich natürlich die Frage nach Sinn bzw. Vorteil, wenn man vertritt, dass diese Mischformen gezielt ausgebildet werden.

        • Da gebe ich Dir recht, auch was das soziale Geschlecht zum Teil betrifft.

          Transsexuelle werden ja gerne immer als Beispiel für ein drittes Geschlecht genannt. Dabei bewegen sich ja die meisten Transsexuellen meines Wissens nach sich vom einem Geschlecht zum anderen, also ganz als Frau oder als Mann leben, nicht als Zwischending. Es gibt zwar auch viele, die die endgültige Genital-OP nicht durchführen lassen, z.B. aufgrund der medizinischen Risiken oder weil sie ihre eigene Geschlechtsidentität an anderen Merkmalen festmachen, aber die wenigsten davon identifizieren sich, soweit ich weiß, als ein Zwitter-Wesen. Sie sind halt Frauen (!) mit Penisen oder Männer (!) mit Vaginas.

          Ein drittes, eigentständiges Geschlecht sehe ich da nicht.

          Allerdings bin ich vollkommen dafür, solche Lebensentwürfe voll und ganz zu tolerieren, ebenso die wenigen, die sich als Weder-Noch identifizieren und nicht als Freaks oder Monster abzutun.

        • Allerdings, Transsexuelle bewegensich offensichtlich in einem Kontinuum zwischen männlich und weiblich. Von einem Menschen, der weder männliche noch weibliche Züge hat, sondern irgnedetwas drittes, habe ich noch nie gehört.

        • Meines Erachtens werden vor allem Intersexuelle als „drittes Geschlecht“ angeführt.

          Was natürlich vollkommener Blödsinn ist.

          Man sollte den Gender-Leuten erklären, daß sie keine Angst vor der Zweigeschlechtlichkeit haben müssen.

          Die sind wohl irgendwie paranoid. Die glauben ja wie Vossi-Bär, daß der Kapitalismus mit seinen Verwertungslogiken und anderen Sperenzchen dafür sorgt, daß wir gezweigendert werden.

          Die Leute haben wirklich ein Rad ab.

          Sie verstehen einfach nicht, daß wir die Geschlechtsdimension nicht wegerklären müssen, um etwas gegen eventuelle Diskriminierung zu tun. Sie können einfach nicht zwischen Geist und Materie unterscheiden.

          Zwischen unserer Biologie und was wir kulturell damit tun.

          Das ist ja auch beim Rassen-Moment so. Nein, es gibt gar keine Rassen, denn das ist ja schon Rassismus.

          Diese Verknüpfungen von politischen Zielen/gesellschaftlichen Idealen mit vermeintlichen biologischen Tatsachen sind so offensichtlich, daß es schon peinlich ist.

          Die vergewaltigen sozusagen die Biologie, weil sie glauben, das brächte etwas hinsichtlich mehr Toleranz und so. Wie kleine Kinder, die sich die Welt zurechtfabulieren.

          Was machen wir erst, wenn wir Kontakt zu Außerirdischen haben? Wollen wir die dann doch irgendwie zu Menschen erklären? Oder ist das Speziesismus, wenn wir sie als andere Spezies ansehen?

          Schlimm ist ja vor allem, daß die normalen Menschen so wenig Schneid haben, diesen ganzen Irrsinn auch als solchen zu bezeichnen und den Gender-Leuten zu sagen, daß sie sich mal therapeutische Hilfe suchen sollten. Oder Fantasy-Romane schreiben sollten.

        • ät Alias, Mocho, Kirk und Hugor:

          „Was sollte es rechtfertigen, derartige Mischformen als eigenständige Geschlechter anzusehen?“
          – Tja, die Genderologen kriegen das hin. Sie leben sowieso nur von ihren Interpretationen und Deutelungen.

          „Allerdings bin ich vollkommen dafür, solche Lebensentwürfe voll und ganz zu tolerieren, ebenso die wenigen, die sich als Weder-Noch identifizieren und nicht als Freaks oder Monster abzutun.“
          – Was heißt denn „tolerieren“? Tun wir doch – oder haben TransIntermenschen keine Bürgerrechte? Sie sollen eben nur keine Extrawürste gebraten bekommen, was den Rest des Volkes benachteiligen würde. ZB sollte es keine Professuren für jemanden geben, nur weil er/sie/es intersexuell ist (Hornscheidt).

          „Die glauben ja wie Vossi-Bär, daß der Kapitalismus mit seinen Verwertungslogiken und anderen Sperenzchen dafür sorgt, daß wir gezweigendert werden.“
          – Haste mal seine wirren Büchlein bei Amazon gesehen? Sie möchten bewertet werden…:-)
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