Radikaler Transaktivismus: Ein Artikel über menstruierende Menschen, der nur von Frauen redet, ist transfeindlich

Ich hatte es an anderer Stelle schon einmal gesagt: Radikale feministische Transaktivisten sind so ziemlich das extremste was es in dem schon ziemlich radikalen Bereich der SJWs gibt.

Sie sind die, die am radikalsten alles angreifen, was irgendwie eine Zuordnung von Geschlecht an körperlichen Merkmalen oder dem, was man weithin so an Geschlechterunterschieden kennt festmacht. Einfach weil sie davon ausgehen, dass zB ein M->F Transsexueller voll und ganz und auf jede Weise eine Frau ist und damit jedes Ansprechen des eigentlichen Transsein in dem Sinne, dass man X-Chromoson, einen Penis und Hoden, mehr Testosteron  etc immer noch als männliche Merkmale ansieht, als Feindseligkeit gegenüber Transsexuellen ansieht.

Ein Text, der das ganz gut darstellt, ist aus meiner Sicht dieser:

Cissexistisch“ oder „ciszentrisch“ bezeichnet Inhalte oder Bilder, die trans Menschen ausschließen oder diskriminieren, weil davon ausgegangen wird, dass cis (= nicht trans) sein der einzig gültige geschlechtliche Zustand ist. Ein alltägliches Beispiel dafür ist ein Artikel über menstruierende Menschen, der nur von Frauen redet. Einerseits werden dadurch menstruierende Menschen ausgeblendet, die keine Frauen sind. Mehr noch: sie werden gegen ihren Willen wieder in die Kategorie „Frau“ eingemeindet, der sie oft verzweifelt versuchen zu entkommen. Andererseits werden dadurch alle Frauen ausgemeindet, die nicht menstruieren. Es wird – zusammenfassend – davon ausgegangen, dass alle Menschen cis sind bzw. bestimmten Körpernormen entsprechen.

Aus meiner Sicht überzieht das in der Tat die Anforderungen an den normalen Sprachgebrauch. Transsexuelle sind Personen, die körperlich einem bestimmten Geschlecht entsprechen, während das Gehirn (und gegebenenfalls der Bodyplan) von diesem Geschlecht ausweicht. Gerade diese Mischung macht es, dass sie eben zwischen (=Trans) den Geschlechtern stehen und Merkmale von Beiden haben. Gebären und Menstruation, Penis und Vagina, dass alles hat biologisch eine Funktion und diese liegt jeweils bei einem der Geschlechter.

Trans sind insofern eine Abweichung von dem Normalen, weil Menschen, die zwischen den Geschlechtern liegen, eben sehr selten vorkommen. Schätzungen gehen davon aus, dass einer in 100.000 ein F-> M Transsexueller ist und eine in 30.000 eine M-> F Transsexuelle. Wenn wir bei diesen Zahlen anfangen alles umzustellen, dann müssten wir wohl weitaus mehr  Anpassungen machen. Blinde beispielsweise gibt es etwa 200 auf 100.000 (und viele Sehbehinderte Leute kommen hinzu). „Der Mensch kann sehen“ wäre dann ebenso falsch. Denn Blinde sind ja Menschen. Und auch Aussagen wie „Arbeitnehmer gehen zur Arbeit“ sollten dann für einen Aufschrei sorgen, denn natürlich gibt es auch viele Gehbehinderte, die zur Arbeit dann eben rollen etc. Im Endeffekt bliebe wohl kaum eine Aussage übrig, die man überhaupt über den Menschen treffen könnte.

Auch die Bezeichnung „Transsexualität“ an sich wäre da eigentlich schon ein Angriff. Denn es sind ja schlicht Männer und Frauen. Und Trans deutet etwas anderes an.

Diese Denkweise ist leider die Normalität. Und sie führt zu großen Problemen für trans Menschen, die von Ausschlüssen aus feministischen Räumen und aus Hilfsangeboten bis hin zu schlimmem Unwohlsein im eigenen Körper führt. Außerdem ist sie biologistisch, da sie Geschlecht unmittelbar an den Körper koppelt. Ich würde behaupten, dass sie dadurch auch für cis Menschen, die nicht der Norm entsprechen zu Problemen führt. Zu viel Testosteron? Das ist krankhaft(tm), denn du bist ja eine Frau! Und flugs hat ne Person, die vorher überhaupt keinen Leidensdruck hatte, sowohl eine Diagnose als auch ein Medikament an der Backe. So gibt es viele Körperlichkeiten, die nur deswegen als krankhaft gelten, weil „gesund“ so ein einengender und normierter Begriff ist. Dabei wird die Zweigeschlechternorm teilweise auch gewaltvoll und unkonsensuell künstlich hergestellt (so viel zu Natürlichkeit).

Gut, da wären wir in der alten Diskussion über die Anzahl der Geschlechter:

Was ist nun ihr Vorschlag:

Wie sollen wir das denn sonst machen mit den Geschlechtern?

Eine andere Herangehensweise wäre die Vorstellung, das Geschlecht eines Körpers würde durch das Geschlecht seine_r Inhaber_in bestimmt. Also: Frauen haben Frauenkörper, Männer Männerkörper, Genderqueers genderqueere Körper etc. Also: mein linkes Bein ist automatisch nichtbinär, weil ich es bin. Ebenso meine Brüste, meine Augenbrauen etc. Diese Vorstellung hat in meinen Augen den Vorteil, Körper nicht unnötig zu gendern, was oft schon in den gängigen Mainstream-Artikeln irreführend ist. Wie gesagt, Körper sind vielfältig, auch Körper von cis Menschen. Und manche Vorstellungen, wie z.B. dass nur Männer sogenannte „männliche Hormone“ wie Testosteron im Körper haben, sind einfach falsch.

Da regen sie sich erst über die Aussage aus, dass Frauen menstruieren, dann nehmen sie sich selbst wieder aus der Kategorie raus, weil sie etwas anderes ist. Es bliebe dann allenfalls die zu beanstandende Aussage „nur Frauen menstruieren“. Aber auch da greift eben das Argument der geringen Zahl und der Praktikabilität im alltäglichen Sprachgebrauch.

Außerdem wirkt diese Herangehensweise gegen die Vorstellung an, die Geschlechtlichkeit von trans Menschen sei künstlicher als die von cis Menschen. Dabei wird auch die Geschlechtlichkeit von cis Menschen in einer bestimmten Phase des Heranwachsens sozial hergestellt. Trotzdem dürfen sie ihr Geschlecht „biologisch“ nennen, trans Menschen werden jedoch dafür komisch angeguckt. Dabei sind sie doch auch biologisch, verfügen über einen Körper und dieser bestimmt auch ihre Wahrnehmung von sich als geschlechtlichem Wesen mit.

Da ist erst einmal die Fehlvorstellung eines sozialen Herstellens. Und wieder wird aus meiner Sicht verkannt, dass Transpersonen eben eine Mischung zwischen den beiden Geschlechtern sind, das Gehirngeschlecht weicht vom körperlichen Geschlecht ab.

Wir sind nicht irgendwelche Aliens, die in einer Energieblase auf die Erde prallten und dabei versehentlich in „den falschen Körper“ gerieten.

In der Tat. Eher ist es ein biologisches Ereignis, bei dem das Gehirn aufgrund bestimmter biologischer Konstellationen eine andere Dosis von Hormonen abbekommt als sonst in dieser Chromosomenanordnung vorgesehen und dieses daher anders ausgestaltet wird.

Dass viele trans Menschen trotzdem medizinische Behandlung benötigen, weil sie mit ihrem Körper so wie er ist nicht gut leben können, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Über Körperlichkeiten könnten wir trotzdem noch reden. Wir würden halt z.B. in einem Artikel über Menstassen nicht mehr Frauen adressieren, sondern menstruierende Menschen. Auch über Verschränkungen von Körperlichkeit und (Vorstellungen über) Geschlecht könnte weiterhin gesprochen werden. Es würde aber dabei nicht (zwangsläufig) die Norm reproduziert.

Zu guter Letzt rückt diese Vorstellung Selbstbestimmung in den Vordergrund. Frauen müssen nicht mehr beweisen, dass sie wirklich Frauen sind, sondern können es einfach sein. Egal ob sie jetzt cis oder trans sind, kurze oder lange Haare haben, viel oder wenig Bartwuchs im Gesicht und egal ob sie eher Hosen oder Röcke tragen. Sie macht Schluss mit der Idee, irgendwelche „Expert_innen“ (bzw. meist cis-männliche weiße ExpertEN) könnten Menschen Geschlechter zuordnen.

Frauen müssen es auch so üblicherweise nicht beweisen. Aber dennoch gibt es eben Merkmale, die typisch für Frauen bzw für Männer sind. Das als etwas zu empfinden, was sich gegen Transsexuelle richtet finde ich einen eher erstaunlichen Gedanken: Gerade diese nehmen ja den Unterschied üblicherweise am deutlichsten wahr und leben nicht einfach als weiblicherer Mann oder männlichere Frau, sondern wollen häufig eine Anpassung, sie stört eben gerade die falsche Zuordnung. Sie empfinden ihren Penis als zu männlich oder ihre Menstruation als zu weiblich und gerade deswegen falsch. Dieses Gefühl des Korrekturbedarfs, dieses „das bin nicht ich, weil ich ein bestimmtes Geschlecht bin“ wäre dann selbst transfeindlich. Was wenig Sinn ergibt aus meiner Sicht.

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27 Gedanken zu “Radikaler Transaktivismus: Ein Artikel über menstruierende Menschen, der nur von Frauen redet, ist transfeindlich

  1. Mir fällt der unglaubliche Narzissmus auf, der darin besteht, die ganze Welt den eigenen Befindlichkeiten anpassen zu wollen. Anstatt zu reflektieren, dass man als Minderheit eben der Freak ist und nicht die anderen.
    Ich bin der Freak, weil Ich meinen Penis in das Arschloch eines anderen Mannes stecken will (und vice versa). Nicht die 96 Prozent plus X Heteros.
    Erstaunlich woher so manche Exemplare von Kleinstminderheiten ihre Destruktivität nehmen, mit dem Feuer der Toleranz zu spielen.

    • Ein alltägliches Beispiel dafür ist ein Artikel über menstruierende Menschen, der nur von Frauen redet. Einerseits werden dadurch menstruierende Menschen ausgeblendet, die keine Frauen sind.

      Jetzt mal ernsthaft: Kann einer von euch noch mit Sicherheit sagen, was Satire und was ernst gemeint ist? Ich kann den Unterschied nicht mehr erkennen.

    • So nebenbei: Was ist denn die korrekte Bezeichnung für als „Frauen Gelesene“? Menschen mit Menstruationshintergrund? Menströse Menschen? Menschstrose? Ich frag ja nur, kenn mich da nicht so aus.

  2. „Schätzungen gehen davon aus, dass einer in 100.000 ein F-> M Transsexueller ist und eine in 30.000 eine M-> F Transsexuelle.“

    2/130000 = 0,0015%

    0,0015% * 7 Mrd = 107692 Transexuelle Menschen auf der Erde

    Die könnten alle in Bremerhaven wohnen und frei von Cissexismus oder Ciszentrismus ihre bessere Gesellschaft aufbauen. Oder besser noch Island, da ist die Gefahr dann geringer das man Cissexismus oder Ciszentrismus ohne es zu wollen internalisiert.

    • „According to the report, which is the first to provide population estimates for youth who identify as transgender in all 50 states (plus the District of Columbia), 0.7 percent of people ages 13 to 17, or 150,000 teens, would identify as transgender if asked. …

      The report also found that the number of adults who identify as transgender tends to decrease with age — 0.7 percent of adults ages 18 to 24 identify as trans, with 0.6 percent for ages 25 to 64 do, and 0.5 percent for 65 and older.“

      http://nymag.com/thecut/2017/02/nearly-150-000-teenagers-identify-as-transgender.html

      • Jetzt haben wir hier allerdings das altbekannte Problem, dass der Begriff Transgender (der beinah jeden von uns umfassen würde strenggenommen) den engeren Begriff Transsexuell zunehmend ablöst… seh ich schon. Aber das ist eben der Trend.

        • Du willst sagen, Du weichst in absolut überhaupt Nichts auch nur einen Millimeter von der idealtypischen Vorstellung der Geschlechterrolle „Mann“ ab?
          I don’t believe that’s true

        • „Es denken nicht Alle konsequent, das ist das Problem hier…“

          Stimmt! An anderer Stelle redest Du hier heute von CIS-Männern.

          Was denn nun? Bin ich zB CIS-Mann oder Transgender?

          CIS-Transgender oder wie? Oh Gott …:-(

        • Du wirst gelesen als Mann und bist selbst-identifiziert auch einer, deshalb muss man Dich als cis-Person beschreiben (nehme ich an).

          Objektiv betrachtet wärest Du allerdings höchstwahrscheinlich Transgender, aber da nunmal nur das Selbstkonzept zählen soll, wäre die Anrufung als trans in Deinen wie den meisten Fällen übergriffig.

          Das ist doch nicht schwer zu verstehen, oder doch?

        • Objektiv betrachtet wärest Du allerdings höchstwahrscheinlich Transgender,

          Ach soooo. Wer als Mann gern Blumen giesst ist Transgender und wer als Frau gern Fussball guckt oder spielt ist auch Transgender.
          Da frag ich mich, wer hier essentialistische Vorstellungen von den ZWEI Geschlechtern hat.

          Da sieht man wieder mal, war für ein Schwachsinn sich hinter Begriffen wie Transgender tatsächlich verbirgt.

        • @Semikolon

          Du willst m.E. Dinge für real halten, die einer kritischen Überprüfung nicht standhalten.

          Diese aufgeblähten Zahlen deiner Quelle und weiteren, die in die gleiche Richtung argumentieren, beruhen meistens auf einem Artikel von Fausto-Sterling u.a.: „How Sexually Dimorphic Are We?“ – American Journal Of Human Biology 12, 2000

          Beginnt mit einem interessanten Abstract, in dem der Satz steht, der den gesamten ideologischen Ansatz der feministisch inspirierten Biologie treffend zusammenfasst:

          „The belief that Homo sapiens is absolutely dimorphic (…) derives from the platonic ideal tha for each sex there is a single, universallly correct development pathway and outcome.“

          Die hier formulierte Idee, eine Naturwissenschaft bediene sich eines „platonischen Ideals“ suggeriert, Naturwissenschaft entfalte sich gemäß der Entfaltung *philosophischer Ideen*, die in dieser wirksam seien. Hier der *Ideen* von Platon.
          Diese *Unterstellung* besagt, das Ziel der Naturwissenschaft sei es, für diese Existenz philosophischer *Ideen* nachträglich die
          (materiellen) Beweise zu liefern, die diese legitimieren.
          Das ist nicht nur philosophisch idealistisch, es ist auch noch falsch.

          Der Urheber der Evolutionstheorie war nicht Platon, sondern Darwin. Nun wäre es sehr interessant gewesen den Nachweis zu erbringen, inwiefern zwei Grundüberzeugungen der Evolutionstheorie – die Mechanismen der natürlichen Selektion und der Mutation – „platonischen Idealen“ entspricht.

          Der Punkt an Mutationen ist, er widerspricht einen simplen Logik der Falsifikation, mit der Feminismus arbeitet, ohne ihn auf sich selbst anzuwenden:

          „Mutations are essential to evolution. Every genetic feature in every organism was, initially, the result of a mutation. The new genetic variant (allele) spreads via reproduction, and differential
          reproduction is a defining aspect of evolution. It is easy to
          understand how a mutation that allows an organism to feed, grow or reproduce more effectively could cause the mutant allele to become more abundant over time. Soon the population may be quite ecologically and/or physiologically different from the original
          population that lacked the adaptation. Even deleterious mutations can cause evolutionary change, especially in small populations, by
          removing individuals that might be carrying adaptive alleles at other genes.“

          http://www.nature.com/scitable/knowledge/library/mutations-are-the-raw-materials-of-evolution-17395346

          Die Existenz bspw. von XXYY-Individuen vor diesem Hintergrund in der Größenordnung von 0,155 Geburten von 1000 (Tabelle 1) spricht weder FÜR oder GEGEN die Existenz von „platonischen Idealen“. DASS sie existieren falsifiziert eben NICHT den sexuellen Dimorphismus.

          Alle genannten sexuellen Entwicklungsstörungen zusammen (XXYY, XX male, 47, XXX, XYY) bringen es auf 0,665 Geburten pro Tausend. Das jedoch ist weniger als ein PROMILLE, Semikolon.

          An dieser Stelle einige Zeilen zur Methode des Artikels: Die von diesem Forscher-Kollektiv untersuchten Studien umfassen Stichprobengrößen von n=930 bis 41 MILLIONEN.
          Sie summieren einfach und geben auf dieser Basis die Standardabweichung an.
          Die Studie, die beansprucht, Daten von 1955 bis 2000 zu sammeln, umfasst bizarr zusammengestellte Gruppen wie bspw. „Alaska-Caucasian“ ebenso wie wie „Texas white“ oder „Ontario“ oder „?“ (sic!!) (Tabelle 3), oder „Northeast (USA).

          Wie vergleiche ich eine Region oder eine Stadt mit einer ethnischen Gruppe einer Region oder mit „?“?

          Tabelle 4 (21-OHase): Inwiefern sind „Alaska Yupik“ mit einer
          Stichprobengröße von 3740 mit einer von „Switzerland“ von 2.523.948 zu vergleichen?
          Die erstere bringt 3,47 pro 100 Geburten und die letztere 0,0223.
          Wie gesagt: alle diese Gruppen gehen *gleichwertig* in diese „Studie“ ein – eine Volksgruppe, eine Stadt, ein Staat – es ist völlig egal. Es deshalb nicht verwunderlich, dass für diese „Beweisführung“ ethnische Gruppen in Alaska drei Mal in einer Tabelle auftaucht: Als „Alaska-Caucasian“ (n=13733), „Alaska-Yupik“ (n=3740), „Native Alaskan“ (n=12131), statt zusammengefasst „Alaska“ zu bilden.

          Alle drei zusammen haben nicht einmal zwei Prozent der Größe der Studie der Schweiz, gehen aber dennoch *gleichwertig* in das Ergebnis ein. Diese „Studie“ ist also eine einzige Gaunerei.

          Aber weil das nicht ausreicht, nun zur Tabelle acht des Artikels, der größten Lüge. Kurz auf den Seitentitel geblickt: „Frequency of Intersexuality“. Auf einmal taucht ein Begriff auf, der vorher nicht verwendet wurde, nämlich „Late onset CAH“.

          Mit einer Prävalenz von 1,5 Geburten von 1000. Noch einmal zum Gehalt: ALLE Abweichungen vom sexuellen Dimorphismus erreichen hier – inklusive der vorab genannten Fälschungen – 1,728 pro 1000 Geburten.
          D.h. OHNE „Late onset CAH“ wäre wir – inklusive aller Lügereien – bei 0,28 bei 1000 Geburten. Und das heißt, 87% ihrer Erklärung berufen sich darauf, „Late onset CAH“ *sei* CAH und das ist eine simple LÜGE.

          „Late onset CAH, wird auch „Non-Classical CAH“ genannt und das wichtigste Merkmal ist (Hervorhebung von mir):

          „Girls born with NCAH have normal (!!!) genitals. Boys also appear normal (!!!). Because the symptoms begin later (!!!) in life, NCAH is sometimes called late-onset CAH, adult-onset CAH, or the attenuated form of CAH.
          Non-classical CAH does not progress to classical CAH in affected
          individuals. NCAH may be picked up in infants through newborn
          screening tests, but they do not (!!!) necessarily need treatment.“

          http://www.caresfoundation.org/what-is-cah/non-classical-cah/

          NICHTS davon hat mit „Intersexualität“ zu tun.
          Und niemand wird auf dieser Basis operativ be- oder misshandelt.
          Solche „Studien“ sind selbst „nur“ auf mittlere Sicht der Ruin der Glaubwürdigkeit von Wissenschaft.

          Es werden leichtgläubige, naive, idealistische Menschen bewusst getäuscht und missbraucht, die – ausgehend von solchen Fälschungen – engagiert für die gesellschaftliche Anerkennung einer Realität kämpfen, die NICHT EXISTIERT.
          Hier ist das skrupellose Personal einer Ideologie am Werk, die diese „gut gemeinten Lügen“ für die „gute Sache“ verkaufen.
          Man braucht nur genügend leichtgläubige, naive, idealistische Menschen auf der Basis dieser Lügen-Studien zu mobilisieren – die diese für wahr halten WOLLEN – und hat die *Verfügungsgewalt* über wissenschaftliche Wahrheit.

          In der Folge wirst du jede Berichterstattung in einer Zeitung für bare Münze nehmen, statt sie kritisch zu hinterfragen:

          „The report also found that the number of adults who identify as transgender tends to decrease with age.“

          Ist nicht das eigentliche Problem, dass sie sich SUBJEKTIV damit identifizieren, statt OBJEKTIV *transsexuell* zu sein?
          Zumindest scheint die Abnahme mit steigendem Alter darauf hinzudeuten, denn in der Regel verlässt man irgendwann die *Pubertät* und versichert sich seiner *Geschlechtsidentität*.

          Deine Schilderung, dass „der Begriff Transgender (der beinah jeden von uns umfassen würde strenggenommen) den engeren Begriff Transsexuell zunehmend ablöst“ läuft analog zu einem feministischen Klassiker:

          „Verschiebe die Torpfosten und erfinde neue Spielregeln!“
          – zusätzlich: „Blähe die Zahlen auf, damit das „Problem“ Relevanz erhält!“
          Was würde der Begriff „Transgender“ aussagen, wenn er „beinah jeden von uns umfassen würde“?! Nix. Nada.
          Hier wird mit großem Gestus ein lauwarmes Lüftchen erzeugt, ein Hirnfurz.

          Gruß crumar

        • „NICHTS davon hat mit „Intersexualität“ zu tun.
          Und niemand wird auf dieser Basis operativ be- oder misshandelt.“

          Ich weiß jetzt nicht wie Du dazu kommst auch noch den Begriff „Intersexualität“ mitreinzubringen, aber ich wollt eh noch anmerken, dass es erstaunlicherweise keinen dem „trans-“ oder „homophob“ analogen Begriff gibt wie „interphob“ – obwohl wir das ja zweifelsfrei mehrheitlich und instinktiv durchaus sind.

        • @Semikolon

          Wenn du bitte das Veröffentlichungsdatum des Artikels beachtest, dann ist das quasi die „Mutter aller Lügen“.

          Die Gaunerei wird zitiert, es wird darauf verwiesen, sie wird in Zeitungen veröffentlicht etc. und erhält so den Anstrich einer „unwiderlegbaren Wahrheit“.

          BASIEREND auf dieser „Wahrheit“ (W) gibt es die *nächste* steile These, die nächste frisierte Studie, die der kapitalistischen Aufmerksamkeitsökonomie folgt, wonach die folgend veröffentlichte Zahl die vorige übertrumpfen muss.
          Skandal und clickbait!
          Wir sind nun bei W´angelangt.

          In der „0.7 percent of people ages 13 to 17, or 150,000 teens, would identify as transgender if asked“ – aus dem Bereich der PROMILLE in den eines Prozents empor gelogen.

          Allmählich verschiebt sich für die von solchen Studien schwer mental Geschädigten die Realität gemäß W´ und Sätze wie diese:

          „Cissexistisch“ oder „ciszentrisch“ bezeichnet Inhalte oder Bilder, die trans Menschen ausschließen oder diskriminieren, weil davon ausgegangen wird, dass cis (= nicht trans) sein der einzig gültige geschlechtliche Zustand ist.“

          werden veröffentlicht und für diskussionswürdig gehalten.
          In der (wie oben angeführt) 0,665 Geburten pro 1000 eine ganz „neue Realität“ generieren und 999,335 Geburten pro 1000 etwas „ausschließen“ und *qua Geburt* „diskriminieren“.
          Wie immer sie das auch hinbekommen, diese Geburten…

          Die Aussage, 99,93% aller Menschen wären demzufolge „zentrisch“, entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn man sich überlegt, wie viel Prozent „Mehrheit“ oder „qualifizierte Mehrheit“ genannt wird.

          Dennoch halten diese 99,93% nicht – unterstellt – böswillig etwas „für *einzig* gültig“, sondern haben wegen der verschwindend geringen Anzahl von Abweichungen einfach das Problem, diese überhaupt wahrzunehmen.
          Schwarmblödheit, sozusagen.

          Ausgehend von solchen rationalen Überlegungen, basierend auf realen Zahlen, kann man aber schwerlich die Politik moralischer Erpressung betreiben, die den Akteuren und Akteurinnen vorschwebt.
          Nämlich aus dem Vorwurf gegenüber der Mehrheitsgesellschaft, ihre sexuelle Identität stimme mit ihrer Geschlechtsidentität überein Kapital zu schlagen.
          Für diese biologisch erzeugte Übereinstimmung kann die überwältigende Mehrheit ebenso wenig, wie die absolute Minderheit für ihre biologisch erzeugte Abweichung.

          Wohin soll das führen?
          Politisch hinterlässt eine solche Argumentation verbrannte Erde und wissenschaftlich ist die Lügerei für die gute Sache ein Desaster.

          Gruß crumar

      • „Das ist doch nicht schwer zu verstehen, oder doch?“

        Du meinst meine Gefühle stehen über der Realität?

        – Ich bin Gott!! – 🙂 🙂

        Also wenn das so ist, für Dich ab nun -Doller Hecht- … damit Du Dich nicht übergriffig fühlen musst.

  3. Ein Körper und sein „Inhaber“, finsterstes 17. Jahrhundert. Mit welchem recht unterscheidet jemand im 21. Jahrhundert zwischen sich und seinem Körper? Der Körper ist die Person, da wohnt keine Seele drin. Und wer einen männlichen Körper hat, ist ein Mann, auch wenn er sich für eine Frau hält.

  4. Deine Identität kannst du dir nicht einfach aussuchen, sie entsteht immer im Abgleich mit deiner Umgebung.

    Sehr schön bringt das Louis CK auf den Punkt:

    „You’re an asshole!“ – „No, I’m not“ – „Oh, I’m sorry. I’m glad I checked. I thought…“

    Das ist ein unsinniger Dialog. Wenn die Mehrheit deiner Umgebung dich für ein Arschloch hält, kannst du nicht einfach entscheiden, du seist besser als Nelson Mandela.
    Fremdwahrnehmung ist genau so real wie Selbstwahrnehmung.

  5. Sollten jemals Außerirdische auf der Erde landen, müssen wir diese ganzen Diskussionen verschwinden lassen, sonst halten die uns für nicht zurechnungsfähig und nehmen uns nicht in die galaktische Förderation auf 🙂

    „menstruierende Menschen“ die aber keine Frauen sind *kopfschüttel*

    Was ist am Konzept der „Geschlechtsidentitätsstörung“ eigentlich zu kompliziert für SJW-Transen und warum können die es nicht dabei belassen und sich halt einer Umwandlungs-OP unterziehen und fertig?

    • @Androsch Kubi:

      »… sonst halten die uns für nicht zurechnungsfähig und nehmen uns nicht in die galaktische Förderation auf «

      Was glaubst Du eigentlich, wieso wir nicht längst in der Galaktischen Föderation sind?! 🙂

  6. Pingback: Ein feministisches Wörterbuch | Alles Evolution

  7. Pingback: Wie man gegenderte Sprache bei dem Thema Menstruation vermeidet | Alles Evolution

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