Selbermach Mittwoch

Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant.

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Noch ein paar Zahlen und Grafiken zum Gender Pay Gap:

Die Berliner Morgenpost, der wir auch bereits diese wunderbare Grafik zu regionalen Gehaltsunterschieden verdanken, hat auch noch weitere in diesem Artikel:

1. In welchen Berufsfeldern Frauen mehr, weniger oder fast gleich verdienen

Frauen verdienen also gerade in dem sonst sehr männlich besetzen Bereich des Hochbaus mehr. Vermutlich weil sie dort, wenn sie dort überhaupt tätig sind, nicht die körperlichen Arbeiten erledigen, sondern die Geistigen, von Architektin bis Bauleiterin.

Auch im Fahrzeug-Luft-Raumfahrt und Schiffsbau hätte man nicht gedacht, dass dort die Leute gerade besonders unsexistisch sind (was ja der Faktor wäre, wenn man die feministischen Theorien anlegt).

Interessant ist, dass es in dem Bereich „Lehrtätigkeit an allgemeinen Schulen“ einen kleinen Nachteil für Frauen gibt, vermutlich, weil Männer evtl eher Direktoren werden oder andere leitende Stellen übernehmen. Das ist natürlich (leichter) Sexismus, der auf keinen Fall damit zusammenhängt, dass gerade Schuldirektorinnen diverse Konferenzen etc in den Schulferien haben etc.

Die Abweichungen in der Metallerzeugung dürften damit zusammenhängen, dass dort Männer neben glühenden Öfen stehen, und das im Schichtbetrieb, während die Sekretärinnenstellen oder der HR-Betrieb normale Arbeitszeiten haben.

2. Acht Berufsfelder mit Mindestlücke

Hier finde ich gerade den Bereich der Rechtsberatung, -Sprechung und -ordnung interessant, weil dort die Lücke sehr hoch ist und die Männer anscheinend mindestens (oder was heißt Mindestlücke?) das Doppelte verdienen. Also anscheinend im Schnitt 5.414 € statt 2707 € (mindestens).

Natürlich wäre es interessant da zu ermitteln, was jeweils in den Berufen gemacht wird, denn der Bereich Recht ist groß. Werden Frauen lieber Richterinnen und Staatsanwälte mit der Option jederzeit wegen der Kinder aussetzen zu können und unkündbar zu sein und auch ohne den zusätzlichen Druck für Umsätze verantwortlich zu sein während Männer eher Rechtsanwälte, Notare, Großkanzleianwälte oder in die Rechtsabteilungen großer Firmen gehen? Da wäre es natürlich auch interessant die Arbeitsstunden zu vergleichen.

Und gründen Pharmazeuten vielleicht eher eigene Apotheken während sich Apothekerinnen eher anstellen lassen?

Aus dem Text dazu:

Ausgerechnet in Jobs, die allgemein als Männersache gelten, können Frauen punkten. So verdienen sie im Hochbau rund ein Viertel (24 Prozent) mehr als ihre männlichen Kollegen, was einem Plus von monatlich 648 Euro Brutto entspricht. Auch in der Fahrzeugbautechnik (+21 Prozent ) und im Tiefbau (+19 Prozent) haben Frauen mehr auf dem Gehaltszettel. Das lässt darauf schließen, dass die verhältnismäßig wenigen Frauen, die in diesen Branchen arbeiten, dort verantwortungsvollere Positionen einnehmen als ihre männlichen Kollegen. Warum die Lücke in einigen Berufsgruppen größer ist als in anderen, könne ganz unterschiedliche Gründe haben, sagt Katharina Wrohlich, die am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin zur Gender-Pay-Gap forscht. „Frauen, die sich für männerdominierte Berufe entscheiden, sind häufig besonders für diese speziellen Berufe motiviert und vielleicht auch besonders ehrgeizig – dies kann sich wiederum positiv auf ihr Gehalt auswirken“, sagt die DIW-Expertin.

Der Anteil Berufe, in denen Männer mehr verdienen, überwiegt aber deutlich in Deutschland. Auch die Gehaltslücke ist hier größer als auf der Seite der Frauen. So haben in den meisten Chefetagen Männer nach wie vor die deutlich besser bezahlten Jobs: In Berufen der Unternehmensorganisation – und Strategie klafft eine Lücke von mehr als einem Drittel. Eine noch größere Ungleichheit in punkto Verdienst herrscht in Berufen der Justiz und Rechtsberatung. Dort bekommen Frauen nach den vorliegenden Daten im Mittel nur die Hälfte, und das ist nur ein Mindestwert. Denn diese Berufe gehören zu Tätigkeitsfeldern, in denen traditionell besonders gut verdient wird: im Mittel mehr als 5400 Euro monatlich. Ab dieser Bemessungsrenze fehlen aber konkrete Angaben zu den jeweiligen Gehältern. Klar ist nur, dass in diesen Berufgruppen die Mehrheit der Männer diese Gehaltsgrenze überschreitet – im Gegensatz zu den Frauen.

vgl. auch: