Regionale Unterschiede in den Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen in Deutschland (Gender Pay Gap)

Durch den #Equalpayday bin ich auf diese wunderbare Karte gestoßen, die auf der Seite interaktiv ist und die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland genauer darstellt als die Karte aus einem früheren Artikel:

 

Die Karte ist zoombar und man kann nach einzelnen Orten oder Städten suchen. Oder man klickt auf einzelne Flächen und es wird angezeigt, wie groß da der Unterschied ist.
Hier habe ich beispielsweise mal den Cursor auf Berlin gelegt:

Der Umstand allein, dass man da jetzt jeder Berliner Feministin entgegenhalten kann, dass sie privilegiert ist, weil bei ihr bereits der unbereinigte Gender Pay Gap bei nur 3% liegt ist schon eine herrliche Sache an sich.

Hier auch noch mal zur Vereinfachung die „alte“ Karte:

Regionale Unterschiede im Gender Pay Gap Deutschland

Regionale Unterschiede im Gender Pay Gap Deutschland

 

Aus dem Begleittext zur neuen Karte:

Zudem gibt es große regionale Unterschiede – vor allem zwischen alten Bundesländern (22 Prozent) und Ostdeutschland (7 Prozent). So macht die Karte der Gehaltsunterschiede in den 401 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands die ehemalige DDR sichtbar. Sämtliche Gebiete, in denen Frauen mindestens fast das gleiche Geld bekommen, liegen ausnahmslos im strukturschwachen Osten (maximal 3 Prozent Abweichung, gelb und grün auf der Karte). In 15 davon fällt die Gehaltslücke zugunsten der Frauen aus (grün) – allen voran Cottbus (Brandenburg) mit einem Plus von 20 Prozent. In Cottbus wird allerdings auch wenig gezahlt: Das mittlere Gehalt liegt mit 2653 Euro im unteren Fünftel aller Kreise.

Frauen verdienen dort mehr, wo sonst wenig verdient wird. Doch nicht nur die hohe Arbeitslosigkeit und die wenigen gut bezahlten Jobs spiegeln sich hier wider. Auch die Arbeitskultur aus der DDR wirkt nach. „Es gab nicht diese klassische Rolle der Hausfrau und Mutter. Stattdessen war es selbstverständlich, dass Frauen neben der Familie auch Karriere machen konnten“, sagt Katharina Wrohlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Kindertagesbetreuung im Osten sei deshalb noch immer besser ausgebaut.

Im reichen Süden Deutschlands haben Frauen deutlich weniger auf dem Gehaltszettel als ihre männlichen Kollegen. Spitzenreiter bei der Negativlücke ist hier der Kreis Dingolfing-Landau (Bayern), 38 Prozent weniger verdienen Frauen hier. Dies sagt allerdings mehr über die Beschäftigung der Frauen – aber wenig zur Gehältergerechtigkeit aus. Die Karte und die Gesamtzahlen zeigen den unbereinigten Gender Pay Gap – also nur die allgemeinen Verdienstunterschiede zwischen den Geschlechtern, unbeachtet von Qualifikation, Branche oder Position. Doch auch unter sonst gleichen Bedingungen klafft eine Lücke: Sechs Prozent waren es laut letzter Berechnung des Statistischen Bundesamts. Den Gender Pay Gap gibt es wirklich, wenn auch bereinigt nicht ganz so groß.

Ich hatte schon bei der anderen Karte angeführt, dass die großen Gehaltsunterschiede gut zu erklären sind, wenn man sich mal die einzelnen Orte anschaut. Dort sind meist große Industriestandorte. Was findet man beispielsweise zu dem oben angeführten Dingolfing?:

Dingolfing war und ist ein bedeutender Standort des Fahrzeugbaus. Die Automarke Glas, die in den 1950er Jahren vor allem durch ihr Modell Goggomobil bekannt war, stammte aus der Stadt und auch der frühere Traktorhersteller Eicher aus Forstern hatte ein Landmaschinenwerk in Dingolfing. Dort wurden von 1962 bis 1972 auch Lastkraftwagen produziert, zunächst unter der Marke Eicher, dann in Lohnfertigung für Magirus-Deutz. Größter Arbeitgeber für die Stadt und ihr Umland sind die BMW-Werke mit rund 18.300 Arbeitnehmern, die jährlich etwa 360.000 Autos der 3er-, 4er-, 5er-, 6er- und 7er-Reihe herstellen. Dingolfing ist der weltweit größte von insgesamt 24 Produktionsstandorten der BMW Group. Durch die Ansiedlung von BMW wurde Dingolfing zu einer der reichsten Gemeinden in Deutschland. Hervorgegangen ist dieses Werk aus der Übernahme der Firma Glas durch BMW 1967

BMW dürfte unter gewerkschaftliche Tarifverträge (IG Metall würde ich vermuten) fallen und alle seine Mitarbeiter absolut gleich bezahlen. Autounternehmern zahlen traditionell sehr gut, aber besonders lukrativ, aber auch das Privatleben belastend ist üblicherweise das Schichtsystem und die Wochenendsarbeit, weil Sonntagsarbeit und Nachtarbeit Zuschläge geben und diese noch dazu steuerfrei sind:

Steuerfrei sind Zuschläge, die für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit neben dem Grundlohn gezahlt werden. Bei einer Nettolohnvereinbarung ist der Zuschlag nur steuerfrei, wenn er neben dem vereinbarten Nettolohn gezahlt wird. Die Zuschläge dürfen folgende Prozentsätze des Grundlohnes nicht übersteigen:

  • für Nachtarbeit 25 Prozent,

  • für Sonntagsarbeit 50 Prozent,

  • für Arbeit am 31. Dezember ab 14 Uhr und an den gesetzlichen Feiertagen 125 Prozent und

  • für Arbeit am 24. Dezember ab 14 Uhr, am 25. und 26. Dezember sowie am 1. Mai 150 Prozent.

Wer also ein Woche Nachtschicht mit 25% Aufschlag steuerfrei arbeitet, der erzielt natürlich einen hohen Lohn, gerade wenn er eh schon qualifiziert ist und einen hohen Grundlohn hat. Aber gleichzeitig ist die Schichtarbeit natürlich auch mit Kindern schwerer in Einklang zu bringen, bedeutet, dass man in der Zeit eher neben der Familie lebt, weil man schläft, wenn sie wach sind und arbeitet, wenn sie schlafen und kann auch Beziehungen stark belasten.

Dass und der Umstand, dass die Berufe dann auch meist eher technisch sind, dürfte dazu führen, dass die Frauen weitaus seltener im Werk arbeiten. Da kaum ein anderer Arbeiter mit den Löhnen mithalten kann kommt es dann eben zu erheblichen Gehaltsunterschieden.

Ich vermute mal, dass die Schichtarbeit in einem Industriewerk den meisten Frauen nicht vorschwebt, wenn sie an den Gender Pay Gap denken. Sie haben eher Führungspositionen vor Augen, einen netten Bürojob. Es dürften weit eher diese Jobs sein, die die Unterschiede herbeiführen.

 

22 Gedanken zu “Regionale Unterschiede in den Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen in Deutschland (Gender Pay Gap)

  1. Im Endeffekt können die Politiker noch so viel rumjammern und Solidarität zeigen solange sie nicht Einheitslöhne verordnen oder in schlechter bezahlten Frauenberufe im ÖD die Gehälter erhöhen ändert sich nichts.
    Es ist eine relative Sicher Methode die eigene gute Gesinnung zu präsentieren ohne wirklich was machen zu müssen. Schließlich würde jede Maßnahme in der ein oder anderen Form gegen geltendes Recht verstoßen. Frei Berufswahl, Vertragsfreiheit usw.

  2. Es zeigt sich gut, warum u.a. der moderne Feminismus so in den neoliberalen Medien gepampert wird. Die angeblichen Ungerechtigkeiten lassen sich wunderbar als moralische Rechtfertigung für das Bemühen heranziehen, die Löhne insgesamt zu drücken. Die (noch) gut organisierten Stammbelegschaften mit ihren gut dotierten Verträgen und starken Arbeitnehmerrechten (Kündigungsschutz, unbefristet, bezahlte Überstunden, Nacht- und Wochenendzuschläge etc.) sind den marktradikalen Extremisten schon lange ein Dorn im Auge. Das sind nämlich die berühmten „männlichen Privilegien“, die es zu schleifen gilt.
    Zielbild ist der Osten. Da werden alle gleich schlecht bezahlt.

      • @chris/rano
        Natürlich macht es den Eindruck, als ob man insbesondere „soziale Berufe“ wegen der Frauen in der Bezahlung auf Industrie-Niveau anheben möchte — damit will sich die SPD Wählerstimmen schliesslich erkaufen. Dass dies aber vollkommen unrealistisch ist, bleibt nur die Absenkung der hohen Löhne wegen Spezialtarifen als Ausgleich. Diese werden von den antikapitalistischen Linken ohnehin als zutiefst ungerecht empfunden, ungleiche Bezahlung, weil irgendwo mehr „Mehrwert“ erzeugt wird, das geht für diese gesellschaftlichen Totalkontrollettis aber überhaupt nicht!
        Ob eine „neoliberale Presse“ aber so weit denkt, den Feminismus zu fördern, um die Löhne zu senken — das ist schon ein wenig weit hergeholt. Wahrscheinlich stimmt man eher grundsätzlich mit der feudalistischen-völkischen Anspruchshaltung des Feminismus überein, man ist ja Gemeinwohlmedium der Sozialen Gerechtigkeit!

        • hier ist so ein typischer totalitärer Spinner zitiert, von denen es in der SPD nur so wimmelt (vermutlich auch in der CDU, die zeigen das nur nicht so schamlos):

      • @Christian

        Warum muss ich mir eigentlich den Mund fusselig schreiben?

        Die lustige Idee britischer Feministinnen im Staatsdienst war schon vor einem Jahrzehnt, den CWI (Comparable Worth Index) dazu zu nutzen, zwei Tätigkeiten miteinander zu vergleichen:
        a. Müllmann
        b. Krankenschwester
        Wie auch immer die vergleichbar sein sollen.
        Daraufhin wurde der Lohn der Krankenschwestern angehoben, der für Müllmänner gesenkt.
        Pointe: Krankenschwestern werden im britischen Gesundheitssystem aus Steuergeldern bezahlt, der Müll wird von Privatfirmen entsorgt.
        Alles klar, wem das nützt?

        Der Lohn der Müllmänner sinkt, der Profit der Entsorgungsunternehmen steigt, da die Steuergelder ohnehin von Männern kommen, werden diese sinnvoll zu Frauenberufen transferiert.
        Netter Nebeneffekt: Wozu sich gewerkschaftlich organisieren, wenn die Schwestern im Staatsfeminismus die Umverteilung gewährleisten, falls du eine Frau und jederzeit eine Lohnkürzung vornehmen können, wenn du ein Mann bist?

        Nächste, aktuelle Pointe BBC: Eine Korrespondentin in China stellte erstaunt fest, dass sie erheblich weniger Gehalt erhält als ihr Kollege in den USA und beschwerte sich. Es konnte natürlich nicht an der Häufigkeit der Berichterstattung liegen, welche aus der Wichtigkeit der beiden Länder für GB resultieren oder an seiner besseren Qualifikation liegen, sondern die Ursache war selbstverständlich (sexistische) Diskriminierung.
        Die BBC bot ihr daraufhin mehr Geld an, sie wollte hingegen, dass ihr Kollege weniger verdient und genau das ist eingetreten.
        Auch bisher hochbezahlte, weil populäre Moderatoren der BBC mussten einen Gehaltsabschlag nach dem anderen hinnehmen.

        Gewerkschaftlicher Aufschrei gegen diese Art der Lohndrückerei = 0 – denn das wäre schließlich sexistisch.

        „Wie kommst du darauf? Die Forderung scheint doch eher zu sein, dass alle auf das hohe Niveau der Männer kommen.“

        Auf D übertragen wäre das erstens das Ende der Tarifautonomie und es stellte sich die Frage, warum es überhaupt Tarifverträge geben sollte.
        Dann zweitens meine Frage: Wie will man bspw. als niedergelassener Zahnarzt gewährleisten, dass eine Zahnarzthelferin analog zur Metallindustrie 3400 Euro brutto erhält?
        Wer zahlt das letztendlich? Faktisch läuft es auf eine Erhöhung der KV-Beiträge hinaus.
        Von der wiederum verheiratete Frauen ausgenommen sind, denn die sind ja beim Mann „mitversichert“.
        Supi! Plündert den Single.

        • „Die lustige Idee britischer Feministinnen im Staatsdienst war schon vor einem Jahrzehnt, den CWI (Comparable Worth Index) dazu zu nutzen, zwei Tätigkeiten miteinander zu vergleichen:
          a. Müllmann
          b. Krankenschwester
          Wie auch immer die vergleichbar sein sollen.
          Daraufhin wurde der Lohn der Krankenschwestern angehoben, der für Müllmänner gesenkt.
          Pointe: Krankenschwestern werden im britischen Gesundheitssystem aus Steuergeldern bezahlt, der Müll wird von Privatfirmen entsorgt.
          Alles klar, wem das nützt?“

          Hast du dazu Links? Der Müll mag von Privatfirmen entsorgt werden, aber konnten die denn dann die gleichen Gelder für die Entsorgung beibehalten? Wie kann man überhaupt in der Privatwirtschaft einfach Löhne senken abseits von Lohnverhandlungen mit Gewerkschaften etc?

          • @Christian

            Den originalen englischen Artikel finde ich nicht mehr, sondern nur noch einen Bericht auf telepolis von 2007, worin – leider oft nicht korrekt – steht:
            „Damit Gleichbehandlungsanforderungen erfüllt werden, müssen britische Männer jetzt mit empfindlichen Gehaltskürzungen rechnen.
            In der EU verdienen Frauen durchschnittlich 15 Prozent weniger als Männer. Dass Frauen für ihre Arbeit auch genauso viel Geld wie ihre männlichen Kollegen bekommen sollen, wird seit langem gefordert, durch Programme gefördert und durch Gesetze abgesichert. Doch an der Umsetzung hapert es oft noch. Und der Schuss kann auch nach hinten losgehen, wie sich derzeit in Großbritannien zeigt. Beschäftigte im öffentlichen Dienst – und zwar überwiegend Männer – müssen nämlich mit empfindlichen Gehaltseinbußen rechnen, damit Gleichbehandlungsregelungen erfüllt werden.(…)
            Da die Kommunen nicht über derart hohe Mittel verfügen, um die Differenz nach oben hin auszugleichen, müssten besser verdienende Angestellte jetzt eben mit bis zu 15.000 Pfund im Jahr weniger rechnen.“

            Das ist der Punkt „Nullsummenspiel“, der erfolgreich in Sachen BBC nur fortgeführt worden ist.
            Aber keine Angst, die Autorin widerspricht sich bereits in nächsten Satz:

            „Dabei trifft es nicht nur (!!! Anm.) leitende Angestellte.
            Selbst ein britischer Müllmann könnte einiges verlieren. Diverse Medien haben dazu einige Fallbeispiele recherchiert. So würde der Müllmann Mark B. aus Coventry fast 4.000 Pfund, umgerechnet ca. 6.000 Euro, im Jahr weniger verdienen, wie ihm die Stadtverwaltung in einem Brief mitteilte. Er verfügte bisher über ein Jahreseinkommen von rund 15.300 Pfund. Dahingegen würde die afrobritische Altenpflegerin Millicent V., die in der gleichen Kommune tätig ist, statt wie bisher nur 11.000 Pfund künftig immerhin 14.000 Pfund erhalten.“

            Das bezieht sich hier a. auf Entsorgungsunternehmen, die damals noch im kommunalen Besitz waren, geht aber weit darüber hinaus, denn die Frage ist die einer generellen Lohnhöhe für die verrichtete Tätigkeit auch in der Privatindustrie.
            Man beachte b., dass die Krankenschwester hier betont „afrobritisch“ sein muss, um das Privileg des weißen, männlichen Müllmanns zu betonen.
            Spannend in diesem Vergleich ist c.: Er verliert 4000 Pfund, sie gewinnt 3000 Pfund, sie erhielten vorher zusammen 26.300 Pfund, danach 25.300 Pfund.
            Praktisch diese Gleichstellung und die Preisgabe des weißen, männlichen Privilegs, nicht wahr?
            Unpraktisch, wenn die afrobritische Krankenschwester mit dem britischen Müllmann verheiratet ist…

            Weiter: „Was diese Beispiele sicher transparent machen, ist die Tatsache, dass männlich dominierte Bereiche selbst im öffentlichen Dienst lange Zeit finanziell besser ausgestattet wurden. Die Abfallentsorgung ist europaweit überwiegend in männlicher Hand. Der Job als Müllmann ist aber fast überall besser dotiert als die Tätigkeit im Krankenwesen, ein Bereich, in dem traditionell sehr viele Frauen arbeiten.“
            Falsch, wie auch der nachfolgende Vergleich, der zu uns kommen wird: „Die Arbeiten sind aber durchaus vergleichbar. Denn auch eine Krankenschwester muss schwere Lasten heben (z.B. wenn bettlägerige Patienten versorgt werden müssen), es gibt ein Ansteckungsrisiko, etc…. “
            Besonders natürlich etc.

            Weder muss die Krankenschwester bei jedem Wetter draußen arbeiten, noch muss sie im Akkord über acht Stunden hinweg zentnerschwere Lasten heben. Diese Lasten stinken nicht manchmal, sondern immer und enthalten u.U. Gefahrgut. Der vorzeitige Verschleiß der Arbeitskraft wurde bereits in die Entlohnung eingepreist – kein Müllmann arbeitet bis zur Rente in diesem Job, sondern irgendwann droht die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit.
            Diese Willkür in solchen Vergleichen ist aber kein bug, es ist ein feature.

            „Dass nun Männer einfach weniger verdienen sollen, um die Gleichbehandlung herzustellen, sorgt jedoch für einige Aufregung unter den Betroffenen.“
            Die man nutzen kann, um eine Gruppe gegen die andere auszuspielen und insgesamt allen weniger zu bezahlen. Feministische Gleichstellungspolitik als allgemeine Lohndrückerei.

            „Aber die Sache ist komplex. (Anm. Wieselwort „Komplexität“, ebenso „Aber so einfach ist es nicht…“) Viele hatten erwartet, dass einfach die Löhne auf das höhere – meist männliche – Niveau angeglichen werden. Doch dann müssten wieder die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden und Leistungskürzungen im Gesundheitswesen wären unvermeidbar, heißt es von Seiten der Stadtverwaltungen.“
            Konkret: Bspw. Gewerbesteuern zu erhöhen ist sakrosankt, denn diese Steuerzahler sind in der neoliberalen Ideologie heilige Kühe. Da damit Mehrausgaben aus existierenden Einnahmen gedeckt werden können, muss die Umverteilung – als Nullsummenspiel – zwischen den Geschlechtern verlaufen.

            Durch diese Ideologie als default ist das Nullsummenspiel selbstredend alternativlos; wer anderes behauptet ist gegen Gleichbehandlung, Gleichstellung, gegen Frauen, insbesondere afrobritische. Also antifeministisch, frauenfeindlich, rassistisch und das nur wegen seiner weißen, männlichen Privilegien, die er jetzt verlieren soll. Klar, oder?

            „Insgesamt, so die Times, müssten nun etwa 250.000 Männer und einige besser verdienende „weiße“ Frauen mit Lohnkürzungen beziehungsweise dem Einfrieren ihrer Gehälter rechnen.“
            Man beachte erstens: 250.000 Männer und einige Frauen. Zum Glück sind diese aber weiß! /sarcasm off
            Zweitens den Begriff des „besser verdienenden Mannes“, in dem ein Müllmann mit einem Jahreseinkommen von 15.300 Pfund bereits als „besser verdienend“ gelten soll.
            Drittens, wie schon damals die Klaviatur der gesellschaftlichen Spaltung gespielt worden ist: Frauen gegen Männer, Männer gegen Frauen mit Migrationshintergrund, alle gegen die Pseudo-„Besserverdienenden“.

            Die ganze Debatte initiiert und kräftig befeuert von Feministinnen der Labor-Partei.
            Wundert das irgendjemanden?
            Das reaktionäre Pack ist die beste Pseudo-Linke, die man für Geld kaufen kann.

            Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Gleiches-Geld-fuer-gleiche-Arbeit-3410833.html

        • „Auf D übertragen wäre das erstens das Ende der Tarifautonomie und es stellte sich die Frage, warum es überhaupt Tarifverträge geben sollte.“

          Das feministische Konzept kann auf vielen verschiedenen Ebenen nicht funktionieren.
          Frauen sind weit überdurchschnittlich in geringqualifizierten Jobs beschäftigt, außerdem im Öffentlichen Dienst.
          Geringqualifizierte Jobs sind deshalb niedrig entlohnt, weil sie nicht sehr anspruchsvoll sind und von Vielen ausgeübt werden können. Werden nun dort künstlich die Gehälter angehoben, dann steigt natürlich auch ihre Attraktivität für Männer (die mit ihrem Gehalt in aller Regel eine ganze Familie ernähren müssen), die Privatwirtschaft muss ihrerseits ihre Gehälter steigern, um für Qualifizierte attraktiv zu bleiben – womit das Lohngefälle bestehen bleibt. Nur mit dem Unterschied, dass die künstlich angehobenen Gehälter von ihrgendjemandem bezahlt werden müssen – vermutlich von der Allgemeinheit.
          Außerdem rührt der GPG ganz massiv von der höheren Teilzeitquote von Frauen her. Wie möchte man das einpreisen? Einer halbtags arbeitenden Frau das doppelte Gehalt zahlen? Wie erklärt man das ihrer vollzeit arbeitenden Kollegin, ohne sie zu motivieren, auch auf die 20h-Woche zu verkürzen?
          Männer lassen wir hier mal außen vor, die haben eh zu akzeptieren, was die Gendas zum sozialen Glück der Gesellschaft erforschen.
          Ich weiß jetzt nicht, ob im GPG sogar die Nur-Hausfrauen mit einem Gehalt von 0 € berücksichtigt sind, dann wird es mathematisch ganz komplex. Denen müsste man dann nämlich streng genommen ebenfalls ein Vollzeitgehalt zahlen – was von den Gendas schon als „Entgelt für Care-Arbeit“ vorgeschlagen wird – , sonst müsste man die Gehälter der halbtagstätigen Frauen weit über die der vollzeittätigen Männer erhöhen.

          So kann man das schräge Gedankenspiel in immer schrägere Ebenen weiter treiben und endet schließlich im Staatsbankrott – den dann natürlich die Männer verursacht haben.

          • Du solltest aber schon berücksichtigen, dass sich der Pay Gap auf die Stundenlöhne bezieht. Aber trotzdem sind Teilzeitjobs eher bei den geringer qualifizierten Jobs anzutreffen. Bei hoch qualifizierten und anspruchsvollen Tätigkeiten hat man oft Kopfmonopole, da zunehmend weniger Menschen überhaupt in der Lage sind, eine solchen Job zu schultern. Und da hat es sich dann mit Teilzeit.

        • Natürlich; ein Großteil der arbeitenden Frauen (Kindergärtnerinnen, öffentlicher Dienst, Krankenschwestern und Ärztinnen) wird ja letzten Endes vom Steuerzahler bezahlt. Wenn deren Gehälter massiv steigenn sollen, muss der Staat (=der Steuerzahler) das bezahlen, nicht die Unternehmer. Er muss also entweder die Steuern erhöhen oder anderswo sparen. Letzten Endes sind alle außer den Frauen die Gelackmeierten, natürlich besonders die steuerzahlenden Männer.

          • „Letzten Endes sind alle außer den Frauen die Gelackmeierten, …“

            Selbst die Frauen gehören in die Gruppe.
            Es ist wie beim Pilotenspiel, die einzigen Gewinner sind das Lesbenschwadron, das heute Gender“wissenschaften“ studiert hat und nun in vorauseilendem Gehorsam auf alle möglichen gut dotierten Stellen plaziert wird. Irgendwann wird es – wie bei jedem Pilotenspiel – schon rein mathematisch nicht funktionieren KÖNNEN, aber dann sitzen sie am Futtertrog in der ersten Reihe.
            Das zu überblicken sind sie allerdings zu dumm und bei näherer Betrachtung kann man in ihrem Interesse nur wünschen, dass nie wahr wird, was sie fordern.

            Ja, ich verwette meinen Kopf gegen ne Kiste Seife, dass am Ende NUR die Frauen verlieren werden.
            Sie jammern sich mit Vehemenz aus dem Paradies, in dem sie sich in den letzten 50.000 Jahren komfortabel eingerichtet haben.
            Anne hatte doch mal eine Liste erstellt, wo überall Männer gegenüber Frauen und wo Frauen gegenüber Männern benachteiligt werden. Die Liste war extrem(!) unterschiedlich lang – zulasten der Männer. Und Gleichberechtigung wird heißen, dass Frauen alle diese Benachteiligungen der Männer übernehmen werden MÜSSEN – Männer natürlich auch die der Frauen (was ich mit Freuden tue 😀 )

  3. Auf der internen Homepage unserer Firma gibt es heute die Ankündigung das man Frauen für Führungsposten (was auch sonst) besonders qualifizieren und motivieren muss (im Gegensatz zu Männern).

    Daraufhin meint ein Kollege das im vor kurzen seine Tochter erzählt hat das Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen. Sie hat das in der Schule gelernt.

    Wie will man gegen diese Propaganda ankommen, wenn Politiker, Medien und Lehrkräfte diese mit tragen?

    • Meine beiden älteren Töchter (13+16) sind schon ausgeprägte Antifeministen und auch mein Vater sieht inzwischen vieles kritischer als noch vor einigen Jahren – Fakten und Logik können durchaus überzeugend sein.

  4. „Wer also ein Woche Nachtschicht mit 25% Aufschlag steuerfrei arbeitet, der erzielt natürlich einen hohen Lohn, …

    Dass und der Umstand, dass die Berufe dann auch meist eher technisch sind, dürfte dazu führen, dass die Frauen weitaus seltener im Werk arbeiten.“

    Ich denke, das ist ein ganz entscheidender Punkt, wenn man den GPG richtig einordnen will. Die Motivation einer Frau, selbst einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, ist reziprok zum Einkommen des Mannes, den sie zum Anschaffen schicken kann.
    Ich wage also die Prognose, dass die Quote an reinen Hausfrauen und Frauen mit Halbtagsjobs in Dingolfing extrem viel höher ist, als in Cottbus, wo die Männer aus eigener Kraft kein ausreichendes Einkommen zur Ernährung von Frau und Kindern erwirtschaften.

  5. Endlich mal ein Beitrag zur „Lohnlücke“, der etwas erklärt und aus dem man soziale Wirklichkeiten rauslesen kann, besonders die soziale triste Realität der Schichtarbeit nebst Familienunterhalt!

    Die leicht bessere Bezahlung der Frauen in der ehemaligen DDR kommt doch bestimmt von dem allgemeinen pro-fraulichen Sexismus, der in so überaus wohlwollender Weise Frauen bevorzugt? Ist bestimmt auch im Westen so, allerdings dürften die bevorzugte Frauenschicht kleiner sein und umso abgehobener in Politik (und Wirtschaft), da wo Quoten wirken und ansonsten in der Statistik untergehen. Wegen der vielen Hausfrauen, die das Wirtschaftsmodell der Industrie mit ihrem Schichtbetrieb mit ermöglichen!
    Ganz progressive Paare arbeiten übrigens beide in der Industrie, dann kann man sich richtig was leisten! (nur keine Kinder mehr, aber die muss man ja nicht wollen)

  6. Passend dazu hat mich gestern WDR2 geweckt.
    Als der „Journalist“ den GPG basierend auf den Angaben des statistischen Bundesamtes erklärt hat, sagte er in etwa: „Der GPG ist vor allem im Westen und in diversen Branchen zu finden. Im Osten und der öffentlichen Verwaltung sieht es für Frauen nicht ganz so schlimm aus“.
    Ich hatte da direkt die Karte von Christians altem Artikel im Kopf. Ein GPG zugunsten der Frauen ist demnach für den WDR „nicht ganz so schlimm“.
    Davon, dass die öffentliche Verwaltung gar nicht in den 21% erfasst ist, reden wir gar nicht erst…

    • Die werden die Gender Pay Gap als Frauen-Diskriminierungs-Lüge so lange durchs Dorf treiben, wie der Durchschnittslohn bei Männern noch höher ist. Die Arbeitszeiten werden natürlich dabei nicht berücksichtigt, genauso wenig wie wer eigentlich das Geld ausgibt. Denn immer erst wenn es Frauen in einem Bereich BESSER geht wie Männern, ist Gleichberechtigung für sie erreicht. Die Schlechterbezahlung von Männer wird nicht kritisiert werden. Da sind Frauen dann einfach besser qualifiziert und haben das höhere Gehalt für die „gleiche Arbeit“ verdient oder aber Gehälter von typischen Frauenberufen werden durch Zwangsabgaben ohne einen gesellschaftlich zu rechtfertigenden Nutzen und völlig am Markt vorbei erhöht.

    • „Im Osten und der öffentlichen Verwaltung sieht es für Frauen nicht ganz so schlimm aus“

      „Nicht schlimm“ ist relativ.
      Die Frauen im Osten können einfach nicht wie ihre westlichen Schwestern im feministischen Geiste zuhause bleiben, oder einen entspannten Halbtagsjob schieben. Sie müssen ranklotzen und sich ggf. auch die Hände dreckig machen.
      Ich bin mir ziemlich sicher, dass die arme Wessi-Braut die reiche Ossi-Braut gar nicht beneidet.

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