Grundlagen der Berechnung des Gender Pay Gap – Warum werden der öffentliche Dienst und andere Bereiche nicht berücksichtigt?

Der Gender Pay Gap hat bereits eine interessante Grundlage:

Für den unbereinigten Gender Pay Gap werden die absoluten Brutto­stunden­verdienste ins Verhältnis zueinander gestellt, ohne die ursächlichen Faktoren für den Gender Pay Gap zu berücksichtigen.

Die Brutto­stunden­verdienste der Frauen und Männer einer Gruppe (z. B. Altersgruppe, Branche oder Bundesland) werden ermittelt und daraus der Gender Pay Gap anhand folgender Formel berechnet:

((Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst der Männer – durch­schnittlicher Brutto­stunden­verdienst der Frauen) / durch­schnittlicher Brutto­stundenverdienst der Männer) * 100.

Auf Basis der Daten der vierjährlichen Verdienst­struktur­erhebung werden Ergebnisse nach den Unter­gliederungen Alter, Bildungs­niveau (ISCED), Leistungs­gruppen, Tätigkeit (ISCO-08), Einfluss der öffentlichen Hand, Tarifbindung, Unternehmensgrößenklassen und Wirtschaftsabschnitte berechnet. In den Jahren zwischen zwei Verdienststrukturerhebungen werden die Ergebnisse für die Unter­gliederungen Gebiets­stand, Bundes­länder, Wirtschafts­zweig sowie öffentlicher Dienst/Privatwirtschaft mit den Veränderungs­raten aus den Jahres­ergebnissen der Vierteljährlichen Verdienst­erhebungen fortgeschätzt. Genauere Informationen zu den beiden Erhebungen finden Sie in den Erläuterungen zur Statistik.

Sofern nicht anders vermerkt, werden abhängige Beschäftigungs­verhältnisse aller Wirtschafts­abschnitte und Unternehmensgrößen in die Berechnung einbezogen, ausgenommen die Wirtschafts­abschnitte „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“, „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozial­versicherung“, „Private Haushalte mit Hauspersonal“ und „Exterritoriale Organisationen und Körperschaften“ sowie Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. Dies entspricht der einheitlichen Definition des Gender Pay Gap der EU. Entsprechend europäischer Vorgaben wird der unbereinigte Gender Pay Gap seit dem Jahr 1995 für Deutschland, das frühere Bundesgebiet und die neuen Länder berechnet.

Der gesamte Bereich öffentliche Verwaltung ist damit in dem Bereich nicht enthalten. Ebenso nicht enthalten sind die selbständige Rechtsanwältin, die selbständige Unternehmensberaterin etc. Die Lehrerin fällt ebenso raus wie die Leiterin der Rechtsabteilung des Kreises oder andere Berufe, die im öffentlichen Dienst Karrieren darstellen.

Wenn ich das richtig verstehe, dann ist die Top Juristin, die als Richterin arbeitet nicht aufgeführt (oder ist das keine Verwaltung?), der Top Jurist in der Großkanzlei als Angestellter hingegen schon.

Gerade Frauen scheinen mir ja besonders häufig im öffentlichen Dienst tätig zu sein, der Gender Pay Gap ist auch im öffentlichen Dienst vorhanden, aber dort mit unbereingt 6% relativ niedrig.

Gibt es Berechnungen, wie sich der Gender Pay Gap verändern würde, wenn man den öffentlichen Dienst einrechnet?  Oder Selbständige? Oder Unternehmen mit unter 10 Mitarbeitern?

33 Gedanken zu “Grundlagen der Berechnung des Gender Pay Gap – Warum werden der öffentliche Dienst und andere Bereiche nicht berücksichtigt?

  1. Ach Christian jetzt versuchst Du es mit Logik, dabei geht es bei der ganzen Erhebung doch nur darum einen möglichst großen Gap zu ermitteln, da hat man jetzt eine schöne Gruppe gefunden und Du willst einfach nur alles kleinrechnen.

    Dabei geht es doch um was ganz anderes, das wurde jetzt doch hinreichend am Montag dargestellt.

    • Wie willst du normaldenkende aber getäuschte Menschen denn von der Falschheit der politisch korrekten Behauptungen rund um den 21-Prozent-GPG denn überzeugen, wenn nicht durch Fakten und Logik?

      Dass man mit Fakten und Logik bei Genderideologinnen nicht weiter kommt, weiß er vermutlich selbst. Man sollte aber vielleicht mal an Menschen denken, die zwar den Schwachsinn von den 21-23 Prozent in den Medien hören aber dennoch das Denken nicht ganz verlernt oder aufgegeben haben.

  2. Ich kann mir vorstellen, dass die öffentliche Verwaltung herausgenommen wurde, weil weder das Brutto noch das Netto eines Beamten mit dem eines Angestellten direkt vergleichbar ist.

  3. Die Juristin im öffentlichen Dienst ist nicht enthalten. Frauen, also Richterinnen, sind in der Rechtsprechung inzwischen zahlenmäßig stark bzw. in der Überzahl – zumindest was Neueinstellungen und die „unteren“ Instanzen angeht, gehen aber nicht in den GPG ein.

    Zum Wirtschaftszweig „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ habe ich mal recherchiert:

    Die Einteilung der Wirtschaftszweige zu statistischen Zwecken beruht auf EU-Regelungen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Klassifikation_der_Wirtschaftszweige

    Die VERORDNUNG (EG) Nr. 1893/2006 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
    vom 20. Dezember 2006 enthält in ihrem Anhang I eine Aufschlüsselung der Wirtschaftszweige „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ ist Nr. 84 und enthält unter 84.23 Rechtspflege/Justiz.
    https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32006R1893

    Also sind Juristinnen/Richterinnen in Verwaltung und Rechtsprechung beim GPG nicht berücksichtigt.

  4. @Christian

    Was du schreibst, trifft m.E. für 2006 und 2010 zu, nicht mehr für die Berechnung ab 2014:
    „Die Erweiterung umfasste die Einbeziehung des Wirtschaftsabschnitts Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und die zusätzliche Abdeckung von Betrieben mit weniger als zehn Arbeitnehmern. Die Verdienststrukturerhebung bildet fortan alle Branchen der Landwirtschaft, des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs ab (Abschnitte A bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008). Ausgenommen sind lediglich die Wirtschaftsabschnitte Private Haushalte mit Hauspersonal und Exterritoriale Organisationen und Körperschaften.

    Auch der ÖD wird inzwischen mit erfasst:
    „Die Daten werden bei öffentlichen und privatwirtschaftlichen Arbeitgebern per Online-Fragebogen erhoben. Für die Arbeitgeber besteht laut Verdienststatistikgesetz Auskunftspflicht.“

    Die Verdienststrukturerhebung ist eine Stichprobenerhebung. Die Stichprobe wird zweistufig gezogen. Auf der 1. Stufe werden maximal 60 000 Betriebe ausgewählt. Für eine hohe Repräsentativität erfolgt die Auswahl der Betriebe geschichtet nach Bundesland, Wirtschaftszweig und Betriebsgrößenklasse. Auf der 2. Stufe werden innerhalb der Betriebe Beschäftigungsverhältnisse per Zufallsverfahren ausgesucht. Für das Berichtsjahr 2014 wurden die Daten von 60 000 Betrieben und 1,0 Millionen Beschäftigungsverhältnissen erfasst und ausgewertet. In den Wirtschaftsabschnitten „Erziehung und Unterricht“ und „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ wurde zum überwiegenden Teil auf eine Befragung verzichtet und Daten der Personalstandstatistik des öffentlichen Dienstes verwendet.
    https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/VerdiensteVerdienstunterschiede/Methoden/Verdienststrukturerhebung.html

    Beeinflussen können sie das Ergebnis natürlich noch immer, nämlich erstens über die Auswahl der Betriebe. Wie sie zweitens selber sagen, liegen ihnen weiterhin keine genauen Angaben über Erwerbsunterbrechungen vor.
    Das wiederum hat jedoch Einfluss auf die Erwerbsbiographie.

    Angenommen ein Frau hat fünf Jahre Vollzeit gearbeitet, dann zwei Kinder im Abstand von 2 Jahren bekommen, ist vier Jahre zu Hause geblieben und dann wieder in den Beruf in Teilzeit eingestiegen.
    In dieser Teilzeitarbeit ist sie seit 5 Jahren tätig.
    Ihre Berufserfahrung beträgt akkumuliert 10 Jahre.
    Wird diese Frau nun mit einem Mann verglichen, der die identische Qualifikation hat, jedoch 10 Jahre kontinuierlich in Vollzeit tätig war, kann man sich doch an zwei Fingern einer Hand abzählen, wer mehr verdienen wird.

    • „Was du schreibst, trifft m.E. für 2006 und 2010 zu, nicht mehr für die Berechnung ab 2014:“

      Ah, das wäre ja interessant, dass es dann nicht zu einem Sprung führte. Wird diese Strukturerhebung denn dann vollgenutzt oder berechnen sie den Gender Pay Gap trotzdem aus den eingeschränkten Daten?

    • @Crumar M.E. bezieht sich Dein Zitat auf die – allgemeine – „Verdienststrukturerhebung“ und nicht auf die hieraus abgeleitete Erhebung zum Gender Pay Gap. Für die gilt: „Sofern nicht anders vermerkt, werden abhängige Beschäftigungs­verhältnisse aller Wirtschafts­abschnitte und Unternehmensgrößen in die Berechnung einbezogen, ausgenommen die Wirtschafts­abschnitte „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“, „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozial­versicherung“, „Private Haushalte mit Hauspersonal“ und „Exterritoriale Organisationen und Körperschaften“ sowie Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten.“ So steht es auf der SPEZIELLEN Seite zum GPG:
      https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/FAQ/GenderPayGap.html

      • @Klaus T.

        Dann haben sie das also wirklich beibehalten? Dafür sind sie ja von allen Seiten kritisiert worden…
        Vielen Dank für deine Korrektur!
        Also ziehe ich meinen obigen Kommentar hiermit zurück, Christian!

        Ahh, hier ist der Grund für diese Entscheidung im nächsten Satz:

        Dies entspricht der einheitlichen Definition des Gender Pay Gap der EU. Entsprechend europäischer Vorgaben wird der unbereinigte Gender Pay Gap seit dem Jahr 1995 für Deutschland, das frühere Bundesgebiet und die neuen Länder berechnet.“

        Dann wird also europaweit beschissen.
        Per Definition nämlich.

        • Ein ähnlicher Passus findet sich in dem offiziellen Dokument zum GPG der Statistik Austria. Auch die erwähnen explizit dass ÖD und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern von der Berechnung ausgenommenwerden. Weil EU-Richtlinie.
          Das Ausmaß der Dämlichkeit ist nicht zu fassen.

          • Auf der destatis Seite habe ich auf die Schnelle keine Referenz für die EU-Verordnung gefunden. Im Dokument der Statistik Austria https://www.statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_PDF_FILE&dDocName=113028 ist es dankenswerter Weise erwähnt (S2, Fußnote 4). Es handelt sich um die Verordnung (EG) Nr. 530/1999. Das ist diese hier https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?qid=1553078723320&uri=CELEX:31999R0530

            Dort steht:

            Zur Zeit erheben nicht alle Mitgliedstaaten umfassende Daten in den Abschnitten M (Erziehung und Unterricht), N (Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen) und O (Erbringung von sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen). Es sollte daher unter Berücksichtigung eines von der Kommission vorzulegenden Berichts, der sich auf Pilotuntersuchungen über die Durchführbarkeit einer vollständigen Datenerhebung zu diesen Abschnitten stützt, entschieden werden, ob diese Daten in den Erfassungsbereich dieser Verordnung einbezogen werden sollen oder nicht.

            (Deutsches pdf. S. 1)
            Weiters steht in §2, 3:

            Die Einbeziehung der Wirtschaftszweige der Abschnitte M (Erziehung und Unterricht), N (Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen) und O (Erbringung von sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen) der NACE REV 1 in den Erfassungsbereich dieser Verordnung ist für die Bezugsjahre 2000 und 2002 fakultativ. Diese fakultative Einbeziehung kann nach dem Verfahren des Artikels 12 auch für die darauffolgenden Jahre erfolgen, und zwar unter Berücksichtigung der Ergebnisse von in diesem Bereich durchgeführten Pilotuntersuchungen, insbesondere jenen im Rahmen der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 58/97 des Rates vom 20. Dezember 1996 über die strukturelle Unternehmensstatistik (4).

            So wie ich das verstehe steht da, dass die Einbeziehung der fraglichen Wirtschaftsbereiche (also Bereiche des ÖD im weiteren Sinn) optional ist. Vor allem deshalb weil nicht alle Mitgiedsstaaten diese Daten erheben, es müssen erst weitere Politstudien zur Machbarkeit durchgeführt werden blablabla.
            Wenn also behauptet wird dass für die Berechnung des GPG lt. EU Richtlinie der ÖD nicht berücksichtigt werden darf, dann ist das fragwürdig. Es kann sein dass es noch eine weitere EU Verordnung gibt welche im Detail regelt wie der GPG zu berechnen ist. Aber aus dieser Verordnung 530/1999 (und die wird zumindest im Dokument der Statistik Austria als Grund dafür genannt den ÖD nicht einzubeziehen) geht das gerade nicht hervor. Dort steht explizit die Einbeziehung des ÖD ist optional.

          • „Das Ausmaß der Dämlichkeit ist nicht zu fassen.“

            Auf der einen Seite korrekt, weil es bspw. in Griechenland dann zu völlig nutzlosen Resultaten führen muss: „Self-employed; total (% of total employed) in Greece was reported at 34.04 % in 2017, according to the World Bank collection of development indicators, compiled from officially recognized sources.“

            Wenn ein Drittel der Beschäftigten von vorne herein wegfällt, da selbstständig und dann noch alle Unternehmen unter 10 Mitarbeitern und der ÖD, dann kann man sich die Statistik eigentlich fast schenken.

            Auf der anderen Seite haben sie wohl in erster Linie die EU-weite Vergleichbarkeit als Ziel und beschränken sich daher auf die Daten, die sie gemeinsam vorliegen haben.
            Oder pragmatisch gesagt: Irgendeinen Quatsch müssen sie regelmäßig veröffentlichen, um ihren Job zu rechtfertigen.

          • @crumar: Was du schreibst ist alles richtig und ich kann die Intention hinter dieser EU Verordnung nachvollziehen. Aber es erklärt nicht, warum Länder wie Deutschland oder Österreich, die eine wesentlich bessere Datenbasis haben, kontrafaktisch behaupten die EU verbiete es den ÖD in die Berechnung des GPG einzubeziehen. Das tut die EU nicht. Sie sagt folgendes: „Einige Länder erfüllen nicht die organisatorischen Voraussetzungen zur Erhebung der Verdiensstruktur des ÖD Diesntes. Daher können wir das nicht verpflichtend vorschreiben. Diejenigen Länder die diese Daten aber bereits erheben, können sie optional auch verwenden“. Und das finde ich eigentlich ziemlich vernünftig.

          • „Dann erzeugt das bei mir mehrere große Fragezeichen…“

            Tja, dann scheint das ein „politische Frage“ zu sein und die Antwort unerwünscht.
            Anders kann ich mir das nicht erklären.

    • »Angenommen ein Frau hat fünf Jahre Vollzeit gearbeitet, dann zwei Kinder im Abstand von 2 Jahren bekommen, ist vier Jahre zu Hause geblieben und dann wieder in den Beruf in Teilzeit eingestiegen.
      In dieser Teilzeitarbeit ist sie seit 5 Jahren tätig.
      Ihre Berufserfahrung beträgt akkumuliert 10 Jahre.«

      Auch das ist schon fragwürdig. Warum nicht 5 + 5*Teilzeitquote?

      • Es wäre fragwürdig, in der Tat. Nur heißt das eben nicht, man könnte dies auch in einen Vergleich einbringen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.
        Ich weiß, dass Eurostat mit Vollzeit-Äquivalenten umgeht, ich weiß aber nicht, ob das auch für die Berufserfahrung geht und bezweifle, dass sie Erwerbsunterbrechungen messen können (also ob da überhaupt Daten vorliegen).

  5. Ich suche eine Bestimmung, die europaweit verbindlich vorschreibt, dass bei der Berechnung des unbereinigten Pay Gaps nicht der Durchschnittswert, sondern der sogenannte Median verwendet werden muss (der Median ergibt belastbarere Werte, bei denen extreme einzelne Ausreisser das Ergebnis nicht verfälschen können). In Österreich hat sich nach der Umstellung des Berechnungsverfahrens wohl der sonst regelmäßig berechnete Ausgangswert von 23% gleich mal um satte 4% auf 19% vermindert. Und anderen bereinigten Stufen danach entsprechend…
    Deutschland misachtet komischerweise standfest die Vorschrift und errechnet regelmäßig den 23%-Durchschnittswert….
    Ich kann mich dunkel erinnern, dass ich dazu ein Video gesehen habe. Aber ich finde es nicht mehr und bin mir wg nicht sicher und darum hier die Frage an das Schwarmgedächtnis: weiß jemand wo ich das finden kann? Wo steht diese Vorschrift?

  6. Allein schon die Tatsache, daß sich der GPG(Gender Pay Gap) durch hinzufügen weiterer Variablen verändert, deutet darauf hin, daß sich hinter der Variablen „Geschlecht“ eine ganze Gruppe von Variablen verbirgt, die eher mit Rollen und Lebensstil zu tun haben als Geschlecht. Bei der Variablen Alter oder Unternehmensgröße ist dies nicht der Fall.

    Wichtig ist, daß, wenn man Geschlecht meint, auch wirklich Geschlecht verwendet und nicht etwa „Mutter“ oder „unterbrochene Erwerbsbiografie“.

  7. Hier wäre ein etwas älterer Link zum Gender Pay Gap im öffentlichen Dienst von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

    https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gender-pay-gap-im-oeffentlichen-dienst-unveraendert-bei-knapp-sechs-prozent/

    Gender Pay Gap im ÖD bei 6%. Würde mich interessieren, wie das zustande kommt.

    Sozialversicherungspflichtige sind 32. 1 Mio, ÖD sind 4.7 Mio. Würde man die mit einrechnen, wäre man bei 21.2% GPG unbereinigt.

      • Ich bin ja der Meinung dass die sogenannten Fachkräfte eigentlich unterbezahlt sind, wenn sei nicht ausgerechnet bei Audi arbeiten. Dafür dass wir angeblich einen Fachkräfte-Mangel fehlt mir die die Gehälterexplosion.
        Es gibt auch keinen Transfermarkt wie man ihn da eigentlich erwarten könnte. Nur auf dem Lvl wo sowieso schon international in einer kleinen eingeschränkten Gruppe gesucht wurde.
        Dafür mache ich übrigens zu 90% unsere Gewerkschaften mit ihrer Einlenken zur Lohnzurückhaltung verantwortlich!

        Meinst du wenn Handwerk/Technik so bezahlt würde wie es sein sollte, würde der unbereinigte GPG noch höher ausfallen?

        • Ich bin ja der Meinung dass die sogenannten Fachkräfte eigentlich unterbezahlt sind, wenn sie nicht ausgerechnet bei Audi arbeiten. Dafür dass wir angeblich einen Fachkräfte-Mangel haben, fehlt mir die Gehälterexplosion.
          Es gibt auch keinen Transfermarkt wie man ihn da eigentlich erwarten könnte. Nur auf dem Lvl wo sowieso schon international in einer kleinen eingeschränkten Gruppe gesucht wurde.
          Dafür mache ich übrigens zu 90% unsere Gewerkschaften mit ihrer Einlenken zur Lohnzurückhaltung verantwortlich!

          Meinst du wenn Handwerk/Technik so bezahlt würde wie es sein sollte, würde der unbereinigte GPG noch höher ausfallen?

      • Wenn der unbereinigte GPG im ÖD bei 6% liegt, dann gibt es in der Realität tatsächlich einen fetten Gap. Und zwar zu Lasten der Männer.

        Und auch sonst: Tunlichst unter den Tisch fällt, dass bei sonst gleichen Bedingungen Frauen den gleichen Beitrag pro Rentenbaustein aufbringen müssen, obwohl ihre durchschnittliche Rentenbezugsdauer fast 22% länger ist. (Quelle statista.com)

      • Spannendes Detail ist auch, dass es im öffentlichen Dienst mehr Frauen als Männer gibt. Alles gut ersichtlich im statistischen Jahrbuch.

    • „Würde mich interessieren, wie das zustande kommt.“

      Im Lehramtsbereich mit seinem großen Frauenüberschuss kann ich dies begründen. Erstens ist der Männeranteil in der Schulleitung mit besseren Eingruppierungen höher. In meinem Schulbezirk sind es beispielsweise im Grundschulbereich 95 Prozent Frauen (derzeit vor allem E 9 bis 11), aber etwa 30 Prozent Männer in der Schulleitung (bis E 13 bzw A 15). Zweitens kommen die Frauen aufgrund kinderbedingter Ausfalljahre auf weniger Dienstjahre. Gefühlt meldet sich ein Drittel der Referendarinnen in Richtung Mutterschutz ab. Drittens arbeiten sehr viele Frauen verkürzt, bei den Neueinsteigerinnen 2018 fast zwei Drittel und gehen eher in Rente (Sabbatjahr, Unterrichtsverkürzung, EU). Und viertens ist auch der Männeranteil in den Schulämtern mit ihren besseren Lohngruppen überproportional hoch.

    • Eine einfache Erklärung für den GPG im ÖD dürfte die Verteilung der Geschlechter in den jeweiligen Altersgruppen sein.
      So weit ich weiß, gilt die Faustformel „je jünger, desdo weiblicher“.
      Die Tarife wie TV-L haben Erfahrungsstufen. Alle paar Jahre gibt es dadurch automatisch eine Gehaltserhöhung. Da Männer in den hohen Erfahrungsstufen überpräsentiert sind, haben sie im Schnitt ein höheres Einkommen…

  8. Wobei ich da wahrscheinlich ein methodisches Loch habe. Ich bin von Gehalt 100 für Frauen ausgegangen, und habe dann anhand Gender Pay Gaps und Frauen teil an den Beschäftigten das ausgerechnet. Je nachdem, wie die Gehälter im ÖD sind im Vergleich zu privat verschiebt sich das dann rauf oder runter. Aber unbereinigt ist das ja dann auch ziemlich wertlos, da ja der ÖD einen viel höheren Netto Anteil hat.

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